LET'S WORK! - jan-peter wulf

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LET'S WORK! - jan-peter wulf

tionen wie Besprechungen oder das Schreiben

am Rechner. Auch ausreichend externe Stromversorgung

muss gewährleistet sein, also viele

Steckdosen.“ Laptops, versichert er, sind sehr

sparsam im Verbrauch, geradezu „ein Witz“ im

Verhältnis zu gängigen Gastro-Kühltruhen oder

ähnlicher Standardausstattung.

Auch das biologisch und gesund ausgerichtete

Speisenangebot – mit Sandwiches, Quiches,

Wraps und Salaten ganztägig, Pasta und Suppen

im Mittagsgeschäft – ist im „Sankt Oberholz“

zielgruppenaffin, Stichwort LOHAS.

Selbstbedienung hält nicht nur die Personalkosten

überschaubar, sondern auch die

Zweifellos: Arbeit ist eines der zentralen

Gesellschaftsthemen des Jahres. Existenzen in

Krisenzeiten zu sichern und neue Beschäftigungsmodelle

zu entwickeln, steht ganz oben

auf der Agenda. Ist die Gastronomie, vor diesem

Hintergrund und mit den genannten Beispielen,

der ideale Ort für „neues“ Arbeiten?

Das hängt von vielen Faktoren ab: Standort,

(Stamm-) Publikum, räumliche Gegebenheiten

und nicht zuletzt davon, ob es dem Gastronom

in sein Konzept passt. Ein am Rechner arbeitender

Gast wird in einem Laden als Teil der

kreativen Community/Zielgruppe gesehen, die

auch zu schwachen Tageszeiten (z. B. zwischen

15 und 17 Uhr) Umsatz bringt, im anderen

schmälert sein stundenlanges Schlürfen an

einem Kaffee den Sitzplatzumschlag und wirkt

befremdlich auf die anderen Gäste, die Freizeitstimmung

genießen wollen. Viele Gastronomen

haben ihr WLAN-Angebot deswegen

sogar ganz eingestellt. „Für den Gastronom

stellt sich erst einmal weniger die Frage nach

den Investitionskosten, es ist mehr eine Frage

der Haltung. Man kann sich dafür, aber auch

ganz bewusst dagegen entscheiden“, sagt

Sebastian Sooth, Mitbegründer des Hallenprojekts

(www.hallenprojekt.de). Die Initiative

„schafft und vernetzt virtuelle und reale Orte

für kreatives Arbeiten“. Bestehende und neu

eröffnende Gastronomien, die sich diesem

Netzwerk anschließen und ihre Fläche als

so genannten „Coworking-Space“ anbieten

wollen, werden vom Hallenprojekt beraten

Genuss

für tausend-

undeine Nacht

Yeni Rakı:

Der weltweite Nr. 1 Raki

Neue Kapitale des

„Cappuccino-

Working“: das

„Sankt Oberholz“

in Berlin

gewünschte büro-ähnliche Atmosphäre aufrecht:

Der Gast steht auf und holt für sich und

gegebenenfalls seine „Kollegen“ neue

Getränke oder etwas zu essen – so sieht die

Kaffeepause in der modernen Arbeitswelt

aus. Wichtig ist auch, eine Food-Preisobergrenze

zu ziehen, im „Sankt Oberholz“ sind

es zehn Euro. Das schafft Transparenz: „Der

Gast weiß: Wenn ich sieben, acht Euro pro

Arbeitstag ausgebe, ist das auf den Monat

gerechnet immer noch günstiger, als einen

Büroplatz anzumieten.“

EINE FRAGE DER HALTUNG

und unterstützt. Beispielsweise die „Niederlassung“

im Münchner Gärtnerplatzviertel

(www.niederlassung.org): Das All-in-One (Café,

Bar, Restaurant) dient auch als Arbeitsplatz für

viele Kreative des Viertels. Bei fehlenden oder

überteuerten Büroflächen in der Stadt stellt

die Gastronomie so ein überaus attraktives

Zusatzangebot bereit.

Um die arbeitenden Nomaden als Zielgruppe

zu gewinnen, bieten sich viele Ansatzpunkte,

erklärt Sooth: Ungenutzte Lagerräume zu

Coworking-Spaces umfunktionieren, separate

Zonen schaffen (analog zu Raucher- und Nichtraucherbereichen),

damit Arbeiten und Nicht-

Arbeiten friedlich koexistieren können, und

zielgruppenaffine Services wie eine Laptop-

Garderobe anbieten. Besonders wichtig jedoch

ist ein sehr klassischer Faktor: authentisch zu

sein. Das funktioniert – wie immer schon – am

besten, wenn der Gastronom mit seinen Gästen

kommuniziert. Auf Augenhöhe. Sooth: „Die Co-

Worker sollten nicht nur als Stammkunden,

sondern auch als Freunde betrachtet werden.“

Und es gibt wohl keine bessere Kundenbindung,

als seine Gäste aktiv einzubeziehen: Oft

verbergen sich Musiker, DJs und anderweitig

künstlerisch tätige Menschen hinter den im

fahlen Laptop-Licht schimmernden Gesichtern,

die sich bestimmt gerne in das „Unterhaltungsprogramm“

der Location einbringen – und gute

Unterhaltung sollte, bei aller Arbeit, nicht zu

kurz kommen.

JAN-PETER WULF

FIZZZ 06 I 09 I 41

www.yeniraki.de

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