Ausgabe Apr-Mai 2013 - Evangelisches Johannesstift

johannesstift.berlin.de

Ausgabe Apr-Mai 2013 - Evangelisches Johannesstift

Ausgabe 2 | 2013April/Mai

mittelpunkte

das Magazin für mitarbeiterinnen und mitarbeiter

des Unternehmensverbundes Evangelisches Johannesstift

Standpunkt

200 Computer für den

tunesischen Strafvollzug –

Von Inhaftierten für Inhaftierte

Seite 8

Kulturpunkt

Voller Energie –

der Mitarbeiter-Tag 2013

Seite 12

Mittelpunkt

Hertha BSC –

Ein Herz für das Johannes-Hospiz

Seite 14


2 • Editorial •

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es darf getanzt und gerannt, gewalkt

und gerollt werden. Die kommenden

Monate April und Mai stehen unter

dem Motto Begegnung und Bewegung.

Im April sind alle Kolleginnen und

Kollegen herzlich zur großen Feier

für Mitarbeitende des Unternehmensverbundes

Johannesstift eingeladen.

Knapp 4000 Einladungen haben

dazu im vergangenen Monat unsere

Schreibtische im Referat Kommunikation

verlassen. Jeden Tag sind Fax

und Postfach mit neuen Anmeldungen

gefüllt.

Wir freuen uns sehr über jede

Rückmeldung und am meisten natürlich

über jede Antwort mit dem Kreuz

bei „Ich nehme teil“. Bis Mitte April

werden wir alle Bändchen als Zeichen

der Anmeldung verschickt haben. Und

dann darf gefeiert werden!

Der Run of Spirit – ein internationales

Laufevent?

Aus Kenia, Israel und Polen kommen

die Gäste des Run of Spirit mit der

weitesten Anreise. Auch die Gäste aus

Deutschland kommen mittlerweile aus

fünf Bundesländern. Die älteste derzeit

angemeldete Teilnehmerin ist 90 Jahre

alt! Das zeigt: Am 20. Mai wird es viele

Höhepunkte geben – sportliche und

emotionale. Sind Sie schon angemeldet?

Machen Sie mit!

Die Distanzen von 400 m bis 10

km sowie die Teamstaffel bieten für

Jede und Jeden eine Möglichkeit, den

inneren Schweinehund zu überwinden.

Und wenn Sie sich nicht auf die

Strecke wagen wollen, seien Sie dabei

und feuern Sie die Sportlerinnen und

Sportler an. Seien Sie der Motor für

Höchstleistungen.

Für Kinder gibt es ein Rahmenprogramm

mit Spiel und Spaß und

natürlich ist auch für das leibliche

Wohl gesorgt.

Anmeldungen sind unter www.runof-spirit.de

möglich. Die Broschüren

zum Lauf mit Anmeldeformular liegen

an verschiedenen Stellen auf dem

Stiftsgelände aus oder können direkt

im Referat Kommunikation angefordert

werden.

Bitte unterstützen Sie diesen

besonderen Lauf des Johannesstifts auf

oder an der Strecke oder durch Werbung.

Erzählen Sie von diesem Lauf,

geben Sie Broschüren, Flyer, Plakate

weiter an Freundinnen und Freunde,

Sportvereine, Kirchengemeinden.

Melden Sie sich einfach per Mail oder

Telefon bei mir, dann schicken wir

Ihnen gerne die Materialien zu.

Herzlichen Dank!

Ihr

Tobias Kley

tobias.kley@evangelischesjohannesstift.de

Tel 030 · 336 09 - 323

Fotos: Thomas Sommerfeld, Clemens Grützmann


• rubrikentitel • inhalt •

3

Inhalt

Impressum

Das Magazin mittelpunkte

erscheint im Auftrag des

Vorstands des Evangelischen

Johannesstifts alle zwei

Monate.

Auflage: 1.600 Hefte

Redaktion:

Tobias Kley,

Diana Richter

Postanschrift:

Evangelisches Johannesstift

Referat Kommunikation

Schönwalder Allee 26 | 12

13587 Berlin

Satz und Layout:

Anke Dillinger

Druck:

Druckerei Eppler

und Buntdruck, Berlin

Gedruckt auf Umweltpapier

mit dem Blauen Engel

So erreichen uns

Ihre Ideen und Hinweise

Per E-Mail:

tobias.kley@

evangelisches-johannesstift.de

Per Post:

Evangelisches Johannesstift

Referat Kommunikation

Schönwalder Allee 26 | 12

13587 Berlin

Per Fax: 030 · 336 09 - 506

Per Telefon: 030 · 336 09 - 323

Editorial

Der springende Punkt

4 Vorwort

5 Notizen aus dem Vorstand

Auf den Punkt

6 Der Mensch: Nicht mehr jenseits von Gut und Böse

Warum es zum Wesen des Menschseins gehört,

sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

Standpunkte

8 200 Computer für den tunesischen Strafvollzug –

Von Inhaftierten für Inhaftierte

10 Evangelisches Johannesstift für Umweltschutz

ausgezeichnet

Kulturpunkte

12 Voller Energie – der Mitarbeiter-Tag 2013

Mittelpunkte

14 Hertha BSC – Ein Herz für das Johannes-Hospiz

16 „Beim Malen existieren für mich keine Grenzen.“

Lebenspunkte

18 Verabschiedung von Pfarrer Christian Witting

Punktum

19 Herzlich willkommen!

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

20 Informationen der Fortbildung

21 Die Schwestern- und Brüderschaft lädt ein

Stichpunkte

22 Notizen aus dem Unternehmensverbund

Titelfotos: Diana Richter, Alexander Krause


4 • der springende punkt •

Liebe Leserinnen und Leser,

Stiftsvorsteher

Pfarrer Martin von Essen

Kaufmännischer Vorstand

Andreas Arentzen

wieviel brauchen Sie eigentlich? Wieviel Erholung, wieviel

Arbeit? Wieviel Einkommen, wieviel zum Spenden? Wieviel

Glück, wieviel Traurigkeit? Wieviel Erfolg, wieviele Niederlagen?

Wieviel brauchen Sie? Fast zwangsläufig schließt sich

an die Frage nach dem „Wieviel“ die Frage: „Bekommen Sie

das auch?“ Bekommen Sie, was Sie brauchen? Nehmen Sie

sich, was Sie brauchen?

Das evangelische Großereignis dieses Frühjahres – der

Kirchentag in Hamburg – und die Bibel machen aus dieser

Frage eine Aufforderung. Unter

dem Titel „Soviel du brauchst“

erinnern sie an eine Aufforderung

Gottes. Der Vers ist dem

2. Buch Mose entnommen, wo

im 16. Kapitel beschrieben wird, wie das Volk Israel 40

Jahre durch die Wüste wandern muss und nichts zu Essen

findet. Wie könnte man auch, mitten in der Wüste. Kurz

vor dem Verhungern aber geschieht das Wunder. Gott lässt

ihnen jeden Tag Essen zukommen. Die Frauen und Männer

finden Wachteln und Brot und sammeln es in Krügen. Gott

sichert ihnen diese Versorgung zu und bindet daran eine

Bedingung: Jede und jeder solle täglich nur soviel sammeln,

wie sie oder er zum Essen brauche, nicht mehr. Was zuviel

gesammelt wird, das verkommt.

Was brauchen wir für unsere Arbeit

und uns selbst und was ist zuviel?

Die Verantwortung gibt er damit jeder und jedem Einzelnen.

Kläre für dich was du brauchst und nimm es dir, aber

nicht mehr. Nicht Gott entscheidet, wieviel wir brauchen,

sondern er überlässt es uns, unseren wirklichen Bedürfnissen.

„Selbstbestimmung“ heißt das heute und übertragen

auf unser diakonisches Engagement: Die Klienten bestimmen

was sie brauchen. Auch auf die Gefahr hin, dass manches

nicht gelingt, dass nach unseren Maßstäben manches

unvernünftig ist, auf die Gefahr hin, dass wir das Scheitern

voraussehen: Wenn schon Gott

selbst nicht für seine Geschöpfe

entscheidet, was würden wir

uns dann anmaßen?

Vielleicht ist es auch für das

Evangelische Johannesstift als Ganzes gut, dass es durch

den Kirchentag bzw. diesen Bibelvers daran erinnert wird,

sich selbst zu prüfen. Was brauchen wir für unsere Arbeit

und uns selbst und was ist zuviel? Was verdirbt in unseren

Händen, weil wir es nicht nutzen können? Lassen Sie uns

darüber ins Gespräch kommen, was Sie und was wir wirklich

brauchen.

Bleiben sie behütet,

Ihre

Foto: Karin Baumann

Pfarrer Martin von Essen

Stiftsvorsteher

Andreas Arentzen

Kaufmännischer Vorstand


• der springende punkt •

5

Notizen aus dem Vorstand

Am 16. März 2013 durften wir in einem großen

Gottesdienst in der Stiftskirche den Leiter unseres

Wichernkollegs Pfarrer Christian Witting in den

Ruhestand verabschieden. Christian Witting hat

über 19 Jahre die Ausbildung der Diakoninnen und

Diakone des Evangelischen Johannesstifts geleitet

und theologisch wie auch pädagogisch weiterqualifiziert.

Sein Humor, seine bildreiche und unmittelbare

Theologie und vor allem seine große Sympathie

für Studierende haben Generationen geprägt. Wir

danken ihm für sein Engagement und wünschen

ihm einen gesegneten Ruhestand bzw. ein weiterhin

segensreiches Wirken für andere.

Mit dem 1. April wird Pfarrer Dr. Klein die Nachfolge

als Leiter des Wichernkollegs antreten. Im

Gottesdienst am 12. Mai wird er in der Stiftskirche in

diese Aufgabe eingeführt und wir laden Sie herzlich

ein dabeizusein.

Im Evangelischen Geriatriezentrum Berlin begrüßen

wir herzlich den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

Prof. Dr. Manfred Erhardt. In den Verhandlungen

mit der Charité um einen neuen Kooperationsvertrag

hatten wir uns gemeinsam darauf verständigt,

zukünftig den Aufsichtsrat paritätisch zu besetzen

und den Vorsitz einer unabhängigen Person

zu übertragen. Mit dem ehemaligen Senator für

Wissenschaft und Forschung haben wir jemanden

gewonnen, der bei der Charité und dem Evangelischen

Johannesstift hohe Anerkennung genießt. Wir

freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Aus dem Kuratorium können wir berichten, dass es

die Freigabe für den Neu- bzw. Umbau des Wichernkrankenhauses

genehmigt hat, die bis 2016

fertiggestellt sein sollen. Außerdem wird es in der

Schönwalder Allee 26 demnächst ein Blockheizkraftwerk

geben, um unsere CO2-Bilanz, die sich in den

letzten Jahren durch vielfältige Maßnahmen deutlich

verbessert hat, weiter zu optimieren und Energiekosten

zu sparen.

Schließlich haben wir die Freude, Sie in diesem

Frühjahr zu den vielfältigen Veranstaltungen in die

Schönwalder Allee einzuladen.

Am 26. April laden wir Sie zur Mitarbeiterinnenund

Mitarbeiterparty ein.

Sie beginnt um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in

der Stiftskirche, bei dem unsere neue Kuratoriumsvorsitzende

Frau Generalsuperintendentin Pfarrerin

Ulrike Trautwein die Predigt halten wird. Außerdem

wird in diesem Gottesdienst allen, die ein 25-jähriges

Dienstjubiläum in der Diakonie feiern, das Goldene

Kronenkreuz verliehen. Im Anschluss sind Sie alle

zu Musik und Tanz, Essen und Trinken, Rätseln und

Gewinnen eingeladen.

Zu Christi Himmelfahrt (9. Mai) beginnt der

diesjährige Schwestern- und Brüdertag, zu dem

Sie herzlich eingeladen sind.

Er steht unter dem Titel „Meine Gemeinschaft –

unsere Gemeinschaft. Erinnerungen, Visionen,

Veränderung“. In Workshops, Diskussionen, Gottesdiensten

u. a. wird versucht, Verbindungen zwischen

der Vergangenheit und der Zukunft diakonischer

Wirksamkeit zu zeigen.

Zu Pfingsten gilt es beim 5. Run of Spirit

die Beine in die Hand zu nehmen oder

die Laufenden zu unterstützen.

Wir laden Sie herzlich ein, sich für den Pfingstmontag

für eine Startnummer anzumelden und mitzulaufen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn Sie nicht

als Erste oder Erster die Ziellinie erreichen. Wir

beginnen um 9.30 Uhr mit einem kleinen Gottesdienst.

Ein besonderes Highlight wird am Samstag

vor Pfingsten (18. Mai) die Präsentation des Films

„Gold – Du kannst mehr als Du glaubst“ in unserem

Festsaal sein. Der Film handelt von drei Menschen

mit Behinderungen, die für die Paralympics 2012

in London trainierten und dort Erfolg hatten. Der

Olympiasieger Henry Wanyoike ist einer dieser drei

und er wird auch in diesem Jahr bei unserem Run of

Spirit mitlaufen.


6 • auf den punkt •

Der Mensch:

Nicht mehr jenseits

von Gut und Böse

Warum es zum Wesen des Menschseins gehört,

sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

Pfarrer Martin Stoelzel-Rhoden

Foto: wikipedia

So war es schon im Paradies. Alles war gut, paradiesisch gut.

Alles war im Garten erlaubt, nur nicht, von diesen Bäumen

zu essen. Dem Baum der Erkenntnis und des Lebens.

Damit hatte Gott Adam und Eva von Anfang an in die

Situation gestellt, sich zu entscheiden: Entweder der Verlockung

nachzugeben oder dem Gebot Gottes zu gehorchen.

Geht man davon aus, dass Gott sicher wusste, wie der

Mensch sich verhalten würde, kann man zu dem Schluss

kommen, dass Gott genau wusste, was passieren würde;

dass sie natürlich von dem verlockenden Baum aßen. Aber

vielleicht war es ihm wichtiger, dass der Mensch sich frei

entscheidet. Hätte Gott diese Bäume an einen anderen Ort

gestellt, hätte es vielleicht keinen Sündenfall gegeben. Dann

aber hätte sich der Mensch auch nicht frei zum Gehorsam

und für Gott entscheiden

können.

Diese Erwartung Gottes

von dem Menschen, sich

zu entscheiden, finden wir

immer wieder, wenn wir die

Bibel durchgehen, sowohl im

Alten wie im Neuen Testament. Wir lesen im 5. Buch Mose:

Siehe, spricht Gott, ich habe vor dich gelegt den Weg des

Segens und des Fluches, auf das du den Segen erwählst.

Oder im Neuen Testament: Es gibt einen schmalen Weg

und einen breiten Weg. Einen in die Hölle und einen in den

Himmel.

Immer wieder hat der Mensch die Qual der Wahl: Er hat

nun einmal vom Baum der Erkenntnis genascht und nun hat

er die Erkenntnis erhalten: „Wer einmal leckt, der weiß wie’s

schmeckt.“ Das sagt die erfahrungsbezogene Weisheit des

Der Mensch ist zwar aus dem

Paradies vertrieben. Aber damit

haben sich ja auch ungeheure Entwicklungsmöglichkeiten

aufgetan.

Volksmunds. Der Mensch hat der Verlockung nachgegeben,

die Gott ihm in die Mitte des Gartens vor die Nase und

somit vor den Mund setzte, und der Mensch aß.

Aber damit ist nicht nur etwas verloren gegangen, sondern

auch etwas gewonnen: Der Mensch ist zwar aus dem

Paradies vertrieben. Aber damit haben sich ja auch ungeheure

Entwicklungsmöglichkeiten aufgetan. Dorothee Sölle

hat die Vertreibung aus dem Paradies mit der Austreibung

des Babys aus dem Mutterleib verglichen. Im paradiesischen

Mutterleib war ihm alles abgenommen, Atmung und

Nahrung.

Nun darf und muss sich der Mensch entwickeln. Er darf

Zukunft gestalten. Wenn schon alles paradiesisch wäre,

brauchte er das nicht. So genommen gäbe es keinen Reiz

für Zukunft. Mühe und Arbeit

bedeutet das „nachparadiesische

Leben“, aber auch Herausforderung

und Befriedigung. Und

selbstverständlich sind immer

wieder Entscheidungen gefordert,

die Auswirkungen auf die

Zukunft haben. Mit unseren Entscheidungen gestalten wir

Zukunft.

Darum sei darauf hingewiesen, dass einige Interpreten

der Schöpfungsberichte es nicht für die Sünde des Adams

halten, dass er sich von Eva hat verlocken und verführen

lassen, die Frucht zu essen. Vielmehr ist es ihm zur Last zu

legen, dass er zu seiner Entscheidung, von der Frucht zu

essen, nicht gestanden hat. Vielmehr hat er die Schuld für

seine Entscheidung Eva in die Schuhe geschoben. Diese hat

wiederum die Schlange verantwortlich gemacht; ein Verhal-


• auf den punkt •

7

Es ist eingetroffen,

was die Schlange voraus gesagt hat.

ten, das sich bis heute größter Beliebtheit erfreut. „So ist der

Mensch“, sagt der biblische Schöpfungsbericht. Dabei ist

womöglich der Schlange Unrecht getan worden. Bei genauer

Betrachtung hat die Schlange nicht einmal gelogen. Als

sie versprach, der Mensch werde gut und Böse unterscheiden

können, hat sie Recht behalten. Er werde am Verzehr

der Frucht auch nicht sterben, war insofern auch richtig,

dass zumindest der Verzehr der Frucht und des Menschen

Sterblichkeit nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang

steht. So ist eingetroffen, was die Schlange voraus gesagt hat.

Es scheint, dass Gott es mit seiner Platzierung des Baumes

vor der Nase des Menschen darum geht, den Menschen

in die Entscheidungssituation zu stellen, auch um ihn zu

fordern, zu seiner Entscheidung zu stehen. So können wir

es in allen biblischen Zeugnissen nachlesen, wo es um die

Umkehr und Buße des Menschen geht.

Im Himmel ist mehr Freude über einen, der Umkehr tut, als

über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. (Lukas 15,7) Es

scheint, dass Gott sich mehr über die Sünder freut, als über

die Gerechten. Analog dazu würde der allgemein etwas philosophisch

klingende Satz passend klingen: Erst durch die

Existenz des Bösen kann es auch das Gute geben. Gehorsam

kann es nur geben, wenn auch der Widerspruch und die

Verweigerung, also Ungehorsam, möglich ist. Denn – wie

gesagt – jedes Ding auf dieser Welt ist durch sein Gegenteil

bestimmt. Aber eben gerade darum ist der Mensch niemals

entlassen, sich zu entscheiden. Die Erkenntnis, was gut ist

und was schlecht oder böse ist, hat er von alters her. Jedoch

liegt sein Problem darin, das als längst gut erkannte auch zu

tun. Der Herzkranke weiß sehr genau, dass jede Zigarette

für ihn schädlich ist. Dennoch raucht manch einer weiter.

Ebenso weiß die Menschheit seit geraumer Zeit, dass

die Geschwindigkeit der Klimaerwärmung existentielle

Folgen nicht nur für die ökologische Balance hat, sondern

für den Menschen direkt haben wird und bereits hat. Die

Gemeinschaft der Menschen reagiert nicht anders als das

Individuum. Sie findet Gründe, warum sie sich für das Böse

entscheidet.

Bei Adam war der Grund seines Ungehorsams Eva, bei

Eva die Schlange. Wie nennen wir heute die Schlangen,

denen wir den Grund für unsere scheinbar nicht freien

Entscheidungen für die Zukunft zuschieben? Nennen wir

sie heute Sachzwänge? Oder sind wir so mutig und sagen:

Unsere Zukunft ist von unserer Hand gestaltbar und nicht

allein eine Reaktion auf Abhängigkeiten. Wir entscheiden

und setzen Prioritäten. Der Mensch, der Adam unserer Zeit,

ist wie der Adam des Anfangs. Er steht nicht zu seiner Entscheidung.

Darin besteht seine eigentliche Schuld. Nicht,

dass er sich verlocken lässt und der Verlockung erliegt.

Viele Verlockungen sind eben größer als die Kraft, ihnen zu

widerstehen. Auch das lehrt uns die biblische Urgeschichte

im Kern.

Aber mit dem Leugnen, seine eigene freie Entscheidung

gefällt zu haben, leugnet der Mensch gleichzeitig, ein

Gegenüber Gottes zu sein, oder biblisch ausgedrückt: „Gott

zum Ebenbild geschaffen“ zu sein. Er leugnet damit einen

Teil des Wesens seines Menschseins und damit verleugnet

er auch einen Teil seiner Würde.

Vielleicht können wir dies in der Diakonie anders tun –

in dem Wissen, dass wir Menschen als Gegenüber Gottes

geschaffen sind, berufen zu selbstverantworteten Entscheidungen.


8 • standpunkte •

v.l.n.r.: Matthias Blümel, Leiter der Justizvollzugsanstalten für Frauen in Berlin; Jacqueline Hennig, Projektleiterin ECO-PC Die Wille;

Uwe Kehl, Werkstattleiter Die Wille; Corinna Bold, Geschäftsführerin Die Wille; Elyes Ghariani, Botschafter der Tunesischen Republik;

Patrick Schneider, Projektleiter Nordafrika der IRZ Stiftung

200 Computer für den

tunesischen Strafvollzug

Von Inhaftierten für Inhaftierte

Diana Richter, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fotos: Diana Richter

Das ECO-PC-Projekt von „Die Wille“ und die Berliner

JVA für Frauen in der Arkonastraße haben es möglich

gemacht, dass 200 Computer und 95 Drucker in den

tunesischen Strafvollzug geschickt werden konnten. Mit

Unterstützung der tunesischen

Botschaft wurde der Transport

organisiert. Ziel ist es, mit den

Computern Bildungsprojekte

in Strafvollzugsanstalten in

Tunesien umzusetzen. Matthias

Blümel, Leiter der Justizvollzugsanstalten

für Frauen in Berlin, hat während eines

beruflichen Aufenthaltes in Tunesien mehrere tunesische

Strafvollzugsanstalten besucht und den hohen Bedarf an

Mitteln u.a. für Bildung gesehen. Auf seine Initiative sowie

Ziel ist es, mit den Computern

Bildungsprojekte in Strafvollzugsanstalten

in Tunesien umzusetzen.

durch intensive Zusammenarbeit mit dem Projekt ECO-PC

und durch Unterstützung der Deutschen Stiftung für Internationale

Rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ Stiftung)

konnte die Spende auf den Weg gebracht werden.

Bei der symbolischen Übergabe,

die am 13.03.2013 in der

JVA für Frauen in der Arkonastraße

stattfand, bedankte sich

der Botschafter von Tunesien,

Elyes Ghariani, für die Spende.

Patrick Schneider, Projektleiter

für Nordafrika der IRZ Stiftung, betonte, dass dies ein

Anfang sei, wichtige Reformen im tunesischen Strafvollzug

umzusetzen.


• standpunkte •

9

ECO-PC

Computerrecycling und Qualifizierung –

ökonomisch, ökologisch, sozial

Seit 10 Jahren wird ECO-PC in Berliner und Brandenburger

Justizvollzugsanstalten umgesetzt. Gebrauchte

gespendete Computer von Firmen und öffentlichen Verwaltungen

werden für den Einsatz in Schulen und anderen

gemeinwohlorientierten Organisationen auf- und

umgerüstet. Nicht funktionstüchtige Computersysteme

werden demontiert und kontrolliert entsorgt.

Die Inhaftierten lernen, moderne Kommunikationsmedien

anzuwenden, sie erhalten eine berufsbezogene

Qualifizierung in der Informations- und Umwelttechnik,

Basiswissen und Schlüsselqualifikationen der

Inhaftierten werden gefördert.

Berufliche Handlungskompetenz entsteht in realitätsnahen

Arbeitssituationen in der ECO PC Werkstatt.

Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer

übernehmen Verantwortung für Arbeitsprozesse und

-abläufe. Der Bedarf an Computern in Schulen und gemeinnützigen

Einrichtungen ist weiterhin groß. Deren

Finanzmittel sind knapp. Damit das Projekt ECO-PC

weiterbestehen kann und Computer, wie hier nach Tunesien,

gespendet werden können, ist Die Wille dringend

darauf angewiesen, dass ausrangierte Computer,

Computerzubehör und Ersatzteile gespendet werden.

Kontakt:

Die Wille gGmbH / Jacqueline Hennig

Tel. 030 · 264 762 - 0

jacqueline.hennig@diewille.de, www.diewille.de

Ohne das Projekt ECO-PC von Die Wille wäre diese

Spende nicht möglich gewesen. Das Projekt wird seit über

10 Jahren in Berliner und Brandenburger Justizvollzugsanstalten

umgesetzt. In der JVA in der Arkonastraße gibt es 12

Plätze innerhalb des Projektes. „Die Inhaftierten arbeiten

hier von 7 bis 15 Uhr“, berichtet Werkstattleiter Uwe Kehl

von Die Wille. Die Inhaftierten lernen, moderne Kommunikationsmedien

anzuwenden, sie erhalten eine berufsbezogene

Qualifizierung in der Informations- und Umwelttechnik,

Basiswissen und Schlüsselqualifikationen der Inhaftierten

werden gefördert. Eine Inhaftierte arbeitet seit Oktober

vergangenen Jahres in der PC-Werkstatt: „Die Arbeit hier

macht sehr viel Spaß und deswegen bin ich immer eine der

Letzten, die gehen, wenn Dienstschluss ist. Es ist toll, hier

eine Möglichkeit zu bekommen, mehr über Computer zu

lernen. In den vergangenen Monaten habe ich bereits viel

gelernt.“

Kooperationspartner sind die Tunesische Botschaft,

Botschafter Elyes Ghariani sowie die Deutsche Stiftung

für Internationale Rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ

Stiftung).

Die Wille gGmbH verfügt über langjährige Erfahrungen

als diakonischer Bildungs- und Beschäftigungsträger.

Das Unternehmen entwickelt Projekte zur Unterstützung

junger Menschen und Erwachsener bei der Verbesserung

ihrer individuellen Berufschancen und Lebensperspektiven.

Als interreligiös und interkulturell arbeitende Einrichtung

orientiert sie sich am christlichen Menschenbild und steht

in der Tradition sozialer Verantwortung.

Eco-PC braucht weitere Computerspenden, um sie aufzuarbeiten

und an Bedürftige weitergeben zu können.


10 • standpunkte •

Evangelisches Johannesstift

für Umweltschutz ausgezeichnet

Sargon Lang (Umweltmanagementbeauftragter),

Referat Projektmanagement

Registrierungsurkunde

Berlin, den 25. Januar 2013

Evangelisches Johannesstift

(SbR)

Schönwalder Allee 26

13587 Berlin

Register-Nr. DE-107-00138

Ersteintragung am

25. Januar 2013

Diese Urkunde ist gültig bis

25. September 2015

Dr. Eric Schweitzer

Präsident

Jan Eder

Hauptgeschäftsführer

Diese Organisation wendet zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung ein Umweltmanagementsystem nach der

Verordnung (EG) 1221/2009 und DIN EN ISO 14001 an, veröffentlicht regelmäßig eine Umwelterklärung, lässt das Umweltmanagementsystem

und die Umwelterklärung von einem zugelassenen, unabhängigen Umweltgutachter begutachten, ist

eingetragen im EMAS-Register und deshalb berechtigt das EMAS-Zeichen zu verwenden.

Mit der Urkunde über

die Eintragung ins

EMAS-Register hat

die Industrie- und

Handelskammer

Berlin das Evangelische

Johannesstift

SbR zum Jahresbeginn

für seinen betrieblichen

Umweltschutz

ausgezeichnet. Zuvor

waren die Stiftung und

das Diakonische Bildungszentrum

durch

einen Umweltgutachter

validiert worden.

Mit einem umfangreichen Umweltprogramm sollen in den

kommenden Jahren umweltschädigende Auswirkungen so

weit wie möglich vermieden und die Umweltleistung weiter

gesteigert werden.

Ein Jahr lang hat das Evangelische Johannesstift SbR auf

die Validierung hingearbeitet. Zunächst hatte der Vorstand

im Herbst 2011 mit seiner Umweltpolitik den Startschuss

für das Projekt gegeben. Die Umweltpolitik enthält das

„Bekenntnis zur Verantwortung für die Schöpfung und zum

nachhaltigen Handeln“. Dazu gehören der sorgsame Um-

gang mit knappen Umweltressourcen, wie z.B. Energie und

Papier, sowie die Vermeidung von Abfällen und die Reduktion

von CO₂-Emissionen.

In einer ersten Umweltprüfung wurden die Defizite

und Verbesserungspotentiale beim Energieverbrauch, der

Materialwirtschaft und dem Verkehrsaufkommen erfasst

und dokumentiert. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

entwickelten daraufhin konkrete Maßnahmen, mit

denen man während der Arbeit etwas Gutes für die Umwelt

tun kann. Neben größeren Investitionen, wie z.B. für eine

effizientere Wärmesteuerung zur Senkung von Heizkosten,

sind es häufig einfache Dinge, die nicht viel kosten und eine

große Wirkung haben können:

• Entfernung der Verbauung von Heizkörpern

zur wirksamen Wärmenutzung

• Einsatz von umweltverträglicheren Reinigungsmitteln

• Erhöhung des Altpapieranteils am Papieraufkommen

• Verringerung des Papierverbrauchs durch beidseitiges

Bedrucken (Duplex)

• Kurs zum spritsparenden Autofahren

• Dienstreisen mit der Bahn anstatt mit dem Auto

um nur einige der insgesamt 60 Maßnahmen zu nennen,

die im Umweltprogramm aufgeschrieben sind.


• standpunkte •

11

Verantwortung

für die Schöpfung wahrnehmen

und nachhaltig handeln

Wir achten die Schöpfung und setzen uns für sie ein.

Wir gehen mit den uns anvertrauten Mitteln

und Ressourcen verantwortlich und achtsam um.

Unser Handeln ist von Nachhaltigkeit geprägt.

Wir schaffen gesunde Lebensbedingungen für alle, die

durch das Evangelische Johannesstift begleitet, betreut,

gefördert und aus gebildet werden,

sowie in den Einrichtungen leben oder arbeiten.

Wir denken vernetzt und suchen Partner, um gemeinsam

eine menschliche Zukunft zu gestalten.

Aus dem Leitbild des Evangelischen Johannesstifts

Umweltprogramm mit 60 Maßnahmen

Mit der Validierung ist schon viel erreicht worden: Das

Bewusstsein der Mitarbeitenden für Umweltschutz am

Arbeitsplatz wurde geschärft. Die eigentliche Arbeit beginnt

jedoch erst jetzt mit der Umsetzung der zahlreichen Umweltmaßnahmen.

Die wichtigsten Informationen zum betrieblichen

Umweltschutz einschließlich Umweltpolitik und Umweltprogramm

sind in der Umwelterklärung zusammengefasst.

Unter diesem Link steht sie als Download bereit:

www.evangelisches-johannesstift.de/stiftung/emas-zertifizierung.

Das Umweltprogramm beinhaltet 60 Einzelmaßnahmen.

Einen Teil dieser Maßnahmen setzen wir in der Woche nach

Ostern um. Hierzu gehören u.a.: Umstellung auf Duplex-

Druck, zentraler Einkauf von nachhaltigem Papier, Aktionen

zur Mülltrennung, stomsparendes Beleuchtungskonzept

im Amanda-Wichern-Haus.

Über EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein von

der Europäischen Union entwickeltes Instrument für

betrieblichen Umweltschutz. Es wird von Organisationen

angewendet, die freiwillig mehr für den Umweltschutz tun

möchten, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Organisationen,

die kontinuierlich ihre Umweltleistung verbessern, können

dies durch einen unabhängigen Umweltgutachter überprüfen

lassen und anschließend das EMAS-Zertifikat erhalten.

Sargon Lang

Referatsleiter Projektmanagement

und Umweltmanagementbeauftragter

Amanda-Wichern-Haus

Schönwalder Allee 26/12

D-13587 Berlin

Tel. 030 · 336 09 - 253

sargon.lang@

evangelisches-johannesstift.de

Ein derart umfangreiches Umweltmanagement nach EMAS haben derzeit nur das Hotel, die Stiftung und das

Diakonische Bildungszentrum. Die Erfahrungen aus diesen Projekten werden ausgewertet.


12

• Kulturpunkte •

1

Das Playback Theater Berlin sorgte für den „theatralischen“ Abschluss des Tages.

Voller Energie –

der Mitarbeiter-Tag 2013

4

Fotos: Alexander Krausr

Annette Kotnik, Referat Fortbildung

Die Sonne lacht wunderbar vom Himmel – einer der ersten

schönen Tage in diesem Jahr – es ist Mitarbeitertag. Passend

zum Motto „Wir sind Energie: Gemeinsam in die Zukunft

Johannesstift“, ist schon das Wetter energiespendend.

Wie es gute Tradition ist, beginnt der Tag mit einer Andacht.

Danach stimmt ein Cabaret auf das Thema ein.

Professor Dr. Martin Sauer,

„Schöner Tag! Interessante

Gespräche – gutes Essen! –

viel Kreatives – nette Leute“

Rektor der Fachhochschule der

Diakonie in Bielefeld, hielt einen

Impulsvortrag zu Vergangenheit

und Zukunft der Diakonie. Wie

lässt sich die Arbeit angesichts

härter werdender Bedingungen

für alle Beteiligten angemessen gestalten? Was müsste auf

politischer Ebene getan werden? Die Äußerungen wurden

von den ungefähr 170 Teilnehmenden kritisch reflektiert.

Institutionelle und individuelle Zukunftsthemen konnten

in 9 verschiedenen Workshops vertieft werden, von „Wie

kommt das Neue ins Johannesstift?“ bis zu „Interkulturelle

Kompetenz gestaltet Zukunft.“

Bei einem reichhaltigen Buffet konnten in der Mittagszeit

Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte geknüpft oder vertieft

und die Themen weiter entfaltet werden. Kolleginnen und

Kollegen aus der Altenhilfe, dem Krankenhaus, der Behindertenhilfe,

der Jugendhilfe, der Stiftung und der Service

GmbH hatten Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu

kommen, was auch gut genutzt wurde.

Das Playback Theater Berlin setzte in der Abschlussveranstaltung

die Impulse der Teilnehmenden

aus den Arbeitsgruppen und den

Erfahrungen des Tages in kleine, kreative

Szenarien um. Das war inspirierend und

spiegelte pointiert das Gesagte wieder.

Die Eindrücke zeigten auch die

Kommentare auf der Feedback-Wand:

„Wie immer eine Bereicherung für den Berufsalltag.

Bitte beibehalten!“

„Schöner Tag! Interessante Gespräche – gutes Essen! –

viel Kreatives – nette Leute.“

„Vielen Dank für den wunderschönen, gelungenen Mitarbeitertag.“


• Kulturpunkte •

13

2

3

5

6

1–2 Der Impulsvortrag von Professor Dr. Martin Sauer

zu Vergangenheit und Zukunft der Diakonie wurde

angeregt diskutiert.

3 Stiftsvorsteher Pfarrer Martin von Essen beginnt

den Tag traditionell mit einer Andacht.

4 Die Teilnehmer konnten zwischen neun Workshops wählen.

5–6 Die Workshops bieten die Möglichkeit, Erfahrungen

auszutauschen und Ideen anzubringen.

7 Zum reichhaltigen Mittagsbuffet gab es reichlich Zeit

zum Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern.

7


14

• Mittelpunkte •

Hertha BSC – ein Herz

für das Johannes-Hospiz

Christine Knop, Johannes-Hospiz

Foto: Martin Stoelzel-Rhoden

„Einmal noch in der Fankurve beim Hertha BSC Spiel

sitzen ist mein größter Wunsch!“ Ist doch kein Problem

sich eine Eintrittskarte zu kaufen, dachte ich mir, bevor ich

Christian K., 42 Jahre, kurz vor Weihnachten kennenlernte.

Als ich dann in meinem Beruf als Koordinatorin des ambulanten

Johannes Hospizes vor ihm saß, wusste ich sofort,

was er mir mit seinem Wunsch sagen wollte. Vor mir saß ein

sterbender junger Mann, dem die Zeit weglaufen würde,

wenn ich nicht sofort reagierte.

Seit Jahrzehnten ein großer Fan, verfolgt Christian

das Auf und Ab „seines“ Vereins Hertha BSC. Mit Hilfe

der persönlichen Kontakte unseres Vorsitzenden Martin

Stoelzel-Rhoden und der empathischen Reaktion von

Marco Wurzbacher, Gründer des ersten Internet-Portals

Hertha-Inside und Kandidat für das Präsidialamt, lagen bald

darauf zwischen Medikamenten, Morphium und anderen

Hilfsmitteln zwei Ehrenkarten für das Spiel Hertha BSC

Der Tod und das Sterben

spielten keine Rolle mehr

und wir waren alle vier

einfach nur glücklich.

gegen Union am 11. Februar 2013.

Mit Bedenken betrachteten wir

jeden Tag, der ihm bis zum 11. als Geschenk

gegeben wurde. Zu unsicher

war sein Gesundheitszustand. Einmal

verließ mich der Mut. Würden wir es

schaffen, in der Kälte des Februars

diese Aktion durchzuführen? Allein der Satz von Ehefrau

Birgit, die mit klaren Worten ausdrückte, was seine Augen

sagten – „Ich lebe für diesen Abend“ – wies mich in meine

Schranken. Viele Fragen: Was zieh ich bei dieser Kälte an?

Warum genieße ich nicht meinen Feierabend nach einem

langen Arbeitstag auf der Couch? Ob wir ohne Eintrittskarten

überhaupt ins Stadion eingelassen werden? Oder,

oder, oder. Heute, zwei Wochen nach „dem Ereignis“, weiß

ich, dass sich der Aufwand gelohnt hat und alles Ausreden

waren.

Letzter Check und Telefonat mit der Ärztin und Psychoonkologin

am Morgen des 11.2. Mit Bedarfsmedikamenten

und warm eingepackt könne das alles gut gehen. „Und

wenn er während des Fußballspieles verstirbt?“ „Dann wird

es für ihn in einer der erfülltesten Situationen seines Lebens

geschehen“, so die Psychologin. Selbst in warme Kleidung

gehüllt, klingelten wir am Abend an die Tür des Quellenhofes

bei der Wohngruppe vier, um uns einen Bus mit Laderampe

für einen Rollstuhl zu borgen. Die Kinder, die gerade

beim Abendessen waren, beneideten uns um die Karten und

wollten mit. Von der Behindertenhilfe wurden uns keine

Steine in den Weg gelegt, obwohl…. Wie bedient man eigentlich

eine Laderampe? Pünktlich um 19 Uhr holten wir,

Martin Stoelzel-Rhoden und ich, Christian und seine Frau

ab, die schon aufgeregt auf uns warteten.

Das Stadion, mit 75.000 Plätzen komplett ausverkauft,

bedeutete Menschenmassen und keine Parkplätze. Als ob

der liebe Gott seine Hände über unser kleines Grüppchen

Menschen gehalten hätte, wurden wir an den unzähligen

Polizeiautos vorbei zu einem Parkplatz direkt am Eingang

des Stadions geleitet.

Fans, jubelnd, in bester Stimmung, mit roten Wangen,

blauweiß geschmückt, nahmen uns für eine kurze Weile das

Schieben des Rollstuhls durch den Schnee ab: „Lassen Sie

uns mal machen.“ Auch standen sie Spalier, als sie sahen,

wie gezeichnet Christian K. durch seine schwere Krankheit

war. An den Kassen mussten wir nichts sagen, niemand

zwang uns zu Notlügen oder zu großen Erklärungen, die wir

uns zurecht gelegt hatten.

Nein, ich bin kein Fußballfan!!!

Die Stimmung und die Aufregung

nahmen uns in ihren Bann. Wir schoben

den Rollstuhl mit dem in viele

Decken eingepackten Christian auf

den für Rollstühle vorgesehenen Platz

oberhalb der Fankurve. Von hier aus

konnten wir das Spielfeld in seiner ganzen Größe übersehen.

Unter uns, rechts und links tobten die Fans, so dass es

uns kaum möglich war, unser eigenes Wort zu verstehen.

Christian weinte! Seine Frau weinte! Wir weinten! In diesem

geballten Freudentaumel standen vier Menschen und

weinten.

Hertha hat gegen Union 2:2 gespielt und wir haben mit

gefiebert. Kaum Ahnung von Fußball, haben wir uns mittragen

lassen und die Welt um uns herum vergessen. In den

Jubel, wenn ein Tor für Hertha, in die Klage, wenn ein Tor

für die Union gefallen war, machte es uns keine Mühe einzustimmen.

Der Tod und das Sterben spielten keine Rolle

mehr und wir waren alle vier einfach nur glücklich.

Am glücklichsten war Christian K., der zitternd vor

Kälte diesen Abend durchgestanden hat und auf dem Weg

nach Hause schon einmal angerufen hat, um einen heißen

Pfefferminztee zu bestellen.

Äußerlich durchgefroren, innerlich jedoch mit einer

bleibenden Wärme erfüllt, die noch heute spürbar ist, bin ich

jetzt und heute sicher, dass der liebe Gott „mitgespielt“ hat.

Christian K. wird mit jedem Tag schwächer.


• Mittelpunkte •

15

Das Johannes-Hospiz ist ein ambulanter

Hospizdienst.

Zu uns gehören Menschen aus unterschiedlichen

Erfahrungsbereichen, die für die Sterbebegleitung

geschult sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

tun diesen Dienst ehrenamtlich und kostenlos.

46 speziell für die Trauer- und Sterbebegleitung

geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter begleiten die Arbeit des ambulanten

Johannes-Hospiz‘. Mitarbeitende des Johannes-

Hospiz‘ besuchen die Klienten zu Hause, in einer

Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus. Aufgrund

der langjährigen Erfahrung und Expertise verfügt das

Johannes-Hospiz über Kooperationspartner im Palliativ

Netzwerk in Spandau und darüber hinaus.


16 • Lebenspunkte •

Nadine Poulain assistiert dem StiftART-Künstler Uwe Wegner.

„Beim Malen existieren

für mich keine Grenzen.“

Fotos: Alexander Krause

Diana Richter, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kompositionen und ein geplanter Bildaufbau interessieren

Uwe Wegner nicht. Der 29-jährige Berliner steht in seinem

weinroten Arbeitshemd mit seiner Assistentin Nadine Poulain

vor einer grundierten Leinwand. Sie fragt ihn, worauf er

heute Lust hat. Uwe Wegner überlegt und sagt: „Auf bunte

und helle Farben“.

Pinsel, Farbroller und diverse

Farben stehen neben ihm.

„Wie ist es mit blau oder vielleicht

rot?“, fragt Nadine Poulain.

„Blau ist gut und den Roller

bitte“, antwortet Uwe Wegner.

Er nimmt den mit blauer Farbe getränkten Roller, setzt

ihn behutsam auf die Leinwand und beginnt ihn zunächst

sanft hin und her zu bewegen.

„Jetzt denk mal ans Tanzen, an sich abwechselnde Bewegungen.

Wie fühlt sich das an?“

„Das Malen ist für mich

eine tolle Abwechslung zum Alltag,

der nicht wild und bunt und

irgendwie immer das Gleiche ist.“

Wegners Bewegungen mit dem Roller werden rhythmischer.

Er wechselt vom breiten zum schmalen Roller und von blau

zu schwarz. Die Leinwand gibt unter dem Druck seiner

Bewegungen nach. Er führt sein Malinstrument wie ein

Komponist seinen Taktstock von oben nach unten, lässt ihn

zur Mitte gleiten und schließlich nach links hüpfen.

Beim Malen kann Uwe Wegner seine Gefühle

ausdrücken:„Ich habe Spaß an

wilden Bewegungen und bunten

Farben. Auf der Leinwand

kann ich mich austoben, das ist

wie Sport, nur eben mit dem

Pinsel“, erzählt der Hobbymaler.

Seine Assistentin Nadine

Poulain nennt seine Art zu malen „Action-Painting“, in

der es keine festen Kompositionen gibt, sondern frei nach

Gefühl gemalt wird. In der es um Ausdruck geht.

Uwe Wegner lacht. „ Ja, das passt gut. Das Malen ist für

mich eine tolle Abwechslung zum Alltag, der nicht wild und

bunt und irgendwie immer das Gleiche ist.“


StiftART

Europäische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts inspiriert

die Künstlergruppe StiftART (Künstlergemeinschaft

des Johannesstifts von Menschen mit und ohne

Behinderung), gibt Impulse und wird neu interpretiert.

Marc Chagall, Franz Marc, Pablo Picasso, Ludwig Kirchner,

Salvador Dali, van Gogh standen Pate.

Am 5. Juni um 17 Uhr ist die Vernissage der

Ausstellung im Rathaus Spandau. Kunst ist grenzenlos.

Sie verbindet Kulturen und Länder. Sie verbindet

Menschen mit und ohne Behinderung. Sie spricht eine

gemeinsame Sprache und lässt Vorurteile hinter sich.

Unter der Leitung von Cristina Schäffer-Poulain

schufen die Künstlerinnen und Künstler des diesjährigen

Kunstkurses Arbeiten mit unterschiedlichen

Arbeitstechniken.

Seit vielen Jahren gehört das künstlerische Arbeiten

in anregender Atmosphäre zum festen Vernetzungsangebot

vom „SchwanterWeg“, einem Angebot

der Behindertenhilfe des Evangelischen Johannesstifts.

Cristina Schäffer-Poulain lehrt die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer künstlerische und handwerkliche

Techniken.

Seit der ersten Ausstellung 1997 im Evangelischen

Johannesstift sind die Arbeiten von StiftART in verschiedenen

Ausstellungen einem breiteren Publikum

zugänglich.

Vom Angebot SchwanterWeg werden Menschen

mit Behinderung in Wohngemeinschaften und im

Rahmen des Betreuten Einzelwohnens in ihren Wohnungen

betreut.

• Lebenspunkte • 17

Hier kommt Leidenschaft zum Ausdruck: Wilde, rhythmische

Bewegungen beim Malen bereiten Uwe Wegner große Freude.

Uwe Wegners visuelle Welt ist zweigeteilt. Sie ist zugleich

schwarz sowie hell und dunkel, aber eins ist seine Welt nie:

bunt. Denn Uwe Wegner ist blind und das von Geburt an.

Auf dem linken Auge kann er nichts sehen, auf dem rechten

hell und dunkel. „Als Kind habe ich gelernt, Farben zu

erkennen“.

Seit Oktober vergangenen Jahres geht er jeden Dienstag

in die Malgruppe StiftART. Mit 12 anderen Hobbymalern

malt Uwe Wegner Bilder für eine im Juni anstehende

Ausstellung, die im Rahmen der Berliner Stiftungswoche

stattfindet. Sie trägt den Namen: „Grenzenlos – Impulse

der Europäischen Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts

und schließt sich damit an das Thema der Stiftungswoche

„Europa sind WIR! ... und nun?“ an. Rund 80 Bilder sind

von Mitte Oktober bis Mitte März in dem kleinen Souterrainatelier

entstanden. Lebendige, bunte Motive, die an van

Gogh, Franz Marc, Pablo Picasso, Salvador Dali und andere

Expressionisten erinnern.

Die meisten Künstler bei StiftART haben sich von den

großen europäischen Meistern inspirieren lassen und diese auf

ihre eigene Art neu interpretiert. Das ist Uwe Wegner nicht

möglich. Denn er kann die Bilder nicht sehen. Das braucht er

auch gar nicht, da er eine andere Herangehensweise hat, bei

der seine Assistentin Nadine Poulain ihn unterstützt.

Ist Kunst grenzenlos? Für Uwe Wegner ist sie es: „Wenn

ich male, erlebe ich immer wieder etwas Neues, kann mich

ausprobieren, ohne dass mich irgendjemand in dem, was ich

male, einschränkt. Beim Malen existieren für mich keine Grenzen“.

Hier lässt er den Alltag hinter sich und kann frei sein.

Berliner Stiftungswoche

Vom 4. bis zum 14. Juni 2013 findet die Berliner

Stiftungswoche statt. Die beteiligten Stiftungen

öffnen ihre Türen, zeigen, was sie tun, stellen sich

den Fragen der Öffentlichkeit. Damit bereitet die

Berliner Stiftungswoche Stiftungen eine Bühne, um

ihre Projekte zu präsentieren.

2013 hat die Berliner Stiftungswoche wieder ein

Schwerpunktthema gewählt, auf das ein besonderes

Schlaglicht gerichtet wird. Unter dem Titel „Europa

sind WIR! ...und nun?“ werden alle Aktivitäten von

Stiftungen im Bereich Europa gebündelt. Entdecken

Sie Europa einmal fernab der Berichterstattung zur

Euro-Krise: kulturelle Projekte, Diskussionen zur

Zukunft der Jugend oder grenzüberschreitende Ausstellungen

– Europa ist überall, auch in der Welt der

Stiftungen.

Weitere Informationen unter:

www.berlinerstiftungswoche.eu


18

• Lebenspunkte •

Verabschiedung von

Pfarrer Christian Witting

Foto: Archiv

Lars Madel, Öffentlichkeitsarbeit Diakonisches Bldungszentrum

Am 16. März 2013 wurde Pfarrer Christian Witting in der

Stiftskirche des Evangelischen Johannesstifts im Rahmen

eines feierlichen Gottesdienstes von seinem Dienst entbunden

und in den Ruhestand verabschiedet.

Vielen als kreativer, gestalterischen Prozessen zugewandter

Mensch bekannt, der künstlerische Mittel auch

immer wieder in Verkündigung und Ausbildung einfließen

ließ, wurde Pfarrer Witting von der Gemeinde des Evangelischen

Johannesstifts mit selbstgefertigten Fensterbildern

zu biblischen Zitaten verabschiedet. Diese schmücken nun

vorübergehend auch die Fenster unserer Stiftskirche.

In Würdigung seiner Tätigkeit und seiner Verdienste

wurde ihm vom Stiftsvorsteher, Pfarrer Martin von Essen,

der „Stiftstaler in Gold“ verliehen. Im Anschluss an den

Gottesdienst würdigten Oberkonsistorialrat Dr. Christoph

Vogel im Namen der Landeskirche sowie Pfarrer Karsten

Dierks als Vertreter des Kirchenkreises Spandau und

Diakon Jens Schmitz in seiner Funktion als Ältester der

Schwestern- und Brüderschaft des Evangelischen Johannesstifts

Pfarrer Wittings Wirken.

Pfarrer Christian Witting nahm 1994 seine Tätigkeit für

das Evangelische Johannesstift auf. Er wurde mit der Ausbildungsleitung

für das Wichern-Kolleg, unserer Ausbildungsstätte

für Diakoninnen und Diakone, betraut. Dies ergänzend

begleitete er auch die Gemeinde des Johannesstiftes in

Gottesdiensten und im Konfirmandenunterricht.

Neuer Ausbildungsleiter am Wichern-Kolleg wird Pfarrer

Dr. Thorsten Klein, welcher bereits seit mehreren Jahren

dort unterrichtet. Er wird zum 1. April 2013 die Tätigkeit als

Ausbildungsleiter übernehmen.

Die Gemeinde, unter ihnen auch langjährige Weggefährten,

Kollegen und Kolleginnen, sowie Studierende und

Ehemalige nutzten den sich an den Gottesdienst anschließenden

Empfang, um sich persönlich von Pfarrer Witting zu

verabschieden, zu danken und ihm Segenswünsche mit auf

den Weg zu geben.


• punktum • 19

Altenhilfe:

Vedat Aygau

Ann-Kristin Becker

Michaela Behnke

Hathim Bressel

Anke Fischer

Tomasz Florczak

Bettina Gazioch

Martina Geiersbach

Heike Gillmann

Gabriela Holden

Rafi Houssam

Renate Khan

Andreas Klasser

Nadine Krause

Anja Mäurer

Christiane Rabatzek

Marcus Rieger

Ani Schiffner

Silvia Spattels

Kathrin Streidt

Adriana Surugin

Ann-Kathrin Tegenkamp

Renate Thal

Berit Watermann

Judith Wendt

Franziska Weniger

Danick Wollte

Behindertenhilfe:

Max Berger

Corinna Helke

Sebastian Lutz

Imke Nagel

Janina Perrakis

Karina Pietrzyk

Lisa Schneider

Christiana Schulze

Diakonisches Bildungszentrum:

Friedrich Gau

EGZB:

Marlen Blyszez

Jugendhilfe:

Stefanie Hirschauer

Petra Pipenhagen

Heike Russo

Daniel Sydow

Service:

Emira Halili

Susanne Lippold

Sladana Miladinovic

Birgit Pfeiffer

Enrico Sowinski

Marianne Stailley

Oliver Wieske

Beate Zimmermann

Stiftung:

Viktor Fichtner

Dimitri Franz

Marina Holtschneider

Diana Köhn Bengai

Valentin Leis

Carolina Mädler

Andreas Rach

Waldemar Steiz

Wichern-Krankenhaus:

Susanna Feit

Kathrin Hoffmann

Daniela Janko

Dajana Ziegler

Bettina Zimmermann

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an dieser Stelle begrüßen wir neueingestellte Kolleginnen und Kollegen.

Aus technischen und organisatorischen Gründen ist diese Liste nicht immer vollständig.


20 • rubrikentitel • punktum • •

Informationen

der Fortbildung

Liebe Leserinnen und Leser,

in unseren Arbeitsfeldern sind eine

gute Selbstorganisation und Methodenkompetenz

wichtig, um eine gute

Qualität zu gewährleisten.

In diesen Themenbereichen gibt

es in diesem Jahr viele interessante

Angebote, zum Beispiel Prioritätenmanagement

(17.04. und 18.04.2013), Kreativitäts-

und Problemlösetechniken

(29.04. und 30.04.2013) Systemische

Methoden in der sozialen Arbeit.

Die zuletzt genannte Fortbildung

wird 2013 übergreifend zum ersten Mal

durchgeführt.

In der Jugendhilfe wird das Thema

schon länger behandelt, aber ich halte

die Methoden auch in der Behindertenhilfe

und der Altenhilfe für hilfreich

im Umgang mit Bewohnern und

Angehörigen.

Oft entstehen Probleme, weil sich

Verhalten über einen längeren Zeitraum

verfestigt hat und starr geworden ist.

Ziel ist es, durch konkrete Interventionen

die Prozesse wieder „zum Fließen“

zu bringen, so dass sich eine hilfreiche

Interaktion entwickeln kann. Die Wirkung

ist manchmal verblüffend!

Ich hoffe, dass ich Ihnen Lust auf

das Seminar machen konnte. Falls Sie

Fragen haben, können Sie mich gern

anrufen (030 · 336 09 - 410) oder eine

Mail schreiben an

anette.kotnik@evangelischesjohannesstift.de.

Ich wünsche Ihnen

eine Frohe Osterzeit

Ihre Anette Kotnik

Falls Sie spezielle Themenwünsche

für Ihre Bereiche haben – ich

entwickle gern eine individuelle

Fortbildung mit Ihnen und für

Sie und komme auch gern in die

jeweiligen Standorte.

Abteilungs- und standortübergreifende

Seminare

von April bis Juni 2013

April 2013

11. April 2013

Männer in Frauenberufen

15. und 16. April 2013

Christliches Grundwissen für

Mitarbeitende in der Diakonie

17. und 18. April 2013

Prioritätenmanagement

29. und 30. April 2013

Kreativitäts- und Problemlösetechniken

Mai 2013

6. und 7. Mai 2013

35+ – Perspektiven entwickeln

14. Mai und 15. Mai 2013

Interkulturelle Kompetenz

16. Mai und 17. Mai 2013

Coaching

22. Mai bis 24. Mai 2013

Teamführung

28. Mai 2013

Rolle der Hauswirtschaftskraft

Juni 2013

4. Juni 2013

Basistraining

Diversity Kompetenz

12. Juni und 13. Juni 2013

Systemische Methoden in der

sozialen Arbeit

22. Juni bis 25 Juni 2013

Pilgerwanderung

Anfragen und Anmeldungen

für diese Seminare richten Sie

bitte unter 030 · 33609-355

an Naremin Mikha. Zusätzlich

zur mündlichen Anmeldung

benötigen wir eine schriftliche

Anmeldung über Postfach 20

Referat Fortbildung.

Die Fortbildung richtet sich an

alle Mitarbeitenden aus Berlin-

Brandenburg.

Seminare Geriatrie

und Altenhilfe von April 2013

bis Juni 2013

April 2013

25.04.2013

Basale Stimulation

Juni 2013

04. Juni 2103

Wertschätzung und was sie

bewirkt – Nachdenken über

eine Haltung

Anfragen und Anmeldungen für

Fortbildungen im Bereich Geriatrie

und Altenhilfe richten Sie

bitte an Frau Klemm unter App.

516 oder über das Postfach 45.


• punktum •

21

Die Schwesternund

Brüderschaft

lädt ein:

19. bis 21. April 2013

„... und führe uns nicht in

Versuchung, sondern erlöse uns

von dem Bösen ...“

Theologisches Wochenende

Gibt es einen Himmel ohne Hölle?

Das Böse gibt es nicht mehr – ist

alles erlaubt? Gibt es den Teufel oder

ist das „Kram von gestern“? Komme

ich mit meinen Verfehlungen in den

Himmel? Wenn Gott allmächtig ist –

warum gibt es dann das Böse?

ReferentInnen: Margit Herfarth,

Dr. Thorsten Klein und Claas P. Köster

Kosten: 85 € mit / 49 € ohne Übernachtung

zzgl. Fahrtkostenumlage

Anmeldeschluss: 1.4.2013

9. bis 12. Mai 2013

„Meine Gemeinschaft – unsere Gemeinschaft?!

Erfahrungen, Visionen,

Veränderungen“

Schwestern- und Brüdertag

Ort: Evangelisches Johannesstift

Tagungsbeitrag: 18 €

Hinzu kommen ggf. Kosten für Mahlzeiten

und Unterkunft

2. bis 8. September 2013

Wanderrüste

Wir treffen uns mitten im Harz in

Elbingerode, um von dort aus tägliche

Wanderungen und Ausflüge in

die wunderschöne Umgebung zu

machen. Neben dem Entdecken der

Natur werden wir uns Zeit nehmen,

um einem Thema nachzugehen, sowie

für Gespräche und eigene Ideen aus

der Gruppe.

Leitung: Jens Schmitz

Ort: Freizeit- und Erholungshaus

Tanne / Elbingerode

Die Unterbringung erfolgt in Einzel-,

Doppel- und Mehrbettzimmern:

Doppelzimmer (Etagendusche)

205 € pro Person

Einzelzimmer

(Etagendusche) 235 €

Doppelzimmer

mit Dusche/WC 247 € pro Person

Einzelzimmer

mit Dusche/WC 295 €

Fahrtkosten werden durch Umlage

verrechnet.

Die Schwestern- und Brüderschaft

des Evangelischen Johannesstifts

ist eine Gemeinschaft von Männern

und Frauen aus allen Generationen mit

unterschiedlichen Berufen und Erfahrungen

(Diakon/in, Sozialarbeiter/in,

Lehrer/in, Altenpfleger/in, Pastor/in,

weitere Mitarbeiter/innen im Diakonat).

Die Mitglieder sind haupt- und/

oder ehrenamtlich in Kirche, Diakonie

und Gesellschaft tätig.

Als diakonische Gemeinschaft

nutzen wir unsere Vielfalt, um von- und

miteinander zu lernen, gestalten geistliches

Leben miteinander und sind offen

für Interessierte.

Weitere Informationen

und Anmeldung über die

Geschäftsstelle im Haus

der Schwestern und Brüder:

Sekretärin Maria Roeser

Tel. 030 · 33609 - 302

info@schwestern-undbruederschaft.de

Älteste Jutta Böhnemann-Hierse

Tel. 030 · 336 09 - 9097

Ältester Jens Schmitz

Tel. 030 · 302 09 098


22

• Stichpunkte •

Wichernkrankenhaus Berlin-Spandau

Altenhilfe Garbsen

Bundesbeauftragter unterstützt ambulante Reha

Am 20. Januar traf Wolfgang Zöller (CSU), Patientenbeauftragter

der Bundesregierung, Vertreter

der Freien Wohlfahrtspflege und des Wichernkrankenhauses

des Evangelischen Johannesstifts, um

die Mobile Geriatrische Rehabilitation (MoGeRe)

kennenzulernen.

Chefarzt Dr. Martin Warnach erläuterte die

Erfolge des 2011 gestarteten Angebots: Im gewohnten

Lebensumfeld wirkten Reha-Maßnahmen

viel schneller, da gerade ältere Menschen sich oft

schwer auf die fremde Umgebung im Krankenhaus

einstellen können. Dass diese Botschaft noch nicht

bei den Kostenträgern angekommen sei, bedauerte

Krankenhausgeschäftsführer Wilfried Wesemann.

Oft würden Anträge von den Kassen abgelehnt,

obwohl die ambulante Reha billiger sei als stationäre

Maßnahmen.

Zöllner will sich jetzt bemühen, das Angebot

bekannter zu machen. Außerdem will er die Kassen

zum Umdenken bewegen: Die Veröffentlichung

von Ablehnungsraten soll zukünftig Plicht sein. Die

MoGeRe im Wichernkrankenhaus kann bis zu 120

Patienten im Jahr betreuen, 2012 waren es aber nur 71.

Herrenrunde im Wilhelm-Maxen-Haus

Noch vor einigen Jahren waren ältere Männer in den

Senioreneinrichtungen eher selten vertreten und oft

„Hahn im Korb“. Doch inzwischen steigt ihre Zahl

ständig an und das ist auch gut so. Eine gemischte

Gruppe bereitet allen Teilnehmern viel Spaß und

bedeutet meist einen humorvollen Umgang miteinander.

Aber manchmal sind die Interessen in Bezug auf

Gesprächsthemen und Hobbis zwischen Männern

und Frauen eben doch unterschiedlich. Um diesen

Bedürfnissen der männlichen Tagesgäste gerecht zu

werden, hatte Kerstin Schulz die geniale Idee, zweimal

in der Woche eine „Herrenrunde“ einzurichten.

Betreut wird die neue Gruppe von Bernd Sittich,

einem engagierten Mitarbeiter aus der Tagespflege,

der sich mit den Gesprächsthemen der Männerwelt

bestens auskennt.

Als erste Werkarbeit stellte die Herrenrunde dekorative

Laubsägearbeiten für den jahreszeitlichen

Raumschmuck her, die dann die Damen der Tagespflege

kreativ bemalen und verzieren konnten. So wurde

das „Wir-Gefühl“ unter den Tagesgästen gestärkt.

Das nächste Projekt, so Frau Schulz, wird die

Restaurierung eines in die Jahre gekommenen Holztisches

sein, getreu dem Motto: „Aus alt mach neu.“

Jugendhilfe Berlin-Spandau

„Junge Mütter auf dem Weg“ 2011

„Junge Mütter (wieder) auf dem Weg“

Das Modellprojekt „Junge Mütter auf dem Weg“ der

Jugendhilfe im Evangelischen Johannesstift konnte im

Februar wieder starten.

Es ist gelungen, das Modellprojekt mit Finanzierung

des Senats für Arbeit, Integration und Frauen wieder

aufleben zu lassen.

Zielgruppe des Projektes sind Mütter unter 25 Jahren,

die eine berufliche Perspektive entwickeln wollen.

Bis zum vorgesehenem Ende des Projektes im September

2013 sollen die Mütter einen Schulplatz haben, eine

Ausbildung beginnen oder in den Arbeitsmarkt integriert

sein. Die Suche nach geeigneter Kinderbetreuung

stellt die erste Hürde dar, ebenso wie die Bewältigung

der vielfältigen Probleme der Mütter.


• Stichpunkte •

23

Stiftung Berlin-Spandau

Diakonisches Bildungszentrum Berlin-Spandau

Bild aus 2011

Mit dem Run of Spirit in Aktion

Das Evangelische Johannesstift stellte das Laufevent

Run of Spirit Ende März auf dem Kommunalkongress

der Bertelsmann Stiftung „Gemeinsam die

Zukunft meistern! Zivilgesellschaft in Kommunen“

vor. 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz

Deutschland besuchten den Kongress im Berliner

Estrel Convention Center. Auf dem „Berliner Abend“

am ersten Kongresstag, stellten sich gemeinnützige

Initiativen vor. Dabei stieß der Run of Spirit auf reges

Interesse.

Jugendhilfe Berlin-Spandau

Neuer Kurs „Starke Eltern – Starke Kinder“

Pubertät®

Im April startet die Psychologische Beratungsstelle des

Evangelischen Johannesstifts wieder einen Kurs für

Eltern in Erziehungsfragen. Insbesondere in der Phase

der Pubertät kann es für Eltern mit ihren Kindern

anstrengend werden. Oft fühlen sich Eltern gerade in

dieser Zeit besonders allein gelassen in der Erziehung

ihrer Kinder. Sie denken, in anderen Familien klappt

alles viel besser. Mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums

hat der Deutsche Kinderschutzbund

ein Kursprogramm entwickelt, das auch von der Psychologischen

Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-,

Paar-, Familien- und Lebensfragen des Evangelischen

Johannesstifts Berlin angeboten wird.

Infonachmittag Heilerziehungspflege

Am Montag, dem 13. Mai 2013 um 17 Uhr laden die Sozialen

Fachschulen des Evangelischen Johannesstifts

zu einer Info-Veranstaltung über den Beruf und die

Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger/in ein.

Der Vortrag richtete sich vor allem an junge

Menschen, die für August 2013 noch eine praxisorientierte

Ausbildung im sozialen Bereich suchen. Im

Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit

für Einzelgespräche.

Das Berufsbild der Heilerziehungspflege gewinnt

weiterhin an Bedeutung, ist vielen jungen Menschen,

die sich für eine Ausbildung im sozialen

Spektrum interessieren, aber nur wenig geläufig. Auf

die perspektivisch verstärkt notwendige Erbringung

spezifischer Unterstützungsleistungen für Menschen

mit Behinderungen in unterschiedlichsten Lebensaltern

und Lebenssituationen werden an unserer

Fachschule interessierte junge Menschen vorbereitet

und fundiert ausgebildet.

Die Fachschule für Heilerziehungspflege im

Johannesstift besteht seit 20 Jahren. Wir sind eine

kleine praxisorientierte Schule, die sich auf dem Gelände

des Evangelischen Johannesstifts befindet. Wir

arbeiten eng mit Fachkräften und Einrichtungen der

Behindertenhilfe gGmbH im Evangelischen Johannesstift

zusammen, die sowohl ein breites Spektrum

an Praxisplätzen zur Verfügung stellen, als sich auch

in der Gestaltung projektbezogener Unterrichtsanteile

beteiligen.

Veranstaltungsort:

Evangelisches Johannesstift, Soziale Fachschulen,

Schönwalder Allee 26/46, 13587 Berlin

Nähere Informationen zu Ausbildung und Informationsveranstaltung

erhalten Sie unter:

Tel. 030 · 336 09 - 402


Termine

Fest für

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

anlässlich des 155. Jahrestages

des Evangelischen Johannesstifts

26. April 2013

ab 17 Uhr

Erntedankfest

schon am

22. September 2013

5. Run of Spirit

das inklusive Laufevent

im Evangelischen Johannesstift

20. Mai 2013

(Pfingstmontag)

Evangelisches Johannesstift SbR

Schönwalder Allee 26

13587 Berlin

Tel. 030 · 336 09 - 0

info@evangelisches-johannesstift.de

www.evangelisches-johannesstift.de

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