Düsseldorfer Appell - Jugendring Düsseldorf

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Düsseldorfer Appell

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Telegramm September 2008

Liebe Freundinnen und Freunde,

der nicht sehr üppige Sommer neigt sich

seinem Ende zu und uns erwarten nicht

nur des Herbstes goldene Farben,

sondern auch eine Reihe von fruchtigen

Veranstaltungen und üppigen Aktivitäten.

Am Sonntag wurde mit erschütternd

geringer Wahlbeteiligung 1 , aber satter

Mehrheit Dirk Elbers als neuer

Oberbürgermeister gewählt, von dem

wir uns einen vermittelnden Politikstil und

Sensibilität in integrationspolitischen

Fragen erhoffen.

Eine Kommune regieren bedeutet nicht

barockes Wahlmonarchentum,

sondern eine

Politik der Bürgerbeteiligung

und Transparenz

auch für Menschen, die

keine Ur-Düsseldorfer sind.

Ein so überzeugend

gewählter OB wird

sicherlich dafür das richtige

Gespür finden. Wir

wünschen daher unserem

neuen OB viel Fortune, Kraft und auch ein

bisschen Freude am Amt.

Wie auch immer sich der ein oder andere

den Ausgang der OB-Wahl gewünscht

hätte, Grund zum auswandern besteht

sicher nicht. Wohl aber mit uns am

Samstag, den 6.9. nach Bremerhaven

ins wirklich interessante Auswandererhaus

zu fahren.

Kurzentschlossene sind herzlich

willkommen bei der großen Fahrt!

Jürgen Becker, Kabarettist : Lale

Akgün forderte: „Köln braucht eine

jecke Moschee." Das klingt

utopisch, aber daran sollten nun

alle arbeiten, denn wie heißt es im

Koran: „Derjenige verdient es, ins

Paradies zu gelangen, der es vermag,

seine Freunde zum Lachen

zu bringen.“ Religion ohne Humor

ist vor allem eines: gefährlich!

Groß in Fahrt kommen auch die unterschiedlichsten

Akteure von der

evangelischen Kirche über den DGB bis

hin zu sozialen und Friedensgruppen

beim Kampf gegen rechtsradikale

Umtriebe. Selbstverständlich ist auch

diesmal der Düsseldorfer Appell dabei,

haben wir doch schon im November 2007

vor „pro NRW“ gewarnt.

So findet denn am 9. September, um

19:30 im Haus der Kirche, Bastionstr. 6

unter dem Titel „Wie pro NRW Ängste

schürt – Rassismus unter dem

Deckmantel der Islamkritik“ eine

Informations- und Diskussionsveranstaltung

mit Rechtsextremismusexperte

Alexander Häusler, IGM-

Geschäftsführer Nihat

Öztürk und Melanie Mehl

von der christlichislamischen

Gesellschaft

statt.

Grund für diese

Aufklärungsveranstaltung

sind die zersetzenden Aktivitäten der

extrem rechten „Bürgerbewegung“ pro

Köln, die, sozusagen als Höhepunkt ihrer

Hetzkampagne gegen den Kölner

Moscheebau, vom 19. bis 21.09. in Köln

einen sog. „Anti-Islamisierungskongress“

abhalten wollen. Auftreten

werden dort solch trübe Gestalten wie der

alte Rassistenhäuptling Le Pen oder der

irrlichternde Bundestagsabgeordnete

Henry Nitzsche (früher CDU), der sich in

abendländische Errettungsphantasien vor

dem ´kreuzügigen Islamismus´ ergeht.

1 Warum gering? Aus stillschweigendem

Einverständnis mit dem Bestehenden oder aus

sozialen Desintegrationsgefühlen? Jedenfalls

scheinen eher mittig bis konservative Wähler ihrer

demokratischen Verantwortung eher nachzukommen

als andere Wählerschichten, was mit einer

besseren Bildung oder noch relativ ungebrochenen

Milieubezügen zu tun haben könnte.

Das unappetitliche daran sind nicht nur

der kulturalistische Geifer und die Anleihe

bei schon einmal dagewesenen

Welterrettern, sondern der Versuch sich

an Otto und Else Normalbürger heranzuwanzen,

indem man Ängste schürt und

Menschen aus anderen Kulturkreisen

herabwürdigt und denunziert.


Wir alle kennen Menschen aus muslimisch

geprägten Ländern, mit einigen sind wir

freundschaftlich verbunden, andere

kennen wir aus Schulen und Betrieben

oder aus eher lockeren Geschäftsbeziehungen

im Gemüse- oder Dönerhandel

unserer Wahl (stille Tage im Klischee!).

Obwohl sie es hier wahrlich nicht immer

leicht hatten, haben sie dieses Land

mitentwickelt und sich etwas aufgebaut. In

ihrer übergroßen Mehrheit sind es

friedliche Leute, so wie die Deutschen

auch.

Natürlich gibt es im Zuwanderungssektor

große soziale Probleme und auch religiöse

oder national verbrämte Abschottungstendenzen,

die man wahrlich nicht

unterschätzen darf.

Doch diese Probleme kann man nur mit

den Menschen gemeinsam lösen,

freilich auf dem Boden einer für alle

verbindlich geltenden Grundwerteordnung.

Wir sind es unseren Miteinwohnern und

uns selbst schuldig, dass wir dem alten

Faschismus im neuen Gewand (frei

nach Ralf Giordano!) etwas

entgegenhalten: Ersteinmal am 9.9.

unsere Argumente und dann am 20.9.

uns selbst in Form einer Teilnahme an

der vom DGB-Köln organisierten

Kundgebung „Wir stellen uns quer –

Kein Rassismus in Köln“.

Vorbehaltlich eines evtl. gemeinsamen

Aufrufes ruft der Düsseldorfer Appell

unter dem Motto: „Köln-Düsseldorfer

Freundschaft: Respekt und Mut für

rheinische Vielfalt“ auf, sich friedlich,

aber nachdrücklich an der DGB-Demo in

Köln zu beteiligen und bietet schon jetzt

uns verbundenen Menschen an, sich um

Verbindungen nach Köln zu kümmern.

Unser Spar – und - Demonstrier-

Angebot für den 20.9.:

(begrenzt gültig bis 17.09.)

Treffpunkt: 08:45, Hbf, Info-Point

Ankunft in Köln: 9:30

Beginn der Kundgebung: 10:00 Domplatz

(Danach Demo zum Heumarkt, dort

Menschenketten um den Versammlungsort

der Rassisten) Rückkehr: ca. 16:00

Kosten: € 5 (Wochenendtickets mit je 5

Karten werden an die TN verteilt)

Demonstrieren ist gut, aber nicht alles:

Auch vorher und nachher leisten wir und

unsere geschätzten Kooperationspartner

präventive, kontinuierliche Beiträge

gegen Gewalt und Rassismus für

interkulturelle Verständigung. Ein Blick

in das neu erschiene Programm und auf

www.respekt-und-mut.de lohnt immer.

Außerdem werden wir ab Mitte September

eine Veranstaltungsreihe hinsichtlich

der Kommunalwahlen im Juni 2009

anbieten. Weitere Infos dazu folgen.

Mit MASALA – more than music

geht die Erlebnisausstellung zur

Weltmusik vom 25.8. bis 21.9. auf tour.

Z. Zt. befindet sich der Music-Truck in

Hellerhof und wird dann vom 15. – 21.9.

am Emilie-Schneider-Platz am Rheinufer

(Nähe Lambertuskirche) Station

machen.

Das Ganze wird garniert von einem

wirklich interessanten Rahmenprogramm,

u.a. zeigt der BDKJ vom 1. – 19.9. eine

Ausstellung über die Edelweißpiraten und

am 17.9. hält Thomas Pfeiffer auf

Einladung des Düsseldorfer Appells für

Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule

seinen Vortrag über „rechtsextreme

Erlebniswelten“.

Masala wird organisiert von vielen katholischen

Jugendeinrichtungen aus der Region und vom

Düsseldorfer Appell.

Infos unter: www.masala-projekt.de

Aufgemerkt:

Die AWO Integrationsagentur bietet seit

29.08. (bis 14.11.2008) eine Seminarreihe

zum Thema „Erziehung im Islam“ an. Ziel

der Reihe ist es, die Grundprinzipien der

Erziehung als Ausgangspunkt für einen

Dialog mit Eltern kennen zu lernen.

Nähere Infos: Zineb Daoudi, 60025-165.

„Schicksalsdatum Nine/Eleven –

auch für Düsseldorf?“ fragt der

Ausländerbeirat am 11. 09, 18 Uhr im

Haus der Jugend, Lacombletstr.10.

Im Rahmen eines Diskussionsforums

möchte der Ausländerbeirat mit vielen

Akteuren aus Politik und Gesellschaft

erörtern, ob und welche Veränderungen

sich für das Zusammenleben der Kulturen

in Düsseldorf nach dem 11.9.2001

ergeben haben.

Nähere Infos: 899-3527 (Jürgen Pfundt)

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