Auf der Suche nach einer bürgernahen Ziviljustiz In der Zeit vom 20 ...

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Auf der Suche nach einer bürgernahen Ziviljustiz In der Zeit vom 20 ...

Auf der Suche nach einer bürgernahen Ziviljustiz

In der Zeit vom 20. bis 22.03.2013 fand am Fachbereich Rechtswissenschaft der Friedrich-

Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter der Leitung von Dr. Martin Zwickel

(FAU) und Dr. Romain Montagnon (Univ. Saint-Etienne) ein Deutsch-Französisches

Forschungsatelier zum Thema „Bürgernahe Ziviljustiz“ statt, an welchem Professoren,

Praktiker, Post-Doktoranden, Doktoranden und Studenten aus Deutschland und Frankreich

teilnahmen.

Das Atelier wurde gemeinsam mit

der französischen Universität Jean

Monnet Saint-Etienne (CERCRID)

veranstaltet und von der Deutsch-

Französischen Hochschule (DFH)

gefördert. Folgende Referenten

haben sich beteiligt: Prof. Dr.

Frédérique Ferrand (Univ. Lyon III),

Prof. Dr. Robert Freitag (FAU),

Prof. Dr. Reinhard Greger (FAU)

und Prof. Dr. Marc Véricel (Univ.

Saint-Etienne).

Ziel der Veranstaltung war es, die Elemente des Begriffs der bürgernahen Ziviljustiz

klarzustellen. In einer rechtsvergleichenden Analyse wurden insbesondere Stärken und

Schwächen der in Deutschland und Frankreich eingeführten Systeme herausgearbeitet, um

dadurch Mittel zu erarbeiten, die das Vertrauen der Bürger in die Justiz erhöhen können.

Der Begriff der „bürgernahen Ziviljustiz“ wurde im Rahmen des Ateliers hinsichtlich seiner

strukturellen, prozessualen und internationalen bzw. europäischen Aspekte untersucht.


Um die Vorteile und Bedenken

der verschiedenen nationalen

Instrumente der bürgernahen

Ziviljustiz rechtsvergleichend

beleuchten zu können, hielten

die Referenten jeweils zunächst

Fachvorträge, welche die

Hintergründe und den aktuellen

Stand der rechtlichen Umsetzung

der einzelnen Aspekte

skizzierten.

Im Anschluss daran erfolgte eine vertiefte rechtsvergleichende Diskussion der Thematik

durch die Teilnehmer des Ateliers in Kleingruppen unter Leitung der Referenten und der

Veranstalter. Die auf diese Weise gefundenen wesentlichen Ergebnisse wurden anschließend

im Plenum durch die Teilnehmer präsentiert sowie zur weiteren Diskussion gestellt. Am Ende

der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der einzelnen Ateliers dann nochmals thesenartig

zusammengefasst und Kriterien herausgearbeitet, welche Aspekte aus Sicht der Teilnehmer

gegeben sein müssen, um dem Ideal „bürgernaher Ziviljustiz“ möglichst nahe zu kommen.

Die Besonderheit der Veranstaltung bestand darin, dass deutsche und französische

Wissenschaftler, Praktiker, Doktoranden und Studierende zusammen an Modellen für eine

bürgernahe Justiz gearbeitet haben. Auf diese Weise wurden bei der rechtsvergleichenden

Analyse nicht nur die rein juristischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sondern auch die

kulturellen und historischen Besonderheiten der jeweiligen nationalen Rechtsordnungen

einbezogen. Dies war insbesondere für die Frage der möglichen Übertragbarkeit

vorteilhafter Lösungen auf die jeweils andere Rechtsordnung von Bedeutung.

Die gefundenen Ergebnisse sind sehr vielversprechend und werden in einem Tagungsband

dokumentiert.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Teilnehmer nicht nur Ihren rechtlichen Horizont

erweitern, sondern auch persönliche Verbindungen herstellen, welche hoffentlich auch über

das Atelier hinaus bestehen bleiben. Es wäre sehr schön, wenn das deutsch-französische

Forschungsatelier keine einmalige Veranstaltung bliebe und auch in Zukunft ähnliche

Projekte realisiert werden könnten, welche einen solch spannenden „Blick über den

Tellerrand“ erlauben.

Stefanie Seibold

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