Gentechnologie Segen oder Fluch ?

dresjung

Gentechnologie Segen oder Fluch ?

Dr. med. Sigrun Jung

Dr. med. Dipl.Chem. Wolfgang Jung

Ärzte für Allgemeinmedizin,

Psychotherapie / Umweltmedizin

Diabetologen (DDG)

Schulstr. 4-6

55469 Simmern

http://www.dres-jung.de

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Gentechnologie

Segen oder Fluch ?

Eine Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit

mit den evangelischen Kirchengemeinden

Dickenschied, Rohrbach, Womrath und Woppenroth

und Pfarrer Dietrich Benninghaus

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Albert Camus:

Das Böse in der Welt rührt fast immer von

der Unwissenheit her, und der gute Wille

kann soviel Schaden anrichten wie die

Bosheit, wenn er nicht aufgeklärt ist.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Gentechnologie

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

(aus:“Die Pest“)

• Wie ist Gentechnologie definiert?

• Was sind die wissenschaftlichen Grundlagen?

• Wie wird Gentechnologie angewandt?

• Welche Chancen und Risiken bestehen?

• Wer kontrolliert die Anwendungen?

• Wie können wir mit der neuen Technologie

umgehen?


Was ist Gentechnologie?

• Veränderte Lebensmittel (Mais,Weizen)

• Medikamente (Insulin, Erythropoetin, Interferon)

• Impfstoffe (Hepatitis etc.)

• Klonen ? (Schaf Dolly)

• Herstellung von „Chimären“ (Schiege)

• „Heilung“ von Erbkrankheiten

(Immundefekte, Mucoviscidose)

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Definition

Gentechnologie beschreibt die Summe

aller Methoden, die sich mit der

Isolierung,

Charakterisierung,

Vermehrung und

Neukombination von Genen

auch über Artgrenzen hinweg beschäftigen.

Fischbach, Uni Freiburg: Gentechnologie

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Was ist Gentechnologie nicht?

• Abgrenzung zur Biotechnologie,d.h.

Einsatz normaler biol. Prozesse mittels

(groß-)technologischer Verfahren,

z.Bsp. Joghurt,Käse, Wein,Bier, Hefe, Brot

bis hin zu PC-gesteuerten Operationen,

Prothetik und Fortpflanzungstechnologien wie

z.Bsp. IvF und ICSI

• Entwicklung neuer Technologien,

die auch bei der Gentechnologie zum Einsatz

kommen können.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Gentechnologie

• Wie ist Gentechnologie definiert?

• Was sind die wissenschaftlichen Grundlagen?

• Wie wird Gentechnologie angewandt?

• Welche Chancen und Risiken birgt diese

Technologie ?

• Wer kontrolliert die Anwendungen?

• Wie können wir mit der neuen Technologie

umgehen?

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Historische Entwicklung

1866: Gregor Mendel macht erste Versuche

ca 1900: Wiederentdeckung der Mendel´schen Gesetze

1944: Oswald T. Avery entdeckt die DNA als Trägerin der

Erbsubstanz

1950 Erwin Chargaff entdeckt die Bausteine der DNA

1950: Rosalind Franklin Röntgenstrukturanalyse der DNA

1953: Watson u. Crick entdecken die Struktur der

Doppelhelix

1965: Matthaei u. Nivenberg entschlüsseln den

genetischen Code

1973: Cohen u. Boyer übertragen DNA über Artgrenzen

hinweg

2001: das menschliche Genom ist vollständig entschlüsselt

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Was wissen wir heute über die

Erbanlagen?

Jede Zelle besitzt den Bauplan des

gesamten Organismus im Zellkern in

Form von Chromosomen, das sind

beim Menschen 22 Paare und ein Satz

Geschlechtschromosomen (XX oder

XY), also 46 Chromosomen.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Chromosomen

Unsere Chromosomen bestehen wie

die (fast) aller Lebewesen aus Fäden

von DNA, die nur während der Zell-

teilung mit dem Mikroskop sichtbar

sind.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Der menschliche Chromosomensatz

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Desoxyribo-Nuclein-Säure (Acid)

DNS (DNA)

Diese Substanz ist wie eine Wendel-

treppe (Doppelhelix) gebaut:

Die Sprossen bestehen aus vier

verschiedenen Basen:

Adenin, Guanin, Thymin, Cytosin

Die Seitenteile bestehen aus einem

Zucker-Phosphat-Gerüst (Ribose).

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Adenin

Cytosin

Nukleotide

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Jeweils die Basenpaare

A und T

sowie

C und G

passen zusammen und bilden eine

„Sprosse“ der Doppelhelix.

Die jeweilige Base mit dem dazugehörigen

Zucker-Phosphat-Baustein, der bei allen

identisch ist, nennt man Nukleotid.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Thymin

Guanin


DNA-Stück

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

DNA - Replikation

Zur Zellteilung und insbesondere zur Fortpflanzung muss

die Erbinformation möglichst vollständig und fehlerfrei

weitergegeben werden.

Dazu öffnet sich der DNA-Strang, der die Erbinformation ja

doppelt enthält, wie ein Reißverschluss und da nur immer

eine Nukleotid an den jeweiligen Partner passt, entstehen so

2 neue DNA-Stränge, die nur zur Hälfte neu entstanden

sind.

Bei der Bildung der Keimzellen (Ei- und Samenzelle) wird

allerdings vor der Zellteilung die Erbinformation nicht

verdoppelt, sondern nur gespalten.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


DNA - Replikation

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

DNA

DNA ist eine Art Datenbank sämtlicher

Informationen, die ein lebender

Organismus braucht, um

leben, wachsen und sich fortpflanzen

zu können.

Diese Informationen sind in Form des

„Universellen Genetischen Codes“

gespeichert, der für jedes Lebewesen auf

dieser Erde identisch ist.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Ribonukleinsäure RNA

• Einsträngige Nukleinsäure

• Uracil statt Thymin als Baustein

• messenger-RNA

(Informationsträger-RNA)

• transfer-RNA

(Aminosäurentransport-RNA)

• Erbsubstanz bei einzelnen Virusarten

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Der genetische Code

Jeweils 3 Basenpaare stehen für eine

der 20 Aminosäuren, aus denen sich

unsere Proteine (Eiweiße) aufbauen

Darüber hinaus gibt es noch

„Funktionsbefehle“, z. Bsp. für Anfang

oder Ende der Eiweißkette.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Vom Gen zum Protein (1)

Die DNA verhält sich zwar in gewisser

Weise wie ein Computerprogramm,

sie enthält sogar die Anweisungen

für den Bau der gesamten Fabrik (Zelle)

und der Maschinen, einschließlich der

benötigten Bausteine (Proteine).

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Vom Gen zum Protein (2)

Zunächst wird durch Aufspaltung der

Doppelhelix ein Teil der Information

abgeschrieben (Transkription) , der dann

als Bote (messenger-RNA) zum Ribosom,

der Proteinfabrik gelangt, wo der Code der

Nukleotide in eine Aminosäuresequenz

übersetzt wird (Translation).

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Vom Gen zum Protein (3)

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

DNA

Transkription

(Ablesen)

Transport zum

Ribosom

Translation

(Übersetzung)

Verknüpfung der AS

Auffaltung des

Proteins

Genetische Variabilität

Vor der Teilung der Keimzellen

tauschen manche

Genpaare eines Individiums

die Plätze auf den

Chromosomensträngen

durch sog. Crossing-over.


Mutationen - Fehler der Natur?

Beim Vervielfältigen und Ablesen der

DNA kommt es auch zu Fehlern:

- manche werden durch Reparaturgene

erkannt und korrigiert,

- andere werden nicht bemerkt.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Mutationen

Einige dieser Mutationen sind für den

Organismus belanglos, andere mit dem

Leben nicht vereinbar und wieder andere

bringen für das betr. Lebewesen Vorteile

mit sich, die dazu führen, dass dieses

Und seine Nachfahren im Kampf ums

Überleben gewinnen. (Selektion)

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Mutationen - Kopierfehler

Mutationen geschehen durch Zufall,

ihr Überleben ist jedoch keineswegs zufällig.

Bsp. : Man bohrt nicht in der Nase.

Mn bihrt ncht in dr Nese.

Max bohrt nicht in der Nase.

Eile mit Weile

Eule mit Weile

Eile mit Keile

Eile mit Keule

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Viren – die Ausnahmen in der Natur

Ein Virus besteht nur aus einer Protein-

hülle, die einen DNA-(RNA-) Strang

Umhüllt. Die Information reicht nur aus, um

sich zu vermehren, jedoch nicht, um Zellen

zu produzieren, in denen Viren vermehrt

werden können. Dazu müssen Viren in

Wirtszellen infiltrieren.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Viren

Viren „beimpfen“ die Wirtszelle mit

ihrer DNA (RNA), schleusen ihr Erbmaterial

in den Replikationsmechanismus

ein und zwingen so die Zelle

weitere Viren zu produzieren, bis sie

platzt und neue Viren freigibt.

Viren, die Bakterien befallen nennt

man Bakteriophagen.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Gentechnologie

• Wie ist Gentechnologie definiert?

• Was sind die wissenschaftlichen Grundlagen?

• Wie wird Gentechnologie angewandt?

• Welche Chancen und Risiken birgt diese

Technologie ?

• Wer kontrolliert die Anwendungen?

• Wie können wir mit der neuen Technologie

umgehen?

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Isolierter

DNA-Strang

Ein zwei Meter

langer Erbfaden

pro Zelle mit ca.

100 000 Genen

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Verfahren der Gentechnologie

• Schneiden mit molekularen Scheren

• Kleben von Genen auch aus

unterschiedlichen Organismen

• Vervielfältigen von Genen (Klonieren)

• Bakterien und Pilze als Kopiergeräte

• PCR für genetischen Fingerabdruck

• Genübertragung

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Verfahrensweise der

Gentechnologie

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Anwendungsgebiete der

Gentechnologie

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Gentechnologie

• Wie ist Gentechnologie definiert?

• Was sind die wissenschaftlichen Grundlagen?

• Wie wird Gentechnologie angewandt?

• Welche Chancen und Risiken birgt diese

Technologie ?

• Wer kontrolliert die Anwendungen?

• Wie können wir mit der neuen Technologie

umgehen?

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Chancen der Gentechnologie (1)

• Medizin:

bessere Medikamente, diagnostische

Verfahren und Therapien sowie die

Herstellung effizienterer Impfstoffe

• Ernährung:

Steigerung der Qualität und Quantität bei

der Erzeugung von Lebensmitteln. Die

Gen-Tomate ist ein erster Schritt

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Chancen der Gentechnologie (2)

• Forschung:

Gentechnik schafft neue Arbeitsplätze,

auch wenn Deutschlands Beitrag zum

Human-Genom-Projekt mit 3% gering war

• Geschichte:

Gentechnische Vergleiche mit Vorfahren

wie Neandertaler oder Ötzi enträtseln die

menschliche Entwicklungsgeschichte

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Beispiele für Erkrankungen und Wirkstoffe

Diabetes mellitus Insulin

Hypophysärer Zwergwuchs Wachstumshormon

Keratitis (durch Herpes simplex IFN-a2c

Haarzell-Leukämie IFN-a2b

Kaposi-Sarkom IFN-a2a

Thrombose/Herzinfarkt Plasminogen Activator

Immunprophylaxe Keuchhusten Haemophilus Influenza

An ämie Erythropoetin

Hepatitis-B-Prophylaxe Hepatitis-B-Vakzine

Hypernephrom (Nierentumor) Interleukin 2

Rheumatoide Arthritis IFN-g

Chronische Granulomatose IFN-g1b

Hämophilie A / B Factor VIII / IX

Neutropenie nach Chemotherapie G-colon stimulating factor

Lungenemphysem a

Mukoviszidose DNase

Multiple Sklerose IFN-b1b

Cholera-Lebendimpfung Vibrio cholerae

in Deutschland zugelassen 1997: 43 Arzneimittel (34 Wirkstoffe)

1999: 60 Arzneimittel (46 Wirkstoffe)

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Identifizierung

krankheitserzeugender Gene

• Krebs: Erblicher Brustkrebs, Augenkrebs

• Lungenerkrankung: Mukoviszidose

• Nerven-Muskel-Erkrankung: Chorea Huntington,

Duchenne-Muskelschwund,

Muskelverfall McArdle

• Blut-/Gerinnungsstörung: Hämophilie A und B,

Sichelzellanämie, ß-Thallassämie

• Geistige Behinderung: Phenylketonurie

• Erblindung: Tay-Sachs-Krankheit

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Methoden der Gentherapie (1)

• Somatische Gentherapie:

In normale Körperzellen wird ein intaktes

Gen eingeschleust. Bei Blutkrankheiten

können die Stammzellen aus dem

Knochenmark, aus denen alle

unterschiedlich spezialisierten Blutzellen

hervorgehen, entnommen und nach

Gentherapie reimplantiert werden. In der

Folge ist das zusätzliche Gen in allen

ausgereiften Blutzellen funktionsfähig.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Methoden der Gentherapie (2)

• Somatische Gentherapie:

Bei der Lungenkrankheit Mukoviszidose

hat man im Tierversuch erfolgreich über

Inhalationsgeräte DNA in Lungenepithelzellen

einbringen können. Nach einigen

Wochen muss die einfache Therapie

wiederholt werden, da diese Lungenzellen

regelmäßig erneuert werden.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Methoden der Gentherapie (3)

• Keimbahntherapie:

Das intakte Gen wird in die befruchtete

Eizelle eingespritzt, die anschließend der

Mutter eingepflanzt wird. Das Gen ist

später in allen Zellen des ausgewachsenen

Individuums enthalten. Theoretisch

könnte man so alle genetisch bedingten

Krankheiten behandeln.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Die Risiken der Therapie (1)

Im Sept 1999 starb der 18-j. Jesse Gelsinger an den Folgen einer

gentherapeutischen Behandlung: Er litt an einer seltenen

Stoffwechselkrankheit, dem OTC-Mangel, die er selbst mit Diät

und Medikamenten gut im Griff hatte. Er nahm freiwillig an den

Tests teil, um Kindern, die mit einem schwererem Verlauf der

Erkrankung geboren werden, zu helfen. Adenoviren, alltägliche

Grippeviren, schleppten die fehlende Erbinformation zur

Produktion des fehlenden Enzyms in den Organismus.Sie lösten

dadurch eine Infektion aller Organe aus, was den Tod dieses

Jungen zur Folge hatte.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Die Risiken der Therapie (2)

• Der gläserne Mensch:

Der manipulative Eingriff in das Erbgut

könnte zur Züchtung eines Supermenschen

aus dem Genlabor führen.

• Überwachungsstaat: Behörden und

Unternehmen können Beschäftigte mit

Hilfe von Gentests nach besonderen

Kriterien selektieren.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Die Risiken der Therapie (3)

• Organhandel:

Menschliche Zellen und gezüchtete

Organe werden zu Handelsobjekten –

Verstoß gegen die Menschenwürde.

• Bio-Zeitbombe:

Unkontrollierbare Störung des natürlichen

biologischen Gleichgewichts durch

Artveränderungen in Flora und Fauna.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Die Risiken der Therapie (4)

• Wir wissen nie im Voraus, wie der einzelne Organismus auf

den Überträger reagiert.

• Wir wissen immer noch zu wenig über die Funktion der

einzelnen Gene um konkrete Voraussagen über die

Konsequenzen unseres Handelns zu machen.

• Wir wissen nicht, wie die neuen Gene im Organismus

reguliert werden.

• Wir können bisher die Informationen nur ungezielt

übertragen und wissen nicht, wo sie im Körper des

Empfängers eingebaut wird.

• Gen-Test können nicht mit Sicherheit das Auftreten oder

den Verlauf einer Krankheit voraussagen.

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Die Risiken der Therapie (5)

„Wir müssen den Patienten ehrlich

sagen, dass die Gentherapie eine

Behandlung der Zukunft ist und dass

die Zukunft noch nicht begonnen

hat.“

L.Weissbach,

Präs. der Deutschen Krebsgesellschaft

12/2000

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Perspektiven der Gentechnologie

• Gentherapie von Krebserkrankungen

• Gentherapeutische Impfungen gegen

Autoimmunerkrankungen wie Diabetes

Typ 1 und Rheumatische Erkrankungen

• Suche nach Langlebigkeits-Genen

• Präimplantationsdiagnostik und –therapie

• Kampf gegen den Hunger auf der Erde

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

„Die Natur betreibt Gentransfer und

Genmanipulation seit Milliarden Jahren,

und wir überschreiten keineswegs eine

heilige Grenze, wenn wir es ihr nachtun.“

Jens Reich, Prof. f. Molekularbiologie,

Max-Delbrück-Centrum, Berlin.

in: Zeit-Punkte: Was darf der Mensch ? 2/1995

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Entweder die Natur praktiziert die

Gentechnologie, dann soll es auch so bleiben,

dann können wir die Labors schließen, ...Oder

aber die Handelnden bei der Gentechnologie

sind Menschen, Wissenschaftler, Industrielle,

Mediziner, Politiker, Patienten.

Dann ist die Gentechnologie genauso wenig

„natürlich“ wie das Wort „Natur“ grün ist.

Ulrich Beck,Prof.f.Soziologie, Uni München

in: Zeit-Punkte: Was darf der Mensch ? 2/1995

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Was ist Gentechnik?

� Neukombination von Nucleinsäuren

- Herstellung von Proteinen für medizinische und technische

Anwendungen

- Herstellung von transgenen Pflanzen und Tieren

- Gendiagnostik

- Gentherapie

Was ist Gentechnik nicht?

�Extrakorporale Befruchtung

�Übertragung von Embryonen auf Leihmütter

�(Zell)Biologische Verfahren

�Klassische Züchtungsverfahren

- Herstellung von tierischen Hybriden (Schiege)

- Herstellung von Pflanzenhybriden (Nektarine)

- Klonierung von Organismen (z. B. Stecklinge, Ableger)

- Embryoteilung und Embryotransfer bei Nutztieren

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Die Ultrastruktur einer Zelle

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Der genetische Code

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern


Literaturhinweise:

Bayer-Report 1/2001

Brown, T.A.: Gentechnologie für Einsteiger, Spektrum-Verlag 1999

Bresch,Hausmann: Klassische und Molekulare Genetik, Springer

Brott et al.: Biologie 2/3, Cornelsen

Bucher: Cytologie,Histologie und mikroskop-anatomie des Menschen, Hans Huber

Der Spiegel: 20/2000

Lewin: Molekularbiologie der Gene,Spektrum-Verlag 1998

Riewenheim: Gentechnologie, Rotbuch 2000

Spektrum der Wissenschaft: Spezial 4 Schlüsseltechnologien

Stryer: Biochemie, Spektrum-Verlag 1999

Dossier Perspektiven in der Medizin

Digest Altern, Krebs und Gene

Van Loon: DNA – Das Molekül des Lebens, Spektrum

Zeit-Punkte: Was darf der Mensch, 21995

Dr. Sigrun Jung, Dr. Wolfgang Jung

Schulstr. 4-6, 55469 Simmern

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine