Unternehmens- und Nachhaltigkeitsbericht 2012 - K+S ...

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Unternehmens- und Nachhaltigkeitsbericht 2012 - K+S ...

UNTERNEHMENS- / NACHHALTIGKEITSBERICHT 2012

VIELFALT

LEBEN


ZEHNJAHRESÜBERSICHT DER K+S GRUPPE ¹

2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003

IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS HGB

Umsatz, Ergebnis, Cashflow

Umsatz Mio. € 3.935,3 3.996,8 4.632,7 3.573,8 4.794,4 3.344,1 2.957,7 2.815,7 2.538,6 2.287,8

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 1.037,7 1.146,0 953,0 411,8 1.484,4 413,9 401,1 383,1 289,5 223,7

Operatives Ergebnis (EBIT I) Mio. € 808,5 906,2 714,5 238,0 1.342,7 285,7 278,0 250,9 162,9 115,7

Ergebnis nach operativen Sicherungsgeschäften (EBIT II) Mio. € 846,5 882,8 719,1 241,9 1.192,3 − 106,9 361,6 271,7 136,5 —

Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. € 766,9 818,6 599,1 126,5 1.199,1 − 142,6 341,5 259,6 123,4 111,6

Ergebnis vor Ertragsteuern, bereinigt ² Mio. € 728,9 842,0 594,5 122,6 1.349,5 250,0 257,9 238,8 149,9 —

Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit Mio. € 568,0 608,8 457,1 — — — — — — —

Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit, bereinigt ² Mio. € 540,8 625,6 453,8 — — — — — — —

Konzernergebnis ³ Mio. € 667,6 564,3 448,6 96,4 870,9 − 93,3 228,9 4 174,4 86,8 101,3

Konzernergebnis, bereinigt ², ³ Mio. € 639,7 581,8 445,3 93,6 979,3 175,3 176,2 4 161,3 103,5 —

Brutto-Cashflow Mio. € 813,0 859,0 812,7 323,9 1.177,9 372,1 342,7 341,5 274,1 209,1

Investitionen 5 Mio. € 465,5 293,1 188,6 177,6 197,5 171,6 130,5 107,1 131,9 126,6

Abschreibungen 5 Mio. € 229,2 239,8 238,5 173,8 141,7 128,2 123,1 132,2 126,6 108,0

Working Capital Mio. € 1.025,7 840,9 959,4 970,5 962,3 570,6 603,1 456,4 333,1 250,9

Bilanz

Eigenkapital 6 Mio. € 3.477,3 3.084,6 2.651,6 2.094,6 1.718,3 931,8 1.124,3 942,1 880,6 584,9

Sachanlagen, immat. Vermögen Mio. € 3.528,2 3.247,9 2.803,3 2.658,0 1.423,5 1.297,3 1.271,7 874,1 883,3 659,8

Nettoverschuldung Mio. € 756,0 610,8 732,5 1.351,3 570,0 1.085,1 718,3 321,4 340,5 220,5

Bilanzsumme Mio. € 6.639,0 6.056,9 5.573,7 5.217,1 3.473,8 2.964,8 2.830,9 2.259,1 2.147,7 1.754,5

Mitarbeiter

Mitarbeiter per 31.12. 7 Anzahl 14.362 14.338 14.186 15.208 12.368 12.033 11.873 11.012 10.988 10.554

– davon Auszubildende Anzahl 607 631 620 642 615 614 620 591 591 550

Mitarbeiter im Durchschnitt 7 Anzahl 14.336 14.155 14.091 13.044 12.214 11.959 11.392 11.017 11.068 10.541

Personalaufwand 8 Mio. € 981,9 962,0 944,4 756,4 738,5 687,3 663,5 671,1 613,3 562,7

Kennzahlen

Ergebnis je Aktie aus fortgeführter Geschäftstätigkeit, bereinigt ² € 2,83 3,27 2,37 — — — — — — —

Ergebnis je Aktie, bereinigt ², ³ € 3,34 3,04 2,33 0,56 5,94 1,06 1,07 4 0,95 0,61 0,61

Dividende je Aktie 9 € 1,40 1,30 1,00 0,20 2,40 0,50 0,50 0,45 0,33 0,25

Dividendenrendite 9 % 4,0 3,7 1,8 0,5 6,0 1,2 2,4 3,5 3,3 4,6

EBITDA-Marge % 26,4 28,7 20,6 11,5 31,0 12,4 13,6 13,6 11,4 9,8

EBIT-Marge % 20,5 22,7 15,4 6,7 28,0 8,5 9,4 8,9 6,4 5,1

Umsatzrendite ² % 13,7 15,7 9,8 2,6 20,4 5,2 6,0 4 5,7 4,1 2,8

Return on Capital Employed (ROCE) % 20,0 25,2 22,0 9,3 64,0 15,5 17,4 19,5 14,2 12,7

Gesamtkapitalrendite ², ¹0 % 16,1 16,4 14,7 6,9 44,9 11,0 12,3 12,7 9,1 7,2

Eigenkapitalrendite nach Steuern ², ¹0 % 19,4 20,2 18,7 8,4 68,6 16,1 17,7 4 17,8 12,1 17,3

Buchwert je Aktie € 18,17 16,12 13,85 10,94 10,41 5,65 6,81 5,54 5,18 3,44

Brutto-Cashflow je Aktie € 4,25 4,49 4,25 1,95 7,14 2,25 2,08 2,02 1,61 1,25

Aktie

Schlusskurs per 31.12. ¹¹ XETRA, € 35,00 34,92 56,36 39,99 39,97 40,69 20,55 12,76 9,78 5,44

Marktkapitalisierung Mrd. € 6,7 6,7 10,8 7,7 6,6 6,7 3,4 2,1 1,7 0,9

Enterprise Value per 31.12. Mrd. € 7,5 7,3 11,5 9,0 7,2 7,8 4,1 2,4 2,0 0,9

Gesamtanzahl Aktien per 31.12. Mio. 191,40 191,40 191,40 191,40 165,00 165,00 165,00 170,00 170,00 170,00

Ausstehende Aktien per 31.12. ¹² Mio. 191,40 191,40 191,40 191,40 165,00 165,00 165,00 165,00 170,00 170,00

Durchschnittliche Anzahl Aktien ¹³ Mio. 191,40 191,33 191,34 166,15 164,95 164,94 164,96 169,24 170,00 167,08

U3


ZEHNJAHRESÜBERSICHT / BEREICHE IM ÜBERBLICK

BEREICHE IM ÜBERBLICK¹

GESCHÄFTSBEREICH KALI- UND MAGNESIUMPRODUKTE

2012 2011 2010 2009 2008

in Mio. €

Umsatz 2.290,6 2.133,6 1.867,0 1.421,7 2.397,4

EBITDA 870,2 833,8 567,1 317,2 1.286,3

EBIT I 773,9 739,5 475,9 231,7 1.203,2

Investitionen 332,9 162,1 96,9 107,4 111,1

Mitarbeiter (Anzahl) 8.310 8.188 7.900 7.818 7.845

In sechs Bergwerken werden Kali- und Magnesiumrohsalze gewonnen. Hieraus stellen wir eine Vielzahl von Düngemitteln her; außerdem

verarbeiten wir unsere Rohstoffe zu Produkten für industrielle Anwendungen, zu hochreinen Kalium- und Magnesiumsalzen

für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie sowie zu Bestandteilen von Futtermitteln. Aktuell tätigen wir Investitionen

zur Entwicklung des Legacy Projekts – einem Greenfield-Projekt in Saskatchewan, Kanada. Erste Mengen sollen hier Ende 2015 zur

Verfügung stehen.

GESCHÄFTSBEREICH SALZ

2012 2011 2010 2009 2008

in Mio. €

Umsatz 1.484,8 1.710,1 1.728,8 1.014,6 618,6

EBITDA 180,3 337,9 369,7 200,3 77,6

EBIT I 62,4 211,4 238,1 140,4 45,2

Investitionen 111,3 112,3 79,0 48,0 58,6

Mitarbeiter (Anzahl) 5.092 5.230 5.235 5.279 2.394

Salzprodukte von höchster Reinheit und Qualität werden als Speise-, Gewerbe- und Industriesalze sowie als Auftausalz im

Winterdienst für die Sicherheit im Straßenverkehr eingesetzt. Produziert wird in Deutschland und in anderen westeuropäischen

Ländern sowie in Nord- und Südamerika.

ERGÄNZENDE AKTIVITÄTEN

2012 2011 2010 2009 2008

in Mio. €

Umsatz 153,7 150,4 134,0 120,7 125,3

EBITDA 28,3 29,0 27,7 21,7 31,2

EBIT I 21,1 17,9 21,2 15,2 25,1

Investitionen 6,3 4,3 4,2 4,6 10,0

Mitarbeiter (Anzahl) 293 290 280 278 285

Unter dem Begriff „Ergänzende Aktivitäten“ sind neben Recyclingaktivitäten und der Entsorgung von Abfällen in Kali- bzw.

Steinsalzbergwerken sowie der Granulierung von CATSAN® weitere für die K+S Gruppe wichtige Aktivitäten gebündelt. Mit der

K+S Transport GmbH in Hamburg verfügt die K+S Gruppe über einen eigenen Logistik-Dienstleister. Die Chemische Fabrik Kalk

GmbH (CFK) handelt mit verschiedenen Basischemikalien.

¹ Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe.

← Fußnoten zur Zehnjahresübersicht

¹ Die Angaben beziehen sich, soweit nicht anders bezeichnet, auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe. Bis

zum Jahr 2009 sind auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des COMPO-Geschäfts und bis zum Jahr 2010 auch die

nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts enthalten. Die Bilanz und damit die Kennzahlen Working

Capital, Nettoverschuldung und Buchwert je Aktie beinhalten im Jahr 2010 auch die nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten

des COMPO-Geschäfts und im Jahr 2011 auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts.

² Die bereinigten Kennzahlen beinhalten lediglich das im EBIT I enthaltene Ergebnis aus operativen, antizipativen Sicherungsgeschäften

der jeweiligen Berichtsperiode, welches Effekte aus den Marktwertschwankungen der Sicherungsgeschäfte

eliminiert (siehe auch „Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechung“ im Finanzbericht auf

Seite 182). Ebenso werden darauf entfallende Effekte auf latente und zahlungswirksame Steuern eliminiert; Steuersatz

2012: 28,5 % (2011: 28,4 %).

³ Ergebnis aus fortgeführter und nicht fortgeführter Geschäftstätigkeit.

4 Ohne einmaligen latenten Steuerertrag von 41,9 Mio. € bzw. 0,25 € je Aktie.

5 Investitionen in bzw. Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene

Immobilien sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen.

6 Bis einschl. 2003: Inkl. 50 % Sonderposten mit Rücklageanteil und Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung.

7 FTE: Vollzeitäquivalente; Teilzeitstellen werden entsprechend ihrem jeweiligen Arbeitszeitanteil gewichtet. Die Bezeichnung

Mitarbeiter gilt für Frauen und Männer gleichermaßen und ist deshalb als geschlechtsneutral anzusehen.

8 Der Personalaufwand enthält auch Aufwendungen für Altersteilzeit und Vorruhestand.

9 Im Jahr 2012 entspricht die Angabe dem Dividendenvorschlag; Dividendenrendite bezogen auf Jahresschlusskurs.

¹0 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe.

¹¹ Der Kurs der K+S-Aktie handelt seit der Kapitalerhöhung im Dezember 2009 ex Bezugsrecht. Historische Werte wurden nicht

angepasst.

¹² Gesamtanzahl Aktien abzgl. des Bestands der von K+S am Stichtag gehaltenen eigenen Aktien.

¹³ Gesamtanzahl Aktien abzgl. des durchschnittlichen Bestands der von K+S gehaltenen eigenen Aktien.

U4


VIELFALT

LEBEN

LÖSUNGEN

LIEFERN

← TITELBILD

22:00 UHR/SCHUBER

7:00 UHR/FINANZBERICHT

13:00 UHR/UNTERNEHMENS-

UND NACHHALTIGKEITSBERICHT

Die Titelbilder unserer Berichte zeigen eine Metropole bei Nacht, am frühen Morgen

und am helllichten Tag. Hinter den beeindruckenden Fassaden leben Menschen mit

vielfältigen Bedürfnissen. K+S bietet ein umfassendes Leistungsangebot für Landwirtschaft,

Industrie und private Verbraucher, das in nahezu allen Bereichen des täglichen

Lebens Grundlagen für Wachstum schafft. Mit unseren Kali- und Magnesiumsowie

Salzprodukten liefern wir bedarfsgerechte Lösungen und leisten so zu allen

Tageszeiten einen wichtigen Beitrag für Ernährung, Gesundheit, Lebensqualität und

Sicherheit. Die Basis hierfür sind unsere Rohstoffe: Sie stehen am Anfang der Wertschöpfungskette,

bilden unter anderem die Basis für unsere moderne Industriegesellschaft

und ermöglichen wirtschaftlichen Erfolg.


VORWORt

KaSSEl, 27. FEBRUaR 2013

Inhalt →

„Vielfalt leben“ lautet das Motto unseres Unternehmens- und nachhaltigkeitsberichts, und sein

titelbild zeigt eine große, pulsierende Metropole. hinter den beeindruckenden Fassaden leben

Menschen mit vielfältigen Bedürfnissen.

Beim Blick auf das Bild denken wir aber wohl nicht gleich an das, was auch notwendig ist, um eine

solche Metropole zur heimat dieser Menschen werden zu lassen: Rohstoffe. Sie sind die Basis für

unsere moderne Gesellschaft. Sie zählen zu den wichtigsten Standortfaktoren einer prosperierenden

Volkswirtschaft und machen wirtschaftlichen Erfolg erst möglich. Ohne Steine, Erden und

auch Salze würde eine grundlegende Voraussetzung für die Gestaltung unserer lebensverhältnisse

fehlen. Rohstoffe sind unverzichtbar. Und doch sehen wir uns in unserer Industrie häufig mit

dem Stigma belastet, „Raubbau an der natur“ zu betreiben. Zunehmend gewinnt man den Eindruck,

dass breite Bevölkerungsschichten dem naturschutz ohne wirkliche Interessenabwägung stets

Vorrang eingeräumt sehen wollen. Eine zukunftsgerichtete Entwicklung kann aber nur gelingen,

wenn neben ökologischen auch soziale und insbesondere wirtschaftliche Ziele angemessen ver-


folgt werden können. hohe Umweltstandards sind wichtig, keine Frage. Ebenso unverzichtbar ist

es aber, bei der Verfolgung von Umweltzielen ein vernünftiges Maß zu wahren und stets das

Ganze im auge zu behalten. Für die großen Zukunftsherausforderungen unserer Wohlstandsgesellschaft

wird die (Rohstoff-)Industrie noch dringend gebraucht!

als Vorstandsvorsitzender des Rohstoffunternehmens K+S beobachte ich mit Sorge, dass unsere

Gesellschaft – oder mindestens teile davon – Gefahr läuft, den Blick für Wesentliches, den Bezug

zur Basis ihres Wohlstands zu verlieren. Es herrscht bei Vielen die Vorstellung, dass unsere Gesellschaft

den höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht hat, und damit der Wunsch, diesen Status möglichst

zu konservieren. Dieser wird genossen und als sicher angenommen. Was diesen Zustand

stört, wird abgelehnt oder gar bekämpft. häufig sind neugier und tatendrang einer gewissen Selbstzufriedenheit

gewichen. Die Basis unseres Wohlstands ist aber auch heute noch die industrielle

Wertschöpfung; es sind – bei allem vorhandenen nutzen – nicht die Dienstleistungen. Industriebetriebe,

Energieversorger und Rohstoffproduzenten aber geraten vor allem in Deutschland

zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Immer häufiger stemmen sich Bürger gegen Industrieund

Infrastrukturprojekte. Es fehlt nicht selten das Bewusstsein dafür, dass die Grundlagen unseres

Wohlstands hart erarbeitet werden müssen, sie werden als selbstverständlich angesehen. Dabei

ist es vor allem die Industrie, die mit ihren langen Wertschöpfungsketten unserem land im inter-


Inhalt →

nationalen Wettbewerb einen Platz in der Spitzengruppe beschert und Deutschland zu einer der

größten Exportnationen der Welt macht.

liebe leserinnen und leser,

kommen wir vor diesem hintergrund zu unserer tätigkeit als Rohstoffunternehmen: Wir denken

langfristig und entwickeln unsere Verfahren kontinuierlich weiter. Wir investieren in den Umweltschutz,

senken unsere Emissionen und erhöhen stetig unsere Ressourceneffizienz. Diese Maßnahmen

sind unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten notwendig, aber auch gut für die

Umwelt. Sie verbessern die langfristigen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftlich erfolgreiche

Produktion und tragen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Standorte bei.

Wir schauen darauf, aus dem Wünschenswerten das Machbare herauszufiltern und Potenziale

innerhalb des vom Unternehmenszweck vorgegebenen Rahmens auszuschöpfen: K+S kann die mit

der Produktion verbundenen Emissionen sowohl aus technischen als auch aus wirtschaftlichen

Gründen eben nicht auf null zurückfahren, sondern – in anführungszeichen – „nur“ intensiv daran

arbeiten, diese weiter zu reduzieren.

Wir setzen Ressourcen für Projekte nur dort ein, wo wir die begründete Erwartung haben, dass die

Maßnahme auch wirklich einen nutzen stiftet. Je enger dieser nutzen mit dem Geschäftszweck


des Unternehmens verbunden ist, desto stärker kann er sich auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Um herauszufinden, welche Maßnahmen das sein können, bedarf es vor allem zweierlei:

+ Erstens ist ein systematisches Monitoring notwendig, um ökonomische, soziale und ökologische

trends frühzeitig zu identifizieren; Stakeholder-Dialoge mit der Politik, Zulieferern, Kunden

und auch Umweltgruppen sind in diesem Zusammenhang wichtig.

+ Und zweitens bedarf es eines Chancen- und Risikomanagements, das die erkannten themen und

trends so in die Managementprozesse einbezieht, dass bestehendes Geschäft gefördert, neue

Chancen genutzt und Risiken minimiert – kurz: dass sprichwörtlich „nachhaltige“ Wettbewerbsvorteile

geschaffen werden können.

Dies ist gewiss eine anspruchsvolle aufgabe – und wir sind auf dem Weg hin zu einem integrierten

nachhaltigkeitsmanagement sicherlich noch ein Stück unterwegs.

Im vergangenen Jahr haben wir ein nachhaltigkeitskomitee eingesetzt, das aufgabenstellungen

im Sinne unseres nachhaltigkeitsverständnisses bearbeitet und Empfehlungen bzw. Entscheidungsvorlagen

für den Vorstand erarbeitet. Das interdisziplinär und international besetzte Gremium

widmet sich der frühzeitigen, systematischen Identifizierung und Priorisierung von nachhaltigkeitsthemen

und -initiativen. ab Frühjahr 2013 ergänzt eine erfahrene nachhaltigkeitsmanagerin das

Komitee mit der aufgabe, das nachhaltigkeitsmanagement bei K+S gruppenweit weiter zu professionalisieren.


Inhalt →

nachhaltige Unternehmensführung ist für K+S keine zusätzliche aktivität, sondern unsere art,

erfolgreich das Kerngeschäft zu betreiben: gewinnorientiert und dabei möglichst umweltschonend

und sozialverträglich!

auch deshalb haben wir im vergangenen Jahr weltweit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aufgerufen, sich an der ersten internationalen Mitarbeiterumfrage zu beteiligen. Wir wollten wissen,

was unsere Mitarbeiter bewegt. 76 % der Befragten haben sich beteiligt, ein sehr guter Wert für

eine Erstbefragung. Die Ergebnisse zeigen, dass K+S gut dasteht; insbesondere die Ergebnisse in den

Kategorien Mitarbeiterengagement und Mitarbeiterbindung stachen positiv heraus. natürlich

soll eine solche Befragung auch Verbesserungspotenzial zutage fördern. hier haben wir gelernt, dass

wir aus Sicht der Mitarbeiter in den Bereichen Kommunikation und Personalentwicklung noch

mehr tun können. Daran werden wir arbeiten.

Blicken wir kurz auf die finanzielle Entwicklung Ihrer K+S im Jahr 2012 zurück:

+ Der Umsatz hat mit rund 3,9 Mrd. € wie erwartet das Vorjahresniveau erreicht.

+ Das operative Ergebnis lag mit rund 809 Mio. € sehr nah bei unserer zuletzt kommunizierten

Prognose.

+ Das bereinigte Ergebnis je aktie stieg auf 3,34 €, einschließlich des Ertrags aus der Veräußerung

des nitrogen-Geschäfts.


Ein erfreuliches Ergebnis hat unser Geschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten beigesteuert, das

zweitbeste nach dem in vieler hinsicht außergewöhnlichen Jahr 2008. Dennoch: Wir dürfen und

werden nicht ruhen, unsere Effizienz in diesem arbeitsgebiet weiter zu erhöhen. Das enttäuschende

Ergebnis im Geschäftsbereich Salz war besonders durch das schwache auftausalzgeschäft infolge

des außerordentlich milden Winters anfang 2012 belastet, ein Minus, das wir über das gesamte Jahr

nicht mehr aufholen konnten. nicht nur deshalb werden wir uns auch hier sehr intensiv mit der

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit befassen.

Was heißt das für das Jahr 2013? Im Geschäftsbereich Salz erwarten wir eine spürbare Erhöhung

der absatzmenge schon allein aufgrund der winterlichen Verhältnisse zu Beginn dieses Jahres. Und

nach den wichtigen Vertragsabschlüssen in China und Indien, welche die Märkte deutlich belebt

haben, sollten wir im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte wiederum einen absatz auf

dem hohen niveau des Vorjahres erzielen können, allerdings bei einem niedrigeren Durchschnittspreisniveau.

alles in allem gehen wir für die K+S Gruppe von einer leichten Erhöhung des Umsatzes

und des operativen Ergebnisses aus.

auch im namen meiner Vorstandskollegen möchte ich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

für ihre hohe Identifikation mit dem Unternehmen, ihre treue Verbundenheit und das Jahr für

Jahr gezeigte große Engagement herzlich danken.


Inhalt →

Ich danke unseren aktionären, unseren Kunden sowie allen Partnern der K+S Gruppe für das in

uns gesetzte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Wir wollen auch weiterhin mit all

unserem Einsatz für Sie zur Verfügung stehen und mit unseren Produkten einen Beitrag zum

Wohl der Gesellschaft leisten.

NORBERT STEINER

VORSITZENDER DES VORSTANDS




Inhalt →


vielfalt leben

6 20 38

Der beweis liegt im ertrag

Der beweis liegt in der vielfalt

Der beweis liegt in der reinheit

52 64 82

Der beweis liegt in der stärke

Der beweis liegt im nährwert

Der beweis liegt auf der zunge




Inhalt

← Zehnjahresübersicht der K+S Gruppe U3

← Bereiche im Überblick U4

← Vorwort

Der Vorstand 4


vielfalt

leben 2

1 nachhaltige

Unternehmensführung

1.1 Strategie zum Umgang

mit Nachhaltigkeitsthemen 11

1.2 K+S-Wachstumsstrategie 11

1.3 Unsere Handlungsfelder 12

1.4 Unsere Managementsysteme 15

1.5 Stakeholderdialoge 18

2 Die K+S Gruppe

2.1 Geschäftsbereich Kaliund

Magnesiumprodukte 25

2.2 Geschäftsbereich Salz 28

2.3 Ergänzende Aktivitäten 32

2.4 Unsere Standorte 34

3 proDUKtverantwortung

3.1 Umfangreiche Produktinformationen 43

3.2 Messbare Kundenzufriedenheit 43

3.3 Forschung und Entwicklung 44

3.4 Düngemittel für eine ausgewogene

Pflanzenernährung 46

3.5 Mineralstoffe für die menschliche

Ernährung 48

3.6 Salz als Auftaumittel 49

3.7 Beiseitigung und Verwertung von Abfällen 50

4 Ökonomie

4.1 Geschäftliche Rahmenbedingungen 57

4.2 Umsatz und Ergebnis 57

4.3 K+S-Aktie 61

5 Ökologie

5.1 Kaliproduktion und Gewässerschutz 69

5.2 Energieeffizienz und Klimaschutz 72

5.3 Rekultivierung und Naturschutz 75

5.4 Kennzahlen und Erläuterungen 77

6 soziales

6.1 Diversity und Chancengleichheit 87

6.2 Unsere Mitarbeiter 88

6.3 Betriebliches Gesundheitsmanagement 90

6.4 arbeitssicherheit 92

6.5 Flexible Arbeitszeitmodelle 94

6.6 Führungskultur 95

6.7 Beteiligung am Unternehmenserfolg

und Altersvorsorge 95

6.8 ausbildung 97

6.9 Personalentwicklung 98

6.10 Austausch von Wissen und Erfahrung 99

6.11 Mitbestimmung 100

6.12 Lieferkette 101

6.13 Gesellschaftliches Engagement 103

Weitere Informationen

GRI-Richtlinien 104

Glossar 108

abbildungsverzeichnis 111

tabellenverzeichnis 112

Stichwortverzeichnis 112

Finanzkalender, Kontakt, Impressum 114


4 Der Vorstand

Der Vorstand

norbert steiner

JURIST, VORSTANDSVORSITZENDER

joachim felker1

INDUSTRIEKAUFMANN

gerd grimmig

DIPLOM-INGENIeur

wurde 1954 in Siegen geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften

in Heidelberg und seinem Referendariat

im Bezirk des Oberlandesgerichts Karlsruhe nahm er 1983

seine Berufstätigkeit in der Steuerabteilung der BASF AG

auf, deren Unterabteilung Zölle und Verbrauchssteuern er

ab 1988 leitete. Im Jahr 1993 übernahm er die Leitung des

Bereichs Recht, Steuern und Versicherungen der K+S AKTIEN-

GESELLSCHAFT. Im Mai 2000 wurde Norbert Steiner Mitglied

des Vorstands, im Januar 2006 stellvertretender Vorsitzender

und im Juli 2007 Vorstandsvorsitzender der K+S AKTIEN-

GESELLSCHAFT. In seiner Verantwortung liegen der Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte, die Bereiche Unternehmensentwicklung,

Recht/Compliance, Investor Relations,

Corporate Communications sowie Internationale HR-Koordination.

wurde 1952 in Bad Godesberg geboren. Nach seinem Abitur

im Jahr 1974 absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann

bei der BASF AG und arbeitete dort als Wirtschaftsassistent.

Von 1980 bis 1999 hatte er mehrere Managementund

Marketingpositionen innerhalb des BASF-Konzerns inne,

u. a. in Asien. Zuletzt war er als Abteilungsdirektor des

Bereichs Düngemittel tätig. Seit dem Jahr 2000 war Joachim

Felker in der K+S GRUPPE tätig, zunächst als Geschäftsführer

der FERTIVA GMBH und ab 2003 als Mitglied der Geschäftsführung

der K+S KALI GMBH. Im Oktober 2005 wurde er

Mitglied des Vorstands der K+S AKTIENGESELLSCHAFT. Vor seinem

Eintritt in den Ruhestand zum 30. September 2012

war er zuständig für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte.

wurde 1953 in Freden geboren. Nach seinem Bergbaustudium

an der TU Clausthal war er in den Grubenbetrieben verschiedener

Werke und im Bereich Bergbau der Hauptverwaltung

der Kali und Salz AG (heute K+S AKTIENGESELLSCHAFT)

tätig. Von 1990 bis 1996 hatte er verschiedene Werksleiterpositionen

im Bereich Bergbau inne. Von Januar 1997 bis September

2001 war Gerd Grimmig Geschäftsführer der KALI

UND SALZ GMBH und zuständig für das Ressort Bergbau. Seit

Oktober 2000 ist er Mitglied des Vorstands der K+S AKTIEN-

GESELLSCHAFT. In seiner Verantwortung liegen die Bereiche

Bergbau, Geologie, Technik/Energie, Forschung und Entwicklung,

Umwelt, Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement,

Inaktive Werke, Entsorgung und Recycling, Tierhygieneprodukte,

MSW CHEMIE und K+S ConsuLTING.

1 Vorstandsmitglied bis 30. September 2012.


Der Vorstand

5

dr. thomas nöcker

JURIST

Dr. Burkhard Lohr2

Diplom-KauFMANN

Mark Roberts3

BACHelor of Science (Marketing)

wurde 1958 in Neukirchen-Vluyn geboren. Nach seinem Studium

der Rechtswissenschaften und anschließender Promotion

in Münster absolvierte er seine Referendarzeit u. a. in

Düsseldorf und Montreal, Kanada. 1991 nahm er seine berufliche

Tätigkeit bei der RAG AG auf, für die er in verschiedenen

Funktionen tätig war. Im Anschluss daran wurde er 1998

zum Mitglied des Vorstands der RAG SAARBERG AG berufen und

war dort für die Bereiche Personal, Recht sowie IT-Management/Organisation

zuständig. Seit August 2003 ist Dr. Thomas

Nöcker Mitglied des Vorstands der K+S AKTIENGESELLSCHAFT.

Er ist Arbeitsdirektor und zuständig für die Bereiche Personal

(inkl. Gesundheitsmanagement), IT, Organisations- und Projektmanagement,

Immobilienmanagement, Wissensmanagement,

Logistik sowie für CFK (Handel).

wurde 1963 in Essen geboren. Nach seinem Studium der

Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln trat er 1991

in die MANNesmann AG ein. Ab 1993 war er in verschiedenen

Funktionen für die Hochtief AG, Essen, tätig, u. a. als Mitglied

der Geschäftsleitung der Niederlassung München und

als CFO der Hochtief Construction AG, Essen. Im Jahr 2001

promovierte Burkhard Lohr zum Dr. rer. pol. an der Technischen

Universität Braunschweig. Seit 2006 verantwortete er

als CFO der Hochtief AG die Bereiche Finanzen, Investor

Relations, Rechnungswesen, Controlling und Steuern. 2008

übernahm er zusätzlich die Funktion des Arbeitsdirektors.

Seit 1. Juni 2012 ist er Mitglied des Vorstands der K+S Aktiengesellschaft

und verantwortlich für die Bereiche Finanzen

und Rechnungswesen, Konzern-Controlling, Steuern, Revision,

Einkauf, Material- und Lagerwirtschaft, Versicherungen sowie

Datenschutz.

wurde 1963 in New Jersey, USA, geboren. Sein beruflicher

Werdegang begann als Marketing Manager bei der VICTAulic

Corporation of America. Im Jahre 1988 wurde er als Vertriebsmitarbeiter

und Kundenbetreuer Inland für die ASHLAND

Chemical Company tätig. Seit 1992 arbeitete er als Vertriebsleiter

bei der Potash Import & Chemical Corporation (PICC),

der amerikanischen Vertriebsgesellschaft von K+S KALI und

wurde anschließend ihr Vice President. 2004 wurde er President

von PICC, und seit April 2008 war er CEO der INTernational

SALT Company (ISCO) in Clarks Summit, Pennsylvania,

USA. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2009 wurde Mark Roberts

zum CEO von MorTON SALT in Chicago, Illinois, USA, ernannt.

Seit 1. Oktober 2012 ist er CEO der K+S North America SALT

Holdings in Chicago und als Mitglied des Vorstands der K+S

Aktiengesellschaft verantwortlich für den Geschäftsbereich

Salz.

2 Vorstandsmitglied seit 1. Juni 2012.

3 Vorstandsmitglied seit 1. Oktober 2012.


nachhaltige Unternehmensführung

Vielfalt Leben

7

der beweis liegt

im ERTRAG

Die weltweite Nachfrage nach Palmöl steigt weiter. Die

Lebensmittelindustrie, die Ch emisch e Industrie und auch der

Energiesektor setzen auf das tropisch e Pflanzenöl.

Palmöl ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Sowohl das Rohöl, das aus dem gelblichen Fruchtfleisch

der Pflanze gewonnen wird, als auch das Kernöl, ein festes

Pflanzenfett, das besonders reich an Laurinsäure ist,

sind ungemein vielseitig, leicht zu verarbeiten und frei

von gesundheitsschädlichen Transfettsäuren.

Die Ölpalme ist eine sehr komplexe Pflanze, die Sonnenenergie,

Wasser und Nährstoffe in ein Pflanzenöl

umwandelt. Die bis zu 30 Meter hohe Palme produziert

Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm.

Eine Palme kann mehr als 3.000 Früchte pro

Wachstumszyklus tragen.

In Deutschland enthält bereits jedes zweite Supermarktprodukt

das Öl dieser tropischen Pflanze. In Margarine,

Schokolade und Kuchen, in Chips, Aufbackbrötchen,

Soßen und Ofen-Pommes steckt es drin. In Fertiggerichten

ist es enthalten, auch in Hautcreme, Seife, Sonnenmilch,

Duschgel und Kerzen. Fünf Prozent der globalen

Palmöl-Ernte werden als Rohstoff für die Strom- und

Wärmeproduktion und als Biokraftstoff genutzt – mit

steigender Tendenz. Und vor allem in den bevölkerungsreichen

Staaten Asiens – Indien und China – decken

viele Menschen ihren täglichen Fettbedarf mit Palmöl.

Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit wird es in Asien

und Afrika zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt.

Ursprünglich ist die Palme in den Regenwäldern von

Westafrika beheimatet und wurde dort seit Jahrhunderten

als Nutzpflanze angebaut. In den Aufzeichnungen

des portugiesischen Seefahrers Gil Eanes aus dem

Jahr 1443 wird die Palme erstmals von einem Europäer


BeST MANAGemeNT PrACTICe im ÖlpALMeNANBAu

Auf Basis von Forschungsaktivitäten und Feldversuchen

erstellen wir individuelle Düngungsempfehlungen für

Kunden weltweit, die Voraussetzung für eine „gute fachliche

Praxis“ sind. Zurzeit betreuen wir rund 130 Feldversuche.

Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben eine

gezielte, standortgerechte Bewertung von Nährstoffform,

Düngermenge und Düngungszeitpunkt. Der Versuchsaufbau

erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit

lokalen Universitäten und wissenschaftlichen Instituten.

Viele dieser Versuche finden direkt beim Landwirt

statt, der unmittelbar vom Erkenntnisgewinn profitiert.

Besonders in den Schwellenländern trägt unsere landwirtschaftliche

Anwendungsberatung damit zum Knowhow-Transfer

bei; sie schult nicht nur die Verkaufsberater

der Partner vor Ort sowie die Verantwortlichen auf

den Plantagen, sondern unterstützt auch lokale Behörden

und Ausbildungseinrichtungen mit umfangreichen

Informationsmaterialien. Auf Plantagen in Kolumbien

und Südostasien haben wir beispielsweise eine Best

Management Practice (BMP) im Ölpalmenanbau eingeführt,

die auf umfangreichen Forschungen mehrerer

renommierter Institute beruht. Diese BMP besteht aus

30 unterschiedlichen, erprobten Maßnahmen; neben der

Düngung sind dies beispielsweise Sortenwahl, Bodenbearbeitung,

Pflanzenschutzmittel und Wassermanagement.

Die Kombination dieser Maßnahmen verbessert

das Anbauverfahren, führt auf den Palmölplantagen zu

einem deutlichen Ertragsanstieg pro Hektar und zu mehr

Einkommen in den ländlichen Gebieten.


nachhaltige Unternehmensführung

Vielfalt Leben

9

Sachgerechter Düngemitteleinsatz erhöht Fläch enerträge.

erwähnt. Über Sklaventransporte kam die Ölpalme

wahrscheinlich nach Südamerika. Nach Asien gelangte

sie als Zierpflanze für Botanische Gärten.

Heute werden weltweit mehr als 45 Millionen Tonnen

Palmöl im Jahr produziert, hauptsächlich in Südostasien

und Südamerika. Auf dem weltweiten Pflanzenölmarkt

hat Palmöl mittlerweile einen Anteil von 32 Prozent.

Kein Wunder also, dass sich die Anbaufläche für Ölpalmen

seit 1990 weltweit auf zwölf Millionen Hektar verdoppelt

hat, in Indonesien sogar verzehnfacht. Palmöl

ist aber in die Kritik geraten, weil für die Anlage der

Plantagen insbesondere in Asien Regenwald vernichtet

worden ist. Doch: Der Ertrag lässt sich mit den richtigen

Konzepten auch auf den bereits bestehenden Flächen

weiter erhöhen. Hierzu zählt nicht nur der sachgerechte,

auf die Bodenverhältnisse ausgerichtete Düngemitteleinsatz,

sondern auch die grundsätzliche pflanzenbauliche

Optimierung, wozu beispielsweise Aufzucht,

Schnitt, Drainage und Bodenpflege gehören. So kann es

mit dieser Pflanze gelingen, auf vergleichsweise geringer

Fläche einen großen Teil des weltweiten Bedarfs an

Pflanzenölen zu decken. Für andere Ölpflanzen müssten

um ein Zehnfaches größere Anbauflächen bereitgestellt

werden.

Ökonomie und Ökologie können somit auch im Ölpalmenanbau

Hand in Hand gehen. Diese nachwachsenden

Rohstoffe sind ein Wirtschaftszweig der Zukunft.


Nachhaltige Unternehmensführung

Nachhaltigkeit ist bei K+S FührungsaUFGabe / Nachhaltigkeitsmanagement

im Sinne der Strategie weiterentwickelt: Komitee ist bereits eingesetzt, Managerin nimmt

im Frühjahr 2013 Tätigkeit auf / Wesentliche Handlungsfelder in Materialitätsanalyse definiert

1

1.1 Strategie zum Umgang

mit Nachhaltigkeitsthemen 11

1.2 K+S-Wachstumsstrategie 11

1.3 Unsere Handlungsfelder 12

1.4 Unsere Managementsysteme 15

1.5 Stakeholderdialoge 18


nachhaltige Unternehmensführung

1.1 strategie zum Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen / 1.2 k+S-Wachstumsstrategie

11

1.1 strategie zum Umgang

mit Nachhaltigkeitsthemen

Als Rohstoffunternehmen müssen wir langfristig denken

und handeln. Für uns bedeutet nachhaltige Entwicklung

Zukunftsfähigkeit. Wir werden wirtschaftlich auf

Dauer nur erfolgreich sein, wenn wir bei unserem unternehmerischen

Handeln, welches auf die Erzielung nachhaltigen

wirtschaftlichen Erfolgs ausgerichtet ist, auch

ökologische und soziale Aspekte angemessen berücksichtigen.

/ Vision und Mission sind unter

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte veröffentlicht.

Die frühzeitige und systematische Identifizierung und

Bewertung dieser Themen sowie gesellschaftlicher

Trends und ihre Einbeziehung in unsere Managementprozesse

helfen uns, unser bestehendes Geschäft zu fördern,

neue Geschäftschancen zu ergreifen und Risiken

zu minimieren. / abb: 1.1.1

Die K+S Gruppe verfügt mit den Geschäftsbereichen

Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz über

zwei in vielen Teilen der Wertschöpfungskette synergetisch

verbundene und sich komplementär ergänzende

Arbeitsgebiete mit attraktiven Wachstumsperspektiven.

Neben dem organischen Wachstum streben

wir in den angestammten Geschäftsbereichen

auch Wachstum über Akquisitionen und Koopera -

tionen an.

So stand der Erwerb von Potash One, der zu einem

Ausbau der Kalikapazitäten und zu einer Verlängerung

der durchschnittlichen Lebensdauer unserer Bergwerke

führen wird (Legacy Projekt), ganz im Zeichen

unserer Zwei-Säulen-Strategie. Diese verfolgt das Ziel,

Managementressourcen und finanzielle Mittel auf die

Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte sowie

Salz zu fokussieren. Vor diesem Hintergrund haben wir

im Jahr 2011 das COMPO-Geschäft und im Jahr 2012 das

Nitrogen-Geschäft veräußert.

Differenzierung und nachhaltiges

Margenwachstum durch

Spezialisierung

Bestandteile der

K+S-Wachstumsstrategie ABB: 1.1.1

Differenzierung und

nachhaltiges Margenwachstum

durch Spezialisierung

Ausbau eines

ausgewogenen

Regionalportfolios

Setzen von

Standards für Qualität,

Zuverlässigkeit und

Service

Ausbau der strategischen

Geschäftsbereiche

durch Akquisitionen und

Kooperationen

Ausbau eines ausgewogenen

Regionalportfolios

Effizienzsteigerung

und Nutzung

von Synergien

Weltweit sind sowohl Kali- als auch Salzmärkte durch

saisonale wie auch regionale Nachfrageschwankungen

gekennzeichnet. Die Strategie der K+S Gruppe zielt auf

ein ausgewogenes Regionalportfolio ab, das einen Ausgleich

von wetterbedingten Schwankungen sowie eine

Abfederung zyklischer Markttrends ermöglichen sollte.

1.2 K+S-Wachstumsstrategie

Strategische Ausrichtung

der Geschäftsbereiche

Die K+S Gruppe strebt die Festigung und den Ausbau

der Marktpositionen in ihren Geschäftsbereichen Kaliund

Magnesiumprodukte sowie Salz insbesondere über

die verstärkte Vermarktung von Spezialprodukten an.

Die Veredelungsstrategie ermöglicht in den Geschäftsbereichen

die Realisierung höherer Margen.

Setzen von Standards für Qualität,

ZuverläSSigkeit und Service

Ziel der K+S Gruppe ist es, im Markt der bevorzugte

Partner ihrer Kunden zu sein. Hohe Produktqualität und

Zuverlässigkeit sind hierfür entscheidende Voraussetzungen.

In Ergänzung der Spezialisierungsstrategie werden

dort, wo es wertschaffend ist, Serviceleistungen und

-innovationen vorangetrieben. Die individuelle Beratung


12 1.2 K+S-Wachstumsstrategie / 1.3 Unsere Handlungsfelder

Emerging Markets

Die Nachfrage nach Düngemitteln wird erheblich durch

das Wirtschaftswachstum sowie die wirtschaftliche

Entwicklung und die damit einhergehenden steigenden

Lebensstandards in den relevanten Märkten beeinflusst.

In Schwellenländern wie China und Indien gelangen

mehr und mehr Menschen zu Wohlstand, die Ernährungsgewohnheiten

ändern sich und der Kalorienverbrauch

pro Kopf nimmt weiter zu. Die Nachfrage nach

qualitativ höherwertigeren Lebensmitteln steigt, insbesondere

nach Fleisch- und Milchprodukten. Je mehr dieder

Kunden ermöglicht bedarfsgerechte Lösungen zu

identifizieren und so die Kundenbindung zu stärken.

Mit unseren Angeboten streben wir an, im Markt neue

Standards zu setzen.

Effizienzsteigerung und Nutzung

von Synergien

Die Kostenposition stellt im Hinblick auf die wichtigsten

Wettbewerber in den Hauptabsatzmärkten in den

Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte

sowie Salz einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Neben der

konsequenten Verfolgung von Kostensenkungs- und Flexibilisierungsinitiativen

über die gesamte Prozesskette

hinweg liegt der Fokus auch auf der Optimierung des

internationalen Produktionsnetzwerks und der damit

verbundenen Mengenströme und Logistikkosten. Vergleichbare

Abbauverfahren ermöglichen Synergien zwischen

den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte

sowie Salz beim Austausch von technischem,

geologischem und logistischem Know-how sowie Skaleneffekte

bei der Beschaffung von Maschinen und

Hilfsstoffen.

1.3 Unsere Handlungsfelder

Im Jahr 2010 haben wir in einer internen Materialitätsanalyse

unsere wesentlichen Handlungsfelder für eine

nachhaltige Entwicklung definiert, sie auf Chancen und

Risiken hin überprüft sowie die Erwartungen unserer

Stakeholder und unsere Einflussmöglichkeiten analysiert.

Unsere Handlungsfelder leiten sich aus Vision,

Mission und Strategie, aus den globalen Megatrends

sowie aus Managementthemen ab. Von Mitarbeitern,

Kunden, Behörden, NGOs sowie aus unserer Verbandsarbeit

erhalten wir konkrete Hinweise, was von uns als

weltweit agierendem Rohstoffunternehmen erwartet

wird. Eigene Analysen ergänzen dieses Bild.

Ein Handlungsfeld ist für uns wesentlich, wenn es die

folgenden Kriterien erfüllt:

+ + Es beeinflusst unser unternehmerisches Handeln

gegenwärtig oder zukünftig in hohem Maße und

+ + es ist für unsere Stakeholder wichtig und

+ + wir sind in der Lage, Einfluss zu nehmen.

/ tab: 1.3.1

Handlungsfelder aus Megatrends

ser Produkte auf dem Speisezettel stehen, desto mehr

Futtermittel für die Tiere müssen auf den begrenzt zur

Verfügung stehenden Ackerflächen produziert werden.

Daher dürfte die Nachfrage nach unseren Düngemitteln

in den kommenden Jahren ansteigen. Die Wachstumsraten

der Überseemärkte Lateinamerika und Südostasien

sollten dabei mittel- bis langfristig stärker zulegen. Wir

gehen davon aus, in diesen Regionen künftig gut ein

Drittel unserer Düngemittel zu verkaufen.

/ Siehe know-how-transfer, Seite 94.

Auch der Verbrauch von Gewerbe- und Industriesalz

wird von Wirtschaftswachstum und Industrialisierung

in den Schwellenländern getrieben. Mit unserer

chilenischen Salztochter SPL profitieren wir von den

Wachstumsraten in Südamerika und bauen unsere Vertriebsaktivitäten

in Richtung der asiatischen Märkte

weiter aus.

Bevölkerungswachstum

Die Vereinten Nationen schätzen, dass zur Mitte des

21. Jahrhunderts mehr als neun Milliarden Menschen

auf der Erde leben werden. Dies bietet den Anbietern

von Düngemitteln große Chancen, da die landwirtschaftliche

Produktion nach jüngsten Schätzungen

bis 2050 um 70 % steigen muss, um weitere 2 Milliarden

Menschen, wenn nicht mehr, ernähren zu können.

Unsere mineralischen Düngemittel leisten dabei einen

notwendigen Beitrag zum effizienten und ertragreichen

Anbau, um die Weltbevölkerung mit mehr und besseren

Nahrungsmitteln zu versorgen.


nachhaltige Unternehmensführung

1.3 unsere Handlungsfelder 13

Matrix Handlungsfelder TAB: 1.3.1

Megatrends

Emerging Markets

Bevölkerungswachstum

Chancen Risiken Stakeholder-Erwartungen Einflussmöglichkeiten von K+S

Veränderte Ernährungsgewohnheiten/höherer

Konsum

Erhöhung der landwirtschaftlichen

Produktion um 70 % bis 2050

— Beitrag zur Entwicklung

der Landwirtschaft

— Beitrag zur Ernährung der

wachsenden Weltbevölkerung

Demografischer Wandel — Nachwuchskräftemangel/alternde

Belegschaft /altersbedingte Fluktuation

Wassermangel

Verstärkte Nachfrage nach

Flüssig- und Blattdüngern

Ausbau Vertrieb und Logistik in Schwellenländern/ Vermittlung

von Kenntnissen über ausgewogene Düngung

Beitrag zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Erträge

— Aus-/ Weiterbildung, Gesundheitsmanagement,

Frauenförderung, flexible Arbeitszeitmodelle

— Reduktion des Wasserverbrauchs Forschung, um Wassernutzungseffizienz

von Pflanze und Boden zu erhöhen

Klimawandel — — Verminderung der klimarelevanten

Emissionen aus

Produktion und Transport

Einführung Energiemanagementsystem

nach DIN ISO 500001

Managementthemen

Know-how-Transfer

Arbeit und Gesundheit

Compliance

Beratungsleistung zeichnet K+S aus,

Mitarbeiterkompetenzen tragen

zum wirtschaftlichen Erfolg bei

Leistungsfähige, motivierte

Mitarbeiter über die gesamte

Dauer des Erwerbslebens

Verbesserung des Ansehens

bei allen Stakeholdern

— Weitergabe von Wissen und

Erfahrung an Nachwuchskräfte,

Kunden, Lehre und Forschung

— Hohe Arbeitssicherheitsstandards in der

Produktion, insbesondere im Bergbau

Straf- und zivilrechtliche Sanktionen,

Imageverlust

Adäquate Compliance-Organisation

Energieeffizienz Entlastung im Emissionshandel — Reduzierung des Energieverbrauchs in

der gesamten Wertschöpfungskette

Menschen- und

Arbeitnehmerrechte

Verbesserung des Ansehens

bei allen Stakeholdern

— Anerkennung der Menschenrechte

und der gewerkschaftlichen

Vereinigungsfreiheit

Schulung der Partner und Kunden,

Ideenmanagement, internationale

Mitarbeitertransfers, Ausbau der Weiterbildung

Effektives Arbeitssicherheits- und

Gesundheitsmanagement

Schulung der Mitarbeiter in Compliance-relevanten

Themen/ Verfolgung und Ahndung von Verstößen

Energieeffizienzpotenziale weitgehend

ausgenutzt /Nutzung von Abwärme/Einführung

Energiemanagementsystem nach DIN ISO 500001

Sorgfältige Auswahl von Geschäftspartnern

Spezifische Nachhaltigkeitsherausforderungen

Rohstoffversorgung

Erschließung neuer

Rohstoff-Vorkommen

Gewässerschutz

Sicherung der Produktion durch

Investitionen in den Gewässerschutz

Verknappung der

Ackerflächen

Ausgleich von Anbauflächenverlusten

durch effizientere Bewirtschaftung

der bestehenden Flächen

Kritische Rahmenbedingungen für

die Rohstoffwirtschaft in Europa

Einschränkung und Verlust von

Betriebsgenehmigungen

Nachhaltige Nutzung

natürlicher Ressourcen

Berücksichtigung von Umwelt- und

Naturschutzbelangen

— Beitrag zur Ernährung der

wachsenden Weltbevölkerung

trotz verknappter Ackerflächen

Erweiterung der Kalikapazitäten durch

Greenfield-Projekt in Kanada

Halbierung des im Werk Werra anfallenden Salzwassers

durch Investitionen in den Gewässerschutz (360 Mio.- €-

Maßnahmenpaket), Beantragung von Fernleitungen

Beratung über ausgewogene Düngung,

Einführung von Best Management Practices


14 1.3 unsere Handlungsfelder

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel in Europa und Nordamerika

stellt auch für K+S eine Herausforderung dar. Die

Lebenserwartung der Menschen steigt weiter an, jedoch

stagnieren die Geburtenraten. Schon jetzt ist ein Teil

unserer freien Ausbildungsplätze und offenen Stellen

zunehmend schwieriger zu besetzen. Und es werden

künftig noch weniger junge Menschen für das Arbeitsleben

zur Verfügung stehen (siehe Seite 88).

Wassermangel

Effiziente Wassernutzung ist ein Schlüsselthema der

nachhaltigen Entwicklung. Sollten sich aufgrund klimatischer

Veränderungen Wüsten und Steppen weiter

ausbreiten, könnten nach Schätzungen der Vereinten

Nationen bis zum Jahr 2025 fast zwei Milliarden Menschen

in Gebieten mit Wassermangel leben. Dies könnte

auch auf die dortige Landwirtschaft erhebliche Auswirkungen

haben, denn das meiste Wasser – etwa 70 % des

weltweiten Verbrauchs – wird für den Anbau von Nahrungsmitteln

verwendet. K+S forscht intensiv, um die

Wassernutzungseffizienz von Pflanze und Boden zu verbessern

(siehe Seite 44).

/ Siehe Verknappung der ackerflächen, Seite 15.

Klimawandel

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der

Vereinten Nationen (Fao) kommt zu dem Ergebnis,

dass ein Anstieg der Durchschnittstemperatur – je nach

Modell werden zwischen 1 und 2,5 °C bis 2030 vorhergesagt

– die Anbaubedingungen weltweit beeinflussen

würde. Sollte sich dies bewahrheiten, könnten in der

nördlichen Hemisphäre, beispielsweise in Skandinavien

oder in Sibirien, mit steigenden Temperaturen die Chancen

steigen, Nutzpflanzen anzubauen, die bisher nur

in südlicheren Regionen kultiviert werden konnten. In

südlichen Hemisphären hingegen würden klimatische

Veränderungen wie höhere Temperaturen, steigende

Meeresspiegel, Trockenheit und die damit verbundene

zunehmende Bodenversalzung die bisherigen Anbaubedingungen

für die Landwirtschaft beeinträchtigen und

die zur Verfügung stehende Anbaufläche durch Erosion

oder Überflutung verringern.

/ Siehe Verknappung der ackerflächen, Seite 15.

Laut FAO soll auch die Anzahl der Tage mit Temperaturen

um den Gefrierpunkt steigen, während die Anzahl

der Tage mit strengem Frost abnimmt. Auftausalz wird

bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am stärksten

nachgefragt.

Handlungsfelder aus

Managementthemen

Know-how-Transfer

Mit der zunehmenden Internationalisierung des Unternehmens

und immer komplexeren Aufgabenstellungen

steigen die Anforderungen an unsere Mitarbeiter

stetig. Neben der gezielten Aus- und Weiterbildung ist

es entscheidend, das Bewusstsein unserer Mitarbeiter

für unternehmensspezifisch wichtige Erkenntnisse zu

schärfen und das im Unternehmen vorhandene Wissen

noch besser zu erfassen, zu nutzen und zu sichern.

Hierzu nutzen wir auch das Ideenmanagement (siehe

Seite 99). Ebenso fördert die Versetzung von Mitarbeitern

zu anderen Gruppengesellschaften die Zusammenarbeit,

gewährleistet den Know-how-Transfer und stärkt

deren fachliche und interkulturelle Kompetenz.

Wir wollen mit unserem landwirtschaftlichen Wissen

noch stärker an einer auf die Bedürfnisse von Mensch

und Umwelt abgestimmten Düngeberatung arbeiten.

Nach unserer Einschätzung können die Schwellenund

Entwicklungsländer ihre Ernteerträge bei besserer

Anwendung des Prinzips der ausgewogenen Düngung

noch erheblich steigern (siehe Seite 47).

Arbeit und Gesundheit

K+S will langfristig Arbeitsfähigkeit, Leistungsbereitschaft

und Motivation der Mitarbeiter erhalten bzw.

verbessern. Dies gehört insbesondere vor dem Hintergrund

des demografischen Wandels sowie der Veränderungen

in den Produktions- und Arbeitsprozessen

zu den Schwerpunkten unserer Personalpolitik (siehe

Seite 90).

Compliance

Unser Compliance-System schafft die organisatorischen

Voraussetzungen dafür, dass das jeweils geltende Recht,

unsere internen Regelungen sowie die vom Unternehmen

anerkannten regulatorischen Standards konzernweit

bekannt sind und ihre Einhaltung überwacht werden

kann (siehe Seite 16).


nachhaltige Unternehmensführung

1.3 unsere Handlungsfelder / 1.4 unsere Managementsysteme

15

Energieeffizienz

Wir bereiten die Einführung eines Energiemanagementsystems

nach DIN ISO 50001 für alle deutschen Standorte

vor, um ab dem Jahr 2015 unsere Energieeffizienz

gezielt weiter zu steigern (siehe Seite 72).

Handlungsfelder aus K+S-spezifischen

Herausforderungen

Rohstoffversorgung

Angesichts der hohen Auslastung unserer technisch

verfügbaren Kapazitäten in Deutschland sowie der

voraussichtlich deutlich steigenden Nachfrage nach

Düngemitteln in der Zukunft verfolgen wir die Strategie,

unsere Produktionskapazitäten für Kali zu erweitern.

Mit dem Legacy Projekt – angesiedelt in der K+S

Potash Canada – verfügt der Geschäftsbereich Kaliund

Magnesiumprodukte über die Möglichkeit, die jährliche

Produktionskapazität langfristig um mindestens

2,86 Mio. t zu erhöhen (siehe Seite 25).

Um auch zukünftig aus deutschen Lagerstätten Rohstoffe

gewinnen und verarbeiten zu können, bedarf

es geeigneter Rahmenbedingungen. Die Rohstoffgewinnung

sollte mit anderen Flächennutzungen und

den Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes

in ausgewogener Weise in Einklang stehen. Mehr und

mehr sehen wir in Deutschland allerdings den Zugang

zu Lagerstätten durch Schutzgebietsausweisungen und

Überplanung mit anderen Nutzungen behindert oder

versperrt, weil insbesondere dem Naturschutz ohne ausreichende

Güterabwägung der Vorrang gegenüber einer

Rohstoffgewinnung eingeräumt wird.

Gewässerschutz

Im Oktober 2011 war Spatenstich für die umfangreiche

Umsetzung des „Maßnahmenpakets zum Gewässerschutz“

im Werk Werra. Es umfasst eine Vielzahl von

technischen Einzelmaßnahmen zum Grundwasserund

Gewässerschutz sowie die Prüfung weiterer Maßnahmen.

Bis zum Ende des Jahres 2015 werden wir 360

Mio. € investieren und damit die Salzabwassermenge

auf durchschnittlich 7 Mio. m3 pro Jahr senken (siehe

Seite 70).

Verknappung der Ackerflächen

Die zur Verfügung stehenden Ackerflächen nehmen

weltweit unter anderem durch Verstädterung, Erosion

und Bodenversalzung weiter ab. Standen im Jahr 1970

noch 0,38 Hektar landwirtschaftliche Fläche pro Kopf zur

Verfügung, werden es im Jahr 2050 voraussichtlich nur

noch 0,18 Hektar sein. Nennenswerte geeignete Bodenreserven

sind in vielen Teilen der Welt nicht mehr vorhanden.

Als realistische Option für eine Gegenstrategie

bleibt die Steigerung der Produktivität auf den bereits

bestehenden Ackerflächen durch Nutzung von fortschrittlichen

Anbaumethoden, einer ausgewogenen

Mineraldüngung und widerstandsfähiger Pflanzensorten,

um die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln

zu bedienen (siehe Seite 46).

/ Siehe klimawandel, Seite 14.

1.4 Unsere Managementsysteme

NachhaltigkeitSManagement

Derzeit entwickeln wir unser Nachhaltigkeitsmanagement

weiter. Im vergangenen Jahr hat der Vorstand ein

Nachhaltigkeitskomitee eingesetzt, das Aufgabenstellungen

im Sinne unseres Nachhaltigkeitsverständnisses

bearbeitet und Empfehlungen bzw. Entscheidungsvorlagen

für den Vorstand erarbeitet. Das interdisziplinär

und international besetzte Gremium widmet sich

der frühzeitigen, systematischen Identifizierung und

Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen und -initiativen.

Nachhaltigkeitsmanagement ABB: 1.4.1

Nachhaltigkeitsmanager

+ Gruppenweiter Ausbau des

Nachhaltigkeitsmanagements

bei K+S

Vorstand

K+S Nachhaltigkeitskomitee

Interdisziplinäres und

internationales

Expertengremium

+ Frühzeitige und systematische

Identifizierung

und Priorisierung von

Nachhaltigkeitsthemen

+ Erarbeitungen von

Empfehlungen und

Entscheidungsvorlagen

für den Vorstand


16 1.4 unsere Managementsysteme

Ab Frühjahr 2013 ergänzt eine erfahrene Nachhaltigkeitsmanagerin

das Komitee mit der Aufgabe, das Nachhaltigkeitsmanagement

bei K+S gruppenweit weiter zu

professionalisieren. Entscheidungen von konzernweiter

Bedeutung werden grundsätzlich vom Gesamtvorstand

getroffen. Das Thema Nachhaltigkeit wird bei K+S als

Führungsaufgabe verstanden. / abb: 1.4.1

Chancen- und Risikomanagement

Die Geschäftspolitik der K+S Gruppe ist darauf ausgerichtet,

den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft

risikoadäquate Renditen zu erwirtschaften sowie

den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich

zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, erfordern

die weltweiten Geschäftsaktivitäten ein permanentes,

verantwortungsvolles Erkennen und Abwägen von

Chancen und Risiken. Effektives Chancen- und Risikomanagement

ist integraler Bestandteil der Unternehmensführung.

In der K+S Gruppe sind Chancen- und Risikomanagement

eng miteinander verknüpft. Bei Chancen handelt

es sich um interne und externe Entwicklungen, die sich

positiv auf den Konzern auswirken können. Unser Chancenmanagement

leiten wir im Wesentlichen aus den

Zielen und Strategien der Unternehmenseinheiten ab

und sorgen für ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis.

Die direkte Verantwortung für das frühzeitige

und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Nutzen

von Chancen obliegt dem Management der Unternehmenseinheiten.

Das Chancenmanagement ist integraler

Bestandteil der konzernweiten Planungs- und Steuerungssysteme.

Unter Risiken verstehen wir das mögliche Eintreten

interner wie externer Ereignisse, die das Erreichen

unserer kurz- und mittelfristigen sowie strategischen

Ziele negativ beeinflussen können. Das Risikomanagement

der K+S Gruppe hat zum Ziel, Risiken so früh wie

möglich zu identifizieren, zu bewerten und potenzielle

geschäftliche Einbußen durch geeignete Maßnahmen

zu begrenzen. Damit soll eine Bestandsgefährdung verhindert

und durch unternehmerische Entscheidungen

auf dieser Basis langfristig Wert geschaffen werden.

Dazu nutzen wir konzerneinheitliche Planungs-, Steuerungs-

und Kontrollsysteme.

/ Weitere Informationen erhalten Sie im

Finanzbericht ab Seite 113 ff.

Compliance

Unser Compliance-System schafft die organisatorischen

Voraussetzungen dafür, dass das jeweils geltende Recht,

unsere internen Regelungen sowie die vom Unternehmen

anerkannten regulatorischen Standards konzernweit

bekannt sind und ihre Einhaltung überwacht werden

kann. Wir wollen so nicht nur Haftungs-, Straf- und

Bußgeldrisiken sowie sonstige finanzielle Nachteile für

das Unternehmen vermeiden, sondern auch die positive

Reputation des Unternehmens und seiner Mitarbeiter

in der Öffentlichkeit sicherstellen. Es ist für uns

selbstverständlich, dass Compliance-Verstöße verfolgt

und geahndet werden.

Mit der Koordinierung und Dokumentation der konzernweiten

Compliance-Aktivitäten hat der Vorstand

einen Chief Compliance Officer betraut, der direkt an

den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Er leitet den zentralen

Compliance-Ausschuss, dem die Compliance-

Beauftragten der Unternehmenseinheiten sowie die

Leiter von Einheiten der K+S AktiengeseLLSChaft

angehören, die Compliance-relevante Aufgaben wahrnehmen

(z. B. Revision, Risikomanagement, Recht, Personal,

Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement).

/ abb: 1.4.2

Jeder Mitarbeiter wird mit den konzernweit geltenden

Grundwerten und Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct)

sowie den sich daraus ableitenden Unternehmensregelungen

vertraut gemacht. Zu speziellen Themen finden

Schulungen für potenziell betroffene Mitarbeiter

statt (z. B. Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäsche und

Terrorismusfinanzierung, Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsrecht).

Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich intern Rat

in Compliance-relevanten Angelegenheiten zu holen.

Außerdem haben wir externe Hotlines (Ombudsleute)

zur – wenn gewünscht, auch anonymen – Meldung von

Compliance-Verstößen eingerichtet.

/ www.k-plus-s.com/de/pdf/richtlinie-compliance.pdf


nachhaltige Unternehmensführung

1.4 unsere Managementsysteme

17

ArbeitSSicherheit, Gesundheit und

uMweltschutz

Unsere Unternehmensleitlinie Sicherheit, Gesundheit,

Umweltschutz ist die verbindliche Handlungsgrundlage

für alle Mitarbeiter. Aus ihr leitet sich die Sicherheits-,

Gesundheits- und Umweltpolitik von K+S ab.

/ abb: 1.4.3

Die Organisation der für uns gleichrangigen Belange

Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz ruht in Deutschland

auf drei Säulen:

1. Der „Gemeinsame Ausschuss für Sicherheit, Gesundheit,

Umwelt“. Er ist paritätisch besetzt mit Führungskräften

und Arbeitnehmervertretern und wird von

einem Vorstandsmitglied geleitet. Der Ausschuss hat

koordinierende Funktion, regt Verbesserungen und

Investitionen an und wertet regelmäßig betriebliche

Ereignisse aus.

2. Die zentrale Einheit Umwelt, Arbeitssicherheit und

Qualitätsmanagement. Sie koordiniert gruppenweite

Aktivitäten und bietet der dritten Säule fachliche

Unterstützung.

3. Die Ausschüsse auf den Standorten. Sie sind mit den

Werksleitungen, den Managementteams, den jeweiligen

Fachkräften und Beauftragten sowie Mitgliedern

des Betriebsrats besetzt.

/ www.k-plus-s.com/export/sites/k-plus-s.com/de/pdf/leitlinie.pdf

QualitätSManagement

Qualitätsmanagement ist bei K+S Führungsaufgabe in

allen Verantwortungsbereichen. Es bezieht jeden Mitarbeiter

an seinem Arbeitsplatz ein und folgt dem Prinzip

der Fehlervermeidung anstelle der nachträglichen

Fehlerbehebung.

Wir haben auf Grundlage der DIN EN ISO 9001 ein Qualitätsmanagement-System

aufgebaut. Mehr als 80 % aller

Produktionsstandorte verfügen zumindest in Teilbereichen

über ein QM-Zertifikat nach ISO 9001:2008. Im Jahr

2012 waren ca. 45 % unserer Mitarbeiter in zertifizierten

Bereichen tätig.

compliance-system ABB: 1.4.2

Vorstand

Vorstandsvorsitzender (CEO)

Schaffung von organisatorischen Voraussetzungen, um das geltende Recht,

die internen Regelungen und Richtlinien sowie vom Unternehmen anerkannte

regulatorische Standards konzernweit bekannt zu machen und die

Einhaltung zu überwachen

K+S Compliance-Ausschuss

Chief Compliance Officer (CCO) Compliance-Beauftragte Vertreter Compliancerelevanter

Funktionen

K+S Grundwerte und Verhaltensgrundsätze

+ Koordination und Dokumentation

des Compliance-Systems

+ Leitung des

Compliance-Ausschusses

+ der Geschäftsbereiche

+ der Holdingeinheiten

+ Revision, Risikomanagement,

Recht, Personal, Umweltschutz/

Arbeitssicherheit /

Qualitätsmanagement

Vorbeugung

+ Schulung und Training

+ Identifizierung von

Compliance-Risiken

Erkennung von

Compliance-Verstößen

+ Help- und Hotlines

+ Systematische

Aufdeckung von

Non-Compliance-Fällen

Reaktion auf

Compliance-Verstöße

+ Verfolgung/Ahndung von

Compliance-Verstößen

+ ggf. Anpassung des

Compliance-Systems


18 1.4 Unsere Managementsysteme / 1.5 Stakeholderdialoge

Unser Ziel ist es, die Qualität unserer Produkte in allen

Phasen der Wertschöpfungskette weiter zu verbessern –

von der Förderung unserer Rohstoffe über Produktion

und Distribution bis hin zur Anwendung. Die K+S

Gruppe verfügt über eine breite Palette an Zertifikaten,

die den hohen Standard unserer Produktionsstätten und

Herstellverfahren dokumentieren.

/ Die aktuelle Auflistung unserer Zertifikate

finden Sie unter www.k-plus-s.com/de/nachhaltigkeit /qm

Organisation ArbeitsSicherheit, Gesundheit, Umweltschutz ABB: 1.4.3

Gesetzliche Anforderungen

Management Review

Unternehmensleitlinie SGU

Richtlinien SGU

Sicherheits-, Gesundheits- und

Umweltpolitik

Organisation und

Dokumentation

Gefährdungen

Mitarbeiterverantwortung

Gefahrenabwehr

Gesetzeskonformität

Formulierung von Zielen

kontinuierliche

Interne Audits

Verbesserungen

1.5 Stakeholderdialoge

Dem Dialog mit unseren Partnern kommt eine wichtige

Rolle zu. Der Austausch ist notwendig, um die

Anliegen anderer zu verstehen, unser Handeln immer

wieder auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls

alternative Lösungen zu entwickeln – aber auch,

um unsere Positionen und Sichtweisen zu verdeutlichen.

Zu unseren Dialogpartnern zählen Kunden, Lieferanten,

Aktionäre/Investoren, Mitarbeiter, Sozialpartner, Behörden/Regierungen/Abgeordnete,

Standortgemeinden

sowie Verbände/NGOs.

Von der konzernweiten Betreuung internationaler Mitgliedschaften

bis hin zum kommunalen Engagement

im Umfeld unserer Standorte überall auf der Welt – die

Vielschichtigkeit und Komplexität unserer Stakeholder-

Dialoge bedingt, dass auch unsere Gruppengesellschaften

eine wichtige Rolle dabei übernehmen. Sie stehen in

engem und regelmäßigem Kontakt mit den jeweiligen

Interessengruppen – und zwar überall dort, wo wir als

Unternehmen aktiv sind.

Ausgewählte Stakeholderdialoge:

Kunden

Wir führen einen aktiven Dialog mit unseren Kunden,

um das Vertrauen in unsere Produkte und Dienstleistungen

zu stärken und dauerhaft zu sichern. Die

Geschäftsbereiche holen in regelmäßigen Abständen

die Meinung ihrer Kunden zur Produktqualität und

den verbundenen Prozessen und Dienstleistungen

ein. Neben diesen Zufriedenheitsanalysen liefern uns

persönliche Gespräche sowie die Reklamationsstatistik

konkrete Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen

(siehe auch Seite 43).

Aktionäre/Investoren

Dem stetig zunehmenden Informationsbedarf des

Kapitalmarkts haben wir im vergangenen Jahr mit

einem Angebot von 55 Roadshow- und Konferenztagen

Rechnung getragen. So führten wir Investorengespräche

in Europa, Nordamerika, Asien sowie Australien.

Darüber hinaus organisierten wir zahlreiche Einzelgespräche

und Telefonkonferenzen. Den Kontakt zu Privataktionären

intensivierten wir erneut durch die Teilnahme

an fünf Aktienforen in Deutschland. Ziel unserer

Investor-Relations-Arbeit ist eine transparente und

faire Finanzkommunikation mit allen Marktteilnehmern,

um das Vertrauen in die Qualität und Seriosität

unserer Unternehmensführung zu erhalten bzw. zu


nachhaltige Unternehmensführung

1.5 Stakeholderdialoge

19

stärken und umfassend, zeitnah und möglichst objektiv

über unsere Strategie sowie über alle kapitalmarktrelevanten

Geschehnisse rund um die K+S Gruppe zu

informieren.

/ Weitere informationen erhalten sie im finanz -

bericht, Seite 26.

Mitarbeiter

Im Jahr 2012 haben wir erstmals eine internationale Mitarbeiterumfrage

durchgeführt. 76 % unserer Mitarbeiter

haben sich beteiligt – ein sehr guter Wert für eine Erstbefragung.

K+S hat aus den Ergebnissen zwei globale

Handlungsfelder abgeleitet: Kommunikation und Personalentwicklung.

Daneben haben Geschäftsbereiche,

Gesellschaften und Standorte eigene Handlungsfelder

bestimmt und Maßnahmen erarbeitet, die im Jahr 2013

umgesetzt werden sollen (siehe Seite 95).

Sozialpartner

In der K+S Gruppe ist die Beziehung zwischen dem

Unternehmen und den Betriebsräten sowie den Gewerkschaften

durch eine langjährige und vertrauensvolle

Zusammenarbeit geprägt (siehe Seite 100).

Standortgemeinden

Die gute Nachbarschaft mit den Standortgemeinden

ist uns sehr wichtig. Daher pflegen wir einen offenen,

konstruktiven Dialog mit den Mandatsträgern auf Kommunal-

und Landesebene. Die Anliegen einzelner Stakeholder

nehmen wir ernst und bemühen uns um einvernehmliche

Lösungen.

K+S Potash Canada legt beispielsweise großen Wert

darauf, die Beziehungen zu den Ureinwohnern in den

Anlieger-Gemeinden in Saskatchewan auf eine gute

Grundlage zu stellen. Nachdem in den Jahren 2011/2012

bereits ein regelmäßiger Dialog begonnen wurde, stehen

für 2013 zwei Schwerpunkte auf dem Programm:

Zum einen sollen potenzielle Zulieferer informiert

und qualifiziert werden, sodass sie die Standards von

K+S Potash Canada erfüllen können und die Chance

haben, in den Kreis der Lieferanten aufgenommen zu

werden. Zum anderen wird K+S Potash Canada im

Rahmen ihrer Arbeitgeber-Politik ein besonderes Förderprogramm

für Ureinwohner auflegen, mit dem Ziel,

deren Anteil an der Belegschaft zu erhöhen.

Behörden/Regierungen/Abgeordnete

Neben unseren direkten Kontakten ist auch unser

Arbeitgeberverband VKS mit seinen Büros in Berlin

und Brüssel am Dialog mit Behörden, Regierungen und

Abgeordneten beteiligt. Gesetzesvorhaben der eu-Institutionen

begleiten wir auch über die Mitgliedschaft bei

Euromines und EuSalt. Über das Gremium „Sozialer

Dialog Bergbau“, in dem die europäischen Bergbauverbände

und die Arbeitnehmerorganisation des europäischen

Bergbaus vertreten sind, werden gemeinsame

Stellungnahmen der Sozialpartner an die EU-Kommission

abgegeben. Auch auf nationaler Ebene engagieren

wir uns in Verbänden.

/ Unter www.k-plus-s.com/de/gesellschaft/

mitgliedschaften.html erhalten Sie einen Überblick über

unsere Mitgliedschaften.

Runder Tisch „Gewässerschutz Werra/

Weser und Kaliproduktion“

Die öffentliche und politische Diskussion um die Salzabwassereinleitung

in die Werra führte im Jahr 2008 zur

Bildung des Runden Tisches für „Gewässerschutz Werra/

Weser und Kaliproduktion“. Dieser wurde von den Ländern

Thüringen und Hessen gemeinsam mit K+S ins

Leben gerufen. Es sollten nachhaltige Lösungsvorschläge

zur Verbesserung der Wasserqualität in Werra

und Weser erarbeitet werden. Die Kriterien, Ziele und

Instrumente der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

waren ebenso angemessen zu berücksichtigen, wie die

wirtschaftlichen Interessen der Region und die Sicherung

der dort betroffenen Arbeitsplätze.

Seit 2011 wird der Runde Tisch als Dialog- und Informationsplattform

weitergeführt – auch K+S hatte sich

dafür eingesetzt. Es geht weiterhin darum, das Thema

Gewässerschutz ganzheitlich zu betrachten. Denn der

Rückgang der Salzbelastung während der vergangenen

Dekade und die insoweit geplanten Maßnahmen haben

den Blick auch auf weitere Belastungsfaktoren gelenkt:

u. a. hohe Nährstoffgehalte (Phosphor und Stickstoff),

strukturelle Defizite durch Uferbegradigungen und

Staustufen sowie nicht ausreichend geklärte Abwässer.

/ Weitere informationen auch unter

www.runder-tisch-werra.de


die k+s gruppe

Vielfalt Leben 21

der beweis liegt

in der Vielfalt

Bade-Enten, Flip-Flops, Gartenstühle, Fensterrahmen oder

Dessertschalen – Gegenstände aus Kunststoff prägen unseren

Alltag. Ohne Salz gäbe es einige dieser Dinge gar nicht.

Lego-Steine, Fußball oder Luftballons: In Kinderzimmern

finden sich wohl die meisten Gegenstände aus

Kunststoff. Doch wer genau hinschaut, entdeckt sie

überall im Alltag. Auf dem Frühstückstisch stehen farbige

Becher, die Küchenmaschine ist kunststoffverkleidet,

genauso wie das Radio, aus dem die Musik klingt.

Und wie war das vor der Kunststoffära? Naturstoffe

waren gefragt – und deshalb oft knapp. Im 19. Jahrhundert

rollten beispielsweise immer mehr Kugeln über

immer mehr Billardtische. Das Spiel kam in Mode. Elfenbein,

aus dem die Kugeln traditionell hergestellt wurden,

wurde rar. Zelluloid, ein Vorläufer der heutigen Kunststoffe,

kam auf den Markt – und ersetzte die Kugeln aus

seltenem Elfenbein. Zelluloid imitierte Schmuckstücke

oder Schreibgeräte aus Elfenbein, Horn und Schildpatt.

Künstliche Werkstoffe ersetzten immer mehr Materialien,

die wertvoll oder selten waren. Heute werden viele

Produkte statt aus Metall oder Holz aus Kunststoff hergestellt.

Einer der bekanntesten Kunststoffe ist bis heute Polyvinylchlorid

(PVC). Der Weg zum Kunststoff führt über die

Herstellung von Chlor, das per Elektrolyse aus Salz bzw.

Natriumchlorid gewonnen wird.

Es war ein deutscher Chemiker, der sich PVC im Jahr

1912 patentieren ließ. Bereits 1835 hatte allerdings ein

französischer Chemiker im Gießener Laboratorium Justus

von Liebigs Vinylchlorid hergestellt und bemerkt,

dass sich daraus bei längerer Einwirkung von Sonnenlicht

ein weißes Pulver – Polyvinylchlorid – bildet.

Er konnte damals die Bedeutung seiner Entdeckung

jedoch nicht erkennen.


SpeZIelle SALZquALITäten für

DIe cheMISCHe InduSTrie

Aus Salz wird Chlor gewonnen – ein Vorprodukt vieler

Kunststoffe und eines der wichtigsten Standbeine der

Chemischen Industrie. Der Weg vom Natriumchlorid zum

Kunststoff führt über die so genannte Chloralkali-Elektrolyse.

In diesem Produktionsprozess werden die wichtigen

Grundchemikalien Chlor, Wasserstoff und Natronlauge

aus Natriumchlorid erzeugt. Das Membran-Verfahren

gilt als die modernste Methode zur Chlor-Gewinnung.

Zwei Kammern sind dabei durch eine Membran

voneinander getrennt. In einer der Kammern zirkuliert

die Sole. Unter Zuführung von Strom spaltet sie sich in

ihre Bestandteile auf: Chlor und Natrium. Chlorgas wird

auf der einen Seite freigesetzt und gewonnen. Für Natrium

ist die Membran durchlässig, es wandert also in die

Nachbarkammer. Dort wird es in Verbindung mit Wasser

zu Natronlauge. Mit jeder Tonne Chlor, die extrahiert

wird, werden gleichzeitig etwa 1.120 Kilogramm Natronlauge

und 28 Kilogramm Wasserstoff gewonnen. Gereinigt

und stark verdünnt findet Natronlauge übrigens als

Brezellauge Eingang in die Backstuben. Das Membran-

Verfahren hat gegenüber den beiden älteren Verfahren,

dem Diaphragma-Prozess und dem Amalgam-Verfahren,

deutliche Vorteile: Es verbraucht weniger Energie und ist

umweltfreundlicher, denn es wird dafür weder Quecksilber

noch Asbest benötigt. Man gewinnt zudem extrem

reine Endprodukte, das Chlor enthält nur noch geringe

Mengen an Sauerstoff. Eine solche Qualität ist nur mit

einem hochwertigen Salz zu erzielen. Unsere Produktpalette

beinhaltet spezielle Steinsalzkörnungen sowie

Siedesalzqualitäten für die höchsten Anforderungen der

Elektrolysetechniken.


die k+s gruppe

Vielfalt Leben

23

Kunststoffe ersetzen seltene und teure Rohstoffe.

Mit der Rohstoffknappheit während und nach dem Ersten

Weltkrieg wurden die Anstrengungen verstärkt, PVC

zu nutzen, um teure Rohstoffe durch kostengünstige

Materialien zu ersetzen. Nach 1945 war PVC der meistproduzierte

Kunststoff der Welt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen weitere

Kunststoffe auf den Markt, die uns heute das Leben

leichter machen: ZeLLophan-Folie, transparente Platten

mit dem Namen Plexiglas, Nylonstrümpfe aus Polyamid.

Und Teflon – ein Kunststoff mit hoher Temperaturbeständigkeit.

Seit den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts

entstanden die Hochtemperatur- und Hochleistungskunststoffe,

mit Eigenschaften, die man zuvor nur

metallischen Werkstoffen zugetraut hatte. Die neuen

Kunststoffe waren leichter und verschleißfester als

konventionelle Materialien. Zum Einsatz kamen sie in

Surfbrettern, beim Segelbootbau, in Schutzhelmen –

und schusssicheren Westen. Heute können Formteile

aus Kunststoff so günstig wie nie hergestellt werden.

Und sie sind variierbar in Härte, Elastizität und Temperaturbeständigkeit.

Einige Varianten bleiben bis 550

Grad Celsius stabil und sind damit optimal für den

Maschinenbau oder die Innenraumauskleidung in Flugzeugen

ausgelegt. Auch hinter den Kulissen ist Kunststoff

allgegenwärtig: Er findet sich in Rohren und in der

Wärmedämmung von Häusern sowie als Implantat in

der Medizin.


Die K+S Gruppe

ZWEI-Säulen-Strategie KOnsequent vorangetrieben / Legacy Projekt zur

Errichtung einer neuen Kaliproduktion in Kanada schreitet fort; erste Mengen sollen

Ende 2015 zur Verfügung stehen / Veräußerung des NITrogen-Geschäfts an EuroChem /

K+S weiterhin weltweit größter Salzanbieter mit Produktionskapazität von 30 Mio. t

2

2.1 Geschäftsbereich Kaliund

Magnesiumprodukte 25

2.2 Geschäftsbereich Salz 28

2.3 Ergänzende Aktivitäten 32

2.4 Unsere Standorte 34


die k+s gruppe

2.1 geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte 25

Geschäftsbereiche

Die Berichterstattung der K+S Gruppe gliedert sich in

die drei Bereiche Kali- und Magnesiumprodukte, Salz

sowie Ergänzende Aktivitäten, die strategisch, technisch

und wirtschaftlich miteinander verknüpft sind. Gemäß

der Strategie der K+S Gruppe, die vorsieht, insbesondere

in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte

sowie Salz zu wachsen und Managementressourcen

sowie finanzielle Mittel hierauf zu fokussieren,

wurde im Jahr 2012 das Nitrogen-Geschäft an Euro-

Chem verkauft. Infolgedessen wird über den ehemaligen

Geschäftsbereich Stickstoffdüngemittel nicht mehr

berichtet.

Produzenten am Weltkalimarkt ABB: 2.1.1

in % 5 10 15 20

Uralkali

16

Belaruskali 15

PotashCorp

14

Mosaic 13

K+S

10

ICL 1

9

APC

Agrium

SQM

3

3

3

China 2 11

Sonstige 3 3

Jahr 2012 (Hochschätzung); einschl. Kaliumsulfat und Kalisorten mit niedrigerem K2O-Gehalt.

Quellen: K+S, Unternehmensangaben

1 DSW, Iberpotash, CPL.

2 Mehr als 20 Produzenten.

3 Intrepid, Vale, Compass, Usbekistan.

2.1 geschäftsbereich Kaliund

MagnesiumproDUKte

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

gewinnt in sechs Bergwerken in Deutschland Kali- und

Magnesiumrohsalze, die dort und an einem weiteren

Fabrikstandort zu End- oder Zwischenprodukten weiterverarbeitet

werden. Darüber hinaus gehören dem

Geschäftsbereich drei Weiterverarbeitungsstandorte

in Frankreich an. Die jährliche Produktionskapazität

beträgt bis zu 7,5 Mio. t Kali- und Magnesiumprodukte.

Abgebildet werden diese Aktivitäten in der K+S KALI

GmbH und deren Tochtergesellschaften.

Auf Basis der einzigartigen Rohstoffzusammensetzung

der Lagerstätten bietet der Geschäftsbereich eine Produktpalette,

die in dieser Vielfalt von keinem anderen

Kaliproduzenten weltweit angeboten wird. K+S ist weltweit

der fünftgrößte und in Westeuropa der größte Kaliproduzent

und hatte im Jahr 2012 einen Anteil von rund

10 % am Weltkaliabsatz. / abb: 2.1.1, 2.1.2

Ausbau der Kalikapazitäten

Angesichts der hohen Auslastung unserer technisch verfügbaren

Kapazitäten in Deutschland sowie der voraussichtlich

deutlich steigenden Nachfrage nach Düngemitteln

in der Zukunft verfolgen wir die Strategie, unsere

Produktionskapazitäten für Kali zu erweitern.

Mit dem Legacy Projekt – angesiedelt in der neu gegründeten

Gesellschaft K+S Potash Canada – verfügt

der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

zukünftig über die Möglichkeit, die jährliche Produktionskapazität

langfristig um mindestens 2,86 Mio. t

zu erhöhen. Das Legacy Projekt ist ein Greenfield-Projekt

zur Errichtung einer auf Solungsbergbau (Solution

Mining) basierenden Kaliproduktion (siehe auch Seite

69). Im Juni 2012 erfolgte der offizielle Spatenstich. Im


26 2.1 geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

abgelaufenen Jahr wurde hauptsächlich in Infrastruktur,

Wasserversorgung und Ingenieurarbeiten investiert.

Ende 2015 sollen erste Mengen zur Verfügung stehen

und im Jahr 2017 die Zwei-Millionen-Tonnen-Marke

erreicht werden. Anschließend wird die Produktionskapazität

sukzessive auf 2,86 Mio. t pro Jahr im Jahr 2023

ausgebaut. In einer dritten Ausbauphase wäre dann

etwa zehn Jahre später eine Gesamtproduktion von

jährlich maximal 4 Mio. t Kaliumchlorid möglich.

Umsatz nach Regionen ABB: 2.1.2

2012 2011

5

in %

4

1 Europa 48,9 53,4

– davon Deutschland 12,9 14,5

3

1

2 Nordamerika 2,8 2,7

3 Südamerika 23,5 18,9

2

4 Asien 19,8 19,6

5 Afrika, Ozeanien 5,0 5,4

Das Legacy Projekt ergänzt das bestehende deutsche

Produktionsnetzwerk um einen bedeutenden nordamerikanischen

Standort und wird die internationale

Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der neue Standort in

der kanadischen Provinz Saskatchewan wird zukünftig

vor allem die Ausgangsbasis für den Absatz in den aufstrebenden

Wachstumsmärkten Asien und Südamerika

sowie auch in Nordamerika sein.

Umsatz nach Produktgruppen1

3

ABB: 2.1.3

2012 2011

in %

1

1 Kaliumchlorid 51,1 48,5

2 Düngemittelspezialitäten 36,5 37,8

2

3 Industrieprodukte 12,4 13,7

Darüber hinaus überprüft K+S, ob sich auch deutsche

Lagerstätten für den Ausbau der Produktionskapazitäten

eignen könnten. In einer mittlerweile abgeschlossenen

Machbarkeitsstudie wurden technische, betriebswirtschaftliche

und marktseitige Aspekte der Reaktivierung

des K+S-Reservebergwerks Siegfried-Giesen in

Niedersachsen untersucht. Im Herbst 2012 ist die Prüfung

der Genehmigungsfähigkeit angestoßen worden.

Dies wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen;

erst im Anschluss kann eine Investitionsentscheidung

getroffen werden.

/ www.kali-gmbh.com / www.ks-potashcanada.com

1 Umsatz Health Care & Nutrition ist im Umsatz Industrieprodukte enthalten.

Wichtige Produkte und

Dienstleistungen

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte bietet

seinen Kunden Düngemittel, Produkte für industrielle

Anwendungen, hochreine Kalium- und Magnesiumsalze

für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie

sowie Bestandteile für die Herstellung von Futtermitteln.

/ abb: 2.1.3 / taB: 2.1.1

Kaliumchlorid – ein universell

einsetzbares Düngemittel

Kaliumchlorid ist das umsatzstärkste Produkt. Der Einzeldünger

kommt weltweit bei großen Anbaukulturen

wie Getreide, Mais, Reis und Sojabohnen zum Einsatz.

Kaliumchlorid-Granulat wird entweder mit Düngerstreuern

auf den Äckern ausgebracht oder in Mischdüngeranlagen

(Bulk Blender) mit anderen Einzeldün-


die k+s gruppe

2.1 geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte 27

gern gemischt. Feinkörniges Kaliumchlorid verkaufen

wir als Rohstoff an die Mehrnährstoffdünger-Industrie.

Düngemittelspezialitäten mit

spezifischen Nährstoffrezepturen

Unsere Düngemittelspezialitäten werden in Kulturen

eingesetzt, die neben Kalium- auch einen erhöhten Magnesium-

und Schwefelbedarf haben, zum Beispiel Raps

oder Kartoffeln, sowie bei chloridempfindlichen Sonderkulturen

wie Zitrusfrüchten, Wein und Gemüse. Einige

unserer Spezialitäten eignen sich insbesondere für die

Flüssigdüngung, der angesichts klimatischer Veränderungen

mit längeren Trockenperioden eine wachsende

Bedeutung zukommt (siehe auch Seite 47).

Industrieprodukte mit vielfältigen

Anwendungsmöglichkeiten

Unsere breite Palette an Kalium- und Magnesiumprodukten

für industrielle Anwendungen ist in verschiedenen

Reinheitsstufen und speziellen Körnungen erhältlich.

Kaliumchlorid kommt beispielsweise in der Chloralkali-Elektrolyse,

bei der Herstellung von Glas und

Kunststoff, in der Mineralölindustrie, bei der Öl- und

Gasexploration sowie in metallurgischen Prozessen zum

Einsatz. Magnesiumsulfate unterstützen in der Zellstoffindustrie

die umweltfreundliche Sauerstoffbleiche, als

Inhaltsstoff von Waschmitteln schützen sie die Fasern,

und auch in der Biotechnologie und beim Kunststoffrecycling

werden sie genutzt.

Hauptprodukte und Anwendungsbereiche K+S KALI TAB: 2.1.1

Kaliumchlorid

60er Kali

Düngemittel-Spezialitäten

(Kali, Magnesium, Natrium, Schwefel)

Korn-Kali®

Magnesia-Kainit®

Patentkali®

KALISOP®

ESTA Kieserit®

EPSO Top® (Bittersalz), EPSO Microtop®, EPSO

Combitop®, Solumop®, Solusop®, Hortisul®

Industrieprodukte

Kaliumchlorid ca. 99 % KCl

Kaliumchlorid ca. 97 % KCl

k-Drill

Kaliumsulfat ab 95 % K2SO4

Magnesiumchlorid/-sulfat

MAXXsolute®

Health Care & Nutrition

Hochreine Salze

KaliSel®

KaSa® K99, KaSa® Mag49, KaSa® Mag98

Universell einsetzbar in allen chlorid-unempfindlichen Kulturen

und bei allen Bodenarten

Spezielle Nährstoffkombination für nahezu alle Pflanzenkulturen

Grünland und Feldfutterbau

Chloridempfindliche Kulturen (z. B. Kartoffeln, Obst, Gemüse)

Chloridempfindliche Kulturen (z. B. Obst, Gemüse, Tabak)

Magnesium- und Schwefeldüngemittel für alle Kulturen

Blattdüngung, Flüssigdüngung, Fertigation

Chemische Industrie (z. B. Elektrolyse)

Metallurgie (Schmelz- u. Lötsalze, Salzbäder)

Öl- und Gasexploration (Bohrspüllösung)

Baustoffindustrie, sonstige industrielle Anwendungen

Zellstoff-, Waschmittel-, und Kunststoffindustrie, Pharmaindustrie,

Düngemittelindustrie, Auftaumittel

Staubbindemittel

Pharma- und Lebensmittelindustrie

Kaliumchlorid für die Lebensmittelindustrie

Futtermittel


28 2.1 geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte / 2.2 geschäftsbereich Salz

Health Care & Nutrition mit wachsendem

Potenzial

Mit unseren hochreinen Kalium- und Magnesiumsalzen

stellen wir Produkte für die besonders hohen Anforderungen

der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie

bereit. Das entsprechende Kaliumsalz wird

in Infusions- und Dialyselösungen eingesetzt und ist

unverzichtbar für die Herstellung von Antibiotika und

Insulin. Die Lebensmittelindustrie nutzt unser Kaliumchlorid

Food Grade zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln,

für Sportlernahrung sowie Fertigsuppen

und -soßen. Die Stärken dieses Produkts liegen

darin, dass sich mit ihm der Anteil an Natriumchlorid

in der Nahrung reduzieren lässt und es gleichzeitig

Lebensmittel mit einem weiteren wichtigen Mineral

anreichert.

Die grössten Salzanbieter weltweit ABB: 2.2.1

Kapazität in Mio. t 5 10 15 20 25 30 35

K+S (D)

China National Salt

(China)

Cargill (USA)

Compass Minerals (USA)

Dampier Salt (AUS)

Artyomsol (Ukraine)

Exportadora del Sal

(MEX)

Südsalz (D)

Akzo (NL)

Mitsui & Co. (AUS)

Salins Group (F)

4,1

3,8

3,7

(Festsalz und Salz in Sole; ohne Eigenbedarf)

5,1

7,0

7,5

10,3

14,0

13,4

15,0

29,8

Quellen: Roskill 2011, K+S

k+S KAli und Morton Salt

vertreiben gemeinsam KaliSel

KaliSel, ein Produkt aus hochreinem Kaliumchlorid, kommt

in vielen Bereichen der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Es

ist eine der besten und kostengünstigsten Möglichkeiten, um

Salz in Lebensmitteln zu ersetzen. Das Produkt ist insbesondere

für den amerikanischen Markt attraktiv, da dort zahlreiche

Lebensmittelhersteller natriumreduzierte Produkte anbieten.

Seit dem Jahr 2011 nutzt K+S KALI daher erfolgreich die bewährten

Logistik- und Vertriebsstrukturen der amerikanischen Salzschwester

MorTON SALT, um das Produkt im dortigen Markt zu

platzieren. Ein gutes Beispiel für die effiziente Zusammenarbeit

innerhalb der K+S Gruppe.

Für die Futtermittelindustrie produzieren wir hochwertige

Kaliumchloride und Magnesiumsulfate. Bei

Zuchttieren und Milchkühen besteht insbesondere die

Gefahr von Magnesiummangel, da im wirtschaftseigenen

Grundfutter der Magnesiumgehalt je nach Herkunft

und Pflanzenzusammensetzung stark schwankt. Außerdem

haben Untersuchungen gezeigt, dass eine ausreichende

Versorgung mit Magnesium bei Schweinen und

Puten die Stresstoleranz erhöht.

2.2 geschäftsbereich Salz

K+S ist mit einer Produktionskapazität von rund 30 Mio. t

Salz der weltweit größte Anbieter von Salzprodukten.

Zum Geschäftsbereich Salz gehören der europäische Hersteller

esco – european salt company, der südamerikanische

Anbieter Sociedad Punta de Lobos sowie

Morton Salt mit Produktionsstätten in den USA und

Kanada. / abb: 2.2.1, 2.2.2

/ www.esco-salt.com / www.spl.cl / www.morton-salt.com


die k+s gruppe

2.2 geschäftsbereich Salz 29

esco – european salt company ist

gröSSter Salzproduzent Europas

nen sowie gegebenenfalls zusätzlich gecharterten Schiffen

die Seelogistik für die SPL-Gruppe in Südamerika ab.

Das Umbrella Girl und die Marke Windsor

esco betreibt drei Steinsalzbergwerke, zwei Solbetriebe

sowie mehrere Siedesalzanlagen und ist der größte

Salzanbieter in Europa. Zur Stärkung der Marktposition

in Osteuropa hat esco Anfang 2012 das tschechische

Salzverarbeitungsunternehmen Solné Mlýny übernommen.

Der Reinheitsgrad des untertägig gewonnenen

Steinsalzes beträgt bis zu 99 % und nimmt im europäischen

Wettbewerb einen Spitzenplatz ein. Die Produktionskapazität

liegt jährlich bei rund 8,0 Mio. t Festsalz

und 1,7 Mio. t Salz in Sole.

Sociedad Punta de Lobos bietet Salz

für die nächsten Jahrhunderte

Die Sociedad Punta de Lobos gewinnt im Salar

Grande der chilenischen Tarapacá-Wüste im kostengünstigen

Tagebau Steinsalz. Die Salzreserven dieser Lagerstätte

reichen aus, um die Weltbevölkerung für mehrere

100 Jahre mit Salz zu versorgen. Die Produktionskapazität

beträgt derzeit 6,5 Mio. t pro Jahr und soll voraussichtlich

bis Mitte 2013 auf 8 Mio. t pro Jahr ausgebaut werden. Im

Nordosten von Brasilien betreibt die Tochtergesellschaft

Salina Diamante Branco eine Meersalzanlage mit

0,5 Mio. t Jahreskapazität. Die unternehmenseigene Reederei

Empremar wickelt mit einer Flotte von drei eige-

Morton Salt ist einer der führenden

Salzanbieter in Nordamerika

Morton Salt betreibt sechs Steinsalzbergwerke, neun

Siedesalzanlagen, drei Solarsalzproduktionen sowie vier

Standorte, an denen Solarsalz weiterverarbeitet wird, in

den USA, in Kanada sowie auf den Bahamas und verfügt

in den USA über ein landesweites Vertriebsnetzwerk mit

mehr als 120 Freilagern, Lagerhäusern und Distributionszentren.

Morton Salt ist einer der führenden Produzenten

von Consumer-, Gewerbe- und Auftausalzen

in Nordamerika. Die Produktionskapazität beträgt rund

13 Mio. t Salz pro Jahr.

Wichtige Produkte und

Dienstleistungen

Der Geschäftsbereich Salz bietet seinen Kunden Speise-,

Gewerbe-, Industrie- und Auftausalze, die sämtlich auf

Natriumchlorid (Kochsalz) basieren. Abhängig von den

jeweiligen Anwendungen unterscheiden sich die Produkte

vor allem durch die Körnung, den Reinheitsgrad,

die Darreichungsform und eventuelle Zusatzstoffe.

/ abb: 2.2.3 / Tab: 2.2.1 – 2.2.3

Dank des berühmten Umbrella-Girls sind die Produkte von

MorTON SALT auf den ersten Blick zu erkennen. Das kleine

Mädchen, das unter dem Motto „When it rains it pours“® im

Regen Salz streut, erschien zum ersten Mal im Jahr 1914 auf

einer Salzpackung und begleitet seitdem die Speisesalze. Das

Motto sollte ursprünglich die Kunden darauf aufmerksam

machen, dass MorTON-Salz dank des innovativen Antibackmittels

selbst bei feuchter Witterung nicht klumpt, sondern rieselt.

Unter www.mortonsalt.com/our-history erfahren Sie, wie sich

die Marke in den vergangenen 100 Jahren weiterentwickelt hat.

Windsor® ist die starke Dachmarke, unter der das MorTON

SALT-Tochterunternehmen THE CANADIAN SALT COMPANY Salzprodukte

in Kanada vermarktet. Der Markenname auf dem

markanten Logo mit der stilisierten Burg geht zurück auf

die im Jahre 1893 im kanadischen Ort Windsor in Ontario

in Betrieb genommene Salzherstellung. Heute ist Canadian

SALT der größte Salzhersteller in Kanada. Das Windsor®-

Markenportfolio umfasst dabei mehr als 200 Siedesalz- und

Steinsalzprodukte für Endverbraucher, Industrie und Kommunen.

Unter www.windsorsalt.com finden Sie mehr zu den Produkten

der Marke Windsor®.


30 2.2 geschäftsbereich Salz

Speisesalz – ein lebenswichtiger

Mineralstoff

Ausgangsprodukte für die breite Palette unserer Speisesalze

sind hochreines Siedesalz, hochwertiges Steinsalz

in naturbelassener Form sowie Meersalz. Wir stellen

Salz für die Nahrungsmittelindustrie her, das als

Geschmacksträger und als Konservierungsstoff bei der

Produktion von Fleisch- und Wurstwaren, Brot und

Käse dient. Zu unserem breiten Portfolio von Tafelsalzen

zählen auch natriumreduzierte Produkte, die sich an

Endverbraucher richten, die sich bewusst natriumarm

ernähren möchten.

Gewerbesalz – ein Rohstoff mit

vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

Gewerbesalze werden beispielsweise in Färbereien,

in der Textilindustrie, bei der Futtermittelproduktion

und in Bohrspülungen für die Erdöl- und Erdgasförderung

eingesetzt. Weitere wichtige Anwendungszwecke

sind die Wasserenthärtung sowie die Desinfektion von

Schwimmbädern. Pharmasalze sind Bestandteil von

Infusions- und Dialyselösungen sowie von Medikamenten.

Abgerundet wird das Gewerbesalzprogramm mit

Salzlecksteinen für Zucht- und Wildtiere.

Industriesalz – unentbehrlich für die

chemische Industrie

Industriesalz ist einer der wichtigsten Rohstoffe der

Chemischen Industrie. In Elektrolyseanlagen wird es

zu Chlor, Natronlauge und Wasserstoff umgesetzt. Zum

Endverbraucher gelangt es zum Beispiel als Bestand-

Umsatz nach Regionen ABB: 2.2.2

4, 5

3

teil von Polyvinylchlorid (PVC), einem Kunststoff, aus

dem Fußbodenbeläge, Fensterprofile, Rohrsysteme und

Industrieverpackungen entstehen.

Auftausalz – das Sicherheitsprodukt

im Strassenwinterdienst

Zu den Kunden unserer Auftaumittel zählen Winterdienste,

öffentliche und private Straßenbauverwaltun-

2012 2011

in %

1 Europa 24,9 26,6

– davon Deutschland 10,3 11,6

2 Nordamerika 64,3 64,3

3 Südamerika 9,4 8,6

4 Asien 1,3 0,2

5 Afrika, Ozeanien 0,1 0,3

Umsatz nach Produktgruppen ABB: 2.2.3

5

4

3

1

2

1

2

2012 2011

in %

1 Speisesalz 22,9 18,4

2 Gewerbesalz 33,8 28,6

3 Industriesalz 7,9 5,8

4 Auftausalz 30,7 43,3

5 Sonstiges 4,7 3,9

gen und Straßenmeistereien sowie gewerbliche Großverbraucher.

Außerdem können Endverbraucher Auftausalz

in Kleinpackungen erwerben. Neben trockenem

Auftausalz bieten wir Feuchtsalz an (siehe Seite

49) sowie Auftausalz, das durch den Zusatz von Calciumchlorid

beim Kontakt mit Eis und Schnee mehr Wärme

erzeugt als konventionelle Produkte und daher bei sehr

niedrigen Temperaturen schneller wirkt.


die k+s gruppe

2.2 geschäftsbereich Salz 31

esco – european salt company

Hauptprodukte und

anwendungsbereiche TAB: 2.2.1

Sociedad Punta de Lobos

Hauptprodukte und

Anwendungsbereiche TAB: 2.2.2

Morton Salt

Hauptprodukte und

Anwendungsbereiche TAB: 2.2.3

Speisesalz

Sonnensalz®, SALDORO®,

Cérébos®, Vatel®, Balance®

(50 % weniger Natrium)

Brezelsalz

Pökelsalz

Sonstige Speisesalze

Gewerbesalz

Private Haushalte

Nahrungsmittelindustrie

Nahrungsmittelindustrie

(Fleisch-/ Wurstwaren)

Nahrungsmittelindustrie

(z. B. Brot, Käse,

Konserven)

Speisesalz

Sal Lobos®, Sirena, Oceano

Biosal Light® (50 % bzw.

66 % weniger Natrium)

SalSul, Gewürzsalze,

Sonstige Speisesalze

BiosalPanadera®

(25 % weniger Natrium)

Badesalz

Termasal®

Private Haushalte

Nahrungsmittelindustrie

Backwarenindustrie

Private Haushalte

Speisesalz

Morton® & Windsor® Table Salt, Private Haushalte

Morton® & Windsor® Sea Salt, Morton®

& Windsor® Kosher Salt, Morton®

Salt Balance®, Morton® Lite Salt &

Windsor® Half Salt, Morton® Nature’s

Seasons®, Morton® Season-All®

KaliSel®, Morton® Potassium

Nahrungsmittelindustrie

Chloride, Morton® Lite Salt

mixture, Culinox® 999® Salt,

Morton® Star Flake®

Dendritic Salt, California Pure

Sea Salts, weitere Speisesalze

Axal®, Regenit®

Geschirrspülersalz

Salz- und Minerallecksteine

SOLSEL®, Futtermittelsalz

Fischereisalz

Häutesalz

Pharmasalz

Sonstige Gewerbesalze

Industriesalz

Industriesalz

Auftaumittel

Auftausalz, Magnesiumchlorid-Lösung

Wasserenthärtung

Private Haushalte

Tierernährung

Fischkonservierung

Gerbereien

Infusionen und

Dialyselösungen,

Medikamente

z. B. Bohrspülungen,

Färbereien,

Lederverarbeitung,

Tonwaren

Chemische Industrie

Winterdienst, öffentliche

Straßenbauverwaltung,

Streumittel für

private Haushalte

Gewerbesalz

Blusal®, Super Salt®,

Premium Salz Granulat

Pharmasalz

Zebu

Sonstige Gewerbesalze

Industriesalz

Industriesalz

Auftaumittel

Auftausalz, Magnesiumchlorid-Lösung

Blizzard Wizard® Ice Melt,

Auftausalz mit Korrosionsinhibitor

(Lizenzmarke Ice-B-Gone®)

C-FORCE® Calciumchlorid,

Halite®, Arctic Thaw®

Wasserenthärtung

Infusionen und

Dialyselösungen,

Medikamente

Tierernährung

z. B. Textilindustrie

Chemische Industrie

Winterdienst

Streumittel für

private Haushalte

Wasserenthärtung,

Pool-Salz und Bittersalz

Morton® & Windsor® System Saver®,

Morton® & Windsor® Rust Remover,

Morton® Solar Salt, Morton® &

Windsor® Pool-Salz, Morton® Advanced

Formula Pool-Salz, Morton® naturbelassene

und parfümierte Bittersalze

Gewerbesalz

Morton® USP Natriumchlorid,

Morton® USP Kaliumchlorid, Morton®

White Crystal® Natriumchlorid

Weitere Stein-, Siede- und Solarsalze

Auftaumittel

Morton® Professional Ice Melter,

Morton® & Windsor® Safe-T-Salt®,

Morton® & Windsor® Action

Melt®, Morton® & Windsor® Safe-

T-Plus®, Morton® Safe-T-Power,

Morton® & Windsor® Calcium

Chloride, Morton® Safe-T-Pet®

Private Haushalte und

gewerbliche Nutzer

Pharmaindustrie

Chemie- und Ölindustrie,

Landwirtschaft,

Kläranlagen und weitere

industrielle Prozesse

Winterdienst, Private

Haushalte und

gewerbliche Nutzer


32 2.2 geschäftsbereich Salz / 2.3 ergänzende Aktivitäten

Sole und sonstige Geschäfte runden das

Sortiment ab

Während Natriumchloridsole in unserer Siedesalzproduktion

sowie in der Chemischen Industrie als Rohstoff

eingesetzt wird, dient Magnesiumchloridlösung

hauptsächlich als Komponente zur Feuchtsalzstreuung

im Winterdienst. SPL liefert Sole an die chilenische

Lachsindustrie. eSCo bietet am Standort Bernburg

als Dienstleistung auch Flüssiggas-Kavernenspeicherung

an.

Umsatz nach Regionen

3

ABB: 2.3.1

2012 2011

in %

2

1 Deutschland 82,4 82,0

1

2 Übriges Europa 17,3 17,5

3 Asien 0,3 0,5

Umsatz nach Bereichen ABB: 2.3.2

2.3 ergänzende Aktivitäten

4

in %

2012 2011

Unter dem Begriff „Ergänzende Aktivitäten“ sind der

Geschäftsbereich Entsorgung und Recycling, die Logistikdienstleistungen,

die Granulierung von Tierhygieneprodukten

sowie das Handelsgeschäft mit Basis-

3

2

1

1 Entsorgung und Recycling 57,7 58,3

2 K+S Transport GmbH 8,5 9,7

3 Tierhygieneprodukte 24,0 23,5

4 CFK (Handel) 9,8 8,5

chemikalien gebündelt. / abb: 2.3.1, 2.3.2

Entsorgung und Recycling

Der Geschäftsbereich Entsorgung und Recycling nutzt

die durch die Rohsalzgewinnung entstandenen untertägigen

Hohlräume zur langzeitsicheren Beseitigung

und Verwertung von Abfällen und greift dabei auf die

vorhandene Infrastruktur der aktiven Kali- bzw. Salzbergwerke

zurück (siehe Seite 50). Über die K+S Entsorgung

GmbH ist der Geschäftsbereich in Europa

bei der untertägigen, langzeitsicheren Entsorgung von

belasteten Abfällen mengen- und umsatzmäßig der

größte Dienstleister und technologisch führend. Der

Markt ist sehr wettbewerbsintensiv; K+S bietet jedoch

mit ihren Full-Service-Lösungen einen Mehrwert für

den Kunden. Unsere Kernmärkte liegen in West- und

Mitteleuropa; die osteuropäischen Staaten bieten

Wachstumspotenzial.

/ www.ks-entsorgung.com

Abfälle dauerhaft und sicher der

Biosphäre entzogen

Der Geschäftsbereich Entsorgung und Recycling betreibt

zwei Untertagedeponien. Die dort eingelagerten Abfälle


die k+s gruppe

2.3 ergänzende Aktivitäten 33

werden der Biosphäre dauerhaft entzogen, was keine

übertägige Deponie leisten kann. Sie können aber bei

Bedarf auch wieder ausgelagert werden, um mit neuen

Verfahren die enthaltenen Wertstoffe zu recyceln.

Rückstände aus der Rauchgasreinigung

werden unter Tage verwertet

Weiterhin betreiben wir fünf Anlagen zur Verwertung

von Abfällen unter Tage. Abfälle werden hier zur Verfüllung

von Hohlräumen verwendet. Neben anderen

Stoffen sind vor allem Rückstände aus der Rauchgasreinigung

gut geeignet für die untertägige Verwertung.

Das Verbot der Deponierung von unbehandelten Siedlungs-

und Gewerbeabfällen führt dazu, dass der größte

Teil dieser Abfälle in Müll- und Ersatzbrennstoffanlagen

verbrannt wird und somit vermehrt Rückstände aus der

Rauchgasreinigung anfallen.

Recycling: ökologisch sinnvoll

Außerdem vermarktet der Geschäftsbereich Schmelzsalze

aus der Kaliproduktion, die beim Schmelzen von

Aluminiumschrott eingesetzt werden. Die bei diesem

Prozess entstehende Salzschlacke wird von uns zurückgenommen

und vollständig verwertet; das aus der

Salzschlacke extrahierte Aluminiumgranulat wird dem

Wertstoffkreislauf wieder zugeführt. Beim Recycling von

Salzschlacken zählen wir in Deutschland und Europa

zu den führenden Anbietern. In einer weiteren Anlage

werden Boden und Bauschutt aufbereitet und für die

Rekultivierung einer Kali-Rückstandshalde verwendet.

Daneben werden auch Sekundärbaustoffe für den Straßen-

und Tiefbau erzeugt.

K+S Transport GmbH

Effiziente Logistik hat strategische

Bedeutung

Die K+S Gruppe hat im Jahr 2012 ein Transportvolumen

von 46,8 Mio. t bewegt. Mit der K+S Transport GmbH in

Hamburg und deren Tochtergesellschaften verfügen wir

über einen eigenen Logistikdienstleister. Kerngeschäft

ist der Betrieb des Kalikais in Hamburg, eine der größten

Umschlaganlagen für Schüttgutexporte in Europa und

für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

von strategischer Bedeutung.

/ www.kstransport.de

K+S Transport steuert Containergeschäft

Auch das Containergeschäft der K+S Gruppe wird von

Hamburg aus gesteuert, einschließlich der Vortransporte

von den Produktionsstandorten zu den Verladeterminals.

Hier haben wir kostengünstige Systeme

entwickelt, um die umweltfreundlichen Verkehrsträger

Bahn und Binnenschiff verstärkt zu nutzen. Außerdem

ist die K+S Transport GmbH in Hamburg, Rostock

und Wismar als Seehafenspediteur und Schiffsagent

für 800 bis 1.000 Schiffe jährlich tätig. Über die

ebenfalls in Hamburg ansässige Tochtergesellschaft

German BuLK Chartering (GBC) werden Schiffsbefrachtungen

für Konzerngesellschaften und Dritte

abgewickelt.

Tierhygieneprodukte

An unserem Standort Salzdetfurth granulieren wir für

die Mars GmbH die Tierhygieneprodukte CATSAN und

Thomas. Hierfür werden vorhandene Anlagen und

weite Teile der Infrastruktur eines stillgelegten Kaliwerks

erfolgreich genutzt.

CFK (Handel)

Die Chemische Fabrik Kalk (CFK) handelt mit ausgewählten

Basischemikalien. Dazu zählen unter anderem

Natronlauge, Salpetersäure, Natriumcarbonat (Soda)

sowie Calcium- und Magnesiumchlorid. Zu den Kunden

der CFK gehören namhafte europäische Chemiefirmen,

Glashütten, Metallverarbeiter, Waschmittelproduzenten,

Brauereien sowie Städte und Kommunen, die

Calcium- oder Magnesiumchlorid für den Winterdienst

verwenden. / www.cfk-gmbh.de


34 2.4 unsere Standorte

2.4 Unsere Standorte

unsere Standorte IN DEUTSCHLAND ABB: 2.4.1

Unsere Produktionsstandorte liegen – bedingt durch

die Lagerstätten der Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte

sowie Salz – in Europa, insbesondere

in Deutschland, in Südamerika sowie in den USA und

Kanada. Mit unserem effizienten und kundennahen Vertriebsnetz

sind wir weltweit aktiv. / abb: 2.4.1 – 2.4.3

10

16

11

12

4

7 5 8

15

14

1

2

3

6

9

13

1 Kassel

2 Heringen /

Philippsthal /Unterbreizbach

/Merkers

3 Neuhof

4 Wunstorf-Bokeloh

5 Sehnde-Ilten

6 Zielitz

7 Hannover

8 Grasleben

9 Bernburg

10 Rheinberg

11 Staudt

12 Hamburg

13 Rostock

14 Langelsheim

15 Bad Salzdetfurth

16 Köln

K+S Aktiengesellschaft

Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte

Geschäftsbereich Salz

Ergänzende Aktivitäten

Kali- und Steinsalz-Bergbau


die k+s gruppe

2.4 unsere Standorte 35

unsere Standorte IN EUROPA ABB: 2.4.2

Europa

Frankreich

17 Reims

18 Wittenheim

19 Le Teil

20 Sainte Radegonde

21 Levallois-Perret

22 Dombasle

Italien

23 Verona 1

Spanien

24 Barcelona 1

25 Torrelavega

Portugal

26 Povoa/Alverca

27 Olhão

Schweiz

Niederlande

30 Breda

31 Harlingen

Belgien

32 Brüssel

Großbritannien

33 Hertford 1

Schweden

34 Göteborg 1

Tschechische Republik

35 Prag 1

36 Olomouc

Polen

37 Poznan 1

Russland

38 Moskau

34

38

28 Frauenkappelen

29 Delémont

33

21

30

32

17

31

22

18

29

28

35

37

36

25

20

19

23

K+S Aktiengesellschaft

Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte

Geschäftsbereich Salz

Ergänzende Aktivitäten

1 Mehrbereichsgesellschaften.

26

27

24


36 2.4 unsere Standorte

unsere Standorte IN Übersee ABB: 2.4.3

Nordamerika

USA

39 New York

40 Clarks Summit

41 Newark

42 Long Beach

43 Grantsville

44 Glendale

45 Grand Saline

46 Hutchinson

47 Weeks Island

48 St. Paul

49 Chicago

50 Port Canaveral

51 Cincinnati

52 Rittman

53 Manistee

54 Inagua

55 Fairport

56 Silver Springs

57 Perth Amboy

Kanada

Südamerika

Brasilien

67 Rio de Janeiro

68 São Paulo

69 Natal

70 Galinhos

71 Rio Grande

Chile

72 Santiago de Chile

73 Tarapacá-Wüste /

Patillos

Peru

74 Lima

Asien 1

Singapur

75 Singapur

China

76 Shenzhen

Indien

77 Neu Delhi

43

41

42 44

59

62

61 60

66 64

48 53 58 65

63 56

49 55 40

39

46 51 52

57

45

47

50

74

54

69

70

58 Windsor

59 Lindbergh

60 Regina

61 Legacy Projekt

(nahe Moose Jaw)

62 Saskatoon

63 Ojibway

64 Mines Seleine

65 Pugwash

66 Montreal

K+S Aktiengesellschaft

Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte

Geschäftsbereich Salz

Ergänzende Aktivitäten

Kali- und Steinsalz-Bergbau

1 nicht auf Karte dargestellt.

72

73

71

67

68


die k+s gruppe

2.4 unsere Standorte

37


produktverantwortung

Vielfalt Leben

39

der beweis

liegt in der

reinheit

Pharmasalz rettet jeden Tag Leben – ob bei der

Erstversorgung nach Unfällen, bei der Dialyse oder in

den Krisengebieten dieser Welt.

Für die Pharmaindustrie sind hochreines Kalium- und

Natriumchlorid wichtige Grundstoffe. Viele Arzneien

werden zur Verbesserung ihrer Wasserlöslichkeit und

Bioverfügbarkeit sowie zum Ausgleich des Elektrolythaushalts

mit Salzen versehen. Das gilt für Infusionen,

für Injektionen, für Augentropfen, aber auch für viele

Tabletten, Kapseln oder Dragées. Auch in Kosmetik- und

Wellnessprodukten sind Natrium und Kalium enthalten.

Wer Kontaktlinsen trägt, reinigt sie in einer Salzlösung

und bewahrt sie auch darin auf. So bleiben sie weich

und vertragen sich gut mit der Augenflüssigkeit. Ein

altes Hausmittel gegen Schnupfen ist Nasenspülsalz.

Menschen, deren Organismus synthetische Sprays

abwehrt, können so wieder durchatmen. Die durch die

Schleimhaut aufgenommene Menge hat zwar einen

örtlichen Einfluss, aber keine Bedeutung für den Mineral-

und Flüssigkeitshaushalt des gesamten Körpers. Die

Erleichterung ist dennoch sofort spürbar. Lokal wirkt

isotonische Salzlösung lösend und verdünnend auf

Schleim und befeuchtet die Schleimhautoberfläche. Die

Mischung wird isotonisch genannt, wenn sie etwa neun

Gramm Salz pro Liter Wasser aufweist. Diese Zusammensetzung

ist mit Blutplasma am besten kompatibel.


HOCHreINe PrODuKTe – QuALITät von ANFANG an

Mit unseren hochreinen Natrium-, Kalium- und Magnesiumsalzen

stellen wir ein spezielles Produktportfolio

für die besonders hohen Anforderungen sowohl der

Pharma- als auch der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie

bereit. In der Pharmaindustrie dient unser Salz als

Rohstoff, aus dem Infusions- und Dialyselösungen hergestellt

werden, aber auch Enzyme, wie z. B. Insulin

und Antibiotika. Modernste Prozesssteuerung und ein

umfassendes Qualitätsmanagement über die gesamte

Prozesskette gewährleisten die Einhaltung der hohen

Anforderungen von Pharmakopöen, Lebensmittel- und

Industrienormen sowie internationalen Standards und

Gesetzen. Dies wird u. a. durch regelmäßige Inspektionen

der Behörden bestätigt. Die Produktion erfolgt in speziell

dafür eingerichteten Anlagen. Es kommen nur Zusatz-,

Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Verpackungsmaterialien

zum Einsatz, die unseren strengen Vorschriften an das

Produkt genügen und entsprechend kontrolliert werden.

Alle eingesetzten Stoffe sowie deren Lieferanten müssen

daher einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen. Die

Beschaffungsprozesse begleiten wir durch systematische

Lieferantenbeurteilungen. Auch die Transportwege sind

klar geregelt: Unsere hochreinen Produkte transportieren

wir als lose Ware ausschließlich in Edelstahl- bzw. Aluminiumsilos,

und auch unsere abgepackte Ware – vom

25-Kilo-Sack bis zum BigBag – gelangt nur in geprüften

Frachträumen zum Kunden. Über die komplette Lieferkette

sind sowohl alle eingesetzten Stoffe als auch das

Endprodukt bis zum Kunden rückverfolgbar. Auf diese

Weise garantieren wir eine umfassende Qualität von

Anfang an.


produktverantwortung

Vielfalt Leben

41

Natrium- und Kaliumchlorid sind

wichtige Rohstoffe für die Pharmaindustrie.

Natrium- und Kaliumchlorid in pharmazeutischer Qualität

besitzen eine besonders hohe Reinheit. Sie sind auch

bei Unfällen unentbehrlich, wenn es zu schweren Blutungen

kommt. Um den Verlust kurzfristig zu ersetzen,

sind Infusionen notwendig, die verhindern, dass es zu

wesentlichen Flüssigkeitsverschiebungen zwischen den

Zellen und ihrer Umgebung kommt. Ihre wichtige Wirkweise

entfalten diese Salze auch bei der Dialyse. Seit

über 50 Jahren kann die Funktion der Niere durch Blutwäsche,

die sogenannte Hämodialyse, ersetzt werden.

Allein in Deutschland werden mehr als 57.000 Patienten

dauerhaft dialysebehandelt – Tendenz steigend. Durch

die Dialyse werden überschüssiges Wasser, Giftstoffe

und Substanzen aus dem Blut entfernt, die normalerweise

mit dem Harn ausgeschieden werden. Chronisch

nierenkranke Patienten können wieder eine Weile relativ

beschwerdefrei leben. Ohne dieses Verfahren gäbe es

für sie nur geringe Überlebenschancen.

Internationale Hilfsorganisationen, wie UNICEF, Ärzte

ohne Grenzen oder WelthungerhiLFe, setzen bei

ihrer Arbeit in den Krisengebieten dieser Welt auf das

so genannte Orale Rehydrationssalz (ORS) aus Traubenzucker,

Natriumchlorid, Kaliumchlorid und einem Säuerungsmittel.

In Wasser aufgelöst sorgt das Getränk bei

an Durchfall Erkrankten dafür, dass ihr Körper schnell

wieder Flüssigkeit aufnehmen und gesunden kann.


ProDUKtverantwortung

ZUFRIEDEnhEItsanalYSEn und Auditierungen durch Kunden bestätigen

hohe Qualität der Produkte und Prozesse / enge Zusammenarbeit der drei Forschungsinstitute

und weltweite Kooperationen mit Hoch- und Fachhochschulen / Engagement auf

afrikanischem Kontinent verstärkt / Feuchtsalztechnologie ist Stand der Technik im

Winterdienst; neuester Trend: vorbeugende Streuung mit Sole

3

3.1 Umfangreiche Produktinformationen 43

3.2 Messbare Kundenzufriedenheit 43

3.3 Forschung und Entwicklung 44

3.4 Düngemittel für eine ausgewogene

Pflanzenernährung 46

3.5 Mineralstoffe für die menschliche

Ernährung 48

3.6 Salz als Auftaumittel 49

3.7 Beseitigung und Verwertung von Abfällen 50


produktverantwortung

3.1 umfangreiche Produktinformationen / 3.2 messbare Kundenzufriedenheit

43

Sichere Produktion

Wir fördern und veredeln hochwertige mineralische

Rohstoffe und leisten mit unseren Produkten einen

wichtigen Beitrag, um Ernährung, Gesundheit sowie

Lebensqualität zu verbessern. Kontinuierlich überprüfen

wir unsere Produkte auf mögliche Risiken für Gesundheit

und Sicherheit sowie auf ihre Umweltverträglichkeit

und sorgen dafür, dass sie bei verantwortungsvoller

und sachgerechter Nutzung sicher für Mensch und

Natur sind (zum Qualitätsmanagementsystem siehe

Seite 17).

/ Eine Übersicht über unsere QM-Zertifikate erhalten

Sie unter www.k-plus-s.com/de/produktverantwortung

3.1 Umfangreiche

Produktinformationen

K+S stellt ihren Kunden umfangreiche Informationen

zu Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. Art

und Umfang dieser Informationen richten sich nach

den jeweiligen nationalen bzw. internationalen Rechtsvorschriften.

Gruppenweit stehen relevante Informationen

in Produktdatenbanken sowie laufend aktualisierte

Sicherheitsdatenblätter bereit, in denen beispielsweise

die jeweils bei Lagerung und Transport

zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen beschrieben

sind. Unsere Verpackungen überprüfen wir kontinuierlich,

um immer den aktuellen Informationsstand zu

gewährleisten.

REACH: Stoffe registriert

K+S hatte im Zuge der europäischen Chemikalienverordnung

REACH 16 registrierpflichtige Stoffe mit einer

Jahres-Produktionsmenge von jeweils mehr als 1.000 t

bei der Europäischen Agentur für chemische Stoffe

(EChA) in Helsinki registriert. Nach dem Verkauf der

COMPO sind allerdings nur noch fünf dieser Stoffe für

uns relevant. Zwei weitere Stoffe mit einer Jahres-Produktionsmenge

von 100 bis 1.000 t werden bis Juni 2013

registriert.

Auch haben wir die Sicherheitsdatenblätter der Produkte

auf den novellierten Anhang II der REACH-Verordnung

umgestellt, der über den bislang geltenden

Rechtsstand hinausgehende Anforderungen enthält.

Dies ist erfolgt, obwohl für den größten Teil dieser Produkte

keine Verpflichtung zur Erstellung eines Sicherheitsdatenblattes

besteht, da sie chemikalienrechtlich

als nicht gefährlich angesehen werden.

/ Weitere Informationen unter www.echa.europa.eu

3.2 Messbare

Kundenzufriedenheit

Wir führen einen aktiven Dialog mit unseren Kunden,

um das Vertrauen in unsere Produkte und Dienstleistungen

zu stärken und dauerhaft zu sichern. Die Geschäftsbereiche

holen in regelmäßigen Abständen die Meinung

ihrer Kunden zur Produktqualität und den verbundenen

Prozessen und Dienstleistungen ein. Neben diesen

Zufriedenheitsanalysen liefern uns persönliche Gespräche

sowie die Reklamationsstatistik konkrete Ansatzpunkte

für weitere Verbesserungen.

Befragungen und Analysen im

Jahr 2012

+ + K+S KALI hat, unterstützt durch die Universität Kassel,

im Jahr 2012 eine Zufriedenheitsanalyse durchgeführt.

Einbezogen wurden alle Kunden weltweit, die

Produkte aus ISO 9001:2008 zertifizierten Bereichen

(Industrieprodukte, Health Care & Nutrition) beziehen.

Die Auswertung läuft.

+ + Das Vertriebsteam der SPL-Tochter ISCO hat im Jahr

2012 die amerikanischen Schlüsselkunden zu ihrer

Zufriedenheit mit Produkten und Dienstleistungen

befragt. Die ausführlichen Auskünfte lieferten wichtige

Ansätze zur Verbesserung in den Bereichen Verpackung

und Kundenkommunikation, die jetzt im

Rahmen eines Aktionsplans umgesetzt werden.

+ + esco führt Kundenzufriedenheitsanalysen im Zwei-

Jahres-Rhythmus durch. 2011/2012 wurden rund

5.000 Fragebögen an Ansprechpartner in über 80 Ländern

verschickt. Die Auswertung läuft.

Auditierungen durch Kunden

Um sich von der hohen Qualität unserer Produktionsprozesse

zu überzeugen, führen Kunden vermehrt


44 3.2 messbare Kundenzufriedenheit / 3.3 forschung und Entwicklung

eigene Audits auf unseren Standorten durch, die wir mit

guten Ergebnissen abschließen. Im Jahr 2012 sind Standorte

von K+S KALI unter anderem von den Firmen Fresenius

Kabi, Berlin Chemie und BK Giulini auditiert

worden. Bei esco haben Audits der Unternehmen Gambro,

Nestlé sowie BariLLa stattgefunden. SPL wurde

unter anderem von McDonald’s, Unilever und Petrobras

auditiert, Morton Salt von Fresenius, General

MiLLS und Nestlé.

3.3 forschung und

Entwicklung

Wir überprüfen kontinuierlich unsere Gewinnungs- und

Produktionsverfahren hinsichtlich des nachhaltigen Einsatzes

der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen,

entwickeln unsere Verfahren und Produkte weiter und

testen neue Technologien und Materialien für die Verbesserung

der Prozesse.

K+S-Forschungsinstitut

In Deutschland betreibt K+S im hessischen Heringen ein

Forschungsinstitut mit den Schwerpunkten Aufbereitung,

Verfahrenstechnik und Analytik. Rund 60 Wissenschaftler,

Ingenieure und Techniker arbeiten vor allem

an Produkt- und Verfahrensentwicklungen. Daneben

prüfen wir, inwieweit sich Ergebnisse aus der Grundlagenforschung

auf unsere spezifischen Fragestellungen

anwenden oder übertragen lassen. Im angeschlossenen

Zentrallabor werden Analysemethoden entwickelt, die

spezifisch auf unsere Labore und Fabrikprozesse abgestimmt

sind. Naturwissenschaftliche Nachwuchskräfte

werden im K+S-Forschungsinstitut auf ihren praktischen

Einsatz in den Fabrikbetrieben vorbereitet und

mit den speziellen Anforderungen ihres zukünftigen

Arbeitsgebietes vertraut gemacht.

Morton Salt Research Laboratory

In den USA betreibt Morton Salt ein zentrales Forschungslabor

in Elgin, Illinois. Die neun Mitarbeiter

arbeiten eng mit den Laboren auf den Standorten, aber

auch mit externen Forschungseinrichtungen zusammen.

Zu ihren Aufgaben gehören die Neu- und Weiterentwicklung

von Produkten, die Analyse von Stoffen

und Prozessen sowie Materialtests. Darüber hinaus

berät das Forschungslabor Kunden bei speziellen Fragestellungen,

unterstützt bei der Umsetzung behördlicher

bzw. gesetzlicher Vorgaben und führt Weiterbildungen

für Mitarbeiter durch.

Institute of Applied Plant Nutrition

(IAPN)

Das von der Universität Göttingen und K+S im Jahr

2010 gemeinsam gegründete Institut widmet sich

Effizientere Wassernutzung – Kalium und

Magnesium helfen, Wasser zu speichern

K+S hat in Zusammenarbeit mit den Universitäten Halle, Gießen

und Kiel untersucht, wie die Wassernutzungseffizienz von

Boden und Pflanze verbessert werden kann. Grundsätzlich

gilt: Nur ausgewogen ernährte Pflanzen können das vorhandene

Wasser optimal nutzen. Darüber hinaus haben Kalium

und Magnesium aber einen ganz spezifischen Einfluss: Böden

können bei regelmäßiger Düngung mehr Wasser speichern.

Zusätzlich ist ein positiver Effekt auf die Wurzelausbildung

erkennbar – und starke Wurzeln können zusätzliche Wasserreserven

erschließen. Das Projekt hat auch erste Hinweise darauf

erbracht, dass sich bei einer erhöhten Kaliumversorgung

der Stoffwechsel von Pflanzen besser an Trockenbedingungen

anpasst und daher effizienter mit Wasser umgehen kann.

Sollten sich aufgrund klimatischer Veränderungen Wüsten

und Steppen weiter ausbreiten, könnten nach Schätzungen

der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2025 fast zwei Milliarden

Menschen in Gebieten mit Wassermangel leben. Dies könnte

auch auf die dortige Landwirtschaft erhebliche Auswirkungen

haben, denn das meiste Wasser – etwa 70 % des weltweiten

Verbrauchs – wird für den Anbau von Nahrungsmitteln verwendet.

der praxis orientierten Forschung auf dem Gebiet der

Pflanzenernährung. Es greift als Schnittstelle zwischen

Wissenschaft und Praxis aktuelle Fragen auf, bündelt

vorhandenes Wissen und gibt neue Erkenntnisse an

die landwirtschaftliche Praxis weiter. Die am Institut

tätigen Mitarbeiter haben sich insbesondere der Förderung

des Wissenstransfers in Schwellen- und Ent-


produktverantwortung

3.3 forschung und Entwicklung

45

wicklungsländern verschrieben. Ein zukünftiger Forschungsschwerpunkt

des IAPN wird auf der Verbesserung

der Wassernutzungseffizienz von Kulturpflanzen

liegen. Die von K+S selbst auf diesem Gebiet betriebene

Forschung wird weitergeführt (siehe unten). Im

Rahmen eines gemeinsamen Forschungsvorhabens

mit der Universität Kiel werden weitere Doktoranden

sowie wissenschaftliche Hilfskräfte das Institut verstärken.

Zusammenarbeit in der K+S Gruppe

Unser Ziel ist es, im Bereich Forschung und Entwicklung

vorhandene Synergien optimal auszuschöpfen und

die Kompetenz jedes Instituts bestmöglich zu nutzen.

Daher arbeiten K+S-ForSChunGSinstitut und IAPN

im Rahmen der Bewertung von Produktideen hinsichtlich

Marktfähigkeit, Herstellung, Verarbeitung, Anwendung

und pflanzenbaulicher Wirkung eng zusammen.

Unterstützt werden sie durch den unternehmensinternen,

interdisziplinären Arbeitskreis „Innovation, Produkte

und Anwendungen“.

Zusammenarbeit mit Lehre und

Forschung

Spezielle Forschungsprojekte werden in Kooperation mit

Hoch- und Fachhochschulen umgesetzt. Erkenntnisse

der Grundlagenforschung gelangen auf diese Weise in

unsere Unternehmenspraxis. Den Hochschulen wiederum

eröffnet sich die Möglichkeit, mit aktuellem Praxisbezug

zu forschen. / abb: 3.3.1

Ausgewählte Projekte 2012

+ + K+S KALI führt gemeinsam mit der Fachhochschule

Weihenstephan-Triesdorf einen Feldversuch in Biogasfruchtfolgen

durch. In jüngerer Zeit hatte es Hinweise

darauf gegeben, dass das mit dem Biogassubstrat

vom Feld abgefahrene Kalium und Magnesium

im Nährstoffkreislauf von Biogasanlagen teilweise

verloren geht. Bisher war nur bekannt, dass sich der

Stickstoffgehalt durch gasförmige Verluste verringert.

Im Feldversuch soll geklärt werden, wie viel Nährstoffe

nach der Vergärung in Form von Gülle wieder

für die Pflanzen verfügbar sind, um dann den

Nährstoff einsatz durch mineralische Ergänzungsdüngung

entsprechend zu verbessern.

+ + Im Rahmen eines Public-Private-Partnership ist die

niederländische esco-Tochter Frisia Zout Mitglied

beim Wetsus Forschungsinstitut in Leeuwarden, das

unter anderem an Verfahren zur verbesserten Gewinnung

von Trinkwasser aus Meerwasser sowie der

Nutzbarmachung der darin enthaltenen Salze forscht.

Auf dem Werksgelände von Frisia Zout besteht für

Wetsus die Möglichkeit, die im Labor erforschten

Verfahren in Pilotanlagen unter realen Bedingungen

bis zur technischen Einsatzreife weiterzuentwickeln.

unser Forschungsverbund ABB: 3.3.1

K+S-Forschungsinstitut

Institute of Applied

Plant Nutrition

Morton Salt Research

Laboratory

Morton Salt Research Laboratory und K+S-Forschungsinstitut

kooperieren in den Bereichen Agglomeration

sowie Online-Analytik und werden künftig die

gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der Kristallisation

weiter ausbauen.

Feldversuche

Entwicklungsarbeit

auf den K+S-Standorten

Kooperation mit

Hochschulen


46 3.3 forschung und Entwicklung / 3.4 Düngemittel für eine ausgewogene Pflanzenernährung

+ + SPL plant, Grundlagenforschung zum Einsatz von Salz

bei der Kupfergewinnung zu betreiben. Erste Erfahrungen

von Kupferminenbetreibern weisen darauf

hin, dass der Auswaschungsprozess mit Salz kostengünstiger

und schneller funktioniert als mit Säure.

SPL will die Belastbarkeit dieser Beobachtung prüfen

sowie die Anwendungsbreite und Umweltfreundlichkeit

des Verfahrens.

Feldversuche nach Ländern ABB: 3.4.1

3.4 Düngemittel für eine ausgewogene

Pflanzenernährung

Wir bieten unseren Kunden die wichtigen Pflanzennährstoffe

Kalium, Magnesium, Schwefel sowie Spurennährstoffe

aus eigener Produktion an. Unsere Kali- und Magnesiumdüngemittel

sind Naturprodukte, die zum Großteil

nach EU-Recht auch für den ökologischen Landbau

zugelassen sind.

Die gezielte und ausgewogene Düngung mit diesen

Nährstoffen trägt dazu bei, den weltweit steigenden

Bedarf nach Agrarprodukten zu decken. Wir entwickeln

unsere Produkte und Nährstoffkombinationen beständig

weiter, um sie noch besser auf die spezifischen

Anforderungen einzelner Pflanzenkulturen abzustimmen

und unseren Kunden – auch im Hinblick auf die

prognostizierten klimatischen Veränderungen – Lösungen

zur Effizienz- und Ertragssteigerung anzubieten.

Amerika

Brasilien

Kolumbien

Afrika

Südafrika

Feldversuche rund um den Erdball

Vorderasien/Naher Osten

Indien

Türkei

Asien/Ozeanien

China

Indonesien

Westeuropa

Belgien

Deutschland

Frankreich

Großbritannien

Italien

Niederlande

Österreich

Spanien

Osteuropa

Bulgarien

Griechenland

Polen

Rumänien

Tschechien

Ungarn

Ukraine

Feldversuche sind unverzichtbar für unsere erfolgreiche

Arbeit und die unserer Kunden. Die gewonnenen

Erkenntnisse erlauben eine gezielte, standortgerechte

Bewertung von Nährstoffform, Düngermenge und Düngungszeitpunkt.

K+S KALI betreut zurzeit rund 130 Feldversuche

weltweit. Der Versuchsaufbau erfolgt in der

Regel in Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten und

wissenschaftlichen Instituten. Diese erhalten das Publikationsrecht

sowie finanzielle Unterstützung für Graduierungsarbeiten

und Promotionen. Viele Versuche finden

direkt bei Landwirten statt, die vom Erkenntnisgewinn

unmittelbar profitieren. / Abb: 3.4.1


produktverantwortung

3.4 Düngemittel für eine ausgewogene Pflanzenernährung

47

Flüssigdüngung kommt wachsende

Bedeutung zu

Fertigation und Blattdüngung kommen eine stetig wachsende

Bedeutung zu. Denn die Pflanze kann bei ausgetrockneten

Böden die enthaltenen Nährstoffe kaum aufnehmen. Die Folge:

Sinkende Erträge trotz gut gedüngter Böden. Werden Düngemittel

und Wasser kombiniert (Fertigation), ist die Nährstoffzufuhr

besser zu regulieren und die Pflanzen können während

der gesamten Wachstumsperiode gleichmäßiger Nährstoffe

aufnehmen. Die mittels Fertigation gedüngten Flächen haben

sich zwischen den Jahren 1981 und 2010 weltweit auf rund 10

Mio. Hektar verzwanzigfacht – Tendenz weiter steigend. Führend

sind die USA, Spanien, China und Indien sowie Südafrika.

K+S KALI hat daher in den vergangenen Jahren ihr Produktportfolio

(Seite 27) in diesem zukunftsträchtigen Segment gezielt

ausgebaut.

Anwendungsberatung für eine gute

fachliche Praxis

Auf Basis unserer Forschungsaktivitäten und Feldversuche

erstellen wir individuelle Düngungsempfehlungen

für unsere weltweiten Kunden, die Voraussetzungen für

eine „gute fachliche Praxis“ sind.

Nach unserer Einschätzung können die Schwellen-

und Entwicklungsländer ihre Ernteerträge bei besserer

Anwendung des Prinzips der ausgewogenen Düngung

noch erheblich steigern. Auch ist in diesen Regionen der

sachgerechte Düngemitteleinsatz meist weniger umfassend

geregelt als beispielsweise in Europa oder den USA.

Unsere landwirtschaftliche Anwendungsberatung trägt

dort zum Know-how-Transfer bei: Vor Ort schult sie die

Verkaufsberater der Partner sowie die Verantwortlichen

auf den Plantagen und sie unterstützt lokale Behörden

und Ausbildungseinrichtungen mit umfangreichen

Informationsmaterialien.

Im Jahr 2013 wird K+S ihr Engagement auf dem afrikanischen

Kontinent verstärken. Zu diesem Zweck werden

Gespräche mit einer Nichtregierungsorganisation

geführt, die als Partner auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen

Entwicklungsarbeit gewonnen werden

soll. Dabei geht es in erster Linie um den Aufbau einer

landwirtschaftlichen Beratung in Ländern südlich der

Sahelzone, aber auch um die Einrichtung einer mobilen

Schulungseinheit, in der Pflanzenbauberater ausgebildet

werden.

Diese Region verfügt über ein großes landwirtschaftliches

Entwicklungspotenzial, das erschlossen werden

soll. Die Böden sind arm an Nährstoffen und organischer

Substanz, und nur ein geringer Prozentsatz der

Felder ist bewässert. Gemeinsam mit den Partnern vor

Ort will K+S für den Anbau der regional typischen Kulturen

Best Management Practices entwickeln. Dabei

sollen sowohl die Kulturpflanzen berücksichtigt werden,

die die Ernährung der Landwirte sicherstellen, aber

auch die so genannten „cash crops“, durch deren Absatz

sich die Landwirte ein Einkommen erwirtschaften können.

K+S wiederum lernt die Situation der Kleinbauern

vor Ort genau kennen, gewinnt neue Erkenntnisse über

das Funktionieren der lokalen Märkte und kann langfristig

ihre Marktpolitik nach den regionalen Bedürfnissen

ausrichten. Ein Know-how-Transfer, von dem beide

Seiten profitieren.

Bereits im Jahr 2011 wurde eine enge Zusammenarbeit

mit der GeseLLSChaft für Internationale Zusammenarbeit

(GIZ) und dem Internationalen KartoffeLForschungszentrum

in Lima (CIP) vereinbart. Das

nächste Projekt ist die Entwicklung einer Best Management

Practice für den Kartoffelanbau.

/ Weitere Informationen erhalten Sie unter

www.cipotato.org

K+S ist auch Mitglied der Deutschen Initiative für

Agrarwirtschaft und Ernährung in SchweLLenund

Entwicklungsländern (DIAE). Ziel der im Jahr

2012 gegründeten Initiative des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ), der GeseLLSChaft für Internationale

Zusammenarbeit (GIZ) und diverser Unternehmen

ist es, strategische Projekte in Entwicklungs- und

Schwellenländern zu koordinieren und gemeinsam zu

einem langfristigen Erfolg zu führen. Die Unternehmen

bringen ihre jeweilige Expertise ein.

/ Weitere Informationen erhalten Sie unter

www.giz.de/Themen/de/36058.htm

Außerdem beteiligt sich K+S an Forschungsprogrammen

des International Plant Nutrition Institute

(IPNI) und von HarvestPlus.


48 3.5 mineralstoffe für die menschliche Ernährung

3.5 mineralstoffe für die

menschliche Ernährung

Auch im menschlichen Körper erfüllen die von K+S

geförderten Mineralien wichtige Aufgaben: Sie regeln

den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt, sodass notwendige

Nährstoffe im Körper gelöst und verbrauchte

Substanzen ausgeschieden werden, sie spielen eine zentrale

Rolle bei der Steuerung von Nerven und Muskeln

und unterstützen lebenswichtige Stoffwechselvorgänge.

Kalium, Magnesium und Natriumchlorid sind für den

Menschen unersetzlich.

Bluthochdruck und Salzkonsum

hängen nur selten zusammen

Häufig wird zu einem sparsamen Salzkonsum (Natriumchlorid)

geraten, um krankhaft hohem Blutdruck

vorzubeugen oder den Blutdruck gar zu senken. Aktuelle

Studien, veröffentlicht unter anderem auf der Website

des anerkannten Netzwerkes Cochrane Collaboration,

belegen allerdings, dass der Blutdruck bei

strikt salzarmer Kost im Durchschnitt nur sehr wenig

sinkt. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit

im Gesundheitswesen (IQWiG),

das sich bei seinem Urteil auf eine umfassende Analyse

der verfügbaren Literatur und Studien stützt, hält es für

nicht erwiesen, dass eine salzarme Ernährung den Folgekomplikationen

von Bluthochdruck entgegenwirkt.

Der Grund für den geringen Zusammenhang zwischen

Blutdruck und Salzaufnahme: Übersteigt die

Aufnahme den Bedarf, scheidet ein gesunder Körper

das überflüssige Salz in aller Regel über die Nieren wieder

aus.

/ Weitere Informationen erhalten Sie unter

www.cochrane.org,

www.vks-kalisalz.de/anwendungen/gesundheit,

www.eusalt.com/pages/salt-and-body/salt-and-physiology.html,

www.saltinstitute.org/Issues-in-focus/Food-salt-health

Speisesalze für eine bewuSSte

Eernährung und Dosierung

Ungeachtet der beschriebenen medizinischen Tatsachen

bieten wir auch natriumreduzierte Produkte an

(Seite 31), die sich an Verbraucher richten, die weniger

Salz zu sich nehmen, aber nicht auf vollen Geschmack

verzichten wollen. Bei diesen Produkten wird ein Teil

des Na triumchlorids durch die wertvollen Mineralien

Kalium und Magnesium ersetzt.

Aufklärung über die Wirkweise

von Salz

Der Geschäftsbereich Salz unterstützt Verbände und

Multiplikatoren, die über die Wirkweise von Salz informieren.

Darüber hinaus plädiert Morton Salt im Rahmen

ihrer Salt Savvy-Kampagne für eine bewusste

Salzverwendung und gibt auf ihren Speisesalzdosen

praktische Tipps: häufiger mit frischen Produkten

kochen statt Fertiggerichte kaufen, bei Fertiggerichten

auf die Inhaltsstoffe achten oder das Essen vor dem

automatischen Nachsalzen zunächst probieren. Seit

Sommer 2012 findet sich die Kampagne mit interaktiven

Elementen auch auf Facebook wieder.

Mit Fluor und Jod vorbeugen

Unser Speisesalz dient außerdem als Träger für die Wirkstoffe

Jod und Fluor. Damit unterstützen wir die Bemühungen

von WHO, uniCEF und nationalen Organisationen

zur Vorbeugung von Mangelkrankheiten. esco ist

Förderer und Berater des Deutschen Arbeitskreises

Jodmangel, der Bevölkerung und Vertreter des öffentlichen

Gesundheitswesens über Verbreitung und Folgen

des Jodmangels sowie über Vorbeugemöglichkeiten

aufklärt. Als Mitglied des Salt Institutes unterstützt

Morton Salt das Iodine Network, eine Organisation,

die Jodmangel in Schwellen- und Entwicklungsländern

bekämpft.

/ Weitere Informationen unter www.iodinenetwork.net

Salze retten leben in Krisengebieten

Internationale Hilfsorganisationen, wie UNICEF, ÄrZTe ohne

Grenzen oder Welthungerhilfe, setzen bei ihrer Arbeit in

den Krisengebieten dieser Welt auf das so genannte Orale Rehydrationssalz

(ORS). Es enthält eine von der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) empfohlene Mischung aus Traubenzucker,

Natriumchlorid, Kaliumchlorid und einem Säurungsmittel. In

Wasser aufgelöst sorgt das Getränk bei an Durchfall Erkrankten

dafür, dass ihr Körper schnell wieder Flüssigkeit aufnehmen

und gesunden kann. So könnten beispielsweise 80 % aller Cholerapatienten

allein schon durch die rechtzeitige Verabreichung

von ORS geheilt werden.


produktverantwortung

3.5 mineralstoffe für die menschliche Ernährung / 3.6 salz als Auftaumittel

49

Als Förderer des Deutschen Arbeitskreises für

Zahnheilkunde trägt esco durch interdisziplinäre

Zusammenarbeit mit Zahn- und Kinderärzten und dem

öffentlichen Gesundheitswesen zur Vorbeugung gegen

Karies bei.

/ Weitere Informationen unter www.vks-kalisalz.de/

anwendungen/ernaehrung/jodsalz-mit-fluorid/

Stete reduzierung der ausgebrachten Streusalzmengen ABB: 3.6.1

60er Jahre

Ungeregelte Dosierung

von Auftausalz

40 g /m2 und mehr

70er Jahre

Einführung von automatisierten

weg- und geschwindigkeitsabhängigen

Dosiereinrichtungen

30 – 20 g /m2

Heute

Einführung von elektronisch

geregelten Dosiereinrichtungen

und der Feuchtsalztechnologie

20 – 10 g /m2

3.6 salz als Auftaumittel

Der Einsatz von Auftaumitteln im Winterdienst hat

sich seit vielen Jahrzehnten bewährt. Mehrere unabhängige

Studien belegen, dass es zu Auftausalz weder

wirtschaftliche noch ökologische Alternativen gibt, um

die Sicherheit auf Straßen und Autobahnen zu gewährleisten.

Im Abschlussbericht des europäischen Forschungsprojekts

COST 353 ist festgehalten, dass der Einsatz von

Auftausalz im Winterdienst europaweit die wirtschaftlichste

und ökologischste Alternative ist. Der Bericht

empfiehlt außerdem die Ausweitung der Feuchtsalztechnologie.

COST 353 zielt auf die Etablierung von europaweit

einheitlichen Standards für Winterdienst und

Verkehrssicherheit.

/ Weitere Informationen unter www.cost.esf.org/

domains_actions/tud/Actions/ Winter_Service_Strategies

Auch das Ökoinstitut Freiburg kam nach einer vergleichenden

Untersuchung zwischen abstumpfenden

Streustoffen und Auftausalz zu dem Ergebnis, dass Auftausalz

– ausgebracht mit dem modernen Feuchtsalzverfahren

– die umweltverträglichste und effektivste

Methode im Winterdienst ist. Diese Technik, bei der

ein Gemisch aus 70 % Trockensalz und 30 % Sole ausgebracht

wird, ermöglicht die Reduzierung der Ausbringungsmenge

an Auftausalz bei gleichzeitig verbesserter

Auftauwirkung und damit höherer Sicherheit auf

unseren Straßen.

Auftausalz kann durch das enthaltene Chlorid Pflanzen

schädigen und Grund- und Oberflächenwasser versalzen.

Außerdem können die Metallteile von Verkehrsmitteln

sowie die Verkehrsinfrastruktur einer verstärkten

Korrosion ausgesetzt sein. Durch die Feuchtsalztechnologie,

eine verbesserte Streutechnik, genauere Wettervorhersagemodelle

und den verstärkten Einsatz von Messsensoren

ist es aber gelungen, die potenziell schädliche

Wirkung von Auftausalz zu minimieren. / abb: 3.6.1

Feuchtsalztechnologie setzt sich

zunehmend durch

In Deutschland und Skandinavien gilt die Feuchtsalztechnologie

als Stand der Technik; 80 bis 90 % des von


50 3.6 salz als Auftaumittel / 3.7 beseitigung und Verwertung von Abfällen

esco lose verkauften Auftausalzes wird mit dieser

Methode ausgebracht. Im übrigen Europa ist das Bild

uneinheitlich: Dort, wo der Investitionsaufwand für die

Feuchtsalztechnologie die Budgetmöglichkeiten überschreitet,

wird noch Trockensalz gestreut. Außerdem

sind die topografischen und klimatischen Anforderungen,

die historische Entwicklung des Winterdienstes

vor Ort sowie die jeweiligen Umweltstandards von

Bedeutung.

In den USA und Kanada ist die Methode verbreitet, Auftausalz

mit Sole anzufeuchten. Es gibt jedoch keinen

verbindlichen Standard für die Zusammensetzung des

Produkts, sodass je nach Kundenwunsch und winterlichen

Bedingungen unterschiedlichste Mischungen zum

Einsatz kommen. Morton Salt schätzt, dass sich der

Anteil der feuchten Auftaumittel in den nächsten Jahren

weiter erhöhen wird, da die nordamerikanischen

Kunden verstärkt Produkte nachfragen, die eine verbesserte

Wirksamkeit bei geringerer Umweltbelastung

aufweisen.

Neuester Trend: Vorbeugende

Streuung mit Sole

Außerdem setzt sich auf dem nordamerikanischen Kontinent

der Trend zur vorbeugenden Streuung mit Sole

durch. Hierbei wird im Vorfeld von angekündigter überfrierender

Nässe Salzlösung bei hoher Fahrgeschwindigkeit

in der geringstmöglichen Konzentration gleichmä-

Untertägige Beseitigung von Abfällen

Für die untertägige Beseitigung in den Deponien eignen

sich anorganische toxische Abfälle, die weder explosionsgefährlich,

leicht entzündlich, radioaktiv, ausgasend

noch selbstgängig brennbar sein dürfen. Weiterhin werden

keine freien Flüssigkeiten eingelagert, und die Stoffe

dürfen nicht reaktionsfähig mit dem Salzgestein sein.

In Frage kommen daher beispielsweise Verbrennungsßig

auf den Straßen aufgebracht und so eine Vereisung

verhindert oder zumindest verzögert.

Dieses Vorgehen wird zurzeit auch in Skandinavien

und Deutschland erprobt. Die Bundesanstalt für

Strassenwesen (BAST) kommt nach einer Testreihe

auf Autobahnen zu dem Ergebnis, dass die präventive

Soleausbringung bei erwarteter Reifglätte Vorteile hat

im Vergleich zur Feuchtsalzstreuung, die aber bei bereits

vorhandener Straßenglätte und Schneefall nach wie vor

das Optimum im Winterdienst darstellt. Auf Basis dieser

Ergebnisse haben bereits mehrere Bundesländer Solestreufahrzeuge

beschafft, um diese im Regelbetrieb im

Winterdienst einzusetzen. Als nächstes wird eine entsprechende

Testreihe auf Landstraßen durchgeführt.

3.7 beseitigung und

Vverwertung von Abfällen

Der Geschäftsbereich Entsorgung und Recycling nutzt

die durch die Rohsalzgewinnung entstandenen untertägigen

Hohlräume zur langzeitsicheren Beseitigung und

Verwertung von Abfällen und greift dabei auf die vorhandene

Infrastruktur der aktiven deutschen Kali- bzw.

Salzbergwerke zurück. Es werden zwei Untertage-Deponien

(jährliche Kapazität: 230.000 t) und fünf Anlagen

zur Verwertung unter Tage (Kapazität in 2012: 650.000 t)

betrieben.

Abfälle werden dauerhaft der

biosphäre entzogen

Die genutzten Salzlagerstätten sind gas- sowie flüssigkeitsdicht

und sicher von den Grundwasser führenden

Schichten getrennt. Durch eine Kombination von geologischen

und technischen Barrieren erreichen wir die

höchstmögliche Sicherheit. Die Abfälle werden der Biosphäre

dauerhaft entzogen.

Die Verwertungsanlagen sind nach Bergrecht zugelassen,

die Deponien nach Abfallrecht genehmigt. Alle

Betriebe entsprechen den Vorgaben der EU-Gesetzgebung

und der Deponie- beziehungsweise der Versatzverordnung.

Im Rahmen der aufwändigen Genehmigungsverfahren

wurde in mehreren Gutachten die geologische,

hydrogeologische, bergtechnische und geomechanische

Eignung der Standorte nachgewiesen. Die

Betriebe werden regelmäßig durch staatliche Aufsichtsbehörden

kontrolliert, sie sind als Entsorgungsfachbetriebe

und nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert.

/ abb: 3.7.1


produktverantwortung

3.7 beseitigung und Verwertung von Abfällen

51

Schematische Darstellung einer Untertage-Deponie ABB: 3.7.1

in m

− 200

Buntsandstein (Ton-, Sand- und Schluffsteine)

− 400

− 600

− 800

Tonstein (wassersperrend)

Zechstein (Steinsalz; gasdicht)

Kalisalz

Zechstein (Steinsalz; gasdicht)

Entsorgungsanlage

− 1.000

− 1.200

Rotliegend (Sandstein)

rückstände, arsen- oder quecksilberhaltige Abfälle sowie

kontaminierte Böden und Bauschutt.

Die Abfälle werden in Big-Bags oder in Fässern und Containern

aus Stahlblech verpackt. Ist die Einlagerung in

einem untertägigen Hohlraum abgeschlossen, wird dieser

durch eine Mauer oder einen Salzwall verschlossen

und damit von anderen Stoffgruppen getrennt. Nach

Beendigung des Betriebes werden die zugehörigen

Schächte nach dem Stand der Technik wasserdicht und

langzeitsicher verschlossen.

Die genehmigten Einlagerungshohlräume beider

Untertage-Deponien reichen bei den derzeitigen Einlagerungsmengen

für mehrere Jahrzehnte aus. Aufgrund

des Kaliabbaus entstehen kontinuierlich weitere

Hohlräume, die nach Erweiterung der entsprechenden

Genehmigung ebenfalls für die Abfalleinlagerung

genutzt werden können.

Verwertung von Abfällen

Im Gegensatz zur Beseitigung ist bei der Verwertung

die Nutzung des Abfalls das Ziel. Zugelassene bergbaufremde

Abfälle werden hier zur Verfüllung dafür geeigneter

Hohlräume verwendet. Für die untertägige Verwertung

geeignet sind beispielsweise Klärschlammverbrennungsaschen,

Filterstäube aus der Rauchgasreinigung

von Hausmüll- und Sonderabfallverbrennungsanlagen,

verunreinigte Böden und Bauschutt sowie Eindampfrückstände

von Deponiesickerwässern.


Ökonomie

Vielfalt Leben

53

der beweis

liegt in der

Stärke

Reis gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln

weltweit. Mehr als drei Milliarden Mensch en ernähren sich

von dem kleinen, 25 Milligramm leichten Korn.

Reis wird auch das Korn des Lebens genannt – zu Recht.

Vor allem in Asien ist eine Mahlzeit ohne Reis kaum

denkbar. Etwa 150 Kilogramm verzehrt jeder Bewohner

Asiens im Durchschnitt pro Jahr. Zum Vergleich: in

Deutschland sind es nur drei Kilo. Reis macht satt. Er liefert

vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Eiweiß.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind hauptsächlich

im Silberhäutchen enthalten. Es umhüllt den

Mehlkörper und wird beim Polieren zum gängigen weißen

Reis entfernt. Der Nährwert von ungeschältem Reis

ist daher deutlich höher – man sollte ihn deshalb bevorzugt

verwenden. Reis ist eine der ältesten Kulturpflanzen.

Die Geschichte der Pflanze reicht weit zurück. Sie wurde

schon vor 12.000 Jahren am südlichen Himalaya angebaut.

Alexander der Große brachte sie vor 2.500 Jahren

nach Europa. Wie stark das Nahrungsmittel das tägliche

Leben in den asiatischen Ländern geprägt hat, verrät die

chinesische Sprache. Dort ist das Wort „Reis“ ein Synonym

für die Ernährung an sich. Im Japanischen zum Beispiel

steht das Wort „Grohan“ sowohl für „die Mahlzeit“

als auch für „gekochten Reis essen“. Und wer auf Vietnamesisch

„Guten Appetit“ wünscht, sagt wörtlich „Lassen

Sie sich den Reis schmecken“. Sogar japanische Automarken

wählten ihre Namen aus der Welt der Nutzpflanze:

Honda bezeichnet das Hauptreisfeld; wer einen Toyota

fährt, besitzt ein reiches Reisfeld.


KALI- und MAGNeSIumdüngeMITTel

STeIGern ErNTeerträge

zientes und kundennahes Vertriebsnetz vermarkten wir

unsere Produkte weltweit. Die Nachfrage nach unseren

Düngemitteln wird sowohl in Lateinamerika als auch in

Asien in den kommenden Jahren weiter steigen. Denn

die Weltbevölkerung wächst und die Anbauflächen pro

Kopf werden knapper. Das heißt, dass die Ernteerträge

auf den bestehenden Flächen gesteigert werden müssen.

Und dies ist unter anderem nur durch eine ausgewogenere

Düngung mit den wichtigen Pflanzennährstoffen

Kalium, Magnesium, Stickstoff und Phosphat zu

erreichen. Unsere jährliche Produktionskapazität beträgt

Wir bauen in Bergwerken in 500 bis 1.400 Meter Tiefe Kaliund

Magnesiumsalze ab. Das Rohsalz wird durch Bohren

und Sprengen gewonnen, über kilometerlange Förderbänder

zum Schacht und anschließend ans Tageslicht transportiert.

Über Tage wird es in komplexen, mehrstufigen

Prozessen aufbereitet und veredelt. Dabei greifen wir auf

über 100 Jahre Wissen und Erfahrung zurück. Aus den

Mineralien werden natürliche Düngemittel sowie Produkte

für industrielle Anwendungen, hochreine Salze für

die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie sowie

Bestandteile von Futtermitteln hergestellt. Über ein effizurzeit

bis zu 7,5 Mio. t Kali- und Magnesiumprodukte.

Angesichts der hohen Auslastung der technisch verfügbaren

Kapazitäten in Deutschland sowie der steigenden

Nachfrage sind wir derzeit dabei, die Produktionskapazitäten

zu erweitern. Mit dem Legacy Projekt, einem Greenfield-Projekt

in der kanadischen Provinz Saskatchewan, soll

ab 2015 die jährliche Produktionskapazität langfristig um

mindestens 2,86 Mio. t steigen.


Ökonomie

Vielfalt Leben

55

Kalium fördert die Pflanzengesundh eit und

die Bildung von Kohlenhydraten.

Ungefähr 8.000 Reissorten existieren heute – speziell

gezüchtet für unterschiedliche regionale und klimatische

Anforderungen. Die meisten Sorten gedeihen in

der Wärme und Feuchtigkeit des subtropischen Klimas

Asiens. 90 Prozent der 600 Mio. t, die jährlich weltweit

produziert werden, stammen von dort. Aber die Welt

braucht mehr Reis. Die Nachfrage steigt mit der wachsenden

Weltbevölkerung.

Der Reisanbau liegt auch heute noch hauptsächlich in

den Händen lokaler Reisbauern und erfolgt oft nach

den gleichen Methoden wie vor 3.000 Jahren. Als Hel-

fer beim Pflügen dienen Wasserbüffel, in Japan auch

Maschinen. Die Düngung erfolgt häufig per Hand. Nach

der Saat setzt Regen oder Flusswasser die Felder unter

Wasser; das braucht der Reis zum Keimen.

Durch das Anpflanzen neuer Sorten oder den Einsatz

von Bewässerungssystemen ließe sich die Reisproduktion

steigern. Sind die Bauern nicht länger auf natürliche

Bewässerung durch Regen und Überschwemmungen

angewiesen, sind mehrere Ernten pro Jahr möglich.

Entscheidend für maximale Erträge ist auch eine ausgewogene

Düngung, die genau auf den Nährstoffbedarf

der Pflanze abgestimmt ist, um Mangelerscheinungen

zu vermeiden.

Kalium und Magnesium unterstützen die Photosynthese

und fördern die Pflanzengesundheit, da sie die

Toleranz gegenüber widrigen klimatischen Bedingungen,

Schädlingen und Krankheiten erhöhen. Außerdem

hat Kalium positiven Einfluss auf die Bildung von Kohlenhydraten.

Ist der Boden unterversorgt, sinkt der Stärkegehalt

des Reiskorns.


Ökonomie

Robustes Geschäft mit Kali- und MagnESIUMPRODUKten / Auftausalzgeschäft

witterungsbedingt außergewöhnlich schwach / Konzernumsatz erreicht mit

3,9 Mrd. € annähernd den Wert des Vorjahres / Operatives Ergebnis EBIT I erreicht 808,5 Mio. €

(2011: 906,2 Mio. €) / K+S Gruppe mit attraktiven Perspektiven für 2013

4

4.1 Geschäftliche Rahmenbedingungen 57

4.2 Umsatz und Ergebnis 57

4.3 K+S-Aktie 61


Ökonomie

4.1 geschäftliche Rahmenbedingungen / 4.2 umsatz und Ergebnis

57

4.1 Geschäftliche

Rahmenbedingungen

Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte

Das Geschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten

wurde im Verlauf des ersten Halbjahres positiv von

dem Abschluss der Kalilieferverträge mit chinesischen

Abnehmern sowie von einem attraktiven Agrarpreisniveau

beeinflusst. Das Ausbleiben der Vertragsabschlüsse

der nordamerikanischen und russischen Produzenten

mit chinesischen und indischen Abnehmern

für das zweite Halbjahr führte jedoch dazu, dass die

Kapazitäten insbesondere in Nordamerika und Russland

nicht voll ausgelastet waren und dass die Schätzungen

für den Weltkaliabsatz im Jahr 2012 insgesamt

auf rund 54 Mio. t (einschl. Kaliumsulfat und Kalisorten

mit niedrigerem K2O-Gehalt in Höhe von etwa 3 Mio. t)

reduziert wurden.

Vor diesem Hintergrund gerieten die internationalen

Preise für Kaliumchlorid gegen Ende des dritten Quartals

unter Druck. Obwohl K+S aufgrund der geringen

Abhängigkeit von Lieferungen nach China und Indien

keine Produktionskürzungen vornehmen musste und

eine vergleichbare Menge absetzen konnte wie in 2011,

hatte der im vierten Quartal auch in den für K+S relevanten

Märkten zu beobachtende Preisdruck entsprechende

Auswirkungen.

Geschäftsbereich Salz

Auftausalz

Aufgrund der milden und trockenen Witterungsverhältnisse

zu Beginn des Jahres 2012 konnte das sehr hohe

Niveau des vorjährigen Voreinlagerungsgeschäfts nicht

erreicht werden. Die Schaffung zusätzlicher Lagerkapazitäten

auf Kundenseite und zurückhaltende Nachbestellungen

zum Ende des ersten Quartals sorgten dennoch

für ein durchschnittliches Voreinlagerungsvolumen

im zweiten und dritten Quartal. Die Preise gingen

in der Voreinlagerungssaison sowie in den Ausschreibungen

für die Wintersaison 2012/2013 aufgrund des

hohen Angebots leicht zurück. Die Ende November einsetzende

kalte Witterung mit Schneefällen führte im

vierten Quartal zu einem insgesamt durchschnittlichen

Start in die Wintersaison 2012/2013.

Auch die Auftausalzregionen an der Ostküste der Vereinigten

Staaten und in Kanada waren durch hohe Lagerbestände

infolge des außergewöhnlich milden Winters

zu Beginn des Jahres 2012 gekennzeichnet. Die meisten

Produzenten reagierten auf diese Situation mit Produktionskürzungen.

In den Auftausalzregionen der Vereinigten

Staaten kam es sowohl beim Voreinlagerungsgeschäft

als auch bei den Ausschreibungen für die Wintersaison

2012/2013 insbesondere im Mittleren Westen

zu Preis- und Volumenrückgängen. Sowohl in den Vereinigten

Staaten als auch in Kanada reichte der spät

im Dezember einsetzende Winter nicht aus, im vierten

Quartal insgesamt den Durchschnitt langjähriger

Absatzwerte zu erzielen.

Gewerbesalz

Die Gewerbesalznachfrage blieb sowohl in Europa als

auch Südamerika relativ stabil. In Nordamerika war weiterhin

eine gewisse Kaufzurückhaltung bei Wasserenthärtungsprodukten

festzustellen.

Speisesalz

Die Nachfrage nach Speisesalz in Europa sowie Süd- und

Nordamerika lag im Jahr 2012 auf einem guten Niveau.

Allerdings war in Europa weiterhin ein verstärkter Wettbewerb

zu beobachten.

Industriesalz

Der Markt für Industriesalz in Europa war im Jahr 2012

weiterhin von einem Überangebot geprägt. Auch in

Nord- und Südamerika erhöhte sich der Wettbewerbsdruck.

4.2 Umsatz und Ergebnis

Umsatz erreicht mit 3,9 Mrd. €

annähernd den Wert des Vorjahres

Im Geschäftsjahr 2012 erreichte der Umsatz mit 3.935,3

Mio. € annähernd den Wert des Vorjahres (3.996,8 Mio. €).

Unterjährig lässt sich an den Quartalsumsätzen in der

Regel eine gewisse Saisonalität erkennen; so fallen das

erste und das vierte Quartal tendenziell stärker, das

zweite und dritte Quartal etwas schwächer aus. Bei

einer mengenmäßigen Betrachtung profitiert das erste


58 4.2 umsatz und Ergebnis

Quartal im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

üblicherweise von der einsetzenden Frühjahrsdüngung

in Europa. Das Auftausalzgeschäft konzentriert

sich in der Regel auf das erste und vierte Quartal

eines Jahres, während im zweiten und dritten Quartal

Voreinlagerungen zu in der Regel günstigeren Preisen

stattfinden. Im Jahr 2012 kam es im Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte zu Verschiebungen in

das zweite Quartal, da es zu Beginn des Jahres noch zu

einer vorsichtigen Voreinlagerung von Düngemitteln

gekommen war. Darüber hinaus konnte im ersten und

vierten Quartal 2012 vor dem Hintergrund der trockenen

und milden Witterungsverhältnisse weniger Auftausalz

abgesetzt werden. / tab: 4.2.1

Im Jahr 2012 konnten negative Mengeneffekte durch

positive Währungs- sowie Preiseffekte annähernd ausgeglichen

werden. Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

erzielte vor allem aufgrund höherer

Durchschnittserlöse sowie einer positiven Entwicklung

der Wechselkurse einen Umsatzzuwachs. Im Geschäftsbereich

Salz fiel der Umsatz insbesondere aufgrund der

milden und trockenen Witterungsverhältnisse spürbar,

nachdem das Vorjahr von einem überdurchschnittlichen

Winter begünstigt war.

Mit 58 % war der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

der umsatzstärkste Geschäftsbereich der

K+S Gruppe, gefolgt vom Geschäftsbereich Salz und den

Ergänzenden Aktivitäten. / abb: 4.2.1

In Europa erzielten wir einen Umsatz von 1,6 Mrd. €

(−6 %). Damit entfielen 42 % des Gesamtumsatzes auf

Kennzahlen K+S Gruppe TAB: 4.2.1

in Mio. €

Umsatz nach bereichen ABB: 4.2.1

3

2

4

3

2

1

in %

2012 2011

1 Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte 58,3 53,4

2 Geschäftsbereich Salz 37,8 42,8

3 Ergänzende Aktivitäten 3,9 3,8

Umsatz nach Regionen ABB: 4.2.2

5

1

in %

2012 2011 %

Umsatz 3.935,3 3.996,8 − 1,5

Operatives Ergebnis EBIT I 808,5 906,2 − 10,8

Konzernergebnis, aus fortgeführter Geschäftstätigkeit, bereinigt 540,8 625,6 − 14,0

Investitionen 465,5 293,1 + 58,8

Mitarbeiter (Angaben in Anzahl) 14.362 14.338 + 0,2

2012 2011

1 Europa 41,9 43,7

– davon Deutschland 14,8 15,8

2 Nordamerika 25,9 29,0

3 Südamerika 17,2 13,7

4 Asien 12,0 10,6

5 Afrika, Ozeanien 3,0 3,0


Ökonomie

4.2 umsatz und Ergebnis 59

diese Region. Nordamerika erreichte einen Umsatzanteil

von 26 % und Südamerika von 17 %. Auf Asien entfielen

12 % des Gesamtumsatzes. / abb: 4.2.2

Entwicklung ausgewählter

Kostenarten

Der Personalaufwand der K+S Gruppe betrug etwa 25 %

des Umsatzes und ist gegenüber dem Vorjahr um 2% auf

981,9 Mio. € gestiegen; die Personalkosten ohne Rückstellungseffekte

erhöhten sich im Vergleich zum Jahr

2011 ebenfalls um 2% auf 994,2 Mio. €. Höheren Kosten

aus Tariferhöhungen, einem wechselkursbedingten Kostenanstieg

sowie gestiegenen Personalkosten aufgrund

einer höheren durchschnittlichen Mitarbeiterzahl stand

eine niedrigere Abgrenzung für die erfolgsabhängige

Vergütung gegenüber. Die Frachtkosten betrugen etwa

15 % vom Umsatz und gingen insbesondere mengenbedingt

um etwa 11 % auf 660,7 Mio. € zurück. Die Aufwendungen

für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene

Waren (Materialkosten), gemessen am Umsatz

etwa 10 %, gingen um etwa 4% auf 373,9 Mio. € zurück.

Die Energiekosten, etwa 10 % des Umsatzes, erhöhten

sich wie erwartet im Wesentlichen preisbedingt um 13 %

auf 314,1 Mio. €.

Operatives Ergebnis EBIT I erreicht

808,5 Mio. €

Die Steuerungsgröße der K+S Gruppe, das operative

Ergebnis ebit I, ging im Jahr 2012 um 97,7 Mio. € bzw.

11 % auf 808,5 Mio. € zurück (2011: 906,2 Mio. €). Darin sind

Abschreibungen in Höhe von 229,2 Mio. € berücksichtigt,

diese haben sich gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Mio. €

verringert. Die EBIT-Marge erreichte mit 20,5% einen

sehr guten Wert.

Das operative Ergebnis wurde insbesondere durch die

folgenden Effekte beeinflusst: Der Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte konnte sein Ergebnis

vor allem aufgrund höherer Durchschnittserlöse steigern.

Das Ergebnis des Geschäftsbereichs Salz ging im

Vergleich zum Vorjahr stark zurück, da das Auftausalzgeschäft

aufgrund der trockenen und milden Witterung

unterdurchschnittlich verlief, nachdem das Vorjahr von

einem überdurchschnittlichen Winter begünstigt war.

Die Ergänzenden Aktivitäten konnten ihr Ergebnis um

3,2 Mio. € steigern. Der Saldo der Aufwendungen und

Erträge, die den Geschäftsbereichen und Ergänzenden

Aktivitäten nicht zuzuordnen sind (Überleitung), verbesserte

sich im Berichtsjahr insbesondere aufgrund

einer geringeren erfolgsabhängigen Vergütung für Vorstand,

Aufsichtsrat und Mitarbeiter auf −48,9 Mio. €

(2011: −62,6 Mio. €). Die beim Umsatz beschriebene Saisonalität

zeigte sich auch beim Ergebnis.

Ergebnis nach operativen

Sicherungsgeschäften EBIT II erreicht

846,5 Mio. €

Das Ergebnis nach operativen Sicherungsgeschäften

EBIT ii erreichte im Berichtsjahr 846,5 Mio. € nach 882,8

Mio. € im Vorjahr. Verglichen mit dem EBIT I war das

EBIT II wegen des im Vergleich zum „worst case“ schwächeren

US-Dollars durch Ergebniseffekte aus operativen,

antizipativen Sicherungsgeschäften in Höhe von

38,0 Mio. € begünstigt (2011: −23,4 Mio. €). Davon entfielen

+9,5 Mio. € (2011: −25,2 Mio. €) auf die Bewertung

der noch ausstehenden operativen, antizipativen Sicherungsgeschäfte

und +28,5 Mio. € (2011: +1,8 Mio. €) auf

die Neutralisierung der in Vorperioden erfassten Marktschwankungen.

(bereinigtes) Konzernergebnis aus

fortgeführter geschäftstätigkeit

zurückgegangen

Das Konzernergebnis nach Steuern aus fortgeführter

Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr bei 568,0 Mio. €

(2011: 608,8 Mio. €). Für die Berechnung des erwarteten

Ertragsteueraufwands wurde ein inländischer Konzernsteuersatz

von 28,5% (Vorjahr: 28,4%) zugrunde

gelegt. Im Jahr 2012 fiel ein Steueraufwand von insgesamt

198,4 Mio. € (2011: 209,3 Mio. €) an; dieser beinhaltet

einen latenten und damit nicht zahlungswirksamen

Steuerertrag von 32,6 Mio. € (2011: latenter Steuerertrag

5,3 Mio. €).

Zur besseren Vergleichbarkeit weisen wir zusätzlich

ein bereinigtes Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit

aus, welches Effekte aus operativen,

antizipativen Sicherungsgeschäften eliminiert. Des Weiteren

werden auch die aus der Bereinigung resultierenden

Effekte auf die latenten und zahlungswirksamen

Steuern eliminiert.


60 4.2 umsatz und Ergebnis

Das bereinigte Konzernergebnis aus fortgeführter

Ge schäftstätigkeit ging um 84,8 Mio. € bzw. 14 % auf

540,8 Mio. € zurück (2011: 625,6 Mio. €). Die wesentliche

Ursache hierfür war das rückläufige operative Ergebnis.

Die bereinigte Konzernsteuerquote betrug im Berichtsjahr

25,8% nach 25,7% im Vorjahr; höhere Ertragsteuerzahlungen

konnten durch einen im Vergleich zum Vorjahr

gestiegenen latenten Steuerertrag mehr als ausgeglichen

werden.

Wertschöpfung

Die Wertschöpfungsrechnung stellt die Differenz zwischen

der von Unternehmen erbrachten Leistung und

dem Wert der benötigten Vorleistungen dar. Mit der

Verteilungsrechnung werden die Anteile der am Wertschöpfungsprozess

Beteiligten – Mitarbeiter, Unternehmen,

Darlehensgeber, Aktionäre und die Öffentliche

Hand – ausgewiesen.

Im Jahr 2012 betrug die Wertschöpfung der K+S Gruppe

1.762,1 Mio. € (Vorjahr: 1.848,4 Mio. €). Auf unsere Mitarbeiter

entfiel davon in Form von Löhnen und Gehältern,

sozialen Abgaben und Aufwendungen für die Altersvorsorge

mit rund 981,9 Mio. € der größte Teil. Die Öffentliche

Hand war mit 187,6 Mio. € und die Darlehensgeber mit

51,8 Mio. € beteiligt. Es ist geplant, an unsere Aktionäre

eine Dividende von 1,40 € je Aktie, insgesamt 268,0 Mio. €,

auszuschütten. Die restlichen 272,8 Mio. € verbleiben zur

inneren Stärkung in der Unternehmensgruppe.

/ tab: 4.2.2, 4.2.3

Wertschöpfung Ermittlung1 TAB: 4.2.2

2012 2011

in Mio. €

Umsatzerlöse 4.000,6 4.095,1

Unternehmensleistung 4.121,8 4.202,0

Abzügl. Summe der Aufwendungen 2 2.130,5 2.111,6

Abzügl. Abschreibungen 229,2 242,0

Wertschöpfung bereinigt 1.762,1 1.848,4

1 Aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

2 Bereinigt um den Effekt der Marktwertveränderungen aus Sicherungsgeschäften.

Wertschöpfung Verteilung1 TAB: 4.2.3

2012 2011

in Tsd. €

Mitarbeiter 981,9 962,0

Öffentliche Hand 2 187,6 216,0

Darlehensgeber 51,8 44,8

Aktionäre 268,0 248,8

Unternehmen 272,8 376,8

Wertschöpfung bereinigt 1.762,1 1.848,4

1 Aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

2 Bereinigt um den latenten Steuerbetrag auf den Marktwerteffekt aus

Sicherungsgeschäften.

Investitionen

Im Jahr 2012 investierte die K+S Gruppe 465,5 Mio. €;

dies ist ein Anstieg um 172,4 Mio. € bzw. 59 %. Hiervon

entfielen 142,8 Mio. € auf Investitionen in die Infrastruktur

sowie Bohrungen für das Legacy Projekt in Kanada.

Der Anstieg ist außerdem auf die Durchführung des

Maßnahmenpakets zum Gewässerschutz im hessischthüringischen

Kalirevier sowie den Bau der Salzabwasserleitung

vom Standort Neuhof zum Werk Werra

zurückzuführen.

Bei den Investitionsausgaben ist eine gewisse Saisonalität

zu erkennen; die Umsetzung der Investitionsvorhaben

erfolgt in der Regel überwiegend im dritten und

vierten Quartal, da wir die dann stattfindenden Produktionspausen

für die Durchführung größerer Investitionsprojekte

nutzen.

Am Jahresende bestanden wirtschaftliche Investitionsverpflichtungen

in Höhe von 223,1 Mio. €; diese beziehen

sich auf noch nicht abgeschlossene Investitionsvorhaben

aus dem Jahr 2012. Auf Ersatz- und Produktionssicherungsmaßnahmen

entfielen 266,6 Mio. € bzw. knapp

60 % der getätigten Investitionen. Die Abschreibungen

beliefen sich auf 229,2 Mio. €.

Ausblick

Das Jahr 2013 sollte erneut ein gutes Jahr für unsere K+S

Gruppe werden: Der Umsatz der K+S Gruppe dürfte

sich im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr

leicht erhöhen. Während wir im Geschäftsbereich Kaliund

Magnesiumprodukte von einem preisbedingten

Umsatzrückgang ausgehen, erwarten wir im Geschäfts-


Ökonomie

4.2 Umsatz und Ergebnis / 4.3 K+S-Aktie

61

bereich Salz einen mengenbedingt höheren Umsatz.

Beim operativen Ergebnis EBIT I der K+S Gruppe sehen

wir aus heutiger Sicht für das Jahr 2013 Chancen, die

Werte im Vergleich zum Jahr 2012 leicht steigern zu können.

Dabei sollte der Ergebnisrückgang im Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte durch die Ergebnisverbesserung

infolge der Normalisierung des Auftausalzgeschäfts

im Geschäftsbereich Salz mehr als ausgeglichen

werden.

Die Gesamtkosten der K+S Gruppe dürften im Vergleich

zum Vorjahr leicht steigen. Der Personalaufwand dürfte

in etwa auf dem Niveau des Jahres 2012 liegen, da den

Mehrkosten aus Tariferhöhungen sowie der leicht höheren

Mitarbeiterzahl eine geringere erfolgsabhängige

Vergütung gegenüberstehen sollte. Auch die Materialkosten

dürften sich mengenbedingt moderat erhöhen,

während wir bei den Energiekosten aufgrund neu verhandelter

Verträge von moderaten Einsparungen ausgehen.

Demgegenüber erwarten wir mengenbedingt

moderat steigende Frachtkosten. Die Abschreibungen

sollten sich moderat erhöhen.

Die Perspektiven für die Nachfrageentwicklung nach

kali- und magnesiumhaltigen Düngemitteln sind insbesondere

in den für uns relevanten Märkten weiterhin

attraktiv, sodass wir aus heutiger Sicht für das Jahr 2013

mit einem Absatzvolumen in Höhe von rund 7 Mio. t

(2012: 6,95 Mio. t) rechnen. Nachdem die internationalen

Preise für Kaliumchlorid während des vierten Quartals

2012 aufgrund des damaligen Ausbleibens der Vertragsabschlüsse

der nordamerikanischen und russischen Produzenten

mit chinesischen und indischen Abnehmern

unter Druck geraten waren, sollte das Durchschnittspreisniveau

des Produktportfolios im Geschäftsbereich

Kali- und Magnesiumprodukte im Jahr 2013 unter dem

des Jahres 2012 liegen. Auf dieser Basis sollte der Umsatz

im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

gegenüber dem Vorjahr preisbedingt zurückgehen. Insgesamt

rechnen wir im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

bei einem stabilen Kostenniveau mit

einem operativen Ergebnis, das unter dem Niveau des

Jahres 2012 liegen sollte.

Aufgrund der Normalisierung des Auftausalzgeschäfts

erwarten wir für den Geschäftsbereich Salz im Jahr 2013

einen gegenüber dem Vorjahr mengenbedingt höheren

Umsatz. Diese Prognose unterstellt langjährige Durchschnittswerte

für das Frühbezugsgeschäft sowie das

Auftausalzgeschäft im vierten Quartal und eine insgesamt

weitgehend stabile Umsatzentwicklung in den

Segmenten Speise-, Gewerbe- und Industriesalz. Vor

dem Hintergrund des in der Bergbauindustrie üblichen

höheren Fixkostenanteils sollte die deutlich höhere

Kapazitätsauslastung zu einer Verbesserung des operativen

Ergebnisses führen.

/ Weitere Details zu unseren Finanzkennzahlen

entnehmen Sie bitte unserem Finanzbericht 2012 ab Seite 91 ff.

4.3 K+S-aKtie

Wertentwicklung der K+S-Aktie

Mit einem gegenüber dem Jahresbeginn 2012 fast unveränderten

Schlusskurs zum Ende des Jahres entwickelte

sich die K+S-Aktie schwächer als die Vergleichsindizes.

Belastet wurde die K+S-Aktie durch die zeitliche Verschiebung

der europäischen Frühjahrssaison im Kaligeschäft

aufgrund der sehr trockenen und kalten Witterung

zu Beginn des Jahres, das im ersten Quartal unterdurchschnittliche

Geschäft mit Auftausalz sowie die

noch ausstehenden Vertragsabschlüsse der nordamerikanischen

und russischen Produzenten mit chinesischen

und indischen Abnehmern im dritten und vierten

Quartal. Auch das im Jahr 2012 unverändert attraktive

Niveau der Agrarpreise sowie das insbesondere

im zweiten Halbjahr zu beobachtende positive Aktienmarktumfeld

konnten den Druck auf den K+S-Aktienkurs

infolge der branchenspezifischen Rahmenbedingungen

nicht ausgleichen.

Ein anderes Bild ergibt sich bei der Betrachtung über

einen längeren Zeitraum: So hat sich der Wert der

Aktie in den letzten fünf Jahren unter Einbeziehung

der Dividenden um knapp 5% erhöht, während DAX,

MSCI World Standard und DJ Stoxx 600 um 6%, 16 %

bzw. 23 % verloren. Noch deutlicher zeigt sich die positive

Aktienkursentwicklung der K+S-Aktie im 10-Jahres-

Vergleich. / abb: 4.3.1


62 4.3 K+S-Aktie

Wertentwicklung der K+S-Aktie im Vergleich zu DAX, DJ STOXX 600 und MSCI World ABB: 4.3.1

in % Jan. 12 Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jan. 13 Feb.

140

130

120

110

100

90

80

70

Index: 31. Dezember 2011

K+S DAX DJ STOXX 600 MSCI World Quelle: Bloomberg

Zu Beginn des Jahres 2013 wurde der K+S-Aktienkurs

zunächst durch die Anpassung von Analystenschätzungen

belastet, die vorher trotz des bereits im vierten

Quartal zu beobachtenden Preisdrucks bei Kaliumchlorid

noch von höheren Durchschnittspreisen ausgegangen

waren. Ende Februar konnte sich der K+S-Aktienkurs

dann wieder etwas erholen und notierte am 28.

Februar 2013 mit rund 36 € knapp 3% über dem Schlusskurs

des Jahres 2012. Der DAX hat sich zu Beginn des Jahres

positiv entwickelt; Ende Februar wirkten sich dann

allerdings erneut Unsicherheiten über die Fortentwicklung

der Staatsschuldenkrise im Euroraum belastend

aus, sodass der Leitindex am 28. Februar 2013 mit knapp

7.742 Punkten schloss (+2% im Vergleich zum 31. Dezember

2012). Die Aktienkurse der Wettbewerber schlossen

Ende Februar im Vergleich zum Jahresende 2012 leicht

im Minus, mit Ausnahme von Mosaic (+3%).

AktionärSStruktur unverändert

Im Jahr 2012 kam es zu keiner wesentlichen Änderung

der Aktionärsstruktur. Nach der Streubesitzdefinition der

Deutschen Börse AG beträgt der Freefloat rund 90 %.

Unsere Aktionärsstruktur stellt sich derzeit wie folgt dar:

+ + Meritus Trust Company Limited über die

EuroChem Group SE: 9,88 %

+ + Blackrock Inc.: 5,08 %

+ + Prudential Plc. über M&G Investment

Management Limited: 3,00 %

Gemäß einer Aktionärserhebung eines externen Dienstleisters

von April 2012 wurden rund 60 % der Aktien

von institutionellen Investoren gehalten. Rund 23 % der

Aktien gehören überwiegend inländischen Privatanlegern.

Geografisch betrachtet befanden sich rund 37 %

unserer Aktien bei Anlegern in Deutschland, gefolgt von

Großbritannien (13 %), den USA und Kanada (insgesamt

11 %) sowie Russland (10 %).

Dividendenvorschlag mit 1,40 €

erneut höher als im Vorjahr

Wir verfolgen eine grundsätzlich ertragsorientierte Dividendenpolitik.

Mit dieser Maßgabe bildet eine Ausschüttungsquote

von 40 bis 50 % des bereinigten Konzernergebnisses

nach Steuern (einschließlich nicht fortgeführter

Geschäftstätigkeit) die Grundlage für die von

Vorstand und Aufsichtsrat zu bestimmende Höhe der

künftigen Dividendenvorschläge.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung daher vorschlagen,

die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr

im Einklang mit dem Ertrag aus dem Abgang des

Nitrogen-Geschäfts und dem Wegfall der belastenden

Effekte aus der Veräußerung des COMPO-Geschäfts

anzuheben und 1,40 € je Aktie auszuschütten. Dies entspräche

einer Ausschüttungsquote von etwa 42 %. Bei

191,4 Mio. Stück ausstehenden Aktien ergäbe sich damit

eine Ausschüttungssumme von 268,0 Mio. €. Der Dividendenvorschlag

führt auf Basis des Jahresschlusskurses

zu einer Dividendenrendite von 4,0%.


Ökonomie

4.3 K+S-Aktie 63


Ökologie

Vielfalt Leben 65

der beweis

liegt im

Nährwert

Wenn es die Banane nicht gäbe, man müsste sie erfinden.

Sie liefert jede Menge Energie, enthält viele Mineralstoffe,

ist leicht verdaulich und bringt ihre eigene Verpackung mit.

Die einen schätzen die Banane als schnellen Energielieferanten,

die anderen machen mit den süßen und weichen

Früchten ihre Babys glücklicher. Die Banane enthält

eine Vielzahl für die Ernährung wichtige Vitamine

und Mineralstoffe, darunter dreimal so viel Kalium wie

ein Apfel. Allein in Deutschland werden pro Kopf und

Jahr etwa 14 Kilogramm Bananen verspeist.

Der größte Teil davon stammt aus Ecuador, Kolumbien,

Costa Rica und Panama. Weltweit wurden 2010 mehr

als 100 Millionen Tonnen Obstbananen geerntet. Doch

nur 16 Millionen Tonnen davon wurden international

gehandelt. Die meisten, wie zum Beispiel beim größten

Produzenten Indien (mehr als 31 Millionen Tonnen),

werden im eigenen Land gegessen. Und die Obstbananen,

die wir aus unseren Supermärkten kennen,

machen nur etwa 20 Prozent der gesamten Bananenernte

der Welt aus. 80 Prozent sind so genannte Kochbananen,

die in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln

gehören.

Die Banane, von der es viele hundert Sorten gibt, gehört

zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt aus

Südostasien. Später brachten arabische Kaufleute die

Bananenpflanze von Indien nach Palästina und Ägypten.

Aus dem arabischen „banan“ – Finger – hat sich ver-


DüngeMITTeLSpeZIALITäten für die speZIFISCHen

BedürFNISSe einzeLNer KulturpFLANZen

felbedarf haben, zum Beispiel Raps, Kartoffeln oder Bananen.

Auch enthält Kaliumsulfat im Gegensatz zum Standardprodukt

Kaliumchlorid wenig Chlorid. Es eignet sich

daher besonders für die zielgerichtete Düngung chloridempfindlicher

Sonderkulturen, wie Zitrusfrüchte, Wein

und Gemüse, und wirkt darüber hinaus einer Bodenversalzung

entgegen. Einige unserer Spezialitäten kommen

auch in der Flüssigdüngung zum Einsatz, die angesichts

klimatischer Veränderungen mit längeren Trockenperioden

an Bedeutung gewinnt. Während Kalium den Wasserhaushalt

reguliert und die Pflanze widerstandsfähi-

Auf Basis der besonderen mineralischen Zusammensetzung

unserer Lagerstätten können wir unseren Kunden

eine Produktpalette anbieten, die in dieser Vielfalt von

keinem anderen Kaliproduzenten weltweit angeboten

wird. Unsere deutschen Lagerstätten enthalten als einzige

der Welt neben Kalium auch Magnesium und Schwefel,

sodass diese wichtigen Pflanzennährstoffe gleichzeitig

gewonnen und zu besonders hochwertigen Mineraldüngern

verarbeitet werden können. Diese Düngemittelspezialitäten

werden in Kulturen eingesetzt, die neben

Kalium- auch einen erhöhten Magnesium- oder Schweger

gegenüber Frost, Trockenheit, Pilzerkrankungen und

Schädlingen macht, spielt Magnesium bei der Nutzung

des Sonnenlichts für die Energiezufuhr (Photosynthese)

eine zentrale Rolle. Es ist u. a. ein wichtiger Baustein des

grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll. Neben Magnesium

dient auch Schwefel dem Eiweißaufbau und sichert

damit die Stickstoff-Ausnutzung. Beide Nährstoffe sind

auch unverzichtbar bei der Bildung von Kohlenhydraten

(Stärke, Zucker), Vitaminen, Enzymen und Geschmacksstoffen.


Ökologie

Vielfalt Leben

67

Bananen gehören in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln.

mutlich auch der heute geläufige Name „Banane“ entwickelt.

Von Afrika aus kam die gelbe Weltenbummlerin

im 16. Jahrhundert mit portugiesischen Seefahrern auf

die Kanarischen Inseln und von dort aus gelangte sie in

die Karibik und aufs südamerikanische Festland.

In den USA wurden die ersten Bananen Mitte des 19.

Jahrhunderts bestaunt – noch einzeln in Silberfolie verpackt.

Der Erfolg in Deutschland kam erst in den 20er

Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als auch das

Entertainment die gelbe Frucht feierte. Josephine Baker

wurde in ihrem Bananenröckchen ein umjubelter Star

des Berliner Nachtlebens. „Ausgerechnet Bananen“ ist

ein Hit aus dieser Zeit.

Dass die gelben Früchte ihren Siegeszug nach Europa

und in die USA antreten konnten, ist vor allem der

Erfindung der Dampfmaschine zu verdanken. Bevor es

schnelle Schiffe, Züge und Kühlung gab, verdarben die

meisten Früchte auf dem Transport. Bei zu großer Hitze

wurden sie schwarz, bei Kälte erfroren sie.

Die Banane gedeiht am besten unter tropischen Verhältnissen;

die meisten Bananenanbaugebiete liegen

rund um den Äquator. Die Früchte für den Export werden

grün geerntet und bei einer Temperatur von exakt

13,2 Grad Celsius verschifft, was den Reifeprozess stoppt.

Erst am Zielort werden sie gereift. Da die Banane einen

sehr hohen Nährstoffgehalt hat, entzieht sie dem Boden

entsprechend viele Mineralien, die dem Feld durch eine

ausgewogene Düngung u. a. mit Kalium, Magnesium

und Stickstoff nach der Ernte wieder zugeführt werden

müssen.


Ökologie

Investitionen VOn 360 Mio. € in den Gewässerschutz; Umsetzung der Maßnahmen

im Werk Werra im Zeitplan / Antragsunterlagen für Fernleitungen zur Oberweser und

zur Nordsee erarbeitet / Einführung des Energiemanagements nach DIN ISO 50001 / Bislang

136 Mio. € in Rückbau stillgelegter Standorte investiert

5

5.1 Kaliproduktion und Gewässerschutz 69

5.2 Energieeffizienz und Klimaschutz 72

5.3 Rekultivierung und Naturschutz 75

5.4 Kennzahlen und Erläuterungen 77


Ökologie

5.1 kaliproduktion und Gewässerschutz 69

Wirtschaftlichkeit und

uMweltverträglichkeit

Der wirtschaftliche Erfolg von K+S steht in engem

Zusammenhang mit der effizienten Nutzung aller in der

Wertschöpfungskette eingesetzten Rohstoffe und Materialien.

Wir setzen moderne Explorations- und Gewinnungsverfahren

ein und entwickeln unsere Verfahrenstechnik

laufend weiter, um die Wertstoffausbeute zu

steigern und gleichzeitig den Einsatz von Energie und

Umweltverträglichkeitsstudie

Legacy Projekt

Bereits seit 2010 liegt die gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsstudie

(Environmental Impact Statement) für

das Legacy Projekt vor, in der die unmittelbaren und mittelbaren

Auswirkungen des Gesamtprojekts (Konstruktionsphase,

Produktionsphase und Rückbauphase) auf die Umwelt

zu beurteilen waren. Diese Studie, die unter Beteiligung der

Öffentlichkeit (Anlieger-Kommunen und Ureinwohner) erarbeitet

und sodann genehmigt wurde, ist die Voraussetzung

für alle weiteren Genehmigungsprozesse. Darin verpflichtet

sich K+S pOTASH Canada beispielsweise dazu, Managementpläne

für den Umgang mit Abwässern, Emissionen und Abfällen

zu erstellen, mit dem Ziel, die unvermeidbaren Eingriffe

in die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Anders, als

es der Name vermuten lässt, beinhaltet die Umweltverträglichkeitsstudie

aber unter anderem auch die Verpflichtung,

ein Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem

sowie ein Qualitätsmanagementsystem aufzubauen. Diese

Rahmengenehmigung ist inhaltlich vergleichbar mit denen

der anderen Kaliproduzenten in Saskatchewan. Weitere Informationen

zum Projekt siehe Seite 25.

Wasser zu senken. Damit stärken wir die internationale

Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte und halten die

Eingriffe in die Natur möglichst gering.

5.1 KaliproDUKtion und

Gewässerschutz

Wir gewinnen unter Tage kali- und magnesiumhaltige

Rohsalze, die wir in komplexen und mehrstufigen Aufbereitungs-

und Veredelungsprozessen zu hochwertigen

Mineraldüngern und Industrieprodukten verarbeiten.

Die Rohsalzgewinnung in Deutschland ist lagerstättenbedingt

technisch zum Teil anspruchsvoller als die unserer

Wettbewerber im Ausland. Unsere Lagerstätten verfügen

allerdings nicht nur über Kalium (13 bis 27 % Kaliumchlorid),

sondern enthalten auch Magnesium und

Schwefel (11 bis 27 % Magnesiumsulfat). Damit können

wir neben Kaliumchlorid eine Reihe von hochwertigen

Spezialitäten für Landwirtschaft und Industrie herstellen.

Entsorgung von Rückständen

Da das Rohsalz auch nicht verwertbare Salze und

andere feste Bestandteile enthält, werden diese von den

genannten Wertstoffen getrennt und als Rückstand entsorgt.

Je nach Rohsalzqualität kommen für die Aufbereitung

die Verfahren Heißverlösung, Flotation und in

Verbindung mit beiden die elektrostatische Trennung

(ESTA-Verfahren) zum Einsatz. Während die ersten beiden,

international üblichen Verfahren, den Einsatz von

Wasser erfordern, handelt es sich bei der von uns entwickelten

elektrostatischen Trennung um einen „trockenen“

Prozess. Die Rückstände aus der Produktion fallen

somit je nach Verfahren entweder in fester oder in Wasser

gelöster Form an. / abb: 5.1.1

Feste Rückstände

Die festen Rückstände halden wir auf oder verbringen

sie wieder in die Gruben nach unter Tage. In Unterbreizbach

nutzen wir hierfür den Spülversatz. Bei diesem Verfahren

wird der Steinsalzrückstand aus der Kaliaufbereitung

mit einer Magnesiumchloridlösung vermischt,

nach unter Tage gepumpt und in die Hohlräume verfüllt,

die nach der Rohsalzgewinnung verblieben sind – hohe

Abbaukammern, die es aufgrund geologischer Besonderheiten

nur an diesem Standort gibt.

In Wasser gelöste Rückstände

Die Abwässer aus Produktionsprozessen sowie die salzhaltigen

Wässer, die durch Niederschläge auf unseren

Halden entstehen, entsorgen wir im Rahmen bestehender

Genehmigungen und unter Einhaltung der Grenzwerte

über die Einleitung in Fließgewässer und über die

Versenkung in tiefere Gesteinsschichten.

Im Werk Werra kommt für die gesteuerte Einleitung

der Salzabwässer in die Werra ein Computersystem

zum Einsatz, mit dem es uns gelingt, die behördlich

festgesetzten Grenzwerte sicher einzuhalten. Der

Steuerungsprozess berücksichtigt auch Faktoren wie


70 5.1 kaliproduktion und Gewässerschutz

Entsorgung fester/flüssiger Rückstände ABB: 5.1.1

Halde

Einleitung Vorfluter

Förderung

Versenkung

Buntsandstein

Tonschicht

Plattendolomit (Speichergestein)

Tonschicht

Kaliflöz

Kaliflöz

Salzlager

schwankende Vorbelastungen und unterschiedliche

Wasserführung.

/ Siehe ausführliche Monitoring-Berichte unter

www.k-plus-s.com/de/umwelt /gewaesserschutz/monitoring.html

Mit der Erteilung der Erlaubnis bestätigt uns die zuständige

Behörde, das Regierungspräsidium Kassel, unsere

Auffassung, dass die Einleitung der Salzabwässer in die

Werra in Kombination mit der Versenkung die derzeit

einzig verhältnismäßige und zur Verfügung stehende

Entsorgungsmöglichkeit darstellt.

MaSSnahmen zum GewäSSerschutz

Im Oktober 2011 war Spatenstich für die umfangreiche

Umsetzung des „Maßnahmenpakets zum Gewässerschutz“.

Es umfasst eine Vielzahl von technischen

Einzelmaßnahmen zum Grundwasser- und Gewässerschutz

sowie die Prüfung weiterer Maßnahmen. Bis zum

Ende des Jahres 2015 werden wir bis zu 360 Mio. € investieren

und damit die Salzabwassermenge auf durchschnittlich

7 Mio. m3 pro Jahr senken.

Die Salzkonzentration in der Werra am Pegel Gerstungen

beträgt heute weniger als ein Zehntel der Konzentrationen

zu DDR-Zeiten. Damit ging eine dynamische

Verbesserung der ökologischen Bedingungen in Werra

und Weser einher, die durch die Ergebnisse langjähriger

Gewässeruntersuchungen dokumentiert sind. Bei Bremen

hat die Weser, bezogen auf den Salzgehalt, bereits

jetzt Trinkwasserqualität.

Die biologischen Entwicklungen im Gewässer, die nicht

nur durch die Salzabwassereinleitungen beeinflusst

sind, werden weiterhin intensiv untersucht und die

Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Neue wasserrechtliche Erlaubnisse

Um die geregelte lokale Entsorgung durch Versenkung

und Einleitung und damit die Produktion des Werks

Werra fortsetzen zu können, haben wir die erforderlichen

wasserrechtlichen Erlaubnisse beantragt. Nachdem

wir Ende 2011 eine neue, zunächst bis Ende 2015

befristete Versenkerlaubnis erhielten, wurde uns im

November 2012 für weitere acht Jahre bis Ende Dezember

2020 auch die Erlaubnis zur Einleitung von Salzabwässern

in die Werra erteilt. Sie orientiert sich an den

von uns beantragten Einleitmengen, verbindet dies aber

mit einem ab Dezember 2015 greifenden Stufenplan zur

Senkung der derzeit gültigen Grenzwerte.

Massnahmen bis Ende 2013

Alle Produktionsstandorte des Verbundwerks Werra –

Hattorf und Wintershall in Hessen sowie Unterbreizbach

in Thüringen – sind mit Neubaumaßnahmen, weiteren

Verfahrensoptimierungen und Anlagenerweiterungen

in das Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz

einbezogen.

Am Standort Unterbreizbach konnten in 2012 die Stahlbauarbeiten

für eine neue Anlage zur kalten Vorzersetzung

(KVZ) des Salzgesteins Carnallitit abgeschlossen

und Richtfest gefeiert werden. Zukünftig sollen die in

Unterbreizbach entstehenden Prozessabwässer voll-


Ökologie

5.1 kaliproduktion und Gewässerschutz 71

ständig verwertet werden: teils in Unterbreizbach in

einer weiteren Dickstoffanlage unter Tage, teils am

Standort Wintershall. Damit entfällt eine direkte Einleitung

oder Versenkung dieser Wässer.

Am Standort Hattorf ist der Bau einer neuen ESTA-

Anlage schon gut vorangeschritten. Die Kieseritgewinnung

wird dadurch vom Waschverfahren auf das trockene

ESta-Verfahren umgestellt werden, sodass die bisher

ca. 1 Mio. t Salz, die im Salzabwasser gelöst waren,

dann als fester Rückstand anfallen und entsprechend

entsorgt werden können.

Bis Ende 2012 sind schon rund 60 % der angestrebten

Salzwasser-Reduzierung erreicht worden: Das Aufkommen

sank von rund 14 auf rund 10 Mio. m3 pro Jahr. Ein

wichtiger Bestandteil des Maßnahmenpakets ist die

Neue Integrierte Salzabwassersteuerung (NIS), mit der

die bisherige Versenkung beendet werden kann. Hierfür

werden derzeit die fachlichen Expertisen und Grundlagen

für die Genehmigungsanträge erstellt, die noch in

diesem Jahr eingereicht werden sollen.

Massnahmen bis Ende 2015

Weitere Investitionsprojekte in Prüfung bzw. Vorbereitung

sind der Bau einer Tiefkühlanlage für Salzlösungen

am Standort Hattorf sowie die Weiterentwicklung der

Kieserit-Flotation am Standort Wintershall.

Im Ergebnis wollen wir bis Ende 2015 die Senkung des

Salzabwasservolumens auf rund 7 Mio. m3 pro Jahr

erreichen.

SalzwaSSerleitung

Neuhof-Philippsthal

Nach der Einstellung der Versenkung der salzhaltigen

Wässer der Halde unseres Kaliwerks Neuhof-Ellers im

Jahr 2008 wurde – nach Prüfung aller technisch realisierbaren,

ökologisch sinnvollen sowie wirtschaftlich

vertretbaren Entsorgungsalternativen durch externe

Fachleute – die Genehmigung des Baus einer Rohrleitung

von Neuhof nach Philippsthal beantragt, um so

unter größtmöglicher Schonung der Umwelt das Salzabwasser

zu entsorgen.

Nach der Erteilung der Genehmigung der rund 63 km

langen Rohrleitung im Juni 2012, befindet sie sich nun

im Bau. Mit der Fertigstellung rechnen wir im Frühsommer

2013. Nach der Inbetriebnahme der Rohrleitung können

dann die zurzeit noch notwendigen Transporte der

Salzwässer per LKW und Bahn von Neuhof-Ellers nach

Philippsthal eingestellt werden.

Zum Schutz besonders sensibler Landschaftsteile werden

unter anderem Ersatzbiotope und Schutzzäune für

Amphibien und Insekten geschaffen.

Die Salzabwassermengen aus dem Werk Neuhof-Ellers

sind bereits im Maßnahmenpaket zur Reduzierung auf

7 Mio. m3 pro Jahr berücksichtigt, führen also nicht zu

einer Erhöhung der Einleitmenge in die Werra.

SalzwaSSerfernleitungen

Neben der Umsetzung des Maßnahmenpakets zum

Gewässerschutz hat K+S im Dezember 2010 entschieden,

Antragsunterlagen für Fernleitungen zur Oberweser

und zur Nordsee zu erarbeiten.

Für die Fernleitung zur Oberweser haben wir bereits

die Vorhabensbeschreibung, die Antragsunterlagen zur

Eröffnung des Raumordnungsverfahrens sowie den

Antrag für die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung

in die Oberweser abgegeben. Die entsprechend umfangreicheren

Unterlagen für die Fernleitung zur Nordsee

werden wir im Jahr 2013 einreichen.

Über den Bau einer Fernleitung kann jedoch frühestens

entschieden werden, wenn die mit den Ländern Hessen

und Thüringen definierten und vom Runden Tisch

Prüfkriterien für Fernleitungen

+ + Der gemeinsame politische Wille auf Landes- und Bundesebene

muss gegeben und dokumentiert sein.

+ + Bau und Betrieb der Fernleitung sowie die Einleitung von

Salz lösungen müssen langfristig genehmigungsfähig sein.

+ + Die Maßnahme muss ökologisch sinnvoll sein – gemes -

sen an den Gewässerklassenkriterien der europäischen Was -

ser rahmen richtlinie.

+ + Bau und Betrieb einer Leitung müssen wirtschaftlich

zumutbar und verhältnismäßig sein.


72 5.1 kaliproduktion und Gewässerschutz / 5.2 energieeffizienz und Klimaschutz

akzeptierten Prüfkriterien für Fernleitungen erfüllt sind.

Bis zum heutigen Tage ist dies jedoch nicht der Fall.

Einführung eines

Energiemanagementsystems

Gewerbe in Deutschland insgesamt die Energieeffizienz

jährlich um 1,3% steigern.

5.2 energieeffizienz und

Klimaschutz

Unser Programm zur Erhöhung der Energieeffizienz bei

gleichzeitiger Reduktion der CO2-Emissionen besteht an

den Standorten der Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte

sowie Salz im Wesentlichen aus folgenden

Bausteinen:

+ + Nutzung der besten zur Verfügung stehenden Kraftwerks-Technologie

+ + Optimierung unseres Energieeinsatzes in den Produktionsverfahren

+ + Rückgewinnung und Nutzung von Abwärme in Produktionsanlagen

und Kraftwerken

+ + Reduzierung des Energieverbrauchs in der gesamten

Wertschöpfungskette

Die für den Betrieb unserer Kraftwerke, Trocknungsanlagen

und Siedesalzanlagen erforderliche Energie (Strom

und Dampf) wird zum großen Teil auf Basis von Erdgas

erzeugt, das im Vergleich aller fossilen Energieträger die

spezifisch geringsten CO2-Emissionen verursacht.

/ abb: 5.2.1

Wir bereiten für alle deutschen Standorte die Einführung

des zentralen Energiemanagementsystems nach

DIN ISO 50001 vor. Die esco-Werke Bernburg und Borth

haben sich im Jahr 2012 zertifizieren lassen und können

somit ihre Erfahrungen mit dem neuen Standard in das

Projekt einbringen. Ein zugelassener Energiemanagementauditor

wird in den Jahren 2013/2014 alle wesentlichen

Energieverbräuche erfassen und Ziele zur Energieeinsparung

definieren.

Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes

besteht die Möglichkeit, sich einen Teil der von ihnen

gezahlten Energiesteuer rückerstatten zu lassen. Damit

zukünftig ein Antrag auf Erstattung gestellt werden

kann, wird ein Energiemanagementsystem nach DIN

ISO 50001 im Unternehmen erforderlich. Nach der Zertifizierung

ab dem Jahr 2015 muss das produzierende

Das Carbon Disclosure Project

Das Carbon Disclosure Project zeigt, dass Energieeffizienz und

Klimaschutz auch auf den internationalen Finanzmärkten keine

Randthemen mehr sind. Durchgeführt wird diese Umfrage im

Namen von weltweit 385 institutionellen Investoren mit einem

Gesamtanlagevermögen von 57 Billionen US-Dollar. K+S hat sich

auch im Jahr 2012 an der Umfrage beteiligt. www.cdproject.net /

CDPResults/CDP-DACH-350-Report-2012.pdf

Nutzung alternativer Energien

Geothermie

An ausgewählten K+S-Standorten weltweit haben wir

geprüft, ob es ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein

könnte, Prozess- und Heizwärme aus Primärenergieträgern

durch Wärme aus Geothermie (Erdwärme) zu

ersetzen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass

sich der Einsatz von Geothermie zur Deckung von Heizwärme

nicht lohnt, da dieser geringe Wärmebedarf aus

vorhandenen Abwärmequellen, wie z. B. Schornsteinen,

mit geringerem technischem Aufwand gedeckt werden

kann. Höherwertige Geothermiepotenziale zur Deckung

von Prozesswärme stünden ausschließlich Standorten

im Norden Deutschlands zur Verfügung, wären aber

nur durch Bohrungen in 3.000 m Tiefe erschließbar, was

unter Berücksichtigung des damit verbundenen Aufwands

nicht sinnvoll ist.

Sonnen- und Windenergie

Im Jahr 2012 haben wir die Möglichkeit untersucht, den

Strom für unsere Salzlagerstätte in der chilenischen

Tarapacá-Wüste sowie unseren benachbarten Hafen aus

regenerativen Quellen zu gewinnen. Nach ersten Zwischenergebnissen

bietet sich eine kombinierte Stromerzeugung

mit Photovoltaik und Windenergie an; die

Messungen laufen allerdings noch. Nach Abschluss


Ökologie

5.2 energieeffizienz und Klimaschutz 73

energieeffizienz im Vergleich ABB: 5.2.1

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100

in %

K+S

Dt. Industrie

Deutschland

USA

Weltweit

Russland

China

Kondensationsstrom

Kraft-Wärme-Kopplung

wird unter Berücksichtigung des tatsächlichen Strombedarfs

die Wirtschaftlichkeit dieser Eigenstromerzeugung

beurteilt.

zudem die Brennwerttechnik in industriellem Maßstab

zur Gewinnung von nutzbarer Wärme aus den Kraftwerksabgasen

angewendet.

Selbstverpflichtung zum Klimaschutz

Als Partner der zwischen Bundesregierung und deutscher

Wirtschaft vereinbarten Selbstverpflichtung zum

Klimaschutz hatten wir uns das Ziel gesetzt, bis zum

Jahr 2012 die spezifischen CO2-Emissionen auf 28 kg/t

Rohsalz und die absoluten CO2-Emissionen auf 1,1 Mio. t

pro Jahr abzusenken. Dies haben wir erreicht: Die spezifischen

CO2-Emissionen des Geschäftsbereichs belaufen

sich im Jahr 2012 auf 28 kg/t Rohsalz, die absoluten

CO2-Emissionen auf 1,0 Mio. t. / taB: 5.2.1

Die jährlichen Fortschrittsberichte der Verbände und

Unternehmen wurden vom Rheinisch-Westfälischen

Institut für Wirtschaftsforschung (RWI)

geprüft und in Fortschrittsberichten für die Bundesregierung

verarbeitet.

Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte

Sechs unserer sieben Kaliwerke verfügen über eigene

Kraftwerke, die mit Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung

(KWK) ausgestattet sind. Der Wirkungsgrad der Kraftwerke

liegt bei über 90 %; die Standorte arbeiten somit

in der Nähe der theoretisch erzielbaren Energieeffizienz.

Die Werke Zielitz und Neuhof-Ellers setzen Kraft-

Wärme-Kopplung auch in den Trocknungsprozessen

ein. In Neuhof-Ellers sowie im Verbundwerk Werra wird

Kraftwerk weiter modernisiert

Wir haben die Energieversorgung des Werkes Werra

modernisiert. Die neue 30-Megawatt-Gasturbine am

Werksstandort Hattorf produziert zukünftig 25 Megawatt

KWK-Strom. Durch die deutliche Erhöhung der

Eigenstromerzeugung sowie eine optimierte Fahrweise

werden jährlich 90.000 t CO2 eingespart. Außerdem

wird sich der Wirkungsgrad des Kraftwerks weiter

erhöhen. Überschüssiger KWK-Strom wird auf anderen

K+S-Standorten verbraucht. Nach einer erfolgreichen

Testphase wird die Anlage 2013 in den Dauerbetrieb

gehen.

Selbstverpflichtung der

kaliindustrie (Basisjahr 1990) TAB: 5.2.1

Spezifisches

Ziel

Bis 2005

Bis 2012

Absolutes Ziel

Bis 2005

Bis 2012

Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen

um 66 % auf 31 kg CO2/t Rohsalzverarbeitung

Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen

um 69 % auf 28 kg CO2/t Rohsalzverarbeitung

Verringerung der absoluten CO2-Emissionen

um 76 % auf 1,15 Mio. t CO2 pro Jahr

Verringerung der absoluten CO2-Emissionen

um 77 % auf 1,1 Mio. t CO2 pro Jahr


74 5.2 energieeffizienz und Klimaschutz

Nach dem planmäßigen Auslaufen der Vereinbarung

mit der Bundesregierung Ende 2012 wird für die Jahre

2011 und 2012 ein Endbericht erstellt. Ab dem Jahr 2013

wird die Selbstverpflichtung durch die Einführung eines

extern zertifizierten Energiemanagementsystems nach

DIN ISO 50001 ersetzt.

Geschäftsbereich Salz

Rund 70 % der jährlichen Produktionsmenge im Ge-

schäftsbereich Salz ist bergmännisch gewonnenes Steinsalz.

Die restlichen 30 % entfallen auf Siedesalz, Solarsalz

und auf Salz, das in Sole enthalten ist.

Die Herstellung von Siedesalz ist das energieintensivste

Produktionsverfahren des Geschäftsbereichs, weil dabei

große Mengen Wasser verdampft werden. Dazu wird

Sole in geschlossene Verdampfergefäße geleitet und

bei Temperaturen zwischen 50 und 150 °C eingedampft,

sodass Natriumchlorid auskristallisiert. Durch Wärmerückgewinnung

und mehrstufige Eindampfapparate,

die teilweise im Vakuum betrieben werden, erreichen

wir die aus heutiger Sicht höchstmögliche Energieausnutzung.

InveSTITION in neue TeCHNIKen zur

eMISSIONSMINDerung

In den USA werden sechs Siedesalzanlagen mit Erdgas

und drei mit Kohle betrieben. An diesen drei Standorten

hat Morton Salt in den vergangenen Jahren mehr als

20 Mio. US-Dollar in neue Techniken zur Emissionsminderung

investiert. Dadurch erhöhte sich nicht nur die

Wirtschaftlichkeit der Anlagen deutlich, auch die Feinstaubemissionen

konnten um über 30 %, die Stickoxidemissionen

um über 20 % gesenkt werden.

Am Standort Rittman im Bundesstaat Ohio wird im Jahr

2013 eine Dampfturbine durch ein neues, effizienteres

Modell ersetzt, wodurch sich auch die Eigenstromerzeugung

erhöhen wird.

EmiSSionshandel

Reduktion der Treibhausgase ist das Ziel

Der Emissionshandel ist eines der Instrumente, die

das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 zur Reduktion

der Treibhausgase vorsieht. Im Jahr 2005 ist das europäische

System zum Handel mit Emissionszertifikaten

in Kraft getreten. Unternehmen, die mehr CO2 emittieren,

als die ihnen zugeteilten Emissionsrechte erlauben,

können wählen, ob sie in Emissionsminderungsprojekte

investieren oder Zertifikate zur Emissionsberechtigung

auf dem Markt zukaufen.

1 Wir kalkulieren unsere Emissionen auf Basis der EU-Monitoring-Leitlinien aus dem

Jahr 2007. Die Emissionen der Anlagen, die am Emissionshandel teilnehmen, werden

von externen Prüfungsorganisationen (envicert GmbH und TÜV Thüringen e. V.)

verifiziert.

Zweite Handelsperiode läuft

Im Januar 2008 hat die zweite Handelsperiode im Emissionshandel

begonnen. Wie in der ersten Periode sind

16 Anlagen 1 der K+S Gruppe emissionshandelspflichtig.

Bei der Zuteilung von Emissionsrechten nach dem

Benchmark-System wird in Deutschland die Energieeffizienz

der einzelnen Anlagen jedoch nicht vollumfänglich

berücksichtigt. Stattdessen werden Anlagen der

Energiewirtschaft pauschal mit einer prozentualen Minderungsverpflichtung

belegt. Diese sind insbesondere

bei effizienten Energieerzeugungsanlagen der Industrie,

wie unseren Kraftwerken, die dank der Kraft-Wärme-

Kopplung bereits einen Wirkungsgrad von über 90 %

besitzen, kaum zu realisieren: Hier verfehlt der Emissionshandel

den gewollten Lenkungseffekt. Gleichwohl

emittiert K+S weniger CO2 als die zugeteilten Emissionsrechte

erlauben.

Dritte Handelsperiode in Vorbereitung

Während wir in der ersten Handelsperiode Emissionsrechte

mit Ertrag verkauft haben, bauen wir seit

Beginn der zweiten Handelsperiode unseren Bestand

auf und bereiten uns so auf die dritte Handelsperiode

(2013 – 2020) vor. Im Januar 2012 haben wir deshalb die

Bereitstellung kostenloser Emissionshandelszertifikate

beantragt. Im Unterschied zur zweiten Handelsperiode

werden Zertifikate allerdings nur noch auf die Nettoprozesswärme

erteilt. Das heißt, der Brennstoffeinsatz für

Stromerzeugung und Prozessverluste ist ab 2013 nicht

mehr zuteilungsfähig und muss daher bilanziell von

den zuteilungsfähigen Mengen getrennt werden. Die

dadurch in der dritten Handelsperiode fehlenden Zertifikate

werden aus den Überschüssen der zweiten Handelsperiode

und durch bereits getätigte Zukäufe ausgeglichen.

Die Zuteilung seitens der EU steht nach Aussage

der DeutSChen EmiSSionshandelsstelle (DEHSt)

im 1. Quartal 2013 an.


Ökologie

5.3 rekultivierung und Naturschutz 75

5.3 rekultivierung und

Naturschutz

Rückstandshalden im Landschaftsbild

Auf den Standorten des Geschäftsbereichs Kali- und

Magnesiumprodukte halden wir feste Produktionsrückstände

auf vorbereiteten Flächen auf. Maßnahmen, wie

permanente Grundwasserbeobachtung, Untergrundabdichtung,

Aufnahme und kontrollierte Entsorgung des

salzhaltigen Haldenwassers sowie Staubmessungen im

Umfeld, tragen zum sicheren Haldenbetrieb bei. Die Halden

unserer Kaliwerke nehmen eine Fläche von ungefähr

500 Hektar ein.

Umfangreiche Ausgleichsmassnahmen

Als Ersatz für die in Anspruch genommenen Flächen

planen wir in landschaftspflegerischen Begleitplänen

Maßnahmen zum Naturschutz und zur Erhaltung der

Artenvielfalt, die jeweils im regionalen Naturraum

umgesetzt werden. Diese Ausgleichsmaßnahmen sind

in Deutschland fester Bestandteil eines Genehmigungsbescheides

für eine Haldenerweiterung und in

der Regel mit den zuständigen Naturschutzbehörden

abgestimmt. Auch Naturschutzverbände haben die

Möglichkeit, den Behörden Projekte vorzuschlagen. Es

gilt der Grundsatz: Durch die Ausgleichsmaßnahmen

muss mehr naturnahe Fläche neu geschaffen werden

als durch Bau oder Erweiterung verloren geht. Häufige

Maßnahmen sind: Pflanzung von Gehölzstreifen

und Streuobstwiesen, Erst- und Wiederaufforstung von

Waldstücken sowie Renaturierung von Bachläufen und

Kaliwerk ermöglicht Naturschutzprojekt

Das Kaliwerk Neuhof-Ellers und ein Landwirt aus dem hessischen

Haunetal haben im April 2012 eine langfristige Vereinbarung

zur Umwandlung einer landwirtschaftlichen Fläche

unterzeichnet. Vorgesehen sind auf 11 Hektar extensive Weidewirtschaft

sowie eine Renaturierung des Haune-Ufers. Dort

sollen neue Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten

entstehen. Das Werk finanziert das Projekt sowie die laufende

Unterhaltung im Rahmen ihrer Ausgleichsmaßnahmen

für die bereits genehmigte Haldenerweiterung.

die Aufwertung bestehender Biotope. Um die Artenvielfalt

zu schützen, werden unterschiedliche Bäume und

Sträucher gepflanzt, sodass auch neue Biotope für seltene

Tierarten entstehen können.

Zurzeit laufen Genehmigungsverfahren für die Erweiterungen

der Halden Zielitz, Hattorf und Wintershall.

Diese Verfahren finden unter Beteiligung der Öffentlichkeit

statt.

Projekte zur Abdeckung und Begrünung

Wir führen eine Reihe von Projekten zur Abdeckung

von kleineren Rückstandshalden durch, mit dem Ziel,

die Haldenwässer zu reduzieren. Bereits seit dem Jahr

1983 erforschen wir beispielsweise in Kooperation mit

der Universität Kassel entsprechende Begrünungsprogramme.

Hieraus haben sich zahlreiche, erfolgreich umgesetzte

Maßnahmen ergeben. Nach der vollständigen

Abdeckung und Begrünung kann Niederschlagswasser

nicht mehr an die Rückstände gelangen, die Entstehung

von salzhaltigen Haldenwässern wird vermieden.

+ + Am Standort des ehemaligen Kaliwerks Friedrichshall

in Sehnde wird eine Anlage zum Recycling von

Baustoffen betrieben, um die Halde abzudecken und

zu begrünen. Die Halde wird – abhängig von den zur

Verfügung stehenden Mengen an Abdeckungsmaterialien

– in 15 bis 25 Jahren komplett abgedeckt sein.

+ + Auf einer kleinen Halde am Standort Wintershall

wird im Rahmen eines Begrünungsprogramms

das Entstehen natürlicher Vegetation gefördert. Im

Gegensatz zu den meisten Großhalden, auf denen

u. a. aufgrund der aus Salz bestehenden Oberfläche

keine Bepflanzung möglich ist, besteht die Oberfläche

dieser Halde aus dem schwerlöslichen Gipsmineral

Anhydrit, das kaum noch Steinsalz enthält. In

Zukunft soll auf dem Gelände ein Sekundärbiotop

entstehen.

+ + Weitere Verfahren zur Abdeckung von Rückstandshalden,

die bei positiven Ergebnissen eventuell auch

für Großhalden geeignet sind, werden derzeit vorbereitet

und sollen anschließend erprobt werden. Es ist

allerdings kaum zu erwarten, dass in absehbarer Zeit

Großhalden umfänglich abgedeckt werden können.

Salzabbau in der chilenischen Wüste

In Chile bauen wir Steinsalz in einer der trockensten

Regionen der Erde ab, der Tarapacá-Wüste. Der Tagebau

umfasst circa 100 Hektar. Nach Stilllegung eines Abbaubereichs

werden wir auf Basis der Abbaugenehmigung


76 5.3 rekultivierung und Naturschutz

die Anlagen sowie eventuelle Rückstände entfernen

und die Ränder durch eine Angleichung der Höhenunterschiede

sichern; eine komplette Verfüllung wird

nicht notwendig sein.

Solarsalzgewinnung

Bei entsprechenden klimatischen Voraussetzungen

nutzen wir auch die Kraft der Sonne zur Salzgewinnung.

Das durch Sonnenenergie gewonnene feste Natriumchlorid

bezeichnet man als Solarsalz. Hierzu zählt

auch das aus verdunstetem Meerwasser gewonnene

Meersalz.

Die Vorkonzentration erfolgt in Durchlaufbecken, durch

die kontinuierlich Meerwasser fließt, das auf seinem

Weg durch die Becken immer stärker aufkonzentriert

wird. Anschließend wird das Konzentrat in abgetrennte

Weltgrösste Flamingo-Kolonie siedelt

an K+S-Standort

Flache Verdunstungsbecken können zur Erhöhung der Artenvielfalt

beitragen. Bestes Beispiel hierfür ist die Solarsalzgewinnung

auf den Bahamas. MorTON SALT hat dort in Zusammenarbeit mit

dem Bahamas National Trust und dem Inagua National Park die

Wiederansiedlung von Flamingos (West Indian Pink Flamingo)

gefördert. Gab es dort im Jahr 1950 nur noch 1.000 Flamingos,

werden mittlerweile wieder über 50.000 Vögel gezählt – die

größte Kolonie der Welt. Die in den Becken lebenden Garnelen

sind die Hauptnahrungsquelle der Vögel.

Verdunstungsbecken gepumpt. Nach mehreren Monaten

der Sonneneinstrahlung kann das auskristallisierte

Natriumchlorid schließlich als mehrere Zentimeter

dicke Salzschicht geerntet werden.

Wir gewinnen Solarsalz in Brasilien auf einer Fläche

von 2.500 Hektar, auf den Bahamas auf einer Fläche von

12.200 Hektar sowie am Großen Salzsee in Utah/USA.

Rückbau und Sanierung stillgelegter

Standorte

Programm zur Nachsorge inaktiver

Werke in Deutschland

Bereits Ende der 1990er Jahre haben wir für den gezielten

Rückbau stillgelegter Standorte ein langjähriges Programm

aufgelegt. Unser Ziel war und ist es, die Nachsorge

stillgelegter Werke in Deutschland strukturiert zu

bearbeiten. Die Kosten dafür belaufen sich bislang auf

insgesamt 136 Mio. €. Zum Betreuungsbereich gehören

28 Altstandorte in Niedersachsen, davon ein Reservebergwerk,

sowie je einer in Nordrhein-Westfalen und

einer in Baden-Württemberg.

FlutuNG von GrubeNHOHLräumen

Für jeden Standort hat gemäß Bundesberggesetz und in

Abstimmung mit den Naturschutzbehörden sowie den

örtlichen Gemeindevertretern eine sorgfältige Abwägung

zu erfolgen, ob und wie vorhandene Einrichtungen

weiter genutzt werden können. Ist die sinnvolle

Nachnutzung der Bergwerke nicht möglich, sind wir

verpflichtet, die Grubenhohlräume der in Niedersachsen

liegenden Kalibergwerke mit „steiler Lagerung“ zu

fluten. Anschließend werden die Schächte mit Hartgesteinsmaterial

zur Sicherung der Tagesoberflächen

verfüllt, die oberirdischen ehemaligen Betriebsflächen

untersucht und eventuelle Altlasten beseitigt. Zurzeit

werden in Niedersachsen 8 Standorte „verwahrt“; bei 19

Standorten ist dies bereits abgeschlossen.

BetreuuNG von Kali-Althalden

Zusätzlich werden 37 Althalden in Niedersachsen und

zwei in Baden-Württemberg betreut. Davon sind zurzeit

16 begrünt, weitere sechs befinden sich in Begrünung.

Sechs kleinere Halden wurden bisher abgetragen und

drei teilweise zurückgebaut.

BeISpiele für geluNGene NACHNuTZuNG

+ + Im niedersächsischen Werk Salzdetfurth mussten wir

die Kaliproduktion im Jahr 1992 einstellen. Eine zum

Mars-Konzern gehörende Gesellschaft entschied im

Jahr 1993, dort das Katzenhygieneprodukt Catsan

herstellen zu lassen, nachdem sie zuvor von dort

lediglich einen Rohstoff bezogen hatte. Seit dem Jahr

1995 ist ein weiteres Unternehmen auf dem Werksgelände

angesiedelt, das ein Vorprodukt für die Tierhygieneprodukte

herstellt. Mittlerweile werden noch

weitere Sorten Katzenstreu dort produziert.

+ + Im ehemaligen Kalibergwerk Merkers in Thüringen

haben wir im Jahr 1991 ein Besucherbergwerk eröffnet.

Neben dem Einblick in ein modernes Bergbauunternehmen

gibt es Wissenswertes über die Geologie,

die deutsche Geschichte, die Entwicklung und die


Ökologie

5.3 rekultivierung und Naturschutz / 5.4 kennzahlen und Erläuterungen

77

Tradition des Kalibergbaus zu erfahren. Die Konzerte

im ehemaligen Großbunker sowie diverse sportliche

Veranstaltungen stoßen auf reges Besucherinteresse.

/ Nähere Informationen unter

www.erlebnisbergwerk.de

Standortspezifische Nachsorgepläne für

us-amerikanische Standorte

Bei Morton Salt stehen zurzeit keinerlei Rückbaubzw.

Verwahrungsarbeiten an. Für alle aktiven Standorte

gibt es detaillierte Pläne, wie im Falle einer Standortschließung

die Nachsorge ablaufen soll – der Umfang

der Maßnahmen ist abhängig von der Gewinnungsart.

Grundsätzlich gilt: Verursachte Umweltschäden sind

zu beheben und Altlasten zu entsorgen. Darüber hinaus

sind beispielsweise Standorte, die Solution Mining

betreiben, im Rahmen des Grundwasserschutzes verpflichtet,

die Technik komplett rückzubauen und die

Bohrlöcher abzudichten. Für den Solarsalz-Standort

am Großen Salzsee gilt es, nach einer Schließung den

Ursprungszustand des Geländes weitgehend wiederherzustellen.

Steigerung des Investitionsvolumens ist auf gestiegene

Aufwendungen für den Gewässerschutz und die Abfallwirtschaft

zurückzuführen. Der größte Teil der Investitionen

Die Betriebskosten für den Umweltschutz bewegen sich

mit 158,7 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

/ tab 5.4.2

in den Gewässerschutz entfällt auf die Umsetzung

des Maßnahmenpakets im Werk Werra sowie auf den

Bau der Salzwasserleitung von Neuhof nach Philippsthal.

Unter die Investitionen im Bereich Abfallwirtschaft fallen

Kapazitätserweiterungen bzw. Sanierungen im Rahmen

Materialverbrauch

Im Jahr 2012 haben wir insgesamt 63,2 Mio. t Rohstoffe

sowie 98.200 t Hilfsstoffe und 31.600 t Betriebsstoffe eingesetzt.

unserer Entsorgungs- und Recyclingaktivitäten sowie

Anschaffung und Ersatz von Ausrüstung. / taB: 5.4.1 Die Rohstoffeinfuhr bestand überwiegend aus Rohsalzen.

Unsere Hilfsstoffe sind im Wesentlichen

Investitionen in den Umweltschutz TAB: 5.4.1

2012 2011 %

in Mio. €

Gesamt 91,3 20,8 + 340

Gewässerschutz 80,4 12,2 + 560

Luftreinhaltung 1,8 5,3 − 66

Abfallwirtschaft 7,6 1,9 + 300

Naturschutz 1,5 1,4 +7

Betriebskosten für den Umweltschutz TAB: 5.4.2

5.4 Kennzahlen und

Erläuterungen

Investitionen und Betriebskosten

Die direkten Investitionen in den Umweltschutz beliefen

sich im Jahr 2012 auf 91,3 Mio. €; dies ist im Vergleich

zum Vorjahr eine Erhöhung um 340 %. Die erhebliche

2012 2011 %

in Mio. €

Gesamt 158,7 163,2 −3

Gewässerschutz 103,5 108,4 −5

Luftreinhaltung 34,6 32,2 +7

Abfallwirtschaft 7,2 7,1 +1

Naturschutz 0,6 0,4 + 50

Sonstige 12,8 15,0 − 15


78 5.4 kennzahlen und Erläuterungen

Prozesschemikalien und Konditionierungsmittel

(Staubbindemittel und Antibackmittel). Betriebsstoffe

sind die für den Betrieb der Produktionseinrichtungen

und Fahrzeuge erforderlichen Stoffe, vor allem

Fette, Öle und Kraftstoffe. Im Jahr 2012 verbrauchten

wir insgesamt 1.471 t Öle, 142 t Fette und 36 Mio. l

Dieselkraftstoffe.

öffentliche Netz eingespeist. Damit konnten wir den

Gesamtenergie verbrauch erneut verringern. Die spezifischen

Verbräuche, je Tonne produzierter Ware, sind

allerdings gestiegen, was auf eine geringere Kapazitätsauslastung

im Geschäftsbereich Salz zurückzuführen ist.

Unser im Jahr 2009 gesetztes Ziel ist es, den spezifischen

Energieverbrauch bis zum Jahr 2014 auf unter 270 kWh/t

Produkt zu senken. / abB: 5.4.1

Recycelte Materialien

Am Standort Sigmundshall stellen wir das Schmelzsalz

Montanal für den Einsatz in der Sekundäraluminiumindustrie

her. Die beim Aluminium-Schmelzprozess entstehende

Salzschlacke wird in der REKAL-Anlage aufgearbeitet

und zu 100 % verwertet. Im Recyclingprozess

fallen Aluminiumgranulat, das an die metallurgische

Industrie verkauft wird, sowie die Düngemittel Kaliumchlorid

und Ammonsulfat an, die wir ebenfalls vermarkten.

Ein während des Recyclingprozesses entstehendes

Gasgemisch setzen wir in der Kaliproduktion des Standortes

als Ersatz für Erdgas ein. Mit dem verbleibenden

Rückstand wird die Halde abgedeckt, um sie anschließend

zu begrünen.

Energieverbrauch

In Jahr 2012 betrug der Gesamtenergieverbrauch

8.747 GWh (Vorjahr 8.865 GWh). Der spezifische Energieverbrauch

je produzierter Tonne Ware lag bei 309 kWh/t

(Vorjahr: 267 kWh/t Rohsalz). Hiervon entfielen 5.559 GWh

auf Erd-, Flüssig und Biogas, 1.065 GWh auf Kohle,

81 GWh auf leichtes und schweres Heizöl, 1.474 GWh

auf von extern bezogenen Dampf und 567 GWh

auf Fremdstrom. Wir haben 46,6 GWh Strom in das

spezifischer Energieverbrauch 1 ABB: 5.4.1

in kWh/t Produkt

2014e

2012

2011

2010

2009

2008

100 200 300 400 500

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe; in den Jahren 2008 und 2009 sind auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten

des COMPO-Geschäfts und in den Jahren 2008 bis 2010 auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts enthalten.

spezifischer Kohlendioxidausstoss 1 ABB: 5.4.2

in kg/t Produkt

2014e

2012

2011

2010

2009

2008

20 40 60 80 100

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe; in den Jahren 2008 und 2009 sind auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten

des COMPO-Geschäfts und in den Jahren 2008 bis 2010 auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts enthalten.


Ökologie

5.4 kennzahlen und Erläuterungen

79

Emissionen

Die CO2-Emissionen betrugen im Jahr 2012 1,5 Mio. t

(Vorjahr: 1,5 Mio. t). Der Koh lendioxid ausstoß je produzierter

Tonne Ware lag bei 53 kg/t Produkt (Vorjahr:

46 kg/t Produkt). Unser Ziel ist es, die spezifischen

CO2-Emissionen bis 2014 auf 45 kg/t zu senken.

/ abB: 5.4.2

Weitere Emissionen: 2.030,8 t NO2 ( Vorjahr: 2.143,9 Tonnen)

und 6.259,3 t SO2 (Vorjahr: 6.466,6 t SO2). Der Ausstoß

je produzierter Tonne Ware lag bei 71,9 g/t NO2 (Vorjahr:

64,5 g/t NO2) und 221,7 g/t SO2 (Vorjahr: 194,5). Die absoluten

no2- und SO2-Emissionen sind somit gesunken,

jedoch gab es aufgrund der geringeren Auslastung der

Anlagen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der

spezifischen Emissionen je Tonne produzierter Ware.

In unseren Kühlungseinrichtungen sind Kühlflüssigkeiten

im geschlossenen Kreislauf enthalten, sodass

keine ozonabbauenden Substanzen freigesetzt werden.

Andere ozonabbauende Substanzen setzen wir nicht ein.

Wassereinsatz

Im Jahr 2012 haben wir 146,8 Mio. m3 Wasser eingesetzt

(Vorjahr: 159,4 Mio. m3 Wasser). Der spezifische Wassereinsatz

betrug 5,2 m3/t (Vorjahr: 4,8 m3/t). Bis 2014 wollen

wir eine Senkung auf unter 4 m3/t Ware erreichen.

/ abB: 5.4.3

Abwässer

Die Menge der Salzabwässer belief sich im Jahr 2012 auf

insgesamt 12,1 Mio. m3 bzw. 0,4 m3/t Produkt (Vorjahr:

12,7 Mio. m3 bzw. 0,4 m3/t Produkt). Hiervon haben wir

7,2 Mio. m3 bzw. 0,26 m3/t Produkt in Gewässer eingeleitet

(Vorjahr: 6,9 Mio. m3 bzw. 0,21 m3/t Produkt) und

4,9 Mio. m3 bzw. 0,17 m3/t Produkt versenkt (Vorjahr:

5,7 Mio. m3 bzw. 0,17 m3/t Produkt). / abB: 5.4.4

Unter der Voraussetzung, dass wir die Maßnahmen zum

Gewässerschutz im hessisch-thüringischen Kalirevier bis

zum Jahr 2015 umgesetzt und die damit verbundenen

anspruchsvollen Ziele (Halbierung des jährlichen Salzspezifischer

Wasserverbrauch 1 ABB: 5.4.3

in m3/t Produkt

2014e

2012

2011

2010

2009

2008

1 2 3 4 5 6 7

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe; in den Jahren 2008 und 2009 sind auch die nicht fortgeführten

Geschäftstätigkeiten des COMPO-Geschäfts und in den Jahren 2008 bis 2010 auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts enthalten.

Salzwasserversenkung und -einleitung 1 ABB: 4.4.4

in m3/t Produkt

2015e

2012

2011

2010

2009

2008

0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Salzabwassereinleitung Salzabwasserversenkung

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe; in den Jahren 2008 und 2009 sind auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten

des COMPO-Geschäfts und in den Jahren 2008 bis 2010 auch die nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Nitrogen-Geschäfts enthalten.


80 5.4 kennzahlen und Erläuterungen

spezifische Abfallmengen ABB: 5.4.5

in kg/t Produkt

2014e

2012

2011

2010

2009

2008

0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0

verwerteter Abfall ohne Bauabfall beseitigter Abfall ohne Bauabfall Bauabfälle

abwasseraufkommens aus der dortigen Kaliproduktion

auf 7 Mio. m3) verwirklicht haben, sollte eine Zielgröße

für die Einleitung in Gewässer von 0,2 m3/t im Jahr 2015

möglich sein.

Als Kühlwasser setzen wir nahezu ausschließlich Flusswasser

ein. Die Menge des abgeführten Kühlwassers

belief sich im Jahr 2012 auf 156,8 Mio. m3. Dieses wird

chemisch nicht verändert, sondern erfährt lediglich eine

Temperaturerhöhung und wird dem Gewässer anschließend

wieder zugeführt. Sofern ein nicht wieder verwendbarer

Überschuss von Spül-, Siel- und Reinigungswasser

entsteht, wird er unter Berücksichtigung behördlicher

Genehmigungen in Gewässer eingeleitet.

Verwertung von Abfällen

Auf unseren Standorten fallen Abfälle an, die dem Kreislaufwirtschafts-

und Abfallgesetz unterliegen. Hauptsächlich

sind dies Verpackungsmaterialien, Stahlschrott,

gebrauchte Öle und Fette, Lösungsmittel und Bauabfälle.

Im Jahr 2012 fielen insgesamt 136.500 t Abfall an,

was einer spezifischen Abfallmenge von 4,8 kg/t Produkt

entspricht. Davon wurden 129.700 t verwertet; der

Anteil an Bauschutt nahezu vollständig. 6.800 t Abfälle

wurden beseitigt.

Die spezifische Abfallmenge zeigt mit schwankenden

Mengen zwischen 2,5 bis 4,8 kg/t keine einheitliche

Tendenz. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen,

dass Baumaßnahmen unabhängig von den hergestellten

Produkten diskontinuierlich durchgeführt werden.

Sofern Investitionen und Baumaßnahmen keinen

besonders hohen Umfang annehmen, erwarten wir

auch weiterhin ein spezifisches Abfallaufkommen in

der genannten Größenordnung. / abB: 5.4.5


Ökologie

5.4 kennzahlen und Erläuterungen 81

Umweltsachbilanz

Spezifische Daten TAB: 5.4.3

2012 1 2011 1 2010 2 2009 2008

Absolute Daten Tab: 5.4.4

2012 1 2011 1 2010 2 2009 2008

Einfuhr

Eingesetzte Rohstoffe t /t Produkt 2,2 2,1 1,9 2,1 2,4

Energie, gesamt kWh/t Produkt 308,7 266,6 268,2 283,0 304,0

Wasser, gesamt m3/t Produkt 5,2 4,8 4,8 4,3 4,8

Betriebsstoffe kg/t Produkt 1,1 0,9 1,0 1,4 1,3

Hilfsstoffe kg/t Produkt 3,5 3,0 2,6 3,2 3,7

Ausfuhr

Produkte Mio. t 28,2 33,3 33,4 17,8 21,6

Kohlendioxid kg/t Produkt 52,8 46,4 48,8 50,0 58,0

Kohlenmonoxid g/t Produkt 40,7 30,7 18,3 19,0 34,0

Stickoxide, als NO₂ g/t Produkt 71,9 64,5 71,4 87,0 84,0

Schwefeldioxid g/t Produkt 221,7 194,5 180,0 2,0 2,0

Salzsäure g/t Produkt 8,8 7,9 7,9 2,0 2,0

Ammoniak g/t Produkt 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Staub g/t Produkt 22,7 20,6 16,2 5,0 5,0

Bauabfälle kg/t Produkt 2,1 1,7 1,1 1,7 1,0

Verwerteter Abfall,

ohne Bauabfall kg/t Produkt 2,5 2,1 1,4 2,3 1,6

Beseitigter Abfall,

ohne Bauabfall kg/t Produkt 0,1 0,1 0,1 0,2 0,2

Sonderabfall, ohne Bauabfall kg/t Produkt 0,1 0,1 0,1 0,2 0,1

Aufgehaldeter Rückstand t /t Produkt 1,1 0,8 0,8 0,9 1,2

Versatz t /t Produkt 0,1 0,1 0,0 0,1 0,1

Kühlwasserm3/t Produkt 5,6 5,2 4,9 5,2 5,3

Salzabwassereinleitungm3/t Produkt 0,3 0,2 0,3 0,4 0,4

Salzabwasserversenkungm3/t Produkt 0,2 0,2 0,1 0,1 0,2

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe.

2 Ab 2010 einschließlich Morton Salt.

Einfuhr

Eingesetzte Rohstoffe Mio. t 63,2 69,8 63,9 37,0 51,6

Energie, gesamt GWh 8.747,0 8.864,5 8.958,0 5.029,0 6.547,0

Wasser, gesamt Mio. m3 146,8 159,4 159,5 76,3 104,1

Betriebsstoffe 1.000 t 31,6 31,4 35,0 24,6 28,3

Hilfsstoffe 1.000 t 98,2 100,0 87,3 56,3 79,9

Ausfuhr

Produkte Mio. t 28,2 33,3 33,4 17,8 21,6

Kohlendioxid 1.000 t 1.497,2 1.542,7 1.630,7 884,0 1.244,0

Kohlenmonoxidt 1.148,9 1.019,8 611,0 331,0 743,0

Stickoxide, als NO₂t 2.030,8 2.143,9 2.386,3 1.541,0 1.806,0

Schwefeldioxidt 6.259,3 6.466,6 6.013,4 36,0 45,0

Salzsäure t 248,1 261,3 264,8 34,0 46,0

Ammoniak t 0,0 0,0 0,0 7,0 8,0

Staub t 639,8 683,4 540,6 83,0 107,0

Bauabfälle 1.000 t 59,2 55,1 35,4 29,7 22,1

Verwerteter Abfall,

ohne Bauabfall 1.000 t 70,6 69,4 46,4 40,2 35,3

Beseitigter Abfall,

ohne Bauabfall 1.000 t 2,9 3,4 3,1 3,4 3,3

Sonderabfall, ohne Bauabfall 1.000 t 3,9 3,4 4,6 3,2 2,4

Aufgehaldeter Rückstand Mio. t 29,9 25,2 27,4 16,3 26,8

Versatz Mio. t 1,9 1,9 1,6 1,1 1,7

Kühlwasser Mio. m3 156,8 173,9 163,3 92,9 115,1

Salzabwassereinleitung Mio. m3 7,2 6,9 9,4 7,5 8,1

Salzabwasserversenkung Mio. m3 4,9 5,7 4,3 2,0 5,4

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe.

2 Ab 2010 einschließlich Morton Salt.


Soziales

Vielfalt Leben 83

der beweis

liegt auf der

zunge

Speisesalz ist viel m ehr als „nur“ ein Gewürz.

Es ist auch unverzichtbarer Geschmacksträger und

Konservierungsstoff.

Salz – oder chemisch ausgedrückt Natriumchlorid – ist

ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Ohne Salz gibt

es kein Leben. Salz ist notwendig für den Wasserhaushalt,

das Nervensystem, die Verdauung und den Knochenaufbau.

Der menschliche Körper enthält 150 bis

300 Gramm Salz, und wenn er zuviel davon verliert –

beim Sport, bei großer Hitze, bei Krankheiten – müssen

die Reserven schnell aufgefüllt werden. Der tägliche

Salzbedarf des Menschen beträgt etwa vier bis

acht Gramm.

Der Mensch kann zwischen fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen

unterscheiden, für die es jeweils

eigene Geschmacksrezeptoren auf der Zunge gibt. Eine

der Richtungen ist „salzig“; salzlose oder zu wenig gesalzene

Speisen erscheinen uns daher meist fad. Aber Speisesalz

ist viel mehr als nur ein Gewürz, es ist auch unverzichtbarer

Geschmacksträger und Konservierungsstoff

bei der Produktion von Fleisch- und Wurstwaren, Brot

und Käse. Die elementare Bedeutung des Minerals würdigte

Justus von Liebig mit den Worten „Unter allen

Edelsteinen ist Salz der kostbarste“. Über Jahrhunderte

hinweg konnte das Angebot die Nachfrage nach Salz

nicht decken. Salz blieb knapp und kostbar und wurde

„weißes Gold“ genannt. Um Salzquellen wurden Kriege

geführt, Salz wurde mit Gold aufgewogen, als Zahlungsmittel

benutzt und ließ Handelswege („Salzstraßen“)

und wohlhabende Städte entstehen. Die Stadt Rom bei-


Bekannte SpeISeSALZMArken für jeden GeSCHMACK

salze, jodiertes und fluoriertes Speisesalz, Fleur de Sel,

koschere sowie natriumreduzierte Produkte, die sich an

Verbraucher richten, die sich bewusst natriumarm ernähren

möchten. Daneben stellen wir Salz für die Nahrungsmittelindustrie

her, das als Geschmacksträger und als

Konservierungsstoff bei der Produktion von Fleisch- und

Wurstwaren, bei Konserven, Fertiggerichten und Brot

sowie Käse dient. Ob Steinsalz oder Siedesalz in der

Lebensmittelproduktion zum Einsatz kommen, entscheidet

sich meist an der weiteren Verarbeitung. Siedesalz

wird für Anwendungen gewählt, bei denen Salz dem Ver-

Basis für die breite Palette unserer Speisesalze sind hochreines

Siedesalz, hochwertiges Steinsalz in naturbelassener

Form sowie Meersalz. Unsere Speisesalzmarken sind

bei den Konsumenten gut eingeführt: In den USA sind die

Produkte mit dem berühmten Umbrella®-Girl die bekannteste

Marke, in Kanada ist WINDSOr CASTLe® und in Chile

Sal Lobos® führend, in Frankreich nimmt Cérébos® den

zweiten Platz ein und in Portugal ist VATEL® die führende

Tafelsalzmarke. esco-Speisesalz wird in Deutschland vor

allem unter einer Reihe von Handelsmarken vertrieben.

Zu unserem Portfolio an Tafelsalzen zählen auch Gewürzarbeitungsprozess

in gelöster Form zugeführt wird, z. B.

für die Herstellung von Suppen, Soßen, Dressings oder

Marinaden, da es sich schneller mit Flüssigkeiten verbindet.

Unser Steinsalz wird meist für trockene Anwendungen

bevorzugt, wie das Backen von Brot, Kuchen und

anderem Gebäck, erfreut sich aber aufgrund der hervorragenden

Produktqualität auch in der Nassanwendung

wachsender Beliebtheit. So wird es in bestimmten Bereichen

der Fischverarbeitung und für Gewürzmischungen

eingesetzt.


Soziales

Vielfalt Leben

85

Untertägige Salzvorkommen sind vor Jahrmillionen entstanden.

spielsweise entstand dort, wo sich der Salzhandelsweg

mit dem Lauf des Tiber kreuzte. Die römischen Legionäre

erhielten einen Teil ihres Solds in Salz (lat.: sal). Daher

kommt noch heute der Ausdruck Salär.

Etwa 70 Prozent der Weltsalzproduktion beruht auf Steinsalz,

30 Prozent entfallen auf die Gewinnung aus Meerwasser

und Salzseen. Steinsalz wird entweder im Tagebau

oder mehrere hundert Meter unter Tage gewonnen.

Die untertägigen Vorkommen sind vor Jahrmillionen

durch das Verdunsten großer Meerwasserflächen entstanden.

Diese Salzschichten haben sich im Laufe der

Zeit in die Erde abgesenkt und wurden von anderen

Gesteinsarten überdeckt. In Salzwüsten, den Überresten

ehemaliger Salzseen, wird Steinsalz übertägig abgebaut.

Siedesalz, das häufig zur Herstellung von Speisesalz

verwendet wird, wird durch die Rekristallisation gereinigter

Sole gewonnen. Heute nutzt man hierfür meist

keine natürlichen Solevorkommen mehr, sondern es

wird ein Loch hunderte Meter tief in eine Steinsalz-

Lagerstätte gebohrt. Über ein Rohrleitungssystem wird

Frischwasser in die Salzschichten eingeleitet, das dort

in einem kontrollierten Vorgang das Salz auflöst. Das

nachgepumpte Wasser befördert schließlich die gesättigte

Lösung an die Erdoberfläche.

Bei der Salzgewinnung aus Meeren oder Salzseen wird

Salzwasser in abgetrennte Verdunstungsbecken, die so

genannten Salzgärten, gepumpt. Nach Monaten der Sonneneinstrahlung

kann das auskristallisierte Salz schließlich

als mehrere Zentimeter dicke Schicht „geerntet“

werden. Das teuerste Meersalz ist das Fleur de Sel, die

Salzblüte. Sie entsteht an heißen, windstillen Tagen als

hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche.


Soziales

Steigerung der Anzahl WEIBlichER Führungskräfte um etwa 30 %

bei K+S in Deutschland bis 2020 / K+S fördert MINT: Neues Konzept wirbt um mathematischtechnischen

Nachwuchs / Gruppenweiter Dialog zum Arbeitsschutzmanagement

verstärkt / Internationale Mitarbeiterumfrage durchgeführt / Ideenmanagement wird auf

amerikanischen Standorten eingeführt

6

6.1 Diversity und Chancengleichheit 87

6.2 Unsere Mitarbeiter 88

6.3 Betriebliches Gesundheitsmanagement 90

6.4 Arbeitssicherheit 92

6.5 Flexible Arbeitszeitmodelle 94

6.6 Führungskultur 95

6.7 Beteiligung am Unternehmenserfolg

und Altersvorsorge 95

6.8 Ausbildung 97

6.9 Personalentwicklung 98

6.10 Austausch von Wissen und Erfahrung 99

6.11 Mitbestimmung 100

6.12 Lieferkette 101

6.13 Gesellschaftliches Engagement 103


Soziales

6.1 Diversity und Chancengleichheit 87

VorauSSchauende Personalpolitik

Unsere vorausschauende Personalpolitik trägt zur Sicherung

der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der K+S

Gruppe bei. Sie basiert auf einer zukunftsgerichteten

Fach- und Führungskräfteentwicklung, die bereits mit

der frühzeitigen Nachwuchssicherung beginnt.

Wir wollen für Mitarbeiter aus aller Welt ein attraktiver

Arbeitgeber sein. Wir bieten Arbeitsplätze in

einem leistungsstarken Netzwerk an, das von Chile

über die USA, Kanada und Europa bis nach Singapur

reicht. Neben spannenden Aufgaben bieten wir unseren

Mitarbeitern umfangreiche Weiterbildungs- und

internationale Entwicklungsmöglichkeiten, eine leistungsorientierte

Bezahlung und eine Beteiligung am

Unternehmenserfolg.

6.1 Diversity und

Chancengleichheit

Die Vielfalt unserer Mitarbeiter ist ein wirtschaftlicher

Erfolgsfaktor. Bei K+S wird niemand wegen seiner

Rasse, seiner Hautfarbe, seiner Abstammung, seines

Glaubens, seines Geschlechts, seines Alters oder

aus sonstigen Gründen begünstigt, benachteiligt oder

belästigt. Das bringen wir in unseren Grundwerten zum

Ausdruck und dem daraus abgeleiteten Verhaltenskodex,

den wir auch auf unserer Website veröffentlicht

haben.

Zudem sind wir Mitunterzeichner der „Charta der Vielfalt“

unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin

Dr. Angela Merkel.

/ Weitere Informationen unter

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/verhaltenkodex.html

www.charta-der-vielfalt.de

Wir haben auf allen deutschen Standorten Beschwerdestellen

gemäß § 13 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

(AGG) eingerichtet. Im Jahr 2012 verzeichneten

wir keine Beschwerden.

In Nordamerika muss die Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft

auf den Standorten der Bevölkerungsstruktur

der jeweiligen Region entsprechen. Unsere

amerikanischen Gesellschaften unterliegen dem „Affirmative

Action Program“, das die Einhaltung dieser

gesetzlichen Vorgaben bei allen personellen Entscheidungen

kontinuierlich prüft. Unsere kanadischen Gesellschaften

folgen einem „Employment Equity Program“.

Frauenanteil in Führungspositionen

K+S hat sich der freiwilligen Selbstverpflichtung der 30

DAX-Konzerne zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen

angeschlossen. In Deutschland wollen

wir die Anzahl weiblicher Führungskräfte bis zum Jahr

2020 um etwa 30 % steigern. Dann würde der Frauenanteil

in Führungspositionen rund 10 % betragen und dem

Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft in Deutschland

entsprechen.

Diese unternehmensspezifische Zielsetzung trägt der

starken produktionstechnischen Prägung unseres Unternehmens

sowie dem sehr hohen Anteil an Arbeitsplätzen

unter Tage in unseren Bergwerken Rechnung. Aufgrund

von gesetzlichen Bestimmungen (§ 64a BBergG)

waren diese Arbeitsplätze lange Zeit männlichen Arbeitnehmern

vorbehalten; erst zum 31. Juli 2009 hat der

Gesetzgeber die Vorschrift ersatzlos gestrichen. Unser

Bestreben ist es, mehr Frauen für technische Berufe zu

interessieren; bereits im Sommer 2010 haben wir damit

be gonnen, die ersten Bergbautechnologinnen auszubilden.

Im Jahr 2012 betrug der Anteil der weiblichen Beschäftigten

in der K+S Gruppe 11,7% (2011: 10,9 %), in Deutschland

8,9% (2011: 8,5 %) und an Verwaltungsstandorten

durchschnittlich 40,4% (2011: 37,8 %). Der Anteil der

weiblichen Führungskräfte lag gruppenweit bei 11,3%

(2011: 9,7 %) und in Deutschland bei 10,0% (2011: 8,6 %).

K+S bewegt sich im Hinblick auf die freiwillige Selbstverpflichtung

im Zielkorridor. In den nächsten Jahren

werden wir unter der verstärkten Herausforderung des

demografischen Wandels dieses Ziel weiter verfolgen

und an der Zielerreichung arbeiten.

Geringe Anzahl von

Mint-Absolventinnen

Heute stellen Frauen in Deutschland zwar die Mehrzahl

der Abiturienten und Hochschulabsolventen, doch leider

entscheidet sich nur eine vergleichsweise geringe Anzahl


88 6.1 Diversity und Chancengleichheit / 6.2 unsere Mitarbeiter

von ihnen für technische und mathematisch-naturwissenschaftliche

Ausbildungen und Studiengänge. Dies zu

ändern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Wir werden das Personalmarketing sowie die Rekrutierungsaktivitäten

an Schulen und Hochschulen weiter

ausbauen, um verstärkt Absolventinnen der so genannten

MINT-Studiengänge (Mathematik, Ingenieur-, Natur-,

Technikwissenschaften) für uns zu gewinnen. Außerdem

wollen wir die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit

von Beruf und Familie noch weiter verbessern.

Ein streng geschlechtsneutraler Rekrutierungs-, Auswahl-

und Besetzungsprozess ist für K+S selbstverständlich.

Herausforderung demografischer

Wandel

Der demografische Wandel in Europa und Nordamerika

stellt auch für K+S eine Herausforderung dar. Die

Lebenserwartung der Menschen steigt weiter an, jedoch

stagnieren die Geburtenraten. Schon jetzt ist ein Teil

unserer freien Ausbildungsplätze und offenen Stellen

zunehmend schwieriger zu besetzen. Und es werden

künftig noch weniger junge Menschen für das Arbeitsleben

zur Verfügung stehen.

Da die Praxis der Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitmodelle

in Deutschland weitestgehend abgeschafft

worden ist, wird es in der zukünftigen Arbeitswelt

ältere Belegschaften geben. Viele Menschen müssen,

können und wollen länger arbeiten.

K+S fördert MINT

Mit dem neu eingeführten MINT-Konzept will K+S nicht nur verstärkt

um akademischen Nachwuchs im mathematisch-technischen

Bereich werben, sondern bereits Kinder und Jugendliche

gezielt für Naturwissenschaften begeistern. Die fünf Säulen des

Konzepts stehen dabei jeweils für einen Lebensabschnitt. Während

sich Säule 1 „Technik zum Anfassen“ an Kinder im Vorschulalter

richtet, sollen mit den Säulen 2 und 3 Schüler und angehende

Auszubildende angesprochen werden. Säule 4 will Studenten

durch Praktika, Bindungs- und Förderprogramme die Arbeitswelten

von K+S näher bringen. Säule 5 „Teil von K+S werden“ konzentriert

sich auf Absolventen, die in die K+S Gruppe eintreten, und

mit Traineeprogrammen sowie internen Weiterbildungsmaßnahmen

systematisch an ihre Tätigkeit heran geführt werden.

Altersdurchschnitt in der K+S Gruppe

Zurzeit sind unsere Mitarbeiter im Durchschnitt 42

Jahre alt. Im internationalen Vergleich zwischen unseren

Gesellschaften sind allerdings signifikante Unterschiede

zu erkennen. Während SPL über eine relativ

junge Mannschaft verfügt (Durchschnittsalter: 39 Jahre;

25 % der Mitarbeiter sind jünger als 30 Jahre), liegt das

Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Morton Salt

bei 48 Jahren. Bei esco beträgt es 44 und bei K+S KALI

41 Jahre. / abb: 6.1.1

Analyse der AlterSStrukturen

Wir wollen frühzeitig die Weichen dafür stellen, dass wir

auch künftig die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz

haben. Daher haben wir im Jahr 2012 auf unseren deutschen

Standorten eine detaillierte Analyse der jeweiligen

Altersstrukturen unserer Belegschaften und der

damit verbundenen demografischen Herausforderungen

durchgeführt. Jeder Standort erhält ein spezifisches

Demografie-Profil sowie daraus abgeleitete Vorschläge

für Maßnahmen aus den Bereichen Weiterbildung, Ausbildung/Umschulung,

Führungskräfteentwicklung oder

Sicherung der Arbeitsfähigkeit. Die Personalleiter werden

diese Erkenntnisse bei ihrer zukünftigen Personalplanung

berücksichtigen.

Im Hinblick auf das relativ hohe Durchschnittsalter von

48 Jahren führt Morton Salt – ergänzend zur Arbeit in

den K+S-Personalkommissionen (siehe auch Seite 98) –

jährlich ein eigenes „Talent Review“ durch, bei dem die

augenblickliche und zukünftige demografische Zusammensetzung

der Belegschaft analysiert und die Nachfolgepläne

entsprechend aktualisiert und angepasst werden.

In den Betrachtungsprozess einbezogen sind alle

Führungspositionen, die Ingenieursfunktionen sowie

weitere Schlüsselpositionen.

6.2 Unsere Mitarbeiter

Mitarbeiteranzahl stabil

Die K+S Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2012

insgesamt 14.362 Mitarbeiter. Gegenüber dem 31. Dezember

2011 (14.338 Mitarbeiter) ist die Anzahl damit in

etwa stabil geblieben. Während die Mitarbeiterzahl


Soziales

6.2 unsere Mitarbeiter 89

Altersstruktur 1, 2 ABB: 6.1.1

6

5

4

1 Nur Mitarbeiter aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

2 In 2012 ohne Nordamerika.

1

2

3

in %

2012 2011

1 bis 20 Jahre 4,4 3,5

2 21 bis 30 Jahre 19,5 17,1

3 31 bis 40 Jahre 19,1 18,2

4 41 bis 50 Jahre 28,8 28,9

5 51 bis 60 Jahre 25,2 28,0

6 über 60 Jahre 2,9 4,3

Mitarbeiter 1

nach bereichen TAB: 6.2.1

2012 2011 2 %

Kali- und Magnesiumprodukte 8.310 8.188 + 1,5

Salz 5.092 5.230 − 2,6

Ergänzende Aktivitäten 293 290 + 1,0

Einheiten der K+S

Aktiengesellschaft 667 630 + 5,9

Insgesamt 14.362 14.338 + 0,2

1 angaben in Vollzeitäquivalenten (FTE – Full Time Equivalents) per 31.12.

2 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S

Gruppe. Nach dem Verkauf des Nitrogen-Geschäfts im Jahr 2012 wurden die Daten

des Jahres 2011 entsprechend angepasst.

Belegschaftsstruktur 1 ABB: 6.2.1

3

1

2

1 Nur Mitarbeiter aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

im Geschäftsbereich Salz leicht zurückging, gab es im

Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte einen

leichten Personalaufbau zur Aufrechterhaltung der

geförderten Rohsalzmenge, für verstärkte Aktivitäten

im Bereich des Umweltschutzes wie auch für das Legacy

Projekt. Darüber hinaus erforderte die IT-Integration von

Morton Salt einen Aufbau von Personal in der K+S

2012 2011

in %

1 AT (außer Tarif) 8 6,9

2 Tarif 87,7 88,7

3 Auszubildende 4,2 4,4

IT-Services GmbH, die in den Einheiten der K+S AktiengeseLLSChaft

dargestellt wird. / taB: 6.2.1

Personalaufwand leicht gestiegen

Im Jahr 2012 lag der Personalaufwand der K+S Gruppe

bei 981,9 Mio. € und damit erwartungsgemäß leicht über

dem Niveau des Vorjahres (2011: 962,0 Mio. €). Einem

höheren Aufwand aus Tariferhöhungen, einem kursbedingten

Kostenanstieg sowie gestiegenen Personalkosten

aufgrund einer höheren durchschnittlichen

Mitarbeiterzahl stand eine niedrigere Abgrenzung für

die erfolgsabhängige Vergütung gegenüber. Die reinen

Personalkosten ohne Rückstellungseffekte sind im

Vergleich zum Vorjahr aus den gleichen Gründen um

21,2 Mio. € bzw. 2% auf 994,2 Mio. € gestiegen. Der Anteil

im Personalaufwand enthaltener variabler Vergütungen

betrug im vergangenen Jahr 71,4 Mio. € bzw. etwa 7%

(2011: 91,9 Mio. € bzw. etwa 10 %).

Im Jahr 2012 zahlten wir insgesamt 794,6 Mio. € an Löhnen

und Gehältern (+3 %) sowie 158,1 Mio. € Sozialabgaben

(+2 %). Die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung

betrugen im Berichtsjahr 29,2 Mio. € und

lagen damit um 3,9 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres.


90 6.2 unsere Mitarbeiter / 6.3 betriebliches Gesundheitsmanagement

Mitarbeiter 1, 2 nach Ländern TAB: 6.2.2

2012 2011

Argentinien 2 3

Bahamas 122 72

Belgien 15 15

Brasilien 247 270

Chile 607 656

Deutschland 10.050 10.010

Frankreich 254 254

Kanada 910 863

Malta 2 2

Niederlande 82 79

Portugal 47 47

Spanien 4 0

Tschechien 58 0

USA 1.964 2.068

Insgesamt 14.362 14.338

1 Nur konsolidierte Gesellschaften.

2 Nur Mitarbeiter aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

Der Personalaufwand je Mitarbeiter betrug im Berichtsjahr

68.492 € (Vorjahr: 67.962 €) und ist damit um knapp

1% gestiegen; dies ist insbesondere auf Tariferhöhungen

zurückzuführen.

Starke Verbundenheit mit dem

Unternehmen

Die Fluktuationsrate benennt das Verhältnis der Personalabgänge

zur durchschnittlichen Belegschaftsstärke.

Gruppenweit beträgt die Rate 6%, die Fluktua-

tion wegen Eigenkündigung liegt bei lediglich 1,7%. Im

Durchschnitt sind unsere Mitarbeiter seit 17 Jahren bei

uns beschäftigt. Die geringe Fluktuationsrate sowie die

langjährige Unternehmenszugehörigkeit dokumentieren

die hohe Verbundenheit unserer Mitarbeiter mit

dem Unternehmen.

Die Krankenquote lag im Jahr 2012 mit 5,9% leicht unter

dem Niveau des Vorjahres (6,1 %).

Integration fördern

Der Anteil der schwerbehinderten Mitarbeiter an der

Belegschaft betrug im Jahr 2012 in Deutschland 7,5%

(2011: 7,3 %). Damit liegen wir deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

In enger Zusammenarbeit mit den

zuständigen Behörden sowie unseren Schwerbehindertenvertretungen

halten wir behindertengerechte

Arbeitsplätze vor und fördern die Integration dieser Mitarbeiter.

12 Vertrauenspersonen vertreten die Interessen

der schwerbehinderten Mitarbeiter auf den deutschen

Standorten. Sie sind das Bindeglied zwischen Unternehmen

und Integrationsämtern.

Rund zwei Drittel der Mitarbeiter

arbeiten in Deutschland

Rund zwei Drittel unserer Mitarbeiter sind in Deutschland

beschäftigt (Schwerpunkt: Hessen knapp 50 %). 3%

unserer Mitarbeiter arbeiten in anderen europäischen

Ländern. Der Anteil der Mitarbeiter in Nordamerika

beträgt 21 % und in Südamerika 6%. / taB: 6.2.2

6.3 Betriebliches

Gesundheitsmanagement

K+S will langfristig Arbeitsfähigkeit, Leistungsbereitschaft

und Motivation der Mitarbeiter erhalten bzw. verbessern.

Dies gehört insbesondere vor dem Hintergrund

des demografischen Wandels sowie der Veränderungen

in den Produktions- und Arbeitsprozessen zu den Schwerpunkten

unserer Personalpolitik. Wir unterstützen die

Mitarbeiter in ihrem gesundheitsbewussten Verhalten

und gestalten Arbeitsplätze sowie Organisationsabläufe

gesundheits- und alternsgerecht. Wir haben im Betrieblichen

Gesundheitsmanagement insgesamt sieben Handlungsfelder

definiert. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen

unterscheiden sich je nach Standort und sind abhängig

von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung.

Handlungsfelder im

GesundheitSManagement

1. Arbeitsmedizinische Vorsorge und

Beratung

Unsere Standorte führen Vorsorgeprogramme durch,

damit die Mitarbeiter Gesundheitsstörungen frühzeitig

erkennen und das Risiko von Berufskrankheiten

oder arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren minimieren

können.


Soziales

6.3 betriebliches Gesundheitsmanagement 91

Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen

durch Motoremissionen und Stickoxide

Im Rahmen einer 10-Jahres-Studie haben K+S-Mediziner in

Deutschland 60.000 Vorsorgeuntersuchungen bei untertägig

Beschäftigten durchgeführt, bei denen die Lunge auf toxisch

wirkende Substanzen untersucht wurde. Im Kali- und Steinsalzbergbau

können insoweit Dieselmotoremissionen (DME)

sowie Stickoxide (NO und NO2) und Kohlenmonoxid (CO) relevant

sein, die bei der sprengtechnischen Gewinnung von Rohsalzen

freigesetzt werden. Bei diesen Vorsorgeuntersuchungen

wurden keine Erkrankungen der Lunge festgestellt, für die

die Tätigkeit unter Tage ursächlich ist. Unsere Ergebnisse werden

bestätigt durch das Institut für Gefahrstoff-Forschung der

Berufsgenossenschaft.

GerINGe GeFAHr einer beruFSBeDINGTen

ErkrANKuNG1

Im Vergleich zur Gesamtzahl der Verdachtsfälle im deutschen

Bergbau im Jahr 20112 (3.419) zeigt sich, dass im

Kali- und Steinsalzbergbau die Gefahr einer berufsbedingten

Erkrankung sehr niedrig ist. Im Jahr 2011 waren

in Deutschland 95 Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit

zu verzeichnen, 3 neue Rentenfälle wurden anerkannt.

Bei den anerkannten Berufskrankheiten handelt

es sich in den meisten Fällen um Erkrankungen des

Bewegungsapparates und des Gehörs.

1 In den USA und in Chile werden Berufskrankheiten nicht national erfasst.

2 Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit können für 2012 bis Ende Februar 2013

gemeldet werden; abschließende Zahlen für 2012 liegen erst im Mai 2013 vor.

2. Prävention und Betriebliche

Gesundheitsförderung

An unseren Standorten werden Maßnahmen zur

Gesundheitsförderung, Gesundheitstage sowie themenbezogene

Informationsveranstaltungen durchgeführt.

Die Angebote reichen von Ernährungsberatung,

Nichtraucherprogrammen, Entspannungs- und

Stressbewältigungstechniken über Darmkrebsvorsorge

bis hin zu Kursen für Rückengesundheit und diverse

Sportarten.

Bestandsaufnahme aller Aktivitäten

MorTON SALT hat im Jahr 2012 erstmals eine Bestandsaufnahme

der verschiedenen Aktivitäten zur Gesundheitsförderung

auf den amerikanischen und kanadischen Standorten durchgeführt.

Ein neugegründetes „Wellness Committee“ wird die Maßnahmen

bewerten und daraus im Jahr 2013 ein einheitliches

Programm zusammenstellen, sodass alle Mitarbeiter von den

Erfahrungen einzelner Standorte profitieren können.

3. Ergonomie, Arbeits- und

Organisationsgestaltung

Ergonomische, gesundheits- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen

sind wichtige Stellhebel für physische und

psychische Gesundheit und damit für den nachhaltigen

Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter. Bei regelmäßigen

Arbeitsplatzbegehungen werden die Bedingungen

vor Ort kritisch überprüft.

Körperlich anstrengende Arbeit erleichtert

SPL hat im vergangenen Jahr an einigen Standorten flexibel

verstellbare Tische für das manuelle Packen von Paletten mit

Salzprodukten angeschafft. Die körperlich anstrengende Arbeit

wird somit erleichtert. An anderen Standorten wurde komplett

auf maschinelles Packen umgestellt, was neben einer Verbesserung

der Arbeitsbedingungen auch eine höhere Effizienz und

somit ökonomische Vorteile mit sich bringt.

4. Gesundheitsgerechtes

Führungsverhalten

Das Führungsverhalten hat Einfluss auf Befinden, Motivation,

Leistungsbereitschaft und damit auch auf die

Gesundheit der Mitarbeiter. Führungskräfte werden

durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen in

ihren Aufgaben unterstützt.

5. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Familienfreundliche Arbeitsstrukturen, Raum für Vielfalt

und individuell gestaltbare Angebote zur Vereinbarkeit

von Beruf und Familie (siehe auch Arbeitszeitmodelle

Seite 94) bilden eine gute Basis für Engagement

und Mitarbeiterzufriedenheit.

6. Qualifizierung und Entwicklung von

Gesundheitskompetenzen

Qualifizierung (siehe auch Weiterbildung Seite 98) und

lebenslanges Lernen sind wichtige Voraussetzungen für

gute und langfristige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.


92 6.3 betriebliches Gesundheitsmanagement / 6.4 Arbeitssicherheit

Gesund auf Schicht!

Schichtarbeit gehört zum Alltag vieler Menschen in unserem

Unternehmen und beeinflusst den Lebensrhythmus auf vielfältige

Weise. Mit unserem Seminarangebot „Gesund auf Schicht“

zeigen wir unseren Mitarbeitern praxisnah auf, wie sie den

besonderen Belastungen der Schichtarbeit erfolgreich entgegenwirken

können. Sie lernen Erholungs- und Entspannungstechniken,

erfahren Alles über eine gesunde, leistungsfördernde

Ernährung und wie sich das richtige Maß an Bewegung in

den Alltag einbauen lässt.

7. Betriebliches

Eingliederungsmanagement

Nach wiederholter oder andauernder Krankheit fördert

das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)

ganz individuell die Beschäftigungsfähigkeit des Mitarbeiters,

unterstützt den Wiedereingliederungsprozess

ins Berufsleben und beugt einer erneuten Arbeitsunfähigkeit

vor.

Leitlinie beschloSSen

Im Jahr 2012 hat der Vorstand die neue Leitlinie „Betriebliches

Gesundheitsmanagement“ beschlossen, die Grundsätze,

Ziele, organisatorische Strukturen sowie den Handlungsrahmen

definiert. Der Geltungsbereich der Leitlinie

ist zunächst auf die K+S-Gesellschaften in Deutschland

beschränkt, denn sie kombiniert gesetzliche Vorgaben

aus dem deutschen Arbeitsschutzrecht mit freiwilligen

Leistungen des Unternehmens.

Als nächstes wollen wir einen intensiven Austausch

über lokale Prozesse und Gegebenheiten im Gesundheitsschutz

mit unseren Gesellschaften in Nord- und

Südamerika anstoßen. Auf Basis dieser Erkenntnisse

werden wir entscheiden, welche Standards gruppenweit

sinnvoll definiert und umgesetzt werden kön nen.

K+S ist außerdem Unterzeichner der Luxemburger

Deklaration zur Betrieblichen Gesundheitsförderung in

der Europäischen Union und somit Mitglied des gleichnamigen

Netzwerkes. Zu dessen Aufgaben zählen u. a.

vorbildliche Praxisbeispiele zu ermitteln und zu verbreiten

sowie nationale Foren und Netzwerke aufzubauen.

/ Weitere Informationen unter

www.netzwerk-unternehmen-fuer-gesundheit.de/luxemburgerdeklaration.html

6.4 Arbeitssicherheit

Unsere Mitarbeiter vor arbeitsbedingten Gefahren zu

schützen ist unser Ziel. Jeder Mitarbeiter hat bei seiner

Arbeit Verantwortung für die Sicherheit zu übernehmen

– für sich selbst und seine Kollegen. Unsere Führungskräfte

haben Vorbildfunktion. Nähere Einzelheiten

zur Arbeitssicherheits-Organisation siehe Seite 18.

Prävention und systematische

Analyse

Wir fördern das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter

durch regelmäßige betriebliche Unterweisungen

und Schulungen. Darüber hinaus kommen noch weitere

Mittel und Methoden zum Einsatz:

Wissensabfragen und Wettbewerbe

Im Jahr 2013 wird der auf den deutschen Standorten

seit Jahren eingeführte Sicherheitswettbewerb „Fragen

und Antworten zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“

an neueste produktions- und sicherheitstechnische

Gegebenheiten angepasst und kategorisiert. Ziel ist

es, den Fragenkatalog stärker auf individuelle Arbeitsplatzsituationen

auszurichten, sodass der Lerneffekt

für den einzelnen Mitarbeiter höher ist. Bewährt sich

der neue Wettbewerb, wird er international vorgestellt.

Um einen Überblick über das tatsächlich in der Belegschaft

vorhandene Arbeitsschutz-Wissen zu bekommen,

hat Morton Salt im Jahr 2012 die Mitarbeiter

systematisch zu ihren Sicherheitskenntnissen befragt.

Mit Hilfe der Ergebnisse können jetzt bedarfsgerecht

und standortspezifisch die Kenntnisse der Mitarbeiter

erweitert werden.

audio-visuelle Medien

Da audio-visuell aufbereitete Themen besser im

Ge dächtnis haften als Informationen in Textform,

haben wir in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft

Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI)

für unsere deutschen Standorte Videos entwickelt. Sie

klären über die Gefahren von gebirgsgebundenem

Kohlendioxid auf bzw. behandeln den sicheren Fahrzeugeinsatz

im Kali- und Salzbergbau mit Beispielen

zum Risiko- und Sicherheitsverhalten.


Soziales

6.4 Arbeitssicherheit 93

Ausgezeichnete Sicherheit 2012

USA: Das SALT INSTITute, der Verband der US-amerikanischen

Salzproduzenten, hat MorTON SALT als sicherstes Unternehmen

2012 ausgezeichnet.

Chile: SPL hat vom nationalen Geologie- und Bergbaudienst

SERNAGEOMIN die Auszeichnung für Sicherheit im Bergbau

2012 erhalten, da das Unternehmen die geringste Unfallrate

aller Bergbauunternehmen in der Region Tarapacá aufweist.

Ein chilenisches Expertengremium für Bergbausicherheit hat

dem Produktionsleiter des SPL-Tagebaus in der Tarapacá-Wüste,

Giovanni Copello, eine Auszeichnung für erfolgreiche Präventionsarbeit

verliehen.

Deutschland: Bei einem landesweiten Sicherheitswettbewerb

der BG RCI haben Auszubildende des Standorts Neuhof-Ellers

den 1. Platz belegt.

Systematische Unfallursachenanalyse

Morton Salt hat die im Rahmen ihrer „Gateways to

Safety“-Initiative gewonnenen Erkenntnisse genutzt,

um eine IT-gestützte Rangliste der effektivsten Maßnahmen

zur Unfallverhütung zu erstellen. Diese Rangliste

ergänzt die bereits etablierten Verfahren zur Meldung

von Beinahe-Unfällen und zur Unfallursachenanalyse.

Nach einer Praxiserprobung im Werk Werra sind im

vergangenen Jahr auch auf allen deutschen Standorten

neue, einheitliche Methoden für die systematische

Unfallursachenanalyse eingeführt worden. Die deutschen

und US-amerikanischen Vorgaben wurden auf

dem internationalen Workshop zum Arbeitsschutzmanagement

im Dezember verglichen. Als nächstes wird

geprüft, ob es sinnvoll ist, ein gruppenweit einheitliches

System zu etablieren.

Internationaler Dialog

Bereits seit Jahren ist ein Länder und Kontinente übergreifender

Dialog zwischen unseren Fachleuten für

Umweltschutz und Arbeitssicherheit etabliert. Der internationale

Workshop zum Arbeitsschutzmanagement

im Dezember 2012 in Kassel stand ganz im Zeichen des

Best-Practice-Austauschs. Außerdem widmeten sich die

Teilnehmer der Verbesserung der gruppeneinheitlichen

Dokumentation sowie des Meldeprozesses für Unfälle

und sonstige besondere Ereignisse. Erstmals wurde auch

ein Vertreter der K+S Potash Canada begrüßt.

Nachgang jeweils durchgeführten detaillierten Analysen

des Geschehens ergaben in zwei Fällen, dass das

Unfallereignis durch eine außergewöhnliche geologische

bzw. gebirgsmechanisch/geologische Situation

verursacht worden ist. In den drei anderen Fällen ließ

sich menschliches Fehlverhalten nicht ausschließen.

Ein dem Unternehmen zuzurechnendes Fehlverhalten

wurde in keinem der Fälle festgestellt. Neben internen

Spezialisten sowie Vertretern der zuständigen Behörde

sowie des Unfallversicherers haben auch externe Gutachter

zur Aufklärung der Unfallursachen beigetragen.

Anschließend sind neue Präventionsmaßnahmen

beschlossen worden, um zukünftig nach Möglichkeit

auch solche Unfälle zu vermeiden.

Interne Audits geben mehr Sicherheit

Anzahl an Arbeitsunfällen leicht

gestiegen

Im Jahr 2012 sind auf unseren Standorten 956 Verletzungen

(2011: 987) und 212 Arbeitsunfälle (2011: 194) mit

Ausfallzeit aufgetreten. Die durchschnittliche Ausfallzeit

pro Arbeitsunfall lag bei 18 Kalendertagen (2011:

25,1). Die Kennziffer „Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit je

einer Million geleisteter Arbeitsstunden“ betrug im Jahr

2012 8,5 (2011: 7,7).

Leider haben wir im Jahr 2012 in unseren deutschen

Bergwerken fünf tödliche Unfälle verzeichnet. Die im

Durch interne Audits überprüfen wir die Wirksamkeit

unserer Maßnahmen hinsichtlich Umweltschutz und

Arbeitssicherheit. Die europäischen Produktionsstandorte

werden in einem 3-Jahres-Rhythmus auditiert, die

US-amerikanischen und kanadischen Standorte im 2-,

3- bzw. 5-Jahres-Rhythmus.

Unser Auditverfahren basiert auf den Vorgaben der EN

ISO 19011 (2002) und ist in einer internen Verfahrensanweisung

geregelt. Eventuelle Abweichungen von den

Standards sowie daraus abgeleitete Korrekturmaßnahmen

(z. B. Investitionen oder Reparaturen) werden protokolliert

und verfolgt. Im Jahr 2012 wurden keine schwerwiegenden

Abweichungen festgestellt.


94 6.5 flexible Arbeitszeitmodelle

6.5 flexible Arbeitszeitmodelle

Die Arbeitszeiten in der K+S Gruppe richten sich nach

den jeweiligen nationalen Gegebenheiten. Die durchschnittliche

tarifliche Arbeitszeit unserer Mitarbeiter in

Deutschland und in Nordamerika beträgt 40 Wochenstunden.

Während unsere Mitarbeiter in Frankreich

durchschnittlich 35 Stunden in der Woche arbeiten, liegt

die Wochenarbeitszeit in Chile bei 45 und in Brasilien

bei 44 Stunden.

Unsere Arbeitszeitmodelle orientieren sich an den

Erfordernissen der Produktionsabläufe und zeichnen

sich durch eine hohe Flexibilität aus. Die produzierenden

Standorte arbeiten im ein-, zwei- oder dreischichtigen

Betrieb sowie in vollkontinuierlichen Schichtsystemen

(drei Schichten am Tag; 7 Tage pro Woche). Für die

Mitarbeiter auf Produktionsstandorten von esco und

SPL bestehen Jahresarbeitszeitkonten, sodass die Gesellschaften

flexibel auf saisonale Nachfragespitzen reagieren

können. Die Mitarbeiter bauen in den Monaten mit

hoher Produktion Zeitguthaben auf, die sie dann außerhalb

der Saison abbauen können.

Die Mehrarbeitsquote lag gruppenweit im Jahr 2012 bei

1,8% (2011: 2 %).

Vertrauensarbeitszeit und Teilzeit

Circa 14 % unserer Belegschaft in Deutschland haben

Vertrauensarbeitszeit. Dieses Arbeitszeitmodell richtet

sich nach dem tatsächlich anfallenden Arbeitsvolumen

und stärkt die Eigenverantwortung der Mitarbeiter.

Außerdem ermöglicht es die bessere Vereinbarkeit von

Beruf und Familie bzw. Freizeit.

Zurzeit sind knapp 2% unserer Mitarbeiter in Teilzeit

beschäftigt. Diese relativ geringe Quote ist der Tatsache

geschuldet, dass überwiegend Frauen Teilzeit in Anspruch

nehmen, deren Anteil an der Gesamtbelegschaft aber

ebenfalls vergleichsweise gering ist (siehe Seite 87).

Elternzeit und Förderung des

Wiedereinstiegs

Seit Einführung der neuen Elternzeit-Regelung in

Deutschland beobachten wir, dass Mitarbeiter, die

Elternzeit nutzen, im Durchschnitt bereits nach einem

Jahr wieder in den Beruf zurückkehren. Auch nehmen

mehr Väter Elternzeit in Anspruch. Wir begrüßen diese

Entwicklung sehr und fördern die Mitarbeiter mit familienfreundlichen

Maßnahmen. Dazu gehören im Wesentlichen

individuelle Teilzeitmodelle, zusätzliche Freistellungszeiten

für Betreuungsnotfälle, Weiterbildungsangebote

in der Elternzeit und nicht zuletzt unsere

betriebseigene Kindertagestätte am Standort Kassel.

/ Weitere Informationen unter

www.kita-glueckskinder.de

Um den Wiedereinstieg der Mütter in ihren Beruf zu fördern,

sind Unternehmen in Chile und Brasilien mit mehr

als 20 weiblichen Arbeitnehmern verpflichtet, entweder

innerbetrieblich ein Krippensystem zu organisieren oder

den Aufenthalt der Mitarbeiterkinder in einer staatlich

anerkannten Krippe über zwei Jahre zu finanzieren. Wir

haben uns an den dortigen Standorten für die Finanzierung

von außerbetrieblichen Krippenplätzen entschieden.

Da Privatschulen mit flexiblen Betreuungsangeboten

in Chile sehr verbreitet sind, die Schulgebühren

jedoch für viele Familien eine hohe Belastung darstellen,

tragen wir einen Teil der Gebühren.

In Nordamerika gelten die gesetzlichen Regelungen

für familiäre Abwesenheiten sowohl für die Mitarbeiter,

die Kinder zu versorgen als auch für diejenigen, die

sich um ältere Personen kümmern. Morton Salt bietet

über diese gesetzlichen Mindestbestimmungen hinaus

weitere Freiräume. Außerdem unterstützt eine Serviceagentur

die Mitarbeiter dabei, nach der Wiederaufnahme

der Arbeit eine adäquate Betreuungsmöglichkeit

zu finden.

Leih- und Zeitarbeit

Im Jahresdurchschnitt haben wir in Deutschland 364

Arbeitnehmer im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung

beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr (Ø 379 Arbeitnehmerüberlassungen)

ist dies ein geringer Rückgang.

K+S arbeitet im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung

ausschließlich mit Zeitarbeitsfirmen zusammen, welche

die Tarifverträge der Zeitarbeitsbranche (GZ, BZA und IG

BCE) anwenden. Die Entgeltpraxis richtet sich nach den

vorgenannten Tarifverträgen.


Soziales

6.6 führungskultur / 6.7 beteiligung am Unternehmenserfolg und Altersvorsorge

95

6.6 FührungsKUltur

Unsere Führungskultur basiert auf gegenseitigem Vertrauen.

Wir wollen Veränderungen aktiv gestalten und

unsere Mitarbeiter fördern – aber auch fordern.

Führungsleitlinien geben

Orientierung

Unsere Führungsleitlinien sind Grundlage für unsere

Personalentwicklungsprozesse. Sie geben den Führungskräften

eine Orientierung, welches Verhalten wir erwarten,

und den Mitarbeitern die Gewissheit, dass Führung

bei K+S an festen Grundsätzen ausgerichtet ist – unabhängig

vom jeweiligen Vorgesetzten.

/ Unsere Führungsleitlinien haben wir unter

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/fuehrungsleitlinien.html

veröffentlicht.

Erste internationale Mitarbeiterumfrage

mit guten Ergebnissen

Im Jahr 2012 haben wir erstmals eine internationale Mitarbeiterumfrage

durchgeführt. 76 % unserer Mitarbeiter

haben sich beteiligt – ein sehr guter Wert für eine

Erstbefragung. Die Antworten auf 68 Fragen wurden

für die Auswertung in 14 Kategorien zusammengefasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich K+S auf einem guten

Weg befindet. So wurden insbesondere die wichtigen

Kategorien Mitarbeiterengagement und Mitarbeiterbindung

positiv beantwortet. In den Kategorien Personalentwicklung,

Unternehmensführung sowie Organisatorische

Veränderungen ist Verbesserungspotenzial

erkannt worden.

K+S hat aus den Ergebnissen zwei globale Handlungsfelder

abgeleitet: Kommunikation und Personalentwicklung.

Zum einen werden wir die strategische

Ausrichtung sowie Kommunikation in den einzelnen

Einheiten stärken, beispielsweise durch regelmäßige

Abteilungsbesprechungen. Zum anderen wollen wir

unseren Mitarbeitern besser aufzeigen, welche persönlichen

und beruflichen Entwicklungschancen sie

in ihren jeweiligen Unternehmen sowie in der K+S

Gruppe haben. Daneben haben Geschäftsbereiche,

Gesellschaften und Standorte eigene Handlungsfelder

und Maßnahmen erarbeitet. Im Jahr 2013 soll mit der

Umsetzung begonnen werden.

6.7 beteiligung am

Unternehmenserfolg und

Altersvorsorge

Tarifmitarbeitern in Deutschland wird die variable Vergütung

in zwei Teilbeträgen ausgezahlt: der erste Teil

im November des laufenden Jahres, der zweite im April

des Folgejahres nach Vorlage des Jahresabschlusses. Die

Vergütung der tariflichen Mitarbeiter unserer Auslandsgesellschaften

entspricht den jeweiligen landesspezifischen

Rechtsvorschriften. Allerdings hat K+S gruppenweit

Mindeststandards bezüglich Höhe und Anpassung

der Vergütung definiert.

Führungskräfte und nicht leitende außertarifliche Angestellte

honorieren wir nach Vergütungssystemen, die

neben dem Unternehmenserfolg auch die über Zielvereinbarungen

definierte persönliche Leistung berücksichtigen.

In einem jährlichen Gespräch bewerten Mitarbeiter

und Vorgesetzter die erreichten Ziele und Arbeitsergebnisse,

besprechen die beruflichen Entwicklungs- und

Fördermöglichkeiten und vereinbaren die Ziele für das

Folgejahr.

Für unsere Führungskräfte haben wir im Jahr 2011 eine

gruppenweit einheitliche Vergütungssystematik entwickelt,

die nun stufenweise eingeführt wird.

Wir beteiligen unsere Mitarbeiter in Form variabler Vergütung

am Unternehmenserfolg. Dadurch verstärken wir

ihr Interesse an der wirtschaftlichen Entwicklung von

K+S und binden sie langfristig an unser Unternehmen.

Dieses Vergütungssystem passt sich in einem gewissen

Umfang automatisch an die Ertragslage des Unternehmens

an und trägt damit auch zur Risikominderung im

Fall von Ertragsrückgängen bei.

Nachfrage nach Belegschaftsaktien

stabil

Wir bieten den Mitarbeitern der beteiligten deutschen

Gruppengesellschaften Belegschaftsaktien zu attraktiven

Konditionen an. 25 % der Mitarbeiter haben das

Angebot im Jahr 2012 angenommen (2011: 26 %); ausgegeben

wurden mehr als 166.000 Aktien. Der Wert dieser


96 6.7 beteiligung am Unternehmenserfolg und Altersvorsorge

Maßnahmen betrug insgesamt 1,2 Mio. € (einschließlich

Arbeitgeberaufwand zur Sozialversicherung; 2011:

0,8 Mio. €). Auch den Mitarbeitern ausländischer Gruppengesellschaften

in Europa haben wir ein vergleichbares

Belegschaftsaktienprogramm angeboten; 6,5%

der Mitarbeiter haben das Angebot im Jahr 2012 wahrgenommen.

Einführung des AktienprograMMS für

Auslandsgesellschaften geprüft

Nach sorgfältiger Prüfung der landesrechtlichen Vorschriften

sowie der praktischen Umsetzungsmöglichkeiten

haben wir entschieden, aufgrund des unverhältnismäßig

hohen administrativen Aufwands vorerst kein

Belegschaftsaktienprogramm in den nordamerikanischen

Gruppengesellschaften einzuführen.

In Chile kann ebenfalls kein Belegschaftsaktienprogramm

analog dem deutschen System angeboten werden,

da es rechtlich nicht zulässig ist, ausländische

Aktien zu erwerben.

Unter Berücksichtigung landesrechtlicher und administrativer

Gegebenheiten prüfen wir nun alternative Formen

der Mitarbeiterbeteiligung.

Betriebliche Altersvorsorge für

deutsche Gruppengesellschaften

Wir unterstützen unsere Mitarbeiter aktiv bei der Sicherung

des Lebensstandards im Alter, indem wir im Rahmen

unserer betrieblichen Altersvorsorge verschiedene

Möglichkeiten zur individuellen Vorsorge anbieten.

Allerdings können wir dabei die schrittweise Absenkung

der gesetzlichen Grundversorgung in der Altersrente

nicht ausgleichen.

Jeder Mitarbeiter der teilnehmenden K+S-Gruppengesellschaften

erhält eine Arbeitgeberförderung von 13 %

des Betrages, den er aus seinem sozialversicherungspflichtigen

Entgelt in eines der bei K+S angebotenen

Modelle zur betrieblichen Altersvorsorge einzahlt. K+S

hat hierfür im Jahr 2012 insgesamt 2,3 Mio. € aufgewendet

(2011: 2,3 Mio. €).

Unsere Angebote

K+S VorSOrgePlus

Die Grundversorgung der K+S VorsorgePlus gilt für

Starthilfe Für Ausbildung

Kinder von verstorbenen Mitarbeitern können während ihrer

Ausbildung eine Beihilfe aus der K+S VorsorgePlus erhalten.

Die Zahlung der Beihilfen und deren Höhe sind abhängig von

der individuellen Versorgungssituation der betroffenen Kinder.

Mitarbeiter, die nicht in der Knappschaft rentenversichert

sind und keine andere arbeitgeberfinanzierte

Altersvorsorge haben. K+S leistet für diese Mitarbeiter

zusätzliche Arbeitgeberbeiträge. Die Zusatzversorgung

der K+S VorsorgePlus steht allen Mitarbeitern

in Deutschland offen, die sich durch eigene, gleichbleibende

Monatsbeiträge im Rahmen der Entgeltumwandlung

eine zusätzliche Altersabsicherung schaffen wollen.

2.350 Mitarbeiter haben dieses Angebot im Jahr 2012

wahrgenommen.

CheMIe PeNSIONSFONDS

In den Chemie Pensionsfonds können jährlich unterschiedliche

Beiträge aus Einmalzahlungen im Rahmen

einer Entgeltumwandlung eingezahlt werden. 1.033 Mitarbeiter

haben im vergangenen Jahr diese Möglichkeit

genutzt.

DirektverSICHeruNG (GUD)

In die GUD können jährlich Beiträge aus Einmalzahlungen

im Rahmen einer Entgeltumwandlung eingebracht

werden. 544 Mitarbeiter zahlten im Jahr 2012 in

die Direktversicherung ein.

Betriebliche Altersvorsorge für

amerikanische Gruppengesellschaften

Das Altersvorsorge-Programm für tarifliche und außertarifliche

Mitarbeiter der US-amerikanischen Gesellschaften

Morton Salt und ISCO besteht aus einem beitragsorientierten

Vorsorgesparplan, der vorwiegend vom

Arbeitnehmer finanziert wird und durch den Arbeitgeber

gefördert wird.


Soziales

6.7 beteiligung am Unternehmenserfolg und Altersvorsorge / 6.8 ausbildung

97

In Kanada erhalten die tariflichen und außertariflichen

Canadian Salt-Mitarbeiter derzeit eine leistungsorientierte

Betriebsrente. Ab dem Jahr 2013 wird diese schrittweise

in einen beitragsorientierten Vorsorgesparplan

überführt, der nahezu deckungsgleich bereits bei K+S

Potash Canada Anwendung findet.

Ausbildungsquote K+S Deutschland TAB: 6.8.1

2012 1 2011 2010 2009 2008

Mitarbeiter in FTE am 31.12. 10.050 10.010 9.762 10.198 10.230

davon Auszubildende 607 631 618 639 610

Ausbildungsquote in % 6,0 6,3 6,3 6,3 6,0

Während sich in Chile staatliche und private Rentensysteme

ergänzen, kennt Brasilien nur ein staatliches

Rentensystem. Wir bieten in Chile keine betriebliche

Altersvorsorge an, beraten aber unsere Mitarbeiter bei

der Auswahl der zur persönlichen Situation passenden

Altersvorsorge.

6.8 aUsbilDUng

Für K+S ist die Berufsausbildung eine wichtige Investition

in die Zukunft. Unsere Ausbildungsaktivitäten sind

auch ein Bekenntnis zum Standort Deutschland, der als

wettbewerbsfähiger Industriestandort gut ausgebildeten

Fachkräftenachwuchs braucht.

Wir beschreiben hier ausschließlich unser deutsches

Ausbildungssystem, da an unseren ausländischen Standorten

die duale Ausbildung kaum verbreitet ist.

AusbildungSQuote auf hohem Niveau

1 Nur Mitarbeiter aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.

Zum 31. Dezember 2012 bereiteten sich bei K+S im Inland

607 junge Menschen auf 12 Standorten in 18 Ausbildungsberufen

auf ihren Berufsstart vor; davon wurden

177 Auszubildende im Jahr 2012 neu eingestellt. Die Ausbildungsquote

lag zum Jahresende mit 6,0% etwas unter

dem hohen Niveau des Vorjahres. Insgesamt haben wir

15,3 Mio. € in die Ausbildung investiert (2011: 15,0 Mio. €).

/ taB: 6.8.1

Nach der Abschlussprüfung hat der Berufsnachwuchs

bei entsprechenden fachlichen Leistungen und persönlicher

Eignung sehr gute Chancen auf einen festen

Arbeitsplatz. Wir haben in den vergangenen Jahren rund

90 % der Auszubildenden übernommen.

AusbildungSMarketing verstärkt

In den kaufmännischen, chemischen und IT-Berufen

halten sich weibliche und männliche Auszubildende

die Waage. In den gewerblich-technischen Berufen

überwiegt der Anteil der männlichen Auszubildenden

deutlich. Dies liegt auch an der geringen Anzahl von

jungen Frauen, die sich in diesem Bereich bewerben.

Da unsere Ausbildungsplätze für Bergbautechnologen,

Industriemechaniker, Chemikanten sowie Elektroniker

für Betriebstechnik in den letzten Jahren generell

schwerer zu besetzen sind, wollen wir künftig verstärkt

die weibliche Zielgruppe ansprechen. Unsere Standorte

präsentieren sich verstärkt auf Berufsorientierungsmessen,

veranstalten aber auch eigene Informationsabende.

Kontakte zu Schulen im Umfeld

Die Standorte pflegen traditionell gute Kontakte zu den

Schulen im Umfeld. So arbeitet der Standort Zielitz mit

der Gutenbergschule Wolmirstedt zusammen; unterstützt

wird das Projekt „Berufsorientierte Werkstätten“.

Auch der Standort Bernburg hat mit dem Gymnasium

Karolinum in Bernburg einen Projektpartner:

Bei „Steps to work“ geht es um praxisnahe Berufs- und

Studienorientierung in wirtschaftswissenschaftlichen

und technischen Berufsfeldern. Das Werk Werra kooperiert

mit der Jacob-Grimm-Schule in Rotenburg und

vergibt Praktika für naturwissenschaftlich besonders

begabte Schüler (siehe hierzu auch „K+S fördert MINT“,

Seite 88).


98 6.9 Personalentwicklung

6.9 Personalentwicklung

Unsere systematische und bedarfsorientierte Personalentwicklung

hat zum Ziel, Fach- und Führungspositionen

vorrangig aus den eigenen Reihen zu besetzen. Im

regelmäßigen Turnus treffen sich die Personalkommissionen,

um eine gruppenweite und geschäftsbereichsübergreifende

Nachfolgeplanung für das In- und Ausland

sicherzustellen und die hierfür erforderlichen Personalentwicklungsmaßnahmen

frühzeitig einzuleiten.

Für das Jahr 2013 haben wir uns die gezielte Weiterentwicklung

unseres Talent Managements vorgenommen.

Der Aufwand für die Personalentwicklung in Deutschland

belief sich auf rund 14,9 Mio. € und ist damit um 12 %

gestiegen (2011: 13,3 Mio. €). Davon entfielen 11,2 Mio. €

auf Weiterbildungs- (2011: 9,6 Mio. €) und 3,4 Mio. € auf

Fortbildungsmaßnahmen (2011: 3,5 Mio. €). Für das Personalmarketing

haben wir 0,3 Mio. € (2011: 0,2 Mio. €)

ausgegeben.

Entsendung an ausländische

Standorte

Durch Versetzung von Mitarbeitern zu ausländischen

Gruppengesellschaften fördern wir die Zusammenarbeit

in der K+S Gruppe. So gewährleisten wir den Knowhow-Transfer

und stärken die fachliche und interkulturelle

Kompetenz unserer Mitarbeiter. Zum 31. Dezember

2012 waren 68 Expatriates (2011: 45) in 14 Länder

entsandt. Die gestiegene Anzahl ist vor allem auf Versetzungen

nach Kanada für das Legacy Projekt (siehe

Seite 25) zurückzuführen.

Natürlich streben wir an, dass Entsendungen nicht nur

aus Deutschland heraus erfolgen, sondern dass Mitarbeiter

unserer ausländischen Gruppengesellschaften

auch für eine gewisse Zeit an einem unserer deutschen

Standorte tätig sind.

Nachwuchsförderung

Trainee-Programme

Seit dem Jahr 2009 haben wir Schritt für Schritt unsere

Trainee-Programme in Deutschland ausgebaut und vergeben

mittlerweile pro Jahr circa 20 Plätze, vor allem im

technischen Bereich. Bereits während der Trainee-Zeit

werden nach Möglichkeit Auslandseinsätze eingeplant.

Diese Programme unterstützen unsere systematische

Nachfolgeplanung und bereiten unseren akademischen

Nachwuchs optimal auf seine Tätigkeitsfelder vor.

/ Weitere Informationen unter

www.k-plus-s.com/de/perspektiven-und-einstieg/studenten

Stipendien und Praktika

In Deutschland nutzen rund 300 junge Menschen jedes

Jahr die Möglichkeit, unser Unternehmen durch ein

Praktikum oder im Rahmen einer Bachelor- bzw. Masterarbeit

kennen zu lernen. Wir besetzen grundsätzlich

keine Vollzeitstellen mit Praktikanten und „vertrösten“

keinen Hochschulabsolventen, der sich auf eine feste

Stelle beworben hat, mit einem Praktikum. Unsere Praktika

dienen zur beruflichen Orientierung während der

Ausbildungsphase. Daher führen wir das Gütesiegel der

Initiative „Fair Company“ des Job- und Wirtschaftsmagazins

Junge Karriere.

/ Weitere Informationen unter

www.karriere.de/beruf/fair-company/

Morton Salt bietet insbesondere für angehende Ingenieure

je nach Standort unterschiedliche bezahlte Praktika

an. Haben sich die Studenten bewährt, besteht die

Chance, nach Studienabschluss einen festen Arbeitsplatz

zu erhalten.

Fort- und Weiterbildung

Gute Perspektiven für gewerbliche

Mitarbeiter

Ausgewählten Mitarbeitern aus technischen, bergmännischen

und Produktionsbereichen ermöglichen wir

eine Fortbildung zum Techniker oder eine darauf aufbauende

Qualifizierung mit der Perspektive einer Führungslaufbahn.

Unser Hauptpartner in Deutschland

ist die Fachschule für Wirtschaft und Technik (FWT) in

Clausthal-Zellerfeld. Derzeit absolvieren dort 80 Mitarbeiter

das zweite Jahr ihrer Technikerausbildung. Weitere

neun Mitarbeiter qualifizierten sich zum Ingenieur.

Außerdem vergeben wir an unsere Mitarbeiter Stipendien

für Vollzeit-Bachelor- oder -Masterstudiengänge.

Notwendige Praktika oder Werkstudententätigkeiten

können diese Mitarbeiter auf unseren Standorten

absolvieren; die Betriebszugehörigkeit bleibt über

die gesamte Studiendauer erhalten. Die Anzahl der Sti-


Soziales

6.9 personalentwicklung / 6.10 austausch von Wissen und Erfahrung

99

pendien richtet sich nach dem Bedarf des Unternehmens.

Zurzeit absolvieren 15 Mitarbeiter ein „K+S StudiumPlus“.

Morton Salt erstattet Mitarbeitern die Studiengebühren,

die sich ihrem Berufsbild entsprechend an

einer durch das Unternehmen anerkannten Universität

fortbilden.

Diese Programme stellen für uns eine zusätzliche Möglichkeit

dar, den steigenden Bedarf an Fach- und Führungskräften

im technischen Bereich zu decken und bieten

Mitarbeitern die Chance, ihr Potenzial zu entfalten.

rend des gesamten Berufslebens zu erweitern. Im vergangenen

Jahr waren beispielsweise mehr als 47 % der

Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen in Deutschland

über 40 Jahre alt.

Während sich die Mitarbeiter in Deutschland und in

Südamerika meist in Präsenzschulungen weiterbilden,

findet in den USA und Kanada aufgrund der großen

Anzahl an Standorten sowie der geografischen Gegebenheiten

ein Großteil der Schulungen online statt. Die

virtuelle „Morton University“ bietet die Möglichkeit,

eine Weiterbildungsmaßnahme online zu einem für den

Mitarbeiter günstigen Zeitpunkt zu absolvieren.

K+S für „Bestes Ideenmanagement 2012

ausgezeichnet

Der führende Dienstleister auf dem Gebiet des Ideen- und

Innovationsmanagements, das Zentrum Ideenmanagement

(ZI), hat K+S während seiner Jahreskonferenz im März 2012

den Preis „Bestes Ideenmanagement 2012“ in der Kategorie

7.500 bis 15.000 Mitarbeiter und Branche Chemie/Kautschuk

verliehen. Eine Jury von Wissenschaftlern hatte das Ideenmanagement

bei K+S anhand von fünf Kriterien (Strategie und

Akzeptanz; Ziele und Marketing; Prozess, Organisation und

Qualität; Anerkennung und Wertschätzung; Kennzahlen und

Reports) bewertet.

Breites Weiterbildungsangebot

In Jahres- oder Mitarbeitergesprächen ermitteln Mitarbeiter

und Vorgesetzte gemeinsam den Weiterbildungsbedarf.

K+S bietet neben gesetzlich vorgeschriebenen

Weiterbildungsmaßnahmen auch fachspezifische, fachübergreifende,

IT- und Sprachschulungen sowie spezielle

Seminarreihen für Führungskräfte an. Unmittelbare

Unterstützung bei neuen und komplexen Aufgabenstellungen

erhalten die Mitarbeiter durch begleitende Bildungsmaßnahmen.

Um die mit der wachsenden Internationalisierung des

Unternehmens verbundenen Herausforderungen weiterhin

erfolgreich meistern zu können, bauen wir auch

die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen

gezielt aus.

Wir fördern nicht nur den Nachwuchs, sondern auch

unsere erfahrenen Mitarbeiter, um ihr Know-how wäh-

Im Jahr 2012 haben unsere Mitarbeiter in Deutschland

8.646 Weiterbildungsmaßnahmen absolviert

(2011: 11.000). Damit lag die durchschnittliche Anzahl

an Trainingsstunden pro Jahr und Mitarbeiter bei 11,6

Stunden.

6.10 aUstausch von Wissen und

Erfahrung

Mit unserem Ideenmanagement/Kontinuierlichen

Verbesserungsprozess (KVP) verbessern wir die Qualität

und Rentabilität unserer Prozesse und Produkte

unter Beteiligung aller Mitarbeiter. Dabei fördern und

fordern unsere Führungskräfte ihre Mitarbeiter sowohl

individuell als auch in Teamarbeit. Wir schärfen auf

diese Weise das Bewusstsein für unternehmensspezifisch

wichtige Erkenntnisse und Notwendigkeiten.

Außerdem wollen wir damit das im Unternehmen

existierende Wissen noch besser erfassen, nutzen und

sichern.

Anzahl der Ideen auf hohem Niveau

eingependelt

Im Jahr 2012 verzeichneten wir bei den eingereichten

Ideen eine Konsolidierung auf dem Spitzenniveau des

Vorjahres. Mit 16.688 Vorschlägen (Vorjahr: 17.362) wurde

der Wert aus dem Jahr 2011 leicht unterschritten. Die

Beteiligungsquote – Indikator für die Akzeptanz und

Durchdringung des Ideenmanagements im Unternehmen

– konnte auf ein Rekordniveau von 60 % gesteigert

werden. 5.900 Mitarbeiter haben sich beteiligt –

200 mehr als im Vorjahr. Die Umsetzungsquote, ein

wichtiger Indikator für die Qualität der Vorschläge, war

mit 60 % erneut sehr hoch. Der im Jahr 2012 generierte


100

6.10 austausch von Wissen und Erfahrung / 6.11 mitbestimmung

2012 1

2011 1

2010 1

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

Anzahl Vorschläge und ideen ABB: 6.10.1

Wirtschaftlichkeitseffekt betrug 4,1 Mio. € (Vorjahr:

5,0 Mio. €). / abB: 6.10.1

Internationalisierung des

Ideenmanagements

2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 16.000 18.000 20.000

5.165

1 Die Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftstätigkeiten der K+S Gruppe.

Im Jahr 2013 werden wir unter Berücksichtigung landesspezifischer

und kultureller Aspekte unser Ideenmanagement

auch bei Morton Salt einführen. Hierzu

wurde ein mit deutschen und amerikanischen Mitarbeitern

besetztes Projektteam ins Leben gerufen. Da

9.162

9.478

8.590

10.574

10.814

12.874

Morton Salt im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit

bereits über gut eingeführte Prozesse mit Mitarbeiterbeteiligung

verfügt, sollen diese auch für das

Ideenmanagement genutzt werden.

6.11 Mitbestimmung

16.688

17.362

16.519

Mitbestimmung heißt für uns, die Mitarbeitervertretungen

in wesentliche Entscheidungen rechtzeitig einzubeziehen.

Wir sind davon überzeugt, dass informierte

Mitarbeiter besser motiviert und eher bereit sind, auch

schwierige Entscheidungen mitzutragen, und dass folglich

deren Umsetzung schneller und vor allem effizienter

erfolgt. Mitbestimmung fördert und fordert die

Übernahme von Verantwortung, und zwar nicht mit

einer kurzfristigen, sondern mit einer mittel- und langfristigen

Perspektive.

Organisationsgrad unserer

Mitarbeiter

Die Träger der betrieblichen Mitbestimmung bei K+S in

Deutschland sind 15 gewählte Betriebsräte mit insgesamt

149 Mitgliedern. Oberstes Gremium der Arbeitnehmervertretungen

ist der Gesamtbetriebsrat, der von vier

Unternehmensausschüssen und acht themenbezogenen

Ausschüssen unterstützt wird. Die Beziehung zwischen

K+S und den Betriebsräten sowie der Industriegewerkschaft

Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

ist durch eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit

geprägt. Circa 85 % unserer Mitarbeiter in

Deutschland sind gewerkschaftlich organisiert.

Auch an unseren Standorten außerhalb Deutschlands

haben die Arbeitnehmervertreter Konsultations-, Informations-

und Beratungsrechte in wirtschaftlichen und

organisatorischen Angelegenheiten sowie Mitbestimmungsrechte

in sozialen Belangen. In Chile tritt eine

große Anzahl von kleinen Gewerkschaften als Verhandlungsgemeinschaft

gegenüber dem Unternehmen auf.

Circa 50 % unserer chilenischen Mitarbeiter sind gewerkschaftlich

organisiert. Die Mitarbeiter von Morton Salt

werden von neun verschiedenen Gewerkschaften mit

Sitz in den USA, in Kanada und auf den Bahamas vertreten.

Rund zwei Drittel der Mitarbeiter sind gewerkschaftlich

organisiert.


Soziales

6.12 Lieferkette

101

6.12 Lieferkette

Die Beziehungen zu unseren Dienstleistern sind von

einem offenen und fairen Miteinander geprägt. Wir

wählen unsere Lieferanten und Transportdienstleister

nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien aus, sondern

erwarten, dass sie die Menschenrechte und die international

anerkannten Arbeitsstandards nach den Kernarbeitsnormen

der ILO (International Labor Organisation)

beachten. Wir beziehen soweit wie möglich

alle Partner in der Lieferkette in einen systematischen,

IT-gestützten Auswahlprozess ein.

Transparente elektronische

AuSSchreibungen

Frühzeitig haben wir erkannt, dass die Beschaffung via

Internet das Einkaufsgeschäft in großem Umfang mitgestalten

wird; bereits vor mehr als zehn Jahren haben wir

erste elektronische Einkaufsprozesse aufgebaut. Heute

werden in Europa auch Transportdienstleistungen für

Binnenschiff und LKW in einem transparenten Verfahren

online ausgeschrieben.

Unsere Einkaufsleitlinien, die allgemeinen Transportbedingungen

sowie weitere wichtige Informationen für

unsere Lieferanten und interessierte Anbieter haben

wir auf unserem Beschaffungsportal sowie auf unserem

Logistikportal veröffentlicht. Mit vergleichbaren Prozessen

wollen wir zukünftig auch in Nord- und Südamerika

arbeiten.

/ www.emaks.de / https://scm.k-plus-s.com

Systematische Auswahlprozesse

Lieferanten

Unser Beurteilungssystem für Lieferanten ist transparent,

weltweit nutzbar und eine wichtige Entscheidungsgrundlage,

auf der wir langfristige und risikoarme

Partnerschaften aufbauen. Anhand definierter Kriterien

beurteilen wir den gesamten Beschaffungsprozess

von der Anfrage über die Lieferung der Leistung bis zur

Abrechnung. Im System werden außerdem Qualitätsund

Umweltstandards (Produktqualität, Etikettierung/

Kennzeichnung, Umweltschutz bei Erstellung/Transport)

sowie Sicherheitsstandards (technische Ausrüstung,

Schutz- und Arbeitskleidung, Arbeitssicherheit am

Arbeitsplatz) der Lieferanten bewertet.

Ergänzt wird diese Beurteilung durch die Selbsteinschätzung,

die jeder neue Lieferant abzugeben hat – sie dient

auch der Sensibilisierung für unsere Standards.

Sollte es zu einer Negativbeurteilung kommen, werden

die unternehmensinternen Beteiligten in der Lieferkette

sofort benachrichtigt. So können wir rechtzeitig Maßnahmen

einleiten bzw. gegebenenfalls bestehende Verträge

kündigen.

Bei der Vergabe von Aufträgen können wir uns nicht

ausschließlich auf regionale Anbieter beschränken. Aufgrund

logistischer Vorteile sowie der genauen Kenntnisse

unserer Anforderungen und Anlagen können sich

allerdings regionale Anbieter, mit denen wir über Jahre

partnerschaftlich zusammenarbeiten, im Wettbewerb

mit größeren überregionalen Anbietern gut behaupten.

99 % unserer Vertragspartner stammen aus OECD-Staaten

(Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung).

AuDITIeruNG von strATeGISCHen LieferANTen

Rund 4% unserer Lieferanten sind als strategisch wichtig

eingestuft und werden von uns regelmäßig auditiert.

Rund 30 % unseres Einkaufsvolumens haben wir

im Jahr 2011 über diese Lieferanten abgewickelt. Eine

Leistung (Ware oder Dienstleistung) gilt bei uns als strategisch

wichtig, wenn sie für den Wertschöpfungsprozess

wesentlich ist und gleichzeitig nur von wenigen

Anbietern erbracht werden kann.

EntwickluNGSparTNerSCHAFTen

Mit einigen Lieferanten, vor allem aus dem Spezialmaschinenbau,

unterhalten wir Entwicklungspartnerschaften.

Beispielsweise entwickeln wir die Fahrlader für den

Untertage-Betrieb gemeinsam mit GHH Fahrzeuge

GmbH, die Bohrwagen mit der HERBST SMAG MINING

TECHNOLOGIES GmbH und die Spezialmaschinen für

die Infrastruktur unter Tage mit der BAT Bohr- und

Anlagentechnik GmbH stetig weiter, um sie veränderten

Lagerstättenverhältnissen anzupassen.

EinkauFSVOLumen

Der Kali- und Steinsalzbergbau zeichnet sich durch eine

sehr hohe Wertschöpfungstiefe aus. Wir bereiten die

von uns geförderten natürlichen Rohstoffe mit verschiedenen

mehrstufigen Trennverfahren zu einer breiten

Palette von Produkten auf. Stoffe, die in unsere Produktion

bzw. in unsere Produkte eingehen, stellen daher nur

einen geringen Anteil des Einkaufsvolumens. K+S hat


102 6.12 Lieferkette

ger bestmöglich unter Nutzung ihrer individuellen Vorteile

aus. Davon profitieren nicht nur wir als Auftraggeim

Jahr 2012 bei rund 6.000 Lieferanten Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe, technische Güter sowie Dienstleistungen

für rund 373,9 Mio. € eingekauft.

Logistikdienstleister

Die langfristige Frachtraumsicherung hat für K+S strategische

Bedeutung. Ein großer Anteil unseres internationalen

Transportvolumens wird von Dienstleistern befördert,

mit denen wir langjährige Partnerschaften unterhalten.

Globale ErFASSuNG

Wir haben unser Konzept zur systematischen Dienstleisterbewertung

überarbeitet. Die Ergebnisse aller

dezentralen Dienstleisterbewertungen werden global

erfasst, ausgewertet und kategorisiert. So können

Leistungs- und Kooperationsfähigkeit unserer Partner

kontinuierlich bewertet werden. In 2012 wurden über

90 % unserer Produkte von Dienstleistern befördert, die

den zwei höchsten Qualitätsstufen zuzuordnen sind.

Die ständige Messung der Güte der erbrachten Dienstleistungen

dient dem Erhalt bzw. der Verbesserung der

Zufriedenheit unserer Kunden.

GLOBALe LeISTuNGSKeNNZAHLen

Unsere definierten globalen Leistungskennzahlen (KPIs)

sind sowohl auf die Überwachung der Kosten als auch

auf die permanente Verbesserung unserer weltweiten

logistischen Systeme ausgerichtet. Hier sind logistische

Themengebiete in globale KPIs überführt worden,

anhand derer sich die Leistungsfähigkeit unserer Systeme

messen und deren permanente Weiterentwicklung

sich auch im Sinne der optimalen Auslastung der

Verkehrsträger steuern lässt. Sie dienen ebenso als Frühwarnsysteme,

um Trends und Entwicklungen logistischer

Märkte und Verkehrsträger zu erkennen. Die Kennzahlen

dienen als Arbeitsgrundlage für die regelmäßigen

Best Practice-Workshops mit unseren weltweiten

Supply Chain- und Logistikeinheiten.

TrANSporTVOLumen

Die K+S Gruppe hat im Jahr 2012 ein Transportvolumen

von 46,8 Mio. t bewegt. Wir lasten alle Verkehrsträ-

Transportmengen nach Verkehrsträgern ABB: 6.12.1

in Mio. t

LKW

Seeschiff

Binnenschiff

Bahn

Pipeline

Summe

2012 2011

1,0

1,0

2,6

3,7

10 20 30 40 50 60 70

7,9

8,3

13,9

16,7

21,4

26,7

Transportunfälle 2012 nach bereichen TAB: 6.12.1

46,8

56,4

Anzahl Personenschaden Umweltschaden

Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte 0 — —

Geschäftsbereich Salz

esco 0 — —

SPL 14 8 2

Morton 1 0 0

Ergänzende Aktivitäten 0 — —


Soziales

6.12 Lieferkette / 6.13 Gesellschaftliches engagement

103

ber, sondern gleichermaßen auch unsere Kunden sowie

unsere Partner aus der Logistikbranche.

/ abB: 6.12.1 / taB: 6.12.1

Soweit möglich, verlagern wir unsere Transporte von

der Straße auf die umweltfreundlicheren Schienen- und

Wasserwege. Beispielhaft seien hier die erfolgreichen

Logistikkonzepte „Baltic Train“ (Schiene), Werra Kombi

Terminal (Schiene) sowie „Börde Container Feeder“ (Binnenschiff)

genannt. Wir unterstützen auch die Arbeit

des „Shortsea Promotion Centers“, eine öffentlich-private

Partnerinstitution, die wesentlich vom Bundesverkehrsministerium

unterstützt wird und die verstärkte Nutzung

der Wasserstraßen fördert.

6.13 Gesellschaftliches

engagement

Wir leben in guter Nachbarschaft mit den Standortgemeinden

und wollen einen positiven Beitrag zur

gesellschaftlichen Entwicklung im Umfeld leisten.

Spenden und Sponsoring

Gemäß unseren Richtlinien spenden wir für wissenschaftliche,

mildtätige und gemeinnützige Zwecke in

Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und den

internen Bestimmungen. Spenden an politische Parteien

sowie ihnen nahestehende oder zugehörige Organisationen

oder Personen werden von uns nicht geleistet. Das

Anbieten und Gewähren von Geldbeträgen im Zusam-

menhang mit geschäftlichen oder behördlichen Entscheidungen

ist bei uns verboten. Auch sind unsere Mitarbeiter

angehalten, private Interessen strikt von denen des

Unternehmens zu trennen. Im Jahr 2012 hat K+S 938.000 €

gespendet.

Wir legen Wert darauf, dass unsere dafür zur Verfügung

gestellten Mittel effizient sowie zielgerichtet eingesetzt

werden, und treffen genaue Absprachen mit den Projektverantwortlichen.

Schwerpunkte unseres Engagements

sind die Bereiche Sport, Soziales, Kunst und Kultur

sowie Wissenschaft. Ausgewählte Projekte 2012:

Jugendsportförderung

+ + K+S ist ein engagierter Förderer des Jugendsports.

Wir rüsten den Nachwuchs in den Sportvereinen im

Umfeld unserer Standorte mit Sportbekleidung aus –

ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit von K+S mit

den Gemeinden, aus denen unsere Mitarbeiter stammen.

Im Jahr 2012 haben wir 33 Jugendmannschaften

in Deutschland unterstützt.

Kulturförderung

+ + K+S KALI unterhält seit dem Jahr 2009 eine Kulturpartnerschaft

mit den Bad Hersfelder Festspielen.

Außerdem wird das Kalimuseum im hessischen

Heringen gefördert, das eine Zeitreise durch mehr

als 100 Jahre Kalibergbau im Werratal bietet.

+ + Morton Salt leistet einen Beitrag zum Erhalt

des nach dem Unternehmensgründer benannten

Morton Arboretums, eines der bekanntesten Freilichtmuseen

für Bäume. Das 690 ha große Areal in

der Nähe von Chicago ist Heimat für mehr als 4.200

Arten von Bäumen und Sträuchern.

+ + Weiterhin hat K+S die Documenta, das Sommertheater

im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe, das Technik

Museum Kassel, die „Kasseler Musiktage“ sowie den

Kulturpreis Deutsche Sprache unterstützt.

Soziales

+ + K+S und Morton Salt unterstützen Tafelorganisationen,

die qualitativ einwandfreie, im Wirtschaftskreislauf

jedoch nicht mehr verwendete Lebensmittel

an Bedürftige verteilen.

+ + Morton Salt engagiert sich bei „United Way“, einer

Organisation, die sozial schwache Familien im Großraum

Chicago u. a. bei Kindererziehung, Gesundheitsvorsorge

und Arbeitsplatzsuche unterstützt.

+ + K+S Potash Canada unterstützt verschiedene

Institu tionen und Projekte der kanadischen Ureinwohner

im Standortumfeld, beispielsweise eine

Dialyse ein richtung.

Wissenschaft

+ + K+S Potash Canada fördert das International Minerals

Innovation Institute Saskatchewan sowie das

Saskatchewan Institute of Applied Science and Technology.

Beide Einrichtungen haben sich auf die Ausund

Weiterbildung sowie Forschung im Bergbaubereich

spezialisiert.

+ + Außerdem hat K+S die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

(acatech), das Wittenberg-Zentrum

für Globale Ethik sowie den Stifterverband für

die Deutsche Wissenschaft unterstützt.


104 Weitere INFORMATIONEN

WEITERE INFORMATIONEN

GRI-Element Erläuterung seite

GRI-Richtlinien

Die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) sind ein international anerkannter Leitfaden

für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie schlagen Berichterstattungsprinzipien und

spezifische Inhalte vor, mit dem Ziel, die Vergleichbarkeit von Unternehmensberichten zu

erhöhen und die Qualität und Detailgenauigkeit der Berichte zu verbessern. Zwar sind diese

Richtlinien auf alle Unternehmen anwendbar, können aber nicht den spezifischen Anforderungen

einzelner Wirtschaftszweige wie auch denen der Düngemittel- und Salzindustrie

Rechnung tragen. Daher haben wir uns so weit wie möglich an den Richtlinien orientiert,

jedoch darüber hinaus auch speziell für die K+S Gruppe relevante Aspekte in die Berichterstattung

einbezogen. Den Erfüllungsgrad der GRI-Richtlinien schätzen wir selbst mit (B) ein.

GRI-Element Erläuterung seite

1. Vision und Strategie

1.1 Stellungnahme des Vorstands Vorwort 1

(Brief)

1.2 Chancen, Risiken und Einflüsse Materialitätsanalyse 12

2. Organisationsprofil

2.1 Name der bericht erstattenden K+S Aktiengesellschaft

Organisation

2.2 Bedeutende Produkte und

Die K+S Gruppe 25

Dienstleistungen

2.3 Betriebsstruktur der Organisation Aktiengesellschaft

2.4 Sitz der Unternehmensleitung Kassel, Deutschland

2.5 Länder, in denen das

Unsere Standorte 34

Unternehmen vertreten ist

2.6 Art der Eigentumsstrukturen Die K+S-Aktie 61

2.7 Art der bedienten Märkte Die K+S Gruppe 25

2.8 Umfang der berichterstattenden

Organisation

2.9 Wesentliche Änderungen im

Vergleich zum letzten Bericht

2.10 Im Berichtszeitraum erhaltene

Preise/Auszeichnungen

Anzahl der Mitarbeiter: 14.362

Erstellte Produkte: 26,5 Mio. t

Umsatz: 3.935,3 Mio. €

Kapitalisierung:

3.477,3 Mio. € Eigenkapital

2.514,3 Mio. € Langfristiges Fremdkapital

647,4 Mio. € Kurzfristiges Fremdkapital

Nach der Veräußerung der K+S Nitrogen im Juli 2012

wird diese gemäß IFRS als „nicht fortgeführte

Geschäftstätigkeit“ ausgewiesen. Die Daten des

Jahres 2011 wurden entsprechend angepasst.

Auszeichnungen für IR-Arbeit siehe Finanzbericht Seite 27.

Auszeichnung für Arbeitssicherheit

Auszeichnung für Ideenmanagement

3. Berichtsabgrenzung

Berichtsprofil

3.1 Berichtszeitraum Das Jahr 2012

3.2 Datum des letzten Berichts März 2012

3.3 Reporting Cycle jährlich

3.4 Ansprechpartner Impressum

Umfang des Berichts

3.5 Vorgehen bei der Entscheidung Wir orientieren uns an den GRI-Richtlinien.

für die Berichtsinhalte

3.6 Grenzen des Berichts Gruppenweite Berichterstattung

3.7 Angaben, falls der Bericht nicht alle

Unternehmensaktivitäten erfasst

3.8 Vergleichbarkeit der Berichterstattung

zum Vorjahr

Nur konsolidierte Gesellschaften werden

in der Berichterstattung erfasst.

Nach der Veräußerung der K+S Nitrogen im Juli 2012

wird diese gemäß IFRS als „nicht fortgeführte

Geschäftstätigkeit“ ausgewiesen. Die Daten des

Jahres 2011 wurden entsprechend angepasst.

3.9 Methoden der Datenerhebung Neben den aktuellen Kennzahlen bieten wir in der

Regel den Vergleich zum Vorjahr. In der Umwelt -

berichterstattung decken wir einen Zeitraum von fünf

Jahren ab.

3.10 Veränderte Darstellung eines Keine Änderung eines Sachverhalts

Sachverhalts im Vergleich

zum letzten Bericht

3.11 Abweichungen von in früheren

Jahren verwendeten Messverfahren,

Berichtsabgrenzungen usw.

Keine Abweichungen


Weitere INFORMATIONEN

105

GRI-Element Erläuterung seite

GRI-Element Erläuterung seite

GRI Index

3.12 Tabellarische Auflistung

der GRI-Kriterien

Externe Prüfung

GRI-Richtlinien

3.13 Externe Verifizierung des Berichts Der Bericht ist nicht von dritter Seite geprüft worden.

4. Governance-Strukturen, Verpflichtungen und Engagements

Governance

4.1 Governance-Strukturen

innerhalb der Organisation

4.2 Angabe, ob der Vorstandsvorsitzende

Position im operativen

Management innehat

4.3 Unabhängige Mitglieder des

höchsten Führungsgremiums

4.4 Mechanismen für Aktionäre,

dem Vorstand/Aufsichtsrat

Empfehlungen zu übermitteln

4.5 Beziehungen zwischen Vorstandsboni

und und Zielerfüllung

4.6 Mechanismen, damit Interessenskonflikte

in Vorstand/

Aufsichtsrat vermieden werden

4.7 Verfahren zur Bestimmung der Exper -

tise von Vorständen/Aufsichtsräten

bei der Formulierung der Unter -

nehmensstrategie

4.8 Mission Statement und

Code of Conduct

4.9 Überwachung der nachhaltigen

Unternehmensleistung und

Identifizierung und Überwachung

von Risiken und Chancen

Siehe Finanzbericht, Corporate Governance, Seite 33.

Siehe Finanzbericht, Corporate Governance, Seite 33.

Für K+S nicht zutreffend (keine „Unitary board structure“)

Die Mitarbeiter unserer Investor Relations stehen für alle

Aktionärsanfragen stets zur Verfügung. Institutionelle

Investoren können sich auch im persönlichen Gespräch

mit dem Vorstand informieren. Auf der Hauptversamm -

lung entscheiden die Aktionäre durch die Ausübung ihres

Stimmrechts über grundlegende Angelegenheiten der

K+S Aktiengesellschaft. Jeder Aktionär kann hierzu Anfragen

und Anträge einbringen.

Siehe Finanzbericht, Corporate Governance, Seite 33.

Siehe Finanzbericht, Corporate Governance, Seite 33.

Keine Angaben

Vision/Mission

Grundwerte und Verhaltenskodex unter

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

Nachhaltigkeitsmanagement

Materialitätsanalyse

Chancen- und Risikomanagement

15

12

16

4.10 Beurteilung der Leistung von Vor -

stand/Aufsichtsrat hinsichtlich

ökonomischer, ökologischer und

sozialer Leistung

Verpflichtungen (externe Initiativen)

4.11 Identifizierung und Überwachung

von Risiken und

Chancen (Vorsorgeprinzip)

4.12 Freiwillige Vereinbarungen,

Prinzipien oder Initiativen

4.13 Mitgliedschaft in Industrievereinigungen

und Verbänden

Einbindung von Stakeholdern

Siehe Finanzbericht, Corporate-Governance Seite 33.

Materialitätsanalyse

Chancen- und Risikomanagement

Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz

Fair Company

Charta der Vielfalt

www.k-plus-s.com/de/gesellschaft /

mitgliedschaften.html

4.14 Liste der Stakeholder Stakeholderdialoge 18

4.15 Grundlagen zur Identifikation und Stakeholderdialoge 18

Auswahl bedeutender Stakeholder

4.16 Ansätze für Stakeholderkonsultationen

Stakeholderdialoge 18

4.17 Art der durch Stakeholderkonsultationen

generierten

Informationen und die Reaktion

des Unternehmens darauf

Stakeholderdialoge

Produktverantwortung

5. Leistungsindikatoren (Kernindikatoren)

Ökonomische Leistungsindikatoren

Wirtschaftliche Leistung

EC 1 Erwirtschafteter und verteilter Wert Wertschöpfung 60

EC 2 Ökonomische Auswirkungen, Risiken Materialitätsanalyse 12

und Chancen des Klimawandels

EC 3 Pensionsrückstellungen/

Altersvorsorge

Personalaufwand

Betriebliche Altersvorsorge

89

95

EC 4

Subventionen oder andere

finanzielle Unterstützung

durch die Regierung

K+S erhält keine Subventionen. Bund und Länder

vergeben allerdings Investitionsfördermittel an K+S.

12

16

70

98

87

18

43


106 Weitere INFORMATIONEN

GRI-Element Erläuterung seite

GRI-Element Erläuterung seite

Marktpräsenz

EC 6 Spendenpraxis an lokale Zulieferer Spenden und Sponsoring 103

EC 7 Vorgehen bei der Einstellung Keine Angabe

lokaler Arbeitskräfte und

lokaler Führungskräfteanteil bei

wichtigen Tochtergesellschaften

Indirekte ökonomische

Auswirkungen

EC 8 Infrastruktur-Investitionen Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz 70

Ökologische Leistungsindikatoren

Materialverbrauch

EN 1 Materialverbrauch Materialverbrauch 77

EN 2 Anteil recyceltes Material am Recycelte Materialien 78

gesamten Materialverbrauch

Energieverbrauch

EN 3 Direkter Energieverbrauch

Energieverbrauch 78

nach Energiequellen

EN 4 Indirekter Energieverbrauch

Energieverbrauch 78

nach Energiequellen

Wasserverbrauch

EN 8 Wasserverbrauch nach Herkunft Wassereinsatz 79

Biodiversität

EN 13 Geschützte oder wieder-

Rekultivierung und Naturschutz 75

hergestellte Lebensräume

Emissionen, Abwässer und Abfälle

EN 16 Direkte und indirekte Emissionen

von klimarelevanten Gasen

EN 17 Weitere indirekte Emissionen

von klimarelevanten Gasen

EN 20 NOx /SOx und andere

Luftemissionen

N2O, FCKW und SF6 werden nicht emittiert.

Indirekte Emissionen werden nicht berichtet.

Zu den CO2-Emissionen siehe

Emissionen

Emissionshandel

Indirekte Emissionen werden nicht berichtet.

N2O, FCKW und SF6 werden nicht emittiert.

Emissionen 78

EN 21 Abwassereinleitungen Abwässer 79

EN 22 Abfallmengen Abfälle 80

EN 23 Freisetzungen von Chemikalien,

Ölen, Kraftstoffen

Produkte und Dienstleistungen

EN 26 Initiativen, um umweltrelevante

Auswirkungen von Produkten und

Dienstleistungen zu mildern

Es gab weder Produktions- noch Verkehrsunfälle, bei denen

Chemikalien, Öle oder Kraftstoffe freigesetzt wurden.

Produktverantwortung 43

78

74

EN 27 Am Ende ihres Produktlebens im

Kreislauf rückführbare Produkte

Compliance

EN 28 Fälle von Strafzahlungen für

Verstöße gegen Umweltrecht

Übersicht (add)

EN 30 Investitionen in den Umweltschutz

und Betriebskosten für den

Umweltschutz nach Art

Gesellschaftliche/soziale

Leistungsindikatoren

Arbeitspraxis und Arbeitsqualität

Beschäftigung

LA 1 Belegschaft nach Struktur

und Region

LA 2 Fluktuation nach Altersgruppen,

Geschlecht und Region

Arbeitnehmer/

Management-Beziehungen

LA 4 Prozentsatz der durch

Gewerkschaften vertretenen

Angestellten

LA 5 Kündigungsfristen, Konsultationsund

Verhandlungsverfahren

Arbeitssicherheit und Gesundheit

LA 7 Kennzahlen zu Verletzungen,

arbeitsbedingten Erkrankungen,

verlorenen Arbeitstagen und

Abwesenheit nach Regionen

LA 8 Beratung und Vorsorge für Ange -

stellte und deren Familien bei

schwerwiegenden Krankheiten

Weiterbildung

LA 10 Durchschnittliche Anzahl von

Weiterbildungsstunden pro

Mitarbeiter und Mitarbeiterkategorie

pro Jahr

Unsere Düngemittel und Salzprodukte werden

in der Agrarwirtschaft, der Industrie und in privaten

Haushalten eingesetzt und verbraucht.

Es liegen keine Fälle vor.

Investitionen und Betriebskosten 77

Unsere Mitarbeiter 89

Unsere Mitarbeiter 90

Mitbestimmung 100

K+S richtet sich streng nach den geltenden gesetzlichen

Bestimmungen, die sich aus dem Betriebsverfassungsgesetz

ergeben. Die Führungskräfte werden durch den

Beratungskreis Führungskräfte (BKF), der dem Sprecherausschuss

entspricht, vertreten. Darüber hinaus wer den

die Mitarbeiter durch Publikationen und auf Betriebsversammlungen

informiert. Siehe auch: Mitbestimmung

Betriebsunfälle

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Keine Angaben

100

93

91

Fort- und Weiterbildungen 99


Weitere INFORMATIONEN

107

GRI-Element Erläuterung seite

GRI-Element Erläuterung seite

LA 13

LA 14

HR 1

HR 2

HR 4

HR 5

HR 6

HR 7

SO 1

Gleichstellung /Gleichberechtigung

Zusammensetzung von Vor stand/

Aufsichtsrat /oberem Management

und der Mitarbeiter nach Geschlecht,

Alter, Minderheiten

Verhältnis der Gehälter von männlichen

Arbeitnehmern zu denen

von weiblichen Arbeitnehmern

nach Mitarbeiterkategorien

Menschenrechte

Investitions- und Vorsorgepraxis

Beachtung der Menschenrechte

bei Investitionen

Einhaltung der Menschenrechte bei

Zulieferern und Vertragsnehmern

Antidiskriminierung

Diskriminierende Vorfälle

und erfolgte Maßnahmen

Gewerkschaftsfreiheit

Standorte, an denen die

Gewerkschaftsfreiheit gefährdet ist

Kinderarbeit

Standorte, an denen die Gefahr

von Kinderarbeit besteht, und

ergriffene Gegenmaßnahmen

Standorte, an denen die Gefahr

von Zwangsarbeit besteht, und

ergriffene Gegenmaßnahmen

Gesellschaft

Gemeinschaft

Programme, um Einflüsse von

Projekten/Entscheidungen auf

die Gemeinschaft /Gesellschaft

einzuschätzen und zu managen

Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern,

darunter eine Frau, und ist gemäß dem deutschen

Mitbestimmungsgesetz zu gleichen Teilen mit

Aktionärs- und Arbeitnehmervertretern besetzt.

Der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern.

Siehe auch: Frauenanteil in Führungspositionen

Bei gleichen Tätigkeiten wird entsprechend den

tarifvertraglichen Regelungen gleiches Entgelt bezahlt.

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

verhaltenkodex.html

Lieferkette

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

grundwerte.html

Compliance

Beschwerdestellen AGG

Affirmative Action Program

Mitbestimmung 100

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

verhaltenkodex.html

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

verhaltenkodex.html

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

verhaltenkodex.html

16

87

87

SO 2

SO 3

SO 4

SO 5

SO 7

SO 8

PR 1

PR 3

PR 6

PR9

Korruption

Geschäftsbereiche, die auf

Risiken bezüglich Korruption

überprüft worden sind

Prozentsatz der Belegschaft, die

in der Anti-Korruptionspolitik

geschult ist

Maßnahmen, die in

Korruptionsfällen ergriffen

worden sind

Öffentliche Ordnung

Teilnahme an der Entwicklung der

öffentlichen Ordnung und Lobbying

Fairer Wettbewerb

Eingaben gegen unfairen

Wettbewerb und Monopolbildung

Compliance

Strafzahlungen und Sanktionen

für den Verstoß gegen

Gesetze und Richtlinien

Produktverantwortung

Kundengesundheit und -sicherheit

Untersuchung einzelner Produktlebensphasen

bezüglich Auswirkungen

auf Kundengesundheit

und -sicherheit und Prozentsatz

der untersuchten Produkte

Produktinformationen und -labelling

Produkte und Dienstleistungen,

für die es rechtliche Informationsanforderungen

gibt

Marketing

Grundsätze/ Verfahren für die

Ausrichtung der Marketingkommunikation,

von Werbung

und Sponsoring an gesetzlichen

oder freiwilligen Richtlinien

Compliance

Strafzahlungen für den Verstoß

gegen Gesetze und Richtlinien in

Zusammenhang mit Bereitstellung

und Nutzung der Produkte

Verhaltensgrundsätze

www.k-plus-s.com/de/vision-und-werte/

verhaltenkodex.html

Compliance 16

Compliance 16

Stakeholderdialoge

www.k-plus-s.com/de/gesellschaft /

mitgliedschaften.html

Es liegen keine Fälle vor.

Es liegen keine Fälle vor.

Produktverantwortung 43

Produktverantwortung 43

Spenden und Sponsoring 103

Es liegen keine Fälle vor.

18


108 weitere informationen

Glossar

BuLK Blender

CarNALLIT

DIVIDeNDe

EBIT I

EBIT II

CHLOrALKALI-

ElektrOLyse

Betreiber von Mischdüngeranlagen, in denen verschiedene Nährstoffe

zusammengeführt werden.

Ein Doppelsalz aus Kaliumchlorid und Magnesiumchlorid, benannt

nach Berghauptmann Rudolph von Carnall.

Der Teil des Bilanzgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Die interne Steuerung der K+S Gruppe erfolgt u. a. auf Basis des operativen

Ergebnisses EBIT I.

Nach IFRS werden die Marktwertschwankungen aus Sicherungsgeschäften

in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Das ebit

II beinhaltet sämtliche Ergebnisse aus operativen Sicherungsgeschäften,

d. h. sowohl stichtagsbedingte Bewertungseffekte als auch Ergebnisse

aus realisierten operativen Sicherungsderivaten.

Bei der Chloralkali-Elektrolyse werden durch das Zersetzen des

Grundstoffs Natriumchlorid mit Hilfe von elektrischem Strom Chlor,

Natronlauge und Wasserstoff erzeugt. Alternativ wird durch die Verwendung

von Kaliumchlorid Kalilauge produziert. Die wichtigen

Grundchemikalien Chlor, Natronlauge, Wasserstoff und Kalilauge

bilden die Basis für zahlreiche chemische Produkte.

COMpLIANCe

ESTA®-VerFAHren

FerTIGATION

FLOTATION

Regelkonformität. Bezeichnet die Einhaltung der Gesetze, der unternehmensinternen

Regelungen und Richtlinien sowie der vom Unternehmen

anerkannten regulatorischen Standards. Ein Compliance-

System soll Haftungs-, Straf- und Bußgeldrisiken sowie sonstige

finanzielle Nachteile für das Unternehmen vermeiden und eine positive

Reputation in der Öffentlichkeit sicherstellen.

Ein trockenes Aufbereitungsverfahren, bei dem die einzelnen Elemente

des Rohsalzes unterschiedlich aufgeladen werden und

anschließend mit Hilfe eines Spannungsfelds in Natriumchlorid auf

der einen sowie Kaliumchlorid und Kieserit auf der anderen Seite

getrennt werden. Im Vergleich zu den klassischen, nassen Aufbereitungsverfahren

ist es deutlich günstiger im Energieverbrauch,

und der Anfall von flüssigen Produktionsrückständen ist deutlich

geringer.

Düngung über das Bewässerungssystem (Nährstoffaufnahme über

die Wurzeln).

Produktionsverfahren, das Steinsalz und Kali bzw. Kieserit ohne Wärmezufuhr

aus dem Rohsalz trennt. Das Grundprinzip des Verfahrens

beruht darauf, dass in ein Rohsalzgemisch in einer gesättigten Salzlösung

Luft eingeblasen wird, sodass die Wertstoffe aufschwimmen

und abgeschöpft werden können.


weitere informationen

109

ForTGeführte/

NICHT forTGeführte

geSCHäFTStäTIGKeITen

Freefloat

Greenfield-

ProjeKT

GRI

Am 20. Juni 2011 gab K+S die Veräußerung des COMPO-Geschäfts an

den europäischen Private-Equity-Investor Triton bekannt. Damit

erfüllte das COMPO-Geschäft seit der Berichterstattung über das

zweite Quartal 2011 die Kriterien nach IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene

langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“

und wurde als nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit bilanziert.

Am 2. Juli 2012 erfolgte die Veräußerung des Nitrogen-Geschäfts

an Eurochem. Infolgedessen wird das Nitrogen-Geschäft seit dem

zweiten Quartal 2012 gemäß IFRS ebenfalls als nicht fortgeführte

Geschäftstätigkeit ausgewiesen.

Streubesitz. Anzahl der Aktien, die sich nicht im Eigentum von Großaktionären

befinden, die mehr als 5% der Aktien einer Gesellschaft

besitzen (Ausnahme: Aktien in Besitz von Investmentgesellschaften

und Vermögensverwaltern).

Bezeichnet die Schaffung grundlegend neuer Kapazitäten, inklusive

Infrastrukturinvestitionen. Im Gegensatz dazu gibt es im Kalibergbau

auch Brownfield-Projekte, bei denen ein bestehendes Bergwerk

in seiner Kapazität erweitert wird.

„Global Reporting Initiative“. Weltweit etablierter Standard für die

Nachhaltigkeitsberichterstattung.

HeissverLÖSuNG

IFRS

K2O

KieserIT

KOHLeNDIOxID

(CO2)

KrAFT-Wärme-

KoppluNG

Produktionsverfahren, das auf temperaturabhängigem Löseverhalten

basiert. Während sich Steinsalz in Wasser unabhängig von dessen

Temperatur gleichermaßen gut löst, steigt die Löslichkeit von Kaliumchlorid

mit der Temperatur.

„International Financial Reporting Standard“. Ein Standard für

die Rechnungslegung von Unternehmen, der die Vergleichbarkeit

der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen weltweit

erleichtert.

Kaliumoxid. Eine chemische Recheneinheit zum schnellen Vergleich

des Kaliumgehalts von Düngemitteln, in denen Kalium in verschiedenen

Bindungsformen vorliegt, beispielsweise als Kaliumchlorid,

Kaliumsulfat oder Kaliumnitrat.

Ein mineralischer Bestandteil des Rohsalzes mit den wasserlöslichen

Mineralien Magnesium und Schwefel.

Eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Es entsteht

bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen bzw.

fossilen Energieträgern.

KWK-Anlagen erzielen durch die gleichzeitige Abgabe von Strom

und Wärme einen sehr viel höheren Nutzungsgrad als herkömmliche

Wärmekraftwerke.


110 weitere informationen

PlatteNDOLOMIT

SALZLAGerSTäTTe

SiedeSALZ

SOLe

Eine im Zechstein gebildete poröse, aufnahmefähige Kalksteinschicht

in gut 500 Metern Tiefe.

Ein natürliches Vorkommen von Salzen, bildet sich vor allem durch

Verdunstung von Meerwasser; meist verschiedene Salze enthalten.

Die Herstellung von Siedesalz erfolgt durch Eindampfung gesättigter

Sole, wobei das Natriumchlorid auskristallisiert wird.

Eine wässrige Steinsalzlösung. Natürliche Sole wird durch Anbohrung

unterirdischer Solevorkommen oder durch kontrollierte Bohrlochsolung

gewonnen und auch durch Auflösen von bergmännisch

gewonnenem Steinsalz hergestellt.

SOLuNGSBerGBAu

Steinsalz

VersenkuNG

Solbetrieb, Lösungsbergbau. Er bezeichnet die Gewinnung von lösefähigen

(Salz-) Gesteinen (z. B. Sylvinit oder Steinsalz) durch Einleiten

von Wasser oder (Salz-) Lösungen in Bohrungen, wobei Hohlräume

(Kavernen) entstehen. Die Solungsbergbautechnologie erlaubt –

sofern die Lagerstättengegebenheit ein solches Verfahren zulässt –

gegenüber konventionellen Abbauverfahren eine schnellere Produktionsaufnahme,

eine flexiblere Anfahrtskurve der Produktion sowie

den Abbau tiefer liegender Lagerstätten. Außerdem fällt das Verhältnis

von Rohsalz zu festen sowie flüssigen Produktionsrückständen

günstiger aus.

Natriumchlorid, Kochsalz (NaCl).

Ein Verfahren, um Abwässer im Plattendolomit zu entsorgen.


Weitere INFORMATIONEN 111

Abbildungsverzeichnis

1 NACHHALTIGe uNTerneHMeNSFühruNG

aBB: 1.1.1 Bestandteile der

K+S-Wachstumsstrategie11

aBB: 1.4.1 nachhaltigkeitsmanagement 15

aBB: 1.4.2 Compliance-System 17

aBB: 1.4.3 Organisation Arbeitssicherheit,

Gesundheit, Umweltschutz 18

3 PrODuKTVerANTWOrtuNG

aBB: 3.3.1 Unser Forschungsverbund 45

aBB: 3.4.1 Feldversuche nach Ländern 46

aBB: 3.6.1 Stete Reduzierung der ausgebrachten

Streusalzmengen49

aBB: 3.7.1 Schematische Darstellung einer

Untertage-Deponie51

6 SOZIALes

aBB: 6.1.1 altersstruktur 89

aBB: 6.1.2 Belegschaftsstruktur 89

aBB: 6.10.1 Anzahl Vorschläge und Ideen 100

aBB: 6.12.1 transportmengen nach

Verkehrsträgern102

2 Die K+S Gruppe

aBB: 2.1.1 Produzenten am Weltkalimarkt 25

aBB: 2.1.2 Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte –

Umsatz nach Regionen 26

aBB: 2.1.3 Geschäftsbereich Kali- und

Magnesiumprodukte –

Umsatz nach Produktgruppen 26

aBB: 2.2.1 Die größten Salzanbieter weltweit 28

aBB: 2.2.2 Geschäftsbereich Salz –

Umsatz nach Regionen 30

aBB: 2.2.3 Geschäftsbereich Salz –

Umsatz nach Produktgruppen 30

aBB: 2.3.1 Ergänzende Aktivitäten –

Umsatz nach Regionen 32

aBB: 2.3.2 Ergänzende Aktivitäten –

Umsatz nach Bereichen 32

aBB: 2.4.1 Unsere Standorte in Deutschland 34

aBB: 2.4.2 Unsere Standorte in Europa 35

aBB: 2.4.3 Unsere Standorte in Übersee 36

4 ÖKONOMIe

aBB: 4.2.1 Umsatz nach Bereichen 58

aBB: 4.2.2 Umsatz nach Regionen 58

aBB: 4.3.1 Wertentwicklung der K+S-Aktie

im Vergleich zu DAX, DJ STOXX 600

und MSCI World62

5 ÖKOLOGIe

aBB: 5.1.1 Entsorgung fester/flüssiger

Rückstände70

aBB: 5.2.1 Energieeffizienz im Vergleich 73

aBB: 5.4.1 Spezifischer Energieverbrauch 78

aBB: 5.4.2 Spezifischer Kohlendioxidausstoß 78

aBB: 5.4.3 Spezifischer Wasserverbrauch 79

aBB: 5.4.4 Salzwasserversenkung

und -einleitung 79

aBB: 5.4.5 Spezifische Abfallmengen 80


112 weitere informationen

Tabellenverzeichnis

Stichwortverzeichnis

1 NACHHALTIGe uNTerneHMeNSFühruNG

tab: 1.3.1 Matrix Handlungsfelder 13

2 Die K+S Gruppe

tab: 2.1.1

tab: 2.2.1

tab: 2.2.2

tab: 2.2.3

4 Ökonomie

Hauptprodukte und Anwendungsbereiche

K+S Kali27

esco – European SALT Company

Hauptprodukte und

Anwendungsbereiche31

Sociedad PuNTA de Lobos Hauptprodukte

und Anwendungsbereiche 31

MorTON SALT Hauptprodukte und

Anwendungsbereiche31

tab: 4.2.1 Kennzahlen K+S Gruppe58

tab: 4.2.2 Wertschöpfung Ermittlung 60

tab: 4.2.3 Wertschöpfung Verteilung 60

5 ÖKOLOGIe

tab: 5.2.1 Selbstverpflichtung der Kaliindustrie

(Basisjahr 1990)73

tab: 5.4.1 Investitionen in den Umweltschutz 77

tab: 5.4.2 Betriebskosten für den Umweltschutz 77

tab: 5.4.3 Spezifische Daten 81

tab: 5.4.4 absolute Daten 81

6 SOZIALes

tab: 6.2.1 Mitarbeiter nach Bereichen 89

tab: 6.2.2 Mitarbeiter nach Ländern 90

tab: 6.8.1 ausbildungsquote K+S Deutschland 97

tab: 6.12.1 Transportunfälle 2012 nach Bereichen 102

WeITere INFOrMATIONen

tab: 7.0.1 termine 114

A

AGG87

Affirmative Action Program 87

Aktie61

Aktionärsstruktur62

Altersvorsorge96

Arbeitssicherheit92

Arbeitsunfälle93

Auftausalz 30, 49

Ausbildung97

Ausgleichsmaßnahmen75

B

Belegschaftsaktien95

Berufskrankheiten91

Bevölkerungswachstum12

C

Carbon Disclosure Project 72

Catsan 33, 76

CFK33

CO2-Emissionen 73, 79

Compliance16

D

Demografischer Wandel 14, 88

Diversity87

Dividende62

Düngemittel 26, 46

E

EBIT I59

EBIT II59

Einleitung 70, 79

Emerging Markets 12

Emissionshandel74

Energieeffizienz72

Energiemanagementsystem72


weitere informationen

113

Entsorgung und Recycling 32, 50

esco29

ESTA-Verfahren69

F

Feldversuche46

Fertigation47

Forschung44

Flüssigdüngung47

Frauenquote87

Führungsleitlinien95

G

Geothermie72

Gesundheitsmanagement90

Gewässerschutz69

Gewerbesalz30

Glückskinder94

Greenfield-Projekt25

GRI-Richtlinien104

Grundwerte16

H

Handlungsfelder12

Hochreine Salze 28, 30, 38

I

Ideenmanagement99

Industrieprodukte27

Industriesalz30

INSTITute of Applied Plant Nutrition44

Investitionen60

K

Kali- und Magnesiumprodukte 25

Kaliumchlorid26

Kaliumsulfat27

Kieserit27

Klimaschutz72

Klimawandel14

Know-how-Transfer 7, 47

Konzernergebnis59

Krankenquote90

K+S-ForschuNGSINSTITut44

K+S KALI GmbH25

K+S NITrogen GmbH25

K+S Transport GmbH33

Kundenzufriedenheit43

L

Legacy25

Lieferkette101

Logistik33

M

Maßnahmenpaket Gewässerschutz 70

Materialitätsanalyse12

Megatrends12

MINT87

Mission11

Mitarbeiter88

Mitarbeiterumfrage95

Mitbestimmung100

MorTON SALT29

N

Nachhaltigkeitskomitee15

Nachhaltigkeitsstrategie11

Natriumchlorid48

Naturschutz75

P

Personalaufwand89

pOTASH One11

Produkte 27, 31

Produktionsrückstände69

Q

Qualitätsmanagement17

R

REACH43

Recycling 33, 50

Rekultivierung75

Risikomanagement16

Rohstoffversorgung15

Rückstandshalden75

Runder Tisch 19

S

Salz28

Salzhaltige Abwässer 69

Salzwasserfernleitung71

Solarsalz76

Speisesalz 30, 82

Spenden103

SPL29

Sponsoring103

Stakeholder18

Standorte34

Stickstoffdüngemittel25

T

Transportvolumen102

Transportunfälle102

U

Umbrella Girl29

Umsatz57

Umweltschutz69

Umweltverträglichkeitsstudie Legacy 69

V

Vereinbarkeit Beruf/Familie 94

Vergütungssysteme95

Verhaltenskodex16

Versenkung 69, 79

Vision11

Vorstand4

W

Wassermangel 14, 44

Weiterbildung98

Windsor SALT29

Welternährung12

Wertschöpfung60

Z

Zertifizierungen43


114 finanzkalenDer / kontakt / impressum

FINANZKalenDER

Termine TAB: 7.0.1

2013/2014

Hauptversammlung, Kassel 14. Mai 2013

Quartalsfinanzbericht zum 31. März 2013 14. Mai 2013

Dividendenausschüttung 15. Mai 2013

Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2013 13. August 2013

Quartalsfinanzbericht zum 30. September 2013 14. November 2013

Bericht über den Geschäftsverlauf 2013 13. März 2014

Kontakt

K+S Aktiengesellschaft

Bertha-von-Suttner-Str. 7

34131 Kassel

Tel.: 0561/9301-0

Fax: 0561/9301-1753

Internet: www.k-plus-s.com

Corporate Communications

Tel.: 0561/9301-1255

Fax: 0561/9301-1666

E-Mail: pr@k-plus-s.com

Investor Relations

Tel.: 0561/9301-1100

Fax: 0561/9301-2425

E-Mail: investor-relations@k-plus-s.com

Dieser Bericht wurde am 14. März 2013 veröffentlicht.

Dieser Unternehmens-/Nachhaltigkeitsbericht ist auch in

englischer Sprache erhältlich. Im Zweifelsfall ist die deutsche

Version maßgeblich.

Impressum

Redaktion/Text

Katja Seeger

Corporate Communications

Tel.: 0561/9301-1322

Fax: 0561/9301-1666

E-Mail: katja.seeger@k-plus-s.com

Konzeption und Gestaltung

HEISTERS & PARTNER,

Corporate & Brand Communication, Mainz

Fotografie

Oscar van de Beek, Robert Brembeck

Lithografie

Recom GmbH & Co. KG, Stuttgart

Gold GmbH, München

Druck

Eberl Print GmbH, Immenstadt


Mit dem FSC®-Warenzeichen werden Holzprodukte

ausgezeichnet, die aus verantwortungsvoll

bewirtschaf teten Wäldern stammen, unabhängig

zertifiziert nach den strengen Richtlinien des

Forest Stewardship Council®.


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