EinE ZEitung für uns allE EinE ZEitung für uns allE - K+S ...

k.plus.s.com

EinE ZEitung für uns allE EinE ZEitung für uns allE - K+S ...

Die Zeitung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der K+S Gruppe

www.k-plus-s.com

Kommunikation

Eine

Zeitung

für uns

alle

Die K+S Gruppe ist

gewachsen und

internationaler

geworden. Die

Mitarbeiterzeitung

wird es jetzt auch.

Alex Adones hat in

Talcahuano schon mal

einen Blick in die neue

Scoop geworfen. Oder ist

das etwa eine Montage?

Gewässerschutz

Meilenstein

für Nachhaltige

Produktion

personal

K+S setzt

auf viel falt

in der

Belegschaft

Düngung

Kali gegen

die dürre

in Europas

sahelzone

Standorte

Wie Das Salz

Das Leben in

Talcahuano

bestimmt

Feierlicher Baubeginn des

360-Millionen-Euro-Maßnahmenpaketes

zum Gewäs

serschutz im Werk Werra.

Den Frauenanteil stärken,

internationaler werden.

Der Vorstand setzt neue

Ziele für das Unternehmen.

Polen zählt zur „Sahelzone

Europas“. Witold Grzebisz

erklärt den Bauern dort,

warum sie Kalium brauchen.

Alex Adones (auf dem Titel),

Supervisor im chilenischen

Hafen von San Vicente, stellt

sich und seinen Standort vor.

» Seite 8

» Seite 11

» Seite 13

» Seite 25


2

Weltweit worldwide / monde / global / mundo

Liebe

Mitarbeiterinnen,

liebe Mitarbeiter,

in wenigen Tagen endet das Jahr.

Viele Städte und Orte sind weihnachtlich

geschmückt, und wir

freuen uns auf die Festtage im Kreis

unserer Familien und Freunde. Die

Adventszeit ist aber auch die Zeit

des Innehaltens und des Jahresrückblicks.

Wir haben gemeinsam hart daran

gearbeitet, den Umsatz und das Ergebnis

der K+S Gruppe im Vergleich

zum Vorjahr erheblich zu verbessern.

Viele wichtige Projekte und Maßnahmen

sind auf den Weg gebracht

worden, die unsere K+S noch effizienter

und wettbewerbsfähiger machen:

so zum Beispiel unser Erwerb

der Kalilagerstätte in Kanada, die

Umsetzung der Strategie „Kompass“

für den Geschäftsbereich KALI, aber

auch Projekte wie die Vorbereitung

der SAP-Einführung bei Morton Salt

und nicht zuletzt der Ausbau unseres

einzigartigen Produktions- und

Logistiknetzwerkes im Geschäftsbereich

Salz. Dies sind nur einige

von vielen Leistungen, die Sie, liebe

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

weltweit mit viel Engagement, aber

auch mit Sorgfalt und Genauigkeit

erbracht haben. Dafür danke ich

Ihnen, auch im Namen meiner Vorstandskollegen,

ganz herzlich.

Und weil Sie es sind, die K+S überall

auf der Welt erfolgreich machen,

freut es mich umso mehr, diesen

Dank erstmals in fünf Sprachen

auszusprechen. Denn mit unserer

neuen Scoop können nun alle

Kollegen in der ganzen K+S-Welt zur

gleichen Zeit die gleichen Inhalte

lesen. Sie halten also ein Medium

in Ihren Händen, das über kulturelle

und sprachliche Grenzen hinweg

den Informationsfluss wie auch den

Austausch untereinander unterstützen

soll. Die Bergleute unter uns

wissen, dass der Scoop ein Fahrzeug

ist, das nichts Geringeres transportiert

als unsere Wertstoffe. Und

diese Scoop aus Papier soll ebenfalls

etwas Wertvolles transportieren:

Neuigkeiten, Wissenswertes und

Hintergrundinformationen wie auch

die Grundsätze unseres Unternehmens,

an denen wir uns messen

lassen und für die wir einstehen. Viel

Freude beim Lesen!

Ihnen allen sowie Ihren Familien ein

frohes, gesegnetes Weihnachtsfest

und ein zufriedenes, erfolgreiches

Jahr 2012!

Ihr

Norbert Steiner

Vorsitzender des Vorstands

der K+S Aktiengesellschaft

Übernahme

BASF verkauft

Düngemittel-assets

Antwerpen / Der weltgrößte

Chemiekonzern BASF wird

seine Düngemittelanlagen im

belgischen Antwerpen an die

russische EuroChem veräußern.

Auch der 50-prozentige

BASF-Anteil an PEC-Rhin in

Ottmarsheim (Frankreich) soll

an EuroChem gehen. Entsprechende

Verträge wurden Ende

September unterzeichnet. Bis

Ende des 1. Quartals 2012 sollen

die Transaktionen abgeschlossen

sein. Die zwischen K+S und

BASF bestehenden Verträge zur

Belieferung der K+S Nitrogen

bleiben von den Verkäufen

unberührt; die Verträge sind

frühestens zum 31. Dezember

2014 kündbar.

Weltkalimarkt

Absatz auf hohem

Niveau erwartet

Kassel / Nach der Normalisierung

der Düngemittelnachfrage

im Jahr 2010 geht

K+S im laufenden Jahr von

einer steigenden Nachfrage

aus. Für 2011 wird mit einem

Weltkalia bsatz von rund 58 bis

60 Mio. Tonnen (2010: 58,3 Mio.

Tonnen) gerechnet. Für das Jahr

2012 dürfte der Weltkaliabsatz

mindestens 60 Mio. Tonnen

betragen. Diese Einschätzung

beruht vor allem auf einem

für die Ertragsperspektiven

der Landwirtschaft weiterhin

attraktiven Niveau der Preise

für Agrarrohstoffe.

Weltkaliabsatz

in Mio. t (* prognose)

54,5 31,0 58,3

2008

2009

58,0 -

60,0

Nachrichten aus der Branche, dem Konzern

und von unseren Standorten weltweit.

>60

2010 2011* 2012*

Düngemittelnachfrage weiterhin hoch

Grüne Woche

lANDwirtschaft

hautnah erleben

Berlin / Am 20. Januar 2012

startet in Berlin die 77. Internationale

Grüne Woche. Auf

der weltgrößten Messe für

Ernährung, Landwirtschaft

und Gartenbau präsentieren

sich bis zum 29. Januar mehr

als 1.500 Aussteller aus über 50

Ländern. Einer der attraktivsten

Publikumsmagnete wird erneut

der ErlebnisBauernhof sein, der

anschaulich und transparent

die landwirtschaftliche Produktionskette

erklärt. Der Dialog

zwischen den Produzenten von

Lebensmitteln, erneuerbarer

Energie und Rohstoffen sowie

dem Verbraucher steht dabei

im Mittelpunkt.

Kommunikation

Relaunch

des K+S-Portals

Kassel / Mit dem Ziel, Austausch

und Wissenstransfer

zwischen Mitarbeitern

verschiedener Gruppengesellschaften

stärker zu fördern,

wird das K+S-Portal voraussichtlich

im April 2012 mit

neuer Navigationsstruktur und

frischem Design online gehen.

Das neue K+S-Portal versteht

sich als internationale Kommunikations-

und Anwendungsplattform,

wird besser auf

die Bedürfnisse des einzelnen

Anwenders zugeschnitten sein

und Informationen in fünf

Sprachen enthalten. Zurzeit

entwickelt ein internationales

Projektteam gemeinsam mit

erfahrenen und zukünftigen

Autoren Technik, Struktur und

Inhalte.

Logistik

Experten-Treffen am MississiPPi

New Orleans / Ende Oktober haben sich erstmals Schifffahrtsund

Hafenlogistiker aus der gesamten K+S Gruppe in Chile,

Brasilien, USA, Kanada und Deutschland zu einer ganztägigen

Konferenz in New Orleans getroffen. Ein Teil der Gruppe besuchte

am Folgetag das zwei Stunden entfernte Morton-Salt-Bergwerk

Weeks Island, für die anderen Teilnehmer hatte unsere chilenische

Reederei Empremar eine Hafenrundfahrt auf einem hochmodernen

Schlepper arrangiert. Auch ein Besuch der internationalen

„Breakbulk“-Messe, auf der sich viele wichtige Hafen- und Logistikdienstleister

präsentierten, stand auf dem Programm. Nicht

nur der Austausch von Informationen und die Diskussion von

Herausforderungen für die maritime Wirtschaft, sondern auch das

persönliche Kennenlernen wurde von allen K+S-Mitarbeitern hoch

geschätzt. Zu der Exkursion in die große Hafenstadt am Mississippi

eingeladen hatte die Holding-Einheit Globale Logistik.

K+S Nitrogen

Produktneuheit

UTEC 46

Mannheim / Nach dem

erfolgreichen Verkaufsstart

des zum Patent angemeldeten

Ureaseinhibitors (UI) in Brasilien

startet die K+S Nitrogen

GmbH jetzt den Verkauf von

UTEC 46 in Italien. UTEC 46, ein

mit UI behandelter Harnstoff,

wurde in Zusammenarbeit mit

dem Kali-Forschungsinstitut

getestet und zeichnet sich

unter anderem durch die hohe

Stabilität des Wirkstoffs aus.

Im Vergleich zu nicht stabilisiertem

Harnstoff weist UTEC

46 insbesondere in längeren

Trockenphasen geringere Ammoniakverluste

auf.

Lateinamerika-Tag

Salz aus chile soll

nach Asien gehen

HaMBURG / K+S treibt die

Er weiterung der Produktionsanlagen

im chilenischen Salar

Grande voran, um Gewerbeund

In dustriesalze verstärkt

nach Asien liefern zu können.

Die in diesem Jahr plangemäß

erfolg ten Investitionen in die

Ver la deanlagen in Patillos stehen

in diesem Zusammenhang,

er klärte K+S-Vorstandschef

Norbert Steiner auf dem Lateinamerika-Tag

in Hamburg. Um

die Produktionskapazität bis

Ende 2012 um 1,5 auf jährlich 8

Mio. Tonnen zu steigern, investiert

K+S dort über 10 Mio. Euro.

Steiner lobte Chile für die hohe

politische Stabilität und die gut

ausgebildete Bevölkerung.

Titel: Aldo Fontana, KircherBurkhardt, Marc Brinkmeier Fotos Seite 2: Andreas Pohlmann/K+S, BASF, Machowina/IGW 2011, K+S (4)


Arbeiten working / travailler / trabajar / trabalhar

3

Fünf Scoops in fünf Sprachen: Ab jetzt können alle K+S-Mitarbeiter weltweit die gleiche Zeitung lesen.

Scoop will Ihnen Aktuelles

und Wissenswertes

aus der Welt der K+S

Gruppe näherbringen.

Scoop knüpft an die

Tradition der bisher in

Deutsch herausgegebenen

Zeitung für die

Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter an.

eine starke zeitung

für alle mitarbeiter

W

enn ein Scoop tief unter Tage zum

Einsatzort fährt, dann spürt jeder,

der in der Nähe ist, die immense

Kraft der Maschine. Der Motor dröhnt im

tiefsten Bass und die Luft vibriert. Wenn

die riesige Schaufel über die Sohle kratzt,

knirscht und knurrt das Haufwerk. Dann

hebt die Schaufel das kostbare Salz vom Boden,

als sei dies eine Leichtigkeit. Dabei sind

es gut 17 Tonnen Rohstoff, die der Scoop mit

einem Schwung aufnimmt, um sie dann

beweglich und sicher durch die Dunkelheit

zum Förderband zu transportieren.

Kraft und Beweglichkeit soll der Scoop im

übertragenen Sinne auch in die internationale

interne Kommunikation von K+S bringen.

Das jedenfalls hat sich das Team um

Oliver Morgenthal am Firmensitz in Kassel

fest vorgenommen. „Scoop – ein bergmännischer

Begriff, der überall auf der Welt geläufig

ist – nimmt eine wichtige Rolle bei

K+S ein: Er transportiert unsere Roh- und

Wertstoffe zuverlässig von der Abbaustelle

bis ins Werk“, so Morgenthal, Leiter

Kommunikation und Medien. Außerdem

ist Scoop auch ein Begriff aus der Welt der

Zeitungen und der Nachrichten: „Journalisten

sprechen von einem Scoop, wenn es um

eine besonders exklusive Geschichte geht“,

erzählt Christin Bernhardt, Redaktionsleitung.

„Auch wir wollen mit unserer Scoop

nicht beliebig, sondern exklusiv an alle Kolleginnen

und Kollegen weltweit berichten.“

Dabei soll die Zeitung Scoop, genau

wie der Scoop unter Tage,

den Wertstoff – in diesem Fall die Informationen

– von den Quellen dorthin transportieren,

wo man sie braucht. Zuverlässig

und informativ, beständig und erstmals zu

allen Mitarbeitern, ganz gleich, an welchem

Standort und für welchen Geschäftsbereich

sie arbeiten.

Damit ihr Inhalt in Chile genauso auf Interesse

stößt wie in den USA, in Frankreich

oder in Brasilien, lebt Scoop von einem internationalen

Kommunikatorennetzwerk.

Dieses steuert Themen, Anregungen und

Ideen bei und wird in den Produktionsprozess

einbezogen. „Die Mitarbeiter in unserem

Netzwerk Fortsetzung auf Seite 4 >>

Fotos: Volker Straub/K+S


4 5

Arbeiten working / travailler / trabajar / trabalhar

Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

4

sind Botschafter ihrer Standorte und deren

Mannschaften: Sie haben das Ohr nahe an

ihren Kollegen und leiten Themen, Ideen

und Anregungen an die Redaktion in Kassel“,

so Christin Bernhardt. Damit keine

Anregungen verloren gehen, wird es einen

intensiven Austausch und regelmäßige

Treffen geben. Drei Treffen haben bereits

stattgefunden: eines auf europäischer und

auch auf deutscher Ebene sowie eines für

Süd- und Nordamerika.

Wenn alle Themen ihren Weg von der Quelle

in die Zeitung gefunden haben, wird die

Zeitung aus dem Deutschen in vier Sprachen

übersetzt, von den Kommunikatoren

in der jeweiligen Muttersprache überprüft

und dann in Kassel produziert. In die Post

gehen alle Ausgaben am selben Tag.

„Das ist natürlich eine große Herausforderung

für das Team, der wir uns alle gemeinsam

gerne stellen. Es ist uns wichtig, gerade

» Unsere Scoop transportiert

die gleichen

Inhalte zur gleichen Zeit

in fünf Sprachen in die

ganze K+S-Welt. «

vor dem Hintergrund des Wachstums der

K+S Gruppe im Düngemittel- und Salzgeschäft

mit Scoop alle Mitarbeiter weltweit

zu erreichen“, so Oliver Morgenthal. Heute

arbeiten 30 Prozent aller Mitarbeiter der

K+S Gruppe außerhalb Deutschlands, von

diesem Drittel wiederum 80 Prozent außerhalb

Europas. Die Devise lautet deshalb:

gleiche Informationen, gleiche Gestaltung,

zur gleichen Zeit, für alle Leser.

Natürlich steckt in jeder Weiterentwicklung

immer auch ein wenig Abschied. Manch

deutscher Mitarbeiter wird die gewohnte

K+S information vermissen, die über Jahre

hinweg verlässlich Informationen lieferte

und dabei auch für die lokale Verwurzelung

unseres Unternehmens stand, weiß Morgenthal:

„Scoop steht in der Tradition der

K+S information, und unser ganzes Team

weiß, dass es nicht einfach sein wird, die

gleiche Zufriedenheit bei den Lesern zu erreichen.

Das wird unser Ansporn sein!“

Dabei hat sich das Team auf die Fahnen geschrieben,

Leserwünsche noch stärker zu

berücksichtigen. Entsprechend wurden bereits

im

Fortsetzung auf Seite 6 >>

So wird „Scoop“ gemacht

Natürlich wird diese Zeitung nicht im Bergwerk erstellt. Aber der Entstehungsprozess

ist komplex. Wir haben versucht, ihn mit Bildern aus dem Bergbau darzustellen.

2

Was heißt denn

eigentlich „Scoop?“

a) „Scoop“ ist das aus dem Englischen

(scoop = Schaufel) abgeleitete Wort für

einen Fahrlader, wie er im Untertagebergbau

eingesetzt wird. Die niedrig

gebauten Fahrzeuge transportieren in

ihrer Schaufel das Haufwerk von der

Sohle zum Förderband. Das Fahren

eines Scoops ist nicht einfach, weil man

aus der Fahrerkabine nicht sehen kann,

was vor der Schaufel passiert.

b) „Scoop“ steht im Journalismus für

eine „exklusive Nachricht“. Die Zeitung,

die sie zuerst bringt, hat einen Scoop

gelandet. Auch unsere Scoop soll exklusiv

sein: für K+S-Mitarbeiter.

Redaktion

Auch die Redaktion in der Abteilung

Kommunikation und Medien liefert Themen.

1

3

Themen sammeln

Ein Netzwerk von Kommunikatoren

fördert eine Fülle von

Themen aus allen Standorten

und Geschäftsbereichen zutage.

Auswahl

Die Redaktion

entscheidet sich

für eine Auswahl

an Themen.

Die Redaktion

entscheidet

sich

CM Y K

4

Layout

5

SCOOP

Veredelung

Zu jedem Thema entsteht eine Gestaltungsidee,

ein Text. Es werden Fotos organisiert oder gemacht,

zum Teil auch Infografiken erstellt.

Text

Text

SCOOP

Bildredaktion

Übersetzung

Der deutsche Text wird nach

Freigabe in vier Sprachen übersetzt.

6

Druck

Nach Lithografie und Druckvorstufe

geht die Zeitung endlich in Druck.

7

Infografik

Übersetzung

Versand

Die Scoop geht mit

allen Ausgaben gleichzeitig

in die Post.

Oliver Morgenthal

ist Leiter Kommunikation

und Medien

in Kassel.

„Alle sollen

wissen, wohin

die Reise geht“

Oliver Morgenthal verantwortet

die Kommunikation von K+S. Für

ihn steht Scoop, die neue Mitarbeiterzeitung,

für einen Aufbruch

in die internationale Welt des

Unternehmens.

Herr Morgenthal, warum eine neue

Zeitung?

Keiner bleibt stehen, will auf der Stelle

treten – privat wie auch beruflich. Wir entwickeln

uns weiter, lernen dazu und öffnen

uns neuen Herausforderungen.

Und was hat das mit der Zeitung zu tun?

Jeder Einzelne ist heute vielfältigsten

Informationsangeboten ausgesetzt, selbst

diejenigen von uns, die fern von E-Mail

oder Handy-Empfang im Bergwerk oder in

den Produktionsbetrieben arbeiten. Das

hat Auswirkungen auch im Unternehmen.

Wir müssen uns stärker als bisher um Ihre

Zeit, um die Zeit unserer Leserinnen und

Leser bemühen – das heißt, Ihre Aufmerksamkeit

und Ihr Interesse gewinnen und

wecken.

Ist eine interne Zeitung denn wichtig für

ein so großes Unternehmen wie K+S?

Mehr denn je. Wir sollten alle darüber

Bescheid wissen, was sich tut, wo sich

etwas ändert, wohin die Reise geht. Nur so

können wir gemeinsam und zielorientiert

an einem Strang ziehen. Und das müssen

wir, wenn wir auch künftig erfolgreich

bleiben wollen.

Gäbe es nichts anderes,

was wichtiger ist?

Das wichtigste Gut, das wir bei K+S

haben, sind unsere Mitarbeiter, Ihr

Wissen und Ihre Erfahrung. Sie wollen

wir mit Scoop glaubwürdig,

ehrlich und transparent,

leserorientiert und endlich

auch weltweit über die K+S

Gruppe informieren. Das

gesamte Team ist sehr

gespannt auf die Reaktionen

unserer Leserinnen

und Leser aus den verschiedensten

Ländern

und Regionen, in denen

K+S aktiv ist.

Fotos: Straub/K+S, Bernd Schoelzchen, KircherBukrhardt (4) Grafik: KircherBurkhardt Infografik

Rückblick:

der Weg

zur Scoop

Nicht nur der Bergbau,

sondern auch die

Kommunikation hat

Tradition bei K+S.

4/1970

Die K+S Werkzeitschrift

erscheint erstmals 1970.

In ihrer vierten Ausgabe

begrüßt der K+S-Vorstand

300 Mitarbeiter der Verkaufsorganisation

der

deutschen Kaliindustrie.

Das bisher eigenständige

Unternehmen wird zum

1. Januar 1971 Teil der Kali

und Salz GmbH.

1/1977

Die größte Kristallisationsanlage

der Welt steht auf

dem Werk Wintershall bei

Heringen. Nach zwei Jahren

Planung und Bau erzeugt

sie ein grobkörniges und

staubfreies Kalidüngesalz.

Fast 44 Meter Höhe misst

das Gebäude, in dem die

Konstruktion untergebracht

ist.

5/1986

12. Oktober, 19.07 Uhr: In

der Radiosendung „Sunday-

Express“ auf HR3 sind vier

K+S-Kollegen zu Gast. Sie

stehen dem Moderator

routiniert Rede und Antwort.

Thema: Kalibergbau.

Hörfunkmacher und Hörer

sind vom Experten-Quartett

später gleichermaßen

begeistert.

1/1987

Aus der Werkzeitschrift

ist die K+S Information

geworden. Neu ist auch die

moderne Telefonanlage

in der Zentrale. Die mikroprozessorgesteuerte

Technik

verbindet schneller und

zuverlässiger mit Menschen

aus der ganzen Welt. Bis

zu 500 Anrufe gehen täglich

ein.


6 7

Arbeiten working / travailler / trabajar / trabalhar

Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

vergangenen Jahr sowohl Führungskräfte

als auch Mitarbeiter quer durchs Unternehmen

danach befragt, welche Erwartungen

sie an eine Mitarbeiterzeitung haben.

Ergebnis: Die Befragten wünschten sich

mehr Hintergrundberichte, mehr Information

über Produkte und Prozesse, mehr über

Land und Leute in den Regionen, in denen

K+S aktiv ist. Diese Anregungen sind in die

Konzeption der neuen Mitarbeiterzeitung

eingeflossen: Mit dem Ressort „Weltweit“

und mit den vier Hauptressorts „Arbeiten,

Leben, Lernen und Teilen“ geht es in der Zeitung

nun quer durchs Unternehmen.

Nach dem Nachrichtenüberblick zu Unternehmen,

Markt und Umfeld (Weltweit)

geht es im Ressort „Arbeiten“ um das, wofür

sich Kollegen einsetzen. Im Ressort „Leben“

erzählt die Zeitung, was die Produkte und

das Engagement von K+S in der Welt bewirken.

Was man wissen muss, um die täglichen

Anforderungen im Beruf bestmöglich

» Auch inhaltlich ist

bei Scoop selbstver ständ ­

lich eine Inter na ti ona ­

li sie rung angesagt. «

zu meistern, steht im Ressort „Lernen“. Und

im Ressort „Teilen“ geht es darum, individuelle

Erfahrungen mit den anderen zu teilen.

Dabei soll Spannendes, Verblüffendes und

auch Lustiges aus der Welt von K+S nicht

fehlen: „Schließlich wollen wir nicht nur

informieren, sondern auch unterhalten“, so

Christin Bernhardt (mehr zu den neuen Rubriken

ganz rechts auf dieser Seite).

Erscheinen wird die Scoop alle drei Monate.

Um trotzdem auch einmal schnell auf

aktuelle Entwicklungen reagieren und alle

Mitarbeiter über wichtige Themen informieren

zu können, wird es im kommenden

Jahr zusätzlich zur Scoop einen elektronisch

vertriebenen Newsletter geben, der dort,

wo die Mitarbeiter keinen Portalzugriff haben,

ausgedruckt und an geeigneten Stellen

ausgehängt werden kann.

„Die Redaktion wünscht Ihnen viel Spaß

beim Lesen und freut sich auf Ihre Reaktionen“,

sagt Oliver Morgenthal. Denn: „Nicht

zuletzt sind es die Leser, die mit ihren Vorschlägen

und Anregungen dafür sorgen,

dass unsere Scoop das sein kann, was sie

sich vorgenommen hat: eine Zeitung, die

wertvolle Nachrichten von den Mitarbeitern

für die Mitarbeiter transportiert.“ (red)

1/1994

Eine neue Kali und Salz

GmbH entsteht am 21. Dezember

1993: Grundlage

ist der Fusionsvertrag

zwischen der Kali und Salz

AG, der Treuhandanstalt

und der Mitteldeutschen

Kali AG. Ein neues, nun

hellblaues Logo drückt

mehr Dynamik, Frische und

Weltoffenheit aus.

Markus Bock

K+S KALI GmbH, Werk Zielitz,

Zielitz, Deutschland

Um mit Botschaften zu begeistern, müssen die

Informationen benutzergerecht und attraktiv

aufbereitet sein. Dabei muss es uns gelingen,

die Mitarbeiter auf allen Ebenen und länderübergreifend

anzusprechen. Mit der erfrischend

modernen Aufmachung und der neuen Struktur bin ich der

festen Überzeugung, wird die neue Scoop eine große Akzeptanz

erfahren und damit auch einen wichtigen Beitrag leisten, eine große

Identifikation mit der Philosophie und den Werten in der K+S zu

schaffen. Wir rücken damit ein großes Stück näher zusammen.

Dr. Knut

Clasen

K+S KALI France,

Reims, Frankreich

Ich bin sicher, dass

die Mitarbeiter in

aller Welt die erste

Ausgabe unserer

Scoop neugierig und mit großer Erwartung

lesen werden. Denn mit der neuen

Konzeption der Mitarbeiterzeitung haben

wir eine Plattform, um Aktivitäten,

Kulturen und das Leben der Mitarbeiter

weltweit untereinander bekannter zu

machen, aber auch Ideen und Erfahrungen

auszutauschen. Dies wird das

internationale Netzwerk beleben, und

das Verständnis zwischen Menschen

und Gesellschaften för dern. Damit

trägt Scoop dazu bei, Unternehmenskultur

und Unternehmenswerte

zu leben.

4/1999

Zur Jahrtausendwende

stehen sehr gute Ergebnisse

der K+S Gruppe in der

Bilanz. Eine konsequente

und zielgerichtete Marktpolitik

lässt die 90er-Jahre

nicht nur ereignisreich,

sondern ebenso erfolgreich

ausklingen. An der 2000er-

Schwelle sind die Weichen

gestellt.

Christin Bernhardt

K+S AG, Redaktionsleitung Scoop, Kassel, Deutschland

Ohne den Einsatz vieler Kollegen überall aus der

Welt hätte diese Zeitung nicht entstehen können:

Sie alle haben mit Ideen, spannenden Geschichten

und tatkräftiger Hilfe unterstützt. Aber sie

haben auch unsere Begeisterung für das geteilt,

was Scoop sein will: eine Zeitung von den Mitarbeitern

für die Mitarbeiter. Und das weltweit. Denn überall auf der

Welt setzen sich Kollegen mit Know-how und Leidenschaft bei ihrer

Arbeit ein. Das liefert jede Menge Geschichten, die es verdienen,

erzählt zu werden. Wenn es uns gelingen sollte, auch Sie für diese

Geschichten zu begeistern, dann freuen wir uns sehr.

Fernando

Slade

Salina Diamante

Branco (SDB), Rio

de Janeiro, Brasilien

Wir von

Salina Diamante

Branco freuen

uns, an diesem Projekt teilhaben

zu können. Die Zeitung wird

uns nicht nur dabei helfen, die

Unternehmenskultur von K+S in

den Gruppengesellschaften zu

vermitteln, sondern uns auch alle

inspirieren und motivieren, indem

das Gefühl gestärkt wird, Teil der

K+S-Community zu sein. Ich

wünsche uns viel Erfolg.

4/2008

Patrícia

CoiMBRa

Vatel-Companhia de

Produtos Alimentares,

S. A., Alverca, Portugal

Meiner Ansicht nach

ist die internationale

Mitarbeiterzeitung

ein sehr wichtiges und nützliches Hilfsmittel

für alle Mitarbeiter von K+S. Wir

werden hier mehr Informationen über

das Team, die Marken, die Erfahrungen

und die Anliegen von K+S finden, und

wir werden Know-how austauschen. Es

ist motivierend, von anderen Einheiten

unseres Unternehmens und aus anderen

Regionen etwas über die jeweiligen Best

Practices und Arbeitsmethoden

zu erfahren.

Als erster Rohstoffkonzern

steigt K+S in den DAX auf.

Als „eine Ehre und Herausforderung

für uns alle“

bezeichnet Vorstandsvorsitzender

Norbert Steiner

den Erfolg im Interview. K+S

gehört nun zur Riege der 30

wichtigsten börsennotierten

Konzerne Deutschlands.

Die Welt von

Scoop entsteht mithilfe

eines weltweiten Netzwerks

von Kommunikatoren.

Noch ist dieses im

Aufbau, doch schon jetzt

haben wir einige der

Kollegen gefragt, was sie

von Scoop halten …

Bianca Schanklies

european salt company (esco),

Hannover, Deutschland

Nicht erst durch die Akquisition

von SPL und Morton Salt

ist K+S zu einem Konzern mit

internationalem Anspruch

geworden. Ich bin überzeugt,

dass die neue Scoop diesen Anspruch endlich auch

nach innen wirken lassen wird. Die über den Globus

verteilten Mitarbeiter und Organisationen werden

näher zusammenrücken und sich als großes Ganzes

verstehen können. Ich freue mich, als ein Kommunikator

von vielen ein klein wenig dazu beitragen

zu dürfen – und auf viele spannende Artikel aus

unserem weltweiten Netzwerk. Glückauf!

Allison

Schmidt

K+S North

America Salt

Holdings (NASH),

Chicago, USA

Ich bin

begeistert,

Mitglied des Kommunikatoren-

Netzwerks zu sein. Die internationale

Mitarbeiterzeitung gibt

uns die einzigartige Möglichkeit,

Ideen, Interessen und Ereignisse in

globale Perspektive zu bringen. Sie

wird ein wichtiges Werkzeug sein,

die verschiedenen Teile der K+S

Gruppe zu vernetzen.

5/2009

Mit Day-One-Events in den

USA und in Kanada heißt

K+S die neuen Kollegen

herzlich willkommen.

Seit 1. Oktober gehört das

US-Unternehmen Morton

Salt mit Sitz in Chicago zum

Kasseler Konzern. K+S wird

durch die Übernahme zum

weltgrößten Salzanbieter.

Ivonne

Balduf

K+S KALI GmbH, Werk

Werra, Philippsthal,

Deutschland

Informativ, gleichzeitig

unterhaltsam

und dabei so divers

und vielfältig wie die Mitarbeiter, die

täglich rund um den Globus für den

Erfolg von K+S arbeiten – so kommt

die neue Mitarbeiterzeitung daher. Die

Scoop wird die internationale Belegschaft

verbinden und für Wissen und

gegenseitiges Verständnis sorgen. Ich

wünsche ihr eine Leserschaft, die stolz

ist, für ein solches Unternehmen zu

arbeiten.

Richard Pinner

K+S UK & Eire, Hertford,

Großbritannien

Ich arbeite seit gut sechs Jahren

für K+S, und das Unternehmen

hat sich in dieser kurzen Zeit so

stark verändert und entwickelt.

Dass es jetzt Informationen in

mehreren Sprachen gibt über Arbeits- oder Lebensstil,

wird es jedem erlauben, sich als Teil dieses wirklich

globalen Konzerns zu fühlen. Es ist eine tolle Aussicht,

einen Einblick in die verschiedenen Aktivitäten

von Kollegen aus aller Welt zu bekommen. Dies wird

uns sicher dabei helfen, miteinander als eine Firma zu

arbeiten. Wir freuen uns auf die erste Ausgabe …

4/2011

Das Werk Braunschweig-

Lüne burg ziert die letzte

Ausgabe der K+S information.

Es ist nicht nur das

kleinste der drei K+S-Steinsalzwerke

in Deutschland

und Europa, mit 100 Jahren

ist es auch das älteste. In

Grasleben stieg im August

eine große Geburtstagsfeier.

Astrid

von Borries

Sociedad Punta de

Lobos (SPL), Las Condes,

Santiago, Chile

Diese neue Mitarbeiterzeitschrift

wird für alle eine

gute Plattform sein, um die K+S Gruppe

ein bisschen besser kennen zulernen. Es

ist für uns in Chile eine große Ehre, in

dieser ersten Ausgabe unser Land, unsere

Leute und Traditionen vorstellen zu

dürfen. Ich persönlich halte diese neue

Zeitung für eine tolle Idee, denn heute

ist die K+S viel internationaler. Ich bin

schon gespannt auf die nächsten Ausgaben

und freue mich, die Menschen und

Regionen, in denen K+S außerdem

tätig ist, besser zu verstehen.

Das finden Sie

in den vier neuen

Scoop-Ressorts

Die Zeitung erklärt sich eigentlich

beinahe von selbst. Falls Sie es

aber doch nachlesen möchten:

Unter dem Motto Arbeiten

steht, was in der Arbeit des

Unternehmens wichtig

ist oder wichtig wird. Ob

wirtschaftliche Ergebnisse,

strategische Entscheidungen,

neue Geschäftsentwicklungen

oder bedeutende Personalien – hier

kommt alles zusammen, was gewissermaßen

zum Dienst gehört. Dabei geht es

quer durch alle Geschäftsbereiche und

manchmal auch darüber hinaus in die

Branchenszene. Wer informiert sein will,

muss schließlich mehr kennen als seinen

eigenen fachlichen Bereich.

Das Kapitel leben nimmt sich

die Frage vor, was die Produkte

und Dienstleistungen

von K+S eigentlich bewirken.

Erfahren Sie hier, was mit

den bei K+S geförderten oder

veredelten Rohstoffen passiert,

wo die Produkte genutzt werden

und einen Unterschied machen. Lernen Sie

richtige Menschen im richtigen Leben kennen,

die irgendwo auf der Welt mit einem

Produkt in Verbindung kommen, das aus

unserer Produktion stammt. Manches mag

Ihnen bekannt sein, manches aber wird

hoffentlich überraschen.

Im Ressort lernen gibt es

etwas zu gucken, zu staunen

und – na, logisch – zu lernen.

Hier wird Scoop in Zukunft

neue Verfahren, Prozesse

oder Maschinen vorstellen

oder, soweit möglich, interessante

Einblicke in Forschung und

Entwicklung geben. Nicht vergessen bleibt

im Know-how-Ressort der Scoop alles, was

zum Bereich Sicherheit und Arbeitsschutz

gehört: Wie bleibt man am Arbeitsplatz

sicher und gesund? Was machen andere,

um die Standards noch zu verbessern?

Auch das generelle Wissen zu Salz und Kali

hat in diesem Ressort seinen Platz.

Das letzte Ressort heißt

teilen, weil es hier um das

Miteinander bei K+S geht. In

diesem Ressort stehen die

Menschen unseres Unternehmens

im Mittelpunkt: Sie

stellen Standorte vor, reden

über Traditionen oder die Geschichte,

blicken in die Zukunft und über den

Tellerrand. Wie interessant dieses Ressort

langfristig wird, bestimmen ein Stück weit

die Leser selbst. Denn hier ist Mitmachen

angesagt.

Fotos: K+S (10), KircherBurkhardt (5) Grafik: KircherBurkhardt Infografik


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Arbeiten working / travailler / trabajar / trabalhar

Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

Norbert Steiner, Vorsitzender

des Vorstands der

K+S Aktiengesellschaft:

„Nachhaltige Kaliproduktion

und Schonung der

Umwelt gehören für uns

fest zusammen!“

1360 Millionen Euro

für den Gewässerschutz

2… für den

Erhalt der Kaliproduktion

3… für eine

lebenswerte

Region

Anspruchsvolle

Projekte an den

Werra-Standorten

Ein rund 25-köpfiges Team aus Ingenieuren,

Forschern und Technikern

entwickelte die Einzelmaßnahmen.

Alle Produktionsstandorte des Verbundwerkes

Werra, Hattorf und Wintershall in

Hessen sowie Unterbreizbach in Thüringen,

sind mit Neubauprojekten, Verfahrensoptimierungen

und Anlagenerweiterungen

in das Maßnahmenpaket einbezogen.

„Wir halten Wort“

Am 27. Oktober 2011 war es soweit: Mit dem

symbolischen Druck auf den „Grünen Knopf“ hat

K+S das offizielle Startsignal für das vor drei Jahren

vorgestellte 360-Millionen-Euro-Maßnahmenpaket

zum Gewässerschutz gegeben.

» Wir stehen zum Bergbau

und zur heimischen

Rohstoffgewinnung in

Hessen und Thüringen. «

Der Baustart im Kaliwerk Werra markiert

einen Meilenstein bei der Sicherung

nachhaltiger Grundlagen

für eine langfristig erfolgreiche Kaliproduktion“,

sagte Vorstandsvorsitzender Norbert

Steiner in seiner Rede vor mehreren Hundert

Vertretern der Belegschaft und der Politik

am Standort Hattorf. „Gleichzeitig ist er

ein wichtiges Signal an unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, an die Menschen in

unserem Umfeld, an die Politik sowie an die

kritischen Begleiter unseres Tuns: Wir stehen

zum Bergbau und zur heimischen Rohstoffgewinnung

auch in Hessen und Thüringen.

Wir halten Wort, und wir übernehmen

Verantwortung. Dabei haben wir die Menschen

und die erfolgreiche wirtschaftliche

Entwicklung des Unternehmens und der

Region ebenso fest im Blick wie die weitere

Verbesserung der Umwelt.“

Auf Knopfdruck Baubeginn (v. l. n. r.): Werkleiter

Dr. Rainer Gerling, Projektleiter Gerd

Hofmann, KALI-Geschäftsführer Dr. Ralf

Diekmann, Betriebsratschef Harald Döll und

K+S-Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner

Alle Verpflichtungen erfüllt

Verlässlich habe K+S alle Verpflichtungen

erfüllt, die das Unternehmen eingegangen

sei: So habe K+S, wie im Februar 2009 in einer

öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit

den Landesregierungen von Hessen und

Thüringen niedergelegt, zunächst eine Gesamtstrategie

für die salzhaltigen Abwässer

und darauf aufbauend ein integriertes

Maßnahmenkonzept vorgelegt. „Wir haben

geliefert“, erklärte der Vorstandsvorsitzende,

„und wir haben noch mehr getan!“ Denn

bereits unmittelbar nach Bekanntgabe des

Maßnahmenpaketes – noch im Jahr 2008 –

sei mit der Erarbeitung der Planungsgrundlagen

für die Großprojekte begonnen worden.

„Nur so konnten wir die Chance wahren,

diese anspruchsvollen Projekte, die alle

sinnvollen Möglichkeiten zur Reduzierung

von Salzabwasser ausschöpfen, aber auch

bis an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren

gehen, zeitgerecht umzusetzen“,

sagte Steiner. „Diese Chance nutzen wir

jetzt – ein großer Schritt nach vorne!“

Anträge für Fernleitungen

Ungeachtet der Maßnahmen, mit der die

„Basis für ein langfristiges Konzept der

nachhaltigen lokalen Entsorgung“ geschaffen

werde, habe K+S im Dezember 2010

entschieden, Antragsunterlagen für zwei

Fernleitungsvarianten zu erarbeiten, führte

der Vorstandsvorsitzende weiter aus. Dies

geschehe, um „vorurteilsfrei und ergebnisoffen

die sich uns bietenden Optionen zu

wahren“. Die Planungsunterlagen auch dieser

Ent sorgungsvarianten würden sorgfältig

vor bereitet und voraussichtlich im Frühjahr

2012 offiziell bei den Behörden eingereicht.

„Wir tun dies auch, weil wir sehen, dass unser

Konzept der standortnahen Entsorgung

teilweise kritisch diskutiert wird. Wir setzen

also nicht ausschließlich auf ein ‚Pferd‘, das

» Wir setzen nicht

ausschließlich auf ein

›Pferd‹, das lokale

Maßnahmenpaket. «

lokale Maßnahmenpaket“, so Steiner. Niemand

könne daher behaupten, K+S lasse es

an vorausschauender Sorgfalt fehlen und

habe kein Konzept. Das Gegenteil sei der

Fall: K+S habe wohl abgewogene Entscheidungen

für den Weg in die Zukunft getroffen

und bleibe beim eingeschlagenen Kurs.

„Verantwortung für Mensch, Natur und

K+S – dieser Verantwortung sind wir uns

bewusst“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

„Wir werden nach Kräften dafür eintreten,

dass der Kalibergbau und mit ihm diese

Region eine gute Zukunft haben!“ (akö)

Fotos: Boettcher/Bilderberg, Ritter/DPA, Straub/K+S (3), K+S (2)

„Wir kennen unsere Verfahren –

und sie setzen weltweit Maßstäbe“

Projektleiter Gerd Hofmann ist zuversichtlich, dass alle

Teilprojekte des Maßnahmenpaketes funktionieren werden.

Was ihn so sicher macht, verrät er im Interview.

Sind Sie froh, dass es jetzt richtig losgeht?

Wir haben Anfang 2009 mit den Vorbereitungen

begonnen. Das Team hat also fast

drei Jahre konzentriert auf den Beginn der

Bauarbeiten hingearbeitet. Wir freuen uns

sehr, dass dieses wichtige Etappenziel nun

erreicht ist.

Was macht Sie zuversichtlich, dass alles

funktionieren wird?

Ganz einfach: Wir haben unsere Verfahren,

die weltweit Maßstäbe setzen, zum großen

Teil selbst entwickelt. Das salzwasserfreie

ESTA-Verfahren beispielsweise, das künftig

auch bei der Kieseritgewinnung in Hattorf

angewendet wird, ist unser eigenes Knowhow,

und auch vom Eindampfen chloridhaltiger

Lösungen verstehen wir etwas.

Neuland werden wir nur bei unserer eben -

falls in Hattorf geplanten Lösungstiefkühlanlage

betreten. Aber auch hier verfügen

wir dank einer Pilotanlage über alle notwendigen

Erfahrungen.

Kann auf der weiteren Wegstrecke also

nichts mehr schiefgehen?

Verfahrenstechnische Stolpersteine sind

nahezu ausgeschlossen. Möglich ist,

dass die von uns beauftragten Fremdfirmen

mal nicht termingerecht

liefern. Mit unseren Kollegen

vom Einkauf haben wir jedoch

alle Unternehmen sorgfältig

ausgewählt, sodass dies nicht

passieren sollte.

Was markiert in Ihrem Kalender

den nächsten Meilenstein?

Die wichtigsten Meilensteine sind:

Abschluss der Planung, Fertigstellung des

Baus, Abschluss der Tests, Übergabe in den

Regelbetrieb. Die Korken lassen wir nur selten

knallen. Wenn jedoch im Jahr 2013 die

erste Anlage errichtet und damit bereits

90 Prozent der angestrebten Abwassereinsparung

erreicht sein wird, werden wir

sicherlich ein bisschen feiern. (akö)

Im Einzelnen werden am Standort Hattorf

eine neue zusätzliche Anlage für abwasserfreie

Kaliproduktion (ESTA = Elektrostatisches

Aufbereitungsverfahren) sowie eine

Lösungstiefkühlung errichtet, während am

Standort Unterbreizbach die Kaliaufbereitung

um eine Anlage erweitert und die

Kapazität der bestehenden Dickstoffanlage

erhöht wird. Am Standort Wintershall

wird die Magnesiumchlorid-Anlage ausgebaut,

eine neue Eindampfanlage errichtet

und die Kieseritflotation optimiert. Hinzu

kommen als übergreifende Maßnahmen

der Neubau von Speicherbecken und die

Erhöhung der Rückförderkapazität für

Salzwasser aus dem Plattendolomit.

Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 das Salzabwasseraufkommen

zu halbieren

und einen weiteren Beitrag zur

Verbesserung der Gewässer Werra

und Weser sowie zum Schutz

des Grundwassers zu leisten.

Die Oberweser wird wieder

Süßwasser-, die Unterweser ab

Bremen Trinkwasserqualität

haben. Zugleich kann die bisherige

Form der Versenkung

aufgegeben werden, und es

wird erstmals sogar möglich

sein, den Untergrund von

Salzwasser zu entlasten.

(akö)

Mit Helm, Heft und Handy:

So sieht man Gerd Hofmann

auf der Großbaustelle.


10

Scoop

Arbeiten working / travailler / trabajar / trabalhar

1/2011

Grünes Licht für

Kaliprojekt in Kanada

Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat der K+S Aktiengesellschaft

zum Bau des neuen Kalistandortes in der Provinz Saskatchewan.

? ?

Von links nach rechts:

Mike Ferguson, Vice President

und Project Manager

K+S Potash Canada, Dr.

Franz Xaver Spachtholz,

Vice President Engineering

und Richard L. „Dick“ Wilson,

President und CEO

K+S Potash Canada.

K+S wird das Legacy-Projekt in der kanadischen

Provinz Saskatchewan realisieren und eine auf

Solungsbergbau (Solution Mining) basierende

Kaliproduktion aufbauen. Vorstand und Aufsichtsrat

der K+S Aktiengesellschaft haben entsprechende Beschlüsse

gefasst. „Die Umsetzung des Legacy-Projekts

ist ein bedeutender Schritt zum Ausbau unserer Kalikapazitäten.

Zusammen mit unseren bestehenden

Kalibergwerken in Deutschland wird dies die internationale

Wettbewerbsfähigkeit von K+S erheblich

stärken und im Ergebnis der gesamten K+S Gruppe in

Europa und Übersee zugutekommen“, sagt der K+S-

Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner.

Für den Bau des neuen Kali-Standorts

sind insgesamt 3,25 Milliarden

kanadische Dollar (rund 2,4 Milliarden

Euro) bewilligt worden. Ende

2015 sollen die ersten Mengen des KANADA

weltweit begehrten Minerals zur

Verfügung stehen. Die jährliche

Produktionsmenge soll dann auch

unter Berücksichtigung der Marktlage

bis auf 2,86 Millionen Tonnen

Saskatoon

Kaliumchlorid (KCl) im Jahre 2023

gesteigert werden. In einer weiteren Ausbauphase

wäre eine Steigerung auf eine Kapazität von 4 Millionen

Tonnen KCl jährlich möglich.

K+S hatte den früheren Eigentümer der Lagerstätte,

die Explorations- und Entwicklungsgesellschaft Potash

One, Anfang 2011 erworben und in den vergangenen

Monaten eine vorliegende Machbarkeitsstudie

Das ist K+S Potash Canada GP in Zahlen:

3,25 MrD.

CAD wurden für Investitionen zum

Aufbau des neuen Standorts genehmigt.

von Grund auf überarbeitet und optimiert. Richard L.

„Dick“ Wilson, President und CEO von K+S Potash Canada,

betont: „Durch die hervorragende Arbeit unseres

gesamten Teams haben wir ein Konzept mit einer

Bauzeit entwickelt, welches optimal zu den Produktions-

und Marktprognosen von K+S passt und insgesamt

eine sehr positive Wirtschaftlichkeit aufweist.“

Mit Elan ans Werk

Die in diesem Jahr begonnenen ersten Infrastrukturarbeiten

in den Bereichen Wasserversorgung, 31

Elektrizität

und Straßenbau sowie erste Bohraktivitäten

schreiten unterdessen gut voran. INFO Bei K+S Potash Canada

GP in 31 Saskatoon arbeiten im

Projektbüro mittlerweile 30 K+S-

INFO

Mitarbeiter aus 31 verschiedenen Ländern

am Aufbau des neuen Standorts.

„Unter uns herrscht ein großer

31

Pioniergeist, alle Teammitglieder

sind mit Begeisterung bei der Arbeit“,

sagt der Bergbauingenieur

Tobias Geisen, der vom esco-Werk

Bernburg (Deutschland) nach Kanada

versetzt wurde. Da der Platz im

alten Potash-One-Büro nicht mehr

ausreicht, wird das Team bereits in wenigen Wochen

in größere Räumlichkeiten in der Innenstadt Saskatoons

umziehen. (mwu)

320

Mitarbeiter werden

insgesamt am neuen

Standort beschäftigt sein.

INFO

31

Weitere Informationen zum Legacy-Projekt finden

Sie auf der Website von K+S Potash Canada unter:

http://www.ks-potashcanada.com/en/index.html

K+S

2,86 Mio.

Tonnen Kaliumchlorid jährlich sollen in den ersten

beiden Ausbauphasen (bis 2023) produziert werden.

Packen wir’s an!

Dr. Ralf Diekmann, Geschäftsführer

der K+S KALI

GmbH, über die Bedeutung

des Legacy-Projekts.

„Das Legacy-

Projekt passt

hervorragend in

die Strategie des

Geschäftsbereichs

Kali- und

Magnesiumprodukte

und

veranstalltung

ist zur

mehr

langfristigen

info

Sicherung

der Produktionskapazitäten und

zur Teilnahme am Wachstum des

Weltkalimarktes unabdingbar.

Durch Legacy erhalten wir einen

portal Intranet

nordamerikanischen Kalistandort

zu unseren sechs deutschen Bergwerken

hinzu. Dies stärkt unsere

globale Präsenz und eröffnet uns

durch die relative Nähe des Standorts

zu den wichtigen Regionen

Nord- und Südamerika sowie

Asien neue Absatzmöglichkeiten.

internet Legacy wird sich außerdem positiv

auf die durchschnittlichen Kosten

des Geschäftsbereichs Kali- und

Magnesiumprodukte auswirken

und die durchschnittliche

Lebensdauer unserer Bergwerke

verlängern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass

wir mit unserem erfahrenen Team

an Spezialisten diese große und

für die gesamte K+S Gruppe bedeutende

Herausforderung meistern

werden. Packen wir’s an!“

Fotos: K+S (2), Volker Straub/K+S


Scoop 1/2011

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Hängepartie

aus Tradition

Für die Bergleute ist es seit Jahrhunderten

Routine, in ihrem Umkleideraum,

der sogenannten Kaue, die Alltagskleidung

vor der Einfahrt ins Bergwerk in

einen Korb zu legen. Der Kauenkorb

wird an einer Kette mehrere Meter

bis unter die Decke gezogen, die Kette

dann abgeschlossen. Damit ist die Kleidung

sicher und platzsparend untergebracht.

Bis vor einem Jahr baumelte

unter der Kauendecke nur Männerkleidung,

doch das hat sich geändert.

Zum Glück, wie Personal leiter Holger

Blannarsch sagt.

In der Kaue

wird es bunter

K+S bekennt sich zu Chancengleichheit und Vielfalt. Bis zum Jahr 2020 soll

der Anteil weiblicher Führungskräfte um etwa 30 Prozent steigen und so

dem Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft in Deutschland entsprechen.

Fotos: KircherBurkhardt, K+S (2)

Das Thema Frauenförderung ist in der

deutschen Politik im Jahr 2011 intensiv

diskutiert worden. Auf gut ausgebildete

Frauen kann nämlich angesichts

des demografischen Wandels kein europäisches

Unternehmen verzichten. K+S hat

sich deshalb, aber auch aus dem eigenen

Werteverständnis heraus, gemeinsam mit

den Unternehmen im führenden deutschen

Bör senindex DAX zur Chancengleichheit bekannt.

Das Stichwort dabei lautet Vielfalt.

K+S bekennt sich zu dem ambitionierten

Ziel, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der

Führungspositionen mit Frauen zu besetzen.

Dann entspräche der Anteil weiblicher

Führungskräfte exakt dem Anteil der weiblichen

Gesamtbelegschaft in Deutschland.

Dabei steht K+S als Bergbauunternehmen

vor ganz anderen Herausforderungen als

beispielsweise Unternehmen im Handelsoder

Dienstleistungssektor. So ist es in

Deutschland zum Beispiel erst seit 2009 gesetzlich

möglich, dass Frauen den Beruf der

Bergbautechnologin (früher Bergmechaniker)

erlernen.

„Diese Entwicklung ist in unseren Augen

ein riesiger Schritt nach vorne, der uns

sehr zugutekommt“, sagt Holger Blannarsch,

Leiter Personal bei K+S. Dass Frauen

Theresa Schellhas (links) und Sarah Lipp

haben 2010 als erste Bergbautechnologinnen

bei der K+S KALI GmbH den Vorstoß in die

Männerwelt gewagt.

heute die Mehrzahl der Abiturienten und

Hochschulabsolventen stellen, bringe das

Thema voran. „Das darf uns allerdings

nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch

immer eine vergleichsweise geringe Zahl

von Frauen technische und mathematischnaturwissenschaftliche

Ausbildungen und

Studiengänge durchläuft.“ Genau das sind

die Berufe, die bei K+S den Löwenanteil

ausmachen. Für Personalvorstand Dr.

Thomas Nöcker ist deshalb klar, dass es

für das Thema Chancengleichheit keine

Allerweltslösung geben kann: „Wir lehnen

starre gesetzliche Quoten ab, da sie den

unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen

Unternehmen nicht gerecht werden

können. Wir streben vielmehr eine langfristige

und nachhaltige Entwicklung an,

die auf unsere Unternehmensstruktur und

die Besonderheiten unserer Branche zugeschnitten

ist. Hier setzen wir auf Vielfalt“, so

der K+S-Arbeitsdirektor.

Vielfalt ist gut für das Ergebnis

Denn dass heterogene Teams die besseren

Ergebnisse liefern, ist erwiesen: „Wir

brauchen unterschiedliche Arbeits- und

Denkansätze. Frauen sind ebenso unersetzlich

wie Männer, jüngere Mitarbeiter

ebenso wichtig wie ältere, und auch

vielfältige berufliche sowie kulturelle

Hintergründe tragen zum Unternehmenserfolg

bei“, erläutert Blannarsch.

Mit dem Ziel der Frauen förderung

Holger Blannarsch ist seit Mai 2011

Leiter Personal Deutschland.

und dem danach ausgerichteten Handeln

setzt K+S auf die eigene Unternehmenskultur,

die sich zur Chancengleichheit

bekennt, nicht zuletzt aber auch die

Nachwuchs- und Mitarbeiterförderung

großschreibt: „Wir setzen uns bewusst für

unsere eigenen Leute ein und wollen auch in

Zukunft Fach- und Führungskräfte größtenteils

aus den eigenen Reihen gewinnen. Diese

Tradition leben wir seit Jahrzehnten, und

sie ist mitverantwortlich für unseren Erfolg“,

so Nöcker. Dass das Bekenntnis zur Förderung

von Vielfalt nicht nur für Deutschland

gilt, steht für Nöcker außer Frage: „Chancengleichheit

ist ein ebenso internationales

wie gesellschaftsübergreifendes Thema.“

Das Thema könne auch nicht einseitig nur

von den Unternehmen geschultert werden:

„Auch wenn die Maßnahmen zur Gewährleistung

von Chancengleichheit die gesellschaftlichen

und politischen Spezifika

der einzelnen Länder berücksichtigen

müssen, sind Offenheit und Beweglichkeit

über die Unternehmens-

und Ländergrenzen hinaus

notwendig. Dazu gehört auch das

Hinterfragen eingefahrener

und oftmals überholter

Rollenbilder.“ (cbe)


12

Scoop

Arbeiten Working / travailler / trabajar / trabalhar

1/2011

Wo Kinder glücklich sind

Schon sechs Monate nach der Geburt ihrer Babys können K+S-Mitarbeiter in

Kassel flexibel in den Beruf zurückkehren. Seit 2009 gibt es eine Unternehmenskita.

Die ist nicht nur schön – sie wird sehr gut angenommen.

Hannover,

Deutschland

» Der Löwenanteil

liegt natürlich

bei meiner Frau. «

Bei den „GlücKSkindern“

übt sich der Nachwuchs von

K+S schon mal im Umgang

mit schwerem Gerät. Altersgerecht,

versteht sich.

Dem Beruf gerecht zu werden und zugleich die

Familie nicht zu vernachlässigen, kann schwierig

sein. Wie meistern Kollegen bei K+S diesen Spagat?

Scoop hat sich umgehört.

Francisco Martín, esco HQ, Hannover

(wechselte zum 13. September

von esco Spain, Barcelona)

schreibt: Praktischerweise ist

meine Frau als Innenarchitektin

und Übersetzerin selbstständig

und kann von zu Hause aus arbeiten.

Das war schon so, als wir

noch in Barcelona wohnten, und

das wollen wir auch in Deutschland

beibehalten. Das heißt, sie

kann unsere Kinder – 6, 4 und

1,5 Jahre alt – gut zu Hause

betreuen und hält mir so den

Rücken frei für meine Arbeit.

Am Wochenende machen wir es

dann umgekehrt – aber natürlich

liegt der Löwenanteil schon

bei ihr.

So sieht der perfekte Kindergarten aus: helle, bunte Räume,

Plätze zum Spielen, Basteln, Plaudern und Klettern, Klamotten

zum Verkleiden, mehrere Spielküchen, eine Bibliothek

und ein Turnraum: Im Kindergarten bei K+S bleiben kaum Wünsche

offen. In den Waschräumen dürfen sich die „GlücKSkinder“

sogar mit farbiger Seife anmalen oder mit Wasser herummatschen.

In ihren Ateliers experimentieren und basteln sie zum Thema

Naturwissenschaften. Auf dem Spielplatz draußen können sie

sich austoben. Und mittwochs, am „süßen Tag“, gibt es sogar Nutella

zum Frühstück. Kurz: ein Kinderparadies.

40 Kinder von K+S-Mitarbeitern werden bei den „GlücKSkindern“

betreut. Für die Mütter und Väter ist das eine perfekte Möglichkeit,

auch mit Familie schnell wieder in den Beruf einzusteigen. Ab einem

Alter von sechs Monaten darf der Nachwuchs in den Kindergarten

kommen – für 25, 35 oder 45 Wochenstunden. Und wenn

plötzlich ein Meeting dazwischenkommt? „Sind wir flexibel“, sagt

Kindergartenleiterin Christina Bertram. „Eltern können kurzfristig

Zusatzbetreuungsstunden buchen.“ Von 7.30 bis 17.30 Uhr ist der

Kindergarten geöffnet, angepasst an die Arbeitszeiten bei K+S.

Vor zwei Jahren hat das Unternehmen die Einrichtung zusammen

mit dem privaten Betreiber von Kindertagesstätten educcare eröffnet.

Seither hat jeder Mitarbeiter, der es wollte, dort einen Platz

für seinen Nachwuchs bekommen; in Kassel sonst keine Selbstverständlichkeit.

Für jedes Kind zahlt K+S einen Zuschuss zum Kindergartenbeitrag.

In allen Gruppen gibt es je drei Erzieherinnen. Eine

von ihnen spricht die Kinder nur auf Englisch an. 2012 wächst das

Angebot noch: Für Kinder ab vier ist ein Erste-Hilfe-Kurs geplant.

„Und für Eltern bieten wir erstmals ein Coaching an: Starke Eltern –

Starke Kinder“, sagt Christina Bertram. (cbe)

Alverca, Portugal

» Maria hat meinen

Tagesablauf natürlich

verändert. «

Ana Ramos, Sekretärin bei Vatel,

antwortet: „Meine Tochter

Maria ist zwei Jahre alt und

sehr fröhlich, aufmerksam und

neugierig. Sie hat meinen Tagesablauf

natürlich verändert. Ich

stehe früher auf, bringe Maria zu

ihren Großeltern (die eine große

Hilfe sind) und gehe zur Arbeit.

Abends hole ich sie ab, koche

Abendessen, wir essen, spielen,

gehen schlafen. Und am nächsten

Tag dasselbe! Nächstes Jahr

geht sie in den Kindergarten, da

wird sich noch mal alles ändern.

Aber es wird gut. Ich komme aus

mit meiner Zeit, ohne Beruf oder

Familie zu vernachlässigen.

Kassel, Deutschland

» Mit ordentlicher

Planung gelingt

mir der Spagat. «

Claudia Böhm ist Referentin in der

Unternehmensentwicklung der

K+S AG in Kassel und Mutter von

zwei Söhnen (Moritz 3 Jahre, Felix

6 Monate). Sie antwortet: „Mit ordentlicher

Planung (wir haben vier

Familienkalender), einer guten Betreuung

und dem richtigen Partner

gelingt mir der Spagat. Zumal auch

meine Chefin Verständnis zeigt,

wenn ich wegen Veranstaltungen

im Kindergarten mal früher gehe.

Wenn dafür jedoch noch Muffins

benötigt werden, schaffe ich nicht

in stundenlanger Arbeit bunte

Kunstwerke, sondern „nur“ leckere

kleine Kuchen.

Chicago, USA

» Es ist schon hart,

Arbeit und Familie

zu organisieren. «

Eloisa Henthorn ist Director of

Internal Auditing für die K+S

Gruppe in Nordamerika. Sie

schreibt: „Ich arbeite in unserem

Büro in Chicago, reise aber viel,

um Audits zu halten. Ich habe

zwei Kinder, Isabelle (13 Monate)

und Kenneth (12 Jahre). Ich gebe

zu, dass es manchmal ganz

schön hart ist, Arbeit und Familienleben

zu organisieren. Aber

wenn ich nach einem langen

Tag Isabelle halte und küsse,

dann weiß ich, das ist es wert.

Zum Glück habe ich jemanden,

der bei mir zu Hause die Kinder

betreut, denn Kindergärten sind

sehr teuer in den USA.

Fotos: Bernd Schölzchen (2), privat (4)


Leben living/ Vivre / vivir / VIVER

13

Ortstermin für Witold

Grzebisz (2. v. l.) in Drzonek,

knapp 60 km südlich von

Poznań. Nach fast acht

Wochen ohne Regen ist der

Boden staubtrocken.

unterwegs

gegen die

Trockenheit

In der polnischen Landwirtschaft sind die Erträge viel zu gering. Schuld sind der Mangel

an bedarfsgerechter Düngung und die Dürre. Es gäbe Abhilfe, weiß Witold Grzebisz.

Foto: Marc Brinkmeier

W

itold Grzebisz ist Wissenschaftler.

Eigentlich. „Im Augenblick fühle

ich mich eher wie ein Missionar“,

sagt der Professor für Agrarchemie, der seit

16 Jahren an der University of Life Science

im polnischen Poznań forscht und lehrt. Die

Botschaft, die der 58-Jährige für die polnischen

Bauern hat, ist denkbar froh: Witold

Grzebisz weiß, wie sie ihre Erträge von Zuckerrüben,

Kartoffeln, Weizen oder dem Getreide

Triticale erheblich steigern, in manchen

Fällen gar verdoppeln können. Seine

Feldversuche, die er für die K+S KALI GmbH

in Poznań und Umgebung verantwortet

hat, haben es bewiesen: „Die von mir getesteten

Kombinationen von Kalium, Magnesium

und anderen Mineralien, die genau auf

die individuellen Bodenbeschaffenheiten

abgestimmt sind, wären die Lösung. Doch

dafür müssen die Landwirte umdenken und

begreifen, dass es nicht reicht, etwas anzusäen

und dann auf Regen zu hoffen. Dass

sie auch etwas investieren müssen.“ Keine

einfache Aufgabe, seufzt der umtriebige

Agrarprofessor, der unermüdlich Beiträge

für Landwirtschaftsmagazine schreibt – unentgeltlich,

selbstverständlich – und zu den

Farmern auf die Höfe fährt oder ganze Dörfer

zu Informationsveranstaltungen einlädt.

„Da habe ich manchmal 100.000 Hektar

und mehr in einem Raum“, sagt Grzebisz. In

manchen Dörfern hat der Wissenschaftler

gar Demonstrationsfelder angelegt, um den

Landwirten den positiven Effekt bedarfsgerechter

mineralischer Düngung zu zeigen.

Die sandigen Böden Polens stellen die Landwirtschaft

vor eine schwierige Aufgabe.

„Etwa die Hälfte der Flächen könnten einfach

aufgeforstet werden, den Unterschied

würde man im augenblicklichen Output

nicht wirklich merken“, so Grzebisz’ niederschmetterndes

Fazit. Um stabile, berechenbare

Erträge zu erhalten, müssten die

polnischen Bauern dem kargen Boden viele

Mineralien zuführen. Doch seit nach dem

politischen Umbruch Anfang der 1990er-

Jahre die staatlichen Subventionen für Düngemittel

drastisch reduziert wurden, haben

viele Landwirte das Düngen ihrer Flächen

fast aufgegeben. Das eigentliche Problem

der Region ist aber Wasser. „Wassermanagement

ist Fortsetzung auf Seite 14 >>


14 15

Leben living / Vivre / vivir / VIVER

Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

Düngung verändert

das Wurzelwachstum

gedüngt mit

300 kg Kalium

ungedüngt

Dürreperioden in

den Pflanz- und

Wachstumszeiten

Frühling

und Herbst

sind für die

Landwirtschaft

fatal. Daher gilt

es, die wenige

Nässe im Boden

zu speichern.

In dem 300-Einwohner-Dorf Drzonek beteiligen

sich Bauern an Grzebisz’ Feldversuchen.

» In Polen, Weißrussland

und im Osten Deutschlands

leben wir längst in

der Sahelzone Europas. «

auch bei uns in Europa das Zukunftsthema

in der Landwirtschaft“, betont Grzebisz. Die

meisten Menschen würden bei „Wasserknappheit“

und „Dürre“ immer noch vor

allem an die Wüsteneien der Dritten Welt

denken. „Dabei leben wir in Polen, Weißrussland

und dem Osten Deutschlands

längst in der Sahelzone Europas.“ Denn

nicht die Jahresmenge des Niederschlags ist

wichtig, sondern die Frage, wann der Regen

fällt. Und der wird in dieser Region im Frühling

und im Herbst, den wichtigen Pflanzund

Wachstumszeiten, immer knapper.

„2011 hatten wir von März bis Mai eine Hitzewelle

und kaum Regen, dann einen verregneten

Sommer, und im Herbst konnten

die Bauern die Saat nicht ausbringen, weil

gut sechs Wochen kein Tropfen fiel“, sagt

Grzebisz. Von einer Dürre spricht man in der

Landwirtschaft bereits nach vier trockenen

Wochen. Wäre die Region, so wie in früheren

Jahrhunderten, ausschließlich auf die

heimische Produktion angewiesen, würden

Ostdeutschland, Polen und Weißrussland in

diesem Jahr wohl einem Hungerwinter entgegensehen.

Es frustriert den polnischen Agrarexperten,

wenn er die Felder mit kleinwüchsigem

Mais oder Gerste sieht, die wegen des akuten

Wassermangels in der Wachstumsphase

kaum eine PET-Flasche überragen. „Das

müsste alles nicht sein, das haben unsere

Versuche gezeigt“, sagt er.

Zuckerrüben werden

seit jeher in Polen

angebaut, daher

erforscht Witold

Grzebisz, was sie

brauchen, um trotz

der Trockenheit zu

gedeihen.

Wurzeltiefe

Tage nach

in cm

der Aussaat

0 0

20

40

60

80

Mit Traktoren

werden die exakt

auf die örtlichen

Boden- und

Klimabedingungen

abgestimmten

mineralischen

Düngemittel

ausgebracht.

26

28

31

35

38

44

49

D

CZ

Poznań

POLEN

SK

LT

BY

UA

Nicht nur die

Zusammensetzung,

auch Düngezeitpunkt

und -menge

werden genau

festgelegt.

Dass eine gezielte Düngung mit Kalium

und Magnesium förderlich für die Wassernutzungseffizienz

in der Landwirtschaft

sein kann, wurde bei K+S lange vermutet.

Jetzt ist der Beweis da: Drei Jahre lang haben

Forschungsteams um Prof. Dr. Andreas

Gransee, Leiter der Abteilung für angewandte

Forschung bei der K+S KALI GmbH,

diesen Verdacht in verschiedenen Experimenten

und in Feldversuchen in Gießen,

Kiel, Halle und Poznań geprüft. „Wir haben

dabei handfeste Beweise für einen synergistischen

Effekt auf die Wassernutzung im

Gesamtsystem gefunden“, formuliert es der

Professor, der die Versuche in Poznań leitete.

Die Mineralien des Düngers – vor allem Kalium

– stärken nicht nur das Pflanzen- und

Wurzelwachstum, sondern verändern auch

die Struktur des Bodens derart, dass mehr

Wasser entgegen der Schwerkraft im Oberboden

gespeichert wird. Dort ist es für das

kräftige Wurzelwerk der gedüngten Pflanzen

gut erreichbar (siehe Grafik).

Vor allem dieser Aspekt lässt die polnischen

Landwirte langsam aufhorchen. „Es ist keine

Kunst, in einem guten Jahr mit ausreichend

Regen eine anständige Ernte einzufahren“,

sagt Witold Grzebisz. „Doch Geld verdient

man in der Landwirtschaft vor allem, wenn

auch in den trockenen Jahren die Erträge

stimmen.“ (cbe)

Einzigartige

Beratungsexpertise

Die K+S KALI GmbH berät Bauern weltweit

zum Mineralieneinsatz auf ihren Böden.

Durch Erkenntnisse aus rund 250 Feldversuchen weltweit

kann die K+S-Forschung nicht nur die Produkte

ständig verbessern, sondern auch Bauern überall auf

der Welt standortgerechte Beratungen zur optimalen

Mischung, Düngemenge und -zeitpunkt bieten. Am

Anfang steht dabei stets die Bodenanalyse. Bewährt

hat sich die interaktive Beratungssoftware.

Voraussetzung für eine ausgewogene Pflanzenernährung

und damit gesunde und ertragreiche Pflanzen

sind neben Kalium und Magnesium auch die Hauptnährstoffe

Stickstoff und Phosphor. Nach einer ausgewogenen

Düngung wird das

vorhandene Wasser ohne

unproduktive Verdunstung

optimal in Ertrag umgesetzt,

sodass pro Tonne erzielter

Ernteeinheit weniger

Wasser verbraucht wird.

Fotos: Marc Brinkmeier (5), dpa Picture-Alliance/Patrick Pleul, K+S Grafik: KircherBurkhardt Infografik


16 Leben living / Vivre / vivir / viver

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Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

Ohne Auftausalz

wird’s gefährlicH

In weiten Teilen der Welt gehören Streu- und Räumfahrzeuge zum Winter wie

Schnee und Kälte. Doch kaum beachtet von der Öffentlichkeit hat sich bei den

Straßendiensten viel getan: Heute wird weniger Salz effektiver eingesetzt.

Salz ist nicht

gleich Salz – die

Mischung zählt

Während feinere Salzkörner

sofort an der Oberfläche wirken,

garantieren gröbere Kristalle

die nötige Langzeitwirkung bei

dicken Eis- und Schneeschichten.

Fotos: Plainpicture/Johner, Gentsch/dpa Picture-Alliance, Getty Images, K+S, Straub/K+S

» Auf eisglatter Strecke

verlängert sich der

Bremsweg um mindestens

das Fünffache. «

Der Schnee fällt ungewöhnlich früh

in diesem Jahr. Von Washington D. C.

bis hinauf nach Calgary – wo sonst

zum Halloween kostümierte Kinder durch

nebelverhangene Straßen ziehen, rücken

an der US-amerikanischen Ostküste und

in weiten Teilen Kanadas nun die Winterdienste

aus. Im Central Park in New York

brechen etliche noch laubtragende Bäume

unter der Schneelast zusammen. Seit

Menschengedenken hat es hier zu diesem

Zeitpunkt nicht so viel Schnee gegeben.

Auch in Saskatchewan, der Heimatregion

von K+S Potash Canada, schneit es. Die Liste

der Highways, vor deren Benutzung der Verkehrsfunk

warnt, wird lang und länger. Dutzende

Pkw sind von den eisglatten Straßen

gerutscht, viele Pendler hätten besser auf

Busse und Bahnen ausweichen sollen.

Nicht nur in Nordamerika, sondern in vielen

Regionen der Welt können Eis und Schnee

den Verkehr ausbremsen. Wenn die Straße

glatt ist wie Schmierseife, enden selbst

zaghafte Lenk- und Bremsmanöver leicht

im Abseits. Wer ungewollte Abstecher ins

Grüne – pardon, ins Weiße – vermeiden will,

fährt lieber langsam: Auf eisglatter Strecke

verlängert sich der Bremsweg um mindestens

das Fünffache, bereits bei Tempo 50

kommt ein Fahrzeug frühestens nach 100

Metern zum Stehen – meist also viel zu

spät, um einen Crash noch zu verhindern.

Alle Bemühungen, den Verkehr im Winter

sicherer zu machen, zielen deshalb vor allem

darauf, die Griffigkeit des befahrenen

Untergrunds zu erhöhen. Dabei hat sich seit

vielen Jahrzehnten der Einsatz von Auftaumitteln

bewährt. Salz senkt den Gefrierpunkt

von Wasser, Eis und Schnee werden

Frühzeiten: Mit dem „Original Weisser Streuer“

begann der Streuteller seinen Siegeszug, musste

aber noch in harter Arbeit befüllt werden.

Straßenräumung in Kanada. Spätestens ab Mitte

November gehören Schnee und Eis zum Alltag.

also wieder flüssig. Auf nasser Fahrbahn

haben Fahrzeugreifen wieder eine bessere

Chance, die Rutschgefahr wird erheblich

gemindert.

Bereits seit den 1930er-Jahren macht man

sich diese Erkenntnis im Winterdienst zunutze.

Damals allerdings konnte man das

Salz noch kaum vernünftig dosieren. Mit der

Schaufel wurde der Streustoff einfach vom

Lkw auf die Straße geworfen. Das war harte

körperliche Arbeit, zudem konnte das Salz

auf diese Weise kaum gleichmäßig auf der

Fahrbahn verteilt

werden. Später

schaufelte man

das Salz immerhin in

einen Streuer, durch

den es mal schneller,

mal langsamer auf die

Straße rieselte. Auch

damit aber blieben Streubreite

und -menge zufällig.

Zu einem Meilenstein der

Streutechnik wurde im Jahr

1938 die Erfindung des Streutellers,

mit dessen Hilfe das

Salz erstmals gleichmäßig und

mit einer größeren Streubreite

auf die Straße gebracht werden

konnte. Vorreiter dieser Entwicklung

war die Firma Weisser im südwestdeutschen

Bräunlingen, die in

den Höhenlagen des schneereichen

Schwarzwaldes ideale Bedingungen für

die Erprobung neuartiger Streufahrzeuge

vorfand.

Mit dem Streuteller war das Ende der Entwicklung

allerdings noch längst nicht erreicht.

Denn noch gab es das Problem, dass

das Winterdienstfahrzeug – ob in der Stadt

oder auf der Autobahn – immer mit der

gleichen Geschwindigkeit fahren musste,

um einigermaßen konstante Ergebnisse zu

erzielen. Erst ab etwa 1960 war das sogenannte

„wegeabhängige Streuen“ möglich,

bei dem das Streugerät gleichsam an den

Tachometer gekoppelt wurde und so die

Salzmenge geschwindigkeitsabhängig dosieren

konnte.

Zurück nach Kanada. Dort ist Ende November

endgültig der Winter eingebrochen.

Zum Beispiel in der vergleichsweise dicht

besiedelten Provinz Ontario. Bei Temperaturen

um den Gefrierpunkt kämpft der

Winterdienst dort mit überfrierender

Nässe oder nassem,

rutschigem Schneematsch.

Abends

wird es kalt, auf

den wichtigen

Highways muss immer wieder Salz gestreut

werden, um den Verkehr in Gang zu halten.

Zum Einsatz kommt hier die Mitte der

1970er-Jahre entwickelte Feuchtsalz-Streuung.

Das Salz wird dabei nicht trocken

ausgebracht, sondern etwa zu einem Drittel

mit einer Salzlösung angereichert. Die

feuchte Masse lässt sich besser verteilen, es

gibt deutlich weniger Streuverluste durch

Verwehen oder Wegspringen von Salzkörnern.

Vor allem aber wird der Auftauprozess

schneller in Gang gesetzt und hält länger

an, bei gleicher Dosierung wie bei Trockensalz

werden 20 bis 25 Prozent weniger Salz

ausgebracht.

In anderen Regionen Kanadas gehört

Feuchtsalz noch nicht zum Standard. In

Ontario wirbt das dortige Verkehrsministerium

deshalb schon seit Jahren dafür,

» Ein Meilenstein der

Streutechnik war im

Jahr 1938 die Erfindung

des Streutellers. «

aus den Erfahrungen dieser besonders

schneereichen kanadischen Provinz zu lernen

und regelmäßig mit vorgenässtem Salz

zu streuen. „Der Standard der Schnee- und

Eisbekämpfung in Ontario orientiert sich an

den besten Verfahren, die in Nordamerika

angewandt werden“, heißt es im Ministerium.

Trockenes Streusalz werde in Ontario

nicht nur mit Wasser, sondern auch mit

speziellen Anti-Frost-Flüssigkeiten angefeuchtet.

In Deutschland und Skandinavien gilt die

Feuchtsalztechnologie überall als Stand

der Technik – 80 bis 90 Prozent des von

esco lose verkauften Auftausalzes wird mit

dieser Methode ausgebracht. Im

übrigen Europa ist das Bild uneinheitlich:

Dort, wo der Investitionsaufwand

für die

Feuchtsalztechnologie

die Budgetmöglichkeiten

Fortsetzung auf Seite 18 >>

In Europa verkauft unsere Tochtergesellschaft

esco ein seit Jahrzehnten

bewährtes Auftausalz. Dessen besonders

effektive Mischung aus feinen und

groben Salzkristallen von 0,2 bis 5,0

Millimetern sorgt für maximale Auftauwirkung

gegen Eis und Schnee.

Eine Handvoll Auftausalz. Ein durchschnittliches

Winterdienstfahrzeug kann davon

etwa 6,5 Tonnen aufnehmen.

Mit 0,1 bis 0,8 Millimetern ist das Siedesalz

von esco, das in einigen europäischen

Märkten ebenfalls als Auftausalz

nachgefragt wird, sehr viel feiner. Fein -

körnige Anteile gehen schneller in

Lösung, was besonders bei der vorbeugenden

Streuung von Vorteil ist.

Deutlich grobkörniger sind die Salzmischungen

von SPL und Morton Salt, die

vor allem für den nordamerikanischen

Markt hergestellt werden. Hier beträgt

das Kornspektrum 1,0 bis 12,5 Millimeter.

Zu den Abnehmern von unserem auf

drei Kontinenten produzierten Auftausalz

zählen neben Winterdienstleistern,

Straßenbauverwaltungen und gewerblichen

Großverbrauchern auch private

Haushalte.

Für jeden etwas

dabei: Siedesalz (r.)

und esco-Auftausalz

(M.), Auftausalz

von SPL (l.)


18 Leben living / Vivre / vivir / viver

Scoop 1/2011

„Auftausalz ist anderem Streugut

auch ökologisch überlegen“

Der Winterdienst hat einen großen Nutzen für die Volkswirtschaft.

Im Straßenverkehr bleibt Auftausalz dabei

das Maß aller Dinge, sagt einer, der es wissen muss.

Nächtlicher Schneesturm in Ontario/Kanada: Wo nicht gestreut wurde, werden aus Straßen und

Gehwegen sofort eisige Rutschbahnen.

überschreitet, wird nach wie vor Trockensalz

gestreut. Ausschlaggebend sind aber

auch das jeweilige Landschaftsbild, klimatische

Anforderungen sowie die technische

Entwicklung des Winterdienstes vor Ort.

Das Bemühen, voneinander zu lernen, ist

in jedem Fall erkennbar: Auf europäischer

Ebene herrscht ein reger Informationsaustausch

über Best Practices im Winterdienst.

So verfolgt ein europäisches Forschungsprojekt

das Ziel, europaweit einheitliche

Standards zu empfehlen. Im Abschlussbericht

wird deutlich, dass der Einsatz von

Auftausalz die wirtschaftlichste und

umweltfreundlichste Methode ist. Die

klare Empfehlung: Die Feuchtsalztechnologie

ist auszuweiten.

Auch wenn noch gar kein Schnee

liegt, kann deren Einsatz sinnvoll

sein. Braut sich in Ontario beispielsweise

ein Schneesturm

zusammen, wird mit Feuchtsalz

oft schon präventiv vorgestreut.

Die Vorbeugung

ist sinnvoll, weil sie nicht

nur einen Beitrag zur Verkehrssicherheit

leistet,

sondern gleichzeitig

Salz einspart. Je nach

Witterungslage

und Temperatur

braucht man zur

vorbeugenden

Streuung nämlich

30 bis 70

Prozent weniger Salz als zur Bekämpfung

vorhande ner Eis schichten.

Ausgerüstet ist der Winterdienst im Winterland

Kanada indes nicht nur mit verschiedenen

Streutechniken und -verfahren. Die

Wächter über den Straßenverkehr sind dank

Satellitendaten auch stets über die aktuelle

Wetterlage und die Wetterentwicklung bestens

informiert. An neuralgischen Stellen,

INFO

» Braut sich der nächste 31

Schneesturm zusammen,

31

wird vorgestreut.

INFO

Das spart viel Salz. «

31

INFO

etwa an Autobahnbrücken, haben 31 die Experten

darüber hinaus Glättemeldeanlagen

installiert, die wertvolle Messwerte liefern.

31

Mithilfe von Sensoren in der Fahrbahn und

Messinstrumenten am Fahrbahnrand wird

die aktuelle Temperatur von Luft und Fahrbahn

überwacht – auch dies hilft, die Gefahr

von Glättebildung leichter und schneller

vorhersehen zu können. Besonders stolz

sind die Kanadier aber auf ihre GPS-gesteuerten

Räumfahrzeuge, die in gestaffelter

Formation mehrspurige Straßen räumen,

ähnlich wie Mähdrescher ein Weizenfeld

abernten. (akö)

Weitere Informationen unter: www.

cost.esf.org/domains_actions/tud/

Actions/Winter_Service_Strategies

Schon lange weiß man, dass Salz auftauende

Wirkung hat. Was gibt es noch zu

erforschen?

Wo es die örtlichen Gegebenheiten

erlauben, wird heute mit modernster

Elektronik und höchster Präzision nur die

unbedingt erforderliche Menge Salz auf

die Fahrbahn gestreut. Dieser Erfolg ist

nicht nur das Verdienst findiger Ingenieure,

sondern auch jahrelanger Wissenschaft

und Forschung. Das Ziel, den

Winterdienst so effizient wie möglich zu

machen, treibt uns nach wie vor an.

Trotz aller Effizienz ist die Arbeit des

Winterdienstes aufwendig und teuer. Ist

der Aufwand angemessen?

Alle Studien belegen, dass der Winterdienst

einen großen Nutzen für die

Volkswirtschaft hat. Zum einen, weil er

die Sicherheit auf den Straßen erheblich

erhöht und Unfallzahlen und -kosten

hierdurch sinken. Und zum anderen, weil

der Verkehrsfluss stark verbessert wird:

Es gibt deutlich weniger Staus und somit

auch geringeren Kraftstoffverbrauch.

Verschiedene Untersuchungen sowohl in

Deutschland als auch im Ausland haben

ergeben, dass für jeden für den Winterdienst

eingesetzten Euro der mehrfache

Betrag an Kosten für die Wirtschaft

aufgrund von Unfällen, eingeschränkter

Mobilität, Produktivität und umsonst

gezahlter Löhne vermieden wird.

Kritiker fordern, dass auch Umweltauswirkungen

in die volkswirtschaftliche

Gesamtrechnung einfließen.

Das geschieht

veranstalltung

ja. Die Diskussion

mehr info

um die

Umweltauswirkungen wird bereits seit

den 1970er-Jahren geführt, und die Streumengen

wurden seitdem bereits stark

minimiert. Spätestens im Jahr 2003 sollte

portal Intranet

allerdings allen klar geworden sein, dass

Auftausalz bei sparsamer Anwendung im

Straßenwinterdienst anderen Streustoffen

K+S nicht nur wirtschaftlich, sondern

auch ökologisch überlegen ist. Damals

hatte das weithin anerkannte Ökoinstitut

Freiburg im Auftrag des deutschen

Umweltbundesamtes eine umfangreiche

vergleichende internet Studie durchgeführt, bei

der sämtliche Umwelteffekte berücksichtigt

wurden: von der Gewinnung eines

Stoffes über gesundheitliche Auswirkungen

bis hin zur Entsorgung.

Trotzdem bleiben abstumpfende Mittel

für manche eine Alternative.

Für Straßen und Autobahnen sind

abstumpfende Mittel eindeutig keine

Alternative. Insbesondere bei Eis- und

Reifglätte bringen solche Stoffe nichts,

aber auch bei Neuschnee wird Splitt und

ähnliches Material entweder ganz schnell

vom Verkehr weggeschleudert oder so

weit in den Untergrund eingedrückt, dass

es nicht mehr wirken kann. Allenfalls auf

Gehwegen sind abstumpfende Mittel

bei bestimmten Wettersituationen eine

Alternative zum Auftausalz.

Bei der Salzstreuung hat sich die Feuchtsalztechnologie

weitgehend durchgesetzt.

Weil es nichts Besseres gibt?

Die Entwicklung dieser maßgeblich in

Deutschland vorangetriebenen Technologie

ist sicherlich der wesentliche Schritt

gewesen. Heute ist diese Methode in

der ganzen Welt verbreitet. Doch es

gibt auch neuere Trends: Seit zwei

Jahren erproben wir, im Rahmen der

vorbeugenden Streuung bei bestimmten

Wetterlagen ganz auf Trockensalz zu

verzichten und nur noch eine flüssige

Salzlösung auszubringen. Diese Technik

hat sich als eine wertvolle Ergänzung

zum Feuchtsalz herausgestellt und wird

sich in den nächsten Jahren bei uns

stark verbreiten. Allerdings kann dies

nur eine Ergänzung zu der seit langem

bewährten Feuchtsalzstreuung sein, die

bei der Bekämpfung

vorhandener Glätte

die Standardlösung

bleibt. (akö)

Dr. Horst Hanke,

Leiter des Arbeitskreises

Winterdienst

der Forschungsgesellschaft

für

Straßen- und

Verkehrswesen in

Deutschland.

Fotos: Getty Images, Plainpicture/Johner, Jennifer Weyland Grafik: KircherBurkhardt Infografik

Wie die Feuchtsalzstreuung funktioniert

In vielen Ländern rund um den Globus ist diese Technologie Stand der Technik.

Der Auftauvorgang funktioniert erst, wenn etwas

Wasser ins Spiel kommt. Dieses entsteht durch

die Feuchtigkeit in der Luft – oder man erzeugt

künstlich einen dünnen Solefilm. Genau dies geschieht

bei der Feuchtsalzstreuung, indem trockenes

Auftausalz mit einer Salzlösung angefeuchtet

wird. Die Vermischung erfolgt unmittelbar vor

der Ausbringung auf dem Streuteller in einem

Verhältnis von 70 zu 30 Gewichtsprozent.

Eis

Salzkorn

Die Salzlösung hat einen niedrigeren Gefrierpunkt

als Wasser, wodurch das Eis schmilzt.

Flächenhafte Tauwirkung der Salzlösung

Fototermin KW47


Lernen learning / Apprendre / aprender / aprender

19

» Seite 20

Sicherheit:

runter mit den

Höhenrettern

Was man bei einem Höhenrettungstrupp

alles wissen und

üben muss, zeigt das Team vom

esco Werk Borth.

» Seite 22

Mit groSSem

querschnitt

Neue Maschinen in Zielitz. Wie zwei

Schwergewichte schneller Strecke

im Kaliwerk machen sollen.

Fotos: K+S, Straub/K+S, imago

» Seite 24

SalzKultur:

Hauptrolle für

weiSSes gold

Sechs Beispiele dafür, welchen

wichtigen Platz unser Produkt

in Kultur, Geschichte und Alltag

einnimmt.


20 21

Lernen Learning / Apprendre / aprender / aprender

Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

Übung im Schacht II des

Salzwerkes Borth. Von

der 740-Meter-Sohle

wird der zu Rettende

in einem sogenannten

Schleifkorb mit einer

Winde hochgezogen.

Höhenretter bei K+S:

Schwindelfreiheit muss sein!

Höhenretter sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Das achtköpfige Team vom esco Werk

Borth hat am Bottroper Tetraeder spektakuläres Abseilen und Retten geübt.

Ausbilder Smock von der

Rettungsstelle in Herne

und Helmut Köster vom

Rettungstrupp begutachten

den Aufbau der

Übungsstation.

Helmut Köster gibt

Anweisungen: Gut gesichert

werden Michael

Helmes und Wolfgang

Knoblich langsam

abwärts gelassen.

Während Wolfgang

Knoblich im Schleifkorb

liegt, achtet Michael

Helmes darauf, dass das

Abseilen gefahrlos über

die Bühne geht.

Höhenrettung in

der K+S Gruppe

Höhenrettung ist ein spezielles

Verfahren der öffentlichen

Gefahrenabwehr. Ein Höhenrettungstrupp

wird z. B. von Feuerwehren,

Hilfsorganisationen

und auch Betreibern großer

Objekte (Strommasten, Energieversorger)

vorgehalten. Höhenrettung

ist technisch eng mit

dem Bergrettungsdienst und dem

medizinischen Rettungsdienst

verwandt. In der K+S Gruppe gibt

es auf den meisten deutschen

Standorten spezielle Trupps zur

Höhenrettung, die in der Regel

den Werkfeuerwehren oder den

Grubenwehren zugeordnet sind.

Über 90 Mitarbeiter arbeiten in

diesen Trupps. Bei Morton Salt

übernehmen spezielle, den Grubenwehren

vergleichbare „Mine

Rescue Teams“ diese Aufgaben.

Christian Kazur, im

Hauptberuf Industriemechaniker,

in voller

Höhenretter-Montur

beim Befahren der

Übungsstation.

Das absolute Vertrauen

zueinander ist eine wichtige

Grundvoraussetzung.

W

er bei uns mitmachen will, muss

absolut schwindelfrei sein und

darf keine Angst vor großen

Höhen haben“, bringt Thomas Clewe die

Sache auf den Punkt. Der erst vor einem

Jahr gegründete Höhenrettungstrupp im

Steinsalzbergwerk Borth hat schließlich die

Aufgabe, Menschen aus großer Höhe oder

großer Tiefe zu retten. Im Ernstfall muss das

Team in der Lage sein, eine erkrankte oder

verletzte Person zum Beispiel von einem

Turm in den übertägigen Fabrikanlagen des

Werkes zu retten, also aus einer Höhe von

bis zu 70 Metern. Und die Truppe muss zur

Bergung von Personen im mehr als 700 Meter

tiefen Schacht in der Lage sein. Schwindel

wäre da in der Tat eher hinderlich. Absolutes

Vertrauen zueinander ist dagegen

eine wichtige Grundvoraussetzung. Die Höhenretter

sind ein eingeschworenes Team.

Thomas Clewe ist der Leiter des Trupps in

Borth. Seit 1992 im Salzwerk, ist der 46-Jährige

dabei Sicherheitsfachkraft, Betriebsratsmitglied

und Betrieblicher Gesundheitsmanager

in einer Person. Zu seinem

Team gehören Mitglieder der Grubenwehr,

aber auch Kollegen aus dem Bereich der

übertägigen Produktion. Alle bringen verschiedenste

berufliche Erfahrungen mit.

Was ihnen gemein ist, ist die Ausbildung

zum Höhenretter durch die Hauptstelle für

„Haben wir alles dabei?“ Zu Beginn der

Übung, wie hier auf dem Gelände des

Bottroper Tetraeders, steht die Überprüfung

der Ausrüstung auf dem Plan.

das Grubenrettungswesen im nordrheinwestfälischen

Herne. Vier Übungen hat

der Trupp der Höhenretter jedes Jahr zu

absolvieren, damit jeder Handgriff sitzt. So

schreibt es das Zentrale Grubenrettungswesen

der Bergbau-Berufsgenossenschaft

(BBG) vor (heute: Berufsgenossenschaft

Rohstoffe und Chemische Industrie – BG

RCI). Da wird zwar auch die Schulbank gedrückt,

im Mittelpunkt steht aber die Praxis

in der Auf- und Abseiltechnik. Deshalb üben

Thomas Clewe und sein Team hauptsächlich

im Bereich der Saline, am Heizerturm.

Der bietet viele Möglichkeiten der Rettungsübung.

Weitere „Tummelplätze“ sind der

über 70 Meter hohe Förderschacht I sowie

die Schachthalle am Schacht II. Über ihn erfolgt

die Seilfahrt, also die Beförderung der

Kumpels unter Tage sowie der Transport von

Material für den Grubenbetrieb.

Aber auch externe Trainingsplätze sind

gefragt und erweitern den eigenen Erfahrungshorizont.

So fand in diesem Jahr

erstmals eine spektakuläre Abseil- und Rettungsübung

am mehr als 60 Meter hohen

Bottroper Tetraeder statt.

Der Tetraeder ist ein in Form einer dreiseitigen

Pyramide erbauter und frei begehbarer

Aussichtsturm auf einer Halde nahe Bottrop

im nordrhein-westfälischen Ruhrgebiet.

Die 1994 eröffnete Stahlkonstruktion hat

eine Seitenlänge von 60 Metern und steht

auf der Kuppe einer rund 120 Meter hohen

Halde. Sie ruht auf vier Stahlbetonsäulen,

sodass sie vom Boden sichtlich abgesetzt

ist. Nachts, wenn der Tetraeder leuchtet,

macht er deshalb einen fast schwebenden

Eindruck.

Gleichsam zwischen Himmel und Erde zu

schweben schien auch der Schleifkorb, in

dem das Höhenretter-Team einen „Verletzten“

von diesem Wahrzeichen des Ruhrgebietes

barg. Richtig Spaß hat das gemacht!

Die Borther Höhenretter haben sich damit

einmal mehr auf einen echten Rettungseinsatz

vorbereitet, der „Gott sei Dank“ noch

nicht eingetreten ist, freut sich Thomas

Clewe. (uha)

Burj Khalifa

818,75 m

Freiheitsstatue

92,99 m

Höchster Turm

und tiefste Tiefe

Förderturm

70 m

Eiffelturm

325 m

Schacht II

700 m

Kölner

Dom

157 m

Von der Freiheitsstatue in New York könnten

die K+S-Höhenretter einen Verletzten allein

mit ihren Seilen retten, die 100 Meter lang

sind. Im Ernstfall sind sie aber gerüstet, aus

weitaus größeren Distanzen zu Hilfe zu kommen.

In den Schacht II passt schließlich leicht

der doppelte Eiffelturm und fast der höchste

Wolkenkratzer der Welt, der Burj Khalifa. Für

solche Distanzen setzen die Retter aber

motorisierte Seilwinden mit Stahlseilen ein.

Fotos: K+S (7) Grafik: KircherBurkhardt Infografik

Geschafft, ein

erfolgreicher

Übungstag

geht zu Ende

(v. l. n. r.):

Truppchef

Thomas

Clewe, Ermin

Kosuta und

Michael

Helmes.

In nur vier Schritten zum gelegten Achterknoten

Der Achterknoten ist der wichtigste Bund, den die Höhenretter einsetzen.

1 2 3 4

Mit dem geschlossenen

Ende eine Schlaufe bilden.

Dann das geschlossene Ende

unter dem Seil herum führen und

durch die Schlaufe stecken.

Zuletzt fest an beiden

Enden des Seils ziehen!

Der gelegte Achterknoten ist fertig und der

Karabiner haken kann eingehängt werden.


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Scoop 1/2011

DIE Giganten

So ergänzen sich beide Maschinen

Der Continuous Miner erstellt ein rechteckiges Profil mit einer Streckenbreite von

7,2 Metern und einer maximalen Schneidhöhe von 5,3 Metern. Der Tunneling Miner

weitet dieses Profil auf eine Streckenbreite von 8 bis 10 Metern sowie auf eine Höhe

von maximal 7,1 Metern auf. Außerdem versieht er das Profil mit einer Wölbung.

VON ZIELITZ

MB770

Continuous Miner

TH540

Schiebekastenfahrzeug

MT520 Tunneling Miner

Sie wiegen mehr als 120 Tonnen und ähneln im untertägigen

Halbdunkel riesigen Urzeittieren. Die Rede ist vom Continuous

Miner, der Trommelfräsmaschine MB770, und vom Tunneling

Miner, der Teilschnittmaschine MT520.

S

eit diesem Sommer werden die imposanten Neuzugänge

im Kaliwerk Zielitz eingesetzt. Das Unternehmen

hat Millionen investiert – und 49 zusätzliche

Arbeitsplätze geschaffen. Mit Schneidköpfen

aus gehärtetem Stahl fressen sich die beiden Kolosse

seither durch das Rohsalz. Bisher gewann das Werk Zielitz

den wertvollen Rohstoff ausschließlich durch Bohren

und Sprengen.

Trafo

Wandelt die Spannung der Stromquelle (6 kV) auf

1-kV-Arbeitsspannung für die Maschinen um.

5 m Schnitthöhe

Klimatisierter LeiTSTand

Ermöglicht ein entspanntes Arbeiten

trotz der hohen Umgebungstemperatur.

7 m Schnitthöhe

» Ziel ist es, mit den beiden

Maschinen bis zu 1.500 Meter

Strecke im Jahr aufzufahren. «

Die neuen Schwergewichte haben aber einen entscheidenden

Vorteil, sie sind schneller: „Sie fahren also deutlich

mehr Strecke auf, wie wir unter Tage sagen“, so Projektleiter

Ralf Hegemann, Grubenwirtschaftsingenieur

in Zielitz. Ziel ist es, jährlich bis zu 1.500 Streckenmeter

zu schaffen.

Vierzehn Millionen Euro hat das Unternehmen investiert.

Bis Ende des Jahres dauern die Probefahrten und

Schulungen. Anfang 2012 startet der Regelbetrieb.

Die Maschinen stammen ursprünglich aus dem Steinkohlebergbau

und wurden eigens für K+S modifiziert.

„Um die speziellen Anforderungen des Kali- und Salzabbaus

zu erfüllen, haben wir eng mit K+S zusammengearbeitet“,

sagt André Jakobs, Sales Manager beim Hersteller

Sandvik in Essen. (uha)

Die Teilschnittmaschine (Foto) ist wendiger als der Continuous

Miner. Sie weitet das vorgeschnittene Profil auf und schneidet

Zufahrten.

Schneidkopf

Ist verstellbar und hat im Abstand von 76 mm

Meißel aus speziell gehärtetem Stahl.

Trockenentstaubung

Leitet den angesaugten Staub über eine Lutte an die

Entstaubungsanlage außerhalb des Arbeitsbereichs.

Technische Daten Continuous Miner

Allgemein

Gesamtlänge .....................................................................................17.100 mm

Gesamtbreite (Transport) ...........................................................5.940 mm

Gesamthöhe (Transport) .............................................................4.200 mm

Gewicht .....................................................................................................ca. 128 t

Leistung (1 kV, 50 Hz) ............................................................................790 kW

Bodenpressung ..................................................................................30 N/cm²

Schneidsystem

Schneidhöhe .................................................................... 4.900 – 5.300 mm

Schneidbreite .................................................................... 6.700 – 7.200 mm

Schneidprofil .....................................................................................rechteckig

Meißelbestückung („Spacing“) ........................................................76 mm

Trommeldurchmesser ...................................................................1.200 mm

Trommeldrehzahl ...........................................................................32,4 U/min

So wird aufgefahren

Geplant ist ein Vier-Strecken-System mit einer Rasterlänge von

180 Metern. Das Schema unten zeigt beispielhaft zwei Strecken.

In Zielitz wird auch weiterhin konventionell gebohrt und gesprengt.

10 m Schnittbreite

1

Abbaurichtung

MB770

Continuous Miner

7 m Schnittbreite

Der Continuous Miner schneidet

ca. 7 m breit linear in das Salz.

TH540

Schiebekastenfahrzeug

Staubabzug (Lutte), bis zu 450 m

1

6-kV-Stromleitung

Grubennetz

6-kV-Trafo

2 Der Tunneling Miner weitet den Tunnel auf

MT520

Kabeltrommel

Lutte

3 Ein Schiebekastenfahrzeug

4

10 m und schneidet die Querverbindungen.

Tunneling Miner

transportiert das Rohsalz zur Kippstelle.

Abladestelle mit

Förderband

Entstaubungsanlage

2 4

3

In der Entstaubungsanlage wird der

Salzstaub über Filter abgeschieden.

Frischwetter

Abwetter

» Beim ersten

Anblick der

Maschinen waren

wir alle von der

Größe schwer

beeindruckt. Aber

klar: Irgendwo

muss die Leistung

ja herkommen. «

Holger Kohlhauser,

Leiter Aus- und Vorrichtung

Zielitz II.

Fotos: Straub/K+S (2) Grafik: KircherBurkhardt Infografik


24

Scoop

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1/2011

Vielseitig und wertvoll

Über Salz gibt es zahlreiche

Geschichten zu

erzählen – spannende,

überraschende,

nützliche und

köstliche. Sechs

Beispiele, in denen

das „weiße Gold“ eine

Hauptrolle spielt.

Serie:

Salz als

Kulturgut

Salz ist viel mehr als ein bloßes Gewürz,

ohne das unser Frühstücksei oder die

Suppe am Abend fad schmecken würde.

Salz ist ein Kulturgut. Der Stoff hat die

Weltgeschichte mitbestimmt, kommt in

so manchem Film zu Ehren und ist für die

Gesundheit unverzichtbar. Aber natürlich

bleibt Salz auch in der Küche ein Klassiker,

wie der Rezeptvorschlag beweist. Viel Spaß

beim Nachkochen! (cbe)

Salz im Alltag

damals und heute

Wie altes Silber

wieder sauber wird

Silber lässt sich perfekt mithilfe von Salz

reinigen: Einfach das Silber zusammen

mit einigen Schnipseln Alufolie in ein

Gefäß legen, einen Löffel Kochsalz, heißes

Wasser dazugeben und umrühren.

Eine chemische Reaktion führt

dazu, dass Schmuck oder

Besteck nach wenigen

Minuten wieder

glänzen. Probieren

Sie es aus!

Salz in der Küche

womit mandeln das gewisse extra bekommen

Rezept „Salzmandeln“

Zutaten: 200 g ungeschälte Mandeln

2 Liter Pflanzenfett zum Frittieren

1 TL Steinsalz

1 TL scharfes oder mildes Paprikapulver

Die Mandeln 2 bis 3 Minuten

in 180 Grad Celsius heißem

Pflanzenfett frittieren.

Salz in der Geschichte

wie die inder mit gandhi

385 kilometer marschierten

Es war die spektakulärste Kampagne Mahatma Gandhis im Kampf

für die Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien: der 385

Kilometer lange Salzmarsch im Jahr 1930 von seinem Ashram bei

Ahmedabad nach Dandi am Arabischen Meer. Dort angekommen,

hob er einige Körner Salz auf, um gegen das britische Salzmonopol

zu demonstrieren. Er forderte seine Landsleute auf, ihm in einer

Aktion zivilen Ungehorsams zu folgen, was viele taten. Sie setzten

damit nicht nur ein Zeichen, sondern auch eine gesellschaftliche

Bewegung in Gang. Gandhi ist mit seinen Prinzipien wie dem Festhalten

an der Wahrheit und der unbedingten Gewaltlosigkeit noch

heute für viele Menschen ein Vorbild.

Herausnehmen und ganz kurz abtropfen lassen.

Auf ein grobmaschiges Sieb geben und

Steinsalz und Paprikawürze drüberstreuen.

So lange schütteln, bis die Mandeln gut von

den Gewürzen umhüllt sind.

Leicht warm und frisch

hergestellt schmecken

die Mandeln am

besten.

Salz und Gesundheit

wie atemwege frei

werden

Als Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen

ist Salz seit alters her

bekannt. In zahlreichen Kurorten

wie Bad Salzungen, Bad Sooden-

Allendorf oder Bad Oeynhausen

sorgen Gradierwerke für eine

Linderung der Beschwerden: Sole

rieselt über eine mit Reisigbündeln

gefüllte Holzkonstruktion und

reichert die Luft mit Salz an – eine

Wohltat für Nase und Bronchien.

Film und Literatur

Wo morton salt

geister vertreibt

Morton Salt ist im Film „Die Geheimnisse

der Spiderwicks“ („The

Spiderwick Chronicles“) die letzte

Rettung gegen Kobolde, die in

einem Anwesen im Wald umherspuken.

Nur das Salz aus der Dose

sowie eine Portion Tomatensoße

vertreiben die Hausgeister. Mit

ihrer Mutter Helen waren Jared,

Simon und Mallory in das alte

Gemäu er ihres Ur-Ur-Onkels

Arthur Spiderwick gezo gen –

und werden in ein spannendes

Fantasy-Abenteuer verwickelt. Der

Film des Regisseurs Mark Waters

basiert auf der Buchvorlage von

Holly Black und ist für alle „Salzer“

ein absolutes Muss.

Salz und Glaube

wo jesus christus

vergleicht

„Ihr seid das Salz der Erde;

wenn aber das Salz kraftlos

geworden ist, womit soll es

gesalzen werden? Es taugt zu

nichts mehr, als hinausgeworfen

und von den Menschen

zertreten zu werden.“ (Matthäus

5, 13) Mit diesem Vers

aus der Bergpredigt vergleicht

Jesus die Christen mit dem

kostbaren Gut Salz. Das Gleichnis

aus der Bibel ist neben

seiner geistlichen Bedeutung

nicht zuletzt auch ein Beleg für

die enorme Wichtigkeit von

Salz in der damaligen Zeit.

Fotos: Universal Pict. Int. Ger./Cinetext, Morton Salt, ullstein bild, Stadt Bad Sooden-Allendorf, Getty Images/Thinkstock (3)


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25

Alex Adones vor einem Schaufelbagger. Er überwacht die Weiterbeförderung von tausenden Tonnen Salz.

Wüstensalz macht

WissensdurstiG

Fotos: Aldo Fontana

Alex Adones ist Supervisor für Bulk-Salz bei SPL,

einer Tochtergesellschaft von K+S im südamerikanischen

Chile. Im Hafen von San Vicente sorgt er

dafür, dass das Salz pünktlich und passend zu den

Kunden kommt. Sein größter Traum: alle Anlagen

des Unternehmens besuchen, um dazuzulernen.

Seine Kollegen sagen, dass es zwei Dinge

gibt, die Alex selten abhandenkommen:

die gute Laune und der Wunsch,

voranzukommen. Fragt man Alex Adones,

wie er sich selbst beschreiben würde, dann

antwortet er: „Ich halte mich für einen unkomplizierten

Menschen, der Spaß daran

hat, sich für Ziele einzusetzen.“

Alex Adones ist 34 Jahre alt. Seit sechs Jahren

arbeitet er bei der Sociedad Punta de

Lobos (SPL) in der internationalen Abteilung

(División Internacional) als Supervisor für

Schüttgut. Er ist zuständig für das Entladen

des Salzes, das auf den Schiffen der Empremar

– einer Tochtergesellschaft der SPL – in

den Hafen von San Vicente gebracht wird,

der zur Stadt Talcahuano gehört. Die Ware

kommt aus dem Norden Chiles, aus der

Nähe der Stadt Iquique, wo sich die Salzmine

des Unternehmens befindet. Dort, im

Salar Grande der Tarapacá-Wüste, gewinnt

SPL Steinsalz im Tagebau. Die Reserven der

Lagerstätte reichen aus, um die Weltbevölkerung

für hunderte von Jahren mit Salz zu

versorgen. Damit sie auch heute und morgen

nicht auf das kostbare Gut verzichten

muss, sind bei SPL in Chile an die 700 Mitarbeiter

im Einsatz.

Alex Adones ist einer von ihnen. Er ist zuständig

dafür, dass das Salz pünktlich und

in bester Qualität an vier Großkunden der

Region weitertransportiert wird, von denen

jeder zwischen 2.000 und 8.000 Tonnen

Salz im Monat verbraucht. Alex beaufsichtigt

die Beladung der Lkw, und er fertigt die

Transporte ab. „Meine Aufgabe ist es, für

einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Und

wenn es irgendwo hakt, dann bemühe ich

mich, die entstandenen Probleme zu lösen

und möglichst keine zusätzlichen zu verursachen“,

so Alex grinsend.

Geboren und aufgewachsen ist Alex gleich

in der Nähe von San Vicente, nämlich in

der Stadt Concepción, die das Zentrum der

zweitwichtigsten Wirtschaftsregion des

Landes bildet. Er und seine drei Brüder verbrachten

ihre Kindheit zwischen Kisten mit

Gemüse und Getreide. „Meine Eltern haben

nur die Grundschule besucht, weil sie von

klein auf arbeiten mussten“, erzählt er. „Und

sie arbeiten noch heute.“

Ausbildung zum Techniker

Die beiden älteren Brüder haben den Familienbetrieb

fortgeführt. „Ich habe zunächst

auch diesen Weg eingeschlagen, aber im

Alter von 20 Jahren war mir klar, dass ich etwas

anderes machen wollte: Ich habe eine

Ausbildung zum Techniker in der Chemieindustrie

begonnen.“ Die Eltern unterstützten

ihn, gleichzeitig half Alex weiterhin auf

dem Markt. Fortsetzung auf Seite 26 >>


26 27

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Scoop 1/2011

Scoop 1/2011

Der Hafen von San Vicente de Talcahuano, wo

die Schiffe der Empremar anlegen, die das Salz

aus Iquique im Norden des Landes heranschaffen.

Das ist meine Heimat

Chile ist ein kleines Land mit knapp 17 Millionen Einwohnern.

Es verfügt über große natürliche Ressourcen und eindrucksvolle

Landschaften. Es erstreckt sich von der trockensten Wüste der

Welt bis zum grünen Patagonien im äußersten Süden des Landes.

Alex und sein Vater

David Adones, der

auf dem Markt

in Talcahuano

Lebensmittel und

Getreide in einem

alten Bus verkauft.

Salar Grande de Tarapacá

Ausschnitt

Chile

Chile ist ein 4.270 km langes und schmales Land, begrenzt durch den

Pazifischen Ozean und die Anden. Im Norden des Landes herrscht trockenes

Wüstenklima. Dort befindet sich im Salar von Tarapacá die Mine der SPL, eines

der größten Salzvorkommen unseres Planeten, aus dem der weltweite Bedarf

an Natriumchlorid für mehrere hundert Jahre gedeckt werden kann.

In der Mitte des Landes liegt das Hafenzentrum San Vicente de Talcahuano,

wo die Schiffe der SPL-eigenen Reederei „Empremar“ anlegen. Dort herrscht

ein gemäßigtes Klima mit deutlich abgegrenzten Jahreszeiten (Sommer,

Herbst, Winter und Frühling).

Im Süden von Chile herrscht ein gemäßigtes Klima mit großen Regenmengen

und niedrigen Temperaturen im Winter.

Tagsüber arbeitete er, nachts lernte er. Fünf

Jahre später, er hatte die Ausbildung gerade

abgeschlossen und arbeitete in einem Labor

für Wasserproben, erzählte ihm ein Freund

vom Werk Talcahuano der SPL. Dort werde

im Labor jemand für Analysen gesucht. „So

kam ich zum Unternehmen. Ich war für die

Genehmigung des Endprodukts und die Erfüllung

aller Vorschriften zuständig. Die Arbeit

hat mir gleich sehr gefallen.“ Aber Alex

hatte noch nicht genug vom Lernen und

schloss eine zweite Ausbildung als Techniker

für Angewandte Chemie (Ingeniería

de Ejecución Química) ab. Und als ob das

Wüstensalz nicht nur durstig, sondern auch

wissensdurstig macht, hat er in diesem Jahr

sogar noch ein Studium zum Wirtschaftsinnieur

begonnen.

» Lernen kann ich erst,

wenn die Kinder schlafen.

Ohne meine Frau

Carolina wäre das alles

gar nicht möglich. «

Als Vater von drei Kindern, Javier (7), Alex

Benjamín (3) und Josefa Ignacia (1,5), ist das

Studieren natürlich nicht so leicht: „Lernen

kann ich erst, wenn die Kinder schlafen. Und

ohne meine Frau Carolina, die mich sehr unterstützt,

wäre das alles gar nicht möglich.“

Sein Leben und seine Träume

Wenn er nicht arbeitet und nicht studiert,

verbringt Alex so viel Zeit wie möglich mit

seinen Kindern – oder mit denen, die ihm

nahestehen. „Ich versuche, mit allen Menschen

Zeit zu verbringen, die ich gern habe.“

Das sind selbstverständlich auch seine Eltern,

die er regelmäßig auf dem Markt und

Mutter Elizabeth und

der jüngere Bruder

Cristopher im Haus

der Eltern. „Ich bin

sehr stolz auf Alex“,

bekennt seine Mutter.

Alex neben seiner Frau Carolina und seinen

beiden jüngeren Kindern, Josefa und Alex Benjamín,

im Wohnzimmer seines neuen Hauses.

Talcahuano

hafenzentrum

zwischen zwei

Buchten

Unweit von Concepción

liegt Talcahuano, eines der

großen Hafenzentren des

Landes, dank seiner Lage

zwischen zwei Buchten.

Der Name bedeutet

„donnernder Himmel“

und leitet sich von dem

Mapuche-Indio Talcahueñu

ab, der ein großer Kämpfer

gegen die Spanier war. In

Hafenstädten wie Talcahuano

gehen Seelöwen

gern an Land. Sie lassen

sich füttern oder lauern

im Wasser in der Nähe von

Fischmärkten darauf, dass

etwas für sie abfällt.

INFO

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zu Hause besucht, und auch die Freunde,

mit denen er Fußball spielt und grillt. Außerdem

liebt Alex das Reisen: „Als Schüler habe

ich einen Teil der Ferien gejobbt, und für die

restliche Zeit bin ich mit dem Rucksack losgezogen

und habe per Anhalter ganz Chile

und seine Nachbarschaft erkundet – im

Süden bis zur Isla de Chiloé, im Norden bis

zum Machu Picchu in Peru.“

Trotz seines Jobs, des Studiums und der Familie

kann Alex sich ein Leben ohne Reisen

nicht vorstellen: „Am liebsten würde ich

durch die ganze K+S-Welt reisen und alle

Anlagen kennenlernen. Ich möchte wissen,

wie sie funktionieren, und mit dem Wissen

dann hier bei uns einiges verbessern. Das

wäre mein Traum!“ (cbe)

Weitere Informationen zur chilenischen

Tochtergesellschaft Sociedad Punta de

Lobos: http://www.spl.cl/

K+S

naturwunder

das Rauschen

der Wasserfälle

veranstalltung von laja mehr info

Der Río de La Laja entspringt

in den Anden und

mündet in den Río Bío Bío.

Auf dem Weg dorthin,

portal nördlich Intranet von Los Angeles,

muss er einen Höhenunterschied

von 35 Metern

überwinden – so entstehen

die spektakulären vier Laja-

Wasserfälle. Man kann sie

von unten betrachten, vom

Ufer des nun wieder ruhig

dahinfließenden Flusses

aus und von oben, von

internet

einer Brücke herunter.

Concepción

immer wieder steht

die stadt auf

Der offizielle Name

der Universitätsstadt

Concepción lautet

„La Concepción de

María Purísima del

Nuevo Extremo“. Sie

hat 212.000 Einwohner,

im Umland leben etwa

800.000 Menschen.

Die Großregion ist

Chiles zweitwichtigstes

Wirtschaftszentrum.

Auch Concepción wurde

in seiner über 450-jährigen Geschichte

mehrfach von Erdbeben

heimgesucht. Heute bestehen

die Häuser aus Stahlbeton, um

sie sicherer zu machen. Viele

Menschen wohnen jedoch auch

in Holzhäusern, da das Material

eher mit einem Erdbe ben zurechtkommt

als Stein.

Naturgewalt

Der Tsunami

drückte Boote

aus dem Hafen

in die Stadt.

Erdbeben und Tsunami – die

Katastrophe vom 27. Februar 2010

50 Jahre lang hatte es kein so schweres Erdbeben gegeben.

Noch in 1.000 Kilometer Entfernung war es zu spüren.

Am 27. Februar 2010 um 3.34 Uhr

wurde Chile von einem Beben der

Stärke 8,8 auf der Richterskala heimgesucht,

einem der sechs stärksten

Beben, die je auf der Welt registriert

wurden. Das Epizentrum lag 150

Kilometer von Concepción und Talcahuano

entfernt und verursachte kurz

danach einen großen Tsunami in den

Küstenbereichen. Insgesamt hatte

das Land 525 Tote zu beklagen. Laut

NASA hat das Erdbeben die Stadt

Concepción um 3,04 Meter nach

Westen verschoben.

Eine große Welle drang in das Werk

von SPL in Talcahuano ein und

zerstörte einen Teil des Gebäudes.

Glücklicherweise waren im Unternehmen

keine Verluste an Menschenleben

zu beklagen.

Kein Regen in Sicht: der große Salar

Grande de Tarapacá

Über 500 Quadratkilometer – eine

Fläche so groß wie die tschechische

Hauptstadt Prag – erstreckt

sich der Salar Grande de Tarapacá

in der Atacamawüste. Er ist ein

ausgetrockneter Salzsee und

weist selbst an seiner tiefsten

Stelle keine Feuchtigkeit auf.

Die Steinsalzschicht ist bis 100

Meter dick, bedeckt von einer

dünnen Erdschicht. Gewonnen

wird das Salz durch Sprengung.

Der Tagebaubetrieb ist besonders

kostengünstig. Ein weiterer Vorteil

ist, dass alle Arbeiten unter freiem

Himmel geschehen können, denn

die Atacamawüste heißt nicht umsonst

„trockenste Wüste der Welt“:

In dieser Region im Norden Chiles

regnet es nie.

Fotos: Aldo Fontana (5), Bildstelle, Gianni Muratore / Alamy, F1online, Caballero/Reuters, K+S Grafik: KircherBurkhardt Infografik


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Scoop 1/2011

Mit Kali beginnt

bei uns das Leben

Opa, Mutter und Sohn – drei Generationen einer Familie

haben bei K+S in Neuhof ihren Beruf erlernt.

Vor 50 Jahren startete dort eine besondere Ausbildungsinitiative.

Grund für eine Rückschau der besonderen Art.

W

enn Familie Krack in Kalbach zum Essen

am langen Wohnzimmertisch zusammenkommt,

dann haben alle dasselbe Lieblingsthema:

das Kaliwerk Neuhof-Ellers. Wen wundert’s.

K+S ist im ost hessischen Neuhof der größte Arbeitgeber.

Fast jeder hier hat ein Familienmitglied, das dort

beschäftigt war oder ist. Bei Familie Krack ist die Verbindung

zum Bergbau aber doch ganz spezieller Natur. Das

Kaliwerk ist für die Kracks Familientradition: Seit drei

Genera tionen hat ein Familienmitglied im Werk seinen

Beruf gelernt und dann dort gearbeitet. Die Familie hat

dabei hautnah miterlebt, wie sich die Idee des Ausbildens

über die Jahrzehnte weiterentwickelt hat.

Als Großvater Rudolf Krack 1953 als Bergmann angelernt

wurde, wusste er nicht so recht, was ihn erwartet. Der

gelernte Schuhmacher war einer der ersten, die im Werk

Neuhof-Ellers unter Tage lernten. „Eine Ausbildung mit

Theoriestunden und praktischen Übungen gab es damals

nicht. Man lernte in der Grube, indem man mit

anpackte“, sagt der 80-Jährige heute. Die unterirdische

Strecke musste ausgebaut, Schienen verlegt werden,

das alles oft in einem gerade mal einen Meter niedrigen

» Eine Ausbildung mit Theoriestunden

und praktischen Übungen

gab es nicht. Man lernte,

indem man mit anpackte. «

Tunnel. Rudolf Krack hat die Arbeit trotzdem immer

gern gemacht. Er mochte den ehrlichen, manchmal

rauen Umgangston der Steiger. In der Grube wurde

er vom Lehrhauer ganz praktisch angelernt. 1957

legte er die Hauer-Prüfung ab. Sicher wäre er noch

viele Jahre seiner Arbeit nachgegangen, wenn er

nicht bei einem Arbeitsunfall 1967 schwer verletzt

worden wäre. Bis zur Rente konnte er deshalb nur

leichte körperliche Aufgaben für K+S übernehmen.

Für seine Schwiegertochter Andrea war schon

immer klar, dass sie mal im Werk Neuhof-Ellers arbeiten

wollte. „Ich wohnte ja nur 200 Meter davon

entfernt“, sagt die heute 51-Jährige. „Und auch mein

Vater war dort Bergmann.“ Das Bewerbungsverfahren

Da schau her: Bei der Feierstunde zum 50. Jubiläum der

Ausbildungsinitiative zeigen heutige Azubis den Gästen,

was sie können.

Der Opa

Immer gern zur

Schicht gegangen

Rudolf Krack (80) hat eine alte Karbidlampe

aus seiner Bergmannszeit im

Keller. Noch heute kann er erklären,

wie sie funktioniert. „Gingen einem

Rudolf Krack in der

Pförtnerstube 1981.

in der Grube die Streichhölzer aus,

war es ringsherum dunkel“, sagt er.

Das fehlende Tageslicht, die anderen

Luftverhältnisse oder das Arbeiten

im begrenzten Raum haben ihn nie

abgeschreckt: „Ich bin immer gern

zur Schicht gegangen, habe mich auf

die Kumpel gefreut.“ Dabei wollte

der Kalbacher eigentlich sein Geld als

Schuhmacher verdienen. Aber das

Geschäft ging nicht gut und so sattelte

er 1957 um. Bohren, Schienen legen,

Sprengen: Dafür gab es damals keine

Extra-Ausbildung. Rudolf Krack hat das

alles direkt in der Grube während der

Arbeit gelernt. Den Wechsel zu K+S

hat er nie bereut und ist bis zur Rente

dem Werk treu geblieben.

Die Mutter

Ausbildung 200 Meter

vom Elternhaus

Wenn man, wie Andrea Krack (51),

nur 200 Meter vom Kaliwerk entfernt

wohnt und der Vater auch noch

Bergmann ist, liegt es nahe, dass man

selbst einmal dort einsteigt. Während

ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau von

1975 bis 1978 gab es die duale Ausbildung

schon. Andrea Krack besuchte

also die Berufsschule in Fulda und

durchlief im Werk alle kaufmännischen

Abteilungen. Schnell merkte sie,

dass ihr die Geschäftsbuchhaltung am

meisten liegt. Nach den Prüfungen

wurde sie dort übernommen und

konnte auch nach zwei Babypausen

problemlos in Teilzeit wieder ins Werk

zurückkehren. „K+S ist ein guter Arbeitgeber.

Ohne das Werk würde uns

was fehlen“, sagt sie.

Andrea Krack 1975

während ihrer

Ausbildung.

Der Sohn

Nach der Ausbildung

gleich weitergemacht

Philipp Krack (24) hat schon als Schüler gern

Werksluft geschnuppert. So konnte er zu Hause

auch viel besser mitreden, wenn Mutter und

Opa mal wieder fachsimpelten. Für ihn war

schnell klar, dass er bei K+S seine Ausbildung

machen wollte. Das Reparieren und Warten

der Maschinen hatten es ihm besonders

angetan. Deshalb lernte er nach dem Abitur

Industriemechaniker. Die Ausbildung fand er

so schön, dass er gleich weitermachte: Mit

Förderung von K+S studiert er jetzt Maschinenbau

in Kassel. Nun paukt er und arbeitet in

den Semesterferien im Kaliwerk. Nach seinem

Abschluss möchte er Projektleiter werden, um

Opa und Mutter viel erzählen zu können.

lief in den 1970er-Jahren noch kurz und unkompliziert:

Auf die schriftliche Bewerbung folgte das Vieraugengespräch

mit dem Personalchef, gleich danach gab es

für Andrea Krack die Zusage. Ihre praktische Ausbildung

zur Bürokauffrau führte sie durch alle Abteilungen des

Werks, regelmäßig fuhr sie überdies zur außerbetrieblichen

Ausbildung zur Berufsschule nach Fulda. Am

besten gefiel es ihr in der Geschäftsbuchhaltung. Dort

bekam sie nach der Abschlussprüfung eine feste Stelle.

Inzwischen arbeitet sie im Sekretariat des Werksleiters.

» Nach drei Jahren sattelte

Philipp Krack auf: Er nutzte das

K+S-Angebot des Werksstudiums,

um Ingenieur zu werden. «

Die Werksgeschichten von Opa und Mutter haben den

Enkel und Sohn Philipp Krack so sehr fasziniert, dass er

schon als Jugendlicher Ferienjobs und Praktika im Kaliwerk

absolvierte. Bald wollte er Industriemechaniker

werden. Nach dem Abitur 2007 bewarb er sich und wurde

eingeladen: erst zu einem mehrstündigen theoretischen,

dann zu einem praktischen Eignungstest. Beim

Vorstellungsgespräch saßen ihm Personal-, Abteilungschef

und Betriebsrat gegenüber. Von sehr vielen Bewerbern

bekamen nur vier die Lehrstelle – Philipp Krack war

einer von ihnen. Der Werksunterricht machte ihm Spaß,

mit dem Ausbildungsmeister kam er gut klar. „Seminare,

Fortbildungen – uns wurde viel geboten“, schwärmt

der 24-Jährige. Nach drei Jahren wäre er als Industriemechaniker

übernommen worden, doch Philipp Krack

sattelte auf und startete ein K+S-gefördertes

Ingenieurstudium. So studiert er jetzt in Kassel

Maschinenbau, arbeitet in den Semesterferien

weiterhin für das Werk Neuhof-Ellers und wird

nach dem Abschluss als „Bachelor of Science“

für verschiedene Projekte bei K+S eingesetzt.

„Handwerklich werde ich dann nicht mehr arbeiten,

aber die Aufgaben bleiben sicher sehr

spannend.“

Der Sohn, die Mutter, der Opa: ganz unterschiedliche

Lehrjahre in verschiedenen Zeiten.

Auf die Frage, ob sie jungen Leuten zur Ausbildung

bei K+S raten würden, haben alle drei

dieselbe Antwort: „Es ist eine gute Ausbildung.

Man hat sehr gute Chancen, übernommen

zu werden und dem Werk über viele

Jahre verbunden zu bleiben.“ Qualitäten,

die der besonderen Ausbildungsinitiative

zu verdanken sind, die das

Kaliwerk Neuhof-Ellers vor 50 Jahren

startete. Bei einer Feierstunde

zum Jubiläum zeigten jetzt die 46

derzeitigen Azubis, was sie können.

Auch den Ausbildern der ersten

Stunde. (uha)

645 Auszubildende in

deutschen Standorten

In den deutschen K+S-Standorten gibt es in diesem

Jahr 645 Auszubildende in etwa 15 Ausbildungsberufen.

„Pro Jahr stellen wir etwa 180 Azubis

ein“, sagt Carola Becker aus der K+S-Personalentwicklung.

„Nach der Ausbildung werden über 90

Prozent von ihnen übernommen.“ Ob Mechaniker

oder Bergbautechnologe: Im dualen System aus

Berufsschule und praktischer Arbeit lernen junge

Leute ihren Beruf. Im ersten Lehrjahr gehören ein

Team- und ein Kommunikationstraining dazu. Zusätzlich

bietet K+S drei werksgebundene Bachelor-

Studiengänge an. Auf ein Einser-Zeugnis lege man

bei der Auswahl der Azubis wenig Wert, sagt Carola

Becker: „Wichtig sind uns technisch-physikalisches

Verständnis, Neugier für den Beruf, Wissensdurst,

Selbstvertrauen und Erfolgszuversicht.“

Fotos: Heiko Meyer, Christian P. Stadtfeld, Privat (2)


30 Teilen Sharing / partager / compartir / compartilhar Scoop 1/2011

was kommt bei ihnen

weihnachten auf den Tisch?

Nicht alle Mitarbeiter von K+S essen an Weihnachten die leckeren Lebkuchen-Scoops, die Sie hier sehen.

Aber fast überall auf der Welt lässt man es sich besonders gut gehen. Wir haben gefragt, auf welche Weise.

Iquique, Chile

» weihnachten gibt es

bei mir heiSSe schokolade «

Wir sind zu sechst in meiner Familie: Mein Mann

Sergio González Tejerina und ich, unsere Töchter

Faviola und Javiera und unsere Haustiere Frieden

und Chiroy. Weihnachten ist für uns ein ganz

besonderes Fest, das sehr fröhlich und mit vielen

Lichtern gefeiert wird. Bei vielen Familien in Chile

kommt als Weihnachtsessen gefüllter Truthahn

auf den Tisch. Bei mir gibt es eine andere Familientradition:

Es gibt heiße Schokolade, eine „Torta

de galletas“, eine Art Kekstorte mit Mokkacreme

und Nüssen, „Pan de Pascua“, ein chilenischer

Weihnachtskuchen, und „Queque de Pascua“, eine

Art Früchtebrot. Außerdem backt meine jüngere

Tochter Weihnachtsplätzchen.

Mónica Victoria Soto Silva, SPL, Iquique, Chile

Saskatoon, Kanada

» ich werde ab sechs uhr

morgens in der Küche stehen «

Vor einigen Tagen sind meine beiden Söhne schon mit ihren

Familien zu uns gekommen. Zu Weihnachten erwarte ich dann 18

bis 25 Gäste, Familie und Freunde. Es gibt ein richtig großes Essen

mit Truthahn aus dem Ofen und gebackenem Schinken, mit Rotkohl,

Wintergemüse und vielem mehr. Und nachher eine Vinatarta, das ist

ein isländischer Kuchen und Weihnachtskekse, Pudding, Orangen … Ich

werde ab morgens um sechs Uhr in der Küche stehen, aber das gehört für

mich einfach dazu. Ich wünsche allen meinen Kollegen ganz frohe Weihnachten!

Naomi Peters, K+S Potash Canada, Saskatoon, Kanada

PhilIPPsthal,

Deutschland

» Es gibt Zeit für die

Menschen am Tisch

und Gespräche «

Jedes Jahr zu Weihnachten kommt

die sonst weit verstreute Familie

zusammen. Traditionell gibt es

bei uns dann ein reichhaltiges

Raclette, bei dem jeder mit Käse

überbackt, was er mag. Für uns ist

das die lieb gewordene, perfekte

Festtagsmahlzeit mit viel Geselligund

Gemütlichkeit: Bei einem abwechslungsreichen

Essen hat man

Zeit für die Menschen am Tisch und

Gespräche. Schon die Vorbereitung

ist Gemeinschaftsarbeit. Wenn

es noch schneit, ist die Stimmung

wunderbar!

Dr. Rainer Gerling, K+S kali GmbH,

Philippsthal, Deutschland

Sao Paulo, Brasilien

» bei uns gibt es die berühmte

farofa meiner mutter «

Meine Mutter bereitet eine riesige Schweinekeule im

Backofen, die über Nacht in einer Marinade eingelegt war.

Danach wird sie mit Speckstreifen und grünen Oliven belegt

und schmort stundenlang im Ofen. Dazu gibt es bei uns

meistens Kartoffelsalat – Kartoffeln, Eier, Speck, Oliven und

viel Mayo – und die berühmte Farofa meiner Mutter – das

ist Maniokmehl, das in der Pfanne mit Zwiebel, Knoblauch,

Speck, Cabanossi und grünen Oliven angebraten wird. Wie

ihr seht, ist meine Familie verrückt nach Speck und Oliven!

Zu trinken ist meistens Bier und Cola da, aber seitdem ich aus

Deutschland zurückkam, gibt es auch Wein. Bom apetite!

Fabiane Dias da Motta, K+S Brasileira, Sao Paulo, Brasilien

Kassel, Deutschland

» auf dieses zusammentreffen

freuen wir uns jedes jahr «

Heiligabend, wenn der Baum festlich geschmückt ist,

gibt es nach dem Kirchenbesuch am Abend bei uns traditionell

Würstchen mit warmem Kartoffelsalat. Nach

dem Essen findet die Bescherung statt. Wir sitzen

noch im kleinen Kreis zusammen. An den folgenden

Feiertagen kommt der Rest der Familie zusammen, auf

dieses Zusammentreffen freuen wir uns jedes Jahr, da

unsere Familie sehr verstreut ist.

Uwe Fischer, Ellermann & Hoff GmbH Fachunternehmen

für Werkschutz c/o K+S ag, Kassel, Deutschland

La PaZ, Bolivien/Kassel, Deutschland

» ein groSSes Familienfest –

ganz gleich wo «

Sind wir in Bolivien, bereitet meine Mutter das traditionelle

Weihnachtsessen „Picana Navideña“ zu – ein Gericht mit Lamm,

Schwein, Huhn, Gemüse und Wein – unglaublich gut! Feiern wir

dagegen in Deutschland, ist mein Schwiegervater für die Verköstigung

verantwortlich. Auch wenn es sich viel ums Essen dreht,

ist das Weihnachtsfest für uns tatsächlich ein großes Fest des

Beisammenseins im Kreise geliebter Menschen. Feliz Navidad!

Hugo Bascopé, K+S ag, Kassel, Deutschland

Fotos: KircherBurkhardt (7), Privat (6)


Scoop 1/2011

31

Deutschlands einzigartiges

Salzmuseum: Der Eingang führt

durch einen Güterwaggon

(rechts) in die große Ausstellungshalle

mit einem sechs Tonnen

schweren Steinsalzblock.

Reise in die Welt des Salzes

Fotos: Deutsches Salzmuseum (4)

Das weltweit einzigartige

Salzmuseum in

Deutschland: Hier

wird die faszinierende

Geschichte des Salzes

lebendig. Scoop stellt

das Museum vor.

Die größten Salzabbaugebiete der

Welt, sie liegen im Salzmuseum Lüneburg

nah beieinander: In wenigen

Minuten können sich Besucher selbst davon

ein Bild machen, wie in China, in den USA, in

Deutschland oder anderswo Salz gewonnen

wird. Möglich macht die Lehrfahrt ein moderner

Multimedia-Tisch. „Das Besondere

ist, dass jeder seine eigene Reise durch die

Salzwelt wählen kann“, erklärt Museumsdirektor

Dr. Christian Lamschus. Um das

zu demonstrieren, berührt er auf einer animierten

Weltkarte einen von 34 Salzkristallen.

Jeder Kristall steht für ein ausgewähltes

Salzabbaugebiet irgendwo auf der Welt.

Der angewählte Salzkristall beginnt zu

leuchten, virtuelle Salzkörner rieseln effektvoll

auf ein Infofenster zu, dort erscheinen

Bilder, Texte und Filme, in denen mehr über

das jeweilige Abbaugebiet zu erfahren ist.

Rund 180 unterschiedliche Informationen

zu Salinen und Salzminen können auf diese

Weise abgerufen werden, auf Deutsch und

Die „Salzkristalle“ auf dem interaktiven

Salztisch, der von K+S mit 150.000 Euro

gesponsert wurde.

auf Englisch. Ermöglicht hat

die Anschaffung des Multimedia-Tischs

der größte

Salzproduzent der

Erde. Richtig: K+S.

Doch der Salztisch

ist nicht

das einzige

Highlight des

Museums,

das jährlich

von bis zu

70.000

Besuchern

aus aller

Welt aufgesucht

Ein Museumsmitarbeiter

in mittelalterlicher

Kleidung der

Salinenarbeiter an einer

historischen Pfanne.

wird. In drei Ausstellungsgebäuden werden

Besucher Teil der faszinierenden Geschichte

des Salzes vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Die sprudelnde Solequelle, alte

Pumpgestänge und Siedehütten erwachen

in Kombination mit modernen Animationen

und Interaktionen zum Leben. Besucher

sind nicht nur Beobachter: Sie können sich

unter anderem im Salzsieden üben.

„Unser Motto lautet: Sehen, riechen, fühlen

und schmecken Sie selbst“, sagt Museumsdirektor

Lamschus. Dieser Ansatz

ist preisgekrönt. Als „Hands on

Museum“ (Museum zum Anfassen)

erhielt das Salzmuseum

Lüneburg den Museumspreis

des Europarates.

Das Salzmuseum befindet

sich auf dem Gelände der

stillgelegten Lüneburger

Saline. Das 1924 errichtete

Siedehaus steht unter Denkmalschutz

und kann besichtigt werden. „Es ist das

einzige Museum in Deutschland, das sich

ausschließlich mit Salz beschäftigt“, so

Lamschus. Über tausend Jahre bestimmte

das Salz nicht nur die Geschichte der Stadt

im Norden Deutschlands. Die Saline war

im Mittelalter und der frühen Neuzeit der

größte Salzproduzent Europas. (uha)

Deutsches

Salzmuseum

Industriedenkmal Saline Lüneburg

Sülfmeisterstraße 1

21335 Lüneburg

Geöffnet: Mo. bis So. von 10 bis 17 Uhr

Eintritt: Erwachsene 6 Euro

info@salzmuseum.de

www.salzmuseum.de


32

Scoop

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1/2011

Bilderrätsel

Sehen Sie Den Unterschied?

Von Weihnachtsmännern

sollte

man sich nicht

aufs Glatteis

führen lassen, von

Weihnachtsfrauen

ebenso wenig:

An zehn Stellen

war hier ein Fälscher

am Werk.

Doch wo genau?

Wie gefällt

Ihnen die

neue Scoop?

Schreiben Sie

uns. Schnell.

Es könnte sich

lohnen …

Die neue Scoop ist für Sie erdacht

und produziert worden.

Die Redaktion hat also ein

sehr hohes Interesse daran

zu erfahren, was Ihnen an der

Zeitung gefällt und was weniger,

wo Ihnen etwas fehlt und

worüber Sie sich besonders

freuen. Beteiligen Sie sich an

Lob und Kritik – und seien

Sie schnell dabei. Unter den

ersten 100 Einsendungen, die

in der Redaktion eingehen,

verlosen wir einen tollen

Preis: Ein Originalmodell der

neuen Teilschnittmaschine

von Sandvik im Maßstab

1:50. Schicken Sie uns Ihren

Brief an die Adresse unten

auf dieser Seite. Es zählt der

Tag der Absendung.

Original

Auch in Südkorea kommt heutzutage der Weihnachtsmann. Wenn allerdings Dutzende von Weihnachtsfrauen auf Schlittschuhen

auffahren, sind das möglicherweise nur verkleidete Angestellte eines Freizeitparks. Gucken Sie mal ganz genau hin …

Fälschung

Wussten Sie

eigentlich

schon, dass …

15o kg

pro Kopf und Jahr in Kanada von

jenem Stoff verbraucht werden, der

im Mittelpunkt des Texts auf Seite 16

steht? In Deutschland sind es 19 kg

pro Kopf und Saison.

1,5

Kilometer die Länge der 210 Tonnen

schweren Rohre des Bauwerks ist, von

dem auf Seite 21 die Rede ist?

5.496

Quadratkilometer zum Einzugsgebiet

des Flusses gehören, der Namensgeber

des größten Kaliverbundwerkes

von K+S ist? Mehr dazu auf Seite 8.

Die RundUmfrage

Was ich schon

immer wissen

wollte …

Jetzt sind Sie dran: Denn hier

möchten wir in Zukunft etwas

von Ihnen, den Mitarbeitern

der K+S Gruppe, lesen. Diesmal

stellen wir die Frage. Doch in

Zukunft sollen hier nicht nur

Ihre Antworten, sondern auch

Ihre Fragen stehen.

Wie das funktioniert?

Sie haben eine lustige Antwort

auf unsere Frage? Dann

schi cken Sie in Ihrer Sprache

eine Postkarte an die Redak ­

tion „Scoop“ (Adresse siehe

Impressum) oder eine E-Mail an

scoop@k-plus-s.com.

Ihre originellsten Antworten

drucken wir in der folgenden

Ausgabe, und wer antwortet,

darf die nächste Frage stellen.

Unsere Frage:

Welcher Spruch zum

Arbeitsbeginn ist

besonders unpassend?

Erzählen Sie uns, welcher

Spruch morgens beim

Einfahren ins Werk oder

Passieren des Drehkreuzes

gar nicht geht, und

warum nicht. Und wie

gesagt: Es muss nicht

ganz so ernst sein.

Impressum

Herausgeber: K+S Aktiengesellschaft Redaktionsleitung: Christin Bernhardt (cbe) Redaktion: Uwe Handke (uha), Andreas Köster (akö), Jennifer Merten (jme), Michael Wudonig

(mwu) Telefon: +49 561 9301-1424 Telefax: +49 561 9301-1666 E-Mail: scoop@k-plus-s.com Internet: www.k-plus-s.com Anschrift: K+S Aktiengesellschaft, Kommunikation und

Medien, Bertha-von-Suttner-Straße 7, 34131 Kassel Bildredaktion, Layout und Realisation: KircherBurkhardt GmbH Druck: Werbedruck GmbH Horst Schreck hase, Spangenberg

Auflage: 23.500

Fotos: Kim Jae-Hwan/AFP/Getty Images (2), 3PR/Sandvik

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