Elektrobefischungen von Abschnitten der Werra zwischen ...

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Elektrobefischungen von Abschnitten der Werra zwischen ...

wendet. Aufgrund der hohen Werte der elektrischen Leitfähigkeit des Werrawassers wurde

Impulsstrom eingesetzt. Zur Fangstromeinstellung wurde über den Spannungswahlschalter und über

die Impulsbreitenregulierung der Stromfluss so reguliert, dass 10 bis 15 Ampere am Gerät

angezeigt wurden. Die Spannung betrug dann je nach Tagesleitfähigkeit des Wassers 250 Volt bis

400 Volt. Die Befischung erfolgte von einem ca. 4 m langen Aluminiumboot, das durch einen Viertaktaußenmotor

von 10 PS angetrieben wurde, im Uferbereich gegen die Strömung. Die Fische wurden

direkt von den beiden mit Fangnetzen versehenen Anoden sowie von einem nicht elektrifizierten

Handkescher entnommen. Nach der Befischung wurden die zwischengehälterten Fische

einer Artdiagnostik, einer Gesundheitsbeurteilung sowie Längen- und Gewichtsmessungen unterzogen.

Zur Dokumentation des äußerlich erkennbaren Gesundheitszustandes der Fische wurde ein Kriterienkatalog

von 12 Krankheits- oder Schädigungssymptomen angewendet. Die Beurteilungskriterien

sind auf den Befischungsprotokollbögen im Anhang als Fußnote aufgeführt.

Bei den Längenmessungen wurden die Totallänge (Maulspitze bis Ende Schwanzflosse) zugrunde

gelegt, wobei die Messgenauigkeit ½ cm ("0,5 cm-below") betrug. Die Fischgewichte wurden mittels

einer handelsüblichen elektronischen Küchenwaage festgestellt. Die Messgenauigkeit betrug 1 g.

Bei größeren Fischen wurden die Gewichte mittels einer Zugwaage und eines Netzes ermittelt. Fische

die nicht gefangen werden konnten aber eindeutig hinsichtlich ihrer Artzugehörigkeit zu identifizieren

waren, wurden im Protokoll mit geschätzter Länge vermerkt. Zur Fischbiomasseberechnung

wurde deren Gewicht über den entsprechenden Konditionsfaktor K = G x 100 / L³ und die geschätzte

Länge ermittelt. Fischbrut und Jungfischen, die außerhalb des Fangbereiches erkennbar

waren, wurden zahlenmäßig und gewichtsmäßig geschätzt. Weiterhin wurden bei der Auswertung

der Fänge folgende Strukturmerkmale zur Kennzeichnung der Artengemeinschaft herangezogen:

Artliche Ähnlichkeit (similarity)

Eine vielbenutzte und einfach zu handhabende Möglichkeit, die Ähnlichkeit zweier Tiergemeinschaften

auszudrücken, liegt in der Anwendung des Quotient of similarity. Er ergibt sich aus der Formel

von SØRENSEN (1948, n. SCHWERTDTFEGER):

2 x c

Q S = ------- x 100

a + b

C stellt die Artenzahl, die in beiden Gemeinschaften vertreten ist, dar. A und b geben die Artenzahl

der einen und der anderen Gemeinschaft an.

Der Quotient of similarity gibt nur Auskunft über den Grad der Übereinstimmung zweier Lebensgemeinschaften

hinsichtlich des Vorkommens gemeinsamer Arten. Mögliche Unterschiede in der

Dominanz einzelner Arten werden nicht aufgezeigt.

Bei totaler Übereinstimmung erreicht der Quotient 100. Das heißt, beide Tiergemeinschaften setzen

sich aus der gleichen Anzahl gleicher Arten zusammen. Bei vollkommener Disharmonie wird der

Ähnlichkeitsquotient Null. Die Tiergemeinschaften weisen dann keine gemeinsamen Arten auf.

Diversität, maximale Diversität, Eveness

In die Berechnung der Diversität geht sowohl die Arten-, als auch die Individuenzahl ein. Am gebräuchlichsten

ist die von SHANNON und WIENER aufgestellte Formel (irrtümlicherweise auch als

Shannon-Weaver-function bezeichnet):

i=S

H = - ∑ Pi x ln Pi

i = 1

In der Formel stellt H die Diversität und Pi den Anteil der Individuen einer Art an der Gesamtzahl der

Individuen dar.

Maximale Diversität liegt vor, wenn die Individuen über alle Arten gleich verteilt sind. Die maximale

Diversität (Hmax) entspricht dem natürlichen Logarithmus der Artenzahl (S):

Hmax = ln S

(Statt des natürlichen Logarithmus kann auch der dekadische oder der Logarithmus zur Basis 2

verwendet werden.)

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