MEDIKAMENTE IM NOTARZTDIENST

kamptaldoktor.at

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Vendal (Morphium) 10 mg/1ml

Dosierung: in 2mg-Schritten fraktioniert i.v. bis zur deutlichen Schmerzreduktion

TIPP aus der Praxis: 1 A auf 10ml verdünnen: 2ml (=2mg) alle 10 Minuten i.v.

Wirkdauer: 4 Stunden

NW aller Opioidanalgetika: Atemdepression, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall bei

Hypovolämie, Miosis, Bradycardie, Juckreiz

relative Kontraindikation: kolikartige Schmerzen

extreme Vorsicht bei Kombination mit anderen ZNS-aktiven Medikamenten (Benzodiazepine)

beim spontan atmenden Patienten (synergistisch atemdepressive Wirkung)

Eine genaueste respiratorische Überwachung des Patienten ist nach der Appikation

sämtlicher Hypnoanalgetika essentiell.. Bei narkotischer Dosierung von Fentanyl ( bis zu 10

ml) im Schock und unter mangelnder Volumszufuhr kommt es regelmäßig zu einer

ausgeprägten Hypotension.

TIPP für die Praxis: eine Emesisprophylaxe ist bei Opioidggabe auf jeden Fall indiziert

z.b.: Paspertin®, Haldol®, Zofran®

Ketanest S (S(+)Ketamin: 50 mg / 2 ml und 25 mg / 5 ml)

Indikation: Narkose, Analgosedierung

Dosierung:

analgetisch: 0,25-0,5 mg/kg KG i.v.

narkotisch: 0,5-1 mg/kg KG i.v.

2-5 mg/kg KG i.m.

Nebenwirkungen: Hypertonie, Tachycardie, Hypersalivation, Hirndrucksteigerung,

Alpträume, Halluzinationen, Erbrechen

Kontraindikationen: Hypertonie, KHK, akuter Myocardinfarkt, cerbraler Insult, Psychose

S(+)Ketamin ist ein stark analgetisch wirksames Kurznarkotikum mit sympathomimetischer

Wirkung (z.B. Bronchodilatation). Man beachte die verschieden konzentrierten Ampullen.

Es kann bei fehlendem Venenweg auch i.m. gegeben werden (nicht kooperativer Pat.). Der

blutdrucksteigernde Effekt ist beim polytraumatisiertem Patienten günstig. Die Verwendung

von S(+)Ketamin bei schwerem SHT mit Verdacht auf erhöhten Hirndruck ist kontraindiziert,

wenn der Patient nicht gleichzeitig kontrolliert beatmet wird (da Hirndruckanstieg unter

Spontanatmung). Für die Analgesie sind wesentlich geringere Dosen nötig, oft genügen 15

– 20 mg i.v. Aufgrund der guten bronchodilatatorischen Wirkung ist die Narkoseeinleitung

bei Asthma bronchiale mit S(+)Ketamin ein Standardverfahren. Aufgrund der häufig

auftretende unangenehmen Traumerlebnisse nach S(+)Ketaminverabreichung sollte es –

wenn möglich - mit einem niedrig dosierten Benzodiazepin (z.B. 1-2mg Midazolam)

kombiniert werden. Bei Verbrennungen ist S(+)Ketamin das Mittel der Wahl zur Analgesie.

Dormicum (Midazolam) 1 mg / ml, 5 mg / ml

Indikation: Sedierung, Krampfanfälle, Adjuvans zur Narkose

Dosierung: 1 (-10) mg i.v. TITRATION BIS ZUM EFFEKT – Repetiion nach 4-5 Minuten

sinnvoll

Nebenwirkungen: anterograde Amnesie, geringer Blutdruckabfall, stark atemdepressive

Wirkung: bei älteren Patienten (> 65a) und bei gleichzeitiger Gabe von Opioiden ist

diesbezüglich besondere Vorsicht geboten

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