EINBLICKE - KHSB

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EINBLICKE - KHSB

einblickE

WiseM 2009

Journal der Hochschule


2

Inhalt

Nahblick

Einblick

Rückblick

Querblick

Gott und die Welt

Ausblick

Fernblick

Augenblick

Die STARTwerkstatt 4

Studenten der KHSB streiken 5

Promotionskolleg »Soziale Professionen und Menschenrechte« 5

Prävention und Versorgung durch das ISG verbessern 6

Fair-Kaffee gekocht? Im Caféstübchen. 26

Die Mitarbeiter/innen der Hochschulbibliothek 26

Widerstand gegen Rechtsextremismus als Christenpflicht 7

Sozialarbeiter als Detektive? 8

Enabling Community – Fachkongress 10

ISG – neues In-Institut an der Hochschule 11

»Forschung in sozialer Praxis« Forschungstag der KHSB 11

Graduiertenfest des ersten Bachelorjahrgangs 12

SICHTEN – Eröffnung der Ausstellung 12

KHSB auf dem Fest der Berliner Kirchen 13

Bürgerplattform erneut erfolgreich für Schöneweide 13

Wissenschaftliche Begleitung des Modells Alte Schule Karlshorst beendet 14

Treffen der Weiterbildungsbeauftragten der kirchlichen Hochschulen 15

Lebenslanges Lernen – neues Programm erschienen 15

Abschiebung auf dem Kollwitzplatz 15

Herausforderungen und Perspektiven der organisierten

Diakonie und Caritas

ein Beitrag von Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz 16

Theologische Ergänzungsstudien 22

Mittagsmeditation 23

Fahrt nach Oswiecim zum Zentrum für Dialog und Gebet 23

»Soziale Gesundheit stärken« Fachtagung im Herbst 2010 an der KHSB 24

Ausbildung für Moderation ethischer Fallbesprechungen 24

ForumFamilie: Familien- und Lebensformbezogene Soziale Arbeit 25

Fachgruppe Ethik und Soziale Arbeit der DGSA wächst 25

»Go out« Studium und Praktikum im Ausland 27

Johanna Gimm – aus Kambodscha 27

Svenja Kuhr – aus Schweden 28

Djamila Mustafa 29

Prof. Dr. Lydia Seus 30

Stephan Lidzba 30


3

Vorausblick

Liebe Leserinnen und Leser,

in den unterschiedlichen Reaktionen auf die erste Ausgabe von EINBLICKE konnten

wir ein uns erfreuendes Interesse am Leben der Katholischen Hochschule

Berlin erkennen. Nun liegt die zweite Ausgabe dieses Semesterjournals vor Ihnen.

Es stellt Ihnen unter der Rubrik NAHBLICK eine zentrale curriculare Innovation

des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit vor und das neugegründete Institut für

Soziale Gesundheit. RÜCKBLICK halten wir auf eine Reihe besonderer Veranstaltungen,

die im Laufe des vergangenen Sommersemesters stattfanden. Darunter

gilt dem erstmals durchgeführten Forschungstag, der Einblick in die vielfältigen

Forschungsaktivitäten von Mitgliedern der Hochschule gab, besondere Aufmerksamkeit.

Im kommenden Wintersemester wird das Promotionskolleg der

KHSB seine Arbeit aufnehmen. Näheres zu seiner Arbeitsweise finden Sie unter

AUSBLICKE. Forschungstag und Promotionskolleg dokumentieren beide das Engagement

der KHSB für die Qualifizierung von Forschung in sozialprofessionellen

Handlungsfeldern. Ich freue mich, dass wir für den QUERBLICK dieser Ausgabe

Professor Michael Ebertz von der Katholischen Fachhochschule Freiburg gewinnen

konnten. Vor dem Hintergrund religionssoziologischer Befunde, die auf ein Verblassen

der konfessionellen Bindungen in der deutschen Bevölkerung hinweisen,

thematisiert er Herausforderungen für die Profilierung für Caritas und Diakonie.

Wie können diese Verbände unter den Bedingungen von Entkonfessionalisierung

ihr besonderes Profil wahren? Was ist von den Professionellen, die in den Einrichtungen

von Diakonie und Caritas beschäftigt sind, als Beitrag zur Profilschärfe zu

erwarten? Diese Fragen verbinden die Überlegungen von Ebertz mit curricularen

Diskussionen im Zusammenhang von Studiengangsentwicklungen in der KHSB.

Studierende für verantwortliche Tätigkeiten in Einrichtungen der kirchlichen Wohlfahrtsverbände

zu qualifizieren, ist zentrales Anliegen der KHSB. Der im vergangenen

Sommersemester erstmals gestartete Masterstudiengang Soziale Arbeit bietet

interessierten Studierenden in einem Wahlprofil »Soziale Arbeit in kirchlichen

Einrichtungen und Verbänden« die besondere Möglichkeit, sich vertieft mit Anforderungen

an wertgebundenes Leiten, mit Handlungsarrangements in kirchlichen

Arbeitsfeldern und Grundlagen einer Theologie der Diakonik auseinanderzusetzen.

Wir wünschen uns für dieses Wahlprofil Aufmerksamkeit von Studierenden

und insbesondere von den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden. Schließlich stellen

sich in der Rubrik AUGENBLICK ausgewählte Mitglieder des Kollegiums und der

Studierendenschaft vor. Sie repräsentieren beispielhaft was Hochschulen sind -

Orte von Lerngemeinschaften, in den sich Lehrende und Studierende als Lernende

und Forschende begegnen. Ich lade Sie ein, sich von den Einblicken in die Lerngemeinschaft

KHSB anregen zu lassen.

Prof. Monika Treber

Rektorin


4 Nahblick

Die STARTwerkstatt

Gisela Renner in der STARTwerkstatt

Gisela Renner, Dipl. Sozialpädagogin, Spiel- und Theaterpädagogin

»Zum Beginn des Studiums Soziale Arbeit Da nicht immer Betreuungstätigkeiten anfielen,

arbeitete ich auch praktisch mit, so

fragte ich mich, wozu eine STARTwerkstatt gut

sein sollte. Ein bisschen missmutig ging ich die dass ich Grundfertigkeiten zur Arbeit mit

ersten Dienstage hin … Nach ein paar Wochen Holz erlernen musste. Das Rahmenthema

konnte ich mit dem Begriff STARTwerkstatt dieser Werkstatt hieß »Holzarbeit«. Das

etwas anfangen. Es war der Start ins Studium von mir gewählte konkrete Projekt war

mit Vermittlung und Vertiefung von Wissen und »Bau eines Bilderrahmens«. Dazu war es

dem nötigen Knowhow für die Soziale Arbeit in notwendig zu wissen, welches Holz mit

der Praxis. Mit diesem Hintergrundwissen begann

die Arbeit … Spaß zu machen« (Student, ist. Das ist vielleicht vergleichbar mit den

welcher Beschaffenheit das geeignete

2. Semester).

Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens.

Schließlich hatte ich das passende Holz

In der STARTwerkstatt, die ganztägig gefunden und musste nun die Werkzeuge

und die Methoden auswählen, damit

dienstags in den ersten beiden Semestern

des Studienganges Sozialer Arbeit aus dem Holz ein Bilderrahmen entstehen

unter einem Rahmenthema stattfindet, konnte - einfach vier Bretter zu einem

sollen die Studierenden laut kommentiertem

Vorlesungsverzeichnis »exem-

einbeiteln? Es gab da verschiedene Mög-

Quadrat zusammennageln oder Nuten

plarisch Fragestellungen, Praxisfelder und lichkeiten, Wege und Methoden. Dann

Vorgehensweisen der Sozialen Arbeit« musste der Umgang mit dem Werkzeug

kennen lernen. Auch »werden sie in erlernt werden. Säge, Hobel, Hammer,

wesentliche Grundlagen wissenschaftlichen

Arbeitens eingeführt und lernen einfach zu sein, doch ließ ich einige

Beitel etc. Es schien anfänglich ziemlich

an konkreten Aufgabenstellungen die Schweißperlen im Prozess des Fertigens.

Beiträge verschiedener Fach- und Bezugswissenschaften

zu berücksichtigen.« Die Händen wollte es nicht so recht gelingen,

Mit meinen so gefühlten zwei linken

Arbeit in der STARTwerkstatt ist schon ein manchmal hätte ich das Ganze am liebsten

an die Wand geworfen. Doch endlich

wenig vergleichbar mit der Arbeit in einer

Werkstatt. Hier ein Beispiel: In meinem war das Produkt fertig, und ich konnte es

Anerkennungspraktikum zur Sozialpädagogin

arbeitete ich in einer Werkstatt für perfekt und nur ansatzweise professio-

stolz präsentieren. Es war wahrlich nicht

psychisch Behinderte im Tischlereibereich. nell, doch es hatte seinen Zweck erfüllt.

Die Grundfertigkeiten waren erlernt. Im

Gegensatz zu den »Produkten« in den

STARTwerkstätten musste ich den Rahmen

alleine fertigen, nur der Meister half

mir ab und zu. In einer STARTwerkstatt

arbeiten mehrere in einem Prozess auf ein

Ergebnis hin. Das hat den Vorteil, dass

sich viele mit ihren Ideen und Interessen

einbringen können, aber es muss auch

ausgehandelt und diskutiert werden, um

gemeinsam zu einem Ergebnis zu kommen.

Das kann den Prozess verlängern

und die eine oder den anderen schon

einmal auf eine Geduldprobe stellen. Am

Anfang eines jeden Sommersemesters

beginnt das Zittern vor den Präsentationen,

die das jährliche Highlight und der

Abschluss der STARTwerkstatt sind. Doch

Lampenfieber und Aufregung tragen mit

dazu bei, dass jede Projektgruppe eine

gute Präsentation mit oft erstaunlichen

Ergebnissen einem hochschulöffentlichen

Publikum zeigen kann.Für mich als Lehrende

stellt jede Werkstattgruppe eine

neue Herausforderung dar. Jede Gruppe

ist anders, jede/r Studierende in der

Werkstatt hat eine Persönlichkeit mit eigenen

Fähigkeiten und Ideen, die sich im

Laufe der Arbeit eines Jahres aus der Anonymität

der Masse der Studierenden herauskristallisiert

und sich weiterentwickelt.

Die Arbeitsstruktur muss von jeder Gruppe

neu gefunden und ausgehandelt werden,

manchmal fällt es mir schwer mich

dabei zurück zu halten. Doch es ist schön

mitzuerleben, wie diese wellenförmig mit

Hochs und Tiefs verlaufenden Prozesse

zu guten Ergebnissen führen. Nicht jede

Erfahrung ist dabei schön, aber wer hat

behauptet, Lernen sei schmerzfrei?!

»Abschließend ist zu sagen, dass die Idee der

STARTwerkstatt doch sehr gut ist, da sie uns

die Möglichkeit gibt, einiges über wissenschaftliches

Arbeiten, Praxis und eigenverantwortlicher

Arbeit in der Gruppe zu lernen und

selbst zu erfahren« (Studentin, 2. Semester).


5

Studenten der

KHSB streiken

Amadeus Kugler

Bunt und vielfältig beteiligten sich die

Studierende der Katholischen Hochschule

an dem bundesweiten Bildungsstreik

vom 15. bis 19. Juni. Dabei wurde nicht

nur die Hochschule durch Transparente

verhängt, sondern es wurde ein alternatives

Seminarangebot in Form von

Workshops, AG‹s und Diskussionsrunden

zum Thema Bildung und Erziehung von

Studenten und Dozenten angeboten. In

diesen wurden die Vor- und Nachteile

des deutschen Bildungssystems hinterfragt,

mit anderen Ländern verglichen

und mögliche Alternativen erörtert. Die

Studierenden kritisierten dabei die Umstellung

auf das Bachelor/Mastersystem

im Zuge des Bolognaprozesses, durch den

- so ihre Kritik - das Studium kaum noch

selbstbestimmt und zu leistungsorientiert

sei. Einer der Höhepunkte dieser Woche

war die Teilnahme an der bundesweiten

Bildungsdemon stration am 17. Juni. Hier

erklärten sich die Studierenden mit den

Schüler/innen solidarisch und unterstützen

ihre Forderungen.

Weitere Informationen:

www.bildungsstreik.net

Promotionskolleg

Soziale Professionen und

Menschenrechte

Christiane Schraml

Am Forschungstag konnte an der KHSB

das Promotionskolleg Soziale Professionen

und Menschenrechte offiziell gegründet

werden. Es zielt darauf, Absolvent/innen

aus dem Sozial- und Gesundheits wesen

in der Vorbereitung und Durchführung

eines Promotionsvorhabens zu fördern.

Promovieren mit Fachhochschulabschluss

»Nach langjähriger praktischer Arbeit als

Sozialpädagoge habe ich mich in diesem

Jahr entschieden zu promovieren. Dabei

stand die große Frage im Raum: Kann ich

das überhaupt?« So wie Frank Wilde stehen

viele Absolvent/innen vor Fragen und

Unsicherheiten, wenn sie sich auf den

Weg zur Promotion begeben. Grundlegend

besteht für FH-Absolvent/innen seit

vielen Jahren die Möglichkeit an Universitäten

zu promovieren. Mit der Einführung

der Bachelor- und Masterstudiengänge

sowie der zunehmenden Etablierung von

kooperativen Promotionsverfahren hat

sich die Situation sukzessiv verbessert.

Faktisch besteht für FH-Absolvent/innen

jedoch noch immer eine Benachteiligung

im Zugang zur Promotion von der Frauen

noch einmal in besonderem Maße betroffen

sind. Dabei wird die Weiterentwicklung

der Sozialarbeitswissenschaften und

der Heilpädagogik in Zukunft auch davon

abhängig sein, inwiefern es gelingt, den

wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern

und damit die kontinuierliche Entwicklung

der Fachtheorien sicherzustellen.

Das Promotionskolleg – forschen und

fördern

Durch das Promotionskolleg Soziale Professionen

und Menschenrechte soll ein

struktureller Rahmen zur Förderung des

wissenschaftlichen Nachwuchses etabliert

werden und der fachtheoretische Diskurs

über Soziale Professionen als normative

Handlungswissenschaften weiter vorangebracht

werden. Um die strukturellen

Zugänge von FH-Absolvent/innen zur Promotion

nachhaltig zu verbessern, ist es

auch ein Ziel des Kollegs, Kooperationen

mit Universitäten aufzubauen. Im Promotionskolleg

arbeiten Kollegiat/innen und

Professor/innen entlang eines Forschungsund

Studienprogramms zusammen und

reflektieren das Verhältnis von Sozialen

Professionen und Menschenrechten in

konkreten Praxiskontexten. Durch das

Berliner Programm zur Förderung der

Chancengleichheit für Frauen in Forschung

und Lehre kann die KHSB ein

Stipendienprogramm für Frauen gewährleisten.

Informationen zum Kolleg finden Sie unter

www.khsb-berlin.de/promotionskolleg.


6 Nahblick

Soziale Faktoren und Gesundheit: Prävention und Versorgung

durch das Institut für Soziale Gesundheit verbessern

Die Zusammenhänge zwischen sozialen

Faktoren und Gesundheit bzw. Krankheit

sind empirisch gut belegt, werden aber

im Gesundheitswesen immer noch nicht

systematisch in den Blick genommen.

Genau diese Diskrepanz möchte das Institut

für Soziale Gesundheit mit seiner

Arbeit verringern helfen: durch Grundlagenforschung,

Praxisevaluation bzw.

Praxisentwicklung, aber auch durch die

Entwicklung einer spezifischen Beratungspraxis,

die wissenschaftlich evaluiert und

in die Lehre eingebracht wird. Neben der

Durchführung eigener wissenschaftlicher

Projekte sollen auch Projekte anderer

Institutionen gefördert werden, die die

soziale Dimension von Gesundheit zum

Gegenstand haben.

Ziele

›› Beratung und Unterstützung von Menschen,

deren Gesundheit durch soziale

Faktoren bedroht / beeinträchtigt ist

›› Entwicklung und Erprobung innovativer

Handlungs- und Forschungskonzepte zur

Förderung der sozialen Gesundheit

›› Durchführung von Forschungsprojekten,

Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen

und Fachtagungen

››

Einbindung von Studierenden in

Forschungsprojekte

›› Kooperation mit anderen Institutionen

und Personen

Inhaltliche Schwerpunkte

Das Institut für Soziale Gesundheit gliedert

sich derzeit in drei Abteilungen, in

denen jeweils eine besondere Zuspitzung

des Hauptansatzes verfolgt wird.

Abteilung Sozialpsychiatrie

Prof. Dr. R. Quindel, Prof. Dr. R.-B. Zimmermann

Die universitären Strukturen, die auch die

Entwicklung und Etablierung einer sozialen

Psychiatrie in Deutschland förderten

brechen in den letzten Jahren zunehmend

weg. Umgekehrt besteht aber weiterhin

ein hoher Bedarf, die Sozialpsychiatrie

auch durch Hochschulaktivitäten weiterzuentwickeln.

Hier sind insbesondere

der Theorie-Praxis-Transfer, die Weiterentwicklung

innovativer methodischer

Ansätze sowie die Initiierung und Durchführung

sozialpsychiatrischer Forschungsprojekte,

Tagungen und Kongressen zu

nennen.

Abteilung Klinische Sozialarbeit/

Sozialtherapie

Prof. Dr. K. Ortmann

Die KHSB hat sich in den letzten Jahren

verstärkt an der Entwicklung der Klinischen

Sozialarbeit in Deutschland durch

Weiterbildungsangebote und Forschungsaktivitäten

beteiligt. Die an der KHSB

angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten

sollen in der Abteilung

ihren institutionellen Rahmen finden.

Ein Schwerpunkt wird sein, empirisch

und theoretisch-konzeptionell das Methodenrepertoire

klinischen Handelns in

der Sozialen Arbeit zu verbessern und zu

erweitern.

Abteilung Psychotraumatologie

und Soziale Arbeit

Prof. Dr. N. F. Gurris

Im Jahr 1999 war die KHSB eine der

ersten Fachhochschulen Europas, an der

Psychotraumatologie curricular gelehrt

wurde, seitdem ist die Psychotraumatologie

ein fester Bestandteil in Lehre,

Forschung und Entwicklung. Spezifische

Beratungs- und Behandlungsmodelle mit

traumatisierten Menschen sollen weiterhin

entwickelt und erforscht werden,

damit die Lücke zur medizinischen und

psychologischen Versorgung geschlossen

werden kann.

Über die laufenden Forschungsprojekte

des ISG berichten wir an anderer Stelle.

Aktuell betreibt das ISG eine Psychosoziale

Beratungsstelle, erarbeitet eine Expertise

zum Thema »Einzelfallhilfe: Trägermodell

versus Honorarmodell«, erforscht die

gesundheitliche und soziale Versorgung

älterer Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt

in Potsdam (Projekt

SEVERAM), gemeinsam mit der FU das

Problem der Versorgung psychisch Kranker

in Pflegeheimen (s. a. Neuerscheinung

S. 14) und ist Partner des EU-Forschungsprojektes

TENTS zu Aufbau und Beforschung

eines europaweiten Netzwerkes

für traumatische Belastungen.


Einblick

7

Widerstand gegen Rechtsextremismus als Christenpflicht

Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl

Die Positionierung des damaligen Vorsitzenden

der CDU-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern,

Lorenz Jäger, dass der

»Kampf gegen Rechtsextremismus (...) eigentlich

eine Christenpflicht« sei, hat im letzten

Jahr und in diesem Frühjahr eine breite Debatte

in der politischen und kirchlichen Landschaft

angestoßen. In diesem Zusammenhang wurde

das Berliner Institut für christliche Ethik und

Politik (ICEP) beauftragt, die Frage zu untersuchen,

ob und in welcher Weise Christinnen und

Christen von den Grundlagen ihres Glaubens

her zum Widerstand gegen den Rechtsextremismus

aufgerufen seien.

Der Rechtsextremismus, der sich durch

»völkische Denkmuster, ein daraus abgeleitetes

Menschenbild, autoritär-rigide

Ordnungsvorstellung und die Berufung

auf das Führerprinzip« (Greß/Jaschke/

Schönekäs 1990) auszeichnet, steht im

schroffen Gegensatz zum demokratischen

Verfassungsstaat. Darüber hinaus

bestreiten seine Vertreter – auch in Unterscheidung

zu anderen politischen Extremismen

wie dem Kommunismus oder

dem Anarchismus – grundsätzlich das

»Prinzip menschlicher Fundamentalgleichheit«

(Backes/Jesse). Dieses strikte Gleichheitsprinzip

ist jedoch nicht nur für den

bundesdeutschen Verfassungsstaat konstitutiv,

sondern auch für das Christentum.

Es wurzelt in der absolut gleichen Menschenwürde

jedes Menschen als Ebenbild

Gottes, die keinerlei Nuancierungen oder

Abstufungen – etwa im Sinne rassistischer,

sozialdarwinistischer, sexistischer

oder kultur-ethnozentristischer Auffassungen

– zulässt. Rassismus und Christentum

schließen sich kategorisch aus. Das

Zweite Vatikanische Konzil hat anerkannt,

dass es in vielen politischen Fragen legitimerweise

unterschiedliche Auffassungen

geben kann, zu denen Christen nach reiflicher

Gewissensbildung kommen können

(vgl. Gaudium et spes 43). Damit anerkennt

das Konzil grundsätzlich die Legiti-

mität politischer Pluralität, die das Konzil

als Ausdruck der Autonomie weltlicher

Sachbereiche wertet (vgl. GS 36). Sie findet

freilich dort ihre absolute Grenze, wo

politische Auffassungen und Praktiken die

»Achtung vor der menschlichen Person«

bzw. »die wesentliche Gleichheit aller

Menschen und die soziale Gerechtigkeit«

verletzten oder sogar beseitigen wollen

(vgl. GS 27f): »Doch jede Form einer

Diskriminierung in den gesellschaftlichen

und kulturellen Grundrechten der Person,

sei es wegen des Geschlechts oder der

Rasse, der Farbe, der gesellschaftlichen

Stellung, der Sprache oder der Religion,

muß überwunden und beseitigt werden,

da sie dem Plan Gottes widerspricht.«

(GS 29)

Damit ist zugleich jeder Gleich-Gültigkeit,

also jeder indifferenten Haltung eines

Christen gegenüber dem Rechtsextremismus

eine unzweideutige Absage erteilt.

Christen sind wie Kirche insgesamt zur

Weltverantwortung, die Politik im Sinne

der aktiven Gestaltung des Öffentlichen

Raumes notwendig einschließt,

aufgerufen, durch die sie die Hoffnung,

die in ihnen ist, auch »in den gewöhnlichen

Verhältnissen der Welt« (Lumen

gentium 35) zum Ausdruck bringen.

Besondere Verantwortung kommt jenen

Christen zu, die als Politiker maßgeblich

die Ordnung des Weltlebens gestalten.

Auch für christliche Politiker gelten die

vorgenannte legitime Pluralität politischer

Auffassungen und damit auch die

legitime Pluralität politischer Strategien.

Insofern sie aber als Christen politische

Verantwortung übernehmen, binden sie

ihr politisches Handeln an das Fundament

und die normativen Implikationen ihres

Glaubens. Insofern sind sie nicht erst

als besonders politisch verantwortliche

Staatsbürger, sondern schon als Christen

zur Gegenwehr gegenüber politischen

Extremen und insbesondere gegenüber

dem Rechtsextremismus verpflichtet.

Verantwortliches solidarisches Handeln

von Christinnen und Christen gründet

sodann auf den normativen Grundsätzen

der Menschenrechte, die die Ermöglichungsstruktur

menschenwürdiger Lebensführung

darstellen. Auch die Kirche

identifiziert sich mit dem Anliegen der

Menschenrechte, das wesentlich für ihr

soziales Engagement und für das Zeugnis

der frohen Botschaft insgesamt ist. (GS

41). Der spezifisch moralische Verpflichtungsgehalt

von Menschenrechten weist

auf ein konstitutives Reziprozitätsverhältnis

von Rechten und Pflichten hin,

das für das Gelingen einer zivilen und

demokratischen Gesellschaft von hoher

Bedeutung ist. Diese wichtige Ressource

demokratischer Aushandlungsprozesse

lässt sich mit dem Begriff der Solidarität

übersetzen. Solidarität hebt auf die

»konstruktive Verpflichtung« aller Träger

von Menschenrechten ab, die ihnen gewährten

Rechtsansprüche nicht nur nicht

zu Lasten, sondern vielmehr zugunsten

anderer Rechtsträger zu nutzen. Der eigene

unverfügbare Anspruch auf ein menschenwürdiges

Leben begründet zugleich

die Pflicht zur Anerkennung der Ansprüche

anderer auf eine menschenwürdige

Existenz und deshalb auch die Pflicht, Gestaltungsverantwortung

für die humanen

Lebensbedingungen anderer zu übernehmen.

Wo Menschen mit Verweis auf die

Unverfügbarkeit ihrer Menschenwürde

Freiheits-, Gleichheits- und Teilhaberechte

einfordern, stehen sie in der Pflicht, die

gleichen Rechtsansprüche allen anderen

zuzubilligen – und zwar nicht nur, indem

sie sie grundsätzlich anerkennen, sondern

auch durch tätige Mithilfe an deren konkreter

Verwirklichung. Aus diesem Grund

stehen auch die Kirchen und alle Christinnen

und Christen in der Pflicht, bei

der Anerkennung, dem Schutz und der

Durchsetzung dieser Rechte mitzuwirken.

Aus diesen Überlegungen folgt, dass der

Rechtsextremismus eine Form politischer


8

Einblick

Sozialarbeiter als Detektive?

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom: kritische Reflexion eines Praxisbeispiels

Prof. Dr. med. Ralf-Bruno Zimmermann, KHSB

Ideologie und Praxis darstellt, die nicht

nur nicht tolerierbar ist, sondern zum

aktiven Tun (»Widerstand«) aufruft, wobei

die Formen des Widerstandes gemäß

unserer Staats- und Gesellschaftsform

zwischen politischer Aufklärungsarbeit

und staatsrechtlichen bzw. polizeilichen

Mitteln breit variieren können. Solcher

Widerstand ist nicht nur Aufgabe jedes

Staatsbürgers, sondern in einem emphatischen

Sinne die Pflicht jedes Christen

als Christen und in dieser Weise nicht

beliebig. Sie steht sozusagen im Rang

eines status confessionis, an dem sich das

Christsein eines Christen (mit-)entscheidet.

Das ICEP Arbeitspapier »Widerstand gegen

Rechtsextremismus – eine Christenpflicht« von

Stefan Kurzke-Maasmeier, Andreas Lienkamp

und Andreas Lob-Hüdepohl ist abrufbar unter:

www.icep-berlin.de arbeitspapiere 3/2009

Zur Genese des Expertiseauftrags siehe:

www.zdk.de salzkoerner 16. Jg. Nr. 3

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom wird

kontrovers diskutiert: Wenn Mütter ihre Kinder

durch Manipulationen zu Patienten machen,

handelt es sich dann um den Ausdruck einer

psychischen Störung oder um strafbare Handlungen?

Anhand eines Beispiels aus der Gutachterpraxis

skizziert Ralf-Bruno Zimmermann in einem

ausführlichen Text den aktuellen Stand des

Wissens und geht der Frage nach, welche Aufgaben

Sozialarbeiter/innen in diesem Zusammenhang

haben können und in welche professionellen,

berufsethischen und juristischen

Spannungsfelder sie dabei geraten können.

Jener Text ist auf Nachfrage über die Homepage

der KHSB erhältlich; im Folgenden lesen

Sie einen kleinen Auszug aus diesem Beitrag,

den Prof. Dr. Ralf-Bruno Zimmermann für das

ForumFamilie am 13.11.2008 konzipiert hat

(s. Ausblicke, S. 25).

Der Internist Richard Asher beschrieb in

den 1950er Jahren erstmals Patienten, die

von Klinik zu Klinik wanderten und real

wirkende Blutungen, Magen- und Darmbeschwerden

oder neurologische Syndrome

vortäuschten, um im Krankenhaus

aufgenommen und behandelt zu werden.

Besonders faszinierten dabei die gekonnt

geschilderten Symptome mit teils aufregenden

Berichten unter Nutzung falscher

Namen. Asher nannte diese Auffälligkeit

mit Bezug auf die fantastischen Erlebnisberichte

des Rittmeisters Hieronymus

Karl Friedrich Baron von Münchhausen

(1720-1797) »Munchausen`s syndrome«.

1977 benannte der Kinderarzt Meadow

erstmals eine Variante des Münchhausen-

Syndroms, das »Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom«

(bzw. by proxy),

bei dem Eltern

– meist Mütter

– bei ihren Kindern

absichtlich

körperliche Symptome

erzeugen

oder vortäuschen

und sie, häufig

unter Notfallbedingungen,

Ärzten

zur Diagnostik

und Behandlung

vorstellen.

Es schloss sich

ein kontrovers

geführter psychiatrischer und juristischer

Fachdiskurs darüber an, ob es dieses Syndrom

überhaupt gebe – und wenn ja, wie

häufig –, ob es sich um eine Krankheit

oder eine reine Straftat handele – oder

um beides. Es kristallisiert sich inzwischen

heraus, dass es wohl unbestreitbar solche

Fälle gibt, die die Hauptkriterien dieses

Syndroms erfüllen. Wichtige diagnostische

Kriterien zur Diagnose sind:

›› absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen

körperlicher oder psychischer Symptome,

›› die Motivation für das Verhalten liegt in

Einnahme der Krankenrolle und

›› es sind keine äußeren Anreize für das

Verhalten offensichtlich wie: ökonomischer

Nutzen, Vermeidung von legaler Verantwortung,

Verbesserung des körperlichen

Wohlbefindens.

Unabhängig davon, ob es sich um eine

psychische Krankheit der Mutter handelt


9

oder nicht, ist zunächst festzuhalten,

dass bei Vorliegen der entsprechenden

Kriterien deskriptiv immer eine Kindesmisshandlung

(bei Minderjährigen) bzw.

eine Körperverletzung (bei Erwachsenen)

vorliegt, die, unabhängig von einer strafrechtlichen

Würdigung, auch diagnostisch

verschlüsselt werden sollte. In unserem

Fall begehrte die Mutter eines 16jährigen

Mädchens Sozialleistungen, das Mädchen

selbst schien schwerst eingeschränkt und

beschwert durch Behinderungen und

Erkrankungen: so könne es nicht gehen,

nicht stehen und sich nicht alleine umdrehen

und leider u.a. unter Ganzkörperschmerzen,

epileptischen Anfällen usw.

Allerdings fehlten für diese Einschränkungen

weitgehend die objektiven medizinischen

Befunde, obwohl mannigfaltig

ambulant und stationär untersucht und

behandelt worden war. Mehrfach waren

auch in der Vergangenheit einige Ärzte

und Ärztinnen skeptisch geworden und

hatten unterschiedliche Verdachtsdiagnosen

gestellt (etwa: inadäquate Befunde,

Münchhausen-Syndrom, Simulation),

allein, eine Änderung der Situation wurde

nicht herbeigeführt. Im Gegenteil: im

Laufe der Jahre wurden die Einschränkungen

des Mädchens stärker, ebenso

die technischen und menschlichen Hilfen,

die von der Mutter beantragt und genehmigt,

nicht selten erstritten wurden.

Immer dann, wenn in einem therapeutischen

Setting ein Änderungsversuch der

Grundsituation versucht wurde, nahm die

Mutter ihre Tochter (und sich selbst) aus

Behandlung und Beratung heraus. Zum

Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung

waren bereits erkennbare Sekundärschäden

bzw. -erkrankungen des Mädchens

erkennbar: Verringerung der Muskulatur,

Verkürzung von Sehnen, Veränderung der

Knochensubstanz durch Inaktivität sowie

Folgeschäden durch eine nicht notwendige

Operation. Das Mädchen selbst wirkte

einerseits verstört, ängstlich-gefangen

und fest in der Vorstellung, schwer behindert

und krank zu sein (und zu bleiben).

Andererseits war in der Exploration eine

ausgeprägte Vitalität und Lebenslust

erkennbar, die aber faktisch immer

wieder von der Mutter mit Verweis auf

die Schwere der Behinderungen unterbunden

wurde. Starken Symbolwert hat

folgendes Zitat des Mädchens, das ihre

Ambivalenz deutlich werden lässt: »Ich

möchte wieder laufen lernen. Dazu muss

ich aber operiert werden an Wirbelsäule,

Hüft-, Knie-, und Fußgelenken.« Deutlich

wurde ferner die symbiotische Beziehung

zwischen Mutter und Tochter sowie anamnestisch

eine wohl ähnlich, wenn auch

nicht so drastische Entwicklung einer älteren

Schwester des Mädchens.

Wenn Mütter ihre Kinder durch Manipulationen

zu Patienten machen, handelt es

sich immer um eine Kindesmisshandlung,

Elisabeth Fix, Stefan Kurzke-Maasmeier (Hg.):

Das Menschenrecht auf gute Pflege. Selbstbestimmung

und Teilhabe verwirklichen. Lambertus,

Freiburg 2009.

2009, 198 Seiten

ca. EUR 17,50/SFr 30,50

ISBN 978-3-7841-1926-7

die auch so benannt und deren Fortsetzung

natürlich verhindert werden muss.

Zur Aufdeckung eines solchen Verhaltens

sind ganz besonders das besonnene und

koordinierte Zusammenarbeiten unterschiedlicher

Professionen und mitunter

auch Methoden nötig, die üblicherweise

in der Behandlung und Beratung nicht

verwendet werden. Die Sozialarbeiter/

innen müssen also in solchen Fällen

tatsächlich auch gelegentlich Detektive

sein. Gerade diese sind mit besonderer

Sorgfalt ethisch und juristisch zu überprüfen

und abzuwägen. Mit einer gewissen

Wahrscheinlichkeit ist die Mutter auch als

psychisch krank zu bezeichnen und bedarf

so oder so der professionellen Hilfe.

Die Einschätzungen darüber aber, ob eine

strafbare Handlung vorliegt und ob die

Mutter dafür zur Rechenschaft zu ziehen

ist, obliegen den zuständigen Gerichten.

Neuerscheinung

Menschenrechte in der Pflege

Das Handbuch gibt es Anregungen zur

Verbesserung der Qualität der Versorgungsstrukturen

und zur Umsetzung

der menschenrechtlichen Ansprüche von

pflegebedürftigen Personen und versteht

sich als Beitrag zum gesellschaftspolitischen

Diskurs um das ethische Gut der

Pflege. Es dokumentiert die Ergebnisse

der gleichnamigen Fachtagung des ICEP

und des Deutschen Caritasverbands im

Dezember 2008.

Mit Beiträgen von Thomas Klie, Klaus Dörner,

Andreas Lob-Hüdepohl, Dieter Hackler, Franz J.

Stoffer, Alexander Künzel, Paul-Jürgen Schiffer,

Jeanne Nicklas-Faust, Achim Rieger, Hildegard

Schröppel, Hans Georg Nehen, Rolf D. Hirsch,

Rolf Heine und Katrin Markus.


10

Rückblick

Enabling Community – Gemeinsame Sache machen

Fachkongress und Forschungswerkstatt der KHSB und der Evangelischen

Stiftung Alsterdorf waren voller Erfolg

Die Frage, wie eine Gesellschaft dazu befähigt

werden kann, allen ihren Mitgliedern

ein Ort der sozialen Zugehörigkeit

und Anerkennung zu sein, stand im Zentrum

eines dreitägigen Fachkongresses

der KHSB und der Ev. Stiftung Alsterdorf

(ESA) vom 18.-20. Mai in Hamburg. Mehr

als 500 Teilnehmer/-innen tauschten sich

in Vorträgen, Workshops, Praxisbesuchen

und Podiumsveranstaltungen über die

inklusive Gestaltung einer Gesellschaft

aus, die selbstverständlich mit allen ihren

Mitgliedern »gemeinsame Sache macht«.

Enabling Community meint den Prozess

einer Qualifizierung von Gemeinwesen,

um die volle rechtliche und soziale Inklusion

ihrer Bürger/-innen zu gewährleisten.

Insofern meint er auch ein Gemeinwesen,

das sowohl seine kollektiven als auch

individuellen Akteure zur Inklusion befähigt.

Die Zielperspektive einer inklusiven

Gesellschaft und das Konzept der Inklusion

gehen über die »klassischen« Formen

der Behindertenhilfe hinaus und verstehen

die Bürgergesellschaft als »Subjekt

der Befähigung«. In mehr als 100 Einzelveranstaltungen

und 12 thematischen

Foren ging es bei diesem Kongress um

Zukunftsfragen des Sozialstaats und der

Sozialen Dienste, um normative Grundlagen

einer inklusiven Gesellschaft sowie

um innovative Modelle für die Praxis. Für

die Veranstaltung konnten die Hamburger

Senatoren Anja Hajduk und Dietrich Wersich,

DIHK-Vizepräsident Frank Horch und

renommierte Wissenschaftler/-innen wie

Judith Hollenweger, Heidrun Metzler, Andreas

Hinz, Klaus Dörner, Michael Opielka

u.v.m. gewonnen werden. Aus der KHSB

waren insgesamt 12 Hochschullehrer/-

innen und wissenschaftliche Mitarbeiter

aktiv an der Gestaltung des Kongresses

beteiligt. Gemeinsam plädierten Veranstalter

und Teilnehmer/-innen dafür,

Sonderwelten (z.B. für Menschen mit

Behinderungen) konsequent aufzulösen,

damit Inklusion und Teilhabe keine Lippenbekenntnisse

bleiben.

Ein zentrales Querschnittsthema war die

Frage nach zukunftsfähigen Profilen von

Bildung, Professionalität und Politik. Der

fachliche Diskurs darüber wurde in der

Forschungswerkstatt »Enabling Community«

am 28. und 29. September 2009 in

der KHSB vertieft. Daran nahmen neben

Vertreter/-innen von KHSB und ESA zehn

externe Experten/-innen aus Wissenschaft

und Praxis teil. Im Rahmen des Workshops

wurde ein Diskussionspapier erarbeitet,

das die Ergebnisse des Kongresses

und der Forschungswerkstatt im Kern

zusammenfasst.


11

ISG · Institut für

Soziale Gesundheit

Mit der Präsentation des noch druckfrischen

Forschungsberichts 2006-2009

eröffnete Rektor Prof. Dr. Andreas

Lob-Hüdepohl am 14. Mai 2009 im voll

besetzten Hörsaal der KHSB den ersten

Forschungstag der Hochschule. Auf über

200 Seiten stellt der Bericht die wissenschaftlichen

Profile der Lehrenden, deren

aktuelle Forschungsprojekte und die

Forschungsinstitute der Hochschule vor.

Ein beachtliches Werk, das eine Vielfalt

von Forschungsvorhaben und -themen

in den Feldern der sozialen Professionen

dokumentiert. Doch Forschung an Fachhochschulen

will nicht nur auf Papier

verewigt, sondern auch, ja vor allem in

der Praxis umgesetzt werden. Aber wie

sieht Forschung in sozialprofessionellen

Handlungsfeldern real aus? Was meint

Praxisforschung? Wie setzen Lehrende an

der KHSB ihre Forschungsthemen um?

Am Forschungstag sollten auf diese und

weitere Fragen Antworten gegeben werden.

Nach einem Impuls von Prof. Dr. Uta

Maria Walter konnten alle Interessierten

– bestens eingeführt in den aktuellen Diskurs

der Praxisforschung – unmittelbare

Einblicke in die Entwicklung und Durchführung

der Forschungsprojekte an der

KHSB erhalten. 13 Projektpräsentationen

aus den Feldern Soziale Arbeit, Heilpädagogik,

Bildung und Erziehung und Schulische

Religionspädagogik standen dafür

zur Auswahl. Vieles war zu erfahren, z.B.

über Neuerungen im Bereich Wohnen

von Menschen mit Behinderung, die Entwicklungen

in der internationalen Zusammenarbeit

zur Behandlung traumatisierter

Kriegsopfer oder die erfolgreiche Fördeneues

In-Institut an der Hochschule

»Forschung in sozialer Praxis«

Der erste Forschungstag der KHSB

Es ist jetzt offiziell: Als drittes In-Institut

der KHSB wurde das Institut für Soziale

Gesundheit gegründet. Derzeit geleitet

von Prof. Dr. Ralf-Bruno Zimmermann

und Prof. Dr. Karlheinz Ortmann (Stellvertreter),

gliedert sich das Institut in

Hauptabteilungen mit unterschiedlichen

Schwerpunkten: Sozialpsychiatrie; klinische

Sozialarbeit / Sozialtherapie; und Psychotraumatologie.

Das Institut will dazu

beitragen, wirksame Präventions- sowie

gesundheitliche Versorgungsmethoden

für die Bevölkerung zu untersuchen bzw.

zu entwickeln, die aus den Erkenntnissen

des Zusammenhangs zwischen sozialen

Faktoren und Gesundheit bzw. Krankheit

gewonnen werden. Während eigene

Forschungsprojekte und Fachtagungen

durchgeführt werden, an denen auch

Studierende der KHSB mitbeteiligt werden,

wird das Institut zudem beratende

Funktion haben.

Institutsmitglieder (Stand Juli 2009)

Professor/innen:

Prof. Dr. N. F. Gurris, Prof. Dr. G. Kuhn-Zuber,

Prof. Dr. K. Ortmann, Prof. Dr. R. Quindel,

Prof. Dr. R.-B. Zimmermann

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge Ulrich

Binner, Dipl. Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin

Judith Hennig, Dipl. Sozialarbeiterin

/Sozialpädagogin Jenny Zirnstein

Sekretariat:

Nicole Thomas

Telefon 030 – 50 10 10 62

www.isg-berlin.de

rung von Kleinkindern in sozial benachteiligten

Familien. »Der Forschungstag bietet

eine tolle Gelegenheit, um zu sehen, was

an der Hochschule an Forschung läuft«,

meint Prof. Dr. Gaby Straßburger, die

selbst ihr Projekt zur Demokratieförderung

im Berliner Reuterkiez vorstellte. »So

wird der fachliche Austausch unter den

Kolleginnen und Kollegen angeregt, zu

dem es im Alltag neben der Lehre leider

viel zu selten kommt.« Auch den Kontakt

zwischen Studierenden und Lehrenden

regte der Forschungstag an. Insgesamt

besuchten rund 200 Studierende die

Veranstaltungen und lernten dabei ihre

Professorinnen und Professoren auch als

Forschende kennen.

Was die Fachhochschulen brauchen, um

weiterhin gute Forschung betreiben zu

können, wurde dann, moderiert von Prof.

Dr. Andreas Lienkamp, auf dem Podium

diskutiert. Zu Wort kamen der Präsident

der Rektorenkonferenz kirchlicher Fachhochschulen,

Prof. Dr. Egon Enders, der

gewählte Prorektor und Forscher im Feld

der Gesundheitsorientierten Sozialen

Arbeit, Prof. Dr. Karlheinz Ortmann, und

als Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Volker Kreutzer. Feierlich

abgeschlossen wurde der Forschungstag

mit der offiziellen Gründung des ersten

Promotionskollegs an der KHSB. Der erste

Forschungstag der KHSB wird sicherlich

nicht der letzte sein.

Bild v.l.n.r. Prof. Dr. Karlheinz Ortmann (KHSB),

Prof. Dr. Egon Endres (RKF), Volker Kreutzer (DFG)


12 Rückblick

»Irgendetwas bleibt …«

Das Graduiertenfest des ersten

Bachelorjahrgangs

SICHTEN – Eröffnung der

Ausstellung

Bertram Stumpp

Von nun an regiert die Erinnerung, die

Erinnerung an ein 7-semestriges Studium,

welches am 14. Mai 2009 seinen

Abschluss fand. 93 Studierende der KHSB

bekamen den Titel »Bachelor of Arts«

in Soziale Arbeit oder Heilpädagogik

überreicht. Die Feierlichkeit wurde durch

eine Predigt von Frau Prof. Dr. Christine

Funk, die Rede des Rektors Prof. Dr.

Andreas Lob-Hüdepohl und die studentische

Musikgruppe der KHSB verstärkt.

Wir sind der 1. Bachelorjahrgang der

KHSB und damit Teil einer neuen Ära der

Hochschulen in Europa. Unter dem Deckmantel

»Bologna« tarnen sich Begriffe

wie Mobilität, Wettbewerbsfähigkeit,

Berufsqualifizierung. Das implementiert

eine Komprimierung des Lehrstoffs auf

weniger Semester, eine Anwesenheitspflicht

für einen Großteil der Lehrveranstaltungen

und generell eine detaillierte

Umstrukturierung der Hochschullandschaft

– ein Verlust des humboldtschen

Bildungsideals? Unser Studium ist nach

Meinung einiger Kommilitonen zu einem

Mosaik des verschulten Bildungssystems

geworden. Ob das Studium uns vor

diesem Hintergrund den vom Rektor betonten

»Hauch von Intellektualität« vermitteln

konnte, muss demzufolge jeder

für sich selbst entscheiden. Wenn man

an den Schnittstellen einer Gesellschaft

sozialisiert wird, bringt das Erfahrung

und Wissen hervor. Ich wurde 1990 nach

dem Zusammenbruch der DDR als Teil des

ersten Jahrgangs in der (für mich neuen)

BRD eingeschult und war gleichzeitig Teil

des letzten Jahrgangs ohne Zentralabitur.

Als Teil des 1. Bachelorjahrgangs, sowie

des 1. Masterjahrgangs der KHSB bin ich

auch stolz auf diesen Prozess und habe

Wege gefunden, mich mit der neuen

Bachelor-/ Masterstruktur zu arrangieren.

Kollisionen zwischen Anwesenheitspflicht

und Beruf und/ oder Familie gehörten

trotzdem dazu. Eine 50-Stunden Woche

ist keine Seltenheit. Für 29 Studierende

meines Jahrgangs war die Verlängerung

des Studiums leider notwendig – nicht im

Sinne des Ziels von Bologna.

Meine Bilanz der letzen dreieinhalb Jahre

ist, dass die komplexen Belastungen und

Anforderungen des Studiums gepaart mit

Arbeit, Hobbies und Familie Lebenszeit

gekostet haben, mich aber auch massiv

bereichern und formen konnten. Ich

hoffe, die Lehre der KHSB schafft es,

weiterhin einer »verblüffungsresistenten

Wissensgesellschaft« ihren Kampf anzusagen

und die Studierenden nach wie vor

mit wohldosierten Überforderungen zu

konfrontieren, da nur die kontinuierlich

gestiftete Verwirrung eine Persönlichkeit

dazu befähigt, sich weiterzuentwickeln

und zu wachsen. Lassen wir also die Erinnerung

an unser Studium regieren, welches

das Fundament für unsere professionelle

Identität in der Sozialen Arbeit /

Heilpädagogik sein wird.

»Ein Bild wird erst zum Bild, wenn es gesehen

wird ..« war einer der markanten

Sätze bei der feierlichen Eröffnung der

Ausstellung SICHTEN am 17.06.2009. Die

Ausstellung präsentierte eine Auswahl

künstlerischer Werke der 32 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer des Weiterbildungsstudiengangs

Gestaltungstherapie/

Klinische Kunsttherapie, die während

des dreijährigen berufsbegleitenden

Studiums entstanden sind. Herr Prof. Dr.

Karlheinz Ortmann, Leiter des Referats

Weiterbildung und zukünftiger Prorektor

der KHSB und die Studiengangsleiterin

und Vertreterin des DAGTP e.V., Frau

Christa-Barbara Kraft, begrüßten die Anwesenden

und würdigten in ihren Reden

die gezeigten Werke. Thomas Hellinger,

der als freier Künstler tätig ist, und Frau

Prof. Doris Titze, die an der Hochschule

für Bildende Künste Dresden lehrt, gaben

als Verantwortliche für die künstlerische

Begleitung im Studiengang eine Einführung

unter gestalterischen Aspekten

und beglückwünschten die Studierenden

zu ihren Leistungen. Die insgesamt 147

Bilder, die in den Fluren der KHSB ausgestellt

wurden, luden zum Betrachten,

Verweilen und Diskutieren ein und gaben

einen beeindruckenden Einblick in die

Ergebnisse des Studiengangs. Übrigens,

die nächste Ausstellung dieser Art wird im

Juni 2011 in der KHSB zu sehen sein. Ein

Termin, der sich vorzumerken lohnt.


13

KHSB auf dem Fest der Berliner

Kirchen

Bürgerplattform erneut erfolgreich für Schöneweide:

Wolf sagt 750.000 Euro für Regionalmanagement zu

Auf dem Fest der Berliner Kirchen war

auch die KHSB mit einem Stand vertreten.

Das ökumenische Fest der Berliner Kirchen

fand am Samstag, den 4. Juli 2009,

auf dem Platz zwischen Marienkirche und

Rotem Rathaus statt. Es war das zweite

ökumenische Stadtkirchenfest, auf dem

sich die Vielzahl der christlichen Konfessionen

und Kulturen präsentierte, die in

Berlin vertreten sind.

Die KHSB als eine Einrichtung der katholischen

Kirche, die sich dem kirchlichen

Bildungsauftrag verpflichtet weiß, fand

reges Interesse bei den Besucherinnen

und Besuchern. So schaute Erzbischof

Kardinal Sterzinsky vorbei und begrüßte

die am Stand präsenten Mitarbeitenden

der Hochschule. Bei vielen älteren Besucherinnen

und Besuchern war die »Katholische

Fachhochschule« noch in guter

Erinnerung. Jüngere Besucherinnen und

Besucher informierten sich über die Studiengänge,

die hier angeboten werden.

Die Bürgerplattform »Menschen verändern

ihren Kiez – Organizing Schöneweide«,

die vom KHSB In-Institut

DICO inhaltlich begleitet wird, feierte

am 28. Mai erneut einen großen Erfolg

für ihren Stadtteil. Zum Abschluss der

Standortkonferenz, die auf Initiative des

Wirtschaftssenators Harald Wolf Unternehmer

und Bürger aus Schöneweide

mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft,

Kultur und Verwaltung an einen Tisch

gebracht hatte, gab Staatssekretär Dr.

Jens-Peter Heuer bekannt, dass die Senatsverwaltung

für Wirtschaft, Technik

und Frauen ein Regionalmanagement für

Schöneweide einrichten und hierfür über

drei Jahre bis zu 750.000 Euro aus dem

Europäischen Strukturfonds für Regionalentwicklung

zur Verfügung stellen wird.

Wie wichtig dieser Schritt für die Region

ist, erklärte Dr. Andreas Mölich, einer der

aktiven Bürger in der Plattform: »Vor zwei

Jahren, nach dem Ansiedlungserfolg der

FHTW haben wir mit Senator Wolf die

Schöneweide Aktionsgemeinschaft ins Leben

gerufen. Es war an der Zeit, dass den

Gesprächen und Verhandlungen nun Taten

folgen. Wir brauchen eine aktive Ansiedlungspolitik

und diese kann erst durch

ein professionelles Regionalmanagement

geleistet werden.«

Weitere Ergebnisse der Konferenz sind

die Profilierung des Standorts in den Bereichen

Energietechnologie und Kreativwirtschaft.

Bezirksbürgermeisterin Gabriele

Schöttler kündigte darüber hinaus die

Beantragung einer Wirtschaftsdienlichen

Maßnahme (WDM) zur Ausarbeitung

eines Entwicklungskonzeptes an. Rolf Seliger.

Leiter des Bereiches Unternehmensansiedlung

von Berlin Partner, zu deren

Aufgaben auch die Bestandspflege bereits

ansässiger Firmen in den Bezirken zählt,

sagte zu, künftig im Rahmens des Berliner

Unternehmensservice auch in der Ansiedlung

neuer Unternehmen einen festen

Mitarbeiter am Standort Schöneweide

einsetzen zu wollen.

Zu der Konferenz waren neben 80 angemeldeten

Teilnehmern auch 110 Bürgerinnen

und Bürger der Mitgliedsgruppen

von Organizing Schöneweide gekommen.

»Das große Interesse der Teilnehmer

zeigt deutlich, dass hier die Bürgerinnen

und Bürger gemeinsam mit Unternehmerinnen

und Unternehmern sowie der

Verwaltung aktiv zur Veränderung des

Kiezes beitragen wollen«, so Wirtschaftssenator

Harald Wolf, »dies belegen auch

die wirtschaftlichen Zahlen: Hier ist Leben

vor Ort. Leben, das entwickelt, vernetzt

und vor allem sichtbar gemacht werden

muss.«


14 Rückblick

Neuerscheinung

Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts Alte Schule

Karlshorst – integratives und generationsübergreifendes Wohnen

beendet

Mit der Diagnose »chronisch

psychisch krank« ins Pflegeheim?

Mit der Übergabe eines umfangreichen

Abschlussberichts im Februar dieses

Jahres endete die dreijährige Begleitforschung

des Modellprojekts »Alte Schule

Karlshorst – integratives und generationsübergreifendes

Wohnen« durch die

KHSB. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Berlin förderte das Projekt

durch Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen

eines alten Schulgebäudes mit

einer Million Euro, es konnte nach der

baulichen Fertigstellung Anfang 2008

bezogen werden. Eine Besonderheit

des Projektes ist die vom Fördergeber

festgelegte Belegungsquote von einem

Drittel der Wohnungen durch Menschen,

die im Fördervertrag als »alt, behindert

und/oder pflegebedürftig« beschrieben

werden. Eine weitere Besonderheit liegt

in der Beteiligung einer Wohngruppe

für zehn Kinder und Jugendliche in der

Heimerziehung (gem. §34 SGB VIII), die

eine der Wohnungen und einen Teil der

Gewerbefläche im Souterrain bezogen

hat. Im Rahmen der Förderung des Modellprojekts

war die KSHB für drei Jahre

mit der wissenschaftlichen Begleitung

beauftragt, finanziert aus Mitteln der

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

und der SelbstBau e.G. Schwerpunkte

der Begleitforschung waren die Erhebung

und Analyse von Daten, die Aussagen

zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

des Projektes ermöglichten. Unter

anderem ließ sich herausarbeiten, dass in

einem recht langen Zeitraum eine Gruppenbildung

mit Menschen in unterschiedlichsten

Lebenslagen gelang. Die Bewohnergruppe

besteht aus 32 Erwachsenen

und 29 Kindern, zusätzlich befinden sich

Gewerbeeinheiten im Haus. Im Prozess

der Gruppenfindung und im Miteinander

der Bewohner nach dem Einzug. konnte

nicht nur ein hohes Maß an Unterstützungsbereitschaft

für andere Bewohner

identifiziert, sondern auch faktische soziale

Unterstützung in praktischen, kognitiven

und emotionalen Bereichen gefunden

werden. Auch konnte eine hohe Übereinstimmung

zwischen den Erwartungen

an das Zusammenleben vor Wohnungen

und deren Erfüllung nach dem Einzug

festegestellt werden. Diese Erkenntnisse

dürften für neu entstehende Wohnprojekte

von großer Relevanz sein. Insgesamt

lag die Zufriedenheit der Bewohner mit

dem Wohnprojekt im Untersuchungsverlauf

auf hohem bis sehr hohem Niveau.

Bezüglich der Inklusion (bzw. Integration)

der Bewohner mit Einschränkungen kann

gesagt werden, dass diese eher mit den

konkreten Anforderungen des Alltags zu

gelingen schien (wie z.B. den Anforderungen

an den Einzug), als dass elaborierte

Konzepte von der Hausgruppe entwickelt

oder umgesetzt worden wären. Insgesamt

ergaben die Daten aus der Begleitforschung,

dass das Projekt erfolgreich

umgesetzt werden konnte, allerdings war

die Untersuchungsphase nach dem Einzug

der Bewohner recht kurz.

Die wissenschaftliche Begleitung wurde durch

Prof. Dr. Ralf-Bruno Zimmermann und Prof. Dr.

Karlheinz Ortmann geleitet, wissenschaftlicher

Mitarbeiter im Forschungsprojekt war Dipl.-

Soz.Arb. Ulrich Binner. Die KHSB finanzierte

zwei studentische Hilfskräfte: Gülzade Düzgün

und André Kremer.

Ein verheerendes Urteil über die Situation

in einem Teilbereich der Sozialpsychiatrie

in Berlin fällen die Autorinnen und

Autoren dieser Studie. Mit der Diagnose

»chronisch psychisch krank« ins Pflegeheim

zu kommen, ist oft ein Resultat von

Entscheidungsprozessen, die bar jeder

sachlichen und fachlichen Steuerung

getroffen werden. Diese Entscheidungen

werden im Regelfall nie wieder überprüft.

Dabei kommt es häufig zu Suboptimalitäten

– für alle Beteiligten: Mehrkosten

für das System und Nachteile für die

Klienten.

Die Autoren schlagen vor, die Schnittstellen

zwischen Pflege, Eingliederungshilfe

und Wohnungslosenhilfe anders zu steuern

und empfehlen, die funktionierenden

Steuerungsprozesse der ambulanten

Sozialpsychiatrie auch für den Bereich der

Heimbelegung zu nutzen.

Rubina Vock, Manfred Zausmseil, Ralf-Bruno

Zimmermann, Sebastian Manderla. Mit der

Diagnose »chronisch psychisch krank« ins

Pflegeheim? Eine Untersuchung der Situation

in Berlin. Frankfurt am Main, 2007 (Mabuse

Verlag). 470 Seiten. ISBN 978-3-938304-73-0.

39,00 Euro.


15

Treffen der Weiterbildungsbeauftragten

der kirchlichen Hochschulen

in der KHSB

Lebenslanges Lernen – das neue

Programm ist erschienen

Mechthild Schuchert

Abschiebung auf dem Kollwitzplatz

Herwig Matzka

Auf Einladung des Referats Weiterbildung

der KHSB trafen sich die Weiterbildungsbeauftragten

der kirchlichen Hochschulen

in Deutschland am 9. Juli in der

Hochschule. Nach der Begrüßung durch

den Rektor der KHSB, Prof. Dr. Andreas

Lob-Hüdepohl, hielt der eingeladene

Referent Helmut Vogt, stellvertretender

Vorsitzender der deutschen Gesellschaft

für wissenschaftliche Weiterbildung und

Fernstudium e.V., einen Vortrag zu den

Grundfragen der wissenschaftlichen

Weiterbildung an Hochschulen, der die

TeilnehmerInnen zu einem intensiven

Erfahrungsaustausch – insbesondere zu

Fragen der Weiterbildung im Kontext des

Bologna-Prozesses - anregte. Eine direkte

Auswirkung des Bologna-Prozesses sind

die Bestrebungen, Weiterbildungen so zu

konzipieren, dass sie angerechnet werden

können auf Leistungen in akkreditierten

Bachelor- und Masterstudiengängen. Die

Teilnehmer/innen waren sich einig, dass

erst sorgfältige Evaluierungen zeigen

können, ob diese Entwicklungen zu einer

Verbesserung der Lehre führen. Das Treffen

endete mit einer festen Verabredung

zu jährlichen Zusammenkünften der

Weiterbildungsbeauftragten in zeitlicher

Nähe zu der jeweiligen Jahrestagung der

Deutschen Gesellschaft für Weiterbildung

und Fernstudium.

Schwerpunkte im neuen Programmheft

sind Zusatzausbildungen wie z.B. Gestaltungstherapie

/ Klinischen Kunsttherapie,

Drama- und Theatertherapie, der postgraduale

Masterstudiengang Klinische

Sozialarbeit in den Verschränkungen zu

den Weiterbildungen Sozialtherapie und

Weiterbildungen in Betreuung und soziale

Unterstützung und der Zusatzausbildung

Pflegeberatung. Daneben finden sich Angebote

zu »Führen und Leiten in sozialen

Organisationen«.

Als Weiterbildungseinrichtung der KHSB

entstehen unsere Weiterbildungen im

fachlichen Austausch mit Lehre und

Forschung an der Hochschule sowie in

engem Kontakt mit »mitforschenden Einrichtungen«,

d.h. Kooperationspartnern

in der Sozialen Arbeit. Beispielhaft steht

dafür das Kooperationsprojekt mit dem

Stiftungsbereich Bethel vor Ort: dort sollen

künftig Personen eingesetzt werden,

die in einem intensiven zweijährigen Lernprozess

zum professionellen »Community

Networker« ausgebildet werden. Mit der

Verzahnung von praxisnahen Anforderungen

aus Bethel und fachlicher Kompetenz

des Deutschen Instituts für Community

Organizing der KHSB konnte das Referat

Weiterbildung eine innovative Qualifizierung

entwickeln. Unter bestimmten

Voraussetzungen sind unsere Weiterbildungen

anrechenbar für Bachelor- und

Masterstudiengänge der Hochschule.

Sie standen friedlich vereint: die Bundeskanzlerin,

Außenminister und Innenminister.

Auch der Regierende war mit dem

Senator für Inneres dabei. Unter dem

Schutz der sie flankierenden Richter und

Polizisten wurden sie gemeinsam mit diesen

nach »Irgendwo« abgeschoben.

Es waren deutsche Gartenzwerge, die an

diesem Freitag, dem 12. Juni 2009, das

Schicksal traf. Das Straßentheater war

Teil unseres Happenings. Gemeinsam mit

Schülerinnen des Kath. Schulzentrums

Edith Stein protestierten wir gegen die

gängige Abschiebepraxis der Bundesrepublik.

Dabei wurden wir von amnesty

international, der Antirassistischen Initiative

Berlin und dem Jesuiten Flüchtlingsdienst

unterstützt. Zudem erinnerten wir

an Käthe Kollwitz, die Kunst als Mittel

der Sozialkritik sah. Das Happening war

das Resultat der Aufgabenstellung in

unserer Startwerkstatt bei Prof. Gries und

Doz. Leuschner. Wir, D. Kayaga, J. Titze,

A. Blenz und ich, wollten das Thema:

Freizeit, explizit auch als Möglichkeit zur

politischen Bildung verstanden wissen.

Die allgemeine positive Resonanz lässt

uns hoffen, mit diesem Happening ein

wenig zur Achtung der Menschenrechte

in Deutschland beigetragen zu haben.


16

Querblick

Herausforderungen und Perspektiven der organisierten

Diakonie und Caritas

Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz | KFH in Freiburg

Welfare mix in den europäischen Wohlfahrtsstaaten

Die neuesten Ergebnisse der international vergleichenden Erforschung

von Wohlfahrtsstaaten zeigen, dass sie sich danach

unterscheiden lassen,

›› welchen Akteuren sie im Verlauf ihrer historischen Entwicklung

primär die Zuständigkeit für die Wohlfahrtsproduktion zusprechen

und

›› welchen welfare mix sie präferieren.

Gezeigt werden kann zugleich, dass der unterschiedliche welfare

mix und die unterschiedliche Zuschreibung der primären Zuständigkeit

für die Wohlfahrtsproduktion in engem Zusammenhang

mit den jeweiligen soziokulturellen und religiösen Kontexten

stehen, womit die heterogenen religiös-konfessionellen Tiefendimensionen

der europäischen Wohlfahrtsstaatlichkeit besondere

Aufmerksamkeit erfahren.

Man kann sehen,

›› dass sich zum Beispiel die skandinavischen Wohlfahrtsstaaten

nicht nur sozialdemokratischen, sondern auch evangelisch-lutherischen

Einflüssen und Traditionen verdanken. Für die Sozialethik

des lutherischen Protestantismus ist es, kurz gesagt, charakteristisch,

dem Staat als der ›fürsorglichen Obrigkeit‹ die primäre

Zuständigkeit für die gesamte Daseinsvorsorge und damit auch für

die Wohlfahrtsproduktion zuzuschreiben. Auch wird deutlich,

›› dass sich in der Schweiz, in den Niederlanden und in Großbritannien

Wohlfahrtsstaaten herausgebildet haben, welche durch

freikirchliche Einflüsse und Traditionen geprägt sind. Anders als der

lutherische Protestantismus schreibt der freikirchlich-calvinistische

Protestantismus nicht dem Staat, sondern dem Individuum die Verantwortung

für die Daseinsvorsorge und Wohlfahrtsproduktion zu.

Schließlich zeigt sich,

›› dass sich in den katholisch geprägten Ländern in Frankreich,

Spanien, Portugal und Italien eine sozialethische Tradition und

Mentalität hält, die nicht allein dem Staat, und auch nicht allein

dem Individuum, sondern den Familien und – wenn die laizistisch

orientierten Gegenkräfte es zulassen - auch der Kirche in Kooperation

mit dem Staat die primäre Zuständigkeit für die Daseinsvorsorge

und Wohlfahrtsproduktion zuspricht. Der katholischen

Sozialtradition entsprechend, hat der Staat allenfalls eine subsidiär

unterstützende Funktion für die Wohlfahrt produzierenden

Selbsthilfekräfte der primären Solidaritätsgemeinschaften wie der

Familien zu leisten, für deren Schutz wie für die Wohlfahrtspolitik

insgesamt auch die römisch-katholische Kirche selbst eine erhebliche

Mitzuständigkeit reklamiert. Sie tendiert zu einer eher anti-etatistischen,

familiaristisch-kirchlichen Zuständigkeitsprogrammatik

hinsichtlich der Daseinvorsorge. Wie schon Ernst Troeltsch treffend

bemerkte, forderte »die katholische Sozialpolitik in erster Linie die

Unterstellung des Staates unter kirchliche Gesichtspunkte«.


17

Welfare mix im deutschen Wohlfahrtsstaat

Blickt man nun auf das deutsche System des Wohlfahrtsstaates,

zeigt sich, dass er sich nur verstehen lässt, wenn man das komplexe

religiös-multikonfessionelle Wurzelgeflecht, die entsprechenden

religionspolitischen Konflikt- und Machtverhältnisse

in den Blick nimmt. Unter Sozialpolitik oder Wohlfahrtspolitik

können wir den staatlichen Versuch verstehen, den Konflikt zwischen

Kapital und Arbeit sowie andere damit verbundene Konfliktlinien

einer Gesellschaft institutionell zu regeln, und zwar

1. durch Schutz der Arbeitnehmer und durch Regulierung der

Erwerbsarbeit,

2. durch Sicherung und Umverteilung des Einkommens auch in

den Normalrisiken des Lebens,

3. durch Herstellung eines verlässlichen Rahmens von Solidarität

und ihrer Vermittlung durch soziale Dienstleistungen unter öffentlicher

Aufsicht.

Für Deutschland ist auf allen drei analytisch zu unterscheidenden

Ebenen ein evangelisch-lutherischer, ein evangelisch-calvinistischer,

ein römisch-katholischer und schließlich ein sozialdemokratischer

Einfluss auf die Wohlfahrtspolitik bis auf den heutigen

Tag nachweisbar, die dadurch neutralisiert bzw. ins Konstruktive

gewendet wurden, dass der deutsche Wohlfahrtsstaat die religiösen/

weltanschaulichen Akteure an der Gestaltung des Wohlfahrtstaats

und der Wohlfahrtsproduktion beteiligt.

Innerhalb des gemeinwohlpluralistischen Sektors der Wohlfahrtsproduktion

in Deutschland nehmen die Kirchen mit ihren Wohlfahrtsverbänden

eine zentrale Positionen ein, die – zusammen

mit den anderen vier Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege

– auch eine relativ hohe Wahlpluralität seitens der Nachfrager

ermöglichen. Da sich die Einrichtungen von Diakonie und

Caritas marktförmig auf ein Publikum beziehen, das es mit anderen

teilt, kommt es darauf an, erkennbar, d.h. auch legitim und

wählbar zu bleiben, d h. sie müssen den »Anspruch auf Distinktheit

erst einmal einlösen.« Sie müssen überzeugend machen,

»worin die Spezifikation kirchlicher Angebote im Bereich sozialer

Dienstleistungen bestehen können – und zwar angesichts der

zunehmenden Marktförmigkeit des Sozial- und Gesundheitswesens

im Unterschied zu Angeboten von Einrichtungen in anderer

Trägerschaft.« Angesichts deutlicher Tendenzen der Entkirchlichung

und einer wachsenden Entkonfessionalisierung liegen hier

derzeit und in der überschaubaren Zukunft erhebliche Herausforderungen

der kirchlichen Wohlfahrtsverbände, nämlich zu klären,

ob und inwiefern es überhaupt noch möglich ist, Distinktheit

über konfessionelle Unterscheidungszeichen zu markieren.

Mit Entkonfessionalisierung ist zum einen die sich ausweitende

explizite Entkonfessionalisierung im Sinne der ausdrücklichen

Zurückweisung einer Mitgliedschaft in einer Konfession gemeint.

Hierzu gehört neben der steigenden Konfessionslosenquote in

der Bevölkerung, insbesondere nach der deutschen Wiedervereinigung,

die sinkende subjektive Selbstzurechnung zu einer

bestimmten Teiltradition des Christentums. Auch ist ein Prozess

der impliziten Entkonfessionalisierung registrierbar. Damit ist das

rapide Verblassen konfessioneller ›Konturen‹ im Alltagsleben

gemeint – inzwischen bis in das Zusammenleben der Ehen und

Familien, bis in das ›falling in love‹ und die Heiratsanzeigen der

nichtkirchlichen Presse hinein. Entkonfessionalisierung kann

aber auch die Herausbildung überkonfessioneller Orientierungen

und Verpflichtungen meinen, welche insofern entstehen, als es

immer mehr gemischt-konfessionelle Ehen und Familien gibt,

die für die Unterstützung eines spezifisch konfessionellen Profils

nicht mehr zur Verfügung stehen. Hans Joas hat in diesem Zusammenhang

sogar davon gesprochen, dass wir derzeit »Zeugen

der Entstehung eines überkonfessionell-christlichen Milieus in

Deutschland« seien. Die Herausforderung für die kirchlichen

Wohlfahrtsverbände wächst deshalb, soziale Distinktheit jenseits

einer rein konfessionalistischen Profilierung zu suchen.

Kirche als Organisation von Organisationen

Im Prozess der Herausbildung und Expansion von organisierter

Diakonie und Caritas entpuppen sich die Kirchen zunehmend

als Organisationen von Organisationen. Als religiös spezifische

Organisation unterliegen die Kirchen zunächst einem Funktionsprimat,

welcher der Funktion desjenigen gesellschaftlichen

Teilsystems entspricht, dem sie vorrangig zugehört, also des

religiösen Teilsystems. Darüber hinaus hat die organisierte Kirche

die Aufgaben zu erfüllen, zu anderen gesellschaftlichen Teilsystemen

(z. B. Staat, Recht, Wirtschaft, Familie) – außenveranlasst

oder innenveranlasst – in Beziehung zu treten und diese mit

der christlichen Religion zu vermitteln. Neben dem Bezug der

organisierten Kirche auf die Gesellschaft (religiöse Funktion) und

den Bezügen auf die gesellschaftlichen Teilsysteme (Leistungen)

lässt sich mit Luhmann die Beziehung der Kirche zu sich selbst

unterscheiden: als ›Reflexion . So finden wir in der Kirche ein

Spektrum von Organisationen, die im Sinne dieser analytischen

Unterscheidung unterschiedliche Akzente tragen.

Auch die kirchlichen Wohlfahrtsverbände gehören zu solchen

Organisationen, die die Aufgabe haben, andere gesellschaftliche

Handlungsfelder mit der christlichen Religion zu vermitteln. Mit

der Herausbildung von solchen kirchlichen ›Vermittlungsorganisationen‹

ist auch die Herausforderung verbunden, zwischen

unterschiedlichen – polykontextuellen – Handlungsrationalitäten

und Strukturlogiken zu vermitteln. Dies bedeutet aber immer,

»sich Fremdnormierungen zu unterstellen, um ankommen zu

können« und damit das Risiko, die Normen der kollektiven Identitätssicherung,

also die Eigengesetzlichkeit und darüber den

Eigensinn einer kirchlichen Organisation zu verletzen. Den dabei

entstehenden Verselbständigungstendenzen kirchlicher Vermittlungsorganisationen

innerhalb des kirchlichen Gesamtsystems

sucht man z. B. durch die Schaffung von Ressourcenabhängigkeiten,

durch rechtliche Regelungen (Heteronomie), personelle

Verflechtungen (Heterokephalie) und andere strukturelle Koppelungen

(Konferenzen, Gemeinsame Ausschüsse, Kommissionen,

Klausuren) strategisch vorzubeugen. So wächst mit all dem


18

Querblick

außen- und binnenveranlassten Umweltkontakt selbst wieder

Organisationsbedarf, wachsen nicht nur die externen Verflechtungen,

sondern vor allem auch interne Entscheidungslasten,

was schließlich sogar das, was bestimmte Mitglieder von ihrer

Kirche als geistliches Kerngeschäft erwarten, überwuchern oder

zumindest irritieren kann. In der Folge zunehmender Spezialisierung

und neu zu schöpfender Legitimierung wächst der innerkirchliche

– d.h. zwischen den binnenkirchlichen Organisationen

herzustellende – Vertrauensbildungs-, Abstimmungs- und Koordinationsbedarf,

der ebenfalls organisationell bearbeitet werden

muss: ›strukturelle Koppelung‹.

So haben die kirchlichen Wohlfahrtsverbände nicht nur die ohnehin

schon komplexe Aufgabe,

›› zwischen dem Funktionsprimat des Sozial- und Gesundheitssystems

und anderen Funktionskontexten, insbesondere der Politik,

der Wirtschaft und des Rechts zu vermitteln; darüber hinaus

›› haben sie die Funktionskontexte von Gesundheit und (Sozial-)

Politik mit dem Bereich der christlichen Konfession zu vermitteln

(und vice versa).

Kirchliche Wohlfahrtsverbände gehören einerseits, was ihren

Funktionsprimat angeht, »dem Sozial- und Gesundheitswesen

an«. Andererseits verstehen sie sich ihrem Auftrag gemäß – zumindest

programmatisch und den gesatzten Ordnungen entsprechend

– als Teile der christlichen Kirchen, obwohl sie sich von

den ›verfassten‹ Kirchen auch strukturell erheblich unterscheiden.

Im Blick auf die Zukunft der kirchlichen Wohlfahrtsverbände stellt

auch und gerade unter den gesellschaftlichen Bedingungen der

Entkonfessionalisierung bzw. Überkonfessionalisierung die Integration

der Rationalitäten des Sozial- und Gesundheitswesens und

der religiösen Programmatik »eine der größten Herausforderungen«

dar. Sucht man, Schwierigkeiten, aber auch Möglichkeiten

einer solchen Vermittlungsleistung zu eruieren, lassen sich m. E.

folgende Dimensionen unterscheiden:

Dimensionen der Vermittlung

1. Die Dimension der strukturellen Einbettung

Dementsprechend wird die religiös-theologische Programmatik

dadurch vermittelt und die Einrichtungen mit ihren beruflichen

und professionellen Handlungsabläufen sind dadurch als caritative

bzw. diakonische ausweisbar, als sie z.B. finanziert oder

mitfinanziert werden aus Kirchensteuern sowie Spenden und

Almosen von Kirchgängern, kircheneigenes Arbeitssonderrecht

gilt, Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden erfolgt oder kirchliche

Räume (mit entsprechend frommem Wandschmuck) und

kirchliches Personal (z. B. Ehrenamtliche), kirchliche Ämter (z.

B. Diakone) und funktionale Dienste der verfassten Kirche zum

Einsatz kommen. Akzentuiert diese Dimension insbesondere

Objektivationen, binnenkirchliche Koppelungen, sozusagen Äußerlichkeiten,

setzt eine zweite Dimension gewissermaßen einen

umgekehrten Akzent. Ich nenne sie:

2. Die Dimension der individuellen Motivation.

Sie hat nämlich genau eine Interiorisierung, wenn nicht Intimisierung

zum Charakteristikum. Die Vermittlung der Logik des

Sozial- und Gesundheitssystems mit der religiösen Programmatik

wird von den Organisationsstrukturen abgelöst und zur persönlichen

Attitüde, wenn nicht zur Privatsache des Personals erklärt.

Helfendes Handeln in organisierter Diakonie und Caritas sei

demgemäß auch nicht als christliches Handeln ausweisbar, weil

es auf professioneller Ebene keinen Unterschied zu caritativem

bzw. diakonischem Handeln gäbe. Deshalb ist das christliche

Spezifikum kein Spezifikum der personalen Dienstleistung selbst,

sondern verinnerlicht und privatisiert und wird allenfalls auf Anfrage

expliziert. Es dürfte den Normalfall darstellen, setzt freilich

eine durch christliche Überzeugungen geprägte private Lebensführung

zumindest bei Teilen des Personals voraus, die teilweise

auch Gegenstand der Grundordnung des kirchlichen Dienstes

ist. Die Grundordnung des kirchlichen Dienstes als Instrument

der verfassten Kirchenleitung sucht deshalb eine hohe Flexibilität

der kirchlichen Arbeitsorganisationen zu sichern, indem sie die

religiöse Fixierung von Organisationsleistungen und Organisationsstrukturen

vermeidet und statt dessen religiöse Minimalbestimmungen

der Mitgliedsrolle der Kirche als Arbeitsorganisation

vornimmt. Als Formalisierungen der diakonischen bzw. caritativen

Leistungsrollen sind diese Paragraphen freilich auch formal

und können letztlich den ›Geist‹, aus dem heraus die Hilfe geschieht,

nicht wirklich kontrollieren. Deshalb muss die konkrete

Praxis häufig gewissermaßen mit ›Geistkonsensfiktionen‹ einerseits

und mit `Blindheitsverabredungen` andererseits auskommen.

Zugleich kann auf dieser Dimension der individuellen Motivation

die religiöse Programmatik flexibel mit nicht-religiösen Methoden

und Konzepten der sozialen Berufe und Professionen verknüpft

werden. Das katholische Konzept des »Zeugnisses ohne Worte«

(nach Evangelii Nuntiandi 1975) verschafft einer solchen

Dimension sogar theologische Dignität. Benedikt XVI. hat auch

an dieses Konzept, wenn auch ohne expliziten Verweis auf jene

Enzyklika Pauls VI., erinnert (Nr. 31c): »Wer im Namen der Kirche

karitativ wirkt, wird niemals dem anderen den Glauben der

Kirche aufzudrängen versuchen. Er weiß, dass die Liebe in ihrer

Reinheit und Absichtslosigkeit das beste Zeugnis für den Gott ist,

dem wir glauben und der uns zur Liebe treibt. Der Christ weiß,

wann es Zeit ist, von Gott zu reden, und wann es recht ist, von

ihm zu schweigen und nur einfach die Liebe reden zu lassen. Er

weiß, dass Gott Liebe ist (vgl. 1 Joh 4, 8) und gerade dann gegenwärtig

wird, wenn nichts als Liebe getan wird (...) Aufgabe

der karitativen Organisationen der Kirche ist es, dieses Bewusstsein

in ihren Vertretern zu kräftigen, so dass sie durch ihr Tun wie

durch ihr Reden, ihr Schweigen, ihr Beispiel glaubwürdige Zeugen

Christi werden«. Auffällig ist aber am letzten Zitat: Die Dimension

der individuellen Motivation wird vom derzeitigen Papst

offensichtlich nicht als ausschließliches Identitätszeichen der

Vermittlung von Konfessionalität und Professionalität präferiert.

Vielmehr wird implizit auf eine weitere Vermittlungsdimension

Bezug genommen, auf:


19

Strukturen würden die Liebestätigkeit überflüssig machen, verbirgt

tatsächlich ein materialistisches Menschenbild: den Aberglauben,

der Mensch lebe ›nur von Brot‹ (Mt 4,4; vgl. Dtn 8,3)

– eine Überzeugung, die den Menschen erniedrigt und gerade

das spezifisch Menschliche verkennt« (Nr. 28). Insofern ist »der

Liebesdienst für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität,

die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu

ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst«

(Nr. 25a; vgl. 31). Eine weitere idealtypisch unterscheidbare

Dimension, welche die religiöse Programmatik mit der beruflichprofessionellen

Praxis zu vermitteln sucht, nenne ich:

3. Die Dimension der symbolischen Integration.

Dementsprechend soll der christliche Anspruch sich auch materialisieren,

indem er – zumindest in bestimmten Situationen der

sozialen Dienstleistungserbringung - verbalisiert wird und als

integraler Teil eines theologischen Deutungssystems legitimiert

(und verteidigt) sowie in seinem Eigensinn auch gegenüber anderen

Deutungen unterschieden wird. Dieser Dimension liegt die

Vorstellung einer Ganzheitlichkeit der menschlichen Existenz zu

Grunde, die ohne besondere Beachtung der religiösen Dimension

– der Dimension des Heils - verfehlt werden würde. So macht

Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika auf den eschatologischen

Horizont des christlichen Liebesgebotes aufmerksam,

wodurch »die Liebe zum Maßstab für den endgültigen Entscheid

über Wert oder Unwert eines Menschenlebens wird« und »Gottes-

und Nächstenliebe verschmelzen: Im Geringsten begegnen

wir Jesus selbst, und in Jesus begegnen wir Gott« (Nr. 15). Er

erinnert damit (Nr. 25a) auch an ein Spezifikum der göttlichen

Liebe, »die das ganzheitliche Wohl des Menschen anstrebt: seine

Evangelisierung durch das Wort und die Sakramente – ein in seinen

geschichtlichen Verwirklichungen oftmals heroisches Unterfangen

– und seine Förderung und Entwicklung in den verschiedenen

Bereichen menschlichen Lebens und Wirkens« (Nr. 19),

»die den Menschen nicht nur materielle Hilfe, sondern auch

die seelische Stärkung und Heilung bringt, die oft noch nötiger

ist als die materielle Unterstützung. Die Behauptung, gerechte

4. Die Dimension der interaktiven Gestaltung.

Es räumt der christlichen Motivation wesentlichen Einfluss auf

die Gestaltung der Beziehungsebene im Vollzug des Hilfehandelns,

also auf der Dienstleistungsebene ein. So hält eine Studie

über ein christliches Krankenhaus als Fazit bezüglich der Frage

nach den Spielräumen von Träger und Leitung, um die spezifischen

diakonischen Ziele zu erfüllen, fest, dass »die Qualität

der Arbeit weithin von der menschlichen Zuwendung und dem

Gespräch mit den Patienten abhängt, das heißt von Arbeitsinhalten,

die der diakonische Auftrag umfasst«.

Dieses Verständnis des Hilfehandelns, das sich in »personaler

Nächstenschaft« verwirklicht, was auch viele Hilfesuchende erwarten,

die eine konfessionelle Einrichtung aufsuchen, vollzieht

sich auf dem Hintergrund der Unterscheidung von ›Nähe statt

Anonymität‹, ›Mensch statt Nummer‹, ›Bruder/Schwester statt

Patient/Klient‹. Auch Benedikt XVI. schreibt in seiner Enzyklika

(Nr. 42): »Wer zu Gott geht, geht nicht weg von den Menschen,

sondern wird ihnen erst wirklich nahe«. Aber wird damit

nicht implizit dem nicht-christlichen Hilfehandeln die Fähigkeit

abgesprochen, personale Zuwendung zu praktizieren? Auf die

›Fraternité‹ hat der Christ kein Monopol mehr. Besteht in der

Logik dieser Dimension zudem nicht das Risiko, professionelle

Distanz aufzugeben, die professionelle Sachlichkeit zu entgrenzen

und die jeweiligen Kompetenzen zu überschreiten? Freilich

unterscheidet sich diese Dimension von jener an zweiter Stelle

genannten Vermittlungsdimension, indem es diakonisches und

caritatives Hilfehandeln aus der Privatisierung zieht und nicht

ausschließlich in der individuellen Motivation belässt. Eine fünfte

Vermittlungsdimension ist damit noch nicht genannt, ich nenne

sie:

5. Die Dimension der religiös angeleiteten Methodik

Eine solche von religiösen Vorstellungen angeleitete beratende,

therapeutische und pflegerische Praxis ist z. B. in anthroposophischen

Einrichtungen zu beobachten. Eine interessante Frage ist,

ob die christliche Religion über vergleichbare direkte Anschlussmöglichkeiten

und analoge Übersetzungsmöglichkeiten zur etwa

beratenden, therapeutischen und pflegerischen Praxis verfügt,

um spezifische Methoden zu entwickeln. Der Hamburger Arzt

Georg Schiffner, Vorsitzender des bundesweit tätigen Verbandes

›Christen im Gesundheitswesen‹ beschäftigt sich seit Jahren mit


20

Querblick

der »Entwicklung einer christlichen Heilkunde, »die Kirche und

Gesundheitswesen wieder stärker miteinander in Verbindung« zu

bringen versucht. Eine - wie ich meine zukunftsträchtige Vermittlungsdimension

- nenne ich:

6. Die Dimension der kommunitären Kultur

Dieser Dimension entsprechend, wird die theologische Programmatik

als Sensorium dafür gesehen, Rat und Hilfe durch die

rechtlich und rechnerisch wie fachlich markierten Systemgrenzen

nicht reduzieren und blockieren zu lassen, und zugleich als Potential

dafür, eine ›kommunitäre‘ wie kommunikative - wertorientierte

- Organisationskultur zur Entfaltung zu bringen, auch

um der allseits beobachtbaren Privatisierung des Christlich-Religiösen

auch und gerade innerhalb unserer christlichen Einrichtungen

entgegenzuwirken und die Wertorientierung nicht allein

auf die Motivationsebene der helfend Handelnden zu reduzieren.

Zentral ist hier nicht die herrschaftliche Kontrolle des ›dienstgemeinschaftlichen‘

Anspruchs des kirchlichen Arbeitsrechts, was

nur dazu führte, dass engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

»gegenüber solchem Durchgriff von oben sich selbst abschotten

und sich resignierend in ›innere Kündigung‹ zurückziehen.«

In der organisierten Caritas gefährden die Kirchlichkeitskriterien

»die Mitarbeiter in ihrer beruflichen und menschlichen Existenz,

wenn sie dagegen verstoßen. Also wird das Thema Kirchlichkeit

gemieden wie kein anderes Thema. Außer in frommen Reden,

Ansprachen und Vorworten wird fast nicht darüber gesprochen.

Ein wirkliches Durchdringen der Einrichtung oder des Verbandes

mit dieser spezifischen Spiritualität findet nicht statt«. Die Spannung

zwischen konfessionellen und professionellen Rationalitätskriterien

wäre nach der hier gemeinten Dimension »allenfalls zu

vermitteln durch eine innere Führung, welche den Anspruch auf

Dienstgemeinschaft nicht nach der Logik der Organisationsgesellschaft

unter Kontrolle bringt, sondern sich dafür öffnet, durch

Kommunikation Vertrauen zu schenken«; denn »Mitarbeiter, von

denen Engagement, Sensibilität und Solidarität gefordert wird,

sind anders zu führen als Arbeitnehmer, die nur in funktionalen

Routinen zu kontrollieren sind. Wo jedoch die Leitung sich reduziert

auf die Kontrolle von Regeln und Routinen, wird es ihr

kaum gelingen, mittragendes und mitdenkendes Engagement

zu akzeptieren und zu akzeptieren«. Zentral für diese Dimension

einer kommunitären Kultur ist letztlich das Prinzip der personalen

Ganzheitlichkeit, der Einheit von Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe

und der wechselseitigen Erschließung, Durchdringung und

Befruchtung von Verkündigung, Diakonie und Liturgie. Entscheidend

ist deshalb, ob caritative bzw. diakonische Einrichtungen

Strukturen vorhalten, die es erlauben, die organisierte Caritas

und Diakonie als kommunitäre Angelegenheit zu reflektieren

und zu erschließen, ohne dabei den professionellen Anspruch

aufzugeben. Freilich wäre es zu bedenken, den Begriff der

Dienstgemeinschaft auf das Arbeitsrecht zu beschränken und ihn

der Sache – nicht dem Begriff nach – ins Zentrum der Arbeit der

Reflexion und Entwicklung einer christlichen Organisationskultur

zu stellen. Den Begriff der Dienstgemeinschaft selbst würde ich

hierfür schon wegen seiner offensichtlichen nationalsozialistischen

Herkunft emeritieren.

7. Die Dimension der christlichen Weisheit

Für die Entwicklung einer diakonischen bzw. caritativen Organisationskultur

wäre die eigene christliche Weisheitstradition

ernst zu nehmen. So hätte ein kirchlicher Wohlfahrtsverband

beispielsweise immer solche Entscheidungen über die Erbringung

von Dienstleistungen zu vermeiden, welche gegen das Solidaritätsprinzip

und das Subsidiaritätsprinzip verstoßen. Umgekehrt

müsste es immer um die subsidiäre Unterstützung primärer Solidaritäten

gehen, zumal diese nicht selten kostengünstiger sind.

Es gibt durchaus kirchliche Wohlfahrtsverbände, die z. B. ihre Beteiligung

beim ›Essen auf Rädern‹ verweigern und statt dessen -

in Kooperation mit Gastwirten, also Akteuren des Marktes - Projekte

gemeinsamen Mittagessens in Stadtteilen initiieren, womit

die soziale Dimension des Essens wieder gewonnen, essen wieder

zur Geselligkeit wurde, wobei man auch jemandem direkt sagen

kann, ob es geschmeckt hat oder nicht - wo essen aber auch

zur Gelegenheit wurde, sich noch auf andere Weise füreinander

unentgeltlich nützlich zu machen, also Solidarität zu schöpfen.

Aber auch noch anderswo liegen Schätze christlicher Weisheiten

verborgen, etwa in der Benediktregel. Wie viele Mönchschriften

erwähnt auch die Benediktsregel den Pförtner (des Klosters).


21

Sie verlangt für ihn nicht nur ein reifes Lebensalter, sondern

auch andere menschliche und geistliche Qualitäten. Er soll nicht

draußen »herumschweifen« und in der Lage sein, »Rede und

Antwort zu stehen«. Der Pförtner soll stets anzutreffen sein und:

»Aus Gottesfurcht gebe er in aller Freundlichkeit Antwort und

mit Eile, da die Liebe ihn drängen muss«, den Fremden nicht so

lange warten zu lassen (da er Christus selbst ist).

Schlusswort

Das zuletzt genannte Beispiel sollte freilich nur dafür stehen,

dem ›Grenzverkehr‹ (z.B. Erstkontakt, Begrüßung von Klienten,

Kunden und Personal, aber auch Entlassung, Abschied)

Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz ist Theologe und zugleich Professor

für Soziologie an der KFH in Freiburg.

Dieser Beitrag geht zurück auf einen Vortrag auf der Tagung der ›Top

Ten Diakonischer Arbeit‹ vom 18. bis 19. Juni 2009 in Algertshausen.

Die Literaturnachweise können beim Verfasser eingeholt werden:

ebertz[at]kfh-freiburg.de

in diakonischen und caritativen Einrichtungen empirisch hohe

Aufmerksamkeit und seiner organisationskulturellen Gestaltung

Priorität zu geben. Von hier aus lässt sich die Entwicklung einer

diakonisch-caritativen Organisationskultur aufrollen und z. B.

in weiteren Schritten vom ›äußeren‹ Grenzverkehr ein ›innerer‹

Grenzverkehr (z.B. zwischen verschiedenen Abteilungen und

Hierarchieebenen) unterscheiden. Eine Diakonie oder Caritas,

deren personelle, interaktive, organisationskulturelle und gesellschaftspolitische

Verfassung bis auf periphere Differenzierungen

»nichts anderes widerspiegelt als die Gesellschaft, wie sie überall

anzutreffen ist, wäre kein Gewinn, weder für die praktische

Bezeugung des Christentums in der Gesellschaft, noch für die

gesellschaftspolitische Glaubwürdigkeit von Christen« – und es

ist zu vermuten, dass eine solche ›Caritas‘ eher der »Selbstsäkularisierung

des Christentums Vorschub leisten würde«. Zukünftiges

Leitthema der Caritas auf verschiedenen Ebenen und der

Caritaswissenschaft wird deshalb die Thematik der kreativen Vermittlung

und Gestaltung der katholisch-christlichen Programmatik

sein, wozu auch Eros – eine Leidenschaft der Caritas - nötig

ist, an die Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika »Deus

caritas est« erinnerte, weil Gott »ein Liebender mit der ganzen

Leidenschaft wirklicher Liebe« und insofern auch ein erotischer

Gott ist: »Er liebt, und diese seine Liebe kann man durchaus als

Eros bezeichnen, der freilich zugleich ganz Agape ist« und »mit

der Agape verschmilzt« (Nr. 10). Tatsächlich braucht die Welt,

wie der gemeinsame Synode der Bistümer in Deutschland formulierte,

»keine Verdoppelung der Hoffnungslosigkeit durch Religion;

sie braucht und sucht ... das Gegengewicht, die Sprengkraft

gelebter Hoffnung. Und was wir ihr schulden, ist dies: das Defizit

an anschaulich gelebter Hoffnung auszugleichen«.


22 Gott und die Welt

Theologische Ergänzungsstudien

Prof. Dr. Christa Georg-Zöller , KHSB

»Aber was kann ich denn Kindern antworten,

wenn sie mich fragen, was

Christen über ein Leben nach dem Tod

glauben? Wo kann man erfahren, was

ich sagen kann, wenn ich danach gefragt

werde, wie ich biblische Texte heute zeitgemäß

verstehe? Wo kann man sich denn

noch ausführlicher informieren?«

Diese und ähnliche Fragen stellten mir

kürzlich Studierende aus dem Studiengang

Bildung und Erziehung. Es hätten

aber ebenso gut andere Studiengänge

sein können, denn wer sich auf den Weg

macht, einen Beruf zu ergreifen, der mit

Menschen zu tun hat, stößt unweigerlich

auf die damit verbundenen Probleme von

Benachteiligung, Ungerechtigkeit und

Leid, zugleich aber auch auf die Erfahrung

der Grenzen des Machbaren. Diese

Erkenntnis kann auch zu Fragen nach

dem eigenen Leben führen: Warum bin

ich überhaupt auf der Welt? Wo komme

ich her? Wo gehe ich hin? Warum bin

ich so, wie ich bin? Und sie können nach

dem »Mehrwert« des Lebens fragen:

Ich habe doch alles, aber muss es nicht

noch mehr geben? Immer dann, wenn

es in Themen um menschliche Grenzerfahrungen

solcher Art geht, kommen

auch – mehr oder weniger ausdrücklich

- Religion und Glaube ins Spiel. Christlicher

Glaube hält keine »Patentrezepte«

bereit, doch er kann Antworten geben

und Wege zeigen, wie das eigene Leben

auch in Krisen gelingen kann. Um solche

Inhalte umfassend diskutieren und beantworten

zu können, braucht man Raum

und Zeit. Deshalb gibt es an der KHSB die

Theologischen Ergänzungsstudien. Sie

sind ein freiwilliges Angebot. Studierende

erhalten hier die Gelegenheit, den christlichen

Glauben kennen zu lernen oder ihn

zu vertiefen und sich mit der Botschaft

der Kirche auseinander zu setzen. Die

Theologischen Ergänzungsstudien werden

im Rahmen des Lehrangebotes des

Bachelorstudiengangs »Schulische Religionspädagogik«

durchgeführt und setzen

sich aus Bausteinen des Studiengangs

Schulische Religionspädagogik zusammen,

die jeweils mit einer Abschlussprüfung

enden. Bewusst sind für die

Bausteine grundlegende und einführende

Veranstaltungen aus vier verschiedenen

Disziplinen der Katholischen Theologie

so ausgewählt worden, dass sie Studierenden

einen guten Überblick über die

Wissenschaftsdisziplin als Ganzes geben,

aber auch über aktuelle Fragestellungen

in den einzelnen Schwerpunkten informieren.

Die Prüfungsleistungen in den

Fächern Anthropologie und Ethik der Studiengänge

Soziale Arbeit, Heilpädagogik,

Klinische Sozialarbeit sowie Bildung und

Erziehung werden angerechnet. Die Leistungsbewertungen

ergeben zusammengezogen

die Abschlussnote, die in einem

eigenen Zertifikat bescheinigt wird. Ein Informationsblatt,

das einen Überblick über

die entsprechenden Lehrveranstaltungen

gibt, kann über die Homepage der KHSB

heruntergeladen werden. Studierende,

die bereits vor dem WS 2008/09 mit den

Theologischen Ergänzungsstudien begonnen

haben, können mit Frau Prof. Dr.

Georg-Zöller den weiteren Verlauf ihrer

Studien absprechen.


23

Mittagsmeditation

Die erste Mittagsmeditation im WiSe

findet am 7. Oktober 09 um 13.45 Uhr

in der Kapelle (4. Ebene) statt.

Jeden Mittwoch im Semester findet von

13.45 bis 14.00 Uhr eine Mittagsmeditation

statt. Die Mittagsmeditation ist

eine Unterbrechung des Alltags an der

Hochschule im Hinblick auf die teilnehmenden

Personen: es kommen Studierende

aller Fachrichtungen und Semester,

Mitarbeitende aus der Verwaltung sowie

Dozentinnen und Dozenten. Die Mittagsmeditation

unterbricht den Alltag an der

Hochschule im Bezug auf den Ort: alle,

die kommen, verlassen ihre Büros, die Seminarräume,

die Bibliothek und die Cafeteria

und kommen in die Kapelle (4. Ebene)

Obergeschoss. Sie ist auch eine Unterbrechung

des Alltags im Hinblick auf

die Sprache: sie ist einfach, keine Fachsprache,

manchmal sogar verzichten wir

auf sie vollständig: in Phasen der Stille.

Manchmal geht sie in Musik auf: im Gitarrensolo

oder im gemeinsamen Singen.

Die Mittagsmeditation ist eine Gelegenheit,

die Geschäftigkeit und Zielstrebigkeit

an der Hochschule zu unterbrechen: mit

sich selbst in Kontakt zu kommen, den

Blick über den Tag hinaus schweifen zu

lassen, inne zu halten. Manche schöpfen

daraus langen Atem für das, was zu tun

ist. Hauptsächlich versteht sich die Mittagsmeditation

in der Gebetstradition des

Christentums mit seinem Stundengebet,

das das Tun der Menschen im Tagesverlauf

regelmäßig unterbricht, um Gott zu

loben. So kommen die Texte in der Regel

aus Erfahrungen mit der Bibel. Die einzelnen

Meditationen werden von Studierenden

oder Mitarbeitenden vorbereitet. Dies

bringt eine jeweils unterschiedliche Akzentuierung

mit sich, die der vorbereitenden

Person und ihrer religiösen Herkunft

– ob christlich oder nicht – entspricht.

Eingeladen sind alle, die ihren Hochschultag

unterbrechen wollen.

Ankündigung

Fahrt nach Oswiecim zum Zentrum

für Dialog und Gebet

Alle Studiengänge, die an der KHSB

studiert werden können, lassen sich von

Auschwitz her frei nach Theodor Adorno

befragen: Kann es Theologie nach Auschwitz

geben? Wie ist Soziale Arbeit, Heilpädagogik

sowie Bildung und Erziehung

nach Auschwitz zu denken?

Alle Studierenden sämtlicher Studiengänge

sind herzlich dazu eingeladen, mit

einer persönlichen Begegnung diesen und

anderen Fragen nachzugehen. Bei einem

Aufenthalt in dem Dialogzentrum können

wir in der Begegnung mit dem Ort unsere

Geschichte und die Perspektiven unserer

Fächer neu anschauen. Die Reise ist für

das Ende des Wintersemesters, Februar

2010, geplant.

Der konkrete Zeitraum, Kosten, Anmeldung

und Programm wird im Laufe des kommenden

WiSe bekannt gegeben.

Kontakt

Prof. Dr. Christine Funk

funk[at]khsb-berlin.de


24

Ausblick

»Soziale Gesundheit stärken«

Fachtagung im Herbst 2010 an der

KHSB

Ausbildung für Moderation ethischer

Fallbesprechungen in Medizin

und Pflege

Das Institut für Soziale Gesundheit der

KHSB und das Referat Weiterbildung

werden in Kooperation mit dem European

Centre for Clinical Social Work in

der Zeit vom 24. bis 25. September 2010

eine internationale Fachtagung an der

KHSB durchführen. Die Tagung dient der

Verknüpfung von Praxis, Forschung und

Lehre und richtet sich sowohl an Praktiker

wie auch Studierende und Lehrende an

Hochschulen. Neben den Hauptvorträgen

zum Leitthema werden die Fachgruppen

des ECCSW Symposien zu ihren jeweiligen

Schwerpunkten, u.a. zu Forschung,

Diagnostik, Beratung, Forensik und Sozialraum

durchführen. Die parallel zur

Tagung laufende Postersession dient der

Präsentation von Best-practice-Projekten

und Ergebnissen aus Masterarbeiten. Vor

Tagungsbeginn werden praxisorientierte

Workshops zur Vertiefung spezifischer

klinisch-sozialarbeiterischer Kompetenzen

angeboten.

Kontakt

Referat Weiterbildung der KHSB

Beate Knäbel

Telefon +49 (0)30-501010-39

weiterbildung[at]khsb-berlin.de

www.khsb-berlin.de

Uwe Klein

ECCSW e.V. c/o Krankenhaus Hedwigshöhe

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und

Psychosomatik

Höhensteig 1 | D-12526 Berlin

Telefon +49 (0)30 60500856

Telefax +49 (0)30 60500857

klein[at]eccsw.eu

www.eccsw.eu

Nicht nur der wissenschaftliche und technische

Fortschritt bringt für das Gesundheitswesen

eine Vielzahl von moralischen

Problemen mit sich, auch die wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

haben weit reichende Folgen

für die Vorsorgungs- und Lebensqualität

von Patientinnen und Patienten und können

ebenfalls zu zahlreichen moralischen

Konflikten führen. Für Organisationen des

Gesundheitswesens ist es deshalb wichtig,

die ethische Reflexionskompetenz

ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu

vertiefen. In Kooperation mit dem Institut

für Fort- und Weiterbildung der Alexianer

führt das Berliner Institut für christliche

Ethik und Politik (ICEP) derzeit den ersten

Kurs einer zertifizierten Weiterbildung

durch, der die Teilnehmenden zur Moderation

ethischer Fallbesprechungen in Medizin

und Pflege qualifiziert. Berufstätige

aus Medizin, Kranken- und Altenpflege,

dem Sozialdienst und der Seelsorge üben

die Moderation ethischer Entscheidungsprozesse

auf der Grundlage medizin- und

pflegeethischer Fundamentalnormen ein.

So werden sie zu kompetenten Moderatorinnen

und Moderatoren ethischer

Fallbesprechungen ausgebildet. Die ersten

Zertifikate werden Anfang Dezember

2009 an die 17 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer verliehen werden, im Februar

2010 startet dann der nächste Kurs.

Kontakt

ICEP

Telefon 030 – 50 10 10 913

info[at]icep-berlin.de

www.icep-berlin.de


25

ForumFamilie: Familien- und Lebensformbezogene

Soziale Arbeit

Fachgruppe Ethik und Soziale Arbeit

der DGSA wächst

Das ForumFamilie ist eine hochschulöffentliche

Diskussionsrunde mit drei bis

vier Treffen pro Semester, zu der die Lehrenden

des Studienschwerpunkts "Familien-

und Lebensformenbezogene Soziale

Arbeit" (Prof. Dr. Birgit Bertram, Prof. Dr.

Sylvia Kroll, Prof. Dr. Herbert Pfrogner,

Prof. Dr. Ralf Quindel) regelmäßig einladen.

Dazu werden Akteure aus Feldern

der Praxis der Sozialen Arbeit eingeladen,

innovative Projekte, relevante Forschungszusammenhänge

oder fachliche

Aspekte zu Facetten der Sozialen Arbeit

mit Kindern, Jugendlichen und Familien

vorzustellen. Die Veranstaltungen sind

anregend, laden ein zum Erfahrungsaustausch

und sind erfahrungsgemäß gut

besucht. Für das Wintersemester 2009/10

sind folgende Veranstaltungen – jeweils

donnerstags 16:00 – 17:30 Uhr geplant:

15.10.2009

Ziele und Wege der aktuellen Kinderschutzarbeit

im Kontext des Regionalen

Sozialen Dienstes

Barbara Stark (Dipl.-SozArb., Kinderschutzkoordinatorin)

und Dieter Bähr (Dipl.-SozArb., Regionalleiter

Jugendamt Treptow-Köpenick)

19.11.2009

Familienbildung im ländlichen Brandenburg

– Anspruch und Wirklichkeit

Felicitas Richter, Dipl.SozPäd/SozArb (KHSB),

Jugendseelsorgerin (Erzbistum Berlin), Erwachsenenbildnerin

10.12.2009

Gemeinsam leben – getrennt wirtschaften:

Grenzen der Individualisierung in Paarbeziehungen

Dörte Gatermann (Dipl.-Soz.) und Christiane

Scholz (Dipl.-Soz.), wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

beim Wissenschaftszentrum Berlin für

Sozialforschung

Siehe bitte auch den Auszug aus dem Beitrag

»Der Sozialarbeiter als Detektiv«, Seite 8 in

dieser Ausgabe.

Die Fachgruppe Ethik und Soziale Arbeit

in der Deutschen Gesellschaft für Soziale

Arbeit (DGSA) hat sich am 10. und

11. September zum sechsten Mal zu

Fachgesprächen in Würzburg getroffen.

Der zwei tägige Workshop, an dem 25

Wissenschaftler/innen und Praktiker/

innen teilnahmen, beschäftigte sich mit

dem Professionsverständnis aus Sicht

einer Ethik der Sozialen Arbeit sowie mit

Fragen der Ethikdidaktik. Die vom ICEP

unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas

Lob-Hüdepohl koordinierte Fachgruppe

versteht sich als Forum diskursiver

Auseinandersetzung mit normativen

Grundlagen und professionsmoralischen

Problemen der Sozialen Arbeit. Die Fachgruppe,

die seit seiner Gründung 2007

stetig anwächst, widmet sich zudem

der Reflexion von Berufskodizes und

sucht nach einer Methodologie der Implementierung

ethischer Diskurse in die

sozialprofessionelle Praxis. Mit aktuellen

Fragen einer Forschungs ethik und dem

Beitrag der Ethik für die Konturierung der

Wissenschaft der Sozialen Arbeit werden

sich Mitglieder der Fachgruppe innerhalb

zweier Panels anlässlich der Jahrestagung

der DGSA am 27. und 28. November in

München beschäftigen.

Informationen zu Terminen und Themen

können im ICEP erfragt werden:

kurzke-maasmeier[at]icep-berlin.de


26

Nahblick

Die Mitarbeiter/innen der

Hochschulbibliothek

Fair-Kaffee gekocht?

Im Caféstübchen.

Mit seiner Sitzecke und der kleinen Küche,

in der die ca. zehn immer wieder

wechselnden Mitarbeiterinnen arbeiten,

ist das ausschließliche von Studierenden

organisierte Caféstübchen in der ersten

Etage eine beliebte Anlaufstelle.

Die Initiative geht zurück auf Frau Prof.

Dr. Lehner, die den Kontakt zwischen

der KHSB und dem »Verein zur Förderung

der Straßenkinder in Kalkutta e.V.«

pflegt. Diesem Berliner Verein kommt das

durch den Verkauf von frisch gekochtem

Kaffee und Tee und von Schokolade eingenommene

Geld zugute. Alle Produkte

beziehen wir von GEPA, sie sind also fair

gehandelt. Konkret unterstützt der Verein

das Projekt für Straßenkinder in Kalkutta,

das »Don Bosco Ashalayam«. Ziel

dieses Projektes ist es, die Situation der

Straßenkinder in Kalkutta durch den Bau

von Heimeinrichtungen, die Etablierung

von Ausbildungsprojekten und von vielen

weiteren Unterstützungsangeboten zu

verbessern. Einige Praktikanten der Hochschule

konnten das Projekt selbst schon

kennen lernen und von Ihren Erfahrungen

vor Ort berichten.

Wer seinen Kaffee im Caféstübchen ehrlich

bezahlt, würdigt somit nicht nur das ehrenamtliche

Engagement der Studierenden, sondern

trägt vor allem direkt zum Erhalt des Ashalayams

bei.

Margarete RoSSmann

Seit fast dreieinhalb Jahren leite ich die

Hochschulbibliothek. Mein wichtigstes

Ziel ist eine nutzerfreundliche und dienstleistungsorientierte

Einrichtung, die von

den Lehrenden und Studierenden, aber

auch von weiteren Interessierten gern genutzt

wird. Um Nutzerinnen und Nutzer

mit der nötigen Literatur zu versorgen

– auch mit Publikationen, die nicht in der

Bibliothek vorhanden sind – haben wir

Literaturdatenbanken angeschafft. Diese

konnten Dank einer großzügigen Spende

angeschafft werden.

Nicole Thomas

Hallo, ich bin »das Küken« der Bibliothek.

Ich bin ausgebildete Fachangestellte

für Medien- und

Informationsdienste

und arbeite seit

September 2008

an der Katholischen

Hochschule für Sozialwesen.

Die Arbeit

macht mir viel Spaß

und die KollegInnen

sind alle nett und

hilfsbereit. Ich hoffe,

ich werde das

Team gut ergänzen

und dazu beitragen, dass die Bibliothek

ein noch besserer «Lernort« wird.

Christian Ziganki

Mit meiner zehnjährigen Bibliothekszugehörigkeit

gehöre ich fast schon zum

Bibliotheksinventar. Mein beruflicher

Werdegang begann als studentischer

Mitarbeiter an der Ausleihtheke. Die

Bibliotheksarbeit übte früh eine solche

Faszination auf mich aus, dass ich meinen

beruflichen Lebensweg neu justierte und

auf die Bibliothekswissenschaft ausrichtete.

Bemerkenswert sind die vielfältigen

Neuentwicklungen in den vergangenen

10 Jahren im Bibliothekswesen und deren

Umsetzung auch für unsere Nutzer in unserer

Einrichtung.

Claudia Kantus

Seit gut fünf Jahren arbeite ich in der

Hochschulbibliothek. Die Bibliothek hat

sich seit ihren Anfängen gewandelt. Am

Anfang stand der Bestandsaufbau im

Vordergrund. Durch die stetige Zunahme

der Studierendenzahlen und der Ausweitung

des Studienangebotes an der

KHSB, wuchsen die Anforderungen. Das

Bibliotheksteam versucht diese Aufgaben

zu lösen und Dienstleistungsangebote zu

offerieren. Bei dieser Arbeit mitzuwirken,

ist mir eine stete Freude und ich bin mir

sicher, dass wir diesen eingeschlagenen

Weg erfolgreich fortsetzen können.

Frau Roßmann, Frau Thomas, Herr Ziganki,

Frau Kantus (v.l.n.r.)

Bestand der Bibliothek

ca. 30.000 Medieneinheiten, 194 lfd. Zeitschriften,

audiovisuelle Medien, Datenbanken

Bestand der Wissenschaftlichen Diözesanbibliothek,

ca. 30.000 Medieneinheiten

Öffnungzeiten im Semester

Mo.-Do.: 9.00–19.00 Uhr

Fr.: 9.00–17.00 Uhr

(unsere Sonderöffnungszeiten

entnehmen Sie bitte unserer Webseite)

Telefon 030 –50 1010 34


Fernblick

27

»Go out«

Studium und Praktikum im

Ausland

Johanna Gimm

Aus Kambodscha

Die Reise beginnt mit einer Taxifahrt mit

neun Personen nach Kampot, eine kleine

Stadt 170 km südlich von Phnom Penh

nahe des Golf von Thailand. Während des

Akts des Quetschens im Taxi atmet man

aus - um dünner zu werden. Die Fahrt

geht los. Nach den ersten 230 Schlaglöchern,

die teilweise Armlängen tief sein

müssen, gewöhne ich mich langsam an

mein Fortbewegungsmittel, die donnernde

Khmermusik und den beißenden

Geruch von gedünsteten Maiskolben. Ich

übe mich in buddhistischer Gelassenheit.

Sobald diese die erste Stufe erreicht hat,

übermannen mich die Landschaft, die

Bilder des Dorflebens und die Farben

Kambodschas. Wir ziehen vorbei an Reisfeldern,

an Gemüsebeeten, wuchernden

Bananenstauden, Frauen und Männer in

farbenprächtige Tücher gehüllt. Kinder

spielen fröhlich kreischend in den Fischtümpeln

vor den Hütten. Immer wieder

brausen wir vorbei an Schildern, auf denen

sehr eindrucksvoll die Gefahren des

Landes dargestellt sind: Aufforderung zur

Waffenabgabe, Hinweise auf Malaria, Minen,

Aids. Meine Arbeitsstelle in Kampot

ist EPIC ARTS. Das ist eine Organisation,

die mit körperbehinderten Menschen,

vorrangig der großen gehörlosen Community

Kampots, Kunst und Theaterprojekte

durchführt. Ziel ist es zu zeigen,

dass jeder Mensch tanzen, schauspielern

und sich Bewegen kann, egal ob behindert

oder nicht behindert. Inclusive Arts,

heißt das Stichwort. Neben der täglichen

Betreuung der Jugendlichen begann ich

mit dem Aufbau eines Programms, mit

dem Sponsoren gefunden werden sollen,

die das dort angebotene Ausbildungsprogramm

zum Performance-Lehrer für

behinderte und nicht behinderte Menschen

unterstützen. Zweimal wöchentlich

unterrichtete ich Englisch in einer improvisierten

Englischschule in einem Dorf nahe

Kampot. Dies war ein weiterer Schwerpunkt

meiner Tätigkeit. Die Menschen

sahen in der Teilnahme eine Chance,

beruflich besser Fuß zu fassen. Besondere

Freude bereitete mir ein Projekt, mit den

14 – 19 jährigen Jugendlichen ein Riesenseifenblasen

Workshop abzuhalten. Es

wurde ein so großer Erfolg, dass einige

der Studenten spontan ihren Berufswunsch

hin zum Seifenblasenkünstler

änderten. Die Menschen Kambodschas,

das Strahlen in den Augen der Kinder

und Jugendlichen sowie die Schönheit

des Landes machten jeden Tag zu einem

wertvollen Tag. Es war eine Zeit, die meinen

Lebensweg nachhaltig beeinflussen

wird und die ich nicht missen möchte.

Für ein Semester nach Schweden oder

Kambodscha? Zum Praktikum nach Italien

oder Lateinamerika? Für viele Studierende

geht dieser Wunsch an der KHSB in

Erfüllung. Mit 14 Partnerhochschulen

in 10 verschiedenen Ländern Europas

sowie einem großen Pool an möglichen

Praxisstellen weltweit bietet die KHSB

ihren Studierenden gute Möglichkeiten,

um die professionelle Ausbildung und

den eigenen Horizont um eine Auslandserfahrung

zu bereichern. Ein besonderer

Schwerpunkt liegt dabei auf Europa. Als

anerkannte Erasmus-Hochschule kann die

KHSB jährlich Stipendien an Studierende

vergeben, die an einer Partnerhochschule

studieren oder ein Praktikum an einer

sozialen Einrichtung in Europa absolvieren

möchten. Wer mit Erasmus gefördert

ins Ausland geht, genießt verschiedene

Vorzüge: gezielte Beratung an der

Heimathochschule, Betreuung an der

Gasthochschule, gesicherte Anerkennung

der erbrachten Leistungen, Befreiung von

Studiengebühren an der Gasthochschule,

monatliche finanzielle Unterstützung.

Bislang haben über 200 Studierende ihr

Praktikum im Ausland absolviert; seit

2005 konnten 32 Studierende mit einem

Erasmus-Stipendium gefördert werden.

Für weitere Information wenden Sie sich

bitte an: international[at]khsb-berlin.de


28

Fernblick

Aus Schweden

Svenja Kuhr

… hat zwei Semester in Malmö / Schweden

studiert. Zunächst hat sie ihr Praxissemester in

einem Behandlungsheim für Jugendliche gemacht,

welches auf einem Bauernhof betrieben

wird. Im Wintersemester 08/09 hat sie den Studienschwerpunkt

Interkulturelle Soziale Arbeit

an der Malmö University besucht.

Welche Beweggründe hatten Sie, ins Ausland

zu gehen?

Ich hatte viel Positives über die Soziale

Arbeit in Schweden gehört und war

neugierig auf die Praxis in einem anderen

Teil von Europa. Ich wollte Auslandserfahrungen

machen, die mir auch für die

spätere Berufspraxis von Nutzen sein

können. Nach dem Praktikum habe ich

mich entschlossen meinen Aufenthalt zu

verlängern, um auch einen Einblick in das

Studium in Schweden zu bekommen.

Welche Unterstützung hatten Sie dabei?

Ich hatte das Glück Mobilitätshilfe durch

das Erasmusprogramm zu erhalten. Außerdem

haben mich meine Eltern und

Freunde bei meinem Entschluss unterstützt.

Was war die größte Herausforderung für Sie?

Die größte Herausforderung stellte die

Sprache dar. Ich hatte zwar ein gutes Jahr

schwedisch gelernt, war aber doch ziemlich

unsicher, ob die Jugendlichen mich

akzeptieren würden.

Was haben Sie dadurch für Ihr Studium gelernt?

Ich habe einen Einblick in ein anderes

soziales und Ausbildungssystem bekommen

und die deutsche Soziale Arbeit aus

einem anderen Blickwinkel betrachten

können. Besonders der interkulturelle

Schwerpunkt in Malmö hat mich sehr

beeindruckt und ich habe gelernt mein

Handeln immer wieder zu reflektieren.

Gerade für das Studium der interkulturellen

Sozialen Arbeit war es eine spannende

Erfahrung die Integrationsprobleme

und Handlungsstrategien in Schweden

kennenzulernen und diese mit Deutschland

zu vergleichen.

Was war Ihre schönste Erfahrung?

Ich habe sehr viele schöne Erfahrungen

gemacht. Eine sehr schöne Erfahrung war

es, ein Jobangebot für die Semesterferien

und damit große Anerkennung für meine

Arbeit zu bekommen. Schön war es auch,

zu merken, dass die Jugendlichen mir vertrauten

und sich mir immer mehr öffneten.

Eine Jugendliche hat mit meiner Hilfe

Fahrradfahren gelernt und ich durfte zwei

Wochen lang nichts sagen, bevor sie alle

damit überrascht hat. Auch die schnelle

Verbesserung meiner Sprachkenntnisse

empfand ich als großen Erfolg.

Würden Sie wieder ins Ausland gehen?

Auf jeden Fall. Ich bin in den Semesterferien

wieder zum Arbeiten in Schweden

und kann mir gut vorstellen nach dem

Studium noch einmal im Ausland tätig zu

sein.

Neuerscheinung

Bildung für junge Flüchtlinge –

ein Menschenrecht.

Lothar Krappmann, Andreas Lob-Hüdepohl,

Axel Bohmeyer, Stefan Kurzke-Maasmeier

(Hg.): Bildung für junge Flüchtlinge – ein

Menschenrecht. Erfahrungen, Grundlagen und

Perspektiven

W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2009

Forum Bildungsethik, 7

324 S., 29,90 EUR (D)/49,90 SFr

ISBN 978-3-7639-3547-5

Im Fokus dieses Buches stehen die Grundlagen

und Perspektiven der Umsetzung

des Menschenrechts auf Bildung für junge

Flüchtlinge in Deutschland. Nach den

OECD-Bildungsstudien der vergangenen

Jahre ist Deutschland aber noch weit von

dem Ziel entfernt, benachteiligte Schülerinnen

und Schüler in Deutschland ausreichend

zu fördern und allen Kindern und

Jugendlichen gleiche Bildungschancen zu

bieten. Wissenschaftler und Praktiker plädieren

in diesem Buch für eine Verbesserung

der Situation von Kinderflüchtlingen

im Bildungssystem und in anderen Lebensbereichen.

Um die unterschiedlichen

Implikationen des Rechts auf Bildung

junger Flüchtlinge zu verdeutlichen, werden

biografische, sozialwissenschaftliche,

ethische und rechtliche Facetten beleuchtet

und anhand von Praxisbeispielen

veranschaulicht. Mit Beiträgen von Rita

Süssmuth, Vernor Muñoz, Annette Schavan,

Maria Böhmer, Georg Auernheimer,

Karin Weiss u.v.a..


AUGENblick

29

Djamila Mustafa

studiert Bildung und Erziehung in der frühen

Kindheit, 2.Semester

Warum haben Sie gerade die KHSB zum Studieren

ausgesucht?

Die KHSB war eine der ersten Hochschulen

hier in Berlin, die speziell den

frühkindlichen Bereich in der Pädagogik

behandelten. Der Studiengang ist zu

dem praxisorientierter als der »klassisch«

forschungsorientierte Ansatz anderer

Universitäten. Das war für mich insofern

interessant, als dass ich mir genau dieses

praktische, anwendbare Wissen erschließen

wollte.

Was schätzen Sie am meisten an der KHSB?

Ich mag die Organisation der KHSB, ich

habe das Gefühl, das die verschiedenen

Ämter klar um ihre Positionen wissen.

Informationen, welche die Studentenschaft,

die Dozenten, und untereinander

anbelangt, werden gut kommuniziert. Mir

gefällt die überschaubare Größe. Das gibt

mir insgesamt den strukturellen Rahmen,

um mich weitestgehend selbständig innerhalb

des Studiums und der Hochschule

bewegen und organisieren zu können.

Wenn Sie für einen Tag Rektorin sein könnten,

was würden Sie tun?

Ich würde viele Kinder aus aller Welt an

die Hochschule einladen und mit ihnen

überlegen, was ihnen wichtig ist, und was

sie eigentlich davon halten, dass »Große«

den ganzen Tag überlegen, was wichtig

für sie ist … Überall würden Decken und

Kissen liegen, weil sitzen in Vorlesungssälen

wär nicht und in der Mensa gäb es

Spaghetti mit Tomatensauce …

Was ist das erste, was Sie machen werden,

wenn Ihr Studium vorbei ist?

Mal schauen was mir noch so begegnet

in meinem Studium. Ob es in ca. 2 Jahren

die Möglichkeit eines Masters für BuE

an dieser Hochschule gibt? Ursprünglich

war das der Gedanke … Gucken, wie ich

die Erkenntnisse aus diesem Studium mit

dem Wissen der vorigen Ausbildung zur

Ergotherapeutin verknüpfen kann, um

damit höchst flexibel und äußerst professionell

eine Möglichkeit für ein herzliches

und nachhaltiges Arbeiten mit vielen Kindern

zu schaffen.

1. Monat mietfrei!

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Telefongespräche ins dt. Festnetz in

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30

AUGENblick

Bild Kaplow

Prof. Dr. Lydia Seus

… Professorin für Soziologische Grundlagen

der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik

Warum möchten Sie ausgerechnet an einer

katholischen Hochschule für Sozialwesen unterrichten?

Als ich überlegt habe, ob ich mich bewerben

soll, war meine Idee, dass eine

katholische Hochschule radikales Denken

zulassen muss: In der Kriminologie muss

es einen kritischen Geist geben, das deckt

sich mit der katholischen Soziallehre, wie

etwa die Integration (z.B. von Personen,

die Verbrechen begangenen haben) und

Versöhnung. Es herrscht hier ein alternativer

Bildungsbegriff.

Was finden Sie an Ihrer Arbeit an der KHSB

besonders erfüllend, herausfordernd, oder änderungsbedürftig?

Die Studierenden haben eine große Offenheit

und wissenschaftliche Neugierde.

Das ist schön, sowie die Gelegenheit zu

haben, als »Bezugswissenschaftlerin«

Studierende von dem ersten bis zum

letzten Semester begleiten zu dürfen. Ich

lerne hier auch sehr viel! Leider finde ich,

dass sich die Hochschule verschult – immer

weniger Wahlmöglichkeiten.

Wenn Sie Ihren Studierenden eins vermitteln

könnten, was wäre das?

Querdenken! Nicht schon im Studium die

Schere im Kopf zu haben, nicht schon im

Voraus alles in Schubladen zu packen.

Mythen und Alltagstheorien durch wissenschaftliche

Erkenntnis zu ersetzen. Als

Kriminologin sehe ich, dass es so viele

unwissenschaftliche Ansichten in den

Köpfen aller Leute gibt, es ist gefährlich.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Strömung

in der Sozialen Arbeit bzw. Heilpädagogik, die

mehr beachtet werden müsste?

Eine Renaissance der »Schwarzen Pädagogik«:

Die »konfrontative Pädagogik«

geht einher mit einer Sicht, die Härte

von Strafe verlangt. Ob das bedrohlich

ist oder nicht, weiß ich noch nicht, man

muss das im Auge behalten.

Glauben Sie, dass es in den Sozialen Berufen

Fortschritt gibt?

Schwierige Frage! Vorsichtig nehme ich

wahr, dass es eine Repolitisierung gibt.

Das ist ein Fortschritt. Es muss ein Standpunkt

der Sozialen Professionen geben.

Studierende wollen auch wissen, in welcher

Gesellschaft wir leben, sodass sie

sich besser verstehen können.

Haben Sie eine Person im Umfeld der Sozialen

Berufe, die Sie als Vorbild sehen?

Als Vorbild sind für mich Menschen, die

mutig sind und quer denken. Konkret:

Joachim Walter, ein Jurist – als Leiter einer

Jugendstrafvollzugsanstalt hat er vieles

ganz neu bestimmt und besetzt hat. Oder

Helge Einsele, erste weibliche Gefängnisleiterin

in Deutschland. Ich glaube, einzelne

Menschen können was verändern!

Welche Autorin oder welchen Autor lesen Sie

besonders gern?

In der Vergangenheit habe ich als Kind

alles von Karl May und D.H. Lawrence

gelesen. Heute lese ich Krimis in der S-

Bahn, mein Lieblingsautor ist Ian Rankin

(den ich schon zwei Mal getroffen habe!

Das ist ein sympathischer und kluger

Mensch!). Sonst aber lese ich Gedichte

(Yates und Brecht z.B.) oder Autoren wie

Michael Cunningham.

Was würden die meisten Menschen von Ihnen

gar nicht erwarten?

Wie ich mein Kopf freibekomme: Ich

gehe hier auf den Friedhof. Ich liebe

Friedhöfe. Wenn ich wenig Zeit habe,

höre ich ganz laut Metallica: The Black

Album!

Stephan Lidzba

studiert Soziale Arbeit im 3. Semester

Warum haben Sie gerade die KHSB zum Studieren

ausgesucht?

Mir haben Freunde und ehemalige Studenten

gesagt, dass es hier gut ist. Ich

wollte auch in Berlin bleiben, weil ich hier

lange als Krankenpfleger gearbeitet und

somit mein Lebensmittelpunkt habe. (Ich

musste mich entscheiden zwischen hier

und der ASFH, und ich erhielt meine Zusage

hier zuerst, also sie waren schneller!)

Was schätzen Sie am meisten an der KHSB?

Hier sind die Strukturen übersichtlich.

Weil die KHSB klein ist, entsteht durch

die Intimität ein gutes Gemeinschaftsgefühl.

Man kennt ja alle Dozenten und die

meisten Studenten. Der Nachteil dabei

ist, dass die Auswahl nicht groß ist. Dafür

kann aber die KHSB nichts, in Berlin gibt

es halt drei kleine Schulen anstatt einer

großen.

Wenn Sie für einen Tag Rektor sein könnten,

was würden Sie tun?

Für immer Rektor bleiben! Dann würde

ich die studentische Infrastruktur, z.B. den

Computerraum, modernisieren. Und ich

würde diese Scheine alle digitalisieren, sodass

wir endlich papierlos unseren Kram

verwalten können.

Was ist das erste, was Sie machen werden,

wenn Ihr Studium vorbei ist?

Ich würde erstmal in Urlaub fahren

und erst danach ein Job suchen – oder

vielleicht doch umgekehrt. Streetwork

interessiert mich sehr, wenn es geht, würde

ich in Berlin bleiben. Und wer weiß,

vielleicht bewerbe ich mich um ein Masterprogramm


Personalia

31

Impressum

Katholische Hochschule

für Sozialwesen Berlin

Köpenicker Alle 39-57

10318 Berlin

Im SoSe 2009 haben einige Kolleginnen die Hochschule verlassen. Ihnen gelten unser Dank und

unsere guten Wünsche für die Zukunft.

Prof. Dr. Rita Grimm

Dr. Birgit Steffens

Professorin für Erziehungswissenschaften/Elementarpädagogijekt

Kundenstudie seit 01.01.2007

wissenschaftliche Mitarbeiterin im Pro-

seit 01.10.2007

Sandra Kruse

wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt

Traumanetzwerke seit 15.11.2007

Neu berufen bzw. angestellt wurden:

Herausgegeben von der Rektorin

Prof. Monika Treber

Prof. Ludger Pesch

Gastprofessor für Elementarpädagogik/

Erziehungswissenschaft

Prof. Dr. Claudia Schacke

Professorin für Soziale Gerontologie

Prof. Dr. Bernd Schlüter

Professor für Rechtliche Grundlagen

der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik

Prof. Dr. Jens Wurtzbacher

Professor für Sozialpolitik

Nicht neu in der Hochschule, aber in neuer Funktion:

Chefredakteur

Dr. Ian Kaplow, Presse

kaplow[at]khsb-berlin.de

Prof. Dr. Axel Bohmeyer

Gastprofessor für Erziehungswissenschaft

Ausgabe WiSeM 2009

Mitarbeiterinnen in Projekten:

Layout & Satz

Norbert Poppe | transformhaus.de

Druck: Pinguindruck Berlin

Auflage: 5000

Monika Götz

wissenschaftliche Mitarbeiterin im

DICO

Judith Hennig

wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt

»Entwicklung und Etablierung der

sektorenübergreifenden Versorgung

älterer Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt

in Potsdam«

Gedruckt auf Papier mit FSC Umweltsiegel

Bildnachweis

S. 16 Caritas Altenhilfe GGmbH

S. 19 Ploum1 - Fotolia.com

S. 20 Jitloac - Fotolia.com

S. 23 Maros Markovic - istock

S. 24 mankale - Fotolia.com

S. 25 Grischa Georgiew - Fotolia.com

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