Aktuelle Herausforderungen für eine integrierte Stadt - Evangelische ...

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Aktuelle Herausforderungen für eine integrierte Stadt - Evangelische ...

Aktuelle Herausforderungen für eine

integrierte Stadt- und

Quartiersentwicklung - Einführung

23.-24. November 2012

Am besten gemeinsam. Partnerschaftlich für eine

integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung,

Evangelische Akademie Hofgeismar

Martina Kocks

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn


Gliederung

Herausforderungen für eine integrierte Stadtentwicklung

• Soziale und sozialräumliche Ungleichheit

• Bildung und Integration im Stadtteil

• Gesundheitsversorgung

• Soziale Wohnungsversorgung und energetische Erneuerung

Das Programm „Soziale Stadt“ – Stand der Dinge

Wie lassen sich erfolgreiche Strukturen verstetigen?

Das Programm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“

Fazit

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 2


Herausforderungen für eine integrierte Stadtentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Vergangenheit und Zukunft

• Zukünftig werden immer mehr

Städte und Gemeinden von

Schrumpfung betroffen sein;

andere wachsen weiterhin.

Integrierte Planung muss

flexibel reagieren können auf

Veränderungen zu Zahl,

Altersaufbau und Herkunft der

Bevölkerung.

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 3


Herausforderungen für eine integrierte Stadtentwicklung

Veränderungen im Altersaufbau bis 2030

• Die Schülerzahl wird bis 2030

stark zurückgehen, der Anteil

der Schüler mit

Migrationshintergrund steigt.

• Die Zahl der Hochbetagten wird

bis 2030 stark zunehmen, auch

Menschen mit

Migrationshintergrund

„wachsen“ in diese

Altersgruppe.

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Anforderungen an

Fachpolitiken und

ressortübergreifende

Integrationspolitik.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 4


Herausforderungen für eine integrierte Stadtentwicklung

Wanderungsverflechtungen mit dem Ausland 2000-2010

• Das internationale

Wanderungsvolumen ist in

Westdeutschland höher als in

Ostdeutschland

• Die Kernstädte sind

erwartungsgemäß stärker mit

dem Ausland verflochten als der

ländliche Raum, aber auch der

ländliche Raum hat

nennenswerte Anteile.

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Aufgabe: Gestaltung einer

integrierten Diversitätspolitik

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 5


Soziale und sozialräumliche Ungleichheit

Soziale Ungleichheit wächst laut Studie der OECD 2012

• Das Phänomen bildet sich

auf kleinräumiger Ebene

ab: es entstehen

zunehmend wohlhabende

und prekäre

Stadtquartiere.

• Es handelt sich um ein

sozialräumliches Problem

geringer Bildungs- und

prekärer

Arbeitsbeteiligung mit

residentieller Segregation.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 6


Soziale und sozialräumliche Ungleichheit

Innerstädtische soziale Segregation 2005 bis 2010

• Die soziale Segregation

nach Stadtteilen nimmt in

allen Regionen zu.

• Überproportional betroffen

sind Menschen mit

Migrationshintergrund.

• Ein Indikator für die

(Ungleich-) verteilung

armutsgefährdeter

Bevölkerung in den Städten

ist der Segregationsindex für

Leistungsempfänger nach

SGBII

• Basis: 44 Städte mit 2278 Stadtteilen

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 7


Bildung und Integration im Stadtteil

Bildungsbenachteiligung ausländischer Schüler

• Ein Vergleich des Anteils

ausländischer Schüler der 7.

und 11. Klasse zeigt, dass der

Anteil in Klassen, die die

Fachhochschulreife oder das

Abitur anstreben, stark sinkt.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 8


Bildung und Integration im Stadtteil

Segregation von Zuwanderern nach Bildung und Wohnort

• In Groß- und

Mittelstädten

übersteigt die

Schulsegregation die

Wohnsegregation

erheblich.

• Die schulische

Segregation wirkt als

starke Bildungsbarriere.

(PISA)

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

• Basis: Auswertung von rd.

13.400 Grundschulen,

empirica im Auftrag von

BBSR/BMVBS, 2008

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 9


Bildung und Integration im Stadtteil

PISA Auswertung zur Schülerkompetenz

• Wenn der Anteil von

Schüler/innen mit

Migrationshintergrund in

den Klassen sehr hoch

ist, ist auch der Abstand

zum durchschnittlichen

Kompetenzniveau sehr

hoch.

• Die erhöhte schulische

Segregation wirkt als

starke Bildungsbarriere.

2000 Lesen

2003 Mathe

2006

Naturwissenschaften

OECD Mittel

-100 -80 -60 -40 -20 0 20 40

mittlerer Anteil an

Schülerinnen/

Schülern mit

Migrationshintergrund

höchster Anteil an

Schülerinnen/

Schülern mit

Migrationshintergrund

• Quelle: PISA Datensätze,

Auswertung von empirica für das

BBSR

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Bildung und Integration im Stadtteil

Erwerbsfähige mit Migrationshintergrund 2010 bis 2030

• Zahl der Erwerbsfähigen

mit Migrationshintergrund

steigt.

• Dieses Potenzial muss

zukünftig stärker für den

Arbeitsmarkt genutzt

werden – auch um dem

Fachkräftemangel

entgegenzuwirken.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 11


Gesundheitsversorgung

Unzureichende Hausarztversorgung auf dem Land…

• Die hausärztliche

Unterversorgung in

ländlich/peripheren Räumen ist

anerkannt und hat inzwischen

zu politischen

Maßnahmen/Anreizen geführt.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 12


Gesundheitsversorgung

…unzureichende Hausarztversorgung in städtischen Quartieren

• In benachteiligten Quartieren nahezu aller Großstädte fehlt es an

Hausärzten und Kinderärzten. Die KV hat die Planungsbezirke

ausgedehnt, so dass Fortzüge von Arztpraxen aus unattraktiven

Quartieren möglich sind. Eine differenzierte Planung nach Stadtteilen

fehlt. Die verbliebenen Ärzte sind überbelastet, die finanzielle Lage ist

angespannt.

• Beispiel: In Essen-Altenessen liegt der Versorgungsgrad bei 62 %, für

die Gesamtstadt Essen ist der Wert 139 %.

• Um so wichtiger sind lokale Angebote zur Gesundheitsförderung, die

Teil einer integrierten Planung sein sollten!

„Die ärztliche Unterversorgung in den Städten betrifft mehr Menschen

als der Landarztmangel!“ (Zitat Karl Lauterbach)

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 13


Soziale Wohnungsversorgung und energetische Erneuerung

Großstädte sind als attraktive Wohnorte stark nachgefragt

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 14


Soziale Wohnungsversorgung und energetische Erneuerung

Mieten 1. Hj. 2012 (Neu- und Wiedervermietung)

• Hohe Mieten in Städten und

Ballungsräumen

• Die energetische

Stadterneuerung kann zu

weiteren Mietpreissteigerungen

führen. In benachteiligten

Quartieren ist eine integrierte,

sozialverträgliche Umsetzung

besonders notwendig.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 15


Soziale Wohnungsversorgung und energetische Erneuerung

Bewertung der Situation bei der sozialen Wohnungsversorgung

• Versorgungsengpässe für

sozial benachteiligte

Haushalte in Großstädten

• Steigende Mieten und große

Wohnungsnachfrage stehen

abschmelzende

Sozialwohnungsbestände

und eine Verknappung

preiswerter Wohnungen

gegenüber.

• Quelle: Befragung 2009 im Rahmen

der ExWoSt Studie „Strategien der

Kommunen für ihre kommunalen

Wohnungsbestände“

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 16


Soziale Wohnungsversorgung und energetische Erneuerung

Mieterbund warnt vor dramatischer Wohnungsnot

• „In Deutschland werden zu wenige günstige Wohnungen gebaut,

während das Luxussegment boomt. Der Deutsche Mieterbund und die

Immobilienwirtschaft warnen vor einem drastischen Wohnungsmangel

vor allem in den Groß- und Universitätsstädten. In nur fünf Jahren

fehlen 825.000 Mietwohnungen.“

Quelle: Spiegel Online Juni 2012

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 17


Zwischenfazit

• Eine starke Segregation einkommensarmer und bildungsferner

Gruppen steht in Zusammenhang mit Nachteilen für die Gleichheit der

Lebenschancen und der sozialen Teilhabe.

• Die Aufwertung von attraktiven Innenstadtquartieren kann zu

Verdrängung von Haushalten mit geringen Einkommen und zu weiterer

Segregation am Stadtrand führen.

• Sehr hohe Anteile von Bewohnern mit sozialen Problemen können das

soziale Gefüge und die Nachbarschaft überfordern.

• Bildung und Erziehung in Kitas und Schulen wird durch einen hohen

Anteil von Kindern aus sozial benachteiligten und bildungsfernen

Familien erschwert.

• Bildungs- und aufstiegsorientierte Familien neigen dazu,

bildungsschwache Kitas und Schulen und auch Wohnorte zu verlassen,

um die Bildungschancen ihrer Kinder zu verbessern.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 18


Was ist zu tun?

• Berichte, Planungen und Programme auf allen föderalen Ebenen sollten

sozialraumorientiert angelegt sein.

• Als Planungsgrundlage sollten Indikatoren keine städtischen

Durchschnittswerte sein, sondern soziale Polarisierungen in den

Kommunen abbilden.

• Benachteiligte Stadtteile benötigen überdurchschnittliche qualitative und

quantitative Ressourcen für Einrichtungen und Dienste im Bereich

Bildung, Erziehung, Betreuung und soziale Beratung.

• Vermeidung einer starken Konzentration von einkommensschwachen

Haushalten durch die Aufwertung von Quartieren und den Erwerb von

Belegungsbindungen bei Neubauprojekten.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 19


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Das Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt

Synonym für integriertes Handeln

• 1999 – 2011 wurden rd.

600 Gebiete in etwa 375

Gemeinden mit 970 Mio.

Euro Bundesfinanzhilfen

gefördert.

• Etwa gleiche Anteile werden von

Ländern und Kommunen erbracht.

• Gesamtvolumen: ca. 3 Mrd. Euro

• 40% der Gebiete liegen in

Großstädten, etwa 40% in

Mittelstädten, 20% in

Kleinstädten und ländlichen

Gemeinden

Programmziele:

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Stabilisierung städtebaulich,

wirtschaftlich und sozial benachteiligter

Stadt- und Ortsteile

Verbesserung des Wohnungsbestandes,

Schaffung neuer Wohnqualitäten,

attraktive Gestaltung des Wohnumfeldes

Stärkung von Integration und

gesellschaftlichem Zusammenhalt

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 20


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Finanzvolumen im Programm Soziale Stadt (in Mio. EUR)

• Zwischen 2006 und 2010 sind ca.

700 sozial-integrative

Modellvorhaben umgesetzt

worden. Es handelte sich um eine

zeitlich befristete

Anschubfinanzierung für

Maßnahmen in der Jugend- und

Bildungspolitik, der Lokalen

Ökonomie und Integration von

Zuwanderern.

Erprobt werden sollten Partnerschaften

verschiedener Fachämter, die Verstetigung

erfolgreicher Projekte und deren Übernahme

in Regelstrukturen

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 21


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Lage der Programmgebiete

• Die Gebiete liegen sowohl

in Innenstädten als auch

innenstadtnah und am

Stadtrand.

• Dies unterscheidet sie sowohl von

anderen Städtebauförderungsprogrammen

als auch von

benachteiligten Quartieren

anderer europäischer Städte, die

zu einem Großteil in

Außenbezirken zu finden sind

(bspw. Frankreichs Banlieus).

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

• Frage von Gentrifizierung (der

Städtebauförderung insgesamt)

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 22


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Einwohnerzahl der Programmgebiete

• Die Gebiete haben sehr

unterschiedliche Größen

Mögliche Auswirkungen auf die

Dauer der Intervention

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 23


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Programmgebiete mit Integriertem Entwicklungskonzept

• Im Durchschnitt verfügen

51 % der Maßnahmen in

Programmen der Stbf. über

ein Integriertes

Entwicklungskonzept (IEK)

• In der Sozialen Stadt

werden 72 % der

Maßnahmen mit einem IEK

unterlegt.

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Dieser Wert ist immer noch zu

gering. Das Programm Soziale

Stadt – Investitionen im Quartier

stellt ab 2012 die besondere

Bedeutung des IEK für die

Programmumsetzung heraus.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 24


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Bündelung mit anderen Programmen

• Die Soziale Stadt wird vor

allem mit anderen

Städtebauförderungsprogrammen

gebündelt,

aber auch mit EU- und

Landesprogrammen; eine

untergeordnete Rolle

spielen bisher die Mittel

Dritter

I. Kapitel

zweizeilig

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Dies soll durch das Programm

Soziale Stadt – Investitionen im

Quartier ab 2012 verbessert

werden.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 25


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)

• In der ESF-Förderperiode

2007-2013 werden 124 Mio. €

aus dem ESF und 60 Mio. €

vom BMVBS zur Verfügung

gestellt.

• Umsetzung von insgesamt

223 arbeitsmarktpolitischen

Projekten, in ca. 200 Gebieten

der Sozialen Stadt.

• Einbindung in lokale Integrierte

Entwicklungskonzepte

• Verknüpfung mit

städtebaulichen Investitionen

• Umsetzung mit lokalen

Kooperationspartnern

Programmziele:

Integration von Langzeitarbeitslosen

In den Arbeitsmarkt

Integration von Jugendlichen

(mit niedrigem Abschluss oder

Schulabbrecher)

In eine Ausbildung

Stärkung des lokalen Kleingewerbes

• Ca. 50.000 Teilnehmende

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 26


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Was wurde mit dem Programm Soziale Stadt erreicht?

• Die Wohnsituation wurde verbessert durch Investitionen in den

Wohnungsbestand, das Wohnumfeld, in Grünflächen sowie öffentliche

Aufenthaltsräume und in Einrichtungen wie Bürgerhäuser und

Stadtteiltreffpunkte.

• Die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner konnte angeregt

und zusätzliche Angebote für Bildung und Freizeitgestaltung geschaffen

werden.

• Quartiermanager sind vor Ort präsent und vermitteln zwischen

Bürgern und Verwaltung; häufig werden mit Verfügungsfonds

gemeinsame kleinere Projekte realisiert.

• Der nachbarschaftliche Zusammenhalt wird gestärkt und die

Lebensqualität verbessert.

• Neue Kooperationsstrukturen in der Verwaltung und im Quartier

konnten implementiert werden.

Das Programm fördert die Stabilisierung und Aufwertung der Quartiere und

unterstützt die Chancengerechtigkeit der Bewohnerschaft.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 27


Zum Stand des Programms Soziale Stadt

Was wurde mit dem Programm Soziale Stadt erreicht?

• Auswertung einer

Befragung 2011

• Basis: Befragung

Programmgebiete Soziale

Stadt im Rahmen einer

ExWoSt Studie des

BMVBS/BBSR, 2011

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 28


Wie lassen sich erfolgreiche Strukturen verstetigen?

Gründe für die Verstetigung von Maßnahmen im Programm Soziale Stadt

• 104 b GG: „Die Mittel sind befristet zu gewähren….Die Finanzhilfen

sind im Zeitablauf mit fallenden Jahresbeträgen zu gestalten.“

• Nach über 10jähriger Laufzeit stellt sich die Frage zunehmend, darüber

hinaus gibt es auch weiteren Bedarf (bislang durchschnittliche

Zunahme von Programmgebieten von ca. 50 pro Jahr)

• Angespannte kommunale Haushaltslagen, die eine Evaluation und

Prioritätensetzung von Maßnahmen und die Konzentration der Mittel

erforderlich machen

Erst wenige der rd. 600 Gebiete sind derzeit aus der Förderung offiziell

entlassen. Die kommunalen Entscheidungsträger und Quartiersakteure stehen

vor einer neuen Aufgabe. Es gibt keinen idealen Weg. Auch können bei weitem

nicht alle Gebiete zukünftig auf Zuwendungen verzichten.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 29


Wie lassen sich erfolgreiche Strukturen verstetigen?

Zentrale Faktoren im Verstetigungsprozess

I. Kapitel

zweizeilig

• Die 4 „K“ entscheiden über

die Möglichkeit der

Verstetigung von

tragfähigen Strukturen

II.

III.

Kapitel

zweizeilig

Kapitel

zweizeilig

IV. Kapitel

zweizeilig

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 30


Wie lassen sich erfolgreiche Strukturen verstetigen?

Ankerpunkte für Verstetigung

• Bürgerhäuser und Stadtteilzentren als wichtige Kristallisationspunkte für

alle Aktivitäten im Quartier

• Gremien mit unterschiedlichen Akteuren in lokaler Selbstorganisation

• Sozialraumbezogenes Verwaltungshandeln in gesamtstädtischen

Lenkungsgruppen, verwaltungsinternen Gebietsteams oder Ämtern für

Sozialraummanagement

• Engagement von (kommunalen) Wohnungsunternehmen, privater

Eigentümer und Gewerbetreibender

Einige dieser Aspekte sind in das Programm „Soziale Stadt

Investitionen im Quartier“ seit 2012 bereits eingeflossen.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 31


Weiterentwicklung des Programms Soziale Stadt

Soziale Stadt – Investitionen im Quartier ab 2012

• Weiterhin stehen städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, die Qualität

des Wohnens und die Infrastruktur im Vordergrund. Dabei soll mehr auf

Generationengerechtigkeit hingewirkt werden durch familien- und

altersgerechte Infrastrukturen.

• Die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und von Menschen mit

Migrationshintergrund ist durch Beteiligung und Mitwirkung zu verbessern.

• Fördervoraussetzung ist ein Integriertes Entwicklungskonzept, das in ein ggf.

vorhandenes gesamtstädtisches Konzept einzubetten ist. Es soll Ziele und

Maßnahmen enthalten, im Zeitablauf aktualisiert und angepasst werden und

Aussagen zur Verstetigung erfolgreicher Maßnahmen enthalten.

• Auf eine stärkere Bündelung von Instrumenten, Programmen und Maßnahmen

vor Ort ist zu achten. Das Quartiersmanagement behält seine wichtige

koordinierende Funktion und ist weiterhin förderfähig.

• Es sollen verstärkt weitere Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft

eingebunden werden, wie z.B. Unternehmen, (Bürger-)Stiftungen, Kirchen,

Ehrenamt, Freiwilligendienste etc.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 32


Fazit

• Das Programm Soziale Stadt – Investitionen im Quartier wird angesichts der bestehenden

Herausforderungen auch zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen.

• Das Programm löst Anstoßeffekte für Beteiligung und Investitionen aus. Es bildet einen

Rahmen für Ehrenamt, Stiftungen und Unternehmen, sich zu engagieren. Impuls für

sozialräumliches Verwaltungshandeln

• Das Programm hat einen präventiven Charakter – für den sozialen Frieden, im

Gesundheitsbereich und bei der Beanspruchung der Sozialsysteme. Damit hat es neben

der baulichen und sozialen auch eine ökonomische Dimension, die nur selten im

Vordergrund steht. Diese gilt es stärker zu kommunizieren.

• Programme anderer Ressorts müssen verstärkt mit der Sozialen Stadt verbunden werden

(Bildungspaket, Mehrgenerationenhäuser…), um eine effektivere Wirkung zu erzielen.

Fachpolitiken entscheiden sektoral, selten mit sozialräumlicher Perspektive

• Die Beteiligungsinstrumente müssen noch stärker milieuübergreifend und

generationenübergreifend ausgebaut werden.

• Der Quartiersansatz hat sich bewährt, eine Abgrenzung auch im Hinblick auf eine spätere

Evaluierung ist wichtig, aber vor der Quartiersabgrenzung muss eine räumliche

Situations- und Bedarfsanalyse stehen.

• Das IEK ist ein langfristiges Begleit- und Kommunikationsinstrument – auch für neue

Akteure.

Martina Kocks „Herausforderungen für eine integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung“ Hofgeismar 24. November 2012 Folie 33


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

2012 neu erschienen:

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