Unser Brief 2013 - Erzdiözese Salzburg

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Unser Brief 2013 - Erzdiözese Salzburg

UNSER BRIEF

Zeitschrift des Salzburger Priesterseminars 2013 - Folge 66

www.kirchen.net/priesterseminar

Glaube im Zeichen der Zeit


UNSER BRIEF 2013

2

Inhaltsverzeichnis

Grußwort des Regens ............................................................................................ 3

Vorwort der Redaktion ............................................................................................ 4

Wegmarkierungen meines Glaubens ..................................................................... 5

Die Zeit ist erfüllt ..................................................................................................... 6

Die Zeichen der Zeit ............................................................................................... 7

Die Studenten sind die Mitte des Seminars............................................................ 8

Glaube erleben mit Kindern .................................................................................. 10

Besuch bei den Halleiner Schwestern .................................................................. 12

Der Glaube im Zeichen der Zeit ........................................................................... 14

Glauben lebendig machen.................................................................................... 15

Überall ist Gott! ..................................................................................................... 16

Heute den Glauben bezeugen.............................................................................. 17

Gottesdienst einmal anders: Unsere Kinderfeierstunde ....................................... 18

Wallfahren als Ausdruck des Glaubens ................................................................ 20

Mit Jugendlichen in Assisi..................................................................................... 21

Primiz von Roland Frühauf ................................................................................... 22

Im Propädeutikum: Wolfgang Egerdacher ............................................................ 24

Im Propädeutikum: Sebastian Riedel ................................................................... 25

Neue Gastseminaristen ........................................................................................ 26

Mein Externjahr in Innsbruck ................................................................................ 27

„A bissl nochdenkt“ ............................................................................................... 28

Ein paar Fotos ...................................................................................................... 30

Priesterweihe 2012 ............................................................................................... 32

Gedanken eines Studenten .................................................................................. 34

Mit beiden Beinen am Boden und mit dem Herzen im Himmel ............................ 35

Praktikumspfarren ................................................................................................ 36

Neue Angestellte im Priesterseminar ................................................................... 39

Aus unserer Seminarchronik ................................................................................ 40

Orientierungstage für Interessenten am Priesterberuf ......................................... 45

Generalsanierung - Rückblick und Ausblick ......................................................... 46

Gästehaus im Priesterseminar Salzburg .............................................................. 47

Aus der Küche: Winterlicher Eisgugelhupf ........................................................... 48

Verstorbene Priester ............................................................................................. 49

Seminaristen 2012/13........................................................................................... 50

Impressum

Unser Brief“ ist die Zeitschrift für die Freunde des Priesterseminars Salzburg und erscheint 1x im Jahr.

Herausgeber, Eigentümer und Verleger: Priesterseminar Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 14, 5020 Salzburg.

Tel: 0662/ 877 495. E-Mail: sekretariat@priesterseminar.kirchen.net. Web: www.kirchen.net/priesterseminar.

Redaktion: Roman Eder, Christian Hauser, Johannes Hofer. Versand: Anna Diener. Druck: Hausdruckerei der

Erzdiözese Salzburg, Kapitelplatz 2, 5020 Salzburg. Fotos (wenn nicht anders angegeben): Priesterseminar.

Fotos Titelseite: Prozession in Maria Plain 17. Jh. (Foto: Josef Kral), Fest zur Kreuzsteckung im Dom 1959

(Foto: AES), Weltjugendtreffen 2011 in Madrid (Foto: Eder). Foto Rückseite: Walch

Für eine Spende für unser Priesterseminar sagen wir Ihnen ein herzliches „Vergelt‘s Gott!“

Unser Konto: Erzb. Priesterseminar, BLZ 35 000, Konto 41 020, IBAN: AT88 3500 0000 0004 1020, BIC: RVSAAT2S


UNSER BRIEF 2013

Grußwort des Regens

Liebe Freunde des Priesterseminars!

Mit einem herzlichen Grüß Gott darf ich Ihnen, liebe

Leserin und lieber Leser, die Zeitschrift „Unser

Brief“ aus unserem Priesterseminar überreichen.

Damit ein solcher „Brief“ entstehen kann, braucht

es viele, die daran mitwirken! Ihnen allen dafür einen

herzlichen Dank!

3

Glaube im Zeichen der Zeit! Unter dieses Thema

ist der heurige Seminarbrief gestellt. Auch wir im

Priesterseminar feiern und begehen das von Papst

Benedikt XVI. ausgerufene JAHR DES GLAUBENS

und möchten dem Gedenken (50 Jahre seit der Eröffnung)

an das Zweite Vatikanische Konzil einen

gebührenden Platz einräumen.

Foto: Erzdiözese

Wenn ich an das Wort GLAUBE denke, dann mit großer Dankbarkeit denen gegenüber,

die mich in einen lebendigen Glauben eingeführt und diesen vorgelebt haben:

Meine Familie, Verwandte, Priester, Bekannte und Freunde. Ein weiterer Gedanke

ist der vom Wachsen im Glauben; auch das Bild vom Glaubensweg drückt die Lebendigkeit

des Glaubens aus, ebenso das Bild vom Bund mit Gott. Glaube bleibt

lebendig, wenn er in die Zeit unseres Lebens hineinwirkt. Ein lebendiger Glaube

durchdringt unser Leben und der Glaube wird angefragt und befruchtet durch das

Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, Licht- und Schattenseiten. Die Herausforderung

an unseren Glauben besteht im Bezeugen des Glaubens in der heutigen

Zeit, ohne verklärten Blick auf vergangene Zeiten und ohne ängstlichen Blick in die

Zukunft.

Mit einem festlichen Dankgottesdienst am 14. Juni 2012 mit Erzbischof Dr. Alois

Kothgasser und vielen Gästen wurde die Generalsanierung des Priesterhauses abgeschlossen.

Herzlichen Dank und Vergelt´s Gott allen, die uns mit ihrer Spende bei

diesem Vorhaben unterstützt haben. Wir freuen uns, dass dieses Bauvorhaben mit

Gottes Segen zu einem guten Ende geführt werden konnte!

Für Ihr Gebet, für Ihre Verbundenheit und für jede Spende darf ich Ihnen namens

der Hausvorstehung und der Seminaristen sehr herzlich danken und Vergelt´s Gott

sagen!

Regens Gottfried Laireiter

Wenn Sie unsere jährlich erscheinende Zeitschrift „Unser Brief“ noch nicht regelmäßig beziehen, lade ich Sie

ein, diese zu abonnieren. Senden Sie uns bitte Ihre Adresse an: Priesterseminar Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse

14, 5020 Salzburg. Per Mail: sekretariat@priesterseminar.kirchen.net


UNSER BRIEF 2013

Vorwort der Redaktion

Von Christian Hauser

4

„Glauben im Zeichen der Zeit“. Die Formulierung

„der Kirche obliegt allzeit die

Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen

und sie im Licht des Evangeliums

zu deuten“, war eine zentrale Botschaft

der Verfasser der pastoralen Konstitution

„Gaudium et spes“ des II. Vatikanischen

Konzils. Dieses Konzil setzte

wahrlich einiges in Bewegung.

Welche Bedeutung hat das Konzil

für mich persönlich? Sehe ich es als

Hilfsmittel, als Impulsgeber zur Weiterentwicklung

und Vertiefung meines

Glaubens? Sehe ich es als eine Reformbewegung,

die mehr Unruhe als Positives

in die Kirche gebracht hat? Dieser

Spannung ist man seit 50 Jahren ausgesetzt

und wird man es auch in Zukunft

bleiben.

Ich bin der Auffassung, dass vieles in

den vergangenen 50 Jahren gelungen

ist, schöne Früchte getragen hat, dass

einiges aber auch noch offen geblieben

und manches neu zu entdecken ist.

Wichtig ist, dass wir die Schätze unseres

eigenen Glaubens wieder in vollerem

Maße entdecken. Zum Beispiel

sollen wir die zentrale Bedeutung der

Heilige Schrift wieder erkennen, die uns

Wegweisungen und Hilfen für ein gelungenes

Leben geben kann. Und auf der

Basis eines gefestigten eigenen Glaubens

können wir dann auch respektvoll

Andersglaubenden gegenübertreten.

Bereits Jesus hat unsere heutige Generation

schon im Blick gehabt, als er

die prophetischen Worte sagte: „Wird

jedoch der Menschensohn, wenn er

kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?“

(Lk 18,8) Einen Glauben, den

er uns schenkt, wenn wir uns auf ihn

einlassen.

Vielen Dank für Ihr Interesse, für Ihr Gebet

und Ihre Unterstützungen. Wir wünschen

Ihnen eine gesegnete Zeit und

viel Freude beim Lesen.

Glaubensvertiefung im Priesterseminar: Bibelteilen


UNSER BRIEF 2013

Wegmarkierungen meines Glaubens

Von Vizeregens Erwin Neumayer

„Mit der Kirche geht es bergab; die älteren,

den Glauben praktizierenden

Generationen sterben langsam, aber

sicher aus. Und die jüngeren Menschen

finden nur schwer einen Zugang zum

Glauben, wenn es doch immer weniger

Eltern gelingt, ihren Kindern den Glauben

vorzuleben.“

„Herr Pfarrer, bald werden Sie arbeitslos

werden, wenn die Katholiken nicht mehr

zur Mitfeier der Gottesdienste kommen!“

„Wie kann es Gott

geben, angesichts

des Elends und des

vielen Leides in der

Welt?“

Solche und ähnliche

Sätze bekam ich in

der letzten Zeit in diversen

Gesprächen

zu hören. Glauben in

unserer gegenwärtigen

Zeit ist für mich

zu einer spannenden

Angelegenheit

geworden, weil mich

diese Anfragen herausfordern,

mein eigenes

Gottvertrauen

zu überdenken und mich dabei ernsthaft

nach Antworten suchen lässt.

Im Folgenden habe ich einige Wegmarkierungen

gefunden, die ich mit meinen

eigenen Glaubenserfahrungen zu verbinden

suche.

Dabei wird mir die französische Gottsucherin

Madeleine Delbrel zu einer

festen Hilfe und Stütze. Sie hat es im

französischen Arbeiter- und Kommunistenmilieu

des letzten Jahrhunderts

mitten in einem der Vororte von Paris

geschafft, durch ihr Mitleben mit ihren

Zeitgenossen anderen eine Ahnung von

Gott zu ermöglichen, dies in gelebter

Gemeinschaft von Mitglaubenden, auf

Basis der gemeinsamen Bibellesung, so

dass ihre Zeitgenossen sie nach ihrem

Glauben gefragt haben. Glauben in Gemeinschaft.

Bibelteilen in Gemeinschaft.

Dietrich Bonhoeffer, der evangelische

Pastor, beschäftigte in seinen Briefen

aus der Nazigefangenschaft die Frage,

wie wir angesichts

der „Gottlosigkeit“

leben können. Seine

Botschaft: Wenn

andere meinen, es

gebe keinen Gott,

dann sollen wir

Christen versuchen,

„so zu leben, als ob

es Gott gäbe.“ (Natürlich

gibt es für

uns Christen Gott.)

Glaube als radikaler

Versuch, Gott zu

vertrauen.

Charles de Foucauld,

der französische

Einsiedler und

Priester, lebte inmitten des vom Islam

geprägten Algerien die Freundschaft

und Bruderschaft gerade mit dem im

Islam verwurzelten Volk der Tuareg.

Seine Messmitfeiernden waren oft nur

zwei oder noch weniger Menschen, für

ihn aber war die kleine Kapelle stets

brechend voll, stellten doch die wenigen

Mitfeiernden die StellvertreterInnen der

anderen dar. Glaube als Stellvertretung

für die anderen, welche nicht mehr kommen.

5


UNSER BRIEF 2013

Die Zeit ist erfüllt

Von Spiritual Gerhard Viehhauser

6

Als ich den Titel

des heurigen Seminarbriefes

betrachtete,

kam mir ein

Satz aus dem Neuen

Testament

in den

Sinn. In

diesem

Satz des

Apostels

Paulus

wird beides angesprochen, der Glaube

und die Zeit. Der Satz findet sich

im Brief an die Galater, im 4. Kapitel:

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott

seinen Sohn.“ Die Zeit ist ein Zeichen,

ein Hinweis für die Vergänglichkeit

und auch die Veränderungen im Leben.

Der Mensch lebt in der Zeit und

erfährt Werden, Vergehen und Veränderung

in der Zeit. Mit der Zeit geschieht

auch am Menschen Werden,

Vergehen und Veränderung.

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott

seinen Sohn“, heißt für mich nicht

nur, dass Jesus an einem bestimmten

Zeitpunkt der Weltgeschichte in

die Welt kam, es heißt auch und vor

allem, dass nun die Zeit erfüllt und angefüllt

ist von seinem Kommen. Seit

Jesus gekommen ist, ist die Zeit von

seiner Gegenwart erfüllt und angefüllt.

Wir dürfen in Seiner Gegenwart

leben. Im Psalm 13 heißt es: „Meine

Zeit steht in deinen Händen, Herr.“

Ebenso ist es die Zeit, die Gott mir

schenkt, mir zur Verfügung stellt. Sie

ist eine der wichtigsten Lebensressourcen,

die ich habe und gestalten

oder auch vergeuden kann. Wir Menschen

sind nicht von der Zeit bedrängt,

wir sind von der Zeit beschenkt. Sie

ist ein Segen, den wir jede Minute und

bei jedem Atemzug empfangen. Im

Glauben an Jesus dürfen wir am Ende

unserer Lebenstage dann die Ewigkeit

als Segen empfangen.

Der Glaube schenkt die Kraft, die Zeit

des Lebens gut zu gestalten. Das

„Jahr des Glaubens“, das bis zum 24.

November dieses Jahres dauert, kann

uns dafür eine Hilfe sein. Glauben bedeutet,

die Zeit des Lebens mit Gott

in Verbindung zu bringen. Der Glaube

macht unsere Lebenszeit zu einer „erfüllten

Zeit“. Auch ist der Glaube die

Kraft, die der Zeit der Weltgeschichte

einen Sinn schenkt.

Die größten Veränderungen zum Guten

in der Geschichte sind durch die

Kraft des Glaubens unzähliger gläubiger

Menschen geschehen. Ich denke

da an Heilige wie den Franziskus von

Assisi, der durch den Glauben Menschen

bis heute für Christus bewegt.

Ich denke an Elisabeth von Thüringen

und Mutter Teresa, die durch den

Glauben ihre Nächstenliebe in Gott

verankerten. Das hat sie zu so großen

Heiligen der Liebe gemacht. Die Heiligen

sind uns leuchtende Beispiele für

den lebendigen Glauben im Zeichen

der Zeit.


UNSER BRIEF 2013

Die Zeichen der Zeit

Von Friedrich Reiterer, Professor Für Altes Testament, Diakon in Itzling

„Seht euch den Feigenbaum

an! Sobald

ihr merkt, dass er

Blätter treibt, wisst

ihr, dass der Sommer

nahe ist, genauso

sollt ihr erkennen …“

(Lk 21,29f). Das Thema

ist also ein Dauerbrenner.

Als Glaubende

und Verkündende

stehen wir immer

unter dem Anspruch,

uns den Zeichen der

Zeit richtig zu stellen. Was sind aber

die Zeichen der Zeit? Sind es Engpässe,

sind es Notlagen, sind es neue

Versuche? Ist das Neue auch gut und

förderungswürdig?

Prüft alles – und das Gute behaltet,

so hat es schon Paulus gesagt. Und

er hat Recht. Gerade die Theologen

neigen heute zu einem konturenlosen

Relativismus und Indifferentismus.

Einfache Gläubige finden auf dieser

Basis keine Antworten auf die sie bedrängenden

Fragen. Meine Erfahrung

ist, dass es meine erste Aufgabe ist,

zuerst einmal hinzuhören, welche Sorgen

und Hoffnungen, welche Anliegen

und Freuden meinen konkret Nächsten

beschäftigen. Mein Gesprächspartner

will nicht von mir hören, wie

wir Theologen uns in einer Nabelschau

bedauern, uns darüber mokieren,

weil niemand unseren Wunschbildern

nachjagt. Gerade Theologen sind

mehr als gefährdet, die Bodenhaftung

zu verlieren und den eigenen Phantasieprodukten

nachzuhetzen. Ohne

es zu wollen – und damit ohne die

Fähigkeit zur nüchternen

Selbstkritik, führt

diese Einstellung zum

Egozentrismus und zur

faktischen Blindheit für

die anderen.

Was ist das Zeichen der

Zeit? Es ist genau dein

Mitmensch, mit dem du

jetzt zusammen bist.

Was sagst du ihm: Du

bist wertvoll, ja unendlich

wertvoll. Nicht weil

du groß, stark, schön,

berühmt und gelehrt bist! Sondern,

weil du Du bist. Ein unverwechselbarer

Mensch, ein Partner im Glauben,

einer, bei dem man spürt, wir gehen

einen gemeinsamen Weg und er versteht

mich, versucht es zumindest und

hört auf mich, nimmt mich ernst und

an. Dann kommen Fragen über Fragen,

dann kommen – meistens nur

unhörbar mitklingende – Hilferufe.

Und wie stehst du dann da? Glücklich,

wenn du dann in deinem Herzen

sagen kannst oder könntest: Nicht

ich spreche zu dir, nein mein Herrgott

sagt jetzt durch mich zu dir.

Es berührt, bedrückt und befreit, wenn

das geschieht, was mir vor kurzem

passierte: Einem Freddy beginnen

nach einem stundenlangen Gespräch,

bevor wir endgültig auseinander gehen,

die Tränen über die Wangen zu

kullern und er flüstert: „Danke, mein

ganzes Leben lang konnte ich noch

niemandem meine Nöte und Sorgen

sagen“. Und er geht in die Nacht – ein

bisschen erleichtert. Eine Ahnung vom

Reich Gottes, das unter uns beginnt!

7


UNSER BRIEF 2013

Die Studenten sind die Mitte des Seminars

Erzbischof Alois Kothgasser erzählt im Interview

mit „Unser Brief “ von seinen Besuchen im Priesterseminar,

den Chancen im Jahr des Glaubens und

seinen Wünschen nach seiner Zeit als Erzbischof.

Von Roman Eder und Christian Hauser

8 Herr Erzbischof, können Sie sich

noch erinnern an Ihren ersten Besuch

im Priesterseminar?

(Überlegt) Wann er genau war, kann

ich nicht mehr sagen. Ich bin mit dem

Regens durch das Seminar gegangen

und habe die Räumlichkeiten gesehen.

Aus diesem Besuch sind einige Gedanken

übrig geblieben, die ich bei anderer

Gelegenheit mit dem Regens weiter

besprochen habe. Ich wollte, dass die

Seminaristen vom Dachboden hinunterkommen

in die Mitte des Seminars,

denn sie sind die Mitte des Seminars.

Es freut mich, dass es gelungen ist, den

wundervollen Bau zu renovieren, und

dass er als Priesterseminar erhalten

bleibt, dazu ist dieser schöne Bau da.

Wenn Sie auf Ihre 10 Jahre als Erzbischof

zurückblicken, wie hat sich

Ihre Verbindung zum Seminar ausgedrückt?

Es war mir immer ein Anliegen, den

Kontakt mit dem Seminar zu pflegen.

Das hat sich gezeigt, wenn ich zu den

Beauftragungen im Haus war. Dann

habe ich versucht, alle 14 Tage am

Samstag zwei Seminaristen einzuladen

ins erzbischöfliche Palais, wo wir in der

Hauskapelle Eucharistie gefeiert haben.

Im Anschluss haben wir gefrühstückt,

wo wir viele Dinge miteinander austauschen

konnten. In der letzten Zeit ist

dies schwieriger geworden, weil viele

Aufgaben auf mich zugekommen sind.

Dann war es mir ein Anliegen, die Seminaristen

wirklich zu kennen; dem hat

dann ein Besuch in jedem Semester

gedient, wo ich mit jedem Seminaristen

einzeln gesprochen habe. Das war für

mich sehr interessant, weil wir uns dadurch

gegenseitig kennenlernen konnten.

Sehr schön habe ich auch immer

die Einladung zur Nikolausfeier gefunden.

Wir haben heuer als Thema „Glauben

im Zeichen der Zeit“ für „Unser

Brief“ gewählt. Was fällt Ihnen spontan

dazu ein?

Zunächst freue ich mich, dass es ein

Jahr des Glaubens gibt und dass es

zusammenhängt mit der 50-Jahr-Feier

des 2. Vatikanischen Konzils, weil von

dort sehr viele hervorragende Impulse

für die Kirche ausgegangen sind. Die

Veranstaltungen, die in den Pfarren und

Gemeinschaften geplant sind, sind eine

echte Chance, unseren Glauben besser

zu kennen, besser zu leben und besser

zu vermitteln, und zwar in der Zeit, in der

wir leben. Es ist eine Zeit, die sehr ausgerichtet

ist auf das Materielle, auf den

Wohlstand; sie hat viele gute Angebote.

Aber sie birgt die Gefahr, dass man sich

in der Zeit verlieren kann und vergisst,

dass es einen Horizont gibt, der weiter,


UNSER BRIEF 2013

tiefer und größer ist als die Zeit. In den

hineinzuwachsen, dafür ist dieses Jahr

sehr geeignet.

Was möchten Sie jungen Menschen,

die in dieser Zeit leben, auf ihrem Lebens-

und Glaubensweg mitgeben?

Ich glaube, am besten ist das unaufdringliche

Zeugnis persönlicher Art, das

wir geben können, in einem guten, sympathischen

Umgang, in Offenheit zu den

jungen Menschen mit Interesse für ihr

Leben, für ihre Sorgen, für ihre Freuden.

Das andere ist, dass sie durch diese Begegnungen

einiges von dem kennenlernen

und vermittelt bekommen können,

was der Weg Jesu ist, wie er seinen

Weg gegangen ist, sein Wort tiefer zu

kennen, seine Nähe zu den Menschen,

aber auch seine Bereitschaft, sich voll

für die Menschen einzusetzen, um ihnen

Gottes Welt zu eröffnen.

Klingt da ein bisschen etwas mit,

was für Sie die Motivation war, einen

geistlichen Weg zu gehen?

Das stimmt: Ich habe junge Priester kennengelernt,

die mit uns Jugendlichen in

einer frohen, überzeugenden Weise das

Leben und den Glauben geteilt haben.

Das hat mich sehr tief beeindruckt und

hat dann zur Entscheidung geführt,

dass ich den Weg zum Priestertum gehen

möchte.

Gibt es für Sie einen Wunsch, der

offen ist, den Sie sich gerne erfüllen

möchten?

Zuerst will ich gerne einmal meine Sachen

ordnen. Denn im Lauf der Jahre

sammeln sich viele Dinge an, die man

nicht gleich einordnen oder aussortieren

kann. Danach einmal ein bisschen

mehr Ruhe, zum Gebet finden und die

Kräfte stärken. Ebenso freue ich mich,

wenn ich auf Aushilfe gehen kann in die

Pfarren. Ferner möchte ich mich gerne

wieder an die Bücher setzen und das

2.Vatikanum studieren und vertiefen, um

es zu vermitteln. Ein weiteres Thema,

das mich immer schon interessiert hat,

war die Auslegung der Heiligen Schrift.

Und was sonst noch kommen wird, bin

ich neugierig; das ist eine neue Phase

des Lebens. Und dann darf sich langsam

auch die Neugierde auf die große

Zukunft vermehren, wie wir all dem begegnen,

was wir zu leben und anderen

zu verkünden versucht haben. Das wird

spannend!

9

Auf Besuch in der Pfarre Thalgau

Foto: Pfarre Thalgau


UNSER BRIEF 2013

Glaube erleben mit Kindern

Von Stefanie Huber

10

„Ich denke an dich,

ich erzähle von dir, ich

spüre, du bist bei mir!“

So lernen wir im Kindergarten

das Kreuzzeichen.

Wir denken

an Gott; immer wieder,

wenn wir uns im

Kreis versammeln,

wenn wir gemeinsam

singen, essen, Feste

feiern. Wir danken

ihm für jeden Tag, den

er uns schenkt. Wir

erzählen von ihm und

hören verschiedene

Geschichten. Und wir

spüren, dass er bei

uns ist!

Besonders in der letzten Zeit lernten wir

verschiedene Vorbilder kennen, den Hl.

Martin, den Hl. Nikolaus. Und in der Adventzeit

bereiteten wir uns auf eines der

schönsten Feste im Jahr vor, auf den

Geburtstag Jesu.

„Wir denken an Gott, denn er passt gut

auf uns auf, den ganzen Tag!“, so eines

meiner Mädchen auf die Frage, warum

Gott denn eigentlich wichtig für uns ist.

Das Kindergartenjahr wird spannend

und abwechslungsreich durch diese

Höhepunkte, sie prägen unsere Arbeit

mit den Kindern. Manche Kinder wissen

sehr viel zu erzählen über „Gott und die

Welt“, für andere sind diese Geschich-

Stefanie Huber

Kindergartenpädagogin in Salzburg,

Vorstandsmitglied der Katholischen

Jugend Salzburg, Mitarbeiterin in

ihrer Heimatpfarre Hüttschlag


UNSER BRIEF 2013

11

Fotos (3): Huber

ten und Erlebnisse im Kindergarten ihre

ersten mit Glauben und Kirche.

Genau vor einem Jahr habe ich mit

Kindern in Kenia Weihnachten gefeiert,

denn ich absolvierte ein Freiwilliges Soziales

Jahr in Afrika, unterrichtete Kinder

im Alter von 2-6 Jahren und verbrachte

auch viel Zeit mit Kindern in den Slums.

Glaube wird dort spürbar, erlebbar, lebendig

- jeden Moment. Mütter in den

Elendsvierteln von Nairobi, die nicht

wissen, was sie und ihre Kinder am

Abend essen sollten, weil einfach nichts

da ist, geben dennoch die Hoffnung und

vor allem den Glauben an Gott nicht auf.

Er spielt eine unglaublich starke Rolle in

ihrem Leben, er ist allzeit gegenwärtig,

von Kindheit an. Dieses Gottvertrauen

hält die Menschen am Leben, lässt

sie weitergehen, Tag für Tag. Und nach

jedem Besuch bei den Kindern in den

Slums bekam ich zum Abschied einen

Segen und den Wunsch, Gott möge mit

mir gehen, geschenkt. Gibt es ein schöneres

Geschenk?

Zeiten verändern sich, die Kindheit verändert

sich, wo und wie wir aufwachsen

und was uns vom Elternhaus mitgegeben

wird, ist sehr unterschiedlich. Doch

eines erlebe ich bei allen Kindern: Sie

sind begeisterungsfähig. Gott als unser

guter Hirte, der immer bei uns ist, kann

für sie ein wichtiger und schöner Begleiter

im Alltag sein, wenn man sich die

Zeit nimmt und Kindern unseren Glauben

und die Hoffnung, die uns Christen

geschenkt ist, auf ihre Art und Weise näherbringt.

Eine der schönsten Aufgaben

in meinem Beruf!


UNSER BRIEF 2013

Besuch bei den Halleiner Schwestern

12

„Glauben im Zeichen der

Zeit“: Dazu gehört auch,

Altes Loszulassen und

Neues zu Beginnen. Diesen

Prozess erlebten die Halleiner

Schwestern Franziskanerinnen,

die in ein neues

Haus zogen. „Unser Brief

war vor dem Umzug bei einem

Lokalaugenschein.

Von Roman Eder

„Einige Sachen habe ich

schon gepackt“, so kommentiert

Sr. Hemma bei

unserem Besuch den bevorstehenden

Auszug der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen

aus ihrem Mutterhaus,

der Emsburg in der Hellbrunner Allee.

Der Orden verkaufte die Liegenschaft

in der Stadt Salzburg und wird zukünftig

in einem neu errichteten Haus in Kahlsperg

in Oberalm seinen Sitz haben.

Nun ist wirklich die Zeit gekommen, die

Emsburg loszulassen. Viele Schwestern

haben hier einen Großteil ihres Lebens

verbracht, dennoch ist von Wehmut nur

wenig zu spüren.

Beim Rundgang um das Schloss erklärt

Sr. Hemma: „Der neue Eigentümer hat

schon zu renovieren begonnen und im

Park hat er sogar schon einen Brunnen

errichtet.“ Sie ist 1951 in den Orden

eingetreten und war zuletzt 35 Jahre

im Kloster Emsburg. Was allerdings genau

aus der Liegenschaft wird, weiß sie

auch nicht. Dass der neue Eigentümer

gebürtig aus dem arabischen Raum ist,

stört sie nicht: „Vielleicht wird er ja noch

katholisch!“

Im Inneren sind bereits die ersten Umzugserscheinungen

zu bemerken,

Regale und Kästen sind schon leergeräumt

und Schmutzablagerungen an

den Wänden zeugen von Bildern, die

bereits abgenommen wurden. Beim Betreten

des Speisesaales entdeckt man

jedoch einen Monat vor der Übergabe

noch nichts davon, dass das Haus aufgelassen

wird. „Wir müssen hier nicht

hausen, wir können nach wie vor hier

wohnen“, lässt Sr. Marcellina wissen.

Die nebenan liegende Kapelle soll als

solche bestehen bleiben, freuen sich die

Schwestern.

Im Wohnbereich der Schwestern haben

sie sich im Gemeinschaftsraum versammelt,

um die Gäste zu begrüßen.

Trotz des bevorstehenden Abschieds

vom Haus herrscht eine fröhliche Stimmung

vor. Sr. Benedicta, die Ökonomin,

verspürt keinen Wehmut, lediglich eine

Sorge wegen der bevorstehenden vielen

Arbeit: „Ich war an der Planung des

neuen Hauses sehr beteiligt, darum

freue ich mich schon darauf.“


UNSER BRIEF 2013

Seit 1948 war die Ordensgemeinschaft

der Halleiner Schwestern in der Emsburg,

2012 ist nun das Ende gekommen.

Was früher die Schwestern selbst

bewerkstelligen konnten, mussten zum

Schluss viele Angestellte übernehmen

– was natürlich eine Kostenfrage gewesen

ist. Deshalb entschied sich der Orden,

die Liegenschaft zu verkaufen und

ein neues Mutterhaus in Kahlsperg zu

bauen, wohin die meisten Schwestern

nun kommen. Trotz des oft hohen Alters

sind die Frauen bereit für den Umzug:

„Wir nehmen es so, wie es kommt!“

13

Sr. Benedicta:

Ich verspüre keine Wehmut, vielleicht kommt

es aber noch später. Man hängt ja doch daran,

wenn man eine so lange Zeit in einem

Haus verbracht hat. Aber jetzt freue ich mich

auf das neue Zuhause, war ich doch maßgeblich

an der Planung beteiligt und habe

gesehen, wie es entsteht. Außerdem hat

man von dort eine wunderbare Aussicht!

Sr. Hemma:

Ich nehme den Umzug ganz gelassen, der

Jammer stellt sich vielleicht erst hinterher

ein. Ich war jetzt am längsten im Haus; dass

wir jetzt gehen, war voraussehbar, aber ich

nehme es so, wie es kommt. Im neuen Haus

wird es sicher eine nette Gemeinschaft. Auf

jeden Fall möchte ich wieder Mesnerin werden,

das war ich hier schon 35 Jahre. Dieser

Dienst ist mir eine Ehre und eine Freude.


UNSER BRIEF 2013

Der Glaube im Zeichen der Zeit

Von Josef Lehenauer, Pfarrer in Eugendorf

14

Was mich bewegt, sind die Begegnungen

mit Menschen.

- Es ist noch nicht lange aus, dass ich

mit Kindern als Könige unterwegs war;

statt Ferien und Wellness, die Einsatzbereitschaft

der Kinder zu begleiten. Es

gehört zu den Zeichen der Zeit, dass

Menschen in Freiwilligkeit sich für

Gutes und Gerechtigkeit einsetzen

wollen. Firmlinge engagieren sich in

Projekten für Schwächere und Außenseiter.

Im Anpacken bei Aufgaben in

Vereinen, in sozialen Diensten, in der

Glaubensgemeinschaft wird vielfach ein

Zeichen der Nächstenliebe gesetzt.

Diese Bereitschaft und Berufung zu einem

freiwilligen, solidarischen Dienst

schenkt die Erfahrung eines tieferen

Lebenssinns und die Ahnung der Nähe

Gottes.

- Die Sehnsucht Gottes ist das Glück

und das Heil der Menschen. Immer

wieder darf ich in den Biografien und

Lebenszeugnissen die besondere Führung

Gottes herausspüren, und dass

das Leben in seinen Höhen und Tiefen

ein Geschenk ist. Ein Highlight im

pfarrlichen Leben ist eine

Tauffeier am Ostermorgen.

Es ist wie eine Siegeserfahrung

über die Ängste

der Nacht und des

Todes, und dass das

Leben von Gott her

sich durchsetzt.

- Viele feiern Ostern

bereits mit

der Palmweihe

„voraus“, der

Palmbuschen

ist Symbol dafür,

dass die ganze Natur

unter dem Segen Gottes wachsen

darf. Es ist ein starkes Zeichen der Zeit,

dass der Glaube sich auswirkt in der

Bewahrung der Schöpfung, im Dialog

der Religionen und in der Solidarität

im kleinen und im großen Bereich.

- Ein Zeichen der Zeit sind die vielen

Burnouts. Wie kann der innere Akku

wieder aufgeladen werden? Wie kann

ich in guter Begleitung meiner Seele

Energie und Beheimatung geben? Der

Markt der esoterischen und Selbstfindungs-Angebote

boomt daher.

Doch immer mehr erleben im Pilgern einen

Weg zu sich selbst, zu anderen und

zu Gott. Denn auch unser christliche

Glaube ist ein Angebot:

Im Licht und in der Kraft Jesu Christi

kann ich zutiefst menschlich leben,

lieben und leiden; weil ich gehalten bin

von einem liebenden Gott. Er hat seine

Freude an uns Menschen nicht verloren.

Und wir sind nicht Herren des Glaubens,

sondern Diener der Freude.

Foto: Pfarre Eugendorf


UNSER BRIEF 2013

Glauben lebendig machen

Von Heidi Ram, PGR-Obfrau Stumm im Zillertal

Nichts ist so schwierig

zu begreifen als die Tatsache,

warum jemand

glauben soll. Was bringt

es mir, was habe ich

davon? Besonders in

der heutigen Zeit, in der

die Menschen von allen

Seiten mit Angeboten

jeder Art überflutet

werden, ist der Zweifel

am Sinn des Glaubens

groß. Auch die verschiedensten

negativen

Schlagzeilen über die

Kirche in der Vergangenheit

tragen nicht gerade

dazu bei, Werbung

für den Glauben an Gott

zu machen. Es ist für die Menschen

nicht offensichtlich, warum es einem

durch den Glauben besser gehen soll.

Der beste Theologe kommt in Erklärungsnot,

wenn es um all das Leid, das

Unglück, die Kriege und die Armut auf

der Welt geht und die scheinbare Ungerechtigkeit

unter den Menschen. Wo ist

da Gott, warum lässt er das zu?

Das 2. Vatikanische Konzil hat Türen

und Fenster zu einer modernen Kirche

geöffnet, um damit die Überheblichkeit

und die Machtkämpfe der früheren Kirchenführer

zu beenden. Die festgefahrenen

Strukturen sollten gelöst werden

und den Menschen die jahrhunderte alte

Angst vor einem Rachegott nehmen.

Doch im Laufe der Jahre ist wieder viel

Sand ins Getriebe der Kirchenreformen

gekommen. Die Begeisterung für den

Weg Jesu müsste wieder geweckt werden.

Meiner Ansicht nach

ist es auch besonders

wichtig, andere davon

zu überzeugen, was

Gott für einen bedeutet

und warum es einem

so gut geht, wenn man

an Gott glaubt und mit

all seinen Sorgen, aber

auch Freuden immer zu

ihm kommen kann; dass

auch das Schwere wieder

leichter wird, wenn

man es Gott anvertraut.

Wenn ich in unserer

Pfarre sehe, wie sich

die Volksschulkinder

Foto: Ram

im Religionsunterricht

einsetzen und sich für

den Ministrantendienst in der Kirche begeistern,

ist wohl schon ein guter Ansatz

da, der sie zu engagierten Erwachsenen

werden lässt.

Wichtig sind auch Gespräche miteinander

in ungezwungener Atmosphäre, wie

wir sie früher bei den Hauslehren hatten,

wo sich oft auch der verschlossenste

Mensch geöffnet und seinen Glauben

offenbart hat; und auch Bibelgespräche,

bei denen man viel über Bibelstellen

lernt und wie sie einem im täglichen Leben

helfen können. Auch der Weg des

Gesangs und der Musik erleichtert den

Zugang zum Glauben.

Eine Patentlösung zu finden, die Menschen

wieder in Scharen in die Kirchen

zu bringen, ist wohl eine Utopie; doch

solange es immer engagierte Glaubende

gibt, die sich auf den Geist Gottes

einlassen, wird sich Vieles tun.

15


UNSER BRIEF 2013

Überall ist Gott!

Von Jürgen Heiter

16

In allen Zeichen

der Zeit liegt ein

Stück Ewigkeit.

„Gott hat … alles

zu seiner Zeit auf

vollkommene Weise

getan. Überdies

hat er die Ewigkeit

in Alles hineingelegt

…“ (Koh 3,11)

Überall ist Gott! Im

Gebet und in der

Meditation habe

ich das erfahren.

Es gibt keinen Ort,

der nicht von Gott

erzählt. Er ist ja der

«Immanuel», der

«Gott mit uns«, der

in Jesus Christus Mensch wird und doch

Gott bleibt. Gott ist Liebe und Beziehung

– die Liebe des Vaters, des Sohnes und

des Heiligen Geistes. Er ist immer für

uns da.

Jede und jeder kann zu Ihm Verbindung

aufnehmen. Menschen, die sich von

Herzen freuen, die traurig, krank oder

gesund, arm oder reich, in Gemeinschaft

lebend oder alleine sind; sie alle

können im Gebet neuen Lebensmut

finden. In Jesus Christus gibt es keine

endgültige Verlorenheit, denn er ist die

Liebe und das Leben.

Ich durfte erfahren, dass es in allen Lebenslagen

wichtig ist, dankbar zu sein,

um niemals die Hoffnung zu verlieren.

Ja selbst die Eucharistie, in der uns Jesus

Christus begegnet, ist ja das griechische

Wort für Danksagung.

Da gibt es das

Licht der Sonne,

dort sehe ich einen

Schmetterling, aus

der Bäckerei duftet

das frische Brot,

… es gibt unzählige

Gründe um von

Herzen «Danke!»

zu sagen. Wie wenig

braucht es doch

dazu und wie schön

kann dadurch alles

werden.

So brennt Gott geheimnisvoll

in allen

Dingen, ohne jemals

seine Leuchtkraft zu

verlieren.

Im Gebet bespreche ich einfach alles

mit Jesus Christus; so wie es für mich ist

und sich für mich anfühlt. Das Gebet ist

keine verlorene Zeit. Am Anfang ist es

wichtig, sich bewusst Zeit zu nehmen,

den Fernseher auszuschalten und Gott

zu sagen: „Jetzt komme ich zu Dir! Jetzt

danke ich Dir! Jetzt bitte ich Dich! Jetzt

schweige ich, um Dich zu hören!“

Gott kann durch alle Zeichen der Zeit zu

uns sprechen. Die heilige Kirchenlehrerin

Teresa von Avila hat sogar gemeint:

„Christus ist auch in der Küche, mitten

zwischen den Kochtöpfen, zu finden.“

Sind wir offen für die Erfahrung seiner

Gegenwart in allen Menschen und Dingen?

Machen wir uns doch überall auf

die Suche nach Gott!


UNSER BRIEF 2013

Heute den Glauben bezeugen

Von Franz Hirn, Pfarrer in Fieberbrunn und Hochfilzen

Wer Priester ist oder Priester werden

will, hat Glauben als Hauptaufgabe seines

Wirkens in einer Zeit, wo der Glaube

auf den ersten Blick schwierig, unklar

und vielfältig ist, aber letztlich dem Leben

Sinn und die Erfüllung tiefster Sehnsucht

gibt.

Ungläubige meinen, ohne Glauben auszukommen,

andere zimmern sich selber

ein Glaubensgemisch aus Aberglauben

und fernöstlichen Wiedergeburtsideen

zusammen und wieder andere fasziniert

die strenge Praxis der Muslime.

Priester sollen darin das Suchen der

heutigen Menschen anerkennen, aber

sich nicht scheuen, den katholischen

Glauben in die Suche der Menschen

einzubringen, ihn klar, lebensnah und

voll verkünden und mit Argumenten

darlegen, wem, was und warum sie

glauben. Dabei brauchen Priester die

Vernunft und die Ergebnisse der Wissenschaft

nicht wie einen Mantel ablegen.

Sie können Vernunft und Wissenschaft

als wichtiges Abblendlicht auf der

Fahrt des Lebens ansehen, aber sie sollen

Ausschau halten nach dem Fernlicht

des Glaubens.

Die Dogmen, die Glaubenswahrheiten

der kath. Kirche, sind dabei nicht eine

Einengung des Geistes,

sondern ein Fenster zu tieferer

und umfassenderer

Sicht. Vernünftiger als an

einen blinden Zufall am Anfang

und an ein Ende durch

die Würmer zu glauben ist

es, an den einen Gott und

Schöpfer des Himmels und

der Erde, an seine unendliche

Vernunft, Weisheit

und an sein Sinn und Ziel

gebendes Planen zu glauben.

Und auf dem Hintergrund klar umrissener

geschichtlicher Zeit von Kaiser

Augustus, Pontius Pilatus und Kaiser Tiberius

verkünden die Evangelien Jesus

Christus faszinierend als Mensch mit

seiner Menschenliebe, aber auch als

Gott durch seine Worte, seine Werke

und durch seine Auferstehung.

Der eine Gott ist nicht einsam, sondern

in sich Liebe und er ist uns Menschen

nah durch sein Leben, Lehren, Leiden

und Sterben. Durch seine Auferstehung

hat nicht mehr der Tod, sondern das Leben

das letzte Wort. So wie der ungläubige

Thomas durch das Geschenk der

Begegnung mit dem Auferstandenen

gläubig bekannte: „Mein Herr und mein

Gott“ und wie der große Sucher Augustinus

durch die Gnade bekennen konnte:

„Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in

Gott“, so können auch Menschen der

modernen Zeit wie Hildegard Burjan und

Peter Seewald durch die Gnade Gottes

zur Freude des christlichen Glaubens

finden und zur Wertschätzung der Kirche.

In diesem Sinn ist Priesterwerden und

Priestersein lebenswert, nah dem

Kreuz, aber noch mehr nahe der Hoffnung

und der Freude.

17

Foto: Archiv TVB Pillerseetal


UNSER BRIEF 2013

Gottesdienst einmal anders:

Unsere Kinderfeierstunde

Von Elisabeth Michael mit Lena und Johanna

18

Mit kleinen Kindern in

der Kirche beim Gottesdienst

zu sitzen ist

wohl für viele Eltern

und Großeltern eine

besondere Aufgabe.

Und obwohl man den

kleinen Geschöpfen

das Besondere

am Gottesdienstfeiern

gerne mitgeben

möchte, ist die Unruhe

der Kleinen in den

Kirchenbänken oft

störend für die Mitfeiernden.

Gerade da kommt

das Angebot der

„Kinderfeierstunde“

bei uns in St. Margarethen

sehr gelegen. In einem gemütlichen

Rahmen – in den warmen

Monaten in St.Augustin und jetzt, in der

kalten Zeit im Vereinshaus der Gemeinde

– dürfen die Kinder eine wohltuende

Gemeinschaft erfahren – ganz ungezwungen

und frei.

Ich bin mit meinen beiden Enkelkindern,

Lena und Johanna, sehr gerne bei den

Kinderfeierstunden dabei. Die Mädels

freuen sich jedes Mal sehr, wenn der

Sonntag kommt, wo wir gemeinsam

Gottesdienst feiern. Und diese gemeinsame

Zeit klingt in uns noch lange nach.

Ob es die Maus Frederick war, die die

Elisabeth Michael

Sekräterin, Leiterin der Katholischen

Frauenbewegung Lungau, engagierte

Mitarbeiterin in ihrer Heimatpfarre

St. Margarethen im Lungau


UNSER BRIEF 2013

beiden in den Bann gezogen hat mit

dem Sammeln der Sonnenstrahlen, der

Farben und der Wörter, oder die schöne

und berührende Erntedankfeier mit vielen

Früchten zum Kosten und Angreifen,

wo sogar unsere Johanna in eine kleine

Karotte mit Begeisterung reingebissen

hat oder so wie beim letzten Mal, wo wir

die Heilige Elisabeth näher kennen lernen

durften und wo wir dem gemeinsamen

Brotessen nachgespürt haben.

Das Singen der Kinderfeierstunde-Lieder

macht viel Freude und ich höre die

Lieder dann auch sehr oft in unbemerkten

Momenten daheim

und stimme dann selber

auch immer sehr

gerne mit ein. Die Jesuskerze,

die am Beginn

der Feierstunde in

die Hände der Kinder

gelegt wird, gibt den

Kindern das Gefühl,

für ihr Brennen verantwortlich

zu sein und sie

geben sie ganz behutsam

und achtsam weiter

und dürfen spüren,

dass Jesus mitten unter

uns ist.

Sehr schön ist es für

mich als Oma mitzuerleben,

dass die Kinder Fotos (3): Michael

bei jeder Feierstunde

die Möglichkeit haben, sich etwas zu

basteln. So haben wir den kleinen Frederick

mit nach Hause genommen, eine

verzierte Kerze, die uns auch daheim

zum Dankesagen ermuntert und wir haben

mit der hl. Elisabeth erfahren dürfen,

wie aus Brot Rosen werden können.

Der Sonntag, an dem meine Enkelkinder

auf diese Art und Weise Gottesdienst

feiern dürfen, ist ein besonderer

Sonntag und für das Glaubensleben

in unserer Pfarre von entscheidender

Wichtigkeit.

19


Foto: Johannes Schlechter

20

UNSER BRIEF 2013

Wallfahren als Ausdruck des Glaubens

Von P. Karl Unger MSC, Wallfahrtsrektor Maria Kirchental

In der Urlaubs- und Ferienzeit sind viele

Menschen auf unseren Straßen unterwegs.

Sie suchen Erholung und Entspannung

an Orten, wo sie sich wohlfühlen

können Es gibt aber auch viele

Zeitgenossen, die sich als Pilger auf den

Weg machen, um den Wallfahrtsort ihrer

Wahl aufzusuchen.

Seitdem sich die Christenheit nach

der Verfolgungszeit öffentlich zu ihrem

Glauben bekennen durfte, zeigte sie das

Bedürfnis, zu den Gräbern der Märtyrer,

und da vor allem zu den Apostelgräbern

in Rom und Santiago de Compostela zu

pilgern. Später stellten dann Jerusalem

und das Hl. Land die Hauptziele christlicher

Pilger dar. Nicht umsonst erblicken

wir über dem Kirchenportal unserer

Wallfahrtskirche, die unser Alterzbischof

so treffend einen „Bergkristall unter den

österreichischen Wallfahrtsorten“ genannt

hat, den Hinweis auf Jerusalem,

Rom und Santiago de Compostella.

Was in der Zeit der Aufklärung und erst

recht unter dem Terrorregime des Dritten

Reiches ausgerottet werden sollte,

erlebt in unseren Tagen eine neue Blütezeit.

Wenn das 2. Vatikanische Konzil

ausdrücklich von der „Pilgernden Kirche

Gottes“ spricht, dann denkt es an das,

was heute viele Christen unterschiedlichsten

Alters auch spüren, wenn sie zu

einer Wallfahrt aufbrechen:

• Wir demonstrieren vor einer zunehmend

glaubenslosen Welt unseren

Glauben an eine „Höhere Macht“, an

eine Wirklichkeit, die über allem Diesseitigen

steht und doch entscheidend

in unser Leben einwirkt, auch und gerade

dort, wo sich für uns Menschen die

Grenzen des Machbaren aufzeigen.

• Wir danken dem Geber alles Guten

und tragen Ihm unsere Bitten vor. Damit

bringen wir unsere Überzeugung zum

Ausdruck, dass wir weder dem Zufall,

noch einem blinden Schicksal ausgeliefert

sind. Wir bekennen vielmehr, wenn

wir mit der rechten Einstellung an einen

Gnadenort pilgern, dass über allem

menschlichen Mühen und Streben Gottes

Liebe waltet.

Wer einmal einen „Guten Ort“ wie Maria

Kirchental so kennengelernt hat, wie

ihn viele Mitchristen schätzen, der wird

immer wieder gerne dorthin zurückkehren,

wo er zum inneren Frieden, zu sich

selbst und zu Gott gefunden hat. Das

wertvolle „Bilderbuch der Dankbarkeit“,

unsere österreichweit einmalige Votivbildersammlung,

sagt uns, dass wir

uns als heutige Wallfahrer aus gutem

Grund und aus innerer Überzeugung in

die große Zahl der Vorfahren einreihen

dürfen, die hier Hilfe und Trost, vielleicht

sogar Heilung an Leib und Seele gefunden

haben.


UNSER BRIEF 2013

Mit Jugendlichen in Assisi

Von Roman Eder

Ich bin der

Meinung,

dass es in

einem Pfarrleben

sehr

wichtig ist,

Kindern und

Jugendlichen

einen

Raum zu geben,

wo sie

sich in der

Kirche beheimatet

fühlen

und Glauben erleben können. Wenn

ich in eine andere Pfarre komme, so

schaue ich immer zuerst im Pfarrbrief,

ob es ein Angebot für junge Katholiken

gibt, denn dies zeugt für Lebendigkeit.

Deshalb bin ich in meiner Heimatpfarre

Thalgau selber sehr darum bemüht,

vor allem Jugendliche in die Gemeinde

einzubinden, denn Kirche hat auch Jugendlichen

etwas zu bieten!

Im letzten Sommer unternahmen wir

erstmals eine größere

Reise, sie führte uns

auf die Spuren

des hl. Franz

nach

Assisi.

38 Mädels

und Burschen

aus

Faistenau

und Thalgau

im Alter von

15 bis 25

Jahren ließen

sich

diese Chance

nicht entgehen

und

fuhren mit

Fotos (2): KJ Faistenau

Reiseleiter

Pfarrer Michael Max aus Neumarkt eine

Woche nach Italien. Neben zwei Badeaufenthalten

am Meer und dem Flair der

italienischen Mittelalterstadt stand das

Leben und Wirken des Franziskus im

Mittelpunkt. Wir besuchten die wichtigsten

Orte seiner Heimat und spürten dem

nach, was ihn bewegte, sich so radikal

auf Gott einzulassen.

Die Teilnehmer waren von der Fahrt (soweit

ich das feststellen konnte) begeistert.

Ein großer Beitrag dazu ist sicher

jener der gelebten Gemeinschaft. Wann

sonst ergibt sich die Chance, mit Freunden

in einer größeren Gruppe ohne

Eltern fortzufahren? Und doch blieb es

nicht bei einem reinen Urlaub:

Der hl. Franziskus mit seiner

Lebens- und Glaubensgeschichte

berührte wohl alle und

hinterließ seine Spuren. Kurz:

Die Assisifahrt 2012 wird hoffentlich

bei allen in guter

Erinnerung bleiben

und eine positive

Erfahrung von

Kirche sein.

21


UNSER BRIEF 2013

Primiz von Roland Frühauf

Von Klaus Niedermühlbichler, Diakon in Auffach

22

„Wir beten für unseren Priesteramtskandidaten

Roland Frühauf:

Dass der Heilige Geist mit ihm sei

auf seinem Weg zum Priestertum

und alle führe und lenke, die an der

Vorbereitung der Primiz mitplanen

und mitarbeiten.“ Diese Fürbitte,

durch drei Monate hindurch bei allen

Gottesdiensten in unserer Pfarre

gebetet, wurde in der Tat von Gott

erhört!

Wenn eine Pfarre nach fast 100

Jahren wieder eine Primiz feiern

darf, dann sollte das schon ein Jahrhundertfest

werden.

Eine Woche vor der Priesterweihe

verweilte eine große Zahl von Jugendlichen

mit der Lobpreisgruppe

„Gloria Pax“ vor dem Allerheiligsten

und viele Dorfbewohner verharrten

bis in die Morgenstunden im Gebet,

Fotos (3): Pfarre Auffach


UNSER BRIEF 2013

23

um den Segen Gottes auf unseren Neupriester

und seine Heimatgemeinde herabzurufen.

Ein buntes Bild bot der große Empfang

für unseren Primizianten durch die Gemeinde

Wildschönau und die Vereine.

Für mich allerdings bleibt der spontane

Applaus der Bevölkerung unvergessen,

mit dem man den Primizianten willkommen

hieß. Dies war Ausdruck größter

Freude, aber zugleich deutliches Zeichen

der Dankbarkeit an den, der Berufungen

schenkt.

Wer nach dem Vorabendgottesdienst

bei der großen Agape am Schulplatz in

der ersten lauen Sommernacht des Jahres

ausharrte, konnte spüren, dass Gemeinschaft

mit dem Herrn schon von einem

ganz anderen Geist getragen wird.

Wie hat jemand gesagt? „Wenn Kirche

feiert, dann ist es anders!“

Festliches Glockengeläute und Böllerschüsse

kündigten den Primiztag an.

Die Sonne strahlte mit den Herzen einer

stolzen Pfarrgemeinde um die Wette,

als der Primiziant, begleitet von vielen

Priestern, in seine Heimatkirche einzog.

Und so feierte unser ehemaliger Mesner

Roland in seiner bis auf den letzten

Platz gefüllten Kirche das erste heilige

Messopfer.

Auf dem Weg zur Pfarrkirche erinnert

heute noch ein wunderbarer Kelch an

das große Ereignis der Primiz. Vielleicht

spürt einer im Vorbeigehen eines Tages

den Ruf: „Komm auch du und folge mir

nach!“ Schön wär´s!


UNSER BRIEF 2013

Im Propädeutikum: Wolfgang Egerdacher

24

Mein Name ist Wolfgang

Egerdacher

und ich komme aus

Kundl in Tirol. Zurzeit

bin ich im Propädeutikum

in Horn,

um dort meine Berufung

zum Priester

zu prüfen bzw. zu

festigen.

Ich bin im Dezember

1972 geboren

und auf dem elterlichen

landwirtschaftlichen

Betrieb aufgewachsen.

Meine

Eltern helfen fleißig

am Bauernhof mit,

den mein eineinhalb Jahre älterer Bruder

vor zwei Jahren übernommen hat.

Ich habe noch eine sechzehn Jahre

jüngere Schwester, die noch mal richtig

Schwung und Freude in unsere Familie

gebracht hat.

Nach der Volks- und Hauptschule in

Kundl besuchte ich die dreijährige

Landwirtschaftliche Landeslehranstalt

Rotholz. Nach dem Abschluss als landwirtschaftlicher

Facharbeiter machte

ich eine Lehre als Chemiewerker und

zusätzlich als Chemielaborant in einem

Pharmakonzern, der eine Niederlassung

in meiner Heimatgemeinde hat.

Dort war ich achtzehn Jahre im Labor

tätig und das hat mir viel Freude bereitet.

Viel Spaß haben mir auch immer die Aktivitäten

bei der Landjugend gemacht.

Dazu bin ich bis März 2013 noch aktiver

Gruppenkommandant bei der Feuerwehr

Kundl. Weitere Hobbys sind Rodeln,

Fußball, Tischtennis.

Nun, warum will ich jetzt Priester werden?

Es kam durch

eine Wallfahrt nach

Medjugorje, in diesen

Tagen dort spürte

ich eine Berufung

zum Priestertum.

Ich war überrascht

und schockiert über

diese Berufung und

meine Antwort war

ein klares NEIN. Ich

fuhr nach Hause

und wollte von der

ganzen Berufung

nichts wissen.

Ich konnte mir das

einfach nicht vorstellen,

ich und

Priester und wieder Schule und das

ganze drum herum. Bis zum Jahr 2008

habe ich herum gekämpft und alle möglichen

Ausreden gefunden, um nicht diesen

Schritt wagen zu müssen. Denn wie

schon erwähnt, hatte ich einen tollen

Job usw. Doch diesen inneren Ruf habe

ich nie mehr vergessen und immer mehr

habe ich auch gemerkt, wie lebendig,

normal, bodenständig und schön unser

Glaube ist.

So habe ich im Jahr 2008 gekündigt.

2008 – 2009 habe ich über die Uni

Wien die Studienberechtigungsprüfung

gemacht und weitere drei Jahre, also

sechs Semester, habe ich in Heiligenkreuz

Theologie studiert. Letztes Jahr

habe ich unseren Herrn Erzbischof Dr.

Alois Kothgasser um Aufnahme ins

Priesterseminar gebeten. Jetzt bin ich

hier in Horn und freue mich sehr, dass

ich diesen Schritt gemacht habe. Abschließend

bitte ums Gebet und auch

ich versichere mein Gebet.


UNSER BRIEF 2013

Im Propädeutikum: Sebastian Riedel

Mein Name ist Sebastian Riedel, ich

bin 26 Jahre alt und zurzeit Propädeutiker

im Canisiusheim in Horn. Propädeutikum

– dieses äußerst kompliziert

anmutende Wort – bedeutet lediglich,

dass ich mich zusammen mit 10 Kollegen

im Oktober 2012 dazu aufgemacht

habe, die Ausbildung zum katholischen

Priester anzupacken. In den folgenden

Zeilen möchte ich mich kurz vorstellen

und schildern, wie

es zu meiner Berufung

gekommen

ist.

Geboren und aufgewachsen

bin

ich wohlbehütet in

Hallein, besuchte

dort die örtliche

Volksschule und

wechselte danach

ins erzbischöfliche

Privatgymnasium

Borromäum nach

Salzburg. Da sich

in mir jedoch früh

eine technische

Begabung zeigte, wechselte ich nach 4

Jahren Gymnasium an die HTL in Hallein,

wo ich maturierte.

Das darauf folgende Bachelorstudium

für Ökoenergietechnik in Wels schloss

ich vor nunmehr etwa 3 Jahren ab und

arbeitete noch bis vor kurzem im Bereich

der Windenergie. In den letzten

Monaten meines Technikerlebens breitete

sich in mir jedoch eine zunehmende

Unruhe aus. Ich konnte kaum noch

schlafen, philosophierte Tag und Nacht

über den Sinn meines Lebens, verspürte

eine zunehmende Leere, die lediglich

Arbeit und Studium, Hobbys, vor allem

Ausdauersport, Fußball und Lesen,

Freunde und Familie temporär zu füllen

vermochten.

Auf meiner Suche nach dem Grund meiner

Unruhe fand ich dann zunehmend

Trost, Sinn und Erfüllung in meinem

Glauben. Eines

Nachts – ich erinnere

mich sehr

genau, da ich

mal wieder nicht

schlafen konnte,

kam mir dann die

spontane „Idee“

des Priesterberufs.

Ich habe

dies damals wirklich

wie eine Art

Weckruf empfunden.

Über Wochen

und Monate

hatte ich nun also

unzählige Varianten

meiner möglichen Zukunft durchgedacht

und nun diese „Einsicht“? Priester?

Als Vollbluttechniker, der mit der

Kirche bis dato nur wenig am Hut hatte?

Ich wollte es auf der einen Seite nicht

glauben, wurde mir andererseits jedoch

immer sicherer in meiner Entscheidung,

die mich letztendlich hierher ins Waldviertel

geführt hat und womit sich der

Kreis meiner Schilderung nun schließt.

25


UNSER BRIEF 2013

Neue Gastseminaristen

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Liebe Leserinnen und Leser von „Unser Brief“! Die

nächsten Semester bis zum Ende des Studiums darf

ich hier im Priesterseminar als Gaststudent mitleben.

Gaststudent bin ich deshalb, weil ich nach wie vor für

meine Heimatdiözese Rottenburg-Stuttgart studiere.

Vielleicht fragen Sie sich, wer der „Neue“ ist? Um

diese Fragen zu beantworten, in Kürze ein paar Zeilen

zu meiner Person:

Ich heiße Torsten Mai und komme aus dem Großraum

Stuttgart. Nach meiner Berufsausbildung zum

Schreiner und dem Zivildienst habe ich für vier Jahre

das Spätberufenenseminar St. Pirmin in Sasbach

(Erzdiözese Freiburg) besucht, um das Abitur über

den zweiten Bildungsweg zu erwerben.

Ab dem Wintersemester 2008 wohnte ich während

des Studiums, mit dem „Ziel“ – sofern man es als „Ziel“ bezeichnen kann, Priester

zu werden - im Theologenkonvikt Wilhelmsstift in Tübingen.

Das Externjahr, das von Herbst 2010 bis Sommer 2011 ging, verbrachte ich bereits

hier in Salzburg. Anschließend ging es wieder zurück nach Tübingen. Mein Weg hat

mich dieses Jahr wider Erwarten und sehr kurzfristig vor Semesterbeginn zurück

nach Salzburg geführt. Ich bin sehr dankbar, hier sein zu dürfen und freue mich auf

die bevorstehende Zeit.

Grüß Gott! Mein Name ist Markus Bäumler und

ich komme aus Bayern. Seit Oktober 2012 studiere

ich als Gastseminarist in Salzburg und gehöre

eigentlich zum Bistum Regensburg.

Ich bin 23 Jahre alt und bin mit meiner älteren

Schwester in der kleinen Stadt Erbendorf aufgewachsen.

Nach der Grundschulzeit und dem

Besuch des Gymnasiums in Weiden (Oberpfalz)

habe ich 2008 mein Abitur gemacht und bin ins

Priesterseminar Regensburg eingetreten. Meine

letzte Station war Münster in Nordrhein-Westfalen,

wo ich mein Externjahr verbracht habe. Mein

Berufungsweg führte mich durch den Ministranten-

und Lektorendienst, Pfarrgemeinderat und

Jugendgruppenleiter hin zu der Entscheidung, den

Schritt in die engere Nachfolge Christi gehen zu wollen. Während all dieser Zeit waren

mir das persönliche Gespräch und der Kontakt mit Leuten aus meinem näheren

und weiteren Umfeld immer sehr wichtig. So freue ich mich, hier in Salzburg mein

Studium beenden und sicherlich viele nette und interessante Menschen kennen

lernen zu dürfen.


UNSER BRIEF 2013

Mein Externjahr in Innsbruck

Von Roman Eder

27

Beim Wandern auf dem Patscherkofel über Innsbruck

Das letzte Studienjahr verbrachte ich

extern in Innsbruck. Oftmals wurde ich

darauf angesprochen, wieso ich nicht

weiter weg in einer anderen Stadt dieses

Jahr verbracht habe, aber für mich

war die Tiroler Landeshauptstadt die

richtige Wahl. (Außerdem fährt man da

auch zwei Mal über die Grenze.) Im Mittelpunkt

des Jahres stand für mich das

Studium, das ich an der Universität in

Innsbruck fortsetzte. Allerdings nahm

ich mir die Freiheit, dieses Jahr zu genießen,

und absolvierte Lehrveranstaltungen,

die ich nicht unbedingt für das

Studium brauche, wie etwa das Singen

im Unichor.

Interessant war für mich vor allem die

Erfahrung, nicht im Priesterseminar zu

wohnen, sondern in einer Studenten-

WG mit Nicht-Theologen. Dabei stellte

ich fest, dass sogar ich kochen kann,

wenn ich muss, und dass es auch genießbar

ist!

Wer in Innsbruck sein Externjahr verbringt,

der macht das oft in der Absicht,

viel Schi zu fahren und auf den Bergen

unterwegs zu sein. Auch wenn bei mir

diese Motivation nicht vorrangig war, so

schnallte ich mir doch oft die Schi an

und nutzte die nahe gelegenen Schigebiete

und erklomm so manchen Berg.

Ein Highlight war für mich das Nach-

Hause-Kommen, denn das letzte Mal

fuhr ich von Innsbruck nach Thalgau

mit dem Fahrrad. Die erste Tagesetappe

führte mich nach Waidring, wo ich

nächtigen konnte, mit einem unfreiwilligen

Zwischenstopp in Söll, wo ich einen

Patschen flicken musste. Bereits am

zweiten Tag erreichte ich meine Heimatgemeinde

– ein würdiger Abschluss des

Externjahres.


UNSER BRIEF 2013

„A bissl nochdenkt“

Von Carl Hofinger

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A jede Kirch de braucht oan, der so richtig ist dabei,

Wei die Pfárra dia keman und gend as wie d´Schweibei.

Oana, der si sei Leben láng wui si drumm kümmern,

daß die fein Herrn nit die Kirch tan zertrümmern.

Oft homs oafách koa Gfuih – si tans gár nit gwáhrn

Woin Lambrie außareißn und mit´n Seitnaltar áfáhrn.

An Terazzo aufn Marmor valegn und bei de Bänk d´Fiaß áschneidn,

a diam sends scho schiaga nimma z´daleidn.

Die Harmonie, des oiwei verkünden

de ma so notwendig braucht, das ma gwohscht seine Sind´n,

is doscht wo sie´s brauchatn, einfach nit dá,

und Strengsein vom Denkmoiamt geht a adiam á.

Wei a foischi Tir oder a moderne Lámpn kun vaderm woitan vui,

wuist des Zámpassn dahoitn, deafst koan lássen wira wui.

Kam, dass die umdrast, is eppas passiert,

und háms a da foischn Stoi an Automaten montiert.

I woas, die Zeitn send nit guat,

de Aufgaben wearn mehra, das sie jeder schwara tuat.

Ois Noie weascht gnumma, sie richtn geschwind

des geduldige Fahndl nochan jedn neichn Wind.

A Linie hábn is wichtig, de Braich pflegen, nit ákema lássn,

auf des wás Váta – Muatta ságn, soit ma si kinna valássn.

De wichtigsten Kirchnliada, miaß ma gemeinsam dasinga.

Soweit wearn ma insare Religionslehra woi no dabringa.

Nur dass hupfn und lustig is a da Kirch, muaß nit sein,

wenns eana an Glauben beidabringan, war scho recht fein.

Oba wia die zwoa Missionare bei ins gság hom, eana kam vi:

krecht war: Weniger Nicaragua und mehr Eucharistie.

Ois wás an Glabn huift, is wichtig und schen,

a jeda muaß wissen, wás passiert und nit ummanánd stehn

und wie ma nit ois dauernd erklärn ku

muaß die Stimmung a passen, nochand hámbs oi wás dafu.


UNSER BRIEF 2013

Dazu wa krecht a bissl bescheidener sein,

mitn demütig sein, kam ma scho vui leichta drein

ins Gespräch mitn Herrgott, daß man oundla vasteht

und kringa vou da Kiarch nocha, wieda a d´Woid außi geht.

Wei ohne Herrgott weaschts nit geh,

des is fi mánche hoascht zvasteh,

wei sechn tuast já hoit nit,

ába wennst nix glabst, hást a koan Fried.

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Ma gwoascht des glei im kurzn Leben,

soit d´Arbeit krodn, brauchst sein Segn.

Des guit fi die Junga und fi d´Oitn,

an insan Herrgott muaßt die hoit´n.

Dein Glabn is des, wás um an Herrgott umma is

und siehst hást Ángst vom Leben, des is gwies

und des Firchtn brings mitanoandsein um,

ába firanoand dásein brauch ma, wia die Bleami de Sun.

Wei host koan Glabn auf der Woid,

denkst nur mehr an di und a des Goid,

sist hást ja nix wás wichtig war,

du weascht oit goar und s´Heaschz is lahr.

Fin Herrgott semma oizomm gleich.

Er wui ins oi hom in sein Reich

und wánnst a adiam a vazág kunnst wearn,

vertrau auf eam, er mág die gern.

Carl Hofinger

Geschäftsmann, langjähriges Mitglied

des PKR, PGR und Kirchenchores in St.

Johann in Tirol; Gründungsmitglied des

St. Johanner Viergesanges


UNSER BRIEF 2013

Ein paar Fotos

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UNSER BRIEF 2013

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Vier unserer Mitbrüdern aus dem Priesterseminar,

Christian Walch, Josef

Brandstätter, Ralf Peter und Roland

Frühauf, wurden am 29. Juni 2012 im

Salzburger Dom von unserem Erzbischof

Dr. Alois Kothgasser zu Priestern

geweiht.

„Wir freuen uns, dass diese vier Männer

ihre Berufung zum Dienst an Gott und

den Menschen verspürt haben“, sagte

Erzbischof Alois Kothgasser in seiner

Ansprache.

Es war ein sehr schönes und segensreiches

Fest, das wir mit unseren Seminarkollegen

feiern durften. Ebenso auch

die Neupriesterfeier mit Primizsegen am

Abend des Weihetages, die im Priesterseminar

stattfand.

Auch die nachfolgenden Wochen standen

noch ganz im Zeichen dieses großen

Ereignisses.

Roland Frühauf feierte am 1. Juli seine

Primiz in der Heimatgemeinde Auffach

in der Wildschönau, Tirol. Am selben

UNSER BRIEF 2013

Priesterweihe 2012

Von Christian Hauser

Tag feierte auch Ralf Peter in der Pfarre

Siezenheim, in der er einige Jahre als

Diakon wirkte, dieses schöne Fest.

Die Primizfeier von Christian Walch fand

am 8. Juli in seiner Heimatgemeinde Rif

bei Hallein statt und zuletzt feierte noch

Josef Brandstätter in seiner Heimatgemeinde

Mühlbach am Hochkönig. Für

uns alle waren diese Feierlichkeiten besondere

Tage, erfüllt mit großer Dankbarkeit

und Freude.

Mittlerweile sind alle vier

bereits ausgesandt und

wirken als Kooperatoren

in verschiedenen Pfarren.

Roland Frühauf ist Kooperator

in Mittersill, Stuhlfelden

und Hollersbach, Ralf

Peter in St. Johann in Tirol

und Oberndorf und Christian

Walch in Lend, Embach

und Dienten. Josef Brandstätter

ist Kooperator in

Seekirchen und dazu auch

Jungscharseelsorger.

Nicht vergessen und nicht

Foto: Erzdiözese

weniger freuen dürfen wir

uns auch über die Priesterweihe unseres

Gastes Ivan Rako, der seit März

2011 bei uns im Haus wohnt und hier in

Salzburg und Linz sein Studium der Kirchenmusik

absolviert. Er wurde am 29.

Juni 2012 in seiner Heimat Sarajevo von

Kardinal Vinko Puljic zum Priester geweiht

und feierte am 15. Juli 2012 seine

erste Heilige Messe in seinem Heimatort

Novi Travnik.

Auf diesem Wege wollen wir allen nochmals

alles Gute und viel Segen für ihre

Arbeit im Weinberg des Herrn wünschen.


UNSER BRIEF 2013

33

Foto: Rupertusblatt

Foto: Rupertusblatt

Foto: Seelsorgsstelle Hallein-Rif

Foto: Rako


34

UNSER BRIEF 2013

Gedanken eines Studenten

In diesen Zeilen findet man die

Gedanken eines Studenten,

ohne besondere

Auszeichnung, den

die Zusage Gottes

so berührt, dass

er es wagt, in einem

Priesterseminar

zu leben

und jeden Tag

auf‘s Neue versucht,

sein Leben

mehr auf Gott

auszurichten.

‚Glaube‘ - was ist

Glaube? Ich denke,

dass Glaube ein letztes,

unbegründetes Vertrauen ist.

Nicht einklagbar, nicht austauschbar

und im letzten nicht rational begründbar.

Das Gefühl der Sicherheit, dass jemand

das Versprechen hält, das er gegeben

hat - vertrauende Beziehung.

‚Zeichen‘ - wir leben in einer Welt aus

Symbolen. Unsere Sprache ist eine unüberschaubare

Ansammlung von Zeichen.

Warum heißt ein Apfel ‚Apfel‘ und

nicht eher ‚Banane‘? Weil sich in einer

Gruppe von Menschen diese oder jene

Bezeichnung herausgebildet hat. Die

Begriffe, die wir uns von der Welt machen,

sind nicht die Welt. Sie sind das

Bild, das wir von ihr haben - mehr oder

weniger scharf, mehr oder weniger tatsächlich.

‚Zeit‘ - „Du bist ein Kind deiner Zeit“,

sagen manche. Das bin ich. Hineingeboren

in eine konkrete Familie, ein konkretes

Land, als Mann, der hofft, liebt,

leidet und einmal sterben wird - zu meiner

Zeit; so wie alle Menschen vor und

nach mir.

Von Max Niesner

Was heißt so also Glaube im Zeichen

der Zeit?

Eine vertrauensvolle

Beziehung in den

Sprachbildern unseres

konkreten Lebens

zu führen und

uns dabei unserer

Zerbrechlichkeit bewusst

zu sein.

„Glaube im Zeichen

der Zeit“ ist für mich

also nicht, Ideologien

anzuhängen. Nicht

dogmatische Sätze, kirchenrechtliche

Bestimmungen

auswendig zu lernen.

Nicht verbissen 30 Jahre alte

Lieder auf der Gitarre zu schlagen oder

penibel liturgische Handgriffe zu üben.

Weder jegliche Tradition wegzuwerfen

noch an Kontingentem hängenzubleiben.

Nicht mit Unaufrichtigkeit Karriere

zu machen, sondern in meiner Lebenswelt

eine vertrauensvolle Beziehung

zum dreifaltigen Gott zu leben, im Bewusstsein,

dass ALLES menschliche

Wissen Stückwerk ist und ich ein Bedürftiger

bin, der jeden Tag seines Lebens

der Zuwendung und der unbedingten

Liebe seines Schöpfers bedarf.

Anderes scheint mir Illusion. Ich wünsche

mir, dass die Lager, die ein im

letzten selbstherrliches Tauziehen zu

Lasten des Evangeliums und vieler offener

Ohren veranstalten, sich von Gottes

Wort ein weiteres Mal tief berühren lassen,

um wieder mit offenen Augen und

vertrauendem Herzen den Nöten unseres

Menschseins ineinander begegnen

zu können.


UNSER BRIEF 2013

Mit beiden Beinen am Boden und mit dem

Herzen im Himmel

Von Christian Walch, Kooperator in Lend, Embach und Dienten

Wenn ich jetzt daran zurück denke, als

ich Anfang September meinen Dienst

als Kooperator in Embach, Lend und

Dienten begann, dann staune ich, was

sich in diesen letzten Monaten alles ereignet

hat.

Den ersten Tag verbrachte ich mit Rasenmähen

– gleich nachdem ich ankam,

wurde ich vom Leiter des Kirchenchors

mit dem Rasenmäher des Pfarrhofs

vertraut gemacht und konnte richtig

„durchstarten“. „Mit beiden Beinen am

Boden und mit dem Herzen im Himmel“

– dieser Gedanke hat mich schon öfters

begleitet. So bin ich gleich einmal geerdet

worden. Bei so mancher Liturgie,

die von einem der Chöre der Pfarren

festlich umrahmt wird, oder bei einer

der Anbetungsstunden, erhebt sich das

Herz dann zum Himmel.

Manchmal gibt es beides im Doppelpack

– zuerst mit Firmlingen ins Kino,

oder in die Kletterhalle - und dann anschließend

mit ihnen in einen der Gebetskreise

der Umgebung. Die Arbeit

mit Kindern oder Jugendlichen ist eine

meiner Hauptaufgaben – so bin ich in

meinen drei Pfarren für die Ministranten

zuständig, arbeite in der Firmvorbereitung

mit und

unterrichte jede Woche

sechs Stunden

in die Volksschule.

Natürlich ist das

auch anstrengend,

aber wenn

die Kinderaugen

etwa bei den Ministrantenstunden

einmal leuchten,

dann ist auch das

Herz des Kooperators sehr zufrieden.

Jeder der drei Orte, in denen ich sein

darf, hat seine besondere Prägung. In

Embach bin ich von der regen Teilnahme

der Vereine bei größeren kirchlichen

Festen, wie etwa Erntedank, angetan.

In Lend freut mich besonders die Arbeit

mit den interessierten jungen Burschen

in der Jugendgruppe. In Dienten hat es

mir bisher der lebendige Brauch des

Fraubetens angetan. Dort bin ich aber

auch auf unser sehr junges Mesner-

Team stolz – drei Burschen (Thomas

17, David 16 und Lukas 15) bringen sich

mit ihren Fähigkeiten ein!

So hoffe ich, dass ich in der Arbeit und

im Leben mit den Pfarren beide Beine

a m Boden und das Herz im Himmel

behalten kann.

35

Foto: Walch


UNSER BRIEF 2013

Praktikumspfarren

Um während des Studiums bereits in die Pfarrarbeit hineinzuschnuppern, sind die

Seminaristen einer Pfarre bzw. einem Pfarrverband zugeteilt, die sie an einigen

Wochenenden im Jahr besuchen um so dem Pfarrer über die Schulter schauen zu

können. Hier werden sie nun vorgestellt:

36

Johannes Hofer

beim Ministrieren in

der Pfarre Mondsee

(Diözese Linz) mit

Pfarrer Ernst Wageneder

und Diakon

Frank Landgraf

Roland Frank mit Dechant Josef

Zauner in Thalgau


UNSER BRIEF 2013

Martin Schmid bei

Kaffee und Kuchen

mit Kooperator Roland

Frühauf, Dechant

Tobias Giglmayr und

Pastoralassistentin

Kerstin Planer in der

Pfarre Mittersill

37

Roman Eder unterwegs

mit den Sternsingern in

Saalbach-Hinterglemm

mit Pfarrer Jürgen Gradwohl

Jürgen Heiter auf Ausflug

mit Dechant Theo Mairhofer

in Wörgl


UNSER BRIEF 2013

38

Christian Hauser mit

Pfarrer Paul Rauchenschwandtner

aus Strobl

sowie der damalige

Pastoralpraktikant Josef

Brandstätter

Maximilian Niesner beim Frühstück mit

Pfarrer Oswald Scherer in Embach

Florian Zimmet ministriert bei Pfarrer

Franz Lusak in Mattsee


UNSER BRIEF 2013

Neue Angestellte im Priesterseminar

Mein Name ist Margarete Haslauer. Geboren bin ich 1986

und in Elsbethen aufgewachsen. In der Konditorei Schatz

in der Getreidegasse erlernte ich den Beruf der Konditorin.

Danach machte ich noch eine Lehre als Gastronomiefachfrau.

Anschließend arbeitete ich hauptsächlich als Kellnerin

in Gasthäusern und Hotels. Aus gesundheitlichen

Gründen begann ich im Herbst 2010 die Ausbildung zur

Bürokauffrau im BFI Salzburg.

Mittlerweile arbeite ich seit März 2012 im Gästehaus als

Rezeptionsleiterin. Die gute Mischung aus Gästekontakt

und administrativen Aufgaben ist genau das, was ich brauche

und macht mir sehr viel Freude.

39

Mein Name ist Monika Bergmann und ich arbeite als Reinigungskraft

im Priesterseminar. Ich bin 1968 geboren und in

Seekirchen aufgewachsen, danach machte ich eine Kochlehre

im Kloster zum Guten Hirten in Salzburg. Ich habe zwei Töchter

im Alter von 25 und 20 Jahren.

Zuletzt arbeitete ich 11 Jahre als Büglerin. Seit Mai 2012 bin

ich im Priesterhaus beschäftigt.

Die Arbeit gefällt mir sehr gut, und es freut mich, dass die Studenten

und viele Gäste sehr freundlich zu uns als Reinigungskräfte

sind, da ist die Arbeit gleich lustiger und man macht es

auch gerne.

Ich heiße Ursula Nagler, bin 1963 in Salzburg geboren

und nun in Siezenheim zu Hause. Ich habe eine Tochter,

die bald 22 Jahre alt wird.

Gelernt habe ich den Beruf der Bürokauffrau, bin aber seit

zehn Jahren schon im Haus-Keeping-Bereich tätig. Zuletzt

habe ich bei den Pallottinern am Mönchsberg gearbeitet.

Seit Oktober bin ich im Priesterseminar in Salzburg

als Reinigungskraft beschäftigt.

Weiters sind an der Rezeption zwei Studentinnen geringfügig beschäftigt, Simone

Weinberger und Bleranda Minga.


40

Jänner

UNSER BRIEF 2013

Aus unserer Seminarchronik

09. Beginn des neues Jahres mit

dem Spiritualsabend.

12. Gästeabend: Gemeinsame Eucharistiefeier

und gemütliches

Beisammensein mit den Studierenden

der Theologischen Fakultät.

13. Die Nachtanbetung findet in der

Seminarkapelle statt.

28. Einkehrtag mit dem Kapuziner P.

Bernd Kober zum Thema „Priesterliche

Lebensform“.

29. Am Seminarsonntag feiern wir

die „Krautmesse“ in Wals. Am

Nachmittag findet ein Ausflug

nach Ramsau bei Berchtesgaden

zum Schlittenfahren statt.

Das Jahr 2012

11.–17. Exerzitien bei den Schwestern in

Maria Sorg in Bergheim mit dem

Jesuiten Reinhold Ettel.

März

01. Beginn des Sommersemesters.

04. Tagesanbetung in der Seminarkapelle.

15. Bußgottesdienst in der Seminarkirche,

bei der die Möglichkeit zur

Aussprache und Beichte besteht.

17. Einkehrtag mit Prof. Michael

Ernst über „Gebetshaltungen“.

18. Unsere „Betschwestern“, die

Halleiner Schwestern Franziskanerinnen,

kommen zu einem Besuch

ins Priesterseminar.

23.–24.Mag. Irene Wallner übt mit uns

singen und bringt uns Atemtechniken

bei. Auch Regens Gottfried

Laireiter nimmt teil.

30. Kreuzweg auf den Kapuzinerberg,

im Anschluss wird zum

Frühstück eingeladen.

April

Februar

Schlittenfahren in Ramsau

01. Die Semesterferien beginnen.

Etliche Prüfungen werden in den

ersten Februartagen noch abgelegt

und bringen unsere Köpfe

zum Rauchen.

04. Wir nehmen teil am Priestereinkehrtag

im Borromäum. Ein

paar Seminaristen helfen beim

gleichzeitig stattfindenden Ministrantentag.

Am Nachmittag ist die

Ölweihmesse im Dom, bei der wir

ministrieren.

05.-08. An den Kar- und Ostertagen ministrieren

wir im Dom. Nach dem

feierlichen Pontifikalamt am Ostersonntag

mit Erzbischof Alois Kothgasser

und dem festlichen Mittagessen

verabschieden wir uns in die

Osterferien.


UNSER BRIEF 2013

Tag der geistlichen Berufe

15. Tag der geistlichen Berufe: Nach

dem Gottesdienst im Dom besuchen

uns Jungscharkinder im

Priesterseminar. Mit verschiedenen

Stationen wird ihnen das

Haus und der Weg zum Priester

näher gebracht.

17. Exkursion mit den Benediktinern

des Kollegs St. Benedikt und den

Studenten des TheologInnenzentrums

zum Islamischen Zentrum

nach Penzberg. Anschließend

wird zum Kloster Andechs zum

Abendessen gefahren.

Mai

03. Ausbildungsabend im TheologInnenzentrum

zum Thema Islam.

05. Einkehrtag mit Prälat Walchhofer

zum Thema „Sich von Gott berühren

lassen“.

06. Ausflug nach Werfen: Wir feiern

den Gottesdienst dort mit. Am

Nachmittag machen wir einen

Ausflug in die Eisriesenwelt.

07. Erste Maiandacht in der Dreifaltigkeitskirche.

13. Nachtanbetung in der Seminarkapelle.

16. In der Früh Bittgang zum Imbergkirchlein.

Abends assistieren wir

bei der ersten Vesper von Christi

Himmelfahrt im Dom.

17. Beim Pontifikalamt im Dom ministrieren

wir.

18.–20.Seminaristentreffen in St. Georgen

am Längsee in Kärnten. Neben

dem Austausch mit den Seminaristen

und Hausvorständen

der anderen Diözesen wird ein

buntes Rahmenprogramm geboten,

unter anderem besuchen wir

die Mittelalterstadt Friesach, wo

wir ein Ritteressen abhalten.

Juni

02. Einkehrtag mit Sr. Stefana von

den Franziskanerinnen von

Vöcklabruck: „Beten mit Franziskus“.

03. Dreifaltigkeitssonntag: Wir feiern

das Patrozinium der Seminarkirche

mit Festprediger Stadtpfarrer

Egbert Piroth aus St. Andrä. Die

Eltern der Seminaristen kommen

zu einem Besuch.

06. Am Vorabend von Fronleichnam

haben wir bei der ersten Vesper

Domdienst.

07. Beim Fronleichnamsfest im Dom

können wir heuer die Prozession

wieder im Freien halten.

41

Ritterspiele beim Seminaristentreffen


UNSER BRIEF 2013

42

Einweihungsfeier nach der Renovierung

14. Einweihungsfest des renovierten

Priesterseminars durch Erzbischof

Alois Kothgasser. Zahlreiche

Gäste beehren uns und feiern

mit.

18. Abschlussrunde der Spiritualitätsgruppe

mit Pater Bernd. Er

lädt uns ein zum Grillen im Kloster

auf dem Kapuzinerberg.

28. Am Vortag vom Hochfest Peter

und Paul findet die Weiheexhorte

durch Erzbischof Kothgasser in

der Seminarkirche statt.

29. Josef Brandstätter, Roland Frühauf,

Ralf Peter und Christian

Walch werden durch Handauflegung

und Gebet von Erzbischof

Dr. Alois Kothgasser im Dom zu

Priestern geweiht. Im Anschluss

findet das Festessen im Speisesaal

des Priesterseminars statt.

Am Abend gibt es eine Dankandacht

in der völlig überfüllten

Dreifaltigkeitskirche, bei der der

Einzelprimizsegen empfangen

werden kann.

30. Die Ferien beginnen und bieten

zahlreiche Möglichkeiten, sich zu

erholen.

Juli/August/September

Am Beginn der Ferien stehen die

Primizen der Neupriester am Programm:

Am 1.Juli Roland Frühauf

in Auffach und Ralf Peter in

Siezenheim, am 8. Juli Christian

Walch in Hallein-Rif und am 15.

Juli Josef Brandstätter in Mühlbach

am Hochkönig.

Die Ferien werden genützt zur

Erholung sowie zum Absolvieren

von Praktika.

Ein Wiedersehen gibt es bei der

Klausur am 29. September in Maria

Sorg. Dabei dürfen wir zwei


UNSER BRIEF 2013

Oktober

neue Gastseminaristen begrüßen,

sowie Roman Eder, der aus

dem Externjahr wieder zurück in

Salzburg ist.

01.-07. Unser Mitbruder Max Niesner

nimmt an der Rom-Exkursion von

Prälat Prof. Hans Paarhammer

teil.

01. Beginn des neuen Studienjahres

mit einer Wallfahrt nach Maria

Plain.

06. Am Abend fahren wir zur Eröffnung

der Aktionswoche „Offener

Himmel“ nach Westendorf im Tiroler

Teil der Erzdiözese.

10. Wir nehmen am Universitäts-Eröffnungsgottesdienst

in der Kollegienkirche

teil.

11. Mit einem Gottesdienst in der

Stiftskirche St.Peter eröffnet

Erzbischof Alois Kothgasser das

„Jahr des Glaubens“. Wir feiern

die Messe mit und gehen im Anschluss

zum Kapitelplatz, wo die

Fenster des erzbischöflichen Palais

geöffnet werden.

13. Den ersten Einkehrtag des Studienjahres

hält Spiritual Gerhard

Viehhauser zum Thema „Glaube

und Lebensressourcen“.

14. Am Nachmittag fahren wir nach

Gars am Inn zum Grab des sel.

Kaspar Stangassinger.

15. Die Nachtanbetung fällt auf das

Priesterseminar: Jeder von uns

bekommt eine halbe Stunde in

der Nacht zugeteilt.

24. Bei der Wahl zum Generalsenior

geht Martin Schmid als Sieger

hervor. Zu seinem Stellvertreter

wird Johannes Hofer gewählt.

25.-28. Roland Frank, Johannes Hofer

sowie Vizeregens Erwin Neumayer

und Spiritual Gerhard

Viehhauser nehmen an einer Tagung

der österreichischen Hausvorstände

und Seminarsprecher

in Innsbruck teil.

27. Die Wallfahrt um geistliche Berufungen

findet auf den Dürrnberg

statt. Trotz widriger Wetterbedingungen

kommen zahlreiche

Gläubige und beten um Berufungen.

31. Lichtfeier in der Seminarkirche.

Am Abend präsentiert unser Mitbruder

Max Niesner Bilder von

seiner Rom-Exkursion.

November

Wallfahrt um geistliche Berufe

01. Am Hochfest Allerheiligen haben

wir das erste Mal Domdienst. Am

Nachmittag assistieren wir bei

der Gräbersegnung am Kommunalfriedhof.

08. Wolfgang Hammerschmid-Rücker,

Angelika Hechl und Pfarrer

Harald Mattel von der Katholischen

Jungschar erläutern uns

Maßnahmen zum Umgang mit

Kinder in der Pfarre.

17. Einkehrtag mit Diakon Konrad

Hofbauer.

18. Am Nachmittag besuchen wir die

Halleiner Schwestern das letzte

Mal in der Emsburg, die sie

43


UNSER BRIEF 2013

44

verlassen. Nächstes Jahr werden

wir in ihr neues Haus nach

Oberalm-Kahlsperg fahren.

22. Wir laden ein zu einem Gästeabend,

zu dem etliche Studienkollegen

kommen.

26. Nach dem Spiritualsabend binden

wir gemeinsam die Adventkränze

für Kirche, Kapelle und

Speisesaal.

28. Zum Ausbildungsabend im Priesterseminar

referieren uns Prof.

Hans-Joachim Sander von der

theologischen Fakultät und Isidor

Granegger von der Katholischen

Jugend über die Firmung.

29. Regens Gottfried Laireiter feiert

mit uns Seminaristen und den

Hausangestellten nachträglich

noch sein Silbernes Priester- und

Weihejubiläum.

Dezember

Gästeabend

02. Am Abend des ersten Adventsonntags

werden die Kränze gesegnet.

03. Am Morgen feiern wir die Rorate

in der Krypta des Doms.

06. Am Vormittag kommen zwei

Schulklassen des Borromäums

zu uns ins Haus zu einem Einkehrtag.

Sie werden betreut von

Regens Gottfried Laireiter und

unserem Mitbruder Roman Eder.

Abends findet die Nikolausfeier

statt, zu der wir zahlreiche Gäste

begrüßen dürfen.

08. Zum Hochfest Maria Empfängnis

ministrieren wir im Dom.

14. Unser zuständiger Pfarrer von

St. Andrä, Egbert Piroth, lädt uns

zur Rorate in die Andräkirche und

zum anschließenden Frühstück

ein.

15. Dompfarrer Prälat Balthasar Sieberer

hält den Einkehrtag und

gibt Impulse zum 2. Vatikanischen

Konzil.

16. Zum Seminarsonntag fahren wir

in die Heimatpfarre unseres Mitbruders

Christian Hauser nach

St. Johann in Tirol. Dort feiern wir

den Gottesdienst mit und gehen

am Nachmittag kegeln.

19. Zur Rorate in der Dreifaltigkeitskirche

dürfen wir eine kleine

Partie des Jugendchors Thalgau

begrüßen, die den Gottesdienst

musikalisch gestalten.

20. In aller Herrgottsfrühe feiern wir

die Rorate in der Krypta des Stifts

Nonnberg.

24. Nach der Rorate beginnen die

Vorbereitungen im Haus für

Weihnachten. Um 15:00 assistieren

wir bei der ersten Vesper von

Weihnachten im Dom. Am Abend

gehen wir im Haus rauchen, bevor

der Herr Regens uns im Speisesaal

feierlich das Evangelium

verkündet und wir „Stille Nacht“

singen. Nach der Weihnachtsfeier

ministrieren wir bei der Mette

im Dom. Anschließend findet

noch die Würsteljause statt.

25. Beim Pontifikalhochamt versehen

wir den Domdienst. Nach

dem Feiertagsessen begeben wir

uns in die wohlverdienten Ferien.


UNSER BRIEF 2013

Orientierungstage für Interessenten am

Priesterberuf

Von Vizeregens Erwin Neumayer

Ja, es gibt sie

noch: Männer

unterschiedlichen

Alters und

Herkunft, von

Gott mit einer

Sehnsucht beschenkt,

welche

sich in den letzten

Monaten für

diese Tage in

unterschiedlicher

Foto: www.jugendfotos.de - Tobias Mittmann

Form interessiert

und auch bereits

an den Orientierungstagen im Priesterseminar

teilgenommen haben.

Unter meiner Leitung und Koordination

findet monatlich die Gelegenheit im

Salzburger Priesterseminar statt, sich

über die Berufung zum Priester zu informieren.

Dabei begleiten diese Termine,

welche halbtags, ganztägig oder auch

über ein Wochenende gehen, sehr engagiert

einige Priesterseminaristen mit,

die mit ihren Glaubenserfahrungen und

persönlichen Berufungsgeschichten

stets aufmerksame Zuhörer finden.

Wenn also Sie,

liebe Leserin und

lieber Leser des

Seminarbriefes

Männer kennen,

von denen Sie

denken und meinen,

dass sie für

den Priesterberuf

ansprechbar

seien, so lade ich

Sie ein und ermutige

Sie, diese

Männer einfach

mal anzusprechen: „Hast Du vielleicht

schon mal überlegt, ob der Priesterberuf

für Dich etwas wäre?“ Oder: „Du, ich

könnte mir gut vorstellen, dass Du mal

als Priester einen tüchtigen Pfarrer abgeben

würdest.“

Wenn Du, der sich vielleicht im Stillen

die Frage stellt, einen priesterlichen

Beruf zu ergreifen, diese Zeilen liest,

so lade ich Dich herzlich zu einem der

nächsten Orientierungstage für Interessenten

am Priesterberuf ein:

45

Samstag, 16.02.2013 von 09 -17 Uhr

Freitag, 22. 03.2013 von 17 Uhr bis Samstag, 23.03.2013, 17 Uhr

Samstag, 20. 04.2013, 11 Uhr bis Sonntag, 21.04.2013, 13 Uhr

Pfingstsonntag, 19.05.2013, 17 Uhr bis Pfingstmontag 20.05.2013, 17 Uhr

Freitag, 21.06.2013, 15 Uhr bis Sonntag, 23.06.2013, 13 Uhr mit Teilnahmemöglichkeit

am samstäglichen Einkehrtag zum Thema: „Leben nach den evangelischen

Räten von Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit“

Leitung, Information und Kontakt: Vizeregens Erwin Neumayer; erwin.neumayer@kirchen.net

Fon: 0662 8774 95 oder sekretariat.priesterseminar@kirchen.net


46

UNSER BRIEF 2013

Generalsanierung - Rückblick und Ausblick

Von Verwalter Johannes Wagner und Regens Gottfried Laireiter

In den vergangenen zwei Jahren haben

wir Sie umfassend über unsere Großbaustelle

informiert. Wir haben von den

Schwierigkeiten berichtet, bis endlich

mit der Sanierung begonnen werden

konnte, wir haben berichtet von Problemen

während der Arbeiten, von den

Herausforderungen im Umgang mit den

Behörden bis hin zur ständigen Sorge,

ob der Bauzeitplan eingehalten werden

kann und die vorgesehenen finanziellen

Mittel ausreichend sein werden.

Am 14. Juni konnte nach zwei Jahren

Bauzeit die Einweihung des komplett

sanierten Seminargebäudes durch unseren

Herrn Erzbischof Dr. Alois Kothgasser

vorgenommen werden. Die

gesamte Hausgemeinschaft und viele

Gäste haben mit uns gefeiert. Im alltäglichen

Seminarleben bewährt sich

die vorgenommene Einteilung in Seminarbereich

und Gästebereich hervorragend.

Der Bereich der Seminaristen eignet

sich sehr gut für das Seminarleben,

die notwendigen Räumlichkeiten sind

gut miteinander vernetzt.

Nach einer gemeinsamen letzten, großen

Kraftanstrengung im vergangenen

Frühjahr sind die Arbeiten zeitgerecht

für den Gästebetrieb im Sommer 2012

fertig geworden. Letztendlich konnten

alle Probleme gelöst werden und in das

gesamte Gebäude ist mittlerweile wieder

der Alltag eingekehrt. Vieles ist komplett

neu entstanden, manche Bereiche wurden

adaptiert oder einer neuen Nutzung

zugeführt, doch beim Durchgehen durch

das große Haus hat man den Eindruck,

dass der typische Charakter des Seminargebäudes

erhalten geblieben ist.

An dieser Stelle wollen wir uns nochmals

herzlich bedanken und allen Vergelt´s

Gott sagen, die uns eine Spende gegeben

und uns unterstützt haben. Weiters

bedanken wir uns für das großzügige

Entgegenkommen bei der Direktion der

Eb. Finanzkammer, sowie Herrn Architekt

Pumberger, allen am Umbau beteiligten

Fachplanern sowie allen bauausführenden

Firmen für die gute und

effiziente Zusammenarbeit.

Seit der Wiedereröffnung wird unser

Gästehaus von Besuchern aus aller

Welt frequentiert, wobei die zeitgemäße

Unterkunft in einem barocken kirchlichen

Gemäuer den besonderen und

einmaligen Charakter unseres Hauses

ausmacht. Wir bieten neben Zimmern

in unterschiedlichen Kategorien auch

Kleinwohnungen an. Gerne können Sie

auch eine Tagung bei uns abhalten, eine

Ganztagsverpflegung aus der eigenen

Küche sorgt für das leibliche Wohl.


UNSER BRIEF 2013

Gästehaus im Priesterseminar Salzburg

Nachstehend wollen wir einen kleinen Überblick über unser Angebot geben:

Unser Zimmerangebot umfasst (Preise ab 1.1.2013 gültig):

Einzelzimmer mit Du/WC:

€ 51.-/Nacht

Doppelzimmer mit Du/WC Kategorie 1:

€ 44.-/Nacht/Person

Doppelzimmer mit Du/WC Kategorie 2:

€ 51.-/Nacht/Person

Doppelzimmer mit Du/WC Kategorie 3:

€ 59.-/Nacht/Person

1 Bett-Garconniere mit Kleinküche: € 70,00.-/Nacht

2 Bett-Garconniere mit Kleinküche: € 97,00.-/Nacht

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In jedem Zimmer haben Sie eine EDV Steckdose.

Ein Web-Corner ist allgemein zugänglich eingerichtet.

1-Nacht Zuschlag: € 2.-/Person

Sonstige Angebote:

Frühstücksbuffet mit „fair-trade“ und regionalen Produkten: € 7,00.-

Seminarraum (individuelle Möblierung möglich):

€ 75,00.-/Tag

Unsere Kontaktdaten:

Dreifaltigkeitsgasse 14, 5020 Salzburg

Tel: +43(0) 662 877495-0

Fax: +43(0) 662 877495 62, oder

gaestehaus@priesterseminar.kirchen.net

Wir freuen uns, Sie demnächst bei uns begrüßen zu dürfen!


UNSER BRIEF 2013

Aus der Küche: Winterlicher Eisgugelhupf

Von Rolf Taubenberger, Küchenchef im Priesterseminar

48

Zutaten:

4 Eier

4 Eigelb

150 g Zucker

3 Blatt Gelatine

1 l Sahne

2 Esslöffel Kakao

Eier, Eigelb und Zucker über Dampf aufschlagen. Die eingeweichte Gelatine in der

Eimasse auflösen und dann das Ganze in kaltem Wasser kalt rühren. Zum Schluss

die geschlagene Sahne unterheben. Einen Teil der Masse abzweigen und mit dem

Kakao vermengen. In eine vorbereitete Gugelhupfform abfüllen und bei -18 Grad

einfrieren. Als Beilage können Sie eine Fruchtsauce, Eierlikörsauce, oder ein hausgemachtes

Kompott servieren.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und einen guten Appetit.


KR P. Franz Schaberger OSFS

Stadtpfarrer i. R.

geb. am 9. April 1928

Priesterweihe am 29. Juni 1955

gest. am 11. April 2012

KR Ehrendomherr Paul Franz Straßl

Pfarrer i. R.

geb. am 15. Dezember 1934

Priesterweihe am 12. Juli 1959

gest. am 11. April 2012

KR Günter Benes

Pfarrer i. R.

geb. am 9. September 1927

Priesterweihe am 29. Juni 1952

gest. am 12. April 2012

Dr. P. Siegfried Staudinger OFM

Rektor i. R. in St. Anton

geb. am 2. Mai 1920

Priesterweihe am 26. Juli 1947

gest. am 25. Mai 2012

Dr. Josef Wassermann MHM

Pfarrprovisor i. R.

geb. am 28. September 1923

Priesterweihe am 29. Juni 1949

gest. am 1. Juli 2012

UNSER BRIEF 2013

Verstorbene Priester

KR Franz Hausberger

Pfarrer i. R.

geb. am 29. Jänner 1916

Priesterweihe am 12. Juli 1959

gest. am 2. August 2012

GR P. Josef Schreiner OSB

Wallfahrtsseelsorger i. R. in Maria Plain

geb. am 1. Mai 1930

Priesterweihe am 9. Juli 1960

gest. am 4. August 2012

Stiftspropst GR Vinzenz Baldemair

Collegiatstift Mattsee und Stiftspfarrer i. R.

geb. am 26. Jänner 1940

Priesterweihe am 11. Juli 1964

gest. am 17. August 2012

GR P. Ivan Olujic

Kroatenseelsorger

geb. am 15. Jänner 1923

Priesterweihe am 3. Juli 1955

gest. am 2. September 2012

Stiftspropst Vinzenz Baldemair in dankbarem Gedenken

Über Jahrzehnte hat das Collegiatstift Mattsee den im Priesterseminargebäude

befindlichen Stiftskeller Mattsee in Pacht gehabt. Mit Vinzenz Baldemair

als Stiftspropst konnten wir in allen anstehenden Fragen rund um die

Verpachtung des Stiftskellers über all die Jahre sehr gut, verständnisvoll und

verlässlich zusammenarbeiten und dafür gebührt ihm großer Dank. Auch war

er dem Priesterseminar gegenüber ein großer Wohltäter und einige Seminaristen

hat er über Jahre hindurch als Kurspriester mit großem Verständnis

und als großzügiger Gastgeber begleitet. Herzliches Vergelt´s Gott dafür!

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Bruder Felix – unserem lieben Nachbarn zum Gedenken!

Vielen ist Bruder Felix vom Kapuzinerkloster in Salzburg in guter Erinnerung.

Wie er mit seinem Rucksack und mit einem Lächeln auf seinem

Gesicht durch die Stadt gegangen ist oder auf dem Land gesammelt hat.

Wie er gerne ein paar Worte gewechselt hat. Auch am Leben im Priesterseminar

hat er regen Anteil genommen und nachgefragt, wie es uns geht.

Vor allem war er ein großer Beter im Anliegen um Priesterberufe und in

den Anliegen des Seminars. Wenn wir im Kloster auf Besuch waren, hat

er uns mit viel Freude empfangen. Unserem lieben Nachbar Bruder Felix,

der am 31. März 2012 zu Gott heimgegangen ist, möchten wir mit einem

herzlichen Vergelt´s Gott an dieser Stelle gedenken!


UNSER BRIEF 2013

Seminaristen 2012/13

50

vorne (v.l.n.r.): Christian Hauser, Vizeregens Erwin Neumayer, Spiritual Gerhard Viehhauser, Regens

Gottfried Laireiter, Florian Zimmet

hinten (v.l.n.r.): Roman Eder, Torsten Mai, Markus Bäumler, Johannes Hofer, Martin Schmid, Roland

Frank, Jürgen Heiter, Maximilian Niesner

Propädeutikum

Wolfgang Egerdacher, 1972, Kundl

Sebastian Riedel, 1986, Hallein

3. Jahrgang

Christian Hauser, 1968, St. Johann in

Tirol

Maximilian Niesner, 1988, Rosenheim (D)

4. Jahrgang

Roman Eder, 1989, Thalgau

6. Jahrgang

Roland Frank, 1978, Baiersdorf (D)

Jürgen Heiter, 1967, Schwanenstadt (OÖ)

Martin Schmid, 1976, Oberrieden (D)

Gastseminaristen

Markus Bäumler, 1989, Regensburg

Johannes Hofer, 1986, Linz

Torsten Mai, 1982, Rottenburg-Stuttgart

Florian Zimmet, 1987, Regensburg


UNSER BRIEF 2013

51


Wer Menschen Kraft

geben will,

wird Fitness-Trainer

oder

Priester

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