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DIE NACHRICHTEN

DER UNIVERSITÄT BERN

unilink

Oktober/2007

Semesterbeginn:

Informationen und

Geschenke

. . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Neuberufungen:

Viele Stolpersteine für

Frauen

. . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Theaterwissenschaft:

Feier zum 15-jährigen

Jubiläum

. . . . . . . . . . . . . . . . . 14


Unileitung

Uni Bern setzt auf Qualität – und gewinnt an Quantität

Sichere Qualität für mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Das ist eines der Ziele, welche die Uni

Bern an der Jahresmedienkonferenz bekannt

gab. Erfreut zeigte sich die Unileitung über die

steigenden Studierendenzahlen und über eine

Spende von 4,5 Millionen Franken.

Die Uni Bern macht vorwärts: Sie will

die Wettbewerbsfähigkeit im nationalen

und internationalen universitären Umfeld

weiter verbessern. Dazu hatte der Senat

die «Strategie 2012» verabschiedet, die

nun in diesem Jahr kontinuierlich umgesetzt

wird, wie Uni-Rektor Urs Würgler

an der Jahresmedienkonferenz sagte.

Entsprechende Leistungsvereinbarungen

mit den Fakultäten sollen bis Ende 2007

abgeschlossen sein. Hand in Hand mit

diesem Prozess geht die Qualitätssicherung,

für welche die Uni Bern jetzt ein

gesamtuniversitäres System auf die Beine

gestellt hat: «An der Uni Bern soll eine

Qualitätskultur geschaffen werden, die als

selbstverständlich im Denken verankert

ist», so Würgler. In der Lehre werden die

Veranstaltungen bereits systematisch von

Studierenden bewertet und die Fachbereiche

werden sich künftig selbst evaluieren.

Spende von 4,5 Millionen Franken

«Eine offensive Strategie braucht aber

auch Mittel», sagt der Rektor und freut

sich insbesondere über eine Schenkung:

Dr. Alfred Bretscher, «ein treuer Gönner

der Uni», spendet 4,5 Millionen Franken,

mit welchen ein Elektronenmikroskop

für die Feinstaubforschung am Institut

für Anatomie der Medizinischen Fakultät

finanziert wird. Ein Teil des Geldes wird

zudem in die Doktorandensaläre fliessen.

Die Uni Bern treibt auch ihre Forschungsschwerpunkte

voran: Noch in diesem

Oktober wird zum Beispiel das «Oeschger-

Zentrum für Klimaforschung» gegründet.

10 Prozent mehr Erstsemestrige

Mehr Qualität und auch mehr Quantität:

Die Zahl der Studierenden an der Uni Bern

steigt weiter an. Neu sind 12 986 Studierende

immatrikuliert, das sind 3,4 Prozent

mehr als im vorigen akademischen Jahr.

Die Zahl der Erstsemestrigen (2706 Neuimmatrikulierte)

stieg gar um neun Prozent,

«womit sich die Uni Bern an die Schweizer

Spitze gesetzt hat», sagt Gunter Stephan,

Vizerektor Lehre. Grund für die Zunahme

sieht er «in einer Vielzahl von kleinen

Massnahmen, die im Zusammenspiel erste

Resultate erzielen»: Die neu angebotenen

spezialisierten Masterstudiengänge

seien attraktiv, ebenso die ausgebauten

internationalen Austauschmöglichkeiten.

Seit Jahresbeginn wurden sieben neue

bilaterale Abkommen abgeschlossen, die

es erlauben, dass Berner Studentinnen

und Studenten zusätzlich an Austauschprogrammen

in 13 aussereuropäischen

Partnerinstitutionen auf allen Kontinenten

teilnehmen können.

«An der Uni Bern soll eine Qualitätskultur

geschaffen werden, die

als selbstverständlich im Denken

verankert ist»

Urs Würgler, Rektor

Auch der Anteil der ausländischen Studierenden

in Bern stieg an – von 7 auf 9

Prozent. «Die Zahlen sind erfreulich,

stellen aber auch zusätzliche Belastungen

dar», so Stephan an der Medienkonferenz:

Ein Lenkungseffekt soll künftig die

Betreuung verbessern – neu würden 10

Prozent der Mittel nach klaren Indikatoren

in Lehre und Forschung an die Fakultäten

verteilt.

Berner beim 7. EU-Programm dabei

Positives auch aus dem Bereich Forschung:

Mitarbeitende aus allen Fakultäten

bewarben sich erfolgreich an der ersten

Ausschreibung um Gelder des 7. EU-

Forschungsprogramms. Erfreut zeigte sich

der Vizerektor Forschung, Felix Frey, über

die erteilte Baubewilligung für ein neues

Gebäude an der Murtenstrasse 50,

in welches die Klinische Forschung des

Berner Universitätsspitals einquartiert

werden soll.

bj

Rektor Urs Würgler verkündet

an der Medienorientierung

gute Nachrichten:

Eine gosszügige Spende,

mehr Studierende und mehr

EU-Forschungsgelder.


unilink Oktober/2007


Unileitung

Die neuen Studis stürmen die Uni

Viele Vorträge und Mitteilungen stürzen am

Tag des Studienbeginns auf die Erstsemestrigen

herein. Vor allem im Campus der Gruppierungen

in der UniS werden neben Informationen

an reich geschmückten Ständen

auch grosszügig Geschenke verteilt.

Vor der Türe der Aula bleiben viele noch

einmal kurz stehen. Dann wagen sie den

definitiven Schritt in einen neuen Lebensabschnitt

– oder zumindest einmal an die

Begrüssungsveranstaltung zum Tag des

Studienbeginns. «Sie sind alle willkommen

in Bern», zerstreut Rektor Urs Würgler die

Bedenken der Neuimmatrikulierten gleich

zu Beginn. Die Universität Bern verstehe

sich als internationale und multikulturelle

Gesellschaft. Ihr treten am Freitag, 21.

September, etwa 2700 neue Mitglieder

bei.

Geschmückte Tische, gemischte

Meinungen

Rektor Würgler erklärt: «Die Uni Bern

bietet mehr als nur ein Fachstudium.»

Dass Studieren auch eine soziale Komponente

hat, zeigt ein Rundgang durch

die UniS, wo die unterschiedlichsten

Gruppierungen der Uni ihre Stände reich

geschmückt haben und mit Geschenken

um die Neuankömmlinge werben. Dieser

Standort sei besser als letztes Jahr, als

sie in den Untergrund des Unitoblers

verfrachtet worden seien, freut sich Regine

Stapfer, Präsidentin des Unichors. Anderes

berichtet Thomas Minder von der Akademischen

Turnerschaft Rhenania: «Unser

Problem als Männerverbindung ist, dass

immer mehr Studierende Frauen sind.»

Überhaupt würden nur wenige Erstsemestrige

überhaupt den Weg zum Campus

der Gruppierungen finden, moniert er. «Es

ist nicht mehr wie früher.»

Wenig konkrete Informationen

Dass an zahlreichen Ständen vor allem

Getränke und Bonbons verteilt werden,

zeigt auch das kritische Urteil der Neuimmatrikulierten:

«Es ist alles eher allgemein

gehalten», findet Sabrina Pfaffen,

zukünftige BWL-Studentin. Auch Niklaus

Jud sieht einen Mangel an konkreten

Informationen: «Alle sagen immer, geht

auf www-so-und-so, mehr erfährt man

nicht.» Positiv sei jedoch die Einführung

am Institut gewesen, die ihn gut auf sein

Sportstudium vorbereitet habe, lobt Jud.

«Ich weiss sogar schon, wo ich kopieren

kann.»

«Ich weiss sogar schon, wo ich

kopieren kann»

Niklaus Jud, Erstsemestriger

Die Uni ist keine Spielwiese

Nicht für alle Studierenden verläuft der Tag

des Studienbeginns gleich angenehm. Wer

sich an den Theaterwissenschaften eingeschrieben

hat, geniesst einen Rundgang

durch das Uni-Quartier und ein gemeinsames

Mittagessen, während zukünftige

Englischstudenten und -studentinnen

einen Fresher’s Test ablegen müssen. «Die

Uni ist nicht eine Spielwiese, sondern ein

Ort für ernste Arbeit», ermahnt Rektor

Würgler zum Schluss seiner Begrüssungsrede

– und entlässt die Schar der Zuhörenden

damit in ihren neuen Alltag als

Studierende der Unversität Bern.

ma

Inhaltsverzeichnis

2700 Erstsemestrige

nahmen Ende September

ihr Studium an der Uni

Bern in Angriff.

Unileitung. . . . . . . 2

Köpfe und Karrieren . . . . . . 4

Nachrichten und Namen . . . . . . . 8

Tipps und Termine . . . . . . . 18

Neu erschienen . . . . . . . 19

unilink Oktober/2007


Unileitung

Köpfe und Karrieren

Neue Dekanin

Auf das Herbstsemester 2007 hat Prof. Dr.

Karenina Kollmar-Paulenz als Dekanin der

Phil.-hist. Fakultät die Nachfolge von Prof.

Dr. Reinhard Schulze angetreten.

Umbenennung Fakultät und

Aufhebung Professur

Die Christkatholische und Evangelische

Theologische Fakultät (abgekürzt CETheol)

ist per 1. August 2007 in «Theologische

Fakultät» umbenannt worden.

Eine der beiden ordentlichen Professuren

für Altes Testament wird auf Ende

Januar 2009 aufgehoben. Gleichzeitig

wird der Beschäftigungsgrad der zweiten

ordentlichen Professorin für Altes Testament,

Silvia Schroer, von 60 auf 75

Prozent erhöht. Der bisherige Stelleninhaber,

Prof. Walter Dietrich, wird auf Ende

Januar 2009 emeritiert. Zudem wird eine

neue ausserordentliche Professur für Altes

Testament geschaffen.

Umwandlung einer Professur

Der Regierungsrat hat dem Antrag der

Medizinischen Fakultät zugestimmt, die

ordentliche Professur für Klinische Pharmakologie

in eine ordentliche Professur für

Hepatologie umzuwandeln.

N e u e P r i v a t d o z e n t e n

• Medizinische Fakultät

Michael Reinert

für Neurochirurgie

Uz Martin Stammberger

für Thoraxchirurgie

Beatrice U. Müller

für Innere Medizin

Johannes M.C. Fleischhauer

für Ophthalmologie

• Phil.-hist. Fakultät

Jens Schlieter

für Religionswissenschaft

Hillard von Thiessen

für Neuere Geschichte

Felix Haller

für tibetische Sprachwissenschaft und

Philologie

• WISO Fakultät

Andreas Balthasar

für Politikwissenschaft

Martin Wagner

für Volkswirtschaftslehre

• Phil.-nat. Fakultät

Andreas Stampfli

für Pflanzenökologie

Stephan Rist

für Geographie

Barbara Taborsky

für Behavioral and Evolutionary Ecology

• Vetsuisse Fakultät

Gertraud Schüpbach-Regula

für Epidemiologie

• Theologische Fakultät

Stefan Heinrich Wälchli

für Altes Testament

E h r u n g e n

Norbert Thom

Professor Norbert Thom, Direktor des Instituts

für Organisation und Personal, wurde

im Mai 2007 zum Ehrenmitglied der

«Schweizerischen Gesellschaft für Organisation

und Management» gewählt.

Hans-Uwe Simon

Prof. Dr. Hans-Uwe Simon, Direktor des

Instituts für Pharmakologie, wurde per

1. September 2007 zum Präsidenten der

Union Schweizerischer Gesellschaften für

Experimentelle Biologie (USGEB) gewählt.

Die USGEB ist ein Zusammenschluss

verschiedener Gesellschaften, zum Beispiel

der Schweizerischen Gesellschaften für

Biochemie, Anatomie, Histologie und

Embryologie, oder der Schweizerischen

Vereinigung für Onkologie.

Urs E. Studer

Anlässlich des diesjährigen Kongresses

der Britischen Urologengesellschaft wurde

Prof. Dr. Urs E. Studer, Direktor und Chefarzt

der Urologischen Universitätsklinik,

Inselspital Bern, die St. Paul’s Medaille für

seine zahlreichen wissenschaftlichen und

klinischen Beiträge zum Fortschritt der

Urologie überreicht. Es handelt sich dabei

um die höchste Auszeichnung, welche die

Britische Urologengesellschaft verleihen

kann.

N e u e H o n o r a r p r o f e s s u r

Hans-Peter Kohler

Chefarzt und Klinikleiter Innere Medizin

am Berner Ziegler Spital


unilink Oktober/2007


Köpfe und Karrieren

P r e i s e

Bâloise-Wissenschaftspreis

Mit dem Bâloise-Wissenschaftspreis von

10 000 Franken zeichnen die Basler Versicherungen

überragende wissenschaftliche

Arbeiten aus. Gleichzeitig unterstützen

sie mit einem Förderstipendium von

25 000 Franken die weitere akademische

Laufbahn des jeweiligen Preisträgers.

Der diesjährige Preisträger, Dr. iur. et lic.

phil. Martino Mona ist Oberassistent

am Institut für Strafrecht und forscht

zur Zeit an der Harvard Law School in

Cambridge (MA). Mona bekommt den

Preis in Anerkennung seiner Dissertation

über «Das Recht auf Immigration. Rechtsphilosophische

Begründung eines originären

Rechts auf Immigration im liberalen

Staat».

Bayer Schering Pharma Preis

Die Bayer Schering Pharma AG und die

Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie

und Geburtshilfe verleihen den Preis

2007 dem Labor Pränatale Medizin der

Universitäts-Frauenklinik des Inselspitals/

Departement Klinische Forschung. Preisträger

und Leiter des Labors ist Prof. Dr.

med. Daniel Surbek, Chefarzt Geburtshilfe

und geschätsführender Co-Direktor

der Klinik und Polikliniken für Frauenheilkunde

des Inselspitals.

KTI Medtech-Award

Der diesjährige KTI Medtech-Award geht

an Rudolf Häusler und Christof Stieger

vom Inselspital Bern. Sie gewannen den

Preis für Innovationen in der Medizintechnik

für ihre neuartige Behandlung

bei Schwerhörigkeit. Dank der Innovation

des Berner Professors und des wissenschaftlichen

Mitarbeiters könnten künftig

mangelnde Schall-Leitung und fehlerhafte

Schallempfindung gemeinsam bekämpft

werden. Der KTI-Preis ist mit 10 000

Franken dotiert und wird vergeben von

der Förderagentur KTI, der ehemaligen

Kommission für Technologie und Innovation.

WWIC-Preis

Markus Wälchli, Doktorand in der

Forschungsgruppe «Rechnernetze und

Verteilte Systeme» am Institut für Informatik

und angewandte Mathematik hat

anlässlich der «5 th International Conference

on Wired/Wireless Internet Communications»

den Preis für den besten

Konferenzbeitrag erhalten. Die Konferenz

fand im Mai 2007 an der Universität

Coimbra/Portugal statt. Das internationale

Programmkomitee wählte 32 Beiträge aus

257 eingereichten Arbeiten zur Präsentation

aus. Der Beitrag wurde von Markus

Wälchli, Piotr Skoczylas (Austauschstudent

der EPFL), Michael Meer (Master-Absolvent

der Universität Bern) und Prof. Torsten

Braun verfasst.

BMZ-Preise

Ende Sommersemester verlieh das Berner

Mittelalter Zentrum (BMZ) anlässlich

seines zehnjährigen Jubiläums den «BMZ

Preis für junge Mediävisten und Mediävistinnen».

Der Preis wurde ausschliesslich

über Spenden finanziert. Verliehen wurde

der Preis an Dr. Klaus Oschema für seine

Dissertation über «Freundschaft und Nähe

im spätmittelalterlichen Burgund. Studien

zum Spannungsfeld von Emotion und

Institution». Zusätzlich zum eigentlichen

Preis erhielt Marie-Claude Schöpfer

Pfaffen den einmaligen Sonderpreis für

ihre Arbeit: «Verkehrspolitik im schweizerischen

Alpenraum. Bernische und Walliser

Erscheinungsformen vom 12. bis zum 16.

Jahrhundert».

ESPE Research Award

Professor Dr. Primus-Eugen Mullis,

Kinderarzt für Hormonerkrankungen

und Diabetes am Inselspital Bern, hat in

Helsinki den Europäischen Forschungspreis

in Kinder-Endokrinologie erhalten. Die

Europäische Gesellschaft für Kinder-Endokrinologie

verlieh diesen prestigeträchtigen

Preis an Mullis in Anerkennung seiner

langjährigen und erfolgreichen Erforschung

und Behandlung der Kleinwüchsigkeit

mit Wachstumshormonen.

Prix Jubilé

Cyrill Rigamonti, SNF-Förderungsprofessor

am Institut für Wirtschaftsrecht,

erhielt für seinen im Harvard International

Law Journal publizierten Artikel

«Deconstructing Moral Rights» den Prix

Jubilé 2007 der Schweizerischen Akademie

der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Tropical Scientist Award

Anna Katharina Münch, Doktorandin am

Institut für Islamwissenschaft und Neuere

Orientalische Philologie, ist im Frühling

auf dem 5. European Congress on Tropical

Medicine and International Health von

den United Streams – Work group for field

research in international health – mit dem

«Young Tropical Scientist 2007» Award

ausgezeichnet worden.

unilink Oktober/2007


Köpfe und Karrieren

Neuberufungen

Dirk Niepelt

Ausserordentlicher Professor für Makroökonomie

Hans Vest

Ordentlicher Professor für Strafrecht,

Völkerstrafrecht und Rechtstheorie

André Schneider

Ordentlicher Professor für Biochemie

Die Universitätsleitung hat zum Herbstsemester

2007 Dirk Niepelt zum ausserordentlichen

Professor für Makroökonomie

(Beschäftigungsgrad 30 %) gewählt.

Dirk Niepelt (38) wuchs in Konstanz

auf und studierte zunächst an der Universität

St. Gallen (HSG). Nach dem Lizentiat

arbeitete er von 1994 bis 1996 an der

Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich,

absolvierte das Doktorandenprogramm des

Studienzentrums Gerzensee und promovierte

an der HSG. 1996 setzte er dann

seine Studien am Massachusetts Institute

of Technology in Cambridge (USA) fort

und schloss sie im Jahr 2000, nach einem

kurzen Forschungsaufenthalt bei der Europäischen

Zentralbank in Frankfurt, mit

dem Ph.D. in Economics ab. Während der

nächsten vier Jahre lehrte und forschte er

als Assistenzprofessor am IIES in Stockholm,

bevor er 2004 nach Gerzensee

wechselte. Dirk Niepelt ist Vizedirektor des

Studienzentrums Gerzensee, Stiftung der

Schweizerischen Nationalbank. Darüber

hinaus ist er Gastprofessor am Institute for

International Economic Studies (IIES) der

Universität Stockholm, Research Affiliate

am Centre for Economic Policy Research in

London und Vorstandsmitglied der Schweizerischen

Gesellschaft für Volkswirtschaft

und Statistik. In seinen Forschungsprojekten

geht Dirk Niepelt unter anderem

den Determinanten und makroökonomischen

Auswirkungen von Fiskalpolitik

nach. So analysiert er beispielsweise, wie

die Alterung westlicher Gesellschaften die

politischen Machtverhältnisse beeinflusst,

dabei zu einer Verlagerung der Staatsausgaben

von Investitionen zu Transfers führt

und als Konsequenz das Produktivitätswachstum

verlangsamt.

Hans Vest wurde auf das Herbstsemester

2007 zum Ordentlichen Professor für

Strafrecht, Völkerstrafrecht und Rechtstheorie

und zum Mitdirektor des Instituts

für Strafrecht und Kriminologie ernannt.

Hans Vest (50) wuchs in Basel auf und

studierte dort und in Berlin Rechtswissenschaft.

Er schloss mit dem Lizentiat 1980

an der Universität Basel ab, wo er 1985

auch promovierte. Nach dem 1986 absolvierten

Advokaturexamen war er 1987/88

als Untersuchungsrichter am Verhöramt

des Kantons Zug und von 1988 bis 1995

Rechtskonsulent des Schweizerischen Invalidenverbands.

Von 1989 bis 1999 war er

Mitinhaber eines Advokaturbüros in der

Agglomeration Basel. 1995/96 betreute

er das Referat «Schweiz» im Max-Planck-

Institut für ausländisches und internationales

Strafrecht, Freiburg i.Br. 1997 war

er Assistenzprofessor für Strafrecht und

Strafprozessrecht an der Universität Basel.

2000 habilitierte er sich und wurde zum

Ordinarius für Straf- und Strafprozessrecht

mit besonderer Berücksichtigung des

Wirtschaftsstrafrechts an der Universität

St.Gallen gewählt. Er erhielt einen Lehrauftrag

für «International Criminal Law»

am Centre Universitaire de Droit Internationale

Humanitaire in Genf, seit letztem

Jahr hat er einen Lehrauftrag für Völkerstrafrecht

an der Universität Bern.

Hans Vest lehrt und forscht in ausgewählten

Bereichen des schweizerischen

Straf- und Strafprozessrechts, des Völkerstrafrechts,

der internationalen Kriminalpolitik

und der Rechtstheorie. Derzeit

untersucht er die Formen der Beteiligung

an Völkerrechtsverbrechen und deren

Sanktionierung.

André Schneider wurde auf Anfang 2008

zum Ordentlichen Professor für Biochemie

und zum Mitdirektor des Departements

Chemie und Biochemie ernannt.

André Schneider (47) wuchs in Biberist

(SO) auf, studierte in Bern Mikrobiologie

und schloss hier mit dem Lizentiat ab.

Nach einem kurzen Fellowship in Canterbury,

an der University of Kent (UK),

doktorierte er 1988, ebenfalls in Bern. Von

da an bis 1991 studierte er als Postdoc am

Biozentrum in Basel, um danach für die

nächsten zwei Jahre an der University of

California in San Francisco seine Studien

weiterzuführen. Zurück in der Schweiz,

arbeitete er als Gruppenleiter im Biozentrum

Basel und habilitierte sich 1996 an

der Universität Basel. An der Universität

Fribourg wurde er im gleichen Jahr Gruppenleiter

am Departement für Biologie/

Abteilung für Zell- und Entwicklungsbiologie

und ist seit 2004, im gleichen

Departement, assoziierter Professor für

Zellbiologie. Die Forschungsprojekte von

André Schneider konzentrieren sich auf

«Trypanosoma brucei». Dieser einzellige

Parasit ist nicht nur für die – unbehandelt

tödlich verlaufende – afrikanische Schlafkrankheit

verantwortlich, sondern zeigt

auch eine ganze Reihe von interessanten

biologischen Besonderheiten. Schneider

interessiert sich für die Prozesse, die für

die Bildung des für die Zellatmung verantwortlichen

Mitochondrium notwendig

sind.


unilink Oktober/2007


Köpfe und Karrieren

Cornel Fraefel

Ausserordentlicher Professor ad personam

für Experimentelle Virologie an der Vetsuisse-Fakultät

Standort Zürich

Jean-Michel Hatt

Ordentlicher Professor für Zoo-, Heim- und

Wildtiermedizin an der Vetsuisse-Fakultät

Standort Zürich

Berufungen der Vetsuisse Fakultät

Die Vetsuisse-Fakultät entstand 2006

aus der Fusion der beiden Veterinärmedizinischen

Fakultäten Bern und Zürich.

Die Zusammenführung soll die Qualität

in Forschung, Lehre und Dienstleistung

sichern sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit

der Schweiz in der Veterinärmedizin

fördern. Das strategische

Organ der Vetsuisse-Fakultät, der Vetsuisse-Rat,

ist zuständig für die Ernennung

von Professorinnen und Professoren. Der

Rat hat beschlossen, dass Neuberufungen

in Bern und in Zürich künftig an beiden

Standorten bekanntgegeben werden.

Der Vetsuisse-Rat hat zum Herbstsemester

2007 PD Dr. Cornel Fraefel zum ausserordentlichen

Professor ad personam für

Experimentelle Virologie an der Vetsuisse-Fakultät

Standort Zürich ernannt. Die

Anstellung ist auf sechs Jahre befristet.

Cornel Fraefel (42) ist im Kanton

St. Gallen aufgewachsen und absolvierte

von 1984 bis 1990 ein Studium an

der ETH, welches er als Dipl. Natw. ETH

abschloss. Von 1990 bis 1993 arbeitete er

als Doktorand am Institut für Virologie an

der Veterinärmedizinischen Fakultät Zürich

und erwarb 1993 den Titel eines Dr. sc.

nat. ETH. Zwischen 1993 und 1994 arbeitete

er als Post-doc Fellow am Institut für

Virologie an der Veterinärmedizinischen

Fakultät Zürich. Von 1994 bis 1996 war

er als Post-doc Fellow an der Division

of Endocrinology am Children’s Hospital

in Boston, Massachusetts, tätig. 1996

erlangte er den Titel eines Instructors

an der Harvard Medical School, Boston,

Massachusetts. Die nächsten zwei Jahre

arbeitete er als Instructor an der Harvard

Medical School und an der Molecular

Neurogenetics Unit‚ am Massachusetts

General Hospital in Boston. Seit 1998 ist

Cornel Fraefel Gruppenleiter am Institut

für Virologie an der Vetsuisse-Fakultät

Standort Zürich. Den Titel eines Privatdozenten

erlangte er im Jahr 2002 an der

Medizinischen Fakultät der Universität

Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte

sind die Charakterisierung der molekularen

Virusreplikation, insbesondere der Herpesund

Parvoviren, sowie die Anwendung von

Viren als Vektoren für die Vakzinierung,

Gentherapie und Onkolyse in der Veterinärmedizin

und Humanmedizin.

Auf das Herbstsemester 2007 hat der

Vetsuisse-Rat Prof. Dr. Jean-Michel Hatt

zum ordentlichen Professor für Zoo-,

Heim- und Wildtiermedizin an der Vetsuisse-Fakultät

Standort Zürich ernannt.

Jean-Michel Hatt (42) wuchs in Zürich

auf. Er begann seine Studien in Medizin

an der Universität Genf, fuhr später an

der Universität Zürich mit Veterinärmedizin

fort, und schloss 1991 mit dem

Staatsexamen ab. Von 1991 bis 1995 war

er Assistent an der Abteilung für Zoo-,

Heim- und Wildtiere am Departement für

Kleintiere der Universität Zürich. 1995

promovierte er und ging für ein Jahr an

das Institute of Zoology der Zoological

Society of London und an das Royal Veterinary

College der University of London.

1996 erfolgte die Promotion zum Master

of Science (MSc) in Wild Animal Health

am Royal College London. Anschliessend

war Hatt ab 1996 zunächst bis

1998 als Assistent, danach bis 2001 als

Oberassistent an der Abteilung für Zoo-,

Heim- und Wildtiere der Universität Zürich

tätig. Gleichzeitig war er von 1998 bis

2001 stellvertretender Zootierarzt am Zoo

Zürich. Im Jahre 2001 habilitierte er sich

an der Universität Zürich. Seit 2001 ist

er Leiter der Abteilung für Zoo-, Heimund

Wildtiere der Universität Zürich und

Vertragstierarzt des Zürcher Zoos und

seit 2004 ausserordentlicher Professor an

der damaligen Veterinärmedizinischen

Fakultät. Seine Forschungen widmen sich

der Ernährung von Wilditieren in Gefangenschaft,

insbesondere Krankheiten

im Zusammenhang mit der Ernährung,

und andereseits neuen Methoden in der

Behandlung von Frakturen bei Vögeln.

unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Die schwierige Auslese wissenschaftlicher Exzellenz

Die Wahl eines neuen Professors, einer neuen

Professorin ist eminent wichtig für eine Universität.

Die «Exzellenz» der Lehrenden und

Forschenden entscheidet über ihren guten Ruf.

Deshalb sollten nach dem Auswahlverfahren

nur die Besten zur Wahl vorgeschlagen werden.

Warum schaffen es aber so wenig Frauen bis an

die Spitze?

Die Luft wird für Frauen auf dem Weg zur

Professur immer dünner – vor allem, wenn

sie sich Kinder wünschen.

Berufungen, Neu- oder Wiederbesetzungen

von Professuren an einer Universität

sind äusserst komplexe und geheimnisumwitterte

Personalgeschäfte. Die

Autonomie des Entscheids wird sorgfältig

gehütet und kompromisslos verteidigt.

Mit der Wahl werden Weichen gestellt für

künftige wissenschaftliche Schwerpunkte,

es wird aber auch über menschliche

Schicksale entschieden. «Exzellenzen»

sind gesucht: Zukünftige Professoren und

Professorinnen sollten jung, flexibel, mehrsprachig

und vernetzt sein, originell, nicht

zu exotisch, auf jeden Fall in der wissenschaftlichen

Gemeinschaft anerkannt

durch eindrückliche Publikationslisten, den

Gewinn von Preisen und Stipendien, durch

Forschungsaufenthalte an renommierten

Institutionen im In- und Ausland. Ideal

wären zusätzliche Erfahrungen in der

Selbstverwaltung und gute Lehreigenschaften.

Chancengleichheit wird gefordert

Berufungen haben einen zentralen Stellenwert

in der Hochschullandschaft – Grund,

sich zu fragen, wie es um die Chancengleichheit

steht. Das Berner Universitätsgesetz

zum Beispiel verlangt, «dass die

Universität durch geeignete Massnahmen

die tatsächliche Gleichstellung von Frauen

und Männern fördert, namentlich eine

ausgewogene Vertretung beider Geschlechter

auf allen Stufen und in allen

Gremien.» An den Fakultäten der Universität

Bern beträgt der Anteil der Professorinnen

zwischen 5 und 23 Prozent.

Wieso schaffen es so wenig Frauen bis

zum Probevortrag und bis zur Wahl?

«Wir wollen einfach die beste Person für

eine bestimmte Studienrichtung», ist die

gängige Antwort auf die Frage, welchen

Stellenwert das Geschlecht bei der Wahl

hat. Im Falle gleicher Qualifikation – so

wird sogar schon in der Ausschreibung

geschrieben – werde dann der Kandidatin

der Vorzug gegeben. An den Studierendenzahlen

kann die tiefe Quote nicht

liegen, mittlerweile beginnen mehr Frauen

als Männer ein Studium an einer Hochschule.

Woran liegt es dann? – fragten

sich Referentinnen und Referenten im

kürzlich publizierten Tagungsband des

Bundesprogramms «Chancengleichheit».

Viele Stolpersteine für Frauen

An den Frauen liegt es nicht. Es scheint,

als ob mit dem Begriff «Exzellenz» sorgsamer

umgegangen werden müsste.

Frauen verfolgen den wissenschaftlichen

Weg oft nicht geradlinig. Wegen Unterbrüchen

und Umwegen infolge Partnerund

Mutterschaft publizieren Frauen

teilweise weniger. Laut einer Studie der

renommierten Zeitschrift «Nature» (vom

Mai 1979!) werden Frauen und Männer

unterschiedlich beurteilt: Frauen kommen

in der Bewertung schlechter weg als

Männer, erhalten niedrigere Stipendien

von kürzerer Dauer sowie schlechtere

Stellen. Wissenschaftlerinnen engagieren

sich stärker in der Lehre als ihre männlichen

Kollegen, die Eignung dazu wird

aber erst spät im Verfahren gewichtet,

wenn die Frauen aufgrund der niedrigeren

Publikationsrate schon ausgeschieden sind.

Das Berufungsverfahren

Das Berufungsverfahren ist die letzte

Hürde vor der Wahl an die Spitze der

Pyramide (siehe Kasten «Berufungsverfahren»).

Welche Kriterien werden auf


unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Das Berufungsverfahren an der

Universität Bern

Die Fakultät definiert in einem ersten

Schritt Profil und Aufgaben der neuen

Professur. Die Stelle wird ausgeschrieben

und die Bewerbungen werden von einer

eingesetzten Ernennungskommission

geprüft. Nach einer ersten Auswahl

müssen die verbleibenden Kandidaten

und Kandidatinnen Schriften zur Begutachtung

einreichen. Danach folgt die

Einladung zum Probevortrag und zum

anschliessenden Gespräch mit den

Kommissionsmitgliedern. Die Kommission

stellt nach eingehender Diskussion fest,

wer in Frage kommt und legt die Rangfolge

fest. Sie reicht ihren Vorschlag bei

der Fakultät, der Universitätsleitung und

der Erziehungsdirektion ein. Die Wahl

einer neuen Professorin beziehungsweise

eines neuen Professors erfolgt durch den

Regierungsrat.

den verschiedenen Stufen des Verfahrens

angewendet und wer bestimmt eigentlich

die Gleichwertigkeit der Qualifikation?

An der Universität Bern hat seit 1995 die

Gleichstellungsbeauftragte Einsitz in die

Ernennungskommissionen und verfasst

einen Mitbericht, der zusammen mit dem

Wahlantrag an den Regierungsrat geht.

Die direkte Mitwirkung hat Vorteile, ist

Sibylle Drack, die Leiterin der Abteilung

für die Gleichstellung, überzeugt. Einer

davon ist die Unabhängigkeit, sie ist nicht

Fakultätsmitglied. Allein ihre Anwesenheit

gibt im Verfahren einer fairen Beurteilung

aber Gewicht. Sie kann auf Diskriminierungen

hinweisen und in ihrem Bericht

werden die Kandidatinnen auf jeder Stufe

des Verfahrens erfasst. Eher problematisch

ist der Sonderstatus, den die Gleichstellungsbeauftragte

innehat: Sie hat kein

Stimmrecht, als Frau ist sie in der von

Männern dominierten Kommission selber

in der Minderheit und von fakultätsinternen

Informationen ausgeschlossen. Die

Einschätzung ihrer Anwesenheit reicht

denn auch von breiter Akzeptanz über

Skepsis – bis hin zum Störfaktor. Die

Kriterien für die Auswahl der Kandidierenden

sind nicht immer transparent und

demzufolge für eine fachfremde Person

schwierig zu durchschauen. Drack schätzt

die Mitwirkung trotzdem als wertvoll,

«denn diese unabhängige Instanz macht

Gleichstellung sichtbar und noch wichtiger:

Erfahrungen in den Kommissionen

sind sehr hilfreich für die Nachwuchsförderung.

Wir können junge Wissenschaftlerinnen

mit Beratungen, in Kursen

und mit speziellen Mentoringprogrammen

besser über karriererelevante Selektionsverfahren

informieren.»

Der Generationenwechsel findet statt

Der Arbeitsaufwand für die Abteilung

für Gleichstellung ist bei bis zu 20 Berufungen

pro Jahr gross. Und er wird weiter

zunehmen, da bis 2013 in der Professorenschaft

ein grosser Generationswechsel

stattfindet. Mit einem Leitfaden will die

Abteilung die Kommissionsmitglieder auf

Diskriminierung aufmerksam machen und

in den Fakultäten ein Bewusstsein schaffen

für eine faire Behandlung aller Kandidierenden.

Die Fakultäten wollen selber mehr

Professuren mit Frauen besetzen: Die

Philosophisch-historische Fakultät will bis

2009 den Frauenanteil auf 30 Prozent,

die Medizinische Fakultät auf 15 Prozent

erhöhen. Nicht zuletzt ist Chancengleichheit

ein wichtiges Qualitätsmerkmal der

universitären Personalpolitik.

Wer an Universitäten heute gleiche

Chancen auch hinsichtlich des Geschlechts

fordert, hat bisher nichts zu jubeln. Aber

etwas Optimismus ist angebracht: Seit

der Lancierung des Bundesprogramms

«Chancengleichheit» 1999 verdoppelte

sich der Frauenanteil schweizweit

immerhin von 7 auf 14 Prozent im Jahr

2006. «Das genügt aber nicht», meint

Sibylle Drack, «als neues Ziel für 2011 hat

sich das Bundesprogramm einen Anteil

von 25 Prozent gesetzt.»

bm

Homepage der Abteilung für Gleichstellung:

www.gleichstellung.unibe.ch;

bei der Abteilung kann auch der Tagungsband

«Chancengleichheit im Berufungsverfahren»

bezogen werden, erhältlich ist

der Leitfaden zum Berufungsverfahren bei

der Abteilung sowie bei den Dekanaten.

Wissenschaftlerinnen

werden tiefer qualifiziert

und erhalten

immer noch schlechtere

Stellen als ihre

männlichen Kollegen.

unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Letzte Klänge aus der Fabrik

In der alten Von Roll-Fabrikhalle in der

hinteren Länggasse findet der letzte

«Schichtwechsel» statt. Bevor die Halle

für die Universität und die Pädagogische

Hochschule umgebaut wird,

steht sie noch einmal allen offen – zu

einem Hörerlebnis der ganz besonderen

Art.

Unübersehbar, eher verschlossen und

abweisend stehen sie da: die grossen

Fabrikgebäude an der Stelle, wo die Stadt

aufhört und der Bremgartenwald beginnt.

Die Universität Bern und das Amt für

Grundstücke und Gebäude des Kantons

Bern wollen sich mit einem Klangteppich

von der grossen Giessereihalle verabschieden

und den letzten Schichtwechsel

einläuten: Musikgruppen und Chöre

werden einen Abend lang den Ton – mal

leiser, mal lauter – bis nach Mitternacht

nie abbrechen lassen. Wuchtig soll es

zwischendurch noch einmal tönen in

der Halle, in der früher das Hämmern,

Klopfen, Giessen und Schleifen des Roheisens

den Takt und den Ton angaben.

Der «Schichtwechsel», am Freitag, 2.

November, bietet zum letzten Mal die

Gelegenheit, die spezielle Atmosphäre der

riesigen Werkhalle noch einmal zu erleben.

Eine gezeichnete Geschichte

Der Illustrator Roland de Loriol hat die

Geschichte der Giesserei und der Firma

von Roll gezeichnet. Seine Familiensaga

berichtet von sieben Generationen, die mit

dem Von Roll-Areal eng verbunden sind.

Die Personen sind zwar frei erfunden,

aber ihre Geschichte ist typisch für die

jeweilige Zeitepoche und beruht auf

Erzählungen Betroffener. Sie beginnt mit

Jakob und seinem Sohn Franz, die beide

vor über hundert Jahren in der Firma

Arbeit gefunden haben, und endet mit der

jungen Sofia, die 2012 ihr Studium an der

Universität Bern beginnen wird.

Zum neuen Hochschulareal

1894 begann die erste Schicht der Eisenund

Stahlverarbeitung in der Länggasse –

110 Jahre später wird an diesem Standort

zu einer anderen Schicht gerufen: 4000

Studierende der Universität und der Pädagogischen

Hochschule PHBern werden ab

2013 im neuen Hochschulareal lernen.

Die ersten Bauarbeiten haben bereits

begonnen, die alte Weichenbauhalle wird

saniert und zu einem Hörraumzentrum

umgebaut. Im Sommer 2008 wird dann

auch mit den Arbeiten für den Neubau an

Stelle der heutigen, grossen Fabrikhalle

begonnen.

bm

10 unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Geschichte der Von Roll-Giesserei

Nach dem Anschluss Berns an die Eisenbahn

siedelte sich im Muesmattquartier

ab 1865 die Industrie an. Verschiedene

Werkstätten stellten hier Eisenbahnmaterial

und weitere Metallprodukte her.

Gottlieb Ott konstruierte hier beispielsweise

die Kirchenfeldbrücke (1881-1883).

1894 erwarb die Solothurner Firma und

Eisengiesserei «von Roll» das Gelände mit

einer Giesserei und Werkstattgebäuden

und baute um die Jahrhundertwende

mehrere Fabrikhallen dazu, die bis heute

existieren. Von Roll stellte Elemente

für eiserne Brücken, Zahnstangen und

Drahtseile her, Schachtdeckel für Kanalisationen,

Krane und ähnliches – damals

sehr gefragte Produkte, die beim Bau von

Bergbahnen im In- und Ausland sowie

beim Ausbau städtischer Strassenbahnund

Kanalisationsnetze Verwendung

fanden. Die Firma gab 1997 den Produktionsstandort

in Bern auf. Die vor über

hundert Jahren gebaute grosse Halle steht

heute leer und wird nächstes Jahr abgebrochen.

Einige Bauten, wie die Weichenbauhalle,

stehen unter Denkmalschutz

und werden umgenutzt und etappenweise

zu einem Zentrum der Universität

und der Pädagogischen Hochschule Bern

umgebaut.

Am 2. November 2007, zwischen

18.00 Uhr und 00.30 Uhr findet der letzte

«Schichtwechsel» statt. Die Geschichte

der Firma Von Roll in Bildern wird in

Form der Programmzeitung in der Halle

aufliegen. Der Zugang ist ab der Fabrikstrasse

signalisiert. Es sind keine Parkplätze

vorhanden, bitte die öffentlichen

Verkehrsmittel benützen: Bus 11/12 bis

Güterbahnhof.

Alle Illustrationen stammen

aus der gezeichneten Firmengeschichte

von Roland de Loriol.

unilink Oktober/2007

11


Nachrichten und Namen

Das Haus der Universität ist wieder offen

Das «Haus der Universität» im City West

erstrahlt nach einer kurzen Umbauphase

in neuem Glanz. Mit der Wiedereröffnung

am 22. Oktober 2007 erhält die Universität

ein vergrössertes Tagungszentrum, das neu

auch externen Gästen offensteht.

Das Haus der Universität

Bern liegt

zentral und ist jetzt

auch für externe

Gäste offen.

Das Gebäude der ehrwürdigen Kochervilla

soll künftig ein repräsentatives Zentrum

für universitäre Begegnungen über Fachund

Fakultätsgrenzen hinweg sein. Das

Haus wurde seinerzeit von der Burgergemeinde

Bern der Universität zum

150-jährigen Jubiläum geschenkt. Im

Erd- und Untergeschoss richtete man

Seminarräume und ein Restaurant ein,

im Obergeschoss hatten die Abteilung

Kommunikation, das Collegium generale

und das Forum für Universität und Gesellschaft

ihre Büroräume.

Besseres Seminarangebot

Geblieben sind nach dem Umbau diesen

Sommer das Restaurant und der Sitzungssaal

im Untergeschoss. Der grosse Saal mit

Platz für 30 bis 40 Personen wurde aufgefrischt,

die sanitäre Anlage ist vergrössert

worden. Der Leseraum mit Cheminée

und den englischen Ledersesseln im

Eingangsbereich ist verschönert worden.

Im Obergeschoss gibt es neu einen grösseren

Seminarraum, drei Gruppenräume

und eine Lounge mit einem Ausgang auf

die Terrasse. Die Villa steht in erster Linie

der Universität zur Verfügung, die ein

bestimmtes Kontingent an kostenlosen

Buchungen für die Räume zur Verfügung

stellt – nach dem Motto: first come, first

served. Doch auch andere Institutionen

des Bildungsbereichs, Verwaltungen und

Firmen können Räume und Restaurant

für Sitzungen, Kolloquien, Tagungen und

Seminare mieten oder hier Bankette und

gesellschaftliche Anlässe durchführen.

Neue Gastgeber

Die ZFV-Unternehmungen sind der neue

Gastgeber im «Haus der Universität». Die

Zürcher Gastronomiegruppe betreibt im

Raum Bern bereits das Bistro «Uniess»

in der UniS, das Bistro «Steinhalle» im

Historischen Museum oder das Restaurant

«Schöngrün» im Zentrum Paul Klee, ab

der Wintersession 2007 wird sie auch im

Bundeshaus für die Gastronomie zuständig

sein. Die Gästezimmer im Haus stehen

zwar nicht mehr zur Verfügung, doch

bieten die ZFV vergünstigte Konditionen

in ihren Sorel-Hotels, mit weiteren Hotels

verhandelt die Universität noch.

bm

Infos und Reservierung unter: Haus der

Universität, Schlösslistrasse 5, 3008 Bern,

Tel. 031 381 87 77. www.hausderuniversitaet.ch,

info@hausderuniversitaet.ch.

Die gediegene

Ausstattung der

Räume blieb erhalten.

12 unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Kinderbuch-Helden in der Geschlechterforschung

Das Kasperli-Stück «De Schorsch Gaggo

reist uf Afrika» ist für viele mit Kindheitserinnerungen

verbunden. Die Basler Philosophin

Patricia Purtschert referierte an der

Gender-Tagung über eine rassistische und

postkoloniale Lesart des Hörstücks.

Wir erinnern uns: Schorsch Gaggo mag

für sein Leben gern Kakao. Kurzerhand

beschliessen Schorsch und Kasperli, nach

Afrika zu reisen. Dort angekommen,

befreien sie mit Hilfe einer mitgebrachten

Wolldecke und einer Cervelat den afrikanischen

Häuptling Krambambuli und seine

Tochter Susu von der ständigen Bedrohung

durch einen Löwen. Zum Dank erhält

Schorsch einen Kakaobaum, und Kasperli

darf Susu als Spielgefährtin in die Schweiz

mitnehmen. Das Kasperlitheater, das in

der Deutschschweiz seit beinahe 40 Jahren

einen ungebrochenen Verkaufserfolg

verzeichnet, kann aus einer postkolonialen

und geschlechtertheoretischen Perspektive

gelesen werden, wie Patricia Purtschert

in ihrem Referat erläuterte. Es bestehen

Zusammenhänge zwischen aktuellen

Formen von Rassismus und der «langen

Präsenz kolonialer und postkolonialer

Denkstrukturen in der Schweiz und in

Westeuropa», lautete das gesellschaftspolitisch

kritische Fazit der Referentin.

Die Schweiz als postkolonialer Raum

Die postkoloniale Theorie besagt, dass

nicht nur ehemalige Kolonien und ihre

Besetzerstaaten eine koloniale Geschichte

haben, sondern dass koloniale Logiken

ein viel breiteres Wirkungsfeld aufweisen.

Gemäss der Theorie ist die Abgrenzung

vom «kolonialen Anderen» konstitutiv für

die Herausbildung des bürgerlich-nationalstaatlichen

Europa in seinem Selbstverständnis

als zivilisiertem Raum. Somit muss

auch die Schweiz als ein kolonialer respektive

ein postkolonialer Raum begriffen

werden. Eine postkoloniale Perspektive

einzunehmen bedeutet, «vorherrschende

Vorstellungen über die Schweiz in Frage

zu stellen,» so Purtschert. In ihrem Beitrag

führte sie aus, wie sich die Erzählung

von Kasperlis und Schorschs Reise aus

einer solchen Perspektive lesen lässt und

auf welche Diskurse eine solche Lektüre

verweist. Sie lieferte dabei eine präzise,

anregende und anschauliche Analyse. Die

gespielten

Die Geschlechterforschung

interessiert

sich auch für Kinderbücher.

O-Töne brachten das anwesende Publikum

an vielen Stellen zum Schmunzeln.

Stereotypen werden reproduziert

Patricia Purtschert beschrieb Kasperli als

«Knabenversion des humanitären Helfers

und Mediatoren aus der Schweiz.» Ihre

Fremdheitserfahrung beziehen die beiden

Knaben nicht auf sich selbst, sondern auf

den «ausländisch» sprechenden afrikanischen

Häuptling. Dabei ist der Häuptling

Gegenstück und Grenzfigur zugleich.

Obwohl er essentiell für die Konstruktion

des europäischen Selbstverständnisses ist,

wird seine Zugehörigkeit zum Bereich des

Menschlichen in Frage gestellt. In seiner

Passivität ist er dankbar für die – letztlich

einfach zu leistende – Hilfe, die ihm von

aussen zugetragen wird.

Eine zusätzlich eingenommene

Geschlechterperspektive lässt deutlich

erkennen, dass der Häuptling mit feminisierten

und homosexuellen Stereotypen

versehen ist: Er versagt in seiner Vaterrolle,

da er seine Tochter nicht ausreichend

schützen kann, und auf dem Plattencover

trägt er Schmuckstücke, einen Bastrock

und hat breite rote Lippen. Dahingegen

verkörpern Kasperli und Schorsch ein

bestimmtes Verständnis weisser Männlichkeit.

Sie sind unternehmenslustig

und nehmen den Kakaobaum und Susu

als Spielgefährtin selbstverständlich in

Anspruch. Als weiblicher Gegenpart

fungiert Susu, die Häuptlingstochter. Sie

ist Übersetzerin und Vermittlerin «eine

Rolle, die einheimischen Frauen im kolonialen

Kontext oft zugewiesen wird», so

Purtschert. Dem Stereotyp vom Weiblichen

entspricht es auch, dass Susu anpassungsbereit,

jedoch nicht eigeninitiativ ist und

ihr Land verlässt, um mit Kasperli in die

Schweiz zu gehen. Was die Referentin hier

ausmacht, ist das Wirken einer «heterosexuellen,

androzentrischen und kolonialen

Matrix». Das Männliche wird als Norm,

das Weibliche als das Andere konstruiert.

Kasperli und Schorsch sind keine

Einzelfälle. Auch Globi oder Ringgi und

Zofi befreien als Helden ein afrikanisches

Mädchen von Gefahren, die dessen Vater

nicht zu bannen vermochte.

Tanja Rietmann, IZFG

Unter der Federführung des Interdisziplinären

Zentrums für Geschlechterforschung

IZFG fand im September 2007 die

internationale Tagung «Gender–Genre

–Geschlecht. Travelling Concepts» statt.

unilink Oktober/2007

13


Nachrichten und Namen

Video im Theater ist mehr als Kino

Eine Leinwand auf der Theaterbühne?

Ein neues Buch der Berner

Theaterwissenschaften setzt

sich mit dem Einsatz moderner

Medien im Live-Schauspiel auseinander.

Es erscheint rechtzeitig

zum 15-jährigen Jubiläum des

Instituts.

Ingenieur Faber sitzt auf der Bühne. Die

Hauptfigur im Stück nach Max Frisch wirkt

klein und schmächtig auf ihrem Stuhl.

Fast verschwindet Faber in seiner eigenen

Projektion auf der riesengrossen Leinwand.

Sind wir nun in einer Theateraufführung

oder im Kino? Das moderne Theater – wie

hier Stefan Puchers Inszenierung von

«Homo faber» – integriert oftmals und

gerne mediale Elemente. Fünf Lizentiandinnen

der Uni Bern haben die Wirkung

von Medien im Theater untersucht.

Zum 15-jährigen Jubiläum des Instituts

für Theaterwissenschaft erscheinen die

Arbeiten nun als Buch unter dem Titel

«Theater im Kasten».

Video und Theater: Eine vielversprechende

Ehe

Was vermag Video im Theater, fragte sich

Theaterwissenschaftlerin Silvie von Kaenel

in ihrer Diplomarbeit. Sie untersuchte

die drei Inszenierungen «Homo faber»

nach Max Frisch, «1979» nach Christian

Kracht und «Der Meister und Margarita»

nach Michail Bulgakov auf die Effekte

von Videoprojektion auf Schauspiel und

Zuschauer. «Video kann künstlerisch Wertvolles

erzeugen», sagt von Kaenel, eine

Inszenierung vielfältig beeinflussen. Video

und Schaupieler können sich konkurrenzieren

oder ergänzen. Kontrastieren oder

verschränken. «In guten Inszenierungen

spielt die Kombination beider Elemente

mit der Wahrnehmung der Zuschauenden»,

sagt die Theaterwissenschaftlerin

und gibt ein Beispiel aus ihrer Studie: Im

Stück «1979» rollt ein Mini-Spielzeug-

Panzer über die Bühne. Gleichzeitig von

einer Videokamera gefilmt und auf die

Leinwand übertragen, gleicht das Militärfahrzeug

vielmehr einer Aufnahme aus

einem realen Kriegsgebiet. Ein solcher

Effekt von «Schein und Sein» zum Beispiel

entstehe aus der klugen Integration von

Videos in das Live-Schaupiel, so von

Kaenel. Das Fazit der Studie: Die Verflechtung

von Video mit Bühne schaffe also

– gut inszeniert – Vielversprechendes:

«Es kann etwas Neues entstehen», so

Silvie von Kaenel, «etwas, das weder

Theater noch Kino ist». Die Theaterwissenschaftlerin

arbeitet als Dramaturgin beim

Theater Biel Solothurn.

15-jähriges Jubiläum

Das Institut für Theaterwissenschaften

(ITW) feirte Ende September sein 15-jähriges

Jubiläum. Gleichzeitig mit der Jubiläumsveranstaltung

fand die Vernissage zu

den beiden Büchern «Theater im Kasten»

und «Europäische Theaterhistoriographie

als kulturelle Praxis» statt. Seit 15 Jahren

wird in Bern das Theaterschaffen in der

Vergangenheit und Gegenwart erforscht.

Das ITW ist klein, aber gut vernetzt: So

befinden sich in den grossen Theaterstädten

Europas wie Berlin, Paris und

Wien Partnerinstitutionen. Die bis heute

einzige theaterwissenschaftliche Lehr- und

Forschungsstätte der Schweiz widmet sich

den Studienschwerpunkten Geschichte,

Theorie und Dramaturgie und Aufführungsanalyse.

Dem Institut unter dem

Leiter Prof. Dr. Andreas Kotte wird reges

Interesse entgegengebracht: Die Studierendenzahlen

stiegen von anfänglich 66

auf heute 200 Studierende. Im Jahr 2005

und 2007 wurde je eine zusätzliche Assistenzprofessur

eingerichtet.

bj

Auf der Bühne und gleichzeitig

als Video: Robert Hunger-Bühler

in Homo Faber nach Max Frisch.

«Theaterhistoriographie als kulturelle

Praxis», Stefan Hulfeld, Chronos Verlag

Zürich, 2007, ca. 480 S. Fr. 68.–.

«Theater im Kasten», Andreas Kotte (Hg),

Chronos Verlag Zürich, 2007, ca. 360 S.

Fr. 58.–.

Institut für Theaterwissenschaft:

http://theaterwissenschaft.ch/

14 unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Die Zwerghirse ist zu hoch

Die Zwerghirse «Teff» ist das

kleinste Getreide der Welt und

eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel

Äthiopiens. Sie gehört

zu denjenigen Pflanzen, die von

der Wissenschaft bisher übergangen

wurden. Jetzt kümmern sich

zahlreiche Forscher um vernachlässigte

Anbaupflanzen; sie stellten

ihre Forschungsprojekte an

einer Konferenz in Bern vor.

Ein äthiopischer Bauer

bei der Teff-Ernte.

Einer der Referenten war Dr. Zerihun

Tadele vom Institut für Pflanzenwissenschaften

der Universität Bern. Seine

Teff-Forschung sei äusserst sinnvoll, weil

die Pflanze ideal an die klimatischen

Bedingungen Äthiopiens angepasst ist. Sie

gedeiht problemlos auf trockenen wie auf

nassen Böden. «Die Pflanze ist auch resistenter

gegen Krankheiten und Schädlinge

als andere Getreidearten», so der Forscher.

Grösstes Hindernis beim Anbau ist, dass

Teff einen langen und mageren Stängel

hat und deshalb leicht umknickt. Der

Ernteertrag fällt massiv tiefer aus als bei

den meisten anderen Getreidearten. Hier

kommt Tadele ins Spiel: «Ich will die Höhe

der Pflanzen reduzieren.» Weil das Erbgut

der Zwerghirse noch nicht entschlüsselt

ist, greift er auf besser erforschte Nutzpflanzen

wie Mais oder Gerste zurück, um

herauszufinden, welche Gene für die Höhe

der Pflanze verantwortlich sind.

Uni Bern fördert Orphan Crops

Private und industrielle Investitionen in

die Pflanzenforschung konzentrieren sich

auf einige wenige Produkte wie Weizen,

Soja oder Reis. Viele Pflanzen werden

nicht international gehandelt, sind für den

lokalen Eigenbedarf jedoch von grosser

Bedeutung. Sie wurden bisher von der

Forschung grossspurig umfahren. Zu

diesen vernachlässigten Nutzpflanzen,

den «Orphan Crops», gehören etwa die

Süsskartoffel, der Maniok sowie zahlreiche

Erbsen- und Hirsearten. Der Nationale

Forschungsschwerpunkt «Plant Survival»

hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktivität

dieser Orphan Crops zu steigern.

Der Berner Pflanzenforscher Prof. Cris

Kuhlemeier attestiert vielen dieser Pflanzen

ein erhebliches Entwicklungspotential,

da sie noch praktisch unerforscht sind.

«Wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen

Forschern aus Nord und Süd», erklärt

Kuhlemeier.

Teff ist äusserst gesund

Abgeleitet von seiner lateinischen Bezeichnung

«Eragrostis tef» wird die Zwerghirse

auch als «Liebesgras» bezeichnet. Ein

passender Name, denn aus verschiedenen

Gründen könnte Teff auch bei uns ein

beliebtes Korn werden: für Allergiker, weil

es glutenfrei ist, für Diabetiker, weil es sich

positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt,

oder für Sportler, weil es wichtige Mineralstoffe

für Muskeln und Nerven enthält

– und damit möglicherweise das Erfolgsgeheimnis

äthiopischer Marathonläufer ist.

Austausch Nord – Süd

Tadele gibt sich optimistisch, dass er

dem kleinsten Getreide der Welt – 3000

Körner wiegen ein einziges Gramm – zum

grossen Durchbruch verhelfen kann: «In

einem Jahr habe ich schon gute Resultate

erzielt und erste Teff-Kulturen in

Bern züchten können.» Um eine Aussage

über ihr gesundes Wachstum und die

Fruchtbarkeit der Körner zu machen, sei

es aber noch zu früh. Auch holländische

Wissenschaftler tüfteln seit 2002 an einem

Saatgut von Teff, das dem europäischen

Klima und Boden angepasst ist; Äthiopien

erhält fünf Prozent vom Gewinn verkaufter

Teff-Produkte in Holland und dank einem

Wissenstransfer profitieren äthiopische

Bauern wieder davon.

ma

Teff-Körner lassen sich lange

lagern, ohne dass sie von Schädlingen

befallen werden.

Institut für Pflanzenwissenschaften:

www.ips.unibe.ch, NCCR Plant survival:

www2.unine.ch/nccr.

unilink Oktober/2007

15


Nachrichten und Namen

Coachen, betreuen und beraten – statt nur dozieren

Die Lehre fordert die Professorenschaft und

die Assistierenden – seit der Bologna-Reform

noch mehr, denn neben Wissen müssen neu

auch Kompetenzen vermittelt werden und

Lernziele erreicht werden. Die Hochschuldidaktik

unterstützt die Dozierenden bei der

Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe.

Lehren an der Universität ist und war

schon immer eine enorme Herausforderung.

Seit eh und je müssen komplexe

Inhalte einer grossen Zahl von Studierenden

in kurzer Zeit vermittelt werden,

zudem ist es eine ständige Aufgabe, das

Wissen zu aktualisieren. Gleichgeblieben

ist auch die Forderung, Forschung und

Lehre zu verknüpfen. Doch die Art und

Weise, wie gelehrt wird, hat sich geändert:

Früher dozierte der Hochschullehrer vom

Pult aus, heute stehen Professorinnen im

Plenum, debattieren und leiten engagierte

Diskussionen. Früher brüteten Studierende

über seitenlangen Prüfungsbögen,

heute erarbeiten sie den Stoff in Gruppen,

präsentieren die Resultate den Mitstudierenden

und erwarten zu beiden Aufgaben

eine faire Beurteilung. Die Abstimmung

der Lehrpläne ist bei der Dichte der Studiengänge

schwieriger geworden. Studierende

durchlaufen das Studium nicht mehr

Die klassische Vorlesung im grossen Hörsaal bleibt ein wichtiger Bestandteil

der Hochschullehre, wird jedoch mehr und mehr von Gruppenarbeiten

abgelöst.

in einem Zug, oft wird ein Auslandsemester

oder eine Berufsphase dazwischengeschaltet

und ausserdem müssen viele

gleichzeitig studieren und arbeiten. Seit

der Bologna-Reform sind die Ansprüche

an das Lehrpersonal weiter gestiegen:

Sie sollten sich noch stärker in der Lehre

engagieren, ihre Studiengänge in Bachelor

und Master einstufen und konkrete

Kompetenzen und Lernziele bestimmen.

Wissensvermittler, Coach, Trainerin

«Dozierende dürfen ihre Lehre künftig

nicht mehr isoliert sehen, sie müssen

sowohl den Lernprozess als auch die

spätere Berufspraxis berücksichtigen», ist

Helmut Ertel, Leiter der Hochschuldidaktik,

überzeugt. Sie sollten neben der reinen

Wissensvermittlung ihre Studierenden

immer mehr coachen, trainieren, beraten

und betreuen. «Prüfungen und die Beurteilung

der Leistungsfähigkeit der Studierenden

werden wichtiger», stellt Ertel fest,

«denn sie geben Auskunft darüber, ob

die Studierenden den zukünftigen Anforderungen

der Berufspraxis gewachsen

sind und sie zeigen, wo man sie noch

unterstützen und fördern muss.» Auch die

Dozierenden werden beurteilt, ihre Lehrveranstaltungen

wie ganze Studiengänge

werden systematisch evaluiert, Schwachstellen

aufgezeigt und Defizite thematisiert.

Die Sicherung der Qualität der Lehre

ist seit kurzem auch ein wichtiger Teil des

gesamtuniversitären Qualitätsmanagements.

Unterstützung und Hilfe

«Diese anspruchsvolle Aufgabe kann

von den Lehrenden nicht mehr alleine

gelöst werden», sagt Ertel. «Sie brauchen

Unterstützung durch ihre Institute

und Fakultäten, vor allem wenn es um

organisatorische Fragen geht. Und dann

sind auch wir für sie da», meint Ertel.

Seit 2002 bietet die «Koordinationsstelle

für Weiterbildung der Universität Bern»

Kurse und einen Weiterbildungsstudiengang

zur Hochschuldidaktik an, in denen

das Wissen aus Pädagogik, Psychologie,

Soziologie und weiterer Disziplinen weitergegeben

wird. «Hochschuldidaktik arbeitet

strikt praxisbezogen und sorgt so dafür,

dass didaktisches Know-how vor Ort

wirksam wird, nämlich in den Hörsälen,

Labors und Instituten, im direkten Kontakt

mit den Studierenden», erklärt Ertel. Das

Angebot ist gefragt: Über 2500 Personen

besuchten seit 2002 schon einzelne Kurse,

89 Personen sind im Studiengang eingeschrieben,

54 Personen haben diesen

bereits erfolgreich abgeschlossen.

bm

Alle Einzelkurse wie auch der Studiengang

sind für Angehörige der Uni Bern

kostenlos. Das Angebot reicht von Kursen

zu Planung und Entwicklung von Lehrangeboten,

über Methoden, zur Betreuung

und zum Assessment der Studierenden,

bis hin zur Qualitätssicherung der eigenen

Lehrtätigkeit und zum Selbstmanagement.

Einzelpersonen und Gruppen werden

beraten und unterstützt bei der Kurs,-

Modul- oder Curriculumentwicklung.

Weitere Infos unter www.kwb.unibe.ch,

Kontakt: helmut.ertel@kwb.unibe.ch, Tel.

031 631 87 54.

16 unilink Oktober/2007


Nachrichten und Namen

Der Welthandel fordert saubere Tassen

Die Erwärmung der Atmosphäre beschäftigt nicht

nur Ökologen und Politiker. Am elften World

Trade Forum in Bern widmeten sich renommierte

Rechtswissenschaftlerinnen und Wirtschaftsexperten

der Wechselwirkung zwischen Klimawandel

und Welthandel.

Bis anhin ist der Klimawandel vor allem

mit einem politischen und ökologischen

Ansatz behandelt worden. «Hier soll der

rechtliche und wirtschaftliche Aspekt

diskutiert werden», erklärt Olga Nartova,

Mitorganisatorin des Forums. «Wir untersuchen,

ob und inwieweit die multilateralen

Handelsregeln die Ziele Kyotos unterstützen.

Wir fragen aber auch, wo Kyoto

zu neuen Formen unerwünschten Protektionismus

führt, etwa gegenüber landwirtschaftlichen

Produkten aus Entwicklungsländern»,

ergänzt Thomas Cottier, Direktor

des World Trade Institute in Bern. Das

Kyoto-Protokoll, das eine grenzüberschreitende

Klimapolitik anstrebt, fordert, dass

die Unterzeichnerstaaten ihre Emissionen

von Treibhausgasen um mindestens

fünf Prozent unter den Ausstoss von 1990

senken.

Saubere Tassen im Schrank

Es herrscht Einigkeit darüber, dass die

wirtschaftlichen Kosten beträchtlich

tiefer ausfallen, wenn rechtzeitig auf den

Klimawandel reagiert wird. Was aber

bedeutet es, wenn die Ziele Kyotos in

den Handelsregeln berücksichtigt werden

sollen? Nartova erklärt anhand eines

Beispiels: «Ich habe hier zwei identische

Tassen, die dieselbe Qualität aufweisen.»

Und doch seien die beiden Tassen von

Grund auf verschieden: Der einen könne

nämlich eine «saubere» Herstellung nachgewiesen

werden, der anderen hingegen

eine «schmutzige». «Es geht hier um

die Technologie und Handelsbestimmungen,

die zur Herstellung der Tassen

verwendet wurden.» Sogenannt saubere

Tassen produzieren vom Zeitpunkt ihrer

Herstellung bis zu ihrer Entsorgung eine

möglichst geringe Menge an Emissionen.

Mandat: Erneuerbare Energie

Rechtswissenschaftler Robert Howse von

der University of Michigan nannte einige

Strategien, um eine «saubere» Produktion

in der Weltwirtschaft zu fördern. So sollen

Obergrenzen für Emissionen festgelegt

und durch internationale, rechtsverbindliche

Abkommen geregelt werden. Weiter

sollen erneuerbare Energie gebraucht und

die Kosten auf den Stand konventioneller

Energie gesenkt werden. Als Instrument

dafür könnte die Senkung tariflicher und

aussertariflicher Barrieren dienen, welche

die Kosten für erneuerbare Energie und

die technische Ausrüstung für deren

Produktion reduzieren würde. Mit diesen

Mandaten kann zudem gehandelt werden

– und zwar in Form von Zertifikaten für

erneuerbare Energie. Als dritte Strategie

nennt Rechtsprofessor Howse die Energieeffizienz,

nach welcher die Herstellung

und der Handel erwähnter Tasse einen

bestimmten Grad an Energiekonsum nicht

überschreiten dürfen.

Die Politik ist am Zug

Garba Malumfashi, Justizbeamter des

Umweltministeriums in Nigeria und

wissenschaftlicher Mitarbeiter am World

Der Klimawandel mit seinen

verheerenden Auswirkungen

ist auch ein brennendes Thema

des Welthandels.

Trade Institute, ist überzeugt, dass die

Politik nun an der Reihe ist, für Aktionen

zu sorgen. «Wir von der juristischen

Gemeinschaft wollen unterdessen die

Herausforderungen des Klimawandels als

‹common concern› für die Menschheit

etablieren, um dadurch im Handelsrecht

etwas bewegen zu können.»

Andrea Hüsser, Journalistin BR

Im September fand am World Trade

Institute das diesjährige Welthandelsforum

statt. Internationale Rechtswissenschaftlerinnen

und Wirtschaftsexperten

diskutierten über die Rolle der Welthandelsorganisation

(WTO) in der Debatte

des Klimawandels. Ein Tagungsband wird

2008 bei Cambridge University Press

erscheinen.

Ohne Reduktion der Emissionen

wird die globale Temperatur steigen

– für die Schweiz heisst dies

mehr und heftigere Niederschläge.

unilink Oktober/2007

17


Tipps und Termine

Tag der klinischen

Forschung

Vorträge, Preisverleihungen und

Posterausstellung

Das Departement Klinische Forschung

(DKF) veranstaltet seit 1996 regelmässig

einen Tag der Klinischen Forschung. Der

Anlass bietet den Forschungsgruppen der

Medizinischen Fakultät die Möglichkeit,

eigene Arbeiten auszustellen und

gleichzeitig Einblick in andere Projekte zu

gewinnen.

Ab Dienstag, 6. November 14 Uhr,

sind die Poster im der Eingangshalle

des Langhans Hörsaal Pathologie,

Murtenstrasse 31, ausgestellt. Am

Mittwoch, 7. November, ab 16 Uhr, finden

die zwei Gastvorträge von Prof. Michel

Goldman, Université Libre de Bruxelles,

Institut d‘Immunologie Médicale und von

Prof. Graham Russell, University of Oxford,

Nuffield Orthopaedic Centre, statt, mit

anschliessenden Verleihungen des DKF-

Förderungs- und Forschungspreises und

des Preises der Alumni MedBern.

Der Anlass ist öffentlich, Programm

unter www.dkf.unibe.ch

Buch am Mittag

Vorträge

Laozi flankt, Konfuzius dribbelt. Vom

Fussball und seiner heimlichen Wiege.

Ist von den Anfängen des Fussballs

die Rede, denken wohl die meisten an

«soccer» in England während des 12.

Jahrhunderts, manche vielleicht an das

ruppige mittelalterliche «soule» in Frankreich

oder an «calcio» in Florenz mit den

fussballbegeisterten Medici des 15. bis 17.

Jahrhunderts, aber nur wenige vermutlich

an «zuqiu» in China vor mehr als zweitausend

Jahren. Selbst wenn Fussball mit

dem traditionellen China scheinbar wenig

zu tun hat, lassen sich bei genauerem

Hinsehen gemeinsame Grundstrukturen

beobachten.

16. Oktober 2007, 12.30 Uhr, Helmut

Brinker, em. Professor für Kunstgeschichte

Ostasiens der Universität Zürich.

Vom Kampf zum Chrampf. Aus dem

Leben der ersten Schweizer Ärztin Marie

Heim-Vögtlin. Marie Heim-Vögtlin führte

das Leben einer modernen Frau, die Beruf,

Familie und gesellschaftspolitisches Engagement

unter einen Hut zu bringen hatte.

Sie ist eine jener Frauen, die sich in der

bürgerlichen Schweiz des 19. Jahrhunderts

ihren eigenen Weg der beruflichen Selbstverwirklichung

gebahnt hat.

13. November 2007, 12.30 Uhr, lic.

phil. Verena Müller, Historikerin und Publizistin

Zürich, Vortragssaal der ZB, Münstergasse

63, 3000 Bern 8.

Berner Umweltforschungstag

2007

Tagung und Posterausstellung

Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

der Universität Bern stellen

am 29. Oktober im Rahmen des Berner

Umweltforschungstages ihre Forschungsarbeiten

aus den Bereichen Umwelt und

Nachhaltige Entwicklung vor. Vertreten

sind Natur-, Geistes-, Sozial- und medizinische

Wissenschaften.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Berner

Umweltforschungstages stehen die drei

Themengebiete «Klima», «Nachhaltige

Entwicklung» und «Naturschutz/Gesundheit».

Es gibt Referate, im Foyer des

Hauptgebäudes findet eine Posterausstellung

statt. Zudem findet in Zusammenarbeit

mit Science et Cité ein Wissenschaftscafé

zum Thema «Zukunft Landschaft

– Schützen oder Nutzen?» statt.

Referate: 29. Oktober, 12.30 bis

17.15 Uhr, Posterausstellung von Montag,

29. Oktober bis Donnerstag 1. November,

Wissenschaftscafé am 29. Oktober im Café

zum Äusseren Stand, Zeughausgasse 7,

Bern, Programme unter www.ikaoe.unibe.

ch/umweltforschungstag07/; www.unibe.

ch/oeffentlichkeit/wisscafe.html.

Zweite Haut – zur

Kulturgeschichte der

Kleidung

Vortragsreihe Collegium generale

17. Oktober 2007

Standesgemässe Kleidung

Repräsentation und Abgrenzung durch

Kleiderordnungen (12.–17. Jh.)

PD Dr. Katharina Simon-Muscheid, Historisches

Institut, Universität Bern

24.Oktober 2007

Kleiderordnungen in islamischen

Kulturen: das Kopftuch

Prof. Dr. Reinhard Schulze, Institut für

Islamwissenschaft und Neuere Orientalische

Philologie, Universität Bern

Blaue Schleier und andere Sinngewebe

der Tuareg

Sozialanthropologische Betrachtungen zur

Verhüllung der Geschlechter

Dr. Saskia Walentowitz, Institut für Sozialanthropologie,

Universität Bern

31. Oktober 2007

Parura – Planeta – Pluviale

Liturgische Gewänder zwischen Alltagskleidung

und Sakraldesign.

Dr. Andreas Poschmann, Deutsches Liturgisches

Institut, Trier

7. November 2007

Dürers Garderobe: Zur Bildsprache des

Kostüms in der Malerei

PD Dr. Philipp Zitzlsperger, Kunstgeschichtliches

Seminar, Humboldt-

Universität Berlin

14. November 2007

Modefotografie: Idealismus und

Realismus in einem fragwürdigen

Genre

Dr. Annelie Lütgens, Kunstmuseum Wolfsburg

Mittwoch, 18.15 bis 19.30 Uhr im

Hauptgebäude der Universität Bern, Hochschulstrasse

4, 1. Obergeschoss, Auditorium

maximum (Raum 110).

18 unilink Oktober/2007


Tipps und Termine

Neu erschienen

Chancengleichheit

Abschlusstagung

Die Tagung «Attitude égalité» vom 23.

November schliesst die zweite Runde des

Bundesprogramms Chancengleichheit

von 2004 bis 2007 ab. Von 9 bis 17 Uhr

werden an der Universität Lausanne die

Resultate der Evaluation der Jahre 2004

bis 2007 präsentiert. Zudem werden neue

Studien zu Berufungsverfahren und zu

Frauen in der Schweizer Nachwuchsförderung

vorgestellt.

Ein detailliertes Programm sowie das

Anmeldeformular unter: www.unil.ch/

egalite oder auf www.cus.ch.

Projektpool Nachwuchsförderung

Antragsrunde Herbst 2007

Erneut können beim Nachwuchsförderungs-Projektpool

der Universität Bern

Anträge für innovative Projekte von Mittelbauangehörigen

eingereicht werden. Die

nächste Frist ist Mittwoch, 31. Oktober

2007. Gefördert werden Aktivitäten des

Berner Mittelbaus von Doktorierenden,

Habilitierenden, Assistierenden und Dozierenden,

welche der Vernetzung und Profilierung

dienen und eine themenorientierte

Aktivität darstellen. Unterstützt werden

z. B. Seminare, Tagungen, Workshops,

Internet-Plattformen, Fortbildungsmassnahmen

usw. Der Entscheid über die

eingereichten Anträge ist bis zum Ende

des laufenden Jahres zu erwarten, ein

unterstütztes Projekt muss im 2008 durchgeführt

werden. Es stehen gesamthaft

50 000 Franken zur Verfügung, wobei

pro Projekt max. 5000 Franken beantragt

werden können.

Weitere Informationen und Antragsformular,

neu auch in englischer Sprache:

www.mvub.unibe.ch unter «Nachwuchsförderung».

Abteilung für die

Gleichstellung

Kurse

Im Herbstsemester 2007 bietet die Abteilung

für die Gleichstellung ein Potenzialseminar

an, welches Studentinnen und

Wissenschaftlerinnen eine berufliche

Standortbestimmung ermöglicht und sie

bei der Planung und Umsetzung ihrer

Karriere unterstützt. Zudem führt sie

gemeinsam mit der Beratungsstelle der

Berner Hochschulen je einen Diss-Workshop

für fortgeschrittene Studentinnen

und Doktorandinnen durch.

2.11./16.11.2007, 9–17 Uhr: Welche

Karriere passt zu mir? Ein Potenzialseminar

für Studentinnen und Wissenschaftlerinnen

(Anmeldeschluss 2.10.2007). 22.11.2007,

13.30–17 Uhr: Soll ich oder soll ich nicht?

Ein Diss-Workshop für Studentinnen

(Anmeldeschluss 5.11.2007). 29.11.2007,

13.30–17 Uhr: Wenn nicht alles rund läuft.

Ein Diss-Workshop für Doktorandinnen

(Anmeldeschluss 12.11.2007).

Mehr Infos unter: www.gleichstellung.

unibe.ch; E-Mail info@afg.unibe.ch

Norbert Herschkowitz

Was stimmt? Das Gehirn

Die wichtigsten Antworten

2007, 128 S., kart., Fr. 14.60

ISBN 3-451-05746-8

Herder Verlag, Freiburg i. Breisgau

Brigitte Ausfeld-Hafter (Hrsg.)

Medizin und Macht

Die Arzt-Patienten-Beziehung im Wandel:

mehr Entscheidungsfreiheit? Komplementäre

Medizin im interdisziplinären Diskurs.

2007, Band 11, 204 S., Fr. 59.–

ISBN 978-3-03911-262-3 br.

Verlag Peter Lang AG, Pieterlen

David V. McQueen, Ilona Kickbusch, Louise

Potvin, Jürgen M. Pelikan, Laura Balbo,

Thomas Abel (Hrsg.)

Health and Modernity

The Role of Theory in Health Promotion

2007,184 S., geb., Abb./Tab./Zeichn. Fr.109.–

ISBN 978-0-38737-757

Springer-Verlag

Norbert Thom, Robert Zaugg (Hrsg.)

Moderne Personalentwicklung

Mitabeiterpotenziale erkennen, entwickeln

und fördern

2. akt. Aufl. 2007, 421 S., Abb/Tabellen,

kart., Fr. 85.50

ISBN 978-3-8349-0511-6

Gabler Verlag, Wiesbaden/D

Norbert Thom, Andreas P. Wenger, Robert J.

Zaugg (Hrsg.)

Fälle zu Organisation und

Personal

Didaktik – Fallstudien – Lösungen – Theoriebausteine

5. Aufl.2007, 401 S., Abb./Tab, kart., Fr. 42.–

ISBN 978-3-258-07225-8

Haupt Verlag, Bern

Roland von Büren, Susan Emmenegger,

Thomas Koller (Hrsg.)

Rezeption und Autonomie:

80 Jahre türkisches ZGB,

2007, 212 S., brosch., Fr. 55.–

ISBN 978-3-7272-9856-1

Stämpfli Verlag AG, Bern

unilink Oktober/2007

19


Impressum

unilink Oktober 2007

Die Nachrichten der Universität Bern

Herausgeberin: Abteilung Kommunikation

Leitung: Marcus Moser (mm)

Redaktion: Beatrice Michel (bm)

Mitarbeit: Matthias Abplanalp (ma),

Bettina Jakob (bj)

Bildnachweise

Titelbild: Stadttheater Bern

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Seite 18: zvg

Layout: Beatrice Michel

Redaktionsadresse:

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Hochschulstrasse 4

CH-3012 Bern

Tel. 031 631 80 44

Fax 031 631 45 62

unilink@unibe.ch

Druck: Stämpfli Publikationen AG, Bern

Auflage: 6500 Exemplare

Erscheint monatlich während des Semesters

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