w/m - Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

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w/m - Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

NR. 6 | Juni 2011


Bad Segeberg, 64. Jahrgang

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt

Herausgegeben von der Ärztekammer Schleswig-Holstein

mit den Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

114. Deutscher Ärztetag

Montgomery kündigt neue

Schwerpunkte an

Seite 14

� WEITERE THEMEN IN DIESEM HEFT

MFA-Ausbildung in Teilzeit möglich Seite 22 Versorgung steht weiter im

Fokus Seite 24 Rückschau auf den Deutschen Anästhesiecongress Seite 64


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t t i d


114. Deutscher Ärztetag in Kiel

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

SEITE 3

der 114. Deutsche Ärztetag ist Geschichte. Er war nicht nur etwas Besonderes, weil er in unserem Bundesland

stattgefunden hat und sich die über 1.000 Gäste bei uns so wohlgefühlt haben. Über Kiel wird man noch lange

reden, weil hier eine Ära zu Ende ging: die Ära von Jörg-Dietrich Hoppe. Nach zwölf Jahren an der Spitze der

Bundesärztekammer, an der er es meisterhaft verstanden hat, die Kammer als die, wie es sein Nachfolger

Frank Ulrich Montgomery treffend formulierte, ethisch-moralische Instanz in Deutschland zu positionieren.

Die Standing Ovations zu seiner Verabschiedung zeigten eindrucksvoll, dass das keine Einzelmeinung war.

Zugleich wird Kiel aber auch für einen Neuanfang stehen, für den der bei uns zurecht kaum weniger beliebte

Montgomery stehen wird. Wir in Schleswig-Holstein trauen dem neuen Präsidenten der Bundesärztekammer

nicht nur zu, die anstehenden Herausforderungen zu meistern, sondern erwarten dies von ihm. Der Ärztetag

hat deutlich gemacht, wo diese liegen.

Die Ärzte haben kein Verständnis mehr für eine weitere Hinauszögerung der GOÄ-Novellierung. Mit sicherem

Gespür hat Montgomery die GOÄ zur Chefsache gemacht und damit die Messlatte hoch gelegt. Dafür bekommt

er von uns volle Unterstützung.

Die Bundesärztekammer kann die GOÄ-Novellierung nicht allein durchboxen. Dies haben einzelne Delegierte

immer wieder deutlich gemacht – wir brauchen Verständnis und Unterstützung von allen Seiten. Am Ende entscheiden

nicht wir, sondern die Politik. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein wird das in ihrem Rahmen Mögliche

tun, um hieran mitzuwirken. In seinem ersten öffentlichen Statement nach der Wahl (Seite 14) hat Montgomery

aber auch gezeigt, dass er zugleich verhandlungs- und kompromissfähig sein wird und dass die Bundesärztekammer

sich zu weiteren Themen positionieren muss.

Eines davon ist der Ärztemangel, der trotz aller Bemühungen der Krankenkassen, diesen zum Verteilungsproblem

zu verharmlosen, selbst von Politikern kaum noch ernsthaft angezweifelt wird. Der neue Bundesgesundheitsminister

Daniel Bahr jedenfalls hat in Kiel nur 19 Tage nach seinem Amtsantritt erkennen lassen, dass er

das Problem lösen will.

Was bleibt von seinem Auftritt im Kieler Schloss? Das Angebot des Bundesgesundheitsministers zum Dialog,

seine Bereitschaft, sich die ärztlichen Probleme nicht nur anzuhören, sondern mit uns gemeinsam nach Lösungen

zu suchen – das ist eine gute Voraussetzung und weit mehr, als wir es von vielen seiner Vorvorgänger

gewohnt sind. Insofern bin ich sicher, dass von Kiel tatsächlich, wie in meiner Begrüßung (Seite 16) erhofft,

ein Signal ausging:

Die Ärzteschaft und ihr neuer Präsident werden mit dem neuen Bundesgesundheitsminister sicher nicht immer

einer Meinung sein, stets aber im konstruktiven Dialog bleiben.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann

Präsident

Ausgabe 6 | Juni 2011 3


INHALT

23

Dr. Annemarie Uebe

verordnet das Rezept

für Bewegung.

SEITE 3

NACHRICHTEN IN KÜRZE 06

Preis für die Praxis ohne Grenzen ..........................06

Ordnungspolitische Leitsätze des LFB .................. 06

Facharztzentrum Süd in Lübeck eingeweiht ......... 07

Befundanforderungen durch den MDK .................. 08

Psychische Erkrankungen nehmen stark zu ......... 08

Aktueller Krebsbericht erschienen .........................09

„Jeder Plan birgt die Gefahr in sich, ausgeführt

zu werden.“ ..............................................................10

PflegeNotTelefon zieht positive Bilanz ...................10

UK S-H Partner von Gesundheitszentren ..............11

DIALOG 11

Schirren: Besonderheiten der Landpraxis direkt

erleben .....................................................................11

Klingenburg-Vogel: Grenzwerte sind politische

Werte ........................................................................12

TITELTHEMA 14

Schwerpunktthemen des Deutschen Ärztetages .. 14

Begrüßungsrede des Präsidenten .........................16

Ärzte lassen sich bei GOÄ nicht vertrösten ........... 18

SCHLESWIG-HOLSTEIN 22

Bei der Ausbildung in Teilzeit ist Schleswig-Holstein

Vorreiter ...................................................................22

4 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

39

PD Dr. Ulf Linstedt aus

Flensburg wurde zum

Professor ernannt.

46

Stephanie Otto motiviert

Krebskranke zu

körperlicher Aktivität.

Das Rezept für Bewegung führt die Menschen in

die Sportvereine ......................................................23

Politik erkennt: „Der Ärztemangel lässt sich nicht

wegdiskutieren“ .......................................................24

Das Versorgungsgesetz allein löst nicht das Problem

Ärztemangel .....................................................25

„Braucht der Kranke einen Ingenieur oder einen

Arzt?“ .......................................................................26

Gustav Adolf Neuber: Späte Ehrung für unbekannten

Pionier ................................................................27

Gesundheit und Tourismus sollen weiter zusammenwachsen

...........................................................28

Mit dem Start in den Beruf steigt die gesundheitliche

Belastung ........................................................29

Kinderbetreuung und Elternzeit ermöglichen

Regio-Ärzten Familie ...............................................30

Bessere Prognose bei Vaskulitis durch Schulung

und Aufklärung ........................................................32

Auch der Arztnavigator löst nicht das Grund -

problem der Portale ................................................33

MITTEILUNGEN DES ECS 34

PERSONALIA 35

Geburtstage und Verstorbene ................................35

Prof. Karl Lennert zum 90. Geburtstag .................. 36


52

Schleswiger Kardiologe zum Professor ernannt ... 37

90. Geburtstag von Dr. Eduard Diegmann ............ 38

Neuer Vorstand der GQMG ....................................39

PD Dr. Ulf Linstedt zum Professor ernannt ............ 39

Verdienstkreuz für Dr. Ulrich Kirchhoff ................... 40

Weitere Heisenberg-Professur in Kiel ....................40

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT 41

Basiskurs Palliativmedizin bietet Übersicht über

die Versorgung ........................................................ 41

„Jeder Krebspatient profitiert von Sport und

Bewegung“ ..............................................................46

Geplante Behandlungsabläufe sind eher für die

Pflege sinnvoll .........................................................48

Umfassende Informationen sind für Patienten

unverzichtbar ...........................................................50

Raucherentwöhnungstherapie gehört in die

Arztpraxis .................................................................52

Internisten wollen Menschen in Transitionsphasen

eng begleiten ........................................................... 56

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK 58

Qualitätsstandard zwingt den Arzt nicht zur Standardbehandlung

......................................................58

„Diskussion über Priorisierung wird aktiv unterdrückt!“

.................................................................... 61

INHALT

„Die Tätigkeit berührt immer direkt

das Leben, die für das Leben und

Überleben wichtigen vitalen

Funktionen.“

DGAI-Präsidentin Prof. Gabriele

Nöldge-Schomburg über den Alltag

ihrer Fachgruppe

64

Rauchen macht süchtig. Die Entwöhnung sollte

nach Ansicht von Prof. Klaus-Dieter Kolenda in der

Arztpraxis erfolgen.

Auf deutsche Krankenhäuser kommen magere

Jahre zu ...................................................................62

Anästhesisten stellen Nachwuchs und Versorgung

in den Fokus ............................................................64

MITTEILUNGEN DER AKADEMIE 60

BÜCHER 67

„Handbuch PatVerfü“ ..............................................67

UNSERE NACHBARN 68

Ärzte und Krankenkassen fordern bessere

Infrastruktur an der Küste .......................................68

Hilfe für Nigeria: Hamburger Ärzte in humanitärer

Hernien-Mission ......................................................69

FORTBILDUNGEN 70

MITTEILUNGEN DER

KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG 72

ANZEIGEN 81

TELEFONVERZEICHNIS 97

(Titelbild: helliwood media)

(Fotos: di/Diako/Privat/©iStockphoto.com)

Ausgabe 6 | Juni 2011 5


NACHRICHTEN IN KÜRZE

Preis für die Praxis ohne Grenzen

Das in Bad Segeberg etablierte Konzept „Praxis ohne

Grenzen“ ist vom „Gesunde Städte-Netzwerk“ ausgezeichnet

worden. Das Netzwerk hatte Anfang des

Jahres bundesweit einen Preis mit dem Thema „Das

Selbstverständliche tun – für sich, für andere, für

eine gesunde Kommune“ ausgeschrieben. Der Kreis

Segeberg hatte die Projektidee von Dr. Uwe Denker

und die Beschreibung seines Pilotprojektes eingereicht.

Bei acht Einsendungen wurden schließlich drei

gleichwertige Preise vergeben. Ein Preis fiel an die

Praxis ohne Grenzen. Auf einem festlichen Abend im

Kursaal von Bad Honnef erhielt Denker den Preis aus

den Händen der Bürgermeisterin der Stadt. In einer

Ordnungspolitische Leitsätze des LFB

Der Landesverband der Freien Berufe (LFB) Schleswig-Holstein

hat ordnungspolitische Leitsätze für Gebührenordnungen

der Heilberufe beschlossen und

Politik und Öffentlichkeit darüber informiert. „Freiberufler

stellen sich gerne einem Qualitätswettbewerb,

den Wettbewerb um Billigpreise zulasten der Qualität

lehnen wir aber strikt ab. Bei uns steht die Verantwortung

für Behandlung und Medikation im Vordergrund“,

sagte dazu LFB-Präsident Hans-Peter Küchenmeister.

In den Leitsätzen wird auf die Vorteile verwiesen, die

die Gebührenordnungen für das Gemeinwohl haben.

Nur mit einer regelmäßigen Anpassung der Leistungsinhalte

und -bewertungen in kurzen Zeitabständen

könnten Gebührenordnungen Rechtssicherheit

bei der Kalkulation der Kosten und Transparenz des

Leistungsgeschehens schaffen – und damit ein wichtiges

Element des Verbraucherschutzes bilden.

Derzeit sind diese Bedingungen nach Ansicht des

Verbandes nicht erfüllt. Küchenmeister wies darauf

hin, dass die Anpassung der Gebührenordnungen

u.a. für die privatärztliche Behandlung an die medizinische

und wirtschaftliche Entwicklung seit Jahren

überfällig ist: „Die geltenden Gebührenordnungen

sind unstrittig veraltet und werden dem grundgesetzlich

gesicherten Anspruch der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte

und Apotheker auf ein angemessenes Honorar

nicht gerecht.“ Für den früheren Präsidenten der Landeszahnärztekammer

steht fest, dass an bestimmten

Grundsätzen der Gebührenordnungen nicht gerüttelt

werden darf. So dürften diese keine Elemente enthal-

6 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

ausführlichen Laudatio durch ein ehemaliges Mitglied

des Sprecherrates des Netzwerkes wurde das Konzept

der Praxis ohne Grenzen den Teilnehmern vorgestellt.

Besonders gewürdigt wurden Denkers ehrenamtliches

Engagement und das seiner 40 Mitstreiter.

Von einem Mitglied des Sprecherrates des Netzwerkes

wurde an diesem Abend eine spontane Spendenaktion

für die Praxis ohne Grenzen gestartet, die über

500 Euro erbrachte. Denker verband seinen Dank mit

der Zusage, bei der Einrichtung weiterer Praxen für

mittellose Kranke behilflich zu sein. Das Schleswig-

Holsteinische Ärzteblatt hatte mehrfach über die Praxis

ohne Grenzen berichtet. (PM/Red)

ten, die zu einer Einschränkung der freien Arztwahl

führen. Dies könnte etwa geschehen, wenn Patienten

auf Vertragsärzte ihrer privaten Krankenversicherung

festgelegt werden.

„Die freie Arztwahl ist ein unverrückbares Merkmal

einer freiheitlichen Gesellschaft“, sagte Küchenmeister.

Er verwies auch auf die Beziehung und Vertragsgestaltung

zwischen Patient und Heilberufler, die mit

einem besonderen Vertrauensverhältnis verbunden

ist und nicht durch Kapitalgeber oder Krankenversicherung

gefährdet werden darf.

Ferner müssten Gebührenordnungen für Patienten

und Heilberufler klar und verständlich sein: „Diese

Transparenz sichert die Akzeptanz der Gebührenordnungen

und stellt die Grundlage für die Fortentwicklung

der Behandlungsqualität dar.“

Der LFB informierte auch Bundes- und Landespolitiker

über seine Leitsätze für Gebührenordnungen.

Küchenmeister forderte die Bundesregierung auf,

sich an die ordnungspolitischen Leitlinien zu halten.

Die Körperschaften der Heilberufe in Schleswig-Holstein

– sie sind Mitglied im Landesverband –

verweisen seit Jahren auf die nach ihrer Ansicht

überfälligen Anpassungen der jeweiligen Gebührenordnungen.

Von Bund und Ländern erwartet der Landesverband

außerdem, den Verwaltungsaufwand im

deutschen Gesundheitswesen durch den Abbau gesetzlicher

Vorschriften und Verordnungen zu reduzieren,

um den Arbeitsalltag der Berufe zu erleichtern.

(PM/Red)


Facharztzentrum Süd in Lübeck eingeweiht

NACHRICHTEN IN KÜRZE

Das Facharztzentrum Süd in Lübeck soll die Kooperation zwischen niedergelassenen Operateuren und dem

Krankenhaus verbessern. (Foto: FAZ Süd)

Lübeck hat ein neues Ärztehaus: 23 Ärzte aus elf Praxen

und unterschiedlichen Fachgruppen arbeiten im

neuen Facharztzentrum Süd. Das Gebäude ist mit

dem benachbarten Sana Krankenhaus verbunden.

Das von einer privaten Investorengruppe für mehr als

zehn Millionen Euro errichtete Ärztehaus verfügt über

eine Gesamtfläche von rund 4.000 Quadratmetern,

die nach Angaben von Geschäftsführer Marc Dreyer

bereits seit Monaten – und damit deutlich vor der offiziellen

Eröffnung im April – vergeben waren. Neben

Arztpraxen aus den Fachrichtungen Gynäkologie,

Gastroenterologie, HNO, Kardiologie, Neurologie, Orthopädie

und Unfallchirurgie, Radiologie und Urologie

sind auch ein Zahnarzt, eine Apotheke, eine Physiotherapiepraxis,

ein Sanitätshaus und ein Hörgeräteakustiker

in dem Ärztehaus zu finden. Herzstück

des Facharztzentrums ist das von einem privaten Investor

betriebene Operationszentrum mit vier Sälen,

die von den im Haus tätigen Ärzten und vom Sana

Krankenhaus gemietet werden können. Besonderheit

des OP-Zentrums: In den Räumen wurde ein dynamisches

Lichtsystem eingebaut, das mit verschiedenen

Farben die Stimmungen der Patienten und Mitarbeiter

positiv beeinflussen soll. Das System ist nach Angaben

des Betreibers bundesweit einmalig.

Viele der im Haus niedergelassenen Fachärzte waren

zuvor schon Belegärzte in der benachbarten Sana-

Klinik und sind nun mit ihren Praxen enger an das

Krankenhaus herangerückt. Hausärzte waren we-

gen der starken chirurgischen Ausrichtung im FAZ

Süd nicht erste Wahl als Mieter. Das Gebäude verfügt

über drei Verbindungen zum benachbarten Krankenhaus.

„Ohne diese Verbindungen wäre das Ärztehaus

nicht denkbar gewesen“, sagte Dreyer. Er erwartet,

dass sich die Wege für die Patienten nun deutlich verkürzen.

Die Praxen haben die Möglichkeit, Synergieeffekte

zu nutzen. Sie können u.a. durch gemeinsamen

Einkauf mit dem Krankenhaus oder durch die

Reinigung des OP-Materials Kosten senken. Genauso

wichtig dürfte die Kommunikation sein: Die Ärzte aus

den Praxen und die Kollegen im Krankenhaus werden

sich regelmäßig austauschen, kündigte Dreyer an.

Das Glasfasernetz im Neubau macht auch einen Austausch

großer Datenmengen möglich.

Das Krankenhaus profitiert von dem neuen Facharztzentrum

in der Nachbarschaft gleich in doppelter

Hinsicht: Es holt seine dort tätigen Belegärzte näher

ans Haus und kann zugleich über das OP-Zentrum

auch zusätzliche OP-Kapazitäten buchen, ohne dafür

selbst investieren zu müssen. Damit kann das Krankenhaus

Nachfragespitzen befriedigen, ohne dass

zusätzliche eigene Kapazitäten bereitgestellt werden

müssen. Zur Investorengruppe des Facharztzentrums

zählen nach Angaben des Geschäftsführers weder

Ärzte noch das Krankenhaus. Erfahrungen mit anderen

Ärztezentren in der Region hat der Betreiber zuvor

mit der Praxisklinik im benachbarten Travemünde gesammelt.

(Dirk Schnack)

Ausgabe 6 | Juni 2011 7


NACHRICHTEN IN KÜRZE

Befundanforderungen durch den MDK

Die Frage der Rechtmäßigkeit der Befundanforderung

durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen

für Fragestellungen wie Arbeitsunfähigkeit/Teilhabe

sowie Vorsorge und Rehabilitation wird nicht selten

als rechtskritische Situation für den niedergelassenen

Vertragsarzt betrachtet. Die Skepsis reicht hierbei von

der sachdienlichen Informationsübermittlung für eine

adäquate sozialmedizinische Weichenstellung über

die Einhaltung des Datenschutzes bis hin zur Diskussion

über den sachgerechten Informationsgehalt der

angeforderten Formularberichte/Berichte.

Nach Eingang eines Begutachtungsauftrages durch

die Krankenkasse erfolgt beim MDK im Rahmen der

Sachaufklärung die Anforderung medizinischer Befundunterlagen,

um die konkrete Fragestellung inhaltlich

adäquat bearbeiten zu können. Der MDK ist aufgrund

seiner Rechtsbasis verpflichtet, medizinische

Befundberichte selbst anzufordern und eine sachgerechte

Beratung der Krankenkassenaufträge vorzunehmen.

Hierbei bietet die „Anforderung von Sozialdaten“

durch den MDK und die direkte Übermittlung

durch den Arzt an den MDK die höchstmögliche Sicherheit

des Datenschutzes. Auch eine Rücksendung

an die Krankenkasse im verschlossenen Umschlag

zur Weiterleitung an den MDK ist in bestimmten Fall-

Psychische Erkrankungen nehmen stark zu

Laut AOK-Gesundheitsreport 2011 nehmen psychische

Erkrankungen in Schleswig-Holstein weiter zu.

Die Zahl der Ausfalltage, die durch psychische Erkrankungen

verursacht wurden, stiegen zwischen 2009

und 2010 um zwölf Prozent an und führten zu langen

Ausfallzeiten – diese dauerten mit durchschnittlich 25

Tagen je Fall doppelt so lange wie der Durchschnitt der

allgemeinen Krankheitsdauer mit 12,6 Tagen je Fall im

Jahr 2010. Auffällig ist, dass Burnout als Zustand physischer

und psychischer Erschöpfung in der Diagnosegruppe

„Probleme in Bezug auf Schwierigkeiten bei

der Lebensbewältigung“ von den Ärzten zunehmend

dokumentiert wird. Um nahezu das Neunfache sind

die Krankheitstage zwischen 2004 und 2010 in dieser

Diagnosegruppe angestiegen. „Zeitdruck und Stress

nehmen offenbar weiter zu. Für viele Menschen besteht

zunehmend die Gefahr, von zwei Seiten gleichzeitig

auszubrennen, vom Beruf her und durch famili-

8 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

konstellationen ein rechtlich abgesichertes Verfahren.

Die behandelnden Ärzte erwarten zurecht aufgrund

ihres engen Zeitbudgets eine möglichst ziel- und bedarfsgerechte

Fragestellung, die logistisch mit überschaubarem

Aufwand abzuwickeln ist. Nicht zuletzt

auch aufgrund der Kosten erhalten daher die Vertragsärzte

neben der Benennung der möglichen Abrechnungsziffer

auch einen Freiumschlag. Zum reibungslosen

Ablauf ist es wichtig, den Begleitbogen

mit in den Freiumschlag zu legen und den Versand an

den MDK vorzunehmen. Beim MDK erfolgt dann die

interne Zuordnung zum Krankenkassenauftrag. Im

Sinne des Patienten sollten die Vertragsärzte zeitnah

antworten, da unter anderem die soziale Sicherung

des Patienten durch zu lange Arbeitsunfähigkeit gefährdet

werden kann.

Die Auskunftsverpflichtung des Vertragsarztes erstreckt

sich auf die jeweils aktuell notwendigen Befundberichte,

bezogen auf die bestehende Arbeitsunfähigkeit.

Die Archivierung der Unterlagen erfolgt

durch Einscannen ins E-Archiv des MDK Nord. Die medizinischen

Befundberichte werden nach der Verwendung

archiviert und unterliegen einer fünfjährigen Aufbewahrungsfrist.

(Dr. E. Gorsky-Ostmeier, MDK Nord)

äre Belastungen“, sagte AOK-Chef Martin Litsch. Insgesamt

stieg der Krankenstand bei den rund 259.000

erwerbstätigen AOK-Mitgliedern 2010 von 5,1 auf 5,2

Prozent leicht an. Durchschnittlich 19,2 Kalendertage

waren die AOK-Mitglieder danach im vergangenen

Jahr krankgeschrieben. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten

(53 Prozent aller AOK-Mitglieder) war im

Jahr 2010 mindestens einmal krankgeschrieben. Dabei

dauerten zwei Drittel der von einem Arzt ausgestellten

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bis zu

sieben Tage. Bei fünf Prozent aller Arbeitsunfähigkeiten

im Jahr 2010 handelte es sich um Langzeitfälle,

die sich über mehr als sechs Wochen erstreckten.

Mitarbeiter der Straßenreinigung und Abfallbeseitigung

(32 Tage) sowie Krankenpfleger (29 Tage) hatten

die längsten Ausfallzeiten, bei Praxismitarbeiterinnen

(10,6 Tage) dagegen waren die Ausfallzeiten wegen

Erkrankungen am kürzesten. (PM/Red)


Aktueller Krebsbericht erschienen

Das Krebsregister des Landes Schleswig-Holstein hat

mit seinem Jahresbericht 2011 „Krebs in Schleswig-

Holstein“ auf Grundlage der neuesten ausgewerteten

Daten einen Überblick über Krebserkrankungen

in Schleswig-Holstein für das Jahr 2008 veröffentlicht.

Wie aus dem Jahresbericht des Krebsregisters hervorgeht,

sind im Jahr 2008 insgesamt 23.440 Schleswig-Holsteiner

neu an Krebs erkrankt. Pro Tag wird

in Schleswig-Holstein durchschnittlich 64 Mal eine

Krebsdiagnose gestellt. 7.439 Patien ten sind an einer

Krebserkrankung verstorben. Etwa 660 von 100.000

Männern und knapp 600 von 100.000 Frauen sind

2008 an Krebs erkrankt. Die meisten Neuerkrankungen

wurden mit 5.649 Diagnosen am weißen Hautkrebs

feststellt. Bei Männern wurde darüber hinaus

am häufigsten der Pros tatakrebs diagnostiziert, 2.450

Mal im Jahr 2008. Bei Frauen tritt der Brustkrebs am

häufigs ten auf – 3.003 neu erkrankte Frauen verzeichnet

das Register für 2008. Zweithäufigste Krebsdiagnose

ist Darmkrebs mit ins gesamt 2.335 neu erkrankten

Schleswig-Holsteinern. Danach folgt der

Lungenkrebs mit 1.271 neu erkrankten Männern und

690 Frauen. Während beim Lungenkrebs die Erkrankungsrate

bei den Männern jährlich um mehr als zwei

Prozent abnimmt, steigt sie bei den Frauen um mehr

als zwei Prozent.

Erfreulich ist ein deutlicher Rückgang der Sterblichkeit

am malignen Melanom der Haut („schwarzer Hautkrebs“)

im Jahr 2008. Das dürften Erfolge der Pilotphase

des Hautkrebs-Screenings sein, das seit 2008

in Deutschland zu den gesetzlichen Regel leistungen

gehört. In dem Jahresbericht sind wie in den Vorjahren

wieder die Erkrankungszahlen und -raten zu allen

Krebsneuerkrankungen und die Zahlen zur Krebssterblichkeit

tabellarisch aufbereitet. Für Krebs ins-


Gesundheitspolitische Veranstaltung im Rahmen der Kieler Woche

NACHRICHTEN IN KÜRZE

gesamt und für 24 einzelne Tumorarten sind detailliertere

Angaben auch in Form von Diagrammen (zeitlicher

Verlauf, Häufigkeit nach Alter), Karten (Angaben

auf Kreisebene) und in Tabellen (Erkran kungsstadium

bei Diagnose, Art der Tumoren, durchgeführte Therapien)

abgebildet. Erstmalig konnten für Schleswig-

Holstein die Überlebenszeiten nach einer Krebsdiagnose

ausgewer tet werden. Berichtet werden sowohl

die absoluten Überlebensraten als auch Überlebensraten

im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Mit dieser

Auswertung ist ein weiterer wichtiger Meilenstein

in der Gesundheitsberichterstattung erreicht. Überlebenszeiten

sind ein wichtiger Indikator bei der Bewertung

der Qualität der medizinischen Versorgung.

Das Krebsregister ist eine Einrichtung, an die alle Patienten

mit einer neu aufgetre tenen Krebserkrankung

in Schleswig-Holstein gemeldet werden müssen. Aus

Gründen des Datenschutzes ist das Krebs register in

zwei Einheiten geteilt. In der Vertrauensstelle bei der

Ärztekammer Schleswig-Holstein werden personenbezogene

Daten – ohne Krankheitsdaten – verarbeitet,

und in der Registerstelle an der Universität Lübeck

werden Krankheitsdaten ohne Personenbezug

gespeichert und ausgewertet. Die Krankheitsdaten

dienen dazu, Aussagen über das räumliche und zeitliche

Auftreten von Krebserkrankungen im Lande treffen

zu können. Darüber hinaus dienen die Krebsregister-Daten

der Gesundheits planung, der Ursachenforschung

und zur Beurteilung der Versorgung, beispielsweise

von Krebsfrüh erkennungsprogrammen.

Die Druckfassung des Berichts ist über das Institut für

Krebsepidemiologie, Ratzeburger Allee 160, 23538

Lübeck erhältlich. Der Jahresbericht kann im Internet

unter www.krebsregister-sh.de herun tergeladen werden.

(PM)

Regionalisierung von Gesundheit und Pflege – 24. Juni 2011, 17:00 Uhr

Bestimmender Faktor für die Gesundheitsversorgung und die Versorgung Pflegebedürftiger ist der zunehmende

Mangel an Ressourcen, Geld und Fachkräften. Art und Umfang der heutigen Leistungen werden nicht aufrechterhalten

werden können. Diese Entwicklung erfordert Strukturveränderungen in der Leistunsplanung und in der

Leistungserbringung mit Stärkung des ehrenamtlichen Elements besonders in der Versorgung Pflegebedürftiger.

Die Lösung lautet: mehr dezentral und weniger zentral und damit Rationalisierung.

Veranstaltungsort: Hotel Steigenberger Conti Hansa, Schlossgarten 7, 24103 Kiel

Veranstalter/Kontakt: IGSF, Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, Weimarer Str. 8, 24106

Kiel, Tel. 0431/800-600, Fax -6011, E-Mail info@igsf-stiftung.de

Ausgabe 6 | Juni 2011 9


NACHRICHTEN IN KÜRZE

„Jeder Plan birgt die Gefahr in sich, ausgeführt zu werden.“

Die medizinische Wissenschaft, die Vorgaben der Gesundheitspolitik,

die Anforderungen der Berufspraxis

von Kollegen, Patienten und Angehörigen – alles

scheint eher komplexer und komplizierter zu werden.

Kommen wir einmal nicht mehr zurande, so lautet eine

evolutionsgeschichtliche Erklärung, dass „wir mit unserem

„Steinzeitgehirn“ leider nicht (so gut) mit Komplexität

umgehen können“. Das stimme aber keineswegs

oder jedenfalls nicht ganz, insistierte der emeritierte

Psychologieprofessor und Leibniz-Preisträger

Prof. Dietrich Dörner (Bamberg) vor der Akademie der

Wissenschaften in Hamburg. Im Eingangsvortrag der

diesjährigen Akademievorlesungen zum Rahmenthema

„Am Gelde hängt doch alles ...“ zur vergangenen

Finanzmarktkrise sagte er: „Die Fehler, die wir in

komplexen Situationen machen, sind vielmehr oft darauf

zurückzuführen, dass wir unter bestimmten Bedingungen

fatale psychische Tendenzen entwickeln.“

Dazu zählte er zum Beispiel: monofaktorielle Kausal-

und Wirkungsstränge (d.h. bequeme Simplifizierung),

Anpacken der leichter lösbaren und der Tagesprobleme

vor den wichtigen Problemen, schematische Planung,

mangelnde Selbstreflexion („höchst unbeliebt“)

und die Marginalisierung eigener Misserfolge. Zum

Vorherrschen solcher Schwächen trage nicht zuletzt

unsere „affirmative Wahrnehmung“ bei, d.h., wir nehmen

eher die uns bestätigenden, angenehmen Fak-

PflegeNotTelefon zieht positive Bilanz

Seit 1999 bietet das PflegeNotTelefon Beratung, Begleitung,

Hilfe und Vermittlung in kritischen Pflegesituationen,

seit dem 15. Mai 2006 rund um die Uhr,

auch an Sonn- und Feiertagen. Mit Unterstützung der

„Stiftung Pflegebrücke“ können die Anrufer seit fünf

Jahren ihr Anliegen persönlich vorbringen und müssen

nicht mehr auf einen Anrufbeantworter sprechen.

In enger Zusammenarbeit mit den regionalen Pflegestützpunkten

werden Pflege-Notsituationen besprochen,

Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und konkrete

Unterstützung geleistet.

„Pflege verlangt von allen Beteiligten viel. Durch das

Angebot der Stiftung Pflegebrücke konnte eine Lücke

in der Krisenberatung geschlossen werden. Hilfebedarf

in der Pflege entsteht nicht nur während Bürozeiten.

Gerade nachts oder auch über Feiertage brau-

10 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

ten wahr oder registrieren sie deutlicher im Hirn, vermutlich,

weil sie unser Selbstvertrauen stärken. Als

ein Beispiel nannte Dörner die lineare Fehlprognose

moderat steigender AIDS-Erkrankungen vor Jahren,

bevor dann jedoch die Zahlen steil nach oben gingen.

Ein Screening von Blutkonserven sei erst spät durchgeführt

worden. Auch sei die Gefahr groß, gefestigten

Denkmustern zu folgen und etwa alte, erprobte Methoden

(Therapien?) einfach zu wiederholen. Dörner

erinnerte an Lichtenbergs Wort: „Bedenke stets, dass

es auch ganz anders sein kann.“

Das gilt wohl auch bei schwierigen Entscheidungen

in Lebensfragen wie Berufs- und Partnerwahl, besonders

aber auch zur Frage der Therapie im Schwerstpflege-

und Terminalzustand. Der Soziologe Prof.

Heinz Bude (Hamburg/Kassel) und Hermann Breulmann

zeigten in der Katholischen Akademie Hamburg

auf, dass es für solche Entscheidungen letztlich aus

menschlicher Sicht kein Richtig oder Falsch gibt, eher

eine Stimmigkeit der Entscheidung als „innerer Friede“.

Eine Pro- und Kontra-Liste helfe bei Lebensfragen

im Grunde nicht weiter, wenn Argumente austauschbar

würden. So wie es kaum „den richtigen Zeitpunkt“

für den Kinderwunsch gebe, entscheide sich manches

(„es“) durch Umstände und „Zufall“ – daher wenig

(Termin-)Wunschkinder – sodass einem schwierige

Entscheidungen abgenommen würden. (hk)

chen Menschen Ansprechpartner. Die schnelle Hilfe

ist ein Meilenstein in der Qualitätsentwicklung des

PflegeNotTelefons gewesen“, sagte Sozialminister Dr.

rer. pol. Heiner Garg. Zahlreiche Pflegebedürftige,

Angehörige, Freunde und Bekannte haben das kostenlose

Angebot in Anspruch genommen.

„Menschen, die in „PflegeNot“ sind, sollen befähigte

und verschwiegene Gesprächspartner finden, die

ihnen in ihrer jeweiligen Situation beistehen. Unsere

Stiftung setzt sich deshalb auch dafür ein, dass

die positiven Erfahrungen mit dem PflegeNotTelefon

Schleswig-Holstein anderweitig nicht ungenutzt bleiben

und hieraus Ressourcen für ein einheitliches PflegeNotTelefon

mit bundesweiter Wirkung aktiviert werden,“

sagte Michaela Stevens, Vorsitzende der Stiftung

Pflegebrücke. (PM/Red)


UK S-H Partner von Gesundheitszentren

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF) hat im April den Startschuss für vier neue

Zentren der Gesundheitsforschung gegeben. Auf

Empfehlung international besetzter Gutachtergremien

wird das UK S-H Partner im Zentrum für Herz-

Kreislaufforschung (gemeinsam mit Hamburg), im

Zentrum für Lungenforschung (gemeinsam mit dem

Forschungszentrum Borstel und dem Krankenhaus

Großhansdorf) und im Zentrum für Infektionsforschung

(gemeinsam mit Hamburg und dem Forschungszentrum

Borstel) sein. Die Zentren sollen entscheidend

dazu beitragen, Forschungsergebnisse

schneller in die klinische Erprobung zu bringen. Damit

sollen die Präventions-, Diagnose- und Therapieoptionen

dieser Volkskrankheiten verbessert werden.

Bewertet wurden unter anderem die langfristige Vision

und das geplante Leitbild des jeweiligen Zentrums,

die wissenschaftliche Exzellenz des Konzepts,

der Innovationsgehalt der gemeinsamen Forschungsaktivitäten,

die Integration von Grundlagen- und klinischer

Forschung sowie die Management-Strukturen.

„Das Ziel ist klar: Wir wollen neue medizinische Forschungsergebnisse

schneller in die Krankenhäuser

und Arztpraxen bringen, zum Wohl der Patienten“, betonte

Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

Die Bundesministerin würdigte die geplanten wissenschaftlichen

Aktivitäten der Zentren als „wesentlichen

Besonderheiten der Landpraxis direkt erleben

NACHRICHTEN IN KÜRZE/DIALOG

Beitrag zur Bekämpfung der Volkskrankheiten, der im

internationalen Vergleich wettbewerbsfähig und sichtbar

sein wird“. Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen

u.a. eine verbesserte Vorsorge und Diagnose sowie

individualisierte Therapien und eine optimale Versorgung

der Patienten.

27 Standorte mit ihren Universitätsklinika und außeruniversitären

Forschungseinrichtungen bilden die

vier neuen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung

in den Bereichen Infektionskrankheiten, Herz-

Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und

Krebs. Beispielhaft erklärte der Lübecker Kardiologe

Prof. Heribert Schunkert die Aufgaben: „Wir haben in

den letzten Monaten in Lübeck einige Gene identifiziert,

die das Herzinfarktrisiko beeinflussen. Nun ist

der Auftrag an uns gegangen, die genauen Mechanismen

und damit neue Ansätze zur Behandlung der

Volkskrankheit zu erforschen.“

Die begutachteten Gesamtkonzepte werden in den

folgenden Monaten konkretisiert, um eine optimale

Umsetzung des Leitgedankens der Zentren sicherzustellen.

Sie werden in ihrem Aufbau- und Arbeitsprozess

durch wissenschaftliche Gremien beraten

und begleitet. Für die Errichtung und Etablierung der

vier neuen Zentren stellt der Bund in den Jahren 2011

bis 2015 rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. (PM/

Red)

Prof. Dr. Carl Schirren, Midlum, zum SHÄ 5/2011

„Um die Dorfpraxis neu zu entdecken“, bedarf es wohl mehr als eines Werbebanners und Pappbechers mit

Logo. Sehr viel mehr bewegt junge Leute die Frage, ob eine Präsenznotwendigkeit mit der Wohnung notwendig

ist. Vorrangig ist heute die Frage, wo findet die Familie die besten Schulverhältnisse, was „auf dem

Lande“ immer ein Problem gewesen ist.

Ich erinnere mich sehr gerne der Zeit, als man noch ein sogenanntes „Landvierteljahr“ nach dem Examen

absolvieren musste. Das war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Pflicht, wurde dann aber allmählich sang- und

klanglos aufgegeben. Folglich bekam man seine Approbation auch ohne diese Pflichtzeit.

Ich habe dieses Landvierteljahr als eine besondere Herausforderung verstanden und nach den drei Pflichtmonaten

in Burg bei einem Praktischen Arzt in den darauffolgenden Jahren immer wieder fortgesetzt, um

dort meinen Urlaub von der Klinik zu verbringen. Ich habe damals gelernt, was es bedeutet, alleine vor einem

Patienten zu stehen und eine Entscheidung fällen zu müssen, was es bedeutet nachts eine Geburt zu leiten,

und wie schwer es sein kann, die Diagnose einer Poliomyelitis den Angehörigen verständlich zu machen, um

den sofortigen Transport nach Kiel als lebensrettende Maßnahme organisieren zu können.

Es bedarf also des direkten Erlebnisses, wie es in einer Landpraxis zugeht, z.B. auch in Gestalt einer Famulatur

auf dem Lande, um die Besonderheiten und Schönheiten einer Landpraxis kennen zu lernen.

Ausgabe 6 | Juni 2011 11


DIALOG

Grenzwerte sind politische Werte

Dr. Mechthild Klingenburg-Vogel, Kiel, zur Tagung

„25 Jahre Tschernobyl“

„Wir Ärzte müssen informieren, denn nur informierte

Menschen können verantwortungsvoll handeln!“ Dieser

Aufforderung der australischen Ärztin Helen Caldicott,

die mit dem Nuclear Free Future Award geehrt

wurde für ihr Engagement, in dem sie unermüdlich

und erfolgreich vor den gesundheitlichen Folgen der

oberirdischen Atombombenversuche, der Kernenergie,

des Uranabbaus sowie der Atomkriegsgefahr

warnte, möchte ich folgen und von der Tagung der

IPPNW (Internationale Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung

des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung)

zu „25 Jahre Tschernobyl“ berichten.

Schon die Eröffnung war bewegend: Katsumi Furitsu,

eine japanische Ärztin, die seit über 20 Jahren immer

wieder nach Tschernobyl gefahren war, um der

dortigen Bevölkerung zu helfen, trat ans Mikrofon,

rang fassungslos nach Worten und sagte dann weinend,

dass sie aus ihrer Erfahrung mit Tschernobyl

wisse, wie viel Leid auf ihre Landsleute noch zukomme.

Sie mache sich bittere Vorwürfe, dass sie und

ihre Kollegen nicht aktiver gewarnt und so die furchtbare

Katastrophe von Fukushima verhindert hätten.

Deshalb, um meinen Kindern gegenüber nicht noch

mehr Schuld zu empfinden über das, was wir in ihre

Zukunft abladen, schreibe ich diesen Bericht. Dabei

würde ich diese Fakten am liebsten immer wieder

verdrängen und könnte mir vorstellen, dass es Vielen

so geht. Doch ich möchte mit den vorgetragenen

Untersuchungsergebnissen aufrütteln, weil sie die

nach meiner Ansicht verharmlosende Absicht der offiziell

mitgeteilten Zahlen über die gesundheitlichen

Folgen des Reaktorunglücks offenlegen. Dabei beschränke

ich mich auf eine Zusammenfassung und

verweise auf die von der IPPNW und der Gesellschaft

für Strahlenschutz herausgegebene Veröffentlichung

„Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl“. Die in

dieser Broschüre referierten Untersuchungen entblößen

die Aussage des damaligen Direktors der Internationalen

Atomenergiebehörde IAEO, Hans Blix,

aus dem Jahr 1986, „die Atomindustrie kann jedes

Jahr eine Katastrophe wie Tschernobyl verkraften“

nicht nur als menschenverachtend-zynisch, sondern

charakterisieren die einseitige, allerdings in ihrer Satzung

festgelegte Pro-Kernkraft-Interessenvertretung

der IAEO, die in ihren offiziellen Verlautbarungen die

Zahlen der von ihr selbst zugrunde gelegten Studien

12 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

massiv geschönt hat und die auch heute noch

verschleiernde Vergleiche zieht mit der sog. „natürlichen“

Radioaktivität (entspricht dem Anteil an kosmischer

Strahlung plus der durch natürliche Radionuklide

und der bereits durch Atombombentests und

AKWs verursachten „Hintergrundsradioaktivität“) sowie

mit der medizinisch in Einzelfällen notwendigen

diagnostischen oder therapeutischen, überwiegend

einmalig kurzzeitig einwirkenden ionisierenden Gamma-

oder Röntgenstrahlung gegenüber den schwerwiegenden

Folgen von inkorporierten Alpha- oder

Betastrahlern, z.B. Cäsium 137 oder Strontium 90,

die Jahrzehnte bis Jahrtausende wirksam sind. So

sind heute noch immer, z.B. in Bayern, Wildpilze und

Wildfleisch hoch belastet und dürf(t)en teilweise nicht

verzehrt werden!

Grenzwerte sind politische Werte, die oft nicht primär

die gesundheitlichen Risiken reflektieren, sondern

auch wirtschaftlichen Interessen dienen. Mein Misstrauen

gegenüber offiziellen Verlautbarungen wurde

verstärkt, als ich erfuhr, dass die WHO, eine Organisation,

der ich vertraute, der doch die Gesundheit

der Weltbevölkerung am Herzen liegen sollte, in ihren

Veröffentlichungen seit 1959 durch einen „Knebelvertrag“

an die IAEO gebunden ist.

Zusammenfassung: Von den 600.000 bis einer Million

Liquidatoren, die als junge Männer – oft ohne

ausreichende Schutzkleidung! – in Tschernobyl eingesetzt

waren, sind inzwischen mindestens 50.000

bis 100.0000 verstorben. Über 90 Prozent leiden an

mehreren Krankheiten, insbesondere auch des Herz-

Kreislaufsystems, an Krebserkrankungen der Atemwege,

der Lunge, des Magen-Darmtrakts sowie an

Leukämie. Viele sind invalidisiert und haben Symptome

einer um 10 bis 15 Jahre vorzeitigen strahleninduzierten

Alterung. Die Altersstruktur in den drei

am stärksten betroffenen Staaten hat sich insgesamt

drastisch verändert: sinkende Geburtenraten durch

Unfruchtbarkeit und Frühaborte und eine auffällige

Verringerung des Anteils weiblicher Geburten sowie

späterer Infertilität, steigende Erkrankungs- und

Sterblichkeitsraten sowie eine bei Männern um durchschnittlich

zehn Jahre erniedrigte Lebenserwartung.

Bekannt, aber kaum im vollen Umfang bewusst, ist

die Zunahme von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, einer

Krebsart, die vorher bei Kindern äußerst selten

war: Von allen Kindern, die in der stark betroffenen

Region Gomel 1986 null bis vier Jahre alt waren, wird

ein Drittel im Laufe ihres Lebens an Schilddrüsenkrebs

erkranken, oft schon nach einer Latenzzeit von


nur vier Jahren! Wenn man in den Katastrophenplänen

der Bundesregierung liest, dass bei einem AKW-

Unfall die Menschen zwar in den Häusern bleiben

sollen, gleichzeitig aber dann erst Jodtabletten an

bestimmten Ausgabestellen und nur an unter 45-Jährige

(!) ausgegeben werden, wobei der Schutzeffekt

gegenüber der Aufnahme von radioaktivem Jod nur

dann gegeben ist, wenn Jodid möglichst schon ein

bis zwei Tage vorher, aber spätestens in den ersten

drei Stunden eingenommen wird, dann wird – bei einer

zehnfach dichteren Besiedlung der BRD gegenüber

der Ukraine – der Irrsinn der Behauptung der

Beherrschbarkeit einer derartigen Katastrophe deutlich.

Und dafür braucht es kein Erdbeben und keinen

Tsunami, es reicht, wenn ein Sportflugzeug auf das

dagegen völlig ungesicherte Maschinenhaus eines

AKW stürzen würde! Auch weitere Krebskrankheiten,

kindliche Leukämie, Brustkrebs, Magen- und Darmkrebs

sowie Tumore des Zentralnervensystems treten

signifikant, oft um ein Mehrfaches häufiger und

viel früher auf als vor Tschernobyl. In der Ukraine und

in Weißrussland haben überraschenderweise Herz-

und Kreislaufkrankheiten noch massiver zugenommen

als Krebserkrankungen, außerdem Schädigungen

des Zentralnervensystems, z.T. mit der Folge verminderter

Intelligenz oder psychiatrischer Störungen.

Als Ursache werden u.a. strahleninduzierte Durchblutungs-

und Gefäßveränderungen diskutiert.

Die von der Internationalen Strahlenschutzkommission

ICRP angenommene Schwellendosis für teratogene

Schäden (Erbschäden) von 100 mSv wird

durch zahlreiche Untersuchungen widerlegt: Obwohl

der überwiegende Anteil genetischer Veränderungen

erst Generationen später auftreten wird, sind in

belasteten Gebieten eine Zunahme an Frühaborten

und bereits ab Ende 1986 ein deutlicher Rückgang

an Lebendgeborenen und eine erhöhte Säuglingssterblichkeit,

eine deutliche Erhöhung von teilweise

schweren Fehlbildungen, aber auch Chromosomenanomalien

nachweisbar. So kam es auch in Berlin

1987 zu einem um das Vier- bis Sechsfache erhöhten

Peak von mit Trisomie 21, Down-Syndrom (Mongolismus)

geborenen Kindern, in München zu einer

zwei- bis dreifachen Zunahme. Am stärksten betroffen

von genetisch bedingten Krankheiten sind Kinder

von strahlenexponierten Eltern, auch solche, die erst

Jahre nach der Reaktorkatastrophe gezeugt wurden.

So wurde in stärker belasteten Gebieten auch eine

hochsignifikante Zunahme an kindlichem Diabetes

mellitus sowie u.a. an Nieren-, Lungen- (TBC!) und

DIALOG

an Infektionskrankheiten gegenüber weniger belasteten

Gebieten festgestellt.

Wenn ich mir die Schicksale von Kindern, Jugendlichen

und Erwachsenen mit Krebs oder Leukämie vor

Augen halte, deren Leiden, Angst, Herausgerissenwerden

aus ihrem bisherigen Lebensentwurf, und

mich in die Situation von Eltern einfühle, dann könnte

ich schreien, wenn von Verfechtern der Kernkraft als

Argument höhere Stromkosten angeführt werden.

Wie soll man die Kosten an solch körperlichem und

seelischem Leid beziffern?

Einer Krebserkrankung sieht man nicht an, wodurch

sie ausgelöst wurde. Woher wissen wir hier bei uns,

dass z.B. die Mutter eines Jugendlichen, der heute

eine akute Leukämie bekommt, nicht 1986 Strahlung

abbekommen hat oder ob sein Vater vor seiner Zeugung

mit Cäsium belastete Wildpilze gegessen hat?

Ich bin selbst Mutter und fühle mich der Möglichkeit,

dass ich durch Tschernobyl evtl. eine derartige Zeitbombe

oder eine genetische Schädigung an meine

Kinder weitergegeben haben könnte, ausgeliefert.

Das ist keine neurotische Strahlenphobie, sondern

Anerkennung einer Realität, die Angst macht! Aber

Angst hat auch eine wichtige Warnfunktion. Deshalb

hat Fukushima mich wie viele andere wieder aufgerüttelt

und ich hoffe, dass möglichst viele die Angst und

Sorge, dass auch hier ein Unfall passieren könnte,

nicht weiter verdrängen, sondern in konstruktive Veränderungen

umsetzen.

Die vielen erschütternden Berichte und Dokumentationen

auf dem Kongress wurden aushaltbar durch

Beiträge, die Hoffnung machten, so z.B. Informationen

über die Möglichkeiten alternativer und dezentraler

Energieversorgung, die schon heute umsetzbar

sind und die die Behauptung, wir müssten bei einem

raschen Ausstieg aus der Kernenergie Atomstrom

aus (noch) unsichereren AKWs von Nachbarländern

beziehen oder neue, Treibhausgas produzierende

Kohlekraftwerke bauen, entkräften. Wir alle können

etwas tun, v.a. informieren, um verantwortlich handeln

zu können! Gerade Ärzte, die täglich konfrontiert

sind mit schlimmen menschlichen Schicksalen,

sollten präventiv tätig werden und aufklären!

Die erwähnte Broschüre sowie zahlreiche weitere Informationsmaterialien

sind zu beziehen u.a. über die

IPPNW (E-Mail: IPPNW@IPPNW.de), über die Gesellschaft

für Strahlenschutz, über „ausgestrahlt“ oder

z.B. über Eurosolar. Lesenswert u.a. auch: Hermann

Scheer: Energieautonomie. Eine neue Politik für erneuerbare

Energien. München 2005.

Ausgabe 6 | Juni 2011 13


TITELTHEMA

114. Deutscher Ärztetag

Delegierte zeigten in Kiel Geduld,

Ernsthaftigkeit und Loyalität

Neben der Neuwahl des Präsidenten war der Ärztetag geprägt von Diskussionen

über wichtige Themen wie PID, Sterbehilfe und Organspende.

„Ihr habt einen tollen Ärztetag hingelegt. Die organisatorische

Leistung war grandios.“ So bedankte

sich Dr. Frank Ulrich Montgomery vor den Delegierten

des 114. Deutschen Ärztetages am Schlusstag

bei Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der

gastgebenden Ärztekammer Schleswig-Holstein.

Nach der viertägigen Veranstaltung, zu der neben

den 250 Delegierten auch zahlreiche Gäste nach

Kiel gekommen waren, hatte der neue Präsident der

Bundesärztekammer allen Grund zur Zufriedenheit.

Auch, aber nicht nur wegen seiner lange angestrebten

Wahl in das höchste Amt der Bundesärztekammer

und wegen der reibungslosen Organisation,

zu der neben der Ärztekammer Schleswig-Holstein

und der Bundesärztekammer auch das Team von

Kiel Marketing beigetragen hatte. Zufrieden durfte

Montgomery auch mit der inhaltlichen Diskussion

auf diesem ersten Ärztetag in der schleswig-holsteinischen

Landeshauptstadt sein. Dies zeigten auch

die Äußerungen der Delegierten aus dem Norden.

Vizepräsidentin Dr. Hannelore Machnik empfand es

als angenehm, „dass Themen mit ausgesprochener

Ernsthaftigkeit und Geduld sowie Loyalität untereinander

diskutiert wurden“ und gab zu bedenken:

„Dies war in der Vergangenheit nicht immer so.“

Zu den wichtigsten Themen zählte sie u.a. Sterbebegleitung

und Organspende. Dr. Henrik Herrmann,

Vorstandsmitglied der Ärztekammer, hob ebenfalls

auf die nach seiner Wahrnehmung hohe Qualität der

Wortbeiträge und den offenen Dialog zu schwierigen

Themen ab. Als Beispiel nannte er genauso wie

die Delegierte Dr. Gisa Andresen aus Flensburg die

Auseinandersetzung mit der Präimplantationsdiagnostik

(PID). Bartmann hatte den Kieler Ärztetag als

konstruktiv und zukunftsgerichtet empfunden. Besonders

mit der PID und der Sterbehilfe setzten sich

die Delegierten ausgiebig auseinander, ohne sich

von der mit Spannung erwarteten Wahl des neuen

Bundesärztekammerpräsidenten ablenken zu lassen.

14 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Diese hatte im Vorfeld für zahlreiche Spekulationen

gesorgt. Am Ende setzte sich der favorisierte Hamburger

Dr. Frank Ulrich Montgomery durch. Der

am UKE angestellte Radiologe ist damit am Ziel einer

langen und außergewöhnlichen Karriere in der

Standespolitik. In Kiel präsentierte sich der medienerfahrene

Montgomery als Teamplayer, der gemeinsam

mit seinen frisch gewählten Vizepräsidenten Dr.

Martina Wenker und Dr. Max Kaplan gezielt auch

die Themen anpacken will, zu denen man von der

Bundesärztekammer bislang wenig gehört hat. Neben

der GOÄ, die neben Montgomery auch weitere

Kandidaten zur Chefsache machen wollten, nannte

das Trio in einer ersten gemeinsamen Stellungnahme

das Versorgungsstrukturgesetz, die Struktur des

Gemeinsamen Bundesausschusses, das Patientenrechtegesetz

und den Kampf gegen den drohenden

Ärztemangel. Auf den hatte Bartmann in seiner viel

beachteten Begrüßungsrede (Auszüge auf den Seiten

16, 17) mit dem Satz „Ideal ist es, in Dänemark

Arzt und in Deutschland Patient zu sein“, aufmerksam

gemacht – und zugleich auf das in Deutschland

funktionierende Gesundheitswesen. Der Fokus auf

diese Schwerpunkte bedeutet für Montgomery aber

nicht, dass ethische Themen vernachlässigt werden,

wie der neue Präsident mit Blick auf das Themenfeld,

das sein Vorgänger Prof. Jörg-Dietrich Hoppe in der

Vergangenheit besonders geprägt hatte, versprach.

Fest steht jedoch, dass Montgomery anders auftreten

wird als der Rheinländer Hoppe. Montgomery,

der in der Vergangenheit auch kontrovers wahrgenommene

Aussagen nicht gescheut hat, ist bekannt

für medienwirksame Auftritte. Montgomery weiß aber

auch, dass er als Präsident der Bundesärztekammer

noch mehr als zuvor darauf angewiesen ist, Interessen

zum Ausgleich zu bringen. „Auch im Streit muss

man immer die Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft

aufrecht erhalten“, sagte Montgomery

in seiner ersten Pressekonferenz als Präsident im

Pressezentrum der Sparkassenarena. Kiel wird aber


Dr. Frank Ulrich Montgomery Daniel Bahr

Prof. Jörg-Dietrich Hoppe

TITELTHEMA

Ausgabe 6 | Juni 2011 15

(Fotos: helliwood media/ÄKSH)


TITELTHEMA

auch als das Ende der Ära Hoppe in Erinnerung bleiben.

Mit Standing Ovations verabschiedeten die 250

Delegierten den Mann, der die Bundesärztekammer

nicht nur nach Ansicht Montgomerys als „die moralisch-ethische

Institution“ in Deutschland positioniert

hatte. Dieses Verdienst Hoppes wurde in Kiel

mehrfach herausgestellt. Das darf jedoch nicht darüber

hinweg täuschen, dass er in seiner zwölfjährigen

Amtszeit viele Themenfelder besetzt hat, die auch

kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert wurden,

etwa Priorisierung und Sterbehilfe. Hoppe wurde in

Kiel zum Ehrenpräsidenten der Bundesärztekammer

ernannt. Neben Präsident und Vizepräsident wurden

auch die Beisitzer gewählt: Rudolf Henke und Dr.

Ellen Lundershausen setzten sich aus einem siebenköpfigen

Bewerberkreis heraus durch.

Kiel war aber auch Ort der Niederlagen für hochfliegende

Pläne. Neben Montgomery hatten sich gleich

vier weitere Ärzte Chancen auf eine Wahl ausgerechnet

– unter den Beobachtern konnte sich niemand an

einen derartigen Ansturm auf das Präsidentenamt erinnern.

Neben Montgomery galt der Berliner Kammerpräsident

Dr. Günter Jonitz als Mitfavorit. Er erhielt

hinter Montgomery die meisten Stimmen. Die

niedrige Stimmenzahl bewogen Dr. Gottfried von

Knoblauch zu Hatzbach (Kammerpräsident aus Hessen)

und Martin Grauduszus (Präsident der Freien

Ärzteschaft) nach dem ersten Wahlgang zur Aufgabe.

Dr. Theodor Windhorst, Kammerpräsident aus Westfalen-Lippe,

war im zweiten Wahlgang chancenlos.

Neben den Personalentscheidungen dominierten

zahlreiche wichtige Sachthemen den Ärztetag. Eines

davon war das Thema GOÄ (siehe Kasten auf Seite

18). Mit Spannung wurde die Entscheidung zur PID

erwartet. Nach intensiver Diskussion entschieden

sich die Delegierten für eine Zulassung der PID in

engen Grenzen und unter kontrollierten Verfahrensvoraussetzungen.

Damit unterstützten sie ein Memorandum

mit Argumenten für die begrenzte Zulassung

zur PID, das zuvor eine gemeinsame Arbeitsgruppe

des BÄK-Vorstands erarbeitet hatte. Ziel des sogenannten

Indikationsmodells ist es, Paaren mit hohem

genetischen Risiko zu einer Schwangerschaft mit einem

von dieser genetischen Erkrankung unbelasteten

Embryo zu verhelfen. Der Ärztetag war mehrheitlich

der Auffassung, dass die In-vitro-Befruchtung

mit PID unter Gesichtspunkten der Zumutbarkeit für

die Frau und des Entwicklungsstandes des vorgeburtlichen

Lebens in bestimmten Fällen ethisch weniger

problematisch als eine Pränatal diagnostik mit

16 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

„Ideal ist es, in Dänemark Arzt und

in Deutschland Patient zu sein“

... Wer glaubt, dass die dänische Bevölkerung angesichts

langer Wartezeiten, weiter Wege und hoher

Eigenleistungen im Krankheitsfall neidvoll auf

das Gesundheitssystem südlich der Grenze blicken

würde, irrt gewaltig. Gerne nimmt man im

unmittelbaren Grenzgebiet die boden- und luftgestützte

Rettungskette der deutschen Seite in Anspruch.

Dies und die Möglichkeit der wohnortnahen

Strahlentherapie in Flensburg als Alternative

zum Sammeltransport ins 150 km entfernte Zentrum

in Odense auf der Insel Fünen wird aber eher

als ein großzügiges Entgegenkommen der zuständigen

Regionalverwaltung denn als Defizit der Gesundheitsversorgung

im eigenen Lande empfunden.

Im Gegenteil bedauert man uns wegen der

scheinbar unlösbaren Probleme unseres Gesundheitswesens.

... Genau umgekehrt sind dagegen die Wanderungsbewegungen

deutscher Ärzte nach Dänemark.

Ganze Krankenhausabteilungen in Anästhesie,

Chirurgie und Radiologie sind nördlich der

Grenze mit deutschen Ärzten besetzt, stellenweise

sogar bis in die Leitungsebene hinein. Die von

diesen Arbeitsemigranten am häufigsten dafür genannten

Gründe sind: geregelte Arbeitszeiten, ein

faires, kollegiales Arbeitsklima und fehlender oder

doch deutlich geminderter Arbeitsdruck. Und da

dabei auch das Einkommen mehr als auskömmlich

ist, was übrigens auch für die ambulante hausärztliche

Versorgung gilt, gibt es den feststehenden

Spruch:

Ideal ist es, in Dänemark Arzt und in Deutschland

Patient zu sein.

... In diesem einen Satz steckt das gesamte Dilemma

des deutschen Gesundheitswesens. Die Arztdichte

ist nach neuesten WHO-Angaben mit 3,42

respektive 3,50 Ärzten pro 1.000 Einwohner in Dänemark

und Deutschland praktisch identisch, die

vom einzelnen Arzt erwartete Leistung dagegen

hoch diskrepant. Das Primat der umfassenden

zeit- und wohnortnahen haus- und fachärztlichen

Versorgung auf höchstem Niveau ist ein herausragendes

Charakteristikum unseres Gesundheitswesens.

Alle skandinavischen Staaten arbeiten dagegen

seit Jahrzehnten nach dem Prinzip der Priorisierung,

was nicht nur die gezielte Zuteilung von


Leistungen, sondern auch die Inkaufnahme langer

Wege und Wartezeiten beinhaltet.

Auf der einen Seite der Grenze ein Gesundheitswesen

als Teil einer allumfassenden staatlichen Daseinsfürsorge

auf erreichbarem und bezahlbarem

Niveau, hier bei fast uneingeschränktem Leistungsversprechen

ein ärgerlicher Kostenfaktor, den es

gilt, durch Kostendiktat und Budgetierung auf der einen

und Marktwirtschaft

und Wettbewerb auf der

anderen Seite so niedrig

wie möglich zu halten.

Beide Prinzipien schließen

sich aber gegenseitig

eigentlich aus. Und

der für Wettbewerber an

sich implizit in Aussicht

gestellte Profit erinnert

stark an das Esel-Möhre-

Prinzip: der Esel, der einer

vorgehaltenen Karotte

hinterher trabt, ohne

diese jemals erreichen zu

können. Wer dieses Spiel

einmal durchschaut hat,

haut ab – wenn er kann.

Aber was soll man daraus

schließen? Häufig

hört man: Die jungen

Ärztinnen und Ärzte verlassen Deutschland wegen

drohender Staatsmedizin. Aber warum zieht es sie

dann ausschließlich in Länder mit Staatsmedizin?

Kann der Staat es eventuell doch besser als die

Selbstverwaltung?

Zugegeben – sehr provokante Fragen. Aber nur wer

die richtigen Fragen stellt, kann die richtigen Antworten

erwarten. Mit falschen Fragen kommt man nur zu

vorschnellen Antworten – und an denen mangelt es

weiß Gott nicht.

Also, nur wenn wir die richtigen Fragen stellen, haben

wir die Chance, von einer Verwaltung staatlich

verordneten Mangels wieder mehr zur Selbstgestaltung

unseres Berufsstandes zu gelangen. Deshalb

müssen wir bereit sein, Konflikte auszuhalten und

Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.

Denn nur, wenn wir in Verantwortung handeln, können

wir unsere Zukunft selbst gestalten. Und dabei

meine ich nicht nur die öffentliche Auseinandersetzung

mit der Politik, die zweifelsfrei notwendig ist.

TITELTHEMA

Vielmehr müssen wir Zivilcourage auch nach innen

beweisen, was häufig sogar der schwierigere – weil

unpopulärere – Part ist. Veränderungen, gerade in einem

beruflichen Umfeld, welches aus gutem Grunde

Bewährtes favorisiert, werden immer als Bedrohung

empfunden. Gleichwohl führt die alleinige Bewahrung

des Status quo bei einer permanenten Änderung der

Umfeldbedingungen erst zum Stillstand und dann

Dr. Franz-Joseph Bartmann (Foto: helliwood media)

ins Defizit. Wenn wir etwas als richtig und notwendig

erkannt haben, es aber aus Angst vor dem Vorwurf

des vorauseilenden Gehorsams erst dann umsetzen,

wenn der Druck aus Staat und Gesellschaft

keine Alternative mehr lässt, haben wir das Prinzip

der Selbstverwaltung gründlich missverstanden und

als Institution bereits versagt. Ich persönlich habe aus

diesem Grunde den Ärztetag in Bremen 2004 mit der

notwendigen und überfälligen Anpassung der Berufsordnung

als eine Sternstunde der Selbstverwaltung

in Erinnerung. Wir erleben auf diesem Ärztetag die

Fortschreibung dieses Prozesses. Wir bemühen uns

um eine Fortentwicklung des Weiterbildungsrechtes.

Vor allem machen wir uns Gedanken über diejenigen

und mit denen, denen die Zukunft unseres Berufes

gehört. Und wenn ich als gastgebender Präsident

dieses Ärztetages einen Wunsch äußern dürfte, wäre

dieser, dass von hier, vom 114. Deutschen Ärztetag in

Kiel, das Signal ausginge:

Der Arztberuf hat Zukunft – auch in Deutschland.

Ausgabe 6 | Juni 2011 17


TITELTHEMA

Ärzte wollen sich bei der GOÄ nicht länger vertrösten lassen

Der Deutsche Ärztetag hat in einer fast einmütig geführten

Diskussion deutlich gemacht, dass die Ärzte

eine Novellierung der GOÄ noch in der laufenden

Legislaturperiode erwarten. Dr. Theodor Windhorst,

Kammerpräsident aus Westfalen-Lippe, setzte mit

seiner Auftaktrede zum Thema ein klares Zeichen

in Richtung Bundesgesundheitsminister, von dem

er die Umsetzung der GOÄ-Novellierung erwartet.

Windhorst versprach den Delegierten, „terrierartig

dranzubleiben“ und von Daniel Bahr immer wieder

die aus Sicht der Ärzte überfällige Novellierung einzufordern.

Ob Bahr hinter diesem Ziel steht, wurde

zumindest aus seinem

Statement zur Eröffnung

nicht ganz deutlich.

Manche Delegierte legten

seine Äußerungen

negativ aus. Internist Dr.

Wolfgang Wesiack aus

Hamburg vermutet, dass

Bahr einer Novellierung

deutlich skeptischer gegenüber

steht als sein

Vorgänger Philipp Rösler.

„Hier wird auf Ausbremsung

gesetzt“, sagte

Wesiack in Kiel. Er forderte

seine Kollegen auf,

„den Druck zu erhöhen“

und selbstbewusster als

in der Vergangenheit

für die von ihnen für adäquat

gehaltenen Preise

einzutreten. Wesiack hält

ein Ultimatum für sinnvoll,

um die Novellierung

einzufordern. Dr. Gottfried

von Knoblauch zu

Hatzbach, Kammerpräsident

aus Hessen, regte

an, in dieser Frage regional

den Druck zu verstärken

und die Bundestagspolitiker

vor Ort auf

das Thema anzuspre-

chen. Dr. Werner Baumgärtner

aus Baden-Würt-

18 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Dr. Theodor Windhorst: „Terrierartig dranbleiben“.

(Foto: helliwood media)

temberg forderte nicht nur eine klare Positionierung

des Vorstands der Bundesärztekammer, sondern

auch eine gemeinsame Stellungnahme zusammen

mit den Verbänden, um die breite Zustimmung der

Ärzteschaft zu dieser Forderung zu verdeutlichen.

Im mit großer Mehrheit verabschiedeten Entschließungsantrag

forderte der Deutsche Ärztetag, die

Novellierung nicht länger aufzuschieben. Fünf Argumente

sprechen für eine Novellierung, heißt es in

dem Antrag: Die amtliche GOÄ erfüllt eine Doppelschutzfunktion

für Patienten und Ärzte, der zunehmende

Wettbewerb im Gesundheitswesen macht

die Bedeutung der GOÄ

als Leitwährung immer

wichtiger, die Novellierung

der GOÄ ist überfällig,

der Vorschlag der

Bundesärztekammer ist

umfassend und fachkompetent

und muss die

Beratungsgrundlage für

den Novellierungsprozess

bilden, der Verordnungsgeber

muss seiner

Verantwortung für

die amtliche Gebührenordnung

gerecht werden.

Weiter hießt es in dem

Antrag: „Amtliche Gebührenordnungen

wie

die GOÄ schützen vor

Preiswillkür und sichern

die ordnungsgemäße

Erfüllung der den freien

Berufen im Allgemeininteresse

übertragenen

Aufgaben. Die GOÄ dient

dem fairen Interessenausgleich

zwischen Arzt

und Patient. Durch das

Festlegen von Höchstsätzen

werden die Patientinnen

und Patienten

vor finanzieller Überfor-

derung geschützt. (...)“

(di)


nachfolgendem Schwangerschaftsabbruch ist. Dabei

sollte die PID aber nur Paaren angeboten werden,

für deren Nachkommen ein hohes Risiko einer

familiär bekannten und schwerwiegenden genetisch

bedingten Erkrankung besteht. Der Ärztetag betonte

auch: Keine Indikation für die PID dürfen insbesondere

Geschlechtsbestimmungen ohne Krankheitsbezug,

Alter der Eltern und Maßnahmen der assistierten

Reproduktion im Allgemeinen sein.

Zur Organspende plädierte der Deutsche Ärztetag

für eine Informations- und Selbstbestimmungslösung.

Ziel ist es, die Zahl der Spenderorgane zu

erhöhen, indem möglichst viele Menschen ihre Bereitschaft

für eine Organ- und Gewebespende erklären.

„Wird dieses Recht nicht zu Lebzeiten wahrgenommen

und liegt somit keine Erklärung vor, können

dem Verstorbenen unter Ermittlung des mutmaßlichen

Willens durch Einbeziehung der Angehörigen

Organe und/oder Gewebe entnommen werden“,

heißt es in dem Beschluss. Die Delegierten folgten

damit dem Vorschlag der Ständigen Kommission Organtransplantation

der BÄK. Damit sieht der Ärztetag

positive Aspekte der bislang geltenden Zustimmungslösung

wie auch der Widerspruchslösung, bei

der nicht spendebereite Bürger einer Organentnahme

aktiv widersprechen müssen, zusammengeführt.

Begeistert zeigte sich der Präsident der Deutschen

Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin,

Prof. Fred Zapp aus Mainz, von der Diskussion

am Schlusstag des Ärztetages über die Perspektiven

moderner Präventionskonzepte im Kindes- und

TITELTHEMA

(Foto: ÄKSH)

Jugendalter. Zapp hatte zuvor geschildert, dass

Gesundheit in unserer Gesellschaft von Bildung,

Arbeitssituation und Wohnbedingungen abhängt.

Zapp nannte die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention

eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

„Gesundheitsförderung und gesundheitsbewusstes

Verhalten muss integraler Bestandteil

der Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen

wie auch umfassend in unserem Bildungssystem

verankert werden“, führte Zapp aus. Denn durch

Prävention im Kindesalter werden überdurchschnittlich

viele Lebensjahre mit hoher Lebensqualität gewonnen

– genügend Argumente also für eine Intensivierung

bestehender Präventionsprogramme, für die

Bereitstellung ausreichender Ressourcen und für die

Schaffung generationenübergreifender Präventionskonzepte.

Die Diskussion machte deutlich, dass Ärzte

in vielen Regionen Deutschlands daran längst mitarbeiten

und die Ziele vehement unterstützen. Nur:

Bei den Krankenkassen stoßen sie damit oft auf verschlossene

Türen. „Es passiert nichts“, stellte ein

Delegierter frustriert fest. Zapp ermunterte die Delegierten,

weiterhin offen und bereit zu sein für Diskussionen

zum Thema und mahnte, mit Prävention nicht

in der Pädiatrie aufzuhören. Er brachte es auf die Formel:

„Wir müssen zwar bei den Kinderärzten ansetzen,

aber dort nicht aufhören.“ Der Ärztetag forderte

in diesem Zusammenhang, dass Früherkennung

von Risikofaktoren für die gesundheitliche Entwicklung

sowie die Aufklärung der Erziehungsberechtigten

und die Weitervermittlung in Angebote zur Ge-

Ausgabe 6 | Juni 2011 19


TITELTHEMA

sundheitsförderung integrale Bestandteile des Paragraphen

26 des SGB V zur Kinderuntersuchung werden

müssten. In einem weiteren Beschluss forderten

die Delegierten, dass die Präventionsangebote der

Krankenkassen zielgruppengerecht und qualitätsgesichert

ausgestaltet werden. Um Menschen mehr

Orientierung im Umgang mit sterbenden Menschen

zu geben, hat der Deutsche Ärztetag eine Neuformulierung

der Musterberufsordnung beschlossen. Bislang

war ein ausdrückliches Verbot der ärztlichen

Suizidbegleitung nicht enthalten. Nun heißt es in der

MBO: „Ärztinnen und Ärzte haben Sterbenden unter

Wahrung ihrer Würde und unter Achtung ihres Wil-

20 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

lens beizustehen. Es ist ihnen verboten, Patienten

auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe

zur Selbsttötung leisten.“ Bislang hieß es, Ärzte seien

verpflichtet, auf lebensverlängernde Maßnahmen

nur dann zu verzichten, wenn ein Hinausschieben

des unvermeidbaren Todes für die sterbende Person

lediglich eine unzumutbare Verlängerung des Leidens

bedeutet. Von der Neufassung erhoffen sich

die Delegierten mehr Klarheit. Dies hatte auch Hoppe

im Vorfeld gefordert: Für jeden müsse klar sein,

dass Ärzte keinen Suizid unterstützen dürfen. Auch

der Umgang mit schwerkranken und sterbenden

Menschen wurde diskutiert. Der Ärztetag forderte


den weiteren Ausbau von Lehrstühlen für Palliativmedizin

an den medizinischen Fakultäten. In der Ausbildung

sollten auch kommunikative Kompetenz im

Umgang mit den Patienten und deren Angehörigen,

die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und

die Arbeit in multiprofessionellen Netzwerken vermittelt

werden, forderte Prof. Friedemann Nauck, Präsident

der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Im kommenden Jahr wird der Ärztetag in Nürnberg

stattfinden. Außerdem entschieden sich die Delegierten

für Hannover als Gastgeber für den Deutschen

Ärztetag 2013. Über weitere Beschlüsse des Ärztetages

informieren wir in der Juli-Ausgabe. Dirk Schnack

TITELTHEMA

(Fotos: helliwood media)

Ausgabe 6 | Juni 2011 21


SCHLESWIG-HOLSTEIN

MFA

Bei der Ausbildung in Teilzeit ist

Schleswig-Holstein Vorreiter

Neun Arztpraxen im Land bilden derzeit Medizinische Fachangestellte (MFA)

aus, die als Mütter nur in Teilzeit arbeiten. Die ersten Erfahrungen sind positiv.

Sara Navarro ist Mutter von zwei kleinen Kindern und

im ersten Lehrjahr zur MFA. Um jeden Nachmittag für

ihre Kinder da sein zu können, hat sie ihre wöchentliche

Arbeitszeit auf 30 Stunden reduziert. Möglich

macht dies das Projekt Teilzeit-Ausbildung, an dem

sich neben den Industrie- und Handelskammern u.a.

auch die Ärztekammer Schleswig-Holstein beteiligt.

Zwei Modelle sind möglich: Wenn die wöchentliche

Arbeitszeit 30 Stunden beträgt, wird die Ausbildungsdauer

nicht verlängert und die Prüfung kann

nach drei Jahren abgelegt werden. Wenn die wöchentliche

Arbeitszeit auf 25 Stunden reduziert wird,

verlängert sich die Ausbildungsdauer um ein Jahr auf

vier Jahre. Bislang haben alle Auszubildenden in Teilzeit

einen Vertrag über 30 Stunden abgeschlossen.

Derzeit sind neun MFA-Auszubildende in Teilzeit tätig.

Die 24-jährige Sara Navarro hatte gezielt nach

einer solchen Möglichkeit gesucht und sich bei verschiedenen

Kammern informiert. In der Gemeinschaftspraxis

von Dr. Sabine und Dr. Bernd Thorade

in Ahrensburg hatte sie zuvor ein Praktikum absolviert.

Die Ärzte waren anfangs nicht von der Idee einer

Praktikantin begeistert, ließen sich aber von der

jungen Frau schnell überzeugen. „Sie ist extrem wissensdurstig,

intelligent, motiviert und ehrgeizig“, beschreibt

die praktische Ärztin ihre jüngste Mitarbeiterin.

Damit waren für sie alle persönlichen Voraussetzungen

erfüllt, um die Ausbildung auch in Teilzeit

zu absolvieren.

Einen finanziellen Nachteil haben die Ausbildungsbetriebe

durch die geringere Präsenz in den Praxen

nicht. Die Ausbildungsvergütung wird anteilig auf 78

Prozent gekürzt (im ersten Jahr von 561 auf 437,58

Euro, im zweiten von 602 auf 469,56 Euro, im dritten

von 646 auf 503,88 Euro). Die Auszubildenden können

die Differenz über öffentliche Förderungen ausgleichen.

Gut geeignet ist die Teilzeitausbildung etwa

für Praxen, die wenig Sprechstundenzeiten anbieten.

Teilzeit ist nur möglich, wenn die Auszubildende

nachweisen kann, dass sie sich um eigene Kinder

22 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

oder pflegebedürftige Angehörige kümmern muss.

Monika Schernus, bei der IHK Lübeck für die Teilzeit-Ausbildung

zuständig, muss bei den Ausbildungsbetrieben

oft noch Vorbehalte ausräumen.

Die Arbeitgeber fragen sich etwa, wie die Auszubildende

mögliche Lücken im Krankheitsfall ihrer Kinder

schließt oder ob sie in der kürzeren Arbeitszeit

wirklich alle Lerninhalte bewältigen kann. „Die bisherigen

Resultate der Teilzeit-Auszubildenden zeigen,

dass dies leistbar ist“, sagte Schernus.

Die Auswertung einer Umfrage zum Projekt unter

den teilnehmenden Arztpraxen im Norden ergab,

dass die Arbeitgeber sich von einer Teilzeit-Ausbildung

überzeugen lassen, wenn die Bewerberin motiviert

auftritt. Auch die Bereitschaft, familienfreundliche

Maßnahmen umzusetzen, spielt eine große

Rolle. Die Fehlzeiten sind nicht höher als bei anderen

Auszubildenden und der Verlauf der Ausbildung

wird von den Arbeitgebern überwiegend positiv eingeschätzt.

Dennoch gilt: „Für die Teilzeit-Ausbildung ist nicht

jeder geeignet. Sie müssen gut organisiert sein,

um den privaten und beruflichen Anforderungen

gerecht zu werden“, steht für Volker Warneke,

Bildungsreferent der Ärztekammer Schleswig-

Holstein, fest. Nach seinen Erfahrungen sind die

Bewerberinnen motiviert, weil sie sich und ihrem

Kind oder ihren Kindern eine Zukunft sichern wollen.

„Durch die Lebenserfahrung bereits in jungen

Jahren sind die Bewerberinnen häufig reifer und

somit auf den Umgang mit Patienten besser vorbereitet.“

Auf Sara Navarro scheint dies zuzutreffen. Obwohl

sie in Teilzeit ausgebildet wird, strebt die junge Frau

auch noch eine Verkürzung an. Die bisherigen Berufsschulnoten

und ihre Chefin sprechen dafür. Dr.

Sabine Thorade ist überzeugt: „Sie schafft das mit

links.“

Dirk Schnack

Info: www.teilzeit-ausbildung.de


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Prävention und Rehabilitation

Das Rezept für Bewegung führt

die Menschen in die Sportvereine

Ärzte können für ihre Patienten Kurse zur Prävention und Rehabilitation aus

einer Datenbank mit mehr als 720 Angeboten auswählen.

Das Rezept für Bewegung wird in Schleswig-Holstein

immer besser angenommen. Für eine weiter steigende

Resonanz sollen Pressegespräche sorgen, die in

den vergangenen Wochen in verschiedenen Kreisen

des Landes durchgeführt wurden. Zur Pressekonferenz

in Lübeck schilderte Frauenärztin Dr. Annemarie

Uebe ihre Gründe, das Rezept für Bewegung zu unterstützen.

„Das ist eine grandiose Lösung. Damit kann ich meinen

Patientinnen etwas mitgeben“, sagte Uebe während

des Termins in Lübeck. Uebe betreut viele gesunde

Patientinnen in ihrer Praxis und ermuntert sie

zur Vorsorge. Dafür gibt sie in eine Datenbank wenige

Schlagworte ein, um ein für die Patientin passendes

Angebot zu finden. Die angezeigte Auswahl

enthält eine kurze Beschreibung des Angebotes,

das sie mit der Patientin besprechen kann. Anschließend

druckt Uebe das Rezept aus, das an konventionelle

Verordnungen erinnert. Wie viele Rezepte die

Ärzte in Schleswig-Holstein inzwischen ausgedruckt

haben, ist nicht bekannt. Thomas Niggemann, Geschäftsführer

Breitensport beim Landessportver-

Dr. Annemarie Uebe: „Das Rezept für Bewegung ist

eine grandiose Lösung.“

band (LSV), bekommt zahlreiche positive Rückmeldungen.

„Viele Übungsleiter berichten uns, dass

Menschen mit diesen Rezepten in die Übungsstunden

kommen“, sagte Niggemann.

Die Datenbank mit den Angeboten der Sportvereine

umfasst mehr als 720 Angebote aus dem ganzen

Land. Über 430 Arztpraxen haben sich beim LSV gemeldet,

um sich zu beteiligen. Viele von ihnen begrüßen

das Rezept, weil es ihrer Empfehlung, der

Patient solle sich mehr bewegen, mehr Nachdruck

verleiht. „Eine solche Empfehlung kommt auch dem

Arzt-Patienten-Verhältnis zugute“, sagt Dr. Michael

Lohmann von der Ärztekammer Schleswig-Holstein,

die beim Rezept für Bewegung mit dem LSV und den

Sparkassen kooperiert. Wichtig war den Partnern,

dass die Ärzte das passende Angebot schnell finden

und das Rezept ohne großen Aufwand ausdrucken

können. Die Sportvereine erhoffen sich vom Rezept

Kontakte zu Menschen, die bislang nicht regelmäßig

Sport betrieben haben. Ziel ist die aktive Mitgliedschaft

in einem Sportverein.

Dirk Schnack

Rückengymnastik in Lübeck: Eines von über 720

Angeboten als Rezept für Bewegung. (Fotos: di)

Ausgabe 6 | Juni 2011 23


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Ärztliche Versorgung

Politik erkennt: „Der Ärztemangel

lässt sich nicht wegdiskutieren“

Die Diskussion über einen drohenden Ärztemangel hat die gesundheitspolitischen

Fachkreise verlassen. Das Problem wird in der breiten Öffentlichkeit diskutiert.

Das Versorgungsgesetz und die Situation der Gesundheitsversorgung

vor Ort rückten in den vergangenen

Wochen auch im Norden zunehmend in den

Blickpunkt der Öffentlichkeit. Politiker und Krankenkassen

im Norden beschäftigten sich ausführlich mit

dem Thema.

Im „Ärzteatlas 2011“ des Wissenschaftlichen Instituts

der AOK (WIdO) wurde erneut die regionale Verteilung

der Ärzte in Deutschland unter die Lupe genommen.

Schleswig-Holstein hat danach keine Planungsbereiche

mit Versorgungsgraden von unter 90

Prozent. Nur einer von 13 Planungsbereichen liegt

zwischen 90 und 100 Prozent. Andere Bereiche sind

deutlich besser versorgt. Das WIdO spricht deshalb

auch nicht von einem Ärztemangel, sondern von einem

„neuen Höchststand bei der Arztdichte“.

In der anschließenden öffentlichen Diskussion wurde

aber deutlich, dass die von Krankenkassen vertretene

Linie, wonach die Zahl der Ärzte ausreicht

und diese nur anders verteilt werden müssten, in der

Politik nicht geteilt wird. So kommentierte etwa die

gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion

von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn, die

AOK-Schlussfolgerungen aus der Studie mit den

Worten: „So kommen wir nicht weiter. Der Ärztemangel

im ländlichen Raum lässt sich nicht wegdiskutieren.“

Nach Anischt Bohns wird eine Änderung

des Honorarsystems allein das Problem nicht lösen:

„Auch wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie

und Beruf zieht es die junge Ärztegeneration in

die Städte und nicht aufs Land.“ Bohn erinnerte an

die Forderung ihrer Partei nach einem runden Tisch

zu diesem Thema.

Für Ursula Sassen, gesundheitspolitische Sprecherin

der CDU-Landtagsfraktion, gehen statistische

Erhebungen zur Über- oder Unterversorgung mit

Ärzten an der Realität vorbei. „Die Akteure im Gesundheitswesen

sind in Schleswig-Holstein viel weiter,

als Rückschlüsse aus Gutachten zur ärztlichen

Versorgung vermuten lassen“, sagte Sassen. Sie er-

24 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

hofft sich Fortschritte durch mehr Länderkompetenzen

und durch eine kleinteiligere Bedarfsplanung.

Als Beleg für eine funktionierende Kooperation der

Selbstverwaltungspartner führte Sassen den gemeinsamen

Strukturfonds von Krankenkassen und

Kassenärztlicher Vereinigung für Arztpraxen in unterversorgten

ländlichen Regionen an.

Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin nannte

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. rer.

pol. Heiner Garg die engere Kooperation von Leistungserbringern

untereinander als Mittel, um eine

höhere Versorgungsqualität zu erreichen. Zugleich

könne sie auch einem effizienten Einsatz der Ressourcen

dienen, sagte Garg. Damit meinte er neben

Budgets in erster Linie die Menschen, die die Versorgung

leisten – Ärzte und Pfleger.

Vernetzung stellt sich Garg etwa in Form eines Versorgungsverbundes

mit klar definierten arbeitsteilig

abgestimmten Versorgungsketten vor. Daneben gibt

es eine Reihe weiterer Netzwerk- und Kooperationsformen.

Als Ansatzpunkte für die Bildung solcher

Zusammenarbeitsmodelle nannte er die Bedürfnisse

bestimmter Bevölkerungsgruppen, die Versorgung

einer bestimmten Region oder bestimmter

Krankheitsbilder. „In Schleswig-Holstein haben wir

innovative Beispiele, wie solche sektorenübergreifenden

Kooperationen zur Sicherstellung der Versorgung

gerade im ländlichen Raum beitragen können“,

sagte Garg. Als Beispiel nannte er das Modellprojekt

zur ambulanten geriatrischen Versorgung,

mit dem, wie berichtet, 2010 eine 3. Säule der geriatrischen

Versorgung auf den Weg gebracht wurde.

Auch das regionale Psychiatriebudget in vier

Kreisen, über das an dieser Stelle mehrfach berichtet

wurde, nannte Garg als erfolgreiches Beispiel,

ebenso das Tumorboard aus den 5K-Kliniken.

Dirk Schnack


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Ärztliche Versorgung

Das Versorgungsgesetz allein löst

nicht das Problem Ärztemangel

Die ambulante Versorgung kann nach Meinung vieler Experten in wenigen

Jahren zum Problemfall werden. TK-Fachtagung in Kiel.

„Wir haben die Zukunft schon fast verschlafen“, stellte

Dr. Reneé Buck aus dem Kieler Gesundheitsministerium

auf einer Fachtagung der Techniker Krankenkasse

(TK) in Kiel fest. Sie verwies auf die lange

Aus- und Weiterbildungsdauer von Medizinern.

Aber schon in fünf Jahren werden viele der heute

noch praktizierenden Hausärzte – im Durchschnitt

sind sie 57 Jahre alt – nicht mehr tätig sein. Buck begrüßte

zwar, dass die Bundesregierung mit dem Versorgungsgesetz

tätig wird, damit allein lassen sich

die Probleme in Schleswig-Holstein nach ihrer Einschätzung

aber nicht lösen. Sie forderte integrierende

Lösungen, die über die Sektorengrenzen hinausreichen.

Zugleich stellte sie klar, dass Patienten für

Spezialleistungen in Zukunft weitere Wege in Kauf

nehmen müssen. Medizinstudenten sollten nach ihrer

Ansicht früher mit der Allgemeinmedizin in Berührung

kommen. Neben Zweigpraxen hält sie auch ein

docmobil für denkbar, um die Versorgung in der Fläche

sicherzustellen.

Diese Lösung stieß bei TK-Leiter Dr. jur. Johann

Brunkhorst und KV-Vorstand Dr. rer. nat. Ralph

Ennenbach auf wenig Gegenliebe. Ennenbach

sprach sich dafür aus, das Image des Hausarztes

aufzubessern: „Wir müssen die positiven Aspekte

wieder stärker herausstellen.“ Dies versucht die KV

derzeit, wie berichtet, mit der Kampagne „Land.Arzt.

Leben“. Hoffnungen setzt die KV auch in Zweigpraxen,

von denen es landesweit derzeit rund 120 gibt.

Ennenbach hält außerdem alle Lösungen, die den

Beteiligten vor Ort mehr Flexibilität ermöglichen, für

geeignet, um Nachwuchs zu gewinnen. Christine

Aschenberg-Dugnus, FDP-Bundestagspolitikerin,

will dieses Ziel mit dem Versorgungsgesetz erreichen.

„Damit wollen wir einen Rahmen vorgeben, vor

Ort entscheiden die Akteure.“

Brunkhorst warnte vor einer „Landarztquote“ – diese

könnte nach seiner Ansicht den Beruf diskriminieren,

statt ihn attraktiver zu machen. Er verwies außerdem

auf die Notwendigkeit strukturierter Weiterbildungs-

Karl-Heinz Vorwig (Foto: di)

programme, die noch nicht von allen Kliniken im Norden

angeboten werden.

Von ganz speziellen Problemen berichtete Karl-Heinz

Vorwig, kaufmännischer Vorstand der Flensburger Diakonissenanstalt.

Eines davon erklärt sich durch die

Lage des Krankenhauses in der Grenzstadt. Deutsche

Ärzte fahren von dort über die Grenze zu ihrem

Arbeitsort an dänischen Kliniken. Nach Auskunft Vorwigs

hat sein Krankenhaus im vergangenen Jahr rund

fünf Ärzte an das Nachbarland verloren. Er vermutet,

dass deutsche Ärzte die Arbeitsbedingungen dort attraktiver

einschätzen als an deutschen Krankenhäusern.

Vorwig berichtete auch, dass besonders Gynäkologen

sich nach ihrer Facharztprüfung schneller

niederlassen. Er vermutet, dass die Zahl der Dienste

an den Kliniken im Vergleich mit der Niederlassung

einen Nachteil darstellt. Um die Versorgung der Region

um die Klinik sicherzustellen, ist nach seinen Erfahrungen

eine enge Kooperation mit niedergelassenen

Haus- und Fachärzten unverzichtbar. Als Beispiele

nannte Vorwig die gemeinsame Gerätenutzung bei

der Herzkatheterversorgung und bei der radiologischen

Versorgung. Dirk Schnack

Ausgabe 6 | Juni 2011 25


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Medizin und Sprache

„Braucht der Kranke einen

Ingenieur oder einen Arzt?“

Symposium des medizinhistorischen Instituts in Lübeck zu Medizin und Sprache

zum 70. Geburtstag von Prof. Dr. phil. Dietrich Baron von Engelhardt.

Ehemalige Kollegen, Freunde und Schüler des Jubilars

waren zum Symposium unter dem Titel „Macht

und Ohnmacht des Wortes in Medizin und Kultur“

gekommen. Nach Referaten aus Medizin, Neurobiologie,

Theologie, Philosophie, Musikwissenschaft

und Politik sowie zahlreichen Gesprächen am Rande

war deutlich: Wie alle Wissenschaften und viele

Künste ist auch die Medizin fundamental auf das

Wort und die Sprache bezogen. Aber auch die Grenzen

gehören dazu. Sprechen und Hören können gelingen,

aber auch scheitern. Dietrich von Engelhardt:

„Die Medizin ist ein Haus der Sprache: Kommunikation

mit dem Kranken und seinen Angehörigen, Kontakte

unter den Ärzten, Diagnostik, Therapie und

Forschung, Aufklärung der Öffentlichkeit. An der Humanität

der Sprache misst sich das Niveau der Medizin.“

Zu Beginn sprach Bischof em. Karl Ludwig Kohlwage

über das Wort in seiner überragenden Bedeutung

im biblischen Kontext. Er zeigte die lebenserhaltende

Kraft des Wortes bei dem selbsterlebten schweren

Verkehrsunfall eines Motorradfahrers, dem er zusprach,

bis Rettungssanitäter die Reanimation übernehmen

konnten.

Aus der Sicht eines Chirurgen relativierte Prof. Peter

Stulz (Luzern) die These von der Wortkargheit seiner

Zunft. Auch wenn Chirurgen oft allein durch ihr

erfolgreiches Handeln positiv auf Patienten und Angehörige

wirkten („lassen Lahme wieder gehen und

Blinde sehen“), sei die Kommunikation wichtig, besonders

aber in Grenzsituationen wie beim Überbringen

schlechter Nachrichten. „Gerade wenn die Medizin

immer technischer wird, wenn sie zu einer „Notouch-Medizin“

wird, bedarf sie der kulturell-geisteswissenschaftlichen

Ergänzung.“

Prof. Gian Franco Frigo (Padua) zeigte die Bedeutung

des Wortes in der Anthropologie anhand der

abendländischen Geschichte der Sprachphilosophie

von Sokrates und Platon, der römischen Rezeption

(„loquor, ergo sum“; ich spreche, also bin ich)

26 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

über Mittelalter, Renaissance und Aufklärung, speziell

dann bei Herder, Jacob Grimm, Goethe, Hegel

und Heidegger bis in die Gegenwart.

Die Problematik einer alten, historisch „beladenen“

Fachterminologie mit ihren möglichen Missdeutungen

belegte Prof. Helmut H. Wolff (Lachem/Hameln)

am Beispiel der dermatologischen Nomenklatur.

So werde eine Gürtelrose im Gesicht leicht als „Gesichtsrose“

bezeichnet (falsch) oder eine Mycosis

fungoides als Mykose verstanden (nein, Lymphom)!

Über die große Wirksamkeit des richtigen Wortes

in der Psychotherapie referierte Prof. Wolfram

Schmitt (Saarbrücken) und erinnerte an die appellative,

die affektiv-emotionale und die kognitiv-rationale

Seite des Patientengesprächs. Der „Appell an die

menschliche Freiheit“ (Jaspers) habe seine Grenzen

da, wo diese Freiheit nicht angenommen werde, wo

eine psychische Erkrankung nicht zu einer Lebensänderung

und zu einer „Versöhnung mit sich selbst“

führe.

Prof. Giovanni Maio (Freiburg) beschrieb den partiellen

„Verlust einer Kultur der verstehenden Sorge

in Zeiten der Ökonomie“. Die sprechende Medizin

werde zurückgedrängt in einer Zeit, in der Medizin in

manchen Kliniken als Produktionsprozess und Patienten

als Kunden verstanden würden – Kliniken, die

vorgäben, mit nahezu garantierter Qualität den Defekt

zu reparieren. Er fragte: „Braucht der Kranke einen

Ingenieur oder einen Arzt?“ Im zweiten Teil des

Tagessymposiums sprachen außerdem Prof. Hannah

Monyer (Heidelberg) über die „Sprache“ der Neuronen,

Prof. Manfred Oehmichen (Lübeck) über „Das

beredte Schweigen des Leichnams“, Dr. Martina

Münch (Potsdam) über die Sprache der Politik (ähnlich

in der Medizin) zwischen Gefühl und Vernunft,

Prof. Heinz Schott (Bonn) über die Medizingeschichte

des Placebo-Nocebo-Problems, Prof. Herbert

Petzold (Tübingen) über den Dialog zwischen Psyche

und Soma und Prof. Wolfgang Sandberger (Lübeck)

zur Sprachfähigkeit der Musik. Horst Kreussler


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Hygiene

Gustav Adolf Neuber: Späte

Ehrung für unbekannten Pionier

Das Sankt Elisabeth-Krankenhaus in Kiel benennt die neu gegründete Akademie

nach Gustav Adolf Neuber, der als Schöpfer der Asepsis gilt.

Interessierte, potenzielle Patienten und Einkaufsbummler

aus der nahe gelegenen Innenstadt bekamen

am 21. Mai Einblicke in das Klinikleben am

Kieler Sankt Elisabeth-Krankenhaus. Anlass war die

Ehrung für einen noch nicht so prominenten Kieler

Chirurgen, der im vorletzten Jahrhundert im Königsweg

gewirkt hat – zu Unrecht wenig bekannt, meinen

Belegärzte und Mitarbeiter des Krankenhauses. Sie

gründeten an diesem Tag die „Gustav Adolf Neuber

Akademie“. Prof. Neuber, geboren am 24. Juni 1850

in Tondern und gestorben am 13. April 1932 in Kiel,

gilt weltweit als „Schöpfer der Asepsis“. Sein Grab

auf dem Kieler Südfriedhof gibt es heute übrigens

immer noch. 1885 baute er die erste nach aseptischen

Grundsätzen konzipierte Klinik im Königsweg

8 in Kiel, dem heutigen Sankt Elisabeth-Krankenhaus.

„Mit seinen Ideen und vor allem der konsequenten

Umsetzung seines Wissens über bisher

nicht durchgeführte, aber dringend notwendige Hygienemaßnahmen

im Krankenhaus rettete er Menschenleben

und bewahrte vor schwerer Krankheit,

Not und Elend“, teilte das Krankenhaus mit.

Im 19. Jahrhundert wurde bereits sehr gut operiert;

Erkenntnisse über Krankheiten und deren Behandlung

waren weit fortgeschritten. Nur an den Folgen

der Operationen starben noch sehr viele Menschen.

Sie bekamen Wundinfektionen, die sie sich durch

die Operation erwarben und die nicht oder nur unzureichend

geheilt werden konnten. Neubers Idee

war, erst gar keine Keime in die Wunde und somit

an den Patienten gelangen zu lassen. Man war damals

ohnehin gegen viele „starke“ Keime machtlos.

Antibiotika, wie wir sie heute kennen, gab es noch

nicht. Neuber setzte konsequent bei allen bekannten

Schwachstellen an: Jeder Patient wurde vor der

Operation gebadet; die Operateure mussten sich vor

jedem Eingriff mit keimtötender Lösung waschen. Er

entwickelte neue Instrumente, die leicht desinfiziert

werden konnten – ohne Rillen, wo sich die Keime

verstecken konnten. Auch die OP-Säle wurden nur

Büste von Gustav Adolf Neuber vor dem Sankt

Elisabeth-Krankenhaus in Kiel. (Foto: Jürgen Marx)

noch mit glatten Flächen ausgestattet, die problemlos

nach jedem Eingriff keimfrei aufbereitet werden

konnten. Durch diese geschlossene Hygienekette

hat Neuber den Grundstein für heute noch geltende

Hygienestandards gelegt. Ohne ihn und weitere

Pioniere auf diesem Gebiet, wie Robert Koch, Louis

Pasteur und Ignaz Philip Semmelweis, um nur drei

bekannte Namen aus dieser Epoche zu nennen, hätte

es keinen Durchbruch in der Hygiene gegeben.

Im Gegensatz zu anderen Genannten hat Neuber nie

die verdiente Anerkennung bekommen. „Das hat viele

Gründe, die in den Umständen der damaligen Zeit

lagen. Das Sankt Elisabeth-Krankenhaus will dazu

beitragen, dass ein zu Unrecht noch unbekannter

Kieler die Ehre bekommt, die ihm gebührt“, teilte das

Haus mit. Der „Neuber-Tag der offenen Türen“ bot

denn auch Vorträge über sein Wirken und seine Zeit

bis zur Entwicklung der Hygiene in die Gegenwart,

aber auch einen Ausblick in die Zukunft. Vor dem

Haupteingang des Krankenhauses wurde eine „Neuber

Büste“ enthüllt und überkonfessionell gesegnet.

Dirk Schnack

Ausgabe 6 | Juni 2011 27


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Gesundheitswirtschaft

Gesundheit und Tourismus sollen

weiter zusammenwachsen

Wachstumsmarkt, Jobmotor, Antwort auf Herausforderungen der Zukunft - auf

der Gesundheitswirtschaft ruhen große Hoffnungen. Es gibt aber auch Hürden.

Die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft wird auch

von der schleswig-holsteinischen Kommunalpolitik

zunehmend erkannt. Voraussetzung: Die Akteure arbeiten

vernetzt. Deutlich wurde dies am 18. Mai in

Bad Bramstedt auf einer Konferenz der MedComm,

einer vor drei Jahren gegründeten Managementorganisation

in der Region Südholstein, in der zahlreiche

Akteure aus dem Gesundheitswesen kooperieren.

Die Branche ist als wichtigster Wirtschaftszweig

der Region auch bei den Kommunalpolitikern anerkannt.

„Gesundheitswirtschaft ist für unsere Zukunft

von immenser Bedeutung, als Wachstumsmarkt, als

Jobmotor und als Antwort auf die kommenden Herausforderungen

für eine gesunde Gesellschaft“,

sagte etwa Segebergs Landrätin Jutta Hartwieg im

Rahmen eines Pressegesprächs während der Konferenz.

In ihrem Landkreis finden nach Kiel und Lübeck

landesweit am meisten Menschen Arbeit in der

Gesundheitswirtschaft.

Besondere Chancen sehen die Kommunalpolitiker in

einer weiteren Vernetzung der Bereiche Gesundheit

und Tourismus, wie Bad Bramstedts Bürgermeister

Hans-Jürgen Kütbach betonte. Als Hürden auf diesem

Weg wurden auf der Konferenz folgende Punkte

ausgemacht:

� Die Abstimmung zwischen Gesundheits- und

Tourismusanbietern. „Das sind zwei völlig unterschiedliche

Welten, die nicht immer von gegenseitiger

Wertschätzung geprägt sind“, sagte Kütbach.

Er gab zu bedenken, dass Gäste abgestimmte Angebote

im Gesundheitstourismus nachfragen und

nicht gewillt sind, sich mühsam jede Leistung zusammenzusuchen.

� Der Fachkräftemangel: Gäste im Gesundheitstourismus

machen Fachkräfte mit hoher Qualifikation

erforderlich. Außer bei Ärzten und Pflegekräften

zeichnet sich auch in anderen Berufen der Wandel

zu einem Arbeitnehmermarkt ab. „Fachkräfte müssen

umworben werden“, betonte Katharina Silies

von MedComm.

28 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Jens Ritter, Geschäftsführer des Klinikums Bad

Bramstedt, hält die Telemedizin bei der Vernetzung

für unverzichtbar. Nach seinen Erfahrungen hat ein

Telemedizinprojekt in der Region, an dem sich mehrere

Krankenhäuser beteiligten, auch die Zusammenarbeit

mit den Einweisern deutlich verbessert.

Nach seiner Ansicht ist eine weitere Abstimmung

zwischen den Klinikträgern erforderlich, auch wenn

diese zum Teil in Konkurrenz zueinander stehen.

Welche Dimensionen die Arbeit solcher Kliniken angenommen

hat, verdeutlichen die Zahlen Bad Bramstedts,

das mit verschiedenen Versorgungszentren

und Reha-Einrichtungen auch in Hamburg aktiv ist.

Der Konzern erwirtschaftet nach eigenen Angaben

einen Umsatz von rund 66 Millionen Euro im Jahr

und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter.

In der Landesregierung Schleswig-Holstein beobachtet

man die Erfolge der Region Südholstein aufmerksam.

Wirtschafts-Staatssekretärin Dr. Cordelia

Andreßen kündigte an, bei der Vernetzung zu unterstützen.

„Wir haben uns vorgenommen, die Akteure

sektorenübergreifend zusammenzubringen.“ Eine

vernetzte Arbeitsweise auf dem Gesundheitsmarkt

sei für den eigenen Unternehmenserfolg, aber auch

für die Patientenversorgung unerlässlich. Sie verwies

auch auf den Wissenstransfer im Gesundheitswesen,

was u.a. in dem von Schleswig-Holstein und

Hamburg unterstützten Cluster Life Science Nord

sowie in den Erfolgen der Hochschulen und der außeruniversitären

Institute deutlich werde.

Nach ihren Angaben erwirtschaften landesweit

178.600 Beschäftigte der Gesundheitswirtschaft einen

Umsatz von insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Zum

Kongress in Bad Bramstedt kamen rund 150 Teilnehmer

aus verschiedenen Sparten wie Kliniken, Reha-

Einrichtungen, Arzneimittelhersteller, Arztpraxen,

Apotheken und verschiedenen Dienstleistungen.

Dirk Schnack


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Gesundheitsreport

Mit dem Start in den Beruf steigt

die gesundheitliche Belastung

Termindruck, körperliche Anstrengung, längere Arbeitszeit: Junge Arbeitnehmer

werden durch den veränderten Alltag zum Berufsstart gesundheitlich belastet.

Die DAK hat in ihrem jüngsten Gesundheitsreport

junge Arbeitnehmer bis zum Alter von 29 Jahren in

den Mittelpunkt gestellt und dazu bundesweit 3.000

junge Erwerbstätige befragen lassen. Die Ergebnisse

für Schleswig-Holstein zeigen, dass rund 61 Prozent

dieser Altersgruppe das Gefühl haben, mehr

leisten zu können als im Job verlangt wird. Umgekehrt

geben fünf Prozent von ihnen an, dass ihre Tätigkeit

zu schwierig sei.

„Die jungen Menschen wollen ihr Potenzial ausschöpfen.

In der Arbeitsorganisation und im betrieblichen

Gesundheitsmanagement sollte der Fokus nicht nur

auf Überforderung und Burnout gerichtet sein, sondern

auch darauf, wie sich Unterforderung auswirkt“,

sagte DAK-Landeschefin Regina Schulz. Nicht nur

Überforderung, sondern auch langanhaltende Unterforderung

könne Stress erzeugen.

Die Auswertung zeigte auch, dass der Krankenstand

junger Arbeitnehmer unter dem Durchschnitt aller Berufstätigen

liegt. 20 Prozent der jungen Erwerbstätigen

in Schleswig-Holstein halten ihre Gesundheit für

sehr gut, 56 Prozent für gut. Die Analysen decken laut

DAK jedoch auffällige gesundheitsrelevante Trends

bei jungen Arbeitnehmern auf, „die frühzeitiges Handeln

erfordern, um Fehlentwicklungen zu vermeiden“.

Als alarmierend schätzt die DAK die hohe Akzeptanz

des Rauschtrinkens ein. 42 Prozent der jungen Erwerbstätigen

in Schleswig-Holstein trinken mindestens

einmal in der Woche Alkohol. Für knapp jeden

dritten jungen Arbeitnehmer im nördlichsten Bundesland

gehört Alkohol dazu, „um beim Ausgehen Spaß

und Vergnügen zu haben“. Mehr als jeder Fünfte sieht

die berufliche Leistungsfähigkeit auch dann nicht beeinträchtigt,

wenn man sich am Vorabend betrinkt.

Beim unkontrollierten Konsum von Alkohol auf Partys

ergibt sich folgendes Bild: 39 Prozent der jungen Erwerbstätigen

in Schleswig-Holstein nehmen mindestens

einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke

in zwei bis drei Stunden zu sich. Bundesweit

waren dies mit 34 Prozent deutlich weniger.

Alkohol steht damit bei Suchtmitteln an erster Stelle.

„Je früher der Einstieg in das unkontrollierte Rauschtrinken

erfolgt, desto größer ist die Gefahr einer späteren

Suchtentwicklung“, warnte Schulz.

Weitere Ergebnisse aus dem aktuellen Report:

� Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend

auch jüngere Menschen: Bei acht Prozent der 15-

bis 29-Jährigen wurde eine somatoforme Störung

diagnostiziert. Häufig sind diese Störungen von

Depressionen begleitet. Junge Menschen leiden

häufig auch unter Anpassungsstörungen nach bedeutsamen

und kritischen Lebensveränderungen.

� Berufseintritt treibt Arztkontakte hoch: Junge Erwerbstätige

suchen deutlich häufiger einen Arzt

auf als ihre Alterskollegen, die noch nicht berufstätig

sind. Während junge Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein

auf 7,6 Behandlungsfälle im Kalenderjahr

kommen, sind es bei ihren nicht berufstätigen

Altersgenossen nur 4,1 Behandlungsfälle im

Jahr. Die DAK erklärt dies damit, dass Fehlzeiten

gegenüber dem Arbeitgeber durch eine ärztliche

Krankschreibung zu legitimieren sind, während

Nicht-Erwerbstätige oftmals zunächst abwarten,

wie sich die Beschwerden entwickeln. Und: Mit

dem Berufsstart ergeben sich deutliche Veränderungen

im Alltag wie etwa längere Arbeitszeiten,

körperliche Anstrengungen und Termindruck.

� Hoher Anteil mit Rückenschmerzen: 22 Prozent der

jungen Erwerbstätigen mussten wegen Rückenschmerzen

behandelt werden. Jeder zweite Befragte

gab an, oft von Muskelverspannungen im

Rücken betroffen zu sein. Weitere häufige Diagnosen

bei jungen Menschen sind Bauch- und Beckenschmerzen

(13 Prozent), Heuschnupfen (zwölf

Prozent), Magen- und Darmgrippe (elf Prozent) und

Asthma (neun Prozent). Als besorgniserregend

stuft die Krankenkasse ein, dass Fettsucht und

Bluthochdruck zu den 50 am häufigsten ärztlich behandelten

Krankheiten dieser Altersgruppe zählen.

Dirk Schnack

Ausgabe 6 | Juni 2011 29


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Familienfreundliche Arbeitsplätze für Ärzte

Kinderbetreuung und Elternzeit

ermöglichen Regio-Ärzten Familie

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt an Bedeutung. Die Regio

Kliniken stellen ihr Konzept im Rahmen unserer Serie vor.

Die Regio Kliniken wollen ihr Angebot an Kinderbetreuung

und individuellen Arbeitszeitmodellen stärker

ausbauen. Durch die Familienorientierung steigen

die Motivation der Mitarbeiter und die Zufriedenheit

der Patienten.

Zuallererst aber profitieren Kinder wie die dreijährige

Emma Charlotte. Ihr Vater Mario Andres Lieberei

hat einige Wochen lang mehr Zeit für sie. Zwei Monate

lang hat er sich eine Auszeit von der Arbeit als

Assistenzarzt in der Inneren Abteilung des Regio Klinikums

Elmshorn genommen. Zwei Monate, die er

dazu nutzen will, eine intensive Zeit mit seiner Familie

zu verbringen.

Seit Ostern, mit dem ersten Geburtstag seiner jüngsten

Tochter Pauline Johanna, ist Mario Lieberei in Elternzeit.

Jetzt geht es morgens nicht in die Klinik,

sondern mit dem Fahrrad an den Deich bei Kollmar.

Die Töchter sind im Fahrrad-Anhänger immer mit dabei.

Während sich Emma auf dem Spielplatz unweit

der Elbe austoben kann, genießt Mario Lieberei einen

Kaffee und die Zeit mit Pauline. Vor knapp zwei Jahren

hat Lieberei schon einmal eine Auszeit genommen,

um die ersten Lebensmonate von Charlotte

losgelöst von der anspruchsvollen Arbeit im Krankenhaus

intensiv erleben zu können. Eine Zeit, die

der 35-Jährige nicht missen möchte. Die zwei Monate

waren wichtig für eine enge Vater-Tochter-Beziehung,

erzählt Lieberei. Er hofft, dass das auch

bei Pauline so sein wird. Bisher ging er früh aus dem

Haus, wenn die Kinder noch schliefen, und kam oft

erst zurück, wenn die Kinder auf dem Weg ins Bett

waren.

Die Beziehung zu seinen Kollegen hat unter der Elternzeit

nicht gelitten. Von Spott oder Neid keine

Spur. Im Gegenteil: Die Kollegen ermöglichen den

Ausstieg auf Zeit durch die Bereitschaft, Mehrarbeit

durch zusätzliche Arbeitszeit aufzufangen. Zwei Teilzeitkräfte

werden in den kommenden Wochen Vollzeit

arbeiten. „Dafür bin ich meinen Kollegen sehr

dankbar“, sagt Lieberei. Er berichtet, dass viele Ärzte

30 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

und Pfleger in seiner Abteilung selber Familie haben

und deswegen seinen Wunsch nach Elternzeit verstehen.

„Urlaub ist das aber nicht“, sagt Mario Lieberei

und lacht. Denn jetzt ist seine Arbeitskraft nicht in

der Klinik, sondern zuhause gefragt. Sehr zur Freude

von Ehefrau Saskia, die sich jetzt wieder um ihre

Doktorarbeit in Biologie kümmern kann.

Mario Lieberei ist nicht der erste Arzt in seiner Abteilung,

der zugunsten seiner Familie die Elternzeit in

Anspruch nimmt. „Drei Kollegen haben das bereits

Assistenzarzt Mario Lieberei ist dank der Elternzeit

jetzt häufiger mit seinen Töchtern Emma Charlotte

(r.) und Pauline Johanna sowie Ehefrau Saskia auf

dem Spielplatz. (Foto: Regio Kliniken GmbH)


vor mir gemacht“, erzählt der Mediziner. Für den Vorsitzenden

der Geschäftsführung der Regio Kliniken,

Otto Melchert, ist die Gewährung von Elternzeit nicht

nur gesetzliche Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit.

Die Regio Kliniken haben sich zum Ziel

gesetzt, noch familienfreundlicher zu werden. Aus

Überzeugung, aber auch aus der Notwendigkeit heraus,

Fachkräfte zu werben und zu binden. „Nicht zuletzt

wegen des drohenden Fachkräftemangels gilt

die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Krankenhaus

als wichtiger Erfolgsfaktor“, unterstreicht Otto

Melchert. Von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen

profitieren nicht nur Arbeitgeber und Arbeitnehmer,

sondern auch die Patienten. Einer aktuellen

Studie zufolge steigt bei 85 Prozent der Mitarbeiter

die Motivation durch ein familienfreundliches Umfeld,

zusätzlich verbessert sich die Arbeitsqualität

um bis zu 70 Prozent. Melchert: „Das spüren unsere

Patienten.“ Wichtiges Modul für die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf ist der betriebseigene Kinder-


KBV mit neuem Angebot zum Thema

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will

mit einer neuen Website und einer Broschüre Wege

zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Arztpraxen

aufzeigen. Unter www.praxis-und-familie.de finden

Ärzte Informationen zu Arbeitszeit- und Kooperationsmodellen,

Vertretungsregelungen, Elternzeit

und Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ziel ist es

auch, den Erfahrungsaustausch anzuregen. In der

Rubrik „Gute Beispiele“ sind Berichte von Ärzten

eingestellt, die über ihren persönlichen Weg, Beruf

und Familie miteinander zu vereinbaren, berichten.

Weitere Rubriken sind „Arbeitsplatz Praxis“, „Unternehmen

Praxis“, „Wiedereinstieg“ und „Service“.

Als Grund für das neue Angebot nennt der KBV-Vorsitzende

Dr. Andreas Köhler: „Familienfreundlichkeit

ist zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb

um gut ausgebildete Ärzte geworden.“ Er verwies

auf eine Befragung von 12.000 Medizinstudenten im

Jahr 2010 im Auftrag der KBV. Dabei hatten 96 Prozent

angegeben, dass die Vereinbarkeit von Familie

und Beruf für sie mit an erster Stelle steht. Begleitend

zur Website gibt die KBV eine 28-seitige Broschüre

mit dem Titel „Beruf und Familie verbinden:

Wie sieht das in der Praxis aus?“ heraus. Die Broschüre

kann bei der KBV bestellt werden und steht

auf der Website zum Download bereit. (PM/Red)


SCHLESWIG-HOLSTEIN

garten am Krankenhaus in Wedel. In der Einrichtung

betreuen Erzieherinnen maximal 33 Kinder in zwei

Gruppen im Alter zwischen ein und sechs Jahren.

Der Kindergarten ist mit Ausnahme der Weihnachtszeit

das ganze Jahr über von 5:45 bis 17:00 Uhr geöffnet.

In Elmshorn kooperieren die Regio Kliniken in

Sachen Kinderbertreuung mit einer Einrichtung der

Arbeiterwohlfahrt (AWO). Dort stehen Regio-Mitarbeitern

20 Plätze zur Verfügung. Trotz der Vorarbeit

weiß Melchert aber auch, dass es beim größten privaten

Klinikbetreiber in Schleswig-Holstein zusätzliches

Potenzial gibt, um die Vereinbarkeit zwischen

Familie und Beruf zu verbessern. Um dieses Potenzial

zu heben, wollen sich die Regio Kliniken noch

in diesem Jahr dem Audit Beruf und Familie der gemeinnützigen

Hertie-Stiftung unterziehen. Bei dem

Audit handelt es sich um ein Qualitätssiegel, das von

Wirtschaftsverbänden empfohlen wird und unter der

Schirmherrschaft zweier Bundesministerien steht.

Sebastian Kimstädt, Regio Kliniken GmbH

Familienfreundliche Arbeitsplätze

In dieser Serie können Krankenhäuser aus Schleswig-Holstein

unseren Lesern erläutern, welche

Schwerpunkte sie in ihrem Bemühen um familienfreundliche

Arbeitsplätze für Ärzte setzen. Diese

Maßnahmen können von eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen

bis zu speziellen Teilzeitregelungen

für Ärzte mit Kindern reichen. Ziel der Serie ist

eine Übersicht, an welchen Einrichtungen im Land

Ärzte mit Kindern die Arbeitsbedingungen vorfinden,

die sie für ihre individuelle Situation benötigen.

Die Krankenhäuser beschreiben ihre Angebote

selbst und sind für die Inhalte verantwortlich.

Hier eine Übersicht über die bislang veröffentlichten

und in Kürze geplanten Teile der Serie:

� Januar: Medizinisches Zentrum Itzehoe

� Februar: Schön Klinik Neustadt

� März: St. Franziskus Hospital Flensburg

� April: imland Kliniken Rendsburg-Eckernförde

� Mai: Segeberger Kliniken

� Juni: Regio Kliniken

� für Juli geplant: Klinikum Bad Bramstedt

Interessierte Krankenhäuser aus Schleswig-Holstein

können sich an die Redaktion des Ärzteblattes

(www.aerzteblatt@aeksh.org) wenden. Die bislang

veröffentlichten Berichte finden Sie im Online-Archiv

des Ärzteblatts (www.aerzteblatt-sh.de). (Red)

Ausgabe 6 | Juni 2011 31


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Seltene Erkrankungen

Bessere Prognose bei Vaskulitis

durch Schulung und Aufklärung

Vaskulitis ist auch vielen Ärzten unbekannt. Oft wird die Erkrankung zu spät

erkannt. In Bad Bramstedt tauschten sich Ärzte und Patienten aus.

Die Patientin hatte in rund einem Jahr 25 niedergelassene

Ärzte konsultiert und sich in drei Kliniken behandeln

lassen, ohne dass ihr jemand helfen konnte.

Die richtige Diagnose Vaskulitis stellten erst die Ärzte

im Klinikum Bad Bramstedt.

Die Frau aus Hamburg kann nach Auskunft ihrer

Tochter heute wieder ein fast normales Leben führen

– was ihre Angehörigen vor dem Kontakt mit den

Spezialisten kaum noch zu hoffen wagten. Sie hatten

das gleiche Problem wie fast alle Menschen, die an

Vaskulitis erkranken: Nur wenige Ärzte kennen und

erkennen diese Autoimmunerkrankung der Blutgefäße.

Vaskulitis verläuft oft organ- und lebensbedrohlich.

Die Erkrankung kann etwa ursächlich sein,

wenn eine Erkältung nicht mehr abklingt, die Nasenschleimhäute

permanent entzündet sind, das Gehör

plötzlich taub wird, Gelenke und Muskeln schmerzen

und der Entzündungswert CRP in die Höhe schnellt.

Mit jährlich 40 bis 50 Neuerkrankungen pro eine Million

Einwohner gehört Vaskulitis zu den seltenen Erkrankungen,

deren Behandlung lange Zeit vernachlässigt

wurde. Erst in den vergangenen Jahren ist

Vaskulitis etwas stärker in den Fokus gerückt. Auf

der jüngsten bundesweiten Informationstagung in

Bad Bramstedt, die vom Arbeitskreis Vaskulitis, der

Deutschen Rheuma-Liga Schleswig-Holstein und

der Klinik für Rheumatologie und Immunologie des

Klinikums Bad Bramstedt veranstaltet wurde, bekräftigten

Ärzte, Patienten und Angehörige ihr Ziel, die

Erkrankung stärker in der Öffentlichkeit und unter

Ärzten bekannt zu machen.

„Je besser die Patienten aufgeklärt und geschult

sind, desto besser ihre Prognose“, sagte Prof. Wolfgang

Gross, Leiter des Vaskulitis-Zentrums im Klinikum

Bad Bramstedt in einem Pressegespräch anlässlich

der Tagung, zu der rund 300 Teilnehmer kamen.

Das Zentrum ist seit 20 Jahren bundesweit führend

in der Erforschung und Behandlung dieser Erkrankung.

32 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Nach den Erfahrungen von Gross ist eine Odyssee,

wie sie die Hamburger Patientin erlebt hat, keine

Ausnahme. Oft verdanken es die Patienten nur der

Hartnäckigkeit von Angehörigen, dass die Erkrankung

irgendwann diagnostiziert wird. Um das zu ändern,

informiert etwa das Klinikum Bad Bramstedt

zum Thema in einer Sommerakademie oder jüngst

auf dem Internistenkongress.

Ein Grund für die oft späte Diagnose ist nach Beobachtung

von Gross auch die geringe Zahl von niedergelassenen

Rheumatologen. In Schleswig-Holstein

ist die Erkrankung durch die Ausbildung der

Ärzte in Kiel und Lübeck nach den Erfahrungen von

Gross bekannter als in anderen Bundesländern. Im

Fokus des Vaskulitiszentrums steht die Klinik für

Rheumatologie und Klinische Immunologie des Klinikums

Bad Bramstedt und die Poliklinik für Rheumatologie

des UK S-H, Campus Lübeck. Diagnostik

und Therapie erfolgen interdisziplinär. Das Vaskulitiszentrum

ist als Gründungsmitglied ständig in

der europäischen Vaskulitisstudiengruppe vertreten

und garantiert damit Diagnostik und Therapie nach

internationalem Standard. Der Forschungsschwerpunkt

liegt auf den Vaskulitiden, vor allem der Wegenerschen

Granulomatose (WG) und dem Churg-

Strauss-Syndrom.

Im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

geförderten Klinischen Forschergruppe

wird die Krankheitsentstehtung der WG erforscht.

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde erstmalig erfolgreich

eine gezielte Therapie mit der Substanz Mepolizumab

bei einer Patientin mit Churg-Strauss-Syndrom

angewendet. Eine kontrollierte Studie im Rahmen

der Europäischen Vaskulitis-Studiengruppe ist

in Planung. Durch genetische Analysen konnten erste

Risikofaktoren für Vaskulitiden in der Erbsubstanz

identifiziert werden. Zurzeit werden große genomweite

Studien unter federführender Beteiligung des

Zentrums durchgeführt.

Dirk Schnack


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Bewertungsportale

Auch der Arztnavigator löst nicht

das Grundproblem der Portale

Rund 30 Millionen Versicherte der AOK und der BAMER GEK können bundesweit

ihre Ärzte online beurteilen. Auch in Schleswig-Holstein fiel der Startschuss.

Die Befragungsergebnisse fließen in ein Internetportal,

in dem Patienten künftig nach einem Arzt suchen

können. Die neue Online-Arztsuche ist eine

gemeinsame Entwicklung der beiden Krankenkassen

und der Weißen Liste, einem Projekt der Bertelsmann

Stiftung und der Dachverbände der größten

Patienten- und Verbraucherorganisationen. Erste

Befragungsergebnisse aus der Pilotphase in Berlin,

Hamburg und Thüringen liegen vor. Dort haben Versicherte

in den vergangenen Monaten rund 45.000

Fragebögen ausgefüllt. Der damalige Vizepräsident

der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery,

bezeichnete das Interesse von Patienten an Informationen

über Ärzte im Internet als „ganz natürlich“,

machte aber auch seine Bedenken deutlich. „In

Arztbewertungsportalen werden Informationen von

Patienten für Patienten bereitgestellt, die im Einzelfall

sinnvoll sein können. Die Einschätzungen können

zu mehr Patientenorientierung und Patientenzufriedenheit

beitragen. Voraussetzung aber ist, dass

diese Bewertungen nach fairen Spielregeln erfolgen.

Deshalb haben Bundesärztekammer und Kassenärztliche

Bundesvereinigung durch das Ärztliche

Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Standards

für gute Arztbewertungsportale entwickeln lassen,

die in insgesamt 40 Qualitätskriterien zusammengefasst

wurden. Hierzu zählen unter anderem der sensible

Umgang mit persönlichen Daten, Transparenz

bezüglich des Portalbetreibers und der Finanzierung

des Angebots sowie natürlich ein verständliches

und nachvollziehbares Bewertungsverfahren“, sagte

Montgomery.

Das ÄZQ hat den AOK-Arztnavigator begutachtet.

Grundlage waren Projektmaterial, Screenshots und

eine Selbstauskunft des Betreibers. Danach wurden

35 von 40 Kriterien erfüllt. Beim Arztnavigator gibt

es keine Freitextbewertungen, die Frageformen sind

eher positiv und verleiten die Patienten nicht dazu,

Frust abzuladen. „Nach den vorgelegten Unterlagen

gehört der AOK-Arztnavigator damit zu denje-

nigen, die weitgehend die von der Ärzteschaft geforderten

Qualitätskriterien erfüllen. Nach Freischaltung

des Portals werden wir nun genau überprüfen,

ob tatsächlich alle angekündigten Vorgaben umgesetzt

wurden“, sagte Montgomery. Das Grundproblem

dieser Form der Arztbewertung kann das Portal

seiner Ansicht nach nicht lösen: „Anonyme Internetbewertungen

sind nicht nachprüfbar. Hinzu kommt,

dass Patienten die wirklich wichtigen Kriterien kaum

nachprüfen können. Wie sieht es mit der Hygiene in

der Praxis aus, sind die Geräte auf dem neuesten

Stand und erfüllt der Arzt die fachliche Qualifikation?

Gewissheit darüber, dass diese Kriterien eingehalten

werden, geben allein die ärztlichen Körperschaften

und die zuständigen staatlichen Stellen.“

Die AOK Nordwest geht von einem großen Bedarf

der Versicherten an verlässlichen Informationen

über Qualität und Angebot von Ärzten in Schleswig-

Holstein aus. Ihnen will die Kasse mit dem Angebot

Orientierungshilfe geben. Durch Registrierung mit

den Daten der Versichertenkarte wird sichergestellt,

dass jeder Nutzer nur eine Beurteilung abgeben

kann. Die AOK verwies auf positive Stellungnahmen

des Unabhängigen Landeszentrums für den Datenschutz

zum Portal. Die Versicherten bleiben anonym.

Der Fragebogen umfasst 33 Fragen aus den

Bereichen „Praxis und Personal“, „Arztkommunikation“

und „Behandlung“, die sich in wenigen Minuten

beantworten lassen. Nach AOK-Auffassung bietet

das Portal auch den Ärzten hilfreiche Hinweise,

wie sie von ihren Patienten gesehen werden. „Damit

haben sie die Möglichkeit, sich noch stärker auf

die Bedürfnisse ihrer Patienten einzustellen und die

Qualität ihres Leistungs- und Serviceangebotes in

der Praxis zu optimieren“, hieß es zum Start des Portals.

Alle niedergelassenen Haus- und Fachärzte in

Schleswig-Holstein sind verzeichnet. Beurteilungen

werden erst veröffentlicht, wenn mindestens zehn zu

einem Arzt vorliegen.

Dirk Schnack

Ausgabe 6 | Juni 2011 33


EDMUND-CHRISTIANI-SEMINAR

Esmarchstr. 4-6

23795 Bad Segeberg

Tel. 04551/8813-292

Fax 04551/8813-228

E-Mail ecs@aeksh.org

Diabetesassistentin DDG

In Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen

Gesellschaft für Diabetes e.V.

4. Semianrreihe

Ziel der Weiterbildung ist es, unter der Leitung des

verantwortlichen Arztes, den Gruppenunterricht für

Patienten mit Typ 2 Diabetes selbstständig zu planen

und durchzuführen. Desweiteren den Arzt in der

Betreuung von Patienten mit Typ 1 Diabetes zu unterstützen.

Inhalt:

� Pädagogik und Psychologie für Beratung und

Unterricht

� Kommunikation und Gesprächsführung

� Lehren lernen inkl. Medieneinsatz

� Praktische Übungen mit Videoauswertung

� Medizinisch-Diabetologische Grundlagen

Prüfung:

� Klausuren am Ende von Block 1 und 2

� Schriftliche Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde

� Lehrprobe (15 Minuten)

� Fachgespräch am 10.12.2011 (Samstag)

Hinweis: Zwischen den Blöcken findet eine einwöchige

Hospitation (34 Std.) statt.

Termin: Block 1: 05.09. - 16.09.2011

Block 2: 28.11. - 09.12.2011

Montag - Donnerstag: 9:00 - 16:30 Uhr

Freitag: 9:00 - 14:00 Uhr

Gebühr: 1.300,00 Euro

Prüfungsgebühr: 150,00 Euro

Zertifikatgebühr DDG: 35,00 Euro

(Keine Gebührenermäßigung möglich.)

34 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Juli 2011

Ansprechpartnerin

Gabriele Schröder

Tel. 04551/8813-292

EDMUND-CHRISTIANI-SEMINAR

Berufsbildungsstätte der

Ärztekammer Schleswig-Holstein

02.07. Kommunikation am Empfang

August 2011

11.08. Tipps zum Ausbildungsstart

15.08. Strahlenschutzkurs für medizinisches

Assistenzpersonal

19.08. Betriebswirtin für Management im

Gesundheitswesen

19.08. Fachwirtin für ambulante medizinische

Versorgung

19.08. Sachkunde gem. § 4 der Medizinprodukte-

betreiberverordnung

21.08. Fachzertifikat Algesiologische Fachassistenz

27.08. Kommunikation mit türkisch sprechenden

Patienten

27.08. Kindernotfälle in der ärztlichen Praxis

27.08. Spritzen, na und...?/Kompakt

27.08. Kleines Medizinerlatein

31.08. GOÄ/Grundkurs

September 2011

02.09. Fachzertifikat Ernährungsmedizin

02.09. Grundlagen der Kommunikation und

Wahrnehmung

03.09. Konfliktmanagement

05.09. Diabetesassistentin DDG

05.09. Erweiterte Aktualisierung der Kenntnisse/

Fachkunde im Strahlenschutz

09.09. Fachzertifikat Qualitätsmanagement

17.09. Besser telefonieren/Grundkurs

17.09. Diabetes und Ernährung

23.09. Communicating with English speaking

patients

24.09. Akupunktur in der Gynäkologie

Unser gesamtes Fortbildungsprogramm finden Sie unter: www.aeksh.de/ecs


Geburtstage

Veröffentlicht sind nur die Namen der Jubilare, die

mit der Publikation einverstanden sind.

Dr. Joachim Schulze, Eutin,

feiert am 02.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Dr. phil. Jutta Göhren, Kappeln,

feiert am 04.07. ihren 70. Geburtstag.

Dr. Lutz Wettwer, Preetz,

feiert am 04.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Klaus-Robert Küchemann, Rendsburg,

feiert am 05.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Anneliese Christiansen, Husum,

feiert am 06.07. ihren 70. Geburtstag.

Dr. Francisco Lameiras, Heiligenhafen,

feiert am 06.07. seinen 75. Geburtstag.

Dr. Johanna Schmidt, Rendsburg,

feiert am 06.07. ihren 85. Geburtstag.

Dr. Klaus-Ulrich Kürff, Reinbek,

feiert am 07.07. seinen 75. Geburtstag.

Prof. Dr. Abdolhamid Sheikhzadeh, Hamburg,

feiert am 07.07. seinen 75. Geburtstag.

Dr. Jochen Hümpel, Lübeck,

feiert am 08.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Richarda Sobotta, Glinde,

feiert am 08.07. ihren 75. Geburtstag.

Dr. Alard Stolte, Alt Duvenstedt,

feiert am 08.07. seinen 75. Geburtstag.

Wir gedenken der Verstorbenen

Dr. Ali Mainagie, Gettorf,

geboren am 08.09.1953,

verstarb am 20.04.2011.

Dr. Wolfgang Krafft, Kosel,

geboren am 13.07.1943,

verstarb am 22.04.2011.

Dr. Erika Börm, Timmendorfer Strand,

geboren am 30.06.1921,

verstarb am 25.04.2011.

Dr. Bernd Henningsen, Norderstedt,

feiert am 12.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Karl-Friedrich Plücker, Westerholz,

feiert am 13.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Rolf Thielsen, Flintbek,

feiert am 13.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Hartmut Alpers, Lübeck,

feiert am 17.07. seinen 70. Geburtstag.

Ernst Sickermann, Lübeck,

feiert am 19.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Hans-Erich Rebeski, Molfsee,

feiert am 21.07. seinen 85. Geburtstag.

Dr. Tjardo Harders, Glücksburg,

feiert am 23.07. seinen 75. Geburtstag.

Szilárd Szücs, Holm,

feiert am 23.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Peter Ude, Ellerau,

feiert am 26.07. seinen 75. Geburtstag.

Michael Fitzgerald Hadoke, Bornhöved,

feiert am 27.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Rainer Gaedt, Salem,

feiert am 28.07. seinen 70. Geburtstag.

Dr. Lutz-Folke Rösler, Groß Grönau,

feiert am 29.07. seinen 70. Geburtstag.

Rainer Serrano Pahlk, Hamburg,

geboren am 06.09.1953,

verstarb am 25.04.2011.

Dr. Dieter Kiffmeyer, Fahrdorf,

geboren am 03.02.1943,

verstarb am 28.04.2011.

Dr. Elvira-Maria Deing, Boostedt,

geboren am 03.05.1944,

verstarb am 04.05.2011.

PERSONALIA

Ausgabe 6 | Juni 2011 35


PERSONALIA

Prof. Karl Lennert zum 90. Geburtstag

Mediziner auf der ganzen Welt denken in Zusammenhang

mit „Kiel“ an die Kiel-Klassifikation maligner

Lymphome, entwickelt von Prof. Dr. Dr. h.c. (mult.)

Karl Lennert, der am 04.06.1921 in Fürth geboren wurde.

Er studierte ab 1939 Medizin in Erlangen, wo er

promovierte und bis 1950 als Assistent am dortigen

Institut für Pathologie tätig war. Er sei, so sagt er heute

über diese Zeit, „nicht Pathologe geworden“, sondern

„Pathologe geblieben“. Vergeblich suchte er in

der Nachkriegszeit eine internistische Stelle, entschädigt

wird er mit einer lebenslangen Faszination für die

mikroskopische Pathologie, „die Farbenpracht der

Präparate“, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Sein

Lebensthema wird die Hämatopathologie, im Besonderen

die Pathologie des lymphatischen Systems. In

Frankfurt habilitierte sich Lennert 1952 mit einer Arbeit

über den Morbus Hodgkin und wurde zum außerplanmäßigen

Professor berufen. 1960 wechselte er an

das Pathologische Institut der Universität Heidelberg,

wo er 1961 die kommissarische Leitung des Instituts

und des Lehrstuhls übernahm. Zwei Jahre später

kam der Ruf auf die Professur für Allgemeine Pathologie

und pathologische Anatomie an die Christian-

Albrechts-Universität Kiel. Er leitete das Kieler Institut

bis zu seiner Emeritierung 1989.

Aus seinem umfangreichen Schaffen ragen zwei

Leistungen hervor: Gründung und Aufbau des Kieler

Lymphknotenregisters sowie die Entwicklung der

Kiel-Klassifikation maligner Lymphome. Das 1965 gegründete

Lymphknotenregister war das erste Tumorregister

in Deutschland. Bis heute wurden hier etwa

300.000 Fälle von Erkrankungen der Lymphknoten

untersucht. Das Konzept machte Schule, in den folgenden

Jahren entstand eine ganze Reihe organspezifischer

Diagnosezentren in Deutschland. Die große

Sammlung von Biopsien im Register bildete die

Grundlage umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.

Deren Ergebnisse führten zu einem neuen

Konzept der Klassifikation und Einteilung der Lymphome

– der Kiel-Klassifikation maligner Lymphome,

die 1974 erstmals publiziert wurde. Seit Thomas

Hodgkins Erstbeschreibung neoplastischer Krankheiten

des lymphatischen Systems im Jahre 1832 hatte

man vergeblich versucht, diese Krankheiten nosologisch

zu bewältigen. Auf der Grundlage der bahnbrechenden

neuen Erkenntnisse der Immunologie

und unter Einbezug eines breiten methodischen Instrumentariums

sowie der großen Fallaufkommen des

36 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karl Lennert (Foto: CAU)

Lymphknotenregisters gelang es Lennert, die malignen

Lymphome auf einer funktionell definierten Basis

zu klassifizieren. Er erbrachte den Nachweis, dass die

Tumorzellen als pathologische Äquivalente der verschiedenen

Funktionsformen der Lymphozyten anzusehen

sind, wobei die normalen Funktionsformen als

Bezugspunkte für die Klassifikation dienen. Mit der

Kiel-Klassifikation war endlich ein System gefunden,

das gleichermaßen die Anforderungen von Klinikern

und Pathologen erfüllte. Das Konzept konnte sich in

Europa schnell durchsetzen, später auch weltweit.

Die heute international gebräuchliche WHO-Klassifikation

steht auf den theoretischen Grundlagen der

Kiel-Klassifikation.

Ein immerwährendes Anliegen Lennerts war die möglichst

enge Kooperation zwischen Pathologie und Klinik,

die Synthese von analytisch morphologischer

Forschung und einer angewandten diagnostischen

Pathologie im Dienste des Patienten. Kiel wurde zum

Zentrum eines europäischen Netzwerks für klinischpathologische

Forschung. Lennert gründete die Kiel

Lymphoma Study Group, die ab 1972 in mehreren

groß angelegten Studien die klinische Relevanz der

Kiel-Klassifikation untersuchte und die zum Vorbild

und Ausgangspunkt für die heute existierenden Studiengruppen

in Deutschland wurde. 1973 gründete

Lennert darüber hinaus den European Lymphoma

Club, aus dem 1988 die European Association for

Haematopathology hervorging, der weltweit größte

Fachverband für Hämatopathologen, der sich mit der

Diagnostik und Erforschung von Blut-, Knochenmarkund

Lymphknotenerkrankungen beschäftigt.


Seit Gründung des Registers organisierte Lennert

über vierzig diagnostische Tutorials und Schnittseminare,

eine Tradition, die bis heute lebendig ist.

Das in Kiel erarbeitete Spezialwissen an Kollegen

und Nachwuchswissenschaftler zu vermitteln, war

dem engagierten Hochschullehrer neben der Forschungstätigkeit

stets gleichwertiges Anliegen. Über

achtzig Gastwissenschaftler besuchten im Laufe der

Jahre das Kieler Institut. Etliche seiner Schüler halten

Lehrstühle in ganz Deutschland – Lennert prägte

eine ganze Generation von Hämatopathologen.

Dieses außerordentliche Lebenswerk stellt ihn in

eine Reihe mit den Großen seines Fachs. Entsprechende

Ehrungen wurden ihm zuteil: Fünf Universitäten

(Gent, Köln, Xian, Madrid, Erlangen) verliehen

Schleswiger Kardiologe zum Professor ernannt

Die Medizinische Fakultät

der Christian-Albrechts-

Universität Kiel hat den

Chefarzt des SCHLEI-

Klinikums Schleswig

MLK zum außerplanmäßigen

Professor berufen.

Die Universität würdigt

Dietmar Krüger damit

für seine Arbeit in Forschung

und Lehre bei

Durchblutungsstörungen

des Herzens.

Schon früh begeisterte

sich der 46-jährige gebürtige

Felmer aus

dem Kreis Rendsburg-

Eckernförde für das

Fachgebiet Kardiologie.

Im Fokus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit stand

die laborchemische und hämodynamische Diagnostik

von Durchblutungsstörungen des Herzens. Wissenschaftliche

Arbeiten zu diesem Thema bildeten

später die Grundlage seiner Habilitation mit dem

Thema „Die klinische Bedeutung isolierter Koronarektasien

und Koronar aneurysmen“. Die Grundlagenforschung

dieser Arbeit, die im Februar 2005 abgeschlossen

wurde, findet heute in der täglichen Praxis

im Herzkatheterlabor Anwendung. So können mithilfe

verschiedener Verfahren zur Messung der Fluss-

PERSONALIA

ihm die Ehrendoktorwürde. Darüber hinaus erhielt er

zahlreiche weitere Auszeichnungen, etwa den Ernst-

Jung-Preis, den Fred W. Stewart Award, die Aschoff-

Medaille, die Robert-Koch-Medaille in Gold und die

Rudolf-Virchow-Medaille. Lennert ist langjähriges

Mitglied der Leopoldina und Ehrenmitglied in etlichen

namhaften internationalen Fachgesellschaften.

Er lebt mit seiner Frau Dr. Amanda Lennert in Kiel.

Nach wie vor verfolgt er mit regem Interesse das aktuelle

Geschehen in Fakultät und Forschung.

Ulrich Mechler, Eva Fuhry, Medizin- und Pharmaziehistorische

Sammlung, und Prof. Dr. Wolfram Klapper,

Institut für Pathologie, Sektion Hämatopathologie und

Lymphknotenregister, Christian-Albrechts-Universität

Kiel

Marlies Gliemann, Geschäftsführerin des SCHLEI-Klinikum Schleswig MLK, freut

sich mit Prof. Krüger, Chefarzt für Innere Medizin/Kardiologie, über seine Ernennung

zum außerplanmäßigen Professor der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

(Foto: Damp)

reserve der Herzkranzgefäße behandlungsbedürftige

Patienten frühzeitig erkannt werden. Seine praktische

Tätigkeit als Oberarzt des Herzkatheterlabors

und Leiter der kardiologischen Intensivstation am

UK S-H bis März 2009 konnte er in Schleswig als

Chefarzt der Inneren Medizin in der Abteilung Kardiologie

nahtlos fortsetzten und weiterentwickeln.

Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit drei

kardiologischen Praxen in Schleswig und Umgebung,

die eine optimale Untersuchung und Versorgung

der Bevölkerung gewährleistet. (PM/Red)

Ausgabe 6 | Juni 2011 37


PERSONALIA

90. Geburtstag von Dr. Eduard Diegmann

Das stattliche Alter von 90 Jahren konnte Dr. Eduard

Diegmann am 5. Juni 2011 im Kreise alter Freunde

und Weggefährten in Bad Schwartau feiern. 1921 in

Eutin geboren, besuchte er dort auch das Gymnasium

und legte 1940 das Abitur ab. Wie viele seiner

Altersgenossen wurde er Soldat, der Einsatz an der

Front blieb ihm aufgrund eines chronischen Leidens

erspart. Diegmann konnte 1942 sein Medizinstudium

in Heidelberg beginnen. Der Krieg im Osten hatte unerwartet

vielen Ärzten das Leben gekostet, sodass

die Ausbildung der Mediziner im NS-Staat eine besondere

Priorität erhielt. Den anatomischen Präparierkurs

absolvierte Eduard Diegmann übrigens bei

dem späteren Kieler Anatomieprofessor Alkmar von

Kügelgen.

Nach dem Physikum noch in Heidelberg im Jahre 1944

und dem Kriegsende 1945 gehörte Diegmann zu den

Glücklichen, die ihr Studium ab November 1945 in der

wiedereröffneten Kieler Universität wenn auch unter

schwierigen Bedingungen fortsetzen konnten. Das

Staatsexamen folgte 1950, im selben Jahr promovierte

Eduard Diegmann mit einem gynäkologischen Thema.

Nach kurzer klinischer Zeit als unbezahlter Volontärassistent

im Eutiner Kreiskrankenhaus entschloss

er sich, Arzt in der Pharmaindustrie, zunächst für die

Firma Geigy, dann für Roche zu werden, eine Tätigkeit,

die er bis zum Ruhestand Anfang der achtziger

Jahre ohne Unterbrechung wahrgenommen hat.

Mit seiner Wahl 1976 in den Vorstand der Ärztekammer

Schleswig-Holstein begann Diegmanns mehr als

25 Jahre dauerndes berufspolitisches Engagement

in der Körperschaft. Nach Gründung der Akademie

für ärztliche Fortbildung 1977 war er zusammen mit

Hans-Werner Fischbach aus Kiel Vertreter der Ärztekammer

im Gründungsvorstand. Er war in der Folgezeit

dann bis zu seinem Ausscheiden 2001 für die

Kollegen Ostholsteins Mitglied der Kammerversammlung

und trug eine besondere Verantwortung für die

Finanzen der Kammer, zunächst als Mitglied, dann

als Vorsitzender des Finanzausschusses. Bald wurde

er auch Vorsitzender des Ärztevereins Ostholstein,

der in seiner Zeit als Zusammenschluss der Ärztevereine

Oldenburg und Eutin entstand, gleichzeitig

auch Kreisausschussvorsitzender der Ärztekammer

für Ostholstein. Auf Bundesebene war er Initiator und

stellvertretendes Mitglied der Finanzkommission der

Bundesärztekammer und mehrmals Delegierter bei

den Deutschen Ärztetagen. 1998 erhielt er insbeson-

38 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Dr. Eduard Diegmann (Foto: rat)

dere für seine langjährigen Verdienste um die Fortbildung

die Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer.

Besondere Erwähnung verdient auch sein Engagement

für die beamteten und angestellten Ärzte aus

Schleswig-Holstein im Rahmen seiner Marburger-

Bund-Aktivitäten. Mit hohem persönlichen Einsatz

gelang es ihm, in zahlreichen regionalen Veranstaltungen

die bis dahin in der Ärztekammer unterrepräsentieren

angestellten Ärzte so aufzurütteln, dass im

Jahre 1984 Kammerwahlen stattfanden, in denen die

Wähler in vielen Kreisen des Landes erstmals die

Möglichkeit hatten, sich statt für eine „Friedensliste“

für zwei alternative Listen zu entscheiden und damit

den Einfluss der zweiten großen Ärztegruppe neben

der der Niedergelassenen in der Ärztekammer zu

stärken. Seinem Engagement in den späten achtziger

und neunziger Jahren ist es zu verdanken, dass der

Marburger Bund Schleswig-Holstein auch in schwierigen

Zeiten Kurs halten konnte. Nach seinem Ausscheiden

wurde er auch dafür zum Ehrenvorsitzenden

des Landesverbandes gewählt. Nicht vergessen

werden soll die Tätigkeit Diegmanns als Vertreter der

Gruppe der Ärzte in der Pharmaindustrie des Marburger

Bundes auf Bundesebene, die ihren Schwerpunkt

in den in Wiesbaden regelmäßig stattfindenden Tarifverhandlungen

fand.

Wer heute mit Eduard Diegmann spricht, ist beeindruckt

von der Klarheit und Tiefe seiner Erinnerungen

und Gedanken. Verwachsen mit seiner Heimat Eutin,

verbunden mit der schleswig-holsteinischen Ärzte-


schaft, der er beruflich und ehrenamtlich so viele Jahre

gedient hat, lebt der rüstige Jubilar heute selbstständig

in einer Wohnung in Bad Schwartau, versorgt sich

weitgehend selbst und genießt die von ihm so geliebte

klassische Musik sowie Opernstücke, die mit

heutiger Technik auch im häuslichen Rahmen in hoher

Qualität gehört werden können. Früher war er be-

Neuer Vorstand der GQMG

Dr. phil. Brigitte Sens (55), Leiterin des Zentrums für

Qualität und Management im Gesundheitswesen der

Ärztekammer Niedersachsen, Hannover, ist zur neuen

Vorsitzenden der Gesellschaft für Qualitätsmanagement

im Gesundheitswesen (GQMG) gewählt worden.

Sie tritt damit die Nachfolge von PD Dr. Maria Eberlein-

Gonska, Dresden, an. Stellvertretender Vorsitzender

ist jetzt der langjährige Geschäftsführer der GQMG,

Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Ärztekammer

Schleswig-Holstein in Bad Segeberg. Als neuer

GQMG-Geschäftsführer wurde Dr. Jens Maschmann,

MBA, Leiter der Stabsstelle Medizinplanung und Strukturfragen

am Universitätsklinikum Tübingen gewählt.

Als Beisitzer wurden Dirk Ashauer/Essen, Dr. Horst

PD Dr. Ulf Linstedt zum Professor ernannt

PD Dr. Ulf Linstedt, Chefarzt der Klinik für Anästhesie,

operative Intensivmedizin und Schmerztherapie

des Flensburger Diakonissenkrankenhauses, wurde

zum außerplanmäßigen Professor der Medizinischen

Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ernannt.

Linstedt engagiert sich neben seiner Tätigkeit

als Chefarzt in der Ausbildung von Medizinstudenten

an der Kieler Universität. Seit seiner Habilitation

im Jahr 2002, in der er Verwirrtheitszustände bei älteren

Menschen nach Operationen untersuchte, betreut

Linstedt zudem regelmäßig Doktoranden. Ein

Schwerpunkt von Linstedt ist die Neuroanästhesie.

Insbesondere die Überwachung von Gehirnfunktionen

bei diesen Operationen zählt zu seinen Spezialgebieten.

Flensburger Fortbildungskurse zu diesem

Thema werden von Anästhesisten aus ganz Deutschland

besucht. Des Weiteren werden an der Klinik bei

allen geeigneten Operationen, z.B. an Armen und Beinen,

bevorzugt Regionalanästhesien angeboten. So

lassen sich oft Vollnarkosen vermeiden. Der lange

PERSONALIA

geisterter Besucher des Lübecker Opernhauses, eine

Leidenschaft, die er mit der ehemaligen Präsidentin

der Ärztekammer teilte. Immer wieder berichtete Ingeborg

Retzlaff, dass sie dort „ihren“ Finanzausschussvorsitzenden

getroffen habe. Wir wünschen Eduard

Diegmann noch viele erfüllte und zufriedene Jahre.

(K.-W. Ratschko)

Poimann/Würzburg und Prof. Philipp Schneider/Bern

wieder gewählt, während Burkhard Fischer/Düsseldorf,

Prof. Dr. Christian Schmidt/Köln und Prof. Dr. Ralf

Waßmuth/Düsseldorf erstmals im Vorstand vertreten

sind. Nach der Jahrestagung 2011, die am 14. und 15.

April 2011 in Hannover stattfand, will der neu gewählte

Vorstand deutliche Akzente setzen: „Qualität und Sicherheit,

Effizienz und Wirtschaftlichkeit – dieses Tagungsmotto

spiegelt meine Überzeugung wider, dass

wir das Gesundheitswesen der Zukunft mit modernen

Konzepten gestalten können“, so Brigitte Sens nach ihrer

Wahl. Hierzu wolle die GQMG durch intensive Kooperation

mit allen Partnern und Akteuren einen sichtbaren

Beitrag leisten. (PM)

Prof. Dr. Ulf Linstedt (Foto: Diako)

Weg bis zur Erlangung des Titels führte über das Studium

in Jena, die Facharztausbildung in Kiel und die

Tätigkeit als Oberarzt in Bochum. (PM/Red)

Ausgabe 6 | Juni 2011 39


PERSONALIA

Verdienstkreuz für Dr. Ulrich Kirchhoff

Für seine Verdienste um die berufsständische Versorgung

der verkammerten Freien Berufe und die Arbeitsgemeinschaft

berufsständischer Versorgungseinrichtungen

(ABV) hat der Bundespräsident den

langjährigen Vorsitzenden des ABV-Vorstandes mit

dem Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens

der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wurde Dr. Ulrich Kirchhoff durch

Staatssekretär Andreas Storm überreicht. Storm be-

Weitere Heisenberg-Professur in Kiel

In Deutschland leiden 30 bis 40 Prozent der Menschen

an allergischen und chronisch-entzündlichen

Hauterkrankungen, in deren Entstehung und Verlauf

Erbfaktoren und Umwelteinflüsse zusammenwirken.

Um die Erforschung dieser Krankheiten und die

Betreuung betroffener Patienten auf hohem Niveau

zu sichern sowie neuartige Behandlungsansätze

zu entwickeln, wurde in der Klinik für Dermatologie,

Allergologie und Venerologie der Christian-

Albrechts-Universität zu Kiel eine neue Professur

eingerichtet. Prof. Dr. Stephan Weidinger aus München

ist seit Mai 2011 Inhaber einer Heisenberg-

Professur für Dermatologie und Venerologie mit

Schwerpunkt Dermatogenetik.

Weidinger, 38 Jahre, ist Facharzt für Dermatologie

und Venerologie. Ferner verfügt er über die Zusatzqualifikation

in den Bereichen Allergologie und Andrologie.

Er hat in Regensburg, München und Dallas/

USA Humanmedizin studiert und wurde an der Klinik

und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der

Technischen Universität München promoviert und

2007 habilitiert. Dort leitete er bis zuletzt die Sprechstunden

für atopisches Ekzem, Psoriasis und An-

drologie und war für die konsiliarische Betreuung von

Patienten im Universitätsklinikum rechts der Isar verantwortlich.

Forschungsschwerpunkte von Weidinger

sind molekulare Mechanismen chronisch-entzündlicher

und allergischer Hauterkrankungen. Neben

zahlreichen nationalen und internationalen Wissenschaftspreisen

wie dem Herxheimer-Preis der Deutschen

Gesellschaft für Allergologie und Immunologie

2007 und dem Allergopharma Award 2010 erhielt er

im Jahr 2009 ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen

Forschungsgemeinschaft. 2010 erhielt er einen

40 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

tonte, Kirchhoff habe mit Beharrlichkeit und Geschick

die Interessen der Versorgungswerke in den letzten

zehn Jahren als Vorsitzender vertreten. Seit seiner

Niederlassung als Anwalt 1963 in Hannover wirkte

Kirchhoff zunächst als Geschäftsführer beim Aufbau

der Ärzteversorgung Niedersachsen mit, später als

Justiziar der Ärztekammer Niedersachsen und 1987

als deren Hauptgeschäftsführer. Er setzte sich für die

Gründung weiterer Versorgungswerke ein. (PM/Red)

Ruf auf eine Heisenberg-Professur der Technischen

Universität München. Diesen lehnte er ab und nahm

den Ruf der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

auf eine Heisenberg-Professur an, die an der Klinik

für Dermatologie, Venerologie und Allergologie angesiedelt

ist.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) geförderten Heisenberg-Professuren sind eine

Weiterentwicklung des äußerst renommierten und

höchst kompetitiven Heisenberg-Programms. Sie

bieten herausragenden jungen Wissenschaftlern die

Möglichkeit, frühzeitig eine Professur anzutreten und

an der aufnehmenden Institution einen neuen wissenschaftlichen

Schwerpunkt zu setzen. Das Heisenbergprogramm

steht allen wissenschaftlichen Fachrichtungen

offen.

Der Kieler Hautklinik gelang es, mit der Gewinnung

von Prof. Weidinger nach der Heisenberg-Professur

für Epitheliale Infektionsbiologie, die mit Prof. Dr. rer.

nat. Jürgen Harder besetzt ist, nun eine zweite Heisenberg-Professur

einzuwerben. Insgesamt konnte

die Christian-Albrechts-Universität in den vergangenen

Jahren fünf dieser begehrten Professuren in Kiel

etablieren. Die beiden Heisenberg-Professuren und

die unlängst an Prof. Dr. rer. nat. Jens Schröder, Leiter

der Klinischen Forschungsgruppe „Mechanismen kutaner

Entzündungsreaktionen“ vergebene Förderung

im Rahmen des Reinhart-Koselleck-Programms, einer

weiteren äußerst renommierten, mit 1,25 Millionen

Euro dotierten Auszeichnung der DFG, sind ein Indikator

für die herausragenden Spitzenleistungen der

dermatologischen Forschung an der Kieler Universitätshautklinik.

(PM)


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Akademie-Veranstaltung

Basiskurs Palliativmedizin bietet

Übersicht über die Versorgung

Dr. Udo Hennighausen aus Heide schildert seine Eindrücke vom Basiskurs, der

Anfang des Jahres in der Akademie stattfand.

Der diesjährige Basiskurs Palliativmedizin der Akademie

für medizinische Fort- und Weiterbildung der

Ärztekammer Schleswig-Holstein fand an zwei Wochenenden

in Bad Segeberg statt. Es hatten sich 27

Ärzte aus Praxen und Kliniken angemeldet. Neben

dem internistischen, allgemein- und hausärztlichen

Bereich waren auch die Fächer Anästhesie, Augenheilkunde,

Chirurgie und Gynäkologie vertreten.

Über die Grundlagen und Aktuelles aus der stationären

und ambulanten Palliativmedizin referierte Dr.

Susanne Naß, Chefärztin des Palliativzentrums am St.

Elisabeth-Krankenhaus, Eutin. Die Deutsche Gesellschaft

für Palliativmedizin definiert die Palliativmedizin

als „die Behandlung von Patienten mit nicht heilbaren,

progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankungen

mit begrenzter Lebenserwartung, für welche das

Hauptziel der Begleitung die Lebensqualität ist“.

Wichtig zu wissen ist, dass die Palliativbetreuung

nicht nur dem kranken Menschen, sondern auch seiner

Familie gilt, für letztere auch während der Trauerphase.

Eine großangelegte, statistisch ausgewertete

onkologische Studie in Amerika hat ergeben,

dass bei frühzeitig einsetzender Palliativbetreuung

nicht nur die Lebensqualität während der Krebserkrankung

höher, sondern auch die Überlebenszeit

im Vergleich mit einer erst spät einsetzenden Betreuung

verlängert ist. In Deutschland ist die Spezialisierte

Ambulante Palliativversorgung (SAPV) seit

2007 gesetzlich geregelt, seit 2009 gibt es Verträge

mit Palliative Care Teams, bestehend aus sechs bis

acht Mitarbeitern, Ärzten, Pflegenden und Koordinationskräften.

Juliane Dürkop, Diplom-Psychologin und Psychologische

Therapeutin in Kiel, behandelte das Thema

Kommunikation, Prinzipien der Mitteilung und der

Gesprächsführung und händigte hierzu eine „Checkliste

– Kommunikation mit Palliativpatienten“ aus.

Die noch vor 40 Jahren weitverbreitete Auffassung,

ein an Krebs erkrankter Patient dürfe diese schwere

Diagnose nicht erfahren, lediglich seine Angehöri-

gen, ist heute weitgehend Geschichte. Die enormen

Fortschritte in Diagnose und Therapie in der gesamten

Medizin, aber auch mehr Offenheit im Umgang

mit der eigenen Person sowie demokratisches Denken

und Handeln dürften die Gründe für diese Entwicklung

sein. Dennoch soll/darf man keinem Patienten,

der eine derart schwere Diagnose nicht erfahren

will, eine „Aufklärung“ aufdrängen, so der

in der Diskussion und dem Erfahrungsaustausch

gefun dene Konsens.

Dr. Dieter Mustroph, Oberarzt der Medizinischen

Klinik, Hämatologie, internistische Onkologie und

Pallia tivmedizin, WKK Heide, sprach über onkologische

Therapieoptionen in der Palliativmedizin. Er betonte,

dass Palliativmedizin nicht nur die Betreuung

in der letzten Lebensphase, sondern eine Aufgabe

bereits für die Zeit der onkologischen Behandlung

ist. Unter diesem Aspekt sollte auch der Wunsch

mancher Patienten, welche lediglich ein Gespräch

mit dem Onkologen suchen, zu würdigen sein. Bisphosponate

werden heute erfolgreich gegen Knochenschmerzen

und bei Hyperkalzämie eingesetzt,

sie bergen aber das Risiko einer Kieferknochennekrose

(unter einem Prozent). Deshalb sollte/muss, abgesehen

von Notfällen, vor Anwendung dieser Medikamente

ein Zahn-/Kieferstatus erhoben werden. Beeindruckend

waren auch die gezeigten Möglichkeiten

der palliativen Behandlung von obstruierenden

Bronchialtumoren mit dem Argon-Laser und mittels

eines Stents, aber auch die partielle Pleurektomie

und anschließende Verstäubung von Talkum-Puder

im Pleuraspalt bei Pleuritis carcinomatosa. Ein Beispiel

für Palliativmedizin ohne somatisch-kurativen

Anteil war der Bericht über eine Patientin, die keine

Nahrung mehr oral aufnehmen konnte und deshalb

der parenteralen Ernährung bedurfte: Um gemeinsam

mit ihrem Ehemann morgens Kaffee trinken zu

können, erhielt sie eine PEG-Sonde, über welche der

genossene Kaffee wieder abgeleitet wurde. Im Rahmen

der „evidence based medicine“ haben die On-

Ausgabe 6 | Juni 2011 41


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

kologen als Palliativmediziner in ihrer Entscheidung

einen gewissen Spielraum. Der Vortragende sprach

sich für den Onko-Palliativmediziner als „Trainer“ des

Patienten aus, der den Patienten motiviert und zur

Therapie anspornt.

Zweieinhalb Stunden waren am nächsten Vormittag

für Kommunikationsübungen reserviert: In zwei

Gruppen, unter Supervision von Juliane Dürkop

und Ingemar Nordlund, ehemals leitender Arzt des

Katharinenhospizes in Flensburg, wurde versucht,

„schwierige Gesprächssituationen“ aus der Praxis

im Rollenspiel nachzustellen und in der anschließenden

Diskussion aufzuarbeiten. Sowohl für das

Gespräch in der Praxis als auch für das Rollenspiel

ist es wichtig, dass die Unterhaltung in einem „geschützten

Raum“, nach Möglichkeit ohne Einflussnahme

von außen, stattfindet. Dieser „geschützte

Raum“ ist im Rollenspiel z.B. die Anordnung der Sitzgruppe,

in der Praxis ist es in der Regel das Arztzimmer,

es kann auch eine ruhige Ecke sein, aber auch

ein Ort in der Wohnung des Kranken.

Über die Behandlung der gastrointestinalen Symptome

Übelkeit/Erbrechen, Obstipation, gastrointestinale

Obstruktion und Diarrhoe aus palliativmedizinischer

Sicht sprach Dr. Susanne Naß: Übelkeit und

Erbrechen werden von den Patienten oft als stärker

beeinträchtigend empfunden als der Schmerz, sie

treten bei 30-60 Prozent aller Patienten mit fortgeschrittener

Tumorerkrankung und bei 40 Prozent der

Patienten mit einer Tumorerkrankung in den letzten

Wochen des Lebens auf. Als Ergänzung zur medikamentösen

Behandlung können Entspannungsübungen

und eine Klangschalltherapie hilfreich sein.

Zur Diagnostik der Obstipation steht an zweiter Stelle,

nach der Anamnese, die körperliche Untersuchung,

welche immer eine rektale Untersuchung, Auskultation

sowie eine Palpation des Abdomens (Colon descendens)

beinhalten muss. Häufiger flüssiger Stuhlgang

bei totaler Verstopfung kann als „paradoxe

Diarrhoe“ diagnostisch in die Irre führen. Insbesondere

bei Diarrhoe muss man einer etwaigen Dekubitusbildung

und dem Entstehen von Wundsein im

Analbereich vorbeugen.

Dem Symptom Dyspnoe, bildhaft ausdrucksvoller

„Luftnot“ oder „Atemnot“, verbunden mit der Angst

des Patienten zu ersticken, war der Vortrag von Dr.

Isabel Kriegeskotten-Thiede, hausärztlich tätige Internistin

in einer Gemeinschaftspraxis in Lübeck, gewidmet.

Sie fasste zusammen: Das Symptom Luftnot

hat immer eine starke subjektive Komponente und

42 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

ist fast immer mit dem Symptom Angst kombiniert.

Beide Symptome müssen bei der Therapie berücksichtigt

werden. Morphin, oral oder parenteral gegeben,

und ggf. Lorazepam sind in der symptomatischen

Therapie meist unverzichtbar.

Morphium in zwei Prozent Lsg. (vier Tropfen enthalten

fünf mg) wird in kleinstverfügbarer Menge mit

20 ml als „Oramorph“ angeboten. Lorazepam (Tavor

expidet) „aut idem“, 0,5-2,5 mg zur buccalen Gabe,

sollte als Notfallmedikament zu Hause bereitliegen;

die buccale Gabe gewinnt insbesondere beim Unvermögen

zu schlucken eine große Bedeutung. Physiotherapeutisch

assistierte Verbesserung der Atemtechnik

ist meistens hilfreich.

Bei ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) führt der CO2-

Anstieg zu einer Eintrübung des Bewusstseins, vor

dem befürchteten Ersticken setzt meist Bewusstlosigkeit

ein. Bei 88-98 Prozent der Erkrankten kommt

der Tod „friedlich“ auf dem „Teppich“ einer nächtlichen

CO2-Narkose.

Ingemar Nordlund sprach über Moral und Ethik, wobei

Ethik, im Gegensatz zur Moral, eher als „kulturneutral“

interpretiert werden sollte. Bei der Hilfe

„zum“ Sterben ist es ärztliche Absicht, das Leben

des todkranken Menschen zu verkürzen, wohingegen

durch die Hilfe „beim“ Sterben dem leidenden

Menschen die verbleibende Zeit kurz vor seinem

zu erwartenden Tode möglichst erträglich gestaltet

werden soll. Zur palliativen Sedierung, die Risiken

birgt, werden zurzeit Richtlinien erarbeitet.

Ziel der kurativen Wundversorgung ist die Wundheilung,

der Wundverschluss, dasjenige der palliativen,

ein Fortschreiten der Wunde nach Möglichkeit zu verhindern

oder zu verzögern, eine Wundheilung ist hier

die Ausnahme: Carola Neugebohren, Kranken- und

Gesundheitspflegerin mit einer Zusatzausbildung in

Palliatve Care und Wundmanagement im Palliatvnetz

Travebogen, Lübeck tätig, gab eine umfassende

Übersicht über die aktuellen Möglichkeiten. Sie demonstrierte

verschiedene Materialien und Produkte

für die Wundbehandlung: So zeigte sie u.a., wie man

ein Hydrocolloid abzieht (Abb. 1). Sie ist für Fortbildungen

im Wundmanagement vorbereitet, ihre E-Mail-

Adresse ist: carola.neugebohren@travebogen.de.

Das Feld der neuropsychiatrischen Symptomkontrolle,

die in der Palliativmedizin allerdings eine Ausnahme

bleibt, behandelte Dr. Volker Lindner, Neurologische

Klinik UK S-H, Campus Kiel: Die amyo trophe Lateralsklerose

(ALS) ist die einzige Erkrankung im Bereich

der Neurologie und Psychiatrie, welche per se


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Abb. 1: Das Lösen des Hydrocolloids wird demonstriert. (Fotos: Dr. Hennighausen)

zu einer Palliativsituation führt. An den nervenärztlichen

Konsiliarius hingegen werden vielfältige Anforderungen

gestellt, z.B. durch Psychosyndrome

einschließlich der Beschwerden durch Bewältigungsdefizite,

Krampfanfälle, motorische Störungen

sowie die Symptomatik des erhöhten Hirndruckes.

Er berichtete eingehend über die medikamentöse

Therapie, insbesondere über die praktische Anwendung

von Psychopharmaka, die Dosierung von

Antikonvulsiva sowie die Behandlung von Krampi/

Spastik, Myoklonien und erhöhtem Hirndruck. In einem

anschließenden persönlichen Gespräch betonte

der Vortragende, dass die Medizin durch die Palliativmedizin

wieder mehr Menschlichkeit gewonnen

habe, welche auch die emotionale Situation der behandelnden

und betreuenden Personen, Ärzte eingeschlossen,

einbezieht und berücksichtigt. Nach

der Erfahrung des Autors ist die Medizin noch durch

militärisch orientiertes Denken geprägt und es wird

nicht selten nach dem Motto gehandelt: „Der Auftrag

muss erfüllt werden“.

Für die Betreuung des kranken Menschen in der

Pallia tivsituation ist das soziale Umfeld als patientenorientiertes

Betreuungsnetz, als Unit of Care, unabdingbar,

so Maren Scholtyssek, Kranken- und Gesundheitspflegerin

mit Zusatzausbildung in Palliative

Care im Palliative Care Netz Nord, Flensburg. Die „soziale

Unterstützung“ stellt die positiv bewertete, erlebte

oder erhoffte Funktion sozialer Netzwerke dar.

Praktisch relevante Fragen zur Beantragung von Hilfen,

Hilfsmitteln etc. wurden besprochen und vor

dem Hintergrund z.T. unterschiedlicher Erfahrungen

diskutiert. Als Abschluss wurde in einem kurzen Rollenspiel

verdeutlicht, wie viele Personen dem in seine

häusliche Umgebung zurückkehrenden kranken

Menschen, der im Krankenhaus die Prognose seiner

schweren Krankheit erfahren hat, helfen müssen.

Die Koordination der Aktivitäten sollte Aufgabe des

Hausarztes sein und auch bleiben (Abb. 2).

Den Vortragsreigen des zweiten Fortbildungswochenendes

eröffnete Dr. Silke Bothmann-Gräber mit

zwei Referaten über rechtliche Fragestellungen: Betreuungsverfügung,

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung,

aktive/passive und indirekte Sterbehilfe,

assistierter Suizid und Sterbebegleitung wurden insbesondere

auf der Basis der bestehenden Gesetze

und der Grundsätze der Bundesärztekammer behandelt.

Gut zu wissen ist, was der Schweizer Verein

„Dignitas“, welchem man mit dem Ziel, aktive Sterbehilfe

zu erhalten, beitreten kann, in einer aktuellen

Vereinsstatistik berichtet: 70 Prozent der Mitglieder

des Vereins nehmen, wenn es zur endgültigen Entscheidung

kommt, Abstand von ihrem Vorhaben.

Dr. Klaus Wittmaack, Anästhesist, Schmerztherapeut

und Palliativmediziner am Friedrich-Ebert-Krankenhaus

Neumünster, referierte über Notfälle in der

Palliativmedizin. Er unterschied zwischen der „Krise“

und dem „Notfall“. Krisen sind im Krankheitsverlauf

wiederkehrende Problemsituationen, die in der Regel

beherrschbar und behandelbar sind, Handeln

ist in diesem Fall notwendig, aber nicht umgehend

erforderlich. Notfälle dagegen sind Akutsituationen,

Ausgabe 6 | Juni 2011 43


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

die mit einer akuten Gefährdung des Patienten einhergehen

und zum umgehenden Handeln zwingen.

Wichtig ist es, im Palliativteam für jeden Patienten

einen individuell angepassten Notfallplan unter Einbeziehung

des Patienten und seiner Angehörigen zu

entwickeln, der schriftlich fixiert vorliegen sollte. So

kann man z.B. eine Handlungsstrategie für eine zu

befürchtende massive Blutung aus einem inoperablen

Tumor des Nasenrachenraumes erarbeiten. Sollte

der Patient in der akuten Situation einen dieser

Vereinbarung konträren Wunsch äußern, muss diesem

selbstverständlich entsprochen werden.

Die spirituelle Begleitung des unheilbar erkrankten

Menschen, der weiß: „Ich muss sterben“, war das

Thema von Jutta Bilitewski, Pastorin am St. Elisabeth-Krankenhaus,

Eutin. Der Bogen der Spiritualität

überspannt die Religion, den Glauben und alle

vergleichbaren Gedanken- und Empfindungswelten,

denen insbesondere die Frage gemeinsam ist: Was

kommt nach dem Tode? So ist es die Aufgabe der

Seelsorge im palliativen Bereich, dem oft verzweifelt

nach einem Sinn des Lebens suchenden und mit seinem

Schicksal hadernden Menschen gemäß seiner

eigenen Lebensauffassung zu helfen - was auch empathische

Hilfe bei der Suche in der eigenen Lebensgeschichte

beinhaltet. Die Seelsorge beginnt heutzutage

in der Regel erst mit Eintreten in die Palliativsituation;

besser wäre es, wenn die Patienten bereits

während der onkologischen Behandlung die

Möglichkeit erhielten, spirituell Rat zu suchen, so die

Pastorin.

Biographiearbeit ist ein wesentlicher Teil des Weges,

den die betreuenden Personen des Palliativteams

gemeinsam mit dem Patienten gehen müssen. Ein

schematisch gezeichneter Stammbaum sollte die

Basis für die Dokumentation des Patienten im sozialen

Geflecht seiner Familie und weiterer wichtiger

Bezugspersonen sein, war die Botschaft von Ingemar

Nordlund.

Der Schmerz und die Schmerztherapie unter besonderer

Berücksichtigung der Opioide war der Themenkreis

der Referate von Dr. Sabine Schulzeck,

Oberärztin an der Klinik für Anästhesie und Operative

Intensivmedizin UK S-H, Campus Kiel. Die

Schmerzanalyse ist Voraussetzung für die Einordnung

der Schmerzart (neuropathisch, nociceptiv ...)

und der darauf ausgerichteten speziellen Schmerztherapie

(„Vor die Therapie des Schmerzes haben

die Götter die Schmerz-Diagnose gestellt“). Auch

während der laufenden Schmerztherapie muss die-

44 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

selbe kritisch überprüft werden, insbesondere, wenn

neue Schmerzen hinzukommen, z.B. durch nicht tumorbedingte

Ursachen. Wichtig ist, die Analgetika

strukturiert entsprechend den Leitlinien des WHO-

Stufenschemas einzusetzen. Die Therapie nach festem

Zeitschema ist der Gabe „nach Bedarf“ eindeutig

überlegen. Auch in der Palliativmedizin haben Koanalgetika

wie z.B. Antidepressiva oder Antikonvulsiva

bei neuropathischen Schmerzen einen hohen

Stellenwert.

Allgemein wenig bekannt ist, dass es paradoxe Reaktionen

auf Opioide geben kann. Die opioidinduzierte

Hyperalgesie (OIH) ist gekennzeichnet durch gesteigerte

Schmerzen trotz rasch ansteigender Opioid-

dosis und häufig verbunden mit diffuser Allodynie,

Myalgien sowie Myokloni. Eine Besserung der

Schmerzen zeigt sich bei Dosisreduktion. Bei gravierender

Symptomatik ist in Einzelfällen vorübergehend

der Einsatz des Narkotikums Ketanest hilfreich, der allerdings

Erfahrung mit dieser Substanz erfordert.

Das Thema Durst und Mundtrockenheit einschließlich

der Frage der Flüssigkeitsgabe in der Präterminal-

und in der Terminalphase wurde von Susanne

Preuss, Ärztin für Anästhesie, Palliativmedizin und

spezielle Schmerztherapie im Lübecker Palliatvnetz

Travebogen im Sinne von Pro und Kontra dargestellt:

Durstgefühl und Mundtrockenheit hängen nicht von

der gegebenen Flüssigkeitsmenge ab. In der Präterminal-

bzw. Terminalphase kann zugeführte Flüssigkeit

unter Umständen die den Kranken belastenden

Symptome verstärken, z.B durch verstärkte Bildung

von Bronchialsekret. Eine Allroundentscheidung gibt

es nicht, der Wille des Patienten, sofern bekundet,

hat Vorrang; erforderlich ist die individuelle Abwägung

der Wünsche und Symptome, eine abgesprochene

limitierte Flüssigkeitsgabe ist möglich.

Ein weiteres Thema von Susanne Preuss war „Fatigue“,

die Erschöpfung, die sich bei 60-90 Prozent

aller Tumorpatienten in allen Stadien, darüber hinaus

aber auch bei anderen Erkrankungen, z.B. bei HIV,

bei kardialen und pulmonalen Erkrankungen findet.

Dieses Syndrom, gekennzeichnet durch schnelle

Ermüdbarkeit, generalisierte Schwäche und mentale

Reduzierung (verminderte Gedächtnisleistung),

kann aufgrund der Nebenwirkungen der möglichen

medikamentösen Therapie (u.a. Kortikosteroide und

Psychostimulantien, z.B. Ritalin®) oft nur begrenzt

behandelt werden.

John Sanger, Kranken- und Gesundheitspfleger in

der Interdisziplinären Schmerz- und Palliativstation


des UK S-H, Campus Kiel, zeigte und erklärte beispielhaft

an Situationen des Alltags praktische Fatigue-Behandlungsstrategien:

Diese reichen vom zeitlich

geordneten Tagesablauf über die Wahl der Speisen,

gezielte gymnastische Übungen, Einkaufen mithilfe

einer Einkaufsliste sowie des „Lageplanes“ der

Produkte in einem Supermarkt bis hin zu einem Mahl

zu zweit in harmonisch-romantischer Atmosphäre.

Die Trauer als Prozess war das Thema von Lars Mandelkow,

Dipl.-Psychologe und Dipl.-Theologe und als

Systemberater tätig: Die vier Dimensionen des Leidens

nach Cicely Saunders (das körperliche, das psychische,

das soziale und das spirituelle Leiden) sowie

Phasenmodelle für Trauerprozesse einschließlich der

späten Trauer wurden besprochen. Einzelne Teilnehmer

des Kurses berichteten über eigene Erfahrungen.

Die Besonderheiten der Finalphase des Kranken

aus ärztlicher und aus pflegerischer Sicht wurden

von Carola Neugebohren und Susanne Preuß behandelt:

Die Medikamente sollten auf das Wesentliche

reduziert werden, betr. Analgetica: Opioide der

Stufe III nach WHO, betr. Sedativa: Diazepam und Lorazepam.

Stark wirksame Opioide dürfen wegen der

Gefahr der Entzugssymptomatik nur schrittweise abgesetzt

werden, beim Absetzen von Antikonvulsiva

muss auf Diazepam rectal oder Tavor expidet umgestellt

werden. Angehörige sollten keine Spritze geben,

damit keine Schuldgefühle entstehen, falls der

Tod in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Injektion

eintreten sollte.

Mit dem Thema Selfcare-Heilung schloss der Grundkurs

Palliativmedizin. Ingemar Nordlund sprach

zu der Frage, ob es ein „gesundes Sterben“ gebe,

Abb. 2: Das Rollenspiel „Der kranke Vater kehrt

heim“ hatte eine daseinsbejahende Grundstimmung

und trotz Trauer auch heitere Augenblicke.

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

und bejahte diese. Denkmodelle von Hippokrates

über Äskulap, Cicely Saunders, Michael Kearny und

Aaron Antonovyky („Salutogenese“) weisen in dieselbe

Richtung und sind eine Aufforderung, sich mit

dem Sterben über das rein Medizinische hinaus zu

befassen. H. Keupp definierte 2008 die Botschaft der

Saltogenese: Gesundheit ist nur teilweise ein „Geschenk“

der Natur oder der „Segnungen“ der Medizin.

Sie ist vielmehr auch Ausdruck gelingenden Lebens.

Wir müssen lernen, Gesundheit nicht als einen

Zustand der Abwesenheit von Krankheit zu definieren,

sondern als einen eigenständigen Prozess der

Lebensbewältigung, in dem es um Lebenssinn, soziale

Verortung und Ressourcen geht. Dieser Prozess

gelingt längst nicht immer perfekt, aber Gesundheit

als Lebenskunst bedeutet, den aktiven kreativen Gestaltungsprozess

des eigenen Lebens ernst zu nehmen.

Fazit und Ausblick: Der Grundkurs Palliativmedizin

bot eine gute Übersicht über die palliativmedizinische

Versorgung des kranken Menschen am Ende

seines Lebens und kann somit allen empfohlen werden,

die kurative Medizin ausüben. Aber auch im

Hinblick auf das eigene Leben, insbesondere für die

Fragen des Umgangs mit der Trauer, kann er Hilfen

geben. Dieser Kurs ist ein erster Schritt zur Erlangung

der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Auf

den Basiskurs folgt das Fallseminar, das in drei Module

einschließlich Supervison aufgeteilt ist. Der Teilnehmer

kann sich darauf hin bei der Ärztekammer zur

Prüfung anmelden und nach Bestehen derselben palliativmedizinische

Leistungen gesondert abrechnen.

Dr. Udo Hennighausen, Heide

Ingemar Nordlund referierte zur Frage, ob es ein

„gesundes Sterben“ geben kann.

(Foto: di)

Ausgabe 6 | Juni 2011 45


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Interview

„Jeder Krebspatient profitiert von

Sport und Bewegung“

Sportwissenschaftlerin Stephanie Otto vom Krebszentrum Nord des UK S-H

plädiert für körperliche Aktivität von Krebspatienten.

„Sie müssen sich schonen“ lautete noch vor 20 Jahren

das Rezept für Krebspatienten. Das ist heute gänzlich

anders. Stephanie Otto, Sportwissenschaftlerin aus

Heikendorf, erläutert im Gespräch mit dem Schleswig-Holsteinischen

Ärzteblatt, warum sie Krebskranke

in einem möglichst frühen Stadium der Behandlung

zu körperlicher Aktivität motiviert.

Frau Otto, warum sollen schwer kranke Krebspatienten

Sport treiben?

Otto: Körperliche Aktivität ist für alle Menschen sinnvoll,

etwa 20 bis 30 Prozent aller Brust- und Darmkrebserkrankungen

lassen sich bei ausreichender

Bewegung vermeiden. Krebspatienten sollten Sport

treiben,

� weil sie viele Nebenwirkungen durch die Therapie

erfahren, die sich mit Sport abmildern lassen;

� weil sie Behandlungszeiten von einem Jahr und länger

haben und sich ohne ausreichende Aktivität ein

Bewegungsmangel mit den entsprechenden Folgeerkrankungen

ergeben kann;

� weil sie ihre Lebensqualität steigern und mit den

psychischen Belastungen der Erkrankung besser

klarkommen;

� weil gemeinschaftliches Sporterlebnis in der Gruppe

Spaß macht.

Wird „nur“ eine Verbesserung der Lebensqualität erzielt

oder bedeutet regelmäßiges Training auch Rezidivprophylaxe

und verlängertes Gesamtüberleben?

Otto: Es gibt viele Hinweise darauf, dass eine Krebserkrankung

unter regelmäßigem Training nicht so

schnell zurückkommt. Postmenopausale Brustkrebspatientinnen

etwa haben ein deutlich erhöhtes

Rückfallrisiko, wenn sie übergewichtig sind und sich

nach abgeschlossener Primärtherapie nicht nennenswert

bewegen. Umgekehrt heißt dies, bei Kalorienrestriktion

und körperlicher Aktivität entwickelt sich seltener

ein Rezidiv. Erste Mechanismen, was Sport auf

zellulärer Ebene bewirken kann, sind identifiziert, zum

Beispiel, dass regelmäßige körperliche Aktivität ganz

offensichtlich das körpereigene DNA-Reparatursys-

46 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

tem ankurbelt. Ebenso gibt es Assoziationen zwischen

Sport und immunologischen Faktoren. Die Datenlage

ist aber noch nicht eindeutig und insgesamt

gibt es noch großen Forschungsbedarf.

Freiburger und Berliner Wissenschaftler hatten Mitte

der 90er Jahre für Aufsehen gesorgt, als sie Krebspatienten

während der Hochdosis-Chemotherapie ein

Trimmrad ans Bett gestellt und zum Bewegungstraining

motiviert hatten. Wann ist für Krebspatienten der

richtige Zeitpunkt, mit dem Training anzufangen?

Otto: Immer! Zu jedem Zeitpunkt ist es dem Krebspatienten

möglich, mit Sport und Bewegung zu beginnen.

Das ist wissenschaftlich inzwischen erwiesen.

Ich versuche, die Patienten möglichst schon nach

der Diagnose einzubinden und präoperativ ein Bewegungstraining

zu starten. Sport ist zu allen Zeiten

der Krebserkrankung möglich und nötig, wenn die

Kontra indikationen beachtet werden.

Was ist das Ziel der Sporttherapie?

Otto: Eine Woche Bettruhe führt zu einem Verlust von

20 bis 30 Prozent an Muskelmasse. Das versuchen

wir mit vielfältigen Maßnahmen aufzufangen, indem

die Betroffenen schon gleich nach der Operation in

Zusammenarbeit mit der Physiotherapie mobilisiert

und gekräftigt werden. Im Anschluss an die Akutbehandlung

folgen verschiedene Trainingseinheiten

zur Verbesserung der Kraft, Ausdauer, Koordination

und Beweglichkeit, unter anderem auch in Form von

Aqua-Fitness im Bewegungsbad. Bei den Wanderungen

steht der soziale Aspekt im Vordergrund. Viele

Patienten haben unter der Krebstherapie Schwierigkeiten,

ihren Alltag zu bewältigen. Ein wesentliches

Ziel der Sport- und Bewegungstherapie ist es, ihnen

dies und auch die spätere Rückkehr in den Beruf zu

ermöglichen. Es gilt den Betroffenen zu zeigen, welche

„Wunder“ sie selbst vollbringen können.

Welches Training ist für Krebspatienten geeignet?

Otto: Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, zum

Beispiel Ausdauersportarten wie Nordic Walking,

Schwimmen, Rudern, Radfahren und Wandern. Sinn-


voll sind auch Krafttraining (für das man nicht unbedingt

ins Fitnessstudio gehen muss; es gibt zahlreiche

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht),

Dehn- und Koordinationsübungen sowie Ballspielsportarten,

die allerdings ohne Wettkampfcharakter

und eventuell mit weicheren Bällen ausgeübt werden

sollten. In erster Linie sollten die Alltagsaktivitäten

gefördert werden, etwa die Patienten sensibilisieren,

dass sie nicht die Rolltreppe oder den Aufzug nehmen,

sondern die Treppe steigen.

Wann sollten Patienten auf ein Training verzichten?

Otto: Das ist nur selten notwendig! Zu den Kontraindikationen

zählen etwa eine dekompensierte Herzinsuffizienz,

instabile Angina pectoris, labiler Hypertonus,

schwere Infektionen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen,

starke Schmerzen, Knochenmetastasen mit

drohender Instabilität der Wirbelsäule, Schwindel,

Bewusstseinseintrübungen, Anämie, Thrombopenie,

akute Blutungen oder ein starker Gewichtsverlust.

Und wenn Patienten eine kardio- oder nephrotoxische

Chemotherapie erhalten, sollten sie an diesen Tagen

sicher nicht trainieren.

Wie vermeidet man Überlastung bei Krebspatienten?

Otto: Das ist ein ganz wichtiger Punkt! Wir haben

zwei Gruppen von Patienten: Die einen sind von Natur

aus sportlich und wollen ganz schnell wieder fit

werden. Bei diesen Sportbegeisterten versuche ich,

die Körperwahrnehmung zu schulen und ihnen ein

gutes Gefühl für die richtige Dosis an Belastung zu

vermitteln, da sonst die Gefahr der Überlastung besteht.

Das funktioniert aber nicht mit einem Pulsmesser

oder ähnlichen Geräten zur Leistungsmessung,

sondern erfordert viele Gespräche. Die andere Gruppe

ist die der Unsportlichen, die sich auch vorher fast

gar nicht bewegt haben. Diese Patienten müssen wir

zunächst intensiv aufklären, ihnen vermitteln, warum

Bewegung so wichtig ist. Wenn sie dann einmal teilgenommen

haben und spüren, wie gut ihnen die Therapie

tut, kommen sie gerne wieder. Auch hier müssen

wir Therapeuten ständig darauf achten, dass die

Patienten nicht an ihre Grenzen stoßen oder diese

überschreiten.

Wie sieht es mit den niedergelassenen Ärzten der

Umgebung sowie denen im Krebszentrum aus: Sind

sie alle über die Bedeutung sportlicher Aktivität für

Krebspatienten informiert und von dessen Notwendigkeit

überzeugt?

Otto: Es kommt ganz darauf an, wie sportlich der

betreuende Arzt selbst ist. Wenn er den Nutzen des

Sports für sich selbst bereits erkannt und erlebt hat,

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Stephanie Otto (44) hat Sportwissenschaften an der

Sporthochschule Köln studiert. Seit Anfang 2010

arbeitet sie im Krebszentrum Nord, hält regelmäßig

Vorträge über die Bedeutung von körperlicher

Aktivität bei Krebs. Sie ist per E-Mail unter stephanie.otto@krebszentrum-nord.de

zu erreichen (Tel.

0431/597-8082). (Foto: Privat)

wird er automatisch bestrebt sein, auch seine Patienten

zu körperlicher Aktivität zu motivieren. Bei meinen

Vorträgen im Kieler Umland stelle ich immer wieder

überrascht fest, dass viele Ärzte dem Thema sehr zugewandt

sind. Aber: Da die Sporttherapie in der Akutbehandlung

bisher mit den Krankenkassen nicht abgerechnet

werden kann, ist es trotz überzeugender

Studienlage schwer, Ärzte davon zu überzeugen,

dass Sport und Bewegung Teil der adjuvanten onkologischen

Therapie sein sollten. Dabei erleben wir in

der täglichen Praxis: Jeder einzelne Krebskranke profitiert

von körperlicher Aktivität!

Sind die Ärzte der Umgebung und im Krebszentrum

über die Bedeutung sportlicher Aktivität für Krebspatienten

informiert und von deren Notwendigkeit überzeugt?

Otto: Ich habe lange in einer onkologischen Rehabilitationsklinik

im Allgäu gearbeitet. Die meisten Patienten

sind dort sehr erschöpft und in schlechtem Allgemeinzustand

angekommen. Bei den meisten Betroffenen

wurden Komorbiditäten diagnostiziert, die

unmittelbar auf Bewegungsmangel zurückzuführen

waren. An der Situation wollte ich etwas ändern und

einen Schritt früher einsteigen. Über die Stiftung „Leben

mit Krebs“ habe ich die Möglichkeit bekommen,

das Sportprojekt hier am Krebszentrum Nord zu etablieren

und die Patienten jetzt schon während der Therapie

zu mehr Bewegung zu motivieren.

Das Interview führte Uwe Groenewold

Ausgabe 6 | Juni 2011 47


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Interview

Geplante Behandlungsabläufe

sind eher für die Pflege sinnvoll

Über die Rahmenbedingungen in der Kardiologie sprach Horst Kreussler mit

dem Reinbeker Chefarzt Prof. Herbert Nägele.

Neben dem Uni-Klinikum und den Schwerpunktkrankenhäusern

des Landes haben auch Häuser

der Grund- und Regelversorgung herausragende

medizinische Kapazitäten vorzuweisen. Ein spezielles

Beispiel ist die Kardiologie des Krankenhauses

Reinbek St. Adolf-Stift. Im Jahr 2010 stellte die Klinik

bei einer Pressekonferenz die bemerkenswerte Leistungsentwicklung

der Kardiologie vor, und vor Kurzem

berichtete das Haus über die Beteiligung an einer

noch laufenden internationalen Studie über die

Implantation spezieller Herzschrittmacher/Defibrillatoren

sowie über die erfolgreiche Beteiligung an weiteren

Studien. Das Ärzteblatt nahm einmal exemplarisch

diese besonderen Aktivitäten zum Anlass, den

zuständigen Ltd. Oberarzt der Medizinischen Klinik

(Chefarzt Prof. Dr. Stefan Jäckle), Prof. Dr. Herbert

Nägele, nach Hintergründen zu befragen.

Wie ist es zum „Herzzentrum Reinbek“ im St. Adolf-

Stift gekommen und was sollten auswärtige Kollegen

darüber wissen?

Nägele: Schon unter meinem Vorgänger Dr. Walter

Seeger bildete die elektromedizinische Kardiologie

einen Schwerpunkt, der Patienten im weiten Umkreis

anzog. Heute haben wir alle etablierten und z.T. auch

experimentelle Geräte mit speziellen Sensoren und

Elektroden, spezielle Defibrillatoren und Atemstimulatoren.

Auch personell gibt es – in Kooperation mit

der AK Hamburg St. Georg – Spezialisten, um fast

die gesamte Kardiologie auf universitärem Niveau

anzubieten. Dazu gehören die moderne leitliniengerechte

Behandlung von Rhythmusstörungen einschließlich

Resynchronisation (CRT) und Kontraktionsmodulation

(CCM), die Kathetereingriffe (Ltg. Dr.

Krause), eine umfangreiche Diagnostik mit Herzecho

(Oberarzt Dr. Behrens). Unser Ziel ist die kardiologische

Rundumversorgung der Patienten im Hamburger

Osten, etwa bis hin nach Lauenburg und zur

Grenze von Mecklenburg-Vorpommern. Die anderen

Herzzentren im Umkreis sind neben Hamburg in Lübeck

und Bad Segeberg.

48 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Gibt es noch Lücken bzw. Investitionsbedarf?

Nägele: Wir möchten gern für eine Reihe von Rhythmusstörungen

wie Vorhofflimmern noch die Ablationstherpie

anbieten, ebenfalls in Kooperation mit

St. Georg. Dazu brauchen wir einen weiteren Kathetertisch,

den wir räumlich in einem neuen Anbau als

kombinierte Schrittmacher-Defi-Ablationstherapie

einrichten wollen. Die Baupläne liegen vor, ich hoffe

auf Fertigstellung in zwei Jahren. In dem Zusammenhang

soll auch die zu klein gewordene internistische

Aufnahme vergrößert werden.

Und wie ist es personell, könnten Sie eine Ergänzung

gebrauchen, etwa bei der psychosozialen Versorgung

der Herzpatienten?

Nägele: Ja, neben den anderen Oberärzten und

Assistenzärzten in der Kardiologie gibt es im Forschungsbereich

für Studien nur noch eine aus Drittmitteln

selbst beschaffte Kollegin. Einen eigenen

Psychotherapeuten haben wir zwar nicht, jedoch

eine mehrere Kollegen umfassende konsiliarärztliche

Unterstützung.

Im Übrigen ist eine Bewegungstherapiegruppe geplant

für die schwer herzinsuffizienten Patienten, wie

in Hamburg im Albertinen-Krankenhaus und im Rehazentrum/UKE.

Die Krankenkassen dürfen ja heute

nach Folgeverordnung eine Dauerbetreuung finanzieren,

nicht nur wie früher eine einmalige Reha-

Maßnahme.

Insgesamt wird die kardiologische Versorgung der

Patienten in Deutschland als durchaus verbesserungswürdig

bezeichnet. So hieß es beim letzten Internistenkongress,

kaum 30 Prozent der Hypertoniker

seien optimal medikamentös eingestellt, dafür gebe

es aber einen starken Anstieg der Kathetereingriffe

und damit insgesamt (so manche Kritiker) auch ökonomisch

bedingt weit mehr Interventionen als streng

indiziert seien.

Nägele: Für einen Teil der Patienten (z.B. mit Hebungsinfarkt)

sind Kathetereingriffe (PCI) wirklich

notwendig, auch wenn sie die Mortalität nur bei fri-


schen Infarkten signifikant senken. Wenn wir hierzulande

die höchste PCI-Rate in Europa haben, hängt

das auch mit gesundheitspolitischen Vorgaben zusammen,

die zu einer bestimmten Honorierung von

Leistungen geführt haben. Wir versuchen jedenfalls

bei uns, den Patienten die ihnen individuell angemessene

Behandlung – konservativ, elektromedizinisch,

katheterinterventionell, operativ – zu geben.

Umgekehrt heißt es vonseiten der medizintechnischen

Industrie, unser Gesundheitswesen lasse den Patienten

zu wenige Schrittmacher und Defis zukommen?

Nägele: Das lässt sich so allgemein wohl kaum sagen,

denn es gibt eine sehr heterogene Versorgung in

Deutschland – wir in Reinbek jedenfalls implantieren

leitliniengerecht (nach der ESC, European Society

of Cardiology) ausreichend Geräte für unsere Patienten.

Studien haben einen deutlichen Überlebensvorteil

für diese Geräte gezeigt, vielleicht mit Ausnahmen

bei hochbetagten und multimorbiden Patienten.

Wieweit sind standardisierte Vorgaben, also etwa auf

„Evidence-based Medicine“ beruhende Leitlinien

(womöglich in der Kitteltasche des Arztes) oder Geplante

Behandlungsabläufe (Beispiel aus der Kardiologie

AK St. Georg) im klinischen Alltag aus Ihrer

Sicht praktikabel?

Nägele: Im Prinzip schon, wir halten uns an die maßgeblichen

aktuellen Leitlinien. Allerdings bedürfen

sie der Auslegung mit Blick auf den individuellen Patienten.

Primär behandeln wir im Gespräch mit dem

Patienten und mit gesundem Menschenverstand,

aber natürlich geht es nicht ohne Standards. Auch

Geplante Behandlungsabläufe sind für den einzelnen

Patienten nicht immer maßgeschneidert und

eher als Standards für die Pflege sinnvoll.

Wenn sich, wie es heißt, die Fächergrenzen von Interventioneller

Kardiologie, Interventioneller Radiologie

und Kardiochirurgie verschieben, müssten die beteiligten

Ärzte nicht noch mehr über die Nachbarfächer

wissen, also z.B. der Kardiologe über die sichere Beurteilung

von spezifischen CT- und MR-Bildern?

Nägele: Ja, sollten wir einmal einen Cardio-CT bekommen,

müssten entsprechende Kenntnisse sicher

gefestigt und trainiert werden. Ein Cardio-MRT wäre

für jüngere Patienten präventiv sinnvoll, aber für unsere

eher „Geronto-Kardiologie“ weniger.

Auf der anderen Seite sind auch chirurgische Kenntnisse

nötig, um zu beurteilen, was jenseits der kardiologischen

Möglichkeiten von der Herzchirurgie

nach neuestem Stand gemacht oder auch nicht sehr

erfolgreich gemacht werden kann. Nicht nur die Er-

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

wartungen der Patienten sind manchmal zu optimistisch.

Insofern ist die Verschiebungstendenz von

der Herzchirurgie hin zu interventionellen Techniken

nicht unverständlich.

In der Herzchirurgie gilt als Ultima Ratio die Transplantation

eines Spenderherzens. Wie beurteilen Sie –

auch aus langjähriger kardiochirurgischer Erfahrung

im UKE – den immer wieder vorgebrachten Pauschalvorwurf

einer zu geringen Spendebereitschaft und zu

geringer Transplantationszahlen in Deutschland?

Nägele: Kritisch, denn ein „Mangel“ an Spenderorganen

kann verschiedene Ursachen haben. Es wäre

zu untersuchen, ob statt eines echten Mangels eher

eine falsche Verteilung der Organe auf die Patienten

vorliegt. Im Verbund der norddeutschen Transplantationskliniken

gab es bis vor etwa zehn Jahren

eine regionale, nicht starre Warteliste für Herzen mit

nur ca. einem Monat Wartezeit – seitdem aber durch

die europaweite Verteilung eine Wartezeit von ein bis

zwei Jahren für unsere elektiven Patienten. Überdies

müssen die Organe von weither ischämisch und gekühlt

transportiert werden, was der Lebensdauer

nicht förderlich ist. Das heißt: Die Wartezeiten sind

so lang, dass diejenigen, die eine Transplantation

wirklich benötigen, diese zum Teil nicht mehr erleben.

Von daher können wir froh sein, dass inzwischen

Kunstherzen praktisch genau so gut funktionieren

wie Spenderherzen – ein großer Fortschritt

der Medizin.


Prof. Herbert Nägele

� Geboren 7.3.1957 in Hessigheim/Neckar

� 1977 ff. Ausbildung zum Krankenpfleger

� 1981-87 Medizinstudium Hamburg

� 1987 ff. Wiss. Ass. im UKE (Prof. Greten) und Promotion

� 1992 ff. UKE-Klinik f. Herz- und Gefäßchirurgie/

Kardiologie, zuständig für EKG, Herzinsuffizienz,

Herztransplantation und Schrittmacher, seit

� 2002 Leiter dieses Bereichs

� 2002 Weiterbildungsberechtigung Kardiologie

� 2003 Habil. (Grenzbereich Kardiologie/Kardiochirurgie)

� 2004 Oberarzt Med. Klinik Krankenhaus Reinbek,

Ermächtigung KVSH

� 2005 Ltd. OA, i.V. Klinikchef Prof. Stefan Jäckle

Ausgabe 6 | Juni 2011 49


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Serie zum GenDG

Umfassende Informationen sind

für Patienten unverzichtbar

Das Gendiagnostikgesetz aus dem Blickwinkel des humangenetischen Routine-

und universitären Forschungslabors. Vierter Teil der Serie.

Das 2010 in Kraft getretene Gendiagnostikgesetz

regelt den Umgang mit genetischen Untersuchungen

sowie die Verwendung genetischer Proben und

Daten beim Menschen. Es hat insbesondere das

Ziel, eine Benachteiligung aufgrund genetischer Eigenschaften

zu verhindern und die staatliche Verpflichtung

zur Achtung und zum Schutz der Würde

des Menschen und des Rechts auf informationelle

Selbstbestimmung zu wahren. Für die Vornahme genetischer

Untersuchungen zu medizinischen Zwecken

und für genetische Beratungen gilt ein Arztvorbehalt.

Dieses Gesetz gilt nicht für genetische Untersuchungen

und Analysen und den Umgang mit genetischen

Proben zu Forschungszwecken.

Bei genetischen Untersuchungen zu medizinischen

Zwecken gehören Aufklärung und genetische Beratung

an zentraler Stelle zu den wesentlichen Rahmenbedingungen

des GenDG. Der verantwortliche

Arzt hat die betroffene Person vor Einholung der

Einwilligung aufzuklären. Die Aufklärung soll auch

auf gesundheitliche Risiken hinweisen, die mit der

Kenntnis des Ergebnisses der genetischen Untersuchung

selbst und mit der Gewinnung der dafür erforderlichen

genetischen Probe verbunden sind.

Eine genetische Beratung muss nicht-direktiv und in

allgemein verständlicher Form sowie ergebnisoffen

erfolgen. Die genetische Beratung soll helfen, medizinisch-genetische

Sachverhalte zu verstehen, Entscheidungsalternativen

zu bedenken, individuell angemessene

Verhaltensweisen zu wählen und selbstständige

Entscheidungen zu treffen und zugleich

das Recht auf Nichtwissen gewährleisten. Dazu sollte

vor einer genetischen Beratung eine Vereinbarung

über Ziele, Umfang, Motivation und Erwartungen

an die genetische Beratung erfolgen. Zu jedem

Zeitpunkt der Beratung besteht ein Recht auf Nichtwissen.

Nur wenn der Patient über die Aussagekraft

des Testverfahrens und die möglichen Konsequenzen

eines Befundes sachgerecht informiert ist, kann

er eigenverantwortlich von seinem Recht auf Wissen

50 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

oder Nichtwissen Gebrauch machen und eine nach

seinem Dafürhalten richtige Entscheidung treffen.

Die Qualifikation zur genetischen Beratung im Rahmen

des jeweiligen Fachgebiets unterscheidet sich

von der im Rahmen der Weiterbildungsordnung erworbenen

Qualifikation als Facharzt für Humangenetik

und Facharzt mit Zusatzbezeichnung und wird als

„fachgebundene Qualifikation zur genetischen Beratung“

bezeichnet. Die Anforderungen für eine solche

Qualifikation werden in einer Richtlinie, die von der

Gendiagnostikkommission erarbeitet wurde, in Kürze

veröffentlicht.

Bei den Anforderungen an die ärztliche Qualifikation

zur Durchführung genetischer Untersuchungen zu

medizinischen Zwecken trifft das GenDG eine wichtige

Unterscheidung: Diagnostische genetische Untersuchungen

darf jeder Arzt nach Aufklärung und

schriftlicher Einwilligung vornehmen. Prädiktive genetische

Untersuchungen dagegen dürfen nur Ärzte

für Humangenetik oder andere Ärzte vornehmen, die

sich mit Erwerb einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder

Zusatzbezeichnung für genetische Untersuchungen

in ihrem Fachgebiet qualifiziert haben.

Eine prädiktive Diagnostik hat für die Rat suchende

Person große Bedeutung. Zu den prädiktiv diagnostizierbaren

Krankheiten gehören z.B. viele Krebserkrankungen

oder autosomal rezessive Krankheitsbilder

wie die Hämochromatose. Die prädiktive Diagnose-

stellung kann der Manifestation der Krankheit u.U.

um Jahrzehnte vorausgehen. Durch eine solche Untersuchung

kann ein Krankheitsausschluss und damit

eine psychische Entlastung der Rat suchenden

Person erfolgen. Der molekulargenetische Nachweis

einer Genveränderung kann auch präventive oder

therapeutische Konsequenzen haben. Für spät manifestierende

neurodegenerative Erkrankungen wie

Chorea Huntington, für die es bisher keine ursächliche

Therapie gibt, kann der Ausschluss oder Nachweis

einer krankheitsverursachenden Mutation große

Bedeutung für die Lebens- und Familienplanung


haben. Es ist auch zu berücksichtigen, dass die prädiktive

Diagnostik für die Rat suchende Person psychische,

soziale oder auch finanzielle Probleme mit

sich bringen kann.

Die Durchführung prädiktiver Untersuchungen wird

im GenDG klar geregelt. Aufklärung und genetische

Beratung zählen zu den wesentlichen Rahmenbedingungen

des Gesetzes. Eine prädiktive genetische

Untersuchung darf nur vorgenommen werden, wenn

die betroffene Person schriftlich eingewilligt hat. Bevor

die Einwilligung eingeholt wird, hat eine Aufklärung

durch den verantwortlichen Arzt zu erfolgen.

Bei einer prädiktiven genetischen Untersuchung

muss vor der Untersuchung und nach Vorliegen des

Ergebnisses eine genetische Beratung durch einen

Arzt angeboten werden, der ab Februar 2012 die

Qualifikation nach § 7 Abs. 1 und 3 GenDG erfüllen

muss. Vor und nach prädiktiven genetischen Untersuchungen

können bei Bedarf Unterstützungsangebote

z.B. durch Psychologen oder Psychotherapeuten

angeboten bzw. vermittelt werden.

Vor der Durchführung prädiktiver genetischer Untersuchungen

sollen der Rat suchenden Person vor

allem die Bedeutung genetischer Faktoren bei der

Krankheitsentstehung und deren Auswirkungen auf

die Erkrankungswahrscheinlichkeiten für sie selbst

und ihre Angehörigen erklärt werden. Ggf. muss

auch die Bedeutung exogener Faktoren und möglicher

Noxen für die Krankheitsentstehung erörtert

werden. Bei der genetischen Beratung soll neben

diesen probabilistischen Informationen auch der

prädiktive Wert der Untersuchung verständlich vermittelt

werden. Ferner soll über mögliche Auswirkungen

der Kenntnis des genetischen Ergebnisses gesprochen

werden, sodass eine informierte individuelle

Entscheidung unter Berücksichtigung der persönlichen

Situation der Rat suchenden Person möglich

wird. Bis zur Durchführung der Untersuchung ist

eine entsprechende Bedenkzeit einzuräumen.

Das Ergebnis einer prädiktiven genetischen Untersuchung

muss der Rat suchenden Person ausführlich

erläutert und verständlich vermittelt werden, insbesondere

unter Berücksichtigung des Krankheitsrisikos

und Manifestationsalters. Hierbei ist auch eine

ausführliche Information über Chancen und Risiken

präventiver und therapeutischer Maßnahmen notwendig.

Bei Minderjährigen dürfen prädiktive genetische

Untersuchungen nur mit Zustimmung des gesetzlichen

Personensorgeberechtigten vorgenommen

werden. Prädiktive genetische Untersuchun-

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

gen im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis

sollten nur durchgeführt werden, wenn der Test dem

Schutz des Arbeitnehmers dient und es um den voraussehbaren

Ausbruch einer genetischen Krankheit

geht, die mit dem Arbeitsverhältnis in unmittelbarem

Zusammenhang steht.

Auch die Ergebnismitteilung ist im GenDG geregelt.

Die Ergebnisse dürfen nur der Rat suchenden Person

durch den verantwortlichen Arzt mitgeteilt werden.

Die Rat suchende Person muss zuvor schriftlich

eingewilligt haben. Laborbefunde dürfen nur dem

Arzt mitgeteilt werden, der die Analyse in die Wege

geleitet hat. Die Rat suchende Person kann die Einwilligung

jederzeit widerrufen.

Die gesetzliche Aufbewahrungspflicht für Ergebnisse

genetischer Untersuchungen beträgt zehn Jahre.

Das GenDG schreibt auch vor, dass personenbezogene

Daten und Ergebnisse medizinischer Untersuchungen

nach zehn Jahren vollständig und unverzüglich

vernichtet werden müssen. Diese Informationen

können jedoch auch später noch für die Rat

suchende Person oder deren Angehörige von Bedeutung

sein. Mit ausdrücklicher schriftlicher Einwilligung

dürfen diese Daten auch über die gesetzlich

vorgeschriebene Frist hinaus aufbewahrt werden.

Anschließend sind sie unverzüglich zu vernichten,

wenn die Rat suchende Person nicht eine längere

Aufbewahrung wünscht und sie dies durch ihr schriftliches

Einverständnis dokumentiert hat. Auch wenn

zunächst eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht gewünscht

wird, kann die Rat suchende Person jederzeit

die ursprüngliche Einwilligung widerrufen.

Das GenDG verlangt, dass nicht verbrauchtes Untersuchungsmaterial

nach Abschluss der Untersuchung

vernichtet wird. Wenn eine schriftliche Einwilligung

der Rat suchenden Person vorliegt, darf es jedoch

aufbewahrt werden, da es häufig sinnvoll ist,

das Material z.B. zum Zweck der Nachprüfbarkeit

der erhobenen Ergebnisse oder für zukünftige Diagnosemöglichkeiten

zur Verfügung zu haben. Mit der

schriftlichen Einwilligung der Rat suchenden Person

kann das Untersuchungsmaterial in verschlüsselter

(pseudonymisierter) Form auch für verschiedene

Anforderungen wie z.B. die Qualitätssicherung im

Labor, die studentische Lehre oder die Erforschung

von Krankheitsursachen benutzt werden. Auch in

diesem Fall hat die Rat suchende Person jederzeit

das Recht auf Widerruf.

Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach, Institut für Humangenetik,

Universität zu Lübeck

Ausgabe 6 | Juni 2011 51


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Nikotinsucht

Raucherentwöhnungstherapie

gehört in die Arztpraxis

Noch ist sie ein Stiefkind der ärztlichen Praxis, obwohl die Entwöhnungstherapie

hier nach Ansicht von Prof. Klaus-Dieter Kolenda ideal angesiedelt wäre.

Rauchen macht in hohem Maße süchtig und ist die

entscheidende Ursache für viele chronische Krankheiten,

die die Lebensqualität einschränken und

zum vorzeitigen Tode führen. Trotzdem fällt es dem

Gesetzgeber und den Krankenkassen schwer, Rauchen

als Krankheit anzuerkennen. Die Raucherentwöhnung

findet bisher auch kaum in der Arztpraxis

statt, obwohl therapeutische Interventionen vor

allem Aufgabe des Arztes sind und die Arztpraxis

für die Durchführung der Raucherentwöhnung ideal

geeignet wäre. Ein Umdenken ist deshalb dringend

erforderlich, um geeignete Rahmenbedingungen

für eine effektive Raucherentwöhnung zu schaffen.

Hierzu gehören strukturierte Therapieprogramme

ebenso wie eine angemessene Honorierung und

die Übernahme der Medikamentenkosten durch die

Krankenkasse.

Seit Jahren wird zunehmend eine öffentliche Diskussion

über die schädigende Wirkung des Rauchens

geführt. Nichtraucherschutzgesetze sind auf

den Weg gebracht und zahlreiche rauchfreie Räume

geschaffen worden. Trotzdem ist die Prävalenz

des Rauchens in Deutschland nur leicht rückläufig.

Im jüngsten Mikrozensus aus dem Jahr 2009 beträgt


Tab. 1: Raucherabhängige chronische Krankheiten

52 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

die Raucherquote 27,6 Prozent der Bevölkerung ab

dem 15. Lebensjahr 6. Der Rauchbeginn liegt heute

durchschnittlich bei 15,4 Jahren, wobei Mädchen etwas

früher als Jungen zur Zigarette greifen. Zahlreiche

Erkrankungen sind auf das Rauchen zurückzuführen

(Tab. 1). Rauchen verkürzt das Leben durchschnittlich

um zehn Jahre 1. Jährlich versterben rund

110.000 Raucher in Deutschland an den Folgen ihres

Konsums ( 4; Tab. 2).

Die Kosten für die Gesellschaft sind hoch. Der volkswirtschaftliche

Schaden wird auf insgesamt rund

21 Milliarden Euro jährlich geschätzt 7. Dieser setzt

sich aus Behandlungskosten tabakbedingter Krankheiten

sowie indirekten Kosten durch Produktionsausfälle

und Frühberentungen zusammen. Dem stehen

Einnahmen des Staates durch die Tabaksteuer

in Höhe von ca. 14 Milliarden Euro gegenüber.

Der Gesetzgeber hat im fünften Sozialgesetzbuch

(SGB V) verschiedene Paragraphen ausgestaltet,

die die Rahmenbedingungen für den Umgang mit

der Raucherentwöhnung schaffen. Im § 34 (1) SGB V

heißt es: „Von der Versorgung sind … Arzneimittel

ausgeschlossen, bei deren Anwendung eine Erhöhung

der Lebensqualität im Vordergrund steht. Aus-

Suchterkrankung Krebserkrankungen Lungenerkrankungen Kardiovaskuläre

Erkrankungen

� Tabakabhängigkeit � Oropharynxkarzinom

� Larynxkarzinom

� Bronchialkarzinom

� Oesophaguskarzinom

� Magenkarzinom

� Pankreaskarzinom

� Nierenkarzinom

� Harnblasenkarzinom

� Zervixkarzinom

� Leberkarzinom

� Leukämie

� Chronisch-obstruktive

Lungenerkrankung

(COPD)

� Bronchitiden

� Verschlechterung

eines Asthma

bronchiale

� Abnahme der Lungenfunktion

� Koronare Herzkrankeit,

Herzinfarkt

� Schlaganfall

� Aortenaneurysma

� periphere arterielle

Verschlusskrankheit


geschlossen sind insbesondere Arzneimittel … zur

Raucherentwöhnung …“

Der § 20 (1) SGB V regelt Prävention und Selbsthilfe:

„Die Krankenkasse soll in der Satzung Leistungen

zur primären Prävention vorsehen. (…) Leistungen

zur Primärprävention sollen den allgemeinen Gesundheitszustand

verbessern.“

In § 43 (1) SGB V finden sich ergänzende Leistungen

zur Rehabilitation: „Die Krankenkasse kann … wirksame

und effiziente Patientenschulungsmaßnahmen

für chronisch Kranke erbringen, … wenn zuletzt

die Krankenkasse Krankenbehandlung geleistet hat

oder leistet.“

Schließlich regelt der § 137 f SGB V Empfehlungen

zu strukturierten Behandlungsprogrammen bei

chronischen Krankheiten. Auf dessen Grundlage hat

der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) im Oktober

2009 die Raucherentwöhnung als Bestandteil

der Behandlung innerhalb des Disease-Management-Programms

COPD empfohlen.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung

(GKV) betrachtet die Raucherentwöhnung

bisher als Maßnahme zur Primärprävention.

Im Leitfaden Prävention 5 zielen Maßnahmen nach

§ 20 SGB V auf Angebote zur Vermeidung von Sucht

und Folgeerkrankungen ab. Inhalt von Primärpräventionsangeboten

sei auch die „Aufklärung über

Einsatz und Wirkungsweise von nikotinhaltigen Präparaten

… und anderen medikamentösen Hilfen bei

der Tabakentwöhnung“. Der Einsatz von Nikotinersatzpräparaten

und weiteren Medikamenten zur

Tabakentwöhnung stellt allerdings eine Suchttherapie

dar und kann daher keine Primärpräventionsmaßnahme

sein. Auch vermeidet es die GKV derzeit,

Angebote für den Kreis der Patienten zu definieren,

bei denen eine Tabakabhängigkeit oder Folgeerkrankungen

des Tabakkonsums bereits vorhanden

sind und eine Raucherentwöhnung als Primärpräventionsmaßnahme

nicht indiziert ist.

Aus ärztlicher Sicht handelt es sich beim Rauchen

um ein suchterzeugendes Verhalten mit Entwicklung

gravierender Folgeerkrankungen und vorzeitigem

Tod. Bei mehr als jedem zweiten Raucher besteht

ein klinisch bedeutsames Tabakabhängigkeitssyndrom

2 . Bei über einem Drittel der Raucher führt

der Tabak konsum zu starker Abhängigkeit, die im

Allgemeinen nicht ohne ärztliche Hilfe beendet werden

kann. Aber auch eine leichte bis mittelschwere

Nikotinabhängigkeit ist als Suchterkrankung zu

werten. Sowohl eine nachgewiesene Nikotinabhän-

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

gigkeit als auch das (Weiter-)Rauchen trotz weiterer

raucherabhängiger Erkrankungen erfordert daher

eine therapeutische Intervention zur Raucherentwöhnung.

Hierfür müssen die Kosten, die bisher als

Privatleistung vom Patienten zu tragen sind, durch

die Krankenkassen übernommen werden. Primärpräventionskurse

nach § 20 (1) SGB V sind in der

Raucherentwöhnungstherapie weder indiziert, noch

können sie aufgrund der im Präventionsleitfaden der

GKV vorgeschriebenen Kriterien für Primärpräventionsmaßnahmen

ausreichend wirksam sein.

Die Raucherentwöhnungstherapie ist aus verschiedenen

Gründen für die Arztpraxis prädestiniert. Der

Arzt kennt seine meist chronisch kranken Patienten

aufgrund regelmäßiger Kontakte gut und verfügt zudem

über Möglichkeiten sowohl der Verhaltenstherapie

als auch der medikamentösen Begleittherapie.

Trotzdem ist die Raucherentwöhnungstherapie immer

noch ein Stiefkind der ärztlichen Praxistätigkeit.


Tab. 2: Jährliche Mortalität durch raucherabhängige

Erkrankungen

Krebserkrankungen ca. 40.000

Herz-Kreislauferkrankungen ca. 50.000

Atemwegserkrankungen ca. 20.000

Todesfälle insgesamt ca. 110.000


Tab. 3: Anforderungen an ein strukturiertes

Therapieprogramm zur Raucherentwöhnung

� Leicht erlernbar

� Flexibel in den Praxisablauf integrierbar

� Wirtschaftlich

� Berücksichtigung der knappen Ressourcen des

Arztes

� Zugeschnitten auf das Patientenklientel

� Regelmäßig in der Praxis anwendbar

� Erfolgsrate ausreichend hoch (wünschenswert

über 50 Prozent)

� Ziel: Vollständige und langfristige Abstinenz

� Einbeziehung der „Abstinenzwilligen“ durch Vorauswahl

� Individuelle Berücksichtigung relevanter Erkrankungen

� Verhaltensänderungstraining/Verhaltenstherapie

� Medikamentöse Therapie gegen Nikotinentzug

� Rückfallprophylaxe bis zur langfristigen Stabilisierung

als Nichtraucher (sechs bis zwölf Monate)

Ausgabe 6 | Juni 2011 53


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Als Ursache für die mangelhafte Versorgungssituation

gaben in der SNICAS-Studie 3 die befragten Hausärzte

einerseits an, den Patienten fehle die Motivation,

andererseits sei Raucherentwöhnung zu zeitaufwendig,

nicht ausreichend vergütet und auch nicht

effektiv genug.

Ein entsprechendes Programm (Tab. 3) sollte leicht

erlernbar sein und angemessen honoriert werden.

Ferner muss der Arzt die Raucherentwöhnung einfach

in seinen Praxisablauf integrieren können. Bedeutsam

ist natürlich eine ausreichend hohe Erfolgsrate

bei knappen zeitlichen Ressourcen des Arztes.

Schließlich sollte ein Programm flexibel auf die Besonderheiten

des Patientenklientels ausgerichtet

sein. So ist z.B. bei Schwangeren die sofortige (Einzel-)Therapie

zweckmäßig.

Welche Anforderungen werden an die ärztliche Intervention

gestellt?

Zunächst gilt natürlich als Ziel die vollständige und

langfristige Abstinenz. Für eine ausreichend hohe

Abstinenzrate, wünschenswert sind über 50 Prozent

ein Jahr nach Rauchstopp, muss die Raucherentwöhnung

als Kombination von Verhaltenstherapie

und medikamentöser Therapie nach aktuellem wissenschaftlichen

Standard durchgeführt und eine aktive

Rückfallprophylaxe über sechs bis zwölf Monate

angeschlossen werden. Eine Beurteilung des Patienten

hinsichtlich seiner Bereitschaft zum Rauchstopp

ist ebenso erforderlich wie die individuelle Berücksichtigung

relevanter Begleiterkrankungen. Hier

sind insbesondere raucherabhängige Erkrankungen,

andere Suchterkrankungen (vorwiegend Alkoholabhängigkeit)

und psychiatrische Erkrankungen

wie Depressionen zu nennen. Während für die Raucherentwöhnung

im Rahmen der Primärprävention


Abb. 1: Strukturierte Raucherentwöhnungstherapie: Für immer rauchfrei!

54 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

vorwiegend Gruppenangebote nach § 20 SGB V zur

Verfügung stehen, sollte die Raucherentwöhnungstherapie

nach § 43 SGB V erfolgen sowie aufgrund

der komplexen Anforderungen vorwiegend im Einzelsetting

durchgeführt werden. Wird ein Gruppensetting

gewählt, sind dabei maximal sechs Teilnehmer

empfehlenswert.

Zur Ausbildung zur ärztlichen Raucherentwöhnungstherapie

ist das im März 2008 von der Bundesärztekammer

(BÄK) veröffentlichte Curriculum „Qualifikation

Tabakentwöhnung“ zu nennen. Mit diesem Curriculum

wurden die Ausbildungsstrukturen deutlich

verbessert. Nach einer Pilotphase werden nun entsprechende

Fortbildungen angeboten. Da das Curriculum

im Wesentlichen Grundlagen zu Rauchen

und Raucherentwöhnung vermittelt, soll durch ein

Aufbaumodul (Tabakentwöhnung mit strukturiertem

Therapieprogramm) die praktische Umsetzung der

Raucherentwöhnungstherapie erleichtert werden.

Die 1. Auflage des Aufbaumoduls wurde im Oktober

2010 von der Bundesärztekammer veröffentlicht. Die

darin zugrunde gelegten Raucherentwöhnungsprogramme

sind allerdings als Primärpräventionsmaßnahmen

nach § 20 SGB V konzipiert und evaluiert.

Diese Programme werden vorwiegend durch nichtärztliche

Professionen (Psychologen, Sozialpädagogen,

Lehrer u.a.) angeboten.

Nach dem Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes

5 finden Primärpräventionskurse in der

Regel in wöchentlichen Abständen statt, was bei

acht Einheiten eine Gesamtkursdauer von sieben

Wochen bedeutet. Die Teilnehmerzahl dieser Gruppenberatungen

beträgt bis zu 15 Personen. Auf Zielgruppenhomogenität

wird hingewiesen und Kontraindikationen,

die den Primärpräventionszielen entge-

Monate

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

RaucherCheck

Therapie Rückfallprophylaxe

Einzeltherapie Kurzkontakt Kurzkontakt Kurzkontakt Kurzkontakt Kurzkontakt

5 x 30 Minuten (15 Minuten) (15 Minuten) (15 Minuten) (15 Minuten) (15 Minuten)

oder Therapie bei Rückfall

Gruppentherapie

(Kurs) 8 x 60 Minuten

Einzeltherapie 3 x 30 Minuten


genstehen, sind auszuschließen. Ein strukturiertes

Therapieprogramm zur Raucherentwöhnung in der

Arztpraxis sollte sich daher von Primärpräventionsprogrammen

nach § 20 SGB V deutlich abheben und

an den §§ 43 (1) und 137f SGB V orientieren.

Ausgehend von diesen Überlegungen haben die Autoren

deshalb ein strukturiertes Therapieprogramm

zur Raucherentwöhnung für die Arztpraxis unter der

Bezeichnung „Für immer rauchfrei!“ entwickelt, welches

das BÄK-Curriculum entsprechend dem Aufbaumodul

ergänzt. Mit dessen Hilfe soll die praktische

Umsetzung der Raucherentwöhnung in der

Arztpraxis sichergestellt werden. „Für immer rauchfrei!“

wird mittlerweile aufgrund seiner hervorragenden

Eignung für die Arztpraxis von der Deutschen

Gesellschaft für Nikotin- und Tabakforschung e.V.

(www.dgntf.com) empfohlen. Die einzelnen Facetten

dieses Programms sollen hier kurz beschrieben werden

(Abb. 1).

Zunächst erfolgt in einem RaucherCheck eine eingehende

Anamnese zu Rauchgewohnheiten, Begleiterkrankungen

und aktueller Medikation. Befundet

werden dann der Grad der vorhandenen Nikotinabhängigkeit,

die aktuelle Änderungsbereitschaft sowie

ggf. Hinweise für eine depressive Veranlagung.

Bei ausreichender Änderungsbereitschaft wird dem

Patienten ein Therapieplan einschließlich erforderlicher

medikamentöser Maßnahmen angeboten. Die

Therapie erfolgt dann im Einzel- oder Gruppensetting.

Nach einer vorbereitenden Phase der Motivationserhöhung

und Selbstwahrnehmung für das eigene

Rauchverhalten kommt es zum Rauchstopp

und der nachfolgenden Stabilisierungsphase, in der

typische frühere Rauchsituationen durch Alternativverhalten

ersetzt werden. Stressbewältigung, Gewichtsmanagement

und Bewegungempfehlungen

sind integriert. Ein wirksames Rückfallmanagement

erfolgt durch die Begleitung des Patienten für die

Dauer von bis zu zwölf Monaten nach Rauchstopp.

Dieses strukturierte Therapieprogramm bezieht

wichtige Zielgruppen wie z.B. rauchende Schwangere

mit ein.

Unser Fazit: Der Gesetzgeber und die GKV sollten

zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei über 50 Prozent

aller Raucher um nikotinabhängige und damit

an einer Sucht erkrankte Patienten handelt, die in

vielen Fällen bereits an einer weiteren raucherabhängigen

Krankheit leiden. Es ist erforderlich, notwendige

Therapien zulasten der GKV in den Leistungskatalog

gesetzlich Versicherter aufzunehmen.

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

Zum einen sind die §§ 43 (1) und 137f SGB V anzuwenden.

Zum anderen muss in § 34 (1) SGBV der

Passus, der Medikamente zur Raucherentwöhnung

ausschließt, gestrichen werden, da beim Einsatz dieser

Medikamente nachweislich nicht die Erhöhung

der Lebensqualität, sondern die Behandlung einer

Suchterkrankung mit gravierenden Folgeerkrankungen

im Vordergrund steht.

„Der Gesetzgeber und die GKV sollten

zur Kenntnis nehmen, dass es sich

bei über 50 Prozent aller Raucher um

nikotinabhängige und damit an einer

Sucht erkrankte Patienten handelt,

die in vielen Fällen bereits an einer

weiteren raucherabhängigen Krankheit

leiden.“

Raucherentwöhnung als Primärpräventionsmaßnahme

nach § 20 SGB V ist nur für Raucher ohne Nikotinabhängigkeit

und ohne weitere raucherabhängige

Erkrankung sinnvoll. Zielgruppen sollten hier insbesondere

Jugendliche und junge Erwachsene sein.

Die Raucherentwöhnungstherapie ist eine vorwiegend

ärztliche Aufgabe. Daher gilt es, die ärztliche

Fortbildung auf dem Gebiet der Raucherentwöhnung

weiter zu fördern. Das 20-stündige Curriculum

„Qualifikation Tabakentwöhnung“ der Bundesärztekammer

stellt hier eine gute Basis dar. Im Aufbaumodul

„Tabakentwöhnung mit strukturiertem Therapieprogramm“

sind Primärpräventionsprogramme nach

§ 20 SGB V nicht angezeigt. Hier sollten strukturierte

Therapieprogramme vermittelt werden, die sich an

den Bedürfnissen nikotinabhängiger Raucher und

an den Rahmenbedingungen einer Therapie in der

Arztpraxis orientieren, wie das bei dem von uns entwickelten

und hier kurz vorgestellten Therapieprogramm

„Für immer rauchfrei!“ der Fall ist. Dabei ist

nach unserer Erfahrung die Einzeltherapie der Gruppentherapie

hinsichtlich Durchführbarkeit und Wirksamkeit

in der Arztpraxis überlegen.

Literatur bei den Verfassern oder im Internet unter

www.aerzteblatt-sh.de

Dr. Ulf Ratje, Eckernförde, Prof. Dr. Klaus-Dieter

Kolenda, Kronshagen, E-Mail klaus-dieter.kolenda@

gmx.de

Ausgabe 6 | Juni 2011 55


MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

DGIM-Kongress

Internisten wollen Menschen in

Transitionsphasen eng begleiten

Die Internisten stellten ihren diesjährigen Kongress in Wiesbaden unter das

Leitthema Lebensphasen: „Patienten jeden Alters gleichermaßen im Blick haben.“

Der 117. Internistenkongress in Wiesbaden stand im

Zeichen medizinischer Kompetenz aus Schleswig-

Holstein. Unter Leitung von Prof. Hendrik Lehnert aus

Lübeck diskutierten mehr als 8.500 Ärzte und Wissenschaftler

Anfang Mai aktuelle Entwicklungen in

der Inneren Medizin. Zahlreiche Symposien wurden

dabei von Experten aus dem Universitätsklinikum

Schleswig-Holstein (UK S-H) geleitet.

Erstmals stand der Kongress unter einem Leitthema –

den Lebensphasen. Damit werde man einem drängenden

internistischen Anliegen gerecht, so Lehnert.

„Eine wichtige Aufgabe von Medizin und Gesundheitswesen

ist es, Patienten jeden Alters gleichermaßen

im Blick zu haben – auch Menschen in Transitionsphasen

ihres Lebens“, erklärte der Direktor der

Medizinischen Klinik I am UK S-H, Campus Lübeck.

Dies gelte etwa für Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenen

oder für „Best-Agers“ an der Grenze zum

hohen Alter. Denn hier bestünden derzeit erhebliche

Mängel in der medizinischen Versorgung: Es fehle an

spezialisierten Ärzten, Medikamenten und gezielten

Betreuungsprogrammen. Ziel müsse es sein, für Patienten

an der Schwelle in ein anderes Lebensalter

sinnvolle medizinische Strukturen für einen geordneten

Übergang zu schaffen.

Neben der individualisierten Krebstherapie, entzündlichen

Immunerkrankungen und Epidemiologie thematisierte

Lehnert vor allem die Stoffwechselmedizin.

Denn Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas

betreffen Millionen von Menschen. „Eines der spannendsten

und aktuellsten Themen in der Stoffwechselmedizin

ist die Frage, in welchem Umfang und

über welche Mechanismen das Gehirn das menschliche

Essverhalten steuert“, sagte Lehnert. Dies impliziert

darüber hinaus auch, dass für die Kontrolle des

Essverhaltens und letztlich auch für die Entstehung

von Über- oder Untergewicht das menschliche Gehirn

der bedeutendste Regulator ist. Hierzu werden in

Lübeck seit Jahren intensive Forschungsanstrengungen

unternommen. Neben der weiteren Aufklärung

56 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

neurobiologischer Vorgänge liegt ein Hauptaugenmerk

auf der Entwicklung neuer Therapien – sowohl

von pharmakologischen Strategien als auch von kognitiv

basierten Interventionen.

Nicht-medikamentöse Verfahren spielen bei der Behandlung

von Essstörungen wie Magersucht und Bulimie

eine große Rolle, erläuterte Prof. Fritz Hohagen,

Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

am UK S-H, Campus Lübeck. Eine verhaltenstherapeutische

Behandlung führt bei etwa der Hälfte der

Patientinnen zu einer Remission. Essstörungen gehören

bei Frauen zwischen 15 und 35 Jahren zu den

fünf häufigsten schwerwiegenden Gesundheitsproblemen.

Oft sind sie mit weiteren psychischen Beeinträchtigungen

assoziiert. Besonders bedeutsam sind

hier depressive Störungen, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen

sowie Substanzmissbrauch, so Hohagen.

Untergewicht, Erbrechen und andere gegensteuernde

Maßnahmen wie Abführmittelmissbrauch können

darüber hinaus die physische Gesundheit massiv beeinträchtigen.

„Für Essstörungen liegen sehr gute

evidenzbasierte, manualisierte verhaltenstherapeutische

Programme vor. International am besten untersucht

ist hierbei das von Prof. Fairburn in Oxford entwickelte

CBT-E Programm. Ein Schwerpunkt dieser

Therapiemethode ist der Wiederaufbau eines strukturierten

Essverhaltens. Dabei werden auch Persönlichkeitseinflüsse

wie Zwanghaftigkeit auf das Essverhalten

berücksichtigt.“

Bei schwer kranken Patientinnen mit erheblicher psychischer

und medizinischer Komorbidität gibt es teilweise

langwierige und komplizierte Behandlungsverläufe.

Nach etwa zehn Jahren, so Hohagen, ist bei

etwa 80 Prozent der Patientinnen die Essstörung

überwunden. „Ein früher Beginn der Behandlung verbessert

die Prognose erheblich“, erklärte der Klinikleiter.

Die zielgerichtete, individualisierte Therapie von

Krebserkrankungen bildete einen weiteren Schwer-


punkt des Kongresses. Hier ging es vor allem um

die Möglichkeiten und Grenzen einer onkologischen

Therapie mit den neuen Medikamenten („small molecules“),

die bei mindestens ebenso guter Wirkung

weniger Nebenwirkungen haben sollen als herkömmliche

Substanzen. Weil die neuen Verfahren

zum Teil extrem teuer sind und ihre Effektivität noch

längst nicht unumstritten ist, werden Krebspatienten

nach wie vor meist mit einer Kombination aus Operation,

Strahlentherapie und Medikamenten, vor allem

Zytostatika, behandelt. Viele Patienten, vor allem

Kinder und Jugendliche, können mit diesen Methoden

vollständig geheilt werden. „Obwohl man in vielen

Fällen davon ausgehen kann, dass die ursprüngliche

Erkrankung nach Ablauf von drei bis fünf Jahren

nicht wieder auftritt, unterliegen diese Patienten einem

erhöhten Risiko, aufgrund von Spätauswirkungen

der durchgeführten Therapien Folgeerkrankungen

zu entwickeln“, erläuterte Dr. Harald Biersack,

leitender Onkolge am UK S-H, Campus Lübeck. Diese

können einerseits die Funktion betroffener Organe

einschränken, andererseits aber auch zu bösartigen

Erkrankungen führen, die mit der ursprünglichen

Diagnose nicht in direktem Zusammenhang stehen.

Zu den erstgenannten Problemen gehört unter anderem

eine medikamentös hervorgerufene Herzleistungsminderung

oder eine strahlentherapeutisch bedingte

Lungenfibrose, die zu einer deutlichen Minderung

der Lungenkapazität führen kann. Auch der

Hormonhaushalt der Patienten erfordert häufig eine

medikamentöse Unterstützung. Bei den bösartigen

Folgeerkrankungen handelt es sich um Sekundärmalignome.

Üblicherweise finden sich unter diesen

Erkrankungen nicht die klassischen Krebserkrankungen,

die den Menschen im Laufe seines Lebens treffen

können. „Eher kommt es zu einer Häufung anderer,

seltener Erkrankungen. Hierzu gehören bösartige

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT

(Foto: DGIM/Sven Bratulic)

Veränderungen des Knochenmarks und Immunsystems,

wie Leukämien und Lymphome, aber auch seltene

Erkrankungen wie Sarkome, die von Muskeln,

Weichgewebe und Knochen ausgehen können“, erklärte

Biersack.

Verursacht werden diese Folgeerkrankungen durch

die Toxizität der oftmals bereits vor vielen Jahren

durchgeführten antineoplastischen Therapie. Es gibt

Chemotherapeutika, von denen bekannt ist, dass sie

bei Überschreiten einer kumulativen Grenzdosis zu

einer Herzinsuffizienz führen können. Andere Medikamente

ziehen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung

einer Leukämie nach sich. Und nach einer Bestrahlung

kommt es mitunter zur Entartung von Zellen

des bestrahlten Gewebes.

„Obwohl diese Probleme bekannt sind, gelingt es

noch nicht, alle diese Folgeerkrankungen zu vermeiden.“

Es laufen nach Angaben von Biersack jedoch

Studien etwa zum Morbus Hodgkin, in denen

untersucht wird, ob durch geringere Therapieintensität

ebenso gute Ergebnisse wie bisher erreicht werden

können. „Da es aber nicht gelingen wird, die beschriebenen

Nebenwirkungen gänzlich zu eliminieren,

müssen Patienten nach durchstandener Therapie

einer bösartigen Erkrankung lebenslang nachgesorgt

und vom betreuenden Arzt nicht nur in Hinsicht

auf die primäre Erkrankung, sondern auch im Blick

auf einen möglichen Zweittumor gesehen werden.“

Weiterhin sei ein Ausbau der Krebsregister notwendig,

um mehr Informationen über Inzidenz und Verlauf

der Folgeerkrankungen für zukünftige Patienten

zu erhalten, so Biersack.

Mit mehr als 21.000 Mitgliedern ist die Deutsche Gesellschaft

für Innere Medizin (DGIM) die größte medizinisch-wissenschaftliche

Fachgesellschaft in

Deutschland. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind

nach DGIM-Angaben junge Ärzte. Uwe Groenewold

Ausgabe 6 | Juni 2011 57


GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Serie Arztrecht

Qualitätsstandard zwingt den Arzt

nicht zur Standardbehandlung

Der vierte Teil der Serie von der Schlichtungsstelle Hannover beschäftigt sich

mit der Therapiefreiheit des Arztes und deren Grenzen.

Jeder Heileingriff und jede Heilbehandlung muss

grundsätzlich indiziert sein. Es muss also ein Grund

zur Anordnung bzw. Verordnung eines bestimmten

diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens

vorliegen, der die Anwendung einer ärztlichen

Maßnahme, sei es diagnostisch oder therapeutisch,

rechtfertigt. Lediglich bei rein kosmetischen Eingriffen

ist dies nicht gefordert.

Die Frage der Indikation ist deshalb auch stets eine

solche der Interessenabwägung: Schwere des

Krankheitsbildes, Gefährlichkeit der beabsichtigten

Maßnahme, Risiko und Schwere des Eingriffs, Erfolgsaussichten

und erstrebter Zweck der Heilbehandlung

müssen in einem angemessenen und vernünftigen

Verhältnis zueinander stehen 1. Die Rechtsprechung

stellt vor allem bei diagnostischen Eingriffen

strenge Anforderungen an die Indikationsstellung

2. Ist die Operation nicht indiziert, kann die technische

Durchführung noch so exzellent sein: Der Eingriff

ist und bleibt rechtswidrig! Die Rechtsprechung

gewährt dem Arzt aufgrund seiner medizinischen

Kenntnisse und seines ärztlichen Wissens bei der

Wahl der therapeutischen Methode einen gewissen

Beurteilungs- und Ermessensspielraum 3 , wobei vorausgesetzt

wird, dass die angewandte Therapie dem

jeweiligen Stand der Medizin entspricht. Diese ärztliche

Therapiefreiheit bedeutet zugleich Methodenfreiheit

und fehlende Bindung an die Schulmedizin 4 . Der

Arzt darf grundsätzlich auch außerhalb seiner Fachgebietsgrenzen,

die durch die Weiterbildungsordnungen

gezogen sind, Behandlungen durchführen.

Ausschlaggebendes Kriterium ist allein die ärztliche

Approbation. Das entbindet den Arzt nicht von seiner

ständig bestehenden Verpflichtung, in jedem Einzelfall

zu prüfen, ob er aufgrund seiner Fähigkeiten und

der sonstigen Umstände in der Lage ist, die Behandlung

nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchzuführen

5 . Bei der Versorgung gesetzlich versicherter

Patienten durch den Vertragsarzt gelten nach wie vor

die Beschränkungen des Vertragsarztrechts.

58 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Therapiefreiheit ist eine der herausragenden Eigenschaften

des Arztberufes. Das bedeutet, dass kein

Arzt zu einer Methode oder zu einer bestimmten Arzneimitteltherapie

gezwungen werden darf, die seinem

Gewissen widerspricht. Diese Freiheit gilt auch

unter den Vorgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung,

auch wenn deren Leistungspflicht sich nicht

eindeutig unbegrenzt zeigt 6. Es bleibt stets die Aufgabe

des Arztes, die ihm geeignet erscheinende diagnostische

oder therapeutische Methode auszuwählen

7. Wenn auch der Arzt seinem Patienten neben einer

sorgfältigen Diagnose die Anwendung einer dem

Kenntnisstand der medizinischen Wissenschaft zum

Zeitpunkt der Behandlung entsprechenden Therapie

schuldet, die den in der Wissenschaft allgemein anerkannten

Grundsätzen für Diagnose und Therapie entspricht,

bedeutet das nicht, dass jeweils das neueste

Therapiekonzept verfolgt werden muss, wozu dann

auch eine stets auf den neuesten Stand gebrachte

apparative Ausstattung gehören müsste 8.

Der Arzt ist auch nicht stets auf den jeweils sichersten

therapeutischen Weg festgelegt, denn das Patienteninteresse

ist in erster Linie auf Befreiung von Krankheit,

nicht auf größtmögliche Sicherheit ausgerichtet.

Ein höheres Risiko muss aber durch besondere

Sachzwänge des konkreten Falls oder durch eine

günstigere Heilungsprognose gerechtfertigt sein 9 .

Die Wahl der Therapie muss der Arzt grundsätzlich

nach seinem ärztlichen Beurteilungsermessen aufgrund

der jeweils verschiedenen Gegebenheiten des

konkreten Behandlungsfalles und seiner eigenen Erfahrung

und Geschicklichkeit in der Behandlungsmethode

treffen können 7 . Die medizinische Kontraindikation

setzt die absolute Grenze des ärztlichen Ermessens.

Jenseits dieser Grenze liegt die Rechtswidrigkeit

des ärztlichen Handelns, die auch nicht mit einer

Einverständniserklärung des Patienten beseitigt

werden kann. Eine solche Erklärung wäre rechtlich

bedeutungslos, da ausschließlich in eine medizinisch

indizierte (Ausnahme: rein kosmetische begründete),


lege artis durchgeführte Behandlung wirksam eingewilligt

werden kann.

Eine weitere Einschränkung der Therapiefreiheit besteht

darin, dass bekannte Risiken durch die Wahl einer

risikoärmeren Alternative möglichst zu verringern

oder zu vermeiden sind. Die Wahl der risikoreicheren

Therapie muss stets medizinisch sachlich begründet

sein 10 . Der Arzt hat alle bekannten und medizinisch

vertretbaren Sicherheitsmaßnahmen anzuwenden,

die eine erfolgreiche und komplikationsfreie Behandlung

gewährleisten, und muss umso umsichtiger

vorgehen, je einschneidender eine Komplikation

sich auf die künftige Lebensführung des Patienten

auswirken kann 11. Unter verschiedenen eingeführten

und bewährten Therapiemethoden kann der Arzt seine

konkrete Behandlungsmethode frei wählen, wenn

Heilungsaussichten, Eingriffsbelastung und Schadenrisiken

im Wesentlichen gleichwertig sind.

Eine weitere Begrenzung der Methodenfreiheit stellt

der Zeitpunkt dar, von dem ab eine bestimmte Behandlungsmaßnahme

veraltet und überholt ist:

Die Anwendung der alten Behandlungsmethode

oder Operationstechnik wird dann zum Behandlungsfehler,

wenn die neue Methode oder die neue

Technik an einem für Aussagen über die Nutzen-Risiko-Bilanz

ausreichend großen Patientengut medizinisch

erprobt und im Wesentlichen unumstritten ist,

in der Praxis nicht nur an wenigen Zentren, sondern

verbreitet Anwendung findet, für den jeweils betroffenen

Patienten risikoärmer oder weniger belastend

ist und/oder bessere Heilungschancen verspricht 12.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten, die erst

in wenigen Spezialkliniken erprobt und durchgeführt

werden, sind für den allgemeinen Qualitätsstandard

nur insoweit zu berücksichtigen, als es um die Frage

geht, ob der Patient wegen eines speziellen Leidens

in diese Spezialklinik hätte überwiesen werden müssen

13 . Der Arzt kann eine neue Behandlungsmethode

grundsätzlich auch dann anwenden, wenn sie sich

noch in der Phase der Erprobung befindet, solange

sie im konkreten Fall nicht kontraindiziert ist, er die Erkenntnislücken

bezüglich des Potenzials spezifischer

Komplikationen durch entsprechend großzügige Sicherheitspolster

für den Patienten neutralisiert und er

den Patienten über die Neuartigkeit und die Möglichkeit

unbekannter Risiken ausführlich unterrichtet 14 .

Der vom Arzt einzuhaltende Qualitätsstandard zwingt

ihn nicht zur Standardbehandlung, denn grundsätzlich

ist der Arzt nicht an die Regeln der Schulmedizin

gebunden. Ein Abweichen von der Standardme-

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

thode kann aufgrund der Besonderheiten des Falles

oder ernsthafter Kritik an der hergebrachten Methode

geboten sein 15 . Die Wahl einer Außenseitermethode

kommt allerdings nur in Betracht, wenn der Operateur

über besondere Erfahrungen in der Anwendung

der Methode verfügt und das Für und Wider

der Operationsmethode mit dem Patienten erörtert

hat 16 . Der Versuch einer neuen, klinisch nicht hinreichend

erprobten Therapie kann vertretbar sein, wenn

die Standardmethode im konkreten Fall wenig Erfolg

versprechend, die Prognose des Heilversuchs deutlich

günstiger ist und die Heilungschancen das Fehlschlagrisiko

deutlich übersteigen. Der Patient muss

über den Versuchscharakter der Therapie umfassend

aufgeklärt werden. Dazu gehört auch eine detaillierte

Darstellung der Chancen und der Risiken 17.

Das Ausschöpfen des Ermessensspielraumes ist

limitiert durch die Kontraindikation und nur zulässig

vor dem Hintergrund und in den Grenzen einer wirksamen

Einwilligung des informierten Patienten.

Literatur beim Verfasser oder im Internet unter

www.aerzteblatt-sh.de

Johann Neu, Hannover


Serie Arzt und Arzthaftung

1. Ärztliche Sorgfalt, Fahrlässigkeit, Behandlungsfehler

2. Allgemeine Qualitätsanforderungen

3. Diagnostik

4. Therapie

5. Verantwortlichkeiten bei Arbeitsteilung

1. Horizontale Arbeitsteilung

2. Vertikale Arbeitsteilung

6. Anforderungen an die Kommunikation

1. Arzt/Arzt

2. Arzt/Patient

7. Aufklärung 1

1. Arten der Aufklärung

2. Grundaufklärung

3. Risikoaufklärung allgemein

4. Aufklärung über alternative Behandlungsmethoden

8. Aufklärung 2

5. Aufklärungspflichtiger

6. Aufklärungsadressaten

7. Form und Zeitpunkt

9. Dokumentation

10. Der Arzthaftpflichtschaden

1. Schadenbegriffe

2. Kausalität

11. Zivilprozessuale Konfliktlösung

1. Entwicklung der Arzthaftpflichtprozesse

2. Verfahrensgrundzüge des Arzthaftpflicht-

prozesses

12. Norddeutsche Schlichtungsstelle

1. Institution

2. Verfahrensgang

3. Antragsentwicklung

4. Prozessvermeidungsquote

Ausgabe 6 | Juni 2011 59


MITTEILUNGEN DER AKADEMIE

Patientenverfügung

Wie müssen Ärzte verfahren, wenn der Patient seinen

Willen nicht mehr äußern kann? Für diese Fälle

kann eine zuvor abgefasste Patientenverfügung weiterhelfen.

In einer solchen Verfügung kann der Patient

bestimmen, welche Behandlungen und Untersuchungen

er wünscht und welche unterlassen werden

sollen, wenn er seinen Willen nicht mehr äußern

kann. Die vorgenannten Probleme und Themen werden

während dieser Fortbildungsveranstaltung erörtert,

um insbesondere Ärzten Hilfestellungen hinsichtlich

der Patientenverfügung zu geben. Die Ärztekammer

Schleswig-Holstein unterstützt ausdrücklich

diese Veranstaltung und legt ihre Position dar.

Termin: 29. Juni 2011

Sportmedizin

Diese Veranstaltung soll dazu dienen, die Bera tungs

(Bewegungs-)kompetenz in der täglichen Praxisarbeit

zu erhöhen.„Sie müssen sich mehr bewegen“.

Ein Ratschlag, den viele Patienten schon einmal gehört

haben. Aber wie und mit welchem Umfang? Ausdauer

oder Kraft, Koordination oder Beweglichkeit?

In einer Fitnessanlage oder lieber zu Hause? Das sind

nur einige Fragen, mit denen in der Regel nicht nur

der Patient, sondern in vielen Fällen auch die Kollegen

in der Praxis und in klinischen Ambulanzen überfordert

sind. Die neu aufgelegte Veranstaltungsreihe

hat das Ziel, in unregelmäßigen Abständen Maßnahmen

zur Verbesserung der Alltagstauglichkeit und

Lebensqualität durch körperliche Aktivitäten vorzustellen.

Im Vordergrund steht das Erlangen einer individuellen

patientengerechten Beratungskompetenz.

Termin: 24. September 2011

Update Allgemeinmedizin - Aus der

Praxis - für die Praxis

Als PJ-ler, Ärzte in der Weiterbildung werden Sie die

Erfahrung der seit vielen Jahren Niedergelassenen

schätzen, die wiederum profitieren vom Wissen ihrer

möglichen Nachfolger.

60 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Akademie für medizinische Fort-

und Weiterbildung

Esmarchstr. 4-6

23795 Bad Segeberg Tel. 04551/803-166

Fax 04551/803-194

Geschäftsführerin: Helga Pecnik M. A. www.aeksh.de/akademie

Büroleiterin: Petra Petersen E-Mail akademie@aeksh.de

Diese interaktive Fortbildungsreihe soll sich über einen

Zeitraum von fünf Jahren erstrecken. Alle für die

Allgemeinmedizin wichtigen Themen werden in diesen

Blöcken behandelt. Besonderen Wert legen wir

auf Praxisbezug. Zielgruppe der Veranstaltung sind

niedergelassene Allgemeinärzte, Niederlassungswillige,

Ärzte in der Weiterbildung zur Allgemeinmedizin,

Wiedereinsteiger und PJ-ler. Themen wie

Depressive Menschen in der Hausarztpraxis, Beratungsanlass

Thoraxschmerz (nicht kardial bedingter

Thoraxschmerz), Gynäkologischer Beratungsanlass

in der hausärztlichen Praxis oder Typische Notfälle

in der allgemeinärztlichen Praxis Differenzialdiagnose

und Basistherapie/Basismaßnahmen bis zum

Eintreffen des Rettungsdienstes/Notarztes leiten die

Seminarreihe ein.

Termine: 30. September und 1. Oktober 2011

Veranstaltungen im Juni 2011

21. Juni, 9:00-12:15 Uhr

Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz nach

RöV - Theoretischer Teil -

21.-23. Juni, Beginn: 10:45 Uhr

Grundkurs im Strahlenschutz nach RöV

23.-25. Juni, Beginn: 14:00 Uhr

Spezialkurs im Strahlenschutz nach RöV

25. Juni, 9:15-12:00 Uhr

Psychodynamik und Psychotherapie der Psychosen:

Vorlesung Psychotherapie

25. Juni, 14:00-17:30 Uhr

Spezialkurs im Strahlenschutz nach RöV ‚Interventionsradiologie‘

25. Juni, 9:30-17:30 Uhr

Analgesie, Anästhesie und Atemwegssicherung

in der Notfallmedizin

25. Juni, 9:00-14:30 Uhr

Update Schwindel

26. Juni, 15:00-18:00 Uhr

Cardio Pulmonale Reanimation

25. Juni, 16:00-19:00 Uhr Patientenverfügung


GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Hauptstadtkongress

„Diskussion über Priorisierung

wird aktiv unterdrückt!“

Beim Hauptstadtkongress in Berlin wurde in diesem Jahr weniger über Geld,

dafür mehr über Priorisierung und die menschlichen Ressourcen diskutiert.

Während frühere Hauptstadtkongresse den knappen

Faktor Geld im Fokus hatten und vor allem „Gesundheitsreformen“

und Sozialpolitik thematisierten,

war der 14. Kongress geprägt vom knappen Faktor

Mensch, dem Mangel an Ärzten und qualifizierten

Funktions- und Pflegekräften. Neben direkten Lösungsversuchen

wurde auch ein indirekter Weg diskutiert,

die Vermeidung einer übermäßigen, selbstverantworteten

Beanspruchung des Gesundheitswesens.

Kongressgründer Ulf Fink dazu: „Kein Gesundheitssystem

der Welt kann darauf verzichten,

dass die Menschen mehr Verantwortung für ihre

eigene Gesundheit übernehmen. Dazu müssen jedoch

viele ihre Einstellung und ihr Verhalten dauerhaft

ändern.“

Die naheliegende Frage, ob dies jedoch im Erwachsenenalter

überhaupt noch möglich sei und wie wir

ein Leben lang dazu lernen können, beantwortete

der Hirnforscher Prof. Gerald Hüther (Göttingen und

Mannheim/Heidelberg) in seinem mit großem Beifall

aufgenommenen Eröffnungsvortrag. Ja, wir können

unser Verhalten, einen krank machenden Lebensstil

ändern, aber nicht einfach durch Aufklärung, durch

Appelle („Rauchen ist tödlich“) oder durch „Kuschelpädagogik“.

Verhalten lasse sich im Wesentlichen

nur ändern durch Änderung der zugrundeliegenden

erworbenen (nicht ererbten) Haltungen, die im Hirn

eingeprägt seien. Dies gehe nur, wenn der Mensch

dies wirklich wolle, wenn er einen Sinn in der Verhaltensänderung

sehe und wenn er mit Freude oder Begeisterung

Neues lerne und neue Wege beschreite.

„Unser Hirn wird so, wie wir es mit Begeisterung benutzen.

Wie können uns beispielsweise Ärzte dazu

bringen? Durch Einladen, Ermutigen und Inspirieren!“

Er nannte Beispiele, wie die Bildungserfolge von

Menschen mit Trisomie 21 („machen heute Abitur“),

die überschüssigen Hirnkapazitäten von Kleinkindern

(„bis sie in die Schule kommen“) oder den Erfolg

von Krankenhäusern mit einem gemeinsamen

„guten Geist“ vom Hausmeister bis zum Chefarzt.

Hüther: „Der Arzt kann dazu beitragen, dass der

menschliche Körper die Bedingungen findet, die

Selbstorganisationsprozesse in Gang setzen und

zur Heilung führen.“

In einer anderen Veranstaltung während des Hauptstadtkongresses

plädierte Prof. Heiner Raspe (Lübeck)

neben anderen Mitstreitern und Diskutanten

für eine Intensivierung des Diskurses über die Einführung

einer Priorisierung nach skandinavischem

Modell. Er kritisierte vor allem, jeder höre gleich „Rationierung“,

wenn der Begriff (bzw. Prioritätensetzung

für so etwas wie Rahmenempfehlungen) genannt

werde – ja, die Diskussion werde in Deutschland

aktiv unterdrückt.

Zur Erinnerung: Raspe hatte im vergangenen Jahr

wie berichtet eine bundesweit beachtete Bürgerkonferenz

zur Priorisierung in Lübeck gestartet. Er versuchte

in Berlin, eine Reihe von Einwänden als Missverständnisse

zu widerlegen. So seien keineswegs

(verbindliche) Richtlinien, sondern nur empfehlende

Leitlinien gemeint. Ob allerdings an sich fachlich

zu einem Zeitpunkt sinnvolle Empfehlungen nicht

leicht von der Politik umfunktioniert werden könnten,

war eine andere, in Gesprächen im Umfeld gestellte

Frage.

Die Versorgungswirklichkeit war ein weiteres wichtiges

Thema. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister

Dr. rer. pol. Heiner Garg nutzte die Plattform des

Hauptstadtkongresses, um die erfolgreichen Ansätze

der ambulant-stationären Patientenversorgung aufzuzeigen

(vgl. auch Seite 24 in diesem Heft). Auf die

Frage, was unser Bundesland im Gesundheitssektor

von anderen positiv unterscheide, nannte er gegenüber

dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt

zusammenfassend drei Punkte: die gute Zusammenarbeit

der gesundheitspolitischen Akteure, den

hohen Vernetzungsgrad und den hohen Anteil der

hier Beschäftigten.

Horst Kreussler

Ausgabe 6 | Juni 2011 61


GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Hauptstadtkongress

Auf deutsche Krankenhäuser

kommen magere Jahre zu

Unter den zahlreichen Themen des diesjährigen

Hauststadtkongresses sorgte der Krankenhaus Rating

Report 2011 des Rheinisch-Westfälischen Instituts

(RWI) und anderer Gesellschaften für Aufsehen

in der Fachöffentlichkeit. Jedes zehnte deutsche

Krankenhaus wird nach Einschätzung der Studienautoren

in den kommenden Jahren vom Markt

verschwinden. Besonders häufig sind kleinere kommunale

Kliniken nach Meinung der Experten in ihrer

Existenz gefährdet. Davon gibt es derzeit viele

in süddeutschen Bundesländern. Angeblich wird

die medizinische Versorgung in den meisten Fällen

aber nicht gefährdet. Interessant sind auch weitere

Ergebnisse des Berichts. So kommen die Autoren

zu dem Schluss, dass die Patienten in Krankenhäusern,

die wirtschaftlich erfolgreich arbeiten,

zufriedener sind. Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser

variiert zwischen den Bundesländern.

Obwohl die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein

und Mecklenburg-Vorpommern wegen des niedrigen

Landesbasisfallwertes mit Erlösproblemen zu

kämpfen haben, zählen sie nicht zur Gruppe der

Kliniken mit den größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Unter dem Titel „Auf deutsche Krankenhäuser

kommen magere Jahre zu“ veröffentlichten

die Herausgeber folgende Pressemitteilung zu ihrem

Report:

62 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

(Foto: Schmidt-Dominé/WISO)

Bis zum Jahr 2020 werden ohne Gegenmaßnahmen

voraussichtlich etwa zehn Prozent von derzeit rund

2.000 deutschen Kliniken schließen. Insbesondere

für kleine Häuser in kommunaler Trägerschaft werden

die nächsten Jahre wirtschaftlich hart. Besonders

betroffen wird wohl der ländliche Raum sein.

Die Versorgungssicherheit auf dem Land wird dadurch

in den meisten Fällen aber nicht gefährdet. Zu

diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die

siebte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“,

der im Rahmen des „Hauptstadtkongresses 2011 –

Medizin und Gesundheit“ in Berlin erstmals der Öffentlichkeit

vorgestellt wurde. Die Studie über die

wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser wurde

gemeinsam vom RWI, der ADMED GmbH und der

IHCB GmbH erstellt. Ohne Gegenmaßnahmen wird

sich die derzeit gute wirtschaftliche Lage deutscher

Krankenhäuser ab 2011 wieder verschlechtern. Bis

zum Jahr 2020 dürften etwa zehn Prozent aus dem

Markt ausscheiden. Betroffen sind vor allem kleine

Häuser, hier insbesondere solche in kommunaler

Trägerschaft in Teilen Bayerns, in Baden-Württemberg,

in Südhessen und in Teilen Niedersachsens.

Im Jahr 2009 befanden sich zwölf Prozent der Krankenhäuser

im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr,

75 Prozent lagen im grünen Bereich, die restlichen

13 Prozent dazwischen. Dennoch waren nur


und 30 Prozent aller Krankenhäuser laut Betriebsergebnis

in der Lage, die erforderlichen Investitionen

voll zu tätigen. Ohne Investitionen können sie

aber langfristig nicht überleben. Seit dem Jahr 1991

hat sich in den Kliniken ein Investitionsstau von mittlerweile

14 Milliarden Euro angehäuft. Krankenhäuser

müssen daher ihre Möglichkeiten zur Innenfinanzierung

deutlich erhöhen. Zu diesen Ergebnissen

kommt der siebte „Krankenhaus Rating Report“,

den das RWI, das Institute for Healthcare Business

GmbH und die ADMED GmbH gemeinsam erstellt

haben und der im Rahmen des „Hauptstadtkongresses

2011 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit

vorgestellt wurde.

Am besten war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser

2009 demnach in Rheinland-Pfalz/Saarland,

Sachsen-Anhalt/Thüringen und in Sachsen,

gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Am schwierigsten

war die Situation in Baden-Württemberg, Hessen,

Niedersachsen/Bremen und Bayern. Dabei gab es

trotz ähnlicher regionaler Bevölkerungsdichte beispielsweise

in Bayern rund 40 Prozent mehr Krankenhäuser

je Einwohner als in Ostdeutschland. Auch

die Inanspruchnahme von Krankenhäusern variierte

deutschlandweit. Sie reichte von 14 Prozent unter

dem Durchschnitt liegenden Fällen je Einwohner

in Baden-Württemberg bis zu zwölf Prozent darüber

in Thüringen. Die Krankenhauskosten je Einwohner

betrugen zwischen 717 Euro je Einwohner in Baden-

Württemberg und 988 Euro im Saarland.

Kliniken, die gut wirtschaften, haben auch zufriedenere

Patienten: Betrachtet man die wirtschaftliche

Situation deutscher Krankenhäuser nach Trägern,

schneiden kommunale Kliniken signifikant schlechter

ab als private oder freigemeinnützige. So lagen

im Jahr 2009 21 Prozent der kommunalen Häuser

im „roten Bereich“, aber nur zehn Prozent der freigemeinnützigen

und vier Prozent der privaten. Eine

Ausnahme waren ostdeutsche kommunale Kliniken,

die genauso gut abschneiden wie nicht-kommunale.

Auch zwischen den westdeutschen kommunalen

Krankenhäusern gibt es große Unterschiede und

Häuser mit guten Betriebsergebnissen. Weitere Ergebnisse

der Studie sind, dass kleine Krankenhäuser

bezüglich der wirtschaftlichen Lage signifikant

schlechter abschneiden als große. Einen Zusammenhang

gibt es auch zwischen Wirtschaftlichkeit,

Qualität und Patientenzufriedenheit: Häuser mit Qualitätsproblemen

weisen ebenso ein schlechteres Rating

auf wie solche mit geringer Patientenzufrieden-

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

heit. Erstmals konnten Unterschiede innerhalb freigemeinnütziger

Krankenhäuser untersucht werden. Dabei

fällt die wirtschaftliche Lage katholischer Krankenhäuser

überdurchschnittlich gut und signifikant besser

als bei evangelischen Krankenhäusern aus.

Die Ausgaben für Krankenhäuser sind weniger stark

gestiegen als für Arztpraxen. Der „Krankenhaus Rating

Report 2011“ basiert auf einer Stichprobe von

687 Jahresabschlüssen aus den Jahren 2008 und

366 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2009, die insgesamt

mehr als 1.000 Kliniken umfassen. Die Ausgaben

für Krankenhäuser betrugen 2009 insgesamt

71 Milliarden Euro und waren damit um 6,4 Prozent

höher als im Vorjahr. Allerdings stiegen auch die

Kosten der Krankenhäuser, vor allem für den ärztlichen

Dienst, 2009 stark an. Zwischen 2005 und 2009

sind die Ausgaben für Krankenhäuser um 15 Prozent

gestiegen und damit geringer als die Ausgaben für

Arztpraxen (22 Prozent) und für ambulante und stationäre

Pflege (20 Prozent). In Zukunft werden voraussichtlich

vor allem strukturschwache ländliche

Räume nicht nur mit einer alternden Bevölkerung,

sondern auch mit spürbaren Bevölkerungseinbußen

umgehen müssen. Daher wird dort die Krankenhausinfrastruktur

nicht in vollem Umfang aufrechterhalten

werden können. Schließungen dürften die

Versorgungssicherheit auf dem Land in den meisten

Fällen aber nicht gefährden. Bereits heute fällt die

Lage der ländlichen Grundversorger am schlechtesten

aus – dies gilt insbesondere für solche in kommunaler

Trägerschaft – gefolgt von den städtischen

Grundversorgern. Ländliche und städtische Spezialisten

schneiden durchschnittlich gut ab, große Versorger,

sowohl kommunale als auch nicht-kommunale,

mit mehr als 300 Betten am besten. Die Kommunalpolitik

versucht, Klinikschließungen möglichst

zu verhindern. Es ist zu erwarten, dass die Kommunalpolitik

eine Marktbereinigung hin zu weniger, aber

größeren und wirtschaftlicheren Krankenhausstandorten

nicht unterstützen wird. Auch die Landespolitik

dürfte sich zurückhalten, um bei den Wählern nicht

in Ungnade zu fallen. Somit werden voraussichtlich

die Banken über die Kreditvergabe beziehungsweise

Nicht-Vergabe den Marktbereinigungsprozess maßgeblich

mitbestimmen. Damit Veränderungen im

Sinne von Patienten und Beitragszahlern stattfinden,

wäre es hilfreich, wenn auch die über die Krankenversicherungen

gebündelte Nachfrage nach Krankenhausleistungen

stärkeren Einfluss auf das Leistungsangebot

nehmen könnte. (PM)

Ausgabe 6 | Juni 2011 63


GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Deutscher Anästhesiecongress

Anästhesisten stellen Nachwuchs

und Versorgung in den Fokus

58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

in Hamburg. Zunehmende Nachfrage nach Leistungen der Fachgruppe.

Die gute Nachricht des Kongresses vorweg: Noch

nie war die Anästhesie so sicher wie heute – zumindest

für junge Patienten ohne Begleiterkrankungen.

Das Risiko einer Anästhesie steigt zwar mit zunehmendem

Alter und bei Patienten mit mehrfachen Erkrankungen.

Dennoch nimmt die Nachfrage nach

den Leistungen der Anästhesisten auch aus dieser

Patientengruppe stetig zu. Über zehn Millionen Anästhesien

wurden im vergangenen Jahr in Deutschland

vorgenommen.

Das Personal für diese Leistungen aber wird knapp.

Rund 750 Anästhesisten fehlen derzeit in Deutschland.

Im Vergleich zu den Zahlen anderer Fachgruppen

klingt das nicht dramatisch. Doch auf dem Deutschen

Anästhesiecongress vom 14. bis 17. Mai in

Hamburg machten Verantwortliche deutlich, dass

sie die Situation als „besonders prekär“ einschätzen.

Prof. Bernd Landauer, Präsident des Berufsverbands

Deutscher Anästhesisten, verwies in diesem

Zusammenhang auf die Schlüsselrolle, die sein Fach

für die Medizin spielt. Er verglich diese Rolle mit der

von Fluglotsen für den Luftverkehr – ohne sie ist der

gesamte Betrieb unmöglich.

Zum erhöhten Nachwuchsbedarf trägt neben der höheren

Nachfrage und der demografischen Entwicklung

auch der steigende Frauenanteil im Fach bei.

Damit nimmt zugleich der Wunsch nach Teilzeitarbeit

zu, denn viele nachrückende Anästhesistinnen

können dem Arbeitgeber wegen familiärer Verpflichtungen

nicht in Vollzeit zur Verfügung stehen. Honorarärzte

helfen nach Einschätzung Landauers manchen

Krankenhäusern zwar punktuell, können das

Problem aber nicht auf breiter Front lösen.

Zu den von Landauer beschriebenen Folgen dieser

Entwicklung zählen Mehrbelastung und Frustration

des vorhandenen Personals mit der Gefahr

eines Burnouts, weniger Patienten- und Angehörigengespräche,

Verlust der Gesamtschau und damit

Fragmentierung des Behandlungsprozesses, hoher

Druck mit kritischer Erhöhung des Behandlungsrisi-

64 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

kos und Beeinträchtigung der Weiterbildung. Die in

der Öffentlichkeit diskutierte Übertragung von Anästhesien

auf andere Gesundheitsberufe hält Landauer

für keine Lösung. „Jeder Patient in Deutschland hat

einen rechtlich einklagbaren Anspruch auf Behandlung

nach Facharztstandard. Damit ist und bleibt Anästhesie

eine ärztliche Aufgabe“, sagte Landauer.

Ob Bachelor-Absolventen zur Entlastung von Anästhesisten

beitragen können, ließ Landauer offen:

„Das muss die Zukunft zeigen.“ Fest steht für ihn,

dass ein Abbau von Bürokratie helfen könnte, weil

damit derzeit viel Arbeitszeit der Fachärzte gebunden

wird. Er verwies auf Untersuchungen des Marburger

Bundes, wonach derzeit rund 30 Prozent der

ärztlichen Arbeitszeit durch bürokratische Aufgaben

gebunden werden.

Die Fachgruppe stellte ihren Kongress in Hamburg

unter den Leitgedanken „Vitale Grenzsituationen gemeinsam

meistern“. Prof. Gabriele Nöldge-Schomburg,

Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für

Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), erläuterte

die damit verbundenen vier Kernbotschaften

und zusammenhängenden Ansprüche, die täglich

an die Berufsgruppe im perioperativen Bereich, in

der Intensivtherapie, in der Notfallmedizin und in der

Schmerz- und Palliativmedizin gestellt werden:

� Die Tätigkeit berührt immer direkt das Leben, die

für das Leben und Überleben wichtigen vitalen

Funktionen.

� Patienten befinden sich während des Handelns

der Anästhesisten immer in Grenzsituationen,

zwischen Zuversicht und Angst, Wachheit und

Narkose, Autonomie und Autonomieverlust und

oft auch zwischen Leben und Tod. „Es gilt, diese

Grenzsituationen mit höchster Fachkompetenz

und Menschlichkeit – häufig auch bis an die eigenen

Grenzen gehend – zu begleiten“, sagte die

Direktorin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie

und Intensivtherapie an der Universität Rostock.


� Der Einsatz führt nur gemeinsam im Zusammenwirken

mit anderen medizinischen Fachvertretern

zum Erfolg: „Die Fähigkeit zur guten interdisziplinären

Teamarbeit – auch mit uns nahe stehenden

anderen Berufsgruppen wie Pflegekräften oder

Rettungspersonal – ist unabdingbar.

� Das Behandlungsergebnis hängt davon ab, ob Anästhesisten

alle Situationen meistern, die das Leben

des Patienten direkt angehen.

Interessante Ergebnisse des deutschen Reanimationsregisters

der DGAI stellte Dr. Jan-Thorsten Gräsner

vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

(UK S-H) in Hamburg vor. Zum Hintergrund: Die DGAI

hat das Register 2007 ins Leben gerufen, weil rund

die Hälfte aller Notarzteinsätze in Deutschland durch

Anästhesisten durchgeführt werden. Bislang wurden

rund 15.000 Datensätze gesammelt. Nach Ansicht

Gräsners liefern die Daten wichtige Aufschlüsse für

die Versorgungsqualität. So zeigen jüngste Auswertungen

die Vorteile der Kühl- und Herzkathetertherapie.

Wenn Ärzte den Körper von Wiederbelebten auf

33 bis 34 Grad Celsius abkühlen, steigen die Überlebenschancen

nach einer Wiederbelebung: Das

24-Stunden-Überleben verbessert sich von 48 auf

88 Prozent und die Entlassungsrate steigt von 24 auf

26 Prozent. Allerdings vermisst Gräsner in Deutschland

noch die breite Akzeptanz der therapeutischen

Hypothermie: „Leider wird sie in Deutschland noch

nicht flächendeckend umgesetzt“, sagte der Ärztli-

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

(Foto: ©iStockphoto.com)

che Leiter Notfallmedizin vom Campus Kiel. Er verwies

auf noch bessere Ergebnisse dieser Methode,

wenn sie mit Herzkathetertherapie kombiniert wird.

Bei Patienten mit Kreislaufstillstand überlebten fünf

Mal mehr Betroffene, wenn Ärzte beide Therapien

kombinierten. Gräsner kündigte in Hamburg an, die

Ergebnisse des Registers künftig in Schulungen von

Rettungsdiensten und Notärzten zu vermitteln.

Breiten Raum nahm in Hamburg die Patientensicherheit

ein. Die Mortalitätsrate bei ansonsten gesunden

Menschen mit dem geringsten Operationsrisiko

liegt bei 0,04 pro 10.000 Anästhesien. Für Patienten

mit schweren Begleiterkrankungen steigt das Risiko

aber auf bis 5,5 pro 10.000 an. Durch den überproportionalen

Zuwachs älterer, oft multimorbider Patienten,

die früher als nicht operabel galten, kommt es

rechnerisch zu einem Anstieg des Risikos. „Das hat

aber nichts mit einem Qualitätsverlust der anästhesiologischen

Versorgung zu tun“, sagte Prof. Hugo

Van Aken. Der DGAI-Generalsekretär verwies auf die

vor einem Jahr zusammen mit anderen europäischen

Fachorganisationen unterzeichnete „Helsinki Declaration

on Patient Safety in Anaesthesiology“. Danach

gelten für jede europäische Klinik für Anästhesiologie

Mindestsicherheitsstandards wie etwa regelmäßiger

Geräte- und Medikamentencheck, jährliche Berichte

über Morbidität und Mortalität einer Abteilung, Protokolle

der postoperativen Versorgung oder Beteiligung

an Fehlermeldesystemen. Dirk Schnack

Ausgabe 6 | Juni 2011 65


GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Leben retten – Deutsches Reanimationsregister

belegt Vorteile von

Kühl- und Herzkathetertherapie

nach Kreislaufstillstand

Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Mitglied des Organisationskomitees

des Reanimationsregisters der DGAI,

Ärztlicher Leiter Notfallmedizin, Universitätsklinikum

Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Anästhesiologie

und Operative Intensivmedizin

Die DGAI hat im Jahr 2007 nach intensiver Vorbereitung

das nationale Reanimationsregister begründet,

um Rettungsdiensten und Krankenhäusern ein

Werkzeug zum Qualitätsmanagement in diesem

Feld zur Verfügung zu stellen 1,2. Mittlerweile sind einige

höchst interessante Ergebnisse erarbeitet und

zum Teil schon publiziert worden. In der Datenbank

sind über 15.000 Daten von Wiederbelebungsmaßnahmen

erfasst.

In einer gerade publizierten Arbeit aus dem Deutschen

Reanimationsregister konnten die Vorteile einer

koordinierten klinischen Therapie nach erfolgreicher

Reanimation belegt werden 3. In dieser Registeranalyse

wurde erstmals in Deutschland beschrieben,

wie sich die Kombination aus einer Kühltherapie

und einer sehr zeitnahen Herzkathetertherapie

auf das gute Überleben positiv auswirkt. Für die klinische

Weiterversorgung nach initial erfolgreicher

Reanimation mit einem wieder stabilisierten Kreislauf

stehen unterschiedliche Therapiekonzepte und

Empfehlungen zur Verfügung. Seit 2003 wird die Milde

therapeutische Hypothermie nach erfolgreicher

Wiederbelebung nach Kreislaufstillstand international

empfohlen. Hierbei werden Patienten entweder

schon im Rettungswagen, spätestens jedoch in der

Klinik auf 33 Grad Celsius bis 34 Grad Celsius heruntergekühlt.

In den ausschlaggebenden Studien zur

Hypothermie wurde neben einem verbesserten generellen

Outcome in Form von höheren Überlebensraten

auch eine Verbesserung des neurologischen

Ergebnisses beschrieben. Dennoch ist diese Therapieform

noch nicht flächendeckend in Deutschland

umgesetzt worden. In der Datenbank des Reanimationsregisters

sehen wir eine Steigerung des 24-Stunden-Überlebens

von 48 Prozent auf 88 Prozent und

eine Steigerung der Entlassungsrate von 24 Prozent

auf 36 Prozent, wenn der Patient gekühlt wird.

Kardiale Ursachen sind der häufigste Grund für einen

präklinischen Kreislaufstillstand, sodass in vie-

66 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Dr. Jan-Thorsten Gräsner

(Foto: Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie

und Intensivmedizin - DGAI)

len Fällen ein Herzinfarkt als Ursache für einen Herzstillstand

vermutet wird. Ziel sollte es sein, das Herz

eines Patienten nach erfolgreicher Wiederbelebung

so schnell wie möglich zu stabilisieren. Von der Behandlung

bei Herzinfarkten ist die Wiedereröffnung

von verschlossenen Herzkranzgefäßen mittels Herzkatheter

als Erfolgstherapie bekannt. Rettungsdienste

und Notärzte wählen daher bei bestimmten

Formen des Herzinfarkts hierfür besonders geeignete

Krankenhäuser für die Aufnahme der Notfallpatienten

aus. In den neuen Empfehlungen zur Behandlung

von Patienten mit Kreislaufstillstand wird die

Herzkathetertherapie jetzt auch nach erfolgreicher

Wiederbelebung international empfohlen. Die Daten

des Reanimationsregisters weisen eine bis zu fünffach

höhere Überlebensrate für Patienten aus, die

diese Kombinationstherapie erhalten haben. Hier

überlebten 92 Prozent die ersten 24 Stunden, 45 Prozent

der erfolgreich reanimierten Patienten wurden

aus der Klinik entlassen. Auf der Grundlage dieser

neuen Ergebnisse erfolgt nun die Information und

Schulung von Rettungsdiensten und Notärzten, um

zukünftig mehr Patienten diese Kombination von Erfolg

versprechenden Therapien anbieten zu können.

Hierfür ist eine intensive Kooperation mit allen an der

Versorgung von Reanimationspatienten beteiligten

Rettungsdiensten und Klinikabteilungen notwendig.

Grundvoraussetzung für den letztendlichen Erfolg

ist das gute Zusammenspiel aller Glieder der Versorgungskette,

von der Laienreanimation über die Maßnahmen

von Rettungsdiensten und Notärzten bis zur

Behandlung in den Kliniken.


In einer ersten Untersuchung konnte festgestellt werden,

dass die Wiederbelebung nur sehr selten durch

Laien begonnen wurde, selbst wenn diese den Kollaps

beobachtet haben. Dies ist insofern bedeutsam,

als der sofortige Beginn der Wiederbelebung die Prognose

der Patienten entscheidend verbessern kann.

In anderen europäischen Ländern ist diese sogenannte

Laienreanimationsquote deutlich höher. Eine

Möglichkeit, die Wiederbelebungsquote durch Laien

zu steigern, kann die telefonische Anleitung zur Wiederbelebung

durch die Leitstellen der Rettungsdienste

sein: eine klare Empfehlung unserer Datenauswertung

und der aktuellen Leitlinien zur Reanimation.

Eine andere Möglichkeit ist die bessere Ausbildung

der Bevölkerung in den Basismaßnahmen der Wiederbelebung

in neu zu strukturierenden Kursen.

Ein weiteres Ergebnis der Daten des Reanimationsregisters

spiegelt sich in dem Vergleich von sieben

bundesdeutschen Notarzt- und Rettungsdiensten

wider. Es konnte gezeigt werden, dass Rettungsdienste,

die später beim leblosen Patienten eintreffen,

seltener mit einer Wiederbelebung beginnen

und weniger Patienten lebend in ein Krankenhaus

bringen. Dies ist umso bemerkenswerter, als die eigentliche

Behandlung der Notarztdienste am Patienten

als überdurchschnittlich gut bewertet werden

muss. Diese risikoadjustierte Bewertung von


„Handbuch PatVerfü“

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK/BÜCHER

Notarztdiensten ist mit dem im Reanimationsregister

entwickelten und hochrangig international publizierten

RACA-Score (RACA = Return of spontaneous

circulation after cardiac arrest) möglich 4 . In der Vergleichsstudie

zeigt sich zudem, dass diejenigen Notarzt-

und Rettungsdienste eine überdurchschnittliche

Versorgungsqualität in der Behandlung des

plötzlichen Herztodes zeigen, die eine umfassende

CPR-Schulung der Mitarbeiter und ein Qualitätsmanagement

im Notarztdienst etabliert haben.

Innerhalb der DGAI ist die Notfallmedizin eine der

vier Säulen des Fachgebiets und wird mit besonderem

Engagement der Anästhesisten betrieben. Über

50 Prozent der Notarzteinsätze in Deutschland werden

von Anästhesisten durchgeführt 5. Eine besondere

Herausforderung für Notärzte und das gesamte

Team des Rettungsdienstes und Krankenhauses

stellt hierbei die Behandlung von Patienten dar, die

einen sogenannten „plötzlichen Herztod“ erleiden 6.

In Deutschland erleiden diesen plötzlichen Herztod

circa 100.000 Menschen pro Jahr, Wiederbelebungsmaßnahmen

werden schätzungsweise nur bei

der Hälfte der Patienten begonnen 7. Eine Reanimation

oder das „Leben Retten“ kann nur gelingen, wenn

die gesamte Rettungskette optimal funktioniert.

Literatur beim Verfasser oder im Internet unter

www.aerzteblatt-sh.de

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener hat gemeinsam mit anderen Verbänden und Organisationen

ein informatives und praktisches Handbuch mit Tipps und Hintergründen zur Nutzung der Patientenverfügung

herausgegeben. Es enthält Kapitel zu rechtlichen Grundlagen von Zwangspsychiatrie und

Patientenverfügung, einen Mustertext als Formular und Empfehlungen zum Aufsetzen und Nutzen einer Patientenverfügung.

Gelungen und rechtlich spitzfindig empfand ich die Idee, dass der Patient grundsätzlich

„jedem Mediziner untersagt, hinsichtlich des Verdachtes einer psychischen Krankheit zu untersuchen … und

irgendeine der Diagnosen im Kapitel V mit den Bezeichnungen von F00 fortlaufend bis F99 als Psychische

und Verhaltensstörungen zu stellen“. Würden wir uns damit als psychotherapeutisch oder psychiatrisch tätige

Ärzte nicht handlungsunfähig machen? Nein, gerade nicht, denn wenn wir Patienten vorher sachgerecht

aufklären, welchen Sinn unsere Diagnostik hat und wir Diagnosekriterien mit unseren Patienten nachvollziehbar

besprechen, dann wird der Patient von seinem in der Patientenverfügung festgelegten Grundsatz

abweichen können und uns ausnahmsweise gestatten, eine solche Diagnose zu stellen. Wenn der Patient

selbst nachvollzieht, dass bestimmte Kriterien auf ihn zutreffen, dann wird er auch mit solchen Diagnosen

einverstanden sein, die gemeinhin als stigmatisierend erlebt werden. Der Untersuchung und Behandlung

von Menschen ohne Leidensdruck, die also keine Patienten sind, gegen ihren erklärten Willen ist jedoch ein

Riegel vorgeschoben. „Die schlaue Patientenverfügung für ein Leben ohne Zwangspsychiatrie“ sollte meiner

Ansicht nach in jeder psychotherapeutischen oder psychiatrischen Praxis ausliegen und verwendet werden

als hilfreiches Werkzeug zur Herstellung einer gleichberechtigten, respektvollen und vertrauensvollen

Zusammenarbeit von Arzt und Patient. Bestelladresse: Werner-Fuß-Zentrum, Haus der Demokratie und Menschenrechte,

Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, E-Mail werner-fuss@gmx.de. Dr. Ralf Cüppers, Flensburg

Ausgabe 6 | Juni 2011 67


UNSERE NACHBARN

Mecklenburg-Vorpommern

Ärzte und Krankenkassen fordern

bessere Infrastruktur an der Küste

Im Kampf gegen den drohenden Ärztemangel setzten die Selbstverwaltungspartner

im Nachbarland auf die Unterstützung der Kommunen.

Kassenärztliche Vereinigung (KV) und Kassen im

Nordosten wollen den drohenden Ärztemangel

bekämpfen. Oliver Kahl von der KV Mecklenburg-

Vorpommern hält dafür ein besseres Image der Region

für erforderlich. Auf einer Fachtagung anlässlich

des 20-jährigen Bestehens des Ersatzkassenverbandes

vdek in Mecklenburg-Vorpommern forderte

Kahl, am Image des Landes zu arbeiten. Denn

der Ruf des Landes färbe auch auf die Motivation der

Ärzte, sich dort niederzulassen, ab. Das Einkommen

der Ärzte dagegen wird im Nachbarland derzeit nicht

als Hindernis für eine Niederlassung gesehen. Dass

das Honorar nicht allein ausschlaggebend ist, zeigt

auch die zögerliche Inanspruchnahme der Investitionskostenzuschüsse

von bis zu 50.000 Euro für

eine Niederlassung. Seit 2008 wurden sie nur von

rund 35 Ärzten in Anspruch genommen.

Aktuell sind 160 Hausarztsitze in Mecklenburg-Vorpommern

nicht besetzt. 21 Prozent der Hausärzte

sind älter als 60 Jahre, in manchen Landkreisen sogar

ein Drittel der Hausärzte. Vdek-Bundeschef Thomas

Ballast blieb bei einem Besuch im Nordosten

bei seiner Linie, nur ein Verteilungsproblem einzuräumen.

Er sprach von einer „gefühlten Unterversorgung“,

sicherte aber Unterstützung bei der Suche

nach Lösungen ein. Ein Wegfall der Bedarfsplanung,

wie sie Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister

Dr. rer. pol. Heiner Garg (FDP) vorgeschlagen hatte,

zählt für den vdek nicht dazu. Das würde nach Ansicht

der Kassen nur dazu führen, dass sich noch

mehr Ärzte in Rostock oder Schwerin niederlassen,

nicht aber in den unterversorgten Landstrichen.

Von flexibleren Regelungen in der Bedarfsplanung

verspricht man sich dagegen Fortschritte. Frei werdende

Arztsitze in überversorgten Gebieten sollten

nach Ansicht der Kassen nicht wieder ausgeschrieben,

sondern von der KV aufgekauft werden. Kassen

und KV wissen aber auch, dass dies nicht die Attraktivität

der Niederlassung in einem vorpommerschen

Dorf erhöht. Deshalb erwarten sie Unterstützung

68 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Thomas Ballast (Foto: di)

von den Kommunen und Landkreisen, die nach ihrer

Ansicht mit einer besseren Infrastruktur den Anreiz

zum Verbleib der Menschen und zur Niederlassung

von Ärzten erhöhen könnten. Dazu zählen attraktive

Arbeitsplätze für die Lebenspartner, günstige Kredite

für die Schaffung von Wohneigentum, Zusagen

für Krippenplätze oder eine engere Anbindung durch

den öffentlichen Personennahverkehr. Ballast will

mit besseren Verkehrsverbindungen zugleich Patienten

in die Lage versetzen, Arztpraxen in entfernteren

Orten zu erreichen. Er kann sich darüber hinaus

vorstellen, dass eine bessere Zusammenarbeit

der Gesundheitsberufe und mehr Delegation Versorgungsprobleme

lösen könnten.

Erste Bemühungen zeigen, dass die Kommunalpolitik

sich nicht länger verschließt. So vergibt etwa

der Landkreis Nordvorpommern ein Stipendium für

Medizinstudenten, die sich zu einer Niederlassung

in der Region verpflichten. Die KV sieht aber auch

den Gesetzgeber gefordert. Das Versorgungsgesetz

sollte nach Forderung der KV auch Regelungen zum

Bürokratieabbau in den Praxen enthalten.

Dirk Schnack


UNSERE NACHBARN

Hilfseinsatz

Hilfe für Nigeria: Hamburger Ärzte

in humanitärer Hernien-Mission

Zwölfköpfiges Ärzteteam reist in den westafrikanischen Staat, um Bauchwand-

und Leistenbrüche zu operieren.

Hilfe für Nigeria – unter diesem Motto startet Dr. Wolfgang

Reinpold, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung

und des Hernienzentrums im Wilhelmsburger

Krankenhaus Groß-Sand vom 25. Juni bis 2. Juli wieder

eine humanitäre Hernien-Mission. In den vergangenen

Jahren hatte der Hernienspezialist für schonende,

mikroinvasive Operationsverfahren an drei

Hernien-Missionen in der Dominikanischen Republik

teilgenommen. Vor zwei Jahren operierte er mit einem

eigenen Team in Ghana. Ermöglicht wurde diese

Mission durch Spenden aus ganz Deutschland.

Das Ziel in diesem Jahr ist Aliade, eine kleine Stadt

mit etwa 10.000 Einwohnern im westafrikanischen

Nigeria. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land

Afrikas mit großen Ölvorkommen. Eine funktionierende

Gesundheitsabsicherung gibt es aber nicht.

Bei Erkrankungen sind die meisten Menschen in der

Regel auf Familienhilfe angewiesen.

Ein gravierendes Problem, besonders in ländlichen

Gebieten, sind Bauchwand- und Leistenbrüche. Die

medizinische Versorgung ist so unzureichend, dass

viele notwendige Operationen gar nicht durchgeführt

werden können. Überdies kostet eine Operation

zwischen 500 und 1.000 US-Dollar, eine Summe,

die für die meisten Nigerianer nicht bezahlbar

ist. Die Folgen: Zahllose dauerhafte Missbildungen,

Verlust der Arbeitsfähigkeit zum Bestreiten der Existenz

und bei schwerwiegenden Einklemmungen der

inneren Organe auch der Tod.

Unter Reinpolds Leitung fliegt ein zwölfköpfiges

Team aus Hamburg und Berlin nach Nigeria und

operiert dort etwa 70 Menschen – unentgeltlich, unter

primitiven Bedingungen und elf Stunden pro Tag.

Auch die Reisekosten tragen die Teilnehmer selbst.

Beteiligt sind der Chirurg Dr. Bernd Stechemesser

vom Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin-

Schöneberg, eine Allgemeinmedizinerin, zwei Anästhesisten,

Verena Peters aus dem Wilhelmsburger

Krankenhaus Groß-Sand als eine von zwei Assistenzärztinnen,

zwei Anästhesie-Pflegekräfte und

drei OP-Pflegekräfte. Reinpold: „Vieles bezahlen

wir selbst, doch für Medikamente, chirurgische Instrumente

und Medizinprodukte wie Operationsabdeckungen,

Kunststoffnetze und Nahtmaterial sind

wir auf Spenden angewiesen.“ Etwa 40.000 Euro als

Sach- oder Barspenden werden benötigt.

Spendenkonto:

Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand

Kontonummer: 1263 137497

Hamburger Sparkasse, BLZ: 200 505 50

Stichwort: Hernia Nigeria

Spendenbescheinigungen sind möglich. (PM/Red)

Dr. Wolfgang Reinpold mit dem achtjährigen Timothy

Addo nach der Operation eines Leistenbruchs bei

der Hernien-Mission 2009 in Takoradi/Ghana.

(Foto: Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand)

Ausgabe 6 | Juni 2011 69


FORTBILDUNGEN

ARBEITSMEDIZIN

THEMA

Arbeitsmedizinische Falldemonstration

und Fallbesprechung „Neue HRCT-Klassifikatin

nach ICEORD und digitaes Röntgen

bei Pneumoloniosen“

TERMIN

20. Juni 2011, 17:00 Uhr

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und

Martime Medizin, Prof. Dr. Xaver Baur,

Seewartenstr. 10, Haus 1, 20459 Hamburg,

Tel. 040/428894-501, Fax -514,

E-Mail xaver.baur@bsg.hamburg.de,

Internet www.uke.uni-hamburg.de/institute/

arbeitsmedizin

FACHÜBERGREIFEND/SONSTIGE

THEMA

15. Neurologisches Symposium anläßlich

der Eröffnung der Kieler Woche -

Rahmenthema: Sexualität und Lebensalter

TERMIN

18. Juni 2011, 8 Punkte

VERANSTALTUNGSORT

Kieler Schloss, Wall 74, 24103 Kiel

VERANSTALTER/KONTAKT

Prof. Dr. Wulf-Dieter Möller, Prof. Dr. W.

Hänsel, Waitzstr. 6, 24105 Kiel,

Tel. 0431/567350, Fax -351

THEMA

Symposium zur Kieler Woche

Koronare Herzkrankheit Strahlenschutz

TERMIN

19./20. Juni 2011

VERANSTALTUNGSORT

Tagungsräume der PVS, Niemannsweg 137,

24105 Kiel

VERANSTALTER/KONTAKT

UK S-H, Klinik für Nuklearmedizin,

Molekulare Bilddiagnostik und Therapie,

Arnold-Heller-Str. 3, Haus 23, 24105 Kiel,

Tel. 0431/597-3148, Fax -3150,

E-Mail kanger@nuc-med.uni-kiel.de,

Internet www.uni-kiel.de/nuc-med

70 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

THEMA

Möglichkeiten der Demenz-Diagnostik in

der Geriatrischen Tagesklinik

TERMIN

22. Juni 2011, 17:00 Uhr

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

Diako Flensburg, Knuthstr. 2, 24939

Flensburg, Tel. 0461/812-2103 oder

Tel. 0461/816-2511,

Internet www.diako.de oder

www.malteser-franziskus.de

THEMA

Elektroimpendanztomographie

TERMIN

23. Juni 2011

THEMA

Klinisch-Pathologische-Konferenz

TERMIN

30. Juni 2011

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

Forschungszentrum Borstel, Medizinische

Klinik, Parkallee 35, 23845 Borstel,

PD Dr. Hans-Peter Hauber,

Tel. 04537/188-364, Fax -313,

E-Mail hphauber@fz-borstel.de

THEMA

Klinisches Bild und Behandlung der

Dystonie

TERMIN

29. Juni 2011

VERANSTALTER/KONTAKT

UK S-H, Klinik für Neurologie, Arnold-

Heller-Str. 3, Haus 41, 24105 Kiel,

Dorothee Gruler,

Tel. 0431/597-8544, Fax -5001,

E-Mail d.gruler@neurologie.uni-kiel.de

THEMA

Clinical Skills Laboratory for Beginners

TERMIN

28. - 30. Juli 2011

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

Universität zu Lübeck, Institut für Anatomie,

Haus 63, Ratzeburger Allee 160,


23538 Lübeck, Petra Schuhr,

Tel. 0451/500-2022, Fax -4192,

E-Mail petra.schuhr@uk-sh.de

HOMÖOPATHIE

THEMA

Säugetiere in der Homöopathie

TERMIN

28. Juni 2011

THEMA

Fallvorstellung (Repertorien und

Arzneimittellehren mitbringen)

TERMIN

05. Juli 2011

VERANSTALTUNGSORT

Hörsaal der Klinik für Gynäkologie und

Geburtshilfe des UK S-H, Campus Kiel

VERANSTALTER/KONTAKT

Arbeitskreis Homöopathie an der Christian-

Albrechts-Universität zu Kiel, Christiane

Bauer, E-Mail cbhom@t-online.de,

Internet www.carstens-stiftung.de/nachwuchs/arbeitskreise/programme.php

NEUROLOGIE

THEMA

Neues aus der Neurologie 2011

TERMIN

18. Juni 2011, 5 Punkte

VERANSTALTUNGSORT

Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg 1,

24105 Kiel

VERANSTALTER/KONTAKT

UK S-H, Klinik für Neurologie, Arnold-

Heller-Str. 3, Haus 41, 24105 Kiel,

Dorothee Gruler,

Tel. 0431/597-8544, Fax -5001,

E-Mail d.gruler@neurologie.uni-kiel.de

NOTFALLMEDIZIN

THEMA

FORTBILDUNGEN

Notfallmedizin: Reanimationstraining

TERMIN

06. Juli 2011

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

REHA-Klinik Lehmrade GmbH, Gudower

Straße 10, 23883 Lehmrade,

Tel. 04542/806-9010, Fax -9345,

E-Mail marita.schiminski@damp.de,

Internet www.damp.de

PSYCHOTHERAPIE

THEMA

ADHS - eine Diagnose wird Erwachsen

TERMIN

22. Juni 2011, 3 Punkte

VERANSTALTUNGSORT

Hotel Mercure Klosterforst, Am Hanseatenplatz,

25524 Itzehoe

VERANSTALTER/KONTAKT

Forum Psychotherapie Steinburg e.V.,

Dipl.-Psych. Ursula Kamps-Blass,

Wilhelmstr. 16, 25524 Itzehoe,

Tel. 04821/600-184, Fax -8886306,

E-Mail ulla@kamps-blass.de

THEMA

Die sichere Bindung - Mentalisieren und

Triangulieren im Mutter-Kind-Kontext

TERMIN

22. Juni 2011, 18:00 Uhr

VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT

Ev. Krankenhaus Alsterdorf, Psychiatrische

Tagesklinik, Alsterdorfer Markt 8, 22297

Hamburg, Gerlinde Schneider,

Tel. 040/5077-3417, Fax -3264,

E-Mail m.lemke@alsterdorf.de

Fortbildungen die nach Redaktionsschluss eingereicht worden, finden Sie im Internet www.aeksh.de

Alle Angaben ohne Gewähr

Ausgabe 6 | Juni 2011 71


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten

wurden rechtskräftig zur Vertragspraxis

zugelassen:

Kreis Dithmarschen

Frau Dr. med. Melanie Möller als Fachärztin für Allgemeinmedizin

für 25764 Wesselburen, Schlesier

Straße 15.

Das Medizinische Versorgungszentrum „WestDoc

MVZ Heide-Mitte GmbH (i. G.)“ für 25746 Heide,

Bahnhofstraße 1 c.

Das Medizinische Versorgungszentrum „WestDoc

MVZ Heide-Mitte GmbH (i. G.)“ hat die Genehmigung

zur Anstellung von folgenden Ärzten in oben

genannter Betriebsstätte erhalten:

1. Herr Dr. med. Petar Radojicic, als Facharzt für

Chirurgie und Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt

Unfallchirurgie, in einer Ganztagstätigkeit (40 Std.

wöchentlich),

2. Herr Dieter Voß, als Facharzt für Neurochirurgie in

einer Vierteltagsanstellung (8 Std. wöchentlich),

3. Herr Ulf Neumann, als Facharzt für Neurochirurgie

in einer Vierteltagsanstellung (8 Std. wöchentlich),

4. Herr Michael Feldmann, als Facharzt für Neurochirurgie

in einer Vierteltagsanstellung (8 Std. wöchentlich),

5. Frau Ingrid Mayer, als Fachärztin für Neurochirurgie

in einer Vierteltagsanstellung (8 Std. wöchentlich).

Herr Dr. med. Petar Radojicic hat auf seine Zulassung

zur Vertragspraxis zugunsten der Anstellung

verzichtet.

Das Medizinische Versorgungszentrum „WestDoc

MVZ Heide-Mitte GmbH“, Heide, hat die Genehmigung

zur Beschäftigung von Herrn Dr. med. Klaus

Günter Lönnecke als ganztags angestellter Facharzt

für Chirurgie in der Betriebsstätte in 25746 Heide,

Bahnhofstraße 1 c, als Nachfolger von Herrn Dr.

med. Petar Radojicic erhalten.

Herr Dr. med. Sebastian Hagelstein gemäß § 101

Abs. 1 Nr. 4 sowie Abs. 3 Satz 1 SGB V (Job-Sharing)

in Verbindung mit den §§ 23a bis g Bedarfsplanungs-Richtlinie

als Facharzt für Anästhesiologie für

25746 Heide, Esmarchstraße 50.

Die Herren Jörg Lubinetzki, Siegfried Triller und Dr.

med. Sebastian Hagelstein, Fachärzte für Anästhesiologie,

haben die Genehmigung zur Führung einer

Berufsausübungsgemeinschaft in Heide in Form einer

Partnerschaftsgesellschaft erhalten.

72 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Das Medizinische Versorgungszentrum „WestDoc

MVZ Brunsbüttel GmbH“ hat die Genehmigung zur

Anstellung von Herrn Jörg Schmidt als vierteltags (8

Stunden wöchentlich) angestellten Facharzt für Orthopädie

in 25541 Brunsbüttel, Delbrückstraße 2, erhalten.

Übernahme einer Vierteltagsstelle von Herrn

Dr. Schütz. Herr Dr. Schütz ist weiterhin im MVZ tätig.

Stadt Flensburg

Herr Michael Lappe als Facharzt für Neurologie und

Psychiatrie für 24937 Flensburg, Waitzstraße 1, als

Nachfolger von Frau Barbara Finger.

Frau Britta Ricken, Fachärztin für Neurologie und

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Herr

Dr. med. Aegidius Schneider, Herr Dr. med. Horst

Hassel und Herr Michael Lappe, Fachärzte für Neurologie

und Psychiatrie, haben die Genehmigung

zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft in

Flensburg erhalten.

Herr Dr. med. Burkhard Kostrewa, Facharzt für Innere

Medizin und Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt

Gastroenterologie, in Flensburg, hat die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Dr. med.

Kerstin Hoxhold als halbtags angestellte Fachärztin

für Innere Medizin in seiner Vertragspraxis in 24939

Flensburg, Waldstraße 13 - 15, erhalten.

Kreis Herzogtum Lauenburg

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Asklepios

Gesundheitszentrum Geesthacht GmbH“

hat die Genehmigung zur Beschäftigung von Herrn

Jochen Maack als ganztags angestellter Facharzt

für Orthopädie in der Betriebsstätte in 21502 Geesthacht,

Geesthachter Straße 22, erhalten. Übernahme

der Angestelltenstelle von Herrn Dr. med. Johannes

Pietschmann.

Herr Dipl.-Psych. Carsten Gamroth als Psychologischer

Psychotherapeut für einen halben Versorgungsauftrag

für 23909 Ratzeburg, Schmiedestraße 8, als

Nachfolger für Frau Dipl.-Doz.-Päd. Angelika Gohlke.

Stadt Kiel

Die Fachärzte für Allgemeinmedizin Dr. med. Claus-

Hermann Bückendorf und Dr. med. Eberhard

Lörcher, haben die Genehmigung zur Beschäftigung

von Herrn Dr. med. Roland Heuchmer als

ganztags angestellter Facharzt für Allgemeinmedizin

in ihrer Vertragspraxis in 24113 Kiel, Wulfsbrook 2,

erhalten. Herr Dr. Heuchmer hat auf seine Zulassung

zugunsten der Anstellung verzichtet.


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Die Partnerschaftsgesellschaft „Abts und Partner“,

Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, haben

die Genehmigung zur Beschäftigung von Herrn

Dr. med. Heiko Giesel als vierteltags angestellter

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in

der Betriebsstätte in 24105 Kiel, Holtenauer Straße

114 a, als Nachfolger von Herrn Dr. med. Jörn Völckers

erhalten. Herr Dr. Völckers hat seine Tätigkeit

von halbtags auf vierteltags (10 Stunden wöchentlich)

reduziert.

Herr Dr. med. Ekkehard Ziegler gemäß § 101 Abs. 1

Nr. 4 sowie Abs. 3 Satz 1 SGB V (Job-Sharing) in

Verbindung mit den §§ 23a bis g Bedarfsplanungs-

Richtlinie als Facharzt für Innere Medizin und Facharzt

für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie,

für 24105 Kiel, Projensdorfer Straße 97.

Die Herren Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerd Leimenstoll,

Dr. med. Tilman David-Walek, Dr. med.

Gerd Loose, Dr. med. Ekkehard Ziegler, Fachärzte

für Innere Medizin und Fachärzte für Innere Medizin,

Schwerpunkt Nephrologie, und Dr. med. Jan Henning

Struck, hausärztlich tätiger Facharzt für Innere

Medizin, haben die Genehmigung zur Führung einer

Berufsausübungsgemeinschaft in Kiel erhalten.

Frau Dr. med. Ingeborg Kaup, prakt. Ärztin in 24159

Kiel, Zum Dänischen Wohld 23, hat ihre Vertragspraxis

nach 24148 Kiel, Schönberger Straße 11, verlegt.

Herr Dr. med. Bodo Christian Engel, Herr Andreas

Rinck, Herr Dr. med. Hans-Albrecht Schele, Frau Susanne

Beckenbach, Frau Dr. med. Brigitte Hollenbach,

Herr Dr. med. Philip Horstmann, Frau Dr. med.

Ursula Prange, Frau Dr. med. Gunda Comberg-Büll,

Herr Dr. med. Rainer Drost, Herr Moritz Hippe, Fachärzte

für Anästhesiologie, 24148 Kiel, Schönberger

Straße 11, Herr Kai Lausen, Facharzt für Anästhesiologie,

24226 Heikendorf, Teichtor 23, Frau Dr. med.

Frauke Timm, Fachärztin für Allgemeinmedizin,

und Frau Ingeborg Kaup, prakt. Ärztin, 24148 Kiel,

Schönberger Straße 11, haben die Genehmigung zur

Führung einer überörtlichen fachübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaft

erhalten.

Frau Dr. med. Petra Otte als Fachärztin für Allgemeinmedizin

für 24148 Kiel, Schönberger Straße 25,

als Nachfolgerin für Herrn Dr. med. Rolf Minkenberg.

Frau Dr. med. Wiebke Reibisch, prakt. Ärztin, in

24148 Kiel, Wischhofstraße 59, hat die Genehmigung

zur Verlegung ihrer Vertragspraxis nach 24148 Kiel,

Schönberger Straße 25, erhalten.

Frau Dr. med. Petra Otte und Frau Dr. med. Wiebke

Reibisch, Fachärztinnen für Allgemeinmedizin, ha-

ben die Genehmigung zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft

in Kiel erhalten.

Herr Rainer Gunstmann, Facharzt für Chirurgie und

Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie,

24143 Kiel, Vinetaplatz 6, und Herr Dr. med. Frank

Pries, Facharzt für Orthopädie und Facharzt für Orthopädie,

Schwerpunkt Unfallchirurgie, 24119 Kronshagen,

Eckernförder Straße 219, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Herrn Dr. med. Henning

Cold als halbtags (20 Stunden wöchentlich) angestellten

Facharzt für Chirurgie in der Betriebsstätte

24143 Kiel, Vinetaplatz 6, erhalten. Übernahme einer

Halbtags-Angestelltenstelle von Herrn Dr. Wischatta.

Frau Dipl.-Psych. Sabine Hartel gemäß § 101 Abs.

1 Nr. 4 sowie Abs. 3 Satz 1 SGB V (Job-Sharing) in

Verbindung mit den §§ 23 a bis h Bedarfsplanungs-

Richtlinie als Psychologische Psychotherapeutin für

24107 Kiel, Langer Holm 37.

Frau Dipl.-Psych. Sabine Hartel und Herr Dipl.-Psych.

Horst-Günter Wolff, Psychologische Psychotherapeuten,

haben die Genehmigung zur Führung einer

Berufsausübungsgemeinschaft in Kiel erhalten.

Herr Dr. med. Alfred Behnisch, Facharzt für Kinder-

und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in

Kiel, und Frau Dagmar Feldt, Fachärztin für Kinder-

und Jugendpsychiatrie in Felde, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Dr. päd. Dipl.-

Psych. Anna-Katharina Schön als Psychologische

Psychotherapeutin in einer Halbtagstätigkeit (12

Std.) in der Betriebsstätte 24103 Kiel, Herzog-Friedrich-Straße

91, erhalten. Frau Schön hat auf eine halbe

Zulassung zugunsten der Anstellung verzichtet.

Frau Katja Sellhoff als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

für 24103 Kiel, Dreiecksplatz 2.

Frau Dipl.-Päd. Sandra Vennen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

in 24113 Kiel, Hamburger

Chaussee 103, hat ihre Vertragspraxis nach 24103

Kiel, Dreiecksplatz 2, verlegt.

Herr Gerhard Leinz, Facharzt für Psychosomatische

Medizin und Psychotherapie in 24114 Kiel,

Harmsstraße 76, hat seine Vertragspraxis nach

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 28, verlegt.

Herr Gerhard Leinz, Facharzt für Psychosomatische

Medizin und Psychotherapie, hat die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Dr. med. Ulrike Kittner

als halbtags angestellte Fachärztin für Psychotherapeutische

Medizin in seiner Vertragspraxis in 24103

Kiel, Wilhelminenstraße 28, erhalten. Frau Dr. Kittner

hat zugunsten der Anstellung auf ihre Zulassung verzichtet.

Die Anstellung wurde auf ¼-tags reduziert.

Ausgabe 6 | Juni 2011 73


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Herr Gerhard Leinz, Facharzt für Psychosomatische

Medizin und Psychotherapie, hat die Genehmigung

zur Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von

Frau Dipl.-Psych. Tina Eule, Psychologische Psychotherapeutin,

von halbtags auf dreivierteltags (30

Std.) erhalten. Frau Eule hat eine ¼ Stelle von Frau

Dr. Kittner übernommen.

Stadt Lübeck

Herr Prof. Dr. med. Christian Doehn als Facharzt für

Urologie für 23566 Lübeck, Kantstraße 9 - 15, als

Nachfolger von Herrn Dr. med. Holger Overbeck.

Herr Dr. med. Detlev Körtke, Facharzt für Neurologie

und Facharzt für Psychiatrie in 23558 Lübeck, Moislinger

Allee 2, hat seine Vertragspraxis nach 23560

Lübeck, Kronsforder Allee 69, verlegt.

Herr Dr. med. Ahmad Yar, Facharzt für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe in 23552 Lübeck, Königstraße

77, hat seine Vertragspraxis nach 23560 Lübeck,

Kronsforder Allee 69, verlegt.

Herr Dr. med. Christian Schäfer, Facharzt für Hals-

Nasen-Ohrenheilkunde in 23552 Lübeck, Schüsselbuden

30/32, hat seine Vertragspraxis nach 23560

Lübeck, Kronsforder Allee 69, verlegt.

Die bisher bestehende ortskonforme Berufsausübungsgemeinschaft

mit Frau Dr. med. Susanne

Klaiber und Herrn Dr. med. Ralf Katzbach wird nach

der Verlegung als überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft

fortgeführt.

Herr Dr. med. Florian Grotelüschen als Facharzt für

Haut- und Geschlechtskrankheiten für 23552 Lübeck,

Mühlenbrücke 1 a, als Nachfolger von Herrn

Dr. med. Helmut Grotelüschen.

Frau Dr. med. Cornelia Körtke als Fachärztin für Nervenheilkunde

für 23564 Lübeck, Klosterstraße 9, als

Nachfolgerin von Frau Dr. med. Ingrid Kleinke.

Frau Dr. med. Cornelia Körtke, Fachärztin für Nervenheilkunde,

und Herr Dr. med. Joachim Kleinke, Facharzt

für Neurologie und Psychiatrie sowie Facharzt für

Kinder- und Jugendpsychiatrie, haben die Genehmigung

zur Führung einer fachübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaft

in Lübeck erhalten.

Herr Dr. med. Rainer Zimmermann, Facharzt für

Neurologie und Psychiatrie in 23558 Lübeck, Moislinger

Allee 2, hat seine Vertragspraxis nach 23560

Lübeck, Kronsforder Allee 69, verlegt.

Herr Dr. med. Claus Maschler, Facharzt für Neurologie

und Psychiatrie in 23558 Lübeck, Moislinger

Allee 2, seine Vertragspraxis nach 23560 Lübeck,

Kronsforder Allee 69, verlegt.

74 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Frau Dr. med. Mechthild Riffert, Fachärztin für Neurologie

und Psychiatrie in 23558 Lübeck, Moislinger

Allee 2, hat ihre Vertragspraxis nach 23560 Lübeck,

Kronsforder Allee 69, verlegt.

Frau Dr. med. Annemarie Uebe, Fachärztin für

Frauen heilkunde und Geburtshilfe in 23552 Lübeck,

Breite Straße 16, hat ihre Vertragspraxis nach 23552

Lübeck, Am Koberg 4, verlegt.

Herr Dr. med. Laif Casper als Facharzt für Chirurgie

und Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie,

für 23570 Lübeck, Am Dreilingsberg 7, als

Nachfolger für Herrn Michael Meyer.

Frau Simone Klüver, Fachärztin für Chirurgie und

Fachärztin für Chirurgie, Schwerpunkt Gefäßchirurgie,

Herr Uwe Knapp, Facharzt für Chirurgie, Herr

Dr. med. Rafael Kunze, Facharzt für Orthopädie, und

Herr Dr. med. Laif Casper, Facharzt für Chirurgie

und Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie,

haben die Genehmigung zur Führung einer

fachübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaft

in Lübeck erhalten.

Frau Dr. phil. Dipl.-Psych. Dorothe Verbeek, Psychologische

Psychotherapeutin für die ausschließliche

Behandlung von Kindern und Jugendlichen in 23564

Lübeck, Blanckstraße 15, hat ihre Vertragspraxis

nach 23552 Lübeck, Breite Straße 1 - 5, verlegt.

Frau Dipl.-Soz. Päd. Maria Thies-Lohmann, Kinder-

und Jugendlichenpsychotherapeutin in 23560 Lübeck,

Kronsforder Allee 48, hat ihre Vertragspraxis

nach 23560 Lübeck, Kronsforder Allee 40 d, verlegt.

Frau Dipl.-Psych. Michaela Berndt-Jeschke, Psychologische

Psychotherapeutin in 23560 Lübeck,

Kronsforder Allee 46 c, hat ihre Vertragspraxis nach

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 40 d, verlegt.

Herr Dipl.-Psych. Dieter Strätgen als Psychologischer

Psychotherapeut für einen halben Versorgungsauftrag

für 23568 Lübeck, Adolfplatz 6, als

Nachfolger für Herrn Dipl.-Psych. Heiner Alberti.

Stadt Neumünster

Herr Dr. med. Clemens Frey als Facharzt für Allgemeinmedizin

für 24534 Neumünster, Großflecken 37,

als Nachfolger von Frau Albina Schilling.

Kreis Nordfriesland

Herr Dr. med. Joachim Saßmannshausen, Facharzt

für Augenheilkunde, hat seine Zweigpraxis von

25821 Bredstedt, Süderstraße 6, nach 25821 Bredstedt,

Parkstraße 5, verlegt.


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Herr Ulrich Wacker, prakt. Arzt in 25876 Schwabstedt,

Westerende 13, hat die Genehmigung zur Umwandlung

seiner Zulassung in eine solche als Facharzt

für Allgemeinmedizin erhalten.

Kreis Ostholstein

Herr Dr. med. Arne Matthiensen als Facharzt für Allgemeinmedizin

für 23758 Oldenburg, Ostlandstraße 3,

als Nachfolger von Frau Barbara Fabrowicz.

Die Herren Dr. med. Arne Matthiensen, Dr. med. Wilfried

Bönke, Fachärzte für Allgemeinmedizin, und

Dr. med. Gerhard Humke, hausärztlich tätiger Facharzt

für Innere Medizin, haben die Genehmigung zur

Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft in Oldenburg

erhalten.

Herr Dr. med. Gotthard Bernegger, Facharzt für Allgemeinmedizin

in 23701 Eutin, Mörken 12 a, hat seine

Vertragspraxis nach 23701 Eutin, Bismarckstraße 2,

verlegt.

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Darm-

und Beckenbodenzentrum Nord GmbH“, Bad

Schwartau, hat die Genehmigung zur Anstellung von

Herrn Dr. med. Mathias Okroi als Facharzt für Chirurgie

in einer Ganztagstätigkeit in 23611 Bad Schwartau,

Eutiner Ring 8 a, erhalten.

Übernahme der Angestelltenstelle von Herrn Dr.

med. Christian Kuhlgatz.

Frau Dr. med. Annegret Krenz-Weinreich und Herr Dr.

med. Wigbert Schulze, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin

in Plön und Eutin, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Ingrid Hansen-Scheer als

halbtags angestellte Fachärztin für Laboratoriumsmedizin

in den Betriebsstätten in 24306 Plön, Krögen 6,

und 23701 Eutin, Hospitalstraße 22, erhalten.

Die Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Herr Dr. med. Peter Grieffenhagen, 23701 Eutin,

Plöner Straße 34, und Herr Dr. med. Walter Trettel,

24211 Preetz, Markt 12, haben die Genehmigung zur

Beschäftigung von Frau Dr. med. Hanieh Erdmann

als halbtags angestellte Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

mit Leistungsbeschränkung in

der Betriebsstätte in 23701 Eutin, Plöner Straße 34,

erhalten.

Frau Dr. med. Uta Fenske als Fachärztin für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe für einen halben Versorgungsauftrag

für 23669 Timmendorfer Strand, Wilhelmstraße

6, als Nachfolgerin für Herrn Dr. med.

Henning Timm.

Frau Maria Christiane von Schöning als Fachärztin

für Frauenheilkunde und Geburtshilfe für einen hal-

ben Versorgungsauftrag für 23669 Timmendorfer

Strand, Wilhelmstraße 6, als Nachfolgerin für Herrn

Dr. med. Henning Timm.

Frau Maria von Schöning und Frau Dr. med. Uta

Fenske, Fachärztinnen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,

haben die Genehmigung zur Führung einer

Berufsausübungsgemeinschaft in Timmendorfer

Strand erhalten.

Kreis Pinneberg

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Pinneberg“

hat die Genehmigung zur Beschäftigung

von Herrn Dr. med. Gert Polzhofer als vierteltags

angestellter Facharzt für Orthopädie in der Betriebsstätte

in 25451 Pinneberg, Fahltskamp 74, als Nachfolger

von Herrn Dr. med. Markus Stücker, erhalten.

Herr Dr. Stücker hat seine Tätigkeit von dreivierteltags

auf halbtags reduziert.

Die Herren Dr. med. Heinrich Bertuleit und Priv.-

Doz. Dr. med. Sören Wenzel, Fachärzte für Hals-

Nasen-Ohrenheilkunde in Pinneberg, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Dr. med.

Ulrike Degenhardt als ganztags angestellte Fachärztin

für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in ihrer Vertragspraxis

in 25421 Pinneberg, Rübekamp 25,

als Nachfolgerin von Herrn Dr. med. Jan Schulte-

Westenberg erhalten.

Die Herren Dr. med. Heinrich Bertuleit und Priv.-

Doz. Dr. med. Sören Wenzel, Fachärzte für Hals-

Nasen-Ohrenheilkunde, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Herrn Dr. med. Jan Schulte-

Westenberg als ganztags angestellter Facharzt für

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in ihrer Vertragspraxis

in 25421 Pinneberg, Rübekamp 25, erhalten.

Die Zulassung von Frau Dr. med. Christiane Retzow-

Baum als prakt. Ärztin für Tornesch wurde in eine

solche als Fachärztin für Allgemeinmedizin umgewandelt.

Herr Johannes Puchner, hausärztlich tätiger Facharzt

für Innere Medizin in 25335 Elmshorn, Mühlendamm

3, hat seine Vertragspraxis nach 25335 Elmshorn,

Koppeldamm 29, verlegt.

Herr Dr. med. Klaus-Dieter Overbeck, Facharzt für

Nervenheilkunde in Wedel, hat die Genehmigung zur

Beschäftigung von Frau Dr. med. Kristina Minelli als

dreivierteltags (30 Stunden wöchentlich) angestellte

Fachärztin für Nervenheilkunde und Fachärztin für

Neurologie in der Betriebsstätte in 22880 Wedel, Rosengarten

5 - 9, erhalten.

Ausgabe 6 | Juni 2011 75


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Kreis Plön

Frau Dr. med. Martina Schettler als hausärztlich tätige

Fachärztin für Innere Medizin für 24306 Plön, Lange

Straße 1a, als Nachfolgerin von Herrn Dr. med.

Kay Hinrichsen.

Frau Dr. med. Annegret Krenz-Weinreich und Herr

Dr. med. Wigbert Schulze, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin

in Plön und Eutin, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Ingrid Hansen-

Scheer als halbtags angestellte Fachärztin für Laboratoriumsmedizin

in den Betriebsstätten in 24306

Plön, Krögen 6, und 23701 Eutin, Hospitalstraße 22,

erhalten.

Herr Dr. med. Bodo Christian Engel, Herr Andreas

Rinck, Herr Dr. med. Hans-Albrecht Schele, Frau

Susanne Beckenbach, Frau Dr. med. Brigitte Hollenbach,

Herr Dr. med. Philip Horstmann, Frau Dr. med.

Ursula Prange, Frau Dr. med. Gunda Comberg-Büll,

Herr Dr. med. Rainer Drost, Herr Moritz Hippe, Fachärzte

für Anästhesiologie, 24148 Kiel, Schönberger

Straße 11, Herr Kai Lausen, Facharzt für Anästhesiologie,

24226 Heikendorf, Teichtor 23, Frau Dr. med.

Frauke Timm, Fachärztin für Allgemeinmedizin,

und Frau Ingeborg Kaup, prakt. Ärztin, 24148 Kiel,

Schönberger Straße 11, haben die Genehmigung zur

Führung einer überörtlichen fachübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaft

erhalten.

Herr Ralf Sehrt, Arzt ohne Gebietsbezeichnung in

24306 Plön, Wilhelmstraße 7, hat seine Vertragspraxis

nach 24306 Plön, Walter-Volkers-Straße 1 a, verlegt.

Herr Dr. med. Wilfried Mädge als Facharzt für Allgemeinmedizin

für 24232 Schönkirchen, Augustental

31 a, als Nachfolger für Herrn Dr. med. Allan Begert.

Herr Ingmar Maethner als hausärztlich tätiger Facharzt

für Innere Medizin für 24211 Preetz, Schellhorner

Straße 39, als Nachfolger für Herrn Dr. med. Ernst-

Detlef Drenckhahn.

Herr Dr. med. Ingmar Maethner und Frau Dr. med.

Anja Mohr, hausärztlich tätige Fachärzte für Innere

Medizin, haben die Genehmigung zur Führung einer

Berufsausübungsgemeinschaft in Preetz erhalten.

Frau Dr. med. Martina Schettler, hausärztlich tätige

Fachärztin für Innere Medizin in 24306 Plön, Lange

Straße 1 a, hat befristet bis zum 30.06.2011, die vorübergehende

Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis

nach 24306 Plön, Lütjenburger Straße 17,

erhalten.

76 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Frau Dipl.-Psych. Karin Dolan, Psychologische Psychotherapeutin

in 24211 Preetz, Lohmühlenweg 79 c,

hat ihre Vertragspraxis nach 24211 Schellhorn, Wehrbergallee

3, verlegt.

Frau Dipl.-Psych. Antje Doll, Psychologische Psychotherapeutin

in 24211 Preetz, Lohmühlenweg 79 c,

hat ihre Vertragspraxis nach 24211 Schellhorn, Wehrbergallee

3, verlegt.

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Herr Dr. med. Eric Prüter als Facharzt für Kinder- und

Jugendmedizin mit halbem Versorgungsauftrag für

24582 Bordesholm, Bahnhofstraße 67, als Nachfolger

von Frau Dr. med. Juliane Spiegler.

Die Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Frau

Dr. med. Inge Quoß und Herr Eric Prüter, haben die

Genehmigung zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft

in 24582 Bordesholm, Bahnhofstraße

67, erhalten.

Die Berufsausübungsgemeinschaft Dr. Wüstenberg

und Kollegen, Augenärzte in Rendsburg, haben die

Genehmigung zur Beschäftigung von Frau Cristina

Crismaru als ganztags angestellte Fachärztin für Augenheilkunde

in ihrer Vertragspraxis in 24768 Rendsburg,

Proviantstraße 9, erhalten.

Frau Simone Wührmann als Fachärztin für Allgemeinmedizin

für 24214 Schinkel, Rosenkranzer Weg 31, als

Nachfolgerin von Herrn Dr. med. Rainer Rohwer.

Die Herren Sven Tetzlaff, fachärztlich tätiger Facharzt

für Innere Medizin in Büdelsdorf, Ralf P. Wolter,

Facharzt für Urologie in Eckernförde, und Dr. med.

(I) Frank Schäfer, Facharzt für Urologie in Eckernförde,

haben die Genehmigung zur Führung einer fachübergreifenden

überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft

erhalten.

Herr Dr. med. Ralf Brombacher als Facharzt für

Kinder- und Jugendmedizin für 24768 Rendsburg,

Stormstraße 9, als Nachfolger von Herrn Dr. med.

Michael Kinet.

Herr Dr. med. Ralf Brombacher, Herr Sebastian

Groth und Frau Dr. med. Christine Glinicke haben

die Genehmigung zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft

als Fachärzte für Kinder- und

Jugendmedizin in Rendsburg erhalten.

Herr Ingo Perner, Facharzt für Orthopädie, hat die

Genehmigung zur Beschäftigung von Herrn Kai Bünnig

als ganztags angestellten Facharzt für Orthopädie

und Unfallchirurgie als Nachfolger von Frau Dr.

med. Britta Markus in seiner Vertragspraxis in 24768

Rendsburg, Kaiserstraße 24, erhalten.


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Das Medizinische Versorgungszentrum „imland

MVZ GmbH“, Rendsburg, hat die Genehmigung

zur Anstellung von Frau Dr. med. Saskia Welzel als

vierteltags (10 Stunden wöchentlich) angestellte

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in 24768

Rendsburg, Lilienstraße 20 - 28, erhalten.

Das Medizinische Versorgungszentrum „imland

MVZ GmbH“, Rendsburg, hat die Genehmigung zur

Anstellung von Frau Dr. med. Urte Büßen als vierteltags

(10 Stunden wöchentlich) angestellte Fachärztin

für Kinder- und Jugendmedizin in 24768 Rendsburg,

Lilienstraße 20 - 28, erhalten.

Das Medizinische Versorgungszentrum „imland

MVZ GmbH“, Rendsburg, hat die Genehmigung zur

Anstellung von Herrn Dr. med. Karsten Dick als vierteltags

(10 Stunden wöchentlich) angestellten Facharzt

für Kinder- und Jugendmedizin in 24768 Rendsburg,

Lilienstraße 20 - 28, erhalten.

Frau Dr. Welzel, Frau Dr. Büßen und Herr Dr. Dick haben

jeweils eine Vierteltagsstelle von Herrn Dr. med.

Malte Lange übernommen. Herr Dr. Lange ist weiterhin

im MVZ tätig.

Frau Dr. med. Susanne Wessels, Fachärztin für Kinder-

und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

hat ihre Tätigkeit von dreivierteltags auf halbtags in

der überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft

von Herrn Dr. med. Alfred Behnisch und von Frau

Dagmar Feldt am Standort in 24242 Felde, Klein

Nordseer Straße 5a, reduziert

Herr Dr. med. Alfred Behnisch, Facharzt für Kinder-

und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Kiel,

und Frau Dagmar Feldt, Fachärztin für Kinder- und

Jugendpsychiatrie in Felde, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Frau Anja Trautmann

als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in

einer Ganztagstätigkeit (40 Stunden wöchentlich)

in der Betriebsstätte 24242 Felde, Klein Nordseer

Straße 5 a, erhalten. Übernahme der Angestelltenstelle

von Frau Katja Sellhoff.

Frau Dipl.-Psych. Ute Glander, Psychologische Psychotherapeutin

in 24119 Kronshagen, Eckernförder

Straße 315, hat ihre Vertragspraxis nach 24119

Kronshagen, Eckernförder Straße 271, verlegt.

Frau Dr. med. Susanne May als ausschließlich

psychotherapeutisch tätige Fachärztin für Psychiatrie

und Psychotherapie für 24220 Flintbek, Müllershörn

2 c, als Nachfolgerin für Frau Dr. med. Christiane

Rohwer.

Frau Christine Heinrichs, Fachärztin für Psychotherapeutische

Medizin in 24340 Eckernförde, Mühlen-

berg 10, hat ab 01.07.2011 die Genehmigung zur Verlegung

der Vertragspraxis nach 24340 Eckernförde,

Bergstraße 47, erhalten.

Kreis Segeberg

Herr Dr. med. Olaf Schult-Kronefeld als Facharzt

für Innere Medizin und Facharzt für Innere Medizin,

Schwerpunkt Pneumologie, für 22850 Norderstedt,

Ulzburger Straße 12, als Nachfolger für Frau Dr. med.

Ursula Schröder.

Herr Dr. med. Olaf Schult-Kronefeld, Facharzt für

Innere Medizin und Facharzt für Innere Medizin,

Schwerpunkt Pneumologie/Pulmologie, und Herr

Helmut Schönewolf, Facharzt für Innere Medizin

und Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde,

haben die Genehmigung zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft

in Norderstedt erhalten.

Kreis Steinburg

Das Medizinische Versorgungszentrum „Medizinische

Versorgungszentrum Glückstadt GmbH“

hat die Genehmigung zur Beschäftigung von Herrn

Stefan Lauinger als halbtags angestellter Facharzt

für Orthopädie und Unfallchirurgie in der Betriebsstätte

in 25348 Glückstadt, Steinburgstraße 17, als

Nachfolger von Frau Dr. med. Barbara Markova erhalten.

Frau Dr. Markova hat ihre Tätigkeit von ganztags

auf halbtags reduziert.

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Itzehoe

City GmbH“ hat die Genehmigung zur Beschäftigung

von Frau Vidmanta Sarach als vierteltags angestellte

Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in

der Betriebsstätte in 25524 Itzehoe, Viktoriastraße 1,

erhalten. Übernahme der Angestelltenstelle von Frau

Nießen.

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Klinikum

Itzehoe gGmbH“, Itzehoe, hat die Genehmigung

zur Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit

von Frau Ulrike Jaeger als angestellte Fachärztin für

Anästhesiologie in einer Dreivierteltagstätigkeit (30

Stunden wöchentlich) auf eine Ganztagstätigkeit (31

Stunden wöchentlich) in der Betriebsstätte in 25524

Itzehoe, Berliner Platz 6a, erhalten. Frau Jaeger besetzt

die Vierteltagsstelle von Herrn Dr. Töllner nach.

Herr Dipl.-Psych. Christoph Groth als Psychologischer

Psychotherapeut für 25524 Itzehoe, Berliner

Platz 4, als Nachfolger für Frau Dipl.-Psych. Gabriele

Saake.

Ausgabe 6 | Juni 2011 77


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Kreis Stormarn

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Bad

Oldesloe GmbH“ hat die Genehmigung zur Beschäftigung

von Herrn Dr. med. Michael Bartelheimer

als halbtags angestellten Facharzt für Diagnostische

Radiologie in der Betriebsstätte in 22926 Ahrensburg,

Hamburger Straße 23, als Nachfolger von

Herrn Dr. med. Peter Neb erhalten.

Das Medizinische Versorgungszentrum „MVZ Bad

Oldesloe GmbH“ hat die Genehmigung zur Beschäftigung

von Herrn Dr. med. Andreas Leichert

als halbtags angestellter Facharzt für Diagnostische

Radiologie in der Betriebstätte in 22926 Ahrensburg,

Hamburger Straße 23, als Nachfolger von Herrn Dr.

med. Peter Neb erhalten.

Die Fachärzte für Orthopädie, Herr Dr. med. Thomas

Kaiser, Herr Nils Kerwer, 22927 Großhansdorf, Sieker

Landstraße 122 - 124, und Herr Thorsten Siemssen,

21465 Reinbek, Bergstraße 1 - 9, haben die Genehmigung

zur Beschäftigung von Herrn Alfred Suska

als ganztags angestellter Facharzt für Orthopädie

78 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

und Unfallchirurgie in ihren Betriebsstätten in 22927

Großhansdorf, Sieker Landstraße 122 - 124, und

21465 Reinbek, Bergstraße 1 - 9, erhalten.

Folgende Ärzte haben die Genehmigung

zur Führung einer Zweigpraxis

erhalten:

Stadt Kiel

Das MVZ Orthopädie und Chirurgie im Ärztehaus

Sophienhof, Herzog-Friedrich-Str. 21, 24103 Kiel,

hat die Genehmigung zum Führen einer Zweigpraxis

in der Holtenauer Str. 125, 24118 Kiel, ab dem

01.06.2011 erhalten.

Stadt Lübeck

Die Fachärzte für Orthopädie, Herren Dres. med.

Hans-Jürgen Hümmer und Rolf Schwachenwald,

haben die Genehmigung zum Verlegen der Zweigpraxis

von der Solmitzstraße 31, 23569 Lübeck, in

die Dummersdorferstraße 1-3, 23569 Lübeck, erhalten.

Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß § 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren

Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich

um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

Ärzte: Psychotherapeuten: 04551 883-378

04551 883-346 04551 883-291

04551 883-303

04551 883-384 Zweigpraxen: 04551 883-561

04551 883-462

Fachgebiet/Arztgruppe Planungs bereich* Praxisform B e w e r b u n g s -

frist**

Ausschreibungsnummer

Augenärzte FL/SL-FL üöBAG 30.06.2011 7441/2011

Augenärzte NMS/RD-E BAG 30.06.2011 7483/2011

Frauenärzte

- halbe Zulassung -

FL/SL-FL EP 31.07.2011 7353/2011

Hausärzte NMS/RD-E EP 31.07.2011 6694/2011

Hausärzte Plön BAG 30.06.2011 6828/2011

Hausärzte Herzogtum

Lauenburg

EP 31.07.2011 7335/2011

Hausärzte

Herzogtum EP 31.07.2011 7394/2011

- halbe Zulassung - Lauenburg


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Hausärzte

- halbe Zulassung -

Nordfriesland EP 31.07.2011 4332/2011

Nervenheilkunde Pinneberg EP 31.07.2011 7674/2011

Orthopäden

-halbe Zulassung-

Plön BAG 30.06.2011 7069/2011

Orthopäden

- halbe Zulassung -

Kiel BAG 30.06.2011 7621/2011

Psychotherapie

- halbe Zulassung -

Kiel EP 31.07.2011 7220/2011

Psychotherapie Stormarn EP 31.07.2011 7108/2011

Psychotherapie

- halbe Zulassung -

Steinburg BAG 30.06.2011 7252/2011

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche

richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde

(NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL).

** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die

innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so

gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung

eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die

Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Folgende Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze waren bereits ausgeschrieben,

jedoch hat sich innerhalb der Bewerbungsfrist niemand beworben,

sodass Sie sich um diese Sitze weiterhin bewerben können:

Fachgebiet/Arztgruppe Planungs bereich Praxisform Ausschrei bungsende

Chirurgen Herzogtum

Lauenburg

Ausschreibungsnummer

EP 31.08.2010 9664/2010

Chirurgen Ostholstein EP 31.01.2011 18411/2010

Frauenärzte Steinburg EP 30.04.2011 2329/2011

Hausärzte Herzogtum

Lauenburg

BAG 31.08.2010 8601/2010

Hausärzte Nordfriesland EP 30.09.2010 10391/2010

Hausärzte Plön BAG 30.09.2010 10875/2010

Hausärzte FL/SL-FL BAG 31.10.2010 11950/2010

Hausärzte Herzogtum

Lauenburg

EP 31.10.2010 11957/2010

Hausärzte Pinneberg EP 31.10.2010 13581/2010

Hausärzte Stormarn EP 31.10.2010 12718/2010

Hausärzte FL/SL-FL EP 30.11.2010 14385/2010

Hausärzte Nordfriesland EP 30.11.2010 14813/2010

Hausärzte Nordfriesland EP 30.11.2010 13738/2010

Hausärzte FL/SL-FL BAG 31.12.2010 18312/2010

Hausärzte Kiel BAG 31.12.2010 17794/2010

Ausgabe 6 | Juni 2011 79


MITTEILUNGEN DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG

Hausärzte Nordfriesland BAG 31.12.2010 16301/2010

Hausärzte Segeberg EP 31.12.2010 16302/2010

Hausärzte Stormarn EP 31.12.2010 16303/2010

Hausärzte NMS/RD-E EP 31.01.2011 17866/2010

Hausärzte Kiel BAG 30.04.2011 20097/2010

Hausärzte Nordfriesland EP 30.04.2011 2339/2011

Hausärzte Pinneberg BAG 30.04.2011 1103/2011

Hausärzte Pinneberg BAG 30.04.2011 1105/2011

Kinder- und

Jugendmedizin

Nordfriesland BAG 31.01.2011 17330/2010

Kinder- und

Jugendmedizin

Segeberg EP 30.04.2011 1473/2011

Nervenärzte Pinneberg EP 30.04.2011 1808/2011

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner

ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden führungszeugnis) zu beantragen.

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt die Bewerbung nicht!

Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung,

Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Für folgende Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze, die sich in einem

für weitere Zulassungen/Anstellungen nicht gesperrten Planungsbereich

befinden, werden Nachfolger gesucht. Es handelt sich hierbei nicht um Ausschreibungsverfahren

nach § 103 Abs. 4 SGB V.

Fachgebiet/Arztgruppe Planungs bereich Praxisform Chiffrenummer

Hausärzte Dithmarschen EP 18051/2010

Hausärzte Dithmarschen EP 18054/2010

Hausärzte Dithmarschen BAG 16207/2010

Hausärzte Steinburg EP 5649/2011

Nähere Informationen zu den aufgeführten Praxen sowie dem Zulassungsverfahren erhalten Sie unter den

oben angegebenen Telefonnummern.

Fortführung von ausgeschriebenen Vertragsarztsitzen als Zweigpraxen

Für folgende Vertragsarztsitze ist die Bewerbungsfrist seit einem Quartal abgelaufen, ohne dass eine Bewerbung

eingegangen ist. Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein würde für die

hier aufgeführten Sitze eine Zweigpraxisgenehmigung erteilen, wenn sie von einem anderen Vertragsarzt als

Zweigpraxis fortgeführt werden sollen:

Fachgebiet/Arztgruppe Planungsbereich Ausschreibungsnummer

Nervenärzte Ostholstein 21308/2009

Für nähere Auskünfte zu der Möglichkeit der Fortführung einer Praxis als Zweigpraxis setzen Sie sich bitte unter

den oben genannten Telefonnummern mit der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der Kassenärztlichen

Vereinigung Schleswig-Holstein in Verbindung.

80 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt


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ggf. zur späteren Assoziation (64-Zeilen CT,

18-Kanal MRT, volle Digitalisierung, Nuklearmedizin,

Mammographie, konv. Röntgen und Strahlentherapie)

im Großraum Hamburg.

www.radiologie-uelzen.de

Tel.: 0171 / 216 79 28

Vielseitige große Praxis

für Allgemeinmedizin/NHV

in Pinneberg mit nettem

Team sucht FA/FÄ für

Allgemeinmedizin zur

Anstellung in Teilzeit.

Tel. 04101 - 81 00 11

dr-fuerth@web.de


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt zum Ausbau der Klinik für Neurologie einen

Oberarzt (w/m), Facharzt (w/m) und

Arzt in Weiterbildung (w/m)

Das Unternehmen

Die Regio Kliniken GmbH, ein Unternehmen

der Sana Kliniken AG, ist ein innovativer Anbieter

umfassender Dienstleistungen im Gesundheits-

wesen der Region Pinneberg, nordwestlich von

Hamburg. Wir vernetzen sowohl ambulante

und stationäre Versorgung als auch die Bereiche

���������������������

Die Klinik für Neurologie besitzt zurzeit 32 Betten

inkl. einer Stroke Unit. Es werden Patienten aus dem

gesamten Spektrum akutneurologischer Erkrankungen

behandelt.

Die gesamte elektrophysiologische und neurosonographische

Diagnostik wird auf modernstem Niveau

angeboten.

Was Sie mitbringen

��Engagement und Freude an der Arbeit

��Organisationsfähigkeit, Teamgeist, Belastbarkeit

und Flexibilität

��Ruhigen, menschlichen und kompetenten Umgang

mit Patienten und Angehörigen sowie die Fähigkeit zur

fach- und klinikübergreifenden Kooperation

Ein Unternehmen der Sana Kliniken AG

Stellenangebote/Stellengesuche

Was wir bieten

��Ein gutes Betriebsklima und Entfaltungsmöglichkeiten

in einem sehr motivierten und kollegial arbeitenden Team

��Eine rasche Einarbeitung in die neurologische

Funktionsdiagnostik

��Modernste Diagnostik in Neurophysiologie und

Neurosonographie

��Internes Fort- und Weiterbildungscurriculum sowie

Förderung der Teilnahme an externen Fortbildungen

��Möglichkeit zur Rotation in die Psychiatrie innerhalb

der Regio Kliniken

��Volle Neurologische Weiterbildungsermächtigung

��Einen Arbeitsplatz in einem modernen, dynamischen

Unternehmen in unmittelbarer Nähe zu Hamburg und

der Elbe

��Zusätzliche Altersversorgung

��Vergütung nach TV-Ärzte / VKA (Marburger Bund)

Für evtl. Fragen steht Ihnen der Chefarzt der Neurologie,

Herr PD Dr. Nitschke, unter Telefon 0 41 01 / 2 17 - 9 61

gerne zur Verfügung.

Interessiert? Dann senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen

entweder an matthias.nitschke@regiokliniken.de

oder per Post an:

Regio Kliniken GmbH

PD Dr. M. Nitschke

Fahltskamp 74 | 25421 Pinneberg

www.regiokliniken.de

Anzeigenschluss für die Ausgabe 07/2011 ist der 20.06.2011


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Weiterbildungsassistent/in

oder FA/FÄ Gynäkologie

gesucht

für fröhliche und freundliche

Gemeinschaftspraxis in

Flensburg. Individuelle

Arbeitszeiten, Teilzeit oder

Vollzeit, späterer Einstieg

möglich. Weiterbildungsermächtigung

für 24 Monate

liegt vor. Zu der Praxis

gehört ein zytologisches Einsendelabor,

daher wäre

Interesse an Zytologie

wünschenswert.

Khaedicke@frauenarzt-flensburg.info

www.frauenarzt-flensburg.info

Vertretungen in SH

Nervenarzt und

Psychotherapie

Tel.: 0431/525126

Fax: 0431/525126

Gastroenterologe, 50 Jahre

alt, 10 Jahre ltd. OA in

Schwerpunktkrankenhaus,

5 Jahre niedergelassen in

gastroenterologischer

Schwerpunktpraxis, aus

privaten Gründen Umzug

nach Hamburg, sucht

neues Tätigkeitsfeld auch

in Teilzeit vorzugsweise in

gastroenterologischer

Fachpraxis im Nordosten

Hamburgs.

Praxisübernahme/Assoziation

ebenfalls gut möglich.

Chiffre 318

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Schon gesehen?

Schon gehört?

Wir sind eine Fachklinik für Rehabilitation einschl. AHB/AR

und Prävention mit insgesamt 230 Betten. Im Rahmen

unseres breiten Indikationsspektrums Innere Medizin,

Kardiologie, Pneumologie und Orthopädie verfügen wir über

Weiterbildungsermächtigungen von insgesamt 7 Jahren.

Ab sofort suchen wir eine/einen engagierte/n

Stations-/Assistenzärztin/-arzt

in Teil- oder Vollzeit (40 Std./wtl.)

sowie eine/einen

Facharzt für Kardiologie

(Oberarzt)

in Vollzeit (40 Std./wtl.)

Sie erwartet eine sehr interessante, vielseitige Tätigkeit in

einem engagierten interdisziplinären Team in einer

modern arbeitenden Klinik in reizvoller Lage nahe der

Landeshauptstadt Kiel. Die Vergütung richtet sich

nach dem Tarifvertrag mit dem Marburger Bund.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung:

Ostseeklinik Schönberg-Holm

Personalabteilung | An den Salzwiesen 1

24217 Ostseebad Schönberg

www.ostseeklinik.com


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

www.fek.de

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Stellenangebote/Stellengesuche

Friedrich-Ebert-Krankenhaus

Neumünster GmbH

Friesenstr. 11

24534 Neu mün ster

Die Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie sucht für den Einsatz wahlweise im

FEK Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster oder im Klinikum Bad Bramstedt

ab sofort eine/n

Ärztin/Arzt

mit fortgeschrittener Weiterbildung

oder eine/n

Fachärztin/Facharzt

Wir bieten ������ zierungen in Geriatrie und/oder den zusätzlichen Erwerb des Facharztes für Physikalische

und Rehabilitative Medizin. Es handelt sich um eine attraktive Dauerposition mit der Option auf eine Oberarzttätigkeit.

Auch „Wiedereinsteiger“ ins Berufsleben sind willkommen.

Die Geriatrie im FEK Neumünster (Stellenschlüssel 1/2/8) liegt in der Mitte des Schwerpunktkrankenhauses

(645 Betten) und ist mit Notaufnahme, Innerer Medizin, Neurologie/Stroke Unit, Traumatologie, Abdominal-,

Unfall-, Gefäß- und Neurochirurgie und anderen eng vernetzt.

Im Rahmen eines Kooperationsvertrages im 5K-Verbund versorgen wir ärztlich ebenfalls die Geriatrie im

Klinikum Bad Bramstedt. Dort ��ndet vom 22.-24. Sept. 2011 unter Leitung des Chefarztes der 22. Deutsche

Geriatrie-Kongress statt.

Wir bieten:

�� Flexible Arbeitszeitgestaltung

�� Angenehmes, familienfreundliches Arbeitsklima

�� 2 Jahre Basis-Weiterbildung Innere Medizin

�� 1 ½ Jahre Allgemeinmedizin (davon ½ Jahr ambulante hausärztliche Versorgung)

�� 1 Jahr Unfallchirurgie in Rotation

�� Volle Weiterbildung Physikalische und Rehabilitative Medizin (in Rotation mit der Chirurgie)

�� Volle Weiterbildung Geriatrie

�� Promotionsmöglichkeit

�� Intensive und strukturierte Fortbildungen

�� Vermittlung v����������������� kationen im 5K-Verbund

�� Externe Hospitationen

Für Vorabinformationen steht Ihnen gerne der Chefarzt der Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie, Herr

PD Dr. W. Hofmann, unter der Tel.-Nr. 04321/405-7020 oder -7021 zur Verfügung.

Schwerbehinderte erhalten bei uns die gleiche Chance. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an unsere Personalabteilung

oder gerne auch per E-Mail an: werner.hofmann@fek.de

Das FEK ist Akademisches Lehrkrankenhaus für die Medizinischen Fakultäten der Christian-Albrechts-Universität

zu Kiel und der Universität Hamburg sowie Mit glied des Kran ken hau sverbundes 5K mit über 7.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern.

Als Kran ken haus der Schwerpunktversorgung mit 645 Betten bieten wir eine umfassende medizinische und

�� egerische Versorgung für Neumünster und Umgebung.


KOMMEN SIE ZUR NR. 1!

Deutsche Post DHL ist das weltweit führende Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation. Mit rund 470.000 Mit-

arbeiterinnen und Mitarbeitern in über 220 Ländern ist der Konzern einer der größten Arbeitgeber weltweit. Als solcher

bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein breites Spektrum an Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten –

eine Vielfalt, von der auch Sie profitieren können!

Mit unserem mehrfach ausgezeichneten Gesundheitsmanagement (u. a. Deutscher Unternehmenspreis Gesundheit

2009) tragen wir entscheidend dazu bei, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

zu fördern und unsere unternehmerische Verantwortung zu leben. Dies ist nur einer der Gründe, weshalb Deutsche Post DHL

in Nachhaltigkeitsindizes wie z. B. FTSE4Good und Dow Jones Sustainability Index notiert ist. Unterstützen Sie uns dabei –

mit Ihrer Leidenschaft. Werden Sie Teil eines innovativen Teams von 55 Betriebsärztinnen und Betriebsärzten, die bei der

Deutschen Post an bundesweit 29 Standorten aktiv sind.

Zur Verstärkung unseres Teams am Standort Hamburg suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

ÄRZTIN / ARZT

Ihre Aufgabe ist es, das Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihre Vertreter in allen Fragen zur

Gesundheit zu beraten, präventivmedizinische Impulse zu setzen und gutachterlich in sozial- und arbeitsmedizinischen

Fragestellungen aktiv zu sein.

Sie wollen Zukunft mitgestalten, sind entscheidungsfreudig und arbeiten team- sowie lösungsorientiert. Idealerweise

verfügen Sie über eine Qualifikation als Fachärztin/-arzt für Arbeitsmedizin oder andere Facharztqualifikationen und/oder

streben eine Weiterbildung zur/zum Fachärztin/-arzt für Arbeitsmedizin an und verfügen über die erforderlichen Voraus-

setzungen. Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere der englischen Sprache, sind erwünscht.

Wir bieten Ihnen ein interessantes, breit gefächertes Aufgabengebiet, Fortbildungsmöglichkeiten, geregelte

Arbeitszeiten, einen teamorientierten und IT-gestützten Arbeitsplatz sowie eine leistungsgerechte Vergütung – bei

Facharztqualifikation im außertariflichen Bereich.

Ihre Fragen beantworten Ihnen gerne Frau Auerswald, Abteilungsleiterin, Telefon 0228 182-55448, sowie

Frau Dipl.-Med. Haberland, Regional Leitende Ärztin für den Standort Hamburg, Telefon 030 31861616.

Bitte bewerben Sie sich online unter www.dp-dhl.de/karriere. Sollten Sie über keinen Internetzugang verfügen,

senden Sie Ihre schriftliche Bewerbung unter Angabe der Kennziffer D - 37572, Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins

und Ihrer Gehaltsvorstellung bitte an Deutsche Post DHL, Service Center Bewerbermanagement, 53251 Bonn.

Zusätzlich zum laufenden Einstellungsverfahren bieten wir interessierten Bewerbern auch an anderen

Standorten einen Neueinstieg. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

DRK-Landesverband

Schleswig-Holstein e.V.

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Stellenangebote/Stellengesuche

Das DRK-Krankenhaus Middelburg ist eine Einrichtung des DRK-Landesverbandes Schleswig-

Holstein e.V. mit den Abteilungen Geriatrie, Neurologie und Fachpflegeheim für Schwerst-Hirnverletzte (Phase F).

Zum nächstmöglichen Termin suchen wir einen/eine

Assistenzarzt/Assistenzärztin

Neurologische Frührehabilitation

gerne mit Berufserfahrungen in Neurologie, Anästhesie, Innere oder Allgemeinmedizin.

Vom Weaning zum Coping …

… die Plastizität des Nervensystems in der Rehabilitation fasziniert Sie:

Sie haben Interesse an dem interdisziplinären Ansatz der Neurorehabilitation und freuen sich auf Herausforderungen

der intensivnahen Versorgung schwerstbetroffener Menschen. Ihre Empathie gilt der Begleitung

schwer betroffener neurologischer Patienten sowie ihren Angehörigen. Die menschlich-ärztliche Begleitung

durch die Phasen der Krankheitsverarbeitung begreifen Sie als Herausforderung an Sie als Moderator/in des

engagierten Teams aus Neuropsychologen, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und der therapeutischen

Pflege.

Die Anforderungen des Stationsdienstes und der Teilnahme am Nacht- und Wochenendbereitschaftsdienst

sind Ihnen geläufig.

Wir bieten nach einer strukturierten Einarbeitung Supervision in videogestützter Schluckendoskopie, problemlosen

Zugang zu diagnostischen Funktionen (EEG, EMG, ENG, SEP, AEP, VEP, cw- und Duplex-Sonographie

sowie internistische Stroke-Diagnostik), wöchentliche neurologische und interdisziplinäre Fortbildung

und fördern Ihre Teilnahme an externen Fortbildungen.

Weiterbildungsbefugnisse: 2 Jahre Neurologie, 1 Jahr Psychiatrie in der Gebietsweiterbildung. Fachärzten/

-innen bieten wir Zusatzqualifikationen in Rehabilitationswesen (1 Jahr).

Das Gehalt wird nach dem Haustarifvertrag, der zwischen dem DRK-Landesverband Schleswig-Holsein e.V. und

dem Marburger Bund abgeschlossen wurde, gezahlt und richtet sich nach der Qualifikation der Bewerberin/des

Bewerbers. Es handelt sich um eine Vollzeitstelle ohne Befristung – für Teilzeitmodelle sind wir offen.

Die Abteilung Neurologie (1-2-4) mit 60 Betten umfasst Neurologische Frührehabilitation mit 5 Beatmungsplätzen,

Überwachungsstation und (postprimäre) Neurologische Rehabilitation der Phase C.

Die Klinik liegt in direkter Ostsee-Nähe zwischen Lübeck und Kiel (Lübeck – 20 Minuten, Hamburg und Kiel

jeweils in ca. 1 Stunde erreichbar). In Neustadt und Eutin sind alle Schulformen vorhanden.

Lernen Sie unser Zentrum für Altersmedizin und Neurologische Früh-Rehabilitation an der Lübecker Bucht

und den DRK-Landesverband als attraktiven Arbeitgeber auch im Internet unter www.drk-sh.de und bei

YouTube kennen.

Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Fragen beantwortet Ihnen gerne der Ltd. Arzt, Herr Dietrich Willemsen, unter Telefon 04524 909-100,

E-Mail: dietrich.willemsen@drk-tzm.de.

Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte an:

DRK-Krankenhaus Middelburg

Herrn Dietrich Willemsen, Ltd. Arzt Neurologie

Middelburger Straße 1, 23701 Middelburg

www.drk-sh.de


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Stellenangebote/Stellengesuche

UNIVERSITÄTSKLINIKUM

Schleswig-Holstein

Wir sind das größte Universitätsklinikum des Nordens und eine der größten Universitätskliniken

Europas. Mit mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir der größte Arbeitgeber in

Schleswig-Holstein. An mehr als 70 Kliniken und Instituten mit den medizinischen Fakultäten in Kiel

und Lübeck leisten wir die maximale Krankenversorgung sowie universitäre medizinische Forschung

und Lehre im Lande.

In der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie der Klinik für Innere Medizin II, Campus Kiel, ist zum

nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stelle zu besetzen:

Fachärztin/Facharzt oder

Assistenzärztin/Assistenzarzt

zur Herstellung von Zellprodukten. Die Stelle umfasst zurzeit 21 Stunden pro Woche und ist daher ideal für

Wiedereinsteiger/innen bzw. für Mitarbeiter/innen geeignet, die eine Teilzeittätigkeit anstreben. Die Vertragslaufzeit

ist zunächst auf 24 Monate befristet.

Die Sektion für Stammzell- und Immuntherapie ist in einem neuen Gebäude mit modernstem Standard

(Dr.-Mildred-Scheel-Haus) untergebracht, welches mit wesentlicher Förderung der Deutschen Krebshilfe

erbaut wurde. Das Gebäude umfasst neben einer Bettenstation mit dem Schwerpunkt autologe und allogene

Blutstammzelltransplantation eine hämatologisch-onkologisch ausgerichtete Ambulanz, in der die Voruntersuchungen

allogener und autologer Spender erfolgen, eine Hämapherese-Einheit und einen Labortrakt

(GMP-Labor) mit Herstellungs-, Qualitätskontroll- und Forschungsbereich. Dabei nimmt der Herstellungs- und

Qualitätskontrollbereich der Sektion campusübergreifende Aufgaben wahr.

Das Aufgabengebiet beinhaltet das Reinraummanagement inklusive der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur

Hygiene, die Betreuung des Tiefkühllagers der Zellprodukte hinsichtlich Aufbau und Dokumentation sowie die

Durchführung von Validierungen zur Qualitätssicherung in enger Absprache mit der Leitung Herstellung oder

Qualitätskontrolle. Des Weiteren soll der/die Bewerber/in die Umstrukturierung der EDV im Herstellungs-,

Qualitätskontroll- und Laborbereich entwickeln, optimieren und etablieren. Die Ausschreibung richtet sich

bevorzugt an Bewerber/innen, die nach einer beruflichen Pause den Wiedereinstieg suchen oder an

Bewerber/innen, die ihre berufliche Tätigkeit reduzieren möchten. Die Tätigkeit beinhaltet aufgrund des eher

theoretischen Schwerpunktes in der Regel keine Wochenend- oder Nachtdienste. Vorkenntnisse in der

Transfusionsmedizin sind wünschenswert, aber nicht Bedingung.

Vorausgesetzt werden ein ausgeprägter Teamgeist, die Fähigkeit zum analytischen Denken, technisches Grundverständnis

auch für abstrakte Herstellungsprozesse sowie exzellente Kenntnisse in den MS-Office-Anwendungen

(Word, Excel, PowerPoint, Access, Visio).

Die Eingruppierung erfolgt nach den tariflichen Bestimmungen.

Bewerbungen Schwerbehinderter werden bei entsprechender Eignung bevorzugt.

Nähere Auskünfte erhalten Sie von dem Ärztlichen Leiter der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie, Herrn

Prof. Dr. Gramatzki, Telefon 0431 597-5802, oder vom Leiter der Herstellung, Herrn PD Dr. A. Humpe, Telefon

0431 597-5812. Weitere Informationen über das UK S-H erhalten Sie auch unter www.uk-sh.de.

Ihre Bewerbung mit aussagefähigen Unterlagen richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer K120.11/EW11

bis zum 29.06.2011 an das

UNIVERSITÄTSKLINIKUM Schleswig-Holstein

Campus Kiel · Dezernat Personal (Haus 31)

Arnold-Heller-Straße 3 · 24105 Kiel

Wissen schafft Gesundheit


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

DRK-Landesverband

Schleswig-Holstein e.V.

Das DRK-Krankenhaus Middelburg ist eine Einrichtung

des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V. mit den

Abteilungen Geriatrie, Neurologie und Fachpflegeheim für Schwerst-

Hirnverletzte (Phase F).

Für die Abteilung Geriatrie suchen wir zum nächstmöglichen

Termin einen/eine

Arzt/Ärztin in Weiterbildung

in Innerer Medizin oder Allgemeinmedizin

Gesucht wird ein/e engagierte/r Kollege/Kollegin für den Stationsdienst

und die Tagesklinik. Der Ärzteschlüssel beträgt 1/1/4,75. Zum

Einsatz kommen moderne diagnostische Verfahren wie Farbduplexsonografie,

transthoracale und transoesophageale Echocardiografie,

die Videoendoskopie des oberen Gastrointestinaltraktes und die

endoskopische Schluckdiagnostik. Im Mittelpunkt unserer ärztlichen

Tätigkeit steht der ältere multimorbide Patient, den wir nach einem

individuellen multimodalen Konzept behandeln.

Die Stelle eignet sich für Ärzte in Weiterbildung, die ihre Kenntnisse in

Innerer Medizin, Allgemeinmedizin und Geriatrie vertiefen möchten

oder den Abschluss einer Weiterbildung in der Allgemeinmedizin oder

der Inneren Medizin anstreben. Weiterbildungsermächtigungen

bestehen für Innere Medizin (2 Jahre), Allgemeinmedizin

(1 Jahr), Geriatrie (voll) sowie für Palliativmedizin (voll) und Physikalische

Therapie (1 Jahr). Darüber hinaus kann im Verbund der

DRK-Krankenhäuser des Landesverbandes die volle Weiterbildung

für Allgemeinmedizin und für Innere Medizin geleistet werden.

Da ärztliche Fortbildung Grundlage einer adäquaten Patienten-

versorgung ist, wird diese konsequent unterstützt. Wöchentlich finden

von der Ärztekammer SH zertifizierte Fortbildungsmaßnahmen und

ein Journal Club statt. Die Klinik fördert darüber hinaus den Besuch

interner und externer Fortbildungsveranstaltungen.

Die Klinik liegt in direkter Ostsee-Nähe zwischen Lübeck und Kiel

(Lübeck – 20 Minuten, Hamburg und Kiel jeweils in ca. 1 Stunde

erreichbar). In Neustadt und Eutin sind alle Schulformen vorhanden.

Lernen Sie unser Zentrum für Altersmedizin und Neurologische

Frührehabilitation an der Lübecker Bucht und den DRK-Landesverband

als attraktiven Arbeitgeber auch im Internet unter

www.drk-sh.de und bei Youtube kennen.

Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung

bevorzugt eingestellt.

Auskünfte erteilt Ihnen gerne der Leitende Chefarzt der Geriatrie,

Herr Dr. Jens Dowideit, unter der Tel.: 04524 909-100.

Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte an:

DRK-Krankenhaus Middelburg

Herrn Bernd Poetzing/Geschäftsleitung

Middelburger Straße 1 · 23701 Süsel · www.drk-sh.de

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Stellenangebote/Stellengesuche

Angehender Facharzt für

Allgemeinmedizin (sämtliche

geforderten Weiterbildungszeiten

erfüllt, klinische

Ausbildung und geförderte

Praxistätigkeit abgeschlossen)

sucht Anstellung

in Praxis oder MVZ

im Raum Kiel/ Rendsburg-

Eckernförde ab 01.08.2011,

gerne mit der Möglichkeit

einer späteren Kooperation/

Übernahme.

DH-Kiel@gmx.de

Allgemeinmedizin auf der

Insel Föhr

(nordfriesische Karibik)

„dort leben und arbeiten,

wo Andere Urlaub

machen“.

Große breit gefächerte

Allgemeinmedizinische

Praxis sucht Partnerin/

Partner.

www.hark-weber.de

Bewerbung unter:

weber@inselarzt.de

Allgemeinarzt (Kassensitz

in NMS/RD) mit Freude an

Teamarbeit und gemeinsamen

Projekten sucht Assoziation

in GP oder MVZ ab

01.01.2012 in NMS

und Umgebung.

Chiffre 306


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

Für unsere Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie suchen wir

zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Assistenzärzte in Weiterbildung (w/m) und

Fachärzte (w/m)

Das Unternehmen

Die Sana Kliniken Lübeck GmbH betreibt 410 stationäre

und 12 teilstationäre Betten an zwei Standorten in

Lübeck und Travemünde.

Das Krankenhaus Süd ist ein Krankenhaus der Schwer-

punktversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus

der Universität zu Lübeck mit den Fachdisziplinen

Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Thoraxchirurgie,

Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand-,

Plastische und rekonstruktive Chirurgie, Medizinische

Klinik I (Gastroenterologie, Diabetologie, Pneumologie

und Allgemeine Innere), Medizinische Klinik II (Kardiologie

und Angiologie), Medizinische Klinik III (Häma-

tologie und Onkologie), Urologie als Belegabteilung

sowie den Abteilungen für Anästhesie, Intensivmedizin

und Schmerztherapie und für Radiologie und Nuklearmedizin.

Seit März 2002 sind wir Teil des Sana Kliniken

Verbundes. Dadurch können wir auf einen bundes-

weiten Erfahrungsaustausch im medizinischen

Bereich innerhalb der Sana Gruppe zurückgreifen.

Die Abteilung für Anästhesie, lntensivmedizin und

Schmerztherapie bemüht sich um eine optimale

perioperative Begleitung aller operativen Patienten.

Das operative Spektrum an der Sana Kliniken Lübeck

GmbH ist groß und anspruchsvoll, die interdisziplinäre

Intensivstation mit 18 Betten steht organisatorisch

unter anästhesiologischer Leitung. Die Abteilung ist

wesentlich an der Umsetzung der perioperativen

Schmerztherapie beteiligt.

���������

� Bereitschaft sich in den organisatorischen Abläufen

der Klinik aktiv engagieren

� hohe Motivation und Freude am Beruf

� Verantwortungsbewusstsein und Verbindlichkeit im

Umgang mit unseren Patienten und Mitarbeitern

� Kreativität in der Organisation und in der Gestaltung

von Veränderungsprozessen

� Aufgeschlossenheit und Teamorientierung

Wir bieten Ihnen

� ein Arbeitsverhältnis nach den Bestimmungen des

TV-Ärzte / VKA

� die komplette Weiterbildungsberechtigung –

einschließlich der für die spezielle anästhesiologische

Intensivmedizin

� einen anspruchsvollen und vielseitigen Arbeitsplatz

� Förderung von Fortbildungsveranstaltungen und

� ����������������������

� einen attraktiven Standort zum Wohnen und

Arbeiten mit einem hohen Freizeitwert

� Möglichkeiten zur Kinderbetreuung sind in direkter

Ortanbindung an das Krankenhaus gegeben

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne die Chefärztin

der Klinik für Anästhesiologie, Frau Prof. Dr. med. P.

Saur, unter Telefon 04 51 / 5 85 - 13 50 oder per E-Mail

p.saur@sana-luebeck.de

Nähere Informationen zur Klinik erhalten Sie unter

www.sana-luebeck.de

Wir freuen uns über Ihre aussagefähige Bewerbung.

Sana Kliniken Lübeck GmbH

Kronsforder Allee 71-73 | 23560 Lübeck


Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Stellenangebot

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DRK-Krankenhaus

Mölln-Ratzeburg gGmbH

Personalabteilung

Röpersberg 2

23909 Ratzeburg

E-Mail:

kaessner@drk-krankenhaus.de

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Gutgehende, moderne Allgemeinmedizinpraxis

in

zentraler Lage mit guter

Verkehrsanbindung in

Hamburg abzugeben.

Abgabetermin zum 1.Quartal

2012, oder früher.

Chiffre 316

Praxisabgabe

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

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Raum Pinneberg für

- Ärztliche Psychotherapie

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im Raum Pinneberg,

südliches Niedersachsen

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Stellen- und

Gelegenheitsanzeigen

Fortbildung

Manuelle Medizin

in der Sport-REHA-Kiel

Weitere Informationen:

R.Schuran,

Tel.: 0431/241886

Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de

Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-693

Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net

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Schleswig Holstein, Nähe Hamburg) zu vermieten.

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vorhanden. Die Praxisfläche beträgt 150m² und befindet

sich im I. OG, ein Aufzug ist vorhanden.

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und im II. OG die Praxis einer Internistin.

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Vorstand

Präsident

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann

04551/803-124

franz-joseph.bartmann@aeksh.org

Vizepräsidentin

Dr. med. Hannelore Machnik

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Sekretariat

Patrizia Segler

04551/803-124, Fax 04551/803-180

vorstand@aeksh.org

Verantwortung/

Koordination Geschäftsführung

Hauptgeschäftsführer

Dr. med. Carsten Leffmann

carsten.leffmann@aeksh.org

Sekretariat

Janina Lohse

04551/803-125, Fax 04551/803-180

sekretariat@aeksh.org

Ärztliche Referentin, Qualitätssicherung

Dr. med. Uta Kunze, MPH

04551/803-165

uta.kunze@aeksh.org

Ärztliche Stellen nach RöV und StrlSchV

Cornelia Ubert

04551/803-104, aerztliche-stelle@aeksh.org

Gesundheitsziel Verringerung koronarer

Herzkrankheiten

Dr. oec. troph. Michael Lohmann

04551/803-247, michael.lohmann@aeksh.org

Deutsches IVF Register/DIR

Mirja Wendelken

04551/803-147

dir@aeksh.org

Beratende Kommission Sucht und Drogen

Dr. med. Uta Kunze, MPH

04551/9088180, aeksh@web.de

Vertrauensstelle Krebsregister

Leitung: Cornelia Ubert

krebsregister-sh@aeksh.org

Büroleitung: Andrea Ramm, Birgit Schwarz

04551/803-106, 04551/803-108

Ansprechpartner der Ärztekammer

Telefonverzeichnis

Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551/803-0, Fax -188,

E-Mail info@aeksh.org, Internet www.aeksh.de

Kaufmännische Angelegenheiten/

Allgemeine Verwaltung

Kaufmännischer Geschäftsführer

Karsten Brandstetter

04551/803-139

Beitrag

Tatjana Voß, Beate Steinleger, Yvonne Rieb

04551/803-555

kammerbeitrag@aeksh.org

Rechnungswesen

Sven Sager, Iris Strauß

04551/803-333, 04551/803-137

Ärzteverzeichnis

Büroleitung: Bärbel Dargel-Mikkelsen

04551/803-236, Fax 04551/803-220

mitglied@aeksh.org

EDV

Leitung: Wolfgang Dahncke

wolfgang.dahncke@aeksh.org

Büroleitung: Frank Kunert

04551/803-193, edv@aeksh.org

Zuständige Stelle MFA/OTA

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Dr. med. Uta Kunze, MPH

04551/803-165, evaluation@aeksh.org

Fachkundige Stelle BuS

Antje Gosch

04551/803-196, Fax 04551/803-222

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Lebendspende

Swetlana Befus, Jasmin Tüxen

04551/803-130, 04551/803-129

lebendspende@aeksh.org

Ausgabe 6 | Juni 2011 97


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Rechtsangelegenheiten

Justiziar: Hans-Peter Bayer

04551/803-133

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Ethikkommission

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Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

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Online-Redaktion

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Impressum

Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

Herausgeber: Ärztekammer Schleswig-Holstein

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Zuschriften redaktioneller Art bitte an:

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Ständige Mitarbeiter: Judith Eick,

Jörg Feldner, Uwe Groenewold,

Horst Kreussler.

Die Beiträge geben die Auffassung der

na ment lich ge nan n ten Autoren wie der,

die der Meinung der Redaktion nicht zu

entsprechen braucht. Hono ra re für Beiträge

wer den nicht gezahlt. Die Redaktion

muss sich das Recht vorbe halten,

98 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

über die Ver öffent lichung, aber auch die

Ge stal tung des Bei trages, einschließlich

kleiner re dak tioneller Ände run gen, zu

ent schei den. Ände run gen, die den Sinn

des Bei trages be tref fen, wer den mit dem

Autor abge stimmt. Die Redaktion freut

sich auch über unverlangt ein gesandte

Ma nuskripte und bittet um Verständnis,

dass um fang reiche Arbeiten aufgrund

des redak ti o nellen Konzepts nicht berücksichtigt

werden kön nen. Wenn aus

Gründen der Lesbarkeit die männliche

Form eines Wortes genutzt wird, ist hiermit

auch die weibliche Form gemeint.

Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen

Bei träge und Ab bil dungen sind urheberrechtlich

geschützt. Mit Ausnahme der

gesetzlich zu ge las senen Fälle ist eine

Verwertung ohne Ein willigung des Verlages

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Akademie für med. Fort- und Weiterbildung der

Ärztekammer Schleswig-Holstein

Akademie-Leitung: Dr. med. Henrik Herrmann

Geschäftsführerin: Helga Pecnik

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Edmund-Christiani-Seminar - Berufsbildungsstätte

der Ärztekammer Schleswig-Holstein

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volker.warneke@aeksh.org, ecs@aeksh.org

Gästehaus „Lohmühle“

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Rechtliche Angelegenheiten

Justitiarin: Uta Ufen-Brümmer

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Verlag, Anzeigenverwaltung und Vertrieb:

Quintessenz Verlags-GmbH, Komturstr. 18,

12099 Berlin, Telefon 030/76180663,

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Konto: Commerzbank AG Berlin, Kto.

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Literatur zum Artikel "Raucherentwöhnungstherapie gehört in die Arztpraxis", S. 52 ff.:

1. Doll R, Peto R, et al. Mortality in relation to smoking: 50 years observation on male Britisch

doctors. BMJ 2004; 328: 1519-1528

2. Hoch E, Muehlig S, Höfler M et al. (2004) How prevalent is smoking and nicotine dependence in

primary care in Germany? Addiction, 99, 1586-1598

3. Hoch E, Franke A, Sonntag H, et al. Raucherentwöhnung in der primärärztlichen Versorgung –

Chance oder Fiktion? Ergebnisse der „Smoking and Nicotine Dependance Awareness and

Screening (SNICAS)“-Studie. Suchtmed 2004, 6: 47-51

4. John U., Hanke M. Mortality attributable to tobacco smoking in German federal states.

Gesundheitswesen 2001: 63: 363-369

5. Leitfaden Prävention, Fassung vom 27. August 2010, GKV-Spitzenverband, Berlin

6. Mikrozensus 2009 – Fragen zur Gesundheit, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

7. Tabakatlas Deutschland 2009, 58-61, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Zurück zum Artikel Seite 52


Literaturverzeichnis zum Artikel "Qualitätsstandard zwingt den Arzt nicht zur

Standardbehandlung", S. 58 f.

1 Laufs/ Kern, Handbuch des Arztrechts, Verlag C.H. Beck. 4. Aufl. 2010, S. 664

2 OLG Düsseldorf VersR 1984, 643

3 BGH VersR 1992, 238

4 Steffen/Pauge Arzthaftungsrecht, RWS Verlag, 10. Aufl. 2006, S. 94

5 Bundesverfassungsgericht, Entscheidung vom 01.02.2011 – 1 BvR 2383/10

6 Kamps, MedR 2002,193,194

7 Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, RWS Verlag,10. Aufl. 2006, S. 78 ff

8 BGH VersR 1988,179

9 BGH VersR 1988,1982; OLG Frankfurt VersR 1998, 1378

10 Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, Verlag C.H. Beck, 6. Aufl. 2009, S. 79

11 BGH VersR 1985, 969

12 BGH VersR 1992, 240

13 OLG Oldenburg VersR 1989, 402

14 BGH MedR 2007,653

15 BGH VersR 1996,1224

16 OLG Düsseldorf VersR 1991,1176

17 Steffen/Pauge Arzthaftungsrecht, RWS Verlag, 10. Aufl. 2006, S. 95

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4


Literaturverzeichnis

zum Artikel "Vorteile von Kühl- und Herzkathetertherapie nach Kreislaufstillstand"

Hintergrundinformationen/Literatur:

1. Gräsner JT, Meybohm P, Fischer M, Bein B, Wnent J, Franz R, Zander J, Lemke H, Bahr J,

Jantzen T, Messelken M, Dorges V, Bottiger BW, Scholz J. A national resuscitation registry of outof-hospital

cardiac arrest in germany-a pilot study. Resuscitation. 2009;80:199-203

2. Gräsner JT, Messelken M, Fischer M, Jantzen T, Bahr J, Bottiger BW, Dorges V, Franz R, Gries

A, Krieter H, Schuttler J, Wnent J, Zander JF, Scholz J. [the dgai cpr registry - the datasets

"hospital care" and "long-term process"]. Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther.

2008;43:706-709

3. Gräsner JT, Meybohm P, Caliebe A, Bottiger BW, Wnent J, Messelken M, Jantzen T, Zeng T,

Strickmann B, Bohn A, Fischer H, Scholz J, Fischer M. Postresuscitation care with mild

therapeutichypothermia and coronary intervention after out-of-hospital cardiopulmonary

resuscitation: A prospective registry analysis. Crit Care. 2011;15:R61

4. Gräsner JT, Meybohm P, Lefering R, Wnent J, Bahr J, Messelken M, Jantzen T, Franz R, Scholz

J, Schleppers A, Bottiger BW, Bein B, Fischer M. Rosc after cardiac arrest--the raca score to

predict outcome after out-of-hospital cardiac arrest. Eur Heart J. 2011

5. Messelken M, Kehrberger E, Dirks B, Fischer M. The quality of emergency medical care in

badenwurttemberg (germany): Four years in focus. Dtsch Arztebl Int. 2010;107:523-530

6. Gräsner JT, Jantzen T, Messelken M, Wnent J, Bein B, Böttiger BW, Schuttler J, Schleppers A,

Scholz J, Fischer M. Plötzlicher Herztod und Reanimation. Anästh Intensivmed. 2010;51:66-74

7. Berdowski J, Berg RA, Tijssen JG, Koster RW. Global incidences of out-of-hospital cardiac

arrest and survival rates: Systematic review of 67 prospective studies. Resuscitation.

2010;81:1479-1487

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