25.03.2014 Aufrufe

Digitale Fotografie - Update So verdienen Sie mit Ihren Fotos Geld (Vorschau)

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

Expertentipps und –techniken: Werden <strong>Sie</strong> Profi<br />

THE ULTIMATE GUIDE<br />

<strong>Digitale</strong><br />

SLR<br />

4 192224 809906 02<br />

Deutschland:<br />

EUR 9,90<br />

Österreich:<br />

EUR 11,-<br />

Schweiz:<br />

CHF 19,-<br />

164<br />

SEITEN<br />

SO VERDIENEN SIE MIT IHREN FOTOS GELD<br />

Mit der richtigen<br />

Belichtung werden<br />

Ihre <strong>Fotos</strong> perfekt<br />

Tipps und Tricks<br />

für Einsteiger und<br />

professionelle<br />

Fotografen<br />

PHOTOSHOP LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE HOCHZEITSFOTOS SCHWARZ-WEISS-AUFNAHMEN


Willkommen<br />

Heut’ machen wir es einmal anders !<br />

„WILLKOMMEN ZUR MAI 2011-AUSGABE der<br />

<strong>Digitale</strong> SLR <strong>Fotografie</strong>. Sicher haben <strong>Sie</strong> alle diesen<br />

Monat viele <strong>Fotos</strong> gemacht und haben sich dabei an<br />

die goldenen Regeln der <strong>Fotografie</strong> gehalten, um<br />

noch bessere Aufnahmen zu machen. In dieser<br />

Ausgabe finden <strong>Sie</strong> viele Artikel, die auf den<br />

Grundlagen von Komposition und Beleuchtung<br />

aufbauen, um brilliante Aufnahmen zu machen. Wir<br />

zeigen Ihnen, wie man Kätzchen,<br />

Stimmungsaufnahmen und vieles mehr anfertigt.<br />

Unsere „Eine Stunde <strong>Fotografie</strong>“ bietet Ihnen Top-Hinweise, wie man urbane<br />

Aufnahmen macht, während Ihnen unser Beleuchtungsseminar zeigt, wie <strong>Sie</strong><br />

professionelle Studioportraits anfertigen. All diese Fähigkeiten erfordern zwar<br />

Kreativität und Geschick – indes sollte man dennoch einigen Regeln folgen,<br />

um erfolgreiche Resultate zu erzielen.<br />

In unserem Anfängerkurs haben wir uns mal von anarchischen Gedanken<br />

leiten lassen und auf ein paar grundlegende Regeln der Landschaftsfotografie<br />

verzichtet , nicht aber ohne Ihnen das nötige Handwerkszeug für<br />

atemberaubende Aufnahmen <strong>mit</strong> auf den Weg zu geben. Wir empfehlen<br />

Ihnen nicht, dass <strong>Sie</strong> all das, was <strong>Sie</strong> über die Erstellung von gescheiten<br />

Aufnahmen gelernt haben, außer Acht lassen sollen, aber möchten <strong>Sie</strong> daran<br />

erinern, dass der kreative Schaffensprozess von Erfindungsgabe und<br />

Experimenten geleitet ist. Während <strong>Sie</strong> also den grundlegenden Regeln der<br />

<strong>Fotografie</strong> folgen, sollten <strong>Sie</strong> auch offen für neue und weniger traditionelle<br />

<strong>Fotografie</strong>techniken zu sein.<br />

In manchlerlei Hinsicht bricht die diesen Monat getestete Panasonic Lumix<br />

GH2 neben der Canon EOS 550D <strong>mit</strong> den Konventionen. Obwohl <strong>Sie</strong> wie<br />

eine Digitalkamera ausschaut und dieselben Möglichkeiten <strong>mit</strong>samt einem<br />

nicht auswechselbaren Objektiv bietet, hat sie keinen Spiegel. Dieses Gerät<br />

stellt das neueste Modell auf dem Gebiet der Kompatksystem-oder auch<br />

Hybridkameras dar, die in unserem monatlichen Test <strong>mit</strong> einer der am besten<br />

verkauften Spiegelreflexkameras konkurriert.<br />

Hochzeitsfotografie kann sehr lukrativ sein, falls <strong>Sie</strong> richtig vorbereitet sind,<br />

wie unsere ausführliche Serie „<strong>Geld</strong> <strong>verdienen</strong>“ schildert. Da es wichtig ist,<br />

dass <strong>Sie</strong> für den Job richtige die Ausrüstung bezitzen, haben wir eine<br />

ausführliche Kaufberatung beigefügt. Diese Ausgabe hält noch viel mehr für<br />

<strong>Sie</strong> bereit inklusive umwerfenden Bildern von führenden Profis in Cutting Edge<br />

sowie einer Auswahl an brillianten Aufnahmen in Reader Showcase. Wir sind<br />

sicher, dass <strong>Sie</strong> viel Inspirierendes finden werden, sich weiterbilden können,<br />

um bessere Aufnahmen zu machen, und auch Unterhaltsames entdecken.<br />

Alles Gute.<br />

Daniel Lezano, Editor,<br />

Fotograf


THE ULTIMATE GUIDE<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE SONDERHEFT 2<br />

INHALT<br />

164<br />

SEITEN<br />

MIT TIPPS<br />

VON<br />

EXPERTEN<br />

006 Leserportfolio<br />

Ihre schönsten <strong>Fotos</strong><br />

031 Do it yourself<br />

032 Porträts<br />

039 Haselkätzchen<br />

042 Landschaftssilhouetten<br />

046 Computermuster<br />

048 Eindrucksvolle Perspektiven<br />

052 Dunkles Stillleben<br />

055 Lichtgemälde<br />

058 Leitfaden für Anfänger<br />

060 Kreative Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong><br />

068 Landschaftsfotos<br />

081 Das Ein-Stunden Foto<br />

099 Workshop Belichtung<br />

108 Photoshop<br />

121 Expertenrat<br />

122 Expertenkritik<br />

134 Fragen & Antworten<br />

147 Mit <strong>Fotografie</strong> <strong>Geld</strong> <strong>verdienen</strong><br />

155 Testlabor


IMPRESSUM<br />

REDAKTION<br />

Redakteurin: Julia Zwenger<br />

Textchef: Hagen Hellwig<br />

ART DIRECTOR<br />

Dean Mullock<br />

FINANZDIREKTOR<br />

Richard Layton<br />

Die in diesem Magazin artikulierten Meinungen,<br />

sind die Meinungen der jeweiligen Autoren und<br />

stimmen nicht zwingend <strong>mit</strong> der Meinung<br />

des Herausgebers, der Redaktion oder den<br />

Vertreibern dieses Magazins überein.<br />

DATENSCHUTZERKLÄRUNG<br />

Dieses MAGBOOKwird unter der Lizenz und <strong>mit</strong><br />

der Erlaubnis von © Dennis Publishing Li<strong>mit</strong>ed<br />

herausgegeben. Alle Rechte an Material, Titel<br />

und Marke dieses Magazins sind Eigentum von<br />

Dennis Publishing Li<strong>mit</strong>ed und dürfen weder<br />

im Ganzen noch teilweise ohne vorherige<br />

schriftliche Genehmigung reproduziert werden.<br />

HAFTUNG<br />

Das Heft wurde <strong>mit</strong> großer <strong>So</strong>rgfalt produziert.<br />

Der Verlag kann jedoch keine Haftung,<br />

Gewährleistung, Garantie oder Versicherung<br />

für Meinungen, Waren oder Dienstleistungen<br />

übernehmen, die in dieser Ausgabe veröffentlicht<br />

wurden. Der Herausgeber übernimmt keine<br />

Verantwortung für Inhalte von externen<br />

Webseiten, deren Adressen veröffentlicht<br />

werden.<br />

VERTRIEB:<br />

VU VERLAGSUNION KG<br />

AM KLINGENWEG 10<br />

65396 WALLUF<br />

TEL. + 49 612 3620 0<br />

NAME & REGISTRIERTES BÜRO:<br />

Ultimate Guide Media Ltd<br />

Argyle House<br />

1 Dee Road<br />

Richmond<br />

Surrey<br />

TW9 2JN<br />

Company No. 06965305<br />

HOMEPAGE:<br />

www.ultimateguide.de<br />

ABONNEMENTS & PRESSEVERTRIEB<br />

IPS Pressevertrieb GmbH<br />

Ultimate Guide Abo-Service<br />

Postfach 1331<br />

53340 Meckenheim<br />

E-MAIL: abo-ugm@ips-d.de<br />

Telefon: +49 22 25/70 85-362<br />

Telefax: +49 22 25/70 85-399<br />

Homepage www.ips-d.de<br />

LESERFRAGEN:<br />

Bitte schicken <strong>Sie</strong> Leseranfragen an<br />

enquiries@ultimateguide.de<br />

DRUCK UND BINDUNG:<br />

QuadWinkowski Sp. z o.o.<br />

ul. Okrzei 5, 64-920 Piła, Polen<br />

www.Quadwinkowski.pl<br />

Das Papier, auf dem<br />

dieses Magazin<br />

gedruckt ist, besteht aus<br />

umweltverträglichen Fasern.


IHRE BESTEN AUFNAHMEN<br />

Martin Davies<br />

> Alter: 38 > Beruf: Militärtechniker<br />

Kirche des Herrn: „Dies ist eine kleine Stadt, oben in den<br />

österreichischen Bergen, genannt Hallstatt. Meine Kamera war auf<br />

einem Stativ befestigt, und ich habe zwei Filter verwendet: Einen<br />

Hoya Pro 1 Zirkular Polfilter und einen S/W10+ Stop<br />

Neutraldichtefilter für längere Belichtungszeiten. Dies machte das Wasser<br />

sanfter und die Wolken fluffiger. Ich habe einen Fernauslöser verwendet sowie<br />

Langzeitbelichtung, bevor ich die Datei in ein s/w-Bild <strong>mit</strong> grünstich in<br />

Photoshop umgewandelt habe.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D MkII, EF 24-70mm f/2.8 L USM, Plus Filter<br />

Belichtung: 74 seconds at f/14 (ISO 100)


Leserfotos<br />

Martin Davies<br />

Oben: Holzsteg: „Aufgenommen während einer Kurzreise nach Rügen, einer kleinen<br />

Insel an der Nordküste Deutschlands während des <strong>So</strong>nnenunterganges bei -5 Grad<br />

C. Mit Photoshop habe ich das Bild angeglichen, sowie den Schnee <strong>mit</strong> dem<br />

Abwedler weißer gemacht. Mit Schatten und Schlaglichtern habe ich die Details der<br />

Holzgeländer verstärkt und hervorgehoben.“<br />

Links: Kugelmühle: „Um diese lange Belichtungszeit zu erzielen, habe ich eine<br />

kleine Blendenöffnung f/20 und einen geringen ISO von50 <strong>mit</strong> einem Cokin ND8<br />

(Z154)-Filter verwendet. Meine Kamera war auf einem Stativ befestigt und die<br />

Kamera im Handmodus. Mit LiveView habe ich die Aufnahme zusammengestellt.<br />

Mit dem Abwedler habe ich die dunklen Stellen aufgehellt und hervorgehoben.“<br />

Unten links: Farblandschaft: „Diese Landschaft habe ich <strong>mit</strong> einer Hoya Pro 1 <strong>mit</strong><br />

einem Neutraldichtefilter aufgenommen, um die Sättigung des Himmels<br />

hervorzuheben und die Wolken zu definieren. In der Nachproduktion habe ich<br />

<strong>mit</strong>tels Gradiationskurven die Farben aufgehellt.“<br />

Canon EOS 5D MkII <strong>mit</strong> EF 24-70mm f/2.8L & EF 17-40mm f/4L Linsen<br />

Belichtung: Kugelmühle: 30 Sekunden <strong>mit</strong> f/20 (ISO 50)<br />

Holzsteg: 40 Sekunden <strong>mit</strong> f/11 (ISO 50)<br />

Farblandschaft: 1/30 Sekunden <strong>mit</strong> f/11 (ISO 50)<br />

> Alter: 21 > Beruf: Student<br />

Wahrsager: „Die Idee für dieses Bild hatte ich einst zu später<br />

Stunde – eines der Dinge, die einem kurz vor dem Einschlafen<br />

einfallen. Ich habe über ein soziales Netzwerk einen Aufruf<br />

gestartet und einfach das beste Modell genommen. Diese<br />

Aufnahme entstand zu Hause in meinem Heimstudio <strong>mit</strong> einem roten<br />

Teppich als Hintergrund. Die Kleidung und die ‚Kristallkugel’ fand ich in<br />

einem Wohltätigkeitsladen. Ich habe lange nach Requisiten gesucht in<br />

diesen erstaunlich reichen Läden. Ich habe im Handbetrieb fotografiert,<br />

wobei das Bild <strong>mit</strong> einem Interfit X150-Blitz <strong>mit</strong> Lichtwanne<br />

aufgenommen wurde, der an der rechten Seite der Kamera in Kopfhöhe<br />

befestigt war. Mit Photoshop habe ich innerhalb von 20 Minuten die Haut<br />

des Models weicher gemacht. Mit Aufnahmen von Rauch habe ich den<br />

Rauch der Kristallkugel <strong>mit</strong>tels Ebenen eingefügt.“<br />

Nikon D90 <strong>mit</strong> AF-S 18-105mm f/3.5-5.6G Linse<br />

Belichtung: 1/125 Sekunden <strong>mit</strong> f/9 (ISO 100)<br />

www.jadephotography-online.com<br />

8 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Leserfotos<br />

10 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Wolfgang Peters<br />

> Alter: 45 > Beruf: Fahrlehrer<br />

Reh im Kornfeld: „Ich habe stets meine Kamera im<br />

Kofferraum dabei, falls mal eine günstige Gelegenheit kommt.<br />

Bei diesem Reh im Kornfeld war das eben genau der Fall. Ich<br />

hatte gerade eine Fahrstunde <strong>mit</strong> einem Fahrschüler beendet<br />

und war am wegfahren, als ich merkte, dass mich dieses Reh aus einem<br />

Feld beobachtet. Mir gelang es, am Rand <strong>mit</strong> der Hecke als Sichtschutz<br />

zu parken und mich in Position zu bringen. Der Lärm vom Wagen muss<br />

den Bock verschreckt haben, denn er schaute geradewegs in meine<br />

Linse und ich hatte gerade Zeit genug, um abzudrücken, bevor der Bock<br />

auf Nimmerwiedersehen im Feld verschwand. Ich habe das lange Ende<br />

meiner Sigma 170-500 mm Linse auf meiner Nikon D50 verwendet,<br />

was mir eine tolle Brennweite von 750 mm verschaffte. Es war ein<br />

Mittsommertag, und der goldene Schimmer des Kornes war einfach<br />

wunderschön. Am unteren Bildrand kann man sehen, dass das Korn<br />

zwar im Winde weht, aber die Weichheit entstand auch durch die<br />

geringe Tiefenschärfe. Aber eigentlich macht der eine Mohn neben dem<br />

Reh das Bild erst aus. Mit Photoshop habe ich die Gradationskurven<br />

angepasst und das Bild leicht schärfer gemacht. Mit dem<br />

Freistellwerkzeug habe ich das Reh auf die Drittelschnittlinie gebracht<br />

und die vom Reh ablenkenden Anteile am oberen Bildrand<br />

abgeschnitten.“<br />

Nikon D50 <strong>mit</strong> Sigma 170-500mm f/5-6.3 APO Linse<br />

Belichtung: 1/640 Sekunden <strong>mit</strong> f/6.3 (ISO 200)<br />

Mari Owen<br />

> Alter: 51 > Beruf: Fotograf<br />

www.mariowenphotography.com<br />

Seeaufnahmen: „Ich liebe Gezeitentümpel, laufe gerne den Strand<br />

entlang und mache Aufnahmen bei <strong>So</strong>nnenuntergang. Ein paar meiner<br />

Bilder verkaufe ich ein einem nahegelegenen Pub. In der Nähe kann man<br />

heiraten, und diese Leute lieben eine Momentaufnahme der Gegend.“<br />

Oben: Nash Point: „Ich muss über die Jahre hunderte an <strong>Fotos</strong> von Nash Point<br />

geschossen haben. Dieses Bild habe ich an einem kalten Januarmorgen um halb<br />

fünf gemacht. Die Felsen sehen schroff und urzeitlich aus. Ich hab vesucht, sie ganz<br />

auf dem Bild einzufangen. Ich hab mein Stativ beim Wasser aufgestellt, <strong>mit</strong> der<br />

Hand geschossen und einen 0.9ND-Grauverlauffilter <strong>mit</strong> einer f/22-Blende<br />

verwendet und eine langsame Verschlusszeit von 1/8 sek. (ISO 50) angewandt. Die<br />

langsame Belichtung hat dem Wasser erlaubt, über die Felsen zu spülen. Danach<br />

habe ich die Farben <strong>mit</strong> dem Abwedler gesättigt um den Kontrast der Felsen zu<br />

stärken.“<br />

Oben links: <strong>So</strong>utherndown <strong>So</strong>nnenuntergang: „Mit so vielen Gezeitentümpeln und<br />

Reflektionen wäre es verrückt, sie nicht <strong>mit</strong> drauf zu haben. Also habe ich meinen<br />

treuen 0.9-Neutraldichtefilter verwendet, um die Belichtung zu balancieren. Ich<br />

liebe es, wie der weiche Himmel <strong>mit</strong> den harten Felsen kontrastiert und in den<br />

Gezeitentümpel versinkt. Ich begutachte meine Bilder immer <strong>mit</strong> Lightroom, bevor<br />

ich Änderungen in Photoshop vornehme. Zu viele Nachbearbeitungen verändern die<br />

Originalität eines <strong>Fotos</strong> allerdings zu sehr, denke ich.“<br />

Nash Point: Canon EOS 5D <strong>mit</strong> 17-40mm f/4L Linse. Belichtung: 1/8 <strong>mit</strong> f/22<br />

(ISO 50). <strong>So</strong>utherndown <strong>So</strong>nnenuntergang: Canon EOS 40D <strong>mit</strong> EF 10-20mm<br />

f/3.5-4.5 Linse. Belichtung: Vier Sekunden <strong>mit</strong> f/22 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 11


Leserfotos<br />

12 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Les Forrester Henrik Kjeldsen www.andre-photography.org<br />

> Alter: 59 > Beruf: Garantie Sachbearbeiter > Alter: 44 > Beruf: Busfahrer<br />

Die letzten Lichter: „Ich studiere kommerzielle <strong>Fotografie</strong> nebenher,<br />

daher habe ich einen Kurztrip nach London als Möglichkeit gesehen, ein<br />

paar Aufnahmen in der Dämmerung zu machen. Als ich an der <strong>So</strong>uth Bank<br />

ankam, waren die Bedingen nicht wirklich ideal. Es war leicht wolkig über<br />

St. Pauls, während sich direkt hinter mir ein schöner <strong>So</strong>nnenuntergang entwickelte<br />

– typisch! Ich lief also am Ufer auf und ab um die beste Stelle für eine Aufnahme zu<br />

finden, bis ich zufrieden war und mein Stativ in Stellung brachte. Ich verwendete<br />

einen Lee Big Stopper-Filter bei einer 90 Sekunden-Belichtung, um die Themse<br />

weicher draufzukriegen. Die Leute fragten mich was ich mache – ich glaube, die<br />

dachten, ich bin ein Profi. Kurz bevor es dämmerte, brach ein Lichtstrahl durch die<br />

Wolken und fiel auf die Gebäude der gegenüberliegende Uferseite – es hätte kein<br />

besserer Zeitpunkt sein können! In Photohop habe ich das Bild <strong>mit</strong> der<br />

Verlaufsumsetzung monochrom gemacht und bin glücklich <strong>mit</strong> dem Resultat.“<br />

Canon EOS 5D MkII <strong>mit</strong> EF 17-40mm f/4L Linse<br />

Belichtung: 90 Sekunden <strong>mit</strong> f/16 (ISO 100)<br />

Forst: „Dieses Bild nahm ich in einem Wald ca. zwei Kilometer von meinem<br />

Heimatort Olsted, Dänemark, auf. Ich war dort schon häufiger, aber ich bin nochmal<br />

an jene Stelle zurückgekehrt, um eine Aufnahme zu machen, die die Farbgebung und<br />

Atmoshäre eines HDR-Bildes hat. Es war ziemlich sonnig an dem Tage, also habe ich<br />

versucht, die Filmempfindlichkeit gering zu halten, um soviel Rauschen wie moglich zu<br />

vermeiden. Das kann zu einem Problem werden, wenn man später die Aufnahmen<br />

zusammensetzt. Da es recht windig war, schraubte ich die Kamera auf einen Dreifuß und schoss<br />

<strong>mit</strong> der Hand. Da<strong>mit</strong> der Himmel nicht so überbelichtet ist, nahm ich einen Schneider<br />

Kreuznach-Neutraldichtefilter und schaltete auf manuellen Fokus, um die Aufnahme so scharf<br />

wie möglich zu machen. Nachdem ich ungefähr 20 Bilder hatte, wählte ich das beste aus,<br />

öffnete es in Adobe Camera Raw und glättete es. Zudem passte ich die Helligkeit, den Kontrast<br />

und Belichtung an, um die Farben eher rausspringen zu lassen. Mit einem Effekt in Paint Shop<br />

Pro X2 habe ich dann dem Wasser etwas Unschärfe gegeben.“<br />

Canon EOS 450D <strong>mit</strong> EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS Linse<br />

Belichtung: 1/30 Sekunden <strong>mit</strong> f/3.5 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 13


Jo Wimbush<br />

> Alter: 49 > Beruf: Maler und Dekorateur<br />

http://jowimbush.foliopic.com<br />

Familien-Portrait: „Meine Tochter ist ein widerwilliges Mannequin,<br />

aber anlässlich meines Geburtstages ließ sie mich dieses Portrait<br />

machen. Es wurde in meinem Vorzimmer gemacht <strong>mit</strong> einem<br />

Interfit-Blitzaufsatz und einer Lichtwanne darüber. Der Winkel war<br />

so ausgerichtet, dass der Reflektor das Licht auf das Kinn und den Hals<br />

übertrug. Ich wollte den Look der Sechziger einfangen, und <strong>mit</strong> ihrer Pose<br />

und dem Haar sowie der Kleidung ist mir das gelungen. Ich habe einen<br />

rissigen Farbhintergrund <strong>mit</strong> Photoshop hinzugefügt. Als Maler sehe ich viele<br />

rissige Wände und habe daher stets meine Kamera zur Hand, um sie zu<br />

knipsen.“<br />

Canon EOS 20D <strong>mit</strong> EF-S 18-55mm f/3.5-5.6<br />

Belichtung: 1/200 Sekunden <strong>mit</strong> f/8 (ISO 100)


Leserfotos<br />

Jo Wimbush<br />

Mädchen <strong>mit</strong> den Gänsen: „Dieses Portrait ist einer der Freunde meiner Tochter,<br />

genannt Hayley. Ich liebe Portraits, und sie war mehr als bereit, sich den Zylinder<br />

aufzusetzen und sich abgehoben und ländlich anzuziehen. <strong>Sie</strong> sah fast so aus wie jemand<br />

auf einer Fuchsjagd. Ich habe einen einzelnen Interfit-Blitzkopf <strong>mit</strong> Lichtwanne zu ihrer<br />

rechten positioniert sowie einen weissen Reflektor zu ihrer linken, um das Licht auf ihr<br />

Antlitz zurückzureflektieren. Ich wollte das ländliche Thema noch etwas weiter treiben, und<br />

so habe ich einigen Gänse-<strong>Fotos</strong> aus Schottland bearbeitet. Dies habe ich <strong>mit</strong> den Ebenen<br />

in Photoshop Elements gemacht. Zudem habe ich noch etwas Schilf beigefügt, um es<br />

aussehen zu lassen, als wenn es draußen geknipst wäre, obwohl es in meinem Vorzimmer<br />

aufgenommen wurde.“<br />

Canon EOS 20D <strong>mit</strong> EF-S 18-55mm f/3.5-5.6<br />

Belichtung: 1/200 Sekunden <strong>mit</strong> f/7.1 (ISO 100)<br />

Drew Buckley<br />

www.drewbuckleyphotography.com<br />

> Alter: 25 > Beruf: Fotograf<br />

Landschafts-Portfolio. Rechts: Garn Fawr: „Dies habe ich an<br />

einem bitterkalten und windigen Tag aufgenommen – ich musste das Stativ<br />

auf dem Boden feshalten. Ich habe eine Portraitlandschaft ausgesucht, weil<br />

es besser zum Bild passt, wenn die Umrisse der Felsen das Auge des<br />

Betrachters zur entfernten <strong>So</strong>nne führen. Ich habe zudem einen ND-Filter verwandt,<br />

um etwas Bewegung in die Wolken zu bringen.“<br />

Gegenüber oben rechts: Blackrock Cottage: „Ich habe dieses Bild im Urlaub in<br />

Schottland letzten Herbst aufgenommen. Die Straße nach Glencö führt durch ein<br />

Tal, und dieser Ort war zu schön, um nicht fotografiert zu werden. Es wehte nicht<br />

das leiseste Lüftchen, das Gras bewegte sich nicht, und <strong>mit</strong> ND-Filtern, um den<br />

Himmel abzudunkeln, schoss ich <strong>mit</strong> der Hand im RAW-Modus. Mit Photoshop<br />

fügte ich etwas Kontrast hinzu und verringerte die Sättigung.“<br />

Oben rechts: Coetan Arthur Ramsey: „Der Fels auf der rechten Seite ist eigentlich<br />

eine Grabkammer. Es ist eine Touristenattraktion in Pembrokeshire, daher schoss ich<br />

das Foto in dem Bewusstsein, dass es sich gut auf meiner Webseite macht. Das Bild<br />

brauchte kaum Nachbearbeitung, nur ein wenig Schärfe.“<br />

Canon EOS 5D MkII <strong>mit</strong> EF 17-40mm f/4L Linse<br />

Belichtung: Garn Fawr: 0.8 Sekunden <strong>mit</strong> f/22 (ISO 100); Blackrock Cottage: 1/13<br />

Sekunden <strong>mit</strong> f/13 (ISO 100); Coetan: Eine Sekunde <strong>mit</strong> f/11 (ISO 200)<br />

16 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 17


Leserfotos<br />

18 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Roman Gröbmer<br />

> Alter: 29 > Beruf: Buchhalter<br />

Stillleben. Oben: Blume: „Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum ich<br />

dieses Foto gemacht habe. Ich hatte gerade ein <strong>So</strong>ny SAL 100mm f/2.8 Macro, und<br />

mich juckte es, das Objektiv auszuprobieren. Die Blume wurde auf einem Balkon<br />

aufgenommen, und die Kacheln gaben einen netten und neutralen Hintergrund. Die<br />

Abendsonne bot warmes und weiches Licht, ohne dabei harte Schatten zu werfen. Mit dem<br />

manuellen Fokus habe ich die Komposition angepasst, um die Spitzen der Blätter in den<br />

Mittelpunkt des Bildes zu setzen.“ Rechts: Wassertröpfchen: „Für dieses Bild verwendete ich<br />

ein Infusionbesteck, eines von der <strong>So</strong>rte die man in einem Chemielabor findet. Das<br />

Infusionsbesteck kontrolliert die Tropfgeschwindigkeit was perfekt ist, wenn man solche<br />

Aufnahmen macht. Mit meinem HVL-F42AM Blitzgerät fing ich die Tropfen ein. Aber anstelle<br />

<strong>mit</strong> einem direkten Blitz zu arbeiten, habe ich das Licht von ein paar Styropor-Blöcken<br />

reflektieren lassen, um es weicher erscheinen zu lassen. Den richtigen Zeitpunkt zu erwischen,<br />

war ziemlich schwierig, aber nach vielen Versuchen schaffte ich es schließlich, die richtige<br />

Aufnahme zu machen.“<br />

<strong>So</strong>ny Alpha 700 <strong>mit</strong> SAL 100mm f/2.8 und SAL 70-200mm f/2.8 Linsen<br />

Belichtung: Blume: 1/1000 Sekunden <strong>mit</strong> f/2.8 (ISO 100); Wassertröpchen: 1/200 Sekunden<br />

<strong>mit</strong> f/6.7 (ISO 100)<br />

Neil Gow<br />

> Alter: 29 > Beruf: Ingenieur<br />

www.signs4silence.com<br />

www.impactcapture.com<br />

Reise Sammlung. Oben links: Strand Spaziergang: „In Teneriffa kurz<br />

vor <strong>So</strong>nnuntergang aufgenommen. Das Wasser trat zurück und ließ einen<br />

wunderschönen Schimmer zurück, der sich durch das Bild wandte. Ich richtete die<br />

Kamera auf den Strand, welcher das Pärchen in Shilouetten verwandelte und<br />

fotografierte <strong>mit</strong> schneller Verschlusszeit, um Verwackelugen auszuschließen.“<br />

Links außen: Colony Hotel: „Ich wusste, ich wollte das fotografiert haben, noch bevor ich<br />

England verließ. Es wurde an der Seestrasse in Miami aufgenommen. Obgleich ich<br />

verschiedene Winkel versuchte, ist dies mein liebstes. Es bricht zwar die Drittel-Regel, aber ich<br />

liebe das Schild in der Mitte und die Neonlichter.“<br />

Links: Los Angeles: „Ich habe Tage da<strong>mit</strong> zugebracht, die beste Perspektive für LAs Skyline<br />

<strong>mit</strong> dem Verkehrslichtern zu finden. Dieses Bild wurde auf dem Mulholland Drive<br />

aufgenommen. Dazu verwendete ich ein Stativ und einen Fernauslöser, um keine Unschärfen<br />

reinzukriegen.“<br />

Canon EOS 350D <strong>mit</strong> EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 & EF 70-300mm Linsen<br />

Beleuchtungen: Strand Spaziergang: 1/60 Sekunden <strong>mit</strong> f/6.3 (ISO 200); Colony Hotel: 1.6<br />

Sekunden <strong>mit</strong> f/11 (ISO 100); Los Angeles: 30 Sekunden <strong>mit</strong> f/18 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 19


Simon Morris<br />

> Alter: 43 > Beruf: Krankenpfleger für psychisch Kranke<br />

Portraits aus Indien. Links: Der Stammesmann: „Ich war in Indien in<br />

einem Gebiet genannt Bundi. Um die Touristenströme zu vermeiden, fuhr ich<br />

zur Altstadt, die sich mir zeitlos darbot. Als ich so herumspazierte, traf ich auf<br />

einen alten Herrn, der dort saß und Tee trank. Ich fragte, ob ich eine Aufnahme<br />

machen könnte. In der Regel fotografiere ich alles <strong>mit</strong> Zeitautomatik. Er war sehr erfreut,<br />

dass ich ihn k nipsen wollte. Der Rauch seiner Zigarette steuerte der Atmosphäre des<br />

Bildes noch bei, und die natürliche Nach<strong>mit</strong>tagssonne war mehr als ausreichend.<br />

Während der Nachbearbeitung verstärkte ich den Kontrast und die Sättigung <strong>mit</strong>tels der<br />

Graduationskurven.“<br />

Oben: Mono Chai. „Chai bedeutet Tee in Indien, und ich machte diese Aufnahme als ich<br />

<strong>mit</strong> einem Tee auf dem Markt eine Pause einlegte. Dort war recht wenig Licht, und so<br />

benutzte ich ein Einbeinstativ und erhöhte den ISO auf 400. Für die Nachproduktion<br />

nahm ich Nik Silver FX,um das Bild <strong>mit</strong>tels der Filter zu monochromen.“<br />

Rechts: Der verliebte Blick: „Der Titel ist eigentlich ein Witz, da der Kerl so schaut, als<br />

wenn er mich töten wolle. Warscheinlich <strong>mit</strong> dem Schwert im Hintergrund. Aber in echt<br />

war er nett und zugänglich. Wie die anderen Bilder war jenes <strong>mit</strong> meiner Fuji S5<br />

aufgenommen. Einer der Gründe, warum ich diese Kamera gekauft habe, waren die<br />

Farbtöne ,die der Bildsensor einfängt, und ich denke, dieses Bild zeigt das nur allzu<br />

deutlich. Da es in Indien sehr staubig ist, musste ich die Linse <strong>mit</strong> einem Lappen ständig<br />

sauber machen.“<br />

Fuji Finepix S5 Pro, <strong>mit</strong> Nikon 28-70mm f/2.8 Linse<br />

Beleuchtung: Der Stammesmann: 1/290 Sekunden <strong>mit</strong> f/5 (ISO 250); Mono Chai:<br />

1/80 <strong>mit</strong> f/5.6 (ISO 400); Der verliebte Blick: 1/750 <strong>mit</strong> f/2.8 (ISO 320)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 21


Leserfotos<br />

IHRE BESTEN AUFNAHMEN<br />

Matt Whorlow<br />

> Alter: 35 > Beruf: Informatiker<br />

Bantham: „Dieser Strand befindet sich südlich von Devon, und das Bild<br />

wurde Ende November aufgenommen. Die Jahreszeit spielt eine große Rolle<br />

in diesem Bild, da die Position der <strong>So</strong>nnenuntergänge sich über das Jahr<br />

ändert, wobei sich der Winter am besten für eine Aufnahme eignet. Meine<br />

Kamera war auf einem Stativ befestigt, und aufgrund des großen Unterschieds<br />

hinsichtlich der Belichtung zwischen dem <strong>So</strong>nnenuntergang und dem Strand<br />

musste ich die Verlaufsfilter verdoppeln. Der Vordergrund wird durch die Kieselsteine<br />

am Strand aufgelockert.“<br />

Canon EOS 5D Mark II <strong>mit</strong> EF 17-40 mm f/4 Objektiv, 0,9 & 0,6 ND-Verlaufsfilter<br />

Belichtung: 2 Sekunden bei f/16 (ISO 50)


Leserfotos<br />

24 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Matt Whorlow<br />

Landschafts-Portfolio: Oben: Saddle Tor. „Dartmoor war für mich der perfekte Ort für<br />

diese Aufnahme. Ich ging drei Tage hintereinander bei Dämmerung dort hin und traf auf nichts<br />

als Nebel. Am vierten Tag kam ich bei <strong>So</strong>nnenuntergang, und obwohl es regnete, gab es eine<br />

Regenpause, in der diese Aufnahme entstand. Ich brauchte sie nur wenig nachbearbeiten, da<br />

es September und das Gras in seiner Farbintensität sehr kräftig war. Ich machte eine Reihe von<br />

Bildern und fing die Lichtstrahlen ein, wie sie durch die Bäume schienen“.<br />

Links außen: St Michael’s Mount. „Auf diese Aufnahme hatte ich Jahre gewartet. Bei<br />

<strong>So</strong>nnenuntergang befindet sich das Licht hinter den Bergen, die vom Licht umrissen werden.<br />

Also ging ich bei Tagesanbruch, um ein Bild davon zu schießen, wie die <strong>So</strong>nnenstrahlen langsam<br />

das Pflaster erhellen. Ich hatte mich zuvor über die Gezeiten erkundigt, doch als ich ankam, war<br />

dort immer noch viel Wasser. Glücklicherweise ging das Wasser schnell zurück. <strong>So</strong> konnte ich<br />

einen 0,9 ND-Verlaufsfilter verwenden und diese Aufnahme erstellen. Dieses wunderbar goldene<br />

Licht verschwindet nach wenigen Augenblicken. Wenn man nur 5 Minuten später zurückkommt,<br />

erscheint der Weg grau. Ich verkaufe diese Bilder in Geschäften und über das Internet, und<br />

dieses hier ist das beliebteste.“<br />

Links: Godrevy. „Dies ist ein weiterer berühmter Platz an der Süd-West-Küste. Ich verwendete den<br />

Blendenprioritätsmodus und schoss im Raw-Format. Ich verwendete auch hier wieder den 0,9<br />

ND-Verlaufsfilter, um die unterschiedliche Belichtung von Himmel und Vordergrund auszugleichen.“<br />

Canon EOS 5D Mark II <strong>mit</strong> 17-40 mm f/4 L und 24-105 mm f/4 L Objektiv<br />

Belichtung: Saddle Tor: 1,3 Sekunden bei f/16 (ISO 100); St Michael’s Mount: 1/4 Sekunde<br />

bei f/16 (ISO 100); Godrevy: 1/2 Sekunde bei f/16 (ISO 50)<br />

James Skilling<br />

> Alter: 19 > Beruf: Student<br />

www.flickr.com/j_sphotography<br />

Portrait portfolio: Oben: Bardame. „Dieses Bild entstand als Teil eines Projekts<br />

– das Thema handelte von Bardamen, aber <strong>mit</strong> einem glamourösen und provokativen<br />

Touch. Ich entschied mich für eine geringe Schärfentiefe, da ich wusste, dass die<br />

farbigen Flaschen im Hintergrund einen tollen Bokeh-Effekt erzielen würden. Für die<br />

Beleuchtung nahm ich zwei Blitzgeräte von Canon, die aus der Ferne ausgelöst wurden, und<br />

Schirme, um das Licht weicher zu machen.“<br />

Oben links: Kooperationsprojekt. „Das Bild wurde im Rahmen eines anderen Projekts<br />

aufgenommen, bei dem ich <strong>mit</strong> einem Visagisten zusammenarbeitete. Für die Beleuchtung<br />

verwendete ich einen einzelnen Studioblitz von Bowens und positionierte diesen zusammen<br />

<strong>mit</strong> einer <strong>So</strong>ftbox rechts neben der Kamera. In der Nachbearbeitung fügte ich Kontrast und<br />

Farbsättigung hinzu, um dem Bild den extra Kick zu verleihen.“<br />

Oben rechts: Entscheidungen. „Gerade hatte ich ein Canon 50 mm f/1,4 Objektiv gekauft und konnte es<br />

kaum erwarten, es auszuprobieren. Ich befestigte meine Kamera auf einem Stativ und brachte eine<br />

Funkfernbedienung an, um das Selbstportrait aufnehmen zu können. Die Aufnahme dauerte weniger als<br />

5 Minuten. Zum Schluss konvertierte ich das Bild in schwarzweiß.“<br />

Canon EOS 5D MkII <strong>mit</strong> EF 50mm f/1.4 Objektiv<br />

Belichtung: Bardame: 1/30 Sekunde bei f/2.5 (ISO 100); Kooperationsprojekt: 1/200 Sekunde bei f/5.6<br />

(ISO 100); Entscheidungen: 1/100 Sekunde bei f/1.6 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 25


Leserfotos<br />

Julia Dresch<br />

> Alter: 24 > Beruf: Grafikerin<br />

Portraits: Oben: Marvin. „Dieses <strong>Fotos</strong>hooting war mein erstes <strong>mit</strong> einem<br />

männlichen Model und entstand ziemlich spontan. Wir mussten improvisieren, da es<br />

regnete, und machten deshalb ein paar Aufnahmen in einem nahegelegenen<br />

Bahnhof. Für die Aufnahmen verwendete ich den Blendenprioritätsmodus und wählte<br />

eine Blendeneinstellung von f/4.5, um so das Model mehr in Szene zu rücken. Aufgrund des<br />

bedeckten Wetters verwendete ich einen ISO-Wert von 400. Mit Photoshop retuschierte ich die<br />

Haut und stellte das Bild schärfer.“<br />

Links: Sabrina. „Das war eine meiner ersten Sessions <strong>mit</strong> meiner neuen Canon EOS 5D<br />

Mark II. Sabrina ist ein wunderschönes und natürliches Mädchen, also dachte ich mir etwas<br />

aus, was zu ihrer Persönlichkeit passte. <strong>Sie</strong> ist ein sehr erfahrenes Model, und so nahm ich<br />

sie <strong>mit</strong> in den örtlichen botanischen Garten in der Hoffnung auf blumenreiche Bilder. Da es<br />

Frühling war und die <strong>So</strong>nne hell schien, mussten wir die Bilder im Schatten schießen, um ein<br />

gleichmäßigeres Licht zu bekommen. Ich liebe einen hellen Hintergrund, um meine Models<br />

hervorstechen zu lassen, und eine weit geöffnete Blende, um den Hintergrund unscharf zu<br />

machen. Ich bevorzuge den manuellen Modus, da ich so mehr Kontrolle über die Einstellungen<br />

habe, und schieße immer in Raw.<br />

Obwohl ich es normalerweise vorziehe, den richtigen Weißabgleich direkt <strong>mit</strong> der Kamera zu erzeugen,<br />

verwendete ich für die Nachbearbeitung den Raw-Konverter, um die Belichtung und den Weißabgleich<br />

zu optimieren.“<br />

Canon EOS 350D & EOS 5D Mark II <strong>mit</strong> 18-55 mm und 24-105 mm f/4 L Objektiv<br />

Belichtung: Marvin: 1/200 Sekunden bei f/4.5 (ISO 400); Sabrina: 1/100 Sekunden bei f/4 (ISO 250)<br />

George Johnson<br />

> Alter: 39 > Beruf: IT-Experte<br />

Vorbei an...: „Ich wollte ein dramatisches Bild einfangen. Als ich an den<br />

Steg bei Ullswater in Cumbria kam, entschied ich mich, das Bild <strong>mit</strong><br />

meinem Ultraweitwinkel-Objektiv zu schießen. Das 10-20-Millimeter-<br />

Objektiv streckte den Steg, der eigentlich nur knapp 20 Meter lang war, und<br />

verlieh der Aussicht mehr Tiefe. Einige Betrachter des Bildes sagten, ich hätte das<br />

Wasser <strong>mit</strong>tels eines ND-Filters unscharf machen sollen, doch ich wollte etwas<br />

Ausdrucksstarkes und Bewegtes, um der Idee vom Überqueren des Wassers mehr<br />

Dramatik zu verleihen. Später konvertierte ich das Bild <strong>mit</strong> der Silver Efex-<strong>So</strong>ftware<br />

in schwarzweiß – ich muss sagen, es ist ein tolles Werkzeug, und <strong>mit</strong> der <strong>So</strong>ftware<br />

konnte ich eine kontrastreiche Konvertierung erreichen, die die Körnung des<br />

Holzstegs hervorhob. Mit Photoshop machte ich außerdem das Wasser dunkler.<br />

Hierfür nutzte ich das Nachbelichter-Werkzeug, um es düsterer wirken zu lassen,<br />

und das Kopier-Werkzeug, um im Hintergrund des Bildausschnittes die Berge in<br />

etwas mehr Nebel zu hüllen.“<br />

Kamera: Canon EOS 550D <strong>mit</strong> Sigma 10-20 mm f/3.5 EX HSM Objektiv<br />

Belichtung: 1/30 Sekunden bei f/18 (ISO 320)<br />

26 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Leserfotos<br />

Graham Custance<br />

www.grahamcustance.com<br />

> Alter: 48 > Beruf: Wartungstechniker<br />

Brambles Chine: „Dieser Strand war nahe meiner Unterkunft auf der<br />

Isle of Wight. Als die <strong>So</strong>nne langsam unterging und der Himmel schön war,<br />

schnappte ich mir meine Kamera und beschloss, ein paar <strong>Fotos</strong> zu<br />

schießen. Ich stellte mein Stativ ziemlich niedrig, so dass ich die<br />

Wildblumen im Vordergrund des Bildes hatte. Es war ein sehr windstiller Tag, und<br />

obwohl ich eine lange Verschlusszeit wählte, war keinerlei Bewegung in den Blumen<br />

zu sehen – und ich hatte Glück, sogar ein paar Fischer am Ufer abzulichten. Mit<br />

einem LEE 0,6 ND-Verlaufsfilter glich ich den Vordergrund und den Himmel aus und<br />

stellte den Himmel schärfer. Ich verwendete den manuellen Modus und schoss das<br />

Foto in Raw. Bei der Nachbearbeitung verbesserte ich die Farbintensität ein wenig<br />

und optimierte die Bildschärfe, bevor ich es als JPEG speicherte.“<br />

Canon EOS 450D <strong>mit</strong> Tamron 10-24 mm Objektiv, LEE 0,6 ND-Verlaufsfilter<br />

Belichtung: 1/25 Sekunden bei f/16 (ISO 100)<br />

Sebastian Wuttke<br />

> Alter: 28 > Beruf: Veranstaltungsplaner<br />

www.sebastianwuttke.com<br />

Lichtermeer: Valencia: „Auf meiner jüngsten Reise durch Spanien<br />

verbrachten wir zwei Nächte in Valencia. Wir besuchten das<br />

Wissenschaftsmuseum, und ich war von der Architektur begeistert.<br />

Tagsüber liefen wir umher, und ich hielt Ausschau nach ein paar netten<br />

Plätzen für Nachtaufnahmen. Als wir am Abend zurückkamen, ging ich auf direktem<br />

Weg zu diesem ganz besonderen Ort. Die Brücke heißt ‚Puente de Monteolivete‘. Ich<br />

befestigte meine Kamera auf dem Stativ, um sämtliches Wackeln auszuschalten. Ich<br />

verwendete einen zirkularen Polfilter, denn obwohl es dunkel war, verbesserte der<br />

Filter die Reflexion des Wassers. Als ich wieder nach Hause kam, konvertierte ich<br />

das Foto <strong>mit</strong>tels Photoshop in schwarzweiß und optimierte den Kontrast. Ich bin<br />

sehr zufrieden <strong>mit</strong> dem Endergebnis.“<br />

Canon EOS 20D <strong>mit</strong> Sigma 10-20 mm f/4-5.6 Objektiv<br />

Belichtung: 1/14 Sekunden bei f/5.6 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 29


GUT AUSSEHEN, GUT FÜHLEN<br />

Deutschland<br />

www.mensfitness.de<br />

3,90 EUR<br />

Luxemburg<br />

4,50 EUR<br />

Österreich<br />

4,50 EUR<br />

Schweiz<br />

7,60 CHF<br />

Fitness Sport Ernährung Lifestyle Abenteuer<br />

GUT AUSSEHEN, GUT FÜHLEN • AUSGABE 07/2011<br />

WERDEN SIE<br />

IHR FETT LOS<br />

JETZT GEHT’S LOS!<br />

ASHTON<br />

KUTCHER’S<br />

PROMI FITNESS-<br />

FORMEL<br />

5 KG<br />

REINE<br />

MUSKELN<br />

6 WOCHEN<br />

IN NUR<br />

WOCHEN<br />

KETTLEBELL<br />

DAS MEISTER-TRAINING<br />

KROKODIL-BURGER, DER HERR? EXOTISCHES ESSEN FÜR MEHR MUSKELN<br />

Ausgabe 07/2011<br />

DEN FRAUEN<br />

GEFALLEN<br />

MACHT<br />

TESTOSTERON<br />

ATTRAKTIV?<br />

TOP<br />

SIXPACK<br />

AUCH OHNE SIT<br />

UPS<br />

ABENTEUER<br />

TRIP FÜR SIE!<br />

DURCH DIE WÜSTE GOBI<br />

OVER.indd 1<br />

JETZT IM HANDEL<br />

Bei allen guten Zeitschriftenhändlern


Outdoor >Zuhause >Portraits >Kreative Projekt<br />

WIE SIE IHR FOTOGRAFISCHES KÖNNEN VERBESSERN<br />

Nr. 1<br />

RATSCHLÄGE &<br />

TECHNIKEN FÜR DEN<br />

UMGANG MIT DIGITALEN<br />

SPIEGELREFLEXKAMERAS<br />

Mit unserem führenden Ratgeber für digitale Spiegelreflexfotografie gehen Ihnen<br />

niemals die Ideen und die Inspiration für Ihre nächste fotografische Herausforderung<br />

aus. Jeden Monat zeigt Ihnen unser engagiertes Team, wie <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> ein wenig<br />

Vorbereitung und Kreativität t atemberaubende Bilder produzieren können!<br />

Versuchen <strong>Sie</strong> es!<br />

<br />

<br />

VON HINTEN BELEUCHTETER<br />

HINTERGRUND<br />

Nutzen <strong>Sie</strong> <strong>Ihren</strong> Computermonitor als<br />

hellen und wunderschönen Hintergrund<br />

EIN AUGE FÜRS DETAIL<br />

Matty Graham zeigt, wie man ein lustiges und schräges Portrait<br />

einfängt<br />

FLOWER POWER<br />

Caroline Wilkinson zeigt eine kreative Fototechnik <strong>mit</strong> künstlerischem<br />

Touch


Porträts<br />

>Simulierter Regen auf Fenstern<br />

Regen an einem sonnigen Tag<br />

>ZEIL: 30 MINUTEN > AUSSTATTUNG: CANON EOS 550D MIT SIGMA 18-55 MM F/2.8 OBJEKTIV<br />

> AUSSERDEM: REFLEKTOR, WASSERZERSTÄUBER, PHOTOSHOP C3 UND EIN LAPPEN<br />

Matty Graham: Fotografen sind dem Wetter oftmals<br />

ausgeliefert und müssen das Beste aus dem machen, was Mutter<br />

Natur ihnen vorgibt. Doch wir müssen nicht immer vom Wetter<br />

abhängig sein, um unserem Bild die gewünschte Stimmung zu<br />

verleihen, wir können uns unsere eigenen Bedingungen schaffen. <strong>So</strong> können<br />

Fotografen beispielsweise <strong>mit</strong> Hilfe eines ND-Filters den Tag zur Nacht und <strong>mit</strong><br />

einer langen Belichtungszeit die Nacht zum Tag machen, oder sie können ein<br />

Portrait <strong>mit</strong> einem Blitz oder Reflektor so aussehen lassen, als ob es an einem<br />

sonnigen Tag im Hochsommer aufgenommen worden wäre, obwohl der<br />

Himmel kaum grauer hätte sein können.<br />

Für dieses Foto versuchte ich ein emotional geladenes Portrait zu kreieren, das<br />

aussehen sollte, als ob es an einem verregneten Tag aufgenommen wurde, obwohl die <strong>So</strong>nne schien. Hierzu braucht<br />

man kein Blitzgerät, nur ein wenig Geschick sowie ein Fenster, einen Wasserzerstäuber und einen schwarzen Reflektor.<br />

Stimmungsvolle Bilder wie dieses gewinnen häufig noch an Wirkung, indem sie in schwarzweiß konvertiert werden, was<br />

ihnen eine noch melancholischere Stimmung verleiht. Ich zeige Ihnen also nicht nur, wie man ein verregnet wirkendes<br />

Portrait kreiert, sondern auch, wie man eine einfache Schwarzweiß-Konvertierung <strong>mit</strong> Hilfe des Befehls Farbton/<br />

Sättigung erzielt. Und so funktioniert’s...<br />

Theoretisch können <strong>Sie</strong> ein Fenster jeder Größe<br />

1 verwenden. Ratsam wäre jedoch ein möglichst<br />

großes Fenster, da es Ihnen genügend Platz bietet, um<br />

Ihr Model dahinter zu platzieren. Reinigen <strong>Sie</strong> das<br />

Fenster grob <strong>mit</strong> einem Lappen, bevor <strong>Sie</strong> den<br />

Schmutz und Schlieren beseitigen.<br />

Wählen <strong>Sie</strong> den Blendenprioritätsmodus und<br />

2geben <strong>Sie</strong> f/8 (ISO 200) ein, um eine<br />

ausreichende Schärfentiefe zu erlangen. Da das<br />

<strong>So</strong>nnenlicht direkt auf das Glas trifft, weist die<br />

Testaufnahme zu viele störende Reflexionen auf.<br />

Bitten <strong>Sie</strong> einen Bekannten, den schwarzen<br />

3Reflektor oder ein schwarzes Stück Stoff in<br />

Richtung Fenster zu halten, um das Licht zu<br />

blockieren. <strong>So</strong> werden Reflexionen ausgeblendet, und<br />

<strong>Sie</strong> erhalten gleichmäßigeres Licht.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> den schwarzen Reflektor vor das<br />

4 Fenster platzieren, fällt weniger Licht auf das<br />

Model, was zu Verwacklungen führen kann. <strong>So</strong>llte<br />

dies der Fall sein, wählen <strong>Sie</strong> eine Blendeneinstellung<br />

von f/4.<br />

Nehmen <strong>Sie</strong> verschiedene Positionen ein und<br />

5experimentieren <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> denen Ihres Models.<br />

<strong>So</strong>bald <strong>Sie</strong> zufrieden sind, setzen <strong>Sie</strong> den Regen ein.<br />

Nehmen <strong>Sie</strong> hierfür einen Wasserzerstäuber<br />

(erhältlich in Bau- und Gartenmärkten) und sprühen<br />

das Fenster da<strong>mit</strong> ein. Bitten <strong>Sie</strong> das Model, nicht auf<br />

die Scheibe zu atmen, da sie sonst anläuft.<br />

Wenn die Scheibe anläuft, säubern <strong>Sie</strong> diese und<br />

6sprühen <strong>Sie</strong> sie erneut ein. Wenn <strong>Sie</strong> den<br />

Autofokus verwenden, achten <strong>Sie</strong> darauf, dass Ihre<br />

Kamera nicht die Regentropfen fokussiert, sondern<br />

das Model. <strong>So</strong>llte Ihre Kamera Probleme da<strong>mit</strong> haben,<br />

das Model zu fokussieren, schalten <strong>Sie</strong> auf manuellen<br />

Fokus um.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Ihrer Aufnahme zufrieden sind,<br />

7konvertieren <strong>Sie</strong> das Bild in schwarzweiß, um<br />

ihm mehr Ausdruck zu verleihen. Öffnen <strong>Sie</strong> Ihr<br />

favorisiertes Bild in Photoshop. Für eine einfache<br />

Konvertierung wählen <strong>Sie</strong> Bild > Einstellen ><br />

Farbton/Sättigung und ziehen den Sättigungsregler<br />

nach links (-100).<br />

32 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Endergebnis<br />

Um dem Bild mehr Wirkung zu<br />

verleihen, wählen <strong>Sie</strong> Bild ><br />

Einstellen > Helligkeit/Kontrast<br />

und erhöhen den Kontrast auf<br />

etwa +65.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 33


Porträts<br />

>Polaroid-Selbstporträt<br />

Im Bilde!<br />

>ZEIT: EINE STUNDE<br />

>KAMERAAUSRÜSTUNG: CANON EOS7D, SIGMA<br />

18-55 MM F/2,8 OBJEKTIV UND ZWEI STUDIOBLITZE<br />

>AUSSERDEM VERWENDET: STATIV UND PHOTOSHOP CS4<br />

Matty Graham: Selbstporträts<br />

können Spaß machen. Daher habe<br />

ich mich entschieden, es einfach<br />

einmal auszuprobieren. Ich habe<br />

mich dabei von den Polaroids aus den<br />

1970ern inspirieren lassen. Etwas<br />

Nachbearbeitungsaufwand in Photoshop ist<br />

nötig, doch das ist nicht aufwändig.<br />

Als Erstes müssen <strong>Sie</strong> ein Selbstporträt von sich machen.<br />

1Wie <strong>Sie</strong> das machen, ist Ihnen selbst überlassen. Ich habe<br />

meines in einem Studio gemacht. Da <strong>Sie</strong> das Bild in mehrere<br />

Elemente aufteilen, sollte der Hintergrund so sauber wie<br />

möglich sein. Außerdem sollten <strong>Sie</strong> eine ungewöhnliche Pose<br />

einnehmen, bei der Ihre Hände zum Einsatz kommen!<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> einen passenden Hintergrund. Ich habe<br />

2 mich für eine Nahaufnahme von einem Holzelement aus<br />

meiner Bibliothek entschieden. Öffnen <strong>Sie</strong> beide Dateien in<br />

Photoshop. Wählen <strong>Sie</strong> das „Verschieben-Werkzeug" und<br />

klicken <strong>Sie</strong> auf das Porträt. Halten <strong>Sie</strong> die Maustaste gedrückt<br />

und ziehen es auf das Hintergrundbild. Dort lassen <strong>Sie</strong> die Taste<br />

los, worauf automatisch eine neue Ebene erstellt wird.<br />

Gehen <strong>Sie</strong> auf Bearbeiten>Frei transformieren, um das<br />

3Porträt passend zum Hintergrund zu skalieren. Halten <strong>Sie</strong><br />

die Shift-Taste gedrückt und verschieben die Eckpunkte nach<br />

Bedarf. Anschließend öffne ich mein Polaroid-Bild (kostenlos<br />

herunterladen unter www.digitalslrphoto.com) und ziehe es auf<br />

das Porträt, um eine neue Ebene zu erstellen. Nennen <strong>Sie</strong> es<br />

„Polaroid1".<br />

Um dem Ganzen mehr Dimension zu verleihen, fügen <strong>Sie</strong><br />

4 beim Polaroid einen leichten Schatten hinzu. Dazu gehen<br />

<strong>Sie</strong> auf Ebene>Ebenenstil>Schlagschatten, passen im sich<br />

öffnenden Fenster die Schieber nach Wunsch an und klicken<br />

auf OK. Anschließend gehen <strong>Sie</strong> auf Bearbeiten>Frei<br />

transformieren, um das Polaroid-Foto kleiner zu machen.<br />

Während Frei transformieren noch aktiviert ist,<br />

5 verschieben <strong>Sie</strong> das Polaroid, indem <strong>Sie</strong> auf das Bild<br />

klicken und es drehen, indem <strong>Sie</strong> auf einen äußeren Eckpunkt<br />

klicken und ziehen (wenn <strong>Sie</strong> bei Füllmethoden auf<br />

Multiplizieren klicken, wird Ihnen die Positionierung leichter<br />

fallen). Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> der Position zufrieden sind, machen <strong>Sie</strong><br />

einen Doppelklick auf die Auswahl.<br />

Duplizieren <strong>Sie</strong> dieses Polaroid durch<br />

6 Ebene>Ebene duplizieren... und nennen <strong>Sie</strong> die<br />

neue Ebene „Polaroid2". Aktivieren <strong>Sie</strong> erneut Frei<br />

transformieren und schieben/drehen das neue<br />

Polaroid in eine weitere passende Position auf dem<br />

Hintergrund. Wiederholen <strong>Sie</strong> diese Schritte, bis <strong>Sie</strong> so<br />

viele Polaroids wie gewünscht im Bild haben.<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> eine Ebenenmaske, um die Porträtebene<br />

7 vorübergehend auszublenden. Zuerst klicken <strong>Sie</strong> auf die<br />

Selbstporträtebene auf der rechten Seite bei der Ebenenauswahl und<br />

ziehen sie durch Klicken und Halten in der Liste ganz nach oben.<br />

Anschließend gehen <strong>Sie</strong> auf Ebene>Ebenenmaske>Alle ausblenden<br />

und sehen, wie <strong>Sie</strong> verschwinden! Speichern <strong>Sie</strong> eine Kopie der Datei,<br />

bevor <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dem nächsten Schritt weitermachen.<br />

Jetzt verbinden <strong>Sie</strong> die Polaroid-Ebenen. Wählen <strong>Sie</strong> alle<br />

8 Polaroid-Ebenen aus, halten <strong>Sie</strong> die Shift-Taste gedrückt<br />

und gehen <strong>Sie</strong> zu Ebene>Ebenen verbinden, um sie auf einer<br />

Ebene zu verbinden. Nun aktivieren <strong>Sie</strong> das<br />

„Zauberstab-Werkzeug", halten die Shift-Taste gedrückt und<br />

klicken auf den grauen Bildbereiche aller Polaroids, um sie<br />

auszuwählen.<br />

Während das „Zauberstab-Werkzeug" noch aktiv<br />

9 ist, klicken <strong>Sie</strong> auf das Ebenenmaske-Symbol in<br />

der Selbstporträt-Ebene bei der Ebenenauswahl.<br />

Gehen <strong>Sie</strong> auf Bearbeiten>Fläche füllen. Im Fenster<br />

wählen <strong>Sie</strong> Weiß im Drop-down-Menü und klicken auf<br />

OK. Diese Bereiche des Porträts sind jetzt wieder<br />

sichtbar.<br />

Bei einer Ebenenmaske wird Schwarz verwendet, um<br />

10 Details zu verbergen, und Weiß, um das Gegenteil zu<br />

erreichen. Verwenden <strong>Sie</strong> das „Pinsel-Werkzeug", um bei<br />

unschönen Bereichen Korrekturen vorzunehmen. Nehmen <strong>Sie</strong><br />

einen kleinen, weichen Pinsel und bearbeiten <strong>Sie</strong> das ganze Bild,<br />

wo es nötig ist, wobei <strong>Sie</strong> in unten bei den Bildbearbeitungs-<br />

Werkzeugen zwischen Schwarz und Weiß wechseln.<br />

Im letzten Schritt sollen die Hände aus den Polaroids<br />

11 herausgreifen. Nehmen <strong>Sie</strong> einen größeren Pinsel (<strong>mit</strong><br />

der Farbe Weiß), da<strong>mit</strong> beide Hände sichtbar werden.<br />

Anschließend nehmen <strong>Sie</strong> einen kleineren Pinsel und bearbeiten<br />

vorsichtig die Hände, um den Effekt zu verbessern. Je nach<br />

Bedarf wechseln <strong>Sie</strong> zwischen Weiß und Schwarz hin und her.<br />

34 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Endgültiges Bild<br />

<strong>Sie</strong> können Ihr Bild in Photoshop nach<br />

Wunsch noch weiter bearbeiten, da<strong>mit</strong> es<br />

noch überzeugender ist. Ich habe dem Bild<br />

einen 3D-Effekt verliehen, indem ich die<br />

Schatten auf den zwei Polaroids, die ich<br />

halte, vergrößert habe und <strong>mit</strong>hilfe des<br />

Pinsel-Werkzeugs unter meine Hände und<br />

Finger auf einer separaten Ebene Schatten<br />

gemalt habe.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 35


Porträts<br />

>Schrullige Porträts<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Ich sehe was, was du nicht siehst...<br />

> BENÖTIGTE ZEIT: 30 MINUTEN > AUSRÜSTUNG: CANON EOS 7D MIT SIGMA 18-55 MM F/2,8 > AUSSERDEM VERWENDET: ELINCHROM D-LITE 4IT, FARBPAPIER<br />

Matty Graham: Wenn <strong>Sie</strong> Ihre Lieblingszeitschriften<br />

durchblättern und sich die Porträtbilder etwas genauer<br />

ansehen, sollte Ihnen eines sofort auffallen. Lustige,<br />

kantige und schrullige Porträts stechen eher ins Auge als<br />

ernste und langweilige „Kopf-Schulter"-Porträts. Diese Theorie trifft<br />

auch auf andere Bereiche zu: Egal, ob <strong>Sie</strong> für eine Werbekampagne<br />

Porträtbilder schießen oder nur ein paar Schnappschüsse von<br />

Kindern.<br />

Wie Eltern wissen, können sich Kinder genauso wenig konzentrieren<br />

wie ein vergesslicher Goldfisch. Je abwechslungsreicher, spannender<br />

und lustiger <strong>Sie</strong> ein Shooting gestalten, desto länger können <strong>Sie</strong> ein<br />

Kind in <strong>Ihren</strong> Bann ziehen – und <strong>Sie</strong> haben auch bessere Bilder.<br />

Um diese Theorie in die Tat umzusetzen, haben wir den<br />

siebenjährigen Alfie für Porträtbilder in unser Studio eingeladen. Wir<br />

waren jedoch nicht darauf aus, standardmäßige „Kopf-Schulter"-<br />

Porträts zu machen. Mit einem einfachen Hilfs<strong>mit</strong>tel – einer Lupe<br />

– haben wir versucht, einen simplen und doch schrulligen Effekt zu<br />

erzielen, den <strong>Sie</strong> zuhause nachahmen können.<br />

36 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


<strong>Fotografie</strong>ren <strong>mit</strong> Spaß<br />

Kinder lieben es, Unsinn zu machen<br />

und Grimassen zu schneiden. Nutzen<br />

<strong>Sie</strong> das für Ihre Arbeit. Animieren <strong>Sie</strong><br />

die Kinder, so furchterrgend wie<br />

möglich zu schauen und lassen die<br />

Kinder für mehr Abwechslung<br />

verschiedene Outfits <strong>mit</strong>bringen.<br />

Als Erstes muss ich mich auf Alfies<br />

1 Ankunft vorbereiten. Je weniger<br />

Zeit ich für den Aufbau brauche, sobald<br />

Alfie da ist, desto mehr Zeit werde ich<br />

zum <strong>Fotografie</strong>ren haben, bevor er sich<br />

langweilt. Ich möchte einen farbigen<br />

Hintergrund. Daher klebe ich<br />

Farbpapier auf dicke Pappe und bringe<br />

diese an einer Wand an.<br />

Ich muss mein Modell beleuchten.<br />

2 Für einen interessanten Effekt<br />

sollte allerdings auf den Hintergrund<br />

auch etwas Licht fallen. Ich stelle einen<br />

Studioblitz <strong>mit</strong> einer Rotalux-<strong>So</strong>ftbox in<br />

einem 45-Grad-Winkel rechts neben<br />

die Kamera und den zweiten so nahe<br />

an den Hintergrund wie möglich. Beide<br />

sind auf halbe Leistung eingestellt.<br />

Um vor der Ankunft von Alfie<br />

3sicherzugehen, dass die Belichtung<br />

passt, stelle ich bei der Kamera den<br />

Selbstauslöser ein und mache ein paar<br />

Probeaufnahmen, wobei ich selber als<br />

Modell posiere. Ich stelle die Kamera auf<br />

den manuellen Modus ein und wähle<br />

eine Verschlusszeit von 1/160 s (ISO<br />

100). Anschließend probiere ich<br />

verschiedene Blenden aus – schließlich<br />

entscheide ich mich für f/13.<br />

Als Alfie schließlich da ist,<br />

4 positioniere ich ihn dort, wo ich ihn<br />

haben will und erkläre ihm, welche Bilder<br />

ich machen will. Wir gehen auch ein paar<br />

Grimassen durch, die er schneiden soll,<br />

da<strong>mit</strong> die Bilder lustiger werden.<br />

Mein Ziel ist es, die Bilder anschließend<br />

5 nicht mehr bearbeiten zu müssen, doch<br />

nach ein paar Probeaufnahmen wird<br />

deutlich, dass dies wohl nicht der richtige<br />

Ansatz ist. Wie man sehen kann, verzerrt die<br />

Lupe Alfies Auge. Das sieht einfach nicht<br />

natürlich aus.<br />

Mit ein paar einfachen Handgriffen muss ich das vergrößerte Auge<br />

6 nachbearbeiten. Zuerst brauche ich allerdings das perfekte Porträtbild. Ich<br />

ändere den Hintergrund von Blau zu Rot, da<strong>mit</strong> der Kontrast zu Alfies Shirt besser<br />

zur Geltung kommt. Ich mache zwei Arten von Porträtbildern – eines, bei dem Alfie<br />

die Lupe hält und das andere ohne, aber <strong>mit</strong> einem ähnlichen Gesichtsausdruck.<br />

Bei der zweiten Aufnahme ist es sehr wichtig, dass das Auge so scharf wie möglich<br />

ist, da es anschließend vergrößert wird.<br />

Mit dem „Auswahlellipse-Werkzeug" ziehe ich einen<br />

7 Kreis um sein nicht verdunkeltes Auge, kopiere es und<br />

füge es in das Bild <strong>mit</strong> der Lupe ein. Ich ziehe die Linien um<br />

eine Art Rahmen, um den Bereich der Lupe zu erstellen.<br />

Anschließend nehme ich wieder das „Auswahlellipse-<br />

Werkzeug", um meinen Kreis zu zeichnen, der auf die Größe<br />

des durch die Linien begrenzten Bereichs beschränkt ist.<br />

Anschließend klicke ich auf Auswahl>Auswahl<br />

verändern>Weiche Kante und gebe 1 Pixel ein.<br />

Danach wähle ich Ebene>Neue Ebene und dann<br />

8 Bearbeiten>In die Auswahl einfügen, worauf der<br />

Bereich von Alfies Auge von meiner vorigen<br />

„Grimassenaufnahme" in meine Kreisauswahl eingefügt wird.<br />

Das Auge hat immer noch die Originalgröße. Da<strong>mit</strong> es<br />

vergrößert aussieht, klicke ich auf Bearbeiten>Frei<br />

transformieren und dann (durch das Halten der Shift-Taste<br />

bleiben die Proportionen gleich) ziehe ich die Ecken nach<br />

außen, um das Auge zu vergrößern.<br />

Da<strong>mit</strong> das vergrößerte Auge natürlich wirkt, klicke<br />

9 ich auf Filter>Verzerrungsfilter>Distorsion und<br />

gehe <strong>mit</strong> dem Schieber auf -29. Experimentieren <strong>Sie</strong><br />

hier einfach, wie Ihr Bild am besten aussieht. <strong>So</strong>bald<br />

das Auge dort ist, wo ich es haben will (Änderungen<br />

über das „Verschieben-Werkzeug" möglich), also genau<br />

in der Mitte der Lupe, reduziere ich auf die<br />

Hintergrundebene und speichere mein Bild als<br />

TIFF-Datei.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 37


Porträts >Schrullige Porträts<br />

Endgültiges Bild<br />

Ich sehe ein lustiges Porträtbild,<br />

das nicht nur lebhaft und<br />

dynamisch ist, sondern auch so<br />

aussieht, als ob es <strong>mit</strong> der<br />

Kamera gemacht wurde.<br />

38 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Zuhause > Kätzchen-Shooting<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Frühlingserwachen<br />

> ZEIT: ZWEI STUNDEN > AUSRÜSTUNG: NIKON D300<br />

MIT SIGMA 150 MM MAKROOBJEKTIV, SB-800 BLITZLICHTGERÄT<br />

> AUSSERDEM VERWENDET: SPIEGEL, STATIV, BÜROKLAMMERN<br />

Colin Varndell: Der Frühling ist eine<br />

wundervolle Jahreszeit. Man kann sich an der<br />

frischen Luft Motive suchen und außerdem<br />

<strong>mit</strong> Ideen experimentieren, die man über den<br />

Winter angesammelt hat. Für gewöhnlich bieten sich<br />

nur wenige Möglichkeiten, um Actionbilder von Pflanzen<br />

zu machen, aber die Blütenkätzchen von<br />

Haselsträuchern geben Pollen ab, die vom Wind<br />

weggetragen werden. Durch ein Foto davon wollte ich<br />

den Frühling symbolisieren.<br />

Zuvor hatte ich bereits mehrere Male erfolglos versucht,<br />

Blütenkätzchen bei der Abgabe von Pollen im Freien zu<br />

fotografieren. Ich hatte gedacht, dass durch leichtes<br />

Berühren des Zweiges Pollen aus den Blütenkätzchen<br />

fallen würden, aber das lag nicht immer in meiner Hand.<br />

Die Kätzchen wurden nämlich durch den Wind<br />

umhergewirbelt und die Pollen waren entweder nicht<br />

mehr da oder noch nicht reif. Glücklicherweise blühen<br />

Haselzweige, wenn man sie abschneidet.<br />

Haselsträucher werden in der Tat oft absichtlich<br />

gepflanzt, um sie anschließend zu beschneiden oder zu<br />

stutzen. Folglich habe ich mich dazu entschieden, ein<br />

paar Zweige <strong>mit</strong> noch nicht reifen Blütenkätzchen<br />

abzuschneiden und sie <strong>mit</strong> nach Hause zu nehmen. Die<br />

Zweige wollte ich dann zuhause ins Wasser stellen und<br />

sie dort reifen lassen. Wenn sie reif sind, kann man seine<br />

Kameraausrüstung aufbauen.<br />

Wilde Pflanzen kommen bei Umgebungslicht für<br />

gewöhnlich am besten zur Geltung. Wenn man<br />

allerdings versucht, Kätzchen bei der Abgabe von Pollen<br />

zu fotografieren, benötigt man einen Blitz, um die<br />

winzigen Pollenkörner in der Luft fotografisch<br />

einzufangen. Ein Makroobjektiv eignet sich für die<br />

Pflanzenfotografie am besten und ein Stativ erleichtert<br />

die Arbeit zusätzlich. Mit diesem Bild im Kopf bin ich<br />

also in die Natur aufgebrochen und habe nach süßen<br />

kleinen Blütenkätzchen gesucht.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 39


Zuhause > Kätzchen-Shooting<br />

1 Haselkätzchen<br />

findet man für<br />

gewöhnlich entlang<br />

von Hecken am<br />

Straßenrand, im<br />

Gebüsch oder im<br />

Wald. Suchen <strong>Sie</strong><br />

sich ein paar<br />

fotogene Kätzchen<br />

aus, die <strong>Sie</strong><br />

erreichen und die<br />

natürlich nach<br />

unten hängen. Zum<br />

Abschneiden der<br />

Zweige eignet sich<br />

eine scharfe<br />

Gartenschere (in<br />

jedem Baumarkt<br />

erhältlich) am<br />

besten, da dem<br />

Strauch da<strong>mit</strong> am<br />

wenigsten Schaden<br />

zugefügt wird.<br />

2 Zuhause<br />

stelle ich die<br />

Zweige in eine<br />

Vase <strong>mit</strong> Wasser<br />

auf den<br />

Fenstersims,<br />

da<strong>mit</strong> die<br />

Kätzchen auf<br />

natürliche Art<br />

und Weise<br />

weiterreifen<br />

können. Auf dem<br />

Fenstersims<br />

bekommen die<br />

Kätzchen<br />

außerdem<br />

genügend<br />

natürliches Licht<br />

ab. Die Zweige<br />

sollten nicht zu<br />

lang sein, da der<br />

ganze Aufbau<br />

sonst umfallen<br />

könnte.<br />

f/3.3 f/16<br />

Stellen <strong>Sie</strong> bei der Kamera auf den manuellen Modus. Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einer großen Blende in<br />

3 Richtung Fenster fotografieren, erhalten <strong>Sie</strong> dadurch einen neutralen, weichen Hintergrund<br />

– die perfekte Ergänzung zu den Blütenkätzchen. Aufgrund der flachen Schärfentiefe waren<br />

allerdings nicht alle Kätzchen scharf, da die Entfernung zur Kamera nicht bei allen gleich war.<br />

Durch eine Blende von f/16 wurden die Kätzchen in den Mittelpunkt gerückt. Allerdings wurden<br />

sie dadurch auch im Glas gespiegelt.<br />

Machen <strong>Sie</strong> ein paar unscharfe Bilder von Laub im Garten und drucken <strong>Sie</strong><br />

4 eines der Bilder auf mattem Fotopapier im A4-Format aus. Befestigen <strong>Sie</strong> das<br />

Bild <strong>mit</strong> Büroklammern an dicker Pappe und stellen diese hinter die Kätzchen. Bei<br />

meinem ersten Versuch habe ich bei natürlichem Licht, das über den Druck durch<br />

das Fenster fiel, fotografiert. Dabei waren die unteren und vorderen Bereiche der<br />

Kätzchen zu dunkel.<br />

Um dieses Problem zu umgehen,<br />

5 können <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong>hilfe eines Spiegels<br />

einen Teil des natürlichen Lichts auf die<br />

Vorderseite der Kätzchen<br />

zurückprojizieren, um die Belichtung<br />

auszugleichen. <strong>Sie</strong> sollten den Spiegel so<br />

platzieren, dass er weder im Bild<br />

erscheint noch Licht auf den Hintergrund<br />

wirft. Schließlich soll das eigentliche<br />

Motiv im Mittelpunkt stehen.<br />

Um gezielter zu belichten, stellen <strong>Sie</strong><br />

6 einfach ein Blitzlichtgerät <strong>mit</strong> einem<br />

nach oben gerichteten Diffusor auf den<br />

Sims. Ich habe den manuellen Modus und<br />

eine Leitzahl von 1/8 gewählt. Der Blitz<br />

wurde automatisch durch den<br />

aufklappenden Blitz der DSLR (abgedeckt,<br />

da<strong>mit</strong> das Bild nicht zu hell wird)<br />

ausgelöst. Bei 1/30 s und f/16 (ISO 200)<br />

ist ein Teil des Hintergrunds sichtbar.<br />

Bei einer Blende von f/16 und einer<br />

7 Leitzahl von 1/8 können <strong>Sie</strong> auch den<br />

Hintergrund abdunkeln, indem <strong>Sie</strong> die<br />

Verschlusszeit auf eine 1/250 Sekunde<br />

erhöhen. Um die fallenden Pollen ins Bild zu<br />

bekommen, berühren <strong>Sie</strong> die Haselzweige<br />

sanft <strong>mit</strong> einem Bleistift und drücken<br />

gleichzeitig den Auslöser. Richtiges Timing ist<br />

alles. Geben <strong>Sie</strong> also nicht auf, wenn es nicht<br />

gleich beim ersten Mal klappt.<br />

40 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Endgültiges Bild<br />

Voilà: Die Natur in all ihrer<br />

Pracht!<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 41


Outdoor >Landschaftssilhouetten<br />

Ein Klecks in der Landschaft<br />

>ZEIT: 45 MINUTEN > AUSRÜSTUNG: NIKON D300, 70-300 MM, STATIV<br />

>AUSSERDEM VERWENDET: 10-STOP-ND-FILTER, FERNAUSLÖSER.<br />

Ross Hoddinott: Wir suchen immer nach der „perfekten"<br />

Belichtung, nicht wahr? Gibt es sie in der Praxis überhaupt? Die<br />

Belichtung kann für kreative und künstlerische Effekte manipuliert<br />

werden – bei einer „technisch korrekten" Belichtung erhält man<br />

nicht immer das schönste Ergebnis. Silhouetten sind dafür ein Beispiel. <strong>Sie</strong><br />

sind meine Lieblingsmotive, aber aus technischer Sicht ist eine Silhouette das<br />

Ergebnis einer schlechten Belichtung. Das Motiv ist dabei extrem<br />

unterbelichtet. Es lässt sich jedoch nicht abstreiten, dass man bei dieser Art<br />

der <strong>Fotografie</strong> beeindruckende und ästhetisch wertvolle Ergebnisse erzielen<br />

kann.<br />

Bei einer Silhouette handelt es sich um einen schwarzen Umriss eines<br />

Subjekts. Farben und Details werden dabei ausgeblendet. Es ist die extremste<br />

Form der Hintergrundbeleuchtung. Mit der passenden Szene oder einem<br />

geeigneten Modell kann man atemberaubende Ergebnisse erzielen.<br />

Markante, leicht erkennbare Objekte wie Gebäude und Bäume eignen sich für<br />

Landschaftssilhouetten am besten – vor allem, wenn wir im Hintergrund als<br />

Kontrast einen dramatischen oder farbigen Himmel haben. Als Zeitpunkt<br />

eignet sich entweder die Morgen- oder Abenddämmerung, da die <strong>So</strong>nne dann<br />

sehr tief am Himmel steht. Indem <strong>Sie</strong> in Richtung des Lichts fotografieren,<br />

werden Objekte zwischen Ihnen und der Lichtquelle als tiefschwarze<br />

Silhouetten erfasst. Eines der schönsten Dinge beim <strong>Fotografie</strong>ren von<br />

Silhouetten ist, dass sie sehr leicht gute Ergebnisse erzielen und keine<br />

zusätzliche Ausrüstung benötigen. Wie <strong>Sie</strong> jedoch sehen werden, hält Ihre<br />

DSLR ein paar Funktionen für <strong>Sie</strong> bereit, <strong>mit</strong>hilfe derer <strong>Sie</strong> großartige<br />

Silhouettenbilder machen können.<br />

42 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 43


Outdoor<br />

>Landschaftssilhouetten<br />

WichtigesM Messverfahren<br />

Die Mehrfeldmessung Ihrer digitalen SLR ist darauf ausgelegt, Motive <strong>mit</strong> einer<br />

<strong>mit</strong>tleren Helligkeit darzustellen. In der Mehrzahl der Fälle eignet sich dieses<br />

Messverfahren zwar, aber wenn man eine Landschaft oder ein Modell fotografiert, das<br />

sehr hell oder dunkel ist, kann es problematisch werden. Silhouetten können<br />

Messsystemen große Probleme bereiten. Obwohl moderne Kameras technisch hoch<br />

entwickelte Geräte sind, können <strong>Sie</strong> nicht vorhersagen, welchen Effekt <strong>Sie</strong> erzielen<br />

wollen. Aus diesem Grund wird Ihre Kamera für gewöhnlich versuchen, Silhouetten <strong>mit</strong><br />

einer <strong>mit</strong>tleren Helligkeit darzustellen. Das ist oft mehr Licht als gewünscht. Folglich<br />

kann es passieren, dass der Himmel überbelichtet ist und ungewünschte Details beim<br />

Motiv sichtbar sind. Zum Glück erreichen wir die gewünschte Belichtung für<br />

Silhouetten durch den einfachen Trick, dass wir auf Punktmessung umstellen. Dabei<br />

wird für die Berechnung der Gesamtbelichtung nur ein kleiner Teil des Bildes<br />

herangezogen – für gewöhnlich ein Kreis in der Mitte, der ungefähr drei Prozent des<br />

Sucherfelds einnimmt. Richten <strong>Sie</strong> den Spotbelichtungsmesser auf einen hellen<br />

Bereich des Motivs aus und drücken <strong>Sie</strong> den Auslöser dann halb durch, da<strong>mit</strong> die<br />

Kamera eine Messung vornehmen kann. Anschließend drücken <strong>Sie</strong> auf den Knopf<br />

Messwertspeicherung (AE-L), um die neuen Einstellung zu speichern. Richten <strong>Sie</strong> Ihr<br />

Bild wie gewünscht aus und drücken <strong>Sie</strong> den Auslöser ganz durch. Auf diese Art und<br />

Weise sollten sie eine perfekte, tiefschwarze Silhouette erhalten. Falls noch Details zu<br />

sehen sein sollten, stellen <strong>Sie</strong> beim Belichtungsausgleich einfach einen negativen Wert<br />

ein (fangen <strong>Sie</strong> bei -1 EV an), um die Belichtung noch weiter zu reduzieren.<br />

Histogramme<br />

Wenn <strong>Sie</strong> Silhouetten fotografieren,<br />

können <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> rechnen, dass die<br />

linken Seiten der Kurven bei den<br />

entsprechenden Histogrammen<br />

undeutlicher sind. Normalerweise<br />

versucht man, Histogramme <strong>mit</strong><br />

einer hohen Prozentzahl an Pixeln auf<br />

der linken Seite zu vermeiden. Hierbei<br />

gibt die Kurve nur die Charakteristik<br />

der Technik wieder.<br />

Markante Motive eignen sich beim <strong>Fotografie</strong>ren von Silhouetten am besten. Der Bildaufbau<br />

1 sollte sauber und einfach sein. Diese kleine Kirche auf einem Felsen stellte sich als perfektes<br />

Motiv heraus. Ich habe mich für einen tiefen Standpunkt entschieden, um dadurch das Gebäude<br />

vom gleichförmigen Himmel stärker absetzen zu können. Ich habe mich so hingestellt, dass ich in<br />

Richtung der untergehenden <strong>So</strong>nne fotografiert habe.<br />

Mit dem langen 70-300 Millimeter-Teleobjektiv habe ich die Kirche relativ stark in den<br />

2 Mittelpunkt gesetzt. Kameras können jedoch nicht vorhersagen, welchen Effekt der Fotograf<br />

erreichen will. Aufgrund der Mehrfeldmessung werden ungewünschte Details der Kirche und des<br />

Vordergrunds erfasst. Die Belichtung von einer 1/2 Sekunde bei f/11 ist zu stark und der Himmel<br />

wird folglich „ausgewaschen".<br />

Beim <strong>Fotografie</strong>ren von Silhouetten spielt die korrekte Belichtungsmessung des<br />

3 Himmels eine wichtige Rolle. Wenn <strong>Sie</strong> auf einen hellen Teil des Himmels<br />

fokussieren, wird dieser korrekt belichtet, während der Rest unterbelichtet sein<br />

wird, d. h. schemenhaft dargestellt wird. Diesen Effekt erzielen <strong>Sie</strong> durch die<br />

Spotbelichtungsmessung, da die Messung dabei am genausten ist.<br />

44 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Endgültiges Bild<br />

Nachdem ich <strong>mit</strong> der Bildzusammensetzung<br />

zufrieden war, habe ich mich dafür<br />

entschieden, <strong>mit</strong> einem 10-Stop-ND-Filter zu<br />

experimentieren. Mit dem Filter wurde die<br />

Belichtungszeit künstlich auf 30 Sekunden<br />

verlängert. Während der Belichtung wurden<br />

die vorbeiziehenden Wolken wie artistische<br />

Pinselstriche erfasst. Als die <strong>So</strong>nne schließlich<br />

unterging, erstrahlten verschiedene Farben am<br />

Himmel. Dadurch kommt meine Silhouette<br />

noch mehr zur Geltung.<br />

4<br />

Ich habe das Spotbelichtungsmessfeld auf einen hellen Bereich im Himmel gerichtet.<br />

Anschließend drücke ich den Auslöser für eine neue Messung halb durch (1/30 s bei f/11) und<br />

speichere diese Einstellung <strong>mit</strong> der Messwertspeicherung (AE-L). Ich befestige meine Kamera auf<br />

einem Stativ und mache <strong>mit</strong> meinen neuen Einstellungen eine weitere Aufnahme. Das Ergebnis<br />

weiß zu überzeugen.<br />

Während die Belichtungseinstellungen nun korrekt waren, musste ich an der<br />

5 Bildzusammensetzung noch etwas ändern. Anstatt das ganze Bild <strong>mit</strong> der Kirche auszufüllen,<br />

habe ich mich für eine größere Brennweite entschieden. Dadurch konnte ich einen größeren Teil<br />

des Himmels und interessante Wolken im Bild unterbringen. Das Ergebnis ist ausgeglichener und<br />

zeigt die Kirche <strong>mit</strong> seiner Umgebung.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 45


Das kreative Projekt<br />

>Computermuster<br />

Eine (Netz) Welt voller Möglichkeiten<br />

Falls <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Ihrem Monitor ein paar Bilder ausprobieren wollen, aber keine kreative Ideen haben.<br />

versuchen <strong>Sie</strong> es doch <strong>mit</strong> einer von diesen…<br />

Das Spielzeug der Kinder könnte sich zum Beispiel als nützlich erweisen. Hier haben wir ein<br />

Lego-Männchen in eine alpine Gegend versetzt und ein Spielzeugauto in ein städtisches Umfeld.<br />

Als Erstes müssen <strong>Sie</strong> den Bereich vor Ihrem Computermonitor freiräumen.<br />

1 Falls sich über Ihrem Monitor an der Decke eine Lampe befindet, sollten <strong>Sie</strong> ihn<br />

etwas nach vorne neigen, da<strong>mit</strong> es nicht zu ungewünschten Spiegelungen kommt.<br />

Falls Ihr Arbeitsplatz sehr hell ist, können <strong>Sie</strong> einfach alle Lichter ausschalten.<br />

Ich brauche ein passendes Muster. Bei Googles Bildersuche gebe ich „weiße<br />

2Tupfen" ein und werde <strong>mit</strong> Ergebnissen förmlich überschüttet. Ich lade ein<br />

Muster auf meinen Computer herunter und öffne es in Photoshop. Ich klicke<br />

solange auf das „Zoomwerkzeug", bis es den Bildschirm ausfüllt.<br />

Fingerabdrücke, Flecken und Schmutz werden beim Fokussieren alle sichtbar. Nehmen <strong>Sie</strong><br />

3sich also ein bisschen Zeit für eine gründliche Reinigung. Ein Mikrofasertuch eignet sich dafür<br />

sehr gut. Wenn <strong>Sie</strong> absolut sichergehen wollen, waschen <strong>Sie</strong> Ihre Hände, bevor <strong>Sie</strong> das Glas<br />

berühren oder ziehen <strong>Sie</strong> Gummihandschuhe an (1 bis 2 Euro im Supermarkt).<br />

Jetzt ist es an der Zeit für die Belichtungseinstellungen. Ich möchte zwischen<br />

4dem Monitor und dem Champagnerglas möglichst viel Schärfentiefe<br />

beibehalten. Daher stelle ich bei der Kamera auf Zeitautomatik, wähle eine Blende<br />

von f/8 und einen ziemlich hohen ISO-Wert von 640. Den Weißabgleich lasse ich<br />

auf automatisch.<br />

Mit einer Hand halte ich die Kamera an mein Auge und <strong>mit</strong> der anderen halte<br />

5ich das Glas vor mich hin. Mithilfe des Autofokus stelle ich auf den Stiel scharf,<br />

wo sich der interessanteste Teil des Musters gebildet hat. Mit einer Blende von f/8<br />

sollten <strong>Sie</strong> die Verschlusszeit relativ kurz einstellen, da<strong>mit</strong> es kein Kamerawackeln<br />

gibt.<br />

46 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Computerhintergrund<br />

>ZEIT: 20 MINUTEN >AUSRÜSTUNG: CANON EOS 7D MIT 50 MM F/1,8<br />

OBJEKTIV>AUSSERDEM VERWENDET: COMPUTERMONITOR, CHAMPAGNERGLÄSER<br />

Matty Graham: Ein guter Hintergrund gehört zu einem<br />

guten Bild. Fotografen stehen unzählige künstliche und<br />

natürliche Hintergründe zur Verfügung: von<br />

Studiohintergründen über Ziegelsteinmauern bis hin zu<br />

gemusterten Tapeten. Was aber, wenn wir Ihnen sagen, dass <strong>Sie</strong> abstrakte<br />

Kunst und praktisch jedes Muster, das es gibt, erstellen können, ohne <strong>Ihren</strong><br />

gemütlichen Bürostuhl verlassen zu müssen?<br />

Jeder Fotograf sollte es mal ausprobieren, den eigenen Computermonitor<br />

als beleuchteten Hintergrund zu verwenden. Im Internet können <strong>Sie</strong><br />

außerdem nach allen möglichen Farben oder Mustern suchen, die Ihnen in<br />

den Sinn kommen. Mit solch einer großartigen Datenquelle sind Ihnen<br />

praktisch keine Grenzen mehr gesetzt – außer die Ihrer eigenen<br />

Vorstellungskraft und Kreativität. Für dieses abstrakte Stillleben haben wir<br />

ein paar Champagnergläser vor einen Computermonitor gestellt, um in<br />

Verbindung <strong>mit</strong> dem Bildschirm verschiedene Muster zu erhalten.<br />

Endgültiges Bild<br />

Dieses Foto ist mein Lieblingsbild,<br />

weil mir das interessante Muster im<br />

Glasstiel sehr gut gefällt. Lassen <strong>Sie</strong><br />

Ihrer Kreativität einfach freien Lauf.<br />

Ich halte das<br />

6 Glas in<br />

verschiedenen<br />

Winkeln vor<br />

mehrere Muster. Da<br />

die Anzahl der<br />

Hintergründe<br />

unbegrenzt ist,<br />

können <strong>Sie</strong> so viele<br />

ausprobieren, wie<br />

<strong>Sie</strong> wollen. Ich<br />

versuche außerdem,<br />

<strong>mit</strong> einem zweiten<br />

Glas zu arbeiten, um<br />

das Bild noch<br />

interessanter zu<br />

gestalten. Halten <strong>Sie</strong><br />

Kamera und Glas in<br />

verschiedenen<br />

Winkeln, um<br />

verschiedene<br />

Ergebnisse zu<br />

erzielen. Behalten<br />

<strong>Sie</strong> dabei stets die<br />

Bildschärfe und die<br />

Belichtung im Auge.<br />

Ich sehe mir die Bilder auf dem Computer an und öffne eine Aufnahme in Photoshop.<br />

7Anschließend passe ich die Tonwertkorrektur (Bild> Korrekturen >Tonwertkorrektur) an,<br />

indem ich die Schieber in die Mitte bewege, wodurch die weißen Tupfen noch weißer werden.<br />

Falls <strong>Sie</strong> irgendwelche Flecken sehen, können <strong>Sie</strong> sich dieser <strong>mit</strong> dem „Kopierstempel-<br />

Werkzeug" entledigen.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 47


Outdoor ><br />

Eindrucksvolle Perspektiven<br />

Erweitern <strong>Sie</strong> <strong>Ihren</strong> Horizont<br />

> ZEIT: EINE STUNDE > AUSRÜSTUNG: NIKON D700, 17-35 MM WEITWINKELOBJEKTIV > AUSSERDEM VERWENDET: POLARISATIONSFILTER<br />

Ross Hoddinott: Wir sind alle gerne am Meer, und zwar nicht zuletzt, weil sich dort für<br />

Fotografen viele Möglichkeiten bieten. Wenn <strong>Sie</strong> also das nächste Mal eine der zahlreichen<br />

Küstenressorts an Nord- und Ostsee besuchen, sollten <strong>Sie</strong> – abgesehen von Sachen für den<br />

Strand – auch Ihre DSLR <strong>mit</strong>nehmen. <strong>So</strong>bald <strong>Sie</strong> vor Ort sind, sollten <strong>Sie</strong> nicht nur nach den<br />

typischen Pieren, den verwetterten Buhnen und den Wellenbrechern Ausschau halten. Diese Motive<br />

eignen sich zwar sehr gut für schöne Bilder, aber es gibt typisch Küstenkleinode wie leuchtend<br />

angemalte Strandhäuschen, die ebenfalls sehr attraktiv sein können.<br />

Strandhäuschen lassen sich am besten bei hellem <strong>So</strong>nnenlicht fotografieren und kommen im Kontrast<br />

zu einem blauen Himmel besonders gut zur Geltung. Je nachdem, wie die Häuschen ausgerichtet sind,<br />

sollten <strong>Sie</strong> sie entweder am Morgen oder am Abend fotografieren. Die tief stehende <strong>So</strong>nne liefert<br />

weiches, warmes Licht und längere sowie markantere Schatten. Dadurch kommen ihre Bilder noch<br />

besser zur Geltung. Außerdem sind zu diesen Tageszeiten hoffentlich weniger Menschen unterwegs, die<br />

beim <strong>Fotografie</strong>ren der Strandhäuschen stören könnten.<br />

Strandhäuschen kommen unter Verwendung von Weitwinkelobjektiven aus kurzer Entfernung<br />

besonders gut zur Geltung. Nehmen <strong>Sie</strong> also Ihr Objektiv <strong>mit</strong> der kürzesten Brennweite in Ihrem<br />

Repertoire – oder sogar ein Fischauge, falls <strong>Sie</strong> eines haben. In Kombination <strong>mit</strong> einem hohen oder tiefen<br />

Standpunkt können <strong>Sie</strong> interessante, verzerrte Perspektiven erzielen, wo vertikale Linien<br />

zusammenlaufen. Obwohl Fotografen für gewöhnlich immer wieder gesagt wird, dass Motive gerade<br />

ausgerichtet und Horizonte gerade sein sollen, können <strong>Sie</strong> Ihre Bilder durch eine schrägsichtige<br />

Kameraperspektive abwechslungsreicher und interessanter gestalten. Bei dieser Technik sollten <strong>Sie</strong> am<br />

besten aus der Hand fotografieren. Dabei sollte die Verschlusszeit kurz genug sein, um Wackler zu<br />

vermeiden. Beim <strong>Fotografie</strong>ren <strong>mit</strong>hilfe eines Stativs haben <strong>Sie</strong> mehr Freiheit und Flexibilität. Dadurch<br />

können <strong>Sie</strong> die Bildzusammensetzung schnell, einfach und instinktiv anpassen. Falls die Lichtstärke<br />

jedoch zu gering ist, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als ein Stativ einzusetzen.<br />

Strandhäuschen sind praktisch dafür gemacht, fotografiert zu werden. Daher habe ich mich dafür<br />

entschieden, ein bekanntes Küstenressort im Süden von Devon zu besuchen, nur um Bilder von<br />

mehreren Strandhäuschen zu schießen. Meine Kinder dürfen allerdings nichts davon erfahren, dass ich<br />

ohne <strong>Sie</strong> ans Meer gefahren bin…


Outdoor ><br />

Eindrucksvolle Perspektiven<br />

Schöne Strandhäuschen<br />

Da sie Richtung Süden ausgerichtet waren, wusste ich, dass sie sich am besten am Morgen<br />

1 fotografieren ließen. Der tiefblaue Himmel bildete den perfekten Kontrast zu den leuchtend<br />

angemalten Häuschen. Für meine erste Aufnahme verwendete ich das obere Ende meines<br />

17-35-Millimeter-Zooms. Bei einer derart geringen Brennweite musste ich jedoch aufpassen,<br />

meinen eigenen Schatten nicht zu fotografieren.<br />

Strandhäuschen von einem tiefen<br />

Standpunkt oder aus schrägem Winkel <strong>mit</strong><br />

einem Weitwinkelobjektiv zu fotografieren,<br />

um das Bild zu verzerren, ist ein beliebter und<br />

effektiver Ansatz. <strong>Sie</strong> sollten jedoch andere<br />

Möglichkeiten nicht außer Acht lassen.<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> ein <strong>mit</strong>telgroßes Tele- oder<br />

Makroobjektiv, um interessante Details, wie<br />

ein Schlüsselloch, ein verrostetes Scharnier,<br />

abblätternde Farbe, Schrift oder gemalte<br />

Zahlen isoliert zu fotografieren. Die<br />

Bildzusammensetzung sollte <strong>mit</strong> <strong>So</strong>rgfalt und<br />

Bedacht erfolgen. Strahlende Farben<br />

verleihen ihren Bildern das gewisse Etwas.<br />

Strandhäuschen können auch bei einem<br />

dunklen, stürmischen Himmel und<br />

schlechtem Wetter gut aussehen. Je nach<br />

ihrer Lage können <strong>Sie</strong> als Silhouette im<br />

Kontrast zu einem warmen <strong>So</strong>nnenauf- oder<br />

-untergang vorteilhaft aussehen.<br />

Experimentieren <strong>mit</strong> so vielen Winkeln wie<br />

möglich!<br />

Silhouetten<br />

Kreative Zuschnitte<br />

Stellen <strong>Sie</strong> Ihre Kamera auf Zeitautomatik und eine Blendenstufe für genügend Schärfentiefe<br />

2 ein. Ich habe mich für f/11 entschieden. Wenn <strong>Sie</strong> aus der Hand fotografieren, sollten <strong>Sie</strong><br />

eine Verschlusszeit von ungefähr einer 1/100 Sekunde wählen, um Wackler zu vermeiden. Meine<br />

liegt dank der Helligkeit zum Glück bei einer 1/250 Sekunde. Bei meiner ersten Aufnahme stand<br />

ich gerade und hatte das Motiv auf Kopfhöhe. Das Bild sah jedoch langweilig aus, da zu viel Beton<br />

Um den Beton auszublenden, gehe ich ein paar Schritte auf die Häuschen zu. Mithilfe eines<br />

3 Polarisationsfilters wirkt das Blau des Himmels kräftiger. Da die Hütten im Bild nun größer<br />

erscheinen, kommt die Aufnahme besser zur Geltung. Der Himmel sieht jetzt allerdings künstlich<br />

dunkel aus. Man lässt sich leicht von den Effekten des Filters verführen. Zu starke Polarisation ist<br />

ein typischer Fehler bei solchen Aufnahmen.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einem Polarisator arbeiten, sollten <strong>Sie</strong> ihn nicht bei jeder Aufnahme voll<br />

4ausreizen. Stattdessen sollten <strong>Sie</strong> den Filter intuitiv anpassen und Ihre Bilder in regelmäßigem<br />

Abstand kontrollieren, da<strong>mit</strong> der Effekt des Filters nicht zu stark und zu künstlich wird. Um meinen<br />

Fehler zu korrigieren, habe ich den Filter gedreht und dadurch den Effekt reduziert. Das Ergebnis<br />

ist immer noch ansehnlich: Die Farben sind kräftig und dynamisch, aber dieses Mal sehen sie<br />

echter und natürlicher aus.<br />

Die Bildzusammensetzung weiß immer noch nicht zu überzeugen. Daher ist es jetzt an der<br />

5Zeit, aus einem anderen Blickwinkel zu fotografieren. Ich knie mich hin, um die Häuschen<br />

aus einem tieferen Standpunkt zu fotografieren. Indem ich <strong>mit</strong> einem Weitwinkelobjektiv nach<br />

oben fotografiere, lasse ich den Eindruck entstehen, dass die Häuschen verzerrt werden und<br />

zusammenlaufen. Dank des flachen Winkels können wir außerdem einen falschen Eindruck von<br />

Höhe erzeugen, wobei die Häuschen über uns zu thronen scheinen.<br />

50 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Endg<br />

ülti<br />

ge<br />

sBi<br />

Bild<br />

Um die<br />

Ve<br />

rzerru<br />

rru<br />

ng auf di<br />

e Spit<br />

ze<br />

zu<br />

tre<br />

iben,<br />

fotogr<br />

ografi<br />

afiere<br />

n <strong>Sie</strong><br />

im vertik<br />

ale<br />

n<br />

For<br />

mat<br />

und n<br />

eigen<br />

en<br />

die<br />

Kamer<br />

mera,<br />

um<br />

ein<br />

en kreati<br />

ven<br />

Ef<br />

fek<br />

t z<br />

u erz<br />

rzi<br />

elen.<br />

Dur<br />

urch<br />

das<br />

Sc<br />

hrä<br />

gst<br />

ell<br />

en Ihrer<br />

DSL<br />

SLR<br />

wer<br />

den<br />

Ihre<br />

Bil<br />

der<br />

dy<br />

namisc<br />

ische<br />

her<br />

.<br />

Dre<br />

hen<br />

Si<br />

e d<br />

ie Kam<br />

era<br />

im od<br />

er<br />

geg gg egen<br />

en<br />

den<br />

Uhrze<br />

igersi<br />

sinn.<br />

Übert<br />

rei<br />

ben<br />

Si<br />

e es<br />

abe<br />

rnich<br />

icht.<br />

Ruhig bleiben<br />

Wenn <strong>Sie</strong> aus der Hand fotografieren,<br />

halten <strong>Sie</strong> die Kamera fest an Ihr Gesicht<br />

und stemmen Ihre Ellbogen gegen <strong>Ihren</strong><br />

Körper, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> nicht wackeln. Drücken<br />

<strong>Sie</strong> den Auslöser ganz langsam, um<br />

Wackler zu vermeiden.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 51


Kreativprojekt<br />

>Dunkles Stillleben<br />

Blumenbilder<br />

Rosenfoto ...<br />

> ZEIT: > SETUP: 10 MINUTEN > FOTOGRAFIE: 5 MINUTEN > NACHBEARBEITUNG: 20 MINUTEN<br />

> KAMERAAUSRÜSTUNG: NIKON D300 MIT NIKON 50MM F/1,8 UND STATIV<br />

Caroline Wilkinson: Eine Freundin bezog vor Kurzem ihre erste eigene Wohnung und bat mich<br />

um ein paar Blumenbilder für ihre neuen, noch recht nackten Schlafzimmerwände. <strong>Sie</strong> wollte Bilder,<br />

die die Farben ihrer Einrichtung reflektieren, um den Raum etwas einheitlicher und harmonischer<br />

aussehen zu lassen. Die Einrichtung war üppig. Die vorherrschenden Farben waren Schwarz und<br />

Purpurrot. Ein dunkles Stillleben einer purpurroten Chrysantheme – Ihre Lieblingsblume – bot sich also an. Ich<br />

wollte ein Bild schießen, auf dem die plastischen und fast symmetrischen Formen der Blume voll herauskommen,<br />

und entschloss mich für die Vogelperspektive <strong>mit</strong> der Chrysantheme als zentralem Bestandteil. Um einen<br />

Low-Key-Effekt zu erzeugen, musste ich herausfinden, wie und wo das natürliche Licht vom Fenster auf die<br />

Blüten trifft, um für den nötigen Kontrast sorgen zu können und sicherzustellen, dass umliegende Bereiche nicht<br />

belichtet werden. Dann wollte ich eine ähnliche Technik bei einer Rose anwenden. Allerdings sollte hierbei das<br />

Licht so gelenkt werden, dass es nur Teile der Blume erhellt, um eine dunkle, gemäldeartige Oberfläche zu<br />

erzeugen. Die Suche nach purpurroten Rosen und Chrysanthemen war keine einfache Aufgabe. <strong>So</strong> musste ich bei<br />

der Farbe Kompromisse eingehen. Ich wusste ja, dass ich den Farbton später in Photoshop noch verändern<br />

konnte. Ich suchte daher die von der Form her schönsten Exemplare aus, die noch frisch, gleichzeitig aber schon<br />

geöffnet waren.<br />

Das Ablichten der Rose funktioniert nicht viel anders als bei<br />

der Chrysantheme. Allerdings wählte ich eine seitliche<br />

Lichtquelle. Für das Bild schnitt ich ein Loch in die Vorderseite<br />

eines Weinflaschen-Kartons und legte ihn <strong>mit</strong> schwarzem<br />

Papier aus. Außerdem schnitt ich seitlich Klappen in die Kiste,<br />

<strong>mit</strong> denen ich den Lichteinfall vom Fenster auf die Rose<br />

kontrollieren konnte. Für die abschließende Aufnahme der<br />

Rose wählte ich den manuellen Betriebsmodus <strong>mit</strong> 1/15 Sek.<br />

bei f/7,1 (ISO 200). Die Farbe der Rose passte ich genauso an<br />

wie die der Chrysantheme. Allerdings fügte ich ein wenig vom<br />

Filter „Grobe Malerei“ hinzu (Filter>Kunstfilter>Grobe<br />

Malerei), um den Gemäldecharakter zu verstärken. Außerdem<br />

verwendete ich Gaußschen Weichzeichner (2 px), um die<br />

Konturen etwas weicher erscheinen zu lassen (Filter>Weichz<br />

eichnungsfilter>Gaußscher Weichzeichner).<br />

Da<strong>mit</strong> die Chrysantheme so aussieht, als würde sie aus der<br />

1Dunkelheit nach vorne treten, platziere ich sie in einer<br />

Kiste, die ich fast auf gleicher Höhe der Fensterbank<br />

positioniere, sodass natürliches Licht auf die Blume fällt. Um<br />

die Blume in der Kiste so zu fixieren, dass sie gerade steht,<br />

schneide ich ein Loch in ein Stück Karton, das denselben<br />

Durchmesser wie die Kiste hat. In das Loch stecke ich dann die<br />

Blume. Die Nikon D300 stelle ich so ein, dass ich durch den<br />

Sucher von oben auf die Blume herabblicken kann.<br />

Ich stelle die Kamera auf den A-Modus ein (manuelle Blende,<br />

2Belichtungszeit automatisch) und wähle Blende f/7,1, um den<br />

Großteil des Kopfes bzw. den gesamten Kopf in den Fokus zu<br />

bekommen. Durch die automatische Belichtungszeit wird der<br />

Hintergrund <strong>mit</strong>belichtet. Um den gewünschten Effekt zu erzielen,<br />

muss ich das Bild also noch absichtlich unterbelichten. Es wäre<br />

möglich, einen leicht negativen Belichtungsausgleich zu<br />

verwenden. Um aber mehr Kontrolle zu haben, stelle ich die<br />

Belichtung im manuellen Modus selbst ein.<br />

Vorher<br />

Nachher<br />

Zu schwach<br />

Zu stark<br />

Anfangs wähle ich 1/25 Sekunde und Blende f/7,1 (ISO<br />

3200). Außerdem passe ich die Höhe der Blume an, um zu<br />

sehen, welchen Effekt das auf den Lichteinfall, den Kontrast<br />

und die Belichtung hat. Ich stelle fest, dass zu viel Licht auf die<br />

Blume trifft, wenn ich sie so platziere, dass nur ihr Kopf aus der<br />

Kiste herausragt. Dadurch hebt sich die Blume zu sehr vom<br />

Hintergrund ab. Als ich sie in die Kiste hineinschiebe, wird das<br />

Bild zu dunkel und kontrastlos.<br />

Ich will, dass für die Aufnahme genug Licht auf den Kopf<br />

4fällt, um etwas weichen Kontrast zu erzeugen. Gleichzeitig<br />

sollen aber die unteren Blüten immer noch <strong>mit</strong> dem schwarzen<br />

Hintergrund verschmelzen. Um diesen Effekt zu erreichen,<br />

platziere ich die Blume knapp unterhalb der Oberkante der Kiste.<br />

Die Einstellung von f/7,1 und ISO 200 behalte ich bei. Daneben<br />

passe ich die Verschlusszeit auf einen Wert zwischen 1/25 und<br />

1/10 Sekunde an. Die Aufnahme gefällt mir bei 1/15 am besten.<br />

Zur Nachbearbeitung des Bildes öffne ich die Datei in<br />

5Photoshop und verdopple die Ebene (Ebene>Ebene<br />

duplizieren), um nicht direkt auf dem Bild zu arbeiten. Dann<br />

wähle ich das Pinsel-Werkzeug aus. Ich nehme eine Farbprobe<br />

vom schwarzen Hintergrund, indem ich die Alt-Taste gedrückt<br />

halte, und übermale <strong>mit</strong> einem großen, weichen Pinsel alle<br />

Blätter oder blassen Partien des Hintergrunds, um einen<br />

gleichmäßigen Farbton zu erhalten.<br />

52 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Fertiges Bild<br />

Zur Abrundung füge ich dem Bild<br />

etwas weiches Licht hinzu (Filter><br />

Verzerrungsfilter>Weiches Licht),<br />

um die hellen Stellen etwas stärker<br />

herauszuarbeiten.<br />

Um die Blume auszuwählen und ihre Farbe zu ändern,<br />

6klicke ich auf Auswahl>Farbbereich. Mit dem<br />

Pipette-Werkzeug des Dialogfelds klicke ich dann Bereiche der<br />

Blume an, um Farben zur Auswahl hinzuzufügen. Danach<br />

schiebe ich den Regler für die Streuung auf 200 %, da<strong>mit</strong> auch<br />

Details mancher Blüten <strong>mit</strong> aufgenommen werden, die <strong>mit</strong> dem<br />

Hintergrund verschmolzen sind. Ich bestätige danach den<br />

Vorgang <strong>mit</strong> OK.<br />

Um nach der Auswahl des Hintergrunds zur Bearbeitung der<br />

7Blume überzugehen, klicke ich auf Auswahl>Auswahl<br />

umkehren. Danach rufe ich die Option Ebene>Neue<br />

Einstellungsebene>Farbbalance auf, um auf der Grundlage der<br />

Auswahl eine Einstellungsebene zu erstellen. Im Anschluss<br />

verschiebe ich die vier Regler, wobei ich die Lichter, Schatten und<br />

Mitteltöne separat einstelle. Um den purpurroten Ton<br />

nachzuempfinden, erweist sich eine Verschiebung in Richtung Rot,<br />

Magenta und Blau als beste Lösung.<br />

Zum Abschluss drucke die die Bilder auf mattem<br />

8Innova Foto Art-Papier aus und lasse sie<br />

einrahmen. Da drei Bilder immer besser aussehen als<br />

eines oder zwei, drehe ich das Bild der Rose in<br />

Photoshop (Bearbeiten>Transformieren>Vertikal<br />

spiegeln) und verwende dasselbe Bild zwei Mal (an<br />

beiden Enden der Chrysantheme).<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 53


LOVE YOUR BODY, LOVE YOUR LIFE<br />

7/2011 SHAPE UP FOR SUMMER<br />

www.healthandfitnes d<br />

7/2011 // 3,90 €<br />

Exklusiv-Interview<br />

HARLEY<br />

PASTERNAK<br />

Der Personal Trainer von Lady Gaga<br />

verrät seine besten Fitness-Geheimnisse<br />

8TIPPS FÜR EINEN<br />

FLACHEN BAUCH<br />

OPEN WATER<br />

SCHWIMMEN<br />

Nadine & Christian Reichert<br />

Jetzt wird’s heiß!<br />

Fitness-Trend: Pole-Dancing<br />

Fit & sexy wie<br />

Mia Gray<br />

Jünger<br />

aussehen<br />

in 7 Tagen<br />

GEWINNEN<br />

<strong>Sie</strong> ein Personal<br />

Training für<br />

600 EURO!<br />

+<br />

BESSERER SEX,<br />

ABER NATÜRLICH!<br />

BIKINI BODY SPEZIAL –<br />

IN 4 WOCHEN ZUR STRANDFIGUR<br />

PROMI-WORKOUT<br />

ANTI-AGING-DIÄT<br />

Deutschland: EUR 3,90<br />

Österreich:EUR 4,50<br />

Schweiz: CHF 7,60<br />

Benelux: CHF 4,50<br />

JETZT IM HANDEL<br />

Bei allen guten Zeitschriftenhändlern


Outdoor<br />

>Lichtgemälde<br />

<br />

<br />

Bringen <strong>Sie</strong> Licht ins Dunkel<br />

> ZEIT: ZWEI STUNDEN > AUSRÜSTUNG: CANON EOS 5D MARK II, EF 16-35MM F2,8L USM MARK II > AUSSERDEM: STATIV, LED-TASCHENLAMPEN UND SCHNUR<br />

Michael Bosanko: Versetzen <strong>Sie</strong> sich zurück in Ihre Kindheit.<br />

<strong>Sie</strong> beobachten ein Feuerwerk. Es ist dunkel, kalt, und <strong>Sie</strong> tragen<br />

mehr Kleidungsschichten als eine reife Zwiebel. Irgendwie ist es nicht<br />

besonders attraktiv, unter diesen Bedingungen im Freien<br />

herumzuspazieren. Dann aber drückt Ihnen jemand eine Wunderkerze in die<br />

Hand, und während sie abbrennt, vergessen <strong>Sie</strong> vor lauter Freude die Kälte um<br />

sich herum und malen <strong>mit</strong> der Wunderkerze tolle Figuren und Kreise in den<br />

Nachthimmel. Die Aufnahme von Lichtkreisen ist eine Weiterentwicklung dieses<br />

Kinderspiels. Erleben <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einigen einfachen Taschenlampen, einer<br />

DSLR-Kamera und einem Stativ ausgerüstet die schöne Zeit noch einmal, indem<br />

<strong>Sie</strong> wunderbare Bilder erzeugen, die sie nicht einmal mehr nachbearbeiten<br />

müssen. Diese Technik funktioniert am besten in Gebieten <strong>mit</strong> wenig externer<br />

Lichteinstreuung. Daher machte ich mich abends auf ins Heideland, um zu<br />

sehen, welche Formen ich herstellen kann.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 55


Outdoor<br />

>Lichtgemälde<br />

Fantastisches LED-Licht!<br />

Zuerst peppe ich die Taschenlampen etwas auf, indem ich die vordere<br />

1Abdeckscheibe <strong>mit</strong> bunten Gels bedecke. Farbiges Azetat oder Bonbonpapier<br />

funktioniert aber genauso gut. Gels und Azetat sind in Kunstläden oder online recht<br />

einfach zu bekommen. Wenn <strong>Sie</strong> eine sehr helle Taschenlampe haben, kann es<br />

sinnvoll sein, mehrere Schichten Gel aufzutragen, um sicherzugehen, dass der<br />

Strahl ausreichend Farbe erzeugt.<br />

In diesem Fotokurs wollen wir zwar<br />

Lichtkreise erzeugen. Die Technik<br />

funktioniert aber genauso gut für<br />

andere Formen. <strong>Sie</strong> können <strong>mit</strong> den<br />

Taschenlampen Wellenlinien in die<br />

Aufnahme zaubern, die Umrisse<br />

eines Motivs wie etwa eines Autos<br />

nachzeichnen, oder sogar einige<br />

menschlich aussehende<br />

„Lichtfiguren“ erschaffen. Wie bei<br />

den meisten Fototechniken sind der<br />

Fantasie keine Grenzen gesetzt.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> einmal <strong>mit</strong> den Grundlagen<br />

vertraut sind, können <strong>Sie</strong><br />

verschiedene Lichtquellen<br />

verwenden, um da<strong>mit</strong> dynamische,<br />

mehrfarbige Gemälde herzustellen,<br />

die den Himmel zum Leuchten<br />

bringen.<br />

© MICHAEL BOSANKO © MICHAEL BOSANKO<br />

Wenn <strong>Sie</strong> mehr als eine Lampe haben, können <strong>Sie</strong> sie zusammenkleben und da<strong>mit</strong><br />

2mehrspurige Lichtlinien zeichnen. Ich befestige das Paket an einer Hundeleine. Ein langes<br />

Stück Schnur ist aber hierfür ebenso gut geeignet. Überprüfen <strong>Sie</strong> noch einmal, dass alles gut hält<br />

und sich keine Teile lösen können. Da<strong>mit</strong> vermeiden <strong>Sie</strong> es, die Taschenlampen wie Geschosse<br />

durch den Nachthimmel zu schleudern und im schlimmsten Fall Ihre Kameralinse zu beschädigen.<br />

Da <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> langen Belichtungszeiten arbeiten, brauchen <strong>Sie</strong> unbedingt ein Stativ, auf dem die<br />

3Kamera felsenfest hält. Wählen <strong>Sie</strong> eines <strong>mit</strong> voneinander unabhängig einstellbaren Beinen, das<br />

auch im unwegsamen Gelände gut steht. Wenn <strong>Sie</strong> einen Fernauslöser besitzen, sollten <strong>Sie</strong> ihn<br />

ebenfalls <strong>mit</strong>nehmen, um Bilder ohne Verwacklungen schießen zu können. Die Kameraeinstellung<br />

hängt vom Umgebungslicht ab. Ein guter Ausgangspunkt ist eine Einstellung der Blende auf f/8, die<br />

Verwendung eines niedrigen ISO-Wertes und der Einsatz des Bulb-Modus (Langzeitbelichtung). Die<br />

Nutzung des Autofokus ist bei Nacht eine ziemlich heikle Angelegenheit. Wo möglich sollten <strong>Sie</strong> den<br />

Fokus manuell einstellen. Alternativ können <strong>Sie</strong> eine helle Lichtquelle am geplanten Standort Ihres<br />

Gemäldes einrichten und den Autofokus darauf einstellen. Bevor <strong>Sie</strong> den Verschluss betätigen, achten<br />

<strong>Sie</strong> darauf, wieder in den manuellen Fokus umzuschalten, da<strong>mit</strong> die Linse nicht die ganze Zeit weiter<br />

nach neuen Fokuspunkten sucht.<br />

Ich habe einen hervorragenden Platz für meine Lichtbilder gefunden, wo ich vor einem<br />

4 Hintergrund schroffer Felsen „malen“ kann. Jetzt ist es soweit! Nach der Bildkomposition<br />

stelle ich mich an meinen Standort, der weit genug von der Kamera und anderen Hindernissen<br />

entfernt ist. Bitten <strong>Sie</strong> einen Freund darum, den Fernauslöser zu bedienen. Wenn <strong>Sie</strong> so wie ich<br />

alleine arbeiten, benutzen <strong>Sie</strong> den Selbstauslöser der Kamera.<br />

56 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Fertiges Bild<br />

<strong>Sie</strong> können Ihr Lichtgemälde noch<br />

weiter aufwerten, indem <strong>Sie</strong> noch<br />

andere Effekte hinzufügen. <strong>So</strong><br />

können <strong>Sie</strong> beispielsweise <strong>mit</strong> der<br />

Taschenlampe in die Linse leuchten<br />

und sie ein- und ausschalten, um<br />

leuchtende Sterne zu erzeugen.<br />

Ich halte die Hundeleine in der Hand und beginne, die Taschenlampe im Kreis zu schwingen,<br />

5nachdem sich der Verschluss der Kamera geöffnet hat. Danach beginne ich, mich langsam um<br />

die eigene Achse zu drehen. Als ich wieder an meinem Ausgangspunkt angekommen bin, schalte<br />

ich die Taschenlampe aus. Es ist wichtig, dass man sich selbst ständig bewegt, um nicht als Teil<br />

des Bilds zu erscheinen.<br />

Auch nach Ihrer „Lichtershow“ erscheint der Hintergrund wahrscheinlich schwarz. Um die<br />

6Umgebung etwas aufzuhellen, gehe ich seitlich hinter die Kamera, nehme ein Blitzgerät in die<br />

Hand und feuere manuell <strong>mit</strong> der „Pilot“-Taste zwei Lichtblitze ab. Lassen <strong>Sie</strong> sich ausreichend<br />

Zeit. Für diese Aufnahme habe ich eine Belichtungsdauer von 17 Minuten verwendet.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 57


Anfänger<br />

LERNEN SIE DIE GRUNDLAGEN VON SCHWARZ & WEISS UND BRINGEN SIE<br />

DIE GEHEIMNISSE DER SCHWARZWEISS-FOTOGRAFIE IN ERFAHRUNG<br />

EI<br />

NIGE MENSCHEN BEHAUPTEN, dass in Schwarzweiß alles mehr Sinn ergibt. Wir sind uns nicht sicher, ob das wahr ist,<br />

aber wir sind der Meinung, dass <strong>Fotos</strong> in Schwarzweiß oft am besten aussehen. Seit Anbeginn der <strong>Fotografie</strong> waren<br />

Schwarzweiß-Bilder immer eine Quelle von Inspiration, Emotionen, Antrieb, Ärger, übermäßiger Freude und von<br />

Traurigkeit für diejenigen, die sie betrachteten. Genauso wie ein kühles Glas Mineralwasser ist ein Schwarzweiß-Bild<br />

frisch und rein. Ohne Farben scheint die Seele des Bildes zum Vorschein zu kommen. Die grauen Schatten, die ins Auge<br />

springen, scheinen eine Wahrheit aufzudecken, von der durch die Farben abgelenkt wurde.<br />

Da haben wir’s. Wir geraten schon wieder über die Magie von Schwarzweiß ins Schwärmen. Aber wie könnte es<br />

au<br />

ch anders sein, wenn man einmal von diesem Zauber erfasst wurde. Die Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> hat Amateurund<br />

Profi-Fotografen seit Generationen in ihren Bann gezogen. Haben <strong>Sie</strong> sich schon mal gefragt, ob ein Bild von<br />

An<br />

sel Adams in Farbe besser aussehen würde? Oder ob Bailey sich einen Namen gemacht hätte, wenn er einen<br />

Farb- statt einem Schwarzweiß-Film in seine Kamera eingelegt hätte? Natürlich kann man jetzt sagen, dass die<br />

Fa<br />

rbfotografie damals noch in den Kinderschuhen steckte und deshalb gar keine andere Wahl blieb als<br />

Schwarzweiß. Das stimmt natürlich, aber man muss trotzdem festhalten: Farbbilder haben nie so großartig<br />

au<br />

sgesehen. Warum also ist die Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> heute populärer als je zuvor, und warum dürstet es <strong>Sie</strong>nach<br />

mehr als einer halben Seite immer noch nach mehr Wissen, wie <strong>Sie</strong> Ihr Können und Ihre Technik verbessern könn<br />

nnen<br />

en,<br />

um ate<br />

mberaubende Schwarzweiß-Bilder machen zu können?<br />

DieAn<br />

twort lautet, dass fast alle von uns die Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> als etwas Besonderes schätzen. Manch<br />

chma<br />

l<br />

fehl<br />

en uns allerdings die Worte, um das Besondere daran zu beschreiben. Des Weiteren sind wir alle darauf aus,<br />

unse<br />

sere<br />

Fähigkeiten im Hinblick auf die Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> auszubauen. Wir wollen nicht nur ein<br />

Sc<br />

hwar<br />

zweiß-Bild machen, sondern eines, das vor Kreativität und Ästhetik nur so strotzt.<br />

AmAnfang des Leitfadens für Anfänger in diesem Monat steht eine kurze, „Zurück-zu-den-Wurzeln”-Übersich<br />

cht,<br />

wi<br />

e Farb<br />

rben<br />

bei Schwarzweiß-Bildern zur Geltung kommen und wie man Farbbilder in Schwarzweiß umwandel<br />

elt.<br />

Anschl<br />

ieße<br />

nd tauchen wir aber gleich in vier kreative Techniken ein, die wir Ihnen ans Herz legen. <strong>Sie</strong> werden sehen,<br />

dassdie dig<br />

igitale Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> aus den klassischen Schwarzweiß-Techniken vom Film und<br />

Du<br />

nkel<br />

kammer<br />

fotografen schöpft. Heutzutage profitieren wir von diesem Wissen. Mit Ihrer DSLR und<br />

Na<br />

ch<br />

be<br />

ar<br />

beitungstete chni<br />

nike<br />

kenwe<br />

werd<br />

rden<br />

Ihn<br />

en Bilder gelingen, auf die selbst die großen Meister stolz wären.


Anfänger<br />

>Kreative Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> >Grundlagen<br />

Die Grundlagen der Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong><br />

Lernen <strong>Sie</strong>, noch kreativere Schwarzweiß-<strong>Fotos</strong> zu schießen.<br />

Im Einsteigerkurs der Woche wollen wir <strong>Sie</strong> dazu<br />

bringen, (zumindest vorübergehend) die Welt nur<br />

noch schwarzweiß zu sehen. Lernen <strong>Sie</strong>, die Welt in<br />

ihren Grauschattierungen kennen. Wir geben zu, dass<br />

das kein einfaches Unterfangen ist. Wenn man aber<br />

tolle SW-Bilder aufnehmen will, ist es eine große Hilfe,<br />

wenn man sich vorstellen kann, wie Farben im<br />

Monochromstil aussehen.<br />

Auf dieser Seite bringen wir Ihnen die Grundlagen bei,<br />

die <strong>Sie</strong> lernen und verstehen müssen, um<br />

faszinierende Schwarzweiß-Bilder zu schießen. Ihnen<br />

ist sicherlich bereits bewusst, dass die Mehrzahl der<br />

monochromen Bilder auf dem Computerbildschirm<br />

entstehen, was aber nicht heißt, dass wichtige<br />

Kameratechniken in diesem Bereich unwichtig wären,<br />

wie <strong>Sie</strong> auf den folgenden Seiten feststellen werden.<br />

Plug-ins für Schwarzweiß-Bilder<br />

Es gibt eine Reihe von verfügbaren Plugins,<br />

anhand derer <strong>Sie</strong> die Funktionen<br />

Ihrer <strong>So</strong>ftware erweitern können. Wenn<br />

<strong>Sie</strong> sich ernsthaft <strong>mit</strong> der SW-<strong>Fotografie</strong><br />

beschäftigen wollen, möchten wir Ihnen das Programm<br />

Silver Efex Pro von Nik <strong>So</strong>ftware ans Herz legen, das für<br />

Photoshop und Lightroom verfügbar ist. Das Programm<br />

kostet 159,95 Euro und eröffnet <strong>Ihren</strong> monochromen<br />

Bildern neue Dimensionen (www.colourconfidence.<br />

com).<br />

Wichtigste Fertigkeit:<br />

Die Welt schwarzweiß sehen<br />

Bevor <strong>Sie</strong> weiterlesen, wollen wir <strong>Sie</strong> an unsere goldene<br />

Regel erinnern: Stellen <strong>Sie</strong> Ihre DSLR auf den<br />

Raw+JPEG- oder Raw-Modus ein.<br />

Sind <strong>Sie</strong> soweit? Dann kann es losgehen. Zunächst wollen<br />

wir eine häufig gestellte Frage beantworten: Wenn im<br />

Bildstil-Menü der Kamera ein Schwarzweiß-Modus<br />

enthalten ist, sollten <strong>Sie</strong> die Funktion dann verwenden? Die<br />

Antwort ist: ja. Das ist wahrscheinlich für viele Leser eine<br />

Überraschung. Lassen <strong>Sie</strong> es uns erklären. Der einfachste<br />

Weg, die Welt nur noch schwarz und weiß zu sehen, ist es,<br />

den Bildstil der DSLR auf Schwarzweiß-Aufnahmen zu<br />

stellen und dann die Live View-Funktion einzuschalten.<br />

Noch bevor <strong>Sie</strong> „Schwarzweiß-Foto“ sagen können, hat der<br />

LCD-Monitor Ihre Umgebung bereits zu einem<br />

monochromen Bild umgewandelt. <strong>Sie</strong> müssen nicht mehr<br />

darüber spekulieren, wie die Farben im fertigen Bild<br />

aussehen werden. <strong>Sie</strong> sehen das Bild noch vor dem<br />

Drücken des Auslösers vor sich. Und da <strong>Sie</strong> ja in<br />

„Raw+JPEG“ arbeiten, bekommen <strong>Sie</strong> ein<br />

Mono-JPEG-Bild angezeigt und erhalten nachher eine<br />

Raw-Datei, <strong>mit</strong> der <strong>Sie</strong> arbeiten können. Dieser letzte Punkt<br />

ist wichtig, wenn Ihre DSLR über kein Live View verfügt, da<br />

<strong>Sie</strong> in diesem Fall das JPEG-Format zur Kontrolle der Szene<br />

im LCD-Display nutzen können. Wenn <strong>Sie</strong> versehentlich<br />

nur im JPEG-Modus aufnehmen, raten wir Ihnen, Ihre<br />

DSLR nachher nicht mehr auf den SW-Modus<br />

umzuschalten, da sonst Daten verloren gehen. Machen <strong>Sie</strong><br />

stattdessen Ihre Aufnahmen in Farbe und wandeln <strong>Sie</strong> sie<br />

bei der Nachbearbeitung um.<br />

Farbtöne in Grau<br />

Eine der zweifelsohne schwierigsten Aufgaben ist es,<br />

sich Farben in Schwarzweiß vorzustellen. Unser Live<br />

View-Tipp ist bereits eine gute Hilfe. Aber was ist,<br />

wenn man eine Aufnahme arrangieren will und nicht<br />

weiß, wie die Farben im monochromen Modus<br />

wiedergegeben werden? Unten sehen <strong>Sie</strong> eine<br />

Macbeth-Farbkarte, die Ihnen zeigt, wie<br />

verschiedene Farben <strong>mit</strong> den verschiedenen<br />

Umwandlungsmethoden als monochrome Töne<br />

aussehen. <strong>Sie</strong> werden <strong>mit</strong> der Zeit ein Gespür hierfür<br />

entwickeln. Wir empfehlen Ihnen dennoch, weiter<br />

Mono-Aufnahmen zu machen, und sich dann erst<br />

die Farbtöne vorzustellen, bevor <strong>Sie</strong> sich das<br />

Ergebnis ansehen. <strong>Sie</strong> werden <strong>mit</strong> jedem Foto einen<br />

besseren Instinkt für die SW-Aufnahmen bekommen.<br />

Umwandlung von Farbe in Schwarzweiß <strong>mit</strong> Photoshop<br />

Wie oben schon kurz angesprochen, ist es<br />

bei der Erstellung von SW-Bildern aus<br />

Aufnahmen der DSLR besser, <strong>So</strong>ftware wie<br />

Photoshop zu verwenden, als die<br />

Umwandlung durch die Kamera vornehmen<br />

zu lassen. Der Grund hierfür ist einfach: Die<br />

DSLR liefert zwar gute Resultate, aber <strong>mit</strong><br />

Photoshop-Methoden gelangen <strong>Sie</strong> zu<br />

besseren Ergebnissen. Es gibt verschiedene<br />

Wege, in Photoshop Bilder in<br />

Mono-Aufnahmen umzuwandeln. Wir<br />

wollen an dieser Stelle drei davon behandeln<br />

– von der einfachsten bis zur<br />

anspruchsvollsten Technik. Mit letzterer<br />

haben <strong>Sie</strong> mehr Kontrolle und können<br />

letztendlich bessere Resultate erreichen. Die<br />

einfachste Methode, die wir allerdings nicht<br />

empfehlen, ist die Graustufen-Funktion, die<br />

<strong>Sie</strong> unter Bild>Modus>Graustufen finden.<br />

Wie auch bei der Aufnahme eines<br />

monochromen Bilds werden hierbei alle<br />

wichtigen Farbinformationen des <strong>Fotos</strong><br />

ignoriert. Von dieser Methode sollten <strong>Sie</strong> die<br />

Finger lassen!<br />

Basismethode<br />

SÄTTIGUNG VERRINGERN<br />

Bild>Korrekturen>Sättigung verringern.<br />

Verfügbar in CS und Elements<br />

Die den Graustufen sehr ähnliche Methode ist schnell<br />

und einfach. Die Ausgabe kann aber im Vergleich zu<br />

anderen Methoden fad und wenig plastisch erscheinen.<br />

<strong>Sie</strong> können zwar den Kontrast per Tonwertkorrektur<br />

oder Gradationskurven noch anpassen. Aber wenn<br />

<strong>Sie</strong> nicht gerade unter Zeitdruck stehen, sollten <strong>Sie</strong> die<br />

unten vorgeschlagenen Alternativen nutzen. Wenn <strong>Sie</strong><br />

diese Methode dennoch verwenden möchten, sollten<br />

<strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einer Kopie Ihrer Bildebene arbeiten, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong>,<br />

wenn nötig, die Ebene und die Einstellungen wieder<br />

löschen können<br />

Weiterführende Methode<br />

FARBTON/SÄTTIGUNG<br />

Ebene>Neue Einstellungsebene>Farbton/<br />

Sättigung.<br />

Verfügbar in CS und Elements<br />

Es ist immer besser, <strong>mit</strong> einer Einstellungsebene zu<br />

arbeiten, da<strong>mit</strong> man Änderungen vornehmen kann,<br />

ohne das Originalbild zu verfälschen. Die Methode<br />

ist vielseitig und leicht in der Anwendung. Schieben<br />

<strong>Sie</strong> den Sättigungsregler nach links, um die Farbe<br />

herauszunehmen, wählen <strong>Sie</strong> dann über das Dropdown-Menü<br />

einzelne Farben aus und verändern <strong>Sie</strong><br />

<strong>mit</strong> dem Helligkeitsregler die Farben.<br />

Fortgeschrittene Methode<br />

SCHWARZWEISS-EBENE<br />

Ebene>Neue<br />

Einstellungsebene>Schwarzweiß.<br />

Verfügbar in CS<br />

Eine Stufe schwerer aber auch professioneller<br />

als die Methode <strong>mit</strong> Farbton und Sättigung.<br />

Eine SW-Einstellungsebene bietet Ihnen<br />

weitere Optionen zur Feineinstellung einzelner<br />

Farben und Töne im Bild, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> eine<br />

maximale Wirkung erzielen können. Es gibt<br />

auch eine Palette vordefinierter Filter, welche<br />

die Wirkung von auf der Linse angebrachten<br />

Farbfiltern nachahmen.<br />

60 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Anfänger<br />

Grundlagen < Kreative Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> <<br />

LEE FROST<br />

Fortgeschrittene Methode<br />

KANALMIXER<br />

Ebene>Neue<br />

Einstellungsebene>Kanalmixer<br />

Verfügbar in CS<br />

Dies ist eines der wirkungsvollsten aber<br />

auch anspruchsvollsten Mittel, ein Bild in<br />

ein SW-Foto umzuwandeln. Der Kanalmixer<br />

ermöglicht Ihnen die Kontrolle darüber, wie<br />

viel die drei Farbkanäle (Rot, Grün und Blau)<br />

zum endgültigen monochromen Bild beitragen<br />

sollen. Für optimale Bildqualität sollte der<br />

Gesamtanteil aller Regler 100 % betragen.<br />

Wie Filter monochrome Bilder beeinflussen<br />

Viele Fotografen verwenden immer noch Farbfilter auf der Linse,<br />

wenn sie Mono-Aufnahmen machen, um bestimmte Effekte zu<br />

erzielen. Die verschiedenen Farben haben unterschiedliche<br />

Wirkungen. In der Tabelle haben wir die gängigsten Typen sowie<br />

deren Wirkung und die Situationen aufgelistet, in denen sie am<br />

sinnvollsten eingesetzt werden können. Ihre DSLR enthält in den<br />

Optionen für den SW-Bildstil vermutlich ähnliche Filter, die <strong>Sie</strong><br />

zuerst ausprobieren können. In der Regel funktionieren optische<br />

Filter aber unserer Erfahrung nach besser. Daneben ist es möglich,<br />

in Photoshop <strong>mit</strong> Pseudofiltern ähnliche Effekte zu erzeugen.<br />

Filtereffekt<br />

Rot: Verdunkelt blaue Himmelsausschnitte sowie Blätterwerk<br />

beträchtlich und ist dadurch wie geschaffen für stimmungsvolle<br />

Landschaftsbilder.<br />

Orange: Wirkt ähnlich wie Rot, ist aber nicht ganz so kräftig,<br />

weshalb es eine gute Wahl ist, wenn man keine ganz so<br />

drastischen Effekte erreichen will.<br />

Gelb: Hat noch weniger Wirkung als Orange und ist dadurch wie<br />

geschaffen für allgemeine Landschaftsbilder.<br />

Grün: Verdunkelt Rot- und Blautöne, hellt Grün- und Gelbtöne<br />

auf. Kann Hauttöne verbessern und dadurch zum Erstellen<br />

vorteilhafter Porträtbilder genutzt werden.<br />

Original<br />

Rot<br />

Gelb<br />

Ungefiltert<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 61


Anfänger<br />

>Kreative Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> >Einsatz von Kanalmixern<br />

Erzeugen <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Schwarzweiß-<br />

Bildern Spannung<br />

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Schwarzweiß-<strong>Fotos</strong> herzustellen. Wir zeigen Ihnen eine fantastische Technik, <strong>mit</strong> der<br />

<strong>Sie</strong> Landschaftsbilder zum Leben erwecken und das Schwarzweiß-Potenzial Ihrer Bilder voll ausschöpfen können.<br />

BEIM AUFNEHMEN VON LANDSCHAFTSBILDERN machen sich die<br />

meisten Hobbyfotografen nur wenig Gedanken darüber, wie die Ergebnisse im<br />

Monoformat aussehen könnten. Das ist nur allzu verständlich, da die<br />

überwiegende Mehrzahl der Bilder farbig bleibt. Wir wollen jetzt nicht so weit<br />

gehen, <strong>Sie</strong> dazu anzuleiten, sich jede einzelne Szene als Schwarzweiß-Bild<br />

vorzustellen. Doch ab und zu sollten <strong>Sie</strong> das schon machen. Die Aufnahme<br />

von Bildern, die nachher in Monofotos umgewandelt werden können, ist eine<br />

Wissenschaft für sich. Wenn man vorhat, eine aufgenommene Szene zum<br />

monochromen Bild umzuwandeln, muss man Faktoren berücksichtigen,<br />

welche die Wirkung des Bildes (bzw. dessen fehlende Wirkung) nach dem<br />

Umwandeln beeinflussen. Um zu vermeiden, dass die Bilder nach Verblassen<br />

der Farben leblos wirken, muss man ein besonderes Augenmerk auf die<br />

Komposition, das Spektrum der Grautöne, die Formen und die Motive im<br />

Vordergrund legen.<br />

Zuallererst ist es wichtig, stark farblich gesättigte Umgebungen wie<br />

<strong>So</strong>nnenuntergänge sowie <strong>So</strong>nnenblumen- oder Rapsfelder zu meiden, da ein<br />

Schwarzweiß-Bild diesen Szenen sicherlich nicht gerecht werden kann.<br />

Denken <strong>Sie</strong> daran, dass jede Farbe eine eigene Grauschattierung hat, wenn sie<br />

in einen Schwarzweiß-Ton umgewandelt wird. Halten <strong>Sie</strong> also Ausschau nach<br />

Szenen, die eine große Bandbreite an Licht und Dunkel aufweisen. Andernfalls<br />

besteht das Risiko, dass das Bild am Ende flach aussieht und kein breites<br />

Spektrum an Grautönen aufweist.<br />

Ein wesentlicher Bestandteil von Mono-Landschaftsbildern sind Formen.<br />

Suchen <strong>Sie</strong> daher Szenen <strong>mit</strong> Struktur, starken Linien und ungewöhnlichen<br />

Formen, die Kontrast ins Schwarzweiß-Bild bringen. Im Vordergrund sollten<br />

sich Motive befinden, die das Interesse des Betrachters wecken. Nasse Felsen<br />

sind hervorragend dazu geeignet, Kontrast herzustellen. Besonders die Stellen,<br />

an denen die <strong>So</strong>nne von der nassen Oberfläche hell reflektiert wird, bieten sich<br />

als optischer Blickfang an. Ein raues Klima kann oft helfen, die Dramatik in<br />

den Bildern zu steigern. Dicke Donnerwolken sind ein wundervolles Motiv. <strong>Sie</strong><br />

sollten es vermeiden, bei wolkenlosem Himmel zu fotografieren, weil Ihnen<br />

dies nur graue, leblose Bilder liefern wird. Wenn <strong>Sie</strong> keine massiven<br />

Quellwolken vor sich haben, können <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dem Nachbelichter-Werkzeug<br />

selektiv die Belichtung anpassen und die Wolken verdunkeln, um die Szene<br />

dramatischer zu gestalten.<br />

Gerichtetes Licht ist am besten geeignet, um Kontrast zu erzeugen, doch<br />

Mutter Natur liefert uns nicht immer die perfekten Rahmenbedingungen zum<br />

<strong>Fotografie</strong>ren. Dies ist aber kein Grund, zu verzagen, da man <strong>mit</strong> den<br />

Abwedler- und Nachbelichter-Werkzeugen selektiv die Belichtung anpassen<br />

kann, um milde Mitteltöne zu Glanzpunkten und Schatten zu verwandeln, um<br />

so noch mehr Stimmung zu erzeugen.<br />

Die Umwandlung von Bildern <strong>mit</strong> Hilfe des Programms Adobe Camera<br />

Raw oder unter Einsatz einer Schwarzweiß-Einstellungsebene sind beides<br />

hervorragende Wege, um tolle Ergebnisse zu erreichen. Auf beide werden wir<br />

später noch genauer eingehen. Nicht zu verachten ist auch der Kanalmixer,<br />

der bis zur Einführung von CS3 für viele die Methode der Wahl darstellte. Der<br />

Kanalmixer ist qualitativ besser und von den Kontrollmöglichkeiten her um<br />

Einiges umfangreicher als die einfache Graustufen-Umwandlung. Er ist zwar<br />

nicht so technisch ausgereift wie die anderen Methoden, ermöglicht es aber,<br />

<strong>mit</strong> den Farbinformationen eines Bilds das Spektrum der Grautöne präziser zu<br />

erweitern. Gleichzeitig ist der Kanalmixer immer noch eine der besten<br />

Möglichkeiten, extreme Kontraste herauszuarbeiten.<br />

Schritt 1 Öffnen <strong>Sie</strong> Ihr Bild <strong>mit</strong> Photoshop Adobe Camera Raw. Als<br />

Allererstes sollten <strong>Sie</strong> alle notwendigen Belichtungsanpassungen vornehmen,<br />

da<strong>mit</strong> das Bild so aussieht, wie <strong>Sie</strong> es sich vorstellen. Bei diesem Bild haben wir<br />

den Belichtungsregler eingestellt, indem wir einen positiven Wert eingegeben<br />

haben, um das Bild aufzuhellen. Mit dem Regler für die Schwarztöne haben wir<br />

leicht den Kontrast erhöht.<br />

Schritt 2 Wenn <strong>Sie</strong> das Bild in Photoshop öffnen, halten <strong>Sie</strong> die<br />

Cmd- oder Umschalttaste gedrückt. <strong>So</strong> wird aus der Schaltfläche „Bild<br />

öffnen“ die Schaltfläche „Objekt öffnen“. Wenn <strong>Sie</strong> später die<br />

Raw-Dateien erneut bearbeiten möchten, weil <strong>Sie</strong> beispielsweise die<br />

Belichtung anpassen möchten, können <strong>Sie</strong> durch einen Doppelklick auf<br />

die Photoshop-Ebene zu Adobe Camera Raw zurückkehren.<br />

Schritt 3 Duplizieren <strong>Sie</strong> nun die Ebene über Ebene> Ebene<br />

duplizieren und fügen ein Raster ein. Dies ermöglicht es Ihnen,<br />

über einen Klick und Bestätigung des erscheinenden<br />

Dialogfelds Veränderungen vorzunehmen. Klicken <strong>Sie</strong> dann auf<br />

Ebene>Neue Einstellungsebene>Kanalmixer, um das<br />

zugehörige Dialogfeld zu öffnen. Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong><br />

Einstellungsebenen arbeiten, können <strong>Sie</strong> einfach die Ebenen<br />

löschen, um eine Umwandlung rückgängig zu machen. Das<br />

Originalbild bleibt dabei unberührt.<br />

Schritt 4 Klicken <strong>Sie</strong> zunächst das Schwarzweiß-Kästchen<br />

an, um das Bild umzuwandeln. Verändern <strong>Sie</strong> nun über die<br />

Regler die Rot-, Grün- und Blau-Kanäle, um den Kontrast zu<br />

verbessern. Die besten Ergebnisse erreichen <strong>Sie</strong>, wenn <strong>Sie</strong><br />

keine Tiefen oder Lichter verlieren, indem <strong>Sie</strong> darauf achten,<br />

dass der Gesamtwert immer bei 100 % liegt. <strong>Sie</strong> können den<br />

Anteil unterhalb der Regler kontrollieren. <strong>Sie</strong> werden feststellen,<br />

dass sich bei den Reglern auch der Gesamtwert verändert,<br />

wenn <strong>Sie</strong> die Farben verändern.<br />

Schritt 5 Dies ist ein Negativbeispiel. <strong>Sie</strong> sehen hier einen<br />

Gesamtwert von 200 %. Die Tiefen kommen zwar gut zur<br />

Geltung, doch liegen die Lichter über dem Schwellenwert. Der<br />

Himmel und das Wasser haben an Detailgenauigkeit verloren.<br />

Es kommt also auf die richtige Balance an. Wenn <strong>Sie</strong> feststellen,<br />

dass <strong>Sie</strong> einige konzentrierte grelle oder dunkle Bereiche haben,<br />

die <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> den Kanälen nicht nachbessern können, warten <strong>Sie</strong><br />

bis zum nächsten Schritt. Vermeiden <strong>Sie</strong> vorerst einfach nur<br />

einen übertriebenen Ausgleich.<br />

62 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Anfänger<br />

Einsatz von Kanalmixern< Kreative Schwarzweiß-<strong>Fotografie</strong> <<br />

Fertiges Bild<br />

Mit Hilfe der Werkzeuge zum<br />

Abwedeln und Nachbelichten<br />

verschieben <strong>Sie</strong> über- und<br />

unterbelichtete Partien wieder in den<br />

Normalbereich und erhalten dadurch<br />

ein brillanteres monochromes Bild.<br />

Falsch Richtig<br />

Schritt 6 Rufen <strong>Sie</strong> wieder die Liste der Ebenen auf und<br />

wählen die duplizierte Ebene aus. Wenn es bestimmte Bereiche<br />

gibt, die etwas aufgehellt werden müssen, wählen <strong>Sie</strong> in der<br />

Werkzeugleiste das Abwedler-Werkzeug aus. Suchen <strong>Sie</strong> sich<br />

dann in der Optionsleiste (der obersten Werkzeugleiste) einen<br />

großen, weichen Pinsel aus. Wir haben einen Durchmesser von<br />

900 px <strong>mit</strong> 0 % Härte verwendet. Wählen <strong>Sie</strong> dann im<br />

Drop-down-Menüs des Spektrums die Tiefen aus, stellen <strong>Sie</strong> die<br />

Belichtung auf nur 4 % und markieren die Option zum Schutz der<br />

Grautöne.<br />

Schritt 7 Bearbeiten <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dem Pinsel den Bereich, den<br />

<strong>Sie</strong> aufhellen möchten. Wenn Ihr Pinsel zu hart oder die<br />

Belichtung zu stark ist, hinterlässt der Pinsel in den<br />

bearbeiteten Bereichen Kreise. Um die bestmöglichen<br />

Resultate zu erreichen, sollten <strong>Sie</strong> den Effekt langsam<br />

aufbauen. Es kann helfen, den Bereich durch Drücken von Cmd<br />

und + zu vergrößern. Wechseln <strong>Sie</strong> jetzt bei den Grautönen auf<br />

die Mitteltöne und hellen die grauen Bereiche auf, indem <strong>Sie</strong> die<br />

Pinselgröße und Belichtung wie gewünscht anpassen.<br />

Schritt 8 Wiederholen <strong>Sie</strong> Schritt 7 <strong>mit</strong> dem<br />

Nachbelichter-Werkzeug, das <strong>Sie</strong> in der Werkzeugleiste unterhalb<br />

des Abwedler-Werkzeugs finden. Stellen sie einen niedrigen<br />

Belichtungswert ein und wählen für Ihr Spektrum an Grautönen<br />

einen Mittelton und einen weichen, großen Pinsel. Konzentrieren<br />

<strong>Sie</strong> sich auf die Tiefen und die dunkleren Mitteltöne. Erhöhen <strong>Sie</strong><br />

den Kontrast, indem <strong>Sie</strong> so viel Grau wie möglich herausnehmen,<br />

ohne Details zu verlieren, und die Schwarztöne verstärken. Wenn<br />

<strong>Sie</strong> diesen Schritt richtig ausführen, können <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> besonders<br />

bedrohliche Wolken erzeugen.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 63


Anfänger<br />

>Kreative Schwarzweißfotografie >Simulation eines Infrarotfilms<br />

Umwandeln von Farbbildern zu Mono-Infrarotaufnahmen<br />

<strong>Sie</strong> müssen Ihre DSLR nicht mehr auf den Infrarotmodus einstellen, um Mono-Infrarotbilder zu erzeugen.<br />

Mit Photoshop können <strong>Sie</strong> Ihre Bilder umwandeln und noch mehr IR-Zauber verbreiten!<br />

ES KANN EIN KOSTSPIELIGES ABENTEUER SEIN, EINE<br />

ZWEIT-DSLR so umzuwandeln, dass man da<strong>mit</strong> Infrarotbilder<br />

schießen kann – erschwerend kommt hinzu, dass die<br />

wenigsten Menschen gerade eine zweite DSLR übrig haben.<br />

Es gibt günstigere Alternativen wie etwa Filter, die das<br />

Tageslicht blocken und nur Infrarotlicht zum Sensor<br />

durchdringen lassen. Da diese Filter aber eingetrübt sind, ist es<br />

praktisch unmöglich, durch sie hindurchzublicken, wodurch<br />

sich die Bildkomposition schwierig gestaltet.<br />

Mit unserem Techniktipp möchten wir Ihnen eine einfache<br />

Methode an die Hand geben, <strong>mit</strong> der <strong>Sie</strong> aus einem Farbbild<br />

Mono-Infraroteffekte herausziehen können. <strong>Sie</strong> können die<br />

Effekte gratis <strong>mit</strong>tels einiger Schritte in Photoshop simulieren<br />

oder Plug-in-Filter anwenden, wie sie beispielsweise von Nik<br />

<strong>So</strong>ftware angeboten werden.<br />

Wer <strong>mit</strong> einer zur Infrarotkamera umfunktionierten DSLR<br />

aufnimmt, hat am Ende eine rosa eingefärbte Raw-Datei vor<br />

sich, die erst noch per Nachbearbeitung zu einem der<br />

surrealen Schwarzweiß-Bilder umgewandelt werden muss,<br />

wie sie für diese beliebte Fototechnik so typisch sind.<br />

Der kreative Effekt kommt am besten bei<br />

Landschaftsaufnahmen <strong>mit</strong> viel grünem Blätterwerk zur<br />

Geltung. Die grüne Farbe wird weiß und sorgt für<br />

ausgezeichnete Kontraste. Auch das Blau des Himmels schafft<br />

Stimmung, indem es dunkel wird und die Wolken<br />

dramatischer aussehen lässt. Sehr interessante Ergebnisse<br />

lassen sich auch erzielen, wenn die Wasserbereiche im Foto<br />

bereits durch eine lange Belichtung eingetrübt wurden. Dies<br />

steigert noch einmal die surreale Wirkung dieser Bildtechnik.<br />

Ein schönes Beispiel ist das Bild des Profifotografen Adam<br />

Burton, das wir für diese Anleitung verwenden. Auf dem Bild<br />

ist strahlend grünes Blätterwerk zu sehen, das sich nach<br />

Anwendung des Effekts zu blassem Weiß umwandeln sollte.<br />

Das Foto verfügt über ein breites Spektrum an Grautönen,<br />

welches ein starkes Kontrastverhältnis zwischen Schwarz und<br />

Weiß gewährleistet.<br />

Schritt 1 Öffnen <strong>Sie</strong> Ihr JPEG- oder TIFF-Bild in Photoshop und erzeugen <strong>Sie</strong> eine<br />

Schwarzweiß-Einstellungsebene, um das Bild durch Anklicken von Ebene>Neue<br />

Einstellungsebene>Schwarzweiß in eine Mono-Aufnahme umwandeln zu können. Daraufhin sollte<br />

sich das Dialogfeld für die Einstellungsebene öffnen. Klicken <strong>Sie</strong> andernfalls in der Liste der Ebenen auf<br />

den entsprechenden Thumbnail.<br />

Umbau der DSLR<br />

Wenn <strong>Sie</strong> Ihre Kamera so umbauen möchten, dass<br />

sie nur Infrarotlicht einfängt, empfehlen wir die<br />

Firma Makario, Mönchengladbach (www.optikmakario.de).<br />

Schritt 2 <strong>Sie</strong> können einen Infraroteffekt erzeugen, indem <strong>Sie</strong> die Regler verschieben und<br />

so<strong>mit</strong> die Farben im Schwarzweiß-Bild anpassen. <strong>Sie</strong> werden wahrscheinlich feststellen, dass die<br />

Regler für die Farben Gelb, Grün und Blau am besten funktionieren. <strong>Sie</strong> sollten aber zuerst <strong>mit</strong><br />

dem vordefinierten Infrarotfilter arbeiten, den <strong>Sie</strong> in einem Drop-down-Menü oben in der<br />

Einstellungsebene finden.<br />

Schritt 3 Der Filter liefert bereits ziemlich gute Ergebnisse, auf denen <strong>Sie</strong> aufbauen können.<br />

Verfeinern und verbessern <strong>Sie</strong> den Effekt bei Bedarf anhand der Regler. In diesem Beispiel haben<br />

wir den Regler für die Blautöne angepasst, um die Weißtöne im Wasser herauszuarbeiten. Achten<br />

<strong>Sie</strong> aber darauf, es nicht zu übertreiben, indem <strong>Sie</strong> die hellen Stellen zu stark belichten und<br />

dadurch helle Flecken erzeugen, in denen Details verloren gehen.<br />

Schritt 4 Erzeugen <strong>Sie</strong> als Nächstes eine angepasste Ebene, indem <strong>Sie</strong> die Alt- oder<br />

Optionstaste gedrückt halten und <strong>mit</strong> der Funktion Ebene>Sichtbare auf eine Ebene reduzieren<br />

eine Schwarzweiß-Version Ihres Bildes erstellen. Wandeln <strong>Sie</strong> dann die Ebene in einen Smartfilter<br />

um, indem <strong>Sie</strong> sie anklicken und dann die Option Filter>In Smartfilter konvertieren verwenden.<br />

Dies ermöglicht Ihnen die nachträgliche Bearbeitung des angelegten Filters.<br />

64 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Anfänger<br />

Simulation eines Infrarotfilms< Kreative Schwarzweißfotografie <<br />

Einsatz von weichem Licht<br />

Um die Weißtöne wirklich hervorzuheben,<br />

können <strong>Sie</strong> den Filter für weiches Licht leicht<br />

anpassen (Filter>Verzerrungsfilter>Weiches<br />

Licht). Übertreiben <strong>Sie</strong> es aber nicht, um nicht<br />

zu viele Details zu verlieren.<br />

Fertiges Bild<br />

Durch die Weichzeichnung<br />

und die Hervorhebung der<br />

Weißtöne<br />

haben wir aus einem<br />

normalen Farbbild einen<br />

echten Infrarot-Blickfang<br />

<strong>mit</strong> surrealer Stimmung<br />

gemacht.<br />

Schritt 5 Da<strong>mit</strong> das Bild im authentischen Infrarotfilm-Stil erscheint, müssen <strong>Sie</strong> den<br />

Weißtönen etwas Glanz verleihen. Dies erreichen <strong>Sie</strong> durch den Gaußschen Weichzeichner.<br />

Wählen <strong>Sie</strong> die Smartfilterebene aus und rufen die Funktion folgendermaßen auf:<br />

Filter>Weichzeichnungsfilter><br />

Gaußscher Weichzeichner. Wählen <strong>Sie</strong> für den Weichzeichnungsfilter einen hohen Wert. Wir<br />

haben einen Radius von 27,0 Pixel eingestellt. <strong>Sie</strong> können die Trübheit der Ebene später immer<br />

noch senken, indem <strong>Sie</strong> den Regler oben in der Liste der Ebenen verschieben.<br />

Schritt 6 Verändern <strong>Sie</strong> als Nächstes die Füllmethode der Ebene. <strong>Sie</strong> finden die entsprechende<br />

Funktion in einem Drop-down-Menü oben in der Liste der Ebenen. Wählen <strong>Sie</strong> die Option<br />

„Ineinanderkopieren“, da<strong>mit</strong> zur Kontraststeigerung ein Austausch zwischen der obersten und der<br />

darunterliegenden Ebene stattfindet. Wenn <strong>Sie</strong> aus den Schatten mehr Details herausarbeiten<br />

möchten, wählen <strong>Sie</strong> die Funktion Bild>Korrekturen>Tiefen/Lichter und passen die Regler<br />

entsprechend an.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 65


Anfänger<br />

>Kreative Schwarzweiß ><strong>So</strong>larisation<br />

<strong>So</strong>larisation von Stillleben<br />

Erfahren <strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> <strong>Ihren</strong> Schwarzweiß-Stillleben einen attraktiven künstlerischen Look<br />

verleihen können, indem <strong>Sie</strong> eine klassische Dunkelkammer-Technik digital i<strong>mit</strong>ieren.<br />

DIE SOLARISATION bezieht sich auf eine Technik, die noch<br />

aus der Zeit der Dunkelkammern stammt. Die Technik<br />

bestand darin, das Bild kurz stark überzubelichten und<br />

dadurch im Bild eine Umkehrung der Farbtöne zu bewirken.<br />

Heute beschreibt dieser Begriff eine digitale<br />

Bearbeitungstechnik, die ein ähnliches Ergebnis hervorbringt.<br />

Das Bild wird dabei so verändert, dass die dunklen Bereiche<br />

hell und die hellen Bereiche dunkel erscheinen.<br />

Da bei der <strong>So</strong>larisation Schwarz- und Weißtöne teilweise<br />

umgekehrt werden, nimmt man als Ausgangspunkt am<br />

besten ein Bild, das bereits über gute Kontraste verfügt, und<br />

von dem man weiß, dass es auch als Schwarzweiß-Foto wirkt.<br />

Dadurch stellen <strong>Sie</strong> sicher, dass <strong>Sie</strong> nach der Umwandlung<br />

ins Monoformat viele Grautöne erhalten, wodurch sich<br />

schwarze und weiße Töne gut von den Mitteltönen abheben.<br />

Die Technik funktioniert am besten, wenn das Motiv auf oder<br />

vor einem schwarzen Hintergrund aufgenommen wird.<br />

Dadurch wird die Arbeit in Photoshop vereinfacht. Weist das<br />

Motiv überwiegend schwarze Töne auf, sollten <strong>Sie</strong> hingegen<br />

versuchen, einen weißen Hintergrund einzusetzen. In diesem<br />

Beispiel haben wir eine Nautilusmuschel verwendet, die<br />

durch ihre Kammern optisch sehr interessant ist und eine gute<br />

Gelegenheit darstellt, Kontraste herauszuarbeiten.<br />

Es gibt für Photoshop zwar Filter zur <strong>So</strong>larisation und<br />

Plug-ins von Drittanbietern. Wir haben aber festgestellt, dass<br />

man viel besser kontrollierbare und schönere Bildausgaben<br />

erreicht, wenn man bei geöffnetem Bild in Adobe Camera<br />

Raw (ACR) die Gradationskurven verwendet. Die Arbeit <strong>mit</strong><br />

Raw-Dateien in ACR bedeutet, dass man das Maximum an<br />

Bildinformationen und Funktionen zur Anpassung des Effekts<br />

zur Verfügung hat. Dadurch ist die Technik viel flexibler<br />

einsetzbar als bei JPEG- oder TIFF-Dateien. Bevor <strong>Sie</strong><br />

anfangen, sollten <strong>Sie</strong> sicherstellen, dass die Kamera aufs<br />

Raw-Format eingestellt ist. Befestigen <strong>Sie</strong> Ihre DSLR auf<br />

einem Stativ, da<strong>mit</strong> sie sicher steht. Dies erleichtert Ihnen<br />

auch die Komposition.<br />

Andere Arten der <strong>So</strong>larisation<br />

Wenn <strong>Sie</strong> die <strong>So</strong>ftware Nik Color Efex Pro 3.0 besitzen,<br />

haben <strong>Sie</strong> Zugriff auf einen der einfachsten und effektivsten<br />

<strong>So</strong>larisationsfilter überhaupt, der es Ihnen erlaubt, die Sättigung<br />

des Bildes herunterzuschrauben und die Stärke der <strong>So</strong>larisation<br />

anzupassen. Auch in Photoshop können <strong>Sie</strong> über Filter><br />

Stilisierungsfilter><strong>So</strong>larisation einen Filter einrichten. Allerdings<br />

gibt es hier keine Kontrollmöglichkeiten über den Filter.<br />

Vorher<br />

Nachher<br />

Schritt 1 Platzieren <strong>Sie</strong> das Motiv vor einem schwarzen Hintergrund. Um für einen guten<br />

Kontrast zu sorgen, beleuchten <strong>Sie</strong> das Motiv <strong>mit</strong> einer Lichtquelle im Winkel von 45 Grad, um<br />

Lichter und Schatten zu erzeugen. Wir verwendeten das Tageslicht Interfit Super Cool Lite 4 in<br />

Verbindung <strong>mit</strong> einer <strong>So</strong>ftbox. Ein Studioblitz ist aber ebenso gut geeignet. <strong>Sie</strong> können auch<br />

versuchen, <strong>mit</strong> Tageslicht zu arbeiten, das <strong>Sie</strong> seitlich durch ein Fenster ins Innere dringen lassen.<br />

Schritt 2 Montieren <strong>Sie</strong> Ihre DSLR auf einem Stativ und machen einige Testaufnahmen. Beim<br />

<strong>Fotografie</strong>ren der auf der Oberfläche liegenden Muschel wurde der Hintergrund zu stark ausgeleuchtet.<br />

Wir legten die Muschel daher auf eine Dose und schwächten das Licht <strong>mit</strong> Karton ab, um für ein<br />

gleichmäßiges Schwarz zu sorgen. Drehen <strong>Sie</strong> die Muschel und experimentieren <strong>mit</strong> den verschiedenen<br />

Einfallswinkeln des Lichts auf die Kammern. Machen <strong>Sie</strong> ausreichend Aufnahmen.<br />

Schritt 3 Öffnen <strong>Sie</strong> das am besten gelungene Bild in Adobe<br />

Camera Raw und klicken zunächst die Registerkarte<br />

„Gradationskurve“. Schalten <strong>Sie</strong> vom parametrischen Modus<br />

auf den Punktmodus um. Ziehen <strong>Sie</strong> jetzt den <strong>mit</strong>tleren Teil der<br />

Linie bis zur Spitze des Diagramms und den äußersten rechten<br />

Punkt nach unten, sodass ein umgedrehtes „V“ entsteht.<br />

Schritt 4 Klicken <strong>Sie</strong> auf die Registerkarte HSL/Graustufen.<br />

Markieren <strong>Sie</strong> die Option „In Graustufen konvertieren“, um ein<br />

Schwarzweiß-Bild zu erzeugen. Um den Kontrast zu<br />

verbessern, müssen <strong>Sie</strong> die Regler für die Abstimmung der<br />

Graustufen verschieben und den Ton einiger Farben verändern,<br />

aus denen die Schwarzweiß-Aufnahme besteht.<br />

Schritt 5 Die Lichter im Bild werden nun zu grell erscheinen.<br />

Um die Schatten wieder etwas zu verstärken, müssen <strong>Sie</strong><br />

erneut die Gradationskurve aufrufen und <strong>mit</strong> den<br />

Parameterreglern den Kontrast anpassen. In unserem Versuch<br />

verstärkten wir die Lichter und die hohen Farbtöne und<br />

verringerten die dunklen Farbtöne und Tiefen.<br />

66 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Fertiges Bild<br />

Wenn <strong>Sie</strong> etwas Zeit in ACR<br />

investieren, können <strong>Sie</strong> ein<br />

verblüffendes monochromatisches Bild<br />

erzeugen, für das sich ein Ausdruck auf<br />

Fine Art-Schwarzweiß-Fotopapier und<br />

ein Rahmen lohnen.<br />

Kameraeinstellungen<br />

Wir haben im A-Modus (manuelle Blende,<br />

Belichtungszeit automatisch) eine Einstellung von f/8<br />

gewählt, um eine gute Tiefenschärfe zu erreichen. Der<br />

Verschluss wurde zur Minimierung von Verwacklungen<br />

per Selbstauslöser aktiviert. Vergessen <strong>Sie</strong> nicht, die<br />

Kamera auf den manuellen Modus umzustellen, wenn<br />

<strong>Sie</strong> einen Blitz verwenden.<br />

Schritt 6 Das Ergebnis dieses Effekts sieht zwar gut aus. Einige<br />

Feineinstellungen zur Abdunkelung der Schatten in den Kammern der<br />

Muschel können aber nicht schaden. In unserem Testlauf schalteten<br />

wir hierfür zur Registerkarte <strong>mit</strong> den Grundeinstellungen um und<br />

senkten die Belichtung etwas. Gleichzeitig passten wir die Regler <strong>mit</strong><br />

den Werten für die Wiederherstellung, das Aufhelllicht und die<br />

Schwarztöne an, um ein insgesamt besseres Resultat zu erreichen.<br />

Schritt 7 Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dem Ergebnis zufrieden sind, halten <strong>Sie</strong><br />

die Umschalttaste gedrückt. <strong>So</strong> wird aus der Schaltfläche „Bild<br />

öffnen“ die Schaltfläche „Objekt öffnen“. Klicken <strong>Sie</strong> die<br />

Schaltfläche an, um das Bild in Photoshop als Smart-Objekt zu<br />

öffnen. Wenn <strong>Sie</strong> es später als Raw-Datei weiterbearbeiten wollen,<br />

können <strong>Sie</strong> in der Liste der Ebenen einfach auf den zugehörigen<br />

Thumbnail klicken.<br />

Schritt 8 Duplizieren <strong>Sie</strong> die Ebene (Ebene>Smart-<br />

Objekte>Neues Smart-Objekt durch Kopie), da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> nicht <strong>mit</strong> der<br />

Originaldatei arbeiten. Wählen <strong>Sie</strong> dann das Pinsel-Werkzeug aus,<br />

um den Hintergrund zu füllen. Rastern <strong>Sie</strong> die Ebene, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> sie<br />

durch Anklicken des Bilds bearbeiten können und klicken<br />

abschließend auf OK.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 67


BILD: HELEN DIXON<br />

Anfänger<br />

Brechen <strong>Sie</strong> die Regeln!<br />

LANDSCHAFTSFOTOS<br />

DER EINSTEIGERKURS DES MONATS ZEIGT IHNEN, WIE SIE DIE GRUNDREGELN DER FOTOKUNST<br />

IGNORIEREN UND DENNOCH TOLLE LANDSCHAFTSFOTOS SCHIESSEN KÖNNEN.<br />

LANDSCHAFTSBILDER müssen aus einer dreiteiligen Komposition<br />

bestehen. Der Vordergrund muss den Fokuspunkt bilden, und das<br />

Histogramm sollte ausgeglichen sein. Dies sind nur drei der<br />

grundlegenden Richtlinien, die viele Fotografen bei ihren Bemühungen,<br />

bessere Landschaftsbilder aufzunehmen, bisher gelernt und befolgt<br />

haben. Diese Grundregeln wurden bereits von Millionen von Hobby- und<br />

Profifotografen in aller Welt getestet. <strong>Sie</strong> stellen die Quintessenz des<br />

fotografischen Wissens dar, das es den Fotografen erlaubt, sich stetig<br />

weiterzuentwickeln.<br />

Deshalb werden <strong>Sie</strong> sich wahrscheinlich fragen, warum wir <strong>Sie</strong> diesen<br />

Monat dazu bringen wollen, das Lehrbuch im Schrank zu lassen und<br />

genau die Vorgaben außer Acht zu lassen, die sich schon seit langer Zeit<br />

als so erfolgreich erweisen. Wir wollen es Ihnen verraten: Das<br />

<strong>Fotografie</strong>ren ist ein kreatives Hobby, das vom Herumexperimentieren<br />

und vom Erfindungsreichtum lebt. Regeln sind dazu da, um gebrochen<br />

zu werden. Wir empfehlen Ihnen zwar, sich an Richtlinien zu halten.<br />

Allerdings sind wir nicht der Meinung, dass <strong>Sie</strong> sie Wort für Wort befolgen<br />

sollten. Verstehen <strong>Sie</strong> die Anleitungen lediglich als Lernprozess, der<br />

Ihnen hilft, Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Alle großen Künstler<br />

haben sich an einem gewissen Punkt ihrer Karriere entschieden, <strong>mit</strong> den<br />

Traditionen zu brechen, um sich an etwas Neues, Gewagtes oder<br />

Erfrischendes heranzuwagen. Neue Fototechniken oder Bildformen<br />

entstehen häufig versehentlich – wenn ein glücklicher Zufall ein<br />

erstaunliches Bild hervorbringt und zu einer neuen und spannenden<br />

Disziplin weiterentwickelt wird. Manchmal ermöglichen auch die<br />

neusten Technologien die Entwicklung einer Aufnahmetechnik, wie sie<br />

zuvor noch nicht möglich war.<br />

Wie <strong>Sie</strong> im Einsteigerkurs dieser Ausgabe feststellen werden, lohnt es<br />

sich, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und in der<br />

Landschaftsfotografie neue Wege zu gehen. Wir sind an einige der<br />

besten Outdoor-Fotografen Großbritanniens herangetreten, da<strong>mit</strong> sie ihre<br />

Geheimnisse zu ihren bevorzugten unkonventionellen<br />

Aufnahmemethoden <strong>mit</strong> Ihnen teilen. Methoden, <strong>mit</strong> denen sie gegen<br />

die Regeln verstoßen, die aber dennoch starke Resultate liefern.<br />

Erforschen <strong>Sie</strong> die Techniken selbst und versuchen <strong>Sie</strong> dann, Ihre<br />

eigenen Strategien zu entwickeln. <strong>Sie</strong> werden sicher merken, dass es<br />

manchmal nicht einmal halb so viel Spaß macht, sich an die Regeln zu<br />

halten, als gegen sie zu verstoßen ...


Anfänger<br />

>Gegen die Regeln >Belichtung<br />

Belichtung nach<br />

rechts<br />

Mark Bauer zeigt Ihnen, wie <strong>Sie</strong> durch absichtliches<br />

Überbelichten mehr Details herausarbeiten.<br />

IN DER DIGITALFOTOGRAFIE ist es oft sinnvoll, bei der Belichtung starke<br />

Tiefen und Lichter zu vermeiden und so viele Informationen wie möglich in die<br />

Mitte des Histogramms zu schieben. Vor allem zu stark betonte Lichter können<br />

sich als Problem erweisen. Bei der Überbelichtung verschwinden nämlich<br />

Details. Die grellen Bereiche eines Bildes sind wirklich unansehnlich. Viele<br />

Fotografen neigen deshalb dazu, ihre Bilder eher unterzubelichten, und geben<br />

an, die Belichtung beim Nachbearbeiten immer noch verstärken zu können.<br />

Dies kann allerdings zu starkem Bildrauschen führen.<br />

Nicht immer erreichen <strong>Sie</strong> auf diese Art die beste Bildqualität. Bei der<br />

Aufnahme von Raw-Formaten gibt es eine Technik, die als „Belichtung nach<br />

rechts“ bezeichnet wird, und die es ermöglicht, Bilder <strong>mit</strong> mehr<br />

Farbtoninformationen und weniger Rauschen aufzunehmen. Die Technik ist<br />

recht einfach anzuwenden. <strong>Sie</strong> nehmen dafür einfach eine Szene so auf, dass<br />

das Histogramm so weit wie möglich nach rechts verschoben wird, allerdings<br />

nicht so weit, dass die Lichter zu grell werden.<br />

Der Grund, warum <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> bessere Resultate erzielen, ist der Aufbau der<br />

Sensoren digitaler SLRs, die typischerweise bis zu 4.096 Tonstufen festhalten.<br />

Je mehr Tonstufen verfügbar sind, umso flüssiger sind die Übergänge zwischen<br />

den Tönen des Bildes. Die Tonstufen verteilen sich allerdings nicht gleichmäßig<br />

über den gesamten Helligkeitsbereich des Sensors. Die Hälfte der verfügbaren<br />

Tonstufen (2.048) befindet sich auf der hellsten Position, davon die Hälfte auf<br />

der nächsttieferen Position, und so weiter. Die meisten DSLRs verfügen über<br />

einen Dynamikumfang von etwa sechs Positionen. Das heißt, dass auf der<br />

dunkelsten Position nur mehr 64 Stufen verfügbar sind. Wird der Großteil des<br />

Bildes im Tiefenbereich belichtet und bei der Nachbearbeitung aufgehellt,<br />

ergeben sich daraus dann in der Folge schwache Übergänge zwischen den<br />

Tonstufen. Wenn <strong>Sie</strong> umgekehrt vorgehen und das Bild so stark belichten wie<br />

möglich (ohne es überzubelichten), um dann bei der Nachbearbeitung die<br />

Belichtung wieder zu reduzieren, erhalten <strong>Sie</strong> hingegen ein Bild <strong>mit</strong><br />

hervorragenden Übergängen zwischen den Tonstufen. Ein weiterer Vorteil ist,<br />

dass das Bild auf diese Art weitaus weniger Rauschen aufweist. Obwohl die<br />

neuste DSLR-Generation hervorragende Leistungen bietet, was die<br />

Rauschfreiheit angeht, weisen die Tiefen immer noch weit mehr Rauschen auf<br />

als die Lichter. Eine Belichtung nach rechts ergibt also ein weitaus saubereres<br />

Bild.<br />

Die Belichtung nach rechts ist eine Technik, die <strong>mit</strong> allen Objekten gut<br />

funktioniert. Da aber das Risiko einer versehentlichen Überbelichtung besteht,<br />

ist sie am besten für Landschaftsfotos geeignet, bei denen <strong>Sie</strong> die Gelegenheit<br />

haben, das Histogramm zu Rate zu ziehen und nötigenfalls eine neue<br />

Aufnahme zu machen. Für Landschaftsfotos ist die Arbeit im A-Modus wie<br />

gemacht. Hier können <strong>Sie</strong> die Blende manuell einstellen und dadurch die<br />

Tiefenschärfe kontrollieren. Die Belichtung können <strong>Sie</strong> ganz einfach über den<br />

Belichtungsausgleich der Kamera steuern.<br />

Um das Maximum aus einer nach rechts belichteten Datei herauszuholen,<br />

müssen <strong>Sie</strong> das Raw-Format wählen und die Datei entsprechend bearbeiten.<br />

Folgen <strong>Sie</strong> also dieser schrittweisen Anleitung, um in <strong>Ihren</strong> Bildern zusätzliche<br />

Details herauszuarbeiten.<br />

Set-up Suchen <strong>Sie</strong> sich vor Ort eine<br />

Komposition aus, die Ihnen gefällt, und stellen <strong>Sie</strong><br />

die Kamera ein.<br />

Nutzen <strong>Sie</strong> den A-Modus der Kamera und wählen<br />

eine Blende von f/16, um für ausreichend<br />

Tiefenschärfe zu sorgen. In meinem Fall war der<br />

Himmel um Einiges heller als der Vordergrund.<br />

Daher wählte ich einen Verlaufsfilter <strong>mit</strong> 0,9 ND<br />

(3-Stop), um den Himmel zu verdunkeln und <strong>mit</strong><br />

dem Kontrastbereich der Szene den<br />

Dynamikumfang des Sensors zu erreichen.<br />

Außerdem setzte ich einen <strong>So</strong>lid ND-Filter (4-Stop)<br />

ein, um die Belichtung zu erweitern und einige<br />

Wellenbewegungen <strong>mit</strong> einzufangen.<br />

Schritt 1 Die erste Aufnahme ist ganz in<br />

Ordnung. Die meisten Daten liegen im<br />

<strong>mit</strong>tleren Tonbereich. Eine gute Belichtung<br />

nach rechts ist das aber noch nicht, da rechts<br />

neben dem Histogramm noch anderthalb<br />

Skalenwerte Platz sind.<br />

Schritt 2 Ich erhöhe den<br />

Belichtungsausgleich um eine Position.<br />

Dadurch sollte das Histogramm weiter nach<br />

rechts wandern.<br />

Bei meinem Bild ist immer noch Luft, um die<br />

Belichtung erneut weiter zu verschieben.<br />

Schritt 3 Ein Belichtungsausgleich von zwei<br />

Positionen ist eindeutig zu viel. Das Histogramm<br />

ist am rechten Rand des Diagramms<br />

abgeschnitten. Außerdem warnen mich auf dem<br />

LCD-<strong>Vorschau</strong>bild schwarz aufleuchtende<br />

Bereiche vor Überbelichtung, was darauf<br />

hindeutet, dass große Himmelspartien und ein<br />

Teil des Wassers oberhalb des Schwellenwertes<br />

liegen. Bei einem so stark überbelichteten Bild<br />

besteht das Risiko, dass in den Lichtern Details<br />

verloren gehen. Ich starte einen neuen Versuch,<br />

indem ich den Belichtungsausgleich wieder<br />

leicht reduziere.<br />

70 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE<br />

Schritt 4 Ich gehe <strong>mit</strong> dem<br />

Belichtungsausgleich um eine drittel Position<br />

bis auf +1 2/3 herunter. Das Histogramm ist<br />

schön nach rechts verschoben, was<br />

hervorragend ist. Allerdings werde ich erneut<br />

darauf hingewiesen, dass der Himmel leicht<br />

überbelichtet ist. Bei Raw-Dateien ist es oft<br />

möglich, überbelichtete Details<br />

wiederherzustellen. Meine Erfahrung sagt mir,<br />

dass es auch in diesem Fall möglich ist. Und<br />

wenn ich falsch liege, habe ich immer noch die<br />

Aufnahme <strong>mit</strong> einem Ausgleich von +1 in der<br />

Hinterhand.<br />

Schritt 5 <strong>So</strong> sieht die Raw-Datei aus, als ich sie in meinem Raw-Converter<br />

Adobe Lightroom 3 öffne. Mit den Standardeinstellungen des Programms erkennt<br />

man Zeichen einer leichten Überbelichtung, die aber leicht zu beheben sein sollte.<br />

Hierfür muss ich nur den Weißabgleich anpassen und danach die Belichtung und<br />

die Farbtöne optimieren.


UNTERSCHIEDE BEI DEN RAW-CONVERTERN<br />

Anfänger<br />

Belichtung< Gegen die Regeln<<br />

Fertiges Bild<br />

Nach der Umwandlung zur TIFF-Datei<br />

können <strong>Sie</strong> das Bild in Photoshop<br />

öffnen, um noch einmal letzte Hand<br />

anzulegen und beispielsweise<br />

Staubflecken zu entfernen. Dieses<br />

fertige nach rechts belichtete Bild sieht<br />

sauber und rauschfrei aus. Es weist<br />

hervorragende Tonwert-Übergänge und<br />

Farben auf.<br />

Nicht alle Raw-Converter funktionieren gleich. Um bei<br />

manchen Convertern die Tonwerte anzupassen, müssen<br />

<strong>Sie</strong> die Tonwertkorrektur verwenden und <strong>mit</strong> den<br />

dreieckigen Reglern die schwarzen und weißen<br />

Referenzpunkte einstellen. Schieben <strong>Sie</strong> den linken Regler<br />

nach ganz links und den rechten nach ganz rechts.<br />

Schritt 6 Ich verschiebe die Regler für die Belichtung und die Wiederherstellung, um das<br />

Histogramm so einzustellen, dass es genau am rechten Diagrammende ausläuft. Wie <strong>Sie</strong> sehen<br />

können, sind alle Tonstufen der Lichter noch da. Mit dem Schwarztonregler kann ich dann die linke<br />

Seite des Histogramms bis ganz nach links außen ziehen. <strong>So</strong> erhalte ich eine volles<br />

Tonwertspektrum über das gesamte Diagramm hinweg.<br />

Schritt 7 Wenn die Mitteltöne etwas zu dunkel erscheinen, ist es möglich, sie <strong>mit</strong> den Reglern<br />

fürs Aufhelllicht und die Helligkeit noch leicht anzupassen. Dasselbe Ergebnis könnte man auch<br />

durch Veränderung der Gradationskurve erreichen. Der Vorgang ist hier aber unter Umständen<br />

etwas komplizierter – vor allem, wenn man zum ersten Mal ein nach rechts belichtetes Foto<br />

bearbeitet.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 71


Anfänger<br />

>Gegen die Regeln >Komposition<br />

Starke Landschaftsbilder ohne Fokus auf<br />

den Vordergrund<br />

Eine weitere Grundregel ist es, den Betrachter durch Linien und einen Fokus auf den Vordergrund ins Bild<br />

hineinzuführen. Wir verraten Ihnen, wie <strong>Sie</strong> diese Regel umgehen und trotzdem fesselnde Bilder erzeugen.<br />

DER VORDERGRUND ist ein wichtiger Bestandteil aller Landschaftsbilder<br />

im Weitwinkelstil, auf den der Fotograf besonders achten muss. Wenn <strong>Sie</strong><br />

ein Objekt in den Vordergrund stellen, erzeugen <strong>Sie</strong> dadurch in einem Bild<br />

Perspektive. Als Bestandteil des Bildaufbaus kann ein Vordergrund<br />

außerdem den Blick des Betrachters lenken. Dies ist eine weit verbreitete<br />

und in der Regel sehr effektive Technik. Auch Blicklinien sind eine<br />

bewährte Art, das Auge auf das Bild aufmerksam zu machen und das<br />

Hauptmotiv eines Landschaftsbilds hervorzuheben. Es gibt aber auch<br />

Situationen, in denen es durchaus sinnvoll ist, den Vordergrund leer zu<br />

lassen.<br />

Vor allem Szenen <strong>mit</strong> Reflexionen können <strong>mit</strong> einem leeren Vordergrund<br />

oft erst ihre ganze Wirkung entfalten. Wenn <strong>Sie</strong> ein Vordergrundobjekt <strong>mit</strong><br />

in eine Szene einbinden, stören <strong>Sie</strong> dadurch die Reflexion und lenken die<br />

Aufmerksamkeit ab. In diesem Fall ist es oft besser, die Reflexion in den<br />

unteren Teil des Bildes zu verschieben, um sie als Vordergrundmotiv zu<br />

positionieren. Seen, Flüsse und Teiche bieten sich hierfür an. Aber auch<br />

Strände bei Ebbe können gut funktionieren.<br />

Da<strong>mit</strong> diese Technik gut aussieht, brauchen <strong>Sie</strong> einen aussagekräftigen<br />

Himmel. Verlegen <strong>Sie</strong> das Shooting also am besten auf die Zeit des<br />

<strong>So</strong>nnenauf- oder -untergangs. Der Himmel sollte ausreichend Wolken <strong>mit</strong><br />

Lücken am Horizont bieten. Das Ergebnis ist ein farbenfrohes Szenario,<br />

das durchs Wasser reflektiert wird. Ein starker Fokus wie eine Landspitze,<br />

ein Landungssteg oder ein Pier unterstützen die Komposition und erzeugen<br />

zusätzliche interessante Reflexionen. Es lohnt sich, <strong>mit</strong> verschiedenen<br />

Perspektiven herumzuexperimentieren – unter anderem, um<br />

herauszufinden, bei welchem Winkel die Reflexionen am besten<br />

herauskommen.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> Reflexionen am Strand einfangen möchten, sollten <strong>Sie</strong> sich<br />

auf einem weitläufigen und leicht abschüssigen Abschnitt aufstellen,<br />

während sich das Meer zurückzieht. <strong>So</strong> haben sie eine große Fläche<br />

frischen, sauberen, nassen Sand vor sich. Die Reflexionen sind stärker,<br />

wenn der Sand flach ist und keine Wellen wirft, was allerdings wirklich<br />

Glückssache ist und von den äußeren Bedingungen abhängt. Die<br />

Einstellung des Fokus ist relativ einfach. Da sich kein Motiv un<strong>mit</strong>telbar im<br />

Vordergrund befindet, müssen <strong>Sie</strong> sich keine Gedanken über hyperfokale<br />

Entfernungen oder andere komplizierte Anpassungen machen.<br />

Konzentrieren <strong>Sie</strong> sich auf die Reflexion selbst statt auf die reflektierende<br />

Oberfläche, und wählen <strong>Sie</strong> eine kleine Blende von etwa f/16, um für viel<br />

Tiefenschärfe zu sorgen. Helle Reflexionen können die Sensoren der<br />

Kamera irreführen und zu Unterbelichtung führen. Überprüfen <strong>Sie</strong> daher<br />

das Histogramm und wiederholen gegebenenfalls die Aufnahme <strong>mit</strong><br />

einem leichten positiven Belichtungsausgleich. Da die Reflexionen im<br />

Vordergrund dunkler als die Szene selbst sind, kann unter Umständen ein<br />

Verlaufsfilter zur Kontrastkontrolle sinnvoll sein.<br />

Schritt 1 Dies ist eine ziemlich typische Küstenaufnahme <strong>mit</strong> dem Damm als<br />

Blickfang, der den Blick des Betrachters ins Bild hineinlenkt. Das Motiv ist nicht<br />

besonders originell, weshalb an einem so schönen Tag die Reflexionen auf dem<br />

Wasser das Potenzial haben, größeres Interesse zu wecken als der Damm.<br />

Allerdings muss die Komposition noch verändert werden, um das Maximum aus<br />

den Reflexionen herauszuholen.<br />

Schritt 2 Ich gehe einige Schritte zurück, sodass der Damm nicht mehr im<br />

Bild und der Vordergrund voller nassem Sand ist. Die Reflexionen sind gut<br />

ausgeprägt. Aber bei den vielen kleinen Wellen ist es schwer, ein sauberes<br />

Spiegelbild vom Himmel zu bekommen. Das Bild braucht außerdem auch einen<br />

dominanteren Fokus, da die Landspitze flach und wenig interessant aussieht.<br />

Schritt 3 Um eine Szene <strong>mit</strong> glatterem Sand und mehr Reflexionen zu bekommen, muss ich<br />

mich nur umdrehen. Außerdem ist der Landungssteg ein besserer Fokuspunkt. Ich bin aber<br />

immer noch nicht <strong>mit</strong> der Aufnahme zufrieden, weil ich im falschen Winkel stehe. Das Licht ist<br />

zu grau und mein Timing stimmt nicht. Ich muss den Auslöser drücken, wenn sich das Meer<br />

zurückzieht, da<strong>mit</strong> ich möglichst viel nassen Sand als Spiegelfläche habe. In diesem Bild habe<br />

ich den Auslöser ein klein wenig zu früh betätigt.<br />

Schritt 4 Ein niedrigerer Winkel verbessert die Komposition und bringt die Reflexionen um<br />

Einiges klarer zur Geltung. Da sich in der Nähe der Kamera keine Motive befinden, ist es nicht<br />

notwendig, die hyperfokale Entfernung zu berechnen. Ich stelle den Fokus daher auf eine<br />

Entfernung von etwa einem Drittel der Aufnahmetiefe ein und wähle eine Blende von f/16, um<br />

möglichst viel Tiefenschärfe zu erzeugen. Ich schalte auf manuellen Betrieb um, da<strong>mit</strong> sich der<br />

Fokus nicht verändert, wenn ich den Auslöser drücke und warte darauf, dass farbigere Wolken<br />

ins Bild hineintreiben.<br />

72 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Anfänger<br />

Komposition< Gegen die Regeln <<br />

Fertiges Bild<br />

Ich warte dieses Mal <strong>mit</strong> dem<br />

Auslösen, bis die Wellen ihren<br />

niedrigsten Punkt erreicht haben.<br />

Das Ergebnis ist eine Aufnahme <strong>mit</strong><br />

einem Landungssteg als starkem<br />

Fokuspunkt und einem farbenfrohen<br />

Himmel bei <strong>So</strong>nnenuntergang, der<br />

sich im nassen Sand wiederspiegelt.<br />

FILTER<br />

Da die Reflexion des Vordergrunds dunkler ist als<br />

die des Himmels, erweisen sich ND-Verlaufsfilter<br />

als sinnvoll. Polfilter sollten allerdings vermieden<br />

werden, da sie die Reflexionen im nassen Sand<br />

abdämpfen.<br />

Schritt 5 Es kommen jetzt mehr Wolken, wodurch das Bild gleich viel interessanter wird.<br />

<strong>Sie</strong> werden vom Sand sehr schön reflektiert. Da die <strong>So</strong>nne am Horizont untergeht, wird der<br />

Himmel allerdings gerade extrem hell, weshalb die Kamera die Aufnahme unterbelichtet. Das<br />

Histogramm auf dem LCD-Bildschirm der Kamera zeigt, dass die Spitze des Diagramms weit<br />

nach links verschoben ist. Im Bereich der Lichter werden nur wenige Informationen<br />

aufgezeichnet, was auf eine Unterbelichtung hindeutet.<br />

Schritt 6 Da ich im A-Modus arbeite, gebe ich einen Belichtungsausgleich von +1 ein, um<br />

die Szene aufzuhellen. Ich weiß aber auch, dass dies zu einer Überbelichtung des Himmels<br />

führen kann. Daher füge ich noch einen Verlaufsfilter <strong>mit</strong> 0,9 ND (3-stop) hinzu, um den<br />

Himmel abzudunkeln und den Kontrast der Szene in den Dynamikumfang des Kamerasensors<br />

zu bringen. Mit ausgeglichenem Himmel und Vordergrund erreiche ich ein weitaus<br />

spannungsgeladeneres Ergebnis.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 73


Anfänger<br />

>Regeln brechen >Kleiner Fokuspunkt<br />

Verkleinern <strong>Sie</strong> das Objekt im Fokus<br />

Wir raten normalerweise dazu, den Rahmen <strong>mit</strong> dem Motiv auszufüllen. Aber wie Lee Frost uns<br />

verrät, kann sich für die Stimmung eines Landschaftsbilds der Schritt nach hinten lohnen.<br />

EINE ALTE REGEL BESAGT: Wenn das Bild keine Aussagekraft hat, muss man näher herangehen. Das<br />

trifft zwar auf viele Bilder zu. Gelegentlich kann man aber auch spannende Kompositionen erzeugen, die<br />

ins Auge springen, indem man das genaue Gegenteil macht: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen,<br />

können <strong>Sie</strong> Fokuspunkte noch deutlicher herausheben, indem <strong>Sie</strong> den Raum um sie herum vergrößern.<br />

Diese Technik funktioniert am besten bei einfachen Szenen, bei denen es keine weiteren Ablenkungen im<br />

Rahmen gibt. Wenn das Auge viel leeren Raum vor sich hat, sucht es sich automatisch einen<br />

Fokuspunkt, wodurch das Motiv zu einem sehr mächtigen Bildelement wird. Einfache, vereinzelte<br />

Objekte funktionieren bei dieser Aufnahmeart gut als zentrale Motive: ein allein stehender Baum, ein<br />

einzelner Mensch auf einem Hügel, ein Leuchtturm am Meer. Da<strong>mit</strong> er gut zur Geltung kommt, muss der<br />

Fokuspunkt aber wirklich einzeln dastehen. Wenn sich andere Objekte im Bild befinden, verliert der<br />

Fokuspunkt an Attraktivität. Die Komposition sieht dann zusammenhangslos aus.<br />

Als nächstes stellt sich die Frage: Wie klein darf der Fokuspunkt im Bild sein? Die Antwort: Das hängt<br />

davon ab, was sich im Umfeld abspielt. Wir empfehlen Ihnen, bei der Aufnahme wo viel wie möglich zu<br />

wagen. Verkleinern <strong>Sie</strong> den Fokus so weit wie möglich, ohne dass unerwünschte Störfaktoren ins Bild<br />

treten. Scheuen <strong>Sie</strong> auch nicht vor verschiedenen Framing-Optionen zurück.<br />

Ein kräftiger Himmel verstärkt diese Art der Komposition. Sind oberhalb des Fokuspunktes also<br />

mächtige Wolken zu sehen, rücken <strong>Sie</strong> den Himmel ins Zentrum des Interesses, indem <strong>Sie</strong> die<br />

„Ein-Drittel-Regel“ vergessen und den Horizont sehr tief nach unten rutschen lassen. Da<strong>mit</strong> ein kleines<br />

Objekt im Rahmen noch besser herauskommt, können <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> langen Belichtungszeiten Bewegungen<br />

am Himmel aufzeichnen. Die Bewegung bildet einen Kontrast zum fest stehenden Objekt und ist<br />

besonders effektiv, wenn die Szene große Wolken- und Wassermengen beinhaltet. Ein starkes<br />

Kontrastelement erweitert die Komposition um eine weitere Dimension. Wenn <strong>Sie</strong> einen<br />

Neutraldichtfilter verwenden, um die Lichtmenge zu reduzieren, die den Kamerasensor erreicht, können<br />

<strong>Sie</strong> längere Belichtungszeiten festlegen. Verlaufsfilter hingegen sind oben dunkel und unten hell. <strong>Sie</strong><br />

verdunkeln effektiv den Himmel und erhöhen dadurch die Spannung.<br />

Flecken vermeiden<br />

Bei langen Belichtungszeiten können<br />

Lichteinstreuungen ein Problem darstellen. <strong>Sie</strong><br />

können das Bild durch unerwünschte Flecken<br />

ruinieren. Die einfachste Art, diesen Effekt<br />

zu vermeiden, ist es, die Okularabdeckung<br />

aufzustecken, die normalerweise <strong>mit</strong> am Tragegurt<br />

hängt.<br />

LANGZEITBELICHTUNG (BULB)<br />

Für Belichtungszeiten von über 30 Sekunden müssen <strong>Sie</strong><br />

die Bulb-Einstellung der Kamera in Verbindung <strong>mit</strong> einem<br />

Fernauslöser verwenden, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> den Verschluss ohne<br />

Verwacklungen der Kamera offen halten können. Im<br />

Handbuch ist beschrieben, wo <strong>Sie</strong> die Bulb-Einstellung<br />

Ihrer Kamera im Menü finden.<br />

Schritt 1 Bei einer so einfachen Szene führt der gängige Tipp, sich näher zum<br />

Motiv hin zu bewegen, zu mangelnder Spannung im Bildaufbau. Wenn der<br />

Leuchtturm relativ groß im Bild auftaucht, geht das Gefühl der Einsamkeit<br />

verloren, das durch das Bild ver<strong>mit</strong>telt werden soll. Außerdem steht der<br />

Leuchtturm zu <strong>mit</strong>tig im Bild, wodurch die Komposition sehr statisch wirkt. Es<br />

gibt wenig, was die Aufmerksamkeit des Betrachters erregt.<br />

Schritt 2 Wenn der Leuchtturm im Verhältnis kleiner ist, kommt die<br />

Abgeschiedenheit viel besser zum Ausdruck. Durch das Verschieben des Motivs<br />

nach rechts wird die Komposition ausgeglichener. Wenn im Vordergrund keine<br />

Objekte zu sehen sind, ist die Tiefenschärfe nicht relevant. Im A-Modus sollten<br />

<strong>Sie</strong> aber einen Belichtungsausgleich von + 2/3 einstellen, da<strong>mit</strong> der helle<br />

Himmel die Kamerasensoren nicht täuscht und zur Unterbelichtung führt.<br />

Schritt 3 Verwenden <strong>Sie</strong> einen ND-Filter (10-stop), um Bewegung in die Szene zu bringen. Da<br />

eine Messung durch den Filter nicht möglich ist, sollten <strong>Sie</strong> zunächst die Belichtung messen (1/8<br />

Sek. bei f/16) und den Wert um zehn Positionen steigern. Verdoppeln <strong>Sie</strong> hierfür die Belichtung<br />

zehn Mal (z. B.: 1/8 x 2 = 1/4, 1/4 x 2 = 1/2 etc.). <strong>Sie</strong> kommen dadurch auf eine zweiminütige<br />

Belichtung bei f/16. <strong>Sie</strong> müssen daher in den Bulb-Modus umschalten und den Verschluss offen<br />

halten.<br />

Schritt 4 Die Berechnung langer Belichtungszeiten ist nicht immer genau möglich. Selbst,<br />

wenn die Zahlen stimmen, kann die Ausgabe immer noch über- oder unterbelichtet sein, was an<br />

den unterschiedlichen Lichtverhältnissen bei geöffnetem Verschluss liegt. In diesem Fall ist das<br />

Resultat leicht unterbelichtet. Die Belichtung kann bei der Nachbearbeitung zwar wieder<br />

normalisiert werden. Dies kann allerdings zu Bildrauschen führen (siehe Belichtung nach rechts).<br />

74 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Anfänger<br />

Kleiner Fokuspunkt< Regeln brechen <<br />

Fertiges Bild<br />

Nach Berechnung der Belichtung stelle ich an der<br />

Kamera den Bulb-Modus ein und belichte das<br />

Bild zwei Minuten lang bei f/11. Das fertige Bild<br />

sieht gut aus. Der Leuchtturm ist nur klein, aber<br />

immer noch dominant genug. Er ist in die rosa<br />

Wolken eingebettet, die während der Belichtung<br />

durchs Bild zogen.<br />

Schritt 5 Ich mache eine erneute Aufnahme und erhöhe die Belichtung um eine Position. Mir<br />

gefällt die Intensität der Wolkenbewegung im vorherigen Bild. Daher behalte ich eine fast<br />

unveränderte Verschlusszeit <strong>mit</strong> einer Dauer von knapp unter zwei Minuten bei. Allerdings erhöhe<br />

ich die Blendenöffnung um eine Position auf f/11. Das Ergebnis sieht gut aus. Ich habe vor mir ein<br />

spannungsgeladenes Wolkenmuster, das einen sehr schönen Rahmen für den im unteren Bereich<br />

sichtbaren Leuchtturm schafft.<br />

Schritt 6 Ich komme zu dem Schluss, dass etwas Farbe in den Wolken der Aufnahme gut tun<br />

würde. Ich warte daher, bis die untergehende <strong>So</strong>nne die Wolken in etwas wärmere Farben taucht<br />

und mache noch ein Bild. In solchen Situationen – wenn die Wolken von unten durch die<br />

untergehende <strong>So</strong>nne angestrahlt werden – ist der Himmel oft um Einiges greller als der Rest der<br />

Szene. Es kann also sinnvoll sein, den Kontrast <strong>mit</strong> einem Verlaufsfilter zu kontrollieren.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 75


Anfänger<br />

>Verstoß gegen die Regeln >Weißabgleich<br />

Versuchen <strong>Sie</strong> den verkehrten Weißabgleich<br />

Lernen <strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> den Farbton Ihrer <strong>So</strong>nnenuntergangs- und <strong>So</strong>nnenaufgangsaufnahmen verändern können,<br />

indem <strong>Sie</strong> einfach <strong>mit</strong> der Verwendung des verkehrten Weißabgleichs für die Szene experimentieren.<br />

UNTERSCHIEDLICHE LICHTQUELLEN haben unterschiedliche<br />

Farbtemperaturen, welche die Wärme und die Kühle der Bildfarben<br />

beeinflussen: zum Beispiel erzeugt Leuchtstofflicht einen gelbstichigen<br />

Ton, während das Kunstlicht etwas blau ist. Normalerweise würden <strong>Sie</strong><br />

den Weißabgleich Ihrer Spiegelreflexkamera so einstellen, daß er den<br />

Lichtverhältnissen gerecht wird, um jedwelchen Farbstich<br />

auszubessern, welcher üblicherweise in der Weißstelle einer Aufnahme<br />

am offensichtlichsten ist. Während jedoch das Festhalten an dieser<br />

Regel sicherstellt, daß die Weißstellen tatsächlich weiß sind, kann das<br />

Verwenden des verkehrten Weißabgleichs im Falle gewisser Arten von<br />

Landschaften <strong>Ihren</strong> Aufnahmen einen bewußten Farbstich verleihen,<br />

der die <strong>Fotos</strong> für den kreativen Effekt kühler oder wärmer dastehen läßt.<br />

Es ist die digitale Entsprechung der Verwendung gewisser Arten von<br />

Filmen oder Filtern, um einem Bild mehr Wirkung zu verleihen.<br />

Der automatische Weißabgleich (AWB) ist die einfachste Methode,<br />

um einen richtigen Weißabgleich zu behalten und erzeugt im<br />

allgemeinen akzeptable Ergebnisse. Trotzdem: Wenn <strong>Sie</strong> eine<br />

besonders warme oder kühle Szene erfassen, wie im Falle des<br />

<strong>So</strong>nnenuntergangs oder des Zwielichtes, oder falls Ihre Szene von einer<br />

Farbe oder von einem Farbton dominiert wird, kann der automatische<br />

Weißabgleich zuviel abgleichen, dadurch werden die Farben unklar und<br />

manchmal kontrastarm. Es wird besser sein, wenn <strong>Sie</strong> den<br />

Weißabgleich selbst übernehmen und ihn so einstellen, daß er der<br />

Beleuchtung gerecht wird, oder den verkehrten Weißabgleich<br />

einstellen, je nach dem gewünschten Farbton und der gewünschten<br />

Qualität. Zum Beispiel kann die Einstellung auf den Bewölkt-Modus<br />

oder Schatten-Modus bei <strong>So</strong>nnenuntergang oder -aufgang zusätzliche<br />

Wärme verleihen, indem die orangenen und gelben Frabtöne des<br />

Himmels verstärkt werden, während eine Kunstlicht- oder<br />

Leuchtstofflichteinstellung die Farben kühler dastehen lassen kann,<br />

indem etwas Blau eingegeben wird.<br />

Falls <strong>Sie</strong> JPEG-Aufnahmen machen, müssen <strong>Sie</strong> den gewünschten<br />

Weißabgleich vor der Aufnahme einstellen. Dennoch würden wir Ihnen<br />

für mehrere Optionen dringend dazu raten, Raw-Aufnahmen +<br />

JPEG-Aufnahmen zu machen, den richtigen Weißabgleich einzustellen<br />

und danach in der Nachbearbeitung <strong>mit</strong> dem Weißabgleich zu<br />

experimentieren. Die Profilandschaftsfotografin Helen Dixon zeigt<br />

Ihnen, wie einfach das ist.<br />

Raw-Aufnahme<br />

Um mehr Flexibilität zu erreichen, machen <strong>Sie</strong><br />

Raw-Aufnahmen und passen den Weißabgleich<br />

nach der Erfassung in Adobe Camera Raw an.<br />

<strong>So</strong>bald das Bild geöffnet wird, klicken <strong>Sie</strong> auf das<br />

Auswahlmenü oben, um den voreingestellten,<br />

bei <strong>Ihren</strong> Aufnahmen gewünschten Weißabgleich<br />

auszuwählen. <strong>Sie</strong> können den Weißabgleich<br />

beliebig oft ändern, bis <strong>Sie</strong> den gewünschten<br />

Weißabgleich erzielen, und <strong>Sie</strong> können sogar den<br />

Temperaturschieber anpassen, um mehr Kontrolle<br />

über einen benutzerdefinierten Weißabgleich zu<br />

bekommen.<br />

Schritt 1 <strong>So</strong>nnenuntergänge oder -aufgänge an der Küste eignen sich gut für diese Art von<br />

Technik, dank ihren lebhaften Farben. Wenn <strong>Sie</strong> Ihre Aufnahme vorbereiten, versuchen <strong>Sie</strong>, den<br />

Zielpunkt mindestens eine halbe Stunde vor der goldenen Stunde zu erreichen. Versuchen <strong>Sie</strong><br />

verschiedene Fotomontagen und suchen nach Vordergrundmotiven. Wenn <strong>Sie</strong> Probleme haben,<br />

um irgendetwas zu finden, verwenden <strong>Sie</strong> den nassen Sand oder den Gezeitentümpel, um eine<br />

Spiegelung in die Szene zu bringen.<br />

Schritt 2 Nachdem die Fotomontage Ihrer Szene erledigt ist, nehmen <strong>Sie</strong> Bezug auf die Gebrauchsanweisungen<br />

Ihrer Kamera, um zu lernen, wie <strong>Sie</strong> auf Ihre Weißabgleichfunktion zugreifen können. Wählen <strong>Sie</strong> den<br />

automatischen Weißabgleich aus und verwenden den auf mindestens f/13 eingestellten Zeitautomatikmodus, um<br />

eine entsprechende Schärfentiefe zu erzielen. <strong>So</strong>llte sich Ihre automatische Scharfeinstellung in dem Restlicht<br />

schwer tun, versuchen <strong>Sie</strong>, auf manuelle Fokussierung umzustellen. Wenn <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> kämpfen, die Belichtung<br />

zwischen dem Himmel und dem Vordergrund abzugleichen, verwenden <strong>Sie</strong> ein Neutraldichteverlaufsfilter.<br />

AWB Automatischer-<br />

Weißabgleich-Modus<br />

Tageslicht-Modus Schatten-Modus Bewölkt-Modus Kunstlicht<br />

Schritt 3 Wie <strong>Sie</strong> sehen können, bleibt die automatische Weißabgleichfunktion der Szene<br />

farbentreu, es fehlt ihr jedoch an dem Schwung. Um die Farben aufzuwärmen, mache ich dieselbe<br />

Aufnahme <strong>mit</strong> voreingestellten Tageslicht-, Schatten- und Bewölktweißabgleichmodus. Je kleiner<br />

die Kelvin (Farbtemperatur), desto gesättigter werden die orangenen, gelben und roten Farbtöne.<br />

Der Bewölkt-Modus gibt den besten Weißabgleich, weil dadurch die Wärme des Himmels erhöht<br />

wird, ohne zuviel von der Kälte des Wassers zu verlieren.<br />

Schritt 4 Während die <strong>So</strong>nne genau am Horizont untergeht, versuchen <strong>Sie</strong>, die Kelvin zu<br />

erhöhen, indem <strong>Sie</strong> die Kunstlicht- und nachher die Leuchtstofflichtweißabgleichfunktion<br />

einstellen, um das Blaue des Zwielichtes hervorzuheben. Um das zu unnatürliche Aussehen der<br />

Farben zu vermeiden, wählen <strong>Sie</strong> eine Weißabgleicheinstellung aus, welche die sich bereits in der<br />

Szene befindenden blauen Töne hervorhebt, jedoch nicht so stark ist, um das ganze Bild zu<br />

überwältigen. Für diese Szene ist das Leuchtstofflicht viel besser als das Kunstlicht.<br />

76 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Beginner’s Guide<br />

Xxxxxx< Xxxxxx<<br />

Leuchtstofflicht<br />

Der fluoreszente Weißabgleich hat die besten Ergebnisse<br />

erzielt, indem er die tiefen Blautöne und das Rosa am<br />

Himmel hervorgehoben hat.<br />

Belichtung: Zwei Sekunden bei f/13 (ISO 100)<br />

XXXXX 2011 DIGITAL SLR PHOTOGRAPHY 00


Anfänger<br />

>Regeln brechen > Bewegung<br />

Setzen <strong>Sie</strong> dynamische<br />

Küstenszenen in Szene<br />

Wenn <strong>Sie</strong> scharfe Bilder schießen wollen, ist es unerlässlich, dass <strong>Sie</strong> die Kamera fixieren. Lee Frost gibt uns<br />

allerdings den Tipp, die Kamera während der Belichtung zu bewegen, um kreative Ergebnisse zu erzielen.<br />

IM ZEITALTER DER DIGITALFOTOGRAFIE sind die Fotografen besessen von der Bildqualität. Es wird in Kameras investiert, die<br />

Millionen von Pixeln darstellen können. Man legt sich die schärfsten verfügbaren Linsen zu und fotografiert grundsätzlich immer<br />

<strong>mit</strong> einer Einstellung unter ISO 100 sowie <strong>mit</strong> Stativ, da<strong>mit</strong> die Kamera wie festgemauert dasteht und die absolute Bildschärfe<br />

ermöglicht.<br />

Daran ist natürlich nichts auszusetzen. Gelegentlich ist es aber auch ganz nett, die Sache einmal etwas entspannter anzugehen<br />

und etwas Neues auszuprobieren – zum Beispiel, indem man ein Bild absichtlich verschwimmen lässt. Sportfotografen<br />

verwenden diese als Panning oder Mitziehen der Kamera bezeichnete Technik ständig. Das bewegte Objekt bleibt dabei scharf,<br />

während der Hintergrund verwischt wird, um ein starkes Gefühl von Tempo und Dynamik zu erzeugen. <strong>Sie</strong> brauchen allerdings<br />

kein bewegtes Objekt, um sich im Panning zu üben. Wenn alles im Bild ruhig steht, können <strong>Sie</strong> einige fantastisch abstrakte Bilder<br />

erzeugen, indem <strong>Sie</strong> die Kamera bewegen und <strong>mit</strong> einer niedrigen Verschlusszeit Aufnahmen machen.<br />

Wälder sind hervorragende Motive für vertikal gezogene Aufnahmen. Baumstämme verwandeln sich dabei zu interessanten<br />

Linien, während Blumenfelder bunte Streifen erzeugen. Dieselbe Technik können <strong>Sie</strong> auch in umtriebigen Städten anwenden, um<br />

abstrakte urbane Bilder zu erzeugen.<br />

Ich selbst wohne am Meer und habe <strong>mit</strong> der Küste das perfekte Motiv für horizontal gezogene Aufnahmen. Küstenszenen sind<br />

schon an sich recht abstrakt. <strong>Sie</strong> enthalten drei voneinander getrennte Streifen: den Strand, das Meer und den Himmel. Wenn man<br />

sie in diesem Zustand ablichtet, sind die drei Elemente meist recht unspektakulär. Wenn man allerdings die Kamera <strong>mit</strong><br />

geöffnetem Verschluss schwenkt, wird selbst aus der alltäglichsten Strandszene ein verblüffendes künstlerisches Bild, das <strong>mit</strong><br />

einem Rahmen an der Wand hervorragend aussieht. Ich habe vor einiger Zeit einige dieser Bilder ausgestellt, und sie haben sich<br />

besser verkauft als meine „normalen“ Landschaftsbilder!<br />

Die Technik hat etwas recht Experimentelles und ist offen für kreative Weiterentwicklungen. Aber in jedem Fall lohnt sie sich.<br />

Optik und Stimmung des Endresultats hängen sehr stark von den Wetterbedingungen ab – und zwar so stark, dass man an zwei<br />

aufeinanderfolgenden Tagen ein und dieselbe Szene aufnehmen und vollkommen unterschiedliche Ergebnisse erreichen wird. Ich<br />

weiß das, weil ich es selbst bereits versucht habe. An sonnigen Tagen leuchtet der Sand orange, während das Meer und der<br />

Himmel blau sind. Wenn es stürmisch ist, verwandelt sich die gesamte Szene in eine Grauton-Studie, was durchaus auch seinen<br />

Reiz haben kann. Bei <strong>So</strong>nnenauf- und -untergang indes werden die grauen Farben rot, gelb, purpurrot und rosa.<br />

Das Wichtigste ist, dass man immer wieder Neues ausprobiert. <strong>So</strong> kann man es <strong>mit</strong> verschiedenen Verschlusszeiten und<br />

unterschiedlichen Panning-Geschwindigkeiten versuchen und sich einfach inspirieren lassen. Es gibt kein Richtig und kein Falsch.<br />

Stativkopf<br />

Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dieser<br />

Technik flüssige und<br />

verlässliche Ergebnisse<br />

erzielen wollen,<br />

brauchen <strong>Sie</strong> den<br />

richtigen Stativkopf,<br />

den <strong>Sie</strong> horizontal<br />

geschmeidig drehen<br />

können. Ein Kugelkopf,<br />

wie auch ihn verwende,<br />

ist hierfür ideal, weil<br />

man da<strong>mit</strong> das Stativ<br />

schön fest und eben<br />

aufstellen kann.<br />

Danach lässt man<br />

den Kopf einrasten.<br />

Für die horizontale<br />

Drehung löst man<br />

dann die Sperre, und<br />

es kann losgehen.<br />

Herkömmliche<br />

Stativköpfe zum<br />

Schwenken und<br />

Neigen sind auch<br />

ziemlich effektiv, weil sie über Griffe<br />

zur Einstellung der Kamera in beiden<br />

Achsen verfügen. Man kann also<br />

die Neigung nach vorn bzw. hinten<br />

einstellen, die Kamera vertikal fixieren<br />

und sie dann horizontal schwenken.<br />

Schritt 1 Suchen <strong>Sie</strong> sich eine geeignete Szene aus.<br />

Ich habe eine Strandszene in der Nähe meines Hauses<br />

ausgewählt. Wenn <strong>Sie</strong> kilometerweit vom Strand<br />

entfernt leben, können <strong>Sie</strong> stattdessen auch andere<br />

Landschaftsbilder wie etwa von leuchtend gelben<br />

Rapsfeldern oder roten Mohnblumenfeldern vor einem<br />

blauen Himmel schießen. Eine weitere Option sind<br />

Stadtszenen bei Nacht, bei denen die künstliche<br />

Beleuchtung als bunte Streifen wiedergegeben wird.<br />

Schritt 2 Montieren <strong>Sie</strong> die Kamera auf einem<br />

festen Stativ und verwenden <strong>Sie</strong> zum Ausrichten eine<br />

Hot-Shoe-Wasserwage, da<strong>mit</strong> die Kamera beim<br />

Schwenken parallel zum Horizont läuft. Ob <strong>Sie</strong> den<br />

Horizont ins Zentrum des Bildes rücken, liegt ganz bei<br />

Ihnen. Ich habe festgestellt, dass man bei diesen<br />

Szenen da<strong>mit</strong> ganz gute Resultate erzielt, weil sich<br />

dann die Farben in der Bild<strong>mit</strong>te aufsplitten.<br />

Schritt 3 Stellen <strong>Sie</strong> eine niedrige Verschlusszeit<br />

von 1/8 Sek. oder länger ein, um für ausreichend<br />

Unschärfe zu sorgen. Verwenden <strong>Sie</strong> hierfür den<br />

A-Modus der Kamera und wählen eine Blende von<br />

f/11 oder f/16. Bei grellem <strong>So</strong>nnenlicht ist ein<br />

Neutraldichte (ND)- oder Polfilter sinnvoll, um die<br />

Verschlusszeit etwas zu reduzieren.<br />

Schritt 4 Halten <strong>Sie</strong> den Stativkopf oder den Dreharm fest,<br />

richten die Kamera zur linken Seite des Bilds aus und<br />

schwenken sie flüssig von links nach rechts. Halten <strong>Sie</strong> den<br />

Verschluss währenddessen offen. Setzen <strong>Sie</strong> die<br />

Schwenkbewegung noch etwas fort, nachdem der Verschluss<br />

wieder geschlossen ist. Sehen <strong>Sie</strong> sich Ihr Bild dann auf dem<br />

LCD-Monitor an.<br />

78 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE<br />

Schritt 5 Dieser erste Versuch <strong>mit</strong> einer Einstellung von 1/10<br />

Sekunden ist nicht verschwommen genug. Außerdem ist der<br />

Horizont wackelig, da ein Stativbein im weichen Sand versunken<br />

ist. Bevor ich die nächste Aufnahme mache, muss ich die Kamera<br />

wieder neu ausrichten. Außerdem muss ich eine höhere<br />

Verschlusszeit einstellen. Daneben dürfte es helfen, die Kamera<br />

schneller zu schwenken, um den Mitzieheffekt zu verstärken und<br />

für eine gleichmäßigere Farbverteilung zu sorgen.<br />

Schritt 6 Der zweite Versuch <strong>mit</strong> einer Verschlusszeit von<br />

1/5 Sekunden sieht schon vielversprechender aus. Im Bild sind<br />

schöne, gleichmäßige Streifen und subtile Farben zu sehen. Bei<br />

diesem Bild kommt der Mitzieheffekt schon deutlich heraus. Es<br />

lohnt sich dennoch, noch ein paar weitere Versuche <strong>mit</strong><br />

größeren Verschlusszeiten zu machen, wenn man den Dreh<br />

einmal heraushat. Ich arbeite also bei abnehmender<br />

Lichtintensität weiter.


Anfänger<br />

Bewegung< Regeln brechen <<br />

Fertiges Bild<br />

Hier ist das fertige Bild, das ich <strong>mit</strong><br />

einer Einstellung von<br />

0,6 Sekunden aufgenommen habe. Ich<br />

habe mich dazu entschlossen, den<br />

Sandstreifen herauszulassen und mich<br />

auf die Farbstreifen des Meeres und des<br />

Himmels zu konzentrieren, um ein<br />

buntes abstraktes Bild zu erzeugen.<br />

Jetzt sind <strong>Sie</strong> an der Reihe!<br />

Schritt 7 Laden <strong>Sie</strong> sich zu Hause die Bilder auf den Computer und bearbeiten sie die<br />

Raw-Dateien. Experimentieren <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Werten wie der Dynamik oder der Sättigung, um<br />

herauszufinden, ob sich eine Intensivierung der Farben positiv auf das Endergebnis auswirkt. <strong>Sie</strong><br />

können gar nichts falsch machen, da <strong>Sie</strong> ja ohnehin nicht versuchen, ein reales Abbild zu schaffen.<br />

Lassen <strong>Sie</strong> also Ihrer Kreativität freien Lauf! Es kann sogar sinnvoll sein, den Farbtonregler zu<br />

verschieben, und auf diese Art schöne Farbeffekte zu erzeugen.<br />

Schritt 8 Diese verwischten abstrakten Aufnahmen sehen fantastisch auf, wenn man sie<br />

richtig schön groß ausdruckt. <strong>Sie</strong> eigenen sich hervorragend als gerahmte Bilder. Wählen <strong>Sie</strong> zur<br />

Belohnung Ihr Lieblingsbild aus! Diese Aufnahme hängt beispielsweise bei mir im Korridor und<br />

erweckt immer wieder die Neugier der Besucher, weil die Leute sich nie sicher sind, ob es sich<br />

dabei um ein Foto oder ein Gemälde handelt!<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 79


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERHERAUSFORDERUNG<br />

DIE JURA-<br />

KÜSTE<br />

STAMMLESER GRAHAM WIFFEN IST SCHARF DARAUF, DEN VORDERGRUND IN SEINEN BILDER ZU<br />

VERBESSERN. MIT DER UNTERSTÜTZUNG DES PROFI-LANDSCHAFTSFOTOGRAFEN ROSS HODDINOTT<br />

FORDERTEN WIR IHN HERAUS, GENAU DAS IN NUR EINER STUNDE ZU BEWERKSTELLIGEN.<br />

TEXT: ROSS HODDINOTT /FOTOS: GRAHAM WIFFEN


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERHERAUSFORDERUNG<br />

Der Leser<br />

Name: Graham Wiffen<br />

Alter: 50<br />

Beruf: Verkaufs- und Vertriebsleiter und<br />

Halbprofifotograf<br />

Ausstattung: Nikon D90, Sigma 10-20mm f/4.5-5.6,<br />

Nikon 18-55mm f/3.5-5.6,<br />

Nikon 55-200mm f/4-5.6, Sigma 70-300mm<br />

f/4.5-5.6, Nikon 50mm f/1.8<br />

Internetseite: grahamwiffenphotography.com<br />

Graham: „Ich war schon immer ein eifriger Fotograf, habe jedoch <strong>mit</strong> der<br />

Digitalfotografie erst vor ein paar Jahren richtig angefangen, während ich in<br />

der Karibik segelte.<br />

Seitdem ich nach Dorset <strong>mit</strong> seiner wunderschönen ländlichen Gegend und<br />

atemberaubenden Jura-Küste umgezogen bin, habe ich mich darauf<br />

konzentriert, die örtliche Szenerie zu fotografieren. Es gibt in Dorset so viele<br />

wunderschöne Orte <strong>mit</strong> ständig wechselndem Wetter und Licht, dass es<br />

unendliche Möglichkeiten für fantastische Aufnahmen gibt. Ich fühle mich<br />

durch die Ein-Stunden-Foto-Herausforderung richtig angeregt. Der Gebrauch<br />

des Vordergrundes ist etwas, das ich verbessern muß, sehe also der<br />

Zusammenarbeit <strong>mit</strong> Ross Hoddinott und seinem umgehenden Feedback <strong>mit</strong><br />

Freude entgegen.”<br />

ES IST KEIN ZUFALL, dass viele der führenden<br />

Landschaftsfotografen Großbritanniens in Dorset leben. Es ist<br />

eine unserer attraktivsten, fotogensten Grafschaften und die<br />

Heimat von Englands erster natürlicher Welterbestätte, der<br />

Jura-Küste, welche einen über 185 Millionen Jahre in die<br />

Erdgeschichte hineinreichenden geologischen ‚Spaziergang durch die Zeit’<br />

beschreibt. Von East Devon ausgehend, erstreckt sie sich auf 95 Meilen<br />

und kann sich <strong>mit</strong> einigen der interessantesten geologischen Strukturen<br />

und Küstenlinien in der Welt rühmen. Dorsets raue Küste und seine<br />

Kiesstrände sind bei Fossilienjägern und Touristen beliebt, doch Leser<br />

Graham Wiffen und ich hatten keine Zeit zur Besichtigung von<br />

Sehenswürdigkeiten. Graham sollte sich der Ein-Stunden-Foto-<br />

Herausforderung der Zeitschrift stellen und hatte nur 60 Minuten hinter der<br />

Kamera Zeit, um drei <strong>mit</strong> dem Thema dieses Monats – Vodergrund – in<br />

Verbindung stehenden Herausforderungen gerecht zu werden.<br />

Wir hatten ausgemacht, uns bei Kimmeridge Bay zu treffen – nur eine<br />

kurze Fahrt von dem Dorf Corfe entfernt – aber als ich entlang der A35<br />

fuhr, fing ich wegen dem düsteren Wetter an, mir <strong>So</strong>rgen zu machen. Trotz<br />

der guten Wettervorhersage war der Himmel grau und trübe. Also war das<br />

erste Gesprächsthema, als ich ankam, typisch für Außenfotografen, das<br />

Wetter! Dennoch gab es schon Bewölkungsauflockerung, und nach einer<br />

Tasse Tee und etwas Geplauder hatte die <strong>So</strong>nne die Wolken durchbrochen<br />

– hoffentlich sollte uns letztendlich doch noch eine gute Aufnahmesitzung<br />

gegönnt sein.<br />

Graham wohnt im Ortsbereich und kennt Dorset gut. Ich hatte mich<br />

vorher auf seinen Internetseiten umgesehen und wußte, daß er bereits<br />

ein erfahrener Fotograf war und ein kreatives Auge hatte. Dennoch<br />

erklärte er mir, daß er sich <strong>mit</strong> dem Problem des Vordergrundes oft<br />

auseinanderzusetzen hatte. ‚Ich fühle, als fehlte es meinen <strong>Fotos</strong><br />

manchmal an Tiefe, oder aber meine Vordergründe sind zu dominierend.<br />

Ich brauche Hilfe, um den richtigen Abgleich zu erzielen’. Ich erklärte, daß<br />

Vordergrund bei Landschaftsbildern wichtig ist. Das kann helfen, dem<br />

Bild ein dreidimensionales Gefühl, Ausmaß und Kontext zu verleihen.<br />

Der Gesichtswinkel ist ausschlaggebend. In manchen Fällen wird es <strong>mit</strong><br />

einem tiefen Blickwinkel am besten klappen, während in anderen Fällen<br />

ein hoher Blickwinkel das stärkere Ergebnis hervorrufen wird. Wichtig ist<br />

auch der Abgleich. Der Vordergrund sollte die Szene ergänzen und einen<br />

Abgleich schaffen, er sollte nicht nur um seinetwillen <strong>mit</strong> einbezogen<br />

werden. Die Scharfeinstellung und die Blendenauswahl sollte auch in<br />

Erwägung gezogen werden, da oft eine Rückenschärfe erforderlich ist. Es<br />

gibt keinen Mangel an potentiellen Vordergrundthemen, angefangen von<br />

dem Wasser, den Spiegelungen und Blumen, bis hin zu einem Fußpfad,<br />

Weg, Brücke, Sandmustern, Felsen und Brocken. Dennoch, unabhängig<br />

davon, was man verwendet, besteht das Ziel darin, dem eigenen Bild eine<br />

Eingangsstelle zu verschaffen und das Auge des Sehers wirkungsvoll in die<br />

Szene zu geleiten.<br />

Es gibt wenige bessere Buchten für Vordergründe als Kimmeridge,<br />

also war dies eine offensichtliche Wahl für diese Herausforderung.<br />

Das Ufer ist felsig, <strong>mit</strong> interessanten Festlandsockeln und großen,<br />

fotogenischen Brocken – es ist ein Standort, welcher unverkennbar<br />

die Jura-Küste ist. Leider gab es ein unvorhergesehenes Problem. Die<br />

Brandung war ungewöhnlich groß und die hohen Wellen erschwerten<br />

Schlechte Fotomontage<br />

TOP: Ein waagerechtes<br />

Format ist für diese<br />

Landschaftsszene<br />

ungeeignet, weil es in<br />

dem Vordergrund so viel<br />

Motive gibt, dass das<br />

Auge nicht weiß, wohin<br />

es blicken soll. An<br />

Grahams<br />

ursprünglichem Foto<br />

fehlt es an jedweder<br />

Einführung in das Bild,<br />

so<strong>mit</strong> wird das Auge von<br />

der Felsmenge, links in<br />

der Fotomontage,<br />

angezogen.<br />

OBEN: Ross empfiehlt<br />

den Wechsel zu einer<br />

senkrechten<br />

Fotomontage, um die<br />

Vordergrundfelsplatte<br />

besser hervorzuheben.<br />

RECHTS: Graham<br />

experimentiert <strong>mit</strong><br />

verschiedenen<br />

Gesichtswinkeln und<br />

Fotomontagen, indem er<br />

tiefer geht, um einen<br />

dynamischeren<br />

Blickwinkel zu haben<br />

wobei ihm sein robustes<br />

Manfrotto 055-Stativ<br />

behilflich ist.<br />

eine sichere Aufnahme am Wasserrand, wodurch die Anzahl der von<br />

Graham bei seinen Aufnahmen zu benutzenden Vordergrundgegenstände<br />

eingeschränkt wurde.<br />

Bevor es <strong>mit</strong> dem Countdown losgehen konnte, verbrachte<br />

Graham etwas Zeit, um sich <strong>mit</strong> der während der Herausforderung zu<br />

verwendenden Ausstattung vertraut zu machen – eine Nikon D7000<br />

und eine Nikkor AF-S 16-35mm f/4 G ED VR <strong>mit</strong> Weitwinkelobjektiv. Die<br />

Verwendung einer anderen Kamera kann eine Herausforderung an sich<br />

darstellen, doch Graham fühlte sich <strong>mit</strong> der D7000 schnell zu Hause,<br />

da die Bedienung und Ergonomik <strong>mit</strong> der von ihm zur Zeit verwendeten<br />

Nikon D90 ähnlich sind. Graham stellte das ISO auf 100, die tiefste ISO-<br />

Empfindlichkeit, ein, um die Bildqualität zu maximieren und wählte den<br />

Zeitautomatikmodus aus, um sicherzustellen, dass er die Kontrolle über<br />

die Schärfentiefe hatte. Inzwischen hatte sich die Wolke fast völlig verzogen<br />

und einen blauen Himmel hinterlassen. Die <strong>So</strong>nne ging um ungefähr 4:30<br />

82 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Starke Einführungslinien<br />

Es fehlt an Einführungslinien.<br />

Empfohlene Austattung<br />

Wenn <strong>Sie</strong> Landschaftsbilder <strong>mit</strong> starkem<br />

Vordergrund und Tiefe aufnehmen möchten,<br />

ist ein Weitwinkelobjektiv Ihre beste Wahl.<br />

Eine kurze Brennweite, zwischen 16 und 24<br />

Millimeter, ermöglicht es Ihnen,<br />

Schlüsselvordergrundsubjekte einzubeziehen<br />

und scheint die Aussicht ausweiten zu wollen,<br />

indem die Gegenstände dominierender<br />

gemacht werden. Nikkor 16-35 mm erwies<br />

sich als eine ausgezeichnete Linse für<br />

Grahams Herausforderung; die vielseitige<br />

Brennweite des Zoomwinkels ist für<br />

Landschaften perfekt. Ihr optisches Design<br />

weist Nikons exklusive Antireflex-Nano-<br />

Crystal-Beschichtung, zwei ED-Glaselemente<br />

und drei asphärische Glaselemente auf, um<br />

Distorsionen und Bildfehler zu minimieren.<br />

Einfach gesagt ist die Bildqualität<br />

hervorragend. Die Auswahl der Kamera ist<br />

ebenfalls wichtig. Ein Hochauflösungsmodell<br />

wie die 16.2-Megapixel Nikon D7000<br />

ermöglicht den Fotografen, die Szene<br />

durchgehend scharf zu erfassen. Ein Stativ für<br />

die Stabilität und um das Arrangement zu<br />

fördern, ist ebenfalls entscheidend;<br />

zusammen <strong>mit</strong> neutralen Verlaufsfiltern, um<br />

uneinheitlich beleuchtete Szenen<br />

auszubalancieren.<br />

Uhr unter, und da wir nur noch eine Stunde hatten, wurde es Zeit, um<br />

anzufangen, da<strong>mit</strong> Graham das warme Abendlicht ausnutzen konnte. Als<br />

eine erste Herausforderung mußte er eine Einführungslinie identifizieren<br />

und verwenden, um das Auge des Sehers durch die Fotomontage zu<br />

führen. Nachher musste er ein Foto <strong>mit</strong> Rückschärfe aufnehmen. Und<br />

schließlich einen Vordergrund zu gebrauchen, um Abgleich zu erzielen.<br />

Zeit, um den Countdown zu starten.<br />

Herausforderung Nummer eins: Die Auffindung einer<br />

Einführungslinie<br />

Graham zog eine direkte Linie zu einem Felsvorsprung an der Grundlage<br />

der Klippenwand. Das matte Abendlicht brachte es zum Leuchten,<br />

und er fing an, durch den Bildsucher der D7000 zu blicken, indem er<br />

unterschiedliche Fotomontagen ausprobierte. Mit so viel gleichtönigem<br />

Felsen im Vordergrund wurde es nicht leicht, die Tiefe und das Interesse<br />

zu erfassen, doch Graham bemerkte einige durch den Festlandsockel<br />

ziehende Spalten, welche als Einführung herhalten konnten. Graham<br />

versuchte eine waagerechte Fotomontage, wobei die Felslinien das Bild<br />

von der unteren rechten Ecke einführten, auch wenn ihre Auswirkung<br />

und Rolle verlorenging, da das Auge von einem großen Felsplattenbett<br />

auf der linken Seite angezogen wurde. Ich aber riet ihm, ein Hochformat<br />

zu versuchen und es gelang ihm, mehr von dem nächsten Vordergrund<br />

in das Bildfeld <strong>mit</strong> einzubeziehen, indem er die sich auf der linken Seite<br />

befindenden Felsen ausließ. Dies führte zweifellos zu einem stärkeren<br />

Vordergrund, <strong>mit</strong> einer größeren Schärfe, doch der Aufnahme fehlte es<br />

weiterhin an einer Einführungslinie. Um dem abzuhelfen, bat ich ihn,<br />

etwas nach rechts zu rücken, um den Vordergrund <strong>mit</strong> den durch den<br />

Felsensockel ziehenden Spalten zu füllen.<br />

In den meisten Fällen können sogar winzige Abstimmungen der<br />

Aufnahmestellung viel bedeuten. Nun führen die Risse das Auge des<br />

TOP: Die Umschaltung<br />

zum Hochformat<br />

verleiht dem Bild <strong>mit</strong><br />

Sicherheit mehr Tiefe,<br />

doch dem Bild fehlt es<br />

weiterhin an einer<br />

echten Einführungslinie.<br />

OBEN LINKS: Ein paar<br />

Schritte nach rechts<br />

ermöglichen es Graham,<br />

den Vordergrund <strong>mit</strong><br />

den den felsigen<br />

Festlandsockel<br />

durchziehenden Rissen<br />

zu füllen. Die Spalten<br />

führen das Auge zur<br />

Fotomontage.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 83


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERHERAUSFORDERUNG<br />

Nicht scharf genug eingestellt Bildschärfe von vorne nach hinten<br />

Sehers in die Richtung der Klippenwand und der entfernten Landzunge.<br />

Der Gebrauch des Vordergrundes sieht ebenfalls handgemacht aus und<br />

<strong>mit</strong> dem Horizont, welcher nahe zu einem „Dritten“ platziert ist, scheint die<br />

Fotomontage ausgewogener zu sein. Erst zehn Minuten sind vergangen,<br />

und der ersten Herausforderung wurde Genüge getan.<br />

Herausforderugn Nummer zwei: Die Maximierung<br />

der Schärfentiefe<br />

Die Vielfalt in der uns zur Verfügung stehenden Zeit zu erzielen, sollte<br />

schwierig sein. Es gab keine kleinen Fischerboote bei Kimmeridge, die<br />

wir <strong>mit</strong> einbeziehen konnten, und es war zu früh für Küstenblumen. Die<br />

hohen, unvorhersehbaren Wellen machten es unmöglich, nahe an den<br />

Wasserrand zu gehen, um die einlaufende Flut, die Gezeitentümpel oder<br />

Spiegelungen aufzunehmen. Also blieben uns noch die Felsen, Felsplatten<br />

und Brocken. Allerdings ist die Jura-Küste am besten wegen ihrer Geologie<br />

bekannt und Graham war sehr eifrig dabei, Aufnahmen zu machen,<br />

welche den Charakter der Gegend aufwiesen.<br />

Während wir die Bucht nach Gegenständen durchfilzten, stolperten wir<br />

über ein in eine Platte eingebettetes Fossil. Obwohl Ammoniten hier oft<br />

vorkommen, ist es ungewöhnlich, einen in einer derart perfekten Position<br />

und in einem derartig guten Zustand aufzufinden. Und <strong>mit</strong> einem rund 30<br />

Zentimeter großen Durchmesser war der Ammonit groß genug, um ihn als<br />

Vordergrund <strong>mit</strong> einzubeziehen. Graham bedurfte keiner Ermunterung – er<br />

hatte bereits das weiteste Ende des Objektivs ausgewählt und machte<br />

Weitwinkelaufnahmen von dem Fossil, aber seine ersten Bemühungen<br />

hatten <strong>Fotos</strong> zur Folge, welche aus zu großer Höhe aufgenommen wurden.<br />

Die sich in <strong>mit</strong>tlerer Entfernung befindenden Felsen dominierten die<br />

Aufnahme und das Fossil hatte kaum Wirkung. Mittels eines tieferen<br />

Gesichtswinkels hob Graham das Fossil hervor und verringerte auch die<br />

Anzahl der Felsen in der Mitte des Bildfeldes.<br />

Weitwinkel verfügen normalerweise über eine breite Schärfentiefe<br />

und ermöglichen es den Fotografen, die Linse nahe an den Vordergrund<br />

zu platzieren und dennoch eine Rückschärfe zu erzielen, solange man<br />

die Schärfe vorsichtig einstellt. Graham erklärte, welche Technik er<br />

normalerweise anwandte, wenn eine große Schärfentiefe gefragt war: ‚Ich<br />

weiß, daß die Schärfentiefe knapp zwei Drittel hinter den Schärfepunkt<br />

und ein Drittel vor ihn fällt. Ich habe über den hyperfokalen Abstand in<br />

der Zeitschrift gelesen, ich verstehe ihn als den Punkt, in dem man die<br />

Höchstschärfe für jede beliebige Blende und Brennweitenkombination<br />

erzielen kann. Aber, um ehrlich zu sein, würde ich normalerweise die<br />

Schärfe manuell auf ein Drittel in das Bildfeld einstellen, um bei der<br />

Erweiterung der Schärfentiefe zu helfen.‘<br />

Seine Herangehensweise ist ziemlich verläßlich und besser als<br />

die automatische Scharfeinstellung, aber es ist dennoch besser, den<br />

hyperfokalen Abstand auszurechnen, wenn man den nahegelegenen<br />

Vordergrund <strong>mit</strong> einbeziehen möchte. Wenn man ein Smartphone besitzt,<br />

kann man Anwendungen wie den DOFMaster (www.dofmaster.com)<br />

herunterladen, da<strong>mit</strong> die App das für einen tut. Wir verwendeten jedoch<br />

ein Hyperfokalentfernungsdiagramm für digitale Spiegelreflexkameras<br />

<strong>mit</strong> Sensoren der Größe APS-C, wie die D7000. Graham hatte eine<br />

f/16 – Blende und eine 17 Millimeter Brennweite eingestellt. Ein rascher<br />

Blick auf unser Diagramm sagte uns, daß der hyperfokale Punkt, in<br />

welchem Graham die verfügbare Schärftiefe maximieren konnte, 0,92<br />

Meter betrug. Mit seinem aufgestellten Kamera-Stativ und durch die<br />

manuelle Einstellung der Bildschärfe paßte Graham den Schärfepunkt auf<br />

diese Länge an. Durch die Konzentrierung auf die hyperfokale Entfernung<br />

sollte alles ab der Entfernungshälfte (0,46 m) bis zur Unendlichkeit in<br />

annehmbarer Schärfequalität aufgenommen werden. Graham öffnete den<br />

Kameraverschluß, und dann überprüften wir das Ergebnis auf dem großen<br />

Hochauflösungsmonitor der D7000. Das Bild war durchgehend scharf,<br />

aber, obwohl die zweite Herausforderung bewältigt worden war, hatten<br />

wir mehr als eine halbe Stunde da<strong>mit</strong> verbracht, um die Fotomontage<br />

fein einzustellen und um über die Scharfeinstellung und die Schärfe zu<br />

sprechen. Uns blieben weniger als 20 Minuten…<br />

Herausforderung Nummer drei: Erzielung von<br />

Ausgewogenheit<br />

Viele Fotografen tappen in die Falle, einen großen Felsen oder ähnliches<br />

in den Vordergrund zu stellen, nur um des Felsen willen. Doch anstatt<br />

die Aufnahme hervorzuheben kann es ablenkend wirken, aus dem<br />

Zusammenhang gerissen, oder aber es kann die Fotomontage einfach<br />

überwältigen. Der Vordergrund ist dazu bestimmt, eine Szene zu ergänzen<br />

und Ausgewogenheit zu schaffen. Während das Licht zu schwinden<br />

TOP LINKS: Da er den<br />

Hyperfokuspunkt nicht berechnet,<br />

sind Grahams erste<br />

Aufnahmebemühungen von vorne<br />

nach hinten nicht scharf.<br />

OBEN MITTE: Durch die<br />

Verwendung des<br />

Hyperfokalentfernungsdiagramms<br />

und durch die manuelle Einstellung<br />

der Bildschärfe ist das nächste<br />

Bildfeld durchgehend scharf.<br />

OBEN & TOP:<br />

Durch die Auslassung der<br />

Vordergrundfelsen und die<br />

Vereinfachung der Fotomontage,<br />

unter Verwendung des<br />

Zickzackmusters der Felsplatte als<br />

Vordergrund, sieht Grahams<br />

Aufnahme bei weitem<br />

ausgewogener aus, wobei das<br />

Auge nicht umherschweift.<br />

GEGENÜBERLIEGEND: Graham<br />

setzt alles während der<br />

Herausforderung Gelernte für die<br />

letzten Aufnahmen des Tages in die<br />

Praxis um.<br />

84 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


egann, war Grahams letzte Herausforderung, genau dies zu tun und die<br />

weiteste Einstellung der Nikon-Linsen war ideal, weitete den Blickwinkel<br />

aus und verlieh Grahams Fotomontage ein dreidimensionales Gefühl.<br />

Eine Menge von Felsen und Brocken schien ein offensichtliches<br />

Vordergrundpotential zu bieten, um für die Küstenlinie Ausgewogenheit zu<br />

schaffen. Dennoch sah Graham ohne meine Hilfe schnell ein, dass diese<br />

zu dominierend waren. ‚Das Auge bleibt an dem Vordergrund hängen und<br />

geht nicht weiter’, sagte Graham. Er hatte recht und ich wies ihn darauf<br />

hin, die Fotomontage zu vereinfachen, indem er näher zu der Felsplatte<br />

rückte und einige der Felsstücke ausließ. Erneut bedurfte es nur einiger<br />

Schritte in die eine oder andere Richtung oder der Anpassung der Höhe der<br />

Kamera, um das Foto zu verändern, doch Graham war <strong>mit</strong> dem Ergebnis<br />

noch immer nicht zufrieden. Er beschloss, sämtliche alleinstehenden<br />

Felsen auszulassen und stattdessen die Zickzackstruktur der Felsplatte<br />

als Bildvordergrund zu verwenden. Durch die Vereinfachung der<br />

Fotomontage auf diese Art und Weise sieht das Ergebnis natürlicher und<br />

wohldurchdachter aus. Auch wenn die Wolken die letzten <strong>So</strong>nnenstrahlen<br />

verschleierten, setzte Grahams letztes Foto alles, was wir wähhrend der<br />

Stunde besprochen hatten, in die Praxis um: eine starke, gut ausgewogene<br />

Fotomontage <strong>mit</strong> guter, durchgehender Schärfe und <strong>mit</strong> Vordergrund,<br />

der den Rest der Szene tatsächlich ergänzte. Es war keine Zeit mehr<br />

übriggeblieben, Graham war der Endherausforderung gerecht geworden.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> bei Ein-Stunden-Foto <strong>mit</strong>machen möchten, schreiben <strong>Sie</strong> uns<br />

eine E-Mail an: onehourphoto@digitalslrphoto.com.<br />

Fazit<br />

„Das Thema des Vordergrundes hat mich fasziniert, da es für die Landschaftsfotografie sehr wichtig ist. Die Zusammenarbeit<br />

<strong>mit</strong> Ross war ein besonderes Vergnügen, da ich auf all seine Fachkenntnisse und Erfahrung zurückgreifen konnte. Die<br />

Sitzung bedeutete jede Menge Spaß, aber auch einen besonders praktischen Ansatz, indem verschiedene Themen<br />

angesprochen wurden: wonach man suchen sollte, unterschiedliche Ausblicke, Winkel, Schärfentiefe und Fotomontagen,<br />

um bei den Aufnahmen Ausgewogenheit zu erzielen. Die Zeit, welche Ross <strong>mit</strong> mir im Vorfeld verbracht hat, indem er<br />

die Techniken behandelte und auf die während der Herausforderung zu suchenden Sachen hindeutete, hat sich als<br />

außerordentlich wertvoll erwiesen. <strong>Sie</strong> ermöglichte mir, während der zur Verfügung stehenden Stunde schnell und effektiv<br />

zu arbeiten. Es war ebenfalls eine Wonne, die Nikon D7000 und das 16-35-mm-Weitwinkelobjektiv während der<br />

Herausforderung zu benutzen. Als Nikon-Verwender war es einfach, die Bedienung der Kamera in den Griff zu bekommen.<br />

Die Linse ist toll, sie ermöglicht eine Schärfeeinstellung binnen 28 Zentimetern. Das verhalf mir dazu, den Vordergrund<br />

wirklich hervorzuheben. Auch die Bildqualität war beeindruckend. Nikon hat für Kameras der Größe APS-C <strong>mit</strong> der D7000<br />

neue Maßstäbe festgelegt. Ich möchte Ross für sein Feedback, MARCHW für seine Führung 2011 und DIGITAL für seine SLR lockere PHOTOGRAPHY Art während des 00<br />

Nach<strong>mit</strong>tags ein großes Dankeschön aussprechen. Ein großes Dankeschön gilt auch der Zeitschrift Digital SLR Photography<br />

für die Ermöglichung dieser Aufnahmesitzung. Ich war angeregt, am nächsten Abend zum selben Fleck zurückzukehren, um<br />

alles wieder in die Tat umzusetzen!”<br />

Grahams<br />

Spitzenaussage:<br />

„Das Fossil war ideal<br />

bei der Aufnahme der<br />

Jura-Küste. Ich liebe<br />

diese Gegend und für<br />

mich stellt das Bild die<br />

Gegend in all seiner<br />

Pracht dar; die raue<br />

Küste, die grünen<br />

Hügel, die Klippen und<br />

einen blauen Himmel.”<br />

Ross’<br />

Spitzenaussage:<br />

„Der Schlüssel zu einem<br />

guten Landschaftsbild<br />

ist die Einfachheit, die<br />

durch Grahams<br />

abschließende<br />

Aufnahme kurz<br />

dargestellt wird. Das<br />

Pflaster in dem felsigen<br />

Festlandsockel sticht ins<br />

Auge und die gedeckten<br />

Farbtöne sorgen für die<br />

Stimmung.”<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 85


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERWETTBEWERB<br />

HAFEN-<br />

NACHTLEBEN<br />

UNSER LESER NICK TSLATINIS HATTE SICH NOCH NIE AN NACHTAUFNAHMEN VON STÄDTEN<br />

VERSUCHT. ALSO ARRANGIERTEN WIR FÜR IHN EIN TREFFEN MIT DEM PROFIFOTOGRAFEN<br />

LEE FROST IM HAFEN VON NEWCASTLE UND STELLTEN DIE AUFGABE, INNERHALB VON<br />

EINER STUNDE DREI TOLLE AUFNAHMEN ZU PRODUZIEREN.<br />

TEXT: LEE FROST / BILDER: NICK TSIATINIS


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERWETTBEWERB<br />

Zu früh Unterbelichtet Perfekt<br />

Der Leser<br />

Name: Nick Tsiatinis Alter: 33<br />

Beruf: Computerprogrammierer und<br />

Amateurfotograf<br />

Ausrüstung: Nikon D700, Objektive: Nikon 50<br />

mm f/1,8, Sigma 105 mm f/2,8 Makro, Nikon<br />

18-35 mm f/3,5, Nikon 24-70 mm f/2,8G<br />

ED, Nikon 70-200 mm f/2,8 ED VR II<br />

Website: www.nickt.co.uk<br />

Zitat Nick: „Ich beschäftige mich erst seit etwas über zwei<br />

Jahren <strong>mit</strong> der <strong>Fotografie</strong>, am liebsten <strong>mit</strong> Landschaften,<br />

vorwiegend im Lake District und den Küstenregionen. Allerdings<br />

lebe und arbeite ich in Leicester, wo die Aussichten für<br />

atemberaubende Panoramen, wie ich sie liebe, eher gering sind.<br />

Ein Bereich, den ich fotografisch bisher kaum erforscht habe, sind<br />

größere Städte – besonders in der Dämmerung. Ich war deshalb<br />

sehr gespannt darauf, Lee in Newcastle für den One-Hour<br />

Photo-Wettbewerb zu treffen und zu erfahren, wie man die<br />

fotografischen Möglichkeiten des frühen Dämmerlichts in der<br />

Stadt optimal ausnutzt.“<br />

DER HAFEN VON NEWCASTLE ist für sein buntes<br />

Nachtleben bekannt. Für die Einheimischen –<br />

sowie für weniger Ortskundige, die in der Stadt nur<br />

Junggesellenabschied feiern – ist dies der Ort für<br />

ausgiebige oder ausschweifende Kneipenbummel.<br />

Fotografen von nah und fern liefert er dagegen einen erstklassigen<br />

Hintergrund für Dämmerungs- und Nachtaufnahmen.<br />

Während die gewölbte Tyne Bridge bereits seit ihrer Eröffnung<br />

im Jahre 1928 als Wahrzeichen der Tyneside bekannt ist, wurde<br />

die Hafengegend in den letzten Jahren umfassend neu gestaltet,<br />

durch den Bau des Sage Gateshead Zentrums für darstellende<br />

Kunst, die Gateshead Millennium Bridge, eine Reihe schicker<br />

Mehrfamilienhäuser und das Baltic Centre für moderne Kunst –<br />

eine großartige Gegend für Spaziergänge, wo man tagsüber <strong>mit</strong><br />

der Kamera in der Hand Architektur, Nahansichten und besondere<br />

Details entdecken kann.<br />

Wirklich zum Leben erwacht das Viertel jedoch erst am Abend,<br />

wenn das bunte Kunstlicht der Bewohner ihre Brücken und<br />

Häuser gegen den Abendhimmel hervorhebt und sie – je nach<br />

Wetterlage – im ruhigen Wasser des Tyne perfekt reflektiert. Wer<br />

könnte mehr verlangen?<br />

Tja, zum Beispiel unser Leser Nick Tslantinis. Wie jeder Neuling<br />

im Dämmerlicht-Milieu, konnte er es kaum abwarten und begab<br />

sich auf die vierstündige Fahrt von seinem Haus in Leicester direkt<br />

ins Unbekannte – wohl wissend, dass er sich dort in nur einer<br />

Stunde zurechtfinden und drei großartige Aufnahmen schaffen<br />

musste, bevor die Fahrt wieder nach Hause ging. Das ist der<br />

richtige Kampfgeist!<br />

Vorsichtigerweise hatte ich Nick vor dem Treffen allerdings<br />

verschwiegen, dass wir nicht einmal eine volle Stunde zum<br />

Arbeiten hatten. Das optimale Zeitfenster für die Aufnahme von<br />

„Nachtszenen“ ist nämlich nicht in der Nacht, sondern zwischen<br />

Tag und Nacht, wenn sich während der kurzen Phase nach<br />

<strong>So</strong>nnenuntergang natürliches und künstliches Licht perfekt die<br />

Waage halten und die Farben des Himmel noch eine ausreichende<br />

Kulisse liefern. Kommt man zu früh, sind die bunten Lichter des<br />

menschlichen Treibens noch nicht zu sehen – und schon wenige<br />

Minuten später ist der Himmel schwarz, der Kontrast wird zu stark<br />

und das Kunstlicht erzeugt hässliche Spitzen.<br />

Die Lösung heißt: Warten, bis das Licht exakt ausgewogen<br />

ist, und dann ran an den Speck. Je nach Jahreszeit kann das<br />

entscheidende Aufnahme-Zeitfenster von einer halben Stunde<br />

im tiefen Winter bis zu einer Stunde oder mehr im Hochsommer<br />

anhalten. Ich rechnete für uns <strong>mit</strong> guten 45 Minuten: Also<br />

mussten wir die Wege von einem Ort zum nächsten nicht <strong>mit</strong> der<br />

Stoppuhr messen – aber trotzdem: Nach Öffnung des Zeitfensters<br />

zählte jede Minute. Das macht wohl den Unterschied zwischen<br />

Profis und Amateuren!<br />

Um unsere begrenzten Zeit optimal zu nutzen, schlug ich Nick<br />

vor, sich eine Stunde vor <strong>So</strong>nnenuntergang zu treffen; dann könnte<br />

er sich sowohl <strong>mit</strong> der Umgebung vertraut machen als auch <strong>mit</strong><br />

der Nikon D7000, die er benutzen sollte.<br />

Bei der Aufnahme urbaner Nachtszenen ist Vorbereitung<br />

alles; deshalb bin ich immer frühzeitig vor einem geplanten<br />

Aufnahmetermin vor Ort, um neue Blickwinkel zu erkunden, neue<br />

Motive zu suchen und mich in Ruhe vorzubereiten, ohne in Hektik<br />

zu verfallen.<br />

Dabei sollte man auch an die persönliche Sicherheit denken.<br />

Ich mache meine Nachtaufnahmen am liebsten zwischen<br />

Spätherbst und Frühjahrsanfang, weil das Zeitfenster in dieser<br />

Periode recht früh am Abend eintritt. Dann ist das Stadtgebiet<br />

OBEN LINKS: Das<br />

Tageslicht ist noch zu<br />

stark, um die<br />

künstliche<br />

Beleuchtung in den<br />

Vordergrund der Szene<br />

zu lassen. In etwa 15<br />

Minuten müssten<br />

beide Lichtquellen im<br />

Gleichgewicht sein.<br />

OBEN: Nicks erstes<br />

Bild ist unterbelichtet,<br />

weil der stark<br />

beleuchtete<br />

Blumenkübel die<br />

Matrixmessung<br />

ausgetrickst hat.<br />

OBEN LINKS: Nick<br />

arbeitet an seiner<br />

Komposition.<br />

GROSSES BILD: Die<br />

erste Aufgabe <strong>mit</strong><br />

Bravour gelöst. Doch<br />

Eile ist gefordert, denn<br />

das Licht verschwindet<br />

schnell.<br />

88 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


immer noch gut <strong>mit</strong> Menschen belebt, sodass man sich <strong>mit</strong> teurer<br />

Kameraausrüstung gefahrloser bewegen kann.<br />

In den <strong>So</strong>mmermonaten werden <strong>Sie</strong> kaum vor 22:00 Uhr<br />

zu fotografieren anfangen, und dann sind weniger Menschen<br />

unterwegs. Ich selbst habe zwar noch keine Probleme erlebt,<br />

kenne aber Fotografen, die bei der einsamen Arbeit am späten<br />

Abend belästigt wurden; deshalb versuche ich, solche Situationen<br />

lieber zu vermeiden.<br />

Der Nachteil des <strong>Fotografie</strong>rens in den frühen Abendstunden ist,<br />

dass man sich eventuell durch den Feierabendverkehr zum Zielort<br />

kämpfen muss. Planen <strong>Sie</strong> also noch etwas mehr Zeit ein, da<strong>mit</strong><br />

<strong>Sie</strong> auf keinen Fall zu spät ankommen; ich habe schon denselben<br />

Fehler gemacht!<br />

Beim Zusammentreffen <strong>mit</strong> Nick an der Gateshead Millennium<br />

Bridge drückte ich ihm direkt die D7000 und zwei Zoomobjektive<br />

in die Hand, da<strong>mit</strong> er sich ein paar Minuten lang in ihre Bedienung<br />

einfuchsen konnte. Glücklicherweise braucht man für gute<br />

Nachtaufnahmen nicht allzuviel zu tun.<br />

Als Messmuster empfahl ich ihm die Matrixmessung, die als<br />

„intelligente“ Belichtungsmessung kontrastreiche Szenen <strong>mit</strong> wenig<br />

Licht gut bewältigen kann. Als Belichtungsmodus wurde dabei<br />

die Zeitautomatik gewählt, sodass Nick die für eine ausreichende<br />

Schärfentiefe benötigte Blendenöffnung auswählen konnte, zu der die<br />

Kamera nur die passende Belichtungszeit einstellt.<br />

Empfohlene Ausrüstung<br />

Ein Zubehör darf man bei Nachtaufnahmen niemals<br />

vergessen: ein stabiles Stativ. Bei schwachem Licht<br />

kann man unmöglich aus der Hand arbeiten, wenn<br />

man <strong>mit</strong> niedrigen ISO-Werten und kleiner Blende<br />

eine optimale Bildqualität und maximale<br />

Schärfentiefe erzielen will – es sei denn, <strong>Sie</strong> können<br />

für 20 bis 30 Sekunden perfekt stillstehen! Auch ein<br />

Fernauslöser ist unerlässlich, um die Kamera<br />

berührungsfrei und da<strong>mit</strong> ohne Verwacklungsgefahr<br />

zu bedienen.<br />

Was die Hardware betrifft, ist eine Kamera <strong>mit</strong> hoher<br />

Auflösung, hellem und klarem Sucherbild, präziser<br />

Messtechnik und einer guten Störkompensation<br />

empfehlenswert. Die 16,2-Megapixel Nikon D7000 erfüllt all<br />

diese Bedingungen und wurde Nicks bevorzugte Waffe für diesen Abend,<br />

zusammen <strong>mit</strong> ein paar exzellenten Nikkor Zoomobjektiven. Das AF-S<br />

10-24 mm f/3,5-4,5G DX (entspricht 15-36 mm im Vollbild-/35<br />

mm-Format) war ideal für dramatische Weitwinkel-Ansichten, und lieferte<br />

dank seiner drei asphärischen und zwei ED-Glaselemente scharfe,<br />

kontrastreiche Bilder <strong>mit</strong> minimaler Verzerrung. Für längere<br />

Belichtungszeiten verwendet Nick ein AF-S Nikkor 18-105 mm VR DX<br />

f/3,5-5,6ED (entspricht 27-157,5 mm). Obwohl ein preisgünstiges<br />

Kit-Zoom, liefert dieses Objektiv dennoch fantastische Ergebnisse und ist<br />

für allgemeine Zwecke ideal.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 89


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESERWETTBEWERB<br />

Überladene Komposition<br />

Fertiges Bild<br />

Außerdem schlug ich ihm vor, den automatischen Weißabgleich<br />

(AWB) beizubehalten, weil ich aus Erfahrung weiß, dass dieser bei<br />

Nacht die besten Ergebnisse liefert. Da er außerdem im RAW-<br />

Format arbeitete, konnte er so<strong>mit</strong> die Farbtemperatur der Bilder<br />

später noch regulieren, falls es nötig sein sollte. Nachdem da<strong>mit</strong> die<br />

technischen Fragen geklärt waren und die <strong>So</strong>nne schon unterging,<br />

entschlossen wir uns, auf dem Weg entlang der Uferpromenade<br />

mögliche Motive und Szenen zu planen.<br />

Erste Aufgabe: Eine großangelegte<br />

Weitwinkelaufnahme<br />

Im schwindenden Licht machten wir uns für Nicks erste<br />

Aufnahme auf den Weg zum „Pitcher and Piano”; dort mussten<br />

wir nur noch abwarten, bis das natürliche und das künstliche<br />

Licht im Gleichgewicht waren. Nick wählte diese Stelle aufgrund<br />

des fantastischen Sage-Gebäudes, das von der Millennium<br />

Bridge umrahmt wurde, und wegen der hübsch beleuchteten<br />

Pflanzenkübel am Eingang des berühmten Lokals.<br />

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis die Lichtverhältnisse die<br />

gewünschte Balance erreicht hatten – doch dann war der Effekt<br />

verblüffend. <strong>So</strong>bald Nicks Probeaufnahmen den richtigen Zeitpunkt<br />

bestätigt hatten, begann er <strong>mit</strong> seinen Aufnahmen. Als sein erstes<br />

Bild unterbelichtet war, schlug ich vor, eine Bilderserie aufzunehmen<br />

und dabei die Belichtung jeweils um +1/3 Schritte zu erhöhen, bis<br />

die Spitzlichter ausliefen; dies geschah bei Stufe +1. Das Bild war<br />

aber trotzdem großartig, also weiter zu Aufgabe Zwei.<br />

Zweite Aufgabe: Komprimierte Perspektive<br />

Als Nächstes wollte ich von ihm ein abstraktes Bild, <strong>mit</strong> einem<br />

Teil der Millennium Bridge. Normalerweise wird diese Brücke im<br />

Minutentakt <strong>mit</strong> wechselnden Farben angestrahlt – doch leider<br />

kam diese Farbbeleuchtung nicht mehr richtig heraus! Da das Licht<br />

nun schwächer wurde, schlug ich Nick eine klassische Telezoom-<br />

Aufnahme vor, in der alle Brücken entlang des Tyne nacheinander<br />

aufgereiht waren. Um die Millennium Bridge <strong>mit</strong> ins Bild zu holen,<br />

wäre ein langer Fußmarsch am Flussufer nötig gewesen, für den<br />

wir keine Zeit mehr hatten. Nick fand aber einen Winkel, aus dem<br />

er alle anderen Brücken ins Bild bekam, <strong>mit</strong> der gewölbten Tyne<br />

Bridge als dominierendes Motiv.<br />

Seine erste Aufnahme sah gut aus, war aber etwas unübersichtlich.<br />

Durch einen schnellen Standortwechsel bekam Nick einen klareren<br />

Blick flussabwärts und entfernte durch Einzoomen die störenden<br />

Straßenlaternen aus dem Bild. Anschließend wurde die Blende<br />

des 18-105-Millimeter-Objektivs verkleinert und die Belichtung<br />

entsprechend verlängert, um so die ziehenden Wolken effektvoll zu<br />

verwischen und weniger auffällig zu machen. Nick hatte noch die<br />

kompositorisch glänzende Idee, das Bild leicht auf Panoramaformat<br />

zuzuschneiden: Ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann.<br />

Dritte Aufgabe: Eine Aufnahme bei Dunkelheit<br />

Die in Nicks zweiter Aufnahme sichtbare Wolke hatte sich weiter<br />

ausgedehnt, und plötzlich war der samtig blaue Himmel ganz<br />

verschwunden. Die Wolke machte die Dämmerung zur Nacht und<br />

ließ unsere geplante Aufnahme des schönen Sage-Gebäudes über<br />

den Fluss im Dunkeln verschwinden.<br />

Was also tun? Nach nur zwei Aufgaben konnten wir unmöglich<br />

schon einpacken. Zum Glück wusste ich von einer meiner früheren<br />

Arbeiten, dass Digitalkameras weitaus effektiver die Farben aus<br />

einer Nachtszene herausziehen können als die Analogtechnik es je<br />

konnte. Vor diesem Hintergedanken forderte ich Nick auf, trotz der<br />

scheinbar ungünstigen Bedingungen eine erfolgreiche Aufnahme<br />

zu produzieren.<br />

Sein erster Versuch war noch nicht das Gelbe vom Ei: zu dunkel,<br />

zu düster, und die schönen Kurven des Sage verloren gegen den<br />

Himmel ihre Wirkung. Es zeigte jedoch Möglichkeiten auf: Ich<br />

riet Nick, die Belichtung um +1/3-Schritte so weit es ging zu<br />

erhöhen, bis die Innenbeleuchtung des Gebäudes auszulaufen<br />

begann. Obwohl die Bedingungen alles andere als perfekt waren,<br />

gelang ihm eine zwar ungewöhnliche, jedoch sehr erfolgreiche<br />

Aufnahme. Da<strong>mit</strong> löste Nick auch seine dritte Aufgabe <strong>mit</strong><br />

Stil – glücklicherweise, denn kurz darauf begann es in Strömen zu<br />

regnen!<br />

GRUPPE OBEN: Nick<br />

bereitet seine Aufnahme<br />

der Tyne-Brücken vor. Er<br />

muss schnell arbeiten,<br />

da unser Zeitfenster sehr<br />

klein ist.<br />

GANZ OBEN: Bei<br />

diesem ersten Versuch<br />

ist noch zu viel los, und<br />

das Schild lenkt<br />

zusätzlich ab. Eine<br />

längere Belichtung soll<br />

etwas Bewegung in den<br />

Himmel bringen.<br />

OBEN MITTE: Eine<br />

leichte<br />

Positionsänderung<br />

verbessert die<br />

Bildkomposition, eine<br />

längere Belichtungszeit<br />

verwischt die ziehenden<br />

Wolken.<br />

OBEN: Es ist ein<br />

Rennen gegen die Zeit<br />

– und die nahende<br />

Dunkelheit.<br />

90 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Fertiges Bild<br />

Unterbelichtet<br />

OBEN: Das<br />

surreale Leuchten<br />

auf Nicks letzter<br />

Aufnahme dieses<br />

Abends passt zum<br />

hypermodernen<br />

Design des<br />

Sage-Gebäudes.<br />

GANZ LINKS: Das<br />

erste Bild für<br />

Aufgabe 3 ist etwas<br />

zu dunkel geraten.<br />

LINKS: Als Nick<br />

schließlich zur<br />

dritten Aufgabe<br />

kommt, ist der<br />

Himmel fast<br />

schwarz – er gibt<br />

jedoch nicht auf.<br />

Gesamturteil<br />

“Ich war sehr gespannt darauf, mich in einem so malerischen Stadtbild<br />

an Nachtaufnahmen zu versuchen. Es war eine tolle Erfahrung, <strong>mit</strong><br />

Lee zusammen zu arbeiten und so viele wertvolle Tipps aus erster<br />

Hand zu bekommen. Bevor es an die Aufgaben ging, gab Lee mir<br />

etwas Zeit, um die Aufnahmemöglichkeiten für dies folgende Stunde<br />

zu besprechen, und zeigte mir ein paar wirklich sehr anregende<br />

Beispielbilder. Ich freute mich auf die Arbeit <strong>mit</strong> einer Nikon D7000;<br />

was Ich an meiner Nikon D700 besonders schätze, ist die Größe<br />

und Klarheit beim Blick durch den Sucher, und ich war angenehm<br />

überrascht, was die Nikon D7000 in dieser Hinsicht zu bieten hat.<br />

Ein großes Dankeschön von mir an Digital SLR Photography für das<br />

Angebot und die Unterstützung bei dieser Aufgabe, und Lee für seine<br />

Zeit als Lehrmeister. Ich hatte sehr viel Spaß.”<br />

Auswahl Nick: „Mit dem Wahrzeichen der<br />

Brücke als Mittelpunkt machen die Lichtspuren der<br />

Autos auf der Brücke und die gespenstischen<br />

Schatten der Menschen diese Rushhour-Stadt-Szene<br />

besonders interessant.”<br />

Auswahl Lee: „Die ersten beiden Bilder<br />

sind toll, aber mir gefällt das Ungewöhnliche an<br />

Nicks letztem Bild. Seine surreale Glut zeigt,<br />

dass auch bei Dunkelheit tolle Aufnahmen<br />

entstehen können.”<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 91


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

NDEN LESER-HERAUSFORDERUNG<br />

KÖNIGLICHE GÄRTEN<br />

MAKROFOTOGRAFIE VERLANGT LIEBE ZUM DETAIL UND GESCHICK, WIE DER LESER SIMON<br />

LISTER FESTSTELLT. DIE BERÜHMTE NATURFOTOGRAFIN HEATHER ANGEL PRÜFT IHN IN KEWS<br />

KÖNIGLICHEN BOTANISCHEN GÄRTEN AUF HERZ UND NIEREN.<br />

TEXT: HEATHER ANGEL / FOTOS: SIMON LISTER


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESER-HERAUSFORDERUNG<br />

Der Leser<br />

Name: Simon Lister<br />

Alter: 48<br />

Beruf: Staatsbeamter<br />

Ausrüstung: Nikon D300 und D3 <strong>mit</strong> einem<br />

Nikon 17-35 mm, 24-70 mm, 70-200 mm,<br />

300 mm, 500 mm, 105 mm und 70-180 mm<br />

Makroobjektiv.<br />

Simon sagt: „Ich habe mich die letzten 20<br />

Jahre für <strong>Fotografie</strong> interessiert, aber ich habe erst in den letzten<br />

vier Jahren angefangen, sie ernster zu nehmen. Ich habe meine Zeit<br />

beim <strong>Fotografie</strong>ren hauptsächlich <strong>mit</strong> der Tierwelt verbracht und<br />

freue mich auf diese einstündige Herausforderung, durch die ich<br />

meine Fähigkeiten erweitern möchte. Heather ist seit über 30<br />

Jahren Berufsfotografin und spezialisiert sich auf Makrofotografie,<br />

daher kann ich es kaum erwarten, etwas von ihrer Erfahrung<br />

aufzusaugen und hoffentlich neue Techniken zu lernen.”<br />

D<br />

IE KÖNIGLICHEN BOTANISCHEN GÄRTEN in<br />

Kew in London beheimaten das ganze Jahr über<br />

eine vielfältige, exotische Flora und sind der ideale<br />

Ort, um Ihre Makrofotografie-Fähigkeiten vor dem<br />

Frühling aufzufrischen. Mit einer Vielzahl an<br />

Gewächshäusern und Spezies aus unterschiedlichen Klimazonen<br />

können <strong>Sie</strong> <strong>Ihren</strong> Tag da<strong>mit</strong> füllen, ungewöhnliche und fremde<br />

Motive aus allen Ecken der Welt zu fotografieren. Leider hatte ich<br />

nur eine Stunde, um den Leser (und Makro-Neuling) Simon<br />

Lister die Grundfähigkeiten beizubringen und die drei<br />

Herausforderungen abzuschließen. Auch wenn wir <strong>mit</strong> einer<br />

Fülle von Optionen verwöhnt waren, musste ich selektiv sein.<br />

Simon und ich trafen uns am Mittag außerhalb des Princess of<br />

Wales Conservatory, um das hellste Licht des Tages auszunutzen,<br />

das im Februar im besten Fall gedämpft ist. Daher wusste ich,<br />

dass wir ein Stativ brauchen würden und rief vorher an, um eine<br />

Genehmigung zu erhalten, da wir es ansonsten nicht hätten<br />

fotografieren dürfen. Das Konservatorium verfügt über zehn<br />

Klimazonen, von den Pflanzen der Savanne bis hin zu einem<br />

Bereich <strong>mit</strong> fleischfressenden Pflanzen. <strong>So</strong><strong>mit</strong> wusste ich, dass<br />

uns die Motive nicht ausgehen würden. Zudem kamen wir<br />

gerade an, als die jährliche Ausstellung der tropischen Orchideen<br />

aufgebaut wurde – etwas das man gesehen haben muss - und<br />

ich wusste, dass wir diese in die Herausforderung integrieren<br />

mussten. Vorher wollte ich aber, dass Simon die Grundlagen der<br />

Schärfentiefe und Komposition meistert durch Fokussieren von<br />

natürlichen Pflanzenmustern und Texturen, nicht nur hübschen<br />

Blütenblättern.<br />

Wir steigen direkt in die Herausforderung ein, da Simon keine<br />

Einarbeitungszeit <strong>mit</strong> der Nikon D300s braucht, weil er bereits<br />

eine Nikon D300 besitzt. Das AF-S Micro Nikkor 60 mm f/2.8G<br />

ED-Objektiv bedarf allerdings gewisser Eingewöhnung. Als<br />

Wildfotograf ist Simon <strong>mit</strong> der Vielseitigkeit eines Varioobjektivs<br />

vertraut, aber <strong>mit</strong> 60 Millimetern muss er sich vergewissern, dass<br />

er nah genug am Motiv ist, um ein bildfüllendes Foto zu erhalten.<br />

Es ist ein kleines Opfer für souveräne Optik, und bei der<br />

Makrofotografie zählt jedes Detail.<br />

Herausforderung eins: Natürliche Muster<br />

Muster gibt es in Hülle und Fülle in Kew. <strong>Sie</strong> müssen nur<br />

innehalten und sorgfältig die Pflanzen betrachten, um das<br />

Potential für starke Makroabzüge zu entdecken. Es gibt drei<br />

Arten von Mustern: Radialsymmetrie, bei der das Muster sich<br />

aus dem Zentrum verbreitet; spiralförmige Muster und dicht<br />

gepackte Muster wie bei einem Maiskolben. Wir fangen in der<br />

„Trockenzone” <strong>mit</strong> Pflanzen der Wüste und der Savanne an,<br />

und ich beauftrage Simon, natürliche Muster zum <strong>Fotografie</strong>ren<br />

zu finden. Er wählt ein Reihe Parodia Magnifica Cacti, da diese<br />

<strong>mit</strong> ihren Stacheln dazu neigen, Radialsymmetrie zu zeigen.<br />

<strong>So</strong>bald Simon sein Stativ aufgestellt hat, bitte ich ihn, sie so zu<br />

fotografieren, als ob ich nicht da wäre und ihm keine Tipps geben<br />

könnte. Unter Verwendung der Zeitautomatik stellt er f/3.2 ein,<br />

in der Annahme, dass ihm das eine wunderschöne Tiefenschärfe<br />

einbringen wird. Aber da die Schärfentiefe in der Makrofotografie<br />

extrem flach ist, ist seine Einstellung für sein Ziel nicht genug.<br />

<strong>Sie</strong> führt dazu, dass die gelben Stacheln verschwimmen,<br />

überbelichtet werden und letztendlich Detail verlieren.<br />

Empfohlene<br />

Ausrüstung<br />

Bei den Nahaufnahmen zählt<br />

jedes Detail, so<strong>mit</strong> brauchen <strong>Sie</strong><br />

also eine Ausstattung, die ein<br />

Motiv vergrößert und dabei<br />

optimale Schärfe und<br />

Bildqualität liefert. Spezielle<br />

Makroobjektive werden in<br />

verschiedenen Formen<br />

angeboten, wobei die längsten<br />

Brennweiten-Zooms Ihnen mehr<br />

Distanz verschaffen und immer<br />

noch ein Reproduktionsverhältnis<br />

von 1:1 liefern. AF-S Micro Nikkor<br />

60 mm f/2.8G ED ist ideal für die<br />

Makrofotografi e von Stillleben, da es in<br />

der Lage ist, das kleinste Detail scharf<br />

aufzuzeichnen, während die kurze Fokusdistanz<br />

(18,5 cm) es Ihnen erlaubt, extrem nah an Ihr<br />

Motiv heranzugehen. In Verbindung <strong>mit</strong> einer<br />

Nikon D300s und ihrem 12.3-Megapixel<br />

DX-Format (APS-C) Sensor erweitert der<br />

Crop-Faktor die Brennweite auf 90 Millimeter.<br />

Ein Stativ <strong>mit</strong> kurzer Mittelsäule ist wichtig, um<br />

nah an den Boden zu kommen, und ein kleiner<br />

Refl ektor ist beim Ausfüllen von Schatten hilfreich.<br />

Viele Bilder von Mustern klappen am besten wenn der Großteil<br />

des Bilds im Fokus ist, daher müssen <strong>Sie</strong> oft eine kleine Blende<br />

verwenden. Ich empfehle Simon, sein Objektiv auf f/9 herunter<br />

zu stellen, was zu besseren Ergebnissen führt aber noch immer<br />

nicht ganz richtig ist. Der Trick ist, genug Stacheln in den Fokus<br />

zu bringen, während der Hintergrund unscharf ist. Da<strong>mit</strong> er<br />

genug Tiefenschärfe erhält, sollte er die Sensorebene parallel<br />

zum Motiv/Fokuspunkt setzen. In diesem Fall haben wir ein<br />

kurvenförmiges Motiv, Simon muss also die Kamera über den<br />

Kaktus positionieren und nach unten abwinkeln, so gut er<br />

kann, um die Sensorebene parallel zu halten. Jetzt hat er keine<br />

Probleme mehr da<strong>mit</strong>, dass der untere Teil des Motivs näher an<br />

der Kamera und so<strong>mit</strong> mehr im Fokus ist als der obere Teil.<br />

Simons erste Idee ist es, den Mittelpunkt des Kaktus in der<br />

Mitte des Bildes zu positionieren. Aber um die Komposition<br />

etwas interessanter zu machen, schlage ich vor, er positioniert<br />

ihn seitlich für ein schwungvolleres Muster. Wir blenden<br />

zudem auf f/11 ab, wodurch ein Gleichgewicht zwischen dem<br />

Kaktus und dem Hintergrund im Fokus entsteht. Auch wenn<br />

das Matrix-Zählen gute Resultate bei der Einschätzung der<br />

Belichtung liefert, haben wir etwas Detail verloren, da nicht<br />

genug Füll-Licht vorhanden ist. Ich frage Simon, was wir seiner<br />

Meinung nach tun sollten um dies zu beheben, und er empfiehlt<br />

ausdrücklich einen Reflektor, um das Licht in die Schatten zu<br />

strahlen. Ich habe zufälligerweise einen 30 Zentimeter-Silber/<br />

OBEN: Simon<br />

positioniert seine<br />

Kamera in einer Linie<br />

<strong>mit</strong> der Mitte des<br />

Kaktus, um den<br />

Sensor auf eine Ebene<br />

<strong>mit</strong> dem Motiv zu<br />

bringen und seine<br />

Kontrolle über die<br />

Tiefenschärfe zu<br />

erhöhen. Der<br />

Reflektor hilft dabei,<br />

die Schatten unter<br />

dem Kaktus<br />

auszufüllen.<br />

DARÜBER: Simon<br />

und ich betrachten<br />

seine Bilder auf der<br />

Nikon D300s.<br />

94 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Mit Reflektor<br />

Überbelichtet<br />

Ohne Reflektor<br />

Weiß-Lastolite-Reflektor bei mir, der die Aufgabe erfüllt. <strong>So</strong><strong>mit</strong> ist<br />

Herausforderung 1 bestanden!<br />

Herausforderung zwei: Tiefenschärfe<br />

Für die nächste Herausforderung, bei der es um die Tiefenschärfe<br />

und Hintergründe geht, begeben wir uns in den Bereich der<br />

fleischfressenden Pflanzen auf der Suche nach ungewöhnlichen<br />

Spezies als Motive. Die Sarracenia leucophylla eignet sich ideal<br />

für Übungsversuche <strong>mit</strong> der Tiefenschärfe, da sie durch ihre Falle<br />

sehr dreidimensional ist. Simon muss zudem sehr sorgfältig über<br />

seinen Hintergrund nachdenken, da<strong>mit</strong> es so einfach wie möglich<br />

ist, wenn er die volle Tiefenschärfe verwendet. Das Nikkor<br />

60-mm-Objektiv hat einen wundervollen Unschärfebereich,<br />

und bei Verwendung einer großen Blende verschwimmt der<br />

Hintergrund. Indem man den Hintergrund aber detaillos und<br />

dunkel hält, kommt das Motiv <strong>mit</strong> den leichteren Farben sehr gut<br />

heraus.<br />

Simon macht ein paar <strong>Fotos</strong> <strong>mit</strong> der Kamera direkt auf die<br />

Pflanze gerichtet und verwendet dabei f/20 für maximale<br />

Tiefenschärfe. Aber der Hintergrund ist zu sichtbar und<br />

überladen. Ich bitte ihn, sich über der Pflanze zu positionieren,<br />

da<strong>mit</strong> die Sensorebene parallel ist, und wodurch der Hintergrund<br />

minimal in Erscheinung tritt. Ich bitte ihn anschließend,<br />

schrittweise das Objektiv abzublenden, um ihm die Effekte<br />

der einzelnen Blenden auf das Motiv und den Hintergrund<br />

zu demonstrieren. Um Simon bei der Einschätzung der<br />

Tiefenschärfe etwas mehr zu helfen, bitte ich ihn, den<br />

<strong>Vorschau</strong>knopf für die Tiefenschärfe an der Nikon D300s zu<br />

verwenden.<br />

Das Objektiv stellt automatisch die Blende ein, und <strong>Sie</strong> sehen,<br />

OBEN: Eine breite Blende<br />

hat fast nichts im Fokus<br />

gelassen, und das Bild ist<br />

überbelichtet.<br />

ÜBER MITTE: Die<br />

Schatten müssen <strong>mit</strong><br />

einem Reflektor ausgefüllt<br />

werden.<br />

DARÜBER: Es hat ein<br />

paar Versuche gebraucht,<br />

aber Simon hat ein gutes<br />

Bild <strong>mit</strong> schwungvollen<br />

Radiallinien geschossen.<br />

RECHTS: Die<br />

Komposition hier ist<br />

wesentlich stärker.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 95


EIN-STUNDEN-FOTO<br />

LESER-HERAUSFORDERUNG<br />

f/20<br />

f/8<br />

f/3<br />

f/16<br />

wie viel im Fokus ist, ohne ein Bild zu schießen.<br />

Er eignet sich diese Technik schnell an, und ich verschärfe die<br />

Herausforderung, indem ich ihn bitte ein letztes Bild zu schießen,<br />

welches flache Tiefenschärfe und optimale Schärfe demonstriert.<br />

Aufgrund der begrenzten Tiefenschärfe ist es wesentlich, sich auf<br />

den wichtigsten Teil des Motivs zu konzentrieren, da Elemente,<br />

die sich nur einen Millimeter näher an der Bildebene oder von ihr<br />

entfernt befinden, verschwimmen können.<br />

Ich empfehle Simon den manuellen Fokus, da<strong>mit</strong> er präziser<br />

fokussieren kann. Wenn sich etwas weg biegt wie diese Pflanze,<br />

fokussiert der Autofokus nicht unbedingt die Ebene, die <strong>Sie</strong><br />

möchten. Simon fokussiert den oberen Teil der Pflanze und<br />

blendet schrittweise von f/16 auf f/8 ab, wo er ein Gleichgewicht<br />

findet, bei dem der obere Teil der Blume im Fokus ist und ein<br />

sanfter Abfall herrscht. Leider fotografiert er die Blume in der<br />

Bild<strong>mit</strong>te im Querformat, wodurch an den Seiten massig Platz<br />

bleibt. Leerer Raum funktioniert bei manchen <strong>Fotos</strong>, aber in den<br />

meisten Fällen ist ein Bild wirkungsvoller, wenn das Motiv seitlich<br />

platziert wird. In diesem Fall sieht das Motiv besser aus, wenn<br />

es das Bild füllt, und ich empfehle Simon, ins Hochformat zu<br />

wechseln, was die Komposition augenblicklich verbessert. Die<br />

Herausforderung ist fast abgeschlossen, aber das Licht ändert<br />

sich und beleuchtet die winzigen Haare um die Falle und Lippe<br />

der Pflanze. Es sieht wunderschön aus, und wir haben noch<br />

eine halbe Stunde übrig, also schlage ich Simon vor, das meiste<br />

daraus zu machen. <strong>So</strong> wendet seine neuen Makrotechniken<br />

bei der Aufnahme an. Er schießt eine Profilansicht der Pflanze<br />

<strong>mit</strong> f/6.3 und fokussiert teilweise ins Bild, um die Lippe und die<br />

Haare in den Fokus zu bekommen. Allerding ist der Hintergrund<br />

nicht dunkel genug, um die Haare wirklich hervorstehen<br />

zu lassen, aber dankbarerweise lernen wir in der nächsten<br />

Herausforderung, wie man den richtigen Hintergrund auswählt.<br />

Sehr gut gemacht.<br />

Herausforderung drei: Standpunkt und<br />

Perspektive<br />

Bei der Makrofotografe ist ein sauberer Hintergrund ohne<br />

Ablenkung extrem wichtig, um das Bild nicht zu überladen.<br />

Simon hat bereits die flache Bildschärfe gemeistert – was ein<br />

Weg ist, Ablenkungen zu minimieren – aber der Effekt kann<br />

zudem verbessert werden indem man den Standpunkt wechselt<br />

und zudem selektiven Fokus einsetzt. Mit dem Auftrag ein Motiv<br />

vom Hintergrund zu isolieren, machten sich Simon und ich auf<br />

den Weg in die tropische „Feuchtzone”. Es herrscht ein Ausbruch<br />

von Farben <strong>mit</strong> sprichwörtlich tausenden von exotischen<br />

Blumen, aber wir sind auf der Suche nach Spezies, die nicht zu<br />

gedrängt beieinander oder im direkten <strong>So</strong>nnenlicht stehen, da<strong>mit</strong><br />

wir nicht <strong>mit</strong> starken Schatten kämpfen müssen. Wie wir bereits<br />

festgestellt haben, ist das schöne beim Nikkor 60 Millimeter der<br />

Unschärfebereich. Bei breiten Blenden kann es Motive aus dem<br />

Hintergrund ziehen, indem es die Umgebung verschwimmen<br />

lässt, und diese Funktion wird sich bei dieser Herausforderung<br />

behaupten. Je dunkler der Hintergrund ist, desto mehr wird das<br />

Motiv belichtet sein, aber ein farbenfroher Hintergrund kann<br />

auch sehr gut aussehen, wenn er nicht im Fokus ist und die<br />

Farben des Motivs komplementiert. Ich bitte Simon, ein paar<br />

Bilder <strong>mit</strong> unterschiedlichen Blenden und Winkeln zu schießen,<br />

um zu sehen, wie er seine Lernerfahrungen bei den Orchideen<br />

einsetzt. Er macht ein paar gute Frontalaufnahmen und füllt das<br />

Bild, aber sie sind nicht so dynamisch, wie sie sein könnten,<br />

und eine Blende von f/8 lässt den Hintergrund nicht genug<br />

verschwimmen. Ich empfehle die Blende auf f/5.6 zu öffnen<br />

und etwas kreativer <strong>mit</strong> dem Fokus und der Komposition zu<br />

sein. Er kann eine breitere Blende verwenden, da die Entfernung<br />

zum Motiv bei der Orchidee größer ist als bei den vorherigen<br />

Herausforderungen, wo er das Motiv ins Bild bringen musste. Ich<br />

zeige Simon wie man das Herz der Orchidee manuell fokussiert,<br />

der Ort an dem das Auge natürlich hin wandert. Wenn man<br />

etwas höher geht und nach oben blickt oder tiefer und nach<br />

unten, erhält man ein wesentlich interessanteres Bild. Er muss<br />

allerdings aufpassen, dass sein Fixpunkt an der richtigen Stelle<br />

ist, da er <strong>mit</strong> einer dünnen Fokusebene arbeitet.<br />

Nach ein paar Testaufnahmen und etwas mehr Anleitung schießt<br />

Simon ein paar wunderschöne Bilder der Orchideen von der Seite<br />

und aus einem Winkel – wobei er immer sicherstellt, dass das<br />

Herzzentrum der einzige Fokusbereich ist. <strong>So</strong><strong>mit</strong> sind alle drei<br />

LINKS: Ich zeige<br />

Simon, wie man mehr<br />

Schärfe erhält, wenn<br />

man die Sensorebene<br />

auf eine Linie <strong>mit</strong> dem<br />

oberen Teil des Motivs<br />

bringt.<br />

ALLE DARÜBER: Das<br />

Ändern der Blende und<br />

des Kamerawinkels<br />

machen einen<br />

drastischen<br />

Unterschied beim Bild,<br />

wie Simon während<br />

der Herausforderung<br />

feststellte.<br />

RECHTS: Simon<br />

probiert, ein Bild der<br />

Orchidee von der Seite<br />

aufzunehmen, wobei<br />

er das Herz fokussiert<br />

und eine flache<br />

Tiefenschärfe einsetzt,<br />

um den Hintergrund<br />

verschwimmen zu<br />

lassen. Sein erster<br />

Versuch klappte nicht<br />

ganz, da er nicht nah<br />

genug am Motiv war.<br />

OBEN RECHTS: Sehr<br />

gut gemacht Simon,<br />

das ist ein wirklich<br />

gutes Bild.<br />

96 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Fazit der Herausforderung<br />

„Vor dem Kurs hatte ich wirklich kaum Erfahrung<br />

<strong>mit</strong> der Makrofotografie. Meine Bilder haben<br />

nie wirklich gepasst, und ich wollte meine<br />

Fähigkeiten erweitern, um über andere Stile<br />

neben meiner Wildfotografie zu verfügen. Die<br />

Herausforderung gab mir eine ideale Gelegenheit<br />

ganz andere Fähigkeiten auszuprobieren und die<br />

Ergebnisse <strong>mit</strong> einer angesehenen Expertin auf<br />

diesem Gebiet zu analysieren. Dies gab mir eine<br />

solide Einsicht in den Bereich und brachte mir<br />

ein paar praktische Fähigkeiten bei, die meine<br />

Technik und Bilder sofort verbesserten. Heather<br />

erklärte mir auf klare und verständliche Weise<br />

die Fähigkeiten, die ich lernen musste, anhand<br />

von einfach zu befolgenden Demonstrationen.<br />

Ich hätte mir keinen besseren Mentor wünschen<br />

können.<br />

Ich war ehrlich gesagt überrascht von meinem<br />

mangelnden Wissen hinsichtlich bestimmter<br />

Aspekte der Makrofotografie, aber Heather<br />

entwickelte meine bestehenden Fähigkeiten und<br />

brachte mir ein paar neue Dinge über Belichtung,<br />

effektive Komposition, die richtige Brennebene<br />

und das Einschätzen der Tiefenschärfe für ein<br />

Bild bei. Ich hoffe diese Erfahrungen in Zukunft<br />

in der Praxis einsetzen zu können und sie an<br />

andere Fotografen zu ver<strong>mit</strong>teln, aber in jedem<br />

Fall hat mich das Ganze dazu inspiriert ein neues<br />

Nikon Makroobjektiv zu kaufen! Danke <strong>Digitale</strong><br />

SLR <strong>Fotografie</strong>.“<br />

Heathers bestes Bild: „Ich<br />

mag wirklich das Bild, das Simon beim<br />

letzten Mal gemacht hat. Es ist<br />

wunderschön aufgenommen und zeigt<br />

das Herz der Orchidee, sowie deren<br />

Struktur.“<br />

Simons bestes Bild: „Das letzte<br />

Bild des Tages ist mein Favorit. Ich<br />

wendete alles an, was mir Heather in der<br />

Stunde beigebracht hatte. Auch wenn es<br />

nicht perfekt ist, zeigt es dennoch, wie viel<br />

ich gelernt habe.“<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 97


JETZT IM HANDEL<br />

Bei allen guten Zeitschriftenhändlern


ARBEITSBUCH ZUR<br />

BELEUCHTUNG<br />

BELEUCHTEN SIE WIE EIN PROFI MIT UNSEREM LEITFADEN FÜR IHR HEIMISCHES STUDIO<br />

KREATIVE BELEUCHTUNG FUR PORTRÄTS<br />

Die seitliche Beleuchtung ist einer der am wenigsten nachsichtigen Stile der Studiobeleuchtung.<br />

Wenn sie jedoch in korrekter Weise <strong>mit</strong> der richtigen Testperson durchgeführt wird, kann sie<br />

dynamische Bilder <strong>mit</strong> den einfachsten Aufbauten erzeugen. Das Beleuchten von der Seite<br />

erzeugt unterschiedliche Höhepunkte sowie einen starken Rückgang des Lichtes und fügt<br />

Tiefe hinzu, kann jedoch auch Falten und Mäkel hervorheben. Der Aufbau einer einzelnen<br />

Lichtquelle ist insbesondere ideal für Männer, da tiefe Schatten und starke Kontraste zu stärkeren<br />

Gesichtszügen passen. Für weibliche Testpersonen kann die Verwendung eines Lichtquellen-<br />

Modifikators einen weicheren Effekt erzeugen und einfacher zu kontrollieren sein. Der Effekt<br />

hängt von der sorgfältigen Platzierung sowie der Stärke von Licht und Schatten ab, die durch<br />

eine Verfeinerung der Positionierung des Studio-Blitzes und des Models erreicht werden. Um<br />

die Anzahl der Versuche und Fehler zu minimieren, positionieren <strong>Sie</strong> zunächst das Model,<br />

anschließend die Lichtquellen. Der Leitfaden zur Beleuchtung wurde in diesem Monat von Paul<br />

Ward fotografiert (www.paulwardphotography.com).<br />

Geräteempfehlungen<br />

STUDIO-BLITZKOPF: Bis zu drei<br />

Studio-Blitzköpfe sind erforderlich,<br />

idealerweise <strong>mit</strong> variablen<br />

Leistungsstufen für eine bessere<br />

Kontrolle über die Lichtintensität.<br />

Zu den Marken, die Beachtung <strong>verdienen</strong>, gehören<br />

Elinchrom, Bowens und Interfit, die allesamt<br />

zweiköpfige Geräte anbieten.<br />

SOFTBOXEN: Diese agieren als<br />

Diffusoren, um die Lichtstreuung zu<br />

dämpfen und auszudehnen. Zwei<br />

<strong>So</strong>ftboxen werden für die neueste<br />

Technik benötigt. Zu den<br />

beachtenswerten Marken gehören Elinchrom,<br />

Bowens, Lastolite und Chimera.<br />

WABENFÖRMIGES GITTER: Gitter<br />

treten in verschiedenen Größen auf<br />

und werden an der Vorderseite<br />

eines Überlaufes befestigt. In<br />

Abhängigkeit zu ihren Maßen<br />

lenken sie das Licht auf unterschiedliche Weise. Die<br />

meisten großen Marken, inklusive Elinchrom,<br />

Profoto und Bowens, bieten ein <strong>So</strong>rtiment für rund<br />

100 Euro an.<br />

BLITZMESSER: <strong>Sie</strong> können die<br />

Versuch-und-Fehler-Methode<br />

anwenden, um eine gute Belichtung<br />

zu erzeugen. Die schnellste und<br />

akkurateste Methode ist es jedoch,<br />

einen Blitzmesser zu verwenden. Sekonic, Gossen<br />

und Polaris sind die bekanntesten Marken.<br />

SCHÖNHEITSSCHÜSSEL: <strong>Sie</strong><br />

spendet ein weiches Licht <strong>mit</strong> mehr<br />

Kontrast als eine <strong>So</strong>ftbox.<br />

Schönheitsschüsseln beginnen bei<br />

rund 55 Euro und unterscheiden sich<br />

in der Größe und im Ergebnis. Elinchrom, Bowens,<br />

Viewfinder Photography und Interfit <strong>verdienen</strong><br />

Beachtung.<br />

SYNCHRONISATIONSKABEL: Ein<br />

Synchronisationskabel, das am<br />

Messer und am Blitzkopf befestigt<br />

ist, ist die grundlegendste und<br />

erschwinglichste Methode zur<br />

Berechnung der Belichtung. <strong>Sie</strong> können<br />

anschließend das Kabel <strong>mit</strong> der an der Kamera<br />

befindlichen Steckdose für den PC verbinden, um<br />

den Blitz auszulösen.<br />

REFLEKTOR: Verwenden <strong>Sie</strong> dieses<br />

Zubehör, um Licht auf die Schatten<br />

zu reflektieren, falls sie zu hart<br />

wirken. Ein weißer Reflektor wird<br />

einen feinen Effekt erzielen,<br />

während ein silberner oder goldener Reflektor<br />

wesentlich stärker ist, <strong>mit</strong> einem kühlen bzw.<br />

warmen Auswurf.<br />

HINTERGRÜNDE: Papierrollen<br />

treten in vielen Farben und Größen<br />

auf und benötigen einen Rahmen,<br />

der diese aufrecht hält. Lastolite stellt<br />

viele passende Produkte her. Um es<br />

jedoch einfach und kostengünstig zu halten, reicht<br />

auch ein schwarzes Laken oder eine schwarze Wand.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 99


DER AUFBAU EINER EINZELNEN LICHTQUELLE<br />

Der Aufbau einer einzelnen Lichtquelle ist einer der einfachsten Versuchsaufbauten und kann einige<br />

dramatisch düstere Resultate erzeugen. Die Kunst liegt darin, die Platzierung des Lichtes und des Schattens zu<br />

steuern. Der einfachste Weg, dies zu bewältigen, liegt darin, den Winkel und die Höhe des Studioblitzes zu<br />

verändern, während man das Model bittet, die gleiche Position zu halten. Die geringste Änderung in der<br />

Stromversorgung und in der Positionierung des Lichtes oder des Models kann ein Bild drastisch verändern,<br />

indem Schatten auf verschiedene Teile des Gesichtes geworfen werden. Es ist sinnvoll, Zubehör wie einen<br />

Aufsatz oder ein wabenförmiges Gitter auszuprobieren, das dabei helfen soll, die Richtung des Lichtes<br />

einzudämmen und auch zu steuern. Idealerweise sollte die seitliche Beleuchtung von einem schnellen<br />

Rückgang des Lichtes begleitet werden, da<strong>mit</strong> nur eine Seite des Gesichtes und vielleicht ein Teil der Schulter<br />

beleuchtet wird.<br />

Setzen <strong>Sie</strong> den Studioblitz zu Beginn auf seine geringste Leistungsstufe und nehmen Maß vom Gesicht der<br />

Testperson, um die richtige Blendeneinstellung für eine korrekte Belichtung zu erhalten. Von da an bedarf es<br />

eine Zeit lang der Versuch-und-Fehler-Methode, um durch das Bewegen des Studio-Blitzes den Effekt und die<br />

Platzierung der Schatten zu verfeinern. Je weiter die Lichtquelle von der Testperson entfernt ist, desto größer ist<br />

die Streuung des Lichtes. Je näher sich das Licht hingegen am Gesicht befindet, desto schneller ist der<br />

Rückgang. Schauen <strong>Sie</strong> nach Hotspots auf dem Gesicht des Models, die von zu starkem Licht oder der sich zu<br />

nahe befindlichen Lichtquelle resultieren. Schließen <strong>Sie</strong> die Blende, falls sich das Licht in der richtigen Position<br />

befindet, jedoch zu hell auf dem Model scheint. In gleicher Weise wird sich die Stärke verringern, indem <strong>Sie</strong><br />

die Lichtquelle weiter weg bewegen. Daher könnte es notwendig sein, die Blende zu öffnen oder die Blitzstärke<br />

zu erhöhen. In Abstimmung des Lichtniveaus <strong>mit</strong> dem Kopf des Models sowie in einem 45-Grad-Winkel auf<br />

der Vorderseite sollten die besten Resultate erzeugt werden.<br />

AUFBAU DES STUDIOS<br />

Die Lich<br />

chtq<br />

tque<br />

uell<br />

lle befi<br />

ind<br />

ndet<br />

sich<br />

im 45-G<br />

-Gra<br />

radd-Wi<br />

ink<br />

nkel<br />

zum Mode<br />

del und in 127<br />

Zent<br />

ntim<br />

imet<br />

er<br />

Höh<br />

öhe<br />

e.<br />

102 cm<br />

Da<br />

s Mode<br />

l befi<br />

find<br />

ndet<br />

sic<br />

ich im<br />

90<br />

-Gra<br />

rad-<br />

Wink<br />

nkel<br />

zur<br />

Kam<br />

amer<br />

era.<br />

Schw<br />

hwar<br />

arze<br />

zer Hi<br />

nter<br />

grun<br />

d<br />

Die verwendeten Geräte...<br />

CANON EOS 7D<br />

CANON EF 50MM F/1,8 II LINSE<br />

X1 ELINCHROM D-LITE4 IT<br />

18 CM 12-GRAD- WABENFÖRMIGES GITTER<br />

SCHWARZER HINTERGRUND<br />

BELICHTUNGSMESSER<br />

51 cm<br />

Der<br />

Beli<br />

lich<br />

chtu<br />

tung<br />

ngsm<br />

smes<br />

esse<br />

ser<br />

zeig<br />

t f/7,<br />

7,1 an.<br />

51 cm<br />

f/7,<br />

7,1 (ISO<br />

100<br />

00)<br />

Allgemeine Beleuchtungsfehler<br />

✘ ZU WEIT HINTEN<br />

Die Lichtquelle befindet sich im<br />

90-Grad-Winkel zum Model, so<br />

dass ihr Haar das meiste Licht<br />

abschirmt, wodurch einige<br />

unansehnliche Schatten auf<br />

ihrem Gesicht erzeugt werden.<br />

✘ ZU WEIT VORNE<br />

Durch den Lichteinfall im<br />

30-Grad-Winkel breitet sich<br />

das Licht auf der linken Seite<br />

des Gesichtes aus und wirft<br />

von der Nase aus einen<br />

Schatten.<br />

✘ ZU HOCH<br />

Da sich der Blitz gerade<br />

außerhalb des Rahmens befindet<br />

und im 45-Grad-Winkel nach<br />

unten zeigt, geht das Licht schnell<br />

zurück und erzeugt<br />

unvorteilhafte Schatten.<br />

✘ ZU NIEDRIG<br />

In diesem niedrigen Winkel<br />

erzeugt der Studio-Blitz einen<br />

Hotspot auf ihrem Kiefer, und<br />

das Licht geht schnell zurück,<br />

so dass sich ihr Auge im<br />

Schatten befindet.<br />

✘ ÜBERBELICHTET<br />

Die Belichtung ist bei f/5,6<br />

zu hoch, wodurch Hotspots<br />

auf der Wange und der<br />

Schulter des Models an den<br />

Stellen der Überbelichtung<br />

erzeugt werden.<br />

100 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Seitenlicht-Porträts<br />

><br />

Das endgültige Bild<br />

In Abstimmung <strong>mit</strong> dem Lichtniveau<br />

und in einem 45-Grad-Winkel zur<br />

Testperson hat die Verwendung einer<br />

<strong>mit</strong>tleren Belichtung sowie die<br />

Veränderung der Distanz zwischen der<br />

Testperson und der Lichtquelle den<br />

Rückgang und die Beleuchtung<br />

gesteuert.<br />

manueller Belichtungsmodus,<br />

1/200 Sekunden bei f/7,1 (ISO 100)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 101


DER AUFBAU VON DREI LICHTQUELLEN<br />

Dies ist eine fortgeschrittenere Technik im Sinne der Menge der benötigten<br />

Geräte, die jedoch in einer dynamischen und schönen Beleuchtung für ein<br />

Model <strong>mit</strong> dem richtig geformten Gesicht resultiert. Seitliche Höhepunkte<br />

stellen eine wunderbare Art und Weise dar, die weichen Züge des Gesichtes<br />

einer Frau zu konturieren. Jedoch funktioniert dies nur bei Frauen <strong>mit</strong> feinen<br />

Gesichtszügen gut, deren Haar nach hinten geworfen ist, da die Höhepunkte<br />

reibungslos um den Kopf und die Schultern verlaufen müssen.<br />

Die Kunst ist es, die richtige Balance zwischen den beiden seitlichen<br />

Lichtquellen und der vorderen Lichtquelle zu erzielen. Die hinteren<br />

Lichtquellen müssen einige Nuancen heller sein als das Gesicht, das korrekt<br />

belichtet sein sollte. Es ist eine feine Balance: Die Höhepunkte müssen<br />

ausreichend überbelichtet sein, um einem Mangel an Abgrenzung<br />

vorzubeugen, jedoch nicht so sehr, dass sie den Rahmen sprengen. Ein<br />

schwarzer Hintergrund ist dienlich, um die Höhepunkte besser<br />

hervorzuheben, jedoch könnte eine ähnliche Technik <strong>mit</strong> einem weißen<br />

Hintergrund verwendet werden, um einen helleren Effekt zu erzeugen.<br />

Für die hinteren Lichtquellen sollte sich jede <strong>So</strong>ftbox-Größe eignen; sie<br />

müssen nur an beiden Seiten übereinstimmen, da<strong>mit</strong> sich das Licht im Lot<br />

befindet und um das Model herum beugt. Gleichermaßen könnten ein Schirm<br />

oder eine <strong>So</strong>ftbox anstelle einer Schönheitsschüssel für die vordere Lichtquelle<br />

verwendet werden. Jedoch bietet die Schönheitsschüssel dem Auge ein wenig<br />

mehr Kontrast sowie ein attraktives rundliches Catchlight.<br />

Nehmen <strong>Sie</strong> zunächst Maß vom Gesicht des Models, um die korrekte<br />

Belichtung zu erzielen und den besten Winkel für die vordere Lichtquelle zu<br />

finden. Diese Blendeneinstellung ist ein guter Startpunkt, jedoch bedarf es<br />

möglicherweise eine Zeit lang der Versuch-und-Fehler-Methode, um den<br />

allgemeinen Effekt später zu perfektionieren. Setzen <strong>Sie</strong> die hinteren beiden<br />

Lichtquellen auf ihre volle Leistungsstufe und positionieren diese in einem<br />

ungefähren Winkel von 45 Grad auf den gegenüberliegenden Seiten hinter dem<br />

Model, um die Höhepunkte an den Gesichtsrändern zu bilden. In dieser Phase<br />

macht es nichts aus, wenn das gesamte Bild zu dunkel oder zu hell ist, da dies<br />

durch Anpassen der Belichtung korrigiert werden kann –konzentrieren <strong>Sie</strong> sich<br />

zunächst darauf, die perfekte Balance zu erzielen. Falls die hinteren Lichtquellen<br />

auf die volle Leistungsstufe gesetzt, jedoch nicht ausreichend stark sind, rücken<br />

<strong>Sie</strong> die Lichtquellen näher an das Model heran oder, falls sie zu stark sind,<br />

schieben <strong>Sie</strong> diese entweder weiter nach hinten oder setzen die Leistungsstufe<br />

herab. Falls das Gesicht nun zu dunkel oder zu hell ist, passen <strong>Sie</strong> die<br />

Belichtung ein wenig an.<br />

AUFBAU DES STUDIOS<br />

Die Schö<br />

hönh<br />

nhei<br />

eits<br />

tssc<br />

schü<br />

hüss<br />

ssel<br />

befi<br />

find<br />

ndet<br />

sic<br />

ich üb<br />

er dem<br />

Mode<br />

del und zeig<br />

igt im<br />

45-G<br />

-Gra<br />

rad-<br />

Wink<br />

nkel<br />

nac<br />

ach unte<br />

n.<br />

Die hint<br />

eren<br />

en Lic<br />

icht<br />

quel<br />

ellen be<br />

find<br />

en sic<br />

ich<br />

im 45-<br />

5-Gr<br />

Grad<br />

ad-W<br />

-Win<br />

inke<br />

kel zum Mode<br />

del.<br />

213 cm<br />

122 cm 457 cm<br />

Die verwendeten Geräte...<br />

CANON EOS-5D MKII<br />

2X BOWENS GEMINI 500 PRO<br />

UND EIN GEMINI 750 PRO<br />

x2 SOFTBOXEN (1,5M X 1M)<br />

x1 SCHÖNHEITSSCHÜSSEL<br />

RGRAUER/SCHWARZER HINTERGRUND<br />

BLITZMESSER<br />

f/18<br />

(ISO<br />

160<br />

60)<br />

213 cm<br />

Der<br />

Beli<br />

chtu<br />

tung<br />

ngsm<br />

smes<br />

esse<br />

ser<br />

ze<br />

igt f/18<br />

an.<br />

Schw<br />

hwar<br />

arze<br />

zer Hi<br />

nt<br />

ergr<br />

grun<br />

und<br />

Allgemeine Beleuchtungsfehler<br />

✘ LICHTQUELLEN ZU WEIT<br />

VORNE Die hinteren <strong>So</strong>ftboxen sind im<br />

90-Grad-Winkel zum Model platziert und<br />

verursachen, dass sich das Licht auf der<br />

Vorderseite ihres Gesichtes ausbreitet.<br />

✘ KEINE VORDERE LICHTQUELLE<br />

<strong>So</strong> sieht die Aufnahme ohne eine vordere<br />

Lichtquelle oder einen Reflektor aus, die das<br />

Gesicht ausfüllen.<br />

✘ ÜBERBELICHTET<br />

Bei f/13 ist die Belichtung zu hoch,<br />

wodurch die Aufnahme<br />

überbelichtet und der Hintergrund<br />

beleuchtet wird.<br />

✘ UNTERBELICHTET<br />

Bei f/22 ist die Belichtung bei Weitem<br />

zu niedrig, wodurch ihr Gesicht und die<br />

seitlichen Bereiche unterbelichtet sind.<br />

102 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Seitenlicht-Porträts<br />

Das endgültige Bild<br />

Das Finden der richtigen Balance<br />

zwischen den vorderen und den<br />

seitlichen Lichtquellen hat dieses sanft<br />

beleuchtete Portrait <strong>mit</strong> den wohl<br />

abgrenzenden Höhepunkten kreiert.<br />

manueller Belichtungsmodus,<br />

1/125 Sekunden bei f/18 (ISO 160)<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 103


ARBEITSBUCH ZUR<br />

BELICHTUNG<br />

BELEUCHTEN WIE EIN PROFI – MIT UNSEREM HEIMSTUDIO-LEITFADEN<br />

✂<br />

Projektnotizen: High-key-Porträtaufnahmen<br />

Ein Beleuchtungsstil, der in den Top-Studios<br />

seit Jahren sehr beliebt ist, ist die Highkey-<strong>Fotografie</strong>.<br />

Mit seinem Tüncheffekt, der<br />

gebleichten Haut und den dynamischen<br />

Glanzlichtern bietet er einen frischen,<br />

zeitgemäßen Look, dem man nur schwer<br />

widerstehen kann. Er kann zwar bei<br />

jedem Model eingesetzt werden, aber vor<br />

allem Frauen und Kinder bieten sich auf<br />

Grund ihrer weicheren Züge für diesen<br />

schmeichelhaften, fast schattenlosen Stil<br />

an. Er eignet sich auch ideal für Models<br />

<strong>mit</strong> helleren Haaren, wo<strong>mit</strong> die hellen<br />

Und das lernen <strong>Sie</strong>...<br />

✓ Eine High-key-Porträtaufnahme machen<br />

✓ Zwei Lichtquellen ausgleichen<br />

✓ Mit diffuser Beleuchtung arbeiten<br />

✓ Ihre Beleuchtungsfertigkeiten verbessern<br />

Töne der Aufnahme noch unterstrichen<br />

werden. Gedeckte Farben und ein weißer<br />

Hintergrund sowie die absolut wichtige<br />

Beleuchtungstechnik sind entscheidend<br />

dafür, ein weiches, professionell<br />

aussehendes Endprodukt zu erhalten. Am<br />

besten ist eine Papierrolle als Hintergrund,<br />

aber auch ein großes weißes Laken, das<br />

zur Vermeidung von Falten straffgezogen<br />

werden muss, kann gute Dienste leisten.<br />

Oder wählen <strong>Sie</strong> einen zusammenlegbaren<br />

Hintergrund, der <strong>mit</strong> hellem, weißen Licht<br />

ausgefüllt werden kann.<br />

Empfehlungen zur Ausrüstung<br />

STUDIOBLITZKÖPFE: Ein oder<br />

zwei Studioblitzköpfe sind<br />

notwendig, idealerweise <strong>mit</strong><br />

variablen Leistungseinstellungen<br />

zur besseren Kontrolle der<br />

Lichtintensität. Marken, die <strong>Sie</strong> sich einmal<br />

ansehen sollten, sind Elinchrom, Bowens und<br />

Interfit, die alle Geräte <strong>mit</strong> zwei Köpfen für unter<br />

570 Euro anbieten.<br />

LICHTWANNEN: Diese fungieren<br />

als Weichzeichner, die<br />

Porträtaufnahmen in ein weiches,<br />

attraktives Licht tauchen.<br />

Standardlichtwannen beginnen bei<br />

etwa 55 Euro. Marken, die <strong>Sie</strong> sich einmal<br />

ansehen sollten, sind Elinchrom, Bowens,<br />

Lastolite und Chimera.<br />

BLITZMESSER: <strong>Sie</strong> können Bilder<br />

am LCD-Monitor ansehen und<br />

durch Herumexperimentieren eine<br />

gute Belichtung erreichen. Aber die<br />

<strong>mit</strong> Abstand beste Methode ist die<br />

Verwendung eines Blitzmessers zur präzisen<br />

Berechnung der Belichtung. Das ist ein schnelles<br />

System, <strong>mit</strong> dem <strong>Sie</strong> mehrere Lichtaufbauten<br />

genau aufeinander abstimmen können. Sekonic,<br />

Gossen und Polaris sind die bekanntesten Marken.<br />

LASTOLITE-HI-LITE-<br />

HINTERGRUND: Setzen <strong>Sie</strong><br />

Lichter an die Enden dieses<br />

zusammenlegbaren Hintergrunds,<br />

um den Raum <strong>mit</strong> Licht zu füllen<br />

und einen hellen, gut beleuchteten Hintergrund zu<br />

schaffen. Die Hi-Lite-Reihe ist in verschiedenen<br />

Größen erhältlich und beginnt bei etwa 140 Euro.<br />

SYNCHRONISIERUNGSKABEL/<br />

FERNAUSLÖSER: Die Verwendung<br />

eines Synchronisierungskabels<br />

zwischen dem Messgerät und dem<br />

Blitzkopf ist die grundlegendste und<br />

günstigste Methode zur Belichtungsberechnung. <strong>Sie</strong><br />

können das Kabel dann <strong>mit</strong> der PC-Buchse der<br />

Kamera (oder alternativ einem PC-<br />

Blitzschuhadapter) verbinden, um den Blitz direkt<br />

auszulösen. Für Letzteres kann auch ein<br />

Fernauslöser verwendet werden.<br />

PAPIERROLLE: Papierrollen sind<br />

in vielen Farben und Größen<br />

erhältlich und erfordern einen<br />

Rahmen zum Aufspannen.<br />

Lastolite stellt beide Artikel her,<br />

und der Preis für eine Rolle weißes<br />

Papier (2,75 x 11 m) beginnt bei etwa 40 Euro.<br />

✂<br />

104 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


High-key-Porträts<br />

Machen <strong>Sie</strong> Messungen für das Hauptlicht.<br />

Machen <strong>Sie</strong> Messungen für das hintere Licht.<br />

Schritt 1<br />

Die Verwendung eines Studioblitzes<br />

bedeutet, dass die Belichtungsart der<br />

Kamera auf die manuelle Betriebsart<br />

eingestellt werden muss. Die<br />

Verschlusszeit wird auf die<br />

Blitzsynchronisierungsgeschwindigkeit<br />

der Kamera (oder niedriger)<br />

eingestellt, während die<br />

Blendenöffnung <strong>mit</strong> dem Blitzmesser<br />

er<strong>mit</strong>telt werden muss. Verwenden<br />

<strong>Sie</strong> ISO 100, um eine optimale<br />

Bildqualität zu erhalten. Schalten <strong>Sie</strong><br />

nur das Hauptlicht ein, und passen<br />

<strong>Sie</strong> die Leistung an, bis auf dem<br />

Messgerät ein <strong>mit</strong>tlerer Blendenwert<br />

angezeigt wird – hier wurde f/11<br />

verwendet.<br />

Hinweis: Hauptlicht zur<br />

richtigen Belichtung des<br />

Gesichts eingestellt.<br />

Beide Lichter aufeinander abgestimmt <strong>mit</strong> f/11.<br />

Schritt 2:<br />

Nach der Einstellung des<br />

Hauptlichts für die Blende f/11<br />

wird dieses zur Vorbereitung<br />

des hinteren Lichts<br />

ausgeschaltet. Wiederholen <strong>Sie</strong><br />

den Vorgang für den<br />

Hintergrund, machen <strong>Sie</strong><br />

Messungen und passen die<br />

Leistung des Blitzkopfs an, bis<br />

er eine Belichtung von f/11<br />

angibt. Machen <strong>Sie</strong> eine<br />

weitere Probebelichtung. Der<br />

Hintergrund sollte auch bei<br />

einer Kameraeinstellung von<br />

f/11 schön weiß sein.<br />

Öffnen <strong>Sie</strong> die Blende<br />

auf f/8.<br />

Machen <strong>Sie</strong> Testaufnahmen,<br />

um zu sehen, ob der<br />

Hintergrund schön weiß ist.<br />

Schritt 3<br />

Schalten <strong>Sie</strong> beide Lichter ein,<br />

die auf eine Belichtung von<br />

f/11 für eine ausgewogene<br />

Beleuchtung eingestellt sind.<br />

Beachten <strong>Sie</strong> die<br />

Leistungseinstellungen, da<strong>mit</strong><br />

<strong>Sie</strong> einen Ausgangspunkt<br />

haben. Später muss die<br />

Leistung des hinteren Lichts<br />

erhöht werden, da<strong>mit</strong> Licht<br />

auf den Rücken und die<br />

Schultern des Models fällt.<br />

Beide Lichter jetzt<br />

gemessen für f/11.<br />

Schritt 4<br />

Bisher ist die Kamera auf f/11<br />

eingestellt, um die „richtige“<br />

Belichtung gemäß Messung<br />

bereitzustellen. Wenn <strong>Sie</strong> die<br />

Blende auf f/8 öffnen, während<br />

die Lichter noch auf f/11<br />

eingestellt sind, werden das<br />

Model und der Hintergrund<br />

effektiv um einen Anschlag<br />

überbelichtet, sodass das Bild<br />

allmählich die Eigenschaften<br />

einer High-key-Beleuchtung<br />

annimmt.<br />

Gebleichter „High-key“-Effekt<br />

wird allmählich sichtbar.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 105


Leistung zur Erzeugung von Streulicht erhöht.<br />

Schritt 5<br />

Wenn der grundlegende<br />

High-key-Effekt Form<br />

annimmt, sorgen <strong>Sie</strong> dafür,<br />

dass Hintergrundlicht über<br />

den Rücken und die<br />

Schultern des Models fällt,<br />

indem <strong>Sie</strong> die Leistung des<br />

hinteren Lichts um ein oder<br />

zwei Anschläge erhöhen<br />

(Messwert f/16 oder f/22).<br />

Lassen <strong>Sie</strong> das Hauptlicht<br />

unverändert.<br />

Für eine Überbelichtung sind neue<br />

Messwerte erforderlich.<br />

Der Aufbau ist nahezu perfekt!<br />

Schritt 7<br />

Der Grundaufbau ist nahezu<br />

perfekt. Für den letzten<br />

Schliff richten <strong>Sie</strong> das<br />

Hauptlicht in einem Winkel<br />

aus, sodass es nicht auf das<br />

Model gerichtet ist, sondern<br />

einen Winkel von etwa 45<br />

Grad aufweist. Das führt zu<br />

einem besseren Glanz auf<br />

den Wangen, aber die Mitte<br />

des Gesichts ist dunkler. Wie<br />

auf dem abschließenden Bild<br />

zu sehen ist, lässt sich dies<br />

<strong>mit</strong> einem Reflektor mühelos<br />

beheben.<br />

Schritt 6<br />

Wangen haben keinen Glanz.<br />

Passen <strong>Sie</strong> den Aufbau so an,<br />

dass sich das Model näher am<br />

Hintergrund und dem<br />

Hauptlicht befindet: Führen <strong>Sie</strong><br />

das Model näher an den<br />

Hintergrund heran und stellen<br />

das Licht dann näher heran.<br />

Eine kürzere Entfernung führt<br />

zu einer Überbelichtung.<br />

Passen <strong>Sie</strong> also die Leistung an<br />

und führen eine neue Messung<br />

für f/11 (Hauptlicht) und f/16<br />

(bzw. f/22) für das<br />

Hintergrundlicht durch.<br />

Hinweis!<br />

HINTERGRUNDOPTIONEN Wir<br />

haben einen Lastolite-Hi-Lite-<br />

Hintergrund verwendet, aber <strong>Sie</strong><br />

können eine ähnliche Wirkung<br />

erzielen, wenn <strong>Sie</strong> einen oder zwei<br />

Blitzköpfe (<strong>mit</strong> Diffusoraufsatz) in<br />

einemem Winkel<br />

aufe<br />

einenwn weißenen<br />

Papierhintergrund<br />

richten.<br />

Durch<br />

eine hellere<br />

Hintergrundbeleuchtung fällt Licht auf die<br />

Schultern des Models.<br />

Eine bessere Wirkung der beweglichen<br />

Lichter verdient eine Überbelichtung.<br />

Hinweis: Schöner Glanz, aber das Gesicht<br />

ist zu dunkel.<br />

106 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


High-key-Porträts<br />

ABSCHLIESSENDE<br />

AUFNAHME<br />

Das Model ist zwischen zwei hellen,<br />

diffusen Lichtquellen eingebettet, wobei die<br />

Winkel so angepasst wurden, dass die<br />

Wangen weiß glänzen. Durch die<br />

Verwendung eines silbernen Reflektors für<br />

das Zurückstrahlen des Lichts zum Gesicht<br />

hin werden alle tiefen Schatten entfernt, um<br />

ein besseres High-key-Ergebnis zu erzielen.<br />

Merken <strong>Sie</strong> sich für spätere Aufnahmen die<br />

Leistungseinstellungen und den Winkel des<br />

Hauptlichts sowie den Abstand zwischen<br />

Model und Licht. Die Winkelanordnung des<br />

Hauptlichts im Verhältnis zur Kamera<br />

verringert den Kontrast und verbessert so<br />

die Allgemeinwirkung.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 107


PHOTOSHOP FÜR FOTOGRAFEN<br />

THE PROS AT WORK<br />

PHIL MAKANNA<br />

Photoshop für<br />

Fotografen<br />

BESSERE BILDER MIT<br />

PHOTOSHOP<br />

Ob <strong>Sie</strong> ein Photoshop-Neuling oder ein erfahrener Benutzer sind – in dieser Reihe ist für jeden etwas<br />

dabei. Hier erklären wir bestimmte Photoshop-Funktionen und zeigen Ihnen, wie <strong>Sie</strong> sie zur<br />

Verbesserung Ihrer Bilder einsetzen können. Außerdem verraten wir Ihnen Geheimnisse, <strong>mit</strong> denen<br />

<strong>Sie</strong> Ihre Aufnahmen garantiert aufwerten können. In diesem Heft sehen wir uns die Grundlagen des<br />

Pinsel-Werkzeugs, die Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ und den Blendenfleckenfilter an.<br />

Pinsel-Werkzeug<br />

Mit diesem erstaunlichen Werkzeug<br />

können <strong>Sie</strong> die Belichtung Ihrer Bilder<br />

verbessern.<br />

Farbton/Sättigung<br />

Mit dieser Einstellungsebene verleihen<br />

<strong>Sie</strong> den Farben besondere Ausdruckskraft<br />

(oder entfernen sie).<br />

Blendenfleckenfilter<br />

Mit diesem kreativen Korrekturfilter<br />

werden Ihre Porträtaufnahmen stilisierter.<br />

108 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


THE PROS AT WORK<br />

PHIL MAKANNA<br />

Maximale Details<br />

Mit diesen erstaunlichen Werkzeugen<br />

verbessern <strong>Sie</strong> die Belichtung Ihrer Bilder.<br />

Umwandlung in Schwarz-Weiß<br />

Mit dieser detailorientierten Einstellungsebene<br />

bewältigen <strong>Sie</strong> jede Schwarz-Weiß-<br />

Umwandlung.<br />

Hervorhebung der Glanzlichter<br />

Mit diesem tollen Spezialeffektfilter<br />

verleihen <strong>Sie</strong> <strong>Ihren</strong> Bildern einen<br />

ätherischen Glanz.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 109


Photoshop für Fotografen<br />

Schwarz-Weiß ...<br />

Optimieren <strong>Sie</strong> Ihre Schwarz-Weiß-<br />

Umwandlungen zur Maximierung von Details,<br />

Farbtonbereich und kreativer Wirkung.<br />

Farbe kann wunderschön sein, aber Schwarz-Weiß ist häufig klassisch,<br />

elegant und unter Umständen sehr ausdrucksstark. Es ist bei den meisten<br />

Fotografen – ob aus dem Film- oder dem digitalen Zeitalter – sehr beliebt,<br />

da wir alle von dieser fesselnden Ausstrahlung begeistert sind. Wie können<br />

<strong>Sie</strong> also einem Schwarz-Weiß-Bild nach der Aufnahme einen<br />

aussagekräftigen Farbton verleihen?<br />

Bei der Arbeit <strong>mit</strong> Film vertrauten die Fotografen auf Farbfilter, um den<br />

Farbtonbereich einer Szene zu verändern; für einfache Anpassungen<br />

verwendeten sie den Gelb- oder Orangefilter, während für drastische<br />

Unterschiede ein Rotfilter zum Einsatz kam. Mit einem Rotfilter wird jeder<br />

Rotton in der Szene aufgehellt und alles andere dunkler. Er war bei<br />

Porträtfotografen sehr beliebt, weil er Hauttöne aufhellte, und bei<br />

Landschaftsfotografen, weil er einen blauen Himmel dunkler machte und<br />

dramatischer erscheinen ließ. Im Wesentlichen ist das auch die<br />

Funktionsweise der Einstellungsebene „Schwarz-Weiß“. Wenn <strong>Sie</strong> die<br />

Einstellungsebene anwenden (Ebene>Neue Einstellungsebene>Schwarz<br />

weiß…), wird das Bild sofort in Schwarz-Weiß umgewandelt. Es wird ein<br />

Dialogfenster eingeblendet, in dem <strong>Sie</strong> die verschiedenen Farben im Bild<br />

anpassen können, um den Farbtonbereich auf die gleiche Weise wie <strong>mit</strong><br />

einem Farbfilter an der Kamera zu verbessern und zu steuern. Dass es sich<br />

um eine Einstellungsebene handelt, bedeutet, dass alle vorgenommenen<br />

Änderungen nicht zerstörerisch sind, d. h. <strong>Sie</strong> können die Ebene jederzeit<br />

löschen oder bearbeiten. Außerdem haben <strong>Sie</strong> so eine präzise Kontrolle<br />

über die Farbkanäle. Aber vor allem ist es eine der einfachsten,<br />

vielseitigsten und schnellsten Möglichkeiten, ein Farbbild in ein<br />

ausdrucksstarkes Schwarz-Weiß-Meisterstück umzuwandeln.<br />

Enthüllte Geheimnisse<br />

ZIELMODUS<br />

Statt <strong>mit</strong> den Schiebereglern zu arbeiten,<br />

können <strong>Sie</strong> auf das Handwerkzeug oben<br />

im Dialogfenster klicken. Dann können<br />

<strong>Sie</strong> auf jeden Bereich des Bildes klicken,<br />

um eine bestimmte Farbe auszuwählen,<br />

die <strong>Sie</strong> ändern möchten. Wenn dann der<br />

Handcursor angezeigt wird, klicken <strong>Sie</strong>,<br />

und ziehen <strong>Sie</strong> ihn nach rechts oder links,<br />

um die Intensität zu erhöhen oder zu<br />

verringern.<br />

NAVIGIEREN IM MENÜ<br />

1) Voreinstellung: Wählen <strong>Sie</strong> eine vordefinierte<br />

Grauskalamischung oder eine zuvor gespeicherte Grauskalamischung.<br />

2) Zielmodus: Verwenden <strong>Sie</strong> dieses optionale Werkzeug <strong>mit</strong> einer<br />

Einstellungsebene, um Änderungen direkt an einem Bild vorzunehmen<br />

(siehe „Aufgedeckte Geheimnisse“). Diese automatische Funktion wird<br />

über Bild>Korrekturen aufgerufen.<br />

3) Tönung: Markieren <strong>Sie</strong> dieses Feld, und wählen <strong>Sie</strong> eine Farbe, um<br />

dem Bild eine zweifarbige Tönung zu verleihen.<br />

4) Auto: Stellt eine Grauskalamischung auf der Grundlage der<br />

Farbwerte des Bildes ein. Verwenden <strong>Sie</strong> diese Einstellung als<br />

Ausgangspunkt, und verändern <strong>Sie</strong> den Ton dann <strong>mit</strong> den<br />

Farbschiebereglern.<br />

5) Farbkanäle: Diese Schieberegler beeinflussen den Grauskalaton<br />

jeder Farbe im Bild.<br />

6) Ausschneiden: Verwenden <strong>Sie</strong> diese Funktion, um die<br />

Einstellungsebene <strong>mit</strong> der/den Ebene/n darunter zu verknüpfen und so<br />

deren Wirkung zu begrenzen. <strong>Sie</strong> ist hilfreich, wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> mehreren<br />

Ebenen arbeiten, aber nicht alle von Ihrer Arbeit betroffen sein sollen.<br />

7) Zurücksetzen: Klicken <strong>Sie</strong> auf dieses Symbol, um alle<br />

Schieberegler auf ihre Standardstellung zurückzusetzen.<br />

5<br />

2<br />

1<br />

3 4<br />

6 7<br />

EINEN VERSUCH WERT ... .<br />

FÜLLMETHODEN MIT EINER<br />

SCHWARZ-WEISS-<br />

EINSTELLUNGSEBENE<br />

Ändern <strong>Sie</strong> den Farbton und den Kontrast Ihres Farbbildes<br />

<strong>mit</strong>hilfe von Füllmethoden.<br />

Durch die Anwendung einer Schwarz-Weiß-<br />

Einstellungsebene und der anschließenden Verwendung einer<br />

Füllmethode zur Steuerung des Zusammenspiels der Ebene<br />

<strong>mit</strong> den Farben des ursprünglichen Bildes darunter können<br />

<strong>Sie</strong> sehr interessante und ansprechende Ergebnisse erzielen.<br />

Die wichtigsten drei Füllmethoden, die eine nähere<br />

Betrachtung wert sind, sind „Weiches Licht“ und<br />

„Ineinanderkopieren“ für Kontrast sowie „Luminanz“ für<br />

Farbe. Wenn die Wirkung zu stark ist, können <strong>Sie</strong> einfach die<br />

Deckkraft der Schwarz-Weiß-Einstellungsebene verringern.<br />

Das Geniale an dieser Vorgehensweise ist, dass <strong>Sie</strong> die<br />

Helligkeit der einzelnen Farben im Bild <strong>mit</strong> den<br />

Farbschiebereglern der Einstellungsebene verändern können.<br />

Ineinanderkopieren: Intensiviert den Kontrast eines<br />

Farbbildes, indem Farbtöne dunkler und heller gemacht<br />

werden.<br />

Weiches Licht: Hat eine ähnliche, aber weniger intensive<br />

Wirkung wie die Füllmethode „Ineinanderkopieren“.<br />

Luminanz: Dieser Modus ermöglicht die Einstellung der<br />

Brillanz und Helligkeit jedes Bildes, ohne die Sättigung zu<br />

verändern.<br />

HEISSER TIPP<br />

Schwarz-Weiß in Elements 9<br />

Duplizieren <strong>Sie</strong> die<br />

ursprüngliche Ebene, und<br />

gehen <strong>Sie</strong> zu Verbessern> In<br />

Schwarz-Weiß umwandeln.<br />

Wählen <strong>Sie</strong> dann die<br />

gewünschte Voreinstellung für<br />

die Umwandlung.<br />

Anschließend können <strong>Sie</strong> die<br />

Intensität der Töne <strong>mit</strong> den<br />

Farbschiebereglern für Rot,<br />

Grün, Blau und Kontrast<br />

einstellen.<br />

HOT KEY<br />

Ebene ausblendenn<br />

Wenn <strong>Sie</strong> bei einer offenen<br />

fenen<br />

Einstellungsebene das Bild<br />

im Zustand vor der<br />

vorangegangenen Änderung<br />

vorübergehend anzeigen<br />

möchten, halten <strong>Sie</strong> die Taste<br />

\ gedrückt. Da<strong>mit</strong> können <strong>Sie</strong><br />

bequem feststellen, wie sich<br />

Ihre letzte Einstellung auf das<br />

Bild ausgewirkt hat.<br />

110 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Erklärung der Einstellungen<br />

Drei Möglichkeiten zur Verwendung von Schwarz-Weiß in <strong>Ihren</strong> Bildern<br />

Die Schwarz-Weiß-Einstellungsebene kann für mehr als nur eine Monochrom-Umwandlung verwendet werden. Hier erfahren<br />

<strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> Ihr Bild <strong>mit</strong>hilfe einer Ebenenmaske gezielt <strong>mit</strong> Farbe und Tönung versehen können.<br />

UMWANDELN EINES BILDES IN SCHWARZ-WEISS<br />

1 KONTROLLIEREN SIE DIE TONALITÄT IHRER SCHWARZ-WEISS-UMWANDLUNG.<br />

Um ein Farbbild in ein Schwarz-Weiß-Bild umzuwandeln, gehen <strong>Sie</strong> zunächst zu<br />

Ebene>Neue Einstellungsebene>Schwarzweiß, oder greifen <strong>Sie</strong> vom<br />

Schwarz-Weiß-Kreissymbol unten in der Ebenenpalette auf die<br />

Einstellungsebenenverknüpfung zu. Das Bild wird sofort in Schwarz-Weiß<br />

umgewandelt. Klicken <strong>Sie</strong> jetzt auf Auto; dadurch wird eine tonale Umwandlung<br />

erstellt, die <strong>Sie</strong> später ganz nach <strong>Ihren</strong><br />

Vorstellungen anpassen können.<br />

Alternativ können <strong>Sie</strong> einen der Filter<br />

oder Effekte aus dem Dropdown-Menü<br />

Voreinstellung auswählen. Wenn die<br />

Grundumwandlung durchgeführt wurde,<br />

verwenden <strong>Sie</strong> in beiden Fällen die<br />

Farbschieberegler zur Auswahl einzelner<br />

Grauskalatöne. An dieser Stelle kann es<br />

hilfreich sein, zum ursprünglichen Bild<br />

zurückzukehren, um die zu ändernden<br />

Farben zu beurteilen. Klicken <strong>Sie</strong> hierfür<br />

auf das Augensymbol neben der<br />

Einstellungsebene in der Ebenenpalette.<br />

Original<br />

TÖNEN EINES BILDES MIT<br />

2 SCHWARZ-WEISS<br />

ERSTELLEN SIE EIN DUOTON-FOTO.<br />

Bevor <strong>Sie</strong> das Bild tönen, stellen <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einer<br />

Schwarz-Weiß-Einstellungsebene den gewünschten<br />

Kontrast ein. Erstellen <strong>Sie</strong> dann eine neue<br />

Schwarz-Weiß-Einstellungsebene, und setzen <strong>Sie</strong> sie<br />

durch Ausschneiden in die Einstellungsebene darunter. Auf<br />

diese Weise haben <strong>Sie</strong> eine Einstellungsebene für die<br />

Schwarz-Weiß-Umwandlung und eine weitere für die<br />

Tönung erstellt; dies ist für die spätere Arbeit sehr nützlich.<br />

Markieren <strong>Sie</strong> das Feld Tönen und doppelklicken auf das<br />

farbige Feld daneben, um den Farb-Picker zu öffnen. Wenn<br />

<strong>Sie</strong> die gewünschte Farbtönung <strong>mit</strong>hilfe der<br />

Gradienten- oder Farbbibliothek ausgewählt haben, stellen en<br />

<strong>Sie</strong> möglicherweise fest, dass die Farbe für Ihr Bild zu<br />

kräftig ist und <strong>Sie</strong> die Intensität des Farbtons verringern<br />

möchten. Bei der Arbeit an einer neuen Einstellungsebene<br />

können <strong>Sie</strong> die Deckkraft der Ebene <strong>mit</strong> dem Schieberegler<br />

in der Ebenenpalette verringern, um die Wirkung<br />

abzuschwächen, ohne das ursprüngliche Bild darunter<br />

anzuzeigen, wie dies normalerweise der Fall wäre.<br />

Original<br />

GEZIELTES FÄRBEN MIT<br />

3 SCHWARZ-WEISS<br />

VERLEIHEN SIE IHREN SCHWARZ-WEISS-BILDERN<br />

MEHR AUSDRUCKSKRAFT.<br />

Wandeln <strong>Sie</strong> Ihr Bild in Schwarz-Weiß um. Fügen <strong>Sie</strong> dann<br />

zur Einstellungsebene eine Ebenenmaske hinzu, indem <strong>Sie</strong><br />

auf Ebene>Ebenenmaske klicken. Entscheiden <strong>Sie</strong> an dieser<br />

Stelle, ob <strong>Sie</strong> den Großteil Ihres Farbbildes in Schwarz-Weiß<br />

oder ein Schwarz-Weiß-Bild <strong>mit</strong> einem Hauch von Farbe<br />

haben möchten. Wählen <strong>Sie</strong> entsprechend Alles ausblenden<br />

bzw. Alles einblenden. Hier haben wir Alles einblenden<br />

verwendet, da der Großteil Schwarz-Weiß sein wird. Wählen<br />

<strong>Sie</strong> nun das Pinsel-Werkzeug und stellen die Farbe auf<br />

Schwarz ein. Übermalen <strong>Sie</strong> bei ausgewählter Ebenenmaske<br />

<strong>mit</strong> einem weichen Pinsel, der kleiner als der zu bemalende<br />

Bereich ist, den Bereich, der farbig werden soll. Wenn <strong>Sie</strong><br />

einen Fehler machen, ändern <strong>Sie</strong> die Farbe auf Weiß, und<br />

vergrößern <strong>Sie</strong> das Bild, um die Bereiche, die wieder<br />

Schwarz-Weiß werden sollen, <strong>mit</strong> mehr Genauigkeit<br />

ausmalen zu können. Wenn <strong>Sie</strong> die Ebenenmaske löschen<br />

müssen, klicken <strong>Sie</strong> auf die graue Verknüpfung auf der<br />

Einstellungsebene und ziehen die Ebenenmaske in den<br />

Papierkorb unten in der Ebenenpalette.<br />

Original<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 111


Photoshop für Fotografen<br />

Weiches Licht<br />

Lassen <strong>Sie</strong> Ihre Glanzlichter strahlen, indem <strong>Sie</strong> einen der<br />

kreativsten und dennoch praktischsten Filter für Fotografen in der<br />

Angebotspalette von Photoshop optimal einsetzen – Weiches Licht.<br />

Es gibt Dutzende von digitalen Filtern zum Verbessern und Korrigieren eines<br />

<strong>Fotos</strong>, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.<br />

Filter im herkömmlichen Sinn gehören immer schon zum Werkzeugsatz eines<br />

Fotografen, um ein Bild beim Aufnehmen zu verändern. Das Faszinierende an<br />

digitalen Filtern besteht darin, dass sie Ihnen die kreative Freiheit geben,<br />

künstlerische Entscheidungen nach der Aufnahme zu treffen.<br />

Die Filtergalerie von Photoshop (CS4 und Elements 9) verfügt über eine Vielzahl<br />

von Optionen – von Filtern, die scharfstellen, Rauschen einstellen und eine<br />

Objektivverzerrung korrigieren, bis hin zu künstlerischen Effekten, die aus einem<br />

Bild eine Skizze oder ein impressionistisches Gemälde machen oder ihm mehr<br />

Struktur verleihen. Für viele der zahlreichen Filter werden <strong>Sie</strong> im Rahmen einer<br />

einfacher Bearbeitung möglicherweise nie Verwendung haben, aber es lohnt sich,<br />

da<strong>mit</strong> herumzuexperimentieren, falls sich doch einmal eine Gelegenheit für ihren<br />

Einsatz bietet. Ein brillanter Filter, der sich in der Kategorie Verzerrungsfilter<br />

befindet (nicht unbedingt eine Funktion, die Ihnen auf Anhieb in den Sinn kommen<br />

würde, wenn <strong>Sie</strong> ein Bild aufwerten möchten, da sie für die Größenänderung eines<br />

Bildes bekannt ist), ist beispielsweise Weiches Licht. Da<strong>mit</strong> erscheint ein Bild, als<br />

würde es durch einen weichen Diffusionsfilter betrachtet. Er fügt transparentes<br />

weißes Rauschen hinzu und zielt eigentlich auf die hellen Töne eines Bildes ab, <strong>mit</strong><br />

einem Schein, der von der Mitte einer Auswahl aus immer schwächer wird. Dieser<br />

Filter eignet sich hervorragend, um einem Bild <strong>mit</strong> vielen Glanzlichtern, wie<br />

Hochzeitsaufnahmen, Szenen im Schnee und milchiges Wasser in<br />

Küstenlandschaften, ein ätherisches Aussehen zu verleihen. Er kann auch nützlich<br />

sein, um die Beleuchtung und die Stimmung eines Porträts zu verbessern, vor<br />

allem bei High-key-Porträtaufnahmen; aber entscheidend hierbei ist eine gewisse<br />

Unaufdringlichkeit. Die Wirkung sollte das Bild unterstützen und nicht dominieren.<br />

Der Filter nimmt globale Anpassungen am Bild vor, sodass es zwei<br />

Möglichkeiten gibt, seine Wirkungen gezielt zu bearbeiten. Entweder wählen <strong>Sie</strong><br />

den Bildbereich aus, den <strong>Sie</strong> ändern möchten, verbessern die Kontur (nähere<br />

Einzelheiten hierzu finden <strong>Sie</strong> im Auswahl-Special in der März-Ausgabe) und<br />

wenden dann den Filter an, oder <strong>Sie</strong> fügen eine Ebenenmaske hinzu und wenden<br />

den Filter auf das Bild an, wie weiter unten gezeigt. Aber schön der Reihe nach: Ein<br />

Filter muss auf Pixel angewendet werden. Bevor <strong>Sie</strong> also anfangen, duplizieren <strong>Sie</strong><br />

das Bild, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> nicht die Originalpixel bearbeiten, und wandeln <strong>Sie</strong> die Ebene,<br />

<strong>mit</strong> der <strong>Sie</strong> arbeiten, dann in einen Smartfilter um, da<strong>mit</strong> der Effekt bearbeitet<br />

werden kann (Filter>Für Smartfilter konvertieren).<br />

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN<br />

Wieso dauert es so lange, bis der Filter<br />

geladen ist?<br />

Viele Filter bearbeiten jedes Pixel. Wenn es sich<br />

also um ein hochauflösendes Bild handelt, kann es<br />

eine Weile dauern. Um sicherzugehen, dass der<br />

Filter seine optimale Leistung erbringt. Versuchen<br />

<strong>Sie</strong>, Speicherplatz freizusetzen, indem <strong>Sie</strong> auf<br />

Bearbeiten>Entleeren klicken, bevor <strong>Sie</strong> einen<br />

Filter anwenden. Der Filter sollte dann am besten<br />

<strong>mit</strong> einem Auswahlwerkzeug zuerst auf einen<br />

kleinen Bildbereich angewendet werden, um zu<br />

sehen, ob da<strong>mit</strong> auch die gewünschte Wirkung<br />

erzielt wird.<br />

HEISSER TIPP<br />

Smartfilter<br />

Bevor <strong>Sie</strong> einen Filter<br />

anwenden, wandeln <strong>Sie</strong> das<br />

Bild in einen Smartfilter um,<br />

da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> Änderungen<br />

vornehmen können, ohne<br />

die Originalpixel des Bildes<br />

zu verändern und den Filter<br />

später bearbeiten können.<br />

Wählen <strong>Sie</strong> zu diesem<br />

Zweck die Bildebene aus,<br />

und klicken <strong>Sie</strong> auf<br />

Filter>Für Smartfilter<br />

konvertieren. Wählen <strong>Sie</strong><br />

dann den gewünschten<br />

Filter aus. Nähere<br />

Informationen finden <strong>Sie</strong> bei<br />

Photoshop für Fotografen in<br />

der Ausgabe des letzten<br />

Monats.<br />

Wieso wird mein Bild dunkler und nicht heller?<br />

<strong>Sie</strong> haben die Vordergrundfarbe (in den<br />

Farbmustern unten in der<br />

Symbolleiste) auf Weiß und<br />

nicht auf Schwarz eingestellt.<br />

Wenn die Vordergrundfarbe<br />

auf Weiß eingestellt ist, ist die<br />

Farbe des „Scheins“ schwarz,<br />

und das Bild wird dunkler, je<br />

mehr <strong>Sie</strong> den Filter anpassen.<br />

Deaktivieren <strong>Sie</strong> den Filter,<br />

und wählen <strong>Sie</strong> das schwarze Farbmuster.<br />

Dann sollte alles passen.<br />

KONTROLLFELD „WEICHES LICHT“<br />

1) <strong>Vorschau</strong> Um die Wirkung des Filters im Bild genau beurteilen zu<br />

können, verkleinern <strong>Sie</strong> die im <strong>Vorschau</strong>bildschirm zu sehende Aufnahme<br />

global, indem <strong>Sie</strong> die Minustaste drücken, bevor <strong>Sie</strong> Änderungen<br />

vornehmen. Auf diese Weise können <strong>Sie</strong> sehen, welche allgemeine<br />

Wirkung der Filter hat. Um das Gesamtbild wesentlich größer darzustellen,<br />

klicken <strong>Sie</strong> auf das Dropdown-Menü und wählen <strong>Sie</strong> Bildschirm anpassen.<br />

Vergrößern <strong>Sie</strong> die betroffenen Bereiche <strong>mit</strong> der Plustaste auf 100 Prozent,<br />

um sich zu vergewissern, dass um die Konturen herum keine Lichtschleier<br />

sind; dies wäre ein Zeichen dafür, dass die Wirkung zu stark ist.<br />

2) Körnigkeit Mit diesem Schieberegler legen <strong>Sie</strong> das Ausmaß des<br />

weißen Rauschens im Bild fest. Dies sollten <strong>Sie</strong> tun, wenn <strong>Sie</strong> den<br />

gewünschten Schein haben. Wenn <strong>Sie</strong> ein weiches Erscheinungsbild<br />

haben möchten, lassen <strong>Sie</strong> den Wert bei 0.<br />

3) Scheinintensität und Löschintensität<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> diese beiden Schieberegler in Kombination <strong>mit</strong>einander.<br />

Fangen <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> der Scheinintensität bei 0 und der Löschintensität bei 20<br />

an, und bewegen <strong>Sie</strong> den Schieberegler für die Scheinintensität allmählich<br />

so weit, bis <strong>Sie</strong> den gewünschten Schein erreicht haben. Bei den meisten<br />

Bildern, vor allem bei Porträts, werden <strong>Sie</strong> wahrscheinlich feststellen, dass<br />

der Wert 1 oder 2 ausreicht, da die Hauttöne sonst unnatürlich auszusehen<br />

beginnen. Für Landschaften ist möglicherweise ein etwas höherer Wert<br />

erforderlich. Mit dem Schieberegler für die Löschintensität können <strong>Sie</strong> die<br />

Wirkung in kleineren Schritten als <strong>mit</strong> der Scheinintensität anpassen und so<br />

das Ausmaß des Scheins fein abstimmen.<br />

4) Augensymbol Klicken <strong>Sie</strong> auf das Augensymbol, um die<br />

Wirkung zu aktivieren bzw. zu deaktivieren. Auf diese Weise können <strong>Sie</strong><br />

eine <strong>Vorschau</strong> des Originalbildes anzeigen.<br />

5) Neue Wirkungsebene Klicken <strong>Sie</strong> auf dieses Symbol, um<br />

eine neue Ebene zu aktivieren, wodurch die Wirkung des Filters verstärkt<br />

wird.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

112 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Arbeiten <strong>mit</strong> Filtern<br />

Verbessern von Glanzlichtern <strong>mit</strong> weichem Licht<br />

Die Funktion Weiches Licht ist zwar relativ einfach zu benutzen, sie kann aber auch leicht zuviel eingesetzt werden, wodurch dann<br />

wichtige Details in den Glanzlichtern verloren gehen. Hier erfahren <strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> den Filter optimal nutzen und so Ihr Foto perfektionieren.<br />

Schritt 1) Bevor <strong>Sie</strong> den Filter anwenden, duplizieren <strong>Sie</strong> die Bildebene, da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> nicht<br />

das Original bearbeiten (Ebene>Ebene duplizieren). Wählen <strong>Sie</strong> dann Filter>Für<br />

Smartfilter konvertieren und klicken auf OK, wenn das Dialogfenster angezeigt wird. Um den<br />

Filter aufzurufen, gehen <strong>Sie</strong> dann zu Filter>Verzerrungsfilter>Weiches Licht...<br />

Schritt 2) Stellen <strong>Sie</strong> die Werte für Scheinintensität und Körnigkeit <strong>mit</strong> den Schiebereglern auf<br />

0 und den Wert für die Löschintensität auf 20 ein. Vergrößern <strong>Sie</strong> das Bild auf 100 Prozent, und<br />

bewegen <strong>Sie</strong> den Schieberegler für die Scheinintensität langsam, bis die Glanzlichter allmählich<br />

verlaufen. Für dieses Bild reicht der Wert 1 nicht, aber der Wert 2 ist zu stark; <strong>mit</strong> dem<br />

Schieberegler für die Löschintensität können wir die Feineinstellung vornehmen.<br />

Schritt 3) Passen <strong>Sie</strong> die Löschintensität an, um am Schein die Feineinstellung<br />

vorzunehmen. Wir stellen den Wert auf 10 ein. Achten <strong>Sie</strong> darauf, die Glanzlichter nicht zu<br />

sehr auszubleichen, wodurch Details verloren gehen oder Lichtschleier entstehen würden.<br />

Es macht nichts, wenn der Schein in die Schatten hinein verläuft oder ein gewisses Maß an<br />

Definition verloren geht; das kann im nächsten Schritt wieder wettgemacht werden.<br />

Schritt 5) <strong>Sie</strong> können jetzt <strong>mit</strong> dem Pinsel-Werkzeug, das auf den weichsten Wert<br />

eingestellt ist und schwarze Farbe aufgenommen hat, Details und die Schatten wieder in das<br />

Bild malen. Malen <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> ausgewählter Maske die Bildbereiche, die dunkler werden sollen<br />

und variieren dabei die Deckkraft des Pinsels, um die Wirkung zu steuern.<br />

Schritt 4) Wenn <strong>Sie</strong> den gewünschten Schein haben, können <strong>Sie</strong> überlegen, ob <strong>Sie</strong> dem<br />

Bild ein wenig Körnigkeit hinzufügen möchten; gehen <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> aber sehr sparsam um.<br />

Klicken <strong>Sie</strong> dann auf OK. Wenn <strong>Sie</strong> wieder in der Ebenenpalette sind, fügen <strong>Sie</strong> zum<br />

gefilterten Bild eine Vektormaske hinzu, indem <strong>Sie</strong> unten in der Ebenenpalette auf die Taste<br />

Vektormaske klicken.<br />

Enthüllte Geheimnisse<br />

DER BEFEHL VERBLASSEN<br />

Wenn <strong>Sie</strong> eine Einstellung und nicht nur<br />

einen Filter verändern möchten, nachdem<br />

<strong>Sie</strong> sie bestätigt haben, gehen <strong>Sie</strong> zu<br />

Bearbeiten>Verblassen, um die Deckkraft und<br />

die Füllmethode zu ändern. Dies ist allerdings<br />

nur un<strong>mit</strong>telbar nach Anwendung des Filters<br />

bzw. Veränderung einer Einstellung möglich.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einem Smartfilter arbeiten, was<br />

wir empfehlen, können <strong>Sie</strong> diesen Befehl nicht<br />

verwenden. Allerdings können <strong>Sie</strong> den Filter<br />

später über die Befehlsfolge Ebene>Smart-<br />

Objekte>Rastern oder durch Doppelklicken auf<br />

den Smartfilter zum Rastern verändern (da<strong>mit</strong><br />

lässt sich der Filter bearbeiten).<br />

HOT KEY<br />

Alt zum Zurücksetzen<br />

en<br />

Wenn die Tasten Alt und<br />

Entfernen gemeinsam<br />

gedrückt werden, hat dies<br />

eine Rücksetzfunktion. Auf<br />

diese Weise können <strong>Sie</strong> die<br />

Einstellung neu vornehmen,<br />

ohne den Filter ganz<br />

deaktivieren zu müssen.<br />

HEISSER TIPP<br />

Plug-Ins von Drittherstellern<br />

Filter von Drittherstellern wie<br />

Nik <strong>So</strong>ftware sind als<br />

Plug-Ins erhältlich, die nach<br />

der Installation unten im<br />

Menü Filter unter den von<br />

Adobe bereitgestellten<br />

Filtern angezeigt werden.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 113


Photoshop für Fotografen<br />

Pinsel-Werkzeug<br />

PC UND MAC SCHNELLAUSWAHLTASTE<br />

FÜR PHOTOSHOP CS UND ELEMENTS<br />

=<br />

1<br />

2<br />

3 4 5<br />

Entdecken <strong>Sie</strong> die verborgenen Geheimnisse des Pinsel-Werkzeugs, und finden <strong>Sie</strong> heraus, wie <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong><br />

die Farbe, die Belichtung und den Kontrast Ihres Bildes nachbessern und gezielt einstellen können.<br />

Das Pinsel-Werkzeug verfügt über ausgesprochen vielfältige und nützliche Anwendungsmöglichkeiten für die Nachbearbeitung von Bildern.<br />

Das Werkzeug soll die Wirkung eines Malpinsels nachahmen. Entsprechend besteht sein primärer Zweck darin, Farbe, die durch Klicken auf die<br />

Farbpalette unten in der Symbolleiste ausgewählt wurde, auf ein Bild aufzutragen. Das Werkzeug bietet aber noch viele ausgeklügeltere<br />

Verwendungsmöglichkeiten als nur auf einer Leinwand zu „malen“. <strong>So</strong> können <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> beispielsweise die Tonalität von Bildern bearbeiten,<br />

indem sie das Werkzeug zusammen <strong>mit</strong> einer Ebenenmaske verwenden, um Bilder und Hauttöne nachzubessern und Optionen auszuwählen.<br />

Die Möglichkeiten des Pinsel-Werkzeugs sind einfach überwältigend, vor allem in der Version CS5. In der Version CS4 können <strong>Sie</strong> zwar die<br />

Form, die Größe und den Stil des Pinsels sowie den Fluss und die Deckkraft der Farbe verändern, aber in der Version CS5 stehen Ihnen mehr<br />

Borstenspitzenarten zur Verfügung, um Ihre Kontrolle, Ihre Genauigkeit und Ihr kreatives Potenzial zu verbessern. <strong>Sie</strong> können verschiedene Arten<br />

von flachen und runden Pinseln auswählen und Parameter zur Dicke und Länge der verschiedenen Borsten einstellen, je nach Art des<br />

Pinselstrichs, den <strong>Sie</strong> nachmachen möchten, und der Feuchtigkeit sowie der aufgenommenen Farbe. Als Fotograf, der wirklich nur seine Bilder<br />

bearbeiten möchte, werden <strong>Sie</strong> bei Ihrer alltäglichen Arbeit das Potenzial des Pinsel-Werkzeugs wahrscheinlich nur an der Oberfläche ankratzen<br />

und kaum Bedarf für das vollgestopfte Pinsel-Kontrollfeld (siehe unten) <strong>mit</strong> den erweiterten Parametern haben. Aber es lohnt sich, sich <strong>mit</strong> den<br />

Optionen vertraut zu machen, falls <strong>Sie</strong> doch einmal ein digitaler Künstler werden oder einem Ihrer Bilder eine kreative Note verleihen möchten.<br />

1 Pinselpalette: Legt die Größe, Form,<br />

Struktur und Härte des Pinsels für die<br />

jeweilige Bearbeitung fest.<br />

2 Modus: Legt fest, wie die Pixel im<br />

Bild vom Pinsel-Werkzeug und seiner<br />

Farbe betroffen werden.<br />

3 Deckkraft: Steuert die Dichte der<br />

Farbe und die Deckkraft.<br />

4 Fluss: Steuert die Flüssigkeit der Farbe<br />

und deren Auftraggeschwindigkeit.<br />

5 Airbrush: Wenn diese Funktion<br />

aktiviert ist, hängt der Farbauftrag<br />

davon ab, wie lange <strong>Sie</strong> die Maus bzw.<br />

den Stift gedrückt halten, und nicht von<br />

der Anzahl der Pinselstriche.<br />

DAS KONTROLLFELD PINSEL<br />

Mithilfe von Verknüpfungen und des Kontrollfeldes<br />

Optionen steht Ihnen zwar schnell der gewünschte<br />

Pinsel zur Verfügung; wenn <strong>Sie</strong> das Pinsel-Werkzeug<br />

allerdings wirklich gut kennen lernen möchten, arbeiten<br />

<strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> dem Kontrollfeld Pinsel. Um dieses Kontrollfeld<br />

zu öffnen, gehen <strong>Sie</strong> zu Fenster>Pinsel, oder klicken <strong>Sie</strong><br />

bei gedrückter Ctrl-Taste <strong>mit</strong> der rechten Maustaste auf<br />

das Bild. Dann können <strong>Sie</strong> den Stil der Spitze sowie<br />

andere detailliertere Einstellungen, wie voreingestellte<br />

Formen und Strukturen, auswählen. Ein Fotograf würde<br />

nur selten eine derartige Leistungskraft benötigen; sie ist<br />

eher für Digitalkünstler vorgesehen. Aber wenn <strong>Sie</strong> an<br />

kreativer Malerei und digitalen Illustrationen interessiert<br />

sind, lohnt es sich, sich die Möglichkeiten einmal näher<br />

anzusehen.<br />

FÜLLMETHODEN<br />

v<br />

DES PINSEL-WERKZEUGS<br />

1) Normal: Dies ist die Standardmethode. Da<strong>mit</strong> wird jedes<br />

Pixel so gemalt/bearbeitet, dass die Grundfarbe (die Ebene, auf<br />

die <strong>Sie</strong> sie auftragen) <strong>mit</strong> der Füllfarbe (die Farbe auf dem Pinsel)<br />

gemischt wird.<br />

2) Dahinter: Bemalt/bearbeitet nur transparente Bereiche<br />

eines Bildes. Dies funktioniert auf Ebenen, bei denen die Option<br />

Transparenz sperren deaktiviert ist.<br />

3) Löschen: Bemalt/bearbeitet Pixel, um sie transparent zu<br />

machen (ähnlich wie ein Radierer). Dies funktioniert nur auf<br />

Ebenen, bei denen die Option Transparenz sperren deaktiviert ist.<br />

4) Weiches Licht: Führt dazu, dass je nach verwendeter<br />

Füllfarbe die Grundfarbe dunkler oder heller gemacht wird. Die<br />

Wirkung ist fast so, als würde ein diffuses Licht auf das Bild<br />

geworfen werden. Wenn die Farbe des Pinsels heller als 50 %<br />

Grau ist, wird das Bild aufgehellt, als wäre es abgewedelt. Wenn<br />

die Farbe des Pinsels dunkler als 50 % Grau ist, wird das Bild<br />

abgedunkelt, als wäre es nachbelichtet. Das Malen <strong>mit</strong> reinem<br />

Schwarz oder Weiß ergibt einen deutlich dunkleren bzw. helleren<br />

Bereich, resultiert aber nicht in einem reinen Schwarz oder Weiß,<br />

und andere Farbe hinterlassen eine leichte Tönung auf dem Bild.<br />

5) Farbton: Erzeugt eine aus der Luminanz und Sättigung der<br />

Grundfarbe resultierende Farbe in Kombination <strong>mit</strong> dem Farbton<br />

der Füllfarbe.<br />

6) Sättigung: Erzeugt eine aus der Luminanz und dem<br />

Farbton der Grundfarbe resultierende Farbe in Kombination <strong>mit</strong><br />

der Sättigung der Füllfarbe.<br />

7) Farbe: Erzeugt eine aus der Luminanz der Grundfarbe und<br />

dem Farbton sowie der Sättigung der Füllfarbe resultierende<br />

Farbe. Dies ist nützlich, wenn <strong>Sie</strong> einen Teil des Bildes in<br />

Schwarz-Weiß umwandeln möchten oder ein Bild tönen.<br />

8) Luminanz: Erzeugt eine aus dem Farbton und der<br />

Sättigung der Grundfarbe und der Luminanz der Füllfarbe<br />

resultierende Farbe. Diese Methode hat den umgekehrten Effekt<br />

wie die Methode Farbe.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

HOTKEY<br />

Eckige Klammern<br />

Der Zugriff auf Pinsel kann<br />

über die Optionsleiste oder<br />

über Fenster>Pinsel<br />

erfolgen. Wenn <strong>Sie</strong> jedoch<br />

ein Bild bearbeiten und die<br />

Größe des Pinsels<br />

verändern möchten,<br />

drücken <strong>Sie</strong> die Taste <strong>mit</strong><br />

der rechten bzw. linken<br />

eckigen Klammer (Ziffer 8<br />

bzw. 9).<br />

Enthüllte Geheimnisse<br />

PROTOKOLL- UND KUNSTPROTOKOLLPINSEL<br />

Das Protokollpinsel-Werkzeug kann verwendet werden, um eine Veränderung, einen Filter oder ein Werkzeug<br />

teilweise rückgängig zu machen. Klicken <strong>Sie</strong> bei ausgewähltem Werkzeug auf das Kontrollfeld Protokoll<br />

(Fenster>Protokoll) und klicken anschließend in das Feld neben dem Schritt, der wiederhergestellt werden soll.<br />

Dadurch wird dieser als Ausgangszustand ausgewählt. Jetzt können <strong>Sie</strong> zum Bild zurückkehren und gezielt<br />

malen, um den Bereich in den vorherigen Zustand zurückzuversetzen. <strong>Sie</strong> können soweit zurückgehen, wie dies<br />

das Kontrollfeld Protokoll zulässt: Der Standardwert sind 20 Zustände, aber <strong>Sie</strong> können diesen Wert über das<br />

Kontrollfeld Voreinstellungen>Allgemein erhöhen. Der Kunstprotokollpinsel funktioniert ähnlich, bietet aber die<br />

Möglichkeit, dem Bild ein impressionistisches Aussehen zu verleihen, ähnlich wie der Impressionistenpinsel von<br />

Mixerpinsel und Element in der Version CS5. Der größte Fehler, der <strong>mit</strong> diesem Werkzeug gemacht wird, ist die<br />

Verwendung eines zu großen Pinsels, sodass die Kanten verlaufen und Details verloren gehen.<br />

HOTKEY<br />

Zifferntasten<br />

Um die Deckkraft der Farbe<br />

zu ändern, drücken <strong>Sie</strong> auf 4<br />

für 40 %, auf 7 für 70 %<br />

und so weiter, es sei denn,<br />

<strong>Sie</strong> arbeiten <strong>mit</strong> dem<br />

Airbrush. In diesem Fall<br />

wirkt sich diese Methode auf<br />

den Fluss aus. Halten <strong>Sie</strong><br />

die Umschalt-Taste gedrückt<br />

und drücken eine Zahl, um<br />

die Deckkraft des Airbrushes<br />

zu ändern.<br />

114 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Arbeiten <strong>mit</strong> Werkzeugen<br />

Verwendungsmöglichkeiten für das Pinsel-Werkzeug...<br />

Lernen <strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> in Porträtaufnahmen Hauttöne korrigieren und kleine<br />

Schönheitsfehler verringern können. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie <strong>Sie</strong> Probleme<br />

<strong>mit</strong> der Belichtung mühelos beheben können.<br />

RETUSCHIEREN DER HAUT<br />

1 SO KÖNNEN SIE DEN HAUTTON AUSGLEICHEN.<br />

<strong>Sie</strong> können dunkle Tränensäcke oder Falten und kleine<br />

Schönheitsfehler mühelos beseitigen, indem <strong>Sie</strong> ein<br />

Muster des Hauttons nehmen und <strong>mit</strong> einem Pinsel <strong>mit</strong><br />

geringer Deckkraft den betreffenden Bereich übermalen.<br />

Es ist immer besser, auf den gewünschten Farbton nach<br />

und nach <strong>mit</strong> mehreren Pinselstrichen hinzuarbeiten.<br />

Vergrößern <strong>Sie</strong> das Bild, sodass <strong>Sie</strong> den zu<br />

retuschierenden Bereich als Nahaufnahme vor sich<br />

haben. Wählen <strong>Sie</strong> einen Pinsel <strong>mit</strong>tlerer Größe (nicht<br />

größer als der zu retuschierende Bereich) <strong>mit</strong> einer<br />

Weichheit von etwa 0 bis 10 Prozent und einer<br />

Deckkraft von etwa 10 Prozent.<br />

Halten <strong>Sie</strong> die Alt-Taste (Mac) bzw. die Cmd-Taste<br />

(PC) gedrückt, sodass sich der Pinselcursor in eine<br />

Pipette verwandelt. Klicken <strong>Sie</strong> dann auf einen<br />

Farbbereich in der Nähe des zu retuschierenden<br />

Bereichs. Da<strong>mit</strong> nimmt der Pinsel die Farbe auf.<br />

Übermalen <strong>Sie</strong> jetzt den Bereich, um den Hautton<br />

auszugleichen. Nehmen <strong>Sie</strong> ein neues Farbmuster<br />

neben jedem Bereich, den <strong>Sie</strong> retuschieren, um sicher<br />

zu sein, dass die Farben einen ähnlichen Ton haben.<br />

2 TONANPASSUNGEN<br />

SO KÖNNEN SIE BELICHTUGNEN KORRIGIEREN.<br />

Wenn Teile eines Bildes unter- oder überbelichtet sind,<br />

gibt es eine einfache, nicht zerstörerische Möglichkeit,<br />

schlecht belichtete Bereiche <strong>mit</strong>hilfe des<br />

Pinsel-Werkzeugs und von Ebenenmasken gezielt zu<br />

korrigieren. Diese Technik kann für Kontrast- und<br />

Farbänderungen angewendet werden, indem einfach eine<br />

andere Einstellungsebene verwendet wird.<br />

Fügen <strong>Sie</strong> eine Belichtungseinstellungsebene hinzu<br />

(Ebene>Neue Einstellungsebene>Belichtung), und<br />

bewegen <strong>Sie</strong> die Schieberegler, bis der zu ändernde<br />

Bereich richtig belichtet ist.<br />

Mit jeder Einstellungsebene ist eine Ebenenmaske<br />

verknüpft. Wählen <strong>Sie</strong> die Maske aus, stellen <strong>Sie</strong> die<br />

Vordergrundfarbe dann auf Schwarz ein und wählen<br />

einen weichen, runden Pinsel <strong>mit</strong> einer Deckkraft von<br />

100 Prozent. Übermalen <strong>Sie</strong> den Bereich, der jetzt<br />

schlecht belichtet ist, um die Details des Originalbildes<br />

wieder herzustellen.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> einen Fehler machen, wechseln <strong>Sie</strong> zur<br />

weißen Farbe und übermalen den Bereich wieder auf der<br />

Ebenenmaske.<br />

Original<br />

Original<br />

<strong>So</strong>ftware-Highlights<br />

SPEZIALPINSEL<br />

Das Pinsel-Werkzeug von Elements 9 funktioniert<br />

genauso wie in der Version CS4, bietet jedoch<br />

Spezialpinsel, <strong>mit</strong> denen Formen wie Sterne, Blumen<br />

und Schmetterlinge gemalt werden können. Elements<br />

9 verfügt auch über den Impressionistenpinsel, der die<br />

Kanten der Objekte im Bild so verlaufen lässt, dass<br />

das Bild einem impressionistischen Gemälde ähnelt.<br />

Es dauert eine Weile, bis man es beherrscht, aber<br />

dann kann es interessante Ergebnisse hervorbringen.<br />

Probieren <strong>Sie</strong> es auf einer duplizierten Ebene aus, und<br />

verringern <strong>Sie</strong> dann die Deckkraft der Ebene, um zu<br />

sehen, was geschieht.<br />

INTELLIGENTES PINSEL-WERKZEUG<br />

Mit diesem Pinsel können <strong>Sie</strong> in Elements 9 Optionen<br />

auswählen wie <strong>mit</strong> dem Schnellauswahlwerkzeug,<br />

aber auch Bilder bearbeiten. Er befindet sich unter<br />

dem Malpinsel-Werkzeug. <strong>Sie</strong> können da<strong>mit</strong> gezielte<br />

Änderungen vornehmen, indem <strong>Sie</strong> einen Bereich<br />

übermalen, um die Farbe zu ändern, die Belichtung<br />

anzupassen, Spezialeffekte anzuwenden oder das Bild<br />

in Schwarz-Weiß umwandeln. Dies sind nur einige der<br />

vielen „intelligenten“ Maloptionen.<br />

MIXERPINSEL IN CS5<br />

Dieses geniale Werkzeug funktioniert wie ein wirklicher<br />

Malpinsel. Der Pinsel hat eine Vielzahl von Borstenspitzen<br />

und kann die Menge der aufgenommenen Farbe und<br />

seine Nässe steuern – genauso wie <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Pinsel und<br />

Farbe auf einer echten Leinwand arbeiten würden. Aber<br />

der absolute Clou ist der Mixerpinsel***, <strong>mit</strong> dem <strong>Sie</strong> die<br />

Farben im Foto buchstäblich mischen können, indem <strong>Sie</strong><br />

den Mischwert und die Nässe festlegen. Es bedarf einer<br />

gewissen Übung; lassen <strong>Sie</strong> sich also nicht entmutigen,<br />

wenn Ihr Bild zunächst wie das Fingergemälde eines<br />

Fünfjährigen aussieht und noch nicht viel Ähnlichkeit <strong>mit</strong><br />

einem Meisterwerk à la Rembrandt hat.<br />

Handwerkszeug<br />

ARBEITEN MIT EINEM<br />

GRAFIKTABLETT<br />

Ein Wacom-Tablett ist bei der Arbeit <strong>mit</strong> dem<br />

Pinsel-Werkzeug wirklich praktisch, weil die<br />

Pinselbewegungen viel natürlicher sind. <strong>Sie</strong> können<br />

auch die Deckkraft und die Größe des Pinsels auf<br />

der Grundlage Ihrer Druckpunkte einstellen. Wenn<br />

der Stift Ihres Tabletts eine Federdrehung hat,<br />

können <strong>Sie</strong> auch den Winkel des Pinsels intuitiv<br />

ändern und müssen ihn nicht in der Pinselpalette<br />

angeben.<br />

Das Pinsel-Werkzeug und die Ebenenmasken<br />

Finden <strong>Sie</strong> heraus, wie <strong>Sie</strong> durch das Bemalen von Ebenenmasken Bildinformationen aus- bzw. einblenden können.<br />

Durch das Hinzufügen einer Ebenenmaske zu einer<br />

Ebene (Ebene>Ebenenmaske>Alle einblenden/Alle<br />

ausblenden), egal ob es sich um eine Bildebene oder<br />

eine Einstellungsebene handelt, können <strong>Sie</strong> das<br />

Pinsel-Werkzeug verwenden, um Bereiche eines Bildes<br />

so auszublenden, dass sie von einer Einstellung nicht<br />

betroffen sind. Stellen <strong>Sie</strong> die Farbe des Pinsels<br />

beispielsweise auf Schwarz ein, und wählen <strong>Sie</strong> die<br />

Ebenenmaske aus. Übermalen <strong>Sie</strong> dann die<br />

eingestellten Bereiche, die <strong>Sie</strong> ausblenden möchten.<br />

Weiße Farbe hat den umgekehrten Effekt, und Grau hat<br />

teilweise beide Effekte, wobei je nachdem, wie dunkel<br />

oder hell die Farbe ist, der eine oder der andere Effekt<br />

überwiegt. Dieses Vorgehen zerstört keine Bilder; wenn<br />

<strong>Sie</strong> die Ebenenmaske löschen, machen <strong>Sie</strong> alle<br />

Änderungen wieder rückgängig.<br />

Details einblenden<br />

Details ausblenden<br />

HEISSER TIPP<br />

<strong>Sie</strong> können viele Pinsel<br />

von Adobe.com oder<br />

über das Internet<br />

kostenlos herunterladen<br />

und dann zum<br />

Kontrollfeld Pinsel<br />

hinzufügen, indem <strong>Sie</strong><br />

oben rechts auf den<br />

kleinen Pfeil klicken, um<br />

ein Dropdown-Menü<br />

aufzurufen. Klicken <strong>Sie</strong><br />

dann auf Pinsel laden,<br />

um die Pinsel in Ihrer<br />

Palette zu speichern. Im<br />

gleichen Menü finden<br />

<strong>Sie</strong> auch viele<br />

verschiedene bereits<br />

geladene Pinselarten,<br />

die <strong>Sie</strong> zu Ihrer Palette<br />

hinzufügen können.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 115


Photoshop für Fotografen<br />

Farbton/Sättigung<br />

Vermeiden <strong>Sie</strong> glanzlose oder übermäßig schrille Farben. Hier lernen <strong>Sie</strong>, wie <strong>Sie</strong> die Lebendigkeit<br />

verbessern, Farbtöne ändern und die Sättigung bestimmter Kanäle steuern können.<br />

Photoshop verfügt über viele Möglichketen, Farben zu verändern, doch eine der effektivsten und oft übersehenen Methoden ist der<br />

Menübefehl Farbton/Sättigung. Diese Funktion wird selten zur Gänze ausgereizt, doch sie ermöglicht es Ihnen, Farbstiche zu<br />

korrigieren, Farben kräftiger und lebendiger erscheinen zu lassen und den gesamten Tonwertumfang eines Bildes zu verbessern. <strong>Sie</strong><br />

können Anpassungen für das gesamte Bild oder gezielt für ein ausgewähltes Farbspektrum vornehmen. Wandeln <strong>Sie</strong> ein Bild in<br />

Schwarzweiß um, indem <strong>Sie</strong> den Sättigungsregler ganz nach links ziehen, oder tonen <strong>Sie</strong> das Bild <strong>mit</strong> Hilfe der Option Färben.<br />

Wie die meisten Einstellungen, so kann auch Farbton/Sättigung über das Menü Bild>Anpassen erreicht werden, wir empfehlen<br />

jedoch, stets eine Einstellebene zu verwenden (Ebene>Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung), da dies mehr Flexibilität<br />

ermöglicht. Die Steuerelemente sind in beiden Menüs dieselben, aber im ersten Fall werden Farbänderungen direkt auf die Pixel des<br />

Bildes angewendet. Nicht nur kann dadurch ein Bild ruiniert werden, <strong>Sie</strong> müssen außerdem, wenn <strong>Sie</strong> einen Fehler gemacht haben,<br />

unter Umständen ganz von vorne anfangen, sollte die Anzahl der Schritte, die <strong>Sie</strong> in der Historie zurückgehen können, nicht<br />

ausreichen. Auf diese Weise gehen Ihnen auch alle anderen Einstellungen verloren, die <strong>Sie</strong> an dem Bild vorgenommen haben. Das<br />

Schöne an einer Einstellebene ist, dass <strong>Sie</strong> dieselben Änderungen vornehmen können, ohne dass das Originalbild davon direkt<br />

betroffen wird. Stattdessen können <strong>Sie</strong> im Falle eines Fehlers einfach die Einstellebene löschen – und das Beste ist, sie ist voll<br />

editierbar, das heißt, <strong>Sie</strong> können an jeder Stelle des Bearbeitungsprozesses weitere Änderungen vornehmen oder rückgängig machen.<br />

In Adobe Camera Raw können <strong>Sie</strong> unter dem Menüpunkt Graustufen den Farbton und die Sättigung einstellen sowie unabhängig<br />

voneinander die Leuchtdichte von acht verschiedenen Farbbereichen, jedoch müssen <strong>Sie</strong> zuvor das Bild durch Halten der Strg-Taste<br />

und Drücken der Enter-Taste in ein Smart Object umwandeln, was ein verlustfreies Skalieren und Transformieren der<br />

Bildinformationen ermöglicht.<br />

NAVIGIEREN IM MENÜ<br />

1) Vorgabe: Mit einem Klick können <strong>Sie</strong> die Gesamtsättigung<br />

bestimmter Farben verstärken und ihr Bild in Sepia oder Cyan tonen.<br />

2) Master: Greifen <strong>Sie</strong> auf bestimmte Farbtöne zu, um gezielte<br />

Anpassungen vorzunehmen.<br />

3) Farbton: Ziehen <strong>Sie</strong> diesen Schieberegler nach links oder rechts, um<br />

den Farbton Ihres Bildes zu verändern. Der regenbogenfarbene Balken zeigt<br />

an, welcher Farbbereich zur Anwendung kommt. Schwarz, Weiß und Grau<br />

bleiben unverändert.<br />

4) Sättigung: Verwenden <strong>Sie</strong> diesen Schieberegler, um die Intensität<br />

der Farben zu steuern. Ziehen <strong>Sie</strong> ihn nach links, um die Intensität der<br />

Farben zu vermindern oder nach rechts, um sie bis ins Unnatürliche zu<br />

steigern.<br />

5) Helligkeit: Steuern <strong>Sie</strong> die Helligkeit Ihres Bildes. Ziehen <strong>Sie</strong> den<br />

Schieberegler nach links, um es dunkler oder nach rechts, um es heller zu<br />

machen.<br />

6) Färben: Wird dieses Kästchen angehakt, können <strong>Sie</strong> den<br />

Farbtonregler dazu verwenden, einen Farbton auf das gesamte Bild<br />

anzuwenden. Dies funktioniert besonders gut, wenn <strong>Sie</strong> zuvor den<br />

Sättigungsregler ganz nach links schieben.<br />

7) <strong>Vorschau</strong>: Hier sehen <strong>Sie</strong>, wie die von Ihnen vorgenommenen<br />

Einstellungen das Bild beeinflussen.<br />

8) Pipetten: Mit Hilfe dieser Werkzeuge können <strong>Sie</strong> eine bestimmte Farbe<br />

aus dem Bild aufnehmen und dann zum Farbbereich hinzufügen oder davon<br />

abziehen.<br />

9) Farbbereich: Dieser Balken zeigt an, welche Farben sich innerhalb<br />

des von Ihnen ausgewählten Bereiches befinden. Durch Verschieben der<br />

Dreiecke können <strong>Sie</strong> den Bereich vergrößern oder verkleinern.<br />

1<br />

9<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

8<br />

7<br />

6<br />

ACHTUNG: BLEIBEN SIE<br />

REALISTISCH!<br />

Versuchen <strong>Sie</strong> beim Einstellen des Farbtons bei den<br />

Farben zu bleiben, die an Ihre Ursprungsfarbe<br />

angrenzen. Zu dramatische Änderungen sehen<br />

unnatürlich aus und können zur Bildung von<br />

unansehnlichen Lichthöfen und Artefakten führen. Das<br />

gleiche gilt für die Sättigung: Achten <strong>Sie</strong> darauf, dass die<br />

Farben nicht zu kräftig werden, denn sonst wirken sie<br />

„überentwickelt“ und durch das Verschmelzen von<br />

Farbtönen gehen Details verloren.<br />

VERSUCHEN SIE AUSSERDEM...<br />

AUTO-FARBKORREKTUR<br />

Der Befehl Auto-Farbe im Bild-Menü ist die<br />

fortgeschrittenste der Auto-Funktionen und der einfachste<br />

Weg, einen Farbstich zu beheben. Normalerweise sollten<br />

die Auto-Befehle vermieden werden, da sie dem<br />

Anwender keinerlei Kontrolle über die vorgenommenen<br />

Änderungen geben, doch wenn Ihr Bild lediglich<br />

geringfügiger Korrekturen bedarf, können <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong><br />

Wunder wirken. Die Funktion errechnet aus den dunklen<br />

und hellen Pixeln einen Durchschnittswert, um zu<br />

bestimmen, welche Stellen im Bild weiß bzw. schwarz<br />

dargestellt werden sollen, und passt dann die Farben<br />

entsprechend an. Wenn <strong>Sie</strong> diesen Befehl ausprobieren,<br />

sollten <strong>Sie</strong> auf jeden Fall zuvor die Bildebene duplizieren<br />

(Ebene>Ebene duplizieren...), da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> keine<br />

Änderungen am Originalbild bewirken. <strong>So</strong> können <strong>Sie</strong>,<br />

wenn das Ergebnis nicht <strong>Ihren</strong> Vorstellungen entspricht,<br />

einfach die duplizierte Ebene löschen, und es ist kein<br />

Schaden angerichtet.<br />

VERSUCHEN SIE AUSSERDEM...<br />

ANPASSUNG DER DYNAMIK<br />

Der Dynamik-Befehl (Ebene>Neue<br />

Einstellungsebene>Dynamik) arbeitet relativer als der<br />

Befehl Sättigung. Wenn <strong>Sie</strong> die Sättigung eines Bildes<br />

verstärken, werden <strong>Sie</strong> unter Umständen feststellen,<br />

dass alle Schattierungen einer Farbe anfangen gleich<br />

auszusehen. Dynamik versucht, das Verhältnis<br />

zwischen den Schattierungen beizubehalten und<br />

dadurch mehr Details zu bewahren. Allerdings können<br />

<strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Dynamik keine gezielten Einstellungen<br />

vornehmen; der Befehl wirkt immer auf das gesamte<br />

Bild. Dabei arbeitet er jedoch auf etwas andere Weise,<br />

indem er nur die Pixel <strong>mit</strong> der geringsten Sättigung<br />

beeinflusst und Hauttöne schützt, wodurch vermieden<br />

wird, dass die Personen im Bild einen Orangen-Teint<br />

bekommen, wie es bei Verwendung des<br />

Sättigungs-Befehls der Fall wäre.<br />

116 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Erklärung der Einstellungen<br />

Einsatzmöglichkeiten für Farbton/Sättigung...<br />

Die folgenden beiden grundlegenden Techniken zur Farbeinstellung helfen Ihnen, die<br />

Wirkung Ihrer Bilder auf spezifische Weise zu verbessern<br />

WIE ENTFERNE ICH<br />

1 EINEN FARBSTICH?<br />

VERWENDUNG DES FARBTONS ZUR<br />

KORREKTUR DES WEISSABGLEICHS IN<br />

EINEM BILD<br />

Ein Farbstich kann unter anderem dadurch<br />

entstehen, dass bei der Aufnahme der<br />

Weißabgleich falsch eingestellt wird, z. B.<br />

indem man <strong>mit</strong> der Einstellung Tageslicht in<br />

einem von Leuchtstofflicht erhellten Raum<br />

fotografiert, oder wenn das Motiv sich in der<br />

Nähe einer farbigen Reflektionsfläche<br />

befindet. Photoshop hält mehrere Methoden<br />

zur Behebung eines Farbstichs bereit, doch<br />

die hier vorgestellte ist eine der<br />

einfachsten. Öffnen <strong>Sie</strong> das Bild und<br />

erstellen <strong>Sie</strong> eine Einstellebene für<br />

Farbton/Sättigung. Wählen <strong>Sie</strong> dann aus<br />

dem Drop-Down-Menü am oberen Rand<br />

des Dialogfensters die Farbe, die <strong>Sie</strong><br />

wegbekommen möchten. Betätigen <strong>Sie</strong><br />

sachte den Farbton-Schieberegler, um<br />

den Stich zu neutralisieren und bewegen<br />

<strong>Sie</strong> den Sättigungs-Schieberegler nach<br />

links, um den Stich zu entsättigen.<br />

2 SELEKTIVE<br />

FARBANPASSUNGEN<br />

NEHMEN SIE SICH EINE BESTIMMTE FARBE<br />

VOR<br />

Wählen <strong>Sie</strong> aus dem Drop-Down-Menü am<br />

oberen Rand des Dialogfensters die Farbe, die<br />

<strong>Sie</strong> bearbeiten möchten. Alle Teile des Bildes,<br />

die diese Farbe beinhalten, werden in die<br />

Auswahl aufgenommen. Falls nicht alle oder<br />

zu viele Farbschattierungen ausgewählt<br />

wurden, können <strong>Sie</strong> die Pipetten am oberen<br />

Rand des Dialogfensters dazu verwenden, den<br />

Farbbereich zu vergrößern oder zu verringern,<br />

indem <strong>Sie</strong> in die betreffenden Bereiche des<br />

Bildes klicken, die <strong>Sie</strong> zur Auswahl<br />

dazunehmen oder davon<br />

ausschließen möchten. Zuletzt<br />

nehmen <strong>Sie</strong> die gewünschten<br />

Änderungen <strong>mit</strong> Hilfe eines der<br />

Schieberegler für Farbton und<br />

Sättigung vor, doch gehen <strong>Sie</strong><br />

behutsam vor, um die Farben nicht so<br />

weit zu verändern, dass sie<br />

unnatürlich werden.<br />

Original<br />

Original<br />

Ein paar Geheimtipps<br />

ZIELMODUS<br />

Wenn <strong>Sie</strong> Anpassungen lieber innerhalb des Bildes<br />

vornehmen, statt die Schieberegler zu benutzen,<br />

schalten <strong>Sie</strong> auf den Zielmodus um. Klicken <strong>Sie</strong> auf<br />

das Hand-Werkzeug am oberen Rand der Dialogbox<br />

und dann auf den Farbbereich innerhalb des<br />

Bildes, den <strong>Sie</strong> verändern möchten. Ziehen <strong>Sie</strong> die<br />

Hand nach links oder rechts, um die Sättigung zu<br />

verringern oder zu verstärken. <strong>Sie</strong> können auch die<br />

Schieberegler für Farbton und Helligkeit benutzen,<br />

um das Bild weiter zu verändern.<br />

Ein paar Geheimtipps<br />

WEICHE KANTE<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> den Farbbereichs-Schieberegler am<br />

unteren Rand der Dialogbox, um manuell einen sehr<br />

eng begrenzten Farbbereich auszuwählen. Die dunkle<br />

Zone stellt den ausgewählten Farbbereich dar, während<br />

der graue Bereich die Übergangszone zwischen der<br />

bearbeiteten und der umgebenden Fläche des Bildes<br />

markiert und da<strong>mit</strong> anzeigt, wie der bearbeitete<br />

Bereich in den unbearbeiteten überblendet. Durch<br />

Ziehen der grauen Dreiecke nach innen kann die<br />

Übergangszone der Farbanpassung festgelegt werden.<br />

Arbeiten <strong>mit</strong> einer Einstellebene für Farbton/Sättigung<br />

Mehr Einfluss auf das Zusammenspiel von Einstellebene und Bild durch Verwendung von Füllmethoden<br />

Einer der Zusatznutzen des Arbeitens <strong>mit</strong> einer<br />

Einstellebene wie Farbton/Sättigung ist, dass <strong>Sie</strong> steuern<br />

können, auf welche Weise die vorgenommene Einstellung<br />

<strong>mit</strong> der darunter liegenden Bildebene zusammenwirkt.<br />

Fügen <strong>Sie</strong> zunächst durch Mausklick auf das<br />

Schwarzweiß-Symbol am Fuß der Ebenenpalette eine<br />

Einstellebene hinzu. Ändern <strong>Sie</strong> danach im<br />

Drop-Down-Menü am oberen Rand der Ebenenpalette die<br />

Füllmethode von Normal (Standardeinstellung) zu einer<br />

von 24 verschiedenen Optionen für unterschiedliche<br />

Effekte – probieren <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> herum, um verschiedene<br />

Möglichkeiten zu sehen. Farbton passt am besten für die<br />

Farbton/Sättigung-Einstellebene. Dieser Modus behält die<br />

Leuchtdichte des Bildes bei, verändert jedoch den Farbton<br />

und die Sättigung der Einstellebene. Oft wird bei<br />

Farbanpassungen auch die Helligkeit eines Bildes<br />

beeinflusst, doch die Verwendung dieser Füllmethode<br />

vermeidet diesen Effekt.<br />

HEISSER TIPP<br />

Schnittmaske<br />

Wollen <strong>Sie</strong>, dass die<br />

Einstellebene nur eine<br />

einzige Ebene<br />

beeinflusst, dann<br />

verwenden <strong>Sie</strong> den<br />

Menübefehl<br />

Ebene>Schnittmaske<br />

erstellen. <strong>So</strong> wirken sich<br />

die in der Farbton/<br />

Sättigung-Ebene<br />

vorgenommenen<br />

Veränderungen lediglich<br />

auf die darunterliegende<br />

Ebene aus.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 117


Photoshop für Fotografen<br />

Erklärung der Werkzeuge<br />

PC & MAC SCHNELLAUSWAHL<br />

FÜR PHOTOSHOP CS & ELEMENTS<br />

1<br />

2<br />

3 4 5<br />

Manchmal führen die globalen Methoden der Tonwertanpassung wie Ebenen oder<br />

Gradationskurven nicht zum Ziel und <strong>Sie</strong> müssen einzelne Bereiche selektiv<br />

nachdunkeln oder aufhellen. Hier erfahren <strong>Sie</strong>, wie die Werkzeuge Abwedler und<br />

Nachbelichter Ihnen Möglichkeiten eröffnen, das Beste aus Ihrem Bild zu machen.<br />

Die meisten Belichtungsanpassungen betreffen das Bild als Ganzes, doch die Werkzeuge Abwedler und Nachbelichter<br />

haben die Fähigkeit, den Tonwertumfang eines Bildes auch lokal begrenzt zu erweitern. <strong>Sie</strong> ermöglichen Ihnen eine<br />

wesentlich gezieltere Beeinflussung der Bereiche, die aufgehellt oder nachgedunkelt werden sollen. Die beiden Werkzeuge<br />

sind bei Schwarzweißbildern besonders effektiv, doch seit CS4 wurden auch bedeutende Verbesserungen bei der<br />

Bearbeitung von Farben eingeführt. Früher verursachten diese Werkzeuge eine Farbverschiebung, aber <strong>mit</strong> dem neuen<br />

Befehl „Tonwerte erhalten“ wird dies auf ein Minimum reduziert.<br />

Um <strong>mit</strong> diesen Werkzeugen optimale, übergangslose Ergebnisse zu erzielen, sollte man sie durch mehrmaliges<br />

Darüberstreichen in kleinen Bereichen des Bildes unter Verwendung eines weichen Pinsels und bei geringer Belichtung<br />

(unter 10%) anwenden. Andernfalls wirkt die Belichtungsanpassung im Vergleich zu den umliegenden Pixeln harsch, und es<br />

entsteht eine deutliche Grenzlinie. Für umfangreichere Tonwertanpassungen in größeren Flächen empfehlen wir die<br />

Verwendung einer maskierten Einstellebene – eine Methode, die weiter unten beschrieben wird. Der Effekt ist grundsätzlich<br />

der gleiche wie bei Abwedler und Nachbelichter, jedoch verlustfrei. Jegliches Abwedeln und Nachbelichten, das <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Hilfe<br />

dieser Werkzeuge vornehmen, verändert die Original-Pixel dauerhaft. Deshalb sollten <strong>Sie</strong>, bevor <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> der Arbeit beginnen,<br />

auf jeden Fall ein Duplikat des Bildes erstellen (Menübefehl Ebene>Ebene duplizieren).<br />

Abwedler und Nachbelichter für Landschaften<br />

Meistern <strong>Sie</strong> die Beeinflussung von Schatten und Lichtern in <strong>Ihren</strong> Landschaftsaufnahmen<br />

Obwohl Abwedeln und Nachbelichten klassische Dunkelkammertechniken sind, die über Jahrzehnte hinweg von<br />

Fotografen benutzt wurden, konnte man sie nie so präzise und kontrollierbar einsetzen wie heutzutage in Photoshop.<br />

Vor Anbruch des digitalen Zeitalters musste man buchstäblich im Dunkeln arbeiten und auf einem Blatt Fotopapier<br />

bestimmte Partien abdecken, um das auffallende Licht unterschiedlich lange wirken zu lassen. Man wusste nie, wie<br />

es aussehen würde, bevor man den Abzug nicht entwickelt hatte. Mit Photoshop ist das Prinzip dasselbe, <strong>Sie</strong> können<br />

jedoch sehr viel genauer bestimmen, welche Bereiche des Bildes <strong>Sie</strong> abdunkeln oder aufhellen möchten, und <strong>Sie</strong><br />

haben darüber hinaus die Möglichkeit, eventuelle Fehler rückgängig zu machen.<br />

1 Pinsel: Wählen <strong>Sie</strong> die Größe und den Weichheitsgrad des<br />

Pinsels aus. Tipp: Es ist immer am besten, <strong>mit</strong> einem sehr<br />

weichen Pinsel zu arbeiten. Setzen <strong>Sie</strong> deshalb den Härtegrad auf<br />

0 bis 10 %.<br />

2 Bereich: Wählen <strong>Sie</strong> den Tonwertbereich aus, den <strong>Sie</strong><br />

bearbeiten möchten. Tipp: Im Allgemeinen ist es am besten, diese<br />

Einstellung zum Abwedeln und Nachbelichten auf einem<br />

Mittelwert eingestellt zu lassen.<br />

3 Belichtung: Legt die Stärke des Effekts fest. Tipp: Am besten<br />

beginnen <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einer sehr geringen Belichtung von 15 % und<br />

bauen darauf auf.<br />

4 Airbrush: Die Wirkung dieses Effekts hängt nicht von der<br />

Anzahl der Striche ab, die <strong>Sie</strong> ausführen, sondern davon, wie lange<br />

<strong>Sie</strong> die Maustaste oder den Stift gedrückt halten. Tipp: Verwenden<br />

<strong>Sie</strong> diesen Effekt nicht zum Abwedeln oder Nachbelichten.<br />

5 Tonwerte erhalten: Schützt Details von Farbe, Schatten und<br />

Lichtern. Tipp: Lassen <strong>Sie</strong> diese Option immer aktiviert.<br />

6 Pinselpalette: Ein Shortcut zum umfangreichen<br />

Pinsel-Einstellfeld. Tipp: Lassen <strong>Sie</strong> sich hiervon nicht verwirren;<br />

alle für den Einstieg benötigten Einstellungen finden <strong>Sie</strong> unter<br />

Pinsel.<br />

Ein paar Geheimtipps<br />

VERLUSTFREIES ARBEITEN<br />

Wie bereits erwähnt, verändern <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Abwedler und<br />

Nachbelichter direkt die Original-Pixel des Bildes. Erstellen <strong>Sie</strong><br />

deshalb, um die Anpassungen verlustfrei zu machen, eine neue<br />

Ebene (Ebene>Neu) und füllen <strong>Sie</strong> diese <strong>mit</strong> 50 % Grau<br />

(Berbeiten>Ebene füllen>Füllen <strong>mit</strong>>50 % Grau). Setzen <strong>Sie</strong><br />

dann die Füllmethode der Ebene auf Ineinanderkopieren, sodass<br />

die grauen Pixel nicht mehr sichtbar sind. Nun können <strong>Sie</strong>,<br />

wenn <strong>Sie</strong> die graue Ebene ausgewählt haben, nach eigenem<br />

Ermessen abwedeln und nachbelichten. <strong>Sie</strong> werden feststellen,<br />

dass die Effekte im Originalbild sichtbar werden, ohne jedoch<br />

die Original-Pixel zu beeinträchtigen. <strong>So</strong>llten <strong>Sie</strong> einen Fehler<br />

machen und von vorn beginnen wollen, löschen <strong>Sie</strong> einfach die<br />

graue Ebene und es ist kein Schaden angerichtet.<br />

Schritt 1) Wir haben als Beispiel ein Foto gewählt, in<br />

dem der Himmel sehr viel heller ist als der Vordergrund.<br />

Beide Bereiche müssen überarbeitet werden, um mehr<br />

Details sichtbar zu machen. Öffnen <strong>Sie</strong> das Bild und<br />

erstellen <strong>Sie</strong> eine editierbare Ebene <strong>mit</strong> 50 % Grau<br />

(siehe Geheimtipps).<br />

Schritt 2) Die besten Ergebnisse erzielt man<br />

üblicherweise, wenn man sich auf die Mitteltöne<br />

konzentriert; setzen <strong>Sie</strong> also sowohl für den Abwedler als<br />

auch für den Nachbelichter den Bereich auf Mitteltöne und<br />

verwenden <strong>Sie</strong> einen <strong>mit</strong>telgroßen Pinsel <strong>mit</strong> 0 % Härte<br />

und eine geringe Belichtung zwischen 5 % und 20 %.<br />

Schritt 3) Konzentrieren <strong>Sie</strong> sich zunächst darauf,<br />

<strong>mit</strong> dem Nachbelichter Details in den Wolken sichtbar<br />

zu machen. Wenn das Weiß ins Graue umschlägt,<br />

senken <strong>Sie</strong> die Belichtung. <strong>So</strong>bald die Wolken wieder<br />

Zeichnung haben, wechseln <strong>Sie</strong> den Bereich auf<br />

Schatten, um bei Bedarf einzelne Stellen abzudunkeln.<br />

Schritt 4) Wechseln <strong>Sie</strong> als nächstes zum Abwedler<br />

und streichen über grau erscheinende Bereiche im<br />

Vordergrund, um die Glanzlichter zu verstärken. Danach<br />

können <strong>Sie</strong> auf die gleiche Weise Bereiche aufhellen, die<br />

jegliche Zeichnung verloren haben, weil sie zu dunkel sind.<br />

Wenn <strong>Sie</strong> es richtig machen, wird auf diese Weise der<br />

Kontrast angehoben.<br />

<strong>So</strong>ftware-Highlights<br />

CS5: TABLETTDRUCK<br />

Durch Auswahl dieser Option wird<br />

jegliche Drucksensitivität, die <strong>Sie</strong><br />

im Pinseleinstellfeld festgelegt<br />

haben, übersteuert, und <strong>Sie</strong><br />

können die Größe des Abwedlers<br />

und Nachbelichters durch den<br />

Druck ihres Zeichenstifts auf<br />

dem Grafiktablett bestimmen.<br />

Die Funktion findet sich in<br />

der Optionen-Toolbar neben der<br />

Einstellung „Tonwerte erhalten“.<br />

118 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Abwedler und Nachbelichter<br />

Abwedler und Nachbelichter zum Retuschieren von Porträts<br />

Diese Werkzeuge können zum Verbessern jedes beliebigen Bildes verwendet werden. Im Folgenden werden drei Techniken erklärt,<br />

<strong>mit</strong> denen <strong>Sie</strong> Ihre Porträts aufwerten können.<br />

1 HAUTRETUSCHE<br />

ZUR REDUZIERUNG VON FALTEN<br />

Profifotografen können es sich nicht erlauben, beim<br />

Retuschieren von Hautpartien nachlässig zu sein,<br />

insbesondere dann nicht, wenn die Bilder auf Plakatgröße<br />

vergrößert werden. Jedes Haar, jede verstopfte Pore und jede<br />

Runzel werden bei diesem Vergrößerungsmaßstab sichtbar,<br />

deshalb ist hier kein Platz für Fehler. Statt Pixel zu ersetzen,<br />

wie andere Retuschierwerkzeuge es tun, erhält der Abwedler<br />

die ursprüngliche Textur der Haut, d. h. Schönheitsfehler<br />

werden nicht beseitigt sondern reduziert, wodurch der<br />

Charakter des Gesichts erhalten bleibt. Stellen <strong>Sie</strong> den<br />

Abwedler auf geringe Belichtung ein und streichen über die<br />

zu bearbeitenden Flächen. <strong>So</strong>llte eine Farbverschiebung<br />

entstehen, benutzen <strong>Sie</strong> das Pinselwerkzeug und wählen<br />

eine Farbe in der Nähe der Stelle, die <strong>Sie</strong> retuschiert haben,<br />

indem <strong>Sie</strong> die Alt-Taste (Mac) oder Strg-Taste (PC) drücken.<br />

Stellen <strong>Sie</strong> dann den Pinsel auf Farbmodus ein und streichen<br />

<strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> über den Bereich, um den korrekten Farbton<br />

wiederherzustellen.<br />

EIN DOPPELKINN VERSTECKEN<br />

2 ZUR MINIMIERUNG VON SCHATTEN<br />

Reduzieren statt Eliminieren ist bei der Arbeit <strong>mit</strong> Photoshop immer<br />

der bessere Weg, um ein natürliches Aussehen beizubehalten.<br />

Abwedler und Nachbelichter sind hierfür hervorragend geeignet<br />

und können besonders nützlich sein, wenn es zum Beispiel darum<br />

geht, ein Doppelkinn zu kaschieren, indem man es so aussehen<br />

lässt, als liege es im Schatten. Dies funktioniert allerdings nur bei<br />

einer frontalen Aufnahme.<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> den Nachbelichter <strong>mit</strong> einer geringen<br />

Belichtung von etwa 10 %, Härtegrad 0 % und Bereich auf<br />

Mitteltöne eingestellt. Streichen <strong>Sie</strong> da<strong>mit</strong> über die zu<br />

bearbeitenden Flächen, um sie nach und nach abzudunkeln.<br />

Achten <strong>Sie</strong> auf Farbverschiebungen.<br />

Wechseln <strong>Sie</strong> dann zum Abwedler, um mögliche Falten um das<br />

zweite Kinn herum zu reduzieren und die Kieferlinie zu verfeinern.<br />

Dazu kann es nötig sein, die Belichtung zu erhöhen und einen<br />

kleineren Pinsel zu benutzen.<br />

ZÄHNE WEISSER MACHEN<br />

3 FÜR SOFORTIGE AUFHELLUNG<br />

Ein strahlendes Lächeln kann ein Portrait erheblich aufwerten,<br />

doch es ist ein Unterschied, ob man kaffeegelbe Zähne natürlich<br />

weiß aussehen oder im Dunkeln leuchten lässt, also seien <strong>Sie</strong><br />

vorsichtig.<br />

Um die Zähne einer Person weißer zu machen, stellen <strong>Sie</strong><br />

den Abwedler auf etwa 20 % Belichtung und Mitteltöne ein und<br />

wenden ihn dann auf jeden einzelnen Zahn an, um ihn<br />

aufzuhellen, ohne es zu übertreiben. Zur Bearbeitung der<br />

Backenzähne, die natürlich nicht so hell erscheinen sollen wie<br />

die vorderen Zähne, schalten <strong>Sie</strong> auf Schatten um und<br />

streichen dann vorsichtig darüber, um sie leicht aufzuhellen.<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> einen Pinsel, der ein wenig kleiner ist als der<br />

Bereich, den <strong>Sie</strong> bearbeiten möchten und bewegen ihn von der<br />

Mitte des zu bearbeitenden Bereichs nach außen, sodass die<br />

Wirkung natürlich in die umliegenden Bildbereiche übergeht.<br />

Original<br />

Original<br />

Original<br />

UNTERWERKZEUG: DAS<br />

SCHWAMMWERKZEUG<br />

VERWENDUNG: SELEKTIVE SÄTTIGUNG<br />

Das Schwamm-Werkzeug, das sich in der Toolbar<br />

unterhalb des Abwedlers und Nachbelichters befindet,<br />

kann verwendet werden, um die Farbsättigung lokal<br />

anzuheben oder abzusenken. Wie auch beim Pinsel<br />

können <strong>Sie</strong> die Größe und den Weichheitsgrad des<br />

Schwammes anpassen; normalerweise bedeutet ein<br />

weicherer Schwamm gleichmäßigere Resultate. <strong>Sie</strong><br />

können die Wirkung des Effekts beeinflussen, indem <strong>Sie</strong><br />

den Fluss verändern und den Modus von „Sättigung<br />

verringern“ auf „Sättigung erhöhen“ umschalten.<br />

Ein paar Geheimtipps<br />

NEUES FENSTER<br />

Wählen <strong>Sie</strong> den Menübefehl<br />

Fenster>Anordnen> Neues<br />

Fenster für [Dateiname], um ein<br />

Schattenbild zu erzeugen. <strong>Sie</strong><br />

können dann für die Anpassungen<br />

im Arbeitsbild den Zoomfaktor<br />

vergrößern und gleichzeitig im<br />

Schattenbild die Gesamtwirkung<br />

Ihrer Bearbeitung verfolgen, ohne<br />

ständig den Zoomfaktor verändern<br />

zu müssen, was die Bearbeitung<br />

erheblich erleichtert.<br />

HEISSER TIPP<br />

Die<br />

Standard-<br />

Belichtungseinstellung für<br />

den Abwedler und<br />

Nachbelichter ist 50 %,<br />

was meistens viel zu hoch<br />

ist. Reduzieren <strong>Sie</strong> diesen<br />

Wert auf maximal 20 %<br />

für den Großteil Ihrer<br />

Arbeit und erhöhen darauf<br />

aufbauend die Belichtung<br />

schrittweise.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 119


Ihre <strong>Fotos</strong> bewertet > Ihre Fragen beantwortet<br />

Nr.1<br />

FÜR RAT &<br />

TECHNIKEN ZUR<br />

DIGITALEN SLR<br />

FOTOGRAFIE<br />

EXPERTEN-<br />

RATGEBER<br />

Hätten <strong>Sie</strong> gerne eine Einschätzung Ihrer Bilder von Foto-Experten?<br />

Haben <strong>Sie</strong> Fragen zu digitaler SLR-<strong>So</strong>ftware oder sonstiger fotografischer<br />

Ausrüstung?<br />

Dann setzen <strong>Sie</strong> sich <strong>mit</strong> unseren Beratern in Verbindung!<br />

TREFFEN SIE<br />

UNSER<br />

EXPERTENTEAM<br />

REDAKTEUR<br />

DANIEL LEZANO<br />

Dan ist seit Jahren<br />

regelmäßig<br />

Preisrichter bei<br />

Fotowettbewerben.<br />

NATUR &<br />

LANDSCHAFTEN<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Ross ist ein professioneller<br />

Fotograf und Schreiber, der<br />

sich auf die Tierwelt und<br />

Landschaften spezialisiert.<br />

LANDSCHAFTEN<br />

LEE FROST<br />

Lee ist seit Jahren<br />

professioneller<br />

Fotograf und<br />

Schreiber.<br />

PHOTOSHOP<br />

MATT HENRY<br />

Matt ist ein erfahrener<br />

Fotograf und<br />

angesehener<br />

Photoshop-Experte.<br />

Inhalt<br />

EXPERTENREZENSION:<br />

IHRE BILDER<br />

Experten bieten konstruktive Einschätzung Ihrer Bilder.<br />

F&A:<br />

FRAGEN DER LESER<br />

Eine Auswahl Ihrer Fragen, beantwortet von führenden Fotoexperten. Wenn <strong>Sie</strong> zu<br />

irgendwelchen Techniken Rat brauchen oder eine Antwort auf eine technische Frage<br />

suchen, senden <strong>Sie</strong> bitte eine E-Mail an advice_centre@dennis.co.uk.<br />

Bitte beachten <strong>Sie</strong>, dass wir Anfragen nicht persönlich beantworten können.


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Legen <strong>Sie</strong> los!<br />

Von Paul Bronicki<br />

Kamera: Nikon D3S<br />

Objektiv: Nikon 300mm f/2.8 VRII<br />

Belichtung: 1/8000 Sekunden bei f/3.2 (ISO 1600)<br />

Paul sagt: „Ich bin als Blinder<br />

registriert, aber betreibe alle möglichen<br />

Formen der <strong>Fotografie</strong> <strong>mit</strong> dem Ziel,<br />

eines Tages Sport und Veranstaltungen<br />

zu fotografieren. Dieses Bild habe ich<br />

am Crystal Palace aufgenommen. Ich liebe das<br />

‚Luftballet‘ der Athleten, und es ist großartig, dass<br />

sie direkt in die Kamera schaut (da ich auf dem<br />

Boden liege).“<br />

Ross Hoddinott: Es ist schwer genug, <strong>mit</strong><br />

perfektem Augenlicht eine gute<br />

Bewegungsaufnahme zu machen, weswegen ich<br />

mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie<br />

herausfordernd es für <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> eingeschränkter<br />

Sichtfähigkeit gewesen sein muss. Allerdings werde<br />

ich Pauls Behinderung bei der Beurteilung nicht<br />

berücksichtigen, auch wenn das ohnehin nicht<br />

notwendig ist, da das Bild einen beeindruckenden<br />

Effekt hat.<br />

Paul hat die Entschlossenheit, Stärke und<br />

Anstrengung der Athletin in dem Bild eingefangen.<br />

Der Fokus trifft es auf den Punkt und der starke<br />

Augenkontakt hilft bei dem niedrigen Blickwinkel<br />

und sorgt für ein unwiderstehliches Bild. Die flache<br />

Bildschärfe hat den ablenkenden Hintergrund<br />

ausreichend aus dem Fokus genommen und die<br />

schnelle Verschlusszeit hat ihre Bewegung<br />

eingefangen. Der Crop-Faktor ist meiner Meinung<br />

nach jedoch zu eng, ich hätte gerne mehr Platz um<br />

die Athletin und ihren linken Fuß im Bild gesehen.<br />

Ich bin allerdings wie üblich pedantisch – das ist<br />

eine solide Bewegungsaufnahme, und ich bin mir<br />

sicher, Paul hat eine große Zukunft vor sich.<br />

Urteil: Eine exzellente Bewegungsaufnahme,<br />

die gute Technik und natürliche Instinkte<br />

demonstriert.<br />

Lee Frost: Wow, wow und dreimal wow!<br />

Paul ist ein Wahnsinns-Sportfotograf.<br />

Ich habe schon immer Sport- und<br />

Actionfotografen bewundert, dafür dass <strong>Sie</strong><br />

zeitlich perfekt abgestimmte Bilder von sich<br />

bewegenden Motiven aufnehmen können, was<br />

ich selber nie konnte. Deswegen fotografiere ich<br />

Landschaften und andere Dinge, die sich nicht<br />

bewegen. Aber die Tatsache, dass Paul als<br />

Blinder registriert ist, macht diese Errungenschaft<br />

noch beeindruckender. <strong>So</strong> ziemlich alles in<br />

diesem Bild ist perfekt – Fokus, Timing, der Blick<br />

des Motivs direkt in die Kamera, der<br />

verschwommene Hintergrund. Allerdings muss<br />

ich sagen, dass auch wenn die Komposition OK<br />

ist, Paul die Kamera leicht nach unten hätte<br />

bewegen können. Dann wäre der linke Fuß der<br />

Athletin im Bild und würde nicht am Rand<br />

ausbrechen, was in der Sportfotografie<br />

keineswegs passieren sollte. Einige der anderen<br />

Bilder, die uns Paul zugesendet hat sind perfekt,<br />

es besteht also kein Zweifel an seiner Technik<br />

und wir wissen dass er es 100-prozentig kann.<br />

Urteil: Eine fast perfekte Actionaufnahme<br />

von einem Fotografen <strong>mit</strong> riesigem Talent und<br />

einer hoffentlich vielversprechenden Zukunft.<br />

Schnellkritik<br />

1) Actionfotografie ist schwer: Ihr Timing und Fokus müssen richtig sein. Wenn <strong>Sie</strong><br />

wissen, wo ein Motiv durchs Bild kommt, kann es helfen diesen Bereich vorher zu<br />

fokussieren und darauf zu warten bis das Motiv im Bild erscheint.<br />

2) Man braucht gute Instinkte und Reaktionen um eine Aufnahme so schnell zu<br />

machen. Um es sich einfacher zu gestalten, sollten <strong>Sie</strong> viel Platz um das Motiv lassen,<br />

da<strong>mit</strong> <strong>Sie</strong> ggf. später das Bild schneiden können.<br />

3) Wenn <strong>Sie</strong> eine Blende <strong>mit</strong> breiter Öffnung verwenden, können <strong>Sie</strong> den Hintergrund<br />

verschwimmen lassen und eine höhere Verschlusszeit verwenden, aber das<br />

Fokussieren ist jetzt noch wichtiger.<br />

„Paul hat die Entschlossenheit, Stärke und<br />

Anstrengung der Athletin in dem Bild<br />

eingefangen.“ Ross Hoddinott<br />

2<br />

1<br />

3<br />

122 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Kölner Dom<br />

Von James Blunt<br />

Kamera: Canon EOS 400D<br />

Objektiv: Canon 18-135mm f/3.5-5.6 lens<br />

Belichtung: 10 Sekunden bei f/10 (ISO 100)<br />

James sagt: „Dieses Bild wurde vor<br />

kurzem auf einer Reise durch Europa<br />

aufgenommen. Ich hatte ähnliche<br />

Nachtaufnahmen des Kölner Doms in<br />

Deutschland gesehen und wollte<br />

meine eigenen machen. Ich verwendete ein Stativ<br />

und manuellen Fokus. Bei der Nachbearbeitung<br />

verbesserte ich die Schärfe des Bildes und passte<br />

die Sättigung und den Kontrast etwas an.“<br />

Daniel Lezano: Es fällt mir um ehrlich zu<br />

sein schwer, Fehler bei dem Foto zu finden. Es<br />

handelt sich um eine starke, architektonische<br />

Aufnahme die behutsam zusammengestellt wurde<br />

und bei der die Bögen der Brücke das Auge zum<br />

Dom lenken.<br />

James nahm dieses Foto zudem zum richtigen<br />

Tageszeitpunkt auf, nachdem die <strong>So</strong>nne bereits<br />

untergegangen ist, aber noch genug Licht den<br />

Himmel erhellt. Eine Belichtung über zehn<br />

Sekunden hat außerdem die Crossover-<br />

Beleuchtung ausgeglichen - natürliche und<br />

künstliche. Durch einen niedrigen ISO von 100<br />

wurden minimale Störungsniveaus erreicht, die bei<br />

<strong>Fotografie</strong>n <strong>mit</strong> wenig Licht auftreten. Auch der<br />

Fokus ist gut: Es kommt in der Nähe von Brücken<br />

oft vor, dass die kleinste Erschütterung durch<br />

vorbeifahrende Autos zu Unschärfe führt.<br />

Der Mond ist sehr zentral und macht das Bild noch<br />

interessanter, die Farben sind attraktiv, gesättigt,<br />

aber erscheinen natürlich. Es ist schwer zu sagen,<br />

wie James dieses Bild noch besser hätte machen<br />

können. Ein wunderschönes Foto – James sollte<br />

sehr zufrieden da<strong>mit</strong> sein.<br />

Urteil: Ein sehr ausdrucksstarkes Bild. Die<br />

Komposition ist solide, und das Bild ist gut<br />

eingefangen. Sehr gut gemacht.<br />

Lee Frost: Da ich erst in den letzten Monaten<br />

mein Buch zur Nachtfotografie und <strong>Fotografie</strong> <strong>mit</strong><br />

wenig Licht bearbeitet habe (erscheint Ende des<br />

Jahres – kaufen <strong>Sie</strong> es!), nahm ich in der letzen<br />

Zeit viele ähnliche Bilder auf und belebte meine<br />

Liebe zur dunklen Seite wieder. Die urbane<br />

Landschaft ist ein ausgezeichneter Ort für eine<br />

Kamera wenn die Nacht hereinbricht, und James<br />

Foto zeigt, was man erhält, wenn man es richtig<br />

macht.<br />

Zuerst mal das Timing. Schießen <strong>Sie</strong> das Bild,<br />

wenn es dunkel genug ist, da<strong>mit</strong> die künstliche<br />

Beleuchtung deutlich wird, aber wenn noch<br />

genug Farbe am Himmel ist. Zweitens<br />

Komposition – halten <strong>Sie</strong> nach interessanten<br />

Strukturen Ausschau, gemischten Lichtquellen für<br />

interessante Farbeffekte und Kontraste zwischen<br />

Alt und Neu. Drittens, packen <strong>Sie</strong> einen Mond ins<br />

Bild – entweder weil wirklich einer im Bild war<br />

oder weil <strong>Sie</strong> ihn später hinzugefügt haben!<br />

Auch wenn dies ein gutes Bild ist, hätte ich es<br />

wahrscheinlich im Panoramaformat geschnitten,<br />

da ich denke, dass zu viel freier Himmel zu sehen<br />

ist. Ansonsten gibt es sehr wenig zu kritisieren.<br />

Urteil: Ein großartiges Beispiel für eine<br />

städtische Nachtaufnahme –starke Farben,<br />

starke Komposition und eine perfekte<br />

Belichtung.<br />

Freistellung auf<br />

Panoramaformat<br />

Wenn <strong>Sie</strong> jemals ein Foto schneiden wollten, um leeren<br />

Platz zu entfernen wie bei diesem Bild oder um<br />

interessante Punkte näher heran zu zoomen, können <strong>Sie</strong><br />

dies <strong>mit</strong> Photoshop tun. <strong>Sie</strong> werden feststellen dass Ihr<br />

Bild sofort besser aussieht, wenn <strong>Sie</strong> es richtig machen.<br />

Öffnen <strong>Sie</strong> Ihr Bild in Photoshop und klicken auf das<br />

Freistellungswerkzeug in der Toolleiste. Dann ziehen <strong>Sie</strong><br />

das Tool auf Ihr Bild (halten <strong>Sie</strong> die Umschalttaste<br />

gedrückt, wenn <strong>Sie</strong> die Proportionen beibehalten<br />

wollen), um die Bereiche des Bildes zu markieren, die<br />

<strong>Sie</strong> behalten wollen, und diejenigen auszulassen, die <strong>Sie</strong><br />

nicht haben wollen. <strong>So</strong>bald <strong>Sie</strong> die Maus loslassen,<br />

sehen <strong>Sie</strong> eine farbige Fläche über dem Bereich, den <strong>Sie</strong><br />

wegschneiden möchten. <strong>Sie</strong> können den Schnitt dann<br />

verfeinern, indem <strong>Sie</strong> die angrenzenden Boxen so<br />

anpassen, dass der Freistellungsrahmen die<br />

gewünschte Form hat. Drücken <strong>Sie</strong> Enter um den<br />

Schnitt auszuführen.<br />

„James nahm dieses Foto zum<br />

richtigen Tageszeitpunkt auf,<br />

nachdem die <strong>So</strong>nne bereits<br />

untergegangen ist, aber noch<br />

genug Licht den Himmel<br />

erhellt.“<br />

Daniel Lezano


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Studie eines<br />

hintergrundbeleuchteten<br />

Blattes<br />

Von Keith Turner<br />

Kamera: Canon EOS 400D<br />

Objektiv: Tamron 90 mm Makroobjektiv<br />

Belichtung: eine Sekunde bei f/11 (ISO 100)<br />

Keith sagt: „Dies wurde während einer<br />

praktischen Sitzung der Pflanzenfotografie in<br />

der Abendschule aufgenommen. Es wurde<br />

dem Stil der Fotografen Karl Blossfeldt und<br />

Imogen Cunningham nachempfunden.“<br />

Ross Hoddinott: Es besteht kein Zweifel das<br />

Blätter sehr fotogen sind, insbesondere wenn sie<br />

hintergrundbeleuchtet sind: Ich fotografiere sie recht<br />

häufig. Durch Nahaufnahmen können Fotografen die<br />

wahre Schönheit ihrer Gestaltung und die komplizierte<br />

Natur einfangen, die durch Hintergrundbeleuchtung oft<br />

noch mehr zum Vorschein kommt. Ich muss allerdings<br />

ehrlich sein, Keiths Foto versetzt mich einfach nicht in<br />

Aufregung. Auch wenn die winzigen Adern und Details<br />

zu sehen sind, denke ich, dass der Übergang von<br />

schwarz zu weiß nicht zu diesem Motiv passt. Dem Foto<br />

fehlt der entscheidende Kontrast der ein kunstvolles<br />

Mono-Foto ausmacht und für mich ist die Farbe des<br />

Blatts entscheidend für die Wirkung des Motivs,<br />

ansonsten besteht die Gefahr, dass es platt aussieht.<br />

Auch die Komposition könnte besser sein. Die größte<br />

Ader – welche die Mitte des Bildes trennt – teilt das Bild<br />

in zwei Teile auf. Eine diagonale Positionierung der Ader<br />

hätte zu einer stärkeren und interessanteren<br />

Komposition geführt. Man muss dazu sagen, dass diese<br />

Art der Kunstfotografie immer für geteilte Meinungen<br />

sorgen wird – entweder man liebt sie oder hasst sie.<br />

Urteil: Meiner Meinung nach fehlt dem Foto<br />

Wirkung, und es besteht nicht genug Abwechslung im<br />

Farbton des Motivs für eine Schwarz-Weiß-<br />

Konvertierung.<br />

Lee Frost: Hmmm, ich bin mir nicht sicher,<br />

wo ich hier anfangen soll. Hintergrundbeleuchtete<br />

Blätter gehören wahrscheinlich zu den einfachsten<br />

Nahaufnahmen überhaupt. Es ist nicht so, dass<br />

sie davon wehen, und man hat alle Zeit der Welt,<br />

sich etwas Gutes auszudenken. Zudem glühen sie<br />

wundervoll bei Hintergrundbeleuchtung, und das<br />

komplexe Netzwerk der Adern erzeugt ein<br />

fantastisches Muster.<br />

Was lief hier also falsch? Diese Blatt ist nicht nur<br />

ein schlechtes Muster zur <strong>Fotografie</strong>, <strong>mit</strong> seinen<br />

dunklen Flecken, Keith hat außerdem die Farbe<br />

entfernt, und wir betrachten nur noch ein flaches,<br />

graues Durcheinander. Es tut mir leid, wenn sich<br />

das hart anhört, aber es ist wahr. Was Karl<br />

Blossfeldt und Imogen Cunningham angeht, nun,<br />

Blossfeldt war ein Bildhauer und Fotograf, und von<br />

daher ver<strong>mit</strong>telten seine Bilder einen wundervollen<br />

3D-Eindruck, während Cunningham Blumen <strong>mit</strong><br />

natürlicher Schönheit wählte, wie Lilien. Das ist<br />

ein flaches Blatt, es wird immer platt aussehen.<br />

Ich würde es nochmal probieren, Keith, dieses Mal<br />

<strong>mit</strong> einem anderen Blatt und in Farbe oder<br />

zumindest <strong>mit</strong> erhöhtem Kontrast, da<strong>mit</strong> es nicht<br />

so platt wirkt.<br />

Urteil: Eine schlechte Motivwahl beim<br />

Versuch, den Stil zweier Meisterfotografen zu<br />

reproduzieren.<br />

Schnellkritik<br />

1) Blätter sind sehr fotogen, besonders bei<br />

Hintergrundbeleuchtung. Platzieren <strong>Sie</strong> ein Blatt <strong>mit</strong><br />

vielen Adern und ohne Flecken gegen ein Fenster,<br />

und <strong>Sie</strong> erhalten eine Hintergrundbeleuchtung.<br />

Beobachten <strong>Sie</strong>, wie die Farben des Blatts strahlen,<br />

wenn sie vom Tageslicht beleuchtet werden.<br />

2) Bei der Makrofotografie zählt das kleinste Detail,<br />

daher müssen <strong>Sie</strong> sicherstellen, dass die Komposition<br />

so stark wie möglich ist. Diagonale Linien die das<br />

Auge durchs Bild führen, sind wesentlich stärker als<br />

horizontale Linien, die flach wirken.<br />

3) Wenn <strong>Sie</strong> <strong>Fotos</strong> zur Schwarz-Weiß-Umwandlung<br />

schießen, sollten <strong>Sie</strong> sicherstellen, dass ein<br />

entsprechendes Farbspektrum gegeben ist, um den<br />

Bild Wirkung zu verleihen. (Schauen <strong>Sie</strong> sich den<br />

Anfängerleitfaden für weitere Details an.)<br />

2<br />

„Dem Foto fehlt der<br />

entscheidende Kontrast, der ein<br />

kunstvolles Mono-Foto<br />

ausmacht, und für mich ist die<br />

Farbe des Blatts entscheidend für<br />

die Wirkung des Motivs.“<br />

Ross Hoddinott<br />

3<br />

1<br />

124 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


<strong>So</strong>nnenuntergang auf den<br />

Felsen<br />

Von Nick Walker<br />

Kamera: Nikon D300<br />

Objektiv: NIKKOR 17-55mm f/2.8<br />

Belichtung: 1/5 Sekunden bei f/14 (ISO 125)<br />

Nick sagt: „Dieses Foto wurde in<br />

Gunwalloe an Cornwalls Südküste zu<br />

Beginn des Frühlings direkt gegen die<br />

<strong>So</strong>nne aufgenommen. Ich verwendete<br />

Lee 0,9- und 0,6ND-Graufilter, um den<br />

Kontrast zurückzuhalten und wartete zudem, bis die<br />

<strong>So</strong>nne am Horizont leicht von den Wolken abgedeckt<br />

war.“<br />

Ross Hoddinott: Ich habe mir Nicks<br />

Webseite angeschaut. Er ist ein sehr guter Fotograf<br />

<strong>mit</strong> ausgezeichneten Bildern von Cornwall. Ich<br />

mag dieses Bild. Der Fels ist eine großartige Form<br />

und führt das Auge effektiv ins Bild. Manche<br />

würden vielleicht sagen, dass die Spitze des<br />

Felsens nicht den Horizont überlappen sollte, aber<br />

ich denke das ist in diesem Fall kein großes<br />

Problem. Ich denke, die Wahl der<br />

Verschlussgeschwindigkeit ist perfekt. <strong>Sie</strong> ist<br />

schnell genug, um das Kräuseln der Welle unten<br />

einzufangen; dennoch langsam genug, um eine<br />

Textur, Interesse und ein Gefühl der Bewegung im<br />

Wasser im Vordergrund zu erzeugen. Es ist zu<br />

schade, dass der Himmel aufgrund der fehlenden<br />

Wolken relative leer und uninteressant ist.<br />

Offensichtlich konnte Nick wenig daran ändern,<br />

aber er hätte die Komposition ändern können, um<br />

mehr davon abzulenken. Er hätte weniger Himmel<br />

zeigen können und das Augenmerk auf den Felsen<br />

und das strömende Wasser lenken können. Ich<br />

selber würde das Bild per Freistellung etwas<br />

schneiden, um einen Teil des Himmels zu<br />

entfernen. Hierdurch würde der Horizont näher zu<br />

einem unterteilenden Drittel heranrücken und die<br />

Gesamtkomposition stärken.<br />

Urteil: Ein nettes, gut konstruiertes Foto.<br />

Allerdings denke ich, Nick hätte weniger Himmel<br />

ins Bild bringen sollen.<br />

Daniel Lezano: Brechende Wellen,<br />

dramatische Küstenfelsen und eine auf- oder<br />

untergehende <strong>So</strong>nne kann man nicht schlagen. In<br />

der <strong>Fotografie</strong> ist das der Stoff, aus dem die Träume<br />

sind, und Cornwall ist wahrscheinlich der beste Ort<br />

in Großbritannien, um die Träume wahr werden zu<br />

lassen. Hier funktioniert alles – es ist genug<br />

Bewegung im Meer, die dunklen, zackigen Felsen<br />

führen das Auge ins Bild, das goldene Glühen im<br />

Himmel steht im Kontrast zum kühlen Farbton des<br />

Meeres, um Atmosphäre hinzuzufügen und eine<br />

steigende Welle ist kurz vor dem Brechen. Nur zwei<br />

kleine Dinge: Nick setzte den ND-Graufilter etwas<br />

zu stark ein, was zum Ergrauen des Himmels oben<br />

im Bild führte. Es war notwendig, um den Himmel<br />

über dem Horizont vor dem Ausblassen zu<br />

bewahren. Aber Landschaftsfotografen greifen oft zu<br />

einer Technik, bei der sie den oberen Teil des<br />

Himmels aufhellen, um ein natürlicheres Aussehen<br />

zu erhalten.<br />

Urteil: Ein fantastischer <strong>So</strong>nnenuntergang an<br />

der Küste, gut zusammengestellt und voll von<br />

Atmosphäre. <strong>Sie</strong> haben eine großartige<br />

Küstenlandschaft aufgenommen, auf die jeder<br />

stolz wäre.<br />

Schnellkritik<br />

1) Bei Landschaftsaufnahmen kann die Komposition oft durch die<br />

Platzierung von horizontalen Linien im oberen Drittel des Bildes verstärkt<br />

werden.<br />

2) Die richtige Verschlusszeit bedarf oft vieler Versuche, da<strong>mit</strong> man die<br />

Bewegung des Wassers einfängt, ohne es zu milchig aussehen zu lassen.<br />

Ein guter ND-Graufilter kann bei hellem Licht dabei helfen, die<br />

Verschlusszeit zu verlangsamen.<br />

3) Wenn Ihrem <strong>So</strong>nnenuntergang die Wirkung fehlt, können <strong>Sie</strong> den<br />

Himmel in Photoshop auswählen (schauen <strong>Sie</strong> sich den Artikel Photoshop<br />

für Fotografen in dieser Ausgabe an) und den Farbton und die Sättigung<br />

leicht anpassen, um die Rot- und Orangetöne zu vertiefen.<br />

„Brechende Wellen, dramatische<br />

Küstenfelsen und eine auf- oder<br />

untergehende <strong>So</strong>nne kann man nicht<br />

schlagen. In der <strong>Fotografie</strong> ist das der<br />

Stoff, aus dem die Träume sind.“<br />

Daniel Lezano<br />

1<br />

2<br />

3


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Cocktailparty<br />

Von Keith Brady<br />

Kamera: Nikon D40<br />

Objektiv: Nikon 60mm f/2.8<br />

Belichtung: unterschiedlich <strong>mit</strong> Blende 12 oder kleiner<br />

Keith sagt: „Ich habe vor kurzem die<br />

Fotografenausbildung Stufe A<br />

abgeschlossen, und dieses Bild hatte<br />

ich für die Abschlussprüfung<br />

eingereicht. Es ist eine Fotomontage,<br />

bei der die Einzelbilder <strong>mit</strong> einem Laserpointer<br />

ausgeleuchtet und bis zu 30 Sekunden belichtet<br />

wurden. Das erforderte einiges Experimentieren <strong>mit</strong><br />

den Verschlusszeiten sowie <strong>mit</strong> der Intensität und der<br />

Position des Lasers. Die Gläser enthielten<br />

unterschiedliche Flüssigkeiten – Milch, Olivenöl und<br />

einen goldfarbenen Sirup. Die Flüssigkeiten waren<br />

<strong>mit</strong> Gelatineklumpen durchsetzt; das hatte sich als<br />

die beste Möglichkeit erwiesen, optische Leerräume<br />

zu erzeugen.“<br />

Ross Hoddinott: <strong>Fotografie</strong>kurse sind nicht nur<br />

eine Einführung in eine großartige Disziplin, sondern<br />

führen darüber hinaus zu einer Qualifikation. Wie oft<br />

fotografieren <strong>Sie</strong> nun Motive, die <strong>Sie</strong> früher übersehen<br />

hätten, und <strong>Sie</strong> experimentieren <strong>mit</strong> Licht und Technik.<br />

Ich finde Keiths Montage wirklich gut. <strong>Sie</strong> hat ein<br />

künstlerisches Finish – wie solche Bilder, die die<br />

Wände moderner Apartments zieren. Die hellen, ja<br />

grellen Farben verleihen dem Bild eine beeindruckende<br />

Wirkung, insbesondere in Kontrast <strong>mit</strong> dem schwarzen<br />

Hintergrund. Wäre ich äußerst kritisch, könnte ich<br />

sagen: Schade, dass bei manchen der Gläser nicht der<br />

ganze Umriss klar erkennbar ist. In der oberen Reihe<br />

kann man zum Beispiel die Ränder der Gläser sehen,<br />

aber die Oberkante nicht so genau. <strong>Sie</strong> verschwimmen<br />

<strong>mit</strong> dem schwarzen Hintergrund. Aber ich denke, das<br />

tut der Tatsache keinen Abbruch, dass es sich hier um<br />

eine plakative, gelungene Fotomontage handelt.<br />

Urteil: Eine visuell eindrucksvolle Montage, auf die<br />

Keith stolz sein kann. <strong>Sie</strong> würde einen sehr guten<br />

Kunstdruck abgeben.<br />

Lee Frost: Ich kann nicht behaupten, dass diese<br />

Montage mich besonders beeindruckt. Tut mir leid<br />

Keith, aber es ist halt so. Ich denke, es ist eine<br />

großartige Idee, einen Laserpointer als Lichtquelle zu<br />

benutzen, vielleicht probiere ich das auch selber mal<br />

aus. Aber ich bin mir bei der Grundidee der Montage<br />

und der Art und Weise, wie du ihn eingesetzt hast – die<br />

Beleuchtung von Flüssigkeiten in einem Cocktailglas –<br />

nicht so sicher. Für mich ist einfach zuviel leerer,<br />

schwarzer Raum zwischen den Bildern, und das liegt<br />

wohl an dem schlanken Design der Gläser. Hätte Keith<br />

stattdessen Gläser <strong>mit</strong> größerem Durchmesser<br />

genommen, so wäre mehr Raum des Bildes ausgefüllt,<br />

und es gäbe weniger leere, schwarze Bereiche.<br />

Wirklich, hättest du z. B. Whiskygläser genommen,<br />

dann hättest du den Bildrahmen voll ausfüllen können,<br />

und es hätte keinen schwarzen Leerraum gegeben. Die<br />

Zusammenstellung der Einzelbilder zu der endgültigen<br />

Montage hätte wohl eine phantastische<br />

Farbkombination ergeben. Ich glaube, diese Technik hat<br />

definitiv Potenzial, aber ich würde mich noch mal ans<br />

Reißbrett setzen und das Ganze <strong>mit</strong> anderen Gläsern<br />

versuchen. Ich hoffe jedenfalls, dass die Ergebnisse der<br />

A-Prüfung deinen Erwartungen entsprochen haben!<br />

Urteil: Eine raffinierte Idee <strong>mit</strong> erheblichem<br />

Experimentierpotenzial, aber für mich lässt die<br />

Montage zu wünschen übrig.<br />

Kurzkritik<br />

1) Kräftige, kontrastierende Farben können ein Bild eindrucksvoll<br />

wirken lassen und ein Retro-Feeling ver<strong>mit</strong>teln. <strong>So</strong> gesehen ist es ein<br />

charakterstarkes Bild, doch die Ausleuchtung muss verbessert<br />

werden, da<strong>mit</strong> die Umrisse der einzelnen Gläser klar erkennbar sind.<br />

2) Die Farben können <strong>mit</strong> Photoshop relativ einfach verändert<br />

werden, entweder <strong>mit</strong> Bild>Einstellungen>Farbbalance oder Farbe<br />

ersetzen oder Farbe oder Farbton/Sättigung.<br />

3) Kreative Projekte eignen sich hervorragend zum Experimentieren,<br />

und das hat Keith ohne Zweifel bei dieser Montage gemacht. Warum<br />

versuchen <strong>Sie</strong> nicht selbst einmal im Monat Ihr eigenes kreatives<br />

Projekt? Dabei können <strong>Sie</strong> sich von unserer Serie inspirieren lassen.<br />

„Hätte Keith stattdessen Gläser <strong>mit</strong><br />

größerem Durchmesser genommen, so<br />

wäre mehr Raum des Bildes ausgefüllt, und<br />

es gäbe weniger leere, schwarze Bereiche.“<br />

Lee Frost<br />

1<br />

2<br />

126 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


SEE YOUR PICTURES IN CRITIQUE<br />

SEE PAGE 98 FOR DETAILS ON SUBMITTING YOUR<br />

IMAGES OR VISIT WWW.DIGITALSLRPHOTO.COM<br />

Ramsgate Motocross<br />

Von David Webster<br />

Kamera: Canon EOS 550D<br />

Objektiv: Canon EF-S 18-135 mm Zoom<br />

Belichtung: 1/1600 <strong>mit</strong> Blende 5,6 (ISO 1600)<br />

James sagt: „Das wurde im Oktober<br />

letztes Jahr bei einem Motocross<br />

Rennen in Ramsgate Sands<br />

aufgenommen. Ich war <strong>mit</strong> den<br />

Ergebnissen zufrieden, denn alle<br />

Motive waren richtig belichtet und scharf abgebildet.<br />

Es war ein sonniger Tag, wodurch die Farben der<br />

Maschinen und der Kleidung betont wurden.“<br />

Ross Hoddinott: Davids Motivwahl hätte<br />

kaum herausfordernder sein können – du drückst<br />

den Bruchteil einer Sekunde zu früh oder zu spät auf<br />

den Auslöser, und das Motiv ist weg. Er beherrscht<br />

diese Technik sehr gut. Die extrem kurze<br />

Belichtungszeit hat die herumfliegenden<br />

Lehmbrocken schön eingefroren, und die Schärfe ist<br />

genau richtig. Für mich ist er aber zu nah dran am<br />

Geschehen. Ich denke, David hätte vor dem<br />

führenden Fahrer mehr Raum lassen sollen, um den<br />

Eindruck größerer Bewegung zu erzeugen. Mit ein<br />

wenig kleinerer Brennweite und unter Verwendung<br />

des Hochformats – <strong>mit</strong> weniger Raum links des<br />

Objekts, aber mehr Raum rechts – wäre das eine<br />

wirklich hervorragende Aufnahme geworden.<br />

Urteil: Ein guter Action-Schnappschuss, der<br />

Vorausschau und eine gute Technik dokumentiert.<br />

Die Bildkomposition ist aber ein wenig zu beengt.<br />

Lee Frost: Sportfotografie ist dank schnellem,<br />

Autofokus <strong>mit</strong>tlerweile einfacher geworden, aber<br />

man braucht immer noch ein sehr gutes Timing,<br />

wenn man überzeugende Bilder produzieren will.<br />

Leider würde ich Davids Aufnahme dieser<br />

Kategorie nicht zurechnen. Das Bild ist scharf,<br />

farbenfroh und voller Dramatik – so weit, so gut<br />

– aber die Bildkomposition ist überladen und<br />

unaufgeräumt. David hat auf den führenden Fahrer<br />

fokussiert, aber wir sehen nur einen Teil seines<br />

Motorrads, wobei die beiden Maschinen dahinter<br />

nicht mehr scharf eingestellt sind; <strong>Sie</strong> sind aber<br />

unübersehbar und konkurrieren deswegen <strong>mit</strong> der<br />

Maschine im Vordergrund. Idealerweise hätte<br />

David auf ein einzelnes aus der Kurve kommendes<br />

Motorrad warten und sich darauf konzentrieren<br />

sollen.<br />

Urteil: Der mutige Versuch, ein schwieriges<br />

Aktion-Motiv einzufangen, der auch fast gelungen<br />

Kurzkritik<br />

1) Bei der Sportfotografie sind eingefrorene Elemente<br />

ganz wesentlich, wie die fliegenden Lehmbrocken in<br />

diesem Fall. Um eine kürzere Belichtungszeit zu<br />

erreichen, sollten <strong>Sie</strong> die Belichtungsautomatik Ihrer<br />

DSLR-Kamera benutzen.<br />

2) Wenn <strong>Sie</strong> bei einem Rennen ein einzelnes Objekt<br />

hervorheben wollen, verwenden <strong>Sie</strong> eine geringe<br />

Schärfentiefe (Blende 4 oder größer).<br />

3) Warum versuchen <strong>Sie</strong> nicht einmal einen<br />

Schwenk, um mehr Energie in Ihre Aufnahme zu<br />

bringen?<br />

1<br />

2


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Fliegende Tänzerin<br />

Von Ben Robins<br />

Kamera: Canon EOS 400D<br />

Objektiv: Canon EF-S 10-22 mm Zoom<br />

Belichtung: 1/200 <strong>mit</strong> Blende 4 (ISO 800)<br />

Ben sagt: „Ich bin <strong>Fotografie</strong>anfänger<br />

und suche Rat für meine Bilder. Diese<br />

Aufnahme war für die Tanzgruppe der<br />

Lancaster Universität und so<strong>mit</strong> ein<br />

ausgezeichneter Vorwand, die Leute<br />

aufzufordern, sich in der Gegend herumzuwirbeln,<br />

natürlich so „sicher“ wie möglich. Die Kombination<br />

von Ballett, interpretierendem Tanz und Straßentanz<br />

bot eine großartige Möglichkeit, zu sehen, wie viele<br />

unterschiedliche Stellungen der menschliche Körper,<br />

abgehoben vom Boden in der Luft einnehmen kann.“<br />

http://www.flickr.com/benrobins.<br />

Ross Hoddinott: Ich mag die Idee, die zu<br />

diesem Bild führte; der Versuch, unterschiedliche<br />

Ausdrucksformen des vom Boden losgelösten<br />

menschlichen Körpers einzufangen, ist ein<br />

interessantes Projekt <strong>mit</strong> viel Potenzial. Die Art und<br />

Weise, wie Ben das Bild verarbeitet und eingefärbt<br />

hat, ver<strong>mit</strong>telt ein klassisches, zeitloses Feeling, und<br />

das mag ich. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob mir<br />

der Eindruck gefiel, den das durch ihr eigenes langes<br />

Haar verdeckte Gesicht der Tänzerin macht, aber jetzt<br />

denke ich, das Bild wird dadurch interessanter und<br />

faszinierender – ganz sicher erzeugt es eine Aura von<br />

Energie und Bewegung. Doch obwohl die Bewegung<br />

gut eingefangen ist, erhält das Bild durch die Position<br />

der Arme und Beine einen unangenehmen Touch. Ich<br />

möchte den rechten Arm sehen, und das rechte Bein<br />

wirkt aufgrund der Perspektive unproportioniert.<br />

Außerdem verhüllen die ausgebeulten Leggins Gestalt<br />

und Form ihrer Beine. Trotzdem glaube ich, es ist eine<br />

Konzeption, die es wert ist, weiter verfolgt zu werden.<br />

Mit ein wenig mehr Einsatz und Erfahrung könnte sie<br />

phantastische Ergebnisse bringen. Viel Erfolg da<strong>mit</strong>,<br />

Ben<br />

Urteil: Meiner Ansicht nach ganz nah dran. Die<br />

Idee hat Potenzial, aber das vorliegende Bild ist noch<br />

nicht gut genug.<br />

LEE FROST: Nun, das ist interessant. Bens<br />

Aufnahme hat ein gutes Timing, der Hintergrund ist<br />

einfach und aufgeräumt und der Farbton des Bildes<br />

– von dem ich annehme, dass er später<br />

hinzugefügt wurde – ver<strong>mit</strong>telt ein klassisches<br />

Feeling. Ob es eine wirklich hervorragende<br />

Aufnahme ist, hängt eher von der persönlichen<br />

Meinung ab. Aus rein fotografischer Sicht würde<br />

ich bemängeln, dass sich Arme und Beine der<br />

Tänzerin kreuzen, was die Bildkomposition<br />

irgendwie weniger elegant und anmutig erscheinen<br />

lässt, als möglich gewesen wäre; und auch wenn<br />

das gut eingefangene wehende Haar der Tänzerin<br />

dem Bild Energie und Aktion verleiht: Ich kann mir<br />

nicht helfen, aber ich möchte ihr Gesicht sehen.<br />

Drittens: Die Kleidung der Tänzerin passt nicht zur<br />

Stimmung des Bildes und lenkt erneut von der<br />

Anmut ihrer Pose ab. Es ist die Trainingskleidung<br />

solcher Tänzerinnen, aber für eine Aufführung<br />

tragen sie passendere Kostüme. Da die Tänzerin<br />

eine Aufführung für Bens Kamera machte, meine<br />

ich, sie hätte sich entsprechend kleiden sollen.<br />

Urteil: Ein dramatischer Aktion-Schnappschuss,<br />

der die Tänzerin <strong>mit</strong>ten im Sprung zeigt, aber die<br />

Anmut vermissen lässt, die eine solche Aufnahme<br />

verdient.<br />

Kurzkritik<br />

1) Hinzufügen einer Vignette zwänge das Auge des Betrachters<br />

in die Mitte des Bildausschnitts. Vignetten können auf<br />

natürliche Weise durch Lichtbündelung erzeugt werden oder<br />

während der Nachbearbeitung durch <strong>So</strong>ftware wie Aperture,<br />

Lightroom oder Photoshop.<br />

2) Models verlieren manchmal den Blickkontakt zur Kamera,<br />

besonders, wenn sie Sprünge wie diesen hier ausführen.<br />

Machen <strong>Sie</strong> einen Drei-Zwei-Eins-Countdown, dann weiß Ihr<br />

Model, wann <strong>Sie</strong> auf den Auslöser drücken.<br />

3) Die Anpassung der Hintergrundfarben an die Bekleidung des<br />

Models funktioniert gut, versuchen <strong>Sie</strong> trotzdem einmal<br />

kontrastierende Farben, um die Akteure hervorzuheben.<br />

„Die Art und Weise, wie Ben das Bild<br />

verarbeitet und eingefärbt hat,<br />

ver<strong>mit</strong>telt ein klassisches, zeitloses<br />

Feeling, und das mag ich.“ Ross Hoddinott<br />

1<br />

2<br />

3<br />

128 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


SEE YOUR PICTURES IN CRITIQUE<br />

SEE PAGE 98 FOR DETAILS ON SUBMITTING YOUR<br />

IMAGES OR VISIT WWW.DIGITALSLRPHOTO.COM<br />

Untern am Kanal<br />

Von Chris Butler<br />

Kamera: Canon EOS 5D<br />

Objektiv: Canon EF 24-105 mm<br />

<strong>mit</strong> B+W Graufilter, Dichte 3.0.<br />

Belichtung: 20 Sekunden <strong>mit</strong> Blende f/22 (ISO 100).<br />

Chris sagt: „Ich bin erst vor Kurzem auf<br />

Digitalfotografie umgestiegen. Diese<br />

Ansicht des Leeds-Liverpool-Kanals<br />

nahe meines Hauses in Shipley wurde<br />

<strong>mit</strong> einem 3.0-Graufilter aufgenommen,<br />

um eine lange Belichtungszeit zu ermöglichen.“<br />

Ross Hoddinott: Meiner Ansicht nach eignen<br />

sich Graufilter der Dichte 3.0 hervorragend, um<br />

Dramatik in Landschaftsaufnahmen zu bringen. Das<br />

funktioniert gut bei kontrastarmen Szenerien, aber<br />

bei dieser hier ist der Kontrast zu stark. Die hellen<br />

Flächen des Himmels werden unterdrückt und der<br />

Vordergrund ist zu dunkel. Obwohl Chris sorgfältig<br />

war bei der Bildkomposition, indem er den Kanal<br />

und den Trampelpfad als optische Leitlinien<br />

einsetzte und den Vordergrund durch die Pfütze<br />

aufgepeppt hat, ist die Szene für mich nicht<br />

interessant genug. Mein Blick wird auf den Mast und<br />

den kleinen Baum und die Reflektionen unten links<br />

im Bild abgelenkt.<br />

Urteil: Extreme Graufilter können ein Foto stark<br />

aufwerten, aber man muss beachten, dass sie<br />

keine durchschnittliche Szene in eine<br />

herausragende Szene verwandeln können.<br />

Lee Frost: Ich bin ein großer Fan extremer<br />

Graufilter, aber man muss wirklich darauf achten,<br />

einfache Szenen auszusuchen, wenn man einen 3.0<br />

Graufilter verwendet – <strong>mit</strong> komplizierten Szenen<br />

funktioniert es nicht. Die sich bewegenden Elemente<br />

der Szene müssen im Mittelpunkt stehen. In diesem<br />

Fall tun sie das nicht. Der Trampelpfad entlang des<br />

Kanals ist dunkel und eher nichtssagend, die<br />

Reflektion des Schösslings in der Pfütze lenkt ab, es<br />

ist zu wenig Bewegung in den Wolken, und der Mast<br />

sorgt für noch mehr Ablenkung. Nach Schwarz-Weiß<br />

konvertieren verbessert das Ganze, trotzdem ist hier<br />

eine einfachere Bildkomposition angebracht.<br />

Außerdem brauchte Chris eine wesentlich längere<br />

Belichtungszeit – ein paar Minuten vielleicht sogar –,<br />

um mehr Bewegung in Wasser und Himmel zu<br />

bringen.<br />

Urteil: Ein guter Versuch, aber die Bildkomposition<br />

muss vereinfacht werden bei wesentlich längerer<br />

Belichtung.<br />

Bewegung in Schwarz-Weiß<br />

Konvertieren nach Schwarz-Weiß hat den Reiz des<br />

Bildes erhöht, denn die Verringerung des<br />

ablenkenden Kontrasts zwischen Himmel und<br />

Vordergrund macht das Motiv stimmungsvoller.<br />

Photoshop bietet eine ganze Reihe an Möglichkeiten<br />

der Konvertierung nach Schwarz-Weiß. Es gibt dabei<br />

keinen Königsweg, aber die Option<br />

Bild>Einstellungen>Schwarz-Weiß lässt dem<br />

Fotografen die meisten Einstellungsmöglichkeiten.<br />

Experimentieren <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> den unterschiedlichen<br />

Optionen, um das Ihnen am Besten zusagende<br />

Konvertierungsverfahren herauszufinden.


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Evil gambler<br />

Von Aaron Polhill<br />

Kamera: Canon EOS 40D<br />

Objektiv: Sigma 10-20mm lens<br />

Belichtung: 1/200 Sekunden bei f/9 (ISO 200)<br />

Aaron sagt: „Dies ist ein Selbstportrait<br />

für eine <strong>Fotos</strong>erie über Glücksspieler<br />

und Kartenhaie die ich gemacht habe.<br />

Ich wurde vor einem weißen<br />

Hintergrund aufgenommen und habe<br />

Photoshop für die Flammen und zusätzlichen<br />

Texturen/Farben im Hintergrund verwendet.“<br />

Ross Hoddinott: Vielleicht bin ich einfach<br />

nur etwas langweilig und konservativ, aber um<br />

ehrlich zu sein bewegt mich diese Art von Aufnahme<br />

überhaupt nicht. Während ich Aarons hohen<br />

Standpunkt mag, der - zusammen <strong>mit</strong> der kurzen<br />

Brennweite - eine interessante, verzerrte Perspektive<br />

erschafft, bleibt das Bild insgesamt zurück. Die<br />

Flammen wurden ziemlich der hinzugefügt - und ich<br />

bin mir auch nicht ganz über deren Relevanz sicher.<br />

Allerdings fällt mein Blick sofort auf die Flammen,<br />

nach meinem Geschmack lenken sie zu sehr vom<br />

Hauptmotiv ab. Die Beleuchtung ist ziemlich streng.<br />

Auch wenn ich zu schätzen weiß dass dies zu<br />

dramatischen Zwecken eingesetzt wurde, hätten die<br />

Schatten um seine linkes Auge und die linke Wange<br />

Unterstützung von einem Reflektor oder Diffusor<br />

gebrauchen können. Auch der dunkle Schatten den<br />

er auf die Spielkarten wirft ist irritierend. Ich würde<br />

die Komposition leicht nach oben schieben, so dass<br />

mehr von seiner Stirn und weniger von der<br />

Dunkelheit unten zu sehen ist. Probier es nochmal<br />

Aaron, <strong>mit</strong> einem ähnlichen Standpunkt und<br />

ähnlicher Idee, aber unter größerer Berücksichtigung<br />

von Licht und Schatten.<br />

Urteil: Es ist mehr Detailgenauigkeit notwendig,<br />

insbesondere bei der Beleuchtung. Die Flammen<br />

sind derb eingearbeitet und lenken meiner<br />

Meinung nach ehr ab, anstatt zum Bild<br />

beizutragen.<br />

Lee Frost: Dies ist eine clevere Idee die Aaron<br />

beinahe in der Ausführung gelungen wäre. Beinahe.<br />

Die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs aus der<br />

Nähe hat gut funktioniert und verzerren die Größe<br />

des Models und geben ihm ein bedrohliches<br />

Aussehen. Ich mag auch wie er von der Seite<br />

beleuchtet ist um den ganzen Drama und einen<br />

Hauch von Bedrohlichkeit hinzuzufügen, während<br />

sein Gesichtsausdruck perfekt zum Motto passt. <strong>So</strong><br />

weit, so gut. Leider geht es von hieran bergab. Raten<br />

<strong>Sie</strong> mal was mir nicht gefällt? <strong>Sie</strong> haben Recht, die<br />

Flammen. <strong>So</strong>rry Aaron, aber im Vergleich zum Rest<br />

vom sehr gut gelungenen Bild, sehen die Flammen<br />

amateurhaft aus. Ich denke <strong>Sie</strong> fahren besser wenn<br />

<strong>Sie</strong> sie wieder entfernen. <strong>Sie</strong> haben nicht wirklich<br />

einen Zweck und nehmen die Aufmerksamkeit vom<br />

Gesicht Ihres Motivs. Auch der Hintergrund sieht<br />

chaotisch aus. Ich mag die Farbe und wie sie<br />

vignettiert, so dass das Motiv umrahmt wird, aber<br />

ich glaube nicht dass die Texturen und Dreckspuren<br />

notwendig sind. <strong>Sie</strong> fügen dem Bild nicht wirklich<br />

etwas hinzu - die Kraft bei diesem Foto liegt in der<br />

Pose und dem Gesichtsausdruck des Motivs, sowie<br />

in dessen Begeisterung für das Kartenspiel. Weniger<br />

ist hier mehr.<br />

Urteil: Eine clevere Idee, gut ausgedacht und<br />

beleuchtet - aber die Flammen verderben es.<br />

Schnellkritik<br />

1) Fügen <strong>Sie</strong> eine Vignette ein um das Auge des Betrachters auf das<br />

Model zu lenken. Vignetten können <strong>mit</strong> Hilfe Ihrer Studiolichter<br />

hinzugefügt werden, üblicherweise durch einen Aufsatz auf dem<br />

Blitz der auf das Model gerichtet ist. <strong>Sie</strong> können Vignetten aber auch<br />

über Photoshop in der Nachbearbeitung hinzufügen.<br />

2) Der Ausdruck des Models ist ein wichtiger Teil bei jedem Portrait -<br />

insbesondere wenn <strong>Sie</strong> eine bestimmte Emotion ver<strong>mit</strong>teln möchten.<br />

Wenn ein Model bezüglich eines bestimmten Ausdrucks zögerlich ist,<br />

lassen <strong>Sie</strong> das Model vorher üben.<br />

3) Der hohe Standpunkt und die Verwendung eines<br />

Weitwinkelobjektivs übertreiben die Perspektive und verleihen dem<br />

Bild Energie.<br />

„Die Kraft bei diesem Foto liegt in der<br />

Pose und dem Gesichtsausdruck des<br />

Motivs, sowie in dessen Begeisterung<br />

für das Kartenspiel .“ Lee Frost<br />

1<br />

2<br />

3<br />

130 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


SEE YOUR PICTURES IN CRITIQUE<br />

SEE PAGE 98 FOR DETAILS ON SUBMITTING YOUR<br />

IMAGES OR VISIT WWW.DIGITALSLRPHOTO.COM<br />

Wegen Regen abgesagt<br />

Von Peter Stanford<br />

Kamera: Pentax K20D<br />

Objektiv: Pentax 50-200mm<br />

Belichtung: 1/125 Sekunden bei f/8 (ISO 100)<br />

Peter sagt: „Als ich auf der Suche nach<br />

einem Motiv für einen lokalen<br />

Wettbewerb <strong>mit</strong> dem Namen<br />

"Seaside" war, erinnerte ich mich an<br />

ein Musical das "wegen Regen<br />

abgesagt" wurde und dachte mir dies würde ein<br />

gutes Motiv machen. Die Sitzplätze waren alle leer,<br />

aber ich habe per Photoshop eine Figur eingefügt,<br />

die zur Komposition beitragen soll.“<br />

Ross Hoddinott: Volle Punktzahl für Peter,<br />

dafür dass er das Potential der nassen Sitze erkannt<br />

hat. Die leeren Sitze erschaffen ein<br />

atemberaubendes Muster, das Peter durch seine<br />

Wahl bei der Brennweite hervorgehoben hat. Ich<br />

mag insbesondere wie das Licht oben auf den<br />

Lehnen aussieht. Ich mag die Komposition, aber<br />

ich wäre wahrscheinlich versucht etwas vom<br />

unteren Rand wegzuschneiden um das ganze<br />

etwas zu verschärfen. Auch wenn ich zustimme<br />

dass eine Figur dem Bild einen interessanten<br />

Schwerpunkt hinzufügt, finde ich dass die vor der<br />

Kamera und nicht in der Nachbearbeitung hätte<br />

stattfinden müssen. Auch wenn Peter die Figur<br />

kompositorisch gut platziert hat, erwischte er nicht<br />

die richtigen Proportionen und sie sieht zu klein im<br />

Sitz aus. Die Figur ist zudem völlig anders<br />

beleuchtet und verrät so<strong>mit</strong>, dass <strong>Sie</strong> später<br />

hinzugefügt wurde. Wenn <strong>Sie</strong> in Zukunft mal<br />

wieder so eine Szene vor sich haben Peter, fragen<br />

<strong>Sie</strong> falls möglich ob jemand für <strong>Sie</strong> an Ort und Stelle<br />

posieren kann.<br />

Urteil: Ein gut gewähltes Bild. Leider<br />

erscheinen Beleuchtung und Proportion der von<br />

Peter ausgewählten Figur ehr unecht.<br />

Lee Frost: Ich bin mir nicht sicher wo die<br />

Verbindung zwischen Peters Bild und dem<br />

"Seaside" Wettbewerb oder gar dem Titel "Wegen<br />

Regen abgesagt" besteht, da die Dame im Sitz<br />

knochentrocken aussieht und die <strong>So</strong>nne scheint!<br />

Das alles bei Seite, funktioniert das Foto als<br />

schlichtes schwarz-weißes Bild wirklich gut und es<br />

gefällt mir - sehr sogar. Das Muster der Sitzlehnen<br />

sieht fantastisch aus und wurde durch den<br />

Beleuchtungseffekt der <strong>So</strong>nne erzeugt, welcher die<br />

Sitze zu Silhouetten reduziert, deren Form durch<br />

eine schmale, weiße Linie offenbart wird. Das<br />

Hinzufügen einer Figur fügt zudem einen starken<br />

Schwerpunkt hinzu und ein Gefühl für<br />

Größenverhältnisse. Es war in der Tat schlau von<br />

Peter diese Figur hinzuzufügen. Um aber das<br />

meiste aus diesen Elementen herauszuholen, muss<br />

die Komposition enger gefasst sein. Die ersten zwei<br />

Stuhlreihen lenken ab und unterbrechen die<br />

Wiederholung des Musters. Ich verstehe dass Peter<br />

<strong>Sie</strong> im Bild gelassen hat, da<strong>mit</strong> dieses zum "Wegen<br />

Regen abgesagt" Motto passt, aber ich find dass<br />

das Foto einfacher und kompositionell stärker wirkt<br />

wenn sie herausgeschnitten sind, wie abgebildet.<br />

Ich habe zudem den Kontrast etwas nach oben<br />

geschraubt, indem ich die Kurven in Photoshop<br />

angepasst habe, um den schwarz-weiß Effekt zu<br />

unterstreichen.<br />

Urteil: Ein schlichtes und effektives Bild, das<br />

durch Cropping noch stärker wirkt.<br />

Kreatives Cropping<br />

Wie <strong>Sie</strong> an Lees bearbeitetem Bild sehen können,<br />

haben kreatives Cropping und eine Erhöhung des<br />

Kontrasts den Reiz dieses Bildes erhöht. Photoshop<br />

bietet viele Optionen um eine Aufnahme in ein<br />

Schwarzweißbild zu verwandeln. Es gibt hierbei kein<br />

falsch und richtig, aber die Option die dem<br />

Fotografen die meiste Kontrolle bietet findet sich<br />

unter Image> Adjustments>Black & White. Finden<br />

<strong>Sie</strong> durch Experimentieren heraus, was für <strong>Sie</strong> am<br />

besten funktioniert. <strong>So</strong> bald die Umwandlung fertig<br />

ist, möchten <strong>Sie</strong> vielleicht die Kontrasteinstellungen<br />

ändern (Image>Adjustments>Brightness/Contrast).<br />

Das Hinzufügen von Kontrast kann Ihrem<br />

Schwarzweißbild eine größere Wirkung verleihen,<br />

aber seien <strong>Sie</strong> vorsichtig dass <strong>Sie</strong> es <strong>mit</strong> diesem<br />

Effekt nicht übertreiben, <strong>Sie</strong> könnten das Bild<br />

ansonsten ruinieren. Setzen <strong>Sie</strong> Nachbearbeitung<br />

behutsam ein und scheuen <strong>Sie</strong> sich nicht ggf. von<br />

vorne anzufangen.<br />

„Volle Punktzahl für Peter, dafür<br />

dass er das Potential der nassen<br />

Sitze erkannt hat. Die leeren<br />

Sitze erschaffen ein<br />

atemberaubendes Muster.“<br />

Ross Hoddinott


EXPERTENRATGEBER<br />

>Expertenkritik<br />

Bryce Canyon<br />

Von David Cundy<br />

Kamera: Canon EOS 10D<br />

Objektiv: Canon 100-400mm IS zoom<br />

Belichtung: 11/250 Sekunden bei f/9.5 (ISO 200)<br />

<strong>mit</strong> -0.5EV Belichtungsausgleich<br />

David sagt: „Dieses Bild entstammt<br />

einer Reihe von Aufnahmen des Bryce<br />

Canyon die ich sehr früh am Morgen<br />

machte. Ich habe diese <strong>Fotos</strong><br />

gemacht, weil der <strong>So</strong>nnenaufgang<br />

über dem Bryce Canyon dem Erwachen der Welt<br />

gleicht. Ich habe probiert die Essenz davon<br />

einzufangen!“<br />

Ross Hoddinott: Was für eine fantastische<br />

Szene. Was ich an diesem Bild wirklich mag sind die<br />

verschiedenen Schichten von Form und Farbe,<br />

während die grünen Bäume Kontrast ins Spiel<br />

bringen und einen Schwerpunkt liefern. Das frühe<br />

Morgenlicht sticht ins Auge und beleuchtet<br />

wunderschön die Textur und Form des Felsens. Man<br />

lässt sich bei der Landschaftsfotografie leicht dazu<br />

verführen <strong>mit</strong> einem Weitwinkelobjektiv schöne<br />

Aussichten zu knipsen, aber - wie David hier schön<br />

illustriert - <strong>mit</strong> einem Teleobjektiv können Fotografen<br />

interessante Bereiche und Details isolieren. David<br />

hat ein sehr kreatives Auge und erkennt wie die<br />

zackigen Felsen effektiv einen natürlichen Rahmen<br />

für die Bäume dahinter schaffen. Ich mag die<br />

Komposition, aber <strong>mit</strong> etwas engerem Cropping<br />

könnte das Bild noch besser wirken, indem man die<br />

Spitzen der Felsen unten links im Bild abschneidet.<br />

Urteil: Ein wunderschönes Bild. Die Felsen<br />

bilden einen natürlichen Rahmen für die Bäume<br />

dahinter und das Morgenlicht beleuchtet die<br />

Formen und Texturen. Mit etwas engerem Cropping<br />

erhält man ein sogar noch besseres Bild.<br />

Lee Frost: Ich bin schon In Bryce gewesen<br />

und finde Davids Beschreibung des<br />

<strong>So</strong>nnenaufgangs sehr passend. Die<br />

Felsformationen (Hoodoos - Unglücksbringer),<br />

die das riesige, natürliche Amphitheater<br />

ausfüllen, glühen in verschiedenen Orange- und<br />

Rottönen wenn die <strong>So</strong>nne aufgeht - als ob sie<br />

lichtdurchlässig wären und von innen scheinen.<br />

Es ist ein ausgezeichneter, ehrfurchtgebietender<br />

Ort. Leider fängt Davids Bild das nicht wirklich<br />

ein. Man kann <strong>mit</strong> einem Teleobjektiv so ziemlich<br />

überall Aufnahmen machen, um dieses Bild zu<br />

erhalten. Das liegt daran, dass die<br />

Felsformationen über ein großes Gebiet verstreut<br />

sind, wie ein Steinwald. Ich glaube nicht dass ein<br />

Teleobjektiv die richtige Wahl für diese Aufgabe<br />

ist - zumindest nicht für eine ikonische<br />

Aufnahme. Ein moderates Weitwinkelobjektiv ist<br />

hierbei wesentlich effektiver, da es ein größeres<br />

Gebiet einfängt und das Größenverhältnis des<br />

Ortes wiedergibt, indem es die Perspektive<br />

komprimiert und das Bild <strong>mit</strong> den faszinierenden<br />

Mustern der Felsformationen füllt. In diesem Fall<br />

hat David viel zu weit gezoomt und sein Foto<br />

enthüllt weder das Größenverhältnis noch die<br />

Schönheit des Ortes und verwandelt das Bild<br />

auch nicht in ein atemberaubendes Muster - es<br />

ist nur ein Wirrwarr von Farben, <strong>mit</strong> ein paar<br />

Bäumen die zwischen den Felsformationen<br />

herausragen.<br />

Urteil: Die Komposition ist zu selektiv und<br />

fängt nicht die Herrlichkeit des Canyons ein.<br />

Schnellkritik<br />

1) Die Farben des Canyons sind hierbei<br />

besonders wichtig, warum also nicht das<br />

Beste daraus machen? Mit einem Polarisator<br />

lassen sich die Farben sättigen, aber erst in der<br />

Nachbearbeitung können <strong>Sie</strong> richtig loslegen.<br />

2) Lichtverhältnisse ändern sich im Lauf des<br />

Tages drastisch, wobei das Licht am Morgen<br />

und Abend sich am besten zur<br />

Landschaftsfotografie eignet. Stellen <strong>Sie</strong> den<br />

Wecker und stehen früh auf, es lohnt sich.<br />

3) An Orten wie Canyons kann es kompliziert<br />

sein das Größenverhältnis in nur einer<br />

Aufnahme einzufangen. Probieren <strong>Sie</strong> doch<br />

eine Panoramaaufnahme um die Größe eines<br />

Ortes in vollem Glanz aufzunehmen.<br />

1<br />

„Was ich an diesem Bild wirklich<br />

mag sind die verschiedenen<br />

Schichten von Form und Farbe,<br />

während die grünen Bäume<br />

Kontrast ins Spiel bringen und<br />

einen Schwerpunkt liefern.“<br />

Ross Hoddinott<br />

2<br />

132 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


SEE YOUR PICTURES IN CRITIQUE<br />

SEE PAGE 98 FOR DETAILS ON SUBMITTING YOUR<br />

IMAGES OR VISIT WWW.DIGITALSLRPHOTO.COM<br />

Schneebesen<br />

Von Will Cornelious<br />

Kamera: <strong>So</strong>ny Alpha 350<br />

Objektiv: <strong>So</strong>ny 18-70mm<br />

Belichtung: 1/80 Sekunden bei f/5.6 (ISO 100) i<br />

Will says: „Mir geht es bei diesem Foto<br />

um deutliche Farben und grafische<br />

Linien. Ich mag die Schlichtheit, auch<br />

wenn es nur ein einfaches Foto <strong>mit</strong><br />

einem Führungslicht ist, bei dem die<br />

Kurven des Schneebesens betont werden.“<br />

Ross Hoddinott: Ist es nicht<br />

beeindruckend wie alltägliche Objekte in der<br />

Nahaufnahme so radikal anders aussehen<br />

können? Indem man den Schneebesen aus der<br />

Nähe knipst, betont man auf schöne Wiese die<br />

fotogenen Kurven dieses Utensils. Die<br />

Beleuchtung ist etwas grob und Kontrastreich für<br />

meinen Geschmack, Will hätte <strong>mit</strong> einem<br />

Diffusor den Blitz ausgleichen können. Ich mag<br />

den Grünton und kann mir vorstellen dass auch<br />

rot und blau hier gut passen würden. Durch die<br />

diagonale Positionierung des Schneebesens wird<br />

eine starke Komposition erzeugt, aber ich denke<br />

das Arrangement hätte man besser<br />

hinbekommen können. Der zweite<br />

Schneebesen, der durch die Drähte des ersten<br />

geht, driftet in die Unschärfe ab und lenkt von<br />

der Form und den Kurven des Hauptmotivs ab.<br />

Will hätte sich lieber auf den Hauptbesen<br />

konzentrieren sollen und die Komposition besser<br />

nach rechts verlagert, um die volle Form des<br />

Utensils zu zeigen. Eine weitere Alternative wäre<br />

engeres Cropping, um ein kunstvolleres Resultat<br />

zu erhalten das nur die Drähte zeigt.<br />

Urteil: Ein Stillleben das ins Auge springt.<br />

Will hat gut Arbeit geleistet, aber ein anderes<br />

Arrangement und sanftere Beleuchtung hätten<br />

das Foto besser gemacht.<br />

Daniel Lezano: Es macht viel Spaß<br />

abstrakte Bilder von alltäglichen Gegenständen<br />

zu schießen, bei denen es nicht klar ist um<br />

welches Objekt es sich handelt. Diese Fähigkeit<br />

kann auch bei anderen Motiven gut angewandt<br />

werden, da sie <strong>Sie</strong> trainiert sich nicht zu sehr am<br />

gewohnten festzuhalten. Wills Foto ruft dies<br />

definitiv bei mir hervor. Ich finde es markant,<br />

interessant und extrem effektiv - nicht nur dank<br />

der Komposition, sondern auch aufgrund der<br />

schlichten Beleuchtung und dem Hinzufügen<br />

einer einzigen Farbe. Grün ist eine gute Wahl, da<br />

es sich wie blau "zurückzieht und die Objekte im<br />

Vordergrund stechen mehr hervor und ziehen die<br />

gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Meine einzige<br />

Beschwerde ist, dass dem Bild eine gewisse<br />

Düsterkeit anhaftet. Der Kontrast ist zu niedrig<br />

und glänzende, metallische Gefühl der Requisiten<br />

fällt nicht sofort auf. Um dem Abhilfe zu schaffen,<br />

habe ich das Dialogfeld Levels in Photoshop<br />

geöffnet (Image>Adjustments>Levels) und den<br />

Highlight-Tab etwas nach rechts bewegt, um die<br />

helleren Farbtöne etwas "anzuheben". Dies sorgte<br />

für einen großen Unterschied bei der Abstraktion<br />

des <strong>Fotos</strong>.<br />

Urteil: Ein bemerkenswertes Bild – nur die<br />

Levels mussten etwas angepasst werden.<br />

Photoshop Tipp: Verwendung der Levels<br />

Das Optimieren der Levels in Ihrem Bild gehört zu den Aufgaben<br />

die sprichwörtlich nur ein paar Sekunden dauern (und nur ein<br />

paar Klicks <strong>mit</strong> der Maus), aber der Effekt kann Ihr ödes Foto in<br />

ein Meisterwerk verwandeln. Öffnen <strong>Sie</strong> Ihre Datei in Photoshop<br />

und klicken dann auf Layer>New Adjustment Layer>Levels. <strong>Sie</strong><br />

erhalten dann ein Dialogfeld <strong>mit</strong> einem Histogramm, welches<br />

die Levels Ihres Bilds repräsentiert. Spielen <strong>Sie</strong> etwas <strong>mit</strong> den<br />

Schiebern herum, bis <strong>Sie</strong> die Levels Ihrem Geschmack<br />

angepasst haben und klicken dann auf OK. Fügen <strong>Sie</strong><br />

letztendlich das Bild zusammen (Layer>Flatten image) und<br />

speichern Ihre Datei.<br />

„Willls Foto ist markant, interessant und<br />

extrem effektiv, dank der schlichten<br />

Beleuchtung und dem Hinzufügen<br />

einer einzigen Farbe.“<br />

Daniel Lezano


EXPERTENRATGEBER<br />

>Fragen & Antworten<br />

Belichtungsverschmelzung<br />

F) Neulich habe ich zwei<br />

Fotografen über „Low Dynamic<br />

Range <strong>Fotografie</strong>“ reden hören.<br />

Was ist das?<br />

Barbara Green<br />

A) Die meisten von uns kennen die „High<br />

Dynamic Range“ (HDR)-<strong>Fotografie</strong>, wobei eine<br />

Bildserie zu einem einzelnen Bild<br />

zusammengeführt wird. HDR-Bilder sind oft<br />

surrealistisch und fallen ins Auge, aber sie sehen<br />

immer irgendwie „unecht“ aus. Es ist jedoch<br />

auch möglich, Bilder zusammenzuführen und<br />

den Dynamikbereich (oder Kontrastbereich) zu<br />

erweitern, wobei das endgültige Bild trotzdem<br />

ein natürliches Aussehen behält. Diese Technik<br />

wird als „Low Dynamic Range (LDR) <strong>Fotografie</strong><br />

bezeichnet.<br />

Photomatix Pro wird als eines der besten<br />

Standalone-Programme zur Produktion und<br />

Verarbeitung von HDR-Bildern angesehen, aber<br />

es verfügt auch über die Option<br />

Belichtungsverschmelzung (Exposure Fusion)<br />

– ein relativ neues Konzept, eingeführt, um so<br />

genannte Low Dynamic Range Bilder aus einer<br />

Bildserie zu generieren. Exposure Fusion<br />

übernimmt die beste Farbtonalität aus jedem Bild<br />

der Serie und kombiniert diese zu einem einzigen,<br />

natürlich aussehenden Ergebnis.<br />

Während des Generierungsprozesses gewichtet<br />

Exposure Fusion die einzelnen Pixel nach<br />

Leuchtkraft, Farbsättigung und Kontrast und führt<br />

diese Werte so zusammen, dass ein<br />

ausgeglichenes, endgültiges Bild entsteht.<br />

Prinzipiell ist das Verfahren ähnlich wie bei HDR,<br />

doch das Ergebnis sieht völlig anders aus: Das<br />

Bild ist wesentlich natürlicher und entspricht viel<br />

mehr der Originalszenerie. Diese Technik wird<br />

besonders bei Motiven angewendet, bei denen<br />

starker Kontrast vorhanden ist, bei denen also<br />

trotz sehr heller Bereiche Unterbelichtungen in<br />

dunklen Bildbereichen auftreten können. Bei<br />

LDR-Bildern wird eine bestimmte<br />

Schattenintensität beibehalten, wobei die hellsten<br />

Bildbereiche durch hellere Farbtöne noch weiter<br />

aufgehellt werden, da<strong>mit</strong> die Ergebnisse<br />

authentisch bleiben.<br />

PTGui Pro und Enblend/Enfuse sind weitere gute<br />

Exposure Fusion Programme.<br />

1/4 Sek.<br />

1/2 Sek.<br />

1 Sek.<br />

2 Sek.<br />

Rückwärtsgang<br />

F) Ich habe einen Makro-<br />

Umkehrring für meine Canon EOS<br />

500D bekommen. Der ist großartig<br />

für Nahaufnahmen, aber ich weiß<br />

jetzt nicht, wie ich das Objektiv<br />

abblenden soll. Jim Taylor<br />

A) Mit Makro-Umkehrringen kann man ein<br />

Objektiv „verkehrt herum“ am Kameragehäuse<br />

anbringen, was Nahaufnahmen <strong>mit</strong> extremer<br />

Vergrößerung ermöglicht. Aber wenn <strong>Sie</strong> keinen<br />

speziell für ihre Kamera ausgelegten Makro-<br />

Umkehrring haben, ist dessen Funktion durch den<br />

fehlenden elektronischen Kontakt <strong>mit</strong> dem<br />

Kameragehäuse stark eingeschränkt. Trotzdem<br />

können <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> einem kleinen Trick jede<br />

gewünschte Blende einstellen, solange Ihre DSL<br />

Kamera eine Abblendtaste<br />

zur Schärfentiefenprüfung<br />

hat; Ihre Kamera hat diese<br />

Taste.<br />

Stellen <strong>Sie</strong> zuerst die<br />

Blende ein, die <strong>Sie</strong><br />

benutzen wollen und<br />

drücken die Abblendtaste zur<br />

Schärfentiefenprüfung. Halten<br />

<strong>Sie</strong> die Taste gedrückt und nehmen<br />

<strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> der anderen Hand das Objektiv<br />

vom Kameragehäuse ab. Wie <strong>Sie</strong> sehen, bleibt die<br />

Blende des Objektivs in der vorgewählten Einstellung.<br />

Nun können <strong>Sie</strong> Nahaufnahmen <strong>mit</strong> größerer<br />

Tiefenschärfe machen. Um die Blende auf einen<br />

anderen Wert einzustellen, bringen <strong>Sie</strong> das Objektiv<br />

wieder in der „richtigen“ Position an und wiederholen<br />

die Prozedur.<br />

134 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Warum sind meine gedruckten<br />

Bilder dunkel?<br />

F) Neulich habe ich mir einen Canon<br />

MG6150 Drucker gekauft, und nun bin<br />

ich mir nicht sicher, ob mein Bildschirm<br />

richtig kalibriert ist. Ich habe ein paar<br />

gute Drucke hinbekommen, aber die<br />

sind alle dunkler, als auf dem<br />

Bildschirm. Irgendwelche Vorschläge?<br />

Steve<br />

A) Eine verbreitete Ursache dafür ist, dass die<br />

Lichtverhältnisse, unter denen <strong>Sie</strong> Ihre Bilder<br />

betrachten, nicht denen entsprechen, für die Ihr<br />

Bildschirm eingestellt ist. Kurz gesagt: Ihr Bildschirm<br />

ist zu hell. Laden <strong>Sie</strong> von http://www.colourconfidence.<br />

com eine Gratis-PDF-Datei namens „Seeing the light<br />

from the Learning Centre“ herunter. Mit dieser Datei<br />

kommt eine Schritt-für-Schritt Anleitung, <strong>mit</strong> deren<br />

Hilfe <strong>Sie</strong> das Problem lösen können. Helligkeit und<br />

Kontrast eines gedruckten Bildes hängen von dessen<br />

Beleuchtung ab. In einem dunklen Zimmer sieht es<br />

dunkler und flacher aus als unter hellem Licht. Zuerst<br />

einmal sollten <strong>Sie</strong> Ihre Bilder unter „idealer“ Beleuchtung<br />

betrachten und die Helligkeit des Bildschirms dieser<br />

Beleuchtung anpassen. Wenn beide Helligkeiten - die<br />

vom gedruckten Bild und die des Bildschirms -<br />

übereinstimmen, erstellen <strong>Sie</strong> ein Bildschirmprofil. Falls<br />

Ihre gedruckten Bilder danach immer noch zu dunkel<br />

sind, liegt es an der Kalibrierung des Bildschirms und des<br />

Profils – aber <strong>Sie</strong> haben jetzt wenigstens eine<br />

Basiseinstellung, auf der <strong>Sie</strong> aufbauen können. X-Rite<br />

ColorMinki Photo ist ein ideales Einsteigerprogramm, um<br />

ein Druckprofil zu erstellen und es kommt <strong>mit</strong> diversen<br />

Tools für Farbmessungen und Farbeinstellungen. Für<br />

weitere Details besuchen <strong>Sie</strong> http://www.<br />

colourconfidence.com.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Blitz für den schmalen<br />

<strong>Geld</strong>beutel<br />

F) Was ist die beste Blitzalternative<br />

für jemanden <strong>mit</strong> kleinem Budget?<br />

Ich suche eine gleichwertige<br />

Alternative zum Nikon SB-600<br />

Speedlight für den Einsatz <strong>mit</strong><br />

meiner Nikon D3100. Da ich zwei<br />

Blitzgeräte kaufen will, liegt das<br />

SB-600 außerhalb meiner<br />

finanziellen Möglichkeiten. Ich<br />

möchte sowohl verschiedene<br />

Kameratechniken ausprobieren<br />

als auch den Blitzschuh benutzen.<br />

Darren<br />

A) Blitz-<strong>Fotografie</strong> kann trickreich sein, selbst<br />

<strong>mit</strong> den Vorteilen der Digitalfotografie. Aufgrund<br />

der raffinierten, ausgereiften Technik sind die<br />

Preise für voll ausgestattete Blitzgeräte hoch: <strong>Sie</strong><br />

müssen wenigstens 170 Euro ausgeben, wenn<br />

<strong>Sie</strong> ein Gerät <strong>mit</strong> vergleichbarer Leistung und<br />

Ausstattung wie das 290 Euro teure SB-600<br />

haben wollen. Wir raten Ihnen, die Websites<br />

verschiedener unabhängiger Marken zu<br />

durchforsten, um herauszufinden, was für <strong>Sie</strong> der<br />

beste Kompromiss zwischen Ausstattung und<br />

Preis ist.<br />

Das Metz 44 AF-1 Digital für 170 Euro ist einen<br />

Blick wert, ebenso wie das Sigma EF-610 DG ST<br />

zum gleichen Preis. Es gibt noch preiswertere<br />

Modelle, die zufriedenstellend arbeiten, aber die<br />

haben möglicherweise nicht die Ausstattung, die<br />

<strong>Sie</strong> wünschen.<br />

Wenn Ihre finanziellen Möglichkeiten li<strong>mit</strong>iert<br />

sind und <strong>Sie</strong> trotzdem <strong>mit</strong> einer Multiblitz-<br />

Ausrüstung arbeiten wollen, sollten <strong>Sie</strong> auch<br />

ältere Blitzgeräte ins Auge fassen, die man auf<br />

„manuell“ stellen, an einen Slave anschließen<br />

und ohne direkten Kameraanschluss benutzen<br />

kann. Man müsste ein wenig experimentieren,<br />

um die korrekte Belichtungszeit herauszufinden,<br />

aber es bedeutet, <strong>Sie</strong> könnten das Nikon<br />

Speedlight und ein paar leistungsstarke<br />

„veraltete“ Blitzgeräte, ausgerüstet <strong>mit</strong> 10<br />

Euro-Hama Slave-Einheiten kaufen, und so<br />

hätten <strong>Sie</strong> Ihre Multiblitz Ausrüstung. Wir haben<br />

zum Beispiel für unsere „Einführung in die<br />

kreative Blitzfotografie“ (Dezember 2010) einen<br />

Olympus FS200 Blitz <strong>mit</strong> einer Slave-Einheit<br />

ausgerüstet, und ihn erfolgreich als Teil eines<br />

„Off-Camera“ Blitzsystems eingesetzt. Es lohnt<br />

sich jedenfalls, die örtlichen Händler nach<br />

gebrauchten Blitzgeräten zu fragen, sie müssen<br />

lediglich die Einstellung „manuell“ ermöglichen<br />

und die Leistung muss regelbar sein.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 135


EXPERTENRATGEBER<br />

>Fragen & Antworten<br />

Auch beim RAW Modus<br />

nicht zu bequem sein<br />

F) <strong>Fotografie</strong>ren im RAW-Modus<br />

bedeutet, dass das Bild ohne jegliche<br />

Bearbeitung gespeichert wird. Macht<br />

es da Sinn, noch etwas anderes<br />

einzustellen als Schärfe, Blende, ISO<br />

und den Farbraum? Gibt es<br />

irgendeinen Grund für Weißabgleich,<br />

Szenenmodus, Active D-Lighting,<br />

etc.?<br />

Bassem Abdallah<br />

A) Die Annahme, das bestimmte Variablen bei der<br />

RAW-<strong>Fotografie</strong> von Bedeutung sind, weil sie schon<br />

zum Zeitpunkt der Aufnahme das fertige Bild<br />

irreversibel beeinflussen, während andere Variablen<br />

bei der Nachbearbeitung verändert werden können,<br />

ist richtig. Wir wollen der Einfachheit halber<br />

unterscheiden zwischen Belichtungs- und<br />

Postbelichtungsvariablen.<br />

Die Belichtungsvariablen bestimmen, wie eine<br />

Szene aufgenommen wird, sie müssen also korrekt<br />

sein bei der Aufnahme, weil man sie später nicht<br />

mehr ändern kann. Dazu gehören Blende,<br />

Verschlusszeit und ISO-Wert ebenso wie die Art der<br />

Belichtungsmessung und die<br />

Autofokuseinstellungen, außerdem gegebenenfalls<br />

die Blitzeinstellungen. Der gewählte<br />

Belichtungsmodus beeinflusst logischerweise viele<br />

andere Einstellungen, ganz gleich, ob <strong>Sie</strong> einen<br />

kreativen Modus oder einen Szenenmodus<br />

verwenden. Verwenden <strong>Sie</strong> also den Modus, der am<br />

Besten zum Motiv passt.<br />

Die Postbelichtungsvariablen beziehen sich darauf,<br />

wie das von der Kamera aufgenommene Bild<br />

verarbeitet wird. <strong>Sie</strong> können bei der<br />

Nachbearbeitung der RAW-Dateien manipuliert<br />

werden, falls Ihnen die Kameraeinstellungen nicht<br />

gefallen. Falls Ihnen also der Weißabgleich des <strong>Fotos</strong><br />

nicht zusagt, falls <strong>Sie</strong> die Schärfe verstellt haben,<br />

den Kontrast oder die Farbsättigung und wenn <strong>Sie</strong><br />

später wünschen, <strong>Sie</strong> hätten dies nicht getan, dann<br />

können <strong>Sie</strong> – vorausgesetzt, <strong>Sie</strong> schießen Ihre Bilder<br />

im RAW-Modus – all diese Einstellungen korrigieren.<br />

Welcher Weitwinkel?<br />

F) Ich suche ein starkes<br />

Weitwinkelobjektiv, und ein<br />

Freund empfahl mir ein Sigma<br />

Fischauge. Aber ich weiß, dass ein<br />

Fischauge ein kreisförmiges Bild<br />

liefert, und das will ich nicht.<br />

Können <strong>Sie</strong> mir helfen? Sam S<strong>mit</strong>h<br />

A) Sigma stellt zwei Typen Fischaugen-<br />

Objektive her, vielleicht liegt die Verwirrung<br />

daran. Das 8 mm f/3.5 EX DG ist ein<br />

Kreis-Fischauge <strong>mit</strong> 180 Grad- Blickwinkel,<br />

und das liefert die kreisförmigen Bilder, die <strong>Sie</strong><br />

meinen. Ihr Freund sprach wahrscheinlich von<br />

dem 15 mm f/2.8 EX DG, bei dem es sich um<br />

ein diagonales Fischauge handelt. Es hat wie<br />

das 8-mm-Modell einen Winkel von 180 Grad,<br />

produziert aber kein kreisförmiges Bild. Das<br />

Bild sieht eher aus wie das von einem<br />

Ultraweitwinkel-Zoom. Das Objektiv kostet ca.<br />

700 Euro. Erwägen <strong>Sie</strong> auch das Sigma 8-16<br />

Szene <strong>mit</strong> korrektem Weißabgleich<br />

<strong>Vorschau</strong> <strong>mit</strong> fehlerhaftem Weißabgleich<br />

Aber warum sollte man dann die<br />

Postbelichtungsvariablen überhaupt richtig<br />

einstellen? Nun, vom Standpunkt des<br />

fotografischen Puristen aus gesehen sollten <strong>Sie</strong> Ihre<br />

Kamera immer so einstellen, dass sie die<br />

bestmöglichen Ergebnisse liefern kann, anstatt sich<br />

darauf zu verlassen, irgendwelche Fehler sowieso<br />

bei der Nachbearbeitung ausbügeln zu können.<br />

Es gibt aber auch eine Reihe praktischer Gründe,<br />

warum <strong>Sie</strong> versuchen sollten, alles richtig<br />

15 mm Fischauge<br />

mm f/4.5-5.6 DC HSM, das für diese Ausgabe<br />

getestet wurde und einen Blickwinkel zwischen<br />

114,5 und 75,7 Grad hat. Wir haben kürzlich<br />

beide, das 15 mm- und das 8-16 mm-Objektiv<br />

benutzt, als Arsenal in den Emiraten spielte.<br />

Sehen <strong>Sie</strong> sich die Bilder oben an, und <strong>Sie</strong><br />

bekommen einen Eindruck davon, wie diese<br />

Objektive die Perspektive erweitern (und<br />

verzerren!). Für weitere Informationen besuchen<br />

<strong>Sie</strong> www.sigma-imaging-uk.com/lenses.<br />

einzustellen. Vielleicht kommen <strong>Sie</strong> eines Tages in<br />

die Situation, dass <strong>Sie</strong> ein paar Aufnahmen machen<br />

müssen und haben für den RAW-Modus nicht<br />

genug Platz auf der Speicherkarte. Wenn <strong>Sie</strong> dann<br />

alle Kameraeinstellungen genau kennen, können<br />

<strong>Sie</strong> sicher sein, keine Fehler zu machen. Ein anderer<br />

Grund ist der, dass die besten Einstellungen bereits<br />

auf dem <strong>Vorschau</strong>-LCD der Kamera ein Bild liefern,<br />

das dem Endergebnis nahe kommt. <strong>So</strong> erkennen<br />

und korrigieren <strong>Sie</strong> offensichtliche Probleme sofort<br />

und nicht erst bei der Nachbearbeitung, wenn es zu<br />

spät ist, das Motiv noch einmal aufzunehmen.<br />

Wenn der Weißabgleich zum Beispiel auf Kunstlicht<br />

eingestellt war und <strong>Sie</strong> nun Aufnahmen bei<br />

Tageslicht machen, zeigt Ihnen schon die <strong>Vorschau</strong><br />

einen extremen Blaustich, den <strong>Sie</strong> später korrigieren<br />

müssten. Wir empfehlen Ihnen, nicht nachlässig zu<br />

werden beim <strong>Fotografie</strong>ren: Bringen <strong>Sie</strong> alle<br />

Voreinstellungen auf die bestmöglichen Werte –<br />

stellen <strong>Sie</strong> schlimmstenfalls den Weißabgleich auf<br />

„Auto“ (AWB) und die Messwerte auf „Standard“,<br />

um natürlich aussehende Ergebnisse zu<br />

bekommen.<br />

Zoom bei 8 mm<br />

Zoom bei 16 mm<br />

136 DI GITALE SLR FOTOGRAFIE


ROSS HODDINOTT<br />

Vögel beobachten<br />

F) Ich möchte die Vögel in<br />

meinem Garten fotografieren.<br />

Welche Ausrüstung empfehlen<br />

<strong>Sie</strong> einem Enthusiasten <strong>mit</strong> recht<br />

kleinem Budget? Bob Cryer<br />

A) Die meisten Gartenvögel wie<br />

Rotkehlchen, Meisen und Finken sind<br />

ziemlich klein, daher ist eine Brennweite von<br />

300 Millimetern die Mindestanforderung. Ein<br />

70-300 mm-Zoom ist das Objektiv der Wahl<br />

für Einsteiger in die Vogelfotografie.<br />

Angenommen, Ihre digitale SLR hat einen<br />

Sensor der Größe APS-C, so verlängert sich<br />

die Brennweite noch einmal um das<br />

1,5-fache. Es gibt eine große Auswahl an<br />

Tele-Zoom Objektiven, für den schmalen<br />

<strong>Geld</strong>beutel sollten <strong>Sie</strong> eine unabhängige<br />

Marke wie Tamron oder Sigma ins Auge<br />

fassen.<br />

Auch wenn Amateur-Tele-Zooms die<br />

Blendeneinstellung nicht besonders schnell<br />

vornehmen, sind sie doch mehr als<br />

ausreichend, um bei einigermaßen<br />

vernünftigen Lichtverhältnissen gute<br />

Vogelbilder zu schießen – wenn nötig, können<br />

<strong>Sie</strong> immer noch die ISO-Empfindlichkeit der<br />

Kamera auf 400 oder 800 erhöhen, um eine<br />

kürzere Belichtungszeit zu erreichen.<br />

Ein Telekonverter ist eine weitere<br />

kostengünstige Option. Er passt zwischen<br />

Kamera und Objektiv und vervielfacht die<br />

Objektivbrennweite. Es gibt sie üblicherweise<br />

<strong>mit</strong> dem Faktor 2 bzw. 1,4. <strong>Sie</strong> eignen sich<br />

sehr gut, Reichweite und Vielseitigkeit Ihrer<br />

Objektive zu erhöhen, dies wird allerdings durch<br />

den Verlust zweier Blendenstufen pro<br />

Telekonverter erkauft. Nicht alle Objekte können<br />

<strong>mit</strong> Telekonvertern verwendet werden,<br />

überprüfen <strong>Sie</strong> also Ihr Objektiv daraufhin, bevor<br />

<strong>Sie</strong> einen Konverter kaufen.<br />

Gartenvögel sind in der Regel an menschliche<br />

Aktivität gewöhnt, es sollte also nicht allzu<br />

schwer sein, nah genug heranzukommen. Legen<br />

<strong>Sie</strong> Vogelfutter an einem definierten Punkt aus<br />

und sorgen für einen attraktiven, fotogenen<br />

Landeplatz in der Nähe – das kann ein Zweig<br />

oder der Griff eines in die Erde gesteckten<br />

Spatens sein. <strong>Sie</strong> können dann vorab auf<br />

diesen Punkt scharf stellen und sofort auf den<br />

Auslöser drücken, sobald ein Vogel dort<br />

landet. Um zu vermeiden, die Tiere zu<br />

verscheuchen, können <strong>Sie</strong> Ihre Bilder auch<br />

aus einer Gartenlaube heraus machen oder<br />

aus einem Fenster oder einer Terassentür<br />

heraus. <strong>Sie</strong> werden eine Menge Bilder<br />

machen, haben <strong>Sie</strong> also genug Speicherkarten<br />

zur Hand. Es muss wirklich kein Vermögen<br />

kosten, großartige Vogelaufnahmen im<br />

eigenen Garten zu machen. Haben <strong>Sie</strong> also<br />

Geduld. Es wird sich lohnen.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 137


EXPERTENRATGEBER<br />

>Fragen & Antworten<br />

Fuji S5 Pro<br />

Der Fuji Super CCD SR Pro Sensor ist in<br />

der Lage, qualitativ hochwertige<br />

Ergebnisse zu erzielen. Dieses Bild<br />

wurde unter Verwendung des Nikon<br />

18-200mm gemacht<br />

und zeigt eine exzellente<br />

Detaildarstellung<br />

und Farbsättigung.<br />

Ist der Preis korrekt?<br />

F) Mir ist ein wenig verwendeter Fuji<br />

S5 Pro <strong>mit</strong> einer Standardlinse für<br />

500 £ (Stand 20.05.2011: 566,45 €)<br />

angeboten worden. Ist dies ein guter<br />

Preis und sind die Linsen<br />

weitgehend verfügbar?<br />

Declan George, Humber<br />

A) Die Fuji FinePix S5 Pro ist eine sehr gute<br />

digitale Spiegelreflexkamera <strong>mit</strong> einer Linse, sogar<br />

nach heutigen Standards, und findet ihre Basis im<br />

Bereich der Nikon D200, trägt jedoch Fujis Super<br />

CCD SR Pro 12,34-Megapixel Sensor. Der Sensor<br />

verwendet zwei Arten von Foto-Dioden. Diese<br />

halten <strong>So</strong>nderinformationen und einen weiteren<br />

dynamischen Bereich fest, die es der Kamera<br />

erlauben, Höhepunkte aufzunehmen, die<br />

normalerweise ausgebleicht würden. <strong>Sie</strong> ist<br />

vollständig kompatibel <strong>mit</strong> Nikons <strong>So</strong>rtiment an<br />

Linsen und Zubehör, wodurch kein Mangel an<br />

Geräteoptionen auftritt. Ihr Einführungspreis lag bei<br />

1.250 £ (Stand 20.05.2011: 1.416,13 ) (nur für<br />

den Hauptteil), obwohl sie erst im letzten Jahr neu<br />

für ca. 500 £ (Stand 20.05.2011: 566,45 )<br />

verkauft wurde. Es ist sinnvoll, <strong>mit</strong> dieser Thematik<br />

im Hinterkopf ortsansässige Händler in Ihrem<br />

Wohnbereich zu kontaktieren, um zu sehen, ob sie<br />

irgendwelchen übrig gebliebenen neuen Bestand<br />

haben (unwahrscheinlich) oder gebrauchte Modelle<br />

(wahrscheinlicher). <strong>So</strong> können <strong>Sie</strong> sich ein Bild<br />

davon machen, welcher der durchschnittliche<br />

Verkaufspreis ist. Denken <strong>Sie</strong> daran, dass die<br />

meisten Händler eine dreimonatige Garantie<br />

anbieten. Im privaten Verkaufsbereich entfällt diese<br />

Option. Der gefragte Preis von 500 £ (Stand<br />

20.05.2011: 566,45 ) ist ein wenig hoch –450 £<br />

(Stand 20.05.2011: 509,81 ) ist reeller. Wir<br />

haben die S5 Pro in unserer Maiausgabe im Jahr<br />

2007 getestet und ihr eine allgemeine Wertung von<br />

90% verliehen. <strong>Sie</strong> finden diesen Test unter: www.<br />

digitalslrphoto.com, neben anderen Bewertungen<br />

von digitalen Spiegelreflexkameras <strong>mit</strong> einer Linse<br />

sowie von Zubehör.<br />

UV- oder Skylightfilter?<br />

F) Es war ratsam, bei der<br />

Verwendung von Film während<br />

der Shootings im Freien Gebrauch<br />

von einem UV- (oder Skylight-)<br />

Filter zu machen, um den Dunst zu<br />

reduzieren. Ist es wahr, dass<br />

Digitalkameras <strong>mit</strong> Dunst fertig<br />

werden? Falls dem so ist, wäre<br />

dann ein transparenter<br />

Schutzfilter besser? Außerdem,<br />

wenn ich Aufnahmen im Original<br />

mache oder nicht?<br />

Bassem Abdallah<br />

A) UV- und Skylightfilter sind sich äußerst<br />

ähnlich und die Effekte, die beide bieten, sind<br />

fein. UV-Filter werden konstruiert, um das<br />

unsichtbare UV-Licht zu blockieren, das einen<br />

sehr leichten Blaustich verursachen kann, wenn<br />

man Aufnahmen in großer Höhe oder bei hellem,<br />

klarem Himmel in Meeresnähe macht.<br />

Skylightfilter blockieren auch das UV-Licht,<br />

jedoch haben sie einen ziemlich matten<br />

rötlich-gelben Ton, der den Bildern ein kleines<br />

bisschen Wärme hinzufügt, als auch den Dunst<br />

reduziert. Beide wurden zur Verwendung <strong>mit</strong><br />

Filmkameras entwickelt, jedoch sind beide für<br />

den digitalen Gebrauch geeignet, denn solange<br />

die Sensoren Beschichtungen zur Behandlung<br />

von UV-Licht haben, sind sie nicht komplett<br />

wirksam. Zwischen den beiden, würden wir uns<br />

für den UV-Filter entscheiden, da man dabei<br />

sichergehen kann, dass die Farbgenauigkeit ein<br />

wenig besser als beim Skylightfilter ist, obwohl<br />

der Unterschied so gering ist, dass die meisten<br />

Leute ihn nicht wahrnehmen würden. Die<br />

Hauptverwendung dieser Filter liegt darin, Schutz<br />

vor Verschmutzungen, Schmier und Kratzern zu<br />

bieten, während der Ersatz eines beschädigten<br />

Filters die weitaus bessere Option ist, als der<br />

Ersatz einer beschädigten Linse.<br />

Eine andere Option ist es, einen Schutzfilter zu<br />

kaufen, einen transparenten Glasfilter, der<br />

konstruiert wurde, um als Schutzschild für Ihre<br />

Linse zu fungieren. Für welche Art auch immer<br />

<strong>Sie</strong> sich entscheiden, kaufen <strong>Sie</strong> keine<br />

Billigmarke, da die Bilder durch die optische<br />

Qualität des Filters beeinflusst werden. Kaufen<br />

<strong>Sie</strong> stattdessen einen Qualitätsfilter der Art, wie<br />

Hoya (www.intro2020.com), Tiffen (www.tiffen.<br />

com) oder B+W (www.daymen.co.uk) sie<br />

herstellen und stellen <strong>Sie</strong> sicher, dass <strong>Sie</strong> das<br />

Maximale aus Ihrer Optik herausholen, während<br />

<strong>Sie</strong> wissen, dass <strong>Sie</strong> auch einen ordentlichen<br />

Schutz bieten. Letztlich gibt es keinen<br />

Unterschied dabei, Aufnahmen im Original oder<br />

als JPEG zu machen, außer den Vorteilen, die<br />

sich Ihnen dadurch bieten, dass <strong>Sie</strong> in der Lage<br />

sind, die Farbbalance bei der Verwendung der<br />

Original-<strong>So</strong>ftware anzupassen.<br />

138 DI GITALE SLR FOTOGRAFIE


Dunkle Ecken<br />

F) Einige Bilder, die unter<br />

Verwendung eines Weitwinkel-<br />

Zooms gemacht wurden, zeigen<br />

dunkle Ecken in hellen Bereichen des<br />

Himmels. Wodurch wird dies<br />

verursacht, wie kann ich es<br />

vermeiden und wie kann ich es in<br />

Photoshop entfernen? Simon Taylor<br />

A) Ohne weitere Informationen über Ihre Bilder ist<br />

es unmöglich, sich zur Ursache Ihres Problems zu<br />

äußern, <strong>Sie</strong> sollten jedoch in der Lage sein, es als<br />

eine der beiden möglichen Ursachen zu<br />

identifizieren: ein Rückgang des Lichtes sowie eine<br />

Vignettierung. Beide haben dunkle Ecken auf dem<br />

Bild zur Folge, liegen jedoch verschiedene Faktoren<br />

zugrunde. Der Rückgang des Lichtes ist das Resultat<br />

weniger perfekter Optik und wie das Licht durch Ihre<br />

Linse wandert. Das Licht tritt aus vielen Winkeln in<br />

Ihre Linse ein und Ihre Linse ist so konstruiert, dass<br />

sie diese zur Fokussierung auf Ihrem Bildsensor<br />

lenkt. Jedoch tritt der größte Teil des Lichtes ein und<br />

passiert das Zentrum der Linse, der geringere Teil<br />

passiert die Ränder. Dies bedeutet, dass die Ränder<br />

etwas weniger belichtet werden, wodurch sich<br />

etwas dunklere Ränder und Ecken ergeben. Eine<br />

stärkere Optik verarbeitet dies besser, jedoch ist es<br />

ein Phänomen, das gegenwärtig sämtliche Linsen<br />

betrifft, obwohl es bei den besten nahezu unbemerkt<br />

bleibt. Der Umfang, in dem das Licht zurückgeht,<br />

wird durch die Blende beeinflusst – bei der<br />

größtmöglichen Blende wirkt sich dies am<br />

schlechtesten aus. Ein Schließen der Linse verringert<br />

daher das Problem, das bei den meisten Linsen<br />

üblicherweise bei ungefähr f/8 verschwindet.<br />

Die Vignettierung wird durch eine physikalische<br />

Blockierung verursacht, die das Licht daran hindert,<br />

in die Linse einzutreten, üblicherweise ein Filter oder<br />

eine Haube. Dieses Problem kann umgangen<br />

werden, indem man Filter <strong>mit</strong> dem dünnsten Ring<br />

bzw. die richtige Haube verwendet, oder indem man<br />

vermeidet, zeitgleich mehr als einen Filter<br />

anzuschließen. Das Problem betrifft üblicherweise<br />

eher Weitwinkel- als Teleobjektive. <strong>So</strong><strong>mit</strong> kann die<br />

Verwendung einer weniger starken Brennweite<br />

ebenfalls nützlich sein, wie auch das Schließen der<br />

Blende.<br />

<strong>Sie</strong> können das Clone Tool verwenden, um es in<br />

Photoshop zu entfernen, oder besser noch,<br />

verwenden <strong>Sie</strong> den Linsenkorrektur-Filter<br />

(Filter>Verzerrung> Linsenkorrektur) und bewegen<br />

<strong>Sie</strong> den Vignettenschieber nach rechts (+), um die<br />

Ecken schnell aufzuhellen.<br />

Original<br />

Linsenkorrektur<br />

Die dunklen Ecken werden entfernt<br />

Verwenden <strong>Sie</strong> eine positive Vignette<br />

Kompatibilität <strong>mit</strong> Canon<br />

F)Ich erhalte widersprüchliche<br />

Ratschläge und benötige Ihre<br />

Hilfe. Ich besitze eine Canon EOS<br />

10D und mir wurde erklärt, dass<br />

sie kompatibel <strong>mit</strong> EF-S<br />

Objektiven aus einer Hand ist,<br />

während jemand anderes<br />

behauptet, dies könne nicht sein.<br />

Wessen Aussage stimmt nun?<br />

Matt Davies<br />

A) In Kürze, die EOS 10D ist nicht kompatibel<br />

<strong>mit</strong> EF-S Objektiven, da ihr Objektivanschluss<br />

so konstruiert ist, dass er nur <strong>mit</strong> EF Objektiven<br />

kompatibel ist. EF-S Objektive, die für die<br />

Arbeit <strong>mit</strong> EOS Kameras <strong>mit</strong> einem APS-C<br />

Sensor konstruiert wurden, wurden bis zum<br />

Jahr 2004 nicht eingeführt. In diesem<br />

Zusammenhang war die EOS 300D (eingeführt<br />

im Jahr 2003) das erste Modell, das sowohl<br />

<strong>mit</strong> EF-S als auch <strong>mit</strong> EF Objektiven<br />

kompatibel ist. Daher sind sämtliche APS-C<br />

EOS Modelle, die vor der EOS 300D, d.h. der<br />

EOS D30, D60 sowie der EOS 10D eingeführt<br />

wurden, ausschließlich <strong>mit</strong> EF Objektiven<br />

kompatibel.<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 139


EXPERTENRATGEBER<br />

>Fragen & Antworten<br />

Irritiert durch die Muster<br />

F) Seit ungefähr zehn Monaten<br />

beschäftige ich mich ernsthaft <strong>mit</strong><br />

<strong>Fotografie</strong>, habe jedoch<br />

Schwierigkeiten da<strong>mit</strong>, die<br />

Messungsmuster auf meiner Canon<br />

EOS zu verstehen. Könnten <strong>Sie</strong> mir<br />

bitte erklären, wann ich zwischen<br />

Matrixmessung, Selektivmessung,<br />

Spotmessung und <strong>mit</strong>tenbetonter<br />

Integralmessung wählen sollte?<br />

Louis Erasmus<br />

A) Selbst wenn das voreingestellte Matrixmuster<br />

einheitliche Belichtungen in den meisten generellen<br />

Aufnahmesituationen bietet, ist es wichtig zu wissen,<br />

wie Messungsmuster funktionieren, so dass <strong>Sie</strong><br />

kontrollieren können, wann es Ihrer Kamera Mühe<br />

Das Matrixmuster-Symbol<br />

CANON NIKON OLYMPUS<br />

PENTAX SONY<br />

Das Symbol für die Mittenbetonung<br />

CANON<br />

NIKON<br />

OLYMPUS<br />

bereitet, eine Szene korrekt zu belichten. Sämtliche<br />

Kameras geben zumindest drei Messungsmuster vor,<br />

die unter der Annahme funktionieren, dass der<br />

Durchschnitt aller Töne in einer Szene bei 18% grau<br />

liegt. Dies erweist sich bemerkenswerterweise für die<br />

meisten Aufnahmeverhältnisse als richtig, jedoch<br />

können Szenen, in denen helle oder dunkle Bereiche<br />

bzw. ein sehr scharfer Kontrast vorherrschen,<br />

Belichtungsprobleme verursachen. Aus diesem<br />

Grund ist eine Auswahl an Mustern verfügbar. Hier<br />

ist kurze Erklärung dazu, wie die vier Hauptmuster<br />

funktionieren und wann <strong>Sie</strong> diese verwenden sollten.<br />

Einige Ausgaben später werden wir einen<br />

tiefergehenden Leitfaden bereitstellen, der die<br />

Belichtungssysteme und ihre Korrekturen<br />

detaillierter beinhaltet.<br />

Die Matrixmessung: Dies ist das Muster,<br />

nach dem Ihre Kamera zumeist eingestellt ist. Jede<br />

PENTAX<br />

SONY<br />

Marke hat ihren eigenen Typ: Canon hat den Typ<br />

"Evaluative", Nikon hat "Matrix", während <strong>So</strong>ny den<br />

Typ "Honeycomb" hat. Belichtungsinformationen<br />

werden von jedem Bereich bezogen, verglichen und<br />

bewertet. Im Anschluss wird die Belichtung<br />

festgelegt. Diese geschieht in den meisten<br />

Aufnahmesituationen äußerst präzise, sowohl bei<br />

Belichtungen im Freien als auch bei solchen <strong>mit</strong><br />

Blitzlicht. Jedoch gibt es Probleme bei der<br />

Hintergrundbeleuchtung, bei Szenen, in denen der<br />

Himmel in weiten Teilen zu sehen ist, sowie bei<br />

Szenen <strong>mit</strong> scharfen Kontrasten. In diesen Fällen<br />

verwenden <strong>Sie</strong> bitte eines der unten stehenden<br />

Muster.<br />

Die <strong>mit</strong>tenbetonte<br />

Integralmessung: Dies ist das älteste Muster,<br />

bei dem die Belichtung auf einem weiten zentralen<br />

Bereich des Rahmens basiert. <strong>Sie</strong> werden dieses<br />

Muster selten einstellen, jedoch ist es am besten, es<br />

zu verwenden, wenn <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> Korrekturen wie der<br />

Belichtungskorrektur oder der AE-Sperre arbeiten.<br />

Die Spotmessung: Statt vom gesamten<br />

Bildbereich abzulesen, nimmt die Spotmessung von<br />

einem kleinen zentralen Bereich (2-5%) im Rahmen<br />

eine präzise Belichtungsmessung vor. Dies<br />

ermöglicht sehr genaue Ablesungen, da sie nicht von<br />

hellen oder dunklen Bereichen an anderen Stellen im<br />

Rahmen beeinflusst wird. <strong>Sie</strong> sollten darauf achten<br />

sicherzustellen, dass die Spotablesung an einem<br />

<strong>mit</strong>tleren Ton in der Szene vorgenommen wird und in<br />

einem Bereich erfolgt, der in gleicher Weise<br />

beleuchtet ist wie der Hauptgegenstand.<br />

Die Selektivmessung: Dies ist effektiv das<br />

gleiche System wie die Spotmessung, verwendet<br />

jedoch einen weniger präzisen (d.h. größeren)<br />

Messungsbereich, üblicherweise zwischen 8-10%.<br />

Das Spot-/Selektivsymbol<br />

CANON (PARTIAL) CANON (SPOT)<br />

NIKON<br />

OLYMPUS<br />

PENTAX SONY<br />

Allgemeine Szenen:<br />

Diese Szenen stellen gute Beispiele<br />

dafür dar, wann <strong>Sie</strong> bestimmte<br />

Muster einstellen sollten.<br />

Oben: Übliche Szenen, die für die<br />

Matrixmessung geeignet sind.<br />

Links & rechts: Spotmessungen<br />

eines <strong>mit</strong>tleren Tons, um jeweils<br />

eine Unter- sowie Überbelichtung<br />

zu vermeiden.<br />

Glänzender oder matter Bildschirm?<br />

F) Ich wäre Ihnen dankbar für<br />

<strong>Ihren</strong> fachlichen Ratschlag sowie<br />

Ihre Meinungen zum Pro und<br />

Kontra der Verwendung eines<br />

qualitativ hochwertigen Anti-<br />

Glanz- (Mattglanz-) Monitors (und<br />

eines blendfreien<br />

Laptopbildschirms) oder eines<br />

Glare-Type-Displays, das von<br />

Apple hergestellt wird? Paul Johnson<br />

A) Glare-Type-Displays zeigen Reflektionen an,<br />

insbesondere in dunklen Bildbereichen, die Ihre<br />

Bildbewertung und -bearbeitung verhindern.<br />

Die Tatsache, dass Einiges Ihrer Arbeit auf<br />

ähnlichen Bildschirmen betrachtet werden<br />

dürfte, ist irrelevant, während die Hauptsorge<br />

dabei ist, dass es für <strong>Sie</strong> nicht so angenehm<br />

wird, in einem solchen Umfeld zu arbeiten,<br />

ohne zu wissen, ob <strong>Sie</strong> versuchen,<br />

Schattendetails oder Ihre eigene Reflektion zu<br />

bearbeiten. b In gleicher Weise erfolgt eine<br />

übermäßige Helligkeit in Bildern, die beim<br />

Ausdruck bedeutend matter aussehen. Glare-Type<br />

eignet sich gut für das Spielen am PC sowie für das<br />

Anschauen von DVDs, jedoch nicht für <strong>Ihren</strong><br />

Bedarf. Außerdem ist ein versteinertes Arbeiten an<br />

einem überhellten Display über einen Zeitraum von<br />

mehreren Stunden am Tag nicht gut für Ihre Augen.<br />

Um ein gutes Ergebnis beim Übergang von der<br />

Monitoranzeige zum Ausdruck zu erzielen, liefert<br />

ein Monitor <strong>mit</strong> einer Haube, die einen Tunneleffekt<br />

erzeugt, die beste Konfiguration. Dies ermöglicht<br />

es Ihnen, die Helligkeit niedrig einzustellen, um<br />

einen Kontrast zu erzielen, der dem von Tinte auf<br />

Papier entspricht, ohne Störungen durch die<br />

umgebende Beleuchtung und Veränderungen in<br />

der Umgebung. Gute Monitore, die in Betracht<br />

gezogen werden können, sind der NEC MultiSync<br />

PA241W und PA271W sowie der Eizo SX2462.<br />

Diese verwenden IPS-Blenden, was bedeutet,<br />

dass <strong>Sie</strong> keine großen Änderungen beim Kontrast<br />

erhalten, wenn <strong>Sie</strong> das Bild aus der Schräge<br />

betrachten. <strong>Sie</strong> sind erschwinglicher als die<br />

professionellen CG- und SV-Produktreihen, jedoch<br />

immer noch zu bevorzugen gegenüber den<br />

alternativen Glare-Type-Displays. Hauben sind<br />

verfügbar für die 24in-Modelle. Als Ratgeber bzgl.<br />

der Entscheidung zugunsten eines<br />

farbkontrollierten Monitors sowie bzgl. des<br />

Arbeitsumfeldes laden <strong>Sie</strong> bitte die PDFs 'Seeing<br />

the Light' und 'Making the Right Monitor Choice'<br />

vom 'Learning Centre' auf www.colourconfidence.<br />

com herunter.<br />

140 DIGITALE SLR FOTOGRAFIE


Die Matrixmessung<br />

Die Spotmessung<br />

Die Spotmessung<br />

Welcher Reflektor?<br />

F) Ich bin gebeten worden, einige<br />

Portraits aufzunehmen und<br />

benötige einen vernünftigen<br />

Reflektor. Ich habe<br />

<strong>mit</strong>bekommen, dass eine<br />

dreieckige Version <strong>mit</strong> einem Griff<br />

existiert, was ideal klingt. Wissen<br />

<strong>Sie</strong>, wie diese heißt und ob sie gut<br />

ist?<br />

Sally McKenna<br />

A) Es klingt so, als meinten <strong>Sie</strong> Lastolites<br />

Produktreihe von "Tri-Grips",<br />

zusammenklappbare Reflektoren, die einen<br />

robust gestalteten Handgriff haben, der es<br />

Ihnen ermöglicht, diese relativ leicht in<br />

Armlänge zu halten. Aufgrund ihres neuen<br />

Designs sind die "Tri-Grips" teurer als<br />

Standardreflektoren. <strong>Sie</strong> sind den höheren Preis<br />

jedoch wert, falls <strong>Sie</strong> Ihre Aufnahmen<br />

üblicherweise ohne die Hilfe eines Assistenten<br />

machen. <strong>Sie</strong> sind in drei Größen verfügbar: als<br />

"45cm-Mini-", "75cm-Standard-" sowie als<br />

"1.2m-Maxi-TriGrip". Jede dieser Größen bietet<br />

eine Auswahl an silber-weißen, gold-weißen,<br />

"sunfire"-silbernen und "Sunlite-softsilver"-<br />

Reflektoren sowie Diffusoren, die aus einer<br />

Hand bzw. aus zwei Quellen hergestellt<br />

wurden. <strong>Sie</strong> sind ideal für die Verwendung vor<br />

Ort oder im Studio und lassen sich zum Zwecke<br />

einer einfachen Lagerung auf ein Drittel ihrer<br />

Größe zusammenklappen. Für weitere Details,<br />

schauen <strong>Sie</strong> sich bitte folgenden Link an: www.<br />

lastolite.com/trigrips<br />

Restaurieren von Bildern<br />

F) Ich habe einige Bilder restauriert,<br />

wobei ich Photoshop CS3 verwendet<br />

habe. Dabei habe ich nur einige<br />

schwarz-weiße Ausdrucke erhalten,<br />

die durch Verblassen und schlechte<br />

Handhabung <strong>mit</strong> der Zeit in einen<br />

schlechten Zustand übergegangen<br />

sind. Ist Photoshop Elements 8 oder 9<br />

ein geeigneteres Paket zur<br />

Verwendung bei der<br />

Bildrestaurierung oder gibt es eine<br />

weitere Option? Arnold Hokins<br />

A) Falls <strong>Sie</strong> <strong>mit</strong> der Verwendung von Photoshop<br />

CS3 zufrieden sind, gibt es keinen Grund, das<br />

<strong>So</strong>ftwarepaket zu wechseln, da <strong>Sie</strong> eines der besten<br />

verfügbaren verwenden. Die Bildrestaurierung<br />

beinhaltet üblicherweise das Entfernen von<br />

Kratzern, Flecken und anderen Druckmarken sowie<br />

die Entfernung der Farbabdrücke, die bei<br />

Ausdrucken <strong>mit</strong> zunehmendem Alter entstehen.<br />

Das Letztere ist einfach zu korrigieren, indem <strong>Sie</strong> ein<br />

Bild in ein Schwarz-Weiß-Bild konvertieren. Die<br />

Marken zu entfernen ist komplizierter und erfordert<br />

Ihre <strong>So</strong>rgfalt bei dem Versuch, das Bild zu<br />

restaurieren, ohne die Änderungen zu offensichtlich<br />

werden zu lassen. <strong>Sie</strong> werden bemerken, dass das<br />

"Clone Tool" und das "Healing Brush" die effektivsten<br />

Tools im Photoshop-Arsenal sind, um diese Mäkel<br />

zu bearbeiten, jedoch bieten Pakete wie Corels Paint<br />

Shop Pro ähnliche Optionen an. Wir würden Ihnen<br />

empfehlen, in ein erschwingliches Grafiktablett<br />

sowie einen Stift zu investieren, und diese eher als<br />

Ihre Maus dafür zu verwenden, Ihre Bilder zu<br />

restaurieren. Das Wacom-Bambustablett für 70 £<br />

(Stand 20.05.2011: 79,30 ) ist ein ideales erstes<br />

Tablett. www.wacom.eu<br />

DIGITALE SLR FOTOGRAFIE 141


EXPERTENRATGEBER<br />

>Fragen & Antworten<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Aufnahmen von Käfern<br />

F) Ich möchte <strong>Fotos</strong> von<br />

Insekten machen die aus der<br />

Larve schlüpfen. Was ist<br />

hierbei die beste<br />

Angehensweise für gute<br />

<strong>Fotos</strong>?<br />

Laura Ashe<br />

A) Das <strong>Fotografie</strong>ren von schlüpfenden<br />

Insekten kann sehr herausfordernd und<br />

zeitraubend sein, aber die Resultate<br />