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Digitale Fotografie - Update Bessere Bilder - so funktioniert's (Vorschau)

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<strong>Digitale</strong><br />

UPDATE<br />

Nr. 4/2012 Sept – Nov 2012<br />

www.digitale-fotografie-magazin.de<br />

DIE OUTDOOR AUFNAHMETRICKS DER EXPERTEN<br />

<strong>Bessere</strong> <strong>Bilder</strong><br />

<strong>so</strong> <strong>funktioniert's</strong><br />

Deutschland:<br />

EUR 9,90<br />

Österreich:<br />

EUR 11,-<br />

Schweiz:<br />

CHF 19,-<br />

LU/BE<br />

EUR 11,50<br />

Einführung in die Tierfotografie<br />

So fangen Sie den Regenbogen ein<br />

Anwendung von künstlerischen Filtern<br />

GUTSCHEIN<br />

Exklusiv für unsere Leser<br />

Foto auf Alu-Dibond<br />

GRATIS<br />

Weitere Infos siehe Seiten 11 und 13<br />

Plus! Indoor- und Outdoor-Aufnahmetechniken zum Ausprobieren!<br />

Wundervolle<br />

Wolken<br />

Der Himmel beeindruckt<br />

als Hauptmotiv<br />

Saftige<br />

Stillleben<br />

<strong>Bilder</strong> mit Früchten haben<br />

ihren be<strong>so</strong>nderen Reiz<br />

Verblüffende<br />

Lichtbrechungen<br />

Die Kristallkugel <strong>so</strong>rgt für<br />

magische Porträts


Willkommen<br />

Liebe Leser und Fotografen,<br />

es ist Photokina-Jahr! Vom 18. bis 23.<br />

September 2012 trifft sich alles, was Rang und<br />

Namen in der <strong>Fotografie</strong> hat, in Köln. Über<br />

1000 Aussteller aus aller Welt haben sich<br />

angemeldet, 180.000 Besucher werden<br />

erwartet – gleichermaßen Profis wie<br />

Hobbyfotografen.<br />

impressum<br />

HERAUSGEBER: Ultimate Guide Media<br />

Chefredakteur: Hagen Hellwig<br />

redaktION INterNatIONal: Daniel Lezano, Caroline<br />

Wilkin<strong>so</strong>n, Ross Hoddinott, Lee Frost<br />

ART DIRECTOR: Dean Mullock<br />

FINANZDIREKTOR: Richard Layton<br />

Als großen Trend sieht die „internationale<br />

Leitmesse für die gesamte Foto- und<br />

Imagingbranche“ das „Mobile Imaging“. Es werden Geräte und Möglichkeiten gezeigt, die von<br />

der Aufnahme bis zum Druck alles unterwegs erledigen. Die meisten von uns fotografieren<br />

ohnehin mobil und nicht im Studio. Aber die „digitale Dunkelkammer“ (auch ein Thema<br />

dieses Heftes) und das Ausdrucken geschehen bislang eher in Innenräumen. Lassen wir uns<br />

überraschen, was es Neues gibt!<br />

Ein zweites großes Thema der Photokina ist das Videofilmen mit Fotokameras sicher keine<br />

neue Erfindung und mittlerweile Standardfunktion jeder besseren Kamera, doch kaum – und<br />

selten professionell – angewendet. Selbst mit Handys kann gefilmt werden – Anlass für die<br />

Messe, dem Smartphone eine Sonderfläche zu widmen. Wir geben Ihnen in dieser Ausgabe<br />

schon einige Hinweise, die Videofunktion Ihrer Kamera richtig zu nutzen.<br />

Als Event hat die Photokina die Outdoor-<strong>Fotografie</strong> entdeckt – in unseren „<strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>“-<br />

Magazinen ein Dauerbrenner. Auf der Messe <strong>so</strong>ll es speziell um Action- und<br />

Unterwasserfotografie gehen. Wir gehen für Sie in dieser Ausgabe in den heimischen Garten<br />

und zeigen Ihnen, wie Sie ein Insekt oder eine Pusteblume aufnehmen können – auch eine<br />

Herausforderung.<br />

Neben der Vorstellung von Neuheiten wird es bei der „Nr. 1 der Branche“ unzählige Fotos zu<br />

sehen geben – eine gute Gelegenheit, sich ein Bild von der Szene und den gerade gefragten<br />

Motiven zu machen. Mengenmäßig können wir mit dem „Leserschaukasten“ oder der<br />

Präsentation von Spitzen-<strong>Fotografie</strong> in diesem Magazin da natürlich nicht ganz mithalten,<br />

befinden uns aber auf dem richtigen Weg.<br />

Und dann geht es auf der Messe darum, Menschen zu treffen, die sich gleichfalls für<br />

<strong>Fotografie</strong> interessieren – denn davon kann man bei jedem Aussteller und Besucher<br />

ausgehen. An den Ständen und während der Veranstaltungen gibt es unzählige<br />

Gelegenheiten, mit Fachleuten, Fotografen oder anderen Besuchern ins Gespräch zu<br />

kommen.<br />

Selbstverständlich sind wir von „<strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>“ auch mit einem eigenen Stand vertreten:<br />

Besuchen Sie uns in Halle 4.1, Reihe G, Stand 031. Dort werden wir alle unsere Magazine<br />

präsentieren und zu Sonderkonditionen anbieten. Als zusätzliche Attraktion können Sie sich<br />

mit hochwertigem Equipment am Stand fotografieren – mit oder ohne „<strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>“ in<br />

der Hand – und das Bild <strong>so</strong>fort auf A4 ausdrucken lassen.<br />

Wir sehen uns in Köln, bis dahin<br />

immer das beste Licht wünscht<br />

Hagen Hellwig<br />

Die nächsten Ausgaben von <strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong> erscheinen am:<br />

2.10.2012: <strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>-THEMEN/Einsteiger<br />

4.12.2012: <strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>-UPDATE<br />

13.12.2012: <strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>-Photoshop<br />

Foto-Upload für Jedermann:<br />

www.digitale-fotografie-magazin.de<br />

Facebook: <strong>Digitale</strong> <strong>Fotografie</strong>-Magazine<br />

DATENSCHUTZERKLÄRUNG<br />

Dieses MAGBOOKwird unter der Lizenz und mit<br />

der Erlaubnis von © Dennis Publishing Limited<br />

herausgegeben. Alle Rechte an Material, Titel und Marke<br />

dieses Magazins sind Eigentum von Dennis Publishing<br />

Limited und dürfen weder im Ganzen noch teilweise ohne<br />

vorherige schriftliche Genehmigung reproduziert werden.<br />

Die in diesem Magazin artikulierten Meinungen, sind<br />

die Meinungen der jeweiligen Autoren und stimmen<br />

nicht zwingend mit der Meinung des Herausgebers, der<br />

Redaktion oder den Vertreibern dieses Magazins überein.<br />

HAFTUNG<br />

Das Heft wurde mit großer Sorgfalt produziert. Der<br />

Verlag kann jedoch keine Haftung, Gewährleistung,<br />

Garantie oder Versicherung für Meinungen, Waren oder<br />

Dienstleistungen übernehmen, die in dieser Ausgabe<br />

veröffentlicht wurden. Der Herausgeber übernimmt keine<br />

Verantwortung für Inhalte von externen Webseiten, deren<br />

Adressen veröffentlicht werden.<br />

VERTRIEB<br />

VU VERLAGSUnIOn KG<br />

Am Klingenweg 10<br />

65396 Walluf<br />

Telefon: 0612/3620 0<br />

VERLAG<br />

BüRO DEUTSCHLAND<br />

Ultimate Guide Media Ltd.<br />

Chilehaus A, Fischertwiete 2<br />

20095 Hamburg<br />

BüRO UNITED KINGDOm<br />

Ultimate Guide Media Ltd<br />

Argyle House, 1 Dee Road<br />

Richmond, Surrey<br />

TW9 2Jn<br />

Company no. 06965305<br />

HOmEPAGE<br />

www.digitale-fotografie-magazin.de<br />

ABONNEmENTS UND PRESSEVERTRIEB<br />

IPS Pressevertrieb GmbH<br />

Ultimate Guide Abo-Service<br />

Postfach 1331<br />

53340 Meckenheim<br />

E-Mail: abo-ugm@ips-d.de<br />

Telefon: 022 25/70 85-362<br />

Homepage: www.ips-d.de<br />

LESERFRAGEN<br />

Bitte schicken Sie Leseranfragen an<br />

info@digitale-fotografie-magazin.de<br />

DRUCK UND BINDUNG<br />

QuadWinkowski Sp. z o.o.<br />

ul. Okrzei 5, 64-920 Piła, Polen<br />

www.Quadwinkowski.pl<br />

Das Papier, auf dem dieses<br />

Magazin gedruckt ist, besteht aus<br />

umweltverträglichen Fasern.


Inhalt<br />

06 Belichtung<br />

Auf dem WellenkAmm/Preisträger<br />

des Al-thAni AWArds<br />

16 leserschaukasten<br />

ihre Besten fOtOs<br />

PEDRo SzEkE<br />

38 Die perfekte<br />

aufnahme<br />

sO einfAch sind kreAtiVe <strong>Bilder</strong><br />

40 sich ein BilD machen<br />

stillleBen, regenBOgen, glAskugel,<br />

triPtychOn, BAByPOrträts,<br />

tierleBen, POlfilter, fOtOmOsAik<br />

70 fotoexperte<br />

tierWelt, Ausrüstung, gArten,<br />

stAdtPArk<br />

80 spitzen-fotografie<br />

dAVe king, mArinA cAnO, JAy<br />

mAidment<br />

95 <strong>so</strong> gelingen<br />

lanDschaftsaufnahmen<br />

109 ein kreativer Blick<br />

<strong>Bilder</strong>rAhmen<br />

116 vollstänDig im<br />

BilDe<br />

infrArOt-fOtOgrAfie<br />

127 ihre kamera<br />

verstehen<br />

VideOfunktiOnen, effektfilter<br />

136 expertenrat<br />

tierWelt, Ausrüstung, gArten,<br />

stAdtPArk<br />

141 kritik von<br />

experten, fragen unD<br />

antworten<br />

PhOtOshOP elements, PhOtOshOP<br />

cs, lightrOOm<br />

86<br />

Das WEttEr<br />

BEoBachtEn<br />

06<br />

BELichtUnG<br />

14<br />

maLEn mit<br />

Licht<br />

22<br />

DynamikUmFanG<br />

74<br />

makro-WUnDEr<br />

40<br />

PiLZE<br />

projekte<br />

40 nur der himmel - ohne limits<br />

Bei vielen Landschaftsaufnahmen ist der<br />

Himmel zweitrangig. Manchmal wird er<br />

auf einen dünnen Streifen am oberen Rand<br />

reduziert. Es geht auch anders.<br />

52 Babyporträs<br />

Wir zeigen die Vor- und Nachteile und die<br />

Techniken und Requisiten, die man braucht,<br />

um unsere Wonneproppen zu fotografieren.<br />

57/72 fotosafari im garten<br />

Suchen Sie Ihren Garten nach Möglichkeiten<br />

ab, um Blumen und Insekten zu kombinieren<br />

und Sie erhalten eindrucksvolle Fotos.<br />

70 ausrüstung für die tierfotografie<br />

Für die Tierfotografie ist Spezialausrüstung<br />

notwendig. Wer gut informiert ist, kann hier<br />

sparen.<br />

79 tierfotos im Beton-Dschungel<br />

Wetterveränderungen können einen noch<br />

größeren Einfluss auf die Lichtqualität haben<br />

als Tageszeiten. Wollen Sie erfolgreiche<br />

Aufnahmen, müssen Sie Sich mit den<br />

Elementen anlegen.<br />

80 zurück in die vergangenheit<br />

Manche Fotografen arbeiten wieder mit<br />

älteren Aufnahmeverfahren, weil sie dadurch<br />

mehr künstlerische Freiheiten haben, als bei<br />

der digitalen <strong>Fotografie</strong>.<br />

95 <strong>so</strong> gelingen landschaftsbilder<br />

Die großartigen Landschaften Nordeuropas<br />

haben Fotografen viel zu bieten. Wir zeigen<br />

Ihnen, wie eine Landschaft fotogen gemacht<br />

wird.<br />

109 ein kreativer Bilick<br />

Außergewöhnliche Aufnahmen alltäglicher<br />

Motive<br />

128 hD-video: einführung<br />

Das Aufnehmen von Videos mit Ihrer DSLR<br />

war noch nie <strong>so</strong> einfach, vielseitig und<br />

qualitativ besser – probieren Sie es aus!<br />

151 <strong>Digitale</strong> Dunkelkammer<br />

Elements, Photoshop, Lightroom & Co.<br />

4 / <strong>Digitale</strong> fotografie – UPDATE


122<br />

HEROISCHE<br />

MOMENTE<br />

124<br />

HEROISCHE<br />

MOMENTE<br />

136<br />

HEROISCHE<br />

MOMENTE<br />

114 160<br />

HEROISCHE<br />

EINfäRbEN<br />

MOMENTE<br />

142<br />

EINfäRbEN<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE \ 5


BELICHTUNG<br />

WAS IST ANGESAGT IN DER WELT DER FOTOGRAFIE?<br />

AUF DEM<br />

WELLENKAMM<br />

ZUR INSPIRATION SCHAUEN WIR UNS DIE FASZINIERENDEN<br />

BEITRÄGE FÜR DEN AL-THANI AWARD DES LETZTEN JAHRES<br />

AN. ES köNNEN NEUE BEITRÄGE EINGEREICHT WERDEN ...<br />

© ANDy FOx, AL-THANI AWARD FOR PHOTOGRAPHy 2011


BELICHTUNG<br />

AL-THANI-PREISTRÄGER<br />

© XIA ZHAOXU<br />

© ALEXANDER GOHLKE<br />

2012 Al-Thani Award für <strong>Fotografie</strong><br />

80.000 US-DOLLAR ALS PREISGELD? GANZ SICHER lohnt es sich da,<br />

einen Beitrag einzureichen! Der Al-Thani Award for Photography – im<br />

Verbund mit der Fotografischen Gesellschaft Qatar und dem Trierenberg<br />

Super Circuit aus Österreich– fordert zur Einsendung von eindrucksvollen<br />

<strong>Bilder</strong>n für den jährlichen Wettbewerb auf und verspricht dabei ein<br />

Preisgeld in einer Höhe, wie man sie selten in einem <strong>Fotografie</strong>wettbewerb<br />

findet. Der Hauptgewinner wird 30.000 US-Dollar und eine Luxusversion<br />

der Leica M6-Kamera erhalten. Der Rest des Preisgeldes wird auf die<br />

Kategoriegewinner und die weiteren Preisträger aufgeteilt.<br />

Das diesjährige Sonderthema ist die Magie des Lichtes, was jede Menge<br />

Gelegenheiten für kreative, stimmungsvolle <strong>Bilder</strong> voller Drama bietet. Die<br />

Organisatoren suchen Beiträge, die einen mit faszinierenden Lichteffekten<br />

vom Hocker reißen und <strong>so</strong>lche, die gekonnt mit Schatten, Silhouetten,<br />

Stimmungen, Kontrasten und Farben spielen. Dies ist eine tolle Chance,<br />

viele unterschiedliche kreative Techniken auszuprobieren, wie z. B. das<br />

Zeichnen mit Licht oder die Nacht zum Tag durch die Verwendung von<br />

Kunstlicht machen. Es gibt auch eine themenfreie Kategorie: Hier können<br />

Sie Ihr ab<strong>so</strong>lutes Lieblingsbild einsenden – egal ob es sich um eine<br />

Landschafts-, Porträt-, Reise-, Natur -oder Tieraufnahme handelt.<br />

Neben den Preisgeldern erhalten die Gewinner die Ehre an der<br />

Preisverleihung in Doha, Qatar, teilzunehmen. Ausgewählte Beiträge<br />

werden zusammen mit den Gewinnerbildern in einem wunderschönen<br />

Bildband gedruckt, den jeder Teilnehmer erhält. Damit Sie den Standard<br />

der Beiträge einschätzen können, entstammen alle <strong>Bilder</strong>, die wir Ihnen<br />

hier zeigen, dem diesjährigen Buch mit den faszinierendsten Beiträgen<br />

aus 2011. Dies ist eine Auszeichnung, auf die jeder Fotograf stolz sein<br />

kann und eine hervorragende Gelegenheit für jeden, der ein<br />

leidenschaftliches Interesse an der <strong>Fotografie</strong> hat.<br />

Um teilzunehmen, gehen Sie zu www.supercircuit.at und laden das<br />

Teilnahmeformular herunter. Die Kosten für einen Beitrag zum Al-Thani<br />

Preis betragen 30 Euro für eine Kategorie und 35 Euro für beide. Die<br />

Beiträge können zwischen dem 1. September und spätestens dem 29.<br />

Oktober 2012 eingereicht werden, daher <strong>so</strong>llten Sie Ihre Beiträge<br />

frühzeitig vorbereiten, damit Sie den Teilnahmeschluss nicht verpassen.<br />

Bei einem derart hohen Preisgeld, <strong>so</strong>llte man kein Risiko eingehen!<br />

© JÜRGEN BUSSE<br />

ERÖFFNUNGSBILD:<br />

Tao Schirrmacher FO<br />

6854, von Andy Fox,<br />

Österreich.<br />

OBEN LINKS:<br />

Morgendlicher Nebel,<br />

von Alexander Gohlke,<br />

Deutschland.<br />

OBEN: Sehen, von Xia<br />

Zhaoxu, China.<br />

DARÜBER: Abendrot,<br />

von Josef Palfrader,<br />

Österreich.<br />

LINKS: Lichter der<br />

Nacht, von Jürgen<br />

Busse, Deutschland.<br />

RECHTS: Verstohlener<br />

Blick, von Mathias<br />

Kniepeiss, Österreich.<br />

© JOSEF PALFRADER<br />

08 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


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Ihr Bild auf großer Bühne<br />

Fotografi eren Sie nicht nur – werden Sie mit posterXXL.de zum<br />

Fotokünstler! Jedes Foto ist ein Unikat. Es hält diesen einen<br />

unwiederbringlichen Moment fest und ist <strong>so</strong> Ausdruck von Stil und<br />

Persönlichkeit. Wer auch in seinem Zuhause oder etwa im Büro Wert<br />

auf Individualität legt, präsentiert sein Foto auf großer Bühne. Mehr als<br />

ein Gemälde oder Möbel unterstreicht es die individuelle Note und gibt<br />

Einblicke in persönliche Erlebnisse oder Vorlieben.<br />

Moderne Bildbearbeitungsprogramme schaffen zusätzlich unzählige<br />

Möglichkeiten, selbst Schnappschüsse in wahre Kunstwerke zu<br />

verwandeln. Zum Abspeichern auf der Festplatte oder als Ausdruck im<br />

Kleinformat sind sie eigentlich viel zu schade.<br />

Im Online-Shop von posterXXL.de lassen sich originäre und<br />

bearbeitete <strong>Bilder</strong> direkt online gestalten – in Art, Größe und<br />

Bildausschnitt. Eine spezielle Software muss dafür nicht installiert<br />

werden.<br />

Beeindruckende Tiefenwirkung<br />

Großartige Augenblicke in lebendigsten Farben und schier<br />

unglaublicher Tiefe – wer allerhöchste Ansprüche stellt, kommt um<br />

Acryl-Glas eigentlich nicht herum. Und dies auf fl exiblen Formaten bis<br />

zu zwei Quadratmetern. Das Bild wird auf echtem Fotopapier gedruckt<br />

und anschließend hinter die transparente Acryl-Glas-Platte geklebt. So<br />

erhält man eine überraschende Farbtiefe, die alles aus Ihrem Bild holt:<br />

brillante Optik mit beeindruckender Tiefenwirkung.<br />

Das Bild für die Ewigkeit<br />

Sie wollen für Ihr Foto einfach nur das Beste? Wer höchste<br />

Farbqualität genau<strong>so</strong> erwartet wie einen edlen Look und<br />

praktische Stabilität, setzt sein Foto mit Alu-Dibond gekonnt in<br />

Szene. Die drei Millimeter starke Alu-Dibond-Platte ist nahezu<br />

unverwüstlich; gleichzeitig wirkt das Bild leicht und be<strong>so</strong>nders<br />

stilvoll. Schützendes UV-Laminat in matt oder glänzend macht<br />

das Bild langlebig und strahlend.<br />

Lernen Sie uns<br />

persönlich kennen<br />

posterXXL mit neuen Produkten<br />

auf der photokina in Köln<br />

In Halle 4.1 am Stand G50/H51<br />

können Sie mit uns fachsimpeln und<br />

unsere Produktneuheiten genauer<br />

unter die Lupe nehmen. Wir freuen<br />

uns auf Sie!


Ed Rhodes<br />

<br />

Alter: 47 / Beruf: Zimmermann<br />

Inselbeobachtung: „Dies war einer der gefährlichsten Orte, an<br />

denen ich je fotografiert habe, denn ich stand an der Kante der Klippe<br />

bei sehr starkem Wind – mitten in der Nacht! Ich habe meine Tasche<br />

an das Stativ gehängt, um ein Verwackeln der Kamera zu verhindern<br />

und mich bei der Bildkomposition an der natürlichen Rundung der<br />

Felsen orientiert. Den Himmel und den Vordergrund habe ich mit<br />

einem 0,9-Grauverlauffilter ausbalanciert und eine 25sekündige<br />

Belichtung verwendet, um die tosende Brandung und das Licht des<br />

Leuchtturms einzufangen. Außerdem habe ich die Details der Felsen<br />

mit einer 40sekündigen Belichtung aufgenommen und die beiden<br />

<strong>Bilder</strong> dann zusammengefügt.”<br />

Nikon D3 mit einem Nikkor AF-S 17-35mm f/2.8D ED-IF Objektiv.<br />

Belichtung: 25 Sekunden und 40 Sekunden bei f/18 (ISO 200).


IHRE BESTEN BILDER<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 15


Leserschaukasten<br />

Ed Rhodes (Fortsetzung)<br />

<br />

Das Quays Theater: „Ich habe diesen Ort mehrmals zuvor abends besucht und diese<br />

Bildkomposition in Betracht gezogen, aber niemals zuvor schien das Licht genau<strong>so</strong> auf die<br />

Gebäude zu fallen wie ich es wollte. Mit meinem Sonnenkompass entschied ich dann, dass ich<br />

es wohl besser am Morgen probieren <strong>so</strong>llte. Nachdem ich zwei Wochen auf die idealen<br />

Bedingungen warten musste, habe ich die Wettervorhersage überprüft und dann kam plötzlich<br />

alles zusammen. Ich wurde mit diesem atemberaubenden Sonnenaufgang belohnt, bei dem<br />

noch Wasser am Kai stand. Ich steckte einen harten Lee 0,6-Grauverlauffilter auf, um den<br />

Himmel gegen das Wasser auszubalancieren und machte eine aufnahme mit einer 5sekündigen<br />

Belichtungszeit. danach habe ich die Gradationskurven und die Sättigung mit photoshop CS5<br />

leicht angepasst, bevor ich eine leichte Vignette hinzugefügt habe, um den Fokus auf die Mitte<br />

des Bildes zu lenken.”<br />

Nikon D3 mit einem Nikkor AF-S 17-35mm f/2.8D ED-IF-Objektiv<br />

Belichtung: Fünf Sekunden bei f/13 (ISO 100).<br />

Berge im Spiegel: „dieses Bild wurde im Herbst aufgenommen, als die Farben <strong>so</strong> schön<br />

waren, wie ich sie nie zuvor im Lake district gesehen habe. an diesem speziellen Morgen waren<br />

wir sehr früh unterwegs, und nach einer Rundreise von 480 km kam ich im Schutz der<br />

dunkelheit an. Nach einer kurzen pause und einem wohlverdienten Kaffee spazierte ich am ufer<br />

von derwentwater entlang und wartete darauf, dass es hell wurde. der Nebel, der sich auf dem<br />

See gebildet hatte, war wunderschön und blieb glücklicherweise lange nach Sonnenaufgang<br />

erhalten, was eine spektakuläre aussicht erzeugte. Bei der Bildkomposition wählte ich den alten<br />

hölzernen anlegesteg und den einzelnen Felsen im Vordergrund als Blickfang. Mit der drittelregel<br />

positionierte ich die herbstlichen Bäume und den Gipfel von Catbells im oberen teil des Bildes,<br />

und mit einem 0,6-Grauverlauffilter hielt ich den Himmel zurück.”<br />

Nikon D200 mit einem Nikkor AF-S 18-70mm f/3.5-4.5G ED-IF DX-Objektiv<br />

Belichtung: 0,8 Sekunden bei f/22 (ISO 100)<br />

Meri Björn<br />

<br />

Alter: 18 / Beruf: Student der <strong>Fotografie</strong><br />

Küss mich unter dem Riesenrad: „Ich war gerade mit Fotoaufnahmen von einer Kirmes<br />

fertig, als ich bemerkte, wie toll die Sonne das Riesenrad beleuchtete. Ich konnte nicht<br />

widerstehen, es noch zu fotografieren, aber es war schwierig, den richtigen Winkel zu finden.<br />

das Modell auszuleuchten war kompliziert. Mein Reflektor war nicht be<strong>so</strong>nders hilfreich, da die<br />

Gebäude um uns herum das Licht blockierten und ich kein Blitzgerät dabei hatte. am ende<br />

fand ich den Winkel, indem ich mich auf das Straßenpflaster legte und das Modell von unten<br />

betrachtete, das auf einer Stufe stand, <strong>so</strong> dass sie in das Licht herein gehoben wurde. Ich<br />

entschied mich dazu, das Modell mit einer großen Blende vom Hintergrund abzuheben und die<br />

aufnahme leicht überzubelichten. In der Nachbearbeitung habe ich die Belichtung des<br />

Hintergrundes zurückgenommen und die Farben verändert, um einen analogen effekt zu<br />

erzielen, da dies zu der verträumten Stimmung des Bildes passte.”<br />

Canon EOS 5D Mk II mit einem Samyang 35mm f/1.4 Objektiv<br />

Belichtung: 1/320 Sekunde bei f/1.4 (ISO 100)<br />

16 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – update


<strong>Digitale</strong> FotograFie – update \ 17


18 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – update


Leserschaukasten<br />

Stephen Emer<strong>so</strong>n<br />

Alter: 48 / Beruf: Krankenhaustechniker<br />

<br />

Zauberhafte Ruinen: „die eindrucksvollen Klosterruinen von Inch abbey befinden sich neben<br />

dem Fluss Quoile in County down in Großbritannien. an diesem speziellen Morgen lag ein dicker<br />

Nebel in der Luft, der vom Fluss hinüber zum Kloster getragen wurde und eine geheimnisvolle<br />

atmosphäre erzeugte, als die Sonne sich hindurch bahnte. Mir war bewusst, dass die Sonne<br />

schnell aufgehen würde und der Nebel und das wunderbare Licht bald verschwunden sein<br />

würden, daher baute ich die aufnahme <strong>so</strong> auf, dass das Kloster zwischen den Bäumen im<br />

Vordergrund positioniert war. Mit Lee 0,6- und 0,9-Grauverlauffiltern balancierte ich diagonal den<br />

Himmel und den Vordergrund aus. die Lichtverhältnisse dauerten nur ein paar Minuten an, daher<br />

war ich froh, die aufnahme im Kasten zu haben.“<br />

Canon EOS 5D Mk II mit einem Canon EF 17-40mm f/4L USM Objektiv<br />

Belichtung: 1/25 Sekunde bei f/13 (ISO 50)<br />

Erde Feuer Wasser: „die felsige Küstenlandschaft, die Ballintoy Harbour in North antrimhas in<br />

Großbritannien umgibt, bietet einige fantastische ansichten. Ich war schon lange vor<br />

Sonnenaufgang vor Ort, aber um ehrlich zu sein, war ich mir nicht sicher, ob ich die Sonne<br />

überhaupt zu Gesicht bekommen würde, da es keine Lücke in den schweren dunklen Wolken zu<br />

geben schien. das Meer war be<strong>so</strong>nders unruhig mit einem heftigem Wellengang, wodurch die<br />

Wahl meiner Bildkomposition <strong>so</strong>wohl riskant als auch schwierig wurde. unter diesen Bedingungen<br />

<strong>so</strong>lche ergebnisse zu erzielen, hat sich um<strong>so</strong> mehr gelohnt. der Meerwasser war eine ständige<br />

Herausforderung, es hat mich nass gemacht und mein Objektiv beschlagen. Ich verwendete zwei<br />

Lee-Grauverlauffilter, einen mit 0,6 und einen mit 0,9, um den Himmel auszugleichen, während<br />

die Sonne auf spektakuläre Weise durch die Wolken brach. Bei meiner aufnahme habe ich das<br />

Wasser, das sich über die vordergründigen Felsen zurückzieht, eingefangen.”<br />

Canon EOS 400D mit einem Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM Objektiv<br />

Belichtung: 0,8 Sekunden bei f/18 (ISO 100)<br />

Simon Morris<br />

<br />

Alter: 43 / Beruf: Krankenpfleger in der psychiatrie<br />

Flussmann: „diese aufnahme entstand in Südchina am ufer des Flusses Li. Ich wollte ein Bild<br />

einfangen, dass das Wesen des alten Chinas zeigte, daher stand ich früh auf, um einen der<br />

Kormoranfischer dabei zu fotografieren, wie er früh am Morgen losfährt. Wegen der dunkelheit<br />

war es wichtig, dass der Schein der Öllampe auf sein Gesicht fiel, daher wartete ich auf den<br />

richtigen Moment, als er die Lampe ausrichtete. die Sonne begann aufzugehen, sie grenzte die<br />

Hügel im Hintergrund ab und spiegelte sich im Wasser, <strong>so</strong> dass sie auch etwas Licht bot. Ich<br />

verwendete ein Stativ, um das Verwackeln der Kamera zu minimieren und wählte eine Blende<br />

von f/6.7, um aus dem vorhandenen Licht das Beste herauszuholen. In photoshop passte ich<br />

die tonwerte und die Sättigung an, bevor ich das Bild noch etwas schärfte. anschließend fügte<br />

ich mit Nik Color efex pro eine Vignette hinzu, um das auge in das Bild hineinzuziehen.”<br />

Fuji FinePix S3 Pro mit einem Nikkor AF-S 16-35mm f/4G ED VR Objektiv.<br />

Belichtung: 1/16 Sekunde bei f/6.7 (ISO 200).<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – update \ 19


Leserschaukasten<br />

Nilesh Bhange<br />

<br />

Alter: 36 / Beruf: Wissenschaftlicher Mitarbeiter<br />

Papier-Wellenformen: „Ich fotografiere total gerne papierschnipsel, und es macht mir<br />

großen Spaß, neue Formen zu finden und zu beobachten, wie das Licht auf die<br />

unterschiedlichen Formationen reagiert. Zu Beginn lege ich ein Blatt papier der Größe a3<br />

auf einen tisch und befestige es an der Wand daneben, um eine Hohlkehle zu erstellen.<br />

dann arrangiere ich vier bis sechs Lagen verschiedenfarbige papiere darauf und befestige<br />

sie mit Büroklammern oder Klebefilm. dabei experimentiere ich mit Farbkombinationen<br />

und Formen. dieser teil ist wirklich wichtig, denn je größer der farbliche Kontrast, desto<br />

mehr aussagekraft hat das Bild, und je ähnlicher die benachbarten Farben, desto sanfter<br />

ist der Übergang zwischen ihnen, wenn sie unscharf sind. diese aufnahme habe ich mit<br />

zwei Blitzgeräten ausgeleuchtet, und die position und den Lichtwinkel angepasst, bis ich<br />

mit den Formen zufrieden war. Ich wählte eine große Blende, um einzelne Kanten des<br />

papiers herauszustellen und die Farben im Hintergrund zu vermischen. In der<br />

Nachbearbeitung habe ich die Farbtöne & Sättigung angepasst, um die Farben zu<br />

verstärken und dann einzelne Farben leicht verändert, bis ich mit dem effekt<br />

schlussendlich zufrieden war.“<br />

Canon EOS 5D Mk II mit einem Canon EF 100mm f/2.8 Macro USM-Objektiv<br />

Belichtung: 1/80 Sekunde bei f/5.6 (ISO 400)<br />

Paddy McGrath<br />

Alter: 26 / Beruf: Fotograf / Website editor<br />

<br />

Koenigsegg Agera: „das Gatebil Festival in Rudskogen, Norwegen, ist berühmt für seine<br />

schnellen autos und das verrückte treiben. In 2011 wurde die Rennstrecke ausgeweitet,<br />

um einen ganz neuen Bahnabschnitt hinzuzufügen, der sich durch die Berghänge<br />

schlängelte. diese aufnahme entstand am dritten tag der Veranstaltung. Während ich die<br />

weit abgelegenen Orte dieser Bahn erkundete, bemerkte ich, wie die autos über die<br />

Bergspitze aufstiegen, al<strong>so</strong> habe ich mich in position begeben, um diese fast perfekten<br />

Bedingungen auszunutzen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, eine ‚Helden‘-aufnahme des<br />

neuen agera vom starken schwedischen autohersteller Koenigsegg hinzukriegen. Ich<br />

wusste, dass die Gelegenheiten dazu begrenzt waren, denn das auto würde nur eine<br />

Handvoll demonstrationsrunden fahren, aber zum Glück hatte ich schon beim ersten Mal<br />

alles im Kasten. Ich musste die aufnahme blind ohne auto eingrenzen und einfach hoffen,<br />

dass es die richtige Spur über den Gipfel nehmen würde. In der Nachbearbeitung habe ich<br />

einen Grauverlauffilter verwendet, um den Himmel leicht abzudunkeln und noch einige<br />

kleinere Kontrastanpassungen vorgenommen. Koenigsegg hat die <strong>Bilder</strong> angenommen und<br />

zeigt sie nun auf seiner Website, um den agera vorzuführen.“<br />

Canon EOS-1D Mk IIN mit einem Canon EF 300mm f/2.8L Objektiv und einer 1.4x<br />

Verlängerung<br />

Belichtung: 1/640 Sekunde bei f/4 (ISO 200)<br />

20 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – update


Kevin Pieper<br />

Alter: 41 / Beruf: arzt<br />

<br />

Tulpenzeit: „Jedes Jahr im Frühling sind die tulpenfelder in der Nähe von Skagit County, nördlich von Seattle, Washington, voller Farben. dieses Bild habe ich an einem abend<br />

im frühen Frühling während des Sonnenuntergangs gemacht. Mein Hauptziel war dabei, den Sonnenschein einzufangen, kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont<br />

verschwindet. Ich wählte eine sehr kleine Blende von f/22, um einen starken sternenförmigen effekt zu erzielen. Während ich direkt ins Licht fotografierte, verwendete ich einen<br />

Singh-Ray Reverse 0,9-Grauverlauffilter, um den Himmel abzudunkeln, und passte ihn entlang des Horizontes an, da die Szene dort am hellsten war. da die tulpenfelder recht<br />

offen liegen, ist es dort meist ziemlich windig, daher entschied ich mich für einen ISO-Wert von 400, um zu verhindern, dass sich die Belichtungszeit zu lange hinzieht. die<br />

Belichtungszeit wurde bei 1/10 Sekunde eingestellt, was schnell genug war, um jegliche Bewegungen der Blumen in der Brise zu verstecken. In der Nachbearbeitung habe ich<br />

<strong>so</strong>rgfältig die Belichtung entlang des Horizonts abgestimmt, um den Sonnen-Stern-effekt noch deutlicher zu akzentuieren. Weitere Änderungen waren nicht erforderlich, da bei<br />

dem warmen dämmerungslicht die reichen und dynamischen Farben auf natürliche art produziert wurden.“<br />

Canon EOS 5D Mk II mit einem Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM Objektiv<br />

Belichtung: 1/10 Sekunde bei f/22 (ISO 400)<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – update \ 21


IHRE BESTEN BILDER<br />

Tristan Cardew<br />

Alter: 22 / Beruf: Student<br />

In seinem Element: „Ich hatte gerade erst ein Unterwassergehäuse<br />

gekauft und hatte noch sehr wenig Erfahrung damit, in der Brandung<br />

zu fotografieren, als ich dieses Bild gemacht habe. Es war ein sehr<br />

starker Lernprozess. Durch das Gehäuse ist es knifflig, die<br />

Einstellungen zu verändern, daher habe ich im Blendenpriorität-<br />

Modus bei mittlerer Blende fotografiert, um sicherzustellen, dass der<br />

Fokus stimmt. Ich wählte einen ISO-Wert von 400, um die<br />

Belichtungszeit schön kurz zu halten.”<br />

Canon EOS-1D Mk II mit einem Canon 15mm f/2.8-Objektiv<br />

Belichtung: 1/1600 Sekunde bei f/8 (ISO 400)


Leserschaukasten<br />

KOMMENTAR<br />

Tristans Portfolio ist lebhaft,<br />

dynamisch und sehr actionreich.<br />

Durch die Mischung von<br />

natürlichem und künstlichem Licht,<br />

kombiniert mit einzigartigen<br />

Details, stechen seine <strong>Bilder</strong><br />

deutlich hervor.<br />

Jordan Butters<br />

Tristan Cardew(Fortsetzung)<br />

Eingekesselt: „Diese Aufnahme entstand an einem sehr hellen Tag in Sydney,<br />

Australien. Eines der tollen Dinge, wenn man beim Surfen fotografiert ist, dass die<br />

Wellentonne wie ein Diffuser funktioniert, der den Surfer mit einem weichen Licht<br />

umgibt. Somit kann man zu jeder Tageszeit fotografieren, ohne zu starke Schatten zu<br />

haben. Später habe ich den Kontrast und die Sättigung angepasst und die<br />

Farbtemperatur etwas verändert.“<br />

Canon EOS-1D Mk III mit einem Canon 15mm f/2.8-Objektiv<br />

Belichtung: 1/1600 Sekunden bei f/6.3 (ISO 400)<br />

Gleis Hopping: „Joe, der BMX-Fahrer auf dem Bild, und ich suchten nach Örtlichkeiten<br />

für ein Shooting, als wir an diesen Gleisen vorbeikamen. Die Sonne ging gerade unter<br />

und der Himmel hatte einen perfekten blauen Farbton. Ich baute einen Blitz links von<br />

der Kamera auf und einen weiteren rechts davon, beide mit halber Kraft. In Photoshop<br />

veränderte ich die Sättigung und fügte ein paar Kontrastanpassungen hinzu.“<br />

Canon EOS-1D Mk III mit einem Canon 24-70mm f/2.8L Objektiv<br />

Belichtung: 1/250 Sekunde bei f/3.5 (ISO 160)<br />

Verschwommene Böschung: „Ich habe gelernt, wie man einen externen Blitz benutzt,<br />

während ich beim Mountain Biking fotografierte. Bei dieser Aufnahme war die Sonne<br />

schon hinter dem Horizont verschwunden und viel von dem Umgebungslicht war hinter<br />

den Bäumen versteckt. Ich benutzte einen Blitz auf beiden Seiten des Fahrers um die<br />

Action einzufrieren. Wenn man Actionfotos mit Blitz macht, ist die Belichtungszeit nicht<br />

<strong>so</strong> wichtig, da der Blitz die Bewegung stoppt, daher kann man mit Belichtungszeiten<br />

experimentieren.“<br />

Nikon D300 mit einem Nikon 10.5mm f/2.8 Fisheye-Objektiv.<br />

Belichtung: 1/30 Sekunden bei f/5.6 (ISO 200).<br />

Michael Jack<strong>so</strong>n<br />

Alter: 31 / Beruf: Per<strong>so</strong>nalberater<br />

AUS UNSERER<br />

FLICKR GRUPPE<br />

Walt: „Dieses Bild entstand, als ich im letzten Jahr um die Walt-Disney-Konzerthalle in<br />

Los Angeles herum gegangen bin. Es war noch früh am Abend, da war keine einzige<br />

Wolke am Himmel. Die Sonne stand tief und beschien die schrägen Linien des<br />

Gebäudes mit einem wunderschönen, warmen Glanz. Ich suchte nach einer<br />

Komposition, die mir gefiel, und entschied mich schließlich für diesen Winkel. Der<br />

weitläufige Haken auf der rechten Seite zog mich in seinen Bann. Ich verwendete Silver<br />

Efex Pro von Nik Software für die Schwarzweiß-Konversion und Lightroom, um das Bild<br />

zu schärfen und eine Vignette hinzuzufügen.”<br />

Olympus E-520 mit einem Olympus 9-18mm f/4-5.6 Objektiv.<br />

Belichtung: 1/4 Sekunde bei f/22 (ISO 400).<br />

24 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE


Leserschaukasten<br />

Chris Charlesworth<br />

Alter: 45 / Beruf: Arbeitsschutz- und Umweltmanager<br />

KOMMENTAR<br />

Atemberaubend:<br />

Chris wunderschöne Landschaften<br />

sind voller Atmosphäre, die durch<br />

seine kluge Filterwahl noch<br />

maximiert wurde – er <strong>so</strong>llte stolz<br />

darauf sein.<br />

Caroline Wilkin<strong>so</strong>n<br />

Sonnenaufgang in Hope Valley: „Diese Aufnahme entstand an einem meiner<br />

Lieblingsplätze im Peak District –The Great Ridge. Ich steckte <strong>so</strong>wohl einen 0,6- als auch<br />

einen 0,9-Grauverlauffilter auf, um den Himmel zurückzuhalten, während der<br />

Vordergrund noch schön ausgeleuchtet blieb. Die Komposition funktionierte besser als ich<br />

es mir vorgestellt hatte. Als die Sonne aufging, badete sie den Zaun und das Tor in<br />

goldenem Licht und hat die Szene wirklich zum Leben erweckt.“<br />

Nikon D700 mit einem Nikkor AF-S 24-70mm f/2.8G ED-Objektiv<br />

Belichtung: 1/20 Sekunde bei f/18 (ISO 200)<br />

Winterlicht am Curbar Edge: „Ich traf einige Fotografenfreunde bei Curbar Edge in der<br />

Hoffnung, einen dramatischen Sonnenaufgang aufzunehmen. Das Wetter sah allerdings<br />

nicht allzu vielversprechend aus. Wir entschlossen uns dazu, an den Klippen entlang zu<br />

wandern und mögliche Kompositionen für später auszukundschaften. Gegen 11 Uhr<br />

brach die Wolkendecke endlich auf, al<strong>so</strong> steckte ich schnell einen 0,9-Graufilter und<br />

einen 0,3-Grauverlauffilter auf, um diese Szene aufzunehmen.“<br />

Nikon D700 mit einem Nikkor AF-S 24-70mm f/2.8G ED-Objektiv<br />

Belichtung: 1/15 Sekunde bei f/16 (ISO 200)<br />

Industrie in der Dämmerung: „Ich probierte verschiedene Orte aus, bevor ich mich zu<br />

dieser Komposition der Zementfabrik in Hope Valley entschloss. Die Sonne lugte über den<br />

Horizont, und ich habe schnell ein paar <strong>Bilder</strong> geschossen. Auch mit einem fünfstufigen<br />

Grauverlauffilter war es immer noch überbelichtet. Die einzige Möglichkeit war, eine<br />

Belichtungsreihe zu machen und sie in der Nachbearbeitung zusammenzufügen.”<br />

Nikon D700 mit einem Nikkor AF-S 24-70mm f/2.8G ED-Objektiv<br />

Belichtung: 1/80 Sekunde bei f/16 (ISO 200)<br />

Sarah Ann Wright<br />

Alter: 28 / Beruf: Studio Managerin / freiberufliche Fotografin<br />

Zerbrochenes Fenster: „Ich kam an diesem Fenster vorbei, als ich eine alte Schule<br />

auskundschaftete. Das Loch hatte die perfekte Größe, um einen Teil des Gesichts meiner<br />

Freundin einzurahmen. Das Innere des Gebäudes war dunkel, daher verlangsamte ich<br />

die Verschlussgeschwindigkeit, damit die Teile Ihres Gesichts, die das Glas verdecke,<br />

sichtbar wurden. In der Nachbearbeitung fügte ich eine Texturebene hinzu und<br />

experimentierte damit, das Bild aufzuhellen und die Originalfarben zu verändern.<br />

Anschließend benutzte ich das Pinselwerkzeug im Modus Weiches Licht, um die Risse<br />

zu verstärken, damit das Gesicht noch besser eingerahmt wird.“<br />

Canon EOS 5D Mk II mit einem Canon EF 50mm f/1.4 USM-Objektiv<br />

Belichtung: 1/30 Sekunde bei f/3.2 (ISO 200)<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE \ 27


KOMMENTAR<br />

Mir gefällt der kopfnahe<br />

Standpunkt, den Alexander nutzte,<br />

um eine Nahaufnahme mit eine<br />

starken visuellen Wirkung<br />

einzufangen. Die Details im<br />

Gesicht des Käfers sind sehr<br />

beeindruckend.<br />

Daniel Lezano<br />

Alexander Rauch<br />

Alter: 23 / Beruf: Student der Biologie und Psychologie<br />

Käfer am Boden: „Dieses Bild besteht aus einem Fokusstapel von zehn unterschiedlichen<br />

<strong>Bilder</strong>n. Mit einem umgedrehten Minolta MD 28mm f/2.8-Objektiv und<br />

Verlängerungsrohren von 30 mm nahm ich eine Sequenz von ungefähr 40 <strong>Bilder</strong>n auf,<br />

um den ganzen Käfer scharf darzustellen. Mit dem Ergebnis war ich noch nicht <strong>so</strong> richtig<br />

zufrieden, al<strong>so</strong> entschloss ich mich, nur zehn Aufnahmen bei f/4 zu benutzen, die ich mit<br />

Zerene Stacker übereinander gelegt habe, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der<br />

dramatische Look wurde durch einen niedrigen Blickwinkel erzielt und mit zwei<br />

Taschenlampen ausgeleuchtet – eine auf jeder Seite des Käfers mit einem Papierzylinder,<br />

um das Licht zu streuen und weicher zu machen.“<br />

Canon EOS 600D mit einem umgedrehten Minolta MD 28mm f/2.8-Objektiv<br />

Belichtung: 1/200 Sekunde bei f/4 (ISO 200)<br />

Oliver Pohlmann<br />

Alter: 33 / Beruf: freiberuflicher Fotograf<br />

Landungssteg & Kieselsteine: „Anfang des Jahres war ich in Brighton und hatte ein paar<br />

Stunden Zeit zum Spazierengehen und <strong>Fotografie</strong>ren. Die Sonne stand tief am Himmel und<br />

warf ein wunderbar warmes Licht auf das Wasser und auf den Landungssteg. Da ich direkt<br />

in die Sonne fotografierte, machte ich Belichtungsreihen, um sicherzustellen, dass ich für<br />

alle drei Elemente die richtige Belichtung hatte: für das Meer, den Landungssteg und den<br />

Himmel. In der Nachbearbeitung teilte ich die Tonwerte des finalen Bildes auf, fügte eine<br />

orange Schattierung zu den hellen Bereichen und eine blaue Schattierung zu den dunklen<br />

Bereichen zu und dunkelte die mittleren Tonwerte etwas ab, bevor ich dem Himmel eine<br />

Vignette gab.“<br />

Canon EOS 60D mit einem Canon EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS-Objektiv<br />

Belichtungen: 1/1250 Sekunde bei f/8, 1/640 Sekunde bei f/5.6, 1/320 Sekunde bei f/4<br />

(ISO 100)<br />

Ikonisches London: „Ich lebe zwar in der Nähe der Stadt, aber trotzdem besuche ich sie<br />

relativ selten. Dieses Mal entschloss ich mich, eine Ausnahme zu machen und mit der<br />

Kamera bewaffnet durch die Stadt zu spazieren. Als ich die U-Bahnstation an der Tower<br />

Bridge verließ, bemerkte ich die beeindruckende Wolkendecke. Al<strong>so</strong> entschloss ich mich,<br />

mit 10 mm zu fotografieren, um den Himmel bei diesem Bildaufbau stark zu betonen. Eine<br />

Aufnahme bei f/10 ermöglichte es mir, das hintere Ufer der Themse im Fokus zu halten. Ich<br />

machte eine Belichtungsreihe mit drei Belichtungszeiten und kombinierte anschließend alle<br />

drei <strong>Bilder</strong>. Dann erhöhte ich den Kontrast und die Helligkeit, um die Wolken zu betonen.”<br />

Canon EOS 60D mit einem Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM-Objektiv<br />

Belichtungen: 1/250 Sekunde, 1/640 Sekunde und 1/1600 Sekunde bei f/10 (ISO 100)<br />

28 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE


Leserschaukasten<br />

Stanislav Istatrov<br />

Alter: 29 / Beruf: Fotograf<br />

Waldjungfer: „Dieses Bild entstand als Teil eines Portfolio-Shootings für einen Make-Up-Artist und Stylisten. Ich entschloss mich, die Frisur des Modells und die<br />

Dekoration herauszuheben, indem ich sie mit einem mit Scheunentoren ausgestatteten Studioblitz von hinten ausleuchtete, um den Lichtauswurf unter Kontrolle<br />

zu halten. Sie wurde außerdem mit einem gerasterten Beauty Dish von vorne ausgeleuchtet, das über Kopfhöhe positioniert war. Das Bild wurde anschließend von<br />

meiner Frau Irina mit Photoshop CS5 retuschiert. Sie benutzte die Werkzeuge Abwedler und Nachbelichter, um die hellen und dunklen Bereiche deutlicher<br />

hervorzuheben. Dann verwendete sie das Alien Skin Bokeh Plug-In, um den Tiefenschärfe-Effekt durch Verwischen der Ränder zu erreichen, bevor sie mit dem<br />

Portraiture Plug-In von Imagenomic ihre Haut retuschiert und geglättet hat. Schließlich wurde die Sättigung des orangen Kanals reduziert und der Weißabgleich<br />

kühler gemacht, um die Farben des finalen Bildes zu korrigieren. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Endergebnis, und der Stylist war es auch.“<br />

Pentax K-7 mit einem Pentax SMC FA 77mm f/1.8 Limited-Objektiv<br />

Belichtung: 1/160 Sekunde bei f/9 (ISO 100)<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE \ 29


IHRE BESTEN BILDER


Bobby Bong<br />

Alter: 28 / Beruf: Eigentümer Schmuckgeschäft<br />

Traumland: „Dieses Bild wurde am Kura-Kura-Strand in<br />

Singkawang, Indonesien, rund 25 Minuten nach<br />

Sonnenuntergang aufgenommen, als am Horizont ein<br />

prächtiges, oranges Glühen zu sehen war. Es wurde sehr<br />

schnell dunkel. Um das Detail im Vordergrund erfolgreich<br />

aufzunehmen, war deshalb eine Belichtung von 60 Sekunden<br />

notwendig. Ich benutzte zwei Grauverlaufsfilter, um den<br />

Himmel und den Vordergrund auszugleichen. Eine kurze<br />

Nachbearbeitung im Photoshop und das Bild war fertig.“<br />

Kamera: Canon EOS 7D<br />

Objektiv: Canon 10 bis 22 Millimeter f/3.5 bis 4.5 USM<br />

Belichtung: 60 Sekunden mit f/11 (ISO 100)


Leserschaukasten<br />

Bobby Bong (Fortsetzung)<br />

Das Versprechen: „durch den vorübergezogenen Sturm und die raue See entstand ein<br />

ganz feiner dunst über tanjung Bajau, Singkawang, Indonesien, als dieses Bild<br />

aufgenommen wurde. Ich wartete ursprünglich auf den Sonnenuntergang im Westen,<br />

als ich mich umdrehte, sah ich aber diesen fantastischen, doppelten Regenbogen im<br />

Osten. da ich wusste, dass dies nicht lange dauern würde, wechselte ich schnell meine<br />

Bildkomposition und -einstellung. Ich benutzte einen 1,2-Graufilter und hielt einen<br />

Grauverlaufsfilter in der Hand. Ich nahm im Raw-Format auf und passte die<br />

tonwertkorrektur, den Weißabgleich und den Kontrast in der Nachbearbeitung an, um<br />

das endgültige Bild zu erzeugen.“<br />

Kamera: Canon EOS 7D, Objektiv: Canon EF-S 10 bis 22 Millimeter f/3.5 bis 4.5 USM<br />

Belichtung: 30 Sekunden mit f/6.3 (ISO 100).<br />

Trockenzeit: „dieses Bild habe ich in pantei Samudra Indah in Singkawang<br />

aufgenommen. Ich sah diese Bildkomposition und dachte, dass der Baum der inmitten<br />

der Felsen wächst, interessant aussieht. Ich wollte die aufnahme im porträtformat<br />

komponieren, um den interessanten Vordergrund und die fantastischen Wolken am<br />

Himmel möglichst wirksam auszunutzen. Ich benutzte einen 0,9-Graufilter, um die<br />

verschiedenen elemente im Motiv auszugleichen und einen polfilter, um die<br />

Lichtreflexe im Wasser zu vermeiden. das endgültige Bild wurde aus drei Belichtungen<br />

mit einer angepassten Verschlusszeit zusammengestellt.<br />

Kamera: Canon EOS 7D, Objektiv: Canon EF-S 10 bis 22 Millimeter f/3.5 bis 4.5 USM<br />

Belichtung: Drei Belichtungen mit f/8 (ISO 100)<br />

Stéfan Bour<strong>so</strong>n<br />

Alter: 40 / Beruf: Fotograf<br />

Psychotique Clown: „Ich wurde von Marine thear, einem bekannten französischen Model<br />

angefragt, um eine originelle und kreative aufnahmesession für sie zu organisieren. das<br />

Bild <strong>so</strong>llte mit zusätzlichen Farben nachbearbeitet werden. daher entschied ich, dass<br />

Marines Make-Up in kräftigen, hellen Farben gehalten werden <strong>so</strong>llte. Ich beleuchtete den<br />

aufnahmeort mit einem Studioblitzgerät elinchrom und platzierte ein Beauty dish über der<br />

Mittellinie, um die Farben in den Haaren hervorzuheben. es wurden verschiedene<br />

Bildausschnitte, auf denen Marine lustige und verrückte Grimassen macht, aufgenommen.<br />

Ich benutzte ein 100 Millimeter Makro-Objektiv, das sich übrigens sehr gut für die<br />

porträtfotografie eignet. Ich verwendete eine kleine Blende, um Umgebungslicht zu<br />

entfernen. dadurch konnte ich die Belichtung mit dem Blitz kontrollieren.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon EF 100 Millimeter f/2.8 Makro USM<br />

Belichtung: 1/100 Sekunde mit f/22 (ISO 100)<br />

32 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong>


KOMMENTAR<br />

Gut beleuchtet und gestochen<br />

scharf, erweckt Stéfans lustiges<br />

und eigenartiges Porträt <strong>so</strong>fort die<br />

Aufmerksamkeit des Betrachters.<br />

Bei der Nachbearbeitung blieb<br />

die Hauttextur perfekt<br />

erhalten.<br />

Jordan Butters<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong> / 33


Leserschaukasten<br />

Trevor Payne<br />

Alter: 55 / Beruf: Kaufmännischer Geschäftsführer<br />

Hügelkuppe mit Bäumen: „dieses Bild wurde im Hügelland von Marlborough in<br />

Weltshire, Großbritannien mit einer konvertierten Infrarot-Canon eOS 10 d-Kamera<br />

aufgenommen. es war am Mittag eines hellen, <strong>so</strong>nnigen tages, die<br />

Wetterbedingungen waren ideal für Infrarot-aufnahmen. das Infrarotlicht reflektierte<br />

wie gewünscht am Laub der Bäume. Ich hatte diese aufnahme schon länger im Kopf,<br />

und nutzte die Gelegenheit, da die Wolken an diesem tag be<strong>so</strong>nders gut dazu<br />

passten. Nachdem ich das Bild im photoshop importierte, vertauschte ich die roten<br />

und blauen Farbkanäle und passte den Farbton und die Sättigung an. dadurch sticht<br />

die starke, falsche Farbe richtig hinaus und bringt dieses endgültige Bild hervor.“<br />

Konvertierte Infrarot-Kamera: Canon EOS 10D, Objektiv: Canon 28 bis 135<br />

Millimeter f/3.5 bis 5.6 IS<br />

Belichtung: 1/100 Sekunde mit f/8 (ISO 200)<br />

Gosia Juarsz<br />

Alter: 40 Beruf: Fotograf<br />

Schlafende Schönheit: „Ich habe mich in den letzten Jahren vor allem Babyporträts<br />

gewidmet. Zwei bis drei Wochen ist ein ideales alter, um die Neugeborenen zu<br />

fotografieren. die eltern lieben natürlich alle aufnahmen ihrer Liebsten. Ich versuche<br />

<strong>Bilder</strong> zu schaffen, die für alle Betrachter interessant wirken und nicht nur für jene, die<br />

die Kinder kennen. Ich bekomme die besten Resultate meist dann, wenn die Kinder<br />

schlafen. Man kann sie dann einfacher bewegen, ohne dass sie gleich wütend<br />

werden.“<br />

Kamera: Pentax K-7, Objektiv: Pentax SMC-FA 50 Millimeter f/1.4<br />

Belichtung: 1/200 Sekunde mit f/1,4 (ISO 200)<br />

In voller Blüte: „Ich benutze nur natürliches, zerstreutes Licht wenn ich Neugeborene<br />

aufnehme, das passt am besten zum Motiv. Bei aufnahmen mit einer großen Blende<br />

kann ein enger tiefenschärfebereich erreicht werden. dadurch wird das Interesse des<br />

Betrachter direkt auf das Kind geleitet. die Umgebung des Kindes habe ich weich und<br />

unscharf gestaltet. als Hintergrund benutze ich entweder ein farbiges papier oder ein<br />

glattes Betttuch. außerdem verwende ich Stützen wie diese Kappen, die auf die Größe<br />

des Babykopfes zugeschnitten sind. Wenn ich die Kinder auf ein Wolltuch in einen<br />

kleinen Korb lege, befinden sich diese in Sicherheit und einer bequemen Haltung,<br />

und ich kann meine <strong>Bilder</strong> ungestört aufnehmen.“<br />

Kamera: Pentax K-7, Objektiv: Pentax SMC-FA 50 Millimeter f/1.4<br />

Belichtung: 1/160 Sekunde mit f/1,4 (ISO 200)<br />

34 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong>


KOMMENTAR<br />

Stilisierte Baby-Porträts gibt es<br />

an jeder Ecke, aber schöne <strong>Bilder</strong><br />

wie diese sind immer noch selten.<br />

Die Wahl der Farben, der<br />

Beleuchtung, des engen<br />

Tiefenschärfebereichs und die<br />

Pose ist perfekt.<br />

Caroline Wilkin<strong>so</strong>n<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong> / 35


KOMMENTAR<br />

Das ist eine der schönsten<br />

Nahaufnahmen die ich seit Langem<br />

zu Gesicht bekomme. Das Bild mit<br />

den Blumen würde ich für mein<br />

Haus kaufen. Diese <strong>Bilder</strong> haben<br />

mich <strong>so</strong> inspiriert, dass ich es<br />

selber versuchen werde!<br />

daniel Lezano<br />

36 / <strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong>


Leserschaukasten<br />

Martin Rak<br />

Alter: 27 / Beruf: Gebietsleiter<br />

Val d`Orcia: „dieses Bild wurde in der toskana aufgenommen. es war an einem schönen<br />

Morgen, das Licht war fantastisch. Ich habe im Modus ‚Blendenpriorität’ mit Hilfe von<br />

LiveViev und einem manuellen Fokus aufgenommen. Im photoshop habe ich den Kontrast<br />

und den Farbton auf den Blendwert drei angepasst und einige Bildbereiche mit Hilfe von<br />

ebenen nachbearbeitet.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon EF 70 bis 200 Millimeter f/4L IS USM<br />

Belichtung: 1/6 Sekunde mit f/13 (ISO 100)<br />

Nebliger Morgen: „dieses Bild wurde ebenfalls in der toskana aufgenommen. Ich bemerkte<br />

die Nebelschleier rund um ein Bauernhaus auf einem entfernten Hügel. Ich komponierte<br />

die aufnahme mit meinem 400 Millimeter telefoto-Objektiv. In der Nachbearbeitung wurde<br />

versucht, das beste aus dem fantastischen Farbton am frühen Morgen herauszuholen.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon EF 400 Millimeter f/4L USM<br />

Belichtung: 1/30 Sekunde mit f/10 (ISO 100)<br />

Salmah M Kassim LRPS<br />

Alter: 41 / Beruf: Hausfrau/Kursleiterin <strong>Fotografie</strong><br />

Schmetterling: „dieses Bild wurde im Schmetterling-park von Kuala Lumpur, Malaysia<br />

aufgenommen. die Lichtbedingungen waren nicht ideal. es war an einem grauen, trüben<br />

tag. Ich benutzte eine große Blende, um einen engen tiefenschärfebereich zu erreichen. In<br />

der Nachbearbeitung habe ich Kontrast und Helligkeit angepasst und setzte dann die textur<br />

‚Blendenmodus weiches Licht’ ein.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon EF 100 mm f/2,8.Makro USM<br />

Belichtung: 1/1000 Sekunde mit f/2,8 (ISO 400)<br />

Orchidee: „dieses Bild wurde in einer Orchideen-Farm mit natürlichem Licht aufgenommen.<br />

Ich machte drei Belichtungen, bevor ich die dateien im photomatix importierte, um den<br />

Kontrastumfang zu vergrößern. Ich setzte dann die textur ein und benutzte eine ebenen-<br />

Maske, um die deckkraft der textur der Blumen zu reduzieren.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon EF 100 mm f/2,8.Makro USM<br />

Belichtung: 1/80 Sekunde mit f/2.8 (ISO 100)<br />

Pink: „Ich benutze mein 50 Millimeter f/1.2-Objektiv selten für porträtaufnahmen. dieses<br />

Chrysanthemenbild war ein kleines experiment. es wurde gegen eine weiße Wand mit einer<br />

Blendenöffnung von f/1.2 und einem 36-Millimeter-Zwischenring von Kenko aufgenommen.<br />

In der Nachbearbeitung benutzte ich die Funktionen ‚Zuschneiden’ und ‚Scharfzeichnen’.“<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II, Objektiv: Canon 50 Millimeter f/1.2 + 36 Millimeter-<br />

Zwischenring<br />

Belichtung: 1/250 Sekunde mit f/1.2 (ISO 400)<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – <strong>Update</strong> / 37


<strong>Digitale</strong> Kameras<br />

in den Griff<br />

bekommen.<br />

Die perfekte Aufnahme<br />

Eine einfache Anleitung für kreative <strong>Bilder</strong><br />

Baby-Porträts Tierwelt im Garten Polfiltereinsatz<br />

In dieser Ausgabe finden Sie viele Ideen,<br />

Inspiration und Ratschläge für das<br />

<strong>Fotografie</strong>ren von Neugeborenen.<br />

Mit einem Makro-Objektiv kommen Sie<br />

näher heran und es gelingen farbenfrohe<br />

Aufnahmen im eigenen Garten.<br />

Lee Frost verrät, wie die Farbsättigung mit<br />

Hilfe eines Polfilters optimiert werden kann.<br />

PLUS! PUSTEBLUMEN AUFNEHMEN UND DARAUS EIGENE PHOTOSHOP-MOSAIKE ENTWERFEN.<br />

38 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Himmelsaufnahmen Fruchtige Stillleben<br />

Regenbogen-<strong>Bilder</strong><br />

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kennen, wie man Himmel und Wolken<br />

fotografiert .<br />

Unser Schritt-für-Schritt-Workshop erklärt<br />

den Weg zu Stillleben von Früchten.<br />

BLICK IN DIE GLASKUGEL / STYLISCHE TRIPTYCHONE<br />

Beim Warten auf einen Regenbogen kann<br />

man schon einmal ganz schön nass werden.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 39


Sich ein Bild machen<br />

Himmelaufnahmen ohne Limit<br />

Bei vielen Landschaftsaufnahmen ist der Himmel zweitrangig. Viele Fotografen senken die<br />

Kamera, um das beste aus dem interessanten Vordergrund zu machen, und der Himmel wird<br />

auf einen dünnen Streifen oben am Rand beschränkt, <strong>so</strong>dass man ihn auf den ersten Blick<br />

manchmal gar nicht sieht. In manchen Aufnahmesituationen, vor allem an Tagen wenn der<br />

Himmel leer und langweilig wirkt, ist diese Strategie angebracht. Aber Himmel können auch<br />

farbig, dramatisch, ungewöhnlich und ausdrucksvoll sein. Manchmal ist der Himmel <strong>so</strong>gar<br />

interessanter als die Landschaft. Das ist der Moment, indem die Kamera nach oben gerichtet<br />

werden <strong>so</strong>llte, um den Himmel in seiner ganzen Pracht aufzunehmen. Hier ein paar<br />

inspirierende Ideen. Danach sieht man den Himmel in einem ganz anderen Licht!


Sich ein Bild machen<br />

1<br />

LEE FROST<br />

WAS DEN Himmel <strong>so</strong> faszinierend und<br />

fotogen macht, ist der konstante<br />

Bewegungsfl uss. Wolken kommen und<br />

gehen, ändern ihre Form und Größe und<br />

formen Muster, die in alle Richtungen davon<br />

fl ießen. Manchmal liegen die Wolken sehr<br />

hoch und sind fast bewegungslos.<br />

Manchmal liegen sie auch tief und treiben <strong>so</strong><br />

nah vorbei, das sie wie eine riesige<br />

Zuckerwatte aussehen. Manchmal sieht man<br />

die Wolken, wie sie sich in verschiedene<br />

Richtungen bewegen. Ganz konfus werden<br />

sie dann hin und her getrieben. An<br />

stürmischen Tagen bedecken die Wolken die<br />

Sonne und tauchen die Welt in eine<br />

bedrohliche Dunkelheit, unterbrochen von<br />

Blitz und Donner. Diese Situationen ergeben<br />

dramatische <strong>Bilder</strong> und lassen einen<br />

manchmal richtig erschaudern.<br />

In der Morgen- und Abenddämmerung<br />

brennt der Himmel, und die Wolken werden<br />

zu Kaleidoskopen von langsam fl ackernden<br />

Flammen, von tanzendem Rot, Orange, Gelb,<br />

Rosa, Violett und Blau.<br />

All diese Veränderungen im Himmel können<br />

mit ein wenig Glück am selben Tag<br />

beobachtet werden. Fotografen, die immer<br />

nur nach unten schauen, <strong>so</strong>llten ihren Blick<br />

ab und zu nach oben in den Himmel richten.<br />

Denn der Himmel kann auch zum Zentrum<br />

der Aufnahmen werden.<br />

Das Wichtigste bei Himmelaufnahmen ist<br />

der Blick des Fotografen. Wenn man nicht<br />

hinschaut, kann man auch den schönsten<br />

Himmel verpassen. Beim Sonnenauf- und<br />

-untergang ist es klar, dass der Himmel bei<br />

den Aufnahmen eine Hauptrolle spielt. Bei<br />

Landschaftsaufnahmen während des Tages<br />

ist man hingegen manchmal <strong>so</strong> in sein Motiv<br />

vertieft, das interessante Erscheinungen im<br />

Himmel unbeachtet bleiben.<br />

Oft liegen die besten Wolken sehr hoch, und<br />

2<br />

man braucht ein Weitwinkelobjektiv, um sie<br />

ins Motiv aufzunehmen, ohne dabei die<br />

Landschaft zu beeinträchtigen. Die Kamera<br />

kann gedreht und im Porträtformat eingesetzt<br />

werden. Wenn das nicht funktioniert, kann<br />

man auch von unten aufnehmen. Vor allem<br />

wenn man Gebäude vor einem<br />

wunderschönen Himmel aufnehmen will, ist<br />

diese Methode äußerst wirksam. Man kann<br />

zwar gute Fotos ausschließlich vom Himmel<br />

machen, aber wenigstens ein dünner Streifen<br />

Land gibt dem Landschaftsbild einen<br />

Maßstab und verankert es. Große Himmel<br />

sehen nur groß aus, wenn man sie mit etwas<br />

vergleichen kann. Eine gute Bildproportion<br />

ist ein Drittel Landschaft und zwei Drittel<br />

Himmel. Diese Proportion kann auch<br />

umgekehrt werden.<br />

Bei Himmelaufnahmen merkt man schnell,<br />

dass die Belichtung oft nicht wie gewünscht<br />

funktioniert. Im Allgemeinen ist der Himmel<br />

viel heller als die Landschaft und daher ist<br />

LEE FROST<br />

Auf den Himmelaufnahmen <strong>so</strong>llte mindestens ein schmaler<br />

Streifen Land zu sehen sein, um den Himmel zu verankern<br />

und dem Bild einen Maßstab zu verleihen.<br />

3<br />

die Chance groß, dass das Messsystem der<br />

Kamera zu unterbelichteten Aufnahmen<br />

führt. In diesem Fall <strong>so</strong>llte eine<br />

Belichtungskorrektur zwischen +1/3 und<br />

+1 gewählt werden. Mit ein wenig Erfahrung<br />

erkennt man, welche Himmel zu<br />

Belichtungsproblemen führen können und<br />

welche Belichtungskorrektur man dabei<br />

einsetzten <strong>so</strong>llte.<br />

Wird ein farbiges Himmelbild ins<br />

Schwarzweiß-Format umgewandelt, wird der<br />

Himmel oft noch dramatischer, vor allem bei<br />

stürmischem Wetter und dunklen,<br />

bedrohlichen Wolken. Der kreative Spielraum<br />

ist bei schwarzweißen Himmelaufnahmen<br />

ebenfalls größer, obwohl man dabei natürlich<br />

auf die Farben verzichten muss. Das Format<br />

kann mit Photoshop umgewandelt werden,<br />

aber Plug-Ins wie Nik Softwares Silver Efex<br />

Pro sind schwer zu übertreffen.<br />

Viel Spaß bei den Himmelaufnahmen!<br />

LEE FROST<br />

42 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


4<br />

5<br />

1) Ein stimmungs- und ausdrucksvoller Himmel in<br />

Sicht? Die Stimmung kann im Schwarzweiß-Format<br />

intensiviert werden. Der dramatische, wilde Effekt des<br />

Sturms wird <strong>so</strong>mit verstärkt. Grauverlaufsfilter sind in<br />

dieser Situation empfehlenswert.<br />

2) Der Maßstab ist wichtig bei Himmelaufnahmen. Ein<br />

wenig Landschaft <strong>so</strong>llte in Himmelaufnahmen<br />

aufgenommen werden, um dem Betrachter einen<br />

Maßstab zu den riesigen, eindrucksvollen Wolken zu<br />

geben.<br />

3) Man braucht nicht unbedingt komplizierte<br />

Wolkenformationen, um eine schöne<br />

Himmelaufnahme zu erreichen. Der Mittelpunkt in<br />

diesem Bild ist zwar die Kirche, der Kontrast im<br />

Himmel zieht allerdings die Aufmerksamkeit des<br />

Betrachters ins Bild und schafft eine himmlische<br />

Stimmung.<br />

4) Die besten farbigen Sonnenuntergangbilder werden<br />

direkt gegen die Sonne aufgenommen, eine perfekte<br />

Gelegenheit, um die Silhouette von<br />

Vordergrundobjekten in den Bildausschnitt einzufügen.<br />

Sogar Strommasten, die <strong>so</strong>nst auf manchen<br />

Landschaftsbilder stören, passen hier bestens ins Bild.<br />

5) Wunderschöne Himmel, weiche Wolken und<br />

ruhiges Wasser helfen dem Fotografen, den Ausdruck<br />

des Bildes durch perfekte Reflexe zu verstärken. Der<br />

Polfilter <strong>so</strong>llte dabei nicht vergessen werden!<br />

6) Eine einfache Bildkomposition einer Baumgruppe<br />

wird durch die Aufnahme von feinen Wolkenfetzen<br />

verbessert.<br />

LEE FROST<br />

6<br />

Fotogene Wolkentypen<br />

Kann sich noch jemand an die Namen der verschiedenen<br />

Wolkenformen erinnern, die man im Geographieunterricht<br />

gelernt hat? Für all die, die sich nicht mehr daran erinnern:<br />

• Cumulonimbus: Große, wogende, dramatische<br />

Wolken, die oft während Gewitterstürmen zum Vorschein<br />

kommen.<br />

• Cumulus: Die klassischen Baumwoll- Wolken die über<br />

den Himmel ziehen und hübsch aussehen.<br />

• Cirrus: Dünne Wolkenfetzen in großer Höhe, die<br />

vollständig aus Eis bestehen. Auf deutsch werden sie<br />

auch „Federwolken“ genannt.<br />

• Stratocumulus: Tiefliegende Haufenschichtwolken<br />

ohne Fasern, Die Stratocumuli sind die häufigsten in<br />

Mitteleuropa auftretenden Wolken. Sie zeigen eine<br />

einigermaßen stabile Schichtung an. Diese Wolken eignen<br />

sich be<strong>so</strong>nders gut für Aufnahmen von Sonnenauf- und<br />

-untergängen, da sie das Sonnenlicht spiegeln, wenn sich<br />

die Sonne unter dem Horizont befindet.<br />

• Cirrocumulus: Muster von schmalen, weißen, hohen<br />

Wolken, die an Fischschuppen erinnern. Sie werden auch<br />

„kleine Schäfchenwolken“ genannt. Diese Art von Wolken<br />

sind häufiger im Winter.<br />

• Stratus: Stratus ist eine niedere Schichtwolke, die meist<br />

den gesamten Himmel bedeckt. Stratuswolken im<br />

Kontrast mit blauem Himmel sehen be<strong>so</strong>nders schön aus.<br />

ROBERT BIRKBY<br />

LEE FROST<br />

DIE GRUNDAUSRÜSTUNG<br />

Weitwinkelzoom<br />

Um das beste aus einem<br />

schönen Himmel herauszuholen,<br />

braucht man einen<br />

Weitwinkelzoom. Dadurch<br />

können nicht nur große<br />

Himmelbereiche in die Aufnahme aufgenommen<br />

werden, die Verzerrung des Weitwinkelobjektives<br />

bauscht die dramatischen Wolken noch mehr auf.<br />

Bei Vollformat-Spiegelreflexkameras ist der Bereich<br />

16 bis 35 Millimeter oder 17 bis 40 ideal, während<br />

bei APS-C-Sen<strong>so</strong>ren 10 bis 20 Millimeter oder 12<br />

bis 24 Millimeter empfohlen werden.<br />

Stativ<br />

Beim Einsatz eines zehnstufigen<br />

Graufilters sind die<br />

Belichtungszeiten <strong>so</strong> lang, dass<br />

ein Stativ eingesetzt werden<br />

muss. Es lohnt sich aber fast<br />

immer, ein Stativ einzusetzen, <strong>so</strong>bald das Motiv<br />

komponiert ist. Dadurch bleibt die Kamera in der<br />

gewünschten Position, bis die gewünschten<br />

Lichtverhältnisse erreicht werden. Beim<br />

Stativeinsatz kann bei der Bildkomposition<br />

LiveView verwendet werden, wodurch der Nacken<br />

etwas entspannt.<br />

Polfilter<br />

An <strong>so</strong>nnigen Tagen, bei denen<br />

hinter weißen Wolkenbanken der<br />

blaue Himmel hervorkommt, hilft<br />

der Polfilter dabei, das Blau zu<br />

verstärken. Die Wolken stechen<br />

dadurch noch besser hervor. Die besten Resultate<br />

werden hierbei bei Aufnahmen mit der Sonne<br />

seitlich der Kamera und bei Aufnahmen am frühen<br />

Morgen und späten Abend erzeugt. Auch wenn die<br />

Sonne im Hoch<strong>so</strong>mmer im Zenit steht, hilft der<br />

Polfilter bei den Aufnahmen.<br />

Grauverlaufsfilter<br />

Durch einen Grauverlaufsfilter<br />

können helle Himmel und die<br />

Landschaft ausgeglichen werden,<br />

um eine perfekte Belichtung zu<br />

erreichen. Bei dramatischem<br />

Sturmwetter oder in der Morgen- und<br />

Abenddämmerung verstärkt der Grauverlaufsfilter den<br />

Ausdruck. Bei der Nachbearbeitung kann dadurch<br />

Zeit gespart werden. Während des Tages empfiehlt<br />

sich ein 0,6-Verlaufsfilter und in der Morgen- und<br />

Abenddämmerung ein 0,9-Verlaufsfilter.<br />

Der zehnstufige Graufilter<br />

Dieser Graufilter reduziert das Licht<br />

im Objektiv um zehn<br />

Lichtwertstufen. Um dies zu<br />

kompensieren, muss die<br />

Belichtung 1000 Mal verstärkt<br />

werden. Dadurch werden auch bei hellem Tageslicht,<br />

Belichtungszeiten von über einer Minute erforderlich.<br />

Die Bewegung von Farbe und Farbton vorbeiziehender<br />

Wolken werden durch lange Belichtungszeiten<br />

aufgezeichnet und geben Landschaftsbilder einen<br />

leicht surrealistischen Ausdruck. Himmelaufnahmen<br />

sehen im Schwarzweiß-Format oft besser aus.<br />

Die Wasserwaage<br />

Bei Aufnahmen mit Ultra-<br />

Weitwinkel-Zoom-Objektiven liegt<br />

der Horizont oft nicht mehr<br />

waagrecht. Dies kann zwar in der<br />

Nachbearbeitung korrigiert<br />

werden. Um aber die Nachbearbeitung zu<br />

vermeiden, kann auf der Blitzschiene eine<br />

Wasserwaage angebracht werden.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 43


Sich ein Bild machen<br />

Vorbereitung: Durchsichtige Objekte können in einem<br />

Leuchtkasten schlagschattenlos ausgeleuchtet werden. Eine<br />

Glasschale mit Sprudelwasser oder Limonade füllen und dünn<br />

geschnittene Fruchtscheiben hinein geben. Um das<br />

Sprudelwasser sichtbar zu machen, muss die Schale ab und zu<br />

bewegt werden. Daher ist es einfacher, aus der Hand<br />

aufzunehmen und mit einem Blitz die Bewegungen, der auf der<br />

Flüssigkeit herumtreibenden Fruchtscheiben, einzufrieren. Um<br />

Reflexlichter zu vermeiden, das Blitzlicht mit einem Softbox-<br />

Vorsatz zerstreuen oder an der Decke oder einer Wand spiegeln.<br />

Belichtung: Die Kamera auf „Blendenpriorität“,<br />

„Mehrfeldmessung“ und eine mittlere Blende einstellen und eine<br />

Probeaufnahme machen. Bei der Belichtungsmessung durch<br />

das Objektiv können von hinten beleuchtete <strong>Bilder</strong> unterbelichtet<br />

werden. Daher <strong>so</strong>llte man bei der Belichtungskorrektur einen<br />

oder zwei positive Lichtwertstufen wählen, falls kein Blitz<br />

eingesetzt wird. Auch bei einem indirekten Blitzlicht kann die<br />

Belichtungskorrektur helfen. Vorsicht vor überbelichteten<br />

Aufnahmen, da die Detailschärfe der Luftbläschen dabei verloren<br />

werden kann. Da der Blendwert womöglich verkleinert werden<br />

muss, um die Belichtungskorrektur zu verstärken, <strong>so</strong>llte auch die<br />

Tiefenschärfe beachtet werden. Sobald die Belichtung gewählt<br />

wurde, können verschiedene Bildkompositionen ausprobiert<br />

werden. Verschiedene Objekte, abstrakte Nahaufnahmen oder<br />

zusammengefügte Bildausschnitte haben alle ihren be<strong>so</strong>nderen<br />

Reiz. Die Drittel-Regel nicht vergessen und nicht zu viel Platz auf<br />

dem Bildausschnitt leer lassen<br />

1<br />

2<br />

Alternative Aufnahmesituation<br />

Falls ein verstärkter Effekt der Luftbläschen im<br />

Sprudelwasser erzielt wird, kann Eis ins Motiv<br />

aufgenommen werden. Ein Glas oder einen<br />

Krug mit Eiswürfeln füllen, die Fruchtscheiben<br />

zwischen dem Glas und dem Eis anbringen und<br />

das ganze mit Sprudelwasser füllen. Es <strong>so</strong>llte<br />

ein Glasbehälter mit einer möglichst flachen<br />

Wand sein, damit sich die Fruchtscheibe auf der<br />

gleichen Fokusebene wie der Sen<strong>so</strong>r befindet.<br />

Mit einem zylinderförmigen Glasbehälter kann<br />

man, wie das Beispiel zeigt, ebenfalls sehr<br />

kreative Resultate erzeugen. Dabei muss man<br />

allerdings möglichst genau fokussieren und eine<br />

sehr kleine Blende einsetzen, um den<br />

eingeschränkten Tiefenschärfebereich zu<br />

maximieren.<br />

Die Aufnahme<br />

Fokus: Bei Aufnahmen durch Glas oder in<br />

unmittelbarer Nähe der Objekte, hat das Autofokus-System<br />

manchmal Probleme damit, die Frucht präzise zu erfassen.<br />

In diesem Fall <strong>so</strong>llte ein einzelnes Autofokus-Feld über den<br />

Luftbläschen am Rand der Frucht gewählt oder manuell<br />

fokussiert werden. Es ist wichtig, eine möglichst gute<br />

Detailschärfe der Luftbläschen zu erreichen, um die<br />

Wirkung des Bildes zu verstärken.<br />

Tiefenschärfebereich: Der Tiefenschärfebereich kann<br />

optimiert werden, wenn der Kamerasen<strong>so</strong>r auf dem<br />

Gehäuse gerade und parallel zum Objekt gehalten wird.<br />

Dadurch werden alle Objekte mit einer ähnlichen Größe<br />

scharfgestellt und der Tiefenschärfebereich wird maximiert.<br />

Ist man nicht auf der gleichen Ebene, erzeugt die kleine<br />

Blende keine Schärfe von vorne nach hinten.<br />

Bildkomposition: Ein großer Teil des Erfolgs dieser<br />

Anleitung ist abhängig von der Bildkomposition. Obwohl in<br />

gewissen Aufnahmesituationen weiße Bildbereiche<br />

überzeugende, minimalistische <strong>Bilder</strong> hervorbringen<br />

können, finden die meisten einen mit Objekten gefüllten<br />

Bildausschnitt interessanter. Die Objekte <strong>so</strong>llten eine<br />

Beziehung zueinander haben, damit das Auge nicht auf<br />

dem Bild herumirren muss.<br />

Nachbearbeitung im Photoshop<br />

1Den Hintergrund ausbleichen: Alle notwendigen<br />

Anpassungen im Raw-Format durchführen und die<br />

Datei dann im Photoshop importieren. Ebene > Neue<br />

Einstellungsebene > Tonwertkorrektur wählen und den<br />

Hintergrund mit dem weißen Regler ausbleichen. Die<br />

Spitzlicht -Pipette wählen und den Hintergrund anklicken,<br />

um die Spitzlichter einzusetzen. Vorsicht mit der<br />

Überbelichtung: Die Detailschärfe der Luftbläschen kann<br />

verloren gehen.<br />

2Bearbeitung einzelner Bildbereiche: Die<br />

Shift-Taste gedrückt halten und auf die Hintergrund<br />

-Ebene und die Einstellebene klicken. Alt, Shift und E<br />

gemeinsam drücken, um die Ebenen in einer neuen<br />

Bearbeitungsebene zusammenzufügen. Spitzlichter und<br />

Schatten nachzubessern: Bild > Einstellungen> Helligkeit/<br />

Kontrast wählen oder das Werkzeug Abwedeln benutzen,<br />

um mit einem breiten, weichen Pinsel eine schwache<br />

Belichtung ohne Schatten zu erzeugen.<br />

3Scharfstellen: Die neue Bildebene duplizieren und<br />

auf das Symbol Neue Ebene schaffen unten auf der<br />

Ebenenpalette ziehen. Filter > Andere > Hochpassfilter<br />

wählen und die Ränder mit bis zu fünf Pixel nachbearbeiten.<br />

Auf OK klicken. Die oberste Ebene in der Ebenen-Palette je<br />

nach Geschmack auf den Blendenmodus „Weiches Licht“<br />

oder Überlagern einstellen. Je eine Datei im JPEG-, im<br />

TIFF-Format und für den Fall, dass die Ebenen später<br />

nachbearbeitet werden <strong>so</strong>llen, im PSD-Format speichern.<br />

44 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Ein Sommer-Stillleben aufnehmen<br />

Diese Anleitung für ein fruchtiges, <strong>so</strong>mmerliches, Zitrusfrucht-Stillleben kann das ganze Jahr durchgeführt werden.<br />

AUCH IM SOMMER gibt es diese trüben, regnerischen Tagen, an denen man<br />

keine Lust hat, draußen aufzunehmen. Beleuchtet man transparente Früchte<br />

wie Zitronen und Limetten von hinten, kommt Textur und Detail hervor. Die<br />

Fruchtscheiben können mit Luftbläschen kombiniert werden. Dadurch<br />

erreicht man dynamische Bildresultate.<br />

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie diese Aufnahmen erzeugt werden<br />

können. In unserem Beitrag wurde versucht, eine einfach verständliche<br />

Basis-Anleitung zu geben. Auf der nächsten Seite, unter „Alternative<br />

Aufnahmesituation“ werden weitere Formen erklärt, wie ähnliche Resultate<br />

erzeugt werden können. Dort wird vorgeschlagen, zusätzliches Eis in einem<br />

Glas oder Krug zu benutzen, um die Wirkung der Luftbläschen zu verstärken.<br />

In dieser alternative Anleitung empfiehlt sich anstatt eines Leuchtkastens<br />

oder eines Blitzgeräts der Studioblitz. Ein Studioblitz <strong>so</strong>llte dabei im<br />

Hintergrund gegen eine weiße Lichtwand gerichtet werden (ideal wäre ein<br />

Stilllebentisch oder ein weißes Betttuch). Ein zweites Licht <strong>so</strong>llte über dem<br />

Glasbehälter angebracht werden, um die Flüssigkeit und die Frucht zu<br />

beleuchten. Vorsicht mit den Lichtreflexen! Diese Aufnahmesituation kann<br />

auch mit Scheiben von anderen Früchten ausprobiert werden. Das Problem<br />

ist, dass die meisten Früchte, <strong>so</strong>gar Orangen, dafür zu wenig transparent<br />

sind und nicht genügend Detail preisgeben.<br />

Belichtungseinstellung:<br />

Kamera: Nikon D700<br />

Sigma 60mm f/2.8 Makro<br />

Modus: Blendenpriorität<br />

Belichtung: 1/60 Sekunde<br />

mit f/18 (ISO 400)<br />

Das fertige Bild<br />

Mit ein wenig Erfahrung kann<br />

man schnell seine eigenen<br />

Frucht-Stillleben gestalten.<br />

Probieren geht über studieren!<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 45


Sich ein Bild machen<br />

Auf der Jagd nach<br />

dem Regenbogen<br />

Es gibt nichts Motivierenderes, bei schlechtem Wetter ins<br />

Freie zu laufen, als ein Regenbogen. Vorsicht Platzregen!<br />

Zugegeben - es gehört viel Glück dazu, einen Regenbogen gut aufzunehmen.<br />

In diesem Beitrag geht es um all jene Faktoren bei Regenbogenaufnahmen, die<br />

nicht vom Glück abhängen. Die Chancen einen Regenbogen anzutreffen, sind<br />

eher selten. Die Erfolgsaussichten können aber deutlich verbessert werden,<br />

wenn die Kamera bereit ist und man die richtigen Wetterbedingungen und<br />

Kameraeinstellungen für Regenbögen kennt. Im Folgenden ein paar nützliche<br />

Ratschläge:<br />

FOTO: ADAM BURTON<br />

1<br />

Eine hohe Luftfeuchtigkeit<br />

+ Sonnenlicht =<br />

Regenbogen!<br />

5<br />

Eine Lichtwertstufe<br />

unterbelichten.<br />

4<br />

Intensivere Farben<br />

durch einen Polfilter.<br />

2<br />

Der beste Blickwinkel<br />

3<br />

Schärfe von vorne<br />

nach hinten.<br />

1) Wetter: Das schwierigste bei Regenbogenaufnahmen ist, einen<br />

Regenbogen zu finden, daher <strong>so</strong>llte man die Wetterverhältnisse im Auge<br />

behalten. Es gibt zwei Voraussetzungen für Regenbögen: Feuchtigkeit und<br />

Sonnenlicht. Die Chancen sind am größten nach einem Unwetter. Plötzliche<br />

Aufhellungen nach Regenfällen können Regenbogen ankündigen.<br />

Regenbögen erscheinen auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne. Steht<br />

die Sonne im Westen, muss man al<strong>so</strong> nach Osten schauen.<br />

2) Bildkomposition: Man <strong>so</strong>llte sich genügend Zeit nehmen, um einen<br />

geeigneten Aufnahmestandort auszuwählen. Und man <strong>so</strong>llte versuchen,<br />

einen Bildausschnitt zu wählen, bei dem der Regenbogen den Boden<br />

berührt. Durch den Einsatz eines Weitwinkel-Objektivs kann der<br />

größtmögliche Teil des Regenbogens ins Motiv aufgenommen werden.<br />

Sowohl ein interessanter Vordergrund, der den Regenbogen einrahmt, oder<br />

den Blick des Betrachters auf sich zieht als auch ein dunkler, ruhiger<br />

Hintergrund helfen dabei, die Farben hervorzuheben. Stürmische Himmel<br />

und Berge sind perfekt dazu. Die Regenbogenmitte oder der Horizont <strong>so</strong>llte<br />

dabei im oberen Drittel platziert werden. Je nach Position und Entfernung<br />

zum Regenbogen <strong>so</strong>llte man ein Telezoom-Objektiv zur Hand haben. Damit<br />

können wirksame Großaufnahmen erzeugt und ungewollte Details im<br />

Vordergrund entfernt werden.<br />

3) Blende: Werden Vordergrundelemente eingesetzt, <strong>so</strong>llte eine kleine<br />

Blende gewählt und die hyperfokale Distanz berechnet werden, um eine<br />

Schärfe von vorne nach hinten zu garantieren. Meist reicht f/11 bis f/16. Gibt<br />

es auf dem Motiv Wasserflächen, kann eine kleinere Blende ausprobiert<br />

werden, um die Belichtung zu verlängern und <strong>so</strong>mit das Wasser weicher<br />

aufzuzeichnen. Die Lichtreflexe auf dem Wasser werden dadurch, wie auf<br />

dem Bild von Berufsfotograf Adam Burton, verstärkt. Dieses Bild wurde mit<br />

einer Belichtungszeit von 1,4 Sekunden und einer Blende von f/22<br />

aufgenommen.<br />

4) Polfilter: Den Polfilter aufsetzen und anpassen, um die Farben des<br />

Regenbogens zu verstärken. Dabei <strong>so</strong>llte vorsichtig mit dem Polfilter<br />

umgegangen werden. Wird das Motiv überbelichtet, kann der Regenbogen<br />

verloren gehen. Mit einem Polfilter verliert die Aufnahme zwei<br />

Lichtwertstufen. Darum <strong>so</strong>llte ein Stativ benutzt werden, um das Verwackeln<br />

zu vermeiden. Polfilter dienen ebenfalls zur Entfernung von Glanzlichtern auf<br />

der Wasseroberfläche und der Verstärkung von Lichtreflexen.<br />

5) Fokus und Belichtung: Ein Regenbogen ist eine optische Täuschung,<br />

daher kann man ihn nicht fokussieren und er beeinflusst auch die<br />

Belichtung nicht. Wird das Motiv um eine negative Lichtwertstufe<br />

unterbelichtet, hilft das bei der Farbsättigung.<br />

Vorsicht bei der Aufnahme!<br />

46 / DIGITALE FOTOGRAFIE –UPDATE


Belichtungseinstellung<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II<br />

Objektiv: 17 bis 40 mm f/4L<br />

Manuell<br />

1,4 Sekunden<br />

mit f/22 (ISO 50)<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE / 47


Sich ein Bild machen<br />

Blick in die Glaskugel<br />

Requisiten in die Bildkomposition aufzunehmen, ist eine erfrischende Möglichkeit, diese zu<br />

verfeinern. Ein gutes Beispiel ist die „Glaskugel-Methode“ unserer Leserin Helen Sotiriadis.<br />

GLASKUGELN dienen nicht nur zum Voraussagen der<br />

Zukunft, sie sind auch interessante Requisiten und<br />

Objektivhilfen. Durchsichtige Kugeln, ob aus Glas,<br />

Kristall oder Acryl sind ideal für die <strong>Fotografie</strong>. Sie<br />

können als Teil eines Bildes dienen. Oder man kann<br />

auch einfach nur durch sie hindurch aufnehmen und<br />

erhält dadurch interessante Weitwinkel. Die<br />

dramatische Verzerrung erzeugt einen ähnlichen<br />

Eindruck wie das Fischaugen-Objektiv und <strong>so</strong>rgt für<br />

ein erweitertes Sichtfeld. Dadurch passen breite<br />

Bildbereiche in einen kleinen Bildausschnitt.<br />

Glaskugeln können in einer Auswahl von Motiven wie<br />

Landschaften, Architektur, Blumen, ja <strong>so</strong>gar für<br />

Porträts eingesetzt werden. Sie kosten abhängig von<br />

der Größe zwischen 10 bis 30 Euro. Man bekommt<br />

sie online auf Seiten wie Amazon oder eBay. Auch in<br />

einem E<strong>so</strong>terikladen kann man Glaskugeln kaufen.<br />

Die Kugel <strong>so</strong>llte für die meisten Aufnahmesituationen<br />

einen Durchmesser zwischen fünf und sechs<br />

Zentimeter haben.<br />

Wird die Kugel als Requisite eingesetzt, dient sie dazu,<br />

den Hintergrund unscharf zu machen. Das Motiv<br />

kann auch nur in der Kristallkugel sichtbar sein. Dort,<br />

wo zwischen dem Hintergrund und dem Objektiv ein<br />

großer Abstand besteht, zum Beispiel bei einer<br />

Landschaft, <strong>so</strong>llte ein Standard-Zoom wie f/3.5 bis<br />

f/5.6 reichen, um den Hintergrund unscharf zu<br />

machen. Bei Porträts darf der Abstand zwischen<br />

Objektiv und Kugel bei einer maximalen Blende von<br />

f/2.8 nicht mehr als eine Armlänge betragen.<br />

Hier wurde ein Canon EF 50 Millimeter f/1.4-Objektiv<br />

eingesetzt, aber das billigere 50 Millimeter<br />

f/1.8-Objektiv ist ebenfalls eine gute Option.<br />

Runde Objekte rollen, und Glas ist zerbrechlich,<br />

daher muss die Kugel für die Aufnahme gut befestigt<br />

werden. Die meisten Kugeln werden mit einer Stütze<br />

geliefert, sie können aber auch von jemandem<br />

gehalten werden. Auf einer glatten Oberfläche<br />

können Kugeln mit doppelseitigem Klebeband oder<br />

einer Gummischeibe befestigt werden. Bei<br />

Aufnahmen im Freien: Vorsicht vor dem Wind!<br />

Möglicherweise muss die Aufnahmeposition oder die<br />

Position des Models und dessen Arm angepasst<br />

werden, um eine klare Spiegelung in der Kugel<br />

sichtbar zu machen.<br />

Um diese Technik wirkungsvoll zu machen, muss<br />

man ganz genau fokussieren und das ist manchmal<br />

ziemlich schwierig. Da man mit einer großen Blende<br />

und einer runden Oberfläche arbeitet, ist der<br />

Tiefenschärfebereich extrem eng. Es ist al<strong>so</strong><br />

schwierig, die gesamte Reflektion scharf zu<br />

bekommen. Um das zu beheben, kann das Model,<br />

nachdem die Kamera auf dem Stativ befestigt wurde,<br />

gebeten werden stillzuhalten, um es manuell zu<br />

Einstellung:<br />

Um dem Bild Tiefe zu verleihen, muss die Kugel heller<br />

als der Rest des Bildausschnittes erscheinen. „Ich<br />

positionierte das Model <strong>so</strong>, dass ihre ausgestreckte<br />

Hand das Fenster berührte. Die Wand half, dass nicht<br />

zu viel Licht über ihren Körper fiel. Gegenüber<br />

platzierte ich eine große Styroporplatte als Reflektor,<br />

um das Licht auf die Hand zu spiegeln. Für den selben<br />

Effekt können alle Arten von Reflektoren und<br />

spiegelndem Material eingesetzt werden. Die Kamera<br />

leicht schräg halten. Dadurch wird die<br />

Bildkomposition dynamischer. Den Modus<br />

„Blendenpriorität“ und ein einzelnes<br />

Autofokusmessfeld wählen. Das Bild <strong>so</strong> nahe<br />

heranzoomen, dass die Kugel groß genug im<br />

Vordergrund erscheint, die Per<strong>so</strong>n im Hintergrund aber<br />

immer noch sichtbar ist.<br />

fokussieren. Die effizienteste Option ist aber ein<br />

einzelnes Autofokusfeld auszuwählen und das<br />

Autofokusmessfeld hinter der Reflektion zu platzieren.<br />

Den Fokus speichern, aufnehmen, defokussieren und<br />

zusammensetzen. Der Burst-Modus erhöht die<br />

Chancen eines scharfen Resultates eben<strong>so</strong>.<br />

Verschiedene Blendenwerte<br />

Je nachdem, wie schnell das Objektiv bei<br />

einer maximalen Blende arbeitet, kann die<br />

Distanz von der Kamera zum Model und<br />

vom Gesicht zur Hand um mehrere Grad<br />

verzerrt werden. Diese Technik funktioniert<br />

be<strong>so</strong>nders gut, wenn der Schwerpunkt auf<br />

der Kugel im Vordergrund gelegt und das<br />

Gesicht der Per<strong>so</strong>n dahinter bis zur<br />

Unkenntlichkeit verzerrt wird. Der Grad<br />

der Unschärfe ist natürlich abhängig vom<br />

persönlichen Geschmack. Hier sind drei<br />

Beispiele der gleichen Aufnahme mit den<br />

Blendwerten f/1.4, f/2.8 und f / 5, die alle<br />

aus der gleichen Entfernung<br />

aufgenommen wurden. Nicht vergessen:<br />

Je breiter die Blende, desto näher das<br />

Motiv im Vordergrund und je weiter der<br />

Hintergrund vom Vordergrund entfernt ist,<br />

desto stärker die Unschärfe.<br />

f/1.4 f/2.8 f/5<br />

Erster Versuch mit einem Landschaftsbild LandschaftsbildDSCHAFTSBILD<br />

Landschaften, Aussichten aufs Meer und auf Städte mit<br />

schönen Farben sind perfekt für diesen Stil: Ob bei<br />

Sonnenuntergang oder im Zwielicht haben die Lichter der<br />

Stadt eine tolle Wirkung. Die beste Zeit für Aufnahmen ist die<br />

Goldene Stunde vor und nach Sonnenauf- und -untergang,<br />

wenn noch genügend Umgebungslicht vorhanden ist, um die<br />

Kugel und die Umgebung zu belichten. Mit einem Stativ kann<br />

das Verwackeln der Kamera bei schwachen Lichtverhältnissen<br />

vermieden werden. Eine gläserner Untersatz für die Glaskugel<br />

gibt der Kugel Stabilität. Mit Hilfe eines Saugnapfs kann die<br />

Kugel noch besser befestigt werden.<br />

Ein einzelnes Autofokusmessfeld wählen oder das Motiv<br />

manuell in die Kugel hinein fokussieren. Um die richtige<br />

Blendeneinstellung herauszufinden, mit der größten Blende<br />

beginnen und die Blende schrittweise schließen, bis das Motiv<br />

und der Kugelumfang scharf sind, der Hintergrund aber<br />

unscharf (Bokeh) erscheint. Da die Glaskugel das Motiv in sich<br />

hinein zieht, muss das Bild gedreht werden, damit es im<br />

Photoshop umgekehrt erscheint. Und los gehts!<br />

Vorsicht mit Glaskugeln!<br />

Keinen Blitz verwenden. Das Licht wird<br />

<strong>so</strong>nst von der Kugel zurück in die Kamera<br />

gespiegelt und provoziert Blendlichter und<br />

ablenkende Lichtreflexe. Die Kugel vor der<br />

Aufnahme reinigen und sicher<br />

aufbewahren.<br />

48 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Belichtungseinstellung<br />

Kamera: Canon EOS 40D<br />

Objektiv: EF 50 mm<br />

Modus: Blendenpriorität<br />

Belichtung: 1/400 Sekunde<br />

mit f/1,4 (ISO 160)


Sich ein Bild machen<br />

Wie man ein stilvolles Triptychon<br />

aus einem Bild erstellt.<br />

Machen Sie das Beste aus Ihren <strong>Bilder</strong>n, indem Sie diese einfachen Schritte<br />

befolgen, um eine einzige Aufnahme in drei unterteilen und einen kreativen<br />

Weg zu finden, um Ihre Fotos zu präsentieren.<br />

LEIDER DRUCKEN IMMER WENIGER Fotografen Ihre <strong>Bilder</strong> aus und das ist wirklich eine Schande, vor<br />

allem weil es heutzutage einige sehr kreative Wege gibt, um seine <strong>Bilder</strong> zu präsentieren – ein beliebtes<br />

Beispiel ist das Triptychon. Einfacher ausgedrückt: Ein Triptychon ist eine Serie aus drei <strong>Bilder</strong>n, die<br />

entwedwer separat voneinander aufgenommen wurden, jedoch durch ein gemeinsames Thema<br />

verbunden sind, oder ein einziges Bild, das in drei Teile unterteilt wurde. Letzteres werden wir Ihnen hier<br />

vorstellen. Wir haben uns dafür entschieden, unser Bild in drei gleich große Teile zu unterteilen, während<br />

es auch möglich ist, ein Feld mehr hervorzuheben, als die anderen. Es gibt keine Regeln, nur Richtlinien<br />

dafür, wie das Triptychon aussehen <strong>so</strong>ll. Wenn Sie Ihr Triptychon beispielsweise aus nur einem Foto<br />

erstellen, <strong>so</strong>llten Sie über die Wahl des Fotos nachdenken. Diese Bearbeitungsmethode funktioniert<br />

normalerweise am besten, wenn das Originalfoto einen Fokuspunkt in jedem seiner Teile aufweist.<br />

Natürlich können Sie auch <strong>Bilder</strong> verwenden, in denen Teile der Szene von einem zum nächsten Feld<br />

überleiten, <strong>so</strong> wie der gekrümmte Damm in unserem Beispiel. Wenn Ihr Bild nicht genug<br />

Spannungspunkte enthält, um es in Drittel aufzuteilen, ziehen Sie in Betracht, es mit der gleichen Technik<br />

in zwei Teile, al<strong>so</strong> ein Diptychon, oder in vier Teile für ein Polyptychon zu unterteilen. Oder anstatt Sie ein<br />

horizontales Triptychon erstellen, teilen Sie das Bild vertikal auf. Sie können die Teile auf ein einziges Blatt<br />

drucken, oder jedes einzeln, und dann zusammenhängen. Easy!<br />

Original<br />

HELEN DIXON<br />

1Erstellen Sie eine schwarze Leinwand:<br />

Öffnen Sie Ihr Bild und gehen Sie auf<br />

Auswahl>Alles auswählen und Bearbeiten>Kopieren.<br />

So kopieren Sie nicht nur Ihr Bild, <strong>so</strong>ndern auch<br />

dessen Dimensionen. Erstellen Sie blankes Dokument<br />

auf Datei>Neu. Lassen Sie die Dimensionen erst<br />

einmal <strong>so</strong> wie sie sind und klicken Sie auf OK. In dem<br />

geöffneten blanken Dokument gehen Sie nun auf<br />

Bild>Arbeitsfläche. Ändern Sie die Einheiten der Maße<br />

auf Prozent und stellen Sie <strong>so</strong>wohl Höhe als auch<br />

Breite auf 110. Klicken Sie OK.<br />

2Rufen Sie das Auswahl-Werkzeug auf:<br />

Öffnen Sie das Originalbild und gehen Sie auf<br />

Auswahl>Ebenenauswahl aufheben. Nehmen Sie<br />

nun das Auswahlrechteck-Werkzeug. Ändern Sie das<br />

Verhältnis des Rechtecks, indem Sie in der oberen<br />

Menüleiste die Breite auf und die Höhe auf 2 stellen.<br />

Gehen Sie auf Ansicht>Auszoomen und zoomen Sie<br />

aus, bis Sie das ganze Bild auf dem Schirm sehen<br />

können. Greifen Sie sich die rechte untere Ecke des<br />

Fensters und ziehen Sie es, <strong>so</strong> dass ein kleiner grauer<br />

Raum um Ihr Bild herum entsteht.<br />

3Wählen Sie Ihr erstes Feld: Klicken Sie links<br />

oben ins Bild, innerhalb der grauen Grenzlinie, und<br />

ziehen Sie den Auswahlkasten nach unten, bis über<br />

den unteren Rand des Bildes. Die Auswahl außerhalb<br />

des Bildes zu beginnen und zu beenden stellt sicher,<br />

dass Sie oben und unten keine Lücken lassen. Diese<br />

Auswahl wird den ersten Teil Ihres Triptychons bilden.<br />

Gehen Sie auf Bearbeiten>Kopieren, öffnen Sie wieder<br />

Ihre weiße Arbeitsfläche und gehen Sie auf<br />

Bearbeiten>Einfügen. Der erste Teil des Triptychons<br />

wird in der Mitte erscheinen.<br />

50 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Tierleben im Garten<br />

Endültiges Bild<br />

Als letzten Schliff fügen Sie einen<br />

Schatten hinzu, indem Sie auf<br />

Ebenenstil hinzufügen in der<br />

Ebenenpalette gehen und<br />

Schlagschatten auswählen.<br />

Wiederholen Sie das auf jeder Ebene.<br />

4Fügen Sie die anderen Felder hinzu: Gehen<br />

Sie wieder über zu Ihrem Bild und wählen Sie das<br />

nächste Feld aus, indem Sie Ihre Auswahl oben rechts<br />

in Ihrer momentanen Auswahl beginnen, und wieder<br />

bis über den unteren Rand des Bildes ziehen. Gehen<br />

Sie auf Bearbeiten>Kopieren, öffnen Sie wieder Ihre<br />

Arbeitsfläche und gehen Sie auf Bearbeiten>Einfügen.<br />

Wiederholen Sie diesen Schritt für den letzten Teil des<br />

Bildes. Alle drei Teile Ihres Triptychons werden auf der<br />

schwarzen Arbeitfläche übereinander gestapelt, es ist<br />

al<strong>so</strong> an der Zeit, sie räumlich zu verteilen.<br />

5Verteilen Sie die <strong>Bilder</strong> im Raum: Schließen<br />

Sie das Hauptbild, ohne es zu speichern und<br />

arbeiten Sie mit Ihrer neuen Arbeitfläche. Wenn Sie<br />

Ebene 1 aus der Ebenenpalette angewählt haben,<br />

nehmen Sie das Verschieben-Werkzeug. Halten Sie die<br />

Shift-Taste gedrückt, klicken Sie auf die Ebene und<br />

ziehen Sie sie nach links, bis sie an die Seite der anderen<br />

Ebenen stößt. Wählen Sie Ebene 3 aus der<br />

Ebenenpalette und wiederholen Sie den Vorgang, indem<br />

Sie sie nach links ziehen, bis sie einrastet. Momentan<br />

<strong>so</strong>llte es Ihrem Originalbild noch sehr ähnlich sehen.<br />

6Erstellen Sie Grenzen: Mit der nach wie vor<br />

ausgewählten Ebene halten Sie wieder die<br />

Shift-Taste gedrückt und tippen Sie auf den Pfeil nach<br />

rechts, um eine Grenze zu erstellen. Zählen Sie mit,<br />

wie oft Sie den Pfeil nach rechts drücken. Wählen Sie<br />

die Ebene 1 aus der Ebenenpalette und, indem Sie<br />

wieder die Shift-Taste gedrückt halten, tippen Sie etwa<br />

genau<strong>so</strong> oft wie zuvor auf den Pfeil nach links, um<br />

eine etwa gleich große Lücke auf der anderen Seite zu<br />

erzeugen. Wenn Sie die Shift-Taste gedrückt halten,<br />

wird Ihr Bild jedes Mal um fünf Pixel verschoben.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 51


Sich ein Bild machen<br />

Wie schießt man...<br />

Babyporträts?<br />

Dies sind die Vor- und Nachteile, Techniken<br />

und Werkzeuge, die man braucht, um diese<br />

Wonneproppen zu fotografieren.<br />

DIE GEBURT EINES Babys ist einer dieser speziellen<br />

Momente im Lebene, den ein stolzes Elternpaar gerne<br />

aufnimmt, um ihn zu genießen. Ehe man sich versieht,<br />

fangen sie an zu laufen und ihre ersten Wörter zu sagen,<br />

und diese ersten Monate sind nur noch ein Teil der<br />

Erinnerung. Kinder bleiben nur über einen recht kurzen<br />

Zeitraum klein, nehmen Sie sich daher die Zeit und<br />

halten Sie die Details fest, <strong>so</strong>lange sie es noch sind.<br />

Konzentrieren Sie sich auf Hände, Füße und die<br />

Eigenschaften des Gesichts wie ihre Augen, Ohren und<br />

Nasen, indem Sie eine große Blende wählen und die<br />

Kleinigkeiten i<strong>so</strong>lieren. Fangen Sie in der ein oder<br />

anderen Aufnahme auch die Eltern ein, damit der<br />

Betrachter einen Größenvergleich hat, beispielsweise<br />

wenn das Baby nach Mamas oder Papas Finger greift,<br />

oder wenn letztere einen Fuß des Babys halten, <strong>so</strong> wie in<br />

unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Es fordert Geduld,<br />

Verständnis und das Quäntchen Glück auf Ihrer Seite,<br />

doch wenn Sie durchhalten, können Sie einige großartige<br />

<strong>Bilder</strong> aufnehmen.<br />

Die Arbeit mit Babys<br />

Wenn Sie Babys fotografieren, ist Geduld gefragt. Selten<br />

werden Sie die Aufnahme, die Sie wollen in dem<br />

Moment bekommen, in dem Sie sie wollen. Kommen Sie<br />

mit einer Reihe verschiedenster Ideen, und bereiten Sie<br />

sich darauf vor, dass Sie jeden Moment die Richtung<br />

ändern müssen; die Sitzung wird oftmals nicht nach<br />

Plan verlaufen. Viel mehr wird das Shooting letzten<br />

Endes von der Laune und dem Temperament des Babys<br />

diktiert, davon, ob es Hunger hat, müde ist, oder<br />

gewechselt werden muss. Sie werden sich manchmal <strong>so</strong><br />

fühlen, als wären Sie mit an Bord, un das stimmt auch.<br />

Sie können sich einfach nur vorbereiten, Geduld haben<br />

und im Zeitplan des Babys schnell arbeiten.<br />

Top-Tipp<br />

Um es dem baby bequem zu machen, drehen Sie die<br />

Zimmertemperatur auf und vermeiden Sie zugige Bereiche.<br />

Üblicherweise werden Babys halbnackt oder nackt fotografiert,<br />

dies <strong>so</strong>llten Sie jedoch zuvor mit den Eltern absprechen, um sicher<br />

zu gehen, dass Sie damit einverstanden sind.<br />

Das richtige Objektiv<br />

Objektiv mit fester Brennweite: 5Ein<br />

50 Millimeter-Objektiv mit fester<br />

Brennweite ist für jeden<br />

Porträtfotografen ein Muss. Das Canon<br />

EF 50 Millimeter f/1.8 II oder ein<br />

original Nikon 50 Millimeter f/1.8D AF<br />

Nikkor gibt es schon ab 125 Euro, während dass neuere<br />

Nikon Af-S Nikkor 50 Millimeter f/1.8G bei etwa 250<br />

Euro. Auch das Sigma f/1.4 EX DG HSM für 440 Euro<br />

<strong>so</strong>llten Sie in Betracht ziehen, weil es Ihnen erlaubt, bei<br />

sehr schwachem Licht aus der Hand aufzunehmen. Mit<br />

Objektiven mit fester Brennweite und großen<br />

Maximalblenden können Sie eine flache Tiefenschärfe<br />

erzeugen, was für Babyporträts ideal ist.<br />

ISTOCK PHOTO<br />

Zoom-Objektiv: Zoom-Objektive sind<br />

vielseitiger als Objektive mit fester Brennweite,<br />

weil sie Sie nicht auf eine einzige Fokallänge<br />

begrenzen. Wenn Sie jedoch eine hochwertige<br />

Optik mit großer Maximalblende wollen, wie<br />

bei einem Objektiv mit fester Brennweite,<br />

dann bereiten Sie sich auf die Trennung von einem ernst zu<br />

nehmenden Betrag vor. Das Canon EF 24-70 Millimeter f/2.8L<br />

ist zum Beispiel eine gute Wahl, liegt jedoch bei 1265 Euro. Das<br />

Tamron 28-75 Millimeter f/2.8 XR Di LD für 380 Euro ist eine<br />

gute Alternative. Wenn Sie allerdings auch mit Ihrem 18-55<br />

Millimeter- oder Ihrem 18-105 Millimeter-Objektiv nach wie vor<br />

gute Resultate erzielen können, verzichten Sie einfach auf die<br />

extrem flache Tiefenschärfe.<br />

52 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Babyporträts<br />

JORDAN BUTTERS<br />

BILDDETAILS<br />

Ausrüstung: Canon EOS 5D<br />

Mk II & Canon 24-70<br />

Millimeter f/2.8<br />

Modus: Zeitautomatik<br />

Belichtung: 1/320 Sekunde<br />

bei einer Blende von f/2.8<br />

(ISO 200)<br />

ISTOCK PHOTO<br />

Weitwinkel-Objektiv: Mit einem<br />

Weitwinkel-Objektiv können Sie wirklich<br />

witzige Aufnahmen machen. Seien Sie<br />

jedoch vorsichtig, dass die Perspektive<br />

nicht gestreckt wird, da dies in Porträts<br />

nicht <strong>so</strong>nderlich schmeichelhaft wirkt. Das<br />

Sigma 10-20 Millimeter f/4-5.6 EX DC HSM für 500 Euro<br />

ist eine gute Wahl und passt auf die meisten Kameras.<br />

Weitere Optionen wären das Canon EF-S 10-22 Millimeter<br />

f/3.5-4.5 USM für 820 Euro und das Nikon AF-S DX Nikkor<br />

10-24 Millimeter f/3.5-4.5G ED für 850 Euro. Alle drei<br />

bieten eine Naheinstellgrenze von 24 Millimetern und<br />

erlauben Ihnen sehr nah an Ihr Objekt heranzutreten.<br />

JORDAN BUTTERS<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 53


Sich ein Bild machen<br />

Babyporträts<br />

Mein Babyporträt...<br />

JORDAN BUTTERS: Babys fotografiert man am besten bei weichen,<br />

diffusen Lichtverhältnissen. Wenn Sie Fensterlicht verwenden,<br />

versuchen Sie <strong>so</strong>wohl Eltern als auch Baby in die Nähe eines großen<br />

Nord- oder Südfensters zu setzen, um dem direkten Sonnenlicht aus<br />

dem Weg zu gehen. Wenn nötig, benutzen Sie einen Reflektor, um ein<br />

wenig Licht auf das Baby zurückzuwerfen und die Schatten zu füllen. Wenn Sie<br />

direktes Licht nicht vermeiden können, hängen Sie Gardinen, Musseline oder<br />

Bettlaken vor das Fenster, um das Licht zu dämpfen. Als Alternative lassen sich<br />

auch manche Reflektoren als Diffu<strong>so</strong>ren benutzen. Verwenden Sie wenn möglich<br />

nicht den Blitz der Kamera – wenn es unvermeidbar ist, dann lassen Sie den Blitz<br />

von einer Mauer oder der Zimmerdecke reflektieren.<br />

Wenn Sie mit großen Blenden aufnehmen, denken Sie daran, dass Ihr Fokusband<br />

sehr nah ist, was einen leicht die Markierung verpassen lässt, vor allem wenn sich<br />

das Baby bewegt und mit den Füßen tritt. Nehmen Sie sich Ihren Moment und<br />

bereiten Sie sich auf mehrere Aufnahmen vor, bevor Sie Ihr endültiges Bild erhalten.<br />

P<strong>so</strong>itionieren Sie das Baby: Babys<br />

1neigen dazu, zu treten und sich zu<br />

winden. Es ist daher ein guter Gedanke,<br />

ein Elternteil oder einen Freund darum<br />

zu bitten, sich um die Aufmerksamkeit<br />

des Babys zu bemühen, weil es Ihnen<br />

erlaubt, sich ganz auf die Aufnahme zu<br />

konzentrieren. Bei diesem Bild bat ich<br />

die Mutter von Babby Geroge darum,<br />

sich mit ihm im Schoß zurückzulehnen<br />

und seine Füße mit Ihren Händen zu<br />

umschließen. Er fühlte sich in den<br />

Armen seiner Mutter nicht nur wohl<br />

und hörte auf, sich zu sehr zu bewegen,<br />

es unterstrich darüberhinaus auch den<br />

Größenunterschied zwischen ihren<br />

Händen und seinen Füßen.<br />

Experimentieren Sie mit den<br />

2Blenden: Wenn Sie Zeitautomatik<br />

verwenden, wählen Sie eine große<br />

Blende und den Auutofokus mit<br />

Einzelbild, um selektiv den<br />

spannenden Bereich zu fokussieren,<br />

bevor Sie die Aufnahme neu<br />

komponieren. Wenn die Blende zu<br />

groß ist, können Sie möglicherweise<br />

nicht beide Füße fokussieren, wenn sie<br />

zu klein ist, könnte der Hintergrund<br />

ablenken. Ich entschied mich für eine<br />

Blende von f/2.8, die es mir erlaubte,<br />

beide Füße zu fokussieren, während<br />

ich eine flache Tiefenschärfe erzielte<br />

und den Hintergrund aus dem Fokus<br />

entfernte.<br />

Vorsicht bei der Belichtung<br />

3Da ich ein Low-Key-Bild wollte, bat<br />

ich Georges Mutter, ein dunkles<br />

Oberteil anzuziehen, das als<br />

Hintergrund fungieren <strong>so</strong>llte. Wenn Sie<br />

die Multi-Zonen-Messung wählen,<br />

wird die Kamera versuchen, den<br />

dunklen Hintergrund zu kompensieren<br />

und das Bild überbelichten. Wenn das<br />

passiert, können Sie einen Hauch von<br />

negativer Belichtungskorrektur<br />

einstellen, um dies zu korrigieren, oder<br />

Sie nehmen die Objektmessung, um<br />

die Belichtungsinformationen von der<br />

Haut des Babys zu erhalten und<br />

sicherzustellen, dass die wichtigsten<br />

Bereiche gemessen wurden.<br />

Letzte Schliffe In Photoshop<br />

4nehmen Sie die Verlaufsumsetzung,<br />

um das Bild nach Schwarz & Weiß zu<br />

konvertieren. In der Ebenenpalette<br />

klicken Sie auf Neue Einstellungsebene<br />

und wählen Verlaufsumsetzung. In der<br />

Einstellungspalette wählen Sie einen<br />

Verlauf von schwarz nach weiß. Sie<br />

können die Stärke des Verlaufs ändern,<br />

um die dunklen, mittleren und hellen<br />

Bereiche des Bildes unabhängig<br />

voneinander zu korrigieren. Die<br />

Konvertierung nach Mono <strong>so</strong>llte die<br />

meisten Hautunreinheiten ausblenden,<br />

doch ich nahm darüberhinaus auch<br />

den Reparaturpinsel, um alle übrigen<br />

Flecken zu entfernen.<br />

Babydetails: Weitere Ideen zum Ausprobieren<br />

JORDAN BUTTERS<br />

ISTOCK PHOTO<br />

JORDAN BUTTERS<br />

ISTOCK PHOTO<br />

VERSUCHEN SIE, REQUISITEN ZU<br />

VERWENDEN<br />

Requisiten liegen bei der heutigen<br />

Babyfotografie stark im Trend. Mützen sind<br />

eine gute Wahl – nicht nur, weil Babys<br />

damit bezaubernd aussehen, <strong>so</strong>ndern weil<br />

sie auch unförmige Köpfe oder<br />

ungleichmäßig verteiltes Haar kaschieren,<br />

was bei Neugeborenen häufig getan<br />

werden muss. Ziehen Sie auch in<br />

Erwägung, das Baby zum Beispiel in einen<br />

Korb zu setzen oder in einen in die Jahre<br />

gekommenen Koffer zu legen, <strong>so</strong> dass Ihre<br />

Aufnahmen interessanter werden.<br />

UNTERSCHIEDLICHE<br />

FOKUSSIERUNG<br />

Versuchen Sie, beim Fokussieren<br />

zwischen zwei Punkten aus dem selben<br />

Blickwinkel abzuwechseln, indem Sie den<br />

Bereich anvisieren, den Sie fokussieren<br />

möchten und den Auslöser halb nach<br />

unten drücken, bevor Sie die Aufnahme<br />

neu komponieren. Verwenden Sie eine<br />

große Blende für eine flache Tiefenschärfe.<br />

Das Ergebnis kann zu einem Triptychon<br />

kombiniert werden, welches <strong>so</strong>wohl das<br />

Babyporträt, als auch die eine<br />

Nahaufnahme im gleichen Rahmen zeigt.<br />

HINTERGRUND<br />

Die beste Lösung ist oftmals eine weiche<br />

Decke oder ein über ein Sofa drapierter<br />

Überwurf, auf dem das Baby liegen kann.<br />

Wenn Sie ein paar kräftige Farben<br />

hinzufügen wollen, legen Sie es auf einen<br />

hellen Überwurf. Nehmen Sie Kissen, um<br />

die Decke von unten zu stützen, oder<br />

fragen Sie die Eltern, ob sie sich mit der<br />

Decke auf dem Schoß dazu setzen, <strong>so</strong><br />

dass Sie das Baby halten können.<br />

Babyhaut ist empfindlich, nehmen Sie<br />

daher ein weiches Material.<br />

NEHMEN SIE DIE ELTERN MIT AUF<br />

Denken Sie daran, die Eltern mit<br />

aufzunehmen, indem Sie die ganze<br />

Familie zusammentreiben, die das Kind<br />

bemuttern <strong>so</strong>ll. Die Leute vergessen Sie<br />

oftmals sehr schnell, wenn sie dabei<br />

sind, dem Neugeborenen gut zuzureden,<br />

was Ihnen erlaubt, einige fantastische<br />

und natürliche Aufnahmen von der<br />

ganzen Familie zu machen. Als<br />

Alternative können Sie versuchen, mit<br />

dem Weitwinkel-Objektiv ein lustiges<br />

Familienporträt aufzunehmen, etwas<br />

anders als in diesem Bild.<br />

54 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


BILDDETAILS<br />

Ausrüstung: Canon EOS<br />

5D Mk II & Canon 24-70<br />

Millimeter f/2.8L<br />

Modus: Zeitautomatik<br />

Belichtung: 1/800<br />

Sekunde bei einer Blende<br />

von f/2.8 (ISO 200)<br />

Bester Fuß voraus!<br />

Nach ein paar<br />

Schärfekorrekturen besteht das<br />

Resultat in einem schönen<br />

schwarz-weißen Bild mit einer<br />

Menge Details.


Kameravorstellung<br />

Abschied vom Spiegel ohne Qualitätsverlust<br />

Die LUMIX G5 von Pana<strong>so</strong>nic markiert den aktuellen<br />

Entwicklungstand der spiegellosen Digitaltechnik.<br />

Advertorial<br />

Unter den Systemkameras ist die<br />

LUMIX von Pana<strong>so</strong>nic zweifellos<br />

ein Pionier. Das aktuelle Modell<br />

G5 nimmt es mit den<br />

klassischen<br />

Spiegelreflexkameras auf – und<br />

ist ihnen in Teilbereichen <strong>so</strong>gar<br />

überlegen.<br />

Traditionalisten mögen immer noch die Nase<br />

rümpfen: „Eine Kamera ohne die bewährte<br />

Spiegelreflextechnik kann keine professionelle<br />

Kamera sein. Nur der Spiegel ermöglicht es,<br />

genau das zu sehen, was ich fotografiere.“ Doch<br />

inzwischen sind <strong>so</strong>lche Aussagen nicht mehr<br />

gerechtfertigt. Fortschreitende Sen<strong>so</strong>rtechnologie lässt<br />

kaum noch Vorteile des optisch eingespiegelten<br />

gegenüber einem elektronisch erzeugten Bild erkennen<br />

– im Gegenteil: Der flexible Echtzeit-Sucher einer<br />

LUMIX G bietet gegenüber manchen Modellen <strong>so</strong>gar<br />

mehr Übersicht und Weitsicht. Offensichtlicher<br />

weiterer Vorteil beim Wegfall des Spiegels: Ein klobiges<br />

Gehäuse entfällt, die gesamte Kamera kann<br />

kompakter, leichter und handlicher konstruiert werden.<br />

Bleibt die Frage der Qualität. Sie ist in erster Linie,<br />

aber nicht nur, von der Größe des Sen<strong>so</strong>rs abhängig.<br />

Pana<strong>so</strong>nic setzt mit der LUMIX G Serie auf das<br />

MFT-System und kommt dabei auf eine Größe von 17,3<br />

x 13 Millimetern. Das ist wesentlich mehr als bei<br />

Kompaktsystemen (6,2 x 4,6 mm) und kaum kleiner als<br />

das in Spiegelrefl ex-Modellen oft verwendete<br />

APS-C-Format (23,4 x 16,7 mm). In Testberichten<br />

wurde dem MFT-System im Verbund mit dem Prozes<strong>so</strong>r<br />

und Objektiv an einer LUMIX G hervorragende<br />

Bildqualität und Tiefenschärfe bescheinigt, die nicht<br />

gegenüber einer Spiegelrefl exkamera abfällt.<br />

Die Konstruktion des spiegellosen Systems bietet<br />

weitere handfeste Vorteile:<br />

So gibt es nur einen<br />

Sen<strong>so</strong>r für Bildaufnahme<br />

und Scharfstellung, was<br />

den Autofokus insgesamt<br />

direkter, schneller und<br />

präziser macht. Mögliche<br />

Fokussierfehler, die bei<br />

einer Spiegelrefl exkamera<br />

entstehen können, weil<br />

die Bildschärfe nicht in<br />

der Bildebene <strong>so</strong>ndern<br />

über einen separaten<br />

Sen<strong>so</strong>r ermittelt wird, sind<br />

ausgeschlossen. Dies<br />

macht sich be<strong>so</strong>nders bei<br />

einem kontinuierlichen<br />

Autofokus während einer<br />

Videoaufnahme<br />

bemerkbar.<br />

Echte Vorteile beim Fotografi eren bietet das drehund<br />

schwenkbare Display (LiveView). Damit lässt sich<br />

auch aus ungewöhnlichen Perspektiven fotografi eren<br />

und man behält die volle Kontrolle – unterstützt durch<br />

die hilfreiche Touchscreen-Bedienung. Im Gegensatz zur<br />

Spiegelrefl extechnik ist die Fokussierung auch im<br />

LiveView-Modus extrem schnell.<br />

Die Automatikfunktion der neuen G5 hat Pana<strong>so</strong>nic<br />

gleich vervierfacht. Der Allrounder „Automatische<br />

Motiverkennung“ wählt automatisch die optimale<br />

Einstellung für Porträt oder Landschaftsaufnahmen. Wer<br />

es nur auf seine Liebsten abgesehen hat, <strong>so</strong>llte die<br />

Gesichtserkennung wählen – Fokus und Belichtung<br />

werden immer korrekt eingestellt. Die<br />

Kontrasterkennung hilft, Über- und Unterbelichtungen<br />

zu vermeiden, und der optische Bildstabilisator<br />

verhindert Unschärfe durch Verwacklungen.<br />

Im Videomodus ist die LUMIX G ein vollwertiger<br />

Camcorder mit einer Full HD Video-Bildqualität (AVCHD<br />

1080/50). Als Systemkamera ist das Filmen mit<br />

verschiedenen Objektiven möglich, ein Stereo-Mikrofon<br />

ist in die Kamera eingebaut. Während der Aufnahme ist<br />

der Autofokus durchgehend aktiv, eben<strong>so</strong> die<br />

AF-Verfolgung. Die Schärfe kann während des Filmens<br />

verlagert werden.<br />

Fazit: Im Duell Spiegel gegen Spiegellos setzt sich die<br />

LUMIX G in ihrer Preisklasse in vielen Disziplinen durch,<br />

und bei der Bildqualität ist sie gleichauf. Lediglich<br />

aktuelle Spiegelrefl ex-Profi modelle mit Vollformatsen<strong>so</strong>r<br />

spielen qualitativ wie preislich in einer anderen Liga. Für<br />

die ambitionierten Hobbyfotografen bietet die LUMIX G5<br />

weit mehr, als man bisher von einer Systemkamera<br />

erwarten konnte.<br />

LUMIX G5<br />

Die Modellrange der LUMIX G-Kameras deckt die<br />

gesamte Palette vom Einsteiger bis zum Profi ab.<br />

Sowohl an Einsteiger als auch an ambitionierte<br />

Fotografen wendet sich die LUMIX G5 in hochwertiger<br />

Aluminiumfront mit einer Reihe von<br />

Ausstattungshighlights: Wer durch den Sucher blickt,<br />

den erwartet ein großes, hochaufl ösendes (1,44 MP)<br />

100 % Bildfeld inklusive automatischem<br />

Augensen<strong>so</strong>r. Alternativ steht das dreh- und<br />

schwenkbare 7,5 cm-LC-Display (920.000 Pixel) zur<br />

Verfügung. Mit der Touchfunktion des Displays lassen<br />

sich unter anderem der Fokus und der Auslöser<br />

steuern. Dank des schnellen und präzisen Autofokus<br />

sinkt die Auslöseverzögerung auf unter 0,1 Sekunden.<br />

Zusätzlich steht ein lautloser Auslöser zur Verfügung,<br />

etwa für Konzertaufnahmen. Der 16-Megapixel-Live-<br />

MOS-Sen<strong>so</strong>r garantiert höchste Bildqualität auch bei<br />

schwachem Licht. In der Serienbildfunktion bietet die<br />

G5 ganze 6 <strong>Bilder</strong> pro Sekunde bei voller Aufl ösung,<br />

maximal 20 bei reduzierter Aufl ösung.<br />

Videoaufnahmen werden im 50p Full HD-Modus<br />

(1920 x 1080 AVCHD) mit kontinuierlichem<br />

Autofokus und integriertem Stereo-Mikrofon<br />

aufgenommen.<br />

Die LUMIX G5 ist in folgenden Sets und Farben<br />

erhältlich:<br />

DMC-G5<br />

nur Gehäuse nur in schwarz für<br />

649,- Euro<br />

DMC-G5K Standardzoom-Kit mit Lumix G Vario<br />

3,5-5,6/14-42mm in schwarz, silber und<br />

weiß 749,- Euro<br />

DMC-G5X<br />

Powerzoom-Kit mit Lumix G X-Vario<br />

3,5-5,6/14-42mm in schwarz, silber und<br />

weiß für 899,- Euro<br />

DMC-G5W im Doppelzoom-Kit mit Lumix G Vario<br />

3,5-5,6/14-42mm und 4-5,6/45-<br />

150mm nur in schwarz für 949,- Euro


Sich ein Bild machen<br />

Tierleben im Garten<br />

<strong>Fotografie</strong>ren Sie doch<br />

mal die Fauna und<br />

Flora Ihres Gartens!<br />

Suchen Sie Ihren Garten nach Möglichkeiten ab, um Blumen und<br />

Insekten zu kombinieren und Sie erhalten eindrucksvolle Fotos.<br />

DANIEL LEZANO: Wenn Sie das Glück haben, einen Garten zu besitzen, dann<br />

haben Sie sein Potential für großartige Naturfotografie wahrscheinlich schon<br />

entdeckt. Blumen in voller Blüte bieten eine wunderbare Gelegenheit, um ein paar<br />

bunte und verworrene Nahaufnahmen zu machen. Aber haben Sie schon mal<br />

Kompositionen in Erwägung gezogen, die absichtlich die Pflanzen- und die<br />

Tierwelt kombinieren? Als ich zuletzt im Garten saß, stach mir die Inspiration buchstäblich ins<br />

Auge, als ein Marienkäfer auf ein paar Blumen Halt machte und mir zu der Idee verhalf, ein<br />

schönes Stillleben aus Pflanzen mit meinem Gartenbesucher zu kombinieren. Dieses Jahr gab<br />

es eine wahrhaftige Marienkäferinvasion in ganz Europa, daher <strong>so</strong>llten Sie in den anstehenden<br />

warmen Monaten dazu in der Lage sein, ein ähnliches Bild zu schießen. Wenn Sie keinen<br />

Garten haben, bietet Ihnen der nächstgelegene öffentliche Garten oder Park wunderschöne<br />

Blumenbeete und hoffentlich Hunderte von bunten Insekten, von Marienkäfern bis hin zu<br />

Schmetterlingen.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 57


Sich ein Bild machen<br />

Nahaufnahmen sind extrem lohnenswert, da sie<br />

dazu verleiten, eine Miniaturwelt zu entdecken,<br />

erforschen und festzuhalten, die <strong>so</strong>nst häufig<br />

übersehen wird. Um es richtig zu machen, benötigen<br />

Sie eine Ausrüstung, mit der Sie stark vergrößerte<br />

<strong>Bilder</strong> kleinster Objekte auf kurze Distanz zu Ihrem<br />

Objektiv produzieren können.<br />

Die beste Option ist ein Makro-Objektiv, welches ein<br />

lebensgroßes Wiedergabeverhältnis (1:1) und eine<br />

Fokussierung auf sehr kurze Distanz bietet und Ihnen<br />

erlaubt, den Rahmen mit kleinsten Objekten füllen.<br />

Während ein Stativ nicht zwingend notwendig ist,<br />

raten wir dazu, eines zu verwenden, weil man die<br />

Komposition damit verfeinern und den<br />

Kameraaufbau dabei in Position lassen kann.<br />

Darüberhinaus bedeutet es, dass bei einer langen<br />

Verschlusszeit wahrscheinlich weitaus weniger<br />

<strong>Bilder</strong> durch Kamerabewegung ruiniert werden.<br />

Ein kleiner silber-weißer Reflektor ist praktisch, um<br />

die Schatten aufzufüllen, jedoch nicht unbedingt ein<br />

Muss.<br />

Es möglich ist, dass Sie einen Marienkäfer in<br />

perfekter Position und vor dem perfekten<br />

Hintergrund finden, doch in Wirklichkeit ist das ein<br />

eher unwahrscheinliches Szenario. Viel eher müssen<br />

Sie eine passende Pflanze mit vernünftigem Licht<br />

und attraktivem Hintergrund finden, und den<br />

Marienkäfer dann in die Szene einsetzen.<br />

Marienkäfer hängen nicht lange irgendwo herum,<br />

deshalb <strong>so</strong>llten Sie alles parat haben, bevor Sie einen<br />

einfangen und auf der Pflanze platzieren. Aus<br />

diesem Grund kann ein Stativ <strong>so</strong> wichtig sein: Sie<br />

können die Kameraposition <strong>so</strong> aufbauen, dass der<br />

Rahmen des Bildes wie gewünscht komponiert ist,<br />

bereiten die Kameraeinstellungen vor und <strong>so</strong>bald Sie<br />

den Marienkäfer eingesetzt haben, können Sie<br />

anfangen, <strong>Bilder</strong> zu machen. Wenn sich der<br />

Marienkäfer bewegt, versuchen Sie, ihn wieder in<br />

Position zu streicheln, anstatt die Kamera neu<br />

auszurichten – außer wenn es gar nicht anders geht<br />

–, weil <strong>so</strong>nst die ganze Anstrengung beim Aufbau<br />

um<strong>so</strong>nst war.<br />

Mit der Kamera auf dem Stativ <strong>so</strong>llte Ihnen<br />

Kamerabewegung keine größeren Sorgen bereiten,<br />

<strong>so</strong> dass Sie Ihr Hauptaugenmerk auf den Fokus Ihres<br />

Rahmens und die Wahl der Blendeneinstellung<br />

legen können. Sie werden feststellen, dass die<br />

Tiefenschärfe bei Nahaufnahmen <strong>so</strong>gar mit kleinen<br />

Blenden sehr begrenzt ist, <strong>so</strong> dass Sie sicher stellen<br />

<strong>so</strong>llten, dass Sie richtig fokussiert haben. Wir raten<br />

Ihnen dazu, ein Einzelbild mit Autofokus zu wählen,<br />

anstatt ein Mehrfachbild mit Autofokus, <strong>so</strong> dass<br />

genau kontrollieren können, wie das Objektiv<br />

fokussiert. Der zentrale Punkt ist normalerweise der<br />

empfindlichste, doch Sie können eigentlich jeden<br />

Autofokuspunkt nehmen, der den entsprechenden<br />

Bereich der Pflanze abdeckt, den Sie foussieren<br />

wollen. Wenn die Kamera Ihnen erlaubt, eine kleine<br />

Gruppe von Autofokuspunkten auszuwählen, dann<br />

entscheiden Sie sich für die Option mit zusätzlicher<br />

Empfindlichkeit. Wir raten zu einer anfänglichen<br />

Blendeneinstellung zwischen f/5 und f/8, und nach<br />

ein paar <strong>Bilder</strong>n schießen Sie eine Sequenz mit<br />

anderen Blendeneinstellungen, <strong>so</strong> dass Sie <strong>Bilder</strong><br />

mit leicht schärferem oder weiter aus dem Fokus<br />

gerücktem Hintergrund aufnehmen können.<br />

Nachdem Sie einen Satz <strong>Bilder</strong> festgehalten haben,<br />

mit denen Sie zufrieden sind, <strong>so</strong>llten Sie kleinere<br />

Korrekturen am Kamerawinkel vornehmen und<br />

schauen, wie sich dies auf das Bild auswirkt.<br />

Vielleicht finden Sie einen Winkel, der eine bessere<br />

Perspektive auf die Blume und den Marienkäfer, oder<br />

einen besseren Hintergrund bietet.<br />

Sorgen Sie für eine perfekte Fokussierung<br />

Während sich Autofokussysteme hervorragend für<br />

alltägliche Situationen eignen, können sie mit<br />

Makro-Objektiven Schwierigkeiten bekommen. Sie<br />

<strong>so</strong>llten sich al<strong>so</strong> darauf vorbereiten, wenn nötig<br />

manuell zu fokussieren. Wenn Sie beim Autofokus<br />

bleiben, werden Sie Ihre Erfolgschancen verbessern,<br />

indem Sie von Mehrfachbild auf Einzelbild umstellen<br />

und den Autofokuspunkt über Ihrem Objekt wählen.<br />

Seien Sie bereit, die Autofokuspunkte zu ändern,<br />

wenn sich Ihr Objekt bewegt. Wenn Ihnen die<br />

Kamera erlaubt, eine kleine Gruppe von<br />

Autofokuspunkten auszuwählen, dann tun Sie es, da<br />

es für diese Art von Bild ideal ist. Zu guter letzt<br />

wählen Sie einen durchgängigen Rahmenfortschritt<br />

– wenn Sie eine Sequenz aufnehmen, erhöhen Sie<br />

Ihre Erfolgchancen.<br />

Aufbau und Vorbereitung: Mit Ihrer Kamera auf<br />

1einem Stativ positionieren Sie sie, <strong>so</strong> dass die<br />

Blume sauber im Bildrahmen platziert ist. Stellen<br />

Sie sicher, dass sie gut beleuchtet ist und nicht von<br />

anderem Blattwerk verschleiert wird. Machen Sie<br />

eine Probeaufnahme, um eine korrekte Fokusierung<br />

zu geährleisten.<br />

Setzen Sie den Marienkäfer ein: Setzen Sie den<br />

2Marienkäfer sanft auf die Pflanze. Ob er an Ort<br />

und Stelle bleibt oder anfängt, umherzulaufen, liegt<br />

nicht in Ihrer Macht. Sie können jedoch dafür<br />

<strong>so</strong>rgen, dass der Marienkäfer scharf fokussiert ist<br />

und den Verschluss <strong>so</strong>fort auslösen, bevor er<br />

abgewandert ist.<br />

Nehmen Sie kleine Korrekturen vor: Nachdem<br />

3Sie ein paar Rahmen geschossen haben,<br />

überprüfen Sie kurz die <strong>Bilder</strong> und nehmen Sie die<br />

Änderungen vor, die Ihnen sinnvoll erscheinen.<br />

Nachdem ich den ersten Satz an <strong>Bilder</strong>n überprüft<br />

habe, neigte ich die Kamera leicht, <strong>so</strong> dass sich der<br />

Stiel in einem Winkel des Rahmens befindet, um<br />

die Komposition zu verfeinern.<br />

Verfeinern Sie Ihr Bild: Haben Sie keine Angst<br />

4vor weiteren Änderungen. Mir gefiel der<br />

Blickwinkel, doch ich zog die Kamera leicht zurück,<br />

um dem Hintergrund etwas mehr Kontrast zu<br />

verleihen. Außerdem experimentierte ich mit den<br />

Blendeneinstellungen herum. Dieses Bild habe ich<br />

mit einer Blende von f/10 aufgenommen, weswegen<br />

im Hintergrund etwas mehr Details erkennbar sind.<br />

58 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Tierleben im Garten<br />

Endültiges Bild<br />

Weitere Schliffe ergaben dieses Ergebnis<br />

eines Marienkäfers und einer Pflanze vor<br />

einem angenehmen, unscharfen<br />

Hintergrund. Nicht schlecht für fünf Minuten<br />

Gartenarbeit!<br />

BILDDETAILS<br />

Ausrüstung: Canon EOS<br />

5D Mk III mit einem 100<br />

Millimeter-f/2.8-Makro-<br />

Objektiv von Canon<br />

Modus: Zeitautomatik<br />

Belichtung: 1/500<br />

Sekunde auf f/5 (ISO<br />

200)<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 59


Sich ein Bild machen<br />

Wie benutzt man einen...<br />

Polarisationsfilter?<br />

Kleine Änderung, große Wirkung – ein Pol-Filter macht Ihre Aufnahmen magisch.<br />

LEE FROST: Der Pol-Filter ist der<br />

vielseitigste Filter, weil Sie mehrere<br />

Fliegen mit einer Klappe schlagen und<br />

Ihre <strong>Bilder</strong> sehr stark verändern. Einige<br />

Fotografen glauben, dass sie keinen<br />

mehr benötigen, weil alles was ein Pol-Filter tut,<br />

auch in der Nachbearbeitung erreicht werden kann.<br />

Ich meine, das ist Schnickschnack! Der einzige<br />

Weg, um die wahre Wirkung eines Pol-Filters zu<br />

erhalten, ist einen zu benutzen. Ignorieren Sie daher<br />

die Skeptiker und finden Sie hier den Beweis.<br />

Wenn das Sonnenlicht von einer reflektierenden<br />

Oberfläche gespiegelt wird, wird es polarisiert;<br />

gestreute Lichtstrahlen. Pol-Filter blockieren die<br />

meisten dieser Strahlen und erlauben nur<br />

denjenigen den Durchbruch, die in eine Richtung<br />

fallen. Da das meiste Licht am Himmel polarisiert<br />

ist, bedeutet das, dass blauer Himmel vertieft wird<br />

und Wolken dramatischer werden. Auf nichtmetallischen<br />

Oberflächen wie Blattwerk wird<br />

außerdem grelles Licht reduziert, wodurch die<br />

Farbsättgung erhöht und Spiegelungen im Wasser<br />

oder im Glas reduziert oder entfernt werden.<br />

Die Wirkung des Pol-Filters ist leicht zu kontrollieren,<br />

da man im Sucher sieht, wann der Filter gedereht<br />

wird. Sie werden zuerst sehen, wie der Himmel<br />

dunkler, dann wie er heller wird, wie das grelle Licht<br />

verschwindet und dann wieder auftaucht, wenn Sie<br />

daran drehen. Sind sie mit der Wirkung zufrieden,<br />

hören Sie einfach auf, zu drehen. Für den tiefsten<br />

blauen Himmel, muss die Sonne im 90 Grad-<br />

Winkel zum Objektiv stehen; wenn die Sonne hinter<br />

Ihnen ist, oder Sie gegen das Licht aufnehmen,<br />

werden Sie kleine Änderungen registrieren. Gleiches<br />

gilt für trübe Tage; die Sonne muss scheinen, damit<br />

der Effekt seine volle Wirkung entfalten kann.<br />

Passen Sie auf, wenn Sie größere Objektive als 24<br />

Millimeter benutzen, weil die Polarisation<br />

ungleichmäßig und der Himmel auf einer Seite<br />

dunkler sein könnte. Dies können Sie bei der<br />

Nachbearbeitung ausgleichen, doch realistische<br />

Ergenisse sind schwer zu erreichen.<br />

Die Abschhwächung des grellen Lichts kann man<br />

deutlich bei Landschaftsaufnahmen sehen – die<br />

Farben scheinen plötzlich viel reicher. Es funktioniert<br />

hervorragend bei architektonischen Objekten,<br />

genau<strong>so</strong> wie bei bunten „Abstracts“, da das grelle<br />

Licht auf allen nicht-metallischen Oberflächen<br />

reduziert wird. Auch das grelle Licht an trüben Tagen<br />

wird abgeschwächt, wenn Sie al<strong>so</strong> beispielsweise<br />

Waldszenen bei bewölkten oder nassen<br />

Verhältnissen aufnehmen, wird Ihr Pol-Filter den<br />

Schimmer auf nassen Blättern entfernen und die<br />

Farben werden viel stärker scheinen. Um die<br />

Spiegelungen mit einem Pol-Filter zu reduzieren,<br />

<strong>so</strong>llte der Winkel zwischen reflektierenden<br />

Oberflächen und Ihrer Objektiv-Achse bei etwa 30<br />

Grad liegen. Den richtigen Winkel finden Sie häufig<br />

nur über Versuch und Irrtum, doch eine teilweise<br />

Unterdrückung der Spiegelungen reicht oft schon<br />

aus, nehmen Sie es al<strong>so</strong> nicht allzu genau.<br />

Pol-Filter reduzieren das Licht, das auf Ihr Objektiv<br />

fällt, um zwei Stufen. Das bedeutet, dass eine<br />

Belichtung von 1/125 Sekunde und eine Blende<br />

von f/11 ohne Pol-Filter auf eine Belichtung von<br />

1/30 Sekunde und eine Blende von f/11 fällt, <strong>so</strong>bald<br />

Sie einen hinzufügen. Der Lichtverlust wird von Ihrer<br />

Digitalkamera automatisch aufgefangen, <strong>so</strong> dass Sie<br />

ihn nicht kompensieren müssen. Doch <strong>so</strong>llten Sie<br />

sich darüber bewusst sein, denn die Verschlusszeit<br />

kann dadurch länger werden, und Sie riskieren<br />

Kamerabewegungen, wenn Sie aus der Hand<br />

aufnehmen. Abgesehen davon kann dieser<br />

Lichtverlust ein Vorteil in Situationen sein, in denen<br />

Sie womöglich eine längere Verschlusszeit<br />

verwenden möchten, weil der Pol-Filter wie ein<br />

0.6-Grauverlaufsfilter funktioniert. Wenn Sie<br />

Wasserfälle und Flüsse aufnehmen, können Sie<br />

dem Pol-Filter nicht nur eine längere Verschlusszeit<br />

zubilligen, um das Wasser weich zu zeichnen,<br />

<strong>so</strong>ndern auch Spiegelungen aus dem Wasser und<br />

grelles Licht von nassen Felsen und aus der<br />

Umgebung des Laubwerks entfernen. Es ist eine<br />

Win-Win-Situation!<br />

Auswahl des Pol-Filters<br />

Es gibt zwei Arten von Pol-Filtern:<br />

Lineare und Zirkulare. Lineare<br />

Pol-Filter sind in der Regel günstiger,<br />

doch die Benutzer von Digitalkameras<br />

benötigen einen runden Pol-Filter,<br />

weil er dafür vorgesehen ist, sicher zu<br />

stellen, dass Ihre Kamera keine<br />

falschen Belichtungswerte wiedergibt.<br />

Kameras mit Autofokus polarisieren ein bisschen von<br />

dem Licht, das durch das Objektiv gefallen ist, <strong>so</strong>bald es<br />

in der Kamera ist. Wenn es jedoch zuvor schon von<br />

einem Filter polarisiert wurde, hat das oft<br />

Unterbelichtung zur Folge. Für runde Pol-Filter wird eine<br />

bestimmte Folie mit dem Namen „Lambda-<br />

Viertelwellen-Platte“ verwendet, welches Lichtwellen<br />

durchlässt, um sie zu drehen, <strong>so</strong> dass sie dem<br />

Dosiersystem der Kamera vorkommt, als seien sie<br />

unpolarisiert, und <strong>so</strong>mit Belichtungsfehlern vorbeugt.<br />

Es gibt momentan eine Menge Pol-Filter auf dem<br />

Markt und die Preise variieren enorm. Viele Fotoografen<br />

kaufen sich Schraubversionen und bringen sie direkt<br />

am Objektiv an. Der Nachteil ist, dass Sie bei Objektiven<br />

mit verschiedenen Filtergewindegrößen, mehr als einen<br />

Pol-Filter brauchen, was irgendwann teuer wird, oder<br />

Sie verwenden einen Stufenring. Auch wenn Sie<br />

regelmäßig andere Filter in einem Filterhalter benutzen,<br />

wie zum Beispiel Grauverlaufsfilter, dann werden Sie<br />

den Halter am Pol-Filter anbringen müssen, um ihn<br />

gebrauchsfähig zu machen, da der Halter dem Pol-Filter<br />

<strong>so</strong>nst im Wege steht. Die vielseitigste Lösung ist, einen<br />

Pol-Filter zu kaufen, den Sie in Kombination mit Ihrem<br />

Filterhalter benutzen können. Pol-Filter von Cokin<br />

passen in den hinteren Schlitz von Cokin-Filterhaltern<br />

und können unabhängig vom Filterhalter selbst gedreht<br />

werden, was sehr praktisch ist, wenn Sie<br />

Grauverlaufsfilter verwenden. Wenn Sie einen<br />

Hitech-Filter oder einen Filter von Lee Filters benutzen,<br />

können Sie vorne auf den Halter einen Pol-Filter<br />

schrauben (bei Filtern von Lee Filters müssen Sie<br />

zusätzlich einen 105 Millimeter-Gewindering kaufen)<br />

und ebenfalls zum gewünschten Effekt drehen, ohne<br />

den Filterhalter zu drehen. Bei 100 Millimeter-<br />

Systemen von Lee und Hitech ist diese Option teuer,<br />

weil Sie einen 105-Millimeter-Pol-Filter benötigen, und<br />

die sind nicht billig! Wenn Sie ein 85er System von<br />

Hitech verwenden, benötigen Sie einen 95<br />

Millimeter-Pol-Filter – auch nicht gerade preiswert. Hier<br />

finden Sie einige empfehlenswerte Pol-Filter.<br />

Für Schlitzsysteme:<br />

Cokin P164 Rundpolarisator (für<br />

P-Systemhalter von Cokin)<br />

Cokin Z164 Rundpolarisator (für<br />

Z-Pro-Systeme von Cokin)<br />

105 Millimeter-Rundpolarisator von<br />

Lee Filters<br />

Rundpolarisator „Slim Mount“ von<br />

Heliopan<br />

Preis<br />

80<br />

Euro<br />

230<br />

Euro<br />

235<br />

Euro<br />

170<br />

Euro<br />

AUFBAU: Ich verwende den runden 105 Millimeter-Schraubpolarisator Slim Mount von Heliopan<br />

(220 Euro, www.teamworkphoto.com). Ich schraube den Polarisator auf den 105 Millimeter-<br />

Gewindering vorne auf meinem Filterhalter von Lee Filters. Dann richte ich den Polarisator aus, indem<br />

ich ihn vor dem Halter drehe, oder indem ich den Halter selbst drehe, während ich durch den Sucher<br />

schaue, um die Wirkung zu erkennen. Es ist die bevorzugte Methode, auch wenn Sie einen<br />

Grauverlaufsfilter verwenden, weil Sie <strong>so</strong> zuerst den Verlauf zuerst ausrichten und dann den<br />

Polarisator drehen können, um den gewünschten Effekt zu erzielen.<br />

Schraube-in den Filtern<br />

77 Millimeter-Rundpolarisator „Slim<br />

Mount“ von Heliopan<br />

S+W 77mm Slim<br />

Circular Polariser<br />

Hoya 77mm Pro-1 Digital<br />

Circular Polarisator<br />

77 Millimeter-EX DG-<br />

Rundpolarisator von Sigma<br />

77 Millimeter-Rundpolarisator<br />

„Slim“ von Hoya<br />

77 Millimeter-Rundpolarisator von<br />

Tiffen<br />

Preis<br />

90<br />

Euro<br />

99<br />

Euro<br />

120<br />

Euro<br />

105<br />

Euro<br />

67<br />

Euro<br />

65<br />

Euro<br />

60 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Wie man einen Pol-Filter benutzt<br />

MIT POL-FILTER:<br />

Ein unglaublich blauer Himmel,<br />

dramatische, flauschige Wolken<br />

und schöne Schwaden von<br />

intensivem Gelb – Sie werden den<br />

Polarisator nicht mehr missen<br />

wollen!<br />

BILDDETAILS<br />

Canon EOS 5D Mk III mit<br />

einem 17-40 Millimter-f/4<br />

Zoom-Objektiv<br />

Modus: Zeitautomatik<br />

Belichtung: 1/10 Sekunde<br />

auf f/22 (ISO 100)<br />

OHNE POL-FILTER: Eine normale Aufnahme<br />

ist gut genug, aber es versetzt die Welt nicht in<br />

Aufruhr. Wenn Sie Szenen wir diese aufnehmen<br />

wollen, <strong>so</strong>llten Sie immer einen Polarisator dabei<br />

haben.<br />

UNGLEICHMÄSSIGE POLARISIERUNG:<br />

Wenn Sie ein größeres Objektiv als 24 Millimeter<br />

verwenden, rechnen Sie mit ungleichmäßigen<br />

Polarisierungen, das heißt: einen einseitig<br />

dunkleren Himmel.<br />

DIE SONNE HINTER DER KAMERA: Wenn<br />

die Sonne nicht 90 Grad zur Kamera steht (wenn<br />

die Sonne zum Beispiel hinter Ihnen steht, oder<br />

Sie gegen die Sonne aufnehmen), werden Ihre<br />

Resultate aussehen wie dieses hier – den<br />

Aufnahmen ohne Pol-Filter nicht unähnlich.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 61


<strong>Digitale</strong><br />

4<br />

Ausgaben<br />

für nur<br />

25,- €!<br />

Sparen Sie<br />

37%<br />

www.digitale-fotografi e-magazin.de


Sich ein Bild machen<br />

Wie Sie Pusteblumen aufnehmen.<br />

Betrachtung<br />

der Pusteblume<br />

Wer hätte gedacht, dass Unkraut <strong>so</strong> hübsch ist?<br />

Pusteblume, fertig für die Nahaufnahme!<br />

CAROLINE WILKINSON: Zu dieser Jahreszeit<br />

verwandeln sich Pusteblumen über Nacht aus<br />

unansehnlichem gelbem Unkraut in feine weiße,<br />

kugelförmige Köpfe mit kleinen Fallschirmsamen, die<br />

wunderschön aussehen, wenn man sie vergrößert.<br />

Wählen Sie ein Makro-Objektiv mit einer Wiedergabe von 1:1<br />

und/ oder verwenden Sie Verlängerungsrohre, um einen<br />

einzelnen Samen zu i<strong>so</strong>lieren, oder füllen Sie den Rahmen mit<br />

einer Makro-Nahaufnahme, als zwei von vielen Möglichkeiten.<br />

Ob Sie mit dem Hintergrund, oder mit dem Licht variieren, oder<br />

Farben hereinbringen: es gibt viele verschiedene Möglichkeiten,<br />

Pusteblumen zu fotografieren. Da der kugelförmige Kopf selbst<br />

grau ist, sind seine Details gegen einen hellbunten Hintergrund<br />

kaum sichtbar. Ein dunkler Hintergrund könnte daher besser sein.<br />

Wenn Sie die Pusteblume jedoch gegen ein weißes Blatt Papier<br />

stellen, kann auch das zu wirkungsvollen Bilden führen. Hier<br />

halte ich mich von Schwarz & Weiß fern und experimentiere ein<br />

bisschen mit Weißabgleich-Einstellungen und Farbkorrekturen,<br />

um zu schauen, welche Effekte ich erzeugen kann.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 63


Sich ein Bild machen<br />

Der schwierigste Teil dieser Technik ist die Suche<br />

nach einer geeigneten Pusteblume – eine mit relativ<br />

geraden Stiel und einem vollen Kopf an Samen –<br />

und der Transport nach innen, ohne sie zu<br />

beschädigen. Nehmen Sie einen Windbreaker mit,<br />

<strong>so</strong>wie ein festes Blatt, ein Stück Karton, oder eine<br />

Box mit, um die Blume zu schützen, wenn Sie sie<br />

nach Hause bringen. Beim Aufbau positionierte<br />

einen schwarzen Hintergrund etwa einen halben<br />

Meter hinter der Pusteblume, die mit Klebeband in<br />

einem Glas befestigt ist, <strong>so</strong> dass sie gerade steht.<br />

Dann komponierte ich mein Bild mit der Kamera<br />

zur Stabilisierung auf einem Stativ und konsistenter<br />

Komposition, und verbesserte die Belichtung,<br />

indem ich mich auf die Tiefenschärfe konzentrierte.<br />

Ich stellte meine Kamera auf Zeitautomatik und<br />

wählte eine Blende von f/8 – ein guter Anfang, da<br />

die Tiefenschärfe bei der Makro-<strong>Fotografie</strong> immer<br />

begrenzt ist. Möglicherweise werden Sie auf f/18<br />

– f/22 verringern müssen, je nach Vergrößerung<br />

und Nähe zum Objekt, versuchen Sie jedoch, ein<br />

Gleichgewicht zwischen genügend Tiefenschärfe<br />

und einem attraktiven Rückgang des Fokus. Dann<br />

stellte ich den Weißabgleich auf Wolfram und den<br />

Fokus auf Einzelbild mit Autofokus. Da die<br />

Lichtverhältnisse eher schwach sind, werden Sie<br />

womöglich auf den manuellen Fokus umschalten<br />

müssen, um das Objektiv vor dem Jagen zu<br />

bewahren und gestochen scharfe Ergebnisse zu<br />

ermöglichen.<br />

Weißabgleich-Effekte<br />

Sie können den Weißabgleich an der Kamera<br />

umstellen, oder Sie nehmen aus<br />

Flexibilitätsgründen im Raw-Format auf,<br />

stellen den Weißabgleich auf Automatik und<br />

versuchen, die Farbtemperatur mit dem<br />

Weißabgleich-Werkzeug Ihrer Raw-<br />

Konvertierungs<strong>so</strong>ftware zu ändern.<br />

Tungsten<br />

Auto<br />

Belichtung und Weißabgleich<br />

Versuchen Sie, mit den verschiedenen Lichtquellen<br />

und den Weißabgleich-Einstellungen zu<br />

experimentieren. Ich probierte es bei dieser Technik<br />

mit einer Haushaltslampe, etwa einen halben Meter<br />

rechts vom Objekt, dem LED-Blitzlicht das auf<br />

meinem knapp aus dem Rahmen und in einem 45<br />

Grad-Winkel zum Objekt gehaltenen iPhone, und<br />

zu guter letzt mit einem Blitzgerät, das von der<br />

Zimmerdecke reflektiert wird. Sie könnten auch in<br />

ein spezielles Makro-Blitzsystem investieren, wie<br />

zum Beispiel in ein LED-Ringlicht von Hama. Man<br />

erhält unterschiedliche Ergebnisse, die in Farbe und<br />

Kontrast voneinander abweichen, deswegen rate<br />

ich definitiv zu Spielereien. Für diese Anleitung<br />

wurden alle <strong>Bilder</strong> mit einer Halogen-<br />

Haushaltslampe als Lichtquelle aufgenommen.<br />

Bearbeitung in Photoshop<br />

BILDDETAILS<br />

Ausrüstung: Nikon D300<br />

mit einem 60<br />

Millimeter-f/2.8-Makro-<br />

Objektiv von Sigma<br />

Modus: Zeitautomatik<br />

Belichtung: 1/60<br />

Sekunde auf f/9 (ISO<br />

400)<br />

Pusten Sie weiter<br />

Der Weißabgleich und die<br />

Farbkorrekturen mit der<br />

Farbbalance können<br />

wunderschöne Ergebnisse<br />

wie dieses erzeugen.<br />

Shade<br />

Cloudy<br />

Fluorescent<br />

Flash<br />

Daylight<br />

Custom<br />

Konvertieren Sie die Raw-Datei: Öffnen Sie das<br />

1zugrundeliegende Bild in Photoshop. Da ich in<br />

Raw aufgenommen habe, korrigiere ich zuerst den<br />

Weißabgleich und nehme Einstellungen an der<br />

Belichtung und am Versatz. Sie können den<br />

Weißabgleich einstellen, ich bin jedoch mit der<br />

blauen Tönung, die mir das Wolfram der Kamera<br />

gab, zufrieden.<br />

2<br />

Verwenden Sie die Farbbalance: Nehmen Sie<br />

die Schere, um den Hintergrund zurecht zu<br />

schneiden. Dann fügen Sie eine Farbbalance-<br />

Einstellungsebene hinzu (Ebene>Neue Einstellung<br />

sebene>Farbbalance...) und korrigieren die<br />

Schieber. Ich korrigierte lediglich den blauen und<br />

den cyanblauen Schieber der Lichter und der<br />

Mitteltöne.<br />

64 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Wie Sie Pusteblumen aufnehmen.<br />

Lassen Sie es scheinen: Um die Samen<br />

3leuchten zu lassen, wählen Sie die Bildebene<br />

und die Einstellungsebene, dann drücken Sie<br />

gleichzeitig Strg+Alt+Shift+E, um eine neue<br />

Ebene zu erstellen. Gehen Sie nun auf<br />

Filter>Verzerrungfilter>Weiches Licht, stellen Sie<br />

den Betrag auf 1 und den Kontrast auf 8.<br />

Führen Sie Tonwertkorrekturen durch:<br />

4Möglicherweise finden Sie, dass der<br />

Hintergrund unter Einwirkung von Licht und<br />

Weißabgleich einen blauen Schein angenommen<br />

hat. Versuchen Sie es mit Tonwertkorrekturen und<br />

dunkeln Sie Tiefen und Mitteltöne ab – <strong>so</strong>rgen Sie<br />

sich im Moment nicht um die Wirkung auf die<br />

Pusteblume.<br />

Maskieren Sie die Pusteblume: Klicken Sie auf<br />

5die Ebenenmaske der Einstellungsebene,<br />

verwenden Sie einen großen weichen Pinsel mit der<br />

Vordergrundfarbe auf Schwarz, und „malen“ Sie<br />

über die Pusteblume, um die Korrektur<br />

auszublenden. Sie können die Deckkraft des Pinsels<br />

reduzieren, um seinen Effekt zu modifizieren.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 65


Sich ein Bild machen<br />

Ein Fotomosaik erstellen<br />

Ein Fotomosaik zusammenzustellen ist eine zeitraubende Angelegenheit. Wenn<br />

Sie unserem einfachen Leitfaden folgen, brauchen Sie nur fünf Minuten...<br />

Fünf Minuten Photoshop<br />

Original<br />

JORDAN BUTTERS: Ein Mosaik ist ein<br />

Bild, das aus vielen kleineren <strong>Bilder</strong>n<br />

besteht. Ein echtes Mosaik wird <strong>so</strong><br />

erstellt, dass die Farben von Hunderten<br />

oder Tausenden von kleineren <strong>Bilder</strong>n <strong>so</strong><br />

ausgewählt werden, dass sie zu den Tonwerten des<br />

endgültigen Bildes passen. Das ist ein komplizierter<br />

Prozess, bei dem Sie Zugriff auf eine riesige<br />

<strong>Bilder</strong>bibliothek haben müssen, aus der Sie die<br />

passenden <strong>Bilder</strong> ziehen können. Zum Glück gibt es<br />

jedoch die Füllmethoden in Photoshop, denn<br />

einfacher geht es wirklich nicht, einen Mosaikeffekt<br />

zu erzielen, und Sie brauchen auch nur eine kleine<br />

Auswahl von <strong>Bilder</strong>n dafür. Sie können diesen Effekt<br />

mit einem einzigen Bild erzielen, aber der Effekt<br />

kommt noch besser zur Geltung, wenn Sie mehrere<br />

<strong>Bilder</strong> nehmen. Es ist etwas einfacher, wenn Sie alle<br />

dafür benötigten <strong>Bilder</strong> in einen Ordner packen.<br />

Mosaik-Software<br />

Es gibt verschiedene<br />

Standalone-Produkte<br />

von Fotomosaik-<br />

Software, die online<br />

erhältlich sind - dies<br />

ist ideal, wenn Sie<br />

regelmäßig Mosaiks zusammenstellen. Zwei<br />

beliebte Softwarepakete sind Mosaic Creator und<br />

AndreaMosaic. Mosaic Creator kann als 30tägige<br />

Testversion heruntergeladen werden. Die Kosten<br />

der Vollversion beginnen bei etwa 23,50 EUR.<br />

Besuchen Sie www.aolej.com für den Download.<br />

AndreaMosaic ist als Freeware unter www.<br />

andreaplanet.com/andreamosaic erhältlich.<br />

Beschneiden Sie Ihre <strong>Bilder</strong> Zunächst muss jedes<br />

1 der Mosaikbilder die gleiche Größe haben. Öffnen Sie<br />

das erste Bild und wählen Sie das Freistellungswerkzeug.<br />

In der oberen Werkzeugleiste geben Sie einen Wert von<br />

jeweils 250px <strong>so</strong>wohl in der Breite als auch in der Höhe<br />

an. Klicken und ziehen Sie, um den Bereich<br />

auszuwählen, den Sie einschließen möchten. Drücken<br />

Sie die Enter Taste oder setzen Sie ein Häkchen in der<br />

oberen Werkzeugleiste, um die Freistellung zu bestätigen.<br />

Setzen Sie die <strong>Bilder</strong> ein Gehen Sie auf Auswahl ><br />

2 Alles Auswählen und Bearbeiten > Kopieren. Gehen<br />

Sie auf Datei > Neu, um ein leeres Dokument zu erstellen.<br />

Setzen Sie <strong>so</strong>wohl die Breite als auch die Höhe auf 1.000<br />

Pixel und klicken Sie auf OK. Achten Sie darauf, dass im<br />

Ansicht-Menü ein Häkchen bei Ausrichten gesetzt ist, und<br />

klicken Sie auf Bearbeiten > Einfügen, um Ihr Bild<br />

einzufügen. Mit dem Verschieben-Werkzeug setzen Sie<br />

das Bild in der oberen linken Ecke fest.<br />

Wiederholen und ausrichten Wiederholen Sie die<br />

3 ersten beiden Schritte für jedes Bild, beschneiden<br />

Sie es, passen Sie die Größe an und kopieren Sie es,<br />

bevor Sie es in das neue Dokument einfügen. Mit<br />

dem Verschieben-Werkzeug setzen Sie jedes Bild<br />

neben das vorherige. Wenn Lücken entstehen,<br />

können Sie eventuell einige <strong>Bilder</strong> duplizieren, um<br />

die Seite zu füllen.<br />

Ein Muster erstellen Wenn Sie fertig sind, gehen<br />

4 Sie auf Ebene > Auf Hintergrundebene<br />

reduzieren, um alle <strong>Bilder</strong> auf eine einzelne Ebene zu<br />

kombinieren. Gehen Sie auf Bearbeiten > Muster<br />

festlegen, benennen Sie Ihr Muster Mosaik und<br />

klicken Sie auf OK. Ihr Muster ist nun für die spätere<br />

Verwendung gespeichert. Schließen Sie Ihr Bild ohne<br />

es zu speichern und öffnen Sie die Datei, die Sie als<br />

endgültiges Bild benutzen möchten.<br />

Das Muster einfügen Klicken Sie auf die<br />

5 Schaltfläche Neue Ebene erstellen in der<br />

Ebenenpalette. Wählen Sie das Füllwerkzeug und<br />

klicken Sie in der oberen Werkzeugleiste auf das<br />

Menü Vordergrund und wählen Sie Muster. Klicken<br />

Sie auf die kleine Bildvorschau rechts und wählen Sie<br />

Ihr neues Muster mit dem Namen Mosaik. Fügen Sie<br />

das Muster in das Bild ein, indem Sie irgendwo in<br />

das Bild klicken.<br />

Ändern Sie die Füllmethode In der Ebenenpalette<br />

6 ändern Sie die Füllmethode auf Hartes Licht.<br />

Verwenden Sie den Schieberegler Deckkraft, um die<br />

Durchlässigkeit der Mosaikebene zu reduzieren. Die<br />

Höhe der Deckkraft hängt davon ab, wie deutlich Sie<br />

möchten, dass das Originalbild durchscheint. Bei<br />

meinem Bild empfand ich einen Wert um die 60%<br />

als perfekt.<br />

66 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Fertiges Bild<br />

Ein schnelles und einfaches<br />

Mosaik. Dieser Effekt<br />

funktioniert toll mit<br />

Porträtaufnahmen von<br />

Kindern, aber<br />

experimentieren Sie ruhig<br />

mit verschiedenen Motiven<br />

und lassen Sie sich<br />

überraschen, was dabei<br />

herauskommt.


Photo Fotoexperte Expert<br />

Natur<br />

Tierwelt<br />

Ob groß oder klein, gefiedert oder mit Fell, süß oder unheimlich -<br />

Tiere sind zweifel<strong>so</strong>hne sehr abwechslungsreiche und populäre<br />

Fotomotive. Vom majestätischen Hirsch bis zum geheimnisvollen<br />

Hirschkäfer stellt jede Kreatur den Fotografen vor eine neue<br />

Herausforderung. Für tolle Tierfotos brauchen Sie die Fähigkeit<br />

sich zu tarnen, handwerkliches Geschick, eine Unmenge an<br />

Geduld... und unseren umfassenden Leitfaden für die <strong>Fotografie</strong><br />

von frei lebenden Tieren.<br />

WENN MAN BEDENKT, WIE VIELE VON<br />

UNS von der Natur fasziniert sind, ist es<br />

kaum überraschend, dass Tierfotografi e<br />

heutzutage <strong>so</strong> ein beliebtes Thema ist. An<br />

Fotogelegenheiten mangelt es nie, wenn man<br />

Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien,<br />

Käfer und andere Insekten fotografi eren will.<br />

In Europa gibt es eine Fülle von tollen<br />

Motiven - Sie müssen wirklich nicht weit<br />

reisen oder auf eine Safari gehen um<br />

beeindruckende Tierfotos zu schießen. Unser<br />

größtes Landsäugetier ist der rote Hirsch mit<br />

einem imposanten Geweih und einer<br />

Schulterhöhe von bis zu 120 Zentimetern.<br />

Am anderen Ende der Skala sind Marienkäfer<br />

mit einer Länge von unter einem Zentimeter,<br />

aber mit ihrer leuchtenden Farbe<br />

gleichermaßen fotogen. In Europa fi ndet man<br />

eine große Bandbreite von Lebensräumen, in<br />

der jeweils eine andere Art von wilden Tieren<br />

lebt und jeder Lebensraum für sich bietet<br />

einzigartige Gelegenheiten zum<br />

Fotografi eren. In Moor- und Heideland leben<br />

Greifvögel, Moorhühner, Otter und Echsen,<br />

Gehen Sie nach draußen!<br />

Sie brauchen nicht weit zu<br />

fahren, um Aufnahmen wie<br />

diese zu Ihrer persönlichen<br />

Fotobibliothek hinzuzufügen -<br />

Europa bietet unzählige<br />

Gelegenheiten, Tiere in der freien<br />

Natur zu fotografieren.<br />

68 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


während Waldgebiete den Schutzraum für<br />

Rotwild, Spechte, Eichhörnchen, Maikäfer<br />

und Ameisenhaufen bieten. Unsere<br />

ländlichen Gebiete sind voller Vögel,<br />

verspielten Kaninchen und fi ligranen<br />

Schmetterlingen, während man in der Nähe<br />

von Flüssen und Feuchtgebieten Watvögel,<br />

Enten, Eisvögel, farbenfrohe Liebellen und<br />

Jagdspinnen fi nden kann. Entlang von<br />

felsigen Küsten und abgelegenen Inseln kann<br />

man tauchende Seehunde und lautstarke<br />

Kolonien von nistenden Seevögeln<br />

entdecken, während Singvögel und Füchse<br />

sich in Gärten, Parks und Städten an das<br />

städtische Leben angepasst haben.<br />

In der Nacht tauchen Eulen, Igel, Dachse und<br />

Motten auf und im Sommer und Winter<br />

ziehen Zugvögel über ganz Europa. Mit<br />

einfachen Worten ist Europa wirklich ein<br />

erstaunlicher Kontinent für die Fotografi e von<br />

frei lebenden Tieren. Das heißt aber nicht,<br />

dass es einfach ist, unvergessliche<br />

Naturbilder zu machen. Auch wenn Tiere, die<br />

in Parks und Gärten leben, leichter<br />

zugänglich sind, sind wirklich wilde Tiere<br />

scheu, schnell verstört und es ist sehr<br />

schwierig, ihnen nahe zu kommen. Um nah<br />

genug an ein frei lebendes Motiv<br />

heranzukommen, braucht man die Fähigkeit,<br />

sich zu tarnen, Geschicklichkeit, Kenntnis<br />

des Motivs, Vorbereitung, Geduld, ... und oft<br />

auch eine Prise Glück. Tiere zu fotografi eren<br />

kann frustrierend und zeitraubend sein, aber<br />

auch extrem dankbar. Wenn einem eine<br />

Natur-Aufnahme gelingt, die vor Vertrautheit,<br />

Blickfang und Originalität nur <strong>so</strong> strotzt, ist<br />

dies ungeheuer zufriedenstellend. Aber bevor<br />

Sie nun von Kopf bis Fuß in Tarnkleidung<br />

gehüllt mit ihrem längsten Teleobjektiv<br />

unterm Arm nach draußen laufen, lesen Sie<br />

erst mal gründlich diesen ersten Abschnitt<br />

über die Tierfotografi e.<br />

Machen Sie Ihre<br />

Hausaufgaben<br />

Auch wenn einige Tierfotos aus reinem<br />

Opportunismus entstanden sind, resultieren<br />

die besten <strong>Bilder</strong> normalerweise aus<br />

<strong>so</strong>rgfältiger Planung. Wenn Sie sich für ein<br />

Fotomotiv entschieden haben, <strong>so</strong>llten Sie<br />

Ihre Hausaufgaben machen. Lesen Sie alles<br />

über Ihr Motiv online oder in Büchern, um<br />

seine bevorzugte Umgebung, die<br />

Schlüsselaspekte seiner Verhaltensweisen,<br />

Nahrung und Gewohnheiten<br />

kennenzulernen. Ein <strong>so</strong>lides Wissen und<br />

Verständnis über Ihr Motiv ist entscheidend,<br />

damit Sie das Motiv zunächst erst mal finden<br />

und ihm anschließend auch nahe kommen.<br />

Wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht<br />

haben, sparen Sie langfristig gesehen Zeit<br />

und maximieren dabei Ihre Chancen,<br />

erfolgreich beim <strong>Fotografie</strong>ren zu sein.<br />

MAIN IMAGE: ISTOCK PHOTO


Tierfotografie<br />

Das Equipment für die Wildnis!<br />

Für die Tierfotografie ist Spezialausrüstung notwendig. Wer gut informiert ist, kann hier sparen.<br />

NOCH NIE WAR ES SCHÖNER, Tierfotos zu schießen. Mit der<br />

Geschwindigkeit, Verlässlichkeit, Schärfe und hohen ISO-Leistung heutiger<br />

digitaler Spiegelreflexkameras sind <strong>Bilder</strong> möglich, die zuvor nicht denkbar<br />

gewesen wären. Die Werbung versucht uns jedoch oft einzureden, dass wir<br />

für tolle Tierfotos unbedingt riesige Teleobjektive brauchen. Das ist aber<br />

falsch. Kleinere Motive wie Schmetterlinge, Frösche und Echsen können<br />

allerdings auch mit einem Standardobjektiv gut eingefangen werden. Dafür<br />

ist lediglich eine Erweiterung des Objektivs erforderlich. Die lange Einstellung<br />

eines Teleobjektivs mit 70–300 Millimetern <strong>so</strong>llte dann genügen, um<br />

Gartenvögel und Tiere im Park abzulichten. Das Wichtige ist, immer die<br />

Einschränkungen der eigenen Ausrüstungen im Hinterkopf zu behalten.<br />

Unsere Equipment-Übersicht <strong>so</strong>ll dabei helfen, die richtigen Geräte für die<br />

eigenen Ansprüche zu finden, seien es Nahaufnahmen von Kleintieren oder<br />

<strong>Bilder</strong> größerer Tiere aus der Ferne.<br />

WILDLIFE WATCHING SUPPLIES WILDLIFE WATCHING SUPPLIES<br />

Bereit für die Wildnis<br />

Wie in jedem anderen spezifischen Bereich der<br />

<strong>Fotografie</strong> ist auch hier die richtige Ausrüstung<br />

der Grundstein erfolgreicher Arbeit.<br />

Objektivauswahl für die Tierfotografie<br />

Weitwinkelobjektive<br />

Weitwinkelobjektive mit<br />

Brennweiten von<br />

weniger als 35<br />

Millimetern können beeindruckende<br />

Tierbilder schießen. Ihr Bildfeld eignet<br />

sich für Umweltporträts, die das Tier<br />

in seiner natürlichen Umgebung<br />

zeigen. Solche <strong>Bilder</strong> verraten dem<br />

Betrachter mehr über das Motiv und<br />

sein Umfeld als bildfüllende<br />

Aufnahmen. Ein wichtiges Merkmal<br />

der Weitwinkelfotografie ist die<br />

Streckung der<br />

Entfernungsverhältnisse. Zudem<br />

weisen diese Objektive eine große<br />

Tiefenschärfe und eine schnelle<br />

maximale Blendenöffnung auf. So<br />

können sie auch schwach<br />

ausgeleuchtete Szenen gut abbilden.<br />

Ein weiteres nützliches Attribut ist der<br />

geringe Mindestabstand zum<br />

Scharfstellen. Am Vielseitigsten ist ein<br />

Weitwinkelzoom im Bereich von<br />

17–35 Millimetern.<br />

Makroobjektiv<br />

Makroobjektive sind auf<br />

das Scharfstellen nahe<br />

gelegener Motive<br />

spezialisiert. Sie sind damit die beste<br />

Option, wenn es um kleinere Tiere<br />

wie Spinnen und Insekten geht. Ein<br />

echtes Makroobjektiv bietet ein<br />

lebensgroßes Abbildungsverhältnis<br />

von 1:1 oder besser. Sie werden<br />

typischerweise in Festbrennweiten<br />

zwischen 40 und 200 Millimetern<br />

angeboten. Die kürzeren<br />

Brennweiten von 40 bis 90<br />

Millimetern sind in der Regel<br />

kompakter und leichter. Sie eignen<br />

sich besser fürs <strong>Fotografie</strong>ren aus der<br />

Hand. Im Telebereich von 100 bis<br />

200 Millimetern werden die Geräte<br />

größer. Diese Modelle sind<br />

praktischer, um scheue Motive aus<br />

der Distanz im Bild einzufangen.<br />

Teleobjektiv/Telezoom<br />

Zum <strong>Fotografie</strong>ren von<br />

Vögeln und Säugetieren<br />

ist ein Teleobjektiv<br />

unverzichtbar. Die Geräte werden in<br />

unterschiedlichen Stärken<br />

angeboten. „Lange“ Objektive mit<br />

Brennweiten ab 300 Millimetern (als<br />

Festbrennweite oder Zoom<br />

erhältlich) erlauben die Arbeit in<br />

größerer Entfernung zum Motiv. So<br />

sinkt das Risiko, dass die Tiere<br />

wegrennen oder -fliegen. Sie<br />

verkürzen die Perspektive und<br />

weisen geringe Tiefenschärfen auf.<br />

Das ist hilfreich, um ein Motiv aus<br />

seiner Umgebung herauszulösen.<br />

Wählen Sie ein Modell mit<br />

Bildstabilisator, das Verwacklungen<br />

minimiert. Die OIS-Technologie ist<br />

ideal für Tierfotografen, die oft ohne<br />

Stativ arbeiten.<br />

Telekonverter<br />

Diese optischen<br />

Komponenten werden<br />

zwischen Kamera und<br />

Objektiv eingesetzt. Sie vergrößern<br />

die Brennweite um den Faktor 1,4<br />

oder 2. Die Geräte beeinträchtigen<br />

leicht die Bildqualität und schlucken<br />

das Licht. Bei Faktor 1,4 beträgt die<br />

Beeinträchtigung eine und bei Faktor<br />

2 zwei Stufen. An<strong>so</strong>nsten sind sie<br />

aber eine wirklich nützliche<br />

Erweiterung des Equipments. Sie<br />

<strong>so</strong>rgen für Vielseitigkeit und größere<br />

Handlungsspielräume bei der<br />

Objektivwahl. Wem ein richtiges<br />

Telezoom zu teuer ist, fährt mit den<br />

Telekonvertern am besten.<br />

Vermeiden Sie es aber, Modelle aus<br />

drei Bauteilen zu verwenden. Besser<br />

Qualität liefern Geräte aus<br />

mindestens sieben Komponenten.<br />

70 / DIGITALE FOTOGRAFIE –UPDATE


Stative und Stativköpfe<br />

Stative Draußen in der Natur<br />

muss der Fotograf regelmäßig mit<br />

langen und schweren<br />

Teleobjektiven arbeiten. Ein Stativ<br />

ist in diesem Fall unverzichtbar – vor allem<br />

beim <strong>Fotografie</strong>ren aus einem Versteck<br />

heraus. Auf dem Markt gibt es eine große<br />

Bandbreite an Modellen und Ausführungen<br />

führender Anbieter wie Benbo, Giottos, Gitzo,<br />

Vanguard und Manfrotto. Wählen Sie ein<br />

Stativ mit <strong>so</strong>liden Beinen und guter<br />

Belastbarkeit, auf denen selbst schwere<br />

Kamera-Objektiv-Kombinationen gut halten.<br />

Wichtig ist auch, dass Fotos aus niedrigen<br />

Aufnahmewinkeln möglich sind. Das Stativ<br />

muss al<strong>so</strong> die Beine weit spreizen können,<br />

um fast bis auf den Boden zu kommen. Die<br />

Mittelsäule muss dafür entfernt oder<br />

horizontal weggeklappt werden können.<br />

Wenn es das Budget erlaubt, <strong>so</strong>llten die Beine<br />

aus Carbonfasern bestehen. Das Material ist<br />

leichter und dennoch sehr stabil. Bei der<br />

großen Palette an Ausführungen,<br />

Gewichtskategorien, Größen und Materialien<br />

lohnt sich ein Test vor dem Kauf. Hochwertige<br />

leichte und dennoch stabile Stative erhalten<br />

Sie in einer Preisklasse ab 150 Euro.<br />

Sonstige Stützsysteme<br />

Einbeinstativ Einfache Ausführung<br />

des Kamerastativs. Diese Stützen<br />

bestehen im Normalfall aus zwei oder<br />

drei Komponenten, die vor den<br />

Aufnahmen auf die notwendige Höhe eingestellt<br />

werden. Sie bieten nicht dieselbe Stabilität wie ein<br />

Dreibeinstativ. Durch ihren einfachen und<br />

flexiblen Aufbau eignen sie sich aber gut für die<br />

Kamera-Safari. Auch, wenn kein Bildstabilisator<br />

zur Verfügung steht, sind Einbeinstative probate<br />

Hilfsmittel. Wissenswert ist, dass die meisten<br />

dieser Stützsysteme nicht mit einem Kopf<br />

ausgestattet sind. Zum flexibleren Arbeiten<br />

können Sie den Kopf eines Dreibeinstativs<br />

verwenden oder einen kompakten Kugelkopf<br />

kaufen (gute Modelle bauen Giottos, Cullman,<br />

Manfrotto und Vanguard).<br />

Tarnausrüstung<br />

Kleidung Beim <strong>Fotografie</strong>ren in der<br />

Natur ist die Kleidung ein wichtiger<br />

Aspekt – vor allem, wenn Sie sich auf<br />

die Lauer legen wollen.<br />

Wenn Sie geduldig auf Ihre Motive warten, muss<br />

die Ausrüstung warm, trocken und bequem sein.<br />

Daher lohnt sich die Investition in hochwertige<br />

Outdoorprodukte. Auf diesen Bereich ist<br />

beispielsweise der Hersteller Stealth Gear<br />

spezialisiert. Die Firma bietet eine spezielle<br />

be<strong>so</strong>nders widerstandsfähige Produktpalette mit<br />

verstärkten Einsätzen und Polstern an. Es ist nicht<br />

unbedingt notwendig, als Tierfotograf von Kopf bis<br />

Fuß komplett getarnt zu sein. Doch es ist schon<br />

sinnvoll, dunkle und graubraune Farben zu tragen.<br />

Der Stoff <strong>so</strong>llte außerdem nicht rascheln und eine<br />

geräuschlose Fortbewegung ermöglichen.<br />

Stativköpfe Im Handel wird eine große<br />

Bandbreite an Stativköpfen angeboten.<br />

Die meisten fallen allerdings in die beiden<br />

großen Gruppen der herkömmlichen<br />

Dreiwegeköpfe zum Schwenken und Neigen <strong>so</strong>wie der<br />

Modelle mit Kugellager. Ein Kugelkopf erlaubt das<br />

flüssige Drehen der Kamera, die anschließend in jeder<br />

beliebigen Position festgestellt werden kann. Da<br />

hiermit das Einstellen und Positionieren schneller geht,<br />

sind die Modelle in der Naturfotografie be<strong>so</strong>nders<br />

beliebt. Beim normalen Dreiwegekopf hingegen sind<br />

drei Bewegungsachsen vorgesehen: zwei Achsen zum<br />

Neigen (nach links und rechts oder nach vorn und<br />

hinten) <strong>so</strong>wie eine Achse zum horizontalen<br />

Schwenken der Kamera. Eine beliebte Variante für<br />

Aufnahmen mit großen Objektiven sind <strong>so</strong>genannte<br />

Kardan- oder Bügelköpfe. Sie bieten beim Schwenken<br />

und Neigen eine bessere Balance. Im Bereich der<br />

Naturfotografie sind Gimbal-Köpfe be<strong>so</strong>nders beliebt.<br />

Die Kamera und das Objektiv werden dabei an ihrem<br />

Schwerpunkt aufgehängt. So können sie leichter<br />

umgestellt werden, was für bewegte Objekte perfekt<br />

ist. Benro, Custom Brackets, Jobu und Really Right<br />

Stuff stellen Gimbal-Köpfe her. Auch hier raten wir<br />

Ihnen dazu, verschiedene Varianten zu testen, bevor<br />

Sie sich für ein Modell entscheiden. Solide Köpfe sind<br />

ab etwa 60 Euro erhältlich.<br />

Körnerkissen Kissen sind eine<br />

erstaunlich gute Unterlage. Sie<br />

können auf stabilen Oberflächen<br />

wie Autodächern verwendet oder<br />

auf den Boden gelegt werden. Die Füllung des<br />

Kissens passt sich an Kamera und Objektiv an,<br />

wodurch das Setup sehr stabil wird.<br />

Körnerkissen sind günstig, praktisch und oft<br />

sehr nützlich. Es gibt verschiedene Hersteller<br />

und Füllungen wie Kirschkerne oder Dinkel.<br />

Nützlich sind auch Nackenkissen, die sich im<br />

offenen Autofenster gut auf den Türrahmen<br />

stecken lassen – ein ideales Hilfsmittel für<br />

Tierfotografen, die sich gern im Fahrzeug<br />

verschanzen.<br />

Verstecke Tierfotografen brauchen gute<br />

Verstecke, um nicht entdeckt zu werden.<br />

Es ist zwar möglich, sich selbst etwas zu<br />

bauen – im Idealfall <strong>so</strong>gar aus<br />

natürlichen Materialien. Die meisten Fotografen<br />

verlassen sich aber lieber auf eine tragbare<br />

vorgefertigte Lösung. Der Hersteller Wildlife Watching<br />

Supplies zählt zu den führenden Anbietern<br />

zusammenklappbarer Verstecke und<br />

Tarnvorrichtungen. Das Sortiment umfasst<br />

Objektivhüllen, Kleidungsstücke und Tarnnetze. Der<br />

beliebte Dome Hide besteht aus wasserdichtem und<br />

atmungsaktivem Material. Das leichte und kompakte<br />

Zelt kann überall schnell auf- und wieder abgebaut<br />

werden. Für gelegentliche Ausflüge in die Welt der<br />

Tierfotografie ist eine <strong>so</strong>lche Tarnvorrichtung nicht<br />

unbedingt erforderlich. Bei regelmäßigeren<br />

Exkursionen in die Natur lohnt sich die Anschaffung<br />

aber.<br />

F+A zum Outdoor-Equipment<br />

Ich kann mir derzeit kein Makroobjektiv leisten.<br />

FGibt es gute Alternativen für den kleinen<br />

Geldbeutel?<br />

A) Ja, es gibt eine Reihe guter und erschwinglicher<br />

Aufsätze. Die günstigste Lösung ist die Nahlinse. Sie<br />

wird einfach auf das Objektiv geschraubt und<br />

funktioniert wie ein Vergrößerungsglas. Nahlinsen gibt<br />

es in verschiedenen Stärken und Filterdurchmessern.<br />

Sie verwandeln das Standardobjektiv oder den Zoom<br />

in ein Makroobjektiv. Die Filter kosten teilweise nur 15<br />

Euro. Allerdings beeinträchtigen sie immer zu einem<br />

gewissen Grad die Bildqualität. Eine bessere wenn<br />

auch teurere Variante sind Makro-Zwischenringe. Die<br />

hohlen Röhren werden zwischen Kamera und<br />

Objektiv geschraubt. Dadurch verringert sich der<br />

Mindestabstand zum Scharfstellen. Am Besten<br />

funktionieren sie in Verbindung mit kürzeren<br />

Brennweiten (wie etwa mit einer Festbrennweite von<br />

50 Millimetern).<br />

Wo liegt der maximale ISO-Wert, den ich für die<br />

F Tierfotografie verwenden <strong>so</strong>llte?<br />

A) Noch vor ein paar Jahren hätten wir ISO-Werte<br />

unter 800 empfohlen. Doch heutzutage sind einzelne<br />

Modelle in der Lage, auch in schwindelerregenden<br />

Höhen von ISO 25.600 brauchbare Ergebnisse zu<br />

erzielen. Der Grund hierfür sind die Fortschritte in der<br />

Sen<strong>so</strong>rentechnik. Die FX-Reihe der digitalen<br />

Spiegelreflexgeräte von Nikon (darunter vor allem die<br />

Nikon D4) zeigt in extremen ISO-Bereichen<br />

ausgezeichnete Leistungen. Eine gute Leistung im<br />

hohen ISO-Bereich ist ein großes Plus in der<br />

Tierfotografie. Auf die Art sind Verschlusszeiten<br />

möglich, mit denen sich Bewegungen schneller<br />

Motive einfrieren lassen. Außerdem funktioniert die<br />

Kamera damit auch noch bei schwachem Licht sehr<br />

gut. Wer eine relativ neue Kamera besitzt, <strong>so</strong>llte daher<br />

je nach Situation und Motiv nicht von ISO-Werten um<br />

die 3.200, 6.400 oder mehr zurückschrecken.<br />

Schließlich ist ein scharfes Bild mit leichtem<br />

Rauschen einem rauschfreien aber verschwommenen<br />

Bild immer überlegen.<br />

Tierfotos können ganz schön viel Speicherplatz in<br />

FAnspruch nehmen. Wie stelle ich sicher, dass mir<br />

nicht der Platz auf der Karte ausgeht?<br />

A) Für Flug-, Kampf- oder Balzszenen werden oft<br />

lange Reihenaufnahmen genutzt, die schnell die<br />

Speicherkarte überquellen lassen. Es ist daher<br />

wichtig, gleich mehrere Karten mit hoher Kapazität<br />

griffbereit zu halten – im Idealfall um die sechs<br />

8-GB-Karten. Wer lieber einmal zu oft auf den<br />

Auslöser drückt, <strong>so</strong>llte auch ein tragbares<br />

Speichergerät in Betracht ziehen. Die LaCie Rugged<br />

Mini beispielsweise ist für ihre enormen 500 GB<br />

erstaunlich kompakt. Die Festplatte hilft Ihnen, Ihre<br />

Schäfchen ins Trockene zu bringen.<br />

Was eignet sich besser, um Nahaufnahmen von<br />

FInsekten zu beleuchten: ein Reflektor oder ein<br />

Blitz?<br />

A) Das hängt vom Motiv und der Szene ab. Kleine<br />

Reflektoren zum Zusammenfalten sind tolle<br />

Zubehörteile für Nahaufnahmen. Damit lässt sich<br />

wunderbar das Licht auf das kleine Motiv lenken. Der<br />

Vorteil ist, dass Sie damit den Effekt direkt sehen und<br />

ändern können. Reflektoren bringen die<br />

wahrscheinlich natürlichsten Ergebnisse hervor. Bei<br />

unbewegten Motiven erweisen sie sich oft als das<br />

beste Mittel der Wahl. Allerdings ist ein Reflektor oft<br />

eine tüftelige Angelegenheit. In der Praxis geht es<br />

meist nicht ohne einen weiteren Helfer. Der Blitz ist im<br />

Gegensatz dazu verlässlicher und direkter. Er ist<br />

besser für kürzere Verschlusszeiten geeignet, wenn<br />

die Bewegung des Motivs eingefroren werden <strong>so</strong>ll. Er<br />

erlaubt es zudem, kleinere Blendenöffnungen zu<br />

verwenden, um die Tiefenschärfe auszudehnen.<br />

Ring- oder Doppelblitze sind speziell für die<br />

Nahfotografie ausgelegt. Mit einer Softbox oder einem<br />

in der Hand gehaltenen Diffu<strong>so</strong>r lässt sich der Blitz<br />

schön streuen. Das Licht wird dadurch insgesamt<br />

weicher.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 71


Tierbilder<br />

Fotosafari im eigenen Garten<br />

Im Garten hinterm Haus wimmelt es von interessanten Lebewesen. So schöpfen Sie dieses Potenzial aus.<br />

ES IST KEINE REISE AN EXOTISCHE ORTE NÖTIG, um tolle Tieraufnahmen<br />

zu schießen. Jeder durchschnittliche Garten beherbergt eine Fülle<br />

wild lebender Tiere. Es ist verblüffend, wie viele Insekten, Vögel und Säugetiere<br />

gelegentlich oder dauerhaft unsere heimischen Gärten bevölkern.<br />

Sowohl Eichhörnchen als auch Igel und Mäuse mögen die Bedingungen,<br />

die sie im Garten vorfinden. Zu den gängigsten gefiederten Gästen zählen<br />

Amseln, Blaumeisen und Rotkehlchen. Wer einmal genauer in den<br />

Blumenbeeten und unter den Pflanzentöpfen nachsieht, wird<br />

möglicherweise auf Spinnen, Käfer, Marienkäfer und Schnecken treffen,<br />

die sich dort verstecken. Mit etwas Glück findet sich dort vielleicht <strong>so</strong>gar<br />

ein langsamer Wurm oder Frosch. Dass dies alles weit verbreitete Tiere<br />

sind, <strong>so</strong>llte uns als Fotografen nicht abschrecken. Es ist schließlich<br />

besser, ein ganz alltägliches Tier gut und fantasievoll einzufangen, als<br />

ein exotischeres Lebewesen in einem durchschnittlichen<br />

Schnappschuss festzuhalten. Der Garten ist einfach ein toller Ort, um<br />

<strong>Bilder</strong> von Tieren in freier Natur zu machen und an der<br />

Aufnahmetechnik zu feilen. Neben der Flexibilität hat das Knipsen vor<br />

der eigenen Haustür auch noch andere Vorteile. Es ist beispielsweise<br />

möglich, die Motive ohne großen Aufwand zu beobachten – wann sie<br />

kommen und wieder verschwinden oder von Haus zu Haus ziehen.<br />

Auch gewöhnen sich die Vögel und Säugetiere an die Kamera und<br />

werden zutraulicher. Ein weiterer Vorteil: Vor dem eigenen Heim ist es<br />

einfacher, schnell auf wechselnde Licht- und Witterungsbedingungen<br />

zu reagieren. Bei Schneefall können Sie beispielsweise <strong>so</strong>fort die<br />

Kamera auspacken, noch bevor der frische Schnee wieder wegtaut<br />

oder plattgetreten wird. Zudem ist es möglich, selbst den Hintergrund<br />

oder Kulissen zu beeinflussen und <strong>so</strong>gar stehen zu lassen – ohne<br />

befürchten zu müssen, dass jemand etwas kaputtmacht oder klaut.<br />

Dazu entfällt auch die Anreise. So bleibt mehr Zeit für die eigentlichen<br />

Aufnahmen.<br />

IMAGES: ROSS HODDINOTT<br />

Singvögel: Gärten sind eine<br />

hervorragende Kulisse für Fotos kleiner Vögel.<br />

Singvögel lassen sich durch Köder anlocken.<br />

Dazu zählen Lebensmittel wie Nüsse, Körner<br />

oder Mehlwürmer. Haben Sie eine<br />

Futterröhre? Dann hängen Sie sich am<br />

richtigen Ort auf. Am besten eignen sich gut<br />

beleuchtete Stellen, im Idealfall morgens und<br />

abends. Außerdem ist darauf zu achten, die<br />

Röhre in ausreichend Abstand vor dem<br />

Hintergrund zu befestigen, damit dieser nicht<br />

ablenkt. Als Nächstes kommt der<br />

Beobachtungspunkt. Dieser <strong>so</strong>llte maximal<br />

drei Meter von der Futterröhre entfernt liegen.<br />

Es ist auch möglich, die Röhre im richtigen<br />

Abstand vors Fenster zu hängen und Fotos<br />

von drinnen zu machen. In dem Fall genügt<br />

es, sich im Fenster hinter dem Vorhang oder<br />

einem Tarnnetz zu verstecken. Mit einer<br />

Brennweite von etwa 300 Millimetern <strong>so</strong>llte<br />

es dann möglich sein, das Motiv bildfüllend zu<br />

vergrößern – vor allem in Verbindung mit einer<br />

Digitalkamera und einem APS-C-Sen<strong>so</strong>r. Eine<br />

Überlegung wert sind auch einige Requisiten<br />

als zusätzliche Landefläche für die Vögel, um<br />

die Aufnahme interessanter zu gestalten.<br />

Denkbar wäre etwa ein mit Blüten überdeckter<br />

Zweig oder ein Spatenstil. Danach genügt es,<br />

die Kamera auf die Requisite zu richten und<br />

geduldig zu warten, bis ein Vogel landet.<br />

Schnecken: Die Kriechtiere gehören nicht<br />

unbedingt zu den bezauberndsten aller<br />

Lebewesen. Nichtsdestotrotz können Schnecken<br />

äußerst fotogen sein. Sie halten sich gern an<br />

schattigen Plätzen im Garten auf, unter Steinen,<br />

Töpfen und lockeren Steinplatten. Setzen Sie die<br />

Tiere vorsichtig an einen fotografisch<br />

interessanteren Ort. Beispiele wären<br />

farbenprächtige Hintergründe oder ansehnliche<br />

Objekte zum Hochklettern, wie etwa<br />

Blumenstängel oder Pflanzentöpfe. Die Schnecke<br />

wird sich anfangs in ihr Haus zurückziehen. Nach<br />

einigen Minuten geduldigen Wartens wird sie aber<br />

die Fühler hervorstrecken. Die langsamen Tiere<br />

geben dem Fotografen mehr Zeit für die<br />

Komposition, die Beleuchtung und die Belichtung<br />

der Aufnahme. Schnecken sind <strong>so</strong>mit die idealen<br />

Versuch<strong>so</strong>bjekte für angehende Tierfotografen.<br />

Das heißt aber nicht, dass es einfach ist, gute<br />

Schneckenbilder aufzunehmen. Dafür ist nämlich<br />

ein hoher Vergrößerungsfaktor notwendig,<br />

entweder mit einem Makroobjektiv oder einer<br />

Nahlinse. Die Tiefenschärfe ist dabei nur gering.<br />

Der Fokus muss al<strong>so</strong> <strong>so</strong>rgfältig bestimmt werden,<br />

während das Licht im Bedarfsfall mit einem<br />

Reflektor oder Blitz zu ergänzen ist. Der<br />

Experimentierfreunde sind keine Grenzen gesetzt.<br />

Versuchen Sie es mit einem flachen Winkel oder<br />

einer weiten Blendenöffnung wie f/2.8 oder f/4.<br />

So entsteht eine sehr geringe Tiefenschärfe, und<br />

alles bis auf den Fokuspunkt wird unscharf.<br />

Insekten: Wachsen in Ihrem Garten<br />

nektarreiche Blumen, werden Sie den ganzen<br />

Sommer über Besuch von Bienen, Schwebfliegen,<br />

Marienkäfern und Schmetterlingen bekommen.<br />

Morgens und abends sind die Insekten weniger<br />

aktiv – ein guter Zeitpunkt, um sie zu knipsen. Bei<br />

Nahaufnahmen ist die Tiefenschärfe gering. Sie<br />

müssen die Sen<strong>so</strong>rebene der Kamera al<strong>so</strong> parallel<br />

zum Motiv halten, um nicht noch mehr an<br />

Tiefenschärfe einzubüßen. Wählen Sie dann eine<br />

Position in der Nähe einer Gruppe von Blumen<br />

aus, die regelmäßig von Insekten besucht wird.<br />

Dabei ist es wichtig, dass Ihr eigener Schatten<br />

nicht aufs Motiv fällt und Sie nicht die<br />

umstehenden Blumen berühren. Sonst<br />

verscheuchen Sie möglicherweise Ihr Motiv.<br />

Danach ist es effektiver, geduldig an einer Position<br />

auszuharren, als den Tieren quer durch den<br />

Garten nachzujagen. Insekten wie etwa Bienen<br />

besuchen die Blumen nur sehr kurz, um sich ihre<br />

Nahrung zu holen. Da heißt es dann schnell<br />

abdrücken. Systeme mit Autofokus haben bei<br />

hohen Vergrößerungsfaktoren leider oft ihre<br />

Probleme. Sie zoomen hin und her, ohne das<br />

Motiv zu erfassen. Wir raten Ihnen daher dringend<br />

zum manuellen Fokus. Es kann sich <strong>so</strong>gar lohnen,<br />

das Objektiv vorab schon einmal auf die Pflanze<br />

einzustellen. Dann reicht es später, die Kamera<br />

etwas näher zum Motiv hin zu bewegen, um das<br />

Bild im Sucher oder bei der Arbeit mit LiveView<br />

auf dem LCD-Monitor scharf zu bekommen.<br />

72 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Gartensafari!<br />

Die Auswahl der richtigen<br />

Position und geduldiges<br />

Warten werden oft mit<br />

<strong>so</strong>lchen tollen<br />

Schnappschüssen belohnt.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 73


Fotoexperte: Tierfotografie<br />

Fotos im Feuchtgebiet<br />

Feuchtbiotope sind voller frei lebender Tiere. Folgendes <strong>so</strong>llten Sie bei Ihrer Fotosafari beachten<br />

FEUCHTGEBIETE sind bei vielen Tieren sehr<br />

beliebt. Seen, Flüsse, Mündungen, Kanäle,<br />

Teiche, Moore und Sümpfe sind die Heimat der<br />

Otter,<br />

Wasserratten, einer Vielzahl von Stelz- und<br />

Wasservögeln, Fröschen, Kröten, Libellen,<br />

Eintagsfliegen und einer ganzen Reihe anderen<br />

Lebewesen. Nur wenige Lebensräume bieten<br />

Tierfotografen eine <strong>so</strong> große Auswahl an<br />

Motiven. Es lohnt sich al<strong>so</strong>, regelmäßig mit der<br />

Kamera durchs nächstgelegene Feuchtgebiet zu<br />

streifen.<br />

Hierzulande gibt es einige hervorragende<br />

Gebiete dieser Art. Viele von ihnen verfügen über<br />

ausgezeichnete Möglichkeiten, mit der Kamera<br />

Enten, Gänsen, Stelzvögeln oder auch<br />

Blaumeisen aufzulauern. Letztere decken beim<br />

Flug in den Süden ihren Nahrungsbedarf<br />

beispielsweise im Schilfgürtel des Neusiedler<br />

Sees. Für Tieraufnahmen ist oft eine große<br />

Brennweite erforderlich – im Idealfall ein<br />

Teleobjektiv mit 400 Millimetern. Eine gute<br />

Alternative ist auch ein kürzeres Teleobjektiv mit<br />

einem Telekonverter. Ein schwieriges<br />

Unterfangen ist die <strong>Fotografie</strong> von Flugphasen.<br />

Hier ist viel Experimentierfreude gefragt. Mit<br />

etwas Übung lassen sich aber atemberaubende<br />

<strong>Bilder</strong> schießen. Dabei ist es sinnvoll, zunächst<br />

einmal größere Vögel wie Gänse und Schwäne<br />

im Flug aufzunehmen. Diese sind nämlich<br />

langsamer und einfacher mit der Kamera zu<br />

verfolgen. Der Autofokus der digitalen<br />

Spiegelreflexkamera hilft im „AI Servo“-Modus,<br />

bewegte Motive gestochen scharf abzubilden.<br />

Dazu empfiehlt sich eine kurze Verschlusszeit<br />

von 1/500 Sekunde und weniger, um die<br />

Bewegung einzufrieren.<br />

Wahlweise kann auch eine lange<br />

Verschlusszeit im Bereich von 1/30 Sekunde<br />

eingestellt werden. Mithilfe dieser Kreativoption<br />

wird das Objekt verwischt. Die <strong>Bilder</strong> sehen<br />

dann energiegeladener und effektvoller aus.<br />

An fischreichen Flüssen sind Eisvögel,<br />

Bachstelzen und Wasseramseln anzutreffen.<br />

Während Eisvögel recht scheu sind, haben Sie<br />

bei den Bachstelzen und Wasseramseln ganz<br />

gute Chancen.<br />

Sie setzen sich oft auf Felsen, die aus dem<br />

Wasser ragen, und lassen sich mit einem langen<br />

Teleobjektiv gut einfangen. Da Flüsse und Bäche<br />

oft durch Wälder fließen, mangelt es häufig an<br />

Licht. Wenn nötig ist dann ein höherer ISO-Wert<br />

zu wählen, um dennoch mit kurzen<br />

Verschlusszeiten arbeiten zu können.<br />

Neben Vögeln sind in Feuchtgebieten im<br />

Frühling auch viele Frösche und Kröten zu<br />

finden. Dazu kommen exotisch gefärbte Libellen<br />

und Wasserjungfern, Eintagsfliegen,<br />

Wasserläufer und weitere Wasserinsekten, die<br />

sich dort den ganzen Sommer über tummeln. Es<br />

ist ein hoher Vergrößerungsfaktor notwendig, um<br />

mit den kleinen Tieren das ganze Bild<br />

auszufüllen. Wer kein Makroobjektiv besitzt,<br />

kann auch einen Telekonverter oder<br />

Zwischenringe verwenden. Die Tiefenschärfe ist<br />

bei Makroaufnahmen sehr gering. Um<strong>so</strong><br />

wichtiger ist es, das Bild scharf zu stellen.<br />

Konzentrieren Sie sich dafür auf die Augen des<br />

Insekts. Außerdem ist es oft notwendig, dass<br />

sich der Fotograf in der feuchten Vegetation auf<br />

den Boden kniet. Eine wasserdichte Hose ist da<br />

Gold wert.<br />

Im Visier<br />

Für eine gute Tiefenschärfe hilft<br />

es oft, sich auf einen festen Punkt<br />

zu konzentrieren und zu warten,<br />

bis das Motiv im Fokus ist.<br />

ISTOCK PHOT0<br />

74 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


I<strong>so</strong>lating one or two mushrooms<br />

can make a huge impact – more<br />

<strong>so</strong> than if you were to shoot a<br />

group.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Bereit für die Nahaufnahme?<br />

Die besten Insektenaufnahmen<br />

sind mit Makroobjektiven oder<br />

Telekonvertern möglich.<br />

IMAGES: ROSS HODDINOTT<br />

Wasservögel: Fesselnde <strong>Bilder</strong> von<br />

Wasservögeln setzen perfektes Timing und eine<br />

gute Technik voraus. Der Herbst ist der ideale<br />

Zeitpunkt für diese Aufnahmen. Dann sind in den<br />

Feuchtgebieten große Populationen mit herrlichem<br />

Gefieder anzutreffen. Wasservögel sind kurz vor<br />

Sonnenaufgang bis in die Morgenstunden hinein<br />

<strong>so</strong>wie am Nachmittag bis kurz nach<br />

Sonnenuntergang am aktivsten. Es ist günstig,<br />

sich eine Stunde vor diesen Hauptzeiten vor Ort<br />

einzurichten. So können sich die Tiere an Ihre<br />

Anwesenheit gewöhnen. Gut beobachten <strong>so</strong>llten<br />

Sie dabei die Bewegungen Ihrer Motive. Sie<br />

verraten Ihnen, was die Vögel als Nächstes<br />

vorhaben. Auf die Art lassen sich fotogene<br />

Aktionen wie das Abheben, das Eintauchen ins<br />

Wasser, Kabbeleien oder Flügelschläge schön<br />

festhalten. Das Licht <strong>so</strong>llte <strong>so</strong> kreativ wie möglich<br />

genutzt werden. Bei Sonnenauf- und -untergang<br />

macht sich der Umriss der Tiere gut vor den<br />

warmen Farben, die das Wasser reflektiert. Bei<br />

Aufnahmen von Flugphasen ist auch das<br />

Schwenken ein probates Mittel. Wählen Sie hierzu<br />

eine lange Verschlusszeit von etwa 1/15 Sekunde,<br />

um während der Belichtung einfach dem Vogel zu<br />

folgen. So erscheint der Hintergrund im Bild<br />

herrlich verwischt, während der Vogel scharf<br />

bleibt. Die Technik erfordert viel Übung. Die<br />

Ergebnisse sind aber oft überwältigend.<br />

Libellen: Im Frühling und im Sommer<br />

schwirren scharenweise Libellen in bunter Vielfalt<br />

über Sümpfe, Moore, Flüsse und Seen. Als Motiv<br />

sind sie anspruchsvoll – sie halten selten still und<br />

fliegen oft <strong>so</strong>fort weiter, wenn sich der Fotograf<br />

nähert. Die erfolgversprechendste Tageszeit ist der<br />

Morgen. Dann sind die Tiere nämlich weniger<br />

aktiv. Die Ausrüstung <strong>so</strong>llte aus einem<br />

Makroobjektiv mit mindestens 100 Millimetern<br />

Brennweite bestehen. Halten Sie damit Ausschau<br />

nach Insekten in Ufernähe. So haben Sie gleich<br />

einen wunderbar freien Hintergrund. Die Flügel<br />

der Insekten kommen dann besser heraus.<br />

Wissenswert ist auch, dass Libellen sehr auf ihren<br />

Lebensraum fixiert sind. Oft fliegen sie die immer<br />

gleichen Strecken ab. Auch zum Ausruhen kehren<br />

sie meist wieder an dieselben Stellen zurück. Es ist<br />

daher sinnvoll, die Lage erst etwas zu beobachten.<br />

So ist schnell ein beliebter Ruheplatz ausgemacht,<br />

auf den Sie die Kamera richten können. Auch das<br />

Experimentieren mit Perspektiven ist die Mühe<br />

wert. Libellen eigenen sich dafür sehr gut. Von<br />

oben treten die Flügel deutlicher hervor, bei einem<br />

seitlichen Aufnahmewinkel die Körperform.<br />

Frontalaufnahmen unterstreichen derweil die<br />

Größe ihrer Augen.<br />

Amphibien: Die Herausforderung beim<br />

Knipsen von Fröschen und Kröten besteht darin,<br />

sie erst einmal ausfindig zu machen. Oft<br />

verstecken sie sich in der dichten Vegetation. Am<br />

einfachsten sind sie im Frühling zu finden, wenn<br />

sie in Teichen und Tümpeln massenweise laichen.<br />

Knien Sie sich ans Ufer und warten Sie, bis die<br />

Tiere zum Atmen die Köpfe aus dem Wasser<br />

strecken. Ein schöner zusätzlicher Effekt ist dabei<br />

das Spiegelbild auf der Wasseroberfläche.<br />

Außerhalb des Wassers sehen Frösche und Kröten<br />

ebenfalls fotogen aus. Wenn ein Tier gefunden ist,<br />

kann es ein Helfer für Sie behutsam an den<br />

gewünschten Punkt setzen, auf den bereits das<br />

Objektiv gerichtet ist. Die Szene <strong>so</strong>llte möglichst<br />

frei von Gräsern und <strong>so</strong>nstiger Vegetation sein, die<br />

vom eigentlichen Motiv ablenken. Bei schlechten<br />

Lichtverhältnissen kann ein Blitz lebendige und<br />

gut ausgeleuchtete <strong>Bilder</strong> erzeugen. Außerdem<br />

können Sie auf die Art eine größere Tiefenschärfe<br />

einstellen. Daneben gelangen durch den Blitz<br />

interessante Reflexionen ins Auge des Motivs. Das<br />

Licht <strong>so</strong>llte allerdings breit gestreut werden. Sonst<br />

kommt es auf der reflektierenden Hautoberfläche<br />

des Tieres zu Spitzlichtern.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 75


Fotoexperte: Tierfotografie<br />

Tierfotos im Stadtpark<br />

Der Stadtpark ist spannender, als man glaubt. Eine kurze Kameratour lohnt sich allemal ...<br />

WER ZUM FOTOGRAFIEREN WIRKLICH IN<br />

DIE WILDNIS GEHEN WILL, muss oft<br />

wochenlang planen und damit rechnen, dass<br />

er vor Ort stundenlang auf der Lauer liegen<br />

muss. Die meisten Fotografen haben<br />

schlichtweg keine Zeit für <strong>so</strong>lche lang<br />

angelegten zeitaufwendigen Projekte.<br />

Gehören Sie auch zu den Leuten, die sehr in<br />

Arbeit und Familie eingebunden sind? Dann<br />

<strong>so</strong>llten regelmäßige Besuche im<br />

nächstgelegenen Park auf Ihrer To-do-Liste<br />

ganz oben stehen. Parks und Stadtwälder<br />

ganz gleich welcher Größe eignen sich<br />

hervorragend zur Tierfotografi e. In den<br />

meisten Anlagen lebt eine Fülle von Tieren wie<br />

verspielte Eichhörnchen, Kaninchen,<br />

Schwäne, Reiher, Gänse, Enten oder <strong>so</strong>gar<br />

Rehe und Hirsche. Die Tiere in Parks sind<br />

zudem an Spaziergänger, Jogger und den<br />

Menschen im Allgemeinen gewöhnt. So ist es<br />

viel unkomplizierter, sich ihnen zu nähern, um<br />

sie zu fotografi eren. Eichhörnchen wagen sich<br />

beispielsweise oft bis auf nur einen oder zwei<br />

Meter ans Objektiv heran – vorausgesetzt, sie<br />

werden mit einigen Nüssen bestochen. Und<br />

im Frankfurter Stadtwald sagen sich Feldhase<br />

und Fuchs regelmäßig gute Nacht. Mit etwas<br />

Glück sind dort <strong>so</strong>gar Wildschweine <strong>so</strong>wie<br />

Damm- und Muffelwild anzutreffen. Der<br />

Herbst ist sicher die beste Jahreszeit für einen<br />

Besuch im Park oder Stadtwald. Dann hat das<br />

Wild Brunftzeit, während das Blattwerk der<br />

Bäume in voller Pracht in roten und goldenen<br />

Farben erstrahlt.<br />

In den meisten Parks sind große Teiche oder<br />

Seen angelegt, auf denen sich Schwäne,<br />

Gänse, Reiher, Wasser- und Moorhühner<br />

eingerichtet haben. Die Tiere sind<br />

normalerweise sehr zutraulich – eine tolle<br />

Gelegenheit, an seiner Technik zu feilen. An<br />

windstillen Tagen lassen sich gewöhnlich<br />

reizvolle <strong>Bilder</strong> von Vögeln schießen, die übers<br />

Wasser gleiten, während die glatte Oberfl äche<br />

ihre Spiegelbilder symmetrisch zurückwirft.<br />

Im Frühling haben die Vögel noch ihre Jungen<br />

mit im Schlepptau. Die fl auschigen Küken<br />

sind be<strong>so</strong>nders attraktive Motive – vor allem in<br />

der Nahaufnahme oder im bildfüllenden<br />

Porträt, wenn sie in der Formation<br />

schwimmen. In den Wintermonaten geben<br />

zugefrorene Teiche und Seen dem Fotografen<br />

die Möglichkeit, schöne <strong>Bilder</strong> von Tieren auf<br />

dem Eis abzulichten. Ein fl acher Winkel ist<br />

meist am günstigsten – damit sieht das<br />

Resultat am natürlichsten aus. Wenn nötig<br />

muss sich der Fotograf al<strong>so</strong> auf den Bauch<br />

legen. Die Kamera <strong>so</strong>llte dabei mit einem<br />

Sitzsack oder den Ellbogen gestützt werden.<br />

Weitere Dauergäste im Park sind Kaninchen,<br />

Rotkehlchen, Tauben, Stare und Käfer. Auch<br />

sie lassen den Menschen oft sehr nah an sich<br />

heran. Sie sind zwar nicht be<strong>so</strong>nders exotisch,<br />

haben aber fotografi sches Potenzial.<br />

Die beste Tageszeit für einen Besuch im Park<br />

ist der Morgen oder der Abend. Dann ist nicht<br />

nur das Licht weicher und dramatischer,<br />

<strong>so</strong>ndern es sind auch weniger Menschen<br />

unterwegs. So sinkt das Risiko, dass das<br />

Motiv bei der Aufnahme aufgescheucht wird.<br />

Auf dem Sprung!<br />

Bringen Sie sich in Position, um<br />

sicherzustellen, dass der<br />

Hintergrund frei von störenden<br />

Elementen ist.<br />

ISTOCK PHOTO<br />

76 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Schnatterschuss!<br />

Mit dem Brot in der Hand sind<br />

hübsche Entenfotos wie hier in<br />

unserem Beispiel garantiert.<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ROSS HODDINOTT<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

Wild: In vielen Parks läuft Rotwild<br />

entweder ganz frei oder in Freigehegen herum.<br />

Die Tiere halten zwar gern Abstand zum<br />

Besucher, doch manche sind äußerst<br />

zutraulich. So kommen Sie ganz einfach zu<br />

natürlichen Fotos. Bei einem Besuch im<br />

Vorfeld lässt sich feststellen, welche Bereiche<br />

die Tiere bevorzugen, und wo die besten<br />

<strong>Bilder</strong> möglich sind. Für die Aufnahmen selbst<br />

sind dann schon wichtige logistische<br />

Grundlagen geklärt. Ein 300-mm-Objektiv<br />

erlaubt bildfüllende Einstellungen. Kürzere<br />

Brennweiten funktionieren auch. Mit ihnen ist<br />

es möglich, die Tiere in ihrer angestammten<br />

Umgebung zu fotografieren. Im Frühling und<br />

Herbst bilden sich nach klaren, kühlen<br />

Nächten oft tief liegende Nebelfelder.<br />

Aufnahmen von Hirschen im Nebel sind<br />

unglaublich effektvoll. Gehen Sie al<strong>so</strong> schon<br />

früh auf die Pirsch, wenn die<br />

Wetterbedingungen vielversprechend<br />

erscheinen. In der Brunftzeit Ende Herbst<br />

brüllen und kämpfen die Hirsche. Dann sind<br />

tolle Actionaufnahmen möglich. Allerdings ist<br />

es wichtig, Abstand zu halten. Zudem raten<br />

wir zu Kleidung in neutralen Farben. Nähern<br />

Sie sich den Tieren außerdem langsam und<br />

im Zickzack, um sie nicht zu erschrecken. Da<br />

Säugetiere einen feinen Geruchssinn haben,<br />

ist außerdem Gegenwind von Vorteil.<br />

Schwäne: Es gibt nur wenige Tiere, die<br />

anmutiger sind als der Höckerschwan.<br />

Be<strong>so</strong>nders hübsch sieht er aus, wenn er von<br />

der ruhigen Wasseroberfläche reflektiert wird.<br />

Das helle weiße Gefieder kann allerdings das<br />

Mess-System der Kamera täuschen. Es stuft<br />

die Szene oft als zu hell ein, und es kommt zur<br />

Unterbelichtung. Es ist daher wichtig, die<br />

<strong>Bilder</strong> mit dem Histogramm der Kamera zu<br />

überprüfen. Sind die Ergebnisse zu dunkel,<br />

schafft ein Belichtungsausgleich nach oben<br />

Abhilfe. Neben den gewöhnlichen<br />

Aufnahmen vom kompletten Tier sind auch<br />

Detailbilder eine Überlegung wert. Reizvolle<br />

Motive sind das Gefieder, der S-förmige Hals,<br />

die Augen oder der Schnabel. Mit Brot lassen<br />

sich die Tiere für diese Nahaufnahmen<br />

heranlocken. Weitere wichtige Aspekte sind<br />

Richtung und Qualität des Lichts. Starkes<br />

Mittagslicht gilt es zu vermeiden. Die weißen<br />

Federn verursachen <strong>so</strong>nst Spitzlichter. Wolken<br />

können für angenehme Lichtverhältnisse<br />

<strong>so</strong>rgen, dem Bild allerdings auch die Dynamik<br />

rauben. Einer der drastischsten Effekte ist<br />

Gegenlicht. Die Aufnahmeposition muss dafür<br />

gut gewählt sein. Im Frühling und Sommer<br />

sind Jungschwäne ein sehr hübsches Motiv.<br />

Da die Elterntiere sehr auf den Schutz ihrer<br />

Jungen bedacht sind, kann hier etwas<br />

Abstand nicht schaden.<br />

Eichhörnchen: Die possierlichen<br />

Tierchen sind überaus fotogen. Eichhörnchen<br />

sind neugierig und frech. Die weite Einstellung<br />

eines Objektivs mit 70–300 Millimetern <strong>so</strong>llte<br />

genügen, um schöne <strong>Bilder</strong> zu schießen. Am<br />

aktivsten sind sie im Herbst, wenn sie Nüsse<br />

für die Wintermonate sammeln. Legen Sie<br />

eine Handvoll Eicheln und Haselnüsse an<br />

einem Platz mit günstigen Lichtverhältnissen<br />

und schöner Hintergrundkulisse aus. So<br />

locken Sie die Eichhörnchen vor die Kamera.<br />

Bei quirligen Tieren ist es normalerweise<br />

erforderlich, aus der Hand zu fotografieren,<br />

vorzugsweise mit Bildstabilisator. Dazu sind<br />

schnelle Reihenaufnahmen nützlich, um den<br />

gewünschten Schnappschuss zu erzielen.<br />

Manche der Tiere sind <strong>so</strong> zahm, dass sie sich<br />

bis auf 30 Zentimeter an die Kamera<br />

herantrauen. Stellen Sie in diesem Fall das<br />

Objektiv auf eine kurze Brennweite um. Die<br />

Weitwinkelaufnahmen erzeugen dann eine<br />

verzerrte aber sehr wirkungsvolle Perspektive.<br />

Es ist auch einen Versuch wert, die Kamera<br />

auf einem Körnerkissen zu platzieren. Sie<br />

können sich dann in der Nähe aufstellen und<br />

per Fernauslöser den Verschluss bedienen,<br />

wenn das neugierige Eichhörnchen<br />

näherkommt.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 77


Fotoexperte: Tierfotografie<br />

Fotosafari an der Küste<br />

Im Wattenmeer gibt es Tierarten in Hülle und Fülle. Al<strong>so</strong> nichts wie ab an die Küste.<br />

DAS WATTENMEER UND SEINE<br />

NATIONALPARKS wurden im Juni 2009<br />

zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Es ist<br />

das vogelreichste Gebiet Europas und<br />

Deutschlands bedeutendster Naturraum. Es<br />

gibt dort Robben, Wale, unzählige Vögel und<br />

Insekten vor einer einmaligen Küstenkulisse<br />

zu sehen.<br />

Die wirbellose Fauna des Wattes besteht aus<br />

Würmern, Muscheln, Schnecken und<br />

Krebsen. Diese bilden die Grundlage, von<br />

denen höhere Lebewesen wie Fische,<br />

Robben oder Vögel profi tieren. Usedom<br />

beispielsweise zählt zu den vogelreichsten<br />

Gebieten Ostdeutschlands. Im Naturpark<br />

brüten regelmäßig elf Greifvogelarten,<br />

darunter auch der Seeadler, der vorwiegend<br />

im Mündungsgebiet der Oder verbreitet ist.<br />

Die anderen großen und kleinen nord- und<br />

ostfriesischen Inseln wie Sylt, Norderney,<br />

Langeoog, Hooge, Hiddensee, Ummanz und<br />

Poel verfügen ebenfalls über eine reichhaltige<br />

Fauna mit einmaligen Tierarten. Ganz gleich,<br />

ob Sie Jagd auf Vögel, Säugetiere oder<br />

Insekten machen wollen: Die deutsche Küste<br />

ist für jeden Tierfotografen eine Reise wert.<br />

Machen Sie dort beispielsweise bildfüllende<br />

Porträts und Nahaufnahmen von Vögeln im<br />

Flug, während sie mit einem Fisch in<br />

Schnabel zum Nest zurückkehren. Ein<br />

300- oder <strong>so</strong>gar 400-mm-Objektiv ist ein<br />

Muss beim Aufnehmen von Tierfotos an der<br />

Küste. Dazu gehört eine ganze Tasche mit<br />

Speicherkarten und vollgeladenen<br />

Ersatzbatterien. Bei Aufnahmen tagsüber ist<br />

das Licht weniger kontrastreich und<br />

effektvoll. In dieser Zeit empfi ehlt sich ein<br />

Aufhellblitz. Er verhindert, dass einzelne<br />

Schattenbereiche zu dunkel erscheinen.<br />

Außerdem <strong>so</strong>rgt er im Auge des Motivs für<br />

Refl exionen. Es ist aber wichtig, die Schatten<br />

nur aufzuhellen, ohne sie ganz<br />

auszuleuchten. Die Blitzleistung <strong>so</strong>llte al<strong>so</strong><br />

zunächst um eine oder zwei Positionen und<br />

gegebenenfalls <strong>so</strong>gar noch weiter reduziert<br />

werden.<br />

Äußerst fotogene Säugetiere sind die Robben.<br />

Leider ist es schwer, ihnen wirklich nahe zu<br />

kommen. Sie halten sich oft an abgelegenen<br />

felsigen Stränden auf. Auf Helgoland lassen<br />

sich Robben und Seehunde beispielsweise am<br />

besten im Unterland ablichten. Wagen Sie<br />

sich aber nicht zu nahe an Tiere heran, die<br />

gerade Junge haben. Außerdem hat der Tierund<br />

Naturschutz natürlich immer Vorrang. Die<br />

besten Ergebnisse erreichen Sie mit fl achen<br />

Blickwinkeln. In Ufernähe können dann<br />

allerdings Sand und Wasserspritzer zum<br />

Problem werden. Den vorderen Teil wertvoller<br />

Objektive <strong>so</strong>llten Sie daher mithilfe eines UVoder<br />

Skylightfi lter schützen. Wer sich für<br />

Delfi ne, Tümmler und andere<br />

Meereslebewesen interessiert, <strong>so</strong>llte an einem<br />

organisierten Schiffsausfl ug für Naturliebhaber<br />

teilnehmen, um seine Lieblingsmotive vor die<br />

Linse zu bekommen.<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

78 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Tierfotos im Beton-Dschungel<br />

Fotosafari vor der eigenen Haustür: So schießen Sie tolle Tierfotos in der Stadt .<br />

ES IST NICHT UNBEDINGT EIN AUSFLUG INS<br />

GRÜNE ODER AN DIE KÜSTE NÖTIG um wilde Tiere<br />

abzulichten. Auch in Städten finden sich Füchse, Igel,<br />

Tauben, Sperlinge und Wanderfalken. Mit ihnen können<br />

auch vor einem urbanen Hintergrund beeindruckende<br />

Fotos entstehen. Die potenziellen Motive finden Sie an<br />

Häfen und Kais, in Stadtparks, Hotelgärten, Bahnhöfen<br />

und auf nahegelegenen Müllhalden. Vor allem Füchse<br />

passen sich sehr schnell an die Stadt an. Sie leben in<br />

Gärten und Deponien, wo sie sich von unserem Abfall<br />

ernähren. Sie sind außerdem weit leichter zu<br />

fotografieren als ihre Artgenossen vom Land, da sie den<br />

Menschen schon besser gewohnt sind.<br />

Es ist durchaus möglich, sie tagsüber anzutreffen. Doch<br />

Füchse sind größtenteils nachtaktiv. Sie müssen al<strong>so</strong><br />

Geduld mitbringen. Außerdem empfiehlt sich die<br />

Verwendung eines Blitzes oder eines hohen ISO-Wertes,<br />

um mit praktikablen Verschlusszeiten arbeiten zu<br />

können. Der Schlüssel zum Erfolg ist oft gute<br />

Recherchearbeit. Ideal wäre es, den Lebensraum der<br />

Tiere ausfindig zu machen. Oder zumindest die Straßen<br />

und Orte, wo sie sich regelmäßig ihr Futter holen. Wenn<br />

die Hausaufgaben einmal erledigt sind, heißt es in<br />

Position gehen und warten. Es ist möglich, ein Auto als<br />

Versteck auszuwählen. In der Stadt ist es aber natürlich<br />

wichtig, diskret vorzugehen. Andernfalls lenken Sie<br />

vielleicht die Aufmerksamkeit der Polizei oder <strong>so</strong>gar von<br />

Kriminellen auf sich.<br />

Bei Tierfotos in der Stadt <strong>so</strong>llte das Motiv nicht das<br />

gesamte Foto ausfüllen. Hierbei besteht nämlich die<br />

Gefahr, dass nichtssagende <strong>Bilder</strong> herauskommen.<br />

Stattdessen ist ein kürzeres Objektiv sinnvoll, um den<br />

Betrachter ein Gefühl für den urbanen Lebensraum des<br />

Tiers zu vermitteln. Wie immer beim Tierfoto spielt auch<br />

hier der Hintergrund eine große Rolle. Er <strong>so</strong>llte das Motiv<br />

noch deutlicher hervortreten lassen oder einen Bezug zu<br />

seinem Lebensraum herstellen. Versuchen Sie,<br />

charakteristische urbane Elemente wie Züge, Autos,<br />

Häuser, Läden und Schilder in die Aufnahme<br />

miteinzubeziehen.<br />

Urbane Legenden Füchse sind sehr interessante<br />

Motive. Das Schwierige ist nur, sie zu finden – sie<br />

sind nämlich nachtaktiv.<br />

Machen Sie sich auf eine lange Nacht gefasst!<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

ISTOCK PHOTO<br />

Igel: Die äußerst fotogenen nachtaktiven Tiere<br />

sind nicht einfach mit der Kamera einzufangen<br />

– sie sind nämlich überraschend schnell. Fragen<br />

Sie in der Familie oder der Nachbarschaft, ob<br />

jemand eine Igelfamilie im Garten hat. Danach<br />

lassen sich die Tiere mit Hundefutter in den<br />

Blickwinkel der Kamera locken. Sie lieben das<br />

Dosenfutter! Mit einem Weitwinkelobjektiv<br />

erzeugen Sie dann eine ungewöhnliche<br />

Perspektive. Außerdem lässt sich damit<br />

gleichzeitig die umgebende Stadt oder der Garten<br />

festhalten, und das Bild wird noch interessanter.<br />

Füchse: In vielen Städten findet sich eine<br />

große Zahl an Füchsen. Sie können sehr<br />

zutraulich und dadurch leichter zu fotografieren<br />

sein. Wenn Sie ihr Revier ausfindig gemacht<br />

haben, können Sie unter Umständen <strong>so</strong>gar<br />

Welpen knipsen, die spät am Abend oder früh<br />

morgens in der Sonne miteinander spielen. Eine<br />

gute Strategie besteht darin, ihr Verhalten im<br />

urbanen Lebensraum festzuhalten –<br />

beispielsweise, wenn ein Fuchs einen Mülleimer<br />

umwirft oder in eine Tonne lugt<br />

Tauben: Für manche Menschen sind „die<br />

Ratten der Lüfte“ eine reine Plage. Aber mit etwas<br />

Fantasie werden sie zum Motiv toller<br />

Schnappschüsse –<br />

vor allem, weil sie den Menschen in der Regel<br />

sehr nahe an sich heranlassen. Mit einem<br />

Weitwinkelobjektiv oder einem Fisheye entstehen<br />

bizarre und groteske Porträts. Auch auf Schilder<br />

oder Statuen sind Tauben fotogen. Dort können<br />

Sie mit den Tieren interessante oder <strong>so</strong>gar witzige<br />

Ergebnisse erzielen.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 79


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

Dave King<br />

Zurück in die Vergangenheit<br />

Manche Fotografen arbeiten wieder mit älteren Aufnahmeverfahren, weil sie dadurch mehr künstlerische Freiheiten haben,<br />

als bei der digitalen Fotografi e. Berufsfotograf Dave Kind gehört zu dieser Gruppe. Hier berichtet er über seine persönlichen<br />

Ambrotypie-Projekte.<br />

„ICH BEGANN MIT 14 JAHREN ZU<br />

FOTOGRAFIEREN, als mein Onkel mir eine alte,<br />

ausklappbare, deutsche Mittelformatkamera der<br />

Marke Balda schenkte. Damals hat meine Liebe zur<br />

Fotografi e begonnen. Als Berufsfotograf musste man<br />

perfekt belichtete <strong>Bilder</strong> hervorbringen. Die<br />

Belichtung und die Beleuchtung mussten genau<br />

richtig sein, ein falsch gewählter Lichtwert konnte<br />

das Bild unbrauchbar machen. Ich bin nicht gegen<br />

die digitale Fotografi e. Als die digitalen<br />

Aufnahmemethoden aufkamen, brachten sie frischen<br />

Wind ins Fotogeschäft. Man konnte das Wissen über<br />

Filmaufnahmen auch mit der digitalen Kamera anwenden und<br />

dadurch machte die Berufsfotografi e mehr Vergnügen. Aber diese<br />

Entwicklung ging <strong>so</strong>weit, dass meine kreative Arbeit zu kurz kam.<br />

In mir kam der Wunsch auf, wieder vom Monitor wegzukommen<br />

und stattdessen mehr künstlerische Elemente und das persönlich<br />

Wissen anzuwenden.<br />

Nachdem ich einen Dokumentarfi lm über die amerikanische<br />

Fotografi n Sally Mann gesehen hatte, beschloss ich, Ambrotype-<br />

Aufnahmen zu machen. In diesem Film wurde gezeigt, wie Sally in<br />

einer Body Farm in den USA aufnahm. Als Body Farm wird ein<br />

Gelände bezeichnet, auf dem wissenschaftliche Studien zu<br />

postmortalen Veränderungen an Menschen, al<strong>so</strong> über<br />

Verwesungsprozesse von Leichen, an freier Luft erfolgen können.<br />

Sie benutzte nasse Platten, um die Leichen aufzunehmen. Es war<br />

eindrücklich zu sehen, wie sie diese riesigen Platten nass machte,<br />

bevor sie die Ränder sanft mit Kollodium abtupfte. Die Fotografi n<br />

war Teil des Prozesses und kreierte ihre Fotografi en im wahrsten<br />

Sinne des Wortes selbst. Die Resultate sind traumartige <strong>Bilder</strong> von<br />

GANZ OBEN UND<br />

RECHTS : Die <strong>Bilder</strong><br />

wurden direkt auf einer<br />

25,4 x 20,3 Zentimeter<br />

großen Plexiglasplatte<br />

mit einem<br />

Dallmeyer-3B-Objektiv<br />

aufgenommen.<br />

OBEN: Zwei<br />

Plattenhalter im<br />

Vordergrund, eine 27,9<br />

x 35,6-Zentimeter-<br />

Platte, eine<br />

Viertelplatte und ein<br />

Silbernitratbehälter.<br />

Eine Viertelplatte und<br />

selbstgemachte 27,9 x<br />

35,6 Zentimeter-<br />

Kameras im<br />

Hintergrund.<br />

den auf den ersten Blick etwas gruseligen Motiven.<br />

Ich habe über das Fotografi eren mit Kollodium-<br />

Nassplatten herausgefunden, dass es in den USA<br />

viele Fotografen gibt, die diese Technik verwenden.<br />

Die Beliebtheit dieser Aufnahmetechnik in den USA<br />

kann auf deren Geschichte zurückgeführt werden.<br />

Nassplatten-Fotografi e wurde im amerikanischen<br />

Sezessionskrieg verwendet. Nachgestellte Motive<br />

davon sind deshalb heutzutage sehr beliebt.<br />

Manche Fotografen haben diese Methode gelernt<br />

und verdienen nun ihren Lebensunterhalt damit.<br />

Die Anfangsinvestition für Nassplatten-Fotografi e ist<br />

wohl die erste Hürde, wenn man diese Technik lernen will. Das<br />

Material ist teuer, sperrig und schwer. Es gibt aber auch<br />

Workshops, wo man diese Technik lernen und ausprobieren kann,<br />

ohne gleich die gesamte Ausrüstung kaufen zu müssen. Die zweite<br />

Herausforderung liegt darin, die Chemikalien und benötigten<br />

Ausrüstungselemente zu beschaffen. Als erstes braucht man eine<br />

Bewilligung, um einige der eingesetzten Chemikalien zu kaufen<br />

und zu lagern. Und man braucht natürlich eine Kamera.<br />

Gebrauchte und selbstgebaute Kameras fi ndet man manchmal auf<br />

Ebay. Secondhand-Kameras sind aber meist in einem schlechten<br />

Zustand, da Silbernitrat Rostbildung im Kamerainnern hervorrufen<br />

kann. Ich habe im Internet Anleitungen zum Eigenbau von <strong>so</strong>lchen<br />

Kameras gefunden, diese an meine eigenen Bedürfnisse angepasst<br />

und meine eigene Kamera zusammengebastelt. Wie andere<br />

Nassplatten-Fotografen benutze ich Petzval-Objektive. Diese sind<br />

schnell und lassen das entscheidende Licht durch. Ursprünglich<br />

wurden sie dazu entwickelt, auf eine sehr kleine Platte<br />

aufzunehmen. Heutzutage werden sie aber auch für viel größere


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

Bereiche eingesetzt. Das Resultat ist eine fl ache Tiefenschärfe. Alle<br />

unscharfen Bildelemente werden verwirbelt, vor allem an den<br />

Rändern. Dieser Effekt wird mit modernen Objektiven schlichtweg<br />

nicht erreicht.<br />

Man kann als Negative verschiedene Materialien wie Blech,<br />

Aluminium oder Glas einsetzen, ich ziehe schwarzes Plexiglas vor.<br />

Plexiglas empfi ehlt sich, da man es nicht reinigen muss. Man zieht<br />

den hinteren Teil ab, und schon ist es bereit fürs Kollodium.<br />

Wenn man auf durchsichtiges Glas aufnimmt, bekommt man ein<br />

Negativ, aber mit den gleichen Chemikalien auf einer schwarzen<br />

Oberfl äche ist das Resultat ein mit einer Groß-Polaroid-Aufnahme<br />

vergleichbares Positiv. Beim Belichtungsprozess wird als erstes das<br />

Bindemittel Kollodium auf die Plattenoberfl äche gegossen. Die<br />

Platte wird zur Sensibilisierung während drei bis fünf Minuten in<br />

einen hermetisch lichtundurchlässigen, mit Silbernitrat-Lösung<br />

gefüllten Behälter gegeben und dann in die Kamera eingeführt.<br />

Bei Porträtaufnahmen ist die Hilfe des Porträtierten und viel<br />

Geduld gefragt. Die Pose muss während der Bildkomposition<br />

eingehalten werden. Früher lag die Belichtung zwischen 30<br />

Sekunden und zwei Minuten. Heute kann aber auch ein<br />

Studioblitzgerät für eine <strong>so</strong>fortige Belichtung und ein scharfes Bild<br />

eingesetzt werden. Um die richtige Belichtungszeit<br />

herauszufi nden, braucht man eine große Erfahrung, da man<br />

wegen der langsamen Emulsionen keine Messungen durchführen<br />

kann. Nach einigen Versuchen weiß man mehr oder weniger, in<br />

welchem Abstand die Lichter vom Motiv entfernt sein müssen.<br />

Nach der Aufnahme wird die Platte in einer Eisenlösung<br />

entwickelt. Es werden nur etwa 15 Sekunden gebraucht, damit<br />

das Bild als Negativ erscheint. Die Lösung wird dann mit Wasser<br />

abgespült und die Platte in ein Fixiermittel gegeben, die das Bild in<br />

ein Positiv verwandelt.<br />

Wie der Name schon sagt, muss das gesamte Verfahren<br />

durchgeführt werden, wenn die Platte noch nass ist. Diese Technik<br />

hat ihre Risiken. Alle verwendeten Chemikalien sind höchst<br />

gefährlich. Silbernitrat ist hochkorrosiv. Es tönt die Finger <strong>so</strong>fort<br />

schwarz. Schwarze Fußspuren zwischen dem Heimstudio und der<br />

Dunkelkammer sind die gebräuchlichsten Zeitzeugen der<br />

Nassplattenfotografi e. Die größte Gefahr geht aber von Cyanid aus,<br />

das manche Puristen als Fixiermittel einsetzen. Anscheinend <strong>so</strong>llte<br />

Cyanid zu einem besseren Kontrast führen. Die Alternative dazu ist<br />

das gebräuchlichere und ebenfalls wirksame Natriumthiosulfat.<br />

Das Schöne an Ambrotypen-Aufnahmen ist, dass diese Wellen und<br />

Imperfektionen an den Rändern der Platte hervorbringen. Manche<br />

Fotografen wie Sally Mann versuchen, den Entwicklungsprozess<br />

aus künstlerischer Absicht mit verschiedenen Mitteln zu<br />

beeinfl ussen. Verschiedene Flüssigkeiten werden dabei auf die<br />

Platte geleert, um das endgültige Bild zu verändern. Andere<br />

Fotografen wiederum setzen eine derart methodische Arbeitsweise<br />

ein, dass man das Endresultat nicht von einem auf einem Film<br />

aufgenommenen Bild unterscheiden kann. Ich selbst ziehe eine<br />

Mischung dieser beiden Extreme vor, bei der kleine Unreinheiten<br />

an den Rändern erhalten bleiben, das Bild an sich aber sauber<br />

wirkt.<br />

Dieser Bereich meiner Arbeit war bisher mein Hobby, ich hoffe<br />

aber, damit bald auf Kommission zu arbeiten. Im Moment bin ich<br />

mit dieser Technik an mein Studio gebunden. Es ist möglich, sie<br />

auch mobil einzusetzen, aber ich bin noch nicht an diesem Punkt<br />

angelangt. Es ist sehr umständlich, wenn man die Chemikalien<br />

und Wasser am Aufnahmeort mit sich herumtragen muss. Beim<br />

Aufnehmen auf Kommission geht es dann darum, die Kunden zu<br />

Hause oder im Geschäft zu besuchen. Ich muss meine<br />

Aufnahmetechnik al<strong>so</strong> weiter perfektionieren.<br />

Mein Technik ist genau die gleiche wie bei Frederick Scott Archer<br />

vor 150 Jahren, als er die Nassplatten-Fotografi e erfunden hatte.<br />

Diese Erfi ndung ist für mich ein Wunder. Es ist schon schwer, eine<br />

richtige Aufnahme zu bekommen, wenn man die chemische<br />

Zusammensetzung kennt. Es ist al<strong>so</strong> wirklich erstaunlich, dass<br />

jemand diese Formel herausgefunden hat. Im Moment ist<br />

Nassplatten-Fotografi e eine kleine Marktnische. Die gelungenen<br />

Resultate sind eine große Belohnung für den Fotografen. Er hat<br />

dabei nämlich alles selbst gemacht: Er hat die Chemikalien<br />

zusammengemischt und auf die Platte geleert. Der Erfolg ist al<strong>so</strong><br />

ausschließlich vom Können des Fotografen abhängig. Dabei<br />

kommen die grundlegenden Mechanismen der Fotografi e zum<br />

Einsatz. Die Nassplatten-Fotografi e ist eindeutig eine Form der<br />

Kunst.“<br />

1) Dave King in seinem<br />

Studio in West-London<br />

mit einer 27,9 x<br />

35,6-Zentimeter-<br />

Kamera und einem<br />

Dallmeyer 3B-Objektiv.<br />

2) Zugeschnittene<br />

schwarze<br />

Plexiglasplatten von<br />

12,7 x 17,8<br />

Zentimetern und<br />

Kollodium, bereit zum<br />

Einsatz.<br />

3) Darlot-Petzval-<br />

Objektive erfreuen sich<br />

einer wachsenden<br />

Beliebtheit. Man<br />

bekommt sie auf Ebay<br />

oder in<br />

Kameraauktionen<br />

4) Frisches Kollodium ist<br />

beige und mit der Zeit<br />

wird es orange. Neues<br />

und altes Kollodium<br />

erzeugen<br />

unterschiedliche<br />

Resultate.<br />

5) Nach der Belichtung<br />

werden die Platten in der<br />

Dunkelkammer<br />

befestigt, gewaschen<br />

und luftgetrocknet<br />

RECHTS:<br />

Mit Hilfe eines<br />

Studioblitzgerätes kann<br />

die Aufnahme <strong>so</strong>fort<br />

belichtet werden. Das ist<br />

bei beweglichen<br />

Motiven wie bei Porträts<br />

be<strong>so</strong>nders nützlich.<br />

Früher mussten die<br />

Modelle bei Porträts eine<br />

Nackenstütze einsetzen,<br />

um während den 30<br />

Sekunden oder mehr,<br />

die zur Belichtung<br />

gebraucht werden, still<br />

zu halten.


Dave King<br />

„M”“„MEINE TECHNIK IST GENAU GLEICH WIE BEI FREDERICK SCOTT ARCHER VOR 150 JAHREN,<br />

ALS ER DIE NASSPLATTEN-FOTOGRAFIE ERFUNDEN HATTE.”


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

MARINA CANO<br />

Auf Fotosafari<br />

Marina Cano kommt aus einer Fotografenfamilie und hat ein riesiges Naturreservat vor ihrer Haustür.<br />

Ihre Karriere als Natur- und Tierfotografi n lag daher nahe. Jordan Butters hat mit ihr über das Safarileben<br />

gesprochen.<br />

OBEN: „Giraffen in der<br />

Ferne in Amboseli,<br />

Kenya. Die klassische<br />

Sonnenuntergangssilhouette<br />

erinnert eindeutig an<br />

Afrika.<br />

RECHTS: Das<br />

Grevyzebra . Dieses<br />

Bild wurde im Parque<br />

de la Naturaleza de<br />

Cabárceno in Spanien<br />

aufgenommen und<br />

wurde als<br />

Buchumschlag des<br />

Buches „Cabárceno“<br />

verwendet.<br />

GANZ RECHTS:<br />

Dieses Bild wurde<br />

ebenfalls in Spanien<br />

aufgenommen und<br />

zeigt das neckische<br />

Verhalten von Giraffen.<br />

Die fast liebevollen<br />

Umgangsformen ist<br />

allerdings eine Form<br />

des Kampfes.<br />

MEINE LEIDENSCHAFT FÜR DIE FOTOGRAFIE wurde das erste<br />

Mal geweckt, als ich eine Kamera in der Hand hatte. Mein Vater<br />

war Fotograf, ich erbte <strong>so</strong>zusagen seine Liebe zur <strong>Fotografie</strong>. Mit<br />

16 begann ich, Natur- und Tiermotive aufzunehmen, weil das in<br />

meiner Situation einfach nahe lag. Ich dachte damals, dass es das<br />

beste wäre, die Gelegenheit auszunutzen. Ich habe das Glück,<br />

dass der größte Naturpark Europas direkt vor meiner Haustür liegt.<br />

Der Cabáceno Park liegt 20 Minuten von meiner Heimatstadt<br />

Santander in Kantabrien in Spanien und beherbergt über 100<br />

Tierarten, die sich frei bewegen können. Es ist mein Liebling<strong>so</strong>rt<br />

außerhalb Afrikas, um Tierleben aufzunehmen.<br />

Ich organisiere regelmäßige <strong>Fotografie</strong>-Workshops in Cabáceno<br />

und auf Safaris in Afrika. Die wichtigsten Voraussetzungen für<br />

erfolgreiche Safari-Fotos sind Zeit, Geduld und ein guter Führer,<br />

der die Landschaft und das Verhalten der Tiere kennt. Safaris sind<br />

relativ sicher, man nimmt meistens aus dem Fahrzeug hinaus auf.<br />

Man muss aber trotzdem immer aufpassen. Mit der Zeit lernt man,<br />

wie sich die einzelnen Tierarten bewegen und kann deren<br />

Verhalten im Voraus berechnen.<br />

Trotzdem ist die Natur immer voller Überraschungen, unabhängig<br />

davon, wie erfahren man ist. Auf einer Safaritour in Südafrika<br />

wurde unser Bus einmal von einem ziemlich aggressiven Büffel<br />

angegriffen. Der Führer wollte davon fahren, konnte den Motor<br />

aber nicht anlassen, <strong>so</strong>dass wir mitten in der Natur alleine mit dem<br />

angriffslustigen Büffel waren. Zum Glück war der Bus groß genug,<br />

um uns vor den Büffelattacken zu schützen. Später konnte der<br />

Führer dann das Fahrzeug trotzdem noch starten und wir kamen<br />

heil davon. Wäre das mit einem kleineren Fahrzeug passiert, wäre<br />

die Geschichte wahrscheinlich anders ausgegangen.<br />

Es gibt nichts interessanteres als unter wechselnden<br />

Wetterbedingungen auf einer Safari aufzunehmen. Ich persönlich<br />

liebe es be<strong>so</strong>nders, im Regen zu fotografieren. Das kann eine<br />

fantastische, mystische Stimmung auf dem Bild erzeugen.<br />

Verschiedene Wetterbedingungen ergeben eine große Auswahl an<br />

Resultaten und können <strong>Bilder</strong> vollständig verwandeln. Bei der<br />

Tierfotografie geht es um weit mehr als um das Geschöpf vor dem<br />

Objektiv. Die Umgebung, die Wetter- und Lichtbedingungen, die<br />

Bildkomposition und die Situation sind ebenfalls entscheidend. All<br />

diese Elemente beeinflussen das Ergebnis einer Aufnahme.<br />

Das Licht ist hier das Schlüsselelement. Ich liebe die Resultate,<br />

wenn die Sonne tief steht. Durch das warme Licht werden die<br />

Bildelemente rund um das Tier, der Staub und die Bewegung<br />

hervorgehoben. Das größte Problem, um unter diesen<br />

Lichtverhältnissen aufnehmen zu können, sind die Öffnungszeiten<br />

vieler Parks. Viele der größten Wild- und Nationalparks haben<br />

beschränkte Öffnungszeiten, dies meist nicht den besten<br />

86 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

FÜHRENDE PROFIS AM WERK<br />

MARINA CANO<br />

Bei der Tierfotografie geht es um weit mehr, als um das Tier vor dem<br />

Objektiv. Es geht vor allem um das Licht und die Aufnahmesituation.<br />

Aufnahmezeiten entsprechen. Bei kleineren, private Reservaten<br />

kann oft eine erweiterte Besuchszeit ausgehandelt werden. Einer<br />

meiner Träume ist, während der Nacht, wenn viele Tiere erst<br />

richtig erwachen, in einem Tierpark aufzunehmen.<br />

Mein Erfolgsrezept für gute Tieraufnahmen: je einfacher das Bild,<br />

desto besser das Resultat. Ein Beispiel ist das Bild der beiden<br />

Reiher, die im Flug zusammenstoßen. Dieses Bild wurde bei<br />

bedecktem, grauem Himmel aufgenommen und leicht<br />

überbelichtet, um den Hintergrund weiß wiederzugeben.<br />

Dadurch wurde ein sauberer, heller Abschluss und ein sehr<br />

wirkungsvolles Bild erzeugt. Die besten Aufnahmegelegenheiten<br />

präsentieren sich meist unerwartet, man muss daher vorbereitet<br />

sein, um sie optimal ausnutzen zu können.<br />

Ein Beispiel dafür ist die Aufnahme der vier Watussirinder, die<br />

direkt in die Kamera schauen. Dieses Bild wurde an einem sehr<br />

regnerischen Tag aufgenommen. Die Watussirinder hatten in<br />

einer kleinen Scheune Zuflucht gesucht. Nur ihre Köpfe ragen<br />

aus dem Dunkeln. Diese Aufnahmesituation mit den<br />

symmetrisch angeordneten Hörnern dauerte nur wenige<br />

Sekunden. Es erfreut mich, das ich die Gelegenheit ergreifen<br />

konnte.<br />

Fotosafaris erfordern be<strong>so</strong>ndere Voraussetzungen. Eine gute<br />

Ausrüstung ist hilfreich, das wichtigste sind aber die<br />

Tierkenntnisse und ein gutes Auge für schöne <strong>Bilder</strong>. Ein gutes<br />

Zoom-Objektiv ist wichtig, da man oft nicht <strong>so</strong> nahe an die Tiere<br />

herankommt, wie man gerne möchte. Je schneller das Objektiv,<br />

OBEN LINKS:<br />

Watussirinder<br />

nehmen Zuflucht vor<br />

dem Regen in<br />

Cabárceno, Spanien<br />

– ein einmaliges Bild.<br />

OBEN RECHTS:<br />

Augenkontakt mit<br />

einem männlichen<br />

Gorilla. Sein Blick ist<br />

ausdrucksstark und<br />

schön .<br />

UNTEN LINKS: Der<br />

Rüssel dieses<br />

Elefantenjungen in<br />

Masai Mara, Kenya,<br />

scheint aus der<br />

Mutter zu kommen,<br />

befindet sich aber<br />

hinter ihr.<br />

UNTEN RECHTS:<br />

Kuhreiher füttern in<br />

der Luft. Aufnahme<br />

mit High Key in<br />

Cabárceno, Spanien.<br />

desto besser, da man oft bei schwachen Lichtverhältnissen<br />

aufnimmt. Ich benutze im Moment eine EOS-1D Mk IV-Kamera<br />

von Canon und ein EF 100 bis 400 Millimeter f/4.5 bis<br />

5.6L-Objektiv von Canon als Hauptobjektiv für Tieraufnahmen.<br />

Aber ich nehme auch gerne mit Weitwinkelobjektiven auf. Ich<br />

konzentriere mich vor allem auf ungefährliche Tiere wie Zebras<br />

und Giraffen. Bis jetzt traue ich mich nicht, mich einem Löwen<br />

anzunähern. Für mich sind die wichtigsten Instrumente des<br />

Fotografen die Augen und das Gehirn. Ein gutes Bild ist das<br />

Resultat des Wissens, der Erfahrung und den Kenntnissen von<br />

<strong>Fotografie</strong> und Ästhetik des Fotografen. Diese Dinge sind<br />

wichtiger als ein teures Profi-Objektiv.<br />

Eine meiner Lieblingstierarten zum <strong>Fotografie</strong>ren sind Zebras.<br />

Ich finde sie sehr anziehend. Außerdem bin ich verrückt nach<br />

Elefanten, diesen erstaunlichen und majestätischen Geschöpfen.<br />

Ich bin sehr glücklich darüber, beruflich meiner<br />

Lieblingsbeschäftigung nachgehen zu können. Ich organisiere<br />

das ganze Jahr über <strong>Fotografie</strong>-Workshops und Fotosafaris in<br />

Spanien und Afrika. Im Moment arbeite ich außerdem an einer<br />

neuen Webseite für Natur- und Tierfotografen, bin daran, ein<br />

neues Buch zu schreiben und plane im nächsten Jahr eine<br />

Ausstellung in London. Ich bin al<strong>so</strong> sehr beschäftigt! Wilde Tiere<br />

sind meine Leidenschaft und ich bin glücklich, <strong>so</strong>lange ich<br />

Zeugin von deren Schönheit sein kann.”<br />

Weitere Information über die Arbeit von Marina Cano unter<br />

www.marinacano.com<br />

88 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


DIESES BILD:<br />

„Eines meiner<br />

Lieblingsbilder. Es wurde in<br />

Amboseli, in Kenya<br />

aufgenommen. Die<br />

Elefanten baden im Staub,<br />

um sich vor Insekten zu<br />

schützen und ähneln<br />

dadurch mythologischen<br />

Kreaturen.“


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

LICHT!<br />

KAMERA!<br />

AKTION!<br />

JAY MAIDMENT IST STANDFOTOGRAF BEI HOLLYWOOD-BLOCKBUSTERN.<br />

ER WEISS ALSO WORUM ES GEHT, WENN MAN SICH MITTEN IM FILM<br />

BEFINDET. CAROLINE WILINSON HAT MIT IHM ÜBER DAS LEBEN HINTER DEN<br />

KULISSEN GESPROCHEN.


„Explosionen wie<br />

diese in „Captain<br />

America: The First<br />

Avenger“ sind<br />

schwierig zu<br />

belichten. Ich<br />

benutze daher einen<br />

Lichtmesser und<br />

belichte mit<br />

Umgebungslicht.”


Spitzen<br />

<strong>Fotografie</strong><br />

Jay Maidment<br />

1<br />

2<br />

4 5<br />

3<br />

Vom antiken Griechenland zu den 1940-er Jahren,<br />

von übernatürlichen Erscheinungen zu Superhelden,<br />

von 3-D-Grafiken zum britischen Geheimdienst –<br />

Jay Maidment hat alles bereits gesehen und<br />

aufgenommen. Sowohl auf Gletscherbergen, in den<br />

Tiefen der Highlands, als auch in den Shepperton<br />

Studios muss Jay Maidment anspruchsvolle Aktion, Emotionen und<br />

unvergessliche Momente aufnehmen, um die Zuschauer in die Kinos<br />

zu locken. Seine Arbeitgeber bei teuren Großprojekt-Blockbustern<br />

haben natürlich hohe Erwartungen. Der Standfotograf muss beim<br />

Aufnehmen hinter den Absperrungen bleiben und oft mit einer<br />

ungeheuren Genauigkeit und Schnelligkeit aufnehmen.<br />

Bei seinem ehrgeizigen Aufstieg von Fernsehkomödien bei Granada TV<br />

in die Filmindustrie war er zur rechten Zeit am rechten Ort. „Ich hatte<br />

das vor allem einem Treffen mit Standfotograf Keith Hamshire, der in<br />

verschiedenen James-Bond-Filmen aufgenommen hat, zu verdanken.<br />

Ich wurde ursprünglich zu einem Vorstellungsgespräch als zweiter<br />

Studiofotograf für „Der Morgen stirbt nie“ eingeladen, bekam letztlich<br />

aber den Job von Keith Hamshire, während dieser mit „Star Wars : Die<br />

dunkle Bedrohung“ beschäftigt war. Ich musste am Anfang <strong>so</strong>zusagen<br />

ins kalte Wasser springen. An meinem ersten Tag musste ich eine<br />

Kampfszene mit herumfliegenden Glassplittern aufnehmen, bei der die<br />

Special-Effects plötzlich ausgingen und Pierce Brosnan durch ein<br />

Fenster geworfen wurde. Es war ziemlich nervenaufreibend.<br />

Fernsehserien sind eindeutig nicht in der gleichen Liga.“<br />

Neben dem schnelleren Arbeitstempo und den riesigen Teams mit all<br />

seinen Kameras ist der Hauptunterschied zwischen dem Fernsehen<br />

und Filmen der Stil der Standbilder: Die <strong>Bilder</strong> fürs Fernsehen werden<br />

meist inszeniert. Beim Film wird mit laufenden Kameras<br />

aufgenommen und die Resultate und die Leistung der Schauspieler<br />

sind in neun von zehn Fällen einmalig. Man muss al<strong>so</strong> die Stimmung<br />

des Filmes, den man vermarkten will, wirkungsvoll einfangen. In<br />

bestimmten Fällen, wenn es sich um eine Schlüsselszene handelt, die<br />

wegen dem Aufnahmeort schwierig festzuhalten ist, wird manchmal<br />

eine kurze Pause von 20 bis 30 Sekunden für den Standfotografen<br />

eingelegt, bevor die Dreharbeiten weitergehen. Standfotografen sind<br />

ein wichtiger Teil bei der Vermarktung des Films, ohne selbst aber Teil<br />

6<br />

des Films zu sein. Es geht al<strong>so</strong> darum, <strong>so</strong> schnell und diskret wie<br />

möglich aufzunehmen. Das Schöne bei der Arbeit mit einer Film-Crew<br />

ist, dass jeder seine Aufgabe hat, sich alle aber gegenseitig<br />

unterstützen. Gewisse Solidarität ist für den Standfotografen wichtig,<br />

da er manchmal sprichwörtlich unter der Achsel des Kameramannes<br />

aufnehmen muss.<br />

Jay Maidment arbeitet mit einer D3s- und D700-Kamera von Nikon<br />

und schnellen Zoom-Objektiven wie dem 24 bis 70 Millimeter- und<br />

dem 70 bis 200 Millimeter f/2.8-Objektiv wegen deren vielfältigen<br />

Anwendungsbereichen und der hohen Lichtempfindlichkeit bei<br />

Filmaufnahmen mit schwachem Umgebungslicht. „Manchmal bist du<br />

plötzlich in einem Raum mit minimalen Lichtbedingungen<br />

eingeschlossen und die Ausrüstungstasche ist draußen. Dann kann<br />

das Objektiv nicht gewechselt werden und wenn man kein Zoom<br />

dabei hat, hat man vielleicht ein wichtiges Szenenbild verloren.“<br />

James Maidments <strong>Bilder</strong> werden für verschiedene Zwecke eingesetzt.<br />

Sie erscheinen auf Werbematerial, Postern, DVD-Covern und<br />

Presse-Paketen bis hin zu Productplacements. Aufnahmen hinter der<br />

Kulisse, bei denen man den Regisseur bei der Arbeit sieht, dienen für<br />

Beiträge über den Film in Medien wie dem „American<br />

Cinematographer“-Magazin. Währenddessen er sich darauf<br />

konzentriert, Porträts der Besetzung und Hinter-der-Kulisse-<strong>Bilder</strong><br />

1)Bei den Dreharbeiten<br />

von „Hereafter – Das Leben<br />

danach“, spielte Clint<br />

Eastwood, der selbst<br />

immer noch auf Filme<br />

aufnimmt, mit einer EOS<br />

7D herum. Ich konnte nicht<br />

widerstehen, ihn beim<br />

Benutzen dieser<br />

Hightech-Kamera<br />

aufzunehmen.<br />

2) „Centurion“ wurde bei<br />

extremer Kälte in den<br />

schottischen Highlands<br />

aufgenommen.<br />

3) Die Arbeit mit James-<br />

Bond-Filmen ist ein<br />

zweischneidiges Schwert.<br />

Es ist zwar eine großartige<br />

Referenz, bedeutet aber,<br />

dass kleinere, unabhängige<br />

Produzenten einen nicht<br />

zur Kenntnis nehmen<br />

werden.<br />

4) Ich habe in zwei<br />

Gelegenheiten zwischen<br />

den Takes Porträts aller<br />

Schauspieler von „Casino<br />

Royale“ aufgenommen.<br />

5) Ich nahm zwar nicht den<br />

gesamten „Hellboy“-Film<br />

auf, hatte aber eine<br />

wichtige Porträtsession.<br />

6) Diese Aufnahme wurde<br />

in den Shepperton Studios<br />

für den „Zorn der Titanen“<br />

aufgenommen.<br />

7) Auf diesem Poster kam<br />

mein Standbild zum<br />

Einsatz.<br />

92 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


8<br />

aufzunehmen, wird er manchmal auch für Poster gebraucht. Die<br />

Schauspieler werden im Unterschied zu den alten Tagen Hollywoods<br />

von einem Star-Fotografen bei inszenierten Aufnahmesituationen und<br />

einem grauen Hintergrund für die digitale Nachbearbeitung<br />

aufgenommen. Dreidimensionale Aufnahmen gehören eben<strong>so</strong> zum<br />

Arbeitsgebiet von Jay Maidment, und er muss auch Standaufnahmen<br />

von Schauspielern, die vor einem grünen Bildschirm gegen Monster<br />

kämpfen festhalten.<br />

Die Erfahrung bei den Dreharbeiten mit <strong>so</strong> vielen berühmten Streifen<br />

haben bei James viele angenehme Erinnerungen hinterlassen, die<br />

Zusammenarbeit mit Clint Eastwood ist eine davon. „Das war eine<br />

Lehrstunde im Filmemachen. Die Drehszene war ruhig, er nickte nur<br />

mit dem Kopf, anstatt herum zu schreien und sprach sehr ruhig mit<br />

den Schauspielern. Er erwartete von allen, dass sie ihre Arbeit<br />

möglichst gut machten und brauchte meist nur zwei Takes von einer<br />

Aufnahmeszene. Es ist eindrücklich, ihn beim Arbeiten zuzusehen.<br />

„Casino Royale“ war großartig, weil wir viel herum reisten. Für mich<br />

war dies der erste James-Bond-Film, bei dem ich während den<br />

gesamten Dreharbeiten eingesetzt wurde. Der Hauptdrehort war die<br />

„AN MEINEM ERSTEN TAG MUSSTE ICH EINE<br />

KAMPFSZENE MIT HERUMFLIEGENDEN<br />

GLASSPLITTERN AUFNEHMEN, BEI DER DIE<br />

SPECIAL-EFFECTS PLÖTZLICH AUSGINGEN UND<br />

PIERCE BROSNAN DURCH EIN FENSTER<br />

GEWORFEN WURDE.“<br />

Tschechische Republik, wir nahmen aber auch in den Bahamas, in<br />

Italien und den 007-Aufnahmestudios in den Pinewood-Studios auf.<br />

„Der Wolkenatlas“ war ein weiterer Höhepunkt später im gleichen Jahr,<br />

weil wir Szenen aus verschiedensten Zeitepochen von 1800 bis in die<br />

Zukunft mit verschiedensten Kostümen aufnahmen. Dieser Film war<br />

sehr vielseitig und hatte auch seine dramatischen Szenen.<br />

Die Filmindustrie hat, seit ich dort zu arbeiten begonnen habe, einen<br />

großen Wandel durchgemacht. Es wird immer schwieriger, dort<br />

hereinzukommen. Ich kann nur empfehlen, was ich selbst getan habe,<br />

nämlich das Dossier an verschiedene Produktionsunternehmen zu<br />

versenden und versuchen, möglichst viel von Standaufnahmen zu<br />

lernen. Es gibt Leute, die denken, diese Arbeit wäre vergleichbar mit<br />

einem Paparazzi, das trifft aber überhaupt nicht zu.<br />

Weitere Informationen über die Arbeit von Jay Maidment auf:<br />

www.jaymaidment.com.<br />

8)„Stuntszenen wie<br />

diese bieten meist nur<br />

eine einmalige<br />

Aufnahmegelegenheit.<br />

Um<br />

sicherzustellen, dass<br />

ich das benötigte Bild<br />

auch bekomme,<br />

benutze ich zwei<br />

Kameras. Eine halte<br />

ich selbst und die<br />

andere wird auf einem<br />

Stativ ferngesteuert<br />

und ist auf<br />

mindestens 1/400<br />

Sekunde und<br />

Serienbildaufnahme<br />

eingestellt.”<br />

7<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE 93


JETZT IM HANDEL<br />

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BILD: Lee FroST<br />

Landschaftsaufnahmen<br />

So gelingen sie ...<br />

Die großartigen Landschaften Nordeuropas haben Fotografen viel zu bieten. Nahezu überall finden<br />

sich unglaubliche Aussichten und interessante Motive. In diesem ersten Teile unser Serie über<br />

Landschaftsfotografie zeigen wir Ihnen, wie eine Landschaft fotogen gemacht wird.


Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Bereit für tolle Aufnahmen im Freien?<br />

Bei der Landschaftsfotografie ist man oft stundenlang draußen in der Natur. Um dieses Erlebnis<br />

möglichst erfolgreich und angenehm zu gestalten, lohnt es sich, sich richtig vorzubereiten.<br />

ISTOCKPHOTO<br />

ISTOCKPHOTO<br />

Forschen und Planen<br />

Gute Landschaftsbilder sind selten ein<br />

Resultat des Zufalls. Die besten <strong>Bilder</strong><br />

sind das Ergebnis einer <strong>so</strong>rgfältigen<br />

Planung und Durchführung. Als erstes<br />

<strong>so</strong>llte der Aufnahmeort gewählt und<br />

zuvor besucht werden. Verschiedene<br />

mögliche Bildwinkel und<br />

unterschiedliche Kompositionen <strong>so</strong>llten<br />

vorher ausprobiert werden. Handelt es<br />

sich um einen Aufnahmeort an der<br />

Küste, darf man die Gezeiten bei der<br />

Planung nicht vergessen. Einer der<br />

wichtigsten Faktoren, die berücksichtigt<br />

werden müssen, ist das Licht. Bietet<br />

sich der Aufnahmeort eher für eine<br />

Morgen- oder für eine Abendaufnahme?<br />

Ein Sonnenberechnungsprogramm wie<br />

The Photographer’s Ephemeris (http://<br />

photomeris.com) hilft dabei, die<br />

Richtung des Lichts an verschiedenen<br />

Tageszeiten zu berechnen. Auch die<br />

Wetterbedingungen müssen<br />

berücksichtigt werden. Um die<br />

Erfolgschancen bei einer Aufnahme zu<br />

optimieren, <strong>so</strong>llten die Wetterprognosen<br />

beachtet werden.<br />

Die richtige Bekleidung<br />

Ein unerwarteter Wetterwechsel kann<br />

den Aufnahmetag ruinieren. Es ist daher<br />

wichtig, immer die richtigen Kleider<br />

dabei zu haben. Wenn es kalt oder nass<br />

ist, empfehlen sich mehrere Schichten,<br />

die je nachdem an- und ausgezogen<br />

werden können. Die äußerste Schicht<br />

<strong>so</strong>llte in diesem Fall natürlich wasserund<br />

windfest sein. Die Marken Berghaus<br />

und Paramo haben tolle Angebote an<br />

Wind- und Regenjacken. Ein Hut hilft<br />

dabei, den Verlust an Körperwärme bei<br />

niedrigen Temperaturen zu vermeiden.<br />

Fingerhandschuhe halten die Finger<br />

warm, währenddem die Kamera bedient<br />

wird. Bei manchen Spezialhandschuhen,<br />

zum Beispiel jenen der Marke Matin,<br />

können die Fingerspitzen im<br />

entscheidenden Moment abgenommen<br />

werden. Dicke Wanderstiefel eignen sich<br />

<strong>so</strong>wohl für steiniges und unwegsames<br />

Gelände als auch für Strände und<br />

Sumpfland, wo sie es erlauben, im<br />

Wasser zu stehen, ohne nasse Füße zu<br />

bekommen. Die besten Wanderstiefel<br />

haben ein Neopren-Innenfutter.<br />

Der Stativeinsatz<br />

Stative sind ein wenig sperrig, um sie<br />

ständig mit sich herumzutragen. Seriöse<br />

Landschaftsfotografen haben aber immer<br />

eines dabei, denn es sichert die Kontrolle<br />

über die Kamera während der Aufnahme.<br />

Lange Verschlusszeiten und niedrige<br />

ISO-Empfindlichkeit sind mit dem Stativ<br />

keine Probleme mehr. Das Stativ erlaubt<br />

außerdem eine präzisere und einfachere<br />

Bildkomposition, erleichtert den Einsatz<br />

von Graufiltern, optimiert die<br />

Tiefenschärfe und hält die<br />

Kameraposition, bis die richtigen<br />

Lichtverhältnisse erreicht werden.<br />

Mittelgroße Modelle aus Carbonfasern wie<br />

das 190CXPRO3 oder das 055CXPRO4<br />

von Manfrotto sind <strong>so</strong>wohl leicht als auch<br />

stabil und <strong>so</strong>gar für schwere Profi-<br />

Spiegelreflexkameras geeignet. Ist das<br />

Budget beschränkt, kann man sich auch<br />

für ein Alu-Stativ entscheiden. Ein guter<br />

Stativkopf ist ebenfalls gefragt. Kugelköpfe<br />

werden immer beliebter. Hier empfehlen<br />

sich zum Beispiel das Modell MH1312-<br />

652 von Giotto oder die Kugelköpfe<br />

498RC2 und 327RC2 von Manfrotto.<br />

Stative mit Kugelkopf<br />

<strong>so</strong>rgen für eine bessere<br />

Stabilität auf unebenem<br />

Gelände.Meist wünscht man<br />

sich gute Wetterbedingungen<br />

für Landschaftsbilder, aber<br />

auch dunkle, stürmische Tage<br />

haben ihren Reiz.<br />

Die Wahl des Objektives<br />

Das Objektiv ist eines der wichtigsten Elemente der<br />

Fotoausrüstung. Es wird empfohlen, sich ein Kit<br />

zusammenzustellen, der den persönlichen<br />

Bedürfnissen bei Landschaftsaufnahmen entspricht,<br />

aber leicht genug ist, um ihn den ganzen Tag mit sich<br />

herumzutragen. Zum Glück ist dies nicht allzu<br />

schwierig. Die Wahl der Kamera ist bis zu einem<br />

gewissen Punkt unwichtig. Es gibt keine schlechten<br />

digitalen Spiegelreflexkameras mehr. Der Schlüssel<br />

für kreative und erfolgreiche Aufnahmen liegt in den<br />

eingesetzten Objektiven. Wird im Vollformat<br />

aufgenommen, empfehlen sich drei Zoomobjektive<br />

zwischen 17 bis 200/300 Millimeter und für APS-C<br />

ein 10- bis 200 Millimeter-Objektiv.<br />

Weitwinkelobjektive und Weitwinkelzoomobjektive<br />

sind für Landschaften besser geeignet als<br />

Teleobjektive. Sie sind aber auch anfällig auf<br />

Bildfehler wie die Lichtbeugung. Es lohnt sich al<strong>so</strong>,<br />

in ein hochwertiges Modell zu investieren. Die besten<br />

Kandidaten für Vollformataufnahmen sind die<br />

Modelle 17 bis 40 Millimeter f/4 und 16 bis 35<br />

Millimeter f/2.8L Mk II von Canon und 14 bis 24<br />

Millimeter f/2.8 G, 16 bis 35 Millimeter f/4 G und 17<br />

bis 55 Millimeter f/2.8 G von Nikon. Als APS-C-<br />

Sen<strong>so</strong>ren empfehlen sich die Modelle 10 bis 24<br />

Millimeter f/3.5 bis 4.5 G und 12 bis 24 Millimeter<br />

f/4 G von Nikon, 10 bis 22 Millimeter f/3.5 bis 4.5<br />

von Canon und 10 bis 20 Millimeter f/3.5 und 12<br />

bis 24 Millimeter f/4.5 bis 5.6 von Sigma.<br />

ADAM BURTON<br />

96 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


adam burton<br />

Filter <strong>so</strong>llte man immer dabei haben.<br />

Filter gehören zur Grundausrüstung für<br />

Landschaftsaufnahmen. Ein Polfilter hilft dabei,<br />

blendlichter und reflexe zu reduzieren und bei<br />

<strong>so</strong>nnigem Wetter klare und betonte Himmel<br />

hervorzubringen. Graufilter sind ebenfalls ein<br />

muss, um die Landschaft und den Himmel<br />

erfolgreich im selben bildausschnitt zu belichten.<br />

Sie ermöglichen es, den Farbton des Himmels zu<br />

senken, <strong>so</strong>dass er die gleiche Helligkeit wie die<br />

Landschaft bekommt. bezüglich der Lichtdichte<br />

werden meistens 0,6- und 0,9-Filter verwendet,<br />

wobei harte Filter eine stärkere Wirkung haben als<br />

weiche. Solide Graufilter sind handlich, um die<br />

Verschlusszeit zu verlängern. Zum beispiel wenn<br />

Wasserbewegungen aufgenommen werden <strong>so</strong>llen.<br />

Eine Lichtdichte von 0,6 verstärkt die belichtung<br />

um zwei Lichtwertstufen. Eine Lichtdichte von 0,9<br />

verstärkt die belichtung um drei Lichtwertstufen.<br />

Eine Lichtdichte von 1,2 verstärkt die belichtung<br />

um vier Lichtwertstufen. Für weitere bildeffekte<br />

durch sehr lange belichtungszeiten lohnt es sich, in<br />

ein Graufilter mit zehn Lichtwertstufen wie den the<br />

big Stopper-, b+W 3.0 nd- oder Hitech Pro<br />

Stop-Filter zu investieren (siehe Foto-budget auf<br />

Seite 61). diese Graufilter erlauben es,<br />

bewegungen im meer, im Himmel, in Flüssen und<br />

bäumen bei tageslicht während mehreren<br />

minuten zu belichten. die resultate sind<br />

beeindruckend. Wer einmal mit dieser technik<br />

angefangen hat, wird schnell süchtig davon.<br />

roSS HoddInott<br />

tIPPS Von<br />

Ross Hoddinott<br />

„nicht zu früh aufgeben.“ nach<br />

einem gescheiterten beginn<br />

oder einem langen tag im<br />

Freien, denkt man schnell, es<br />

lohne sich nicht mehr, weiterzumachen.<br />

In dieser Situation ist Geduld und<br />

ausdauer gefragt! „Ich selbst habe diesen<br />

Fehler oft genug gemacht und glaubte,<br />

dass die Wolken sich nicht mehr auflösen<br />

würden und es nichts mehr aufzunehmen<br />

gäbe, um auf dem Heimweg von einem<br />

wunderbaren Sonnenuntergang<br />

überrascht zu werden. Es gibt nichts<br />

Frustrierenderes, als eine große<br />

Gelegenheit verpasst zu haben, weil man<br />

nicht länger gewartet hat. die<br />

Wetterbedingungen können erstaunlich<br />

schnell wechseln und ganz plötzlich<br />

wunderbare Lichtverhältnisse hervorrufen.<br />

die Wolken brechen manchmal auf und<br />

das motiv wird in Lichtstrahlen gebadet.<br />

Wenn man schon den weiten Weg auf sich<br />

genommen hat, <strong>so</strong>llte man ganz sicher<br />

sein, das nichts mehr zu machen ist, bevor<br />

man wieder heimfährt. die wirklich<br />

magischen momente erscheinen meist<br />

kurz und unerwartet.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – uPdatE 97


Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Die wichtigsten Regeln<br />

Eine gute Bildkomposition ist der Schlüssel für tolle <strong>Bilder</strong>. Eine der wichtigsten Entscheidungen eines<br />

Landschaftsfotografen besteht darin, die Bildelemente möglichst passend auszuwählen und möglichst<br />

wirksam in die Bildkomposition aufzunehmen.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Interessante Vordergründe<br />

Interessante Vordergründe sind oft das wichtigste Element, um erfolgreich Tiefe im Bild zu schaffen. Dazu<br />

kann grundsätzlich fast alles verwendet werden, von Felsen über Lichtreflexe und Pflanzen bis hin zu einem<br />

gewundenen Pfad. Der Vordergrund <strong>so</strong>llte zum Motiv passen, als logischen Blickfang ins Bild dienen, das<br />

Auge über die Komposition führen und den Bildmaßstab betonen. Der Vordergrund <strong>so</strong>llte al<strong>so</strong> <strong>so</strong> gewählt<br />

werden, dass er die Ausdruckskraft der Aufnahme verstärkt. Es empfiehlt sich oft, ein Weitwinkelobjektiv im<br />

Bereich von 17 bis 35 Millimeter zu wählen, da weite Blickwinkel es ermöglichen, die Perspektive zu<br />

strecken und nahe Objekte zu vergrößern. Die Höhe der Kamera hat hier manchmal ebenfalls einen großen<br />

Einfluss. Ist der Blickwinkel zu hoch, kann die mittlere Distanz leer und uninteressant wirken. Ein tiefer<br />

Bildwinkel ist meist die beste Lösung und erzielt dramatischere Resultate. Um das gesamte Motiv genug<br />

scharf zu bekommen, braucht man eine weite Tiefenschärfe. Dafür <strong>so</strong>llte <strong>so</strong>rgfältig fokussiert werden und<br />

eine kleine Blende im Bereich von f/16 gewählt werden.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Die Drittel-Regel<br />

Eine der nützlichsten Regeln zur<br />

Bildkomposition ist die Drittel-Regel.<br />

Sie besteht darin, das Motiv durch zwei<br />

waagrechte und zwei senkrechte<br />

Linien in neun gleichgroße Teile zu<br />

teilen. Die Bildelemente <strong>so</strong>llten<br />

möglichst in die verschiedenen<br />

Bereiche verteilt werden. Der Horizont<br />

kann zum Beispiel auf einer der<br />

waagrechten Linien platziert werden.<br />

Ein Drittel Himmel und zwei Drittel<br />

Landschaft versprechen meist ein<br />

harmonisches Verhältnis. Ist der<br />

Himmel be<strong>so</strong>nders ausdrucksstark,<br />

kann man diese Proportion auch<br />

umkehren. Die Punkte, an denen sich<br />

die Linien kreuzen sind be<strong>so</strong>nders<br />

ausdrucksstark. Wenn man die<br />

Bildelemente al<strong>so</strong> dort platziert, wo<br />

sich die Linien überschneiden, erzeugt<br />

dies eine ausgeglichenere<br />

Bildkomposition. Es gibt Fotografen,<br />

die die Drittel-Regel klischeehaft<br />

finden. Sie funktioniert aber meistens<br />

und gelungene Landschaftsaufnahmen<br />

bestätigen dies. Viele<br />

Spiegelreflexkameras verfügen über<br />

eine Gitternetz-Funktion, die im Sucher<br />

oder dem Monitor über das Bild gelegt<br />

werden kann.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

ROSS HODDINOTT<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Es lohnt sich, die Regeln manchmal zu brechen<br />

und selbst auszuprobieren!<br />

Diese Regeln <strong>so</strong>llen als Hilfe dienen, man muss sich<br />

aber nicht unbedingt daran halten, um gelungene<br />

Aufnahmen zu machen. Bei der <strong>Fotografie</strong> sind der<br />

eigene Stil und kreative Ausdrucksformen<br />

ausschlaggebend, es empfiehlt sich daher, selbst ein<br />

wenig herumzuexperimentieren. Bei gewissen Motiven<br />

passt ein zentraler Horizont hervorragend, vor allem<br />

wenn sich der Himmel im Wasser spiegelt, wird ein<br />

Ausdruck von Symmetrie erzeugt. Mit ein wenig<br />

Erfahrung folgt man bei der Bildkomposition am besten<br />

seinem eigenen Instinkt.<br />

Führungslinien<br />

Führungslinien helfen dabei, den Blick durch den<br />

Bildausschnitt zu leiten. Landschaften sind voller<br />

Linien: Wege, Straßen, Gletscherspalten, Hecken,<br />

Flüsse und Küstenlinien. Auch selbst geschaffene<br />

Linien wie eine Reihe von Objekten, zum Beispiel<br />

Steine, können eingesetzt werden. Ein<br />

Weitwinkelobjektiv streckt und verstärkt die Wirkung<br />

von Linien und Winkeln. Die größte Wirkung wird<br />

erzielt, wenn die Linien diagonal über das Bild<br />

verlaufen. Diagonale Linien sind be<strong>so</strong>nders<br />

dynamisch, stärken die Tiefe und führen den Blick auf<br />

natürliche Weise von links nach rechts über das Bild.<br />

Ungerade Zahlen<br />

Die Regel der ungeraden Zahlen ist<br />

zwar weniger bekannt, ist aber<br />

trotzdem eine nützliche Orientierung<br />

bei der Verteilung der Bildelemente in<br />

der Bildkomposition. Ungerade Zahlen<br />

haben in einer Bildkomposition eine<br />

stärkere ästhetische Wirkung wie<br />

gerade Zahlen. Wenn man zum<br />

Beispiel eine Reihe von Bäumen auf<br />

einem Hügel aufnimmt, ist es besser<br />

einen, drei oder fünf Bäume<br />

hervorzuheben als zwei oder vier<br />

Bäume. Bildelemente in ungeraden<br />

Zahlen schaffen einen natürlichen<br />

Ausdruck. Dadurch wird immer ein<br />

zentrales Motiv geschaffen. Drei ist eine<br />

be<strong>so</strong>nders ausdrucksstarke Zahl und<br />

die Elemente können auf einer Linie<br />

oder im Dreieck platziert werden. Wer<br />

noch nicht ganz überzeugt ist, <strong>so</strong>llte<br />

diese Regel am besten selbst<br />

ausprobieren.<br />

98 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Bildelemente in ungeraden Zahlen<br />

Die Regel der ungeraden Zahlen ist<br />

einfach: ein, drei oder fünf Objekte sehen<br />

besser aus als zwei oder vier.<br />

adam burton<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – uPdatE 99


Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Gebräuchliche Probleme und deren Lösung<br />

Trotz den großartigen Vorteilen von digitalen Aufnahmen, hat diese Technik auch ihre Probleme, die man meistern muss, um hochwertige<br />

<strong>Bilder</strong> hervorzubringen. In folgendem Beitrag findet man die gebräuchlichsten Probleme bei der Landschaftsfotografie und deren Lösung.<br />

Reflexlicht<br />

Reflexlichter werden erzeugt, wenn die<br />

Sonne in den Objektivlinsen reflektiert wird<br />

und führen zu einem Kontrastverlust und<br />

Streifen oder Muster auf dem Bild. Sie<br />

treten vor allem auf, wenn man direkt in die<br />

Sonne aufnimmt oder sich diese gerade<br />

noch außerhalb des Bildausscnittes<br />

befindet. Um das Risiko von Lichtreflexen<br />

zu reduzieren, <strong>so</strong>llten Objektive und Filter<br />

sauber sein. Eine Objektivblende oder eine<br />

Spielkarte können dann eingesetzt werden,<br />

wenn sich die Sonne gerade noch<br />

außerhalb der Aufnahme befindet und<br />

Reflexlichter verhindert werden <strong>so</strong>llen.<br />

Lichtbeugung<br />

Bei der Wahl einer be<strong>so</strong>nders kleinen<br />

Blende beugen sich manche der<br />

Lichtstrahlen und werden zerstreut <strong>so</strong>bald<br />

sie durch die Iris dringen. Dieser Effekt<br />

heißt Lichtbeugung und führt zu einem<br />

Verlust an Schärfe. Je kleiner die Blende,<br />

desto stärker die Lichtbeugung. Teurere<br />

Zooms reduzieren das Problem der<br />

Lichtbeugung, aber auch die beste<br />

Ausrüstung kann es nicht ganz aus dem<br />

Weg schaffen. Daher <strong>so</strong>llten kleinere<br />

Blendeneinstellungen als f/16 möglichst<br />

vermieden werden.<br />

LEE FROST LEE FROST LEE FROST<br />

ADAM BURTON<br />

Linsenvignetierung/Helligkeitsabfall<br />

an den Bildrändern<br />

Sind die Ecken und Ränder der <strong>Bilder</strong><br />

dunkler als der Rest, leiden sie an<br />

Linsenvignetierung. Dies kann durch Filter<br />

oder optische Probleme hervorgerufen<br />

werden. Weitwinkelobjektive sind am<br />

anfälligsten für Linsenvignetierung. Das<br />

Problem kann dadurch behoben werden,<br />

indem der Filter entfernt oder eine kleinere<br />

Blende gewählt wird. Auch in der<br />

Nachbearbeitung kann dieses Phänomen<br />

beseitigt werden (die meisten<br />

Softwarepakete beinhalten ein Werkzeug,<br />

um die Ecken und Ränder aufzuhellen).<br />

Verwackeln<br />

Bewegt sich die Kamera während der Belichtung<br />

auch nur ganz wenig, ist das Ergebnis ein<br />

unscharfes Bild. Dies kann folgende Ursachen<br />

haben: Meist werden die Aufnahmen verwackelt,<br />

wenn die Kamera in der Hand gehalten wird und<br />

die Verschlusszeit zu lang ist. Das Bild kann aber<br />

auch mit der auf dem Stativ montierten Kamera<br />

verwackelt werden. Dies passiert durch den<br />

Spiegelschlag beim Auslösen, Vibrationen beim<br />

Auslösen ohne Fernbedienung, windigem Wetter,<br />

oder wenn man aus Versehen ans Stativ kommt.<br />

Wenn man vergisst, die Bildstabilisationsfunktion<br />

der Kamera auszuschalten, kann Bildrauschen<br />

entstehen. Zum Glück kann man Verwackeln<br />

einfach vermeiden. Wenn die Kamera in der Hand<br />

gehalten wird, <strong>so</strong>llte eine Verschlusszeit gewählt<br />

werden, die zur Brennweite passt (1/250 Sekunden<br />

bei 200 Millimeter zum Beispiel). Ein stabiler Stand<br />

und ein sanftes Drücken des Auslösers sind weitere<br />

Maßnahmen, die das Risiko der Verwacklung<br />

reduzieren. Beim Stativeinsatz <strong>so</strong>llte zuerst nur die<br />

unterste Höhe benutzt werden und das Stativ nur<br />

erhöht werden, wenn dies unbedingt nötig ist. Bei<br />

starkem Wind kann das Stativ mit dem Körper<br />

abgeschirmt werden. Man kann auch den<br />

Rucksack mit der Ausrüstung am Stativ befestigen.<br />

Es wird dadurch schwerer und stabiler. Und die<br />

Aufnahme <strong>so</strong>llte mit einer Fernbedienung ausgelöst<br />

werden. Es kann auch ein Spiegelvorauslöser<br />

eingesetzt werden. Werden die genannten<br />

Vorsichtsmaßnahmen getroffen, <strong>so</strong>llte dies aber<br />

nicht nötig sein.<br />

100 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


LEE FROST<br />

Bildschärfe<br />

Es macht keinen Sinn, ein kleines<br />

Vermögen in High-Re<strong>so</strong>lution-<br />

Spiegelreflexkameras und<br />

Top-Objektive zu investieren, wenn<br />

man sie nicht voll ausnutzt. Das<br />

wichtigste ist deren Reinigung.<br />

Schmutzige, staubige und<br />

verschmierte Objektive und Filter<br />

machen die <strong>Bilder</strong> unscharf, sie<br />

<strong>so</strong>llten daher strahlend sauber<br />

gehalten werden. Verkratzte Filter<br />

sind ein weiterer Grund für<br />

unscharfe Aufnahmen. Wenn man<br />

70 Euro für einen Graufilter<br />

ausgegeben hat und dieser<br />

verkratzt ist, kann er die Bildqualität<br />

vielleicht um 700 Euro reduzieren<br />

und <strong>so</strong>llte daher besser ersetzt<br />

werden.<br />

Es gibt auch technische Tricks, um<br />

die Schärfe zu verbessern. In der<br />

Landschaftsfotografie wird meist<br />

eine langsame Aufnahmetechnik<br />

verwendet, als erstes <strong>so</strong>llte al<strong>so</strong> das<br />

Stativ auf einem sicheren Platz<br />

stabil aufgestellt werden. Dadurch<br />

muss die Verschlusszeit nicht<br />

reduziert werden und der ISO-Wert<br />

kann niedrig gehalten werden, um<br />

die Bildqualität zu maximieren.<br />

Bei Landschaftsbildern entsteht der<br />

Wunsch, die Blende auf f/16 oder<br />

f/22 herunterzudrehen, um die<br />

Tiefenschärfe zu optimieren und<br />

eine Schärfe von vorne nach hinten<br />

zu erreichen. Dadurch entsteht die<br />

Gefahr der Lichtbeugung, die die<br />

Bildschärfe reduziert (siehe links).<br />

Es ist bekannt, dass Objektive die<br />

besten Resultate bei einer mittleren<br />

Blende erzeugen. f/8 und f/11 sind<br />

normalerweise die besten<br />

Lichtwertstufen, und man <strong>so</strong>llte<br />

wirklich nur unter f/16 gehen,<br />

wenn es unbedingt notwendig ist.<br />

Hyperfokales Fokussieren ist eine<br />

großartige Technik für die<br />

Landschaftsfotografie. Dadurch<br />

kann die notwendige Tiefenschärfe<br />

von vorne nach hinten erreicht<br />

werden, ohne die Blende zu stark<br />

verkleinern zu müssen. Der<br />

Autofokus kann zwar bei<br />

Landschaftsaufnahmen eingesetzt<br />

werden, der manuelle Fokus ergibt<br />

aber bessere Ergebnisse. Dadurch<br />

kann genau kontrolliert werden,<br />

wie tief ins Bild fokussiert werden<br />

<strong>so</strong>ll. Das ist der Schlüssel für das<br />

hyperfokale Fokussieren. Sobald<br />

das Objektiv scharf gestellt ist,<br />

bewegt sich der Fokus nicht mehr.<br />

Das ist praktisch, wenn die<br />

Aufnahmesituation bereits gewählt<br />

wurde und auf das richtige Licht<br />

gewartet wird. Viele erfahrene<br />

Fotografen fokussieren den ersten<br />

Drittel der Tiefe des Bildes und<br />

erzeugen dadurch genügend<br />

Schärfe im Vorder- und<br />

Hintergrund.<br />

Chromatische Aberration<br />

Die chromatische Aberration ist ein<br />

Abbildungsfehler optischer Linsen, der<br />

dadurch entsteht, dass Licht<br />

unterschiedlicher Wellenlänge oder<br />

Farbe verschieden stark gebrochen<br />

wird. Dabei entstehen vor allem bei<br />

Aufnahmen mit Weitwinkelzoomobjektiven<br />

be<strong>so</strong>nders an Hell-Dunkel-Übergängen grüne<br />

und rote Farbsäume (Farbquerfehler) oder das Bild wirkt unscharf<br />

und dunstig (Farblängsfehler). Manche Objektive sind daher mit Glas<br />

mit niedriger Sreuung ausgestattet oder haben ein apochromatisches,<br />

optisches Design zur Reduktion der chromatische Aberration. Viele<br />

Hersteller von Spiegelreflexkameras haben ihren eigenen Raw-<br />

Konverter mit einem Korrekturwerkzeug ausgerüstet, um die<br />

chromatische Aberration auf Raw-Dateien zu reduzieren.<br />

LEE FROST<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE 101


LEE FROST<br />

Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Die Lichtbedingungen bei jedem Wetter beherrschen lernen<br />

Kenntnisse über die Beschaffenheit des Lichts und seine Veränderungen durch Tages- und Jahreszeiten sind wesentlich für die <strong>Fotografie</strong>.<br />

Sind die Wetterverhältnisse beim <strong>Fotografie</strong>ren anders, als man sich zuerst vorgestellt hat, ist das aber noch lange kein Grund zum aufgeben.<br />

Man kann nämlich <strong>so</strong>wohl bei Sonnenschein als auch bei schlechtem Wetter außerordentlich schöne Landschaftsbilder aufnehmen.<br />

Für eindrückliche Landschaftsbilder muss man nur zur rechten Zeit am<br />

rechten Ort sein. Die Lichtqualität ist meist ausschlaggebend für den Erfolg<br />

einer Aufnahme. Die Tages- und Jahreszeit und das Wetter beeinflussen<br />

die Lichtqualität. Während des Tages, wenn die Sonne hoch im Zenit<br />

steht, entsteht meist ein grelles, unschmeichelhaftes Licht. Dieser<br />

Umstand kann die beste Bildkomposition ruinieren. Die besten<br />

Lichtverhältnisse herrschen in der „goldenen Stunde“, eine halbe Stunde<br />

nach Sonnenaufgang und eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang. Das<br />

Licht ist zu dieser Zeit weich, warm und attraktiv. Die tiefstehende Sonne<br />

hebt die Textur und Form der Landschaft hervor. Für gelungene<br />

Landschaftsfotos <strong>so</strong>llte man al<strong>so</strong> entweder früh aufstehen oder am Abend<br />

lange draußen bleiben. Es empfiehlt sich, mindestens eine halbe Stunde<br />

vor Sonnenaufgang am Aufnahmeort zu erscheinen. Das Glühen und die<br />

Intensität der Farben im Himmel können zauberhaft wirken. Sobald die<br />

Sonne aufgeht, sind die Lichtbedingungen hervorragend. Auch beim<br />

Sonnenuntergang ist das Licht be<strong>so</strong>nders geeignet für schöne Aufnahmen.<br />

Auch hier lohnt es sich, früh genug am Aufnahmeort zu erscheinen, um<br />

den besten Bildwinkel ausfindig zu machen. Man <strong>so</strong>llte seine Ausrüstung<br />

auch nicht zu schnell einpacken, das Nachleuchten hat nämlich auch<br />

seinen Reiz. Im Winter ist die Position der Sonne tiefer, daher können auch<br />

während des Tages gute Aufnahmen gemacht werden.<br />

ROSS HODDINOTT<br />

102 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


ADAM BURTON<br />

LEE FROST<br />

Ein Motiv kann von vorne, der Seite oder von<br />

hinten beleuchtet werden. Die Lichtrichtung hat<br />

einen wichtigen Einfluss auf die Qualität und<br />

die Stimmung des Bildes. Wird eine Landschaft<br />

von vorne beleuchtet, fallen die Schatten hinter<br />

die Objekte. Dadurch entsteht die Gefahr, dass<br />

die Textur und Form der Objekte manchmal<br />

nicht gut hervorgehoben wird und das Bild<br />

dadurch flach und uninteressant wirken kann.<br />

Beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven bei<br />

schwachem Licht muss man aufpassen, dass<br />

der eigene Schatten nicht im Bildausschnitt<br />

erscheint. Viele Fotografen ziehen daher eine<br />

seitliche Beleuchtung vor. Sie verstärkt die<br />

Formen und Gestalten in der Landschaft und<br />

bringt Tiefe ins Bild. Obwohl Fotografen oft<br />

geraten wird, Gegenlichtaufnahmen zu<br />

vermeiden, können diese sehr dramatisch<br />

wirken. Dabei <strong>so</strong>llte die Sonne nicht direkt in<br />

die Bildkomposition aufgenommen werden,<br />

außer das Sonnenlicht wird durch Wolken,<br />

Bäume oder Gebäude gestreut. Sonst übersteigt<br />

die Lichtintensität den Kontrastumfang der<br />

Kamera, was zu Belichtungsfehlern führen<br />

kann. In der richtigen Aufnahmesituation<br />

können Gegenlichtaufnahmen aber eindrucksund<br />

stimmungsvolle Resultate mit auf den<br />

Betrachter zukommenden Schatten und<br />

hervorgehobenen Formen erzeugen.<br />

Die Wetterbedingungen möglichst gut<br />

ausnutzen<br />

Das Wetter beeinflusst das Aussehen, den Ausdruck<br />

und die Stimmung eines Landschaftsbildes. Ob<br />

<strong>so</strong>nnig, bedeckt, neblig oder stürmisch, alle<br />

Wetterbedingungen haben ihre eigenen<br />

Herausforderungen und Vorteile beim Aufnehmen.<br />

Wechselhaftes Wetter mit Sonnenschein und<br />

Regenfällen ist be<strong>so</strong>nders interessant für Aufnahmen<br />

im Freien, da die Helligkeit dann meistens gut ist.<br />

Wenn die Sonnenstrahlen durch die Wolken dringen,<br />

wird eine ganz be<strong>so</strong>nders zauberhafte Stimmung<br />

hervorgerufen. Wenn man Glück hat, bekommt man<br />

<strong>so</strong>gar einen Regenbogen ins Bild. Erfolgreiche<br />

Aufnahmen von Regenbogen erfordern ein schnelles<br />

Vorgehen. Es empfiehlt sich ein Regenschutz, um die<br />

Ausrüstung trocken zu halten. Wolkenformationen<br />

sind oft ein Schlüsselelement auf Landschaftsbildern.<br />

Sie bringen Interesse, Tiefe und Dramatik aufs Bild.<br />

Was den Kontrast betrifft, sind helle Himmel im<br />

Allgemeinen weniger anziehend, manchmal <strong>so</strong>gar<br />

richtig langweilig und haben oft ein grelles Licht. An<br />

Tagen, an denen der Himmel etwas eintönig<br />

aussieht, <strong>so</strong>llten Objekte im Vordergrund<br />

hervorgehoben und der Bereich des Himmels im<br />

Bildausschnitt reduziert werden. Stürmische Tage<br />

haben ihren be<strong>so</strong>nderen Reiz. Die durch den Wind<br />

hervorgerufenen Bewegungen der Wolken,<br />

Baumwipfel und Getreidefelder können unter Einsatz<br />

einer langen Verschlusszeit und einem Graufilter<br />

kreativ verwischt und aufgenommen werden.<br />

Obwohl man sich oft genügend Helligkeit wünscht,<br />

schaffen Nebel und Dunst eine ganz be<strong>so</strong>ndere<br />

Stimmung. Tiefhängende Nebelschwaden sind<br />

be<strong>so</strong>nders reizvoll für die <strong>Fotografie</strong>. Sie vereinfachen<br />

die Landschaft und reduzieren Objekte auf ihre<br />

Silhouetten. Hervorstechende, interessante Objekte<br />

wie das Skelett eines Baumes passen gut zu dieser<br />

Stimmung. Teleobjektive bieten sich an für<br />

Aufnahmen im Nebel. Sie verkürzen die Perspektive<br />

und erlauben es, interessante Bildelemente<br />

hervorzuheben. Bedecktes Wetter passt zu<br />

Aufnahmen von Waldlandschaften. Das Licht wird<br />

durch die Wolkendecke anmutig zerstreut. Trübes<br />

Wetter passt auch zu Schwarz-Weiß-Aufnahmen.<br />

Schwaches Licht ist außerdem ideal für Aufnahmen<br />

mit einer längeren Belichtungszeit. In der <strong>Fotografie</strong><br />

gibt es keine guten oder schlechten<br />

Wetterbedingungen, es gibt nur Motive, die besser<br />

zum einen oder anderen Wetter passen.<br />

TIPPS VON<br />

Lee Frost<br />

„Ich hasse es, auf Fototour zu<br />

gehen und mit leeren Händen<br />

heimzukommen.“ Das<br />

Problem ist, dass die<br />

klassische Farbfotografie von<br />

Landschaften sehr stark von den Lichtund<br />

Wetterbedingungen abhängt. In<br />

Nordeuropa ist es schwierig, bei jedem<br />

Fotoausflug mit gelungenen<br />

Aufnahmen heimzukehren. „Um dem<br />

entgegenzuwirken habe ich mir eine<br />

große Auswahl von Aufnahmetechniken<br />

angeeignet, die es mir erlaubt, bei fast<br />

allen Wetterbedingungen interessante<br />

<strong>Bilder</strong> zu erzeugen.“ Wenn man mit der<br />

Absicht aufnimmt, die <strong>Bilder</strong> ins<br />

Schwarzweiß-Format zu verwandeln,<br />

bieten trübe Tage oft die beste<br />

Gelegenheit dazu. Zehnstufige<br />

Graufilter eignen sich be<strong>so</strong>nders für<br />

lange Belichtungszeiten bei Tageslicht.<br />

Infrarot ist toll, wenn das Licht zu grell<br />

ist. Eine weitere Möglichkeit bei<br />

schlechtem Wetter sind<br />

Detailaufnahmen. Wenn man nahe<br />

herangeht, entdeckt man plötzlich eine<br />

ganz neue Welt. Muster und Textur auf<br />

Steinen sind zum Beispiel äußerst<br />

interessante Motive.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE 103


Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Kameraeinstellungen<br />

Hat man ein interessantes Motiv ausgemacht, ist es nun entscheidend zu wissen, wie man die<br />

Kamera einstellt, um das beste daraus zu machen.<br />

Belichtungsmodi<br />

Bei digitalen Spiegelreflexkameras<br />

bieten die verschiedenen<br />

Belichtungsmodi unterschiedliche<br />

Möglichkeiten der Kontrolle über die<br />

Kamera. Bei der Landschaftsfotografie<br />

werden Aufnahmemodi wie der<br />

Programmmodus besser vermieden,<br />

weil der gewünschte Effekt schlichtweg<br />

nicht vorausgeplant werden kann. Man<br />

braucht hier eine totale Kontrolle über<br />

die Wahl der Blende, da dies die<br />

Tiefenschärfe bestimmt. Die<br />

„Blendenpriorität“ (A oder Av) ist hier<br />

die beste Funktion. Sie erlaubt es, den<br />

Blendwert selbst zu wählen. Die<br />

Kamera stellt die passende<br />

Verschlusszeit für eine korrekte<br />

Belichtung dann automatisch ein. Soll<br />

eine Schärfe von vorne nach hinten<br />

erreicht werden, empfiehlt sich eine<br />

kleine Blende wie f/16. Der Modus<br />

„Manuell“ ist ebenfalls nützlich. Er ist<br />

allerdings vollkommen abhängig vom<br />

eigenen Können.<br />

Belichtungskorrektur:<br />

Sieht man auf dem Histogramm des<br />

Bildes, dass das Motiv wegen einer<br />

unkorrekten Belichtung erhellt oder<br />

verdunkelt werden muss, ist die<br />

einfachste Lösung der Einsatz der<br />

kamerainternen Belichtungskorrektur-<br />

Funktion. Manche Kameras haben<br />

eine eigene Taste für diese Funktion mit<br />

dem Symbol (+/-). Bei anderen<br />

Modellen findet man diese Funktion<br />

auf den Einstellrädern. Wird der<br />

Belichtungs-Schieberegler gegen das<br />

(+)-Symbol bewegt, erzielt dies eine<br />

positive Belichtungskorrektur und das<br />

Bild wird heller. Wird er gegen das<br />

(-)-Symbol bewegt, erzeugt das eine<br />

negative Belichtungskorrektur und die<br />

Aufnahme wird dunkler. Die<br />

Belichtungskorrektur entspricht<br />

1/3- und 1/2-Lichtwertstufen.<br />

Messsysteme<br />

Die Kamera ist normalerweise mit drei<br />

Messsystemen, der Mehrfeldmessung,<br />

der Zentrumswertmessung und der<br />

Spotmessung ausgestattet. Die<br />

Spotmessung ist be<strong>so</strong>nders hilfreich,<br />

wenn ganz genaue Messungen gefragt<br />

sind. Ein Beispiel für deren Einsatz ist<br />

die Lichtkontrastmessung von Land<br />

und Himmel bei Landschaftsbildern. In<br />

den meisten Aufnahmesituationen<br />

wird aber die Mehrfeldmessung<br />

eingesetzt. Bei der Mehrfeldmessung<br />

wird das Licht von verschiedenen<br />

Bildbereichen gemessen und eine<br />

Durchschnittseinstellung berechnet.<br />

Meistens ist die Mehrfeldmessung sehr<br />

genau. Nur bei sehr hellen oder sehr<br />

dunklen Motiven oder Objekten mit<br />

Gegenlicht bringt der Einsatz dieses<br />

Messsystems nicht die gewünschten<br />

Resultate. Es ist al<strong>so</strong> empfehlenswert,<br />

das Mehrfeldmesssystem <strong>so</strong> viel wie<br />

möglich einzusetzen, da es die<br />

Resultate merklich verbessert.<br />

Eine möglichst niedrige ISO-Empfindlichkeit verwenden.<br />

Für eine maximale Bildqualität <strong>so</strong>llte die ISO-Empfindlichkeit<br />

möglichst niedrig sein, normalerweise bei ISO 100 oder 200.<br />

Dadurch entsteht auf den <strong>Bilder</strong>n kein Rauschen. Eine höhere<br />

ISO-Empfindlichkeit ist bei kurzen Verschlusszeiten hilfreich. Da bei<br />

der Landschaftsfotografie durch den Stativeinsatz die Geschwindigkeit<br />

nicht maßgeblich ist, findet sie hier selten Anwendung. Auto-ISO-<br />

Funktionen <strong>so</strong>llten immer ausgeschaltet werden, <strong>so</strong>nst wählt die<br />

Kamera in gewissen Aufnahmesituationen automatisch einen<br />

höheren ISO-Wert.<br />

ADAM BURTON<br />

TIPPS VON<br />

HELEN DIXON<br />

„Wenn wir ehrlich sind, ist das<br />

Wetter eines der<br />

Hauptgesprächsthemen in den<br />

meisten Ländern mit<br />

wechselhaften Wetterbedingungen. In<br />

Nordeuropa wechseln diese Bedingungen<br />

meist ziemlich schnell und unerwartet.<br />

Schlechtes Wetter ist aber kein Grund für<br />

schlechte Aufnahmen. Ob man schlechtes<br />

Wetter nun liebt oder nicht, lohnt es sich,<br />

die Fotoausrüstung bei schlechtem Wetter<br />

sachgemäß zu schützen. Wenn man richtig<br />

darauf vorbereitet ist, hat man auch keine<br />

Angst bei schlechten Wetterprognosen ins<br />

Freie zu gehen. Eine der besten<br />

Wettervoraussetzungen zum <strong>Fotografie</strong>ren<br />

entsteht, wenn eine Kaltfront abzieht.<br />

Dieser Übergang von bedecktem zu<br />

<strong>so</strong>nnigem Wetter bietet meist ein paar<br />

be<strong>so</strong>nders reizvolle Momente. Man kann<br />

zwar beim Warten auf besseres Licht nass<br />

werden, das ist es aber meisten wert. Man<br />

muss nur gut vorbereitet sein! Dramatische<br />

Himmel, flüchtige Lichtstrahlen,<br />

Regenbogen und saftig grüne<br />

Landschaften sind oft Ausdruck dieser<br />

unberechenbaren Wetterbedingungen.<br />

Man ist dadurch nicht auf die „goldene<br />

Stunde“ beschränkt und kann praktisch<br />

während des ganzen Tages aufnehmen.“<br />

104 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


helen dixon<br />

Die Kamera richtig einstellen<br />

Weiß man, wann und wo die einzelnen<br />

Kameraeinstellungen angewendet<br />

werden, kann man fast alle<br />

Lichtbedingungen erfolgreich meistern.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPdATe 105


Landschaftsaufnahmen So gelingen sie ...<br />

Klassische Fototechnik<br />

Manchmal sind die ältesten Techniken die besten. Der Einsatz dieser Techniken kann eine langweilige<br />

Aufnahme interessanter machen. Im Folgenden eine Auswahl an klassischen Fotografentricks:<br />

LEE FROST<br />

Die meisten Landschaftsfotografen machen, wenn<br />

möglich, Farbbilder, da der Ausdruck eines Motivs<br />

dadurch realistischer wiedergegeben wird.<br />

Manchmal ist die Farbe das wichtigste Element auf<br />

einem Bild und sein Erfolg hängt davon ab. Bei<br />

einem Sonnenauf- oder -untergang sind es vor allem<br />

die schönen Farben, die die Aufmerksamkeit aufs<br />

Bild ziehen. Ohne Farben wäre eine Aufnahme eines<br />

Sonnenaufgangs wahrscheinlich langweilig. Die<br />

Stimmung der Jahreszeiten wird ebenfalls durch<br />

Farben ausgedrückt, goldene Töne im Herbst,<br />

saftiges Grün in Frühling und Sommer. Die Farben<br />

haben al<strong>so</strong> einen großen Einfluss auf die Wirkung<br />

eines Bildes. Sanfte, harmonische Farben wirken<br />

beruhigend und wohltuend. Kräftige, auffällige<br />

Farben wie das Gelb von Rapsfeldern vor einem<br />

blauen Himmel erzeugen einen eindrucksvollen<br />

Kontrast, der ins Auge fällt.<br />

Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind reiner und<br />

einfacher. Wird die Farbe aus einer Aufnahme<br />

entfernt, wirkt diese unrealistischer.<br />

Landschaftsbilder im Modus „Monochrom“ haben<br />

eine total andere Wirkung als Farbfotos. Man könnte<br />

sie als nackte Pracht bezeichnen. Textur, Ton und<br />

Form treten in den Vordergrund, Lichter und Schatten<br />

sind entscheidend. Die Dramatik von Unwettern und<br />

Wolkenformationen kann manchmal besser durch<br />

Schwarz-Weiß-<strong>Bilder</strong> ausgedrückt werden. Dadurch<br />

findet man auch an trüben Tagen immer interessante<br />

Landschaftsmotive. Früher, als man die Filme und<br />

Negative noch selbst entwickeln musste, waren<br />

Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit einem großen<br />

Aufwand verbunden. Die Resultate der Fotocenter<br />

waren damals meist nicht zufriedenstellend. Aber in<br />

der digitalen Ära ist die Monochrom-Funktion in<br />

Lightroom allen zugänglich.<br />

Panorama-<strong>Bilder</strong><br />

Man sieht Landschaftsbilder meist im rechteckigen<br />

Format, manche Aussichten bieten aber auch eine<br />

wunderbare Gelegenheit für Panoramaaufnahmen. Früher<br />

musste man dazu in eine teure Panorama-Kamera wie die<br />

GX-617 von Fuji investieren, heutzutage kann man mit<br />

fast allen digitalen Spiegelreflexkameras hochwertige<br />

Panoramabilder erzeugen. Viele Kameras sind mit einem<br />

Schwenkpanorama-Modus ausgerüstet, der es ermöglicht,<br />

Serienaufnahmen bei einem Kameraschwenk von einer<br />

Seite zur anderen aufzunehmen. Dieser Modus ist einfach<br />

anzuwenden und bringt erstaunlich gute Resultate. Um<br />

den Panoramabildern den letzten Schliff zu geben, <strong>so</strong>llten<br />

sie mit einem Bildbearbeitungs-Software-Paket wie<br />

Photoshop oder PanoramaPlusX4 von Serif nachbearbeitet<br />

werden. Das Rezept erfolgreicher Panorama-Aufnahmen<br />

besteht darin, die Kamera auf dem Stativ zu montieren, die<br />

Belichtung zu messen, auf den manuellen Modus<br />

umzuschalten und bei allen Bildausschnitten die gleiche<br />

Belichtung zu benutzen. Die einzelnen Aufnahmen <strong>so</strong>llten<br />

sich genügend überlappen. Nachdem man ein Satz von<br />

<strong>Bilder</strong>n aufgenommen hat, macht der Computer den Rest.<br />

ISTOCK PHOTO ISTOCK PHOTO<br />

106 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


ADAM BURTON<br />

Bewegungen auf Landschaftsbildern<br />

Obwohl man es vielleicht zuerst nicht bemerkt, sind<br />

Landschaften voller Bewegungen in Wasser,<br />

Wolken, Laub und Kornfeldern. Bewegungen <strong>so</strong>llten<br />

entweder perfekt eingefroren oder verwischt werden,<br />

<strong>so</strong>nst wirken sie chaotisch oder unbeabsichtigt.<br />

Welche der beiden Optionen die beste ist, hängt vom<br />

Motiv, dem Umgebungslicht, dem gewünschten<br />

Effekt und dem persönlichen Geschmack ab. Die<br />

Belichtungslänge bestimmt, wie Bewegungen<br />

aufgezeichnet werden. Eine kurze Verschlusszeit<br />

gefriert Bewegungen ein, eine lange Verschlusszeit<br />

verwischt sie. Die genaue Verschlusszeit ist<br />

abhängig von der Art und Geschwindigkeit der<br />

Bewegung. Eine Daumenregel lautet wie folgt: Eine<br />

Verschlusszeit von unter 1/250 Sekunde, gefriert die<br />

Bewegung ein, eine Verschlusszeit von über ¼<br />

Sekunde verwischt sie. Aus praktischer Sicht ist es<br />

einfacher, Bewegungen zu verwischen, vor allem<br />

wenn man oft kleine Blenden einsetzt, um die<br />

Tiefenschärfe zu maximieren, und regelmäßig bei<br />

schwachem Licht aufnimmt. Aus ästhetischer Sicht<br />

ist ein kreatives Verwischen von Bewegungen eine<br />

beliebte Technik, um himmlische, stimmungsvolle<br />

<strong>Bilder</strong> hervorzubringen. Auch Wasser in all seinen<br />

Formen ist ein beliebtes Motiv zum Verwischen.<br />

Aufnahmen von Flüssen, Wasserfällen und dem<br />

Meer haben einen ganz anderen Ausdruck, wenn<br />

deren Bewegung mit einer langen Belichtungszeit<br />

aufgenommen wird. Die <strong>Bilder</strong> bekommen dadurch<br />

einen sanft milchigen Ton. Bei schwachem Licht ist<br />

es einfacher, eine genügend lange Belichtungszeit<br />

fürs Verwischen zu erreichen, wenn man eine kleine<br />

Blende und eine niedrige ISO-Empfindlichkeit<br />

verwendet. In anderen Aufnahmesituationen<br />

braucht man manchmal einen Graufilter, um die<br />

Belichtung zu verlängern. Ein Graufilter mit drei<br />

Lichtwertstufen (0,9 ND) ist hier nützlich. Eine<br />

Lichtwertstufe verdoppelt oder halbiert die<br />

Belichtungszeit. Liegt die Verschlusszeit ohne Filter<br />

bei 1/8 Sekunde, verlangsamt sie ein Graufilter mit<br />

drei Lichtwertstufen auf eine Sekunde. Das<br />

Messsystem der Kamera passt die Belichtung<br />

automatisch an den Graufilter an. Zehnstufige<br />

Graufilter sind ideal, um die verwischte Bewegung<br />

zu übertreiben. Vielfach werden die<br />

eindrucksvollsten Resultate aber nicht durch eine<br />

möglichst lange Belichtung hervorgebracht. Bei sehr<br />

langen Belichtungszeiten können Detailschärfe und<br />

Textur verloren gehen. Oft ist daher eine kürzere<br />

Belichtungszeit besser, vor allem bei Strandmotiven,<br />

wenn die Brandung gegen Uferfelsen schlägt. Mit<br />

einer Belichtungszeit im Bereich einer halben<br />

Sekunde <strong>so</strong>llte der Auslöser gedrückt werden,<br />

<strong>so</strong>bald die Welle die Küste erreicht. Dadurch wird<br />

genügend Bewegung aufgezeichnet, um Interesse<br />

zu erwecken, die Textur und die Detailschärfe<br />

bleiben aber erhalten. Meist empfiehlt es sich,<br />

einfach einmal mit verschiedenen Verschlusszeiten<br />

herumzuexperimentieren, bis der gewünschte Effekt<br />

erreicht wird. Eine lange Belichtungszeit bietet sich<br />

auch an, um sich schnell bewegende Wolken<br />

aufzunehmen. Das Resultat ist be<strong>so</strong>nders<br />

eindrücklich, wenn eine Wolkenformation direkt auf<br />

die Kamera zukommt, dadurch wird die Tiefe<br />

verstärkt. Kornfelder und Pflanzen, die sich im Wind<br />

bewegen, können Leben in statische Bildwinkel<br />

bringen. Bei sich im Wind bewegenden<br />

Baumwipfeln und Kornfeldern empfehlen sich<br />

Belichtungszeiten im Bereich zwischen einer und<br />

zwei Sekunden. Eine Belichtungssequenz garantiert<br />

die besten Resultate.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE 107


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www.digitale-fotografie-magazin.de


EIN KREATIVER BLICK<br />

AUSSERGEWÖHNLICHE AUFNAHMEN VON<br />

ALLTÄGLICHEN MOTIVEN<br />

# 1 BILDERRAHMEN<br />

Dieser Beitrag ist genau das richtige für Fotografen, die nach neuen Ideen und Anregungen<br />

suchen. Es wurden drei Fotografen aus dem Fotografenteam dieses Magazins ausgewählt<br />

und beauftragt, ein Bild eines alltäglichen Haushalt<strong>so</strong>bjekts aufzunehmen. Bei dieser<br />

ersten Aufgabe versuchten Daniel Lezano, Caroline Wilin<strong>so</strong>n und Jordan Butters ein<br />

kreatives Bild von einem alten Fotorahmen zu schaffen.


EINGERAHMT<br />

Von Daniel Lezano<br />

Kamera: Nikon D5100<br />

Objektiv: Nikkor 24mm f/1.4<br />

Software: Adobe Photoshop CS5<br />

EIN KREATIVER BLICK<br />

BILDERRAHMEN<br />

„'Eingerahmt' war der erste<br />

Gedanke, der mir durch den Kopf<br />

ging, als ich das aufzunehmende<br />

Objekt für diesen Beitrag das erste<br />

Mal sah. Doch schon bald begann<br />

meine Vorstellungskraft zu arbeiten. Ein<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen ist schon fast ein Alltag<strong>so</strong>bjekt,<br />

dem die Menschen normalerweise keine große<br />

Aufmerksamkeit schenken, weil sie sich auf<br />

dessen Inhalt, das Bild konzentrieren. Ein<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen bietet aber vielseitige, kreative<br />

Möglichkeiten. Ein <strong>Bilder</strong>rahmen ist <strong>so</strong> etwas<br />

wie ein Fenster in eine andere Realität. Er kann<br />

zum Beispiel ein gemaltes Bild oder eine<br />

gelungene <strong>Fotografie</strong> beherbergen. Man könnte<br />

fast alles irgendwie einrahmen. Ich fragte mich,<br />

was würde wohl mein persönlicher<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen enthalten?<br />

Ich mochte den Gedanken an das Fenster in eine<br />

andere Realität, daher wollte ich diese Option<br />

weiter erforschen. Als ich meinen Gedanken<br />

eine Weile freien Lauf ließ, kamen immer mehr<br />

gute Ideen auf. Eine Idee wäre, einen Menschen<br />

aus der Distanz mit gestreckten Armen und<br />

Beinen aufzunehmen und im Rahmen zu<br />

platzieren, als ob er darin gefangen wäre. Eine<br />

weitere Idee wäre, den Rahmen als Tür in eine<br />

andere Dimension zu benutzen.<br />

Man könnte die Aufnahmesituation auch bei<br />

Tageslicht aufnehmen, in der Dämmerung<br />

zurückkehren und weitere Aufnahmen machen,<br />

um dann die beiden Aufnahmen <strong>so</strong> zu<br />

kombinieren, dass eine dem Inneren, die andere<br />

dem Äußeren des Rahmens entspricht. Dadurch<br />

kam ich auf eine noch bessere Idee, nämlich ein<br />

sehr farbiges Motiv aufzunehmen und alles<br />

außerhalb des Rahmens ins Schwarzweiß-<br />

Format umzuwandeln.<br />

Die Landschaft mit den blühenden, hellgelben<br />

Rapsfeldern im britischen Lincolnshire war <strong>so</strong><br />

farbenprächtig, dass nur noch ein hellblauer<br />

Himmel fehlte. Die Einstellung für diese<br />

Aufnahme war relativ einfach, ein<br />

24-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv auf einer<br />

D5100-Kamera von Nikon, ein Manfrotto-Stativ<br />

und eine Hähnel Combi RF-Fernbedienung. Um<br />

die Farben noch weiter zu verstärken, wurde ein<br />

runder Polfilter von Haya eingesetzt. Die Kamera<br />

wurde auf Autofokus-Zentrumswertmessung<br />

eingestellt. Es wurde im Modus 'Blendenpriorität'<br />

eine Blende von f/19 gewählt, um die<br />

Tiefenschärfe zu maximieren.<br />

Ich musste den Rahmen vor die Kamera halten.<br />

Der zentrale Brennpunkt, in diesem Fall der<br />

Baum, <strong>so</strong>llte möglichst im Zentrum des<br />

<strong>Bilder</strong>rahmens platziert werden. Um dies zu<br />

erreichen, war eine Reihe von Probeaufnahmen<br />

mit unterschiedlicher Entfernungen und<br />

Belichtungen notwendig. Dank der kabellosen<br />

Fernbedienung konnte eine Aufnahme nach der<br />

anderen gemacht werden, ohne dass ich dabei<br />

Zeit mit dem Selbstauslöser zu verlor. Nach fünf<br />

oder sechs Aufnahmen mussten die Resultate<br />

dann auf dem Kamera-Monitor kontrolliert<br />

werden. Ein weiteres Problem bei dieser<br />

Aufnahme war neben der Kameraposition auch<br />

der Bildwinkel. Ich hatte zuerst Schwierigkeiten,<br />

bis der <strong>Bilder</strong>rahmen auf dem Bild rechteckig<br />

wiedergegeben wurde. Als ich den Rahmen<br />

dann mit beiden Händen hielt, erleichterte das<br />

Oben: Daniel Lezano benutzt die Fernbedienung, um<br />

die <strong>Bilder</strong> aufzunehmen. Verschiedene Bildformate<br />

machen die Auswahl größer.<br />

Gegenüber: Der Kontrast zwischen schwarz-weißen<br />

und farbigen Bildbereichen gibt dem endgültigen Bild<br />

einen starken Ausdruck und funktioniert am besten<br />

mit einfachen Motiven und Objekten.<br />

meine Aufgabe. Hätte ich einen Helfer gehabt,<br />

der mir den Rahmen während der<br />

Bildkomposition festgehalten hätte, hätte ich<br />

sicher viel Zeit gespart.<br />

Ich nahm den Rahmen in verschiedenen<br />

Formaten auf, um bei der Nachbearbeitung über<br />

verschiedene Optionen zu verfügen.<br />

Zurück vor dem Computer, wurden die <strong>Bilder</strong><br />

heruntergeladen und ich suchte meine<br />

Lieblingsaufnahme heraus. Ich öffnete die<br />

Raw-Datei im Photoshop und verstärkte die<br />

Farbsättigung und Lebendigkeit, um die Farben<br />

noch kräftiger zu machen. Da der <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

leicht schief war, musste ich den Holzrahmen<br />

geraderichten und meine Finger, die den<br />

Rahmen hielten, aus dem Bild entfernen.<br />

Daraufhin wurde ein Teil des Bildes ins<br />

Schwarzweiß-Format umgewandelt. Der<br />

Bearbeitungsablauf im Photoshop wird unten<br />

genauer beschrieben.“<br />

Das Bild im Adobe Camera Raw öffnen und<br />

1zum Übertreiben der Farben die Farbsättigung<br />

verstärken. Zum Geraderichten des Rahmens die<br />

Befehle Umwandeln einsetzen. Die Regler dienen<br />

als Sehhilfe (Ansicht > Regler). Dann Auswählen<br />

> Alle und Bearbeiten Umwandeln > Drehen<br />

wählen. Die Bildecken können dadurch in eine<br />

waagrechte Position gebracht werden<br />

Zur Schaffung eines schwarzweißen<br />

2Hintergrundes Ebene > Ebene dupplizeren<br />

wählen und mit dem Werkzeug Rechtwinklige<br />

Auswahl den Bereich um den <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

markieren. Ebene > Ebene Maske > Auswahl<br />

zeigen wählen, auf die Hintergrund-Ebene klicken,<br />

eine neue schwarzweiße Einstellungsebene<br />

schaffen (Ebene > neue Einstellungsebene), um<br />

den Bereich außerhalb des Rahmens schwarz-weiß<br />

zu gestalten.<br />

Das Bild reinigen: Nun geht es darum, das<br />

3Bild ein wenig aufzuräumen. Zur Entfernung<br />

der Finger auf dem <strong>Bilder</strong>rahmen wurde das<br />

Werkzeug Stempel eingesetzt. Die Bereiche um die<br />

Finger herum wurden mit dem Werkzeug Polygon<br />

Las<strong>so</strong> markiert, dadurch können diese schneller<br />

aus dem Bild entfernt werden. Dann auf die<br />

schwarzweiße Ebene klicken, um den Kontrast in<br />

den schwarz-weißen Bildbereichen anzupassen.<br />

110 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 111


EIN KREATIVER BLICK<br />

BILDERRAHMEN<br />

Links und unten: Das<br />

große Fenster rechts und<br />

der Reflektor links haben<br />

ideale, weiche<br />

Lichtverhältnisse und ein<br />

wenig Kontrast geschaffen.<br />

Rechts: Nachdem die<br />

Bildkomposition bereit<br />

war, wählte ich, um die<br />

Wirkung realistischer zu<br />

machen die<br />

Hintergrundebene und<br />

benutzte einen sanften<br />

Pinsel mit schwarzer Farbe<br />

und einer niedrigen<br />

Deckkraft, um die<br />

Schatten der Objekte<br />

auszubessern.<br />

Der Out-of-Bounds-Effekt<br />

Von Caroline Wilkin<strong>so</strong>n<br />

Kamera: Nikon D300<br />

Objektiv: Nikon 50mm f/1.8<br />

Software: Adobe Photoshop CS5<br />

„DURCH DIGITALE<br />

NACHBEARBEITUNG können<br />

eindrucksvolle Bildeffekte erzielt<br />

werden. Die Out-of-Bounds-<br />

Funktion von Photoshop führt zu<br />

unglaublichen Resultaten. Durch diesen Effekt<br />

scheint es, als ob Objekte aus dem<br />

Bildausschnitt herausragen. Ich wollte schon<br />

immer ein <strong>so</strong>lches Bild mit einer Gruppe von<br />

Freunden als „schräges Gruppenfoto“<br />

aufnehmen. Als das Thema <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

erwähnt wurde, wusste ich genau, was ich<br />

damit machen wollte.<br />

Ich dachte zuerst, die Nachbearbeitung mit<br />

Photoshop wäre ziemlich anspruchsvoll, dass<br />

war aber nicht der Fall. Je besser man die<br />

Kamera kennt, desto kleiner die<br />

Nachbearbeitung. Das traf auch hier zu. Zuerst<br />

<strong>so</strong>llte die Aufnahme unter Berücksichtigung der<br />

gewünschten Effekte komponiert und die<br />

einzelnen Bildausschnitte passend organisiert<br />

werden. Als Hintergrund dient eine Wand mit<br />

verschiedenen <strong>Bilder</strong>rahmen. Der Hintergrund<br />

<strong>so</strong>llte unter den selben Lichtverhältnissen<br />

aufgenommen werden wie die Models, da der<br />

Out-of-Bound-Effekt durch Schatten in<br />

verschiedene Richtungen und unterschiedliche<br />

Lichtqualität ruiniert werden kann. Flaches,<br />

weiches Licht zum Beispiel aus einem großen<br />

Fenster ist ideal, um die Schatten zu<br />

minimieren. Bei der Aufnahme des<br />

Hintergrundes, <strong>so</strong>llten die Gläser aus den<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen entfernt werden, um Lichtreflexe<br />

zu vermeiden. Wenn man, wie ich, keine <strong>so</strong>lche<br />

Wand voller <strong>Bilder</strong>rahmen hat und auch keine<br />

Lust hat, extra eine <strong>so</strong>lche Wand einzurichten,<br />

kann man auch ein passendes Bild auf Internet<br />

suchen. Zum Beispiel findet man unter<br />

istockphoto.com ein sehr großes Bildarchiv.<br />

Sobald man das Hintergrundbild hat, geht es<br />

darum, die Models aufzunehmen.<br />

Ich wollte das Bild <strong>so</strong> gestalten, als ob die<br />

Models aus den an der Wand hängenden<br />

Rahmen herauskommen würden. Die<br />

Platzierung von Licht und Schatten, um die<br />

richtige Tiefe zu erzielen, musste al<strong>so</strong> <strong>so</strong>rgfältig<br />

gewählt werden, damit sie zum Hintergrundbild<br />

passten. Ich befestigte ein schwarzes Tuch<br />

hinter einem leeren <strong>Bilder</strong>rahmen. Jemand hielt<br />

den Rahmen an den Ecken. Die Models wurden<br />

dann eines nach dem anderen gebeten, sich<br />

zwischen <strong>Bilder</strong>rahmen und schwarzem Tuch<br />

aufnehmen zu lassen. Die Porträtierten wurden<br />

gegenüber einem großen Fensters platziert,<br />

<strong>so</strong>dass die Gesichter von schmeichelhaftem<br />

Licht überströmt und die gewünschten Schatten<br />

erzeugt wurden. Der <strong>Bilder</strong>rahmen machte es<br />

einfacher, die richtige Perspektive zu schaffen<br />

und die Hände aus dem Bildausschnitt zu<br />

entfernen. Ich musste das endgültige Bild dabei<br />

immer im Kopf haben und versuchte bei jeder<br />

einzelnen Aufnahme mein bestes, um den<br />

gewünschten Ausdruck des Porträtierten zu<br />

bekommen. Ich habe als Bezug das<br />

Hintergrundbild ausgedruckt. Werden<br />

Out-of-Bound-Aufnahmen mit Kindern oder<br />

Haustieren gemacht, muss die Einstellung<br />

angepasst werden. Rebecca, mein<br />

16-monatiges Model erschrak zuerst ein wenig,<br />

wegen der ungewohnten Situation. Ich setzte<br />

sie daher wieder in ihre Tragetasche vor einem<br />

dunklen Hintergrund und ließ sie mit dem<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen spielen.<br />

Sie schaute ihre Eltern neugierig durch den<br />

Rahmen an und verhalf mir dabei zum<br />

gewünschten Bild. Das Model <strong>so</strong>llte dabei<br />

genügend groß im Bildausschnitt erscheinen,<br />

um es erfolgreich fokussieren zu können. Der<br />

Kopf <strong>so</strong>llte mindestens bis zu den Schultern im<br />

Bildausschnitt erscheinen.“<br />

Den Hintergrund vorbereiten: Um Tiefe in<br />

1 die <strong>Bilder</strong>rahmen zu bekommen, wird die<br />

Rahmenmitte mit dem Werkzeug Pinsel mit<br />

schwarzer Farbe bemalt.<br />

112 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Die Bildausschnitte auswählen: Die<br />

2 Porträts mit dem Schnellauswahl-Werkzeug<br />

auswählen. Den Befehl Kanten verbessern<br />

benutzen, um möglichst saubere Bildausschnitte zu<br />

erzeugen. Sobald man mit dem Resultat zufrieden<br />

ist, Bearbeiten > Kopieren und auf dem<br />

Hintergrundbild einfügen.<br />

Die ausgewählten Bildausschnitte<br />

3 umwandeln: Das Porträt entspricht nun einer<br />

neuen Ebenen-Palette (Fenster > Ebenen). Bei<br />

aktivierter Bounding-Funktion, kann das Bild bei<br />

heruntergedrückter Umschalt- Taste <strong>so</strong>weit<br />

verkleinert werden, bis es in den Rahmen passt.<br />

Be<strong>so</strong>nders wichtig ist, dass die Kanten genau<br />

übereinstimmen.<br />

Verfeinerung des Bildes: Eine zusätzliche<br />

4 Ebenenmaske zum Porträtbild hinzufügen: Auf<br />

das Maske hinzufügen-Symbol unten an der<br />

Palette klicken. Das Bild vergrößern und mit dem<br />

Werkzeug Pinsel und der Farbe Schwarz alle fälligen<br />

Unreinheiten übermalen.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 113


EINGERAHMT<br />

Von Jordan Butters<br />

Kamera: Nikon D700<br />

Objektiv: Nikkor 24-70mm f/2.8<br />

Software: Adobe Photoshop CS5<br />

EIN KREATIVER BLICK<br />

BILDERRAHMEN<br />

„ICH WAR SCHON IMMER ein Fan<br />

von optischen Täuschungen. Auf<br />

den ersten Blick scheint alles<br />

normal, sieht man allerdings länger<br />

hin, zieht es einen ins Bild und<br />

man wird hypnotisiert. Eine <strong>so</strong>lche Illusion ist<br />

der Droste-Effekt: Eine unendliche graphische<br />

Rekursion eines Bildes. In anderen Worten: ein<br />

Bild in einem Bild in einem Bild ... Diese<br />

Illusion wird oft durch ein einziges sich immer<br />

wieder wiederholendes Bild erreicht, man kann<br />

aber auch auf jeder Ebene ein anderes Bild<br />

verwenden.<br />

Man braucht dazu einen leeren <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

ohne Glasbedeckung, um Lichtreflexe zu<br />

vermeiden. Je größer der Rahmen, mit dem<br />

man beginnt, desto mehr Ebenen haben darin<br />

Platz. Wird als Hintergrund in den<br />

<strong>Bilder</strong>rahmen ein farbiges Papier benutzt, fällt<br />

das Ausschneiden des Models leichter.<br />

Wenn der Rahmen bereit ist, kann man<br />

anfangen, die ersten Porträts aufzunehmen. Ich<br />

fand es hilfreich zu skizzieren, wie das<br />

endgültige Bild aussehen <strong>so</strong>llte. Somit wusste<br />

ich, wie jedes einzelne Bild ausgerichtet werden<br />

<strong>so</strong>llte. Ich entschied mich für drei verschiedene<br />

Standorte und bat mein Model vor jeder<br />

Aufnahme, das Outfit zu wechseln, damit sich<br />

die einzelnen <strong>Bilder</strong> klar unterscheiden. Die<br />

große Blende erlaubte es, das Model vom<br />

Hintergrund zu trennen. Dadurch wird die<br />

Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Inhalt<br />

des Rahmens gelenkt.<br />

Man kann diese Technik mit verschiedenen<br />

Models, Aufnahmeorten und <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

ausprobieren. Warum nicht in jedem Rahmen<br />

einen anderen Freund oder ein anderes<br />

Familienmitglied abbilden? Eine gute Idee für<br />

Aufsehen erregende Gruppenfotos.“<br />

Den ersten <strong>Bilder</strong>rahmen auswählen und kopieren: Das<br />

1Hauptbild öffnen. Mit dem Schnellauswahl-Werkzeug den<br />

Rahmeninhalt auswählen. Vorsicht vor Bildelementen, die in den<br />

Rahmen hineinragen. Mit Hilfe des Befehls Kanten verbessern in<br />

der oberen Symbolleiste kann der gewählte Bildbereich gereinigt<br />

werden. Das nächste Bild öffnen, Auswählen > Alles und dann<br />

Bearbeiten > Kopieren wählen. Dann das Fenster schließen.<br />

Den zweiten <strong>Bilder</strong>rahmen einfügen: Wenn die<br />

2Innenseite des Rahmens markiert ist, wird durch Klicken eine<br />

Ebenen Maske des ausgewählten Bildbereichs geschafft. Das<br />

zweite Bild kann mit Hilfe der Kontrollregler verkleinert und<br />

gedreht werden (). Zum Abschluss die Ebene speichern. Dieser<br />

Prozess wird dann für alle nachfolgenden <strong>Bilder</strong> wiederholt.<br />

Oben: Man zieht sicher<br />

neugierige Blicke auf sich,<br />

wenn man mit einem<br />

überdimensionalen,<br />

leeren <strong>Bilder</strong>rahmen<br />

herumläuft, dies wird aber<br />

durch die Resultate<br />

wiedergutgemacht.<br />

Einschub: Eine Skizze<br />

des endgültigen Bildes<br />

kann bei der Platzierung<br />

der Kamera und dem<br />

Wählen des richtigen<br />

Bildwinkels bei den<br />

einzelnen <strong>Bilder</strong> helfen.<br />

Gegenüber:<br />

„Das Endergebnis ist ein<br />

vielschichtiges Porträt mit<br />

viel Tiefe. Ich entschied<br />

mich, insgesamt vier<br />

<strong>Bilder</strong> zu verwenden, es<br />

können aber auch mehr<br />

Einzelbilder eingesetzt<br />

oder das gleiche immer<br />

wiederholt werden.“<br />

114 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 115


Infrarot<br />

Die digitale Infrarotfotografie ermöglicht uns, eine Welt zu<br />

erforschen, die dem menschlichen Auge normalerweise nicht<br />

zugänglich ist und dabei erstaunliche Blilder zu kreieren. Wie das<br />

geht, erklären wir Ihnen hier.<br />

10 / DIGITAL SLR PHOTOGRAPHY MAY 2012


may 2012 / DIGITAL SLR PHOTOGRAPHY / 11


WENN JEMAND VON<br />

„INFRAROT SPRICHT<br />

–woran denken Sie<br />

dann? An die<br />

Fernbedienung Ihres<br />

Fernsehers? An ein<br />

Nachtsichtgerät? Unsichtbare Strahlen, die<br />

einen Alarm auslösen? Tatsächlich sind alle<br />

drei Antworten richtig, weil Infrarotstrahlen<br />

für viele Anwendungen in Frage kommen.<br />

Uns jedoch gefällt am besten die Anwendung<br />

in der kreativen <strong>Fotografie</strong>.<br />

Infrarot ist eine Art Licht, die sich außerhalb<br />

des sichtbaren Spektrums befindet, <strong>so</strong> dass<br />

das menschliche Auge es nicht sehen kann.<br />

Aus diesem Grunde können Sie auch Ihr<br />

Fernsehgerät mit einer infrarotgesteuerten<br />

Fernbedienung einschalten, sehen dabei<br />

aber nichts von dem Strahl. Die<br />

Fernbedienung sendet einen Lichtstrahl, der<br />

für Sie unsichtbar ist. Es gibt keine<br />

Möglichkeit, die menschliche Sicht zu<br />

beeinflussen, um dies zu ändern.<br />

Digitalkameras jedoch können <strong>so</strong> angepasst<br />

werden, dass sie die Effekte der infraroten<br />

Strahlung aufnehmen können. Die <strong>Bilder</strong>, die<br />

sich dabei ergeben, sehen aus, als stammten<br />

sie aus einer anderen Welt: blauer Himmel<br />

und blaues Wasser werden schwarz, die<br />

Menschen nehmen eine gespenstische<br />

Blässe an, die schaurig und verstörend wirkt,<br />

Blätter, Gras, Pflanzen und Getreide werden<br />

weiß dargestellt, und die <strong>Bilder</strong> erhalten ein<br />

subtiles, diffuses Leuchten, das dem Ganzen<br />

einen sehr träumerischen Effekt verleiht.<br />

Der amerikanische Physiker und Erfinder<br />

Robert Williams Wood wird allgemein als<br />

erster Mensch anerkannt, der im Jahr 1910<br />

fotografische <strong>Bilder</strong> mit Infrarotlicht<br />

geschaffen hat. Später, im zweiten Weltkrieg,<br />

wurden infrarotempfindliche Filme bei der<br />

Luftüberwachung verwendet, um feindliche<br />

Positionen aufzuspüren. In den letzten paar<br />

Jahrzehnten jedoch wurde die Technik auch<br />

von Fotografen eingesetzt, um fantastische<br />

<strong>Bilder</strong> zu schaffen. Früher wurden dazu<br />

infrarotempfindliche Filme verwendet, aber in<br />

den letzten Jahren sind Digitalkameras<br />

immer beliebter geworden. In dieser Ausgabe<br />

berichten wir Ihnen alles, was Sie wissen<br />

müssen, um mit der Infrarotfotografie<br />

loslegen zu können. Wo das menschliche<br />

Auge nur einen eingeschränkten Bereich des<br />

elektromagnetischen Spektrums (ein<br />

vornehmer Ausdruck für Licht) sehen kann,<br />

reagiert der Sen<strong>so</strong>r Ihrer Digitalkamera auf<br />

ein viel weiteres Feld dieses Spektrums<br />

empfindlich: von Ultraviolett am einen Ende<br />

bis hin zu Fast-Infrarot am anderen Ende.<br />

Während der Herstellung wird die große<br />

Mehrheit der Digitalkameras jedoch mit<br />

einem infrarotblockierenden Filter<br />

ausgerüstet. Wenn Sie al<strong>so</strong> mit Ihrer Kamera<br />

Infrarotlicht einfangen wollen, müssen Sie<br />

einen Weg finden, diesen zu umgehen.<br />

Der einfachste und billigste Weg ist, einen<br />

infrarotübertragenden Filter auf das Objektiv<br />

zu setzen, der das meiste Licht des sichtbaren<br />

Spektrums blockiert, <strong>so</strong> dass das Bild mit fast<br />

infrarotem Licht aufgenommen wird.<br />

Geeignete Filter sind etwa der Hoya R72 und<br />

der B+W 092 oder 093. Nicht alle Kameras<br />

nehmen Infrarotlicht mit einem Filter auf. Sie<br />

können das ganz einfach testen, indem Sie<br />

die Fernbedienung Ihres Fernsehers oder<br />

Ihrer Stereoanlage auf die Kamera richten<br />

und irgendeinen Knopf auf der<br />

Fernbedienung drücken. Wenn Sie auf Ihrer<br />

Aufnahme den von der Fernbedienung<br />

ausgesandten Infrarotstrahl oder irgendeine<br />

Spur davon erkennen können, ist die Kamera<br />

in der Lage, infrarotes Licht aufzunehmen<br />

JORDAN BUTTERS LEE FROST<br />

Ganz oben: Wenn Sie<br />

einen 720nm-Filter mit<br />

einer umgebauten<br />

Kamera verwenden,<br />

wird der Himmel in<br />

einem hellen Rotton<br />

abgebildet. Wenn die<br />

Kanäle später in<br />

Photoshop getauscht<br />

werden, bekommt das<br />

Bild einen<br />

natürlicheren, blauen<br />

Himmel, behält dabei<br />

aber das weiße Laub,<br />

wie Sie in diesem Bild<br />

sehen können.<br />

Oben: Mit Infrarot<br />

können Sie<br />

außergewöhnliche<br />

Urlaubsfotos machen.<br />

Beachten Sie, wie weiß<br />

die Bäume in dieser<br />

kubanischen<br />

Straßenszene<br />

erscheinen.<br />

Oben rechts: Mit einer<br />

zu Infrarot umgebauten<br />

Kamera können Sie<br />

faszinierende und<br />

stimmungsvolle Fotos<br />

von Schlössern<br />

machen. Der Effekt<br />

schafft ein Gefühl, das<br />

sehr gut zu dieser Art<br />

von Umgebung passt<br />

und verleiht der Szene<br />

einen dramatischen<br />

Touch.<br />

und wird mit einem Infrarotfilter auf dem<br />

Objektiv gute Ergebnisse liefern.<br />

Das große Problem bei der Verwendung eines<br />

infrarotübertragenden Filters ist, dass Sie<br />

durch diesen Filter nichts sehen und folglich<br />

auch nicht fokussieren können, da er das<br />

sichtbare Licht blockiert. Sie müssen al<strong>so</strong> die<br />

Bildkomposition aufbauen und Ihr Objektiv<br />

manuell fokussieren, bevor Sie den Filter<br />

aufsetzen. Darüber hinaus benötigen<br />

Infrarotfilter lange Belichtungszeiten, oftmals<br />

mehrere Sekunden. Dies wiederum bedeutet,<br />

dass Sie Ihre Kamera auf ein Stativ stellen<br />

müssen, um Verwacklungsunschärfe zu<br />

vermeiden. Außerdem darf Ihr Objekt sich<br />

nicht bewegen, <strong>so</strong>nst wird es ebenfalls<br />

unscharf.<br />

Die teurere, aber unendlich viel praktischere<br />

Option ist, das Innenleben einer digitalen<br />

Kamera <strong>so</strong> modifizieren zu lassen, dass diese<br />

Infrarotlicht aufnehmen kann. Dazu muss der<br />

IR-Sperrfilter vor dem Sen<strong>so</strong>r entfernt und<br />

durch einen Filter ersetzt werden, der das<br />

118 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Infrarot<br />

LEE FROST<br />

meiste des sichtbaren Lichts blockiert, aber<br />

Licht im roten und fast-infraroten Bereich des<br />

Spektrums überträgt.<br />

Ein direkter Vorteil einer für Infrarot<br />

modifizierten Kamera ist, dass Sie keine Filter<br />

mehr vor dem Objektiv benötigen, um<br />

Infrarotlicht durchzulassen. Dies wiederum<br />

bedeutet, dass die Belichtungszeiten sich<br />

kaum von denen, die eine nicht modifizierte<br />

Kamera benötigt, unterscheiden. Tatsächlich<br />

funktioniert eine Infrarotkamera ganz<br />

genau<strong>so</strong> wie eine normale Digitalkamera. Sie<br />

können aus der Hand fotografieren, in<br />

unterschiedlichen Lichtsituationen den<br />

ISO-Wert variieren, Objektive auswechseln<br />

und <strong>so</strong> weiter. Der einzige Unterschied ist der<br />

Look der aufgenommen <strong>Bilder</strong> – einfach<br />

überirdisch!<br />

Da Infrarot-Objektivfilter und Infrarot-<br />

Sen<strong>so</strong>rfilter das meiste des sichtbaren Lichts<br />

blockieren und hauptsächlich infrarotes Licht<br />

durchlassen, ist es nicht erstaunlich, wenn<br />

das Belichtungs-Messsystem Ihrer Kamera<br />

Blauer Himmel und Wasser werden schwarz, die Menschen nehmen eine<br />

gespenstische Blässe an, die schaurig, ja verstörend wirkt. Blätter, Gras, Pflanzen und<br />

Getreide erscheinen weiß; die <strong>Bilder</strong> erhalten ein subtiles, diffuses Leuchten, das dem<br />

Ganzen einen sehr träumerischen Effekt verleiht.<br />

Benutzerdefinierter Weißabgleich<br />

Wenn Sie Ihre umgebaute Infrarotkamera zum ersten Mal auspacken<br />

und in Betrieb nehmen, sind die <strong>Bilder</strong> leuchtend rot. Das liegt daran,<br />

dass Ihre Kamera noch nicht weiß, dass sie umgebaut wurde. Sie<br />

denkt, sie nehme ein ganz gewöhnliches Farbfoto auf. Da jedoch die<br />

roten Pixel im Sen<strong>so</strong>r am empfänglichsten für Infrarotlicht sind,<br />

werden auch die <strong>Bilder</strong> rot. Um dies zu beheben, müssen Sie einen<br />

benutzerdefinierten Weißabgleich durchführen. Wie das funktioniert,<br />

entnehmen Sie der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera. Für<br />

gewöhnlich wird dazu ein Foto gemacht, dass dann als Grundlage für<br />

den Weißabgleich dient. Ein Stück gut ausgeleuchteter, grüner Rasen<br />

kann als Referenzfarbe dienen. Manche Fotografen bevorzugen<br />

jedoch einen ExpoDisc-Weißabgleichsfilter, eine Weiß- oder gar eine<br />

Blaukarte. Probieren Sie einfach die unterschiedlichen Methoden<br />

aus, und sehen Sie, welche am besten funktioniert. Unterschiedliche<br />

digitale Kameramodelle neigen dazu, unterschiedliche<br />

Infrarotergebnisse zu produzieren. Wenn der benutzerdefinierte<br />

Weißabgleich durchgeführt ist, verändern Sie ihn nicht mehr,<br />

<strong>so</strong>ndern verwenden Sie ihn als Grundeinstellung Ihrer umgebauten<br />

digitalen Infrarotkamera.<br />

automatischer Weißabgleich<br />

benutzerdefinierter Weißabgleich<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 119


Um die Mittagszeit, wenn die Sonne hoch am Himmel steht,<br />

das Licht hart und die Schatten dunkel sind, kann man<br />

fantastische Infrarot-Aufnahmen machen. Für konventionelle<br />

Landschaftsaufnahmen gilt der Mittag eigentlich als die<br />

schlechteste Tageszeit.<br />

LEE FROST<br />

Falschfarben<br />

Da Sie einen benutzerdefinierten Weißabgleich<br />

durchgeführt haben, werden die Farben nun<br />

nicht mehr leuchtend rot, <strong>so</strong>ndern<br />

hauptsächlich monochrom dargestellt, obwohl<br />

der Sen<strong>so</strong>r noch ein paar Farben aufnimmt.<br />

Diese werden als „Falschfarben” bezeichnet.<br />

Bei manchen Kameras und deren Filterumbau<br />

sind diese Falschfarben sehr subtil, und es sieht<br />

<strong>so</strong> aus, als seien die <strong>Bilder</strong> liebevoll<br />

handkoloriert worden. Vielleicht möchten Sie<br />

diesen Look beibehalten. Bei anderen Kameras<br />

wiederum erscheinen die <strong>Bilder</strong> sepiafarben.<br />

Wenn eine Szene Blautöne enthält, werden<br />

diese offenbar von allen zu Infrarot umgebauten<br />

Kameras in unterschiedlichen Maßen<br />

aufgenommen, jedoch niemals <strong>so</strong> intensiv, wie<br />

sie dem bloßen Auge erscheinen. Auch hier<br />

werden Sie an manchen <strong>Bilder</strong>n Gefallen<br />

finden und entscheiden, den Effekt zu behalten.<br />

Bei anderen <strong>Bilder</strong>n wiederum beschließen Sie<br />

vielleicht, alle Farben zu entfernen und ein<br />

reines Schwarzweißfoto zu schaffen, dass den<br />

Look und das Gefühl alter, mit Infrarotfilm<br />

aufgenommener <strong>Bilder</strong> vermittelt. Wo immer<br />

Falschfarben beibehalten werden <strong>so</strong>llen,<br />

können Sie mit einer als „Tauschen der<br />

Farbkanäle” bekannten Technik ein wenig<br />

herumexperimentieren. Alles, was Sie dazu tun<br />

müssen, ist das Bild in Photoshop zu öffnen,<br />

und dann auf Bild > Korrekturen > Kanalmixer<br />

zu gehen. Die Standardeinstellungen für die<br />

Kanäle lauten Rot 100 Prozent, Grün 0<br />

Prozent, Blau 0 Prozent. Zunächst einmal<br />

setzen Sie Rot auf 0 Prozent und Blau auf 100<br />

Prozent. Grün lassen Sie bei 0 Prozent. Dann<br />

wechseln Sie den Ausgabekanal von Rot zu<br />

Blau, nun setzen Sie Rot auf 100 Prozent, Grün<br />

auf 0 Prozent und Blau auf 0 Prozent. Nun<br />

klicken Sie auf Okay. Als Ergebnis werden die<br />

Farben in dem Bild ausgetauscht, <strong>so</strong> dass die<br />

Bereiche, die vorher eine kühle Farbe hatten,<br />

nun warm wirken, und die Bereiche, die vorher<br />

warm waren, kühl aussehen.<br />

Probleme bekommt. Es kommt öfters zu<br />

Unterbelichtung, aber das können Sie mit<br />

der Belichtungskorrektur in den Griff<br />

bekommen. Außerdem werden Sie sehr<br />

wahrscheinlich feststellen, dass Ihre Kamera<br />

ständig einen bestimmten Wert an<br />

Belichtungskorrektur benötigt. Sie können<br />

diesen Wert al<strong>so</strong> eingestellt lassen und als<br />

Ausgangspunkt verwenden.<br />

In beiden Fällen <strong>so</strong>llten Sie sich<br />

angewöhnen, nicht nur das <strong>Vorschau</strong>bild auf<br />

dem LCD-Display anzuschauen, <strong>so</strong>ndern<br />

auch das Histogramm zu checken. Ältere<br />

Kameras haben im Vergleich zu den<br />

neuesten Modellen nur sehr kleine<br />

<strong>Vorschau</strong>displays, sind al<strong>so</strong> nicht <strong>so</strong> einfach<br />

zu benutzen. Des Weiteren neigen<br />

Infrarotbilder dazu, eine große Menge heller<br />

Farbtöne zu beinhalten, Sie <strong>so</strong>llten al<strong>so</strong><br />

sicherstellen, dass sie gut belichtet sind,<br />

aber nicht <strong>so</strong> stark, dass die Glanzlichter<br />

beginnen, auszureißen. Das Histogramm<br />

zeigt Ihnen dies viel deutlicher, als das<br />

<strong>Vorschau</strong>bild.<br />

Um eine optimale Bildqualität zu erreichen,<br />

ist es darüber hinaus eine gute Idee, nicht in<br />

JPEG, <strong>so</strong>ndern in Raw zu fotografieren, <strong>so</strong><br />

dass Ihre Infrarotbilder nicht komprimiert<br />

werden. Sie müssen in diesen Dateien <strong>so</strong><br />

viele Informationen wie irgend möglich<br />

erhalten, <strong>so</strong> dass Sie später mehr Spielraum<br />

für Ihre Nachbearbeitung haben. Es ist<br />

durchaus möglich, auch dann<br />

hervorragende <strong>Bilder</strong> zu bekommen, wenn<br />

Sie in JPEG schießen, aber Raw ist auf jeden<br />

Fall überlegen.<br />

Das Maß an infraroter Strahlung variiert in<br />

Abhängigkeit von den Wetterbedingungen.<br />

Helle, <strong>so</strong>nnige Tage sind die effektivsten für<br />

die Infrarotfotografie, weil der blaue Himmel<br />

sehr dunkel wird und weiße Wolken sich<br />

stark davon abheben. Blattwerk und<br />

Pflanzen reflektieren bei <strong>so</strong>nnigem Wetter<br />

ebenfalls eine Menge infraroter Strahlen, <strong>so</strong><br />

dass sie strahlend weiß abgebildet werden<br />

und in starkem Kontrast zu dem dunklen<br />

Himmel stehen. Um die Mittagszeit, wenn<br />

die Sonne hoch am Himmel steht, das Licht<br />

hart und die Schatten dunkel sind, kann<br />

man fantastische Infrarotaufnahmen<br />

machen. Normalerweise gilt dies als<br />

schlechte Tageszeit für konventionelle<br />

Landschaftsaufnahmen, weil die<br />

Lichtqualität nicht be<strong>so</strong>nders hoch ist. Für<br />

Infrarot hingegen ist sie ideal. Sie können<br />

al<strong>so</strong> den ganzen Tag nonstop<br />

weiterfotografieren, selbst im Hoch<strong>so</strong>mmer.<br />

Was das Motiv anbelangt, sind<br />

Landschaften und Wälder eine<br />

offensichtliche Wahl, weil sie die<br />

Infraroteffekte <strong>so</strong> gut zeigen, insbe<strong>so</strong>ndere<br />

im Frühling und im Sommer, wenn das Laub<br />

saftig grün und üppig ist. Alte Gebäude wie<br />

Schlösser, Kathedralen und Herrenhäuser<br />

eignen sich ebenfalls sehr gut für eine<br />

Infrarotbehandlung, be<strong>so</strong>nders, wenn sie<br />

von Bäumen umgeben oder von<br />

Kletterpflanzen bewachsen sind. Der<br />

verstorbene Sir Simon Marsden hatte sich<br />

der professionellen Infrarotfotografie<br />

gespenstischer Schauplätze und historischer<br />

Architektur verschrieben. Wenn man seine<br />

Fotos nur anschaute, konnte einem das<br />

schon Angst einjagen!<br />

Da Infrarotbilder zu einem grellen, grafischen<br />

Look tendieren, können Sie eine<br />

Infrarotkamera auch einsetzen, um moderne<br />

Architektur und gewagte, abstrakte <strong>Bilder</strong> zu<br />

fotografieren. Auch für Porträts kann die<br />

LEE FROST<br />

Oben links: Wenn Sie<br />

einen<br />

benutzerdefinierten<br />

Weißabgleich<br />

vornehmen, werden in<br />

einem Bild Falschfarben<br />

aufgenommen. Bei<br />

manchen <strong>Bilder</strong>n mag<br />

der Effekt merkwürdig<br />

aussehen, in der<br />

richtigen Situation<br />

hingegen kann es <strong>so</strong><br />

aussehen, als sei das<br />

Foto von Hand<br />

nachkoloriert worden.<br />

Oben rechts:<br />

Landschaftsaufnahmen<br />

sehen mit Infrarot toll<br />

aus. Der Kontrast<br />

zwischen dem Himmel<br />

und den Pflanzen wird<br />

extrem lebhaft<br />

abgebildet und zeigt die<br />

Effekte der Infrarotfotografie<br />

be<strong>so</strong>nders<br />

deutlich. Anders als bei<br />

der konventionellen<br />

<strong>Fotografie</strong>, kann man<br />

mit Infrarot problemlos<br />

auch mittags<br />

fotografieren.<br />

120 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Infrarot<br />

LEE FROST<br />

Infrarotfotografie eingesetzt werden, <strong>so</strong>wohl<br />

im Studio, als auch bei natürlichem Licht.<br />

Blasse Hauttöne und dunkle Augenringe<br />

mögen nicht unbedingt als schmeichelhaft<br />

betrachtet werden, aber für Leute mit dem<br />

richtigen Look kann dieser Effekt eine tolle<br />

Wirkung erzielen, und es lohnt sich, sie<br />

einmal auszuprobieren. Alternativ können<br />

Sie mit einer Infrarotkamera auch tolle<br />

Juxbilder von Ihren Kindern machen. Gehen<br />

Sie mit einem Weitwinkel-Zoom ganz nah<br />

ran, und bringen Sie sie dazu, witzige<br />

Grimassen zu schneiden.<br />

Apropos: Weitwinkelobjektive sind, wie Sie<br />

feststellen werden, für die Infrarotfotografie<br />

bei weitem besser geeignet als Teleobjektive.<br />

Die gestreckte Perspektive, die<br />

übertriebenen Größenverhältnisse und das<br />

geradezu monströse Blickfeld passen zu<br />

dem Medium und ermöglichen<br />

Bildkompositionen mit einem echten<br />

„Wow”-Faktor. Weitwinkelobjektive geben<br />

außerdem viel mehr Tiefenschärfe, <strong>so</strong> dass<br />

Ihre <strong>Bilder</strong> von vorne bis hinten scharf<br />

werden. Für digitale Spiegelreflexkameras<br />

mit APS-C-Sen<strong>so</strong>r ist ein Zoom im Bereich<br />

von 10 bis 20 mm/12 bis 24 mm ideal.<br />

Infrarotlicht fokussiert im Vergleich zu<br />

sichtbarem Licht auf einen leicht anderen<br />

Punkt. Traditionelle Objektive mit<br />

manuellem Fokus hatten auf dem Gehäuse<br />

eine Markierung mit einer Tabelle für die<br />

Fokussierung bei der Infrarotfotografie.<br />

Wenn man mit einem Infrarotfilm<br />

fotografierte, konnte man das Objektiv ganz<br />

normal fokussieren, und es dann <strong>so</strong><br />

anpassen, dass stattdessen der Infrarotindex<br />

verwendet wurde. Auf diese Weise war<br />

sichergestellt, dass das Motiv scharf war. Bei<br />

einer modifizierten Infrarotkamera ist dies<br />

nicht nötig, weil das Fokussystem beim<br />

Umbau neu kalibriert wird. Sie brauchen<br />

al<strong>so</strong> nur ganz normal zu fokussieren. Wenn<br />

Sie bei f/8 oder kleiner fotografieren, wird die<br />

Tiefenschärfe <strong>so</strong> stark sein, dass jede<br />

Veränderung am Fokus <strong>so</strong>wie<strong>so</strong><br />

ausgeglichen wird.<br />

Man muss auch betonen, dass manche<br />

Objektive besser zur Benutzung mit einer<br />

digitalen Infrarotkamera geeignet sind, als<br />

andere. Wenn Sie al<strong>so</strong> eine Kamera<br />

einschicken, um sie umbauen zu lassen,<br />

<strong>so</strong>llten Sie auf jeden Fall angeben, welches<br />

Zoomobjektiv Sie wahrscheinlich am<br />

häufigsten mit dieser Kamera benutzen<br />

werden. So kann der Techniker dies<br />

berücksichtigen, wenn er die Kamera neu<br />

kalibriert. Und vielleicht hat er ja <strong>so</strong>gar noch<br />

ein paar Tipps für Sie auf Lager, die Sie bei<br />

der Benutzung berücksichtigen <strong>so</strong>llten.<br />

Manche Weitwinkel-Zoomobjektive<br />

produzieren recht weich gezeichnete<br />

Ergebnisse, wenn Sie an einer<br />

Infrarotkamera angebracht werden, <strong>so</strong>fern<br />

man sie nicht mit einer kleinen Blende wie<br />

zum Beispiel f/16 oder f/22 verwendet.<br />

Andere wiederum produzieren ein<br />

Schlaglicht mitten im Bildausschnitt. Wenn<br />

Sie auf ein <strong>so</strong>lches Hindernis treffen, lohnt<br />

sich jeder Versuch, dieses zu überwinden.<br />

<strong>Digitale</strong> Infrarotfotografie ist weitaus<br />

einfacher und vielseitiger, als es die Arbeit<br />

mit Infrarotfilmen jemals war. Die Ergebnisse<br />

hingegen können wirklich erstaunlich sein.<br />

Und davon abgesehen, was würden Sie<br />

<strong>so</strong>nst mit Ihrer alten Spiegelreflexkamera<br />

machen, außer, sie als teuren<br />

Briefbeschwerer zu benutzen?<br />

INFRAROTFILTER<br />

Wenn Sie Ihre<br />

Kamera nicht<br />

umbauen lassen<br />

möchten, können Sie<br />

einen fast<br />

undurchsichtigen<br />

Infrarotfilter auf Ihr<br />

Objektiv setzen. Der<br />

Hoya R72 ist dabei<br />

einer der beliebtesten.<br />

Da er <strong>so</strong> dunkel ist,<br />

müssen Sie zuerst<br />

fokussieren. Dabei<br />

werden Sie oftmals<br />

feststellen, dass die<br />

Belichtungsmessung<br />

der Kamera nicht<br />

korrekt arbeitet. Sie<br />

benötigen eine lange<br />

Belichtungszeit und<br />

<strong>so</strong>mit auch ein Stativ.<br />

Die Ergebnisse<br />

können sehr<br />

beeindruckend sein,<br />

aber der Prozess ist<br />

schwieriger und auch<br />

zeitraubender.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 121


Verarbeitung der<br />

Infrarot-Datei<br />

JORDAN BUTTERS: Auch wenn eine<br />

modifizierte digitale Spiegelreflexkamera,<br />

die auf einen geeigneten Weißabgleich<br />

eingestellt ist, <strong>Bilder</strong> mit einem starken<br />

Infraroteffekt erzeugen kann, muss man<br />

die Raw-Dateien anschließend immer noch etwas<br />

bearbeiten, um das beste aus ihnen herauszuholen.<br />

Man hat die Auswahl, die Infarotbilder mit<br />

Falschfarben, kanal-vertauschten Farben oder<br />

traditionell in schwarzweiß mit dem typischen<br />

Infrarotglanz zu präsentieren. Wenn Sie in Photoshop<br />

mit Einstellungsebenen arbeiten, wird keine dieser<br />

Einstellungen das Bild zerstören, und Sie können die<br />

Einstellungen jederzeit ändern. Folgen Sie unserem<br />

Leitfaden, um aus Ihren Infrarotbildern<br />

atemberaubende Ergebnisse zu erzielen. Aber denken<br />

Sie immer daran, dass es keine festen Regeln gibt,<br />

al<strong>so</strong> trauen Sie sich ruhig, zu experimentieren.<br />

Geisterhaftes Mädchen<br />

Gespenstische Porträts<br />

können mit Infrarot<br />

ziemlich einfach erzeugt<br />

werden, und das macht<br />

großen Spaß.<br />

Öffnen Sie die Raw-Datei Das Nutzen eines<br />

1 spezielles DNG-Profils ermöglicht Ihnen, die<br />

Raw-Datei in ACR zu öffnen. Wenn Sie das nicht tun,<br />

kann Ihr Bild einen Rotstich erhalten: Lesen Sie mehr<br />

darüber in unseren FAQ. Das ist natürlich nicht<br />

problematisch, wenn Sie das Bild in schwarzweiß<br />

konvertieren.<br />

Den Roten Kanal tauschen Wählen Sie den<br />

2 Schalter Neue Einstellungsebene hinzufügen in<br />

der Ebenenpalette und wählen Sie den Kanalmixer.<br />

Wählen Sie als Ausgabekanal Blau in der<br />

Einstellungspalette und ziehen Sie den Schieberegler<br />

Rot auf 0 % und den Schieberegler Blau auf 100 %.<br />

Den Blauen Kanal tauschen Jetzt wählen Sie als<br />

3 Ausgabekanal Blau und ziehen den<br />

Schieberegler Rot auf 100 % und den Schieberegler<br />

Blau auf 0 %. Wenn Sie auf das Menü oben rechts in<br />

der Einstellungspalette klicken, können Sie diesen<br />

Kanaltausch als Voreinstellung für die spätere<br />

Wiederverwendung speichern.<br />

Den Tonbereich erweitern In dieser Phase kann<br />

4Ihr Bild ein wenig flach aussehen. Fügen Sie eine<br />

weitere Einstellungsebene hinzu und wählen<br />

Gradationskurven. In der Einstellungspalette klicken<br />

Sie auf den Schalter Auto. Weitere Anpassungen<br />

können je nach Notwendigkeit vorgenommen<br />

werden.<br />

Die Sättigung anpassen Eventuell möchten Sie<br />

5 die endgültigen Farben noch etwas verfeinern.<br />

Fügen Sie eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung<br />

hinzu und passen Sie die Sättigung der einzelnen<br />

Kanäle an. Ich habe hier die Sättigung des Roten<br />

Kanals auf 0 abgesenkt.<br />

122 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Infrarot<br />

In Schwarzweiß konvertieren Wenn Sie Ihr Bild<br />

6 lieber in schwarzweiß konvertieren möchten,<br />

können Sie die Schritte zwei, drei und fünf<br />

überspringen. Fügen Sie statt dessen eine<br />

Einstellungsebene Schwarzweiß hinzu und stellen<br />

Sie die Kanäle entsprechend ein, um den Effekt<br />

anzupassen.<br />

Ahmen Sie einen Film-Infrarotglanz nach Als<br />

7 letzten Feinschliff können Sie einen verträumten<br />

Glanz und Körnung hinzufügen, damit das Bild <strong>so</strong><br />

aussieht als sei es mit einem Infrarotfilm<br />

aufgenommen worden.<br />

DANIEL LEZANO<br />

Infrarot FAQ<br />

Wenn ich mein Infrarotbild mit Adobe Camera<br />

F Raw öffne, erhält es einen starken Rotstich, den<br />

ich nicht korrigieren kann. Warum ist das <strong>so</strong> und was<br />

kann ich dagegen tun?<br />

Bei einigen Programmen gibt es Probleme bei der<br />

Verarbeitung von Infrarot-Raw-Dateien, insbe<strong>so</strong>ndere<br />

bei Adobe Camera Raw, da die Farbtemperatur eines<br />

Infrarotbildes unterhalb der Parameter des Bereichs<br />

von ACR ist. Der kälteste Weißabgleich von ACR ist<br />

2000K, aber Infrarot befindet sich im Bereich von<br />

1200 bis1800K. Wenn Sie ein Bild in ACR<br />

importieren, wird es zu 2000K konvertiert – und<br />

darum erhalten Sie den unabänderlichen Farbstich.<br />

Das ist wirklich nur dann ein Problem, wenn Sie ein<br />

farbiges Infrarotbild haben möchten, denn an<strong>so</strong>nsten<br />

konvertieren Sie es einfach in schwarzweiß. Für dieses<br />

Problem gibt es jedoch eine Lösung: Sie können ein<br />

spezielles DNG-Profil erzeugen, das Sie für den Import<br />

Ihrer <strong>Bilder</strong> verwenden können, mit dem der<br />

Temperaturbereich von ACR erweitert wird (gehen Sie<br />

zu www.adobe.com/support für weitere<br />

Informationen), oder alternativ nutzen Sie die<br />

Raw-Konvertierungs-Software Ihres Kameraherstellers.<br />

Die Stärke des Farbstichs kann sehr unterschiedlich<br />

sein, da jede Marke und <strong>so</strong>gar jedes Modell von<br />

digitalen Spiegelreflexkameras unterschiedlich auf eine<br />

Infrarotkonvertierung reagiert. Wenn Sie das<br />

zusammen mit dem speziellen Weißabgleich<br />

betrachten (je nachdem, ob sich dieser an einem Fels,<br />

einem immergrünen Strauch oder einem Stück Wiese<br />

orientiert), wird deutlich, warum zwei Infrarotbilder, die<br />

mit verschiedenen Kameras aufgenommen werden,<br />

selten identisch aussehen.<br />

Kann ich in Photoshop einen Pseudo-Infraroteffekt<br />

F erzeugen?<br />

Ja, das geht, aber wir würden Ihnen auf jeden Fall<br />

empfehlen, sich für die Infrarot-Voreinstellungen Silver<br />

Efex Pro 2 oder Color Efex Pro 2 von Nik Software<br />

anzuschaffen, da die manuelle Konvertierung in<br />

Photoshop sehr lange dauert und es schwierig ist, gute<br />

Resultate zu erzielen. Sie können eine kostenlose<br />

Testversion der Plug-Ins installieren, wenn Sie auf<br />

www.nik<strong>so</strong>ftware.com gehen.<br />

Ich interessiere mich für die Astrofotografie.<br />

F Welche Infrarotfilter brauche ich dafür?<br />

Wir empfehlen Ihnen, einen Klarglasfilter aufzustecken<br />

– <strong>so</strong>wohl Protech Photographic (protechrepairs.co.uk)<br />

und ACS (www.advancedcameraservices.co.uk) bieten<br />

diesen Service – damit Ihre Kamera empfindlich auf<br />

das volle EM-Spektrum reagiert. Damit können Sie mit<br />

Ihrer Kamera <strong>Bilder</strong> vom fernen Weltraum machen. Im<br />

Prinzip ist <strong>so</strong> ein Filter ein Stück klares optisches Glas,<br />

mit dem das gesamte Lichtspektrum den Sen<strong>so</strong>r<br />

erreichen kann. Sie können anschließend weitere Filter<br />

auf das Objektiv stecken, um unerwünschte<br />

Frequenzen auszuschalten, wenn Sie dies wünschen.<br />

Kann ich meinen Infrarotfilter säubern?<br />

F Ein Infrarotfilter ist normalerweise haltbarer als der<br />

heiße Spiegelfilter, den er ersetzt, daher können Sie ihn<br />

auf die gleiche Art reinigen, wie Sie auch den Sen<strong>so</strong>r<br />

der Kamera reinigen. Schauen Sie sich nach<br />

Sen<strong>so</strong>r-Reinigungsprodukten von Green Clean (www.<br />

flaghead.co.uk) und Arctic Butterfly (www.visibledust.<br />

com) um. Beachten Sie, dass die<br />

Hochgeschwindigkeits-Vibrations-Reinigungs-Systeme,<br />

mit denen die meisten digitalen Spiegelreflexkameras<br />

ausgestattet sind, nicht mehr <strong>so</strong> gut funktionieren,<br />

wenn die Kamera umgebaut wurde.<br />

Kann ich LiveView benutzen oder Filme<br />

F aufzeichnen, wenn meine Kamera umgebaut<br />

wurde?<br />

Ja, beide Einrichtungen sind möglich. Mit LiveView<br />

können Sie die Welt <strong>so</strong> sehen, wie Ihr Sen<strong>so</strong>r sie sieht,<br />

daher kann es nützlich zur Gestaltung einer Aufnahme<br />

mit Infrarotlicht sein. Mit Infrarot können Sie sehr<br />

gespenstische Videos aufzeichnen.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE \ 123


Machen Sie aus Ihrer Kamera eine Infrarotkamera!<br />

Möchten Sie Infrarot gerne einmal ausprobieren? Hier erklären wir Ihnen, wie Sie Ihre Ersatzkamera umbauen lassen können.<br />

ES IST ZWAR AUCH MÖGLICH Ihre Kamera selbst<br />

umzubauen, aber Sie laufen dabei Gefahr den Sen<strong>so</strong>r<br />

ernsthaft zu beschädigen, daher <strong>so</strong>llten Sie den<br />

Umbau lieber professionell von Experten durchführen<br />

lassen. In Großbritannien gibt es zwei Unternehmen,<br />

die einen Infrarot-Konversions-Service bieten und wir<br />

haben beide für diesen Artikel getestet. Sie werden<br />

sicherlich gerne hören, dass der Service und die<br />

Handwerkskunst von beiden Unternehmen vorbildlich<br />

war. Wenn Sie darüber nachdenken, Ihre Kamera zu<br />

einer Infrarotkamera umzubauen, <strong>so</strong>llten Sie wissen,<br />

dass einige Modelle dafür besser geeignet sind als<br />

andere.<br />

Welche Kamera geht am besten für<br />

Infrarot?<br />

Die meisten Fotografen schicken entweder eine alte<br />

digitale Spiegelreflexkamera ein, die Sie nicht mehr<br />

brauchen, oder Sie kaufen eine gebrauchte digitale<br />

Spiegelreflexkamera für den Umbau. Es macht<br />

nichts, wenn das Modell schon etwas älter ist, die<br />

meisten digitalen Spiegelreflexkameras können<br />

modifiziert werden. Allerdings haben neuere<br />

Modelle den Vorteil einer höheren Auflösung, eines<br />

größeren LCD-Monitors und nützliche Merkmale<br />

wie z. B. LiveView. Das <strong>so</strong>llte Sie jedoch nicht davor<br />

abschrecken, es mit digitalen Spiegelreflexkameras<br />

aus älteren Generationen zu probieren, wie der<br />

Canon EOS 10D oder Nikon D3000, die beide für<br />

den Umbau geeignet und als gebrauchte Kameras<br />

z. B. über eBay recht günstig zu erwerben sind.<br />

Eine der besten Kameras für IR-Konversion ist die<br />

Nikon D70, die sehr gute Infrarot-Ergebnisse erzielt.<br />

Wenn Sie mit Faktoren wie der 6,1 Millionen<br />

Pixel-Auflösung und einem 4,5cm LCD-Monitor<br />

leben können, finden Sie diese Kameras (oder die<br />

D70s Variante) bei eBay für ungefähr 150 Euro.<br />

Über eBay können Sie bei digitalen<br />

Spiegelreflexkameras richtige Schnäppchen<br />

machen – die Pentax*istDL ist zwar kein Favorit für<br />

IR-Konversion, aber wir haben während der<br />

Recherchen für diesen Artikel welche bei eBay für<br />

weniger als 65 Euro gesehen!<br />

Alternativ können Sie eine Kamera kaufen, die<br />

schon umgebaut worden ist – die gibt es von Zeit zu<br />

Zeit bei eBay, und <strong>so</strong>wohl ACS als auch Protech<br />

haben manchmal umgebaute digitale<br />

Spiegelreflexkameras im Angebot, daher lohnt es<br />

sich, einmal nachzufragen. Protech bietet auch<br />

einen Mietservice für seine umgebaute Nikon D70S<br />

für 65 Euro die Woche, warum al<strong>so</strong> vor dem Kauf<br />

nicht erst mal ausprobieren?<br />

Welche Infrarot-Konversion brauchen Sie?<br />

Wenn Sie sich entschieden haben, dass Sie Ihre Kamera<br />

zu einer Infrarotkamera umbauen lassen möchten,<br />

müssen Sie als nächstes entscheiden, welche Art von<br />

Infrarotfilter Sie nehmen. In den Anfangszeiten der<br />

IR-Konversion hatten Sie keine Wahl, aber heute können<br />

Sie entscheiden, welche Art unsichtbaren Lichtes der<br />

Sen<strong>so</strong>r einfängt. Im Prinzip gilt, je höher die Nanometer-<br />

Zahl, desto empfindlicher reagiert der Filter auf Infrarot<br />

und desto größer ist der Effekt bei den <strong>Bilder</strong>n. Am<br />

gängigsten ist die 720 nm-Variante, oder für die<br />

eingefleischten Schwarzweiß-Fans 830 nm.<br />

1) 590 nm Wählen Sie diesen Filter, wenn Sie extreme Effekte mit<br />

Falschfarben haben möchten. Dieser Filter ist<br />

gewöhnungsbedürftig und nicht die erste Wahl, wenn Sie neu in<br />

IR sind.<br />

2) 665 nm Wenn Sie den Look von zarten Infrarotfarben mögen,<br />

dann ist dies Ihr Filter, da hierbei mehr von dem sichtbaren<br />

Lichtspektrum den Sen<strong>so</strong>r erreicht. Sie können mit diesem Filter<br />

auch noch schwarzweiße <strong>Bilder</strong> bekommen, wenn Sie diese in<br />

der Nachbearbeitung konvertieren, aber das kann eventuell etwas<br />

arbeitsaufwändig sein, wenn Sie ein gutes Ergebnis erzielen<br />

möchten.<br />

3) 720 nm Dies ist die Standardoption für IR-Konversionen – die<br />

meisten Leute entscheiden sich hierfür, da sie eine starke<br />

Schwarzweiß-Konversion bietet, ohne die Option für farbige<br />

Infrarotergebnisse zu eliminieren. Hiermit kann der digitale Sen<strong>so</strong>r<br />

Ihrer Kamera das ganze Infrarotlicht und eine kleine Portion des<br />

Farblichtspektrums einfangen. Um Beispiele für farbige<br />

Infrarotbilder zu sehen, schauen Sie sich unsere Musterbilder an.<br />

4) 830 nm Wenn Sie tiefes Schwarz und helles Weiß möchten,<br />

und nicht viel Zeit mit der Nachbearbeitung verbringen möchten,<br />

fragen Sie nach diesem Filter. Damit wird nur das Infrarotlicht-<br />

Spektrum durchgelassen, <strong>so</strong> dass Sie nur monochrome <strong>Bilder</strong> mit<br />

hohem Kontrast erzielen können.<br />

Klarglasfilter Eine klare Folie aus optischem Glas wird benutzt.<br />

Dieser Klarglasfilter wird nur für spezielle Anwendungen wie<br />

Astrofotografie verwendet.<br />

Quartzfenster Diese Option wird im allgemeinen nur von<br />

Fotografen genutzt, die in speziellen wissenschaftlichen Bereichen<br />

arbeiten. Das beinhaltet das <strong>Fotografie</strong>ren in UV bei der<br />

Tatort-<strong>Fotografie</strong>, medizinischen Anwendungsbereiche wie das<br />

Aufdecken von Hautkrankheiten und die Restauration von<br />

Gemälden.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

Welche Objektive Sie nutzen <strong>so</strong>llten<br />

- und welche besser nicht!<br />

Wenn Ihr Objektiv hier nicht aufgelistet ist, probieren<br />

Sie es aus und überprüfen Sie, ob es Hotspots gibt –<br />

fotografieren Sie Testbilder mit allen Blenden, aber<br />

denken Sie daran, dass Hotspots wahrscheinlicher<br />

bei kleineren Blenden auftauchen. Diese Liste ist<br />

nicht umfassend und die Leistung Ihres Objektivs<br />

kann besser oder schlechter als ein anderes Modell<br />

des gleichen Objektivs sein, daher probieren Sie es<br />

aus, um die Leistung zu überprüfen.<br />

Gut für Infrarot-<strong>Fotografie</strong><br />

Canon EF 28mm f/2.8<br />

Canon EF 50mm f/1.8 (Mk I & Mk II)<br />

Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM<br />

Canon EF 17-40mm f/4L USM<br />

Canon EF 24-70mm f/2.8 L USM<br />

Canon EF 24-85mm f/3.5-4.5 USM<br />

Nikon 20mm f/2.8D<br />

Nikon AF-S 12-24mm f/4G<br />

Nikon AF-S 18-55mm f/3.5-5.6<br />

Nikon AF-S 24-70mm f/2.8G<br />

Pentax DA 18-55mm f/3.5-5.6<br />

Pentax 50mm f/1.4<br />

Pentax 12-24mm f/4L<br />

Bei Infrarot-<strong>Fotografie</strong> besser vermeiden<br />

Canon EF 20mm f/2.8<br />

Canon EF 24mm f/2.8<br />

Canon EF 16-35mm f/2.8 USM<br />

Canon EF 16-35mm f/2.8 II USM<br />

Canon EF-S 17-85 f/3.5-4.5 IS USM<br />

Canon EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 USM<br />

Canon EF 20-35mm f/2.8 USM<br />

Canon EF 28-70mm f/2.8L USM<br />

Nikon 24mm f/2.8D<br />

Nikon 35mm f/1.4 und 35mm f/1.8<br />

Nikon 50mm f/1.4 und 50mm f/1.8D Mk I<br />

Nikon AF-S 24-70mm f/2.8<br />

Pentax SMC DA 16-45mm<br />

124 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Infrarot<br />

Protech Repairs<br />

www.protechrepairs.co.uk<br />

Mit Sitz in Ukfield, East Sussex, ist Protech ein<br />

etabliertes Reparaturunternehmen, das seit über<br />

25 Jahren im Geschäft ist, und vor etwa vier<br />

Jahren damit begann, einen Infrarot-Konversions-<br />

Service anzubieten. Protech baut nur digitale<br />

Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon um,<br />

<strong>so</strong>wie die Fuji FinePix S5 Pro. Die Preise für<br />

Nikonkameras fangen bei 270 Euro für die D70,<br />

D1 und D1x an, andere APS-C Modelle kosten 320<br />

Euro, während FX-Format (Vollformat)-Kameras<br />

385 Euro kosten. Die Konversion der Fuji S5 Pro<br />

kostet 320 Euro. Die Arbeit, die eine 12monatige<br />

Garantie einschließt, beinhaltet die Reinigung der<br />

Kamera und stellt sicher, dass sie nach der<br />

Infrarot-Konversion vollständig funktioniert,<br />

einschließlich der Kalibrierung des Fokus. Neben<br />

den 590 nm-, 665 nm-, 720 nm- und 830<br />

nm-Konversionen ist auch die Option Klarglasfilter<br />

erhältlich.<br />

Jordan Butters schickte seine EOS 450D für eine<br />

720 nm-Konversion ein, und das Paket kam<br />

innerhalb von wenigen Tagen zurück. Es enthielt<br />

vollständig die aufgearbeitete EOS 450D. Protech<br />

hat <strong>so</strong> gearbeitet, dass man der Kamera von außen<br />

nicht ansah, dass sie umgebaut wurde. Die<br />

Kamera wurde mit einem voreingestellten<br />

Weißabgleich geliefert, <strong>so</strong> dass sie direkt benutzt<br />

werden konnte. Protech gab außerdem Hinweise,<br />

wie der Weißabgleich selbst eingestellt werden<br />

kann, was wichtig ist, wenn man bei<br />

unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografiert.<br />

Konvertierte Canon EOS 450D<br />

Ein Probeshooting mit einem Canon EF 17 - 400<br />

mm f/4L Zoomobjektiv ergab, dass die <strong>Bilder</strong><br />

scharf sind und der Autofokus genau<strong>so</strong> akkurat ist<br />

wie vor der Konversion. Der 720 nm-Filter<br />

produziert fantastische Schwarzweiß-<strong>Bilder</strong> oder,<br />

nach kurzer Anwendung von Kanaltausch,<br />

atemberaubende blaue Himmel und weißes Laub.<br />

Die Kompetenz von Protech im Bereich von<br />

Infrarotkonversionen ist deutlich und der<br />

telefonische Support und Kundendienst, <strong>so</strong>wohl<br />

vor als auch nach dem Kauf, waren einwandfrei.<br />

Originalszene<br />

Advanced Camera Services<br />

www.advancedcameraservices.co.uk<br />

Mit Sitz in Norfolk konvertiert ACS Kameras<br />

schon seit einigen Jahren und bietet nachweislich<br />

Kompetenz und guten Service. ACS bearbeitet die<br />

meisten Marken von digitalen Spiegelreflexkameras<br />

<strong>so</strong>wie auch Kompaktsystemkameras und<br />

Premium-Kompaktkameras. Spiegelreflexkameras<br />

von Canon, Nikon, Sony, Pentax und Minolta<br />

können konvertiert werden, aber die E-Reihe von<br />

Olympus bleibt außen vor. Es <strong>so</strong>llte darauf<br />

hingewiesen werden, dass einige frühe Modelle der<br />

D-Reihe von Pentax *ist nicht be<strong>so</strong>nders gut<br />

verarbeitet wurden und Ersatzteile für die digitalen<br />

Spiegelreflexkameras von Minolta sehr schwer zu<br />

bekommen sind, <strong>so</strong> dass der Umbau oft nur auf<br />

eigenes Risiko des Besitzers durchgeführt werden<br />

kann. Die Lumix G von Pana<strong>so</strong>nic und die<br />

PEN-Kompaktkameras von Olympus können<br />

konvertiert werden, genau wie die PowerShot<br />

G-Reihe (G9 bis G12) von Canon.<br />

ACS bietet Erweiterung<strong>so</strong>ptionen für<br />

Infrarotkonversion, einschließlich 590 nm, 665<br />

nm, 720 nm und 830 nm. Außerdem bietet es<br />

Quartzfenster und UV-Konversion, was für spezielle<br />

Anwendungsbereiche wie in der Medizin oder bei<br />

der Tatortfotografie Verwendung findet.<br />

Bevor ACS eine Kamera konvertiert, überprüft ACS<br />

die Kamera nach den Spezifikationen des<br />

Herstellers, um festzustellen, ob sie korrekt<br />

funktioniert. Nach der Infrarotkonversion wird der<br />

hintere Fokus für Infrarot zurückgesetzt. Die<br />

Bearbeitung enthält eine sechsmonatige Garantie.<br />

Konvertierte Samsung GX10<br />

Die Kosten beginnen bei etwa 320 Euro. Einige<br />

Modelle einschließlich der Vollformat- und<br />

halbprofessionellen digitalen Spiegelreflexkameras<br />

wie die D300-Reihe von Nikon liegen bei 375<br />

Euro. Professionelle Modelle wie die Nikon D3X<br />

können auf Bestellung konvertiert werden.<br />

Unser Redakteur Daniel Lezano schickte eine<br />

Samsung GX-10 (10,2 Megapixel) für eine<br />

720 nm Konversion ein. Nach einer Woche kam<br />

die Kamera zurück und funktionierte einwandfrei.<br />

DNG (Raw)-Dateien, die mit einem 18 - 55 mm<br />

Zoom und einem Pentax 12 - 24 mm<br />

aufgenommen wurden, sind scharf und haben<br />

einen starken Infrarot-Effekt. ACS kann aufgrund<br />

Originalszene<br />

seiner Kompetenz, seinem schnellen Service und<br />

der Bandbreite der Kameras, die konvertiert<br />

werden können, uneingeschränkt empfohlen<br />

werden.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 125


<strong>Digitale</strong><br />

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Ihre Kamera verstehen<br />

Videofunktionen<br />

HD-Video & Kunstfilter<br />

In dieser Ausgabe berichten wir über zwei neue Funktionen, die digitale<br />

Spiegelreflexkameras bieten. Wenn Sie noch nie probiert haben, mit der Kamera zu filmen oder<br />

eingebaute Effekte zu benutzen, ist dies Ihre Gelegenheit!<br />

EINIGE DER GRÖSSTEN Fortschritte in der Kameratechnologie der<br />

letzten paar Jahre drehten sich um das Filmen von Videos. Es ist<br />

noch nicht lange her, da war es nicht möglich, Filme auf digitalen<br />

Spiegelrefl exkameras zu drehen. Daher handelt es sich schon um<br />

eine echte Revolution, dass digitale Spiegelrefl exkameras<br />

heutzutage regelmäßig in Hollywood dazu benutzt werden, um<br />

Blockbuster-Filme und führende Fernsehserien zu drehen. Ihre<br />

Tragbarkeit und der günstige Preis im Vergleich zu einer Standard-<br />

Filmausrüstung in Kombination mit den Vorzügen des größeren<br />

Filmsen<strong>so</strong>rs hat insbe<strong>so</strong>ndere für Canon und Nikon einen<br />

bedeutenden neuen Markt eröffnet. Aber nicht nur die Profi s sehen<br />

die Vorzüge – auch Amateure genießen es, hochqualitative<br />

Standbilder und, nur einen Knopfdruck entfernt, auch<br />

Videoaufnahmen zu machen. Früher hätte man <strong>so</strong>wohl eine<br />

Fotokamera als auch eine Videokamera benötigt, aber heute reicht<br />

eine digitale Spiegelrefl exkamera (oder eine Kompaktkamera), um<br />

Filme aufzunehmen, die in HD zuhause angesehen werden können.<br />

Der Arbeitsablauf beim Filmen ist relativ simpel, aber es gibt eine<br />

Reihe von Modellen, Formaten und Einschränkungen, deren man<br />

sich bewusst sein <strong>so</strong>llte, und über die wir hier im einzelnen<br />

berichten: Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie von nun an nicht nur<br />

tolle Fotos, <strong>so</strong>ndern auch Filme machen können. In dieser Ausgabe<br />

berichten wir auch über Kunstfi lter, eine weitere Einrichtung, die<br />

sich bei Digitalkameras wachsender Beliebtheit erfreut. Damit<br />

können Sie Ihre <strong>Bilder</strong> mit Spezialeffekten versehen (bei einigen<br />

Kameras auch Ihre Videos), ohne dass Sie sie anschließend noch<br />

bearbeiten müssen. Es gibt eine große Bandbreite davon, einige sind<br />

es ab<strong>so</strong>lut wert, ausprobiert zu werden, andere <strong>so</strong>llte man besser<br />

vermeiden. Die gängigsten davon sind in unserem Leitfaden<br />

enthalten.<br />

Wenn Sie noch nie probiert haben HD Videos zu fi lmen oder<br />

Kunstfi lter-Effekte auf Ihre <strong>Bilder</strong> anzuwenden, ist es nun an der<br />

Zeit, dies auszuprobieren.<br />

/ DIGITAL SLR PHOTOGRAPHY JUNE 2012


Ihre Kamera verstehen<br />

HD-Video: Einführung<br />

Das Aufnehmen von Videos mit Ihrer DSLR war noch nie <strong>so</strong> einfach, vielseitig und qualitativ besser – probieren Sie es aus!<br />

VIELE VIDEOFILMER sind von den Einschränkungen<br />

überrascht, denen Sie beim Aufnehmen von Videos<br />

mit Spiegelreflex- oder Systemkameras begegnen,<br />

insbe<strong>so</strong>ndere bei Einsteiger- und mittelgroßen<br />

Modellen. Obwohl Spiegelreflexkameras optimal<br />

geeignet sind für qualitativ hochwertiger Standbilder,<br />

sind die Tücken bei den Autofokus- und<br />

Belichtungseinstellungen oftmals frustrierend. Doch<br />

mit einem Grundverständnis dieser Dinge können Sie<br />

die Probleme lösen. Am allerwichtigsten ist es, für das<br />

Aufnehmen von Videos eine andere<br />

Herangehensweise zu verwenden als bei<br />

Standbildern. Änderungen an den Belichtungs- und<br />

Fokuseinstellungen müssen beim Aufnehmen von<br />

Videos vorgenommen werden, bevor Sie den<br />

Aufnahmeknopf drücken. Jegliche Änderungen, die<br />

Sie danach vornehmen, werden aufgezeichnet. Hier<br />

sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten<br />

müssen:<br />

1 2<br />

Belichtung: Theoretisch können Sie alle der vier<br />

grundlegenden Belichtungsmodi verwenden, die Sie<br />

auch für Standbilder benutzen: Programmautomatik,<br />

Blendenautomatik, Zeitautomatik oder manuell.<br />

Programmautomatik ist am einfachsten zu verwenden,<br />

doch wenn die Kamera volle Kontrolle hat, ist es<br />

womöglich nicht die beste Option, da die Kamera die<br />

Verschlusszeiten und Öffnungsweiten ändert, um die<br />

unterschiedlichen Lichtwerte auszugleichen. Mit der<br />

Einstellung Blendenautomatik können Sie die<br />

Verschlusszeit auswählen. Dies ist wichtig, da Sie<br />

<strong>so</strong>mit steuern können, auf welche Art Bewegungen in<br />

Ihrem Video aufgenommen werden. Der Nachteil ist,<br />

dass Sie die Tiefenschärfe nicht mehr steuern können.<br />

Tiefenschärfe ist ein wichtiges Kriterium beim<br />

Aufnehmen guter Videos. Die Wahl der<br />

Zeitautomatikeinstellung ist logisch, doch dadurch<br />

verlieren Sie die Kontrolle darüber, wie Bewegungen<br />

aufgenommen werden. Daraus folgt, dass der<br />

manuelle Modus die beste Wahl ist. Sie bestimmen die<br />

Öffnungsweite und Verschlusszeiten, die am besten zu<br />

der Szene passen. Anhand des ISO-Werts, Graufilters<br />

und der Belichtung können Sie das Video <strong>so</strong><br />

aufnehmen, wie Sie es möchten. Wenn Sie im<br />

manuellen Modus filmen, dann müssen Sie sich keine<br />

Gedanken über das verwendete Messmuster machen,<br />

da Sie die Öffnungsweite und Verschlusszeiten stets<br />

steuern können. Sollten Sie sich jedoch für den<br />

halbautomatischen oder Programmautomatikmodus<br />

entscheiden, dann <strong>so</strong>llten Sie sich gründlich Gedanken<br />

darüber machen, welches Messmuster am besten zu<br />

der Szene passt. Matrixmessung ist gut für den Anfang,<br />

doch Gegenlichtaufnahmen führen dazu, dass das<br />

Hauptmotiv unterbelichtet ist und unabhängig davon,<br />

wie schnell Sie die Belichtung anhand von<br />

Übersteuerungen wie Belichtungskorrektur<br />

ausgleichen, wird in Ihren Aufnahmen das Motiv<br />

verdunkelt erscheinen. Punktmessung ist eine gute<br />

Wahl, wenn Ihr Motiv ein Mittelton ist und das<br />

Messfeld nicht verlässt. Mittenbetonte Messung ist<br />

optimal, wenn unter normalen Umständen gefilmt<br />

wird. Doch keine dieser Optionen gewährt Ihnen die<br />

Steuerungsvielfalt, die Sie im manuellen Modus haben.<br />

Letztendlich <strong>so</strong>llten Sie die Auswirkung der<br />

Weißabgleicheinstellung auf Ihr Video nicht<br />

unterschätzen. Die muss richtig eingestellt werden,<br />

an<strong>so</strong>nsten werden Ihre Videos einen Farbstich haben.<br />

Die Option Auto-Weißabgleich <strong>so</strong>llte nur verwendet<br />

werden, wenn Sie in einem Umfeld filmen, in dem das<br />

Risiko der Veränderung der Belichtungsverhältnisse<br />

nicht besteht. Sie <strong>so</strong>llten am Besten vor jeder<br />

Aufnahme eine manuelle Weißabgleichsmessung<br />

vornehmen. Dies geschieht schnell und ist sehr<br />

einfach.<br />

Fokussierung: Wenn Sie glauben, dass der<br />

Videomodus Ihrer Kamera Videos anhand des<br />

reaktionsfähigen, schnellen und genauen AF<br />

aufnimmt, an den Sie von der Aufnahme von<br />

Standbildern gewohnt sind, werden Sie<br />

wahrscheinlich enttäuscht werden. Die technischen<br />

Be<strong>so</strong>nderheiten der Funktionsweise von LiveView<br />

einer Kamera sind eng mit der Funktionsweise der<br />

Video-Funktion verknüpft, und wie Sie<br />

wahrscheinlich bereits wissen, unterscheidet sich die<br />

Scharfe Videos im Gehen:<br />

Wenn Sie Videografie<br />

wirklich ernst nehmen,<br />

dann ist ein gutes<br />

Schulterstativ unerlässlich<br />

für die Aufnahme scharfer<br />

Videos.<br />

Leistung des LiveView-AF von Kamera zu Kamera.<br />

Wenn Ihre Kamera im LiveView-Modus gut<br />

fokussiert, dann können Sie davon ausgehen, dass<br />

sie auch bei Videoaufnahmen gute Arbeit leisten<br />

wird. Doch wenn der LiveView-AF nicht einwandfrei<br />

funktioniert, was bei den meisten Kameras der Fall<br />

ist, die zwei Jahre alt oder älter sind, dann ist es<br />

äußerst wahrscheinlich, dass Sie beim Filmen<br />

Fokussierungsprobleme haben werden. Aus diesem<br />

Grund entscheiden sich viele Videofilmer, beim<br />

Aufnehmen den manuellen Fokus zu verwenden.<br />

Dies ermöglicht es ihnen sicherzustellen, dass das<br />

Objektiv auf dem Motiv ihrer Wahl fokussiert bleibt.<br />

Wenn das Aufnehmen von Videos für Sie nicht nur<br />

ein Zeitvertrieb ist, dann <strong>so</strong>llten Sie nicht nur den<br />

manuellen Belichtungsmodus, <strong>so</strong>ndern auch den<br />

manuellen Fokus verwenden.<br />

128 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


HD-Video<br />

Zu beachten<br />

WENN SIE VIDEOS mit Ihrer Digitalkamera<br />

aufnehmen wollen, dürfen Sie nicht vergessen, dass<br />

verschiedene Aspekte die Qualität des Ergebnisses<br />

beeinflussen, genau<strong>so</strong> wie beim Aufnehmen von<br />

Standbildern:<br />

Auflösung: Im Gegensatz zu Standbildern gibt es für<br />

Videos Branchenstandards hinsichtlich der<br />

Auflösung, anhand derer es verständlicher ist. Die<br />

bedeutendsten kommerziellen Formate lauten wie<br />

folgt:<br />

Full HD 1080 1920x1080 Pixel<br />

HD video 720 1280x720 Pixel<br />

VGA 480 640x480 Pixel<br />

Full HD ist die momentan bestmögliche verfügbare<br />

Auflösung für Spiegelreflexkameras und ist<br />

außerdem die beste Wahl für die Anzeige von HDTV,<br />

da es äußerst detailgenau ist. Doch die Qualität des<br />

Formats 720 HD liegt nicht weit dahinter, und viele<br />

Per<strong>so</strong>nen bemerken kaum einen Unterschied in der<br />

Qualität.<br />

Sen<strong>so</strong>rgröße: Unabhängig davon, ob Ihre Kamera einen<br />

Vollformat-, APS-C- oder Four-Thirds-Sen<strong>so</strong>r verwendet, wird nur<br />

ein Teil des Sen<strong>so</strong>rbereichs beim Aufnehmen von Videos<br />

verwendet, das in dem Format 16:9 aufgezeichnet wird (s.<br />

Beispiele rechts). Die Qualität ist bei allen Sen<strong>so</strong>rgrößen<br />

hervorragend, doch normalerweise sind größere Sen<strong>so</strong>ren etwas<br />

besser. Denn je größer der Sen<strong>so</strong>r, um<strong>so</strong> niedriger ist der bei<br />

höheren ISO-Werten erzeugte Rauschpegel. Größere Sen<strong>so</strong>ren<br />

bieten auch eine leicht eingeschränktere Tiefenschärfe als<br />

kleinere Sen<strong>so</strong>ren. Aus diesem Grund<br />

entscheiden sich Profis für Vollformatkameras wie<br />

die Canon EOS 5D Mk II und die Nikon D3x.<br />

Hinweis: Die Nikon D4 bietet Filmemachern drei<br />

Full HD-Formate für mehr Flexibilität. Das<br />

FX-Format eignet sich am Besten für flache<br />

Tiefenschärfen, das DX-Format entspricht der<br />

Vergrößerung der Brennweite um den Faktor 1,5<br />

des DX-Format-Objektivs. Das Cropformat 1920<br />

x 1080 vergrößert die tatsächliche Brennweite<br />

um den Faktor 2,7.<br />

APS-C<br />

Four-third<br />

16:9 crop<br />

16:9 crop<br />

FOTOS: ISTOCK PHOTO<br />

Vollformat<br />

FX-basiertes Format<br />

16:9 crop<br />

DX-basiertes Format<br />

1920 x 1080 crop Format<br />

Formatauswahl: Nikon Spitzenmodell D4 bietet eine Auswahl an Full<br />

HD-Formaten.<br />

Vollformat<br />

Bildfrequenz: Die Anzahl der <strong>Bilder</strong> pro Sekunde<br />

(frames-per-second, fps), mit der ein Video<br />

aufgenommen wird spielt eine wichtige Rolle in der<br />

Gesamtqualität der Ergebnisse und basiert auf den<br />

Formaten, die im Fernsehen in Zeiten von Standard<br />

Definition (SD) verwendet wurden. In den USA und<br />

anderen Ländern betrug die Bildfrequenz 30 <strong>Bilder</strong><br />

pro Sekunde unter Nutzung des NTSC-<br />

Übertragungssystems. In Großbritannien, Europa und<br />

anderen Gebieten, in denen das PAL-Format<br />

verwendet wurde, betrug die Bildfrequenz 25 <strong>Bilder</strong><br />

pro Sekunde. Obwohl diese zwei Bildfrequenzen<br />

noch von vielen Kameras verwendet werden, nutzen<br />

immer mehr Kameras Bildfrequenzen, die doppelt <strong>so</strong><br />

hoch sind. Eine höhere Bildfrequenz hat zwei Vorteile:<br />

Die Handlung erscheint weicher bei<br />

Standardgeschwindigkeit und die Aufnahmen sind<br />

klarer, was zu besseren Zeitlupenaufnahmen führt.<br />

Objektive: Hier gilt das Gleiche wie bei Standbildern<br />

– je höher die Qualität des verwendeten Objektivs,<br />

desto schärfer sind die Videoaufnahmen. Erstklassige<br />

Objektive, die für Vollformatsen<strong>so</strong>ren entwickelt<br />

wurden, erzeugen für gewöhnlich die schärfsten<br />

Ergebnisse und ziehen Nutzen aus schnellen<br />

maximalen Öffnungsweiten, die die Tiefenschärfe<br />

stark einschränken können. Aber es können auch<br />

preislich günstigere Objektive verwendet werden, um<br />

qualitativ hochwertige Videos zu filmen. Wenn Ihr<br />

Budget knapp bemessen ist, investieren Sie Ihr Geld<br />

in ein 50 mm f/1.8-Objektiv.<br />

Selbstverständlich spielen Bildstabilisierungssysteme<br />

auch eine Rolle, wenn Sie freihand aufnehmen. Doch<br />

für verwacklungsfreie Aufnahmen ist es<br />

empfehlenswerter, ein Stativ oder ein Schwebestativ,<br />

wie z. B. eine Steadicam zu verwenden.<br />

Ton: Sie <strong>so</strong>llten die Bedeutung von Ton während<br />

des Aufnehmens von Videos nicht unterschätzen.<br />

Das eingebaute Mikrofon Ihrer Kamera bietet<br />

Stereoton, der ausreichend ist, wenn Sie nur<br />

Amateurvideos machen wollen. Doch das<br />

eingebaute Mikrofon ist in vielerlei Hinsicht<br />

eingeschränkt, wie z. B. bei der Tonqualität,<br />

Empfindlichkeit, beim Klangbereich, bei der<br />

Erfassung von Geräuschen und bei der<br />

Widerstandsfähigkeit gegen Wind. Obwohl viele<br />

Kameras eine Reihe von Mikrofoneinstellungen<br />

bieten, die für die Einstellung der Empfindlichkeit<br />

dienen, empfehlen wir Ihnen dringend, in ein<br />

externes Mikrofon zu investieren. Deshalb ist es<br />

wichtig, dass Sie sich für eine Kamera entscheiden,<br />

die über einen externen Mikrofonanschluss verfügt.<br />

Andernfalls wird der Ton Ihres Videos nur<br />

mittelmäßig sein.<br />

DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE 129


Ihre Kamera verstehen<br />

Video-Rigs: Es gibt eine breite Palette an<br />

speziellen Zubehörteilen, die aus Ihrer<br />

Spiegelreflexkamera eine voll ausgestattete<br />

Filmmaschine machen.<br />

Canon Cinema<br />

Canon hat das Aufnehmen von Videos<br />

verbessert, indem es eine Serie an EOS<br />

Cinema-Kameras eingeführt hat. Die neuen<br />

Kameras EOS C300, C500 und EOS-1D C sind<br />

be<strong>so</strong>nders auf Videoaufnahmen ausgerichtet. Die<br />

EOS-1D C und C500 bieten 4K-Videoauflösung<br />

– dies entspricht der doppelten Auflösung von<br />

Full HD (1080P), an die wir gewöhnt sind.<br />

HD-Video: Häufig gestellte Fragen<br />

FIch habe bemerkt, dass hinter manchen<br />

Auflösungsformaten ein „i“ und hinter<br />

anderen ein „p“ steht. Was ist der Unterschied?<br />

Diese Kennzeichnungen beziehen sich auf<br />

Zeilensprung- (z. B. 1080i) und<br />

Vollbildverfahren (z. B. 1080p). Diese Begriffe<br />

stammen aus dem TV-Bereich vor der digitalen<br />

Ära. Obwohl das Zeilensprungverfahren<br />

technisch gesehen schlechter ist als das<br />

Vollbildverfahren, kann man in Wirklichkeit nur<br />

sehr schwer einen echten Unterschied erkennen,<br />

da moderne Fernsehgeräte Halbbilder in<br />

Vollbilder konvertieren. Sie <strong>so</strong>llten sich darüber<br />

nicht zu viele Gedanken machen. Doch beim<br />

Aufnehmen sich bewegender Motive kann das<br />

Zeilensprungverfahren bei der Erfassung von<br />

Details nicht mit dem Vollbildverfahren<br />

mithalten. Wenn Sie al<strong>so</strong> regelmäßig sich schnell<br />

bewegende Motive aufnehmen, dann werden<br />

Sie feststellen, dass es besser ist, das Format<br />

720p anstelle von 1080i zu verwenden. Folglich<br />

bietet 1080p die beste Qualität.<br />

FWas ist der Zeitcode?<br />

Jedes Videoformat verfügt über seinen<br />

eigenen Zeitstempel, um <strong>so</strong>mit den<br />

Bearbeitungsprozess zu beschleunigen. Die<br />

meisten Kameras nehmen keinen Zeitcode auf,<br />

doch dies <strong>so</strong>llte Sie nicht davon abhalten, eine<br />

genaue Bearbeitung vorzunehmen.<br />

FWas ist die beste Art und Weise, meine<br />

Videos anzusehen?<br />

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Ihre Aufnahmen<br />

anzusehen. Der einfachste Weg ist, Ihre Kamera<br />

direkt mit Ihrem HDTV-Gerät über ein<br />

HDMI-Kabel zu verbinden. Sie können auch<br />

Ihre Dateien auf Ihren PC/Mac übertragen und<br />

sie dann bearbeiten, um ungewünschte<br />

Aufnahmen zu löschen. Wenn Sie dann die<br />

Endversion erstellt haben, schauen Sie sie sich<br />

auf Ihrem Computer an oder brennen sie auf<br />

eine DVD und sehen sie sich auf Ihrem<br />

Fernseher an.<br />

FIch habe online über die 180 -Grad-<br />

Verschlusszeit-Regel gelesen. Was ist das?<br />

Es ist eine Regel, die unter begeisterten<br />

Filmemachern gut bekannt ist, die das<br />

Erscheinungsbild von Filmen, die auf Band<br />

aufgenommen werden, kopieren wollen. Um<br />

diesen filmischen Effekt mit einer<br />

Spiegelreflexkamera nachzumachen, müssen<br />

Sie einen variablen Graufilter verwenden, und<br />

die Verschlusszeit muss doppelt <strong>so</strong> hoch sein<br />

wie die Bildfrequenz. Beispiel: Für das beste<br />

Ergebnis stellen Sie die Bildfrequenz auf 25<br />

<strong>Bilder</strong> pro Sekunde (PAL-Standard) und<br />

dementsprechend muss die Verschlusszeit<br />

doppelt <strong>so</strong> hoch sein, al<strong>so</strong>: 1/50 Sek.<br />

Anschließend können Sie die Tiefenschärfe<br />

einstellen, indem Sie die Blende und die<br />

Belichtung anhand des variablen Graufilters<br />

anpassen. Diese Regel bietet Ihnen nicht nur die<br />

Möglichkeit, einen Film aufzunehmen, der<br />

traditionellen Filmen ähnelt, <strong>so</strong>ndern ermöglicht<br />

es Ihnen, sich in unterschiedlich beleuchteten<br />

Umgebungen zu bewegen und nur den<br />

variablen Graufilter jeweils anzupassen.<br />

FMuss ich mir eine bestimmte Art von<br />

Festplatte kaufen, um meine Videos zu<br />

archivieren?<br />

Nein, Sie können Ihre Videodateien auf Ihrem<br />

Computer oder auf Ihrer Desktop-/externen<br />

Festplatte speichern. Dies geschieht auf die<br />

gleiche Art und Weiße wie bei der Speicherung<br />

von Standbildern. Doch wir empfehlen Ihnen,<br />

eine 1 TB Festplatte zu kaufen, da Sie<br />

höchstwahrscheinlich den Platz benötigen<br />

werden.<br />

FKönnen Sie erklären, was der Begriff Codec<br />

bedeutet?<br />

Kodierung-Dekodierung, abgekürzt auch als<br />

Codec bekannt, ist ein Begriff, der sich auf die<br />

Art und Weiße bezieht, wie Videosignale<br />

komprimiert werden. Die bekanntesten Formate<br />

sind MPEG, AVCHD, Motion JPEG und H.264.<br />

Die meisten Highend-Kameras verwenden<br />

Codec H.264, was allgemein als die beste Wahl<br />

angesehen wird.<br />

130 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


HD-Video<br />

Nützliche Zubehörteile für HD-Video<br />

Beleuchtung:<br />

Wir wissen alle, wie<br />

wichtig die richtige<br />

Beleuchtung ist, wenn es<br />

um die Aufnahme von<br />

Standbildern geht.<br />

Genau<strong>so</strong> wichtig ist sie<br />

auch bei der Aufnahme von Filmen. Der<br />

große Unterschied ist jedoch, dass<br />

Videoaufnahmen eine Dauerlichtquelle<br />

benötigen anstelle eines Blitzes. Wenn das<br />

Umgebungslicht al<strong>so</strong> nicht ausreichend ist,<br />

müssen andere Beleuchtungsmöglichkeiten<br />

gefunden werden, da der Blitz keine Option<br />

ist. Die zwei beliebtesten Formen des<br />

Dauerlichts sind Leuchtstoffröhren und<br />

LED-Leuchten. Leuchtstoffröhren sehen wie<br />

Studioblitzleuchten aus, aber sie verwenden<br />

Leuchtstofflämpchen, die ein ausgeglichenes<br />

tageslichtähnliches Dauerlicht ausstrahlen.<br />

Sie sind relativ günstig und ideal für den<br />

Einsatz in einem Studio. Die Leuchtstoffröhre<br />

INT111 Prolite3 von Interfit kostet 60 Euro<br />

und ist damit eine kostengünstige Wahl<br />

(www.interfitphotographic.com). Wenn Sie<br />

Beleuchtung vor Ort benötigen, dann sind<br />

LED-Leuchten, auch wenn etwas teurer, die<br />

bessere Alternative. Die meisten sind <strong>so</strong><br />

klein, dass sie auf einen Blitz<strong>so</strong>ckel gesteckt<br />

werden können (größere Einheiten können<br />

auf einem Lampenstativ befestigt werden)<br />

und bieten helles Dauerlicht. Viele haben<br />

verschiedene Einstellung<strong>so</strong>ptionen für die<br />

Leistung. Sehen Sie sich die Modelle von<br />

Manfrotto und Rotolight an.<br />

Stativ: Ein gutes Stativ<br />

ist unerlässlich für<br />

verwacklungsfreie<br />

Aufnahmen. Es gibt<br />

Stative, die für die<br />

Videografie entwickelt<br />

wurden, doch wenn sie<br />

ein paar qualitativ hochwertige Stativfüße<br />

besitzen, können Sie sie auch verwenden.<br />

Trotzdem empfehlen wir Ihnen, einen<br />

speziellen Videokopf zu kaufen, wie z. B.<br />

den Manfrotto 501HDV für 130 Euro.<br />

Mikrofon:<br />

Die meisten<br />

Kamerahersteller bieten<br />

Ihre eigenen Mikrofone<br />

an, um die Qualität Ihrer<br />

Audioaufnahmen zu<br />

transformieren. Sie<br />

<strong>so</strong>llten jedoch auch die Spezialisten auf<br />

diesem Gebiet in Betracht ziehen,<br />

beispielsweise Sennheiser und Rode, die<br />

bereits seit vielen Jahren in der<br />

Audiobranche etabliert sind.<br />

Displayschutzblende/-<br />

lupe: Alle, die schon<br />

<strong>Bilder</strong> in der Sonne<br />

aufgenommen haben,<br />

wissen, wie schwierig es<br />

ist, die <strong>Bilder</strong> auf dem<br />

LCD-Bildschirm in einer<br />

hellen Umgebung anzusehen.<br />

Displayschutzblenden beseitigen dieses<br />

Problem und sind sehr nützlich. Sehen Sie<br />

sich die Modelle von Hoodman und Delkin<br />

an. Doch wahrscheinlich wollen Sie eher<br />

den Fokus genau überprüfen und daher<br />

empfehlen wir Ihnen eine Displaylupe, die<br />

nicht nur den Bildschirm abschirmt, <strong>so</strong>ndern<br />

auch das Bild vergrößert.<br />

Tonträger: Wie Sie sich wahrscheinlich<br />

vorstellen können, bedeutet das Aufnehmen<br />

von HD-Videos einen erheblichen<br />

Bearbeitungsaufwand, um die großen<br />

erzeugten Dateien handzuhaben. Ihre<br />

Speicherkarte muss schnell sein, um die von<br />

dem Pufferspeicher der Kamera<br />

übermittelten Dateien akzeptieren zu<br />

können. Deshalb ist für Videofilmer die<br />

Geschwindigkeit einer Karte genau<strong>so</strong><br />

ausschlaggebend wie der Speicherplatz.<br />

Daher ist es nicht überraschend, dass alle<br />

großen Kartenhersteller regelmäßig ihr<br />

Angebot überarbeiten und verbesserte Lese-/<br />

Schreibgeschwindigkeiten <strong>so</strong>wie<br />

Speicherkapazitäten anbieten.<br />

Fokussierhilfe: Im<br />

Grunde eine Reihe von<br />

Getrieben und Rädchen,<br />

die es Ihnen ermöglichen<br />

den Fokus über intuitive<br />

Vor- und<br />

Rückbewegungen<br />

anzupassen, anstelle der Einstellungen von<br />

rechts nach links am Fokusring des<br />

Objektivs. Die Fokussierhilfe von Zacuto ist<br />

eine der Besten auf dem Markt.<br />

Display:IWenn Sie sich<br />

ernsthaft mit Videografie<br />

befassen, dann <strong>so</strong>llten<br />

Sie ein separates Display<br />

einer Lupe auf Ihrem<br />

LCD-Display vorziehen,<br />

auch wenn diese Option<br />

teurer ist. Ein spezieller Bildschirm zeigt das<br />

Bild vergrößert an und dies ermöglicht es<br />

Ihnen, Szenen zu modellieren und den<br />

Fokus mit mehr Genauigkeit zu überprüfen.<br />

Ein 7-Zoll-Display bietet die optimale Größe<br />

für den Anfang, doch es gibt eine Vielzahl an<br />

unterschiedlich großen Displays. Sehen Sie<br />

sich die Modelle von Sony, Swit und Ikan an.<br />

Kopfhörer:<br />

Professionelle<br />

Videofilmer <strong>so</strong>llten in ein<br />

paar gute Kopfhörer investieren (<strong>so</strong>fern Ihre<br />

Kamera einen Anschluss verfügt), mit denen<br />

Sie den aufgenommenen Ton überprüfen<br />

können. Wählen Sie geschlossene<br />

Kopfhörer, damit Sie keine Geräusche von<br />

außen stören. Die beliebtesten Modelle sind:<br />

PX 200-II von Sennheiser für ca.90 Euro<br />

und die Audio-technica ATH-M50<br />

Professional für 150 Euro.<br />

Filter: Ein Filter, den<br />

Sie für das Aufnehmen<br />

von Videos mit Ihrer<br />

Spiegelreflexkamera<br />

unbedingt haben<br />

müssen, ist ein variabler<br />

Graufilter. Es zahlt sich<br />

aus, einen guten Filter zu kaufen, da <strong>so</strong>nst<br />

die Bildqualität verschlechtert wird. Der<br />

Filter Tiffen Variable ND für ca. 300 Euro ist<br />

eine gute Wahl, obwohl Sie momentan auf<br />

77 mm eingeschränkt sind. Heliopan<br />

Variable ND ist auch sehr beliebt und kostet<br />

ungefähr 380. Sie <strong>so</strong>llten außerdem in<br />

Betracht ziehen ein Polarisationsfilter zu<br />

verwenden, der die Farben hervorhebt und<br />

unerwünschte Reflektionen in Ihren Videos<br />

entfernt. Sowohl Hoya als auch B+W haben<br />

eine große Auswahl an Filtern.<br />

Bearbeitungs<strong>so</strong>ftware:<br />

Das Aufnehmen von<br />

Videos mit einer Kamera<br />

ist lediglich der erste<br />

Schritt bei der Erzeugung<br />

eines guten Filmes. Der<br />

nächste Schritt ist die<br />

Bearbeitung, um überflüssige Aufnahmen<br />

herauszuschneiden und verschiedene<br />

Aufnahmen zusammenzufügen. Es gibt<br />

unzählige Softwarepakete auf dem Markt,<br />

die den Bedürfnissen jedes Einzelnen<br />

entsprechen, ob Anfänger oder Profi.<br />

Wenn Sie ein Anfänger sind, dann<br />

empfehlen wir Ihnen iMovie von Apple oder<br />

Adobe Premiere. Final Cut Pro von Apple ist<br />

ein erweitertes Paket für erfahrenere<br />

Benutzer.<br />

Weißabgleichsassistent:<br />

Es ist wichtig, dass Sie<br />

vor Aufzeichnungsbeginn<br />

eine<br />

Weißabgleichsmessung<br />

vornehmen, da Sie <strong>so</strong>nst<br />

möglicherweise Gefahr<br />

laufen, dass Ihre Filmsequenzen einen<br />

starken Farbstich haben. Eine Graukarte ist<br />

wohl die günstigste Wahl, doch wir<br />

empfehlen Ihnen einen besseren und<br />

benutzerfreundlicheren<br />

Weißabgleichsassistenten zu kaufen, wie<br />

z. B. Expodisc, der wie ein Filter über das<br />

Objektiv platziert und für genaue Messungen<br />

verwendet werden kann.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE \ 131


Ihre Kamera verstehen<br />

Effektfilter<br />

Software-Effekte<br />

Bitte beachten Sie, dass einige mit den<br />

Kameras mitgelieferte Softwarepakete<br />

Kunstfilterfunktionen anbieten <strong>so</strong>wie die<br />

Möglichkeit, die Firmware der Kamera zu<br />

aktualisieren und <strong>so</strong>mit über neue<br />

Funktionen zu verfügen.<br />

Viele Kameras bieten mittlerweile eine breite Palette an Effektfiltern, um Ihnen dabei zu helfen, kreative Effekte in der Kamera festzuhalten<br />

ALS EFFEKTFILTER auf den Markt kamen, erhielten<br />

sie von Fotografen gemischte Kritiken. Bei Anfängern<br />

waren sie sehr beliebt, da sie ihnen schnell zu<br />

kreativen Effekten verhalfen. Erfahrene Fotografen<br />

hingegen bevorzugten, diese Funktion<br />

zu ignorieren und weiterhin die Effekte während der<br />

Nachbearbeitung einzufügen. Doch jede neue<br />

Kamerageneration hat die Standards für bereits<br />

vorhandene Effektfilter angehoben und verschiedene<br />

neue Effekte geboten. Obwohl sich die Meinungen<br />

noch immer über die Kunsteffekte scheiden, hat ihre<br />

verbesserte Leistung dazu geführt, dass sie beliebter<br />

geworden sind und mittlerweile auch von immer<br />

mehr erfahrenen Fotografen <strong>so</strong>wie Anfängern<br />

eingesetzt werden.<br />

Effektfilter bearbeiten im Grunde <strong>Bilder</strong>, damit sie<br />

einen bestimmten Stil annehmen. In gewisser<br />

Hinsicht sind sie wie Bildeinstellungen (Landschaft,<br />

Bewegung, etc.) oder Retuschierfunktionen, da sie<br />

die Ansicht eines Bildes verändern, doch der<br />

Hauptunterschied, wie bereits vom Namen<br />

angedeutet, ist, dass sie einen be<strong>so</strong>nderen Effekt<br />

hinzufügen und nicht die Farbe, Schärfe und den<br />

Kontrast verändern. Der Vorteil bei vielen<br />

Kameramodellen ist, dass Sie einen Effektfilter in der<br />

Kamera verwenden können gleich, nachdem Sie ein<br />

Foto gemacht haben, d. h., dass Sie ein Bild mit<br />

mehreren Effektfiltern bearbeiten können, aber<br />

trotzdem noch das Originalbild gespeichert haben.<br />

Doch nicht alle Kameras bieten Effektfilter. Ältere<br />

Modelle haben keine – ganz im Gegenteil zu den<br />

neuesten Modellen – aber die meisten Einsteiger- und<br />

mittelgroßen Kameras bieten verschiedene Effektfilter.<br />

Sie <strong>so</strong>llten al<strong>so</strong> überprüfen, was Ihre Kamera alles<br />

kann.<br />

Sie fragen sich wahrscheinlich, warum Sie sich<br />

überhaupt die Mühe machen <strong>so</strong>llten, Effektfilter zu<br />

verwenden, wenn es Bearbeitungs<strong>so</strong>ftwarepakete<br />

wie Photoshop gibt. Obwohl Effektfilter nicht<br />

jedermanns Sache sind, können die Effekte unter<br />

richtiger Verwendung in einer geeigneten Situation<br />

aus einer gewöhnlichen Szene ein wahres Kunstwerk<br />

machen. Wir haben in dieser Einleitung<br />

die bekanntesten Effektfilter beschrieben, doch Sie<br />

<strong>so</strong>llten Ihre Kamera überprüfen, da viele Marken und<br />

Modelle auch eigene Funktionen anbieten.<br />

Die Verwendung von Effektfiltern<br />

Effektfilter sind noch nicht <strong>so</strong> lange auf dem Markt.<br />

Wenn al<strong>so</strong> Ihre Kamera zwei Jahre oder älter ist,<br />

dann verfügt sie nicht über diese Funktion. Wir<br />

verwenden zwar den Oberbegriff Effektfilter, doch es<br />

gibt verschiedene Namen, wie Kunstfilter oder<br />

Bildeffekte. Es ist wichtig zu wissen, dass die Art und<br />

Weise, wie Sie die Effektfilter verwenden können,<br />

jeweils von der Kamera abhängt. Viele Kameras<br />

erfordern, dass Sie das Format JPEG verwenden,<br />

wohingegen andere Kameras es Ihnen erlauben, die<br />

Effekte auch bei anderen Formaten anzuwenden.<br />

Selektive Farbkorrektur<br />

Original<br />

Effekt<br />

Canon<br />

Drücken Sie auf die<br />

Schaltfläche MENU,<br />

scrollen Sie zu der ersten<br />

Playback-Registerkarte und<br />

wählen Sie „Creative Filters“.<br />

Wählen Sie ein Bild aus,<br />

drücken Sie auf „Set“ und<br />

wählen Sie einen Effekt.<br />

Olympus<br />

Drücken Sie auf MENU<br />

und scrollen Sie zu „Art“<br />

und drücken Sie<br />

anschließend OK. Scrollen<br />

Sie zu dem gewünschten<br />

Effekt und drücken erneut<br />

OK.<br />

Samsung<br />

Stellen Sie das<br />

Haupteinstellrad auf MAGIC<br />

und wählen „Smart Filter“.<br />

Oder drücken Sie auf<br />

„Play“, „Fn“ und wählen Sie<br />

„Smart Filter“, um es bei<br />

vorhandenen <strong>Bilder</strong>n<br />

anzuwenden.<br />

Nikon<br />

Je nach Modell stellen Sie<br />

das Einstellrad auf „Effekte“<br />

und verwenden das<br />

Wahlrad, um einen Effekt<br />

auszuwählen. Oder drücken<br />

Sie MENU und gehen in<br />

das Menü „Retouch“.<br />

Pana<strong>so</strong>nic<br />

Drehen Sie das Einstellrad<br />

bis zu „Creative Control“ und<br />

wählen Sie einen Effekt. Um<br />

dies zu ändern, drücken Sie<br />

MENU/SET und dann auf<br />

das Symbol „Creative<br />

Control“, anschließend<br />

wieder auf MENU/SET.<br />

Sony<br />

Wählen Sie einen<br />

Belichtungsmodus,<br />

drücken Sie die Schaltfläche<br />

„Fn“ und scrollen bis zu<br />

„Bildeffekte“. Drücken Sie<br />

OK, wählen Sie einen Effekt<br />

und drücken nochmals OK.<br />

Eine sehr beliebte Technik in Photoshop ist das<br />

Konvertieren eines Farbfotos in ein<br />

schwarzweiß Foto, um dann eine bestimmte<br />

Farbe wieder in das Foto einzufügen. Diese<br />

Technik ist auch als Colour Popping bekannt<br />

und ist als Effektfilter „Selektive Farbkorrektur“<br />

verfügbar. Mit diesem Filter können Sie<br />

kreative einfarbige <strong>Bilder</strong> in der Kamera selbst<br />

erzeugen.<br />

Wenn Sie diesen Effekt ausprobieren, stellen<br />

Sie sicher, dass die ausgewählte Szene starke<br />

Farben enthält, damit der Effekt erkenntlich<br />

und ansprechend erscheint. Rot ist die stärkste<br />

Farbe, und daher <strong>so</strong>llte sie in einfarbigen Fotos<br />

eingefügt werden, um den größten Effekt zu<br />

erzielen. Doch subtilere Farben erfüllen diesen<br />

Zweck auch. Es gibt keine Regeln, al<strong>so</strong><br />

probieren Sie alles aus und sehen, was am<br />

Besten ist. Aber vergessen Sie nicht, dass der<br />

farbige Bereich in dem Bild die<br />

Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich<br />

ziehen wird, daher <strong>so</strong>llte der Bereich<br />

idealerweise das Hauptmotiv des Bildes sein.<br />

Wenn das Bild ein Porträt ist, dann können Sie<br />

die Farbe des Lippenstifts oder der Kleidung<br />

wieder einfügen. Bei Landschaftsaufnahmen<br />

können Sie diesen Effekt für eine bunte<br />

Blumenweise in der Szene verwenden.<br />

Bei den meisten Kameras wählen Sie den<br />

gewünschten Farbbereich aus, und<br />

Die Verwendung der selektiven Farbkorrektur:<br />

1) Dieses Bild eignet sich sehr gut für die selektive<br />

Farbkorrektur, da es Bereiche mit starken Farben hat.<br />

2) Wählen Sie den Effektfilter aus und bewegen den<br />

Cur<strong>so</strong>r mit dem Vierwegregler über die Farbe, die Sie<br />

beibehalten möchten (vergrößern Sie das Bild für eine<br />

genauere Auswahl).<br />

3) Sie können möglicherweise den Farbbereich<br />

markieren und die verfügbaren Farbtöne erweitern/<br />

reduzieren. Einige Kameras bieten Ihnen die<br />

Möglichkeit, bestimmte andere Farben beizubehalten.<br />

anschließend haben Sie die Möglichkeit, den<br />

Farbton in dem Bereich zu erhöhen. Einige<br />

neuere Modelle bieten Ihnen die Option, auch<br />

zusätzliche Farben auszuwählen.<br />

Die Funktion „Selektive Farbkorrektur“ ist eines<br />

der nützlicheren Art Filter und es lohnt sich, die<br />

Funktion mit geeigneten Motiven zu testen.<br />

132 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Effektfilter<br />

Miniaturisierung<br />

Diese Funktion wird auch Diorama oder<br />

Miniatureffekt genannt und ist eines der besten<br />

zu verwendenden Filter. Sie ermöglicht Ihnen,<br />

Szenen zu fotografieren und sie als skaliertes<br />

Modell darzustellen. Hierfür wird ein schmaler<br />

Bereich des Fotos scharf gelassen und der Rest<br />

des Bildes wird unscharf gemacht und<br />

vermittelt <strong>so</strong>mit unserem Gehirn den Eindruck,<br />

ein Miniaturmodell zu sehen. Ein ähnlicher<br />

Effekt wird auch mit einem Tilt-und-Shift-<br />

Objektiv erreicht, doch um ehrlich zu sein, kann<br />

der Photoshop-Effekt mit der Vielseitigkeit und<br />

der Leistung dieser teuren Objektive nicht<br />

mithalten. Wenn Sie einen Miniatureffekt<br />

erzeugen wollen, wählen Sie für ein optimales<br />

Ergebnis Szenen, die von einem hohen Winkel<br />

aus fotografiert wurden, da dadurch der beste<br />

Effekt gewonnen wird. Stadtaufnahmen <strong>so</strong>llten<br />

für beste Ergebnisse von einem hohen Punkt,<br />

wie z. B. die oberen Stockwerke eines<br />

Gebäudes, aufgenommen werden, vor allem<br />

wenn sich viele Menschen und Autos in dem<br />

Aufnahmebereich befinden. Stellen Sie sich bei<br />

Landschaftsaufnahmen auf die Kuppe von<br />

Hügeln, und versuchen Sie, Bauernhöfe und<br />

Tiere, wie Schafe oder Kühe, in das Foto<br />

einzuschließen.<br />

Die Funktionsweise des Miniatureffekts ist in<br />

vielen Kameras sehr ähnlich. Sie müssen erst<br />

eine passende Szene finden und diese Funktion<br />

auswählen. Anschließend erscheinen<br />

Anleitungen auf dem LCD-Display, die Sie<br />

auffordern, den Bereich auszuwählen, den sie<br />

scharf halten möchten. Nachdem Sie den<br />

Bereich ausgewählt haben, wird das Bild<br />

bearbeitet. Wenn Ihnen die Position des<br />

scharfen Bereichs nicht gefällt, können Sie<br />

diese Schritte wiederholen, bis Sie mit dem<br />

Ergebnis zufrieden sind.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Dramatische Farbeffekte<br />

Diese Funktion ist in vielen Modellen von Olympus vorzufinden und erzeugt<br />

einen Effekt, der HDR ähnelt. Das Aufnehmen von <strong>Bilder</strong>n mit der Funktion<br />

„Dramatische Farbeffekte“ erhöht die Detailgenauigkeit in den Schatten und<br />

markiert und hebt Kontraste hervor. Dieser Effektfilter ist in der Tat sehr<br />

nützlich. Er wird vor allem bei Architekturfotografien und an bewölkten Tagen<br />

verwendet, wenn Landschaftsszenen aufgenommen werden. In vielerlei<br />

Hinsicht ist diese Funktion besser als die HDR-Funktion, die auf vielen<br />

Kameras verfügbar ist.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Weichzeichner<br />

Dies ist ein herkömmliches Art Filter, mit dem Sie das Bild streuen, den<br />

Kontrast verringern und die Farben weicher erscheinen lassen können.<br />

Dieser Filter kann bei jeglichen Motiven, von Landschaften bis Porträts,<br />

angewendet werden, zu denen der diffuse Effekt passt. Wir empfehlen Ihnen<br />

diesen Filter für <strong>Bilder</strong> mit auffälligen Highlights zu verwenden, da der<br />

Weichzeichnungseffekt dem Bild einen romantischen Touch verleihen kann.<br />

Auch wenn der Effekt interessante Ergebnisse erzeugt, <strong>so</strong>llten Sie ihn mit<br />

Vorsicht verwenden.<br />

Original<br />

Effekt<br />

IMAGES: ANN HUNG<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE 133


Ihre Kamera verstehen<br />

Körnung<br />

Dies ist ein schlichter Schwarzweiß-Filter, den Sie<br />

verwenden können, wenn Sie einem einfarbigen<br />

Bild eine bestimmte Stimmung verleihen<br />

möchten. Sie können Szenen mit schärferem<br />

Kontrast und einem höheren Geräuschpegel<br />

aufnehmen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Filter<br />

auszuprobieren, wenn Sie körnige<br />

Stadtaufnahmen machen oder bei Porträts, die<br />

ein bisschen Härte vertragen können.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Nadelloch / Vignette<br />

Dieser Effektfilter ist leider nicht <strong>so</strong> gut bekannt wie einige andere Filter, doch mittlerweile ist es zu<br />

einem der beliebtesten Retro-Effekte geworden, dank der Smartphone-Anwendungen Hipstamatic<br />

und Instagram. Der Filter erzeugt sehr dunkle Ränder, ähnlich wie eine echte Lochkamera. Doch<br />

die Bildqualität ist um ein Vielfaches besser, da Lochkameras für gewöhnlich sehr weiche<br />

Aufnahmen machen. Wie bei allen anderen Retro-Effekten kann dieser Effektfilter in jeglichen<br />

Situationen verwendet werden, wenn Sie dem Bild etwas Stimmung verleihen möchten.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Spielzeugkamera-Effekt<br />

Der Begriff „Spielzeugkamera“ wird häufig<br />

verwendet in Bezug auf Kameras wie z. B. eine<br />

Holga oder Lomo, die mittelmäßige <strong>Bilder</strong> mit<br />

scharfer Mitte, verschwommenen/verdunkelten<br />

Rändern und Farbverfälschungen erzeugen.<br />

Diese Funktion versucht die Ergebnisse dieser<br />

Kameras nachzuahmen, indem es <strong>Bilder</strong> macht,<br />

die den Aufnahmen von Lochkameras ähneln,<br />

doch mit stärkeren Farben.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Panorama<br />

Fischaugeneffekt<br />

Der Fischaugeneffekt wird definitiv nur für<br />

Spaßfotos verwendet und nicht für seriöse<br />

Aufnahmen. Wie der Name schon sagt, wird ein<br />

Fischaugeneffekt imitiert und eine tonnenförmige<br />

Verzeichnung erzeugt. Beachten Sie jedoch, dass<br />

der Bereich in der Mitte des Bildes stärker<br />

verzeichnet wird, als die Ränder und sich die<br />

Bildqualität in der Mitte möglicherweise<br />

verschlechtert.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Bei manchen Kameras ist es ein eigener Modus,<br />

bei anderen ein Effektfilter, und wir wollten uns<br />

nicht entgehen lassen, dieses Format zu<br />

erwähnen, das zweifel<strong>so</strong>hne eines der<br />

empfehlenswertesten ist. Das Panoramaformat<br />

ist vor allem bei Landschaftsfotografen sehr<br />

beliebt, da es aus atemberaubenden Aussichten<br />

das Beste macht. Fotografen mit Digitalkameras<br />

mussten früher entweder mehrere <strong>Bilder</strong><br />

zusammenfügen oder eine Aufnahme in das<br />

Panoramaformat zuschneiden. Die Einführung<br />

dieses Modus hat jedoch das Aufnehmen von<br />

Panoramabildern vereinfacht. Sie müssen jetzt<br />

nur noch die Kamera von links nach rechts (oder<br />

nach oben) bewegen, um ein Panoramabild zu<br />

machen. Während Sie die Kamera bewegen,<br />

wird eine Reihe an <strong>Bilder</strong>n aufgenommen, die<br />

von der Kamera automatisch zusammengefügt<br />

werden und Sie als Endergebnis ein<br />

Panoramabild erhalten. Beachten Sie, dass sich<br />

bewegende Objekte (Menschen oder Autos), die<br />

sich während des Vorgangs in dem Bildbereich<br />

aufhalten, nur teilweise auf dem Bild zu sehen<br />

Die Verwendung von Panorama: 1) Stellen Sie in<br />

der Kamera das Art Filter (oder den Modus) „Panorama“<br />

ein. 2) Bewegen Sie die Kamera entsprechend der<br />

Pfeile auf dem Monitor <strong>so</strong> geschmeidig wie möglich, bis<br />

die Kamera die Szene aufgenommen hat. 3) Ein<br />

Panoramabild wird in wenigen Sekunden erstellt.<br />

sein werden, wenn sie sich an der Stelle<br />

befinden, an der zwei <strong>Bilder</strong> zusammengefügt<br />

wurden. Fotografen mit Kameras von Sony haben<br />

die Möglichkeit, 3D-Panoramabilder<br />

aufzunehmen und diese anschließend mit einer<br />

zusätzlichen Dimension auf kompatiblen<br />

Sony-Fernsehgeräten anzusehen.<br />

134 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Effektfilter<br />

Alter Film / Retro<br />

Das Ziel dieses Kunstfilters ist es, ein altes Foto zu imitieren, indem es den Kontrast verringert<br />

und einen Sepia-Farbton hinzufügt, um das Bild alt erscheinen zu lassen. Sie können diesen<br />

Effekt mit jedem geeigneten Objekt versuchen, vor allem sind aber Stillleben und Porträts zu<br />

empfehlen. Sie <strong>so</strong>llten keine modernen Gegenstände oder Szenen mit diesem Filter<br />

fotografieren, da der Alterseffekt <strong>so</strong>nst nicht wirkt. Einige Kameras fügen nicht nur den<br />

Sepia-Farbton hinzu, <strong>so</strong>ndern auch Filmeffekte, wie z. B. Kratzer und Struktur.<br />

Original<br />

Zeichenfilter<br />

Dieser Filter wird von vielen Per<strong>so</strong>nen ignoriert. Mit diesem Filter können Sie ein vorhandenes<br />

Foto konvertieren, <strong>so</strong>dass es wie gezeichnet aussieht, eine Art Strichzeichnung <strong>so</strong> gesehen.<br />

Dieses Filter ist wahrscheinlich be<strong>so</strong>nders dann nützlich, wenn Sie ein Foto von einer Szene<br />

machen und es dann konvertieren möchten, damit das entstandene neue Foto ausgedruckt und<br />

ausgemalt werden kann. Es <strong>so</strong>llte vorzugsweise für <strong>Bilder</strong> mit ausgeprägten Motiven verwendet<br />

werden, wie z. B. Stadtaufnahmen oder Landschaften. Manche Kameras bieten den Zeichenfilter<br />

auch in einer farbigen Version an.<br />

Original<br />

Effekt<br />

Effekt<br />

Andere kreative Effekte ...<br />

High-Key<br />

High-key-<strong>Fotografie</strong> ist eine beliebte Technik in<br />

zeitgenössischer Porträtfotografie. Die Szene wird von<br />

hellen Farbtönen und wenigen oder gar keinen dunklen<br />

Tönen beherrscht. Hierdurch entsteht ein klares, helles<br />

Bild. Wählen Sie den High-key-Modus aus und die<br />

Kamera verstärkt die hellen Bildteile, um den<br />

High-key-Effekt nachzuahmen.<br />

Low-Key<br />

Low-key ist das genaue Gegenteil von High-key. Dieser<br />

Modus wird verwendet, wenn dunkle Szenen oder<br />

Objekte fotografiert werden, um den Schatten<br />

hervorzuheben. Diesen Effekt werden Sie<br />

wahrscheinlich nicht oft benutzen, wenn überhaupt,<br />

aber es lohnt sich, ihn auszuprobieren, wenn Sie Fotos<br />

in einer dunklen Umgebung machen und testen<br />

wollen, ob dem Bild dadurch mehr Stimmung<br />

verliehen wird.<br />

Silhouette<br />

Man muss kein Experte sein, um zu erraten, was dieser<br />

Effekt von Nikon erreichen will. Stellen Sie Ihr Objekt<br />

vor einen hellen Hintergrund. Die Kamera stellt sicher,<br />

dass es ausreichend unterbelichtet wird, damit nur eine<br />

Silhouette aufgenommen wird. Natürlich können Sie<br />

dies auch selbst machen mithilfe der<br />

Belichtungskorrekturfunktion. Doch dieser Effektfilter<br />

erleichtert es Anfängern und ermöglicht es Ihnen, sich<br />

auf den Bildaufbau zu konzentrieren. In unseren<br />

Versuchen waren die Ergebnisse eher gemischter Art.<br />

Blasse und helle Farbe<br />

Dieser Modus ist spezifisch für Kameras von Olympus<br />

und ahmt die Effekte nach, die bei der Verwendung<br />

eines alten Films entstehen. In diesem Modus wird der<br />

Kontrast verringert und die Farben werden verblasst.<br />

Somit erscheint das Bild alt, und man bekommt den<br />

Eindruck, dass es mit der Zeit an Farbe verloren hat.<br />

Nachtsicht<br />

Wir sind nicht ganz sicher, wann oder warum Sie diesen<br />

Effekt verwenden <strong>so</strong>llten, doch die Nachtsichtfunktion,<br />

die momentan nur auf einigen wenigen Modellen von<br />

Nikon verfügbar ist, wurde entwickelt, um Fotos in<br />

schwachen Lichtverhältnissen zu machen. In diesem<br />

Modus wird der ISO-Wert automatisch von der Kamera<br />

stark erhöht und es werden einfarbige <strong>Bilder</strong><br />

aufgenommen. Dieser Modus mag für<br />

Überwachungsbilder oder für das Aufnehmen von<br />

<strong>Bilder</strong>n in der Nacht nützlich sein, doch wir glauben<br />

nicht, dass die Nachtsicht von allzu vielen Per<strong>so</strong>nen<br />

verwendet werden wird.<br />

Pop Art<br />

Der Name dieses Effektfilters ist irreführend, da Sie<br />

wahrscheinlich erwarten, dass Ihre <strong>Bilder</strong> jetzt mit<br />

kontrastreichen Farbeffekten im Andy Warhol-Stil<br />

erstrahlen. Es erhöht zwar die Intensität und den<br />

Kontrast Ihrer <strong>Bilder</strong>, doch es ist sicherlich kein typischer<br />

Pop Art-Effekt. Doch dieser Filter ist auch ganz nützlich,<br />

be<strong>so</strong>nders wenn Sie Fotos in wenig beleuchteten<br />

Umgebungen machen und die Farben des Fotos<br />

verstärken müssen. Hierfür ist der Filter perfekt geeignet,<br />

doch erwarten Sie nicht, dass es aus einem einfachen<br />

Gegenstand ein seltenes Sammlerstück macht.<br />

Farbiger Zeichenfilter<br />

Dies ist ein weiterer Effektfilter, der nicht für jeden<br />

Geschmack etwas ist. Mit dem Filter können Sie <strong>Bilder</strong><br />

in eine farbige Zeichnung konvertieren. Diese Funktion<br />

wird vor allem denjenigen gefallen, die manchmal<br />

<strong>Bilder</strong> mit Photoshop oder Painter von Corel ändern,<br />

damit Sie wie Zeichnung aussehen. Nachdem der Filter<br />

ausgewählt wurde, geschieht die Konvertierung<br />

automatisch, doch manche Kameras ermöglichen es<br />

Ihnen, die Dicke der Umrisse und die Intensität der<br />

Farben zu verändern.<br />

<strong>Digitale</strong> FotograFie – UPDATE \ 135


Expertenrat<br />

Lernen Sie unser Expertenteam kennen<br />

UNSER<br />

EXPERTEN-<br />

TEAM<br />

Redakteur<br />

Daniel Lezano<br />

Daniel hat über<br />

mehrere Jahre<br />

hinweg<br />

regelmäßig<br />

als Juror an<br />

Fotowettbewerben<br />

teilgenommen.<br />

Natur & Landschaft<br />

ROSS HODDINOTT<br />

Ross ist ein erfahrener<br />

Fotograf und Autor auf<br />

dem Gebiet Tierwelt,<br />

Nahaufnahmen und<br />

Landschaften.<br />

Landschaften<br />

LEE FROST<br />

Lee ist bereits seit<br />

mehreren Jahren<br />

als professioneller<br />

Fotograf und<br />

Foto-Autor tätig.<br />

PHOTOSHOP<br />

CAROLINE<br />

WILKINSON<br />

Caroline ist eine<br />

erfahrene Fotografin<br />

und Expertin auf<br />

dem Gebiet<br />

Photoshop.<br />

Schwebfliege<br />

Von Chris Pennell<br />

Kamera: Nikon D5000<br />

Objektiv: Nikon 105mm Macro-Objektiv<br />

Belichtung: 1/100 Sek. bei f/9 (ISO 400)<br />

CHRIS SAGT: „Diese<br />

Hainschwebfliege saß auf einem<br />

Habichtskraut. Ich habe sie im<br />

Schutzgebiet Broadwater Warren<br />

fotografiert. Das Bild wurde<br />

freihändig im Raw-Format aufgenommen und<br />

dann mit Nikon Capture NX2 bearbeitet.“<br />

Lee Frost: Farbenfroh, gut ausgeleuchtet, perfekt<br />

belichtet, ausdrucksstark, scharf – diese<br />

Nahaufnahme von Chris ist wirklich sehr gut und<br />

beweist ein hohes Maß an technischen<br />

Fähigkeiten und Geduld. Schwebfliegen sind<br />

wirklich nicht das kooperativste Motiv, aber Chris<br />

hat es geschafft, die meiner Meinung nach<br />

beinahe perfekte Aufnahme zu machen. Sie ist <strong>so</strong><br />

klar und detailreich. Die Äderchen auf ihren<br />

Flügeln erscheinen scharf wie Bleistiftstriche, und<br />

man kann die Einzelaugen in ihrem Facettenauge<br />

erkennen. Das strahlend gelbe Habichtskraut<br />

<strong>so</strong>rgt für den perfekten Hintergrund für die<br />

Schwebfliege und wurde angenehm unscharf<br />

dargestellt, damit es der Schwebfliege nicht die<br />

Aufmerksamkeit des Betrachters streitig macht.<br />

Es ist schade, dass der Hinterleib der Fliege nicht<br />

<strong>so</strong> scharf ist wie der Rest. Mit einer um ein bis<br />

zwei Schritte kleineren Öffnungsweite hätte man<br />

das Problem lösen können, wodurch man mehr<br />

Schärfentiefe zur Verfügung gehabt hätte.<br />

Andererseits hätte das die Unschärfe der Blüte<br />

verringern können, wodurch man vor einem noch<br />

größeren Problem gestanden hätte. Außerdem<br />

wäre es schön gewesen, wenn die Fliege etwas<br />

weiter auf der Blume gewesen wäre, damit Leib<br />

und Flügel nicht über die Ränder der<br />

Blütenblätter hinausragen. Aber das sind<br />

Nebensächlichkeiten. Chris <strong>so</strong>llte glücklich mit<br />

dieser Aufnahme sein. Ich wäre es.<br />

Urteil: Eine gut durchgeführte Nahaufnahme,<br />

die scharf und farbenfroh ist.<br />

ROSS SAGT: Insekten wie Schwebfliegen bleiben<br />

selten für längere Zeit still, deswegen hat Chris<br />

bei dieser Aufnahme gute Arbeit geleistet. Die<br />

Tiefenschärfe ist sehr gering bei gleichzeitig<br />

starker Vergrößerung. Das macht es alles andere<br />

als einfach, freihändig scharfe Fotos<br />

aufzunehmen. Chris hat genau das Richtige<br />

getan, indem er seinen ISO-Wert leicht erhöht<br />

hat, um die geeignete Kombination von<br />

Verschlusszeit und Öffnungsweite herzustellen.<br />

„Das Habichtskraut ergibt einen<br />

farbenfrohen Hintergrund und ist auf<br />

angenehme Weise diffus.“ Ross hoddinott<br />

Das Habichtskraut ergibt einen farbenfrohen<br />

Hintergrund und ist auf angenehme Weise diffus.<br />

Die Art der Aufnahme, in der das Motiv das Bild<br />

ausfüllt und direkt von oben aufgenommen ist,<br />

eignet sich perfekt dazu, die Spezies darzustellen<br />

und würde in einem Fachbuch nicht fehl am Platz<br />

wirken. Dennoch muss ich anmerken, dass Chris<br />

von einem ästhetischen Standpunkt aus gesehen<br />

etwas einfallsreicher hätte agieren können. Die<br />

Komposition ist zu eng, das Motiv zu mittig,<br />

wodurch ein eher statischer Eindruck entsteht.<br />

Vielleicht wäre es vorteilhaft gewesen, die<br />

Aufnahme aus einer etwas größeren Distanz zu<br />

machen. Dadurch hätte Chris mehr Platz um das<br />

Insekt herum lassen und es dezentral platzieren<br />

können. Andererseits hätte ein anderer<br />

Blickwinkel eine natürlichere und intimere<br />

Aufnahme ergeben – vielleicht von der Seite.<br />

Das Bild – speziell die Gelbtöne – ist zu grell und<br />

übermäßig scharf. Es wäre al<strong>so</strong> möglicherweise<br />

eine gute Idee, die ursprünglichen Rohdaten<br />

erneut zu bearbeiten.<br />

Urteil: Eine gute Aufnahme eines schwierigen<br />

Motivs, aber mit einem eher statischen Ergebnis,<br />

das noch besser bearbeitet werden könnte.<br />

Positiv und negativ ...<br />

Positiv: Die Wahl der Öffnungsweite und<br />

die fachmännische Fokussierung <strong>so</strong>rgen<br />

dafür, dass die Augen und Flügel der<br />

Schwebfliege scharf erscheinen, während die<br />

gelbe Blüte angenehm unscharf dargestellt<br />

wird. Lee Frost liebt die Komposition und den<br />

Blickwinkel, im Gegensatz zu Ross ...<br />

Befände sich das Insekt etwas weiter auf<br />

der Blüte, ergäbe dies für Lee das perfekte<br />

Ergebnis. Im Gegensatz dazu empfindet Ross<br />

die Blüte als etwas zu einengend und denkt,<br />

dass etwas mehr Platz und eine dezentrale<br />

Platzierung des Insekts ein besseres Bild<br />

ergeben hätten.


Blaue Augen<br />

Kamera: Pana<strong>so</strong>nic Lumix FZ35<br />

Belichtung: 1/50 Sek. bei f/3,6 (ISO 80)<br />

PAUL SAGT: „Nachdem ich mein<br />

schwer geprüftes Modell (meinen<br />

Sohn) gebeten hatte, zum Fenster<br />

hinter mir zu schauen, versuchte<br />

ich mit einer Makro-Einstellung, <strong>so</strong><br />

viele Einzelheiten seiner Augen wie möglich zu<br />

erfassen. Zusätzlich spielte ich etwas mit der<br />

Belichtung, um die hellen Bereiche nicht<br />

überzubelichten. Danach habe ich mit<br />

Photoshop noch etwas daran herumgefeilt.“<br />

DANIEL LEZANO: Die Tatsache, dass er das Bild mit<br />

einer Kompaktkamera aufgenommen hat, hat mich<br />

sehr überrascht und ist ein Beweis <strong>so</strong>wohl für Pauls<br />

Fähigkeiten als auch die seiner Kamera. Das<br />

Fensterlicht funktioniert prima und <strong>so</strong>rgt für eine<br />

diffuse Beleuchtung, die die Züge seines Sohnes<br />

herausstellt und sanft in den Schatten übergeht.<br />

Darüber hinaus ergibt es ein ausgeprägtes und<br />

ansprechendes Spitzlicht. Die Umstellung auf Mono<br />

war auch eine sehr gute Idee. Das Porträt leidet etwas<br />

darunter, dass die Kapuze über dem nähergelegenen<br />

Auge für eine Ablenkung <strong>so</strong>rgt. Es würde das Bild sehr<br />

verbessern, die Kapuze wegzuziehen. Der einzige<br />

andere kleinliche Kritikpunkt ist der angespannte<br />

Gesichtsausdruck des Sohnes – ein kleines Lächeln<br />

würde den Gesamteindruck verbessern.<br />

Urteil: Paul hat ein interessantes und mit<br />

sachkundiger Technik aufgenommenes Porträt<br />

geschaffen, das nur in ein paar nebensächlichen<br />

Punkten Mängel aufweist.<br />

Die Bildqualität, zu der moderne Kompaktkameras<br />

fähig sind, überrascht mich immer wieder aufs Neue.<br />

Und Pauls Porträt ist ein gutes Beispiel dafür. Er hat<br />

das Foto mit einer digitalen Kompaktkamera, obgleich<br />

einer sehr guten, geschossen. Aber diese Details,<br />

Schärfe und Klarheit hätte ich von einer digitalen<br />

Spiegelreflexkamera erwartet. Man kann die Struktur<br />

der Haut und die Einzelheiten in den Augen erkennen.<br />

Technisch betrachtet ist Pauls Aufnahme fehlerfrei: Die<br />

Lichtqualität ist für ein Porträt perfekt, der Hintergrund<br />

ist dunkel und unaufdringlich, in den Augen seines<br />

Sohnes befinden sich Spitzlichter, aber diese springen<br />

nicht zu sehr hervor, die Belichtung ist genau richtig,<br />

und die Schwarz-Weiß-Konversion funktioniert gut. Ich<br />

mag auch die enge Komposition, in der das Gesicht<br />

beinahe das gesamte Bild ausfüllt.<br />

Der erste Mangel, der mir auffällt, ist der<br />

Gesichtsausdruck des Sohnes. Er sieht ein wenig<br />

nichtssagend aus. Weder froh noch traurig, dafür aber<br />

vielleicht etwas unsicher, was er tun <strong>so</strong>ll. Zweitens wird<br />

das der Kamera nähergelegene Auge etwas durch die<br />

Kapuze des Jungen verdeckt. Da dies das Auge ist, das<br />

am stärksten im Fokus liegt und <strong>so</strong>mit <strong>so</strong>fort den Blick<br />

des Betrachters anzieht, denke ich, dass es komplett<br />

zu sehen sein <strong>so</strong>llte.<br />

Urteil: Technisch großartig mit ein paar wenigen,<br />

kleinen Mängeln.<br />

<strong>Digitale</strong> Dunkelkammer<br />

SELEKTIVE KOLORIERUNG<br />

Die Augen des Jungen machen das Bild zu<br />

einem idealen Anwendungsgebiet für die<br />

selektive Kolorierung. Vor dem Hinzufügen von<br />

Farbe müssen Sie überprüfen, ob der Farbraum<br />

des Bildes auf RGB und nicht auf Graustufen<br />

steht. Die Einstellung finden Sie über den Pfad<br />

Bild > Modus > RGB-Farbe. Treffen Sie nun<br />

mit einem Las<strong>so</strong>-Tool eine Auswahl um jedes<br />

Auge, und <strong>so</strong>rgen Sie für eine weiche Kante<br />

von zwei Pixeln über Auswahl > Auswahl<br />

verändern > Weiche Auswahlkante. Gehen Sie<br />

abschließend zu Bild > Anpassen >F arbton/<br />

Sättigung und klicken auf Farbschema, bevor<br />

Sie die Schieberegler für Farbton und Sättigung<br />

einstellen.<br />

„Die Belichtung ist genau richtig<br />

und die Schwarzweiß-Konversion<br />

funktioniert gut. Ich mag auch die<br />

enge Komposition, in der das<br />

Gesicht beinahe das gesamte Bild<br />

ausfüllt.“ LEE FROST


Expertenrat<br />

Hilft Ihnen dabei, bessere <strong>Bilder</strong> zu machen<br />

Die Eierfrau<br />

Von Sina Korcan<br />

Kamera: Canon EOS 450D<br />

Objektiv: Canon 50mm f/1.8<br />

Belichtung: 1/100 Sek. bei f/5,6 (ISO 400)<br />

CHRIS SAGT: „Ich habe diesen<br />

farbenfrohen Schnappschuss<br />

gemacht, als ich in einem<br />

Außenbezirk von Mumbai lebte.<br />

Diese Dame kam jeden Morgen<br />

mit ihrem Weidenkorb zu mir nach Hause und<br />

versuchte, frische Eier und ab und zu auch<br />

Obst zu verkaufen.“<br />

LEE FROST: Ich bin ein großer Fan der<br />

Reisefotografie, speziell von Porträts, al<strong>so</strong> kann<br />

ich vollkommen verstehen, dass andere<br />

Fotografen genau<strong>so</strong> davon angezogen werden.<br />

Die Menschen auf der Straße sehen in anderen<br />

Ländern sehr viel exotischer und interessanter<br />

aus, und ich würde nicht einmal im Traum<br />

wagen, einen Fremden in Großbritannien zu<br />

fragen, ob es ihm etwas ausmachen würde, sich<br />

fotografieren zu lassen. Sinas Porträt schreit für<br />

mich förmlich das Wort „Indien“ heraus. Es ist<br />

farbig, das Gesicht der Frau charaktervoll, und sie<br />

ist eindeutig entspannt vor der Kamera, was am<br />

Ende immer einen Unterschied für das Bild<br />

ausmacht.<br />

Was mich sprachlos macht ist die Art, wie Sina<br />

diesen ausdrucksstarken Look hinbekommen hat.<br />

Es könnte Pseudo-HDR, aus einer einzelnen<br />

Rohdatei, das Werk eines Software-Plug-ins oder<br />

einfach das Ergebnis von Sinas Nachbearbeitung<br />

sein. Wie auch immer er es erreicht hat, ich habe<br />

das Gefühl, dass nur noch eine Haaresbreite fehlt,<br />

bis es zu viel wird, be<strong>so</strong>nders bei der Farbe.<br />

Vielleicht würde eine Reduzierung der Sättigung<br />

das Problem lösen.<br />

Mein nächster Kritikpunkt ist der Hintergrund: Er<br />

konkurriert mit der Frau um die Aufmerksamkeit<br />

des Betrachters. Sina hat eine Öffnungsweite von<br />

f/5,6 verwendet, wobei er die Blende bei einem<br />

50-mm-Objektiv idealerweise etwas weiter hätte<br />

öffnen <strong>so</strong>llen, um dem Hintergrund die Schärfe zu<br />

nehmen. Vielleicht könnte die Tür geöffnet<br />

werden, um die Frau alternativ vor der dunklen<br />

Innenseite aufzunehmen? Der Hintergrund würde<br />

weniger ablenken, selbst bei f/5,6. Wenn das<br />

nicht klappen <strong>so</strong>llte, könnte man durch<br />

Beschneiden auf Porträtgröße das Problem<br />

beseitigen.<br />

Urteil: Ein großartiges Reiseporträt, aber etwas<br />

zu ausdrucksstark und der Hintergrund lenkt ab.<br />

DANIEL LEZANO: Es würde mich nicht<br />

überraschen, wenn Sina vor seinem Aufbruch<br />

nach Mumbai einige von Lee Frosts Reiseporträts<br />

studiert hätte, da diese Aufnahme viele der<br />

Charakteristika von Lees Methoden aufweist. Die<br />

Verwendung einer relativ kurzen Brennweite, um<br />

nah heranzukommen, eine entspannte Frau mit<br />

ehrlichem Ausdruck als Motiv und kräftige, satte<br />

Farben, die einen eher positiven als störenden<br />

Beitrag leisten, wirken alle bei diesem exzellenten<br />

Reiseporträt zusammen. Jetzt, wo das gesagt ist,<br />

gibt es ein paar Dinge, die zur weiteren<br />

Verbesserung des Bildes hätten beitragen können.<br />

Erstens <strong>so</strong>rgt die Öffnungsweite von f/5,6 für zu<br />

viel Tiefenschärfe– eine Aufnahme mit f/1,8 hätte<br />

den Hintergrund aus dem Fokus genommen und<br />

das eigentliche Motiv noch weiter unterstrichen.<br />

Die andere Änderung wäre der Ausschnitt. Ich<br />

hätte entweder versucht, noch etwas näher<br />

heranzugehen und ein reines Porträt<br />

aufzunehmen oder weiter weg, um mehr von der<br />

Kleidung und dem Korb einzufangen.<br />

Urteil: Ein starkes Reisebild, das nur etwas<br />

Feinschliff braucht.<br />

<strong>Digitale</strong> Dunkelkammer<br />

Ein Bild kann mit dem Zuschnitt-Tool komplett<br />

verändert werden, man kann etwa eine<br />

Aufnahme im Landschaftsformat in ein Porträt<br />

umwandeln. Klicken Sie das Zuschnitt-Tool<br />

an und ziehen es über das Bild, um die<br />

Erstauswahl zu treffen. Sie können Ihre<br />

Auswahl überprüfen, bevor Sie das Häkchen<br />

in der oberen Menüleiste anklicken oder<br />

Eingabe drücken, um Ihren neuen Zuschnitt<br />

zu übernehmen.<br />

„Es würde mich nicht überraschen,<br />

wenn Sina vor seinem Aufbruch<br />

nach Mumbai einige von Lee Frosts<br />

Reiseporträts studiert hätte, da<br />

diese Aufnahme viele der<br />

Charakteristika von Lees Methoden<br />

aufweist.“ DANIEL LEZANO


Hilft Ihnen dabei, bessere <strong>Bilder</strong> zu machen<br />

Expertenrat<br />

Das Kloster<br />

Von Michael Matti<strong>so</strong>n<br />

Kamera: Sony Alpha 35<br />

Objektiv: Sigma DC 18-200mm<br />

Belichtung: 1/320 Sek. bei f/5,6 (ISO 100)<br />

MICHAEL SAGT: „Das Foto wurde<br />

beim Kloster von Tynemouth<br />

aufgenommen. Es ist eine<br />

Belichtungsreihe, bestehend aus<br />

drei Belichtungen. Ich habe es in<br />

Schwarzweiß umgewandelt und danach<br />

Photomatix 4.1 verwendet, um es zu<br />

bearbeiten. Das war mein erstes HDR-Bild und<br />

ich bin total begeistert.“<br />

ROSS SAGT: Entweder man liebt HDR oder man<br />

hasst es, stimmt's? Ich persönlich bin kein großer Fan,<br />

aber wenn es gut eingesetzt und angemessen<br />

verwendet wird, kann man nicht verneinen, dass die<br />

Ergebnisse fantastisch aussehen. Für seinen ersten<br />

Versuch, denke ich, dass Michael seine Sache sehr<br />

gut gemacht hat. Es ist ein dramatischer Ort mit<br />

Potenzial für großartige Fotos. Der Himmel ist<br />

stimmungsvoll und dem Bild steht die Umwandlung<br />

zu Mono gut zu Gesicht. Dennoch muss ich<br />

ehrlicherweise sagen, dass ich nicht davon überzeugt<br />

bin, dass die Originalaufnahme sehr gut war. Durch<br />

den tiefen Blickwinkel rücken die Grabsteine<br />

zusammen und unterbrechen den Horizont. Die<br />

Distorsion des Objektivs stört und <strong>so</strong>rgt dafür, dass<br />

sich die Ruine des Klosters unnatürlich neigt, was<br />

leicht während der Bearbeitung hätte behoben<br />

werden können. Darüber hinaus denke ich, dass sich<br />

das Kloster zu weit rechts im Bild befindet, wodurch<br />

die Komposition leicht aus dem Gleichgewicht gerät.<br />

Es mag sich spitzfindig anhören, aber ich finde, dass<br />

die Kante des Grabsteins oder Sockels, die auf der<br />

linken Seite ins Bild hineinragt, störend wirkt. Daher<br />

würde ich sie einfach schnell mit einem Stempel<br />

entfernen. Der größte Teil meiner Kritik dreht sich um<br />

nebensächliche Dinge, die sich mit ein wenig<br />

Feineinstellung beheben lassen.<br />

Urteil: Ich denke, Michael <strong>so</strong>llte noch einmal zum<br />

Ort der Aufnahme zurückkehren. Mit ein paar<br />

kleinen Justierungen und ein wenig mehr Auge fürs<br />

Detail wird er meiner Meinung nach mit einem<br />

atemberaubenden Ergebnis zurückkehren.<br />

LEE FROST: Ich liebe HDR, wenn es ordentlich<br />

angewendet wird. Der „Look“ kann allerdings<br />

vorhersehbar sein, wie bei jeder wirksamen Methode,<br />

daher <strong>so</strong>llte man es nicht zu oft verwenden. Michaels<br />

Bild ist ein klassisches Beispiel für HDR.<br />

Es sieht ein wenig surreal aus. Das liegt an den vielen<br />

einbezogenen Details, die wir sehen können.<br />

Dennoch erreicht es nicht die lächerliche<br />

Überfrachtung, die wir häufig sehen. Außerdem<br />

wurde durch die Umwandlung in ein Schwarzweiß-<br />

Bild der Effekt von HDR zurückgenommen. Der<br />

Himmel sieht fantastisch aus, und mit jeder anderen<br />

Methode wäre es schwer gewesen, das gesamte<br />

dramatische Potenzial der Wolken herauszuholen. Ich<br />

hätte keinen Spaß daran, um diese Grabsteine und<br />

die Klosterruine herumschneiden zu müssen. Mir<br />

gefällt auch die Art und Weise, wie die Struktur der<br />

Grabsteinoberflächen und das Mauerwerk des<br />

Klosters unterstrichen wurden. Die Komposition<br />

überzeugt mich allerdings nicht <strong>so</strong> sehr. Die Ruine des<br />

Klosters ist das Hauptelement der Szenerie, und<br />

obwohl wir immer große Reden dazu halten, das<br />

Hauptelement nicht zentral im Bild zu platzieren,<br />

denke ich, dass es in diesem Fall funktioniert hätte:<br />

das über den Grabsteinen thronende Kloster mit dem<br />

fantastischen Himmel dahinter.<br />

Urteil: Großartiger HDR-Effekt, aber nicht die<br />

bestmögliche Komposition.<br />

Kurzkritik<br />

1) Dramatischer Himmel<br />

Das HDR-Verfahren <strong>so</strong>rgt für fantastische<br />

Kontraste und Einzelheiten der Wolken,<br />

wodurch ein dramatischer Hintergrund für das<br />

Kloster entsteht.<br />

2) Die Komposition beachten<br />

So gut die Bearbeitung auch ist, die<br />

Komposition ist nachlässig. Es wäre eine gute<br />

Idee, das Kloster erneut zu besuchen und<br />

andere Möglichkeiten auszuprobieren.<br />

3) Schwarzweiß-Konversion<br />

Michaels Entscheidung, auf Mono<br />

umzustellen, passt ganz genau, <strong>so</strong>wohl zum<br />

Motiv als auch zum HDR-Verfahren. Die<br />

Bandbreite der Töne ist ausreichend, um die<br />

Einzelheiten beizubehalten, ohne über das<br />

Ziel hinauszuschießen.<br />

1<br />

„Das Kloster befindet sich zu weit<br />

rechts im Bild, wodurch die<br />

Komposition leicht aus dem<br />

Gleichgewicht gerät.“ ROSS HODDINOTT<br />

2<br />

3


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Kritik von Experten<br />

Beauty Shot<br />

Von Irena Eastington<br />

Kamera: Canon EOS 5D Mk II<br />

Objektiv: Canon EF 28-300mm f/3.5-5.6<br />

Belichtung: 1/80 s bei f/10 (ISO 100)<br />

IRENA SAGT: „Das wurde bei<br />

meinem ersten Portfolio-Shooting<br />

gemacht. Das Bild wurde vor einem<br />

weißen Hintergrund mit einer Softbox<br />

neben dem Modell geschossen. Ich<br />

mag diese Beleuchtung sehr, da sie den<br />

Gesichtszügen schmeichelt.“<br />

DANIEL LEZANO: IIrena hat mehrere<br />

ausgezeichnete Porträts eingereicht, und es war<br />

wirklich schwer, eines für einen Kommentar<br />

auszuwählen. Wir haben dieses gewählt, da es<br />

einige interessante Aspekte aufweist. Auffallend<br />

ist, dass das Modell die Augen geschlossen hat,<br />

was für ein Porträt eher ungewöhnlich ist. Es<br />

handelt sich jedoch um einen Beauty-Shot und<br />

ist daher auf eine andere Zielgruppe ausgerichtet<br />

als ein gewöhnliches Porträt. Die zentralen<br />

Punkte dieses Bildes sind das schön<br />

aufgetragene Augen-Make-up und die langen<br />

Wimpern. Leider konkurrieren sie mit den<br />

Lippen, auf die roter Lipgloss aufgetragen wurde<br />

und automatisch den Blick auf sich ziehen. Für<br />

mich sind sie zu auffällig geschminkt und passen<br />

nicht zu dem zarten Augen-Make-up. Die Haut<br />

ist makellos, was mit Sicherheit <strong>so</strong>wohl an der<br />

Vorbereitung des Shootings als auch an der<br />

Nachbearbeitung liegt, und ein erstklassiges<br />

Ergebnis zaubert. Wenn ich ganz kleinlich sein<br />

<strong>so</strong>ll, hätte ich als einzige Veränderung das weiße<br />

Tuch vom Hals zur Bildecke gezogen.<br />

Urteil: Irena hat ein Auge für<br />

außergewöhnliche und ausgefeilte<br />

Modeportraits.<br />

LEE FROST: Beim bloßen Anblick dieses Bildes<br />

wird einem bewusst, wie erstaunlich digitale<br />

Technologie ist – Nicht nur, was die Qualität von<br />

digitalen Kameras anbelangt, <strong>so</strong>ndern auch, was<br />

man mit den <strong>Bilder</strong>n im Nachhinein machen kann.<br />

Es ist aus technischer Sicht perfekt und <strong>so</strong>gar als<br />

kleines JPEG-Bild auf meinem<br />

Computerbildschirm sieht das Modell <strong>so</strong> echt aus,<br />

als würde sie direkt vor mir liegen. Schön wär’s!<br />

Ihre Haut strahlt und ist weich wie Porzellan, ihr<br />

Lippenstift ist <strong>so</strong> glänzend, dass die Lippen<br />

beinahe feucht aussehen, und man erkennt <strong>so</strong>gar<br />

die Textur ihres Lidschattens. Hervorragend.<br />

Natürlich wurde hier viel an Nacharbeit geleistet<br />

und man könnte darüber diskutieren, ob Irena<br />

dabei nicht etwas zu weit gegangen ist, aber mir<br />

persönlich gefällt es – das Gesicht des Modells ist<br />

<strong>so</strong> perfekt, das es schon fast unecht wirkt. Das Bild<br />

muss außerdem im Kontext betrachtet werden.<br />

Man könnte es schade finden, dass das Modell die<br />

Augen geschlossen hat, aber es handelt sich<br />

schließlich nicht um ein Porträt, <strong>so</strong>ndern um einen<br />

Beauty-Shot und Irena hatte damit ein klares Ziel<br />

vor Augen. Ich finde, es ist ein voller Erfolg und<br />

beweist großes Talent <strong>so</strong>wohl hinter der Kamera als<br />

auch am Computer – ihr steht bestimmt eine<br />

glänzende Karriere bevor!<br />

Urteil: Technisch und ästhetisch makellos –<br />

erstklassig.<br />

Kurzkritik<br />

1) Die geschlossenen Augen des Modells sind ein gewagter<br />

und ungewöhnlicher Zug von Irena, aber es passt definitiv gut<br />

zum Beauty-Shot.<br />

2) Das Make-up auf den Augen und der Haut ist meisterhaft,<br />

aber der Gloss ist etwas zu stark aufgetragen.<br />

3) Durch das weiße Tuch gibt es keine Ablenkungen im<br />

Hintergrund, aber die Falte über dem Hals, die bis zur Bildecke<br />

reicht, lenkt etwas ab.<br />

„Man könnte es schade finden, dass<br />

das Modell die Augen geschlossen<br />

hat, aber es handelt sich schließlich<br />

nicht um ein Porträt, <strong>so</strong>ndern um<br />

einen Beauty-Shot“ Lee Frost<br />

2<br />

1<br />

3<br />

142 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Exotische Frucht<br />

Von Daniel McCarthy<br />

Kamera: Canon EOS 50D<br />

Objektiv: Sigma 50mm f/2.8 DG Macro<br />

Belichtung: 1/250 s bei f/8 (ISO 100)<br />

DANIEL SAGT: „Ich habe eine Scheibe<br />

Kiwi auf eine Glasplatte gelegt und sie<br />

von unten mit einem Blitzgerät<br />

beleuchtet. Dann habe ich die<br />

Intensitäten in Photoshop angepasst.“<br />

ROSS HODDINOTT: Ich liebe <strong>Fotografie</strong>n von<br />

Details und Texturen, und die<br />

Hintergrundbeleuchtung ist eine meiner<br />

Lieblingstechniken. Daniels Aufnahme ist al<strong>so</strong><br />

genau mein Fall. Kiwis sind ein beliebtes Objekt,<br />

da sie eine kräftige Farbe und eine interessante<br />

Textur haben. Ich finde die zentrale Position der<br />

Obstscheibe gut, aber in meinen Augen hat Daniel<br />

diese Aufnahme zu stark zugeschnitten. Dadurch<br />

ist nämlich einer der Kerne am unteren Bildrand<br />

angeschnitten, was die Symmetrie der Aufnahme<br />

stört. Mir hätte es auch besser gefallen, wenn alle<br />

transparenten Bereiche um die Kerne herum in<br />

der Bildkomposition zu sehen wären. Sie sind ein<br />

wesentlicher Bestandteil der Struktur der Frucht<br />

und „umrahmen“ den Mittelpunkt der Kerne.<br />

Daniel hätte die Kamera vielleicht einfach etwas<br />

weiter weghalten <strong>so</strong>llen. Außerdem wäre ein<br />

quadratisches Format eine gute Alternative<br />

gewesen.<br />

In meinen Augen ist außerdem der Kontrast der<br />

Aufnahme zu stark und die Details in den Ecken<br />

gehen verloren, einige Bereiche sind <strong>so</strong>gar<br />

ausgebrannt.<br />

Es wäre daher vielleicht sinnvoll, sich noch einmal<br />

das Original anzusehen und es entsprechend neu<br />

zu bearbeiten.<br />

Urteil: Kiwis sind ein beliebtes Objekt, diese Art<br />

von <strong>Bilder</strong>n müssen daher etwas Be<strong>so</strong>nderes<br />

sein, um sich vom Rest abzuheben. Daniel hätte<br />

diese Aufnahme zusätzlich verbessern können,<br />

indem er die Details im Mittelpunkt einbezogen<br />

LEE FROST: Diese Aufnahme weckt in mir<br />

schöne Erinnerungen. Ich erinnere mich, wie ich<br />

vor Jahren von hinten beleuchtet Fruchtscheiben<br />

fotografiert habe, um neue Ideen und Techniken<br />

auszuprobieren. Es ist eine ganz einfache Technik,<br />

aber die Ergebnisse sehen toll aus, da die<br />

Hintergrundbeleuchtung nicht nur die intensive<br />

Farbe der Frucht, <strong>so</strong>ndern auch die Struktur und<br />

Formen in ihrem Inneren zum Vorschein bringt.<br />

Kiwis eignen sich immer gut wegen ihrer Farben<br />

und Details, obwohl man auch mit Zitrusfrüchten<br />

gut arbeiten kann <strong>so</strong>wie mit Gurken und Tomaten.<br />

Eigentlich könnte man eine ganze Reihe<br />

abstrakter <strong>Fotografie</strong>n von Lebensmitteln machen.<br />

Daniels Ansatz war zu stark fokussiert und mit<br />

dem Makroobjektiv hat er eine Nahaufnahme<br />

erzielt, die das gesamte Bild ausfüllt, ablenkende<br />

Details ausblendet und die Farbe und Struktur<br />

hervorhebt. Es sticht richtig ins Auge – einfach,<br />

stark und sehr graphisch, als ob die Frucht gerade<br />

explodieren würde.<br />

Es ist eine schöne und auch scharfe Aufnahme.<br />

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass er mit der Farbe<br />

vielleicht etwas zu weit gegangen ist – der<br />

Kontrast ist zu stark. Da es sich aber um ein<br />

abstraktes Bild handelt, mag ihm das gestattet<br />

sein.<br />

Urteil: Eine einfache, aber auffallende und<br />

interessante Nahaufnahme mit großer Wirkung.<br />

Positives und Negatives<br />

Positives: Das fantastisch ausgewählte<br />

Objekt und die hervorragende Technik<br />

haben Daniel eine eindrucksvolle Aufnahme<br />

ermöglicht. Der Fokus stimmt haargenau und<br />

bringt ein gestochen scharfes Endergebnis<br />

hervor.<br />

Negatives: Auf der Suche nach<br />

spektakulärer Lebendigkeit hat Daniel das<br />

Bild vielleicht etwas zu stark nachbearbeitet.<br />

Eine größere Distanz zum Motiv würde die<br />

Bildkomposition verbessern, da <strong>so</strong> mehr<br />

Details der Frucht erfasst werden würden.<br />

Alternativ hätte auch ein quadratischer<br />

Bildausschnitt die Komposition aufbessern<br />

können. Oft lohnt es sich, ein Bild im<br />

Nachhinein noch einmal zu betrachten und zu<br />

schauen, ob es etwas gibt, was man beim<br />

nächsten Mal besser machen könnte.<br />

„Einfach, stark und sehr<br />

grafisch, als ob es einem direkt<br />

ins Auge springen würde.“<br />

Lee Frost


Expertenzentrum Kritik von Experten<br />

“The hand and props are too clean and would benefit from <strong>so</strong>me grime”<br />

DANIEL LEZANO<br />

Glen Coe<br />

Von James Blunt<br />

Kamera: Canon EOS 50D<br />

Objektiv: Tamron 10-24mm f/3.5-4.5<br />

Belichtung: 1/20 s bei f/7,1 (ISO 100)<br />

JAMES SAGT: „Ich liebe die<br />

schottischen Highlands und fahre<br />

dort gerne zum <strong>Fotografie</strong>ren hin.<br />

Ich wollte die Hochlandrinder in ihrer<br />

Umgebung zeigen. Das Endergebnis<br />

ist eine Kombination aus zwei Aufnahmen.“<br />

ROSS HODDINOTT: Mir gefällt diese Aufnahme<br />

ziemlich gut: Je länger ich darauf schaue, um<strong>so</strong><br />

deutlicher sehe ich, wie bewusst James dabei<br />

vorgegangen ist. Ich liebe das Gefühl von Weite<br />

und Abgeschiedenheit, das dieses Foto weckt.<br />

Das Hochlandrind ist perfekt im Kontext seiner<br />

Umgebung platziert und hat im Bild genau die<br />

richtige Größe. Das Bild vermittelt, wie weit<br />

entfernt und abgelegen der Ort und die Häuser<br />

sind. Das gedämpfte, trübe Licht passt dabei<br />

genau in die Szene. Das einzige, was ich<br />

verändert hätte, wäre, den gesamten Feldweg<br />

mit in die Komposition aufzunehmen. Er ist eine<br />

nützliche Hilfe bei der Komposition, da er das<br />

Auge auf das Bild lenkt. So wie es jetzt ist, folgt<br />

das Auge dem Weg und verlässt das Bild. Als<br />

Fotograf ist es wichtig, eine Sache entweder<br />

richtig einzusetzen oder sie ganz wegzulassen.<br />

An<strong>so</strong>nsten ist es ein tolles Bild, das<br />

wunderschön die Essenz der Highlands darstellt.<br />

Urteil: Ein sehr schönes Bild, das ein<br />

wundervolles Gefühl von Weite und Raum<br />

vermittelt, aber der Weg <strong>so</strong>llte entweder<br />

vollständig im Bild oder gar nicht zu sehen sein.<br />

LEE FROST: Diese Landschaft zeigt ein<br />

vollständiges Bild von Schottland, von den felsigen,<br />

mit Schnee bedeckten Bergen über die<br />

abgelegenen Hütten bis hin zu den<br />

Gletscherbächen, die in einen entfernten See<br />

fließen, und das alles in kräftigen, ländlichen<br />

Farben. Und als wenn damit noch nicht genug<br />

wäre, befindet sich auch noch ein grasendes<br />

Hochlandrind im Vordergrund – James hatte an<br />

diesem Tag definitiv das Glück auf seiner Seite.<br />

Das einzige, was mir nicht gefällt, ist die<br />

Bildkomposition. Ich glaube, James hat versucht,<br />

zu viel mit ins Bild zu packen und hat den<br />

Ausdruck dadurch nicht verstärkt, <strong>so</strong>ndern eher<br />

abgeschwächt. Der Feldweg ist dabei der größte<br />

Störfaktor. Mein Auge richtet sich automatisch<br />

darauf und folgt dem Weg, aber da er zum Bildrand<br />

führt, entgehen mir die interessantesten Details der<br />

Szene, während mein Blick entlang des Weges in<br />

die Ferne schweift. James hätte nur etwas<br />

heranzoomen müssen, um den Weg aus der Szene<br />

zu entfernen. Das würde die Komposition<br />

vereinfachen und ablenkende Details ausblenden,<br />

und wir könnten die harmonierenden<br />

Komponenten genießen. Das Hochlandrind ist<br />

perfekt positioniert, es lenkt das Auge auf die<br />

Szene, verstärkt das Gefühl von Weite und bildet<br />

ein Gleichgewicht zu den Hütten, die diagonal zu<br />

ihm stehen.<br />

Urteil: Eine klassische schottische Landschaft<br />

mit vielen wunderschönen Elementen. James<br />

hätte sie nur etwas stärker eingrenzen <strong>so</strong>llen.<br />

Photoshop-Ideen<br />

Unsere beiden Experten stimmen darin<br />

überein, dass dieses Bild nur einer kleinen<br />

Veränderung in der Komposition bedarf.<br />

James hatte zwei Möglichkeiten, als er dieses<br />

Bild schoss: heran- oder herauszuzoomen,<br />

um den Feldweg entweder auszuschließen<br />

oder einzubeziehen. Jetzt, da das Bild bereits<br />

geschossen ist, bleibt als einzige Möglichkeit<br />

nur, das Bild mit Photoshop zuzuschneiden.<br />

Mit der Option Freistellen kann man genau<br />

sehen, welche Komponenten im Bild bleiben<br />

und welche abgeschnitten werden. Sie<br />

können die Umschalttaste gedrückt halten,<br />

um die Seitenverhältnisse beizubehalten, oder<br />

die Seitenverhältnisse des Bildes mit den<br />

Freistellung<strong>so</strong>ptionen zu verändern. Den<br />

Feldweg wegzuschneiden, würde die<br />

Lebendigkeit und die Farben verstärken.<br />

„Ich liebe das Gefühl von Weite<br />

und Abgeschiedenheit, das<br />

dieses Foto weckt.“<br />

Ross Hoddinott<br />

144 / DIGITALE FOTOGRAFIE – UPDATE


Wespenporträt<br />

Von Kurt Hockping Guek<br />

Kamera: Canon EOS 40D<br />

Objektiv: Canon MP-E65 1x-5x Macro<br />

Belichtung: 1/200 s bei f/13 (ISO 100)<br />

KURT SAGT: „Ich fand diese Wespe<br />

eines späten Abends in einem Park.<br />

Sie ließ mich nah heran und das<br />

Bild aus der Hand schießen. Der<br />

Hintergrund war ein rotes Blatt.“<br />

ROSS HODDINOTT: Ein Bild auf dieser<br />

Vergrößerungsstufe zu schießen, ist mit vielen<br />

Schwierigkeiten verbunden. Der Arbeitsabstand<br />

ist praktisch Null und die Tiefenschärfe ist auch<br />

stark begrenzt, al<strong>so</strong> muss man präzise<br />

fokussieren. Es ist ein wirklich eindrucksvolles<br />

Bild. Mir gefällt der Blickwinkel, der den<br />

Schwerpunkt auf die großen farbigen Augen<br />

des Insekts und seinen bösartig aussehenden<br />

Mund legt. Der Hintergrund ist farbenfroh und<br />

schön zerstreut. Technisch betrachtet ist es ein<br />

sehr schönes Bild und Kurt ist ein wahrhaft<br />

talentierter Makrofotograf. Etwas Negatives?<br />

Nun, der kurze Fühler des Insektes ist aufgrund<br />

des Blickwinkels unvermeidbar unscharf und<br />

lenkt etwas ab. Ich frage mich, ob Kurt auch<br />

eine Seitenaufnahme gemacht hat, da dies<br />

eine interessante Alternative wäre und er <strong>so</strong><br />

den Fühler schärfer getroffen hätte. Außerdem<br />

bin ich der Ansicht, dass das Bild etwas zu<br />

stark zugeschnitten ist. Insgesamt ist es jedoch<br />

eine ausgezeichnete Aufnahme. Nur weiter <strong>so</strong>,<br />

Kurt.<br />

Urteil: Ein auffälliges, scharfes und toll<br />

beleuchtetes Makrobild.<br />

LEE FROST: Makrofotografie ist faszinierend,<br />

da sie uns einen Einblick in Welten gibt, die wir<br />

mit dem bloßen Auge nicht erkennen können,<br />

und Kurts Aufnahme ist ein klassisches<br />

Beispiel dafür, was mit ihr erreicht werden<br />

kann.<br />

Um ehrlich zu sein, ist es schwer, einen Fehler<br />

in diesem Bild zu finden. Die Bildkomposition<br />

ist schön und <strong>so</strong> dicht, dass das Objekt das Bild<br />

ausfüllt. Ganz be<strong>so</strong>nders gefällt mir der<br />

Farbtupfer im Hintergrund – er harmoniert mit<br />

den großen grünen Augen und dem Hauch von<br />

Grün am unteren Bildrand. Kurt hat den Fokus<br />

gezielt auf die Augen gerichtet. Dadurch, dass<br />

der Fokus schnell abfällt, stechen die Augen<br />

be<strong>so</strong>nders hervor und es sind unglaublich viele<br />

Details zu erkennen. Wenn ich kleinlich sein<br />

<strong>so</strong>ll, würde ich sagen, dass Kurt die Enden der<br />

Vorderbeine der Wespe nicht hätte<br />

abschneiden <strong>so</strong>llen. Aber alles andere an dieser<br />

Aufnahme ist <strong>so</strong> hervorragend, dass ich das<br />

gerne ignoriere!<br />

Urteil: Ein <strong>so</strong>wohl aus technischer als auch<br />

ästhetischer Sicht gelungenes Makrobild.<br />

Kurzkritik<br />

1) Kurt hat seinen Fokus hier festgesetzt.<br />

Wenn man den gleitenden Fokus bedenkt, mit<br />

dem er gearbeitet hat, ist dies eine wahrlich<br />

großartige Aufnahme aus der Hand.<br />

2) Obwohl die Komposition schön und auf<br />

das Objekt beschränkt ist, könnte die<br />

Entscheidung, die Vorderbeine des Insekts<br />

abzuschneiden, infrage gestellt werden. Da<br />

die Aufnahme aber technisch gesehen<br />

fantastisch ist, lenkt dies nicht zu sehr vom<br />

Endbild ab.<br />

2<br />

„Es ist unglaublich, wie<br />

viele Details zu erkennen<br />

sind.“<br />

Lee Frost<br />

1


Expertenzentrum<br />

Fragen und Antworten<br />

Sicheres Reinigen<br />

von Sen<strong>so</strong>ren<br />

Ich möchte keine Tupfer oder Bürsten<br />

zur Reinigung meiner Digitalkamera<br />

verwenden, weil ich Angst habe, sie zu<br />

beschädigen. Gibt es eine andere risikofreie<br />

Methode, Staub zu entfernen?<br />

Jim Quince, Stratford<br />

Sie könnten ein Gebläse verwenden,<br />

um den Sen<strong>so</strong>r nicht direkt zu<br />

berühren. Wenn Sie die Kamera für eine<br />

Reinigung des Sen<strong>so</strong>rs vorbereiten, d. h. den<br />

Verschluss öffnen, richten Sie einfach<br />

mehrere kurze Luftströme auf den Sen<strong>so</strong>r mit<br />