26.03.2014 Aufrufe

VERWALTUNGSBERICHT - Der Landkreis Harz

VERWALTUNGSBERICHT - Der Landkreis Harz

VERWALTUNGSBERICHT - Der Landkreis Harz

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

VERWALTUNGSBERICHT

5 Jahre LANDKREIS HARZ


IMPRESSUM

Herausgeber: Landkreis HarzDer Landrat –

Friedrich-Ebert-Straße 42

38820 Halberstadt

Redaktion: Sachgebiet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Ingelore Kamann –

Telefon (0 39 41) 59 70 42 08

pressestelle@kreis-hz.de

Gesamtherstellung:

Harzdruckerei GmbH, Wernigerode

Max-Planck-Straße 12/14

38855 Wernigerode

Telefon (0 39 43) 54 24-0

info@harzdruck.de

www.harzdruck.com

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht 2


Inhaltsverzeichnis

Vorwort Landrat 5

Der Landkreis im Überblick 6

Der Kreistag 11

Die Verwaltung 13

1. Bereich des Landrates 16

1.1. Büro des Landrates 17

1.1.1. Sachgebiet Beteiligungsmanagement 17

1.1.2. Sachgebiet Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit/Kreistagsbüro 18

1.1.3. Kommunalaufsicht/ Wahlen 19

1.1.4. Amt zur Regelung offener Vermögensfragen 21

1.1.5. Behindertenbeauftragte 22

1.2. Gleichstellungsbeauftragte 23

1.3. Rechnungsprüfungsamt 23

1.4. Personalrat 24

2. Dezernat I – Hauptverwaltung 26

2.1. Amt für Organisation, IT & zentraler Dienst 26

2.1.1. Sachgebiet Organisation 26

2.1.2. Sachgebiet Informationstechnik 27

2.1.3. Sachgebiet Zentraler Dienst 28

2.2. Personalamt 28

2.2.1. Sachgebiet Bezüge- und Gehaltsstelle 28

2.2.2. Sachgebiet Personalentwicklung/

Controlling 28

2.2.3. Sachgebiet Personalangelegenheiten 29

2.3. Amt für Finanzwesen 31

2.3.1. Sachgebiet Haushalt 31

2.3.2. Sachgebiet Kreiskasse 35

2.4. Amt für zentrale Gebäudeverwaltung 36

2.4.1. Sachgebiet Dienstleistungen/

Vertragswesen/Funktionsperonal 36

2.4.2. Sachgebiet Gebäudewirtschaft/

Haushalt-Controlling 36

2.4.3. Sachgebiet Hochbau/Bauunterhaltung 37

3. Dezernat II – Ordnungsverwaltung 39

3.1. Ordnungsamt 40

3.1.1. Sachgebiet Ordnungsrecht, zentraler

Vollzugsdienst; Verkehrsüberwachung

und zentrale Bußgeldstelle 40

3.1.2 Sachgebiet Ausländer, Staatsangehörigkeit,

Personenstandswesen 44

3.1.3. Sachgebiet Fahrerlaubnisbehörde, Verkehrslenkung,

gewerblicher Kraftverkehr 47

3.1.4. Sachgebiet Waffen/Sprengstoff,

Jagd/Fischerei, Forsthoheit/Waldschutz 49

3.1.5. Sachgebiet Brand- und

Katastrophenschutz, ZMZ 51

3.1.6. Sachgebiet Zulassung 56

3.2. Amt für Veterinärwesen &

Lebensmittelüberwachung 58

3.2.1. Sachgebiet Veterinärwesen 58

3.2.2. Sachgebiet Lebensmittelüberwachung 59

3.3. Gesundheitsamt 62

3.3.1 Sachgebiet Verwaltung 62

3.3.2. Sachgebiet Amtsärztlicher Dienst 62

3.3.3. Sachgebiet Kinder- und

Jugendzahnärztlicher Dienst 63

3.3.4. Sachgebiet Hygiene und Infektionsschutz 64

3.3.5. Sachgebiet Kinder- und

Jugendärztlicher Dienst 65

3.3.6. Sachgebiet Sozialpsychiatrischer Dienst 66

3.3.7. Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber 66

4. Dezernat III –

Sozial- und Bildungsverwaltung 67

4.1. Schulverwaltungsamt 68

4.1.1. Sachgebiet Schulverwaltung 68

4.1.2. Sachgebiet Schulentwicklungsplanung/

Schülerbeförderung/Sport 68

4.1.3. Sachgebiet Medienzentrum 73

4.2. Sozialamt 75

4.2.1. Sachgebiet Planung/Haushalt/Verwaltung 75

4.2.2. Abteilung Sozialhilfe außerhalb von

Einrichtungen 75

4.2.3. Sachgebiet Eingliederungshilfe/Pflege 76

4.2.4. Sachgebiet Betreuungsbehörde 78

4.2.5. Koordinierungsstelle für

Integration und Migration 78

4.3. Jugendamt 79

4.3.1. Abteilung Sozialpädagogischer

Fachdienst (SpFd) 80

4.3.2. Abteilung Leistungen 81

4.3.3. Sachgebiet Planung/Haushalt 83

4.3.4. Sachgebiet Jugendarbeit/Jugendschutz 85

4.3.5. Sachgebiet Amtsvormundschaften,

Unterhalt, Beistände 87

5. Dezernat IV –

Bau- und Umweltverwaltung 88

5.1. Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung 89

5.1.1. Aufgabenbereich Wirtschaftsförderung 89

3


5.1.2. Aufgabenbereich Arbeitsmarktpolitik 90

5.1.3. Aufgabenbereich Tourismus 90

5.2. Bauordnungsamt 92

5.2.1. Sachgebiet Städtebau/Bauleitplanung 92

5.2.2. Sachgebiet vorbeugender Brandschutz 92

5.2.3. Sachgebiet Bauaufsicht 92

5.2.4. Sachgebiet Denkmalschutz 93

5.2.5. Sachgebiet Baurecht 93

5.2.6. Sachgebiet Kreisentwicklung 93

5.3. Amt für Kreisstraßen 96

5.4. Umweltamt 97

5.4.1. Abteilung Untere Abfallbehörde/

Untere Bodenschutzbehörde 97

5.4.2. Abteilung Untere Immissionsschutzbehörde 99

5.4.3. Abteilung Untere Naturschutzbehörde 100

5.4.4. Abteilung Untere Wasserbehörde 101

6. Eigenbetriebe, Kommunale Gesellschaften

und Zweckverbände 104

Bereich Gesundheitswesen 104

6.1. Harzklinikum

Dorothea Christiane Erxleben GmbH 104

6.1.1. Harzklinikum

Wernigerode-Blankenburg GmbH 104

6.1.2. Klinikum Dorothea Christiane Erxleben

Quedlinburg GmbH 105

6.2. Eigenbetrieb „Rettungsdienst

des Landkreises Harz“ 106

Bereich Verkehr 107

6.3. Harzer Verkehrsbetriebe GmbH 107

6.4. Harzer Schmalspurbahnen GmbH 109

6. 5. Verkehrslandeplatz Ballenstedt/

Quedlinburg GmbH 110

Bereich Bildung und Kultur 111

6.6. Kreisvolkshochschule Harz GmbH 111

6.7. Eigenbetrieb Kreismusikschule Harz 112

6.8. Zweckverband Nordharzer

Städtebundtheater 113

6.9. Philharmonisches Kammerorchester

Wernigerode GmbH 114

6.10. Brockenhaus GmbH 115

Bereich Ver- und Entsorgung 116

6. 11. Entsorgungswirtschaft des

Landkreises Harz AöR 116

6.12. Abfallwirtschaft Nordharz GmbH 117

Bereich Arbeitsmarkt und

Wirtschaftsförderung 118

6.13. Eigenbetrieb Kommunale

Beschäftigungsagentur

Jobcenter Landkreis Harz 118

6.14. Harz AG – Initiative Wachstumsregion 120

6.15. AFG Arbeitsförderungsgesellschaft

Harz mbH 121

6. 16. Innovations- und Gründerzentrum

im Landkreis Harz GmbH 123

6.17. Zweckverband

„Regionale Planungsgemeinschaft Harz“ 124

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht 4


Vorwort

Am 1. Juli 2012 jährte sich zum fünften Mal der Tag, an

dem im Rahmen einer Kreisgebietsreform durch die Fusion

der ehemaligen Landkreise Halberstadt, Quedlinburg

und Wernigerode sowie der Stadt Falkenstein/Harz

aus dem ehemaligen Landkreis Aschersleben-Staßfurt

der Landkreis Harz entstand. Wir nehmen dieses kleine

Jubiläum zum Anlass, um erstmals anhand eines Verwaltungsberichtes

einen Überblick über die Arbeit der Kreisverwaltung

zu geben und daraus resultierende Entwicklungen

in unserem Landkreis darzustellen.

Der vorliegende Verwaltungsbericht ermöglicht einen

Rückblick auf 5 Jahre Verwaltungsarbeit im Landkreis

Harz. Er enthält eine Vielzahl von Statistiken, Jahresvergleichszahlen

und Einzelberichten, die verdeutlichen,

welch vielfältige Aufgaben die Kreisverwaltung als

Dienstleistungsunternehmen wahrnimmt.

Gern nutze ich die Gelegenheit, den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Kreisverwaltung sowie allen Bürgerinnen

und Bürgern, die zum erfolgreichen Zusammenwachsen

unseres jungen Landkreises beigetragen haben,

für ihre große Einsatzbereitschaft zu danken. Auf dem

gemeinsam Erreichten können wir aufbauen und so

voller Zuversicht auf die kommenden Herausforderungen

blicken, um die positive Entwicklung des Landkreises

Harz weiterhin zu fördern.

Dr. Michael Ermrich

Landrat

5


Der Landkreis im Überblick

Der Landkreis Harz entstand am 1. Juli 2007 durch Fusion

aus den ehemaligen Landkreisen Halberstadt, Quedlinburg

und Wernigerode sowie der Stadt Falkenstein/Harz

aus dem ehemaligen Landkreis Aschersleben-Staßfurt.

Bei seiner Gründung bestand er aus 77 eigenständigen

Städten und Gemeinden.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Allgemeines

6


Struktur am 01.07.2007

• Verwaltungsgemeinschaft Harzvorland-Huy mit

den Gemeinden Aspenstedt, Athenstedt, Danstedt,

Langenstein, Sargstedt und Schachdorf Ströbeck

• Verwaltungsgemeinschaft Bode-Holtemme mit

den Gemeinden Groß Quenstedt, Nienhagen, Schwanebeck

(Stadt), Harsleben und Wegeleben (Stadt)

• Verwaltungsgemeinschaft Osterwieck-Fallstein

mit den Gemeinden Berßel, Bühne, Lüttgenrode,

Osterwieck (Stadt), Rhoden; Schauen, Wülperode,

Aue-Fallstein

• Einheitsgemeinde Halberstadt (Kreisstadt)

• Einheitsgemeinde Huy mit den Ortschaften

Aderstedt, Anderbeck, Badersleben, Dedeleben, Dingelstedt,

Eilenstedt, Eilsdorf, Huy-Neinstedt, Pabstorf,

Schlanstedt und Vogelsdorf

• Verwaltungsgemeinschaft Blankenburg mit den

Gemeinden Blankenburg (Stadt), Cattenstedt, Heimburg,

Hüttenrode, Timmenrode und Wienrode

• Verwaltungsgemeinschaft Ilsenburg mit den

Gemeinden Darlingerode, Drübeck und Ilsenburg

(Stadt)

• Verwaltungsgemeinschaft Nordharz mit den Gemeinden

Abbenrode, Derenburg (Stadt), Heudeber,

Langeln, Reddeber, Schmatzfeld, Stapelburg, Veckenstedt

und Wasserleben

• Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz mit

den Gemeinden Allrode, Altenbrak, Benneckenstein

(Stadt), Elend, Hasselfelde (Stadt), Schierke, Sorge,

Stiege, Tanne und Treseburg

• Einheitsgemeinde Elbingerode (Harz) mit den Ortschaften

Elbingerode, Königshütte und Rübeland

• Einheitsgemeinde Wernigerode (Stadt) mit den

Ortschaften Benzingerode, Minsleben und Silstedt

• Verwaltungsgemeinschaft Gernrode/Harz mit den

Gemeinden Bad Suderode, Friedrichsbrunn, Gernrode

(Stadt), Rieder und Stecklenberg

• Verwaltungsgemeinschaft Thale mit den Gemeinden

Neinstedt, Thale (Stadt), Weddersleben und Westerhausen

• Verwaltungsgemeinschaft Unterharz mit den Gemeinden

Dankerode, Güntersberge (Stadt), Harzgerode

(Stadt), Königerode, Neudorf, Schielo, Siptenfelde

und Straßberg

• Verwaltungsgemeinschaft Ballenstedt-Bode-Selke-Aue

mit den Gemeinden Ballenstedt (Stadt), Radisleben,

Ditfurt, Hausneindorf, Hedersleben, Heteborn

und Wedderstedt

• Einheitsgemeinde Quedlinburg (Stadt)

• Einheitsgemeinde Falkenstein/Harz mit den Ortschaften

Endorf, Ermsleben, Meisdorf, Neuplatendorf,

Pansfelde, Reinstedt und Wieserode

Bereits 2008 hatte die Landesregierung die gesetzlichen

Regelungen für eine bis zum 31.12. 2010 abzuschließende

Gemeindegebietsreform auf den Weg gebracht. Im

Zuge der „freiwilligen Phase“ wurden die Gemeinden

Neinstedt und Weddersleben zum 1. Januar 2009 Ortsteile

von Thale.

In den Folgejahren sank die Zahl der eigenständigen

Gemeinden im Landkreis durch Zusammenschlüsse und

Eingemeindungen wie folgt:

01.07.2007 30.06.2009 31.07.2009 31.12.2009 31.08.2010 01.01.2011

77 Gemeinden 75 Gemeinden 70 Gemeinden 64 Gemeinden 26 Gemeinden 20 Gemeinden

7

Allgemeines


Im Landkreis Harz entstanden im Zuge der im Jahr 2010

abgeschlossenen Gemeindegebietsreform zum 1. Januar

2011 13 Einheitsgemeinden und eine Verbandsgemeinde

mit 7 Mitgliedsgemeinden.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Allgemeines

8


Struktur ab 01.01.2011

• Stadt Ballenstedt mit den Ortschaften Badeborn

und Radisleben

• Stadt Blankenburg (Harz) mit den Ortschaften

Börnecke, Cattenstedt, Derenburg, Heimburg, Hüttenrode,

Timmenrode, Wienrode

• Stadt Falkenstein/Harz mit den Ortschaften Endorf,

Ermsleben, Meisdorf, Neuplatendorf, Pansfelde,

Reinstedt, Wieserode

• Stadt Halberstadt mit den Ortschaften Aspenstedt,

Athenstedt, Emersleben, Klein Quenstedt, Langenstein,

Schachdorf Ströbeck, Sargstedt

• Stadt Harzgerode mit den Ortschaften Dankerode,

Harzgerode, Güntersberge, Königerode, Schielo, Siptenfelde,

Neudorf, Straßberg

• Gemeinde Huy mit den Ortschaften Aderstedt, Anderbeck,

Badersleben, Dedeleben, Dingelstedt am

Huy, Eilenstedt, Eilsdorf, Huy-Neinstedt, Pabstorf,

Schlanstedt, Vogelsdorf

• Stadt Ilsenburg (Harz) mit den Ortschaften Darlingerode,

Drübeck

• Gemeinde Nordharz mit den Ortschaften Abbenrode,

Danstedt, Heudeber, Langeln, Schmatzfeld, Stapelburg,

Veckenstedt, Wasserleben

• Stadt Oberharz am Brocken mit den Ortschaften

Benneckenstein, Elbingerode, Elend, Hasselfelde, Königshütte,

Rübeland, Sorge, Stiege, Tanne, Trautenstein

• Stadt Osterwieck mit den Ortschaften Berßel, Bühne,

Dardesheim, Deersheim, Hessen, Lüttgenrode,

Osterode am Fallstein, Osterwieck, Rhoden, Rohrsheim,

Schauen, Veltheim, Wülperode, Zilly

• Stadt Quedlinburg mit den Ortschaften Bad Suderode,

Gernrode, Rieder

• Stadt Thale mit den Ortschaften Allrode, Altenbrak,

Friedrichsbrunn, Neinstedt, Stecklenberg, Treseburg,

Warnstedt, Weddersleben, Westerhausen

• Stadt Wernigerode mit den Ortschaften Benzingerode,

Minsleben, Reddeber, Schierke, Silstedt

• Verbandsgemeinde Vorharz mit den Mitgliedsgemeinden

Ditfurt; Groß Quenstedt; Harsleben; Hedersleben;

Schwanebeck, Stadt; Selke-Aue; Wegeleben,

Stadt

Einwohnerentwicklung

Städte, Gemeinden 31.12.2007 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2012

Ballenstedt, Stadt 8.161 8.058 7.950 7.903 7.770

Blankenburg (Harz), Stadt 22.648 22.351 22.128 21.911 21.654

Falkenstein/Harz, Stadt 6.045 5.942 5.882 5.823 5.746

Halberstadt, Stadt 43.712 43.224 42.794 42.605 41.842

Harzgerode, Stadt 9.217 8.992 8.836 8.647 8.493

Huy 8.281 8.133 7.990 7.924 7.812

Ilsenburg (Harz), Stadt 10.000 9.905 9.785 9.734 9.579

Nordharz 8.574 8.475 8.378 8.248 8.149

Oberharz am Brocken, Stadt 12.961 12.648 12.414 12.231 11.973

Osterwieck, Stadt 12.515 12.348 12.201 12.032 11.750

Quedlinburg, Stadt 29.478 28.972 28.606 28.424 28.137

Thale, Stadt 20.095 19.762 19.474 19.129 18.878

Wernigerode, Stadt 35.287 35.041 34.673 34.383 34.225

Verbandsgemeinde Vorharz 14.043 13.802 13.579 13.349 13.138

gesamt 241.017 237.653 234.690 232.343 229.176

9

Allgemeines


Der Landkreis Harz verfügt über ein großes wirtschaftliches,

touristisches und wissenschaftliches Potential, eine

gute Anbindung an das bundesweite Straßen- und Schienennetz,

ein ausgeprägtes kulturelles Profil und eine

Landschaft, die intakte Natur mit moderner Infrastruktur

verbindet und somit für Einwohner und Gäste gleichermaßen

einen hohen Lebens- und Freizeitwert bietet.

Kreisfläche und naturräumliche Nutzung

Kreisfläche insgesamt: 210 400 ha

davon:

landwirtschaftl. Fläche 109 828 ha

Waldfläche 77 150 ha

Wasserfläche insgesamt 2 336 ha

Siedlungs- und Verkehrsfläche: 19 874 ha

Schutzgebiete:

Nationalpark Harz 8 900 ha

36 Naturschutzgebiete 8 002 ha

10 Landschaftsschutzgebiete 114 201 ha

Naturpark Harz 166 054 ha

44 NATURA 2000-Gebiete (FFH/SPA)

– 38 FFH-Gebiete 29 991 ha

– 6 Vogelschutzgebiete 36 550 ha

23 Trinkwasserschutzgebiete 30 700 ha

19 Talsperren 765 ha

höchster Punkt:

Brocken 1.141 m

niedrigster Punkt:

Großes Bruch bei Schlanstedt 80,2 m ü. NN

Verkehrsinfrastruktur

Straßennetz:

• direkte Anbindung des Landkreises Harz durch die

4-spurige B 6n an die Autobahnen A 395 und A 14

• Entfernung der Kreisstadt Halberstadt zu Autobahnanschlüssen:

A 14

50 km

A 395

40 km

A 2

40 km

A 7

70 km

A 9

110 km

A 38

75 km

Gesamtlänge Bundesstraßen: 364 km

(B 6, B 6n, B 27, B 79, B 81, B 185, B 242, B 244, B 245)

Gesamtlänge Landesstraßen: 432 km

Gesamtlänge Kreisstraßen: 387 km

Schienennetz:

Deutsche Bahn AG,

Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH

Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Flugplätze:

Internationale Airports: Halle/Leipzig 100 km

Hannover 120 km

Magdeburg-Cochstedt 35 km

Regionalflugplatz: Magdeburg 60 km

Verkehrslandeplatz: Ballenstedt 30 km


Foto: Schrader

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Allgemeines

10


Der Kreistag

Der Kreistag ist die Vertretung der Einwohner und das

oberste Entscheidungsorgan des Landkreises. Er setzt sich

zusammen aus dem Landrat und den von den Bürgerinnen

und Bürgern gewählten 60 ehrenamtlichen Mitgliedern

des Kreistages. Er trifft Grundsatzentscheidungen in

den Selbstverwaltungsangelegenheiten des Landkreises,

soweit nicht der Landrat kraft Gesetzes zuständig ist oder

der Kreistag ihm diese übertragen hat.

Zur Erfüllung seiner Aufgaben kann der Kreistag ständige

oder zeitweilige Ausschüsse bilden, die – je nach Maßgabe

der Hauptsatzung des Landkreises – beratend oder

beschließend tätig werden.

Kommunalwahl Kreistag Landkreis Harz

Wahltag 22.04.2007

Wahlberechtigte 214.413

Wähler insgesamt 82.601

Wahlbeteiligung 38,52 %

Sitzverteilung im Kreistag 1. Wahlperiode

Partei/ Wählergruppe ab 2007

Christlich-Demokratische Union (CDU) 21

Die Linke (DIE LINKE) 12

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 12

Freie Demokratische Partei (FDP) 4

Bündnis 90/ Die Grünen 3

Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 2

Bürger unseres Kreises ohne Parteibuch e.V.

(Buko e.V.) 2

Bürgerinitiative Oberharz (BIOH) 1

Bürgerverein Unterharz e.V. 1

Forum Halberstadt (FH) 1

Quedlinburger freie Wählergemeinschaft (QfW) 1

Insgesamt: 60

Zusammensetzung der Fraktionen

(Konstituierende Sitzung: 11.07.2007)

CDU-Fraktion 21

SPD-Fraktion 12

Fraktion Die LINKE 12

Bürgerfraktion 6

FDP-Fraktion 4

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 3

NPD-Fraktion 2

Veränderte Zusammensetzung der Fraktionen

CDU

(ab 29.10.2008)

CDU-Fraktion

BÜRGERFRAKTION

SPD

21

SPD-Fraktion

FDP Die Linke

GRÜNE BÜRGERFRAKTION12

Fraktion DIE LINKE

NPD FDP

11

Bürgerfraktion

Fraktionlos

GRÜNE

NPD 6

FDP-Fraktion 4

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 3

NPD-Fraktion 2

Fraktionslos 1

CDU

SPD

Die Linke

BÜRGERFRAKTION

FDP

GRÜNE

NPD

S P D

LINKE CDU

CDU

S P D

LINKE

BÜRGERFRAKTION

FDP

GRÜNE

NPD

Fraktionlos

Landrat: Dr. Michael Ermrich

Konstituierende Sitzung des Kreistages auf der Huysburg

11

Allgemeines


Gremien

Kreistag

Vorsitzender

Dr. Michael Haase (CDU)

1. Stellvertreterin Christa Grimme (SPD)

2. Stellvertreterin Christine Mühlhaus (DIE LINKE)

Beschließende Ausschüsse:

• Kreisausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

Landrat (CDU); 10 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder

• Jugendhilfeausschuss

Vorsitzende/Mitglieder:

MdK Christa Grimme (SPD);

15 stimmberechtigte Mitglieder

• Betriebsausschuss des Eigenbetriebes

Rettungsdienst

Vorsitzender/Mitglieder:

Landrat; 10 stimmberechtigte Mitglieder

(davon 1 Beschäftigtenvertreter),

1 beratendes Mitglied

• Betriebsausschuss des Eigenbetriebes

Kommunale Beschäftigungsagentur

des Landkreis Wernigerode (bis März 2008)

– ab März 2008 bis Februar 2011:

Betriebsausschuss des Eigenbetriebes

Kommunale Beschäftigungsagentur des

Landkreises Harz

– ab Februar 2011:

Betriebsausschuss des Eigenbetriebes

Kommunale Beschäftigungsagentur

Jobcenter Landkreis Harz

Vorsitzender/Mitglieder:

Landrat; 10 stimmberechtigte Mitglieder

(davon 1 Beschäftigtenvertreterin),

1 beratendes Mitglied

Beratende Ausschüsse:

• Wirtschafts-, Verkehrs- und Tourismusausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Reiner Schomburg (CDU);

9 stimmberechtigte Mitglieder;

2 beratende Mitglieder; 3 sachkundige Einwohner

• Bau-, Umwelt- und Vergabeausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Andrè Lüderitz (DIE LINKE);

9 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder, 3 sachkundige Einwohner

• Finanzausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Hennig Rühe (BÜRGERFRAKTION);

9 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder, 3 sachkundige Einwohner

• Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Michael Unger (CDU),

9 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder,3 sachkundige Einwohner

• Sozial- und Gesundheitsausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Michael Schubert (SPD),

9 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder, 3 sachkundige Einwohner

• Personalausschuss

Vorsitzender/Mitglieder:

MdK Andreas Schumann (CDU),

9 stimmberechtigte Mitglieder,

2 beratende Mitglieder

• Betriebsausschuss Kreismusikschule Harz

Eigenbetrieb des Landkreises Harz

(Eigenbetriebsbildung zum 01.01.2010)

Vorsitzender/Mitglieder:

Landrat; 10 stimmberechtigte Mitglieder

(davon 1 Beschäftigtenvertreterin),

2 beratende Mitglieder

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Allgemeines

12


Die Verwaltung

Der Landkreis erfüllt als Körperschaft des öffentlichen

Rechts öffentliche Aufgaben, die von überörtlicher Bedeutung

sind oder deren zweckmäßige Erfüllung die

Verwaltungs- und Finanzkraft der kreisangehörigen Gemeinden

übersteigt. Er unterstützt die Gemeinden bei

der Erfüllung ihrer Aufgaben und sorgt für einen angemessenen

Ausgleich der gemeindlichen Lasten im Kreisgebiet.

Die Kreisverwaltung ist sowohl eine kommunale als auch

eine untere staatliche Verwaltungsbehörde.

Als kommunale Behörde erfüllt die Verwaltung im Rahmen

der Selbstverwaltung freiwillige und Pflichtaufgaben

im eigenen Wirkungskreis. Freiwillige Aufgaben, wie

zum Beispiel die Förderung von Kultureinrichtungen,

Museen oder Beratungsstellen, können nur im Rahmen

der zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten

des Landkreises übernommen werden. Pflichtaufgaben

werden dem Landkreis per Gesetz zur Erfüllung in seinem

Gebiet übertragen. Dazu zählen z.B. solche Aufgaben wie

die Grundsicherung für Arbeitssuchende, die Sozialhilfe,

die öffentliche Jugendhilfe und der Rettungsdienst, aber

auch die Trägerschaft für Gymnasien, Förderschulen und

Berufsbildende Schulen oder die Absicherung der Schülerbeförderung,

des öffentlichen Personennahverkehrs

und der Abfallentsorgung.

Als untere staatliche Verwaltungsbehörde wird die Kreisverwaltung

im übertragenen Wirkungskreis tätig. Das

Land beauftragt sie in diesem Fall, Aufgaben für den Staat

zu erfüllen und damit ortsnah für die Bürgerinnen und

Bürger anzubieten. Hier sind solche Aufgaben zu nennen

wie die Bauaufsicht, die Kfz-Zulassung, das öffentliche

Gesundheits- und Veterinärwesen, Natur- und Umweltschutz

oder Wasserrecht.

Insgesamt erfüllt der Landkreis eine Vielzahl an öffentlichen

Aufgaben mit immer komplexeren rechtlichen

Grundlagen. Deshalb müssen sich die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sowohl im EU- als

auch im Bundes- und Landesrecht auskennen und auch

das eigene Kreisrecht sicher anzuwenden wissen. Nur

durch eine qualifizierte Ausbildung und ständige Fortbildung

können sie diesem Anspruch gerecht werden und

sich als bürgernahe und aufgabenorientierte Dienstleister

erweisen.

Bürgerinformation in Halberstadt

13

Allgemeines


Verwaltungsstruktur

Struktur Landkreis Harz 01.07. 2007

Landrat

Dr. Michael Ermrich

Gleichstellungsbeauftragte

Thekla Kamrad

Büro des Landrates

Susann

Arnhold-Wind

14 Rechnungsprüfungsamt

Harald Krampitz

Personalrat

Klaus Kolditz

Dezernat I

Hauptverwaltung

Hans-Dieter Sturm

Dezernat II

Ordnungsverwaltung

Bernhard Petzold

Dezernat III

Sozial-, Gesundheits-,

u. Bildungsverwaltung

Ulrich Senge

Dezernat IV

Bau- und

Umweltverwaltung

Martin Skiebe

10 Amt für

Organisation, IT,

u. zentrale Dienste

Ute Papke

32 Ordnungsamt

Heinrich Dhemant

40 Schulverwaltungsamt

Margrit Kaufmann

61 Planungsamt

Joachim Engelken

11 Personalamt

Klaus-Dieter Seliger

36 Straßenverehrsamt

Hans-Rudolf Rösch

50 Sozialamt

Marianne Kreutzer

63 Bauordnungsamt

Dietmar Köhler

20 Amt für

Finanzwesen

Brigitte Schmelzer

38 Amt für Brand- u.

Katastrophenschutz

Hans-Georg Türke

51 Jugendamt

Carmen Werner

65 Amt für Hochbau

und Kreisstraßen

Thomas Stille

23 Amt für zentrale

Gebäudeverwaltung

Ute Pesselt

39 Amt für Veterinärwesen

u. Lebensmittelüberwachung

Dr. Wolfgang Siegl

53 Gesundheitsamt

Dr. Heike Christiansen

67 Umweltamt

Christine Werner

EB Rettungsdienst

Michael Werner

EB KoBa WR

Dirk Michelmann

ARGE HBS

Hans-Joachim Jonas

80 Amt für Wirtschaftsförderung

Michael Leja

ARGE QLB

Monika Reuschel

VHS gGmbH

Gerlinde Schöpp

Abfallzweckverband

Nordharz

Michael Dietze

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Allgemeines

14


Struktur Landkreis Harz 01.07. 2012

Landrat

Dr. Michael Ermrich

Gleichstellungsbeauftragte

Thekla Kamrad

Büro des Landrates

Susann

Arnhold-Wind

14 Rechnungsprüfungsamt

Harald Krampitz

Personalrat

Klaus Kolditz

Dezernat I

Hauptverwaltung

Heike Schäffer

Dezernat II

Ordnungsverwaltung

Bernhard Petzold

Dezernat III

Sozial- u.

Bildungsverwaltung

Ulrich Senge

Dezernat IV

Bau- und

Umweltverwaltung

Martin Skiebe

10 Amt für

Organisation, IT,

u. zentrale Dienste

Ute Papke

32 Ordnungsamt

Georg Türke

40 Schulverwaltungsamt

Margrit Kaufmann

80 GB. Wirtschaftsförderung

Bernd Skudelny

11 Personalamt

Klaus-Dieter Seliger

39 Amt für Veterinärwesen

u. Lebensmittelüberwachung

Dr. Wolfgang Siegl

50 Sozialamt

Marianne Kreutzer

63 Bauordnungsamt

Dietmar Köhler

20 Amt für

Finanzwesen

Brigitte Schmelzer

53 Gesundheitsamt

Dr. Heike Christiansen

51 Jugendamt

Carmen Werner

65 Amt für

Kreisstraßen

Herbert Hübe

23 Amt für zentrale

Gebäudeverwaltung

Michael Leja

67 Umweltamt

Christine Werner

EB Rettungsdienst

Michael Werner

EB KoBa

Jobcenter Harz

Dirk Michelmann

EB Kreismusikschule

Ulrike

Stumpf-Schilling

15

Allgemeines


1. Bereich des Landrates

Gleichstellungsbeauftragte

Thekla Kamrad

Landrat

Dr. Michael Ermrich

Personalrat

Klaus Kolditz

Büro des Landrates

Susann

Arnhold-Wind

14 Rechnungsprüfungsamt

Harald Krampitz

SG Beteiligungsmanagement

Sabine Fiebig

SG Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit/Kreistagsbüro

Ingelore Kamann

SG Kommunal- und

überörtliche Prüfung

Stefan Ratz

SG Kommunalaufsicht/Wahlen

Birgit Fabian

Regelung offener

Vermögensfragen

Marina Gatzemann

Behindertenbeauftragte

Silvia Illas

Dezernat I

Hauptverwaltung

Heike Schäffer

Dezernat II

Ordnungsverwaltung

Bernhard Petzold

Dezernat III

Sozial- und

Bildungsverwaltung

Ulrich Senge

Dezernat IV

Bau- und

Umweltverwaltung

Martin Skiebe

Dr. Michael Ermrich wurde bei den Kommunalwahlen am

22. April 2007 zum ersten Landrat des Landkreises Harz

gewählt. Zuvor leitete er bereits von 1990 bis 2007, zuerst

als Oberkreisdirektor und ab 1992 als Landrat, die Verwaltung

des Landkreises Wernigerode.

Als Landrat vertritt und repräsentiert er den Landkreis

Harz. Er ist als Hauptverwaltungsbeamter, Beamter auf

Zeit, leitet die Kreisverwaltung und ist Vorgesetzter und

Dienstvorgesetzter aller Beschäftigten und Beamten

des Landkreises. Er ist für die sachgemäße Aufgabenerfüllung,

den ordnungsgemäßen Betrieb und die innere

Organisation der Verwaltung des Landkreises Harz verantwortlich

und führt die laufenden Geschäfte der Verwaltung.

Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter des Kreises

in Rechts- und Verwaltungsgeschäften. Er ist per Gesetz

Mitglied des Kreistages und in seiner Funktion als Landrat

für die Vorbereitung und Ausführung der Beschlüsse

des Kreistages und seinen beschließenden Ausschüssen

zuständig.

Der Dezernent für die Bau- und Umweltverwaltung, Martin

Skiebe, ist Vertreter des Landrates im Verhinderungsfall.

Organisatorisch sind dem Landrat das Büro des Landrates,

das Rechnungsprüfungsamt, die vom Kreistag berufene

Gleichstellungsbeauftragte und die vier Dezernate

Hauptverwaltung, Ordnungsverwaltung, Sozial- und

Bildungsverwaltung sowie Bau- und Umweltverwaltung

direkt unterstellt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Bereich des Landrates 16


1.1. Büro des Landrates

Dem insgesamt 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassenden

Büro des Landrates sind 3 Sachgebiete, das

Amt zur Regelung offener Vermögensfragen sowie die

hauptamtliche Behindertenbeauftragte zugeordnet. Das

Büro des Landrates nimmt Aufgaben der zentralen Steuerung

für die Gesamtverwaltung wahr. So sind die Verwaltung

und die Organisation zentraler Termine und Veranstaltungen

sowie die Koordinierung der Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit als Kernbereich des Marketings originäre

Aufgaben des Büros. Weiterhin werden die Arbeit

des Kreistages und seiner Ausschüsse verwaltungsseitig

begleitet und kommunalrechtliche Aufgaben wahrgenommen.

Das Büro ist Bindeglied zu den Eigenbetrieben,

privatrechtlichen und kommunalen Gesellschaften,

Zweckverbänden und Anstalten, an denen der Landkreis

beteiligt ist.

1.1.1. Sachgebiet Beteiligungsmanagement

Die Zahl kommunaler Gesellschaften in Deutschland

steigt ständig. Auch ein Teil der vom Landkreis Harz erbrachten

Wertschöpfung findet nicht mehr innerhalb der

Verwaltung statt, sondern wird von den kommunalen

Unternehmen erwirtschaftet.

Diese kommunalen Unternehmen (ohne Tochtergesellschaften)

finden sich in 13 Gesellschaften des privaten

Rechts, 3 Eigenbetrieben, 2 Zweckverbänden und 1 Anstalt

des Öffentlichen Rechts wieder. (Eine Vorstellung der

einzelnen Gesellschaften erfolgt unter dem Punkt 6 „Kommunale

Eigenbetriebe, kommunale Gesellschaften und

Zweckverbände“).

Die kreislichen Unternehmen der Bereiche Ver- und Entsorgung,

Gesundheit, Verkehr, Kultur/Bildung und Wirtschaftsförderung

besitzen als öffentliche Auftraggeber

für die regionale Privatwirtschaft sowie als (Gewerbe-)

Steuerzahler eine große Bedeutung für den Landkreis

und sein Umfeld. Die Beteiligungen helfen mit, das Gemeinwohl

und die Erfüllung der sozialen Aufgaben des

Landkreises Harz dauerhaft zu sichern.

Als Schnittstelle zwischen dem Landkreis und seinen Gesellschaften

werden im Sachgebiet Beteiligungsmanagement

des Landkreises die notwendigen Informationen

über alle Unternehmen mit Kreisbeteiligung, den Stand

der Erledigung ihrer Aufgaben, ihre Entwicklung, ihre

wirtschaftliche Lage und ihre Geschäftstätigkeit zusammengetragen

und ausgewertet. Gleichzeitig werden die

Gesellschaften über die laufenden Planungen des Gesellschafters

Landkreis Harz“ informiert. Das Beteiligungscontrolling

und die strategische Beteiligungssteuerung

sind Beispiele für den Inhalt des Beteiligungsmanagements.

Im Zusammenhang mit der Haushaltssatzung

wird ein jährlicher Beteiligungsbericht erstellt und dem

Kreistag vorgelegt.

Die erfolgte Gebietsreform im Jahr 2007 veranlasste den

Landkreis Harz, eine tragfähige Basis für die Schaffung

leistungsstarker Strukturen innerhalb seiner Beteiligungen

zu schaffen. Diese Strukturierungsmaßnahmen in

den letzten fünf Jahren führten zu nachfolgend dargestellter

Verschlankung der Beteiligungsstruktur:

Beteiligungen des Landkreises Harz

mit den Zweckverbänden, mittelbaren Beteiligungen

und der Anstalt öffentlichen Rechts

Stand 01.07.2007

Gesundheit

Kultur und Bildung

Verkehr

Ver- und Entsorgung

Wirtschaftsförderung

Eigenbetrieb Rettungsdienst

des Landkreises Harz

Stammkapital: 127.800,00 €

Brockenhaus GmbH

Stammkapital: 25.000 €

Anteil am Stammkapital: 26,00%

Gesellschaft für Flugplatzentwicklung

Ballenstedt-Quedlinburg GmbH

Stammkapital: 25.565,00 €

Anteil am Stammkapital: 39,50 %

Abfallwirtschaft Nordharz GmbH

Stammkapital: 1.715.200 €

Anteil am Stammkapital: 32,80 %

AFG Arbeitsförderungsgesellschaft

Harz mbH

Stammkapital: 30.750,00 €

Anteil am Stammkapital: 21,14 %

Harz-Klinikum

Wernigerode-Blankenburg GmbH

Stammkapital: 127.000,00 €

Philharmonisches Kammerorchester

Wernigerode GmbH

Stammkapital: 25.564,59 €

Anteil am Stammkapital: 40,00%

Halberstädter Bus-Betriebe GmbH

Stammkapital: 25.564,59 €

Abfallzweckverband Nordharz

Arbeitsförderungs- und

Qualifizierungsgesellschaft Halberstadt mbH

Stammkapital: 39.113,83 €

Anteil am Stammkapital: 72,42

Klinikum D. Ch. Erxleben

Quedlinburg GmbH

Stammkapital: 2.556.500,00 €

Schloss Wernigerode

Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft mbH

Stammkapital: 25.600,00 €

Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Stammkapital: 1.533.875,64 €

Anteil am Stammkapital: 42,00 %

Tierkörperbeseitigung

Südniedersachsen/ Hannover

Eigenbetrieb Kommunale

Beschäftigungsagentur

des Landkreises Harz GmbH

Volkshochschule Harz gGmbH

Stammkapital: 25.000,00 €

Q-Bus

Nahverkehrsgesellschaft mbH

25.600,00 €

Gesellschaft für Inovation und Förderung der

Wirtschaft im Landkreis Wernigerode mbH

Stammkapital: 25.564,59 €

Anteil am Stammkapital: 30,00%

Regionale Planungsgemeinschaft Harz

Wernigeröder Vehrkehrsbetriebe GmbH

Stammkapital: 55.000.00 €

Anteil am Stammkapital: 74,00 %

Harz Aktiengesellschaft-Initiative

Wachstumsregion

Stammkapital: 305.000,00 €

Anteil am Stammkapital: 14,75%

Zweckverband

Nordharzer Städtebundtheater

Umweltsanierungs- und StrukturförderGmbH

des Landkreises Quedlinburg

Stammkapital: 36.301,72 €

Anteil am Stammkapital: 15,50%

17

Bereich des Landrates

Beteiligungen des Landkreises Harz

mit den Zweckverbänden, mittelbaren Beteiligungen

und der Anstalt öffentlichen Rechts

Stand 01.07.2012

Gesundheit Kultur und Bildung Verkehr Ver- und Entsorgung Wirtschaftsförderung


Zweckverband

Nordharzer Städtebundtheater

Umweltsanierungs- und StrukturförderGmbH

des Landkreises Quedlinburg

Stammkapital: 36.301,72 €

Anteil am Stammkapital: 15,50%

Beteiligungen des Landkreises Harz

mit den Zweckverbänden, mittelbaren Beteiligungen

und der Anstalt öffentlichen Rechts

Stand 01.07.2012

Gesundheit

Kultur und Bildung

Verkehr

Ver- und Entsorgung

Wirtschaftsförderung

Eigenbetrieb Rettungsdienst

des Landkreises Harz

Sammkapital: 127.800 €

Brockenhaus GmbH

Stammkapital: 25.000 €

Anteil am Stammkapital: 26,00%

Gesellschaft für Flugplatzentwicklung

Ballenstedt-Quedlinburg GmbH

Stammkapital: 25.565 €

Anteil am Stammkapital: 39,50 %

Abfallwirtschaft Nordharz GmbH

Stammkapital: 1.715.200 €

Anteil am Stammkapital: 32,80 %

AFG Arbeitsförderungsgesellschaft

Harz mbH

Stammkapital: 30.750 €

Anteil am Stammkapital: 21,14 %

Harzklinikum

Dorothea Christiane Erxleben GmbH

Stammkapital: 2.700.000 €

Philharmonisches Kammerorchester

Wernigerode GmbH

Stammkapital: 25.700 €

Anteil am Stammkapital: 40,00%

Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Stammkapital: 1.533.875,64 €

Anteil am Stammkapital: 42,00 %

Entsorgungswirtschaft des

Landkreises Harz - AöR, enwi

Stammkapital: 50.000

Eigenbetrieb Kommunale

Beschäftigungsagentur

Jobcenter Landkreis Harz

Kreisvolkshochschule Harz GmbH

Stammkapital: 33.400 €

Harzer Verkehrsbetriebe GmbH

Stammkapital: 55.000 €

Anteil am Stammkapital: 74,00%

Innovations- und Gründerzentrum

im Landkreis Harz GmbH

Stammkapital: 25.600 €

Anteil am Stammkapital: 30,00%

Kreismusikschule Harz

Eigenbetrieb des Landkreises Harz

Stammkapital: 50.000 €

Harz Aktiengesellschaft-Initiative

Wachstumsregion

Stammkapital: 375.000 €

Anteil am Stammkapital: 12,00%

Zweckverband

Nordharzer Städtebundtheater

Zweckverband Regionale

Planungsggemeinschaft Harz

Durch die Kreisgebietsreform entfiel aus rechtlichen

Gründen die Möglichkeit des Fortbestandes des Abfallzweckverbandes

„Nordharz“ mit nur noch einem Verbandsmitglied.

Daher wurde der Abfallzweckverband

„Nordharz“ zum 1. 01. 2008 aufgelöst und die „enwi“ als

Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) gegründet. Sie ist seitdem

öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger im Landkreis

Harz.

Nachdem die drei Kreismusikschulen bereits zum

1.08.2008 zur Kreismusikschule Harz fusionierten, wurden

sie zum 1.01.2010 in einen Eigenbetrieb überführt.

Damit wird eine bereits wahrgenommene Aufgabe in

anderer Organisationsform fortgeführt. Der Betrieb einer

Musikschule ist eine Leistung im Rahmen der Daseinsfürsorge,

die der Landkreis Harz für seine Bewohner erbringt.

Er verfolgt den in der Satzung des Eigenbetriebes

festgeschriebenen Bildungsauftrag.

Die Arbeitsförderungs- und Qualifizierungsgesellschaft

Halberstadt mbH wurde im Jahr 1991 gegründet, seinerzeit

waren die Stadt Halberstadt und der Altkreis

Halberstadt die Gesellschafter. Das Unternehmen hat in

den Jahren seit seiner Gründung eine sehr gute Arbeit

geleistet, so dass vielen Menschen eine neue Perspektive

geboten werden konnte. Dennoch war im Jahr 2011

die Entscheidung des Kreistages über die Liquidation

des Unternehmens zu treffen, da sich die Umfeldbedingungen

in den Jahren besonders in finanzieller Hinsicht

verändert haben. Die Lücke, welche durch die Auflösung

der Gesellschaft entsteht, wird durch entsprechende Angebote

der AFG Arbeitsförderungsgesellschaft Harz mbH

geschlossen.

Weitere Strukturveränderungen innerhalb des Öffentlichen

Personennahverkehrs und der Kommunalen

Beschäftigungsagentur werden innerhalb der Darstellungen

des zuständigen kommunalen Unternehmens

aufgeführt.

1.1.2. Sachgebiet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Kreistagsbüro

Das Sachgebiet ist eine wichtige Schnittstelle für die

Kommunikation der Verwaltung nach innen und außen.

Im Sachgebiet wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

für die gesamte Kreisverwaltung koordiniert. Das Aufgabengebiet

umfasst neben der umfangreichen Information

der Öffentlichkeit über Leistungen, Angebote und

Entscheidungen der Verwaltung auch den unmittelbaren

Kontakt zu Presse, Rundfunk, Nachrichtenagenturen

sowie anderen Medien und Informationsdiensten. Es

werden Pressemitteilungen herausgegeben, Anfragen

von Journalisten bearbeitet und Pressegespräche oder

Vor-Ort-Termine vermittelt bzw. vorbereitet. Auch die

organisatorische Vorbereitung und Begleitung von zentralen

Veranstaltungen, Tagungen und Treffen (z.B. Neujahrsempfang

des Landkreises; Kreisbereisungen von

Politikern; themenspezifische Diskussionsrunden) zählt

zu den Aufgaben des Sachgebietes.

Monatlich wird das „Harzer Kreisblatt“ als amtliches Mitteilungsblatt

des Landkreises Harz mit einem umfassenden

redaktionellen Teil in einer Auflage von 119.000

Stück erstellt. Mit der politischen Entscheidung zur Herausgabe

einer eigenen Kreiszeitung wurde und wird die

Möglichkeit genutzt, vor allem die im Zuge der Kreis- und

der Gemeindegebietsreform umfangreich notwendigen

Satzungs- und Verordnungsänderungen, aber auch das

eigene Kreisrecht bürgernah zentral zu veröffentlichen.

Darüber hinaus können Verwaltungsinformationen und

-entscheidungen, die in der Tagespresse oftmals nur verkürzt

wiederzugeben sind, für die gesamte Kreisbevölkerung

transparent dargestellt werden. Das „Harzer Kreisblatt“

wird kostenfrei an die Haushalte des Landkreises

geliefert und steht auch im Internet zur Verfügung.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Bereich des Landrates 18


Im Sachgebiet werden weitere Publikationen, Bürgerbroschüren

und Informationsmaterialien sowie monatlich

eine Mitarbeiterzeitung des Landkreises erstellt und

herausgegeben. Auch die Mitarbeit an der Gestaltung

und Aktualisierung diverser anderer Verlagspublikationen

sowie an der Internetpräsentation des Landkreises

zählt zum weit gefächerten Aufgabenspektrum des

Sachgebietes. Die Erstellung eines einheitlichen Corporate

Design für den Landkreis wurde federführend durch

das Sachgebiet begleitet.

Ebenfalls zum Sachgebiet zählt das Kreistagsbüro als Verbindungsglied

zwischen den Verwaltungsorganen des

Landkreises, dem Kreistag und dem Landrat. Das Büro

organisiert und begleitet die Arbeit des Kreistages sowie

seiner Ausschüsse und unterstützt die Kreistagsmitglieder

bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Zu den Schwerpunkten

der Arbeit zählen u. a. die Vorbereitung, Betreuung

und Nachbereitung der Sitzungen des Kreistages und

seiner Ausschüsse, die Unterstützung des Vorsitzenden

des Kreistages bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben,

die Abrechnung der Aufwandsentschädigungen und des

Verdienstausfalls der Kreistagsmitglieder und der Ausschussmitglieder

sowie die Führung des aktuellen Kreisrechts

des Landkreises Harz.

80

70

60

50

40

30

20

10

0

2007 2009 2011

Sitzungen der

Ausschüsse

Situngen des

Kreistages

200

150

100

50

0

2007 2008 2009 2010 2011

Beschlussvorlagen

2007

2008

2009

2010

2011

1.1.3. Kommunalaufsicht/ Wahlen

Die Kommunalaufsicht hat als Aufsicht in den Selbstverwaltungsangelegenheiten

sicherzustellen, dass die Verwaltung

der Gemeinden im Einklang mit den Gesetzen

erfolgt und die Rechte der Verwaltungsorgane geschützt

werden.

Die Kommunalaufsicht ist Genehmigungsbehörde für

nach dem Gesetz genehmigungspflichtige Satzungen,

Beschlüsse und andere Maßnahmen der Städte, Gemeinden,

Verbandsgemeinden und Verbände. Neben den

Kontroll- und Überwachungsaufgaben bietet sie auch

Anleitung und sachbezogenen Erfahrungsaustausch sowie

spezifische Hinweise zu Rechtsvorschriften, die die

gemeindlichen Rechte und Pflichten begründen. Die

Kommunalaufsicht wird nicht im privaten, sondern im

öffentlichen Interesse tätig. Zu den kommunalaufsichtlichen

Maßnahmen gehören das Informationsrecht, das

Beanstandungsrecht, das Anordnungsrecht, die Ersatzvornahme

und die Bestellung eines Beauftragten.

Blickt man auf die zurückliegenden Jahre zurück, stehen

diese ganz im Zeichen der Gemeindegebietsreform, die

das Ziel verfolgte, zum 01.01.2011 leistungsfähige Gemeindestrukturen

in Sachsen-Anhalt zu schaffen. Das

sollte vorrangig durch die Bildung von Einheitsgemeinden

erreicht werden.

19

Bereich des Landrates


Im Landkreis Harz entstanden im Zuge dieser Gebietsreform

aus den ehemals 77 Städten und Gemeinden

13 Einheitsgemeinden sowie 1 Verbandsgemeinde mit

7 Mitgliedsgemeinden.

80

70

60

50

40

30

20

10

0

2007 2008 2009 2010 2011

Anzahl Städte und Gemeinden

Die Kommunalaufsicht ist nicht nur für die Städte, Gemeinden

und Verbandsgemeinden zuständig, sondern

auch für die Verbände. Im Jahr 2007 hatte die Kommunalaufsicht

die Aufsicht über 8 Zweckverbände, denen

die Aufgabe der Wasserver- und/oder der Abwasserentsorgung

obliegt. Durch Fusion verringerte sich diese Zahl

zum 01.01.2012 auf 5, davon 1 Anstalt des öffentlichen

Rechts.

In den zurückliegenden Jahren kamen auch neue Aufgaben

auf die Kommunalaufsicht zu. Beispielhaft sei hier

genannt:

• die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie, insbesondere

das sogenannte „Normenscreening“ der

kommunalen Satzungen.

• das Förderprogramm zur Teilentschuldung der kommunalen

Finanzhaushalte – STARK II

• das Innovations- und Investitionsprogramm zur

Modernisierung und energetischen Sanierung von

Kindertagesstätten und Schulen sowie zur Verbesserung

der informationstechnischen Ausstattung in

Schulen – STARK III

• die Einführung eines Systems zur Sicherung bzw. Wiedererlangung

der dauernden Leistungsfähigkeit anhand

von Haushaltskennzahlen – Haushaltskennzahlensystem

(HKS) für kameral buchende Kommunen

Darüber hinaus gehört seit dem 1.07.2011 auch das Aufgabengebiet

Wahlen zur Kommunalaufsicht.

Nach der Kreisgebietsreform 2007, als erstmals die Mitglieder

des Kreistages für den Landkreis Harz und der

Landrat des Landkreises Harz gewählt wurden, fanden

eine Vielzahl von Wahlen, Bürgeranhörungen und Bürgerentscheide

statt.

So wurden 2008 ehren- bzw. hauptamtliche Bürgermeister

durch Ablauf der regulären Amtszeit in 49 Städten

und Gemeinden des Landkreises Harz gewählt.

In Vorbereitung der Gemeindegebietsreform waren von

Ende 2007 bis November 2009 die wahlberechtigten

Bürger des Landkreises Harz aufgefordert, über die neuen

Strukturen bzw. Gemeindegebiete mitzubestimmen.

In dieser Zeit fanden, außer in den Städten Halberstadt,

Wernigerode, Quedlinburg, Falkenstein/Harz und der

Gemeinde Huy, 67 Bürgeranhörungen und 10 Bürgerentscheide

statt. Es wurde über 99 Fragen zur zukünftigen

Gemeindestruktur abgestimmt. Der Beteiligungsgrad

schwankte zwischen 6,83% (Osterwieck) bis 82,21%

(Schierke).

Wahlergebnisse:

CDU SPD Die Linke Grüne FDP Andere

60

50

40

30

20

10

0

E uropawahl 2009

K ommunalwahlen

2009

Bundestagswahlen

2009

L andtags wahl 2011

LANDKREIS 70 HARZ | Verwaltungsbericht 60,9 %

Bereich des Landrates 20

Wahlbeteiligung


2009 2009

70

60,9 %

Wahlbeteiligung

60

50

44,1 %

40,1 %

51,3 %

40

30

20

10

0

Europawahl 2009 Kommunalwahlen 2009 Bundestagswahlen 2009 Landtagswahl 2011

1.1.4. Amt zur Regelung offener Vermögensfragen

Das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen ist eine

nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten

geschaffene Verwaltungseinheit, die typisch für die fünf

neuen Bundesländer ist. Ihm obliegt im übertragenen

Wirkungskreis die gesetzliche Aufgabe der Wiedergutmachung

von Unrecht aus der NS- und DDR-Zeit sowie aus

der Besatzungszeit. Zu diesem Zweck trat am 11.07.1990

die Anmeldeverordnung in Kraft, die den Betroffenen die

Möglichkeit eröffnete, innerhalb einer Anmeldefrist ihre

Vermögenswerte anzumelden. Grundlage für die Bearbeitung

dieser Anträge bildete das Gesetz zur Regelung

offener Vermögensfragen (VermG) vom 23.09.1990. So

registrierten die Ämter der Altlandkreise Wernigerode,

Halberstadt und Quedlinburg insgesamt 20 175 Antragsteller

mit 66 672 Vermögenswerten.

Da die Anmeldung vermögensrechtlicher Ansprüche

grundsätzlich eine Verfügungssperre für Grundstücke

zur Folge hatte, lag die Priorität bei der Grundstücksbearbeitung

vor der der beweglichen Vermögenswerte, um

Investitionen zu ermöglichen.

Grundlage des Gesetzes ist der Grundsatz „Rückgabe vor

Entschädigung“. Nach diesem Grundgedanken des VermG

soll grundsätzlich die Wiedergutmachung des erlittenen

Übersicht zum Erledigungsstand der Vermögenswerte

(ohne Geldforderungen) bei der Durchführung des

Vermögensgesetzes im Landkreis Harz

Unrechts durch Rückübertragung des Vermögenswertes

erfolgen und nur in Ausnahmefällen, in denen eine Rückübertragung

des Vermögenswertes nicht mehr möglich

ist, soll die Gewähr einer Entschädigung folgen. Im Jahr

1994 trat das hierfür erforderliche Entschädigungs- und

Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) in Kraft. Damit fungiert

das ARoV als Bewirtschafter des Entschädigungsfonds

der Bundesrepublik Deutschland. Bisher sind insgesamt

6 560 Verfahren nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsverfahren

registriert worden. Die Zahl

kann noch Veränderungen unterliegen, solange die Verfahren

nach dem Vermögensgesetz nicht zu 100 % erledigt

sind.

Mit dem Vollzug der Kreisgebietsreform im Jahr 2007 und

68000 dem Zusammenschluss der Ämter der Altlandkreise Wernigerode,

Halberstadt und Quedlinburg war der Abarbeitungsstand

im Bereich Vermögensgesetz mit 96,79 %

67000

66000 und im Entschädigungsbereich mit 68,3 % erreicht.

65000 In den Jahren seit Bestehen des Landkreises Harz Bestand konnte

der Abarbeitungsstand im Bereich Vermögensrecht dav. Erl. auf

64000

99,39 % und im Entschädigungsbereich auf 83,18 % erhöht

werden. (Stichtag 63000

31.12.2011)

62000

2007 2011

Übersicht zum Erledigungsstand der Vermögenswerte

bei der Durchführung des Entschädigungs- und

Ausgleichsleistungsgesetzes im Landkreis Harz

68000

67000

66000

65000

64000

Bestand

dav. Erl.

7000

6000

5000

4000

3000

2000

Bestand

dav. Erl.

63000

1000

62000

2007 2011

0

2007 2011

21

7000

Bereich des Landrates

6000


Die Anzahl der Attestanfragen hinsichtlich vermögensrechtlicher

Ansprüche im Vorfeld einer Grundstücksverfügung

durch den Verfügungsberechtigten liegt jährlich

durchschnittlich bei 6 500 Flurstücken. Ein deutlicher

Rückgang bzw. eine Zunahme von Attestanfragen ist

nicht zu verzeichnen.

Weiterhin werden im ARoV die Genehmigungsverfahren

nach der Grundstücksverkehrsordnung (GVO) durchgeführt.

Wurden im Jahr 2007 1 800 Kaufverträge zur Genehmigung

nach der GVO registriert, so waren es im Jahr

2011 1 682 Verträge. Eine wesentliche Änderung der Anzahl

der Genehmigungsverfahren zeichnet sich nicht ab.

Das ARoV ist Bestellungs- und Aufsichtsbehörde gemäß

Artikel 233 § 2 Abs.3 EGBGB für gesetzliche Vertreter zur

Wahrung der Interessen nicht ermittelter Eigentümer.

Zum 31.12.2011 waren 2 300 gesetzliche Vertretungen

registriert. Zum Zeitpunkt der Kreisgebietsreform waren

es insgesamt 2 500 Vertretungsfälle.

Darüber hinaus sind im Amt Aufgaben aus dem Grundstücksverkehr

angesiedelt. So werden zum einen Anträge

auf Genehmigungen nach dem Grundstücksverkehrsgesetz

(GrdstVG) für landwirtschaftliche Flächen

bearbeitet. Im Jahr 2007 waren 282 Verträge und im Jahr

2011 341 Verträge erfasst. Zum anderen hat die Anzeige

und Beanstandung von Landpachtverträgen nach dem

Landpachtverkehrsgesetz (LPachtVG) ebenfalls hier zu

erfolgen. Danach wurden 2007 insgesamt 13 882 Pachtfälle

angezeigt. Im Jahr 2011 waren es 5 066 Pachtfälle,

wobei durch die unterschiedlichen Laufzeiten der Pachtverträge

die jährliche Anzahl der angezeigten Anträge

erheblich schwankt.

Waren in den Hochzeiten der Bearbeitung insbesondere

nach dem VermG insgesamt ca. 90 Mitarbeiter in den Ämtern

tätig, so waren es zum Zeitpunkt der Kreisgebietsreform

im Jahr 2007 insgesamt noch 22. Aktuell sind 16

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Leiterin des

ARoV mit der Erledigung der genannten Aufgaben betraut.

Hiervon sind 10 Mitarbeiter im vermögens- und

entschädigungsrechtlichen Aufgabenbereich, 2 Mitarbeiter

in der Vertreterbestellung und 4 Mitarbeiter im

Genehmigungsbereich eingebunden.

Bei den Aufgaben im Vermögens- und Entschädigungsrecht

handelt es sich um endliche Aufgaben, da neue Anträge

nicht mehr gestellt werden können. Entsprechend

der Steigerung der Erledigung der vermögens- und entschädigungsrechtlichen

Verfahren erfolgte kontinuierlich

die Verringerung des Personalbestandes in den vergangen

Jahren und wird auch zukünftig weiter erfolgen.

1.1.5. Behindertenbeauftragte

Die Behindertenbeauftragte wurde vom Kreistag des

Landkreises Harz am 12. Dezember 2007 bestellt. Dies

erfolgte auf der Grundlage des Gesetzes des Landes

Sachsen-Anhalt zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

(BGG LSA) und der Hauptsatzung des Landkreises

Harz.

Die Arbeit der Behindertenbeauftragten ist auf die

Gleichstellung der Menschen mit Handicap sowie ihre

Einbeziehung in kommunale Entscheidungsprozesse

gerichtet. Sie wirkt darauf hin, dass die Verantwortung

der kommunalen Entscheidungsträger, für gleichwertige

Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderungen

jeden Alters zu sorgen, in allen Bereichen des

Landkreises erfüllt wird. Als Ansprechpartnerin für Menschen

mit Behinderungen und ihre Angehörigen agiert

die Behindertenbeauftragte ressortübergreifend als Mittlerin

zwischen behinderten Menschen, Selbsthilfeverbänden,

Politik, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.

Sie berät die Kreisverwaltung zu behindertenrelevanten

Fragen und unterbreitet Vorschläge zur besseren Integration

der Menschen mit Handicap in Arbeit und Gesellschaft.

So wird sie u. a. bei Bau- und Gestaltungsmaßnahmen

im öffentlichen Raum beteiligt, um auf Aspekte

einer barrierefreien Umsetzung einzuwirken. Darüber

hinaus initiiert und unterstützt sie Aktionen und Projekte

für Menschen mit Handicap und wirkt in verschiedenen

Gremien auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene mit.

Zu ihren Arbeitsaufgaben zählen auch die Pflege und das

Zusammenwirken mit Netzwerken und Ansprechpartnern

für behindertenrelevante Angelegenheiten in den

Kommunen des Landkreises Harz.

Im Rahmen dieser sehr breit gefächerten Tätigkeit wurden

in den zurückliegenden Jahren u. a. solche Projekte,

Maßnahmen und Initiativen begleitet und unterstützt,

wie beispielsweise

– Mitwirkung zur Umsetzung der gesetzlich geforderten

Barrierefreiheit bei einer Vielzahl von Anhörungsund

Beteiligungsverfahren in den Bereichen Planung,

Baudurchführung und Verkehrsplanung (z. B. Bahnhöfe,

Bahnhofsgebäude, Bushaltestellen, Kreisstraßen,

Geh- und Radwege, Gleisanlagen der Straßenbahn in

Halberstadt, Schulgebäude, kulturelle und museale

Einrichtungen, touristische und Freizeitangebote)

– Erarbeitung eines Musterentwurfs für „Barrierefreie Haltestellen“

im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs

als Handlungskonzept für die Kommunen

– Organisation und Unterstützung von Aktionen sowie

gemeinsamen Vorhaben von Menschen mit und ohne

Behinderungen

– Koordination der Behindertenhilfe vor Ort

– Begleitung von Projekten, Maßnahmen und Förderprogrammen,

durch die Menschen mit Behinderung

(wieder) einen Arbeitsplatz erlangen können

– Schaffung von Barrierefreiheit, vor allem bei öffentlich

zugänglichen Einrichtungen

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Bereich des Landrates 22


– Erarbeitung und Vorlage eines jährlichen Berichtes

zur „Situation der Menschen mit Behinderungen im

Landkreis Harz“, der in Zusammenarbeit mit den Ämtern

der Kreisverwaltung und Dritten erstellt wird

Das wichtigste behindertenpolitische Vorhaben ist die

schrittweise Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

mit der Idee der Inklusion als Leitgedanken und

zentralem Handlungsprinzip, was auch im Landkreis Harz

mit einer neuen Denk- und Herangehensweise verbunden

ist. Gemeinsam mit den von Behinderung betroffenen

Menschen werden im Landkreis neue Ziele angesteuert,

die auf die Förderung der Selbstbestimmung der

Menschen mit Handicap sowie deren gleichberechtigte

Teilhabe am Leben in der Gesellschaft von Kindheit an

gerichtet sind.

1.2. Gleichstellungsbeauftragte

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harz

war aufgrund einer Zweckvereinbarung zwischen den

Landkreisen Quedlinburg und Wernigerode bereits seit

dem 1. April 2006 in beiden Altlandkreisen tätig. In der

konstituierenden Sitzung des Kreistages am 11. Juli 2007

wurde sie in dieser Funktion auch für den Landkreis Harz

berufen.

Die Gleichstellungsbeauftragte ist dem Landrat organisatorisch

direkt unterstellt. Grundlage für ihre Berufung

sind das Grundgesetz (Artikel 3 Abs. 2) der Bundesrepublik

Deutschland sowie die Landesverfassung von Sachsen-Anhalt

und die Hauptsatzung des Harzkreises.

Das breite Aufgabenfeld ihrer Tätigkeit ergibt sich aus

dem Frauenfördergesetz des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Gleichstellungsbeauftragte setzt sich für die Gleichstellung

der Frauen und Männer innerhalb und außerhalb

der Verwaltung ein und wirkt extern bei Vorhaben

und Maßnahmen der Kommunen mit, die die Belange

der Gleichstellung berühren. Sie hilft Bürgerinnen und

Bürgern in vielen Problemfällen und arbeitet dabei eng

mit Vereinen, Verbänden, Organisationen, Initiativen und

Beratungsstellen zusammen.

Fachlich werden die hauptamtlich berufenen Gleichstellungsbeauftragten

vom Ministerium für Justiz und

Gleichstellung angeleitet. Hier arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte

des Harzkreises in der Landesarbeitsgemeinschaft

der Gleichstellungsbeauftragten sowie in der

Arbeitsgruppe „Erstellung eines Antigewaltprogramms“

für das Landesprogramm „Geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt“

mit.

Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind:

– Beratungsangebot für Bürgerinnen und Bürger in

schwierigen Lebenssituationen

– Vermittlung von Schutz- und Hilfsmöglichkeiten

– Vernetzungsarbeit und Kooperationen in Aktionsbündnissen

– Präventionsarbeit, Schwerpunkt Frauen- und Mädchengesundheit

– Aufbau eines Netzwerkes „Initiative Familienbündnis

im Landkreis Harz

– Aufbau und Leitung der Fachgruppe „Gegen Gewalt

an Frauen, Kindern und Jugendlichen“ im Präventionsnetzwerk

Life is my future

– Arbeit in Ausschüssen und Projekten wie: „Gut Drauf“,

dem „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“, in „Toleranz

fördern - Kompetenz stärken“

– Mitarbeit in Arbeitskreisen wie: in der Steuergruppe

„Frühe Hilfen“, der AG „Gemeinwesen“, der Frauenzentren

und dem Frauen- und Kinderschutzhaus.

Wichtig für die Gleichstellungsarbeit ist die unmittelbare

Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten

der Städte Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode

sowie mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

der Agentur für Arbeit. In der Gemeinsamkeit

der Arbeit konnte im Landkreis z.B. die „Initiative Familienbündnis“

entstehen. Ein Anliegen ist es, den Standortfaktor

Familienfreundlichkeit vor dem Hintergrund des

demografischen Wandels zu stärken. Themen wie flexible

Arbeitszeiten, Randzeitenbetreuung für Kinder, Seniorenbetreuung,

soziale und kulturelle Strukturen, Wohnumfelder,

öffentlicher Nahverkehr sind Umsetzungsanliegen

in einer sehr engen Netzwerkarbeit.

1.3. Rechnungsprüfungsamt

Das Rechnungsprüfungsamt ist mit seinen derzeit 13 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern auf Grund kommunalrechtlicher

Vorschriften dem Landrat direkt unterstellt.

Als Hauptaufgabe gilt die Haushalts- und Finanzkontrolle

des Landkreises und der kreisangehörigen Städte und

Gemeinden, welche kein eigenes Rechnungsprüfungsamt

eingerichtet haben.

Darüber hinaus unterliegen die nach kaufmännischen

Grundsätzen geführten Eigenbetriebe (z.B. Rettungsdienst,

Kommunale Beschäftigungsagentur, Städtischer

Kurbetrieb Blankenburg), die Anstalten des Öffentlichen

Rechts sowie die Wasser- und Abwasserzweckverbände

der Prüfungspflicht.

23

Bereich des Landrates


Wesentliches Ziel der Prüfungshandlungen ist die Sicherstellung

des sachgerechten, sparsamen und wirtschaftlichen

Umgangs mit Steuergeldern.

Unter Leitung des Amtsleiters werden die jährlich zu erstellenden

Jahresrechnungen des Landkreises mit Fokus

auf die Einhaltung der haushalts- und kassenrechtlichen

Bestimmungen überprüft. Die Prüfungsergebnisse werden

in einem Prüfbericht, der Grundlage für die Feststellung

des Rechnungsergebnisses und die Entlastung des

Landrates durch den Kreistag bildet, zusammengefasst.

Ebenso wie der Landkreis haben die 6 Eigenbetriebe,

5 Zweckverbände sowie 2 Anstalten des Öffentlichen

Rechts das wirtschaftliche Ergebnis ihres Handelns zum

Jahresende in einem Jahresabschluss darzulegen.

Die Anzahl der Prüfungen der kreisangehörigen Städte

und Gemeinden sowie der Verwaltungsämter hat sich

von ehemals 81, bedingt durch die Kommunalreform,

auf 18 reduziert, wobei die Prüfungsaufgaben denen der

Landkreisprüfung entsprechen. Darüber hinaus werden

die Städte und Gemeinden einer überörtlichen Prüfung

unterzogen. Als Schwerpunkte sollen beispielsweise der

Organisations-, der Personal-, der Beteiligungs- und der

Sozialbereich einer intensiven Überprüfung unterzogen

werden.

Während sich die genannten Prüfungen auf den sogenannten

„Verwaltungsteil“ beschränken, sind die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der technischen Prüfung für

den Investitionsbereich zuständig. Diesen obliegt neben

den Prüfungstätigkeiten im Rahmen der Prüfung der

Jahresrechnungen überwiegend die Kontrolle der Einhaltung

vergaberechtlicher Bestimmungen bei Bau- und

investiven Beschaffungsmaßnahmen und der sachgerechten

Verwendung von Fördermitteln.

In letzter Zeit erfolgt die Beteiligung des Rechnungsprüfungsamtes

zunehmend im Vorfeld von Entscheidungen,

sodass sich die Rechnungsprüfung von einer lediglich

kontrollierenden (nachrechnenden) Tätigkeit stetig zu einer

verstärkten Beratung und Hilfestellung verlagert hat.

Dieser Aspekt gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders

hinsichtlich der zum 01.01.2013 einzuführenden

kommunalen Doppik.

1.4. Personalrat

Der Personalrat ist als Vertretung der tariflich Beschäftigten

und Beamten der Kreisverwaltung vergleichbar

mit der Arbeitnehmervertretung in den Betrieben der

Privatwirtschaft (Betriebsrat). Das Recht der Personalvertretung

wird in den Personalvertretungsgesetzen des

Bundes und der Bundesländer geregelt. Die Einrichtung

einer Personalvertretung in Sachsen-Anhalt regelt das

Personalvertretungsgesetz des Landes.

Seit der Bildung des Landkreises Harz haben die tariflich

Beschäftigten und Beamten zweimal die Möglichkeit

genutzt, ihren Personalrat zu wählen. Die Anzahl der

Mitglieder im Personalrat richtet sich nach der Zahl der

in der Dienststelle Beschäftigten. Da im Landkreis Harz

mehr als 1001 tariflich Beschäftigte und Beamte ihren

Arbeitsaufgaben nachgehen, waren 13 Mitglieder des

Personalrates zu wählen.

Der Personalrat der Allgemeinen Verwaltung des Landkreises

Harz besteht aus:

– 1 Beamtenvertreterin

– 12 Vertreter/Innen der tariflich Beschäftigten

– 3 Vertreter/Innen der Jugendlichen und Auszubildenden.

Der Personalrat hat eine Reihe allgemeiner Aufgaben:

– Maßnahmen zu beantragen, die der Dienststelle und

ihren Angehörigen dienen,

– darüber zu wachen, dass die zugunsten der tariflich

Beschäftigten und Beamten geschaffenen

Bestimmungen(Arbeitnehmerrechte und Arbeitnehmerschutzbestimmungen)

durchgeführt werden,

– Anregungen und Beschwerden von tariflich Beschäftigten

und Beamten entgegenzunehmen und gegebenenfalls

auf Abhilfe hinzuwirken,

– die Eingliederung Schwerbehinderter und sonstiger

schutzbedürftiger Personen in die Dienststelle zu fördern

und für eine ihren Fähigkeiten und Kenntnissen

entsprechende Beschäftigung zu sorgen,

– auf die Bildung einer Jugend- und Auszubildendenvertretung

hinzuwirken und mit dieser eng zusammenzuarbeiten,

– auf die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung

von Frauen und Männern hinzuwirken,

– mit einem Beauftragten an Vorstellungsgesprächen

teilzunehmen,

– die Eingliederung und berufliche Entwicklung ausländischer

Beschäftigter und das Verständnis zwischen

ihnen und den deutschen Beschäftigten zu fördern.

Die Personalvertretung ist an den Entscheidungen der

Dienststelle in personellen, sozialen, organisatorischen

und einer Reihe anderer Angelegenheiten beteiligt.

Die Beteiligung erfolgt in Form der:

– Mitbestimmung (Maßnahme darf nur mit der Zustimmung

des Personalrates durchgeführt werden)

– Mitwirkung (die Dienststelle muss die Angelegenheit

mit der Personalvertretung erörtern)und

– Anhörung (die Personalvertretung kann gegen eine

beabsichtigte Maßnahme Bedenken äußern; die Verwaltung

muss dazu Stellung nehmen).

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Bereich des Landrates 24


Mitbestimmungspflichtig ist der Personalrat bei personellen

Einzelmaßnahmen, wie z. B bei Einstellung und

Eingruppierung, Höhergruppierung, Herabgruppierung,

Versetzung, Kündigung bei den tariflich Beschäftigten

sowie Einstellung, Anstellung und Beförderung, Entlassung

oder Versetzung bei den Beamten sowie in sozialen

Angelegenheiten aller im Landkreis Beschäftigten (z.B.

Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, Durchführung

der Berufsausbildung und Fortbildung u. a. m.). Soweit

eine gesetzliche oder tarifliche Regelung nicht besteht,

bestimmt das Gremium in Rationalisierungs-, Technologie-

und Organisationsangelegenheiten mit.

Auf der Grundlage eines Geschäftsverteilungsplanes hat

der Personalrat seine Tätigkeit organisiert. Der Plan ist

Ausdruck der Arbeitsteilung und Spezialisierung innerhalb

der Zuständigkeiten der Personalvertretung und

Grundlage der Planung der Aus- und Fortbildung.

Mindestens einmal im Jahr führt der Personalrat eine Personalversammlung

durch und informiert die Beschäftigten

über seine Tätigkeit.

Personalversammlung

25

Bereich des Landrates


2. Dezernat I – Hauptverwaltung

Dezernat I

Heike Schäffer

Jurist

N.N.

10 Amt für

Organisation, IT,

u. zentrale Dienste

Ute Papke

11 Personalamt

Klaus-Dieter Seliger

20 Amt für

Finanzwesen

Brigitte Schmelzer

23 Amt für

zentrale

Gebäudeverwaltung

Michael Leja

SG Organisation /

Bürgerservice

Cathleen Elstermann

SG Bezüge- und

Gehaltsstelle

Bernd Penseler

SG Haushalt

Christina Eggert

SG Dienstleistungen/

Vertragswesen

Carola Kalks-Gebhardt

SG Zentraler Dienst

Reinhard Wurzel

SG Personalentwicklung

/

Controlling

Sabine Viehweg

SG Kreiskasse

Susanne Fuchs

SG Gebäudewirtschaft/Haushalt/

Controlling

Regina Fromm

SG Informationstechnik

Michael Lichtblau

SG Personalangelegenheiten

Martina Strauß

SG Hochbau/

Bauunterhaltung

René Leopold (komm.)

Dem Dezernat Hauptverwaltung sind vier Fachämter zugeordnet,

in denen Aufgaben der Allgemeinen Verwaltung

wahrgenommen werden. Das betrifft im Wesentlichen

die Organisations-, Personal- und Finanzhoheit

sowie Aufgaben der zentralen Gebäudeverwaltung. Der

Dezernentin Frau Schäffer direkt unterstellt ist ein Jurist,

der alle in den Ämtern des Dezernates anfallenden

Rechtsfragen bearbeitet. Die Schwerpunkte liegen dabei

im Personalrecht (Arbeits- und Beamtenrecht) sowie im

Zivil- und Verwaltungsrecht.

2.1. Amt für Organisation, IT und zentraler Dienst

2.1.1. Sachgebiet Organisation

Schwerpunkt der Arbeit dieses Sachgebietes ist die Aufbau-

und Ablauforganisation der Verwaltung. Sie umfasst:

• die sachliche Verwaltungsgliederung, wie Bildung

von Ämtern und deren innere organisatorische Gliederung

mit dem Ziel eines effektiven und effizienten

Verwaltungsaufbaus,

• die Aufgabengliederung sowie die Erstellung und

Fortschreibung der Organisationspläne, wie Aufgaben-

und Verwaltungsgliederungsplan, Dezernatsverteilung

sowie Arbeitsverteilung,

• Regeln des allgemeinen Dienstbetriebes in Form der

allgemeinen Geschäftsanweisung sowie besonderer

Dienst- und Geschäftsanweisungen,

• die Aufgabenkritik, Arbeitsorganisation und Rationalisierung,

Organisationsentwicklung, Beratung der

Ämter, Gestaltung von Arbeitsabläufen, Organisations-

und Arbeitsuntersuchungen, Auswertung von

Gutachten und Prüfberichten sowie

• Stellenbedarfsermittlungen, Stellenbewertungen und

die Aufstellung des Stellenplanes für jedes Haushaltsjahr.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 26


Stellenentwicklung im Landkreis Harz

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

1288,85

2007

(Altkreise)

1267,15 1233,36 1203,00 1131,95

1044,27 1004,98

2007 2008 2009 2010 2011 2012

Stellen

In enger Zusammenarbeit mit allen Ämtern wird das Ziel

verfolgt, Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sowohl der

Bürger eine fundierte Beratung erhält als auch den Sachbearbeitern

ausreichend Zeit für die Vorgangsbearbeitung

zur Verfügung steht.

Das Hauptaugenmerk in den vergangenen 5 Jahren war

auf die Umsetzung der vom Landtag beschlossenen Kreisgebietsreform,

auf die Übernahme der mit dem II. Funktionalreformgesetz

übertragenen neuen Aufgaben an die

Landkreise und auf die Begleitung und Auswertung des

2009 begonnenen KGSt-Projektes „Organisationsmodell

für die Landkreise in Sachsen-Anhalt“ gerichtet. Parallel

dazu waren in allen Ämtern der Kreisverwaltung die Stellen

neu zu beschreiben und neu zu bewerten. Die Wiederbesetzung

vakanter Stellen und rechtliche Änderung

bezogen auf die Personalbemessung und Stellenwertigkeit

waren zu prüfen.

In das Sachgebiet Organisation integriert sind auch die

Aufgaben des Bürgerservices. Nach Zusammenlegung

der drei Landkreise (Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode)

wurden im Landkreis Harz vier Bürgerservicecenter

eingerichtet. Seit 2011 wird der Bürgerservice

nur noch am Hauptsitz des Landkreises durch eigene

Mitarbeiter ausgeführt. Auf der Grundlage von Kooperationsvereinbarungen

wurden Dienstleistungen des

Bürgerservice an die Stadt Falkenstein/Harz, Stadt Quedlinburg

und Stadt Harzgerode übertragen, welche für die

Bürger ihrer Einheitsgemeinde Anträge auf Leistungen

des Landkreises Harz ausgeben und annehmen sowie

die Bürger beraten. In den kommenden Jahren soll der

Bürgerservice flächendeckend weiter ausgebaut werden,

um die Dienstleistungen noch bürgernaher anbieten zu

können. Derzeitig besteht hierfür eine enge Zusammenarbeit

mit den Einheitsgemeinden Stadt Oberharz am

Brocken, Stadt Osterwieck, Stadt Wernigerode, Stadt Thale

und Stadt Ilsenburg.

2.1.2. Sachgebiet Informationstechnik

Das Sachgebiet ist für die Sicherstellung der in der heutigen

Zeit auch im allgemeinen Verwaltungsbetrieb

nicht mehr wegzudenkenden EDV-Unterstützung, die

gesamte Telekommunikation und die Druck- und Kopiertechnik

zuständig. Das betrifft vor allem die rund

950 PC-Arbeitsplätze in der Kreisverwaltung. Hierzu betreibt

sie ein Rechenzentrum für die Bereitstellung der

über 100 Fachprogramme der Verwaltung, wie z. B. Programme

zur Zulassung von Kfz, Programme für das Kassenwesen

usw., aber auch für den Internetauftritt, den

E-Mail-Austausch, das geografische Informationssystem,

das Dokumentenmanagement oder die e-Government-

Anwendungen. Der Zugriff auf dieses Rechenzentrum

von allen Verwaltungsstandorten wird durch ein eigenes

Datennetz sichergestellt. Zusätzlich ist das Rechenzentrum

über Datenfernverbindungen, beispielsweise zum

Landesnetz, zum Kraftfahrtbundesamt, zum Ausländerzentralregister

und zur Oberfinanzdirektion mit weiteren

Behörden verbunden, um die durch Gesetze vorgeschriebenen

Datenaustausche durchführen zu können.

Im zentralen Rechenzentrum erfolgt auch der Betrieb für

die 450 Arbeitsplätze des Eigenbetriebes Kommunale

Beschäftigungsagentur.

Im Zuge der Bildung des Landkreises Harz war durch den

IT-Bereich ein erheblicher Arbeitsaufwand zum Aufbau

einer einheitlichen Informationstechnik für den neuen

Kreis Harz zu leisten. Bedingt durch die Fusion waren

die Fachverfahren und Daten aller an der Gründung des

Landkreises beteiligten ehemaligen Landkreise auf einer

einheitlichen technischen Plattform zusammenzuführen

und zu harmonisieren. Dies gelang erfolgreich, da Arbeitsgruppen

aus IT-Mitarbeitern und den betroffenen

Fachbereichen aus allen ehemaligen Landkreisen seit

dem Jahr 2006 diese Aufgaben geplant und vorbereitet

hatten.

Um den Betrieb der IT wirtschaftlich und technisch jeweils

an die aktuellsten und effektivsten Technologien angepasst

durchführen zu können, wurde der technische Betrieb des

Rechenzentrums und die Betreuung der Arbeitsplatzsysteme

im Jahre 2010 nach einem europaweiten Vergabeverfahren

an die Fa. T-Systems International GmbH vergeben.

Im Zuge dieses Outsourcings erfolgte 2010/2011 eine

Ausstattung der Kreisverwaltung mit aktueller, wirtschaftlicher

und besonders Strom sparender Arbeitsplatztechnik

und Server- sowie Netzwerksystemen.

27

Dezernat I – Hauptverwaltung


2.1.3. Sachgebiet Zentraler Dienst

Die Beschäftigten des Sachgebietes Zentraler Dienst

führen Querschnittsaufgaben für alle Organisationseinheiten

aus. Zu den wesentlichen Verwaltungsaufgaben

gehören die Beschaffung und Verwaltung der Büro- und

Verbrauchsmaterialien einschließlich der Haushaltsplanung

und Bewirtschaftung, die Gesprächsvermittlung

durch die Telefonzentrale, die Abwicklung des Posteinund

-ausgangs in der Poststelle, die Postverteilung an

alle Verwaltungsstandorte und die Erledigung der Vervielfältigungs-

und Druckaufgaben der zentralen Hausdruckerei.

Die Verwaltungsbücherei organisiert die Beschaffung

und Verwaltung von Fachliteratur und stellt dabei zunehmend

auf elektronische Medien um.

Das Kreisarchiv ermittelt, erfasst und verwaltet das

Schrift- und Archivgut des Landkreises und trägt die

Verantwortung für den Schutz, die Erschließung und

seine Benutzung. Es ist ein öffentliches Archiv, das der

Bevölkerung zugänglich ist und mit Einrichtungen des

kulturellen, wissenschaftlichen, sozialen und kulturellen

Lebens zusammenarbeitet. Ein wesentlicher Teil des

Kreisarchivs ist die Archivbibliothek, die für archivische

und geschichtswissenschaftliche Arbeiten genutzt werden

kann. Die in der Archivbibliothek vorhandenen Bücher,

Festschriften, amtlichen Druckschriften und wissenschaftlichen

Zeitschriften werden als nicht ausleihbarer,

aber im Archiv einsehbarer Präsensbestand geführt.

Die Aufgaben des Sicherheitstechnischen Dienstes werden

durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit wahrgenommen.

Sie sind für die Gewährleistung des Arbeitsschutzes

und der Arbeitssicherheit in der Dienststelle und

den betreuten nachgeordneten Einrichtungen gemäß

Arbeitssicherheitsgesetz verantwortlich. Die Zuständigkeit

der Datenschutzbeauftragten liegt in der Umsetzung

des Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten der

Bürger sowie anderer gesetzlicher Bestimmungen und

Verwaltungsvorschriften zum Datenschutz.

2.2. Personalamt

Das ebenfalls dem Dezernat I zugeordnete Personalamt

betreut die Beschäftigten, Beamten und Beamtinnen sowie

Auszubildenden der Kreisverwaltung Harz. Zu den so

genannten Querschnittsaufgaben, die aus Gründen der

Einheitlichkeit, der Rechts- und Verfahrenssicherheit und

der Wirtschaftlichkeit sowie ihres zum Teil steuernden

Charakters zentral wahrgenommen werden, gehört die

Bearbeitung aller Personalangelegenheiten.

Dazu zählen u. a. Grundsatzfragen des Personalmanagements,

der strategischen Personalplanung und des

-einsatzes, der Vergütungsabrechnung, der Personalentwicklung

sowie arbeitsmedizinische Maßnahmen in

Abstimmung mit dem Betriebsärztlichen Dienst. Daraus

abgeleitet strukturiert sich das Amt in die Sachgebiete

Bezüge- und Gehaltsstelle, Personalentwicklung/ Controlling

und Personalangelegenheiten.

2.2.1. Sachgebiet Bezüge- und Gehaltsstelle

In diesem Sachgebiet werden für alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der drei Eigenbetriebe

(KoBa, KMS, RD) sowie für Dritte im Rahmen von

Dienstleitungsverträgen die Besoldungen und Entgelte

auf Grundlage der einschlägigen Gesetze und der tariflichen

Vorschriften berechnet und zur Zahlung weitergeleitet.

Zu den Aufgaben des Sachgebietes gehört auch

die Bearbeitung von Reisekosten, Trennungsgeldern und

Umzugskosten. Hierbei stehen die Mitarbeiter in Kontakt

mit den Krankenkassen, Rentenversicherungsträgern,

den Trägern der betrieblichen und privaten Altersvorsorge

sowie dem Kommunalen Versorgungsverband des

Landes Sachsen-Anhalt.

2.2.2. Sachgebiet Personalentwicklung/Controlling

Zu den Arbeitsschwerpunkten des Sachgebietes gehören

die Personalentwicklung und das Controlling der Personalkosten.

Bei der Personalentwicklung wird der Nachwuchsförderung

eine besondere Bedeutung beigemessen. Sie umfasst

die berufspraktische Koordinierung der Ausbildung

der Verwaltungsfachangestellten und Straßenwärter.

Auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz zur

Praktikantenbetreuung, Betreuung von Diplomarbeiten

und Koordinierung von Projekten, welche sowohl für den

Landkreis Harz als auch für die Studenten der Hochschule

besonders auf dem Gebiet des Verwaltungsrechts von

Interesse sind, zählt zu den Aufgaben des Sachgebietes.

58 Auszubildende in den Fachrichtungen Verwaltungsfachangestellte

und Straßenwärter wurden bzw. werden

seit 2007 in der Kreisverwaltung ausgebildet. 40 von ihnen

erhielten im Anschluss ein befristetes Arbeitsverhältnis,

das für 26 junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 28


ereits in ein Dauerarbeitsverhälnis umgewandelt werden

konnte.

Eine zweite und nicht weniger wichtige Säule bildet die

Personalentwicklung der Mitarbeiter im eigenen Hause.

Hier ist es das Ziel, mitzuhelfen, im Rahmen der finanziellen

Möglichkeiten die Mitarbeiter durch Fortbildungsmaßnahmen

zu unterstützen, so dass sie die an sie gestellten

Aufgaben leistungsorientiert und bürgernah

erfüllen können.

• Im Rahmen der Qualifikation der Mitarbeiter konnten

seit 2007 4 Lebensmittelkontrolleure, 1 Amtlicher Assistent,

3 Brandschutzprüfer, 1 Mitarbeiter in einem

Kompaktstudium „Presse/Öffentlichkeitsarbeit“ und

1 Mitarbeiter in der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten

ihre Ausbildung erfolgreich beenden.

• 6 Mitarbeiter haben seit 2007 den Beschäftigtenlehrgang

I abgeschlossen. 5 weitere Mitarbeiter befinden

sich derzeit in einem B I-Lehrgang. 4 Mitarbeiter haben

einen Beschäftigtenlehrgang II erfolgreich beendet

und 5 Mitarbeiter absolvieren derzeit einen B

II-Lehrgang. 2 Mitarbeiter haben einen Lehrgang für

technisches Personal erfolgreich beendet.

Auf Grund der Haushaltssituation des Landkreises kommt

der Personalkostenentwicklung eine besondere Bedeutung

zu. Deshalb ist es erforderlich, geeignete Steuerungsmöglichkeiten

zu entwickeln und deren Wirkung

bezüglich der Eindämmung von Kosten mittel- bzw.

langfristig zu analysieren.

Personalentwicklung Landkreis Harz (ohne Eigenbetriebe)

(Stand per 01.07.2007 und nachfolgend 30.06. des jeweiligen Jahres)

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

2007 2008 2009 2010 2011 vor. 2012

gesamt

Beschäftigte

Beamte

Azubis

Personalentwicklung Landkreis Harz (mit Eigenbetrieben)

(Stand per 01.07.2007 und nachfolgend 30.06. des jeweiligen Jahres)

1800

1600

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

2007 2008 2009 2010 2011 vor 2012

gesamt

davon KoBa

davon RD

davon KMS

2.2.3. Sachgebiet Personalangelegenheiten

Zu den Aufgaben dieses Sachgebietes gehört insbesondere

die Ermittlung des Personalbedarfs in den Fachämtern

der Landkreisverwaltung unter Berücksichtigung

der Aufgabenentwicklung, der Entwicklung des Technikeinsatzes

und der Personalbestände.

Hierzu werden regelmäßig Gespräche mit den Fachamtsleitern

in enger Zusammenarbeit mit dem Organisationsbereich

geführt, um Möglichkeiten zur Deckung des

Personalbedarfs durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Kreisverwaltung oder aus dem Arbeitsmarkt zu prü-

29

Dezernat I – Hauptverwaltung


fen. In diesem Zusammenhang sind Stellenausschreibungen

vorzubereiten, Bewerberauswahlverfahren einschließlich

Vorstellungsgespräche durchzuführen und

Einstellungsentscheidungen vorzubereiten und unter

Einbeziehung der Fachamtsleiter, des Personalrates, der

Gleichstellungsbeauftragten und der Schwerbehindertenvertretung

sowie des Personal- und Kreisausschusses

bzw. Kreistages gemäß Hauptsatzung des Landkreises

Harz zum Abschluss zu bringen.

Dem Sachgebiet obliegt weiterhin die umfassende

Sachbearbeitung für Personalangelegenheiten der Beschäftigten

und Beamten der Kreisverwaltung. Dazu

zählen insbesondere Personalaktenführung, Erstellung

und Änderung von Arbeitsverträgen, Umsetzungen,

Höhergruppierungen, Beförderungen, Renteneintritt,

Altersteilzeit-Vereinbarungen, Kündigung, Erstellen von

Arbeitszeugnissen bzw. dienstlichen Beurteilungen, Bestellung

zu besonderen Funktionen, Durchführung von

gesetzlichen Schutzvorschriften (Mutterschutzgesetz,

SGB IX u. a. ), Arbeitszeitangelegenheiten, Vorbereitung

von arbeits- bzw. disziplinarrechtlichen Maßnahmen sowie

die Beratung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

zu tarif- und beamtenrechtlichen Fragen.

Der Landkreis Harz hat mit dem Stand 31.12.2011 einen

Personalbestand von 1090 Personen, die sich aus 140

Beamten und 950 Beschäftigten zusammensetzen. In der

Anzahl der Beschäftigten sind 26 Auszubildende und 95

Personen, die sich in der Freizeitphase der Altersteilzeit

befinden, enthalten. Gegenüber dem Jahr 2010 (Stand

31.12.2010) ist ein Rückgang im Personalbestand von

100 Personen zu verzeichnen.

Der Altersdurchschnitt insgesamt liegt mit 49,3 Jahren

weiterhin hoch und über der für 2015 formulierten Zielsetzung

(unter 48,5 Jahren). Im Vergleich zum Stand des

Vorjahres hat sich das Durchschnittsalter aller Beschäftigten

und Beamten somit um 0,8 Jahre erhöht (31.12.2010

= 48.5 Jahre).

Aufgeteilt nach Beschäftigtengruppen und Altersbereichen

sieht es wie folgt aus:

Beamte:

Altersbereich

nach Jahren

Männlich Weiblich Gesamt Durchschnittsalter

30 – 39 1 13 14 36,6

40 – 49 17 29 46 45,2

50 – 59 22 43 65 54,1

ab 60 8 7 15 61,5

Gesamt 48 92 140 49,3

Beschäftigte:

(26 Auszubildende, davon 10 Frauen, sind in der Aufstellung enthalten).

Altersbereich

nach Jahren

Männlich Weiblich Gesamt Durchschnittsalter

bis 29 35 45 80 24

30 - 39 23 62 85 35,4

40 - 49 51 180 231 45,5

50 - 59 111 290 401 54,6

ab 60 48 105 153 61,4

Gesamt 268 682 950 49,2

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 30


Zusammenfassung über altersbedingte Renteneintritte und Eintritte in die Altersteilzeitphase

aufgrund von ATZ-Verträgen nach Jahren

Stand: 31.12.2011

Personalabgang 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

bereits eingetretene

altersbedingte Renteintritte 11 19 8

noch eintretene altersbedingte

Renteneintritte 7 8 10 13

altersbedingte Renteneintritte

Gesamt 11 19 8 7 8 10 13

bereits vollzogene Renteneintritte aufgrund

des auslaufenden ATZ-Vertrages 31 24 21

noch offene RE von MA, welche sich bereits

in der ATZ-FZPh befinden (F) 34 29 23 9

noch offene Eintritte in die ATZ-FZPh,

derzeit in APH (A) 28 32 8 3

noch offene Eintritte in die ATZ-APH,

z. Z. noch nicht begonnen (n.n.b.)

Renteneintritte aufgrund von

ATZ-Verträgen – Gesamt 31 24 21 62 61 31 12

Ausscheidende MA

Gesamt 42 43 29 69 69 41 25

davon bereits vollzogene RE

Gesamt 42 43 29 0 0 0 0

davon noch ausscheidene MA

(ATZ-FZPh/altersbedingte RE) 0 0 0 69 69 40 25

2.3. Amt für Finanzwesen

Im Amt für Finanzwesen geht es fast immer um Zahlen,

egal, um welche Aufgaben des in zwei Sachgebiete strukturierten

Amtes es sich handelt.

2.3.1. Sachgebiet Haushalt

Das Sachgebiet hat in erster Linie die Aufgabe, die Grundlagen

für die gemeindliche Finanz- und Wirtschaftsverwaltung

zu erstellen und die Voraussetzungen für einen

geordneten Haushalt zu schaffen. Dazu ist eine ständige

Abstimmung und Zusammenarbeit mit allen Ämtern der

Verwaltung unabdingbar. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

obliegt es, der Verwaltungsleitung und dem

Kreistag die für ihre finanziellen Entscheidungen notwendigen

Unterlagen termingerecht und umfassend

vorzubereiten. Haushaltspläne, Nachtragspläne, Finanzund

Investitionspläne und auch die Jahresrechnung werden

öffentlich ausgelegt.

Zu den Aufgabenschwerpunkten innerhalb des Sachgebietes

zählen:

• Schwerpunktbereich Haushalt: Hier werden alle Aufgaben

bearbeitet, die mit der Aufstellung und Abwicklung

des Haushaltsplanes und seiner Anlagen, mit

der Aufstellung von Nachtragshaushaltsplänen und

schließlich mit der Erstellung der Jahressrechnung

und der Vorlage des Rechenschaftsberichtes zusammenhängen.

• Haushaltsüberwachung: Hier werden alle Finanzbewegungen

erfasst, die sich aus der Ausführung des

Haushaltsplanes ergeben – seien es Einnahmen, Auftragserteilungen

oder Ausgaben. So kann jederzeit

festgestellt werden, wie viel Ausgabemittel für die einzelnen

Maßnahmen noch zur Verfügung stehen oder

welche Einnahmen noch eingeholt werden müssen.

31

Dezernat I – Hauptverwaltung


• Finanz- und Investitionsplanung: Hier werden alle voraussichtlichen

Einnahmen und Ausgaben für die

nächsten drei Jahre als Grundlage für die Aufstellung

und Finanzierung des eigentlichen Investitionsplanes

erfasst. Zu den Aufgaben zählt bei Bedarf die Erstellung

eines Haushaltskonsolidierungskonzeptes. Ziel

dieses Haushaltskonsolidierungskonzeptes ist es, den

gesetzlich vorgegebenen Haushaltsausgleich zu erreichen.

• Vermögens- und Schuldenverwaltung: Sie umfasst als

Hauptaufgaben die Aufnahme neuer Kredite, die Er-

mittlung und Anweisung des Schuldendienstes für

aufgenommene Darlehen, die Berechnung der Schuldendienstgrenze,

die Erstellung von Statistiken über

den Schuldenstand und die Durchführung der Vermögensverwaltung.

In Vorbereitung der zum 1. Juli 2007 vollzogenen Kreisgebietsreform

erarbeitete die Arbeitsgemeinschaft „Finanzen/Doppik“

der drei Landkreise bereits 2006 einen

einheitlichen Gliederungsplan als Voraussetzung für die

Zusammenführung der Haushalte.

Im Einzelnen stellten sich die Haushaltsjahre im Berichtzeitraum wie folgt dar:

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Rechnungsergebnis 2008 in T€

41.624,0

28.544,1

144.902,5

53.533,2

95.267,2

132.858,0

326,0

51.270,3

28.544,1

0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Rechnungsergebnis 2009 in T€

38.386,0

35.349,9

151.059,2

58.054,2

94.317,2

126.685,6

52.160,6

35.349,9

3.482,1

0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Rechnungsergebnis 2010 in T€

47.984,7

28.781,2

153.864,1

63.935,2

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 32


0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Rechnungsergebnis 2010 in T€

47.984,7

28.781,2

153.864,1

63.935,2

123.319,5

2.023,6

93.379,3

49.280,5

22.689,7

0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Rechnungsergebnis 2011 in T€

36.091,1

24.209,0

157.771,6

72.827,3

186.351,6

211.760,1

46.226,0 24.209,0

3.375,9

0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Einnahmen- und Ausgabenstruktur des Gesamthaushaltes

Plan 2012 in T€

74.870,0

44.997,1

26.594,4

150.753,4

224.093,2

46.690,5

26.594,4

201.643,8

3.932,9

0 Steuern, allg. Zuweisungen 1 Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb

2 Sonstige Finanzeinnahmen 3 Einnahmen des VMH

4 Personalkosten 5,6 sächl. Verwaltungs- und Betriebsaufwand

7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Entwicklung der Gesamteinnahmen und -ausgaben sowie der Fehlbeträge bzw. -bedarfe

Ausgaben

400.000.000 €

Ausgaben

Einnahmen

Einnahmen

33

Dezernat I – Hauptverwaltung

300.000.000 € Einnahmen

Ausgaben Ausgaben Ausgaben Ausgaben

Einnahmen

Einnahmen

Einnahmen


7 Zuweisungen und Zuschüsse 8 Sonstige Finanzausgaben

9 Ausgaben des VMH

Entwicklung des Haushaltes 2007 bis 2012

Entwicklung der Gesamteinnahmen und -ausgaben sowie der Fehlbeträge bzw. -bedarfe

Ausgaben

400.000.000 €

Ausgaben

Einnahmen

Einnahmen

300.000.000 €

Ausgaben Ausgaben Ausgaben Ausgaben

Einnahmen

Einnahmen

Einnahmen

Einnahmen

200.000.000 €

100.000.000 €

0 €

-100.000.000 €

RE 2007 RE 2008 RE 2009 RE 2010 RE 2011 Plan 2012

Einnahmen 274.651.589 € 269.039.875 € 284.208.388 € 278.121.633 € 371.708.185 € 382.924.500 €

Ausgaben 302.919.746 € 307.829.647 € 310.636.296 € 313.374.543 € 391.113.536 € 417.245.200 €

Fehlbetrag/ -bedarf -28.268.156 € -38.789.772 € -26.427.909 € -35.252.910 € -19.405.351 € -34.320.700 €

Entwicklung der Kreisumlage je Einwohner

Entwicklung der Kreisumlage je Einwohner

330,00 €

320,00 €

310,00 €

300,00 €

308,21 €

317,71 €

302,25 €

310,51 €

297,00 €

290,00 €

280,00 €

283,22 €

282,29 €

270,00 €

260,00 €

250,00 €

258,83 €

260,65 €

240,00 €

230,00 €

220,00 €

210,00 €

219,70 €

212,77 €

231,63 €

200,00 €

RE 2007 RE 2008 RE 2009 RE 2010 RE 2011 Plan 2012

LK Harz Landesdurchschnitt

Schuldenstand in TEUR (Investitionskredite)

Schuldenstand in TEUR (Investitionskredite)

100.000

90.000

80.000

70.000

60.000

50.000

40.000

30.000

20.000

10.000

0

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

31.12.06 31.12.07 31.12.08 31.12.09 31.12.10 31.12.11 31.12.12

Schuldenstand in TEUR 90.693 86.952 83.019 79.636 75.177 70.148 66.355

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 34


2.3.2. Sachgebiet Kreiskasse

Vor dem Hintergrund der zentralen Bewirtschaftung der

Finanzmittel des Landkreises Harz erledigt die Kreiskasse

gemäß den Vorschriften der Gemeindeordnung des Landes

Sachsen-Anhalt alle Kassengeschäfte des Landkreises.

Damit wird eine einheitliche Haushaltsüberwachung

und -ausführung sowie eine einheitliche Rechnungslegung

gewährleistet.

Die Kreiskasse ist als zentrale Stelle für die Mahnung, Beitreibung

und Einleitung der Zwangsvollstreckung, die

Festsetzung, Stundung, Niederschlagung und den Erlass

von Mahngebühren, Vollstreckungskosten und weiteren

Nebenforderungen als Kassengeschäft zuständig.

Der Bereich Buchhaltung/Zahlungsverkehr hat in erster

Linie die Aufgabe, den Zahlungs- und Rechnungsverkehr

abzuwickeln, sowie die Geld und Vermögensbestände

zu verwalten. Damit verbunden ist die Buchführung des

Landkreises Harz.

Des Weiteren obliegt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

die Verwaltung und Verwahrung von Wertgegenständen,

die Belegsammlung sowie die Abwicklung

des gesamten Barzahlungsverkehrs des Landkreises, das

Mahnwesen und die Vorbereitung zur Einleitung von

Vollstreckungen der öffentlich-rechtlichen Forderungen.

Neben dem täglichen Tagesabschluss ist dieser Bereich

am Jahresende auch für die Aufstellung des kassenmäßigen

Abschlusses und somit für die Vorbereitung der Jahresrechnung

zuständig.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Liquiditätsplanung.

Die für die Auszahlungen erforderlichen Kassenmittel

müssen rechtzeitig verfügbar sein. Auch die Aufnahme

von Kassenkrediten zur Absicherung der Aufgaben des

Landkreises erfolgt in diesem Arbeitsbereich.

Der Bereich Vollstreckung/Insolvenzen auch kurz als

Vollstreckungsbehörde bezeichnet – ist für die Beitreibung

von Außenständen des Landkreises zuständig.

Die Vollstreckungsbehörde beschäftigt eigene Vollstreckungsbeamte.

Die Vollstreckung richtet sich nach Regelungen

des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes.

Die im Außendienst tätigen Vollstreckungsbeamten sind

primär für die Vollstreckung des beweglichen Vermögens

der Schuldner zuständig. Die Aufgaben des Innendienstes

richten sich auf die Durchführung der Vollstreckung

in Forderungen und andere Vermögensrechte sowie die

Vollstreckung in das unbewegliche Vermögen. Allgemein

bekannt sind dabei die Lohn- und Kontenpfändung, die

Mietpfändung sowie die Pfändung von Ansprüchen aus

Rechnungen. Ferner gehört zu den Aufgaben des Innendienstes

die Zwangsversteigerung von Grundstücken,

die Geltendmachung von Forderungen des Landkreises

bei Insolvenzverfahren sowie ggf. das Stellen von Anträgen

auf Abnahme der eidesstattlichen Versicherung.

Des Weiteren ist die Vollstreckungsbehörde für die Einleitung

der Zwangsvollstreckung nach der Zivilprozessordnung

(privatrechtlicher Forderungen) zuständig. Darüber

hinaus obliegt der Vollstreckungsbehörde die Verwertung,

d.h. die Versteigerung von Pfandsachen.

Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen

Der Landtag hat für alle Kommunen des Landes die verbindliche

Einführung des neuen Haushalts- und Rechnungswesens

zum 01. Januar 2013 vorgeschrieben.

Seit April 2010 wird in der Kreisverwaltung die Umstellung

der kommunalen Haushaltswirtschaft vom kameralistischen

auf das doppische Buchungssystem vorbereitet.

Diese Umstellung ist mit einer tiefgreifenden Umgestaltung

des Haushalts- und Rechnungswesens verbunden

und stellt die kommunale Haushaltswirtschaft auf betriebswirtschaftliche

Grundlagen.

In der Kreisverwaltung steuert eine Lenkungsgruppe diesen

Prozess. Zur Umsetzung der umfangreichen Arbeiten

wurden eine Projektgruppe und drei Arbeitsgruppen gebildet.

Diese erfassen und bewerten u. a. alle Vermögensgegenstände

und Verbindlichkeiten des Landkreises, beschreiben

die Aufgaben der Verwaltung in so genannten

Produkten und fassen sie in einem Produkthandbuch

zusammen. Für die Mitarbeiter der Landkreisverwaltung

wurde ein Fortbildungskonzept erstellt, mit dem sie sowohl

von der SIKOSA Magdeburg als auch in praktischer

Anwendung von unserem Softwareanbieter CIP für die

neuen Aufgaben geschult wird.

Ziel ist es, den ersten doppischen Haushaltsplan im Dezember

2012 im Kreistag beschließen zu lassen und die

Eröffnungsbilanz bis zum 30.06.2013 zu erstellen. Dazu

sind unter anderem die Erfassung und die Bewertung der

gesamten Vermögensgegenstände des Landkreises wie

Verwaltungsgebäude, Schulen, Kreisstraßen, Betriebsund

Geschäftsausstattung etc. erforderlich. Auf Basis der

Eröffnungsbilanz kann erstmals eine detaillierte, aussagekräftige

Gegenüberstellung der Vermögensgegenstände

auf der einen Seite und der Verbindlichkeiten und Rückstellungen

auf der anderen Seite vorgenommen werden.

35

Dezernat I – Hauptverwaltung


2.4. Amt für zentrale Gebäudeverwaltung

Das Amt für zentrale Gebäudeverwaltung ist in die Sachgebiete

Dienstleistungen/Vertragswesen, Gebäudewirtschaft

/Haushalt/Controlling und Hochbau/Bauunterhaltung

gegliedert. Das Aufgabengebiet des Amtes umfasst

die Bewirtschaftung und Unterhaltung aller im Eigentum

des Landkreises bzw. auf vertraglicher Grundlage genutzten

Liegenschaften einschließlich der durchzuführenden

Investitionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das

Vertragswesen, z. B. beim Erwerb oder bei der Veräußerung

von Grundstücken, dem Abschluss von Wartungs-,

Miet-, Dienstleistungs- oder Versorgungsverträgen. Zu-

dem obliegen dem Amt hauptverantwortlich Aufgaben

der Verwaltungskonzentration.

Mit der Kreisgebietsneuregelung zum 01. Juli 2007

wurden bei der Bildung des Amtes für zentrale Gebäudeverwaltung

die spezifischen Gegebenheiten in den

ehemaligen Landkreisen Halberstadt, Quedlinburg und

Wernigerode berücksichtigt. Der Prozess der Vereinheitlichung

der Aufgabenerledigung als Voraussetzung struktureller

Anpassungen ist weitestgehend abgeschlossen.

2.4.1. Sachgebiet Dienstleistungen/Vertragswesen/Funktionspersonal

Zu den Arbeitsschwerpunkten in diesem Sachgebiet zählen:

• die Bewirtschaftung der Liegenschaften durch eigenes

Funktionspersonal bzw. Dienstleistungsunternehmen

• die Betreuung der technischen Gebäudeausrüstung

sowie die Absicherung des Brandschutzes

• der Abschluss von Dienstleistungs-, Versorgungs-,

Wartungs- und Mietverträgen

• Notarverträge bei Veräußerungen bzw. Erwerb von

Liegenschaften, Bestellung von Erbbaurechten oder

sonstigen grundstücksgebundenen Rechten

• die Bewirtschaftung des Fuhrparks

• die Erstellung von Energieanalysen im Rahmen des

Energiemanagements

Im Zuge der Konzentration der Verwaltung am Standort

Halberstadt und des komplexen Liegenschaftsmanagements

wurden im Zeitraum von 2007 bis 2012 insgesamt

21 Objekte mit einem Gesamterlös von ca. 2,63 Mio. €

veräußert. Darunter waren u. a. vier vorher ausschließlich

für Verwaltungszwecke genutzte Gebäude. Sie konnten

durch den Ausbau oder die Erschließung zusätzlicher Kapazitäten

in Halberstadt an den Standorten Quedlinburg

und Wernigerode aufgegeben werden.

Zur Reduzierung des Energieverbrauches als wesentlicher

Kostenfaktor bei der Bewirtschaftung vor allem von

Schulen, die sich in Trägerschaft des Landkreises Harz

befinden, wurde gemeinsam mit den Halberstadtwerken

eine Energieanalyse erstellt. Im Ergebnis ist es möglich,

entsprechende technische und verhaltensorientierende

Maßnahmen mit dem Ziel der langfristigen Verbrauchsreduzierung

einzuleiten und umzusetzen.

Im Zusammenhang mit der Einführung der Doppik als

neues Rechnungswesen und der zum 1. Januar 2013 zu

erstellenden Eröffnungsbilanz obliegt dem Sachgebiet

darüber hinaus die Erfassung und Bewertung von Vermögensgegenständen.

2.4.2. Sachgebiet Gebäudewirtschaft/Haushalt-Controlling

Zu den Arbeitsschwerpunkten in diesem Sachgebiet zählen:

• die Haushaltsplanung und das Controlling

• die Überwachung des Zahlungsverkehrs

• die Inventarverantwortlichkeit

• der Abschluss von Versicherungsverträgen und die

Schadensregulierung

• die Umsetzung der Verwaltungskonzentration

Ein Hauptaufgabengebiet ist die Verantwortlichkeit für

die Haushaltsplanung und -steuerung sowie die Überwachung

des Zahlungsverkehrs innerhalb des Amtes

einschließlich der erforderlichen und umfassenden Koordinierung

mit anderen Fachämtern. Daneben kommt der

Inventarisierung in Verbindung mit der Einführung der

Doppik eine große Bedeutung zu.

Zur Begrenzung des Risikos für den Landkreis, vor allem

bei der Liegenschaftsbewirtschaftung, werden an das

Versicherungsmanagement, verbunden mit einer entsprechenden

Risiko-/Kostenabwägung, hohe Anforderungen

gestellt.

Im Zuge der laufenden Verwaltungskonzentration obliegt

dem Sachgebiet zudem die Organisation der Umzüge

von Struktureinheiten und Mitarbeitern einschließlich

der Sicherstellung der Aktualität von Beschilderungen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 36


2.4.3. Sachgebiet Hochbau/Bauunterhaltung

Schwerpunktaufgaben in diesem Sachgebiet sind:

• die Absicherung von Bauinvestitionen an Schulen

und Verwaltungsgebäuden

• die Durchführung von Maßnahmen der Bauunterhaltung

und des baulichen Brandschutzes

• der Abschluss von Verträgen mit Fachplanern

• die Beantragung, Durchführung und Abrechnung

von Fördermaßnahmen

• die Erstellung von Leistungsverzeichnissen

Neben den kontinuierlich durchzuführenden Bauunterhaltungsmaßnahmen

an Schulen und Verwaltungsgebäuden

sowie den umzusetzenden Forderungen des

baulichen Brandschutzes lag der Aufgabenschwerpunkt

in der Umsetzung des so genannten Konjunktur-II-Programmes.

Dies umfasste im Zeitraum von 2009 – 2011

18 Einzelvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen

von ca. 11,3 Mio. Euro, wovon etwa 1,4 Mio. Euro

als Eigenmittel des Landkreises aufzubringen waren. Alle

Maßnahmen wurden fristgemäß bis Ende 2011 ausgeführt

und abgerechnet.

Beispiele für aus K-II-Fördermitteln sanierte Einrichtungen:

Freisportanlage im Käthe-Kollwitz-Gymnasium Halberstadt

Ganztagsschule Burgbreite in Wernigerode

Pestalozzi-Förderschule Quedlinburg

Wolterstorffgymnasium Ballenstedt

Kreismusikschule Harz in Wernigerode

Bildungshaus Carl Ritter in Quedlinburg

37

Dezernat I – Hauptverwaltung


Daneben laufen in der Förderperiode 2007 – 2013 vier

große Investitionsvorhaben der Schulbauförderung. Hier

liegt das Investitionsvolumen bei 15,1 Mio. €. Der Eigenanteil

des Landkreises beträgt hierbei 2,9 Mio. €.

Aus Mitteln der Schulbauförderung sanierte Einrichtungen:

Sekundarschule „Ernst Bansi“ in Quedlinburg

Stadtfeldgymnasium in Wernigerode

Sekundarschule „Am Gröpertor“ Halberstadt

Pestalozzi-Schule in Wernigerode

Zu 100 Prozent aus Mitteln des Landkreises getragen

wurden bzw. werden die Investitionen beim Umbau und

bei der Sanierung der Marianne-Buggenhagen-Schule

Darlingerode und des Verwaltungsgebäudes Haus 5 in

Halberstadt. Letztere Maßnahme ermöglichte eine weitere

Konzentration der Verwaltung am Standort Halberstadt.

Marianne Buggenhagen-Schule in Darlingerode

Verwaltungsgebäude Haus 5 in Halberstadt

Insgesamt wurden durch das Sachgebiet Hochbau seit

2007 neben den laufenden Maßnahmen der Bauunterhaltung

umfassende Investitionen in einem beachtlichen

Gesamtrahmen von 28,6 Mio. Euro umgesetzt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat I – Hauptverwaltung 38


3. Dezernat II – Ordnungsverwaltung

Dezernat II

Bernhard Petzold

Jurist

Hans-Rudolf Rösch

32 Ordnungsamt

Georg Türke

39 Amt für Veterinärwesen

und Lebensmittelüberwachung

Dr. Wolfgang Siegl

Gesundheitsamt

(ZAST)

Dr. Heike Christiansen

SG allg. u. spezielles

Ordnungsrecht/

Bußgeldstelle

Monika Mörig

SG Veterinärwesen

Dr. Barbara Piegert

SG Verwaltung

Tino Schmidt

SG Straßenverkehr

Thomas Werner

SG Lebensmittelüberwachung

DVM Christine

Sapandowski

SG Hygiene und

Infektionsschutz

Bernd Segler

SG Brand- und

Katastrophenschutz

/FTZ

Bernd Märtel

SG Kinder- und

Jugendzahnärztlicher

Dienst

Margitta Jäger

SG Ausländer/Staatsang./Personenstandswesen/ZAbSt

Andreas Viehweg

SG Amtsärztlicher

Dienst

Dr. Sheila Holler

SG Jagd/ Waffen/

Forsten/ Fischerei

Martina Schulz

SG Kinder- und

Jugendärztlicher

Dienst

N.N.

SG Zulassung

Jürgen Draeger

SG Sozialpsychiatrischer

Dienst

Dr. Heike Christiansen

Nach mehrfachen Umstrukturierungen besteht das von

Bernhard Petzold geleitete Ordnungsdezernat heute

aus drei Fachämtern, die vor allem im übertragenen

Wirkungskreis als untere Behörden der allgemeinen

Landesverwaltung das breite Aufgabenspektrum von

Fragen der allgemeinen Ordnung und Sicherheit, des

Brand- und Katastrophenschutzes, des Verbraucher- und

des Tierschutzes sowie des Gesundheitsschutzes und der

Gesundheitsvorsorge umfassen.

Neben den drei Fachämtern ist dem Dezernenten direkt

ein Jurist zugeordnet, der alle in den Ämtern des Dezernates

anfallenden Rechtsfragen bearbeitet.

39

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


3.1. Ordnungsamt

Das Ordnungsamt ist im Ergebnis der Zusammenlegung

mehrerer 2007 noch eigenständiger Fachämter das gegenwärtig

größte Fachamt des Landkreises. 2008 wurden

das Ordnungs- und das Straßenverkehrsamt als eine

Organisationseinheit zusammengefasst. 2010 kam das

Amt für Brand- und Katastrophenschutz dazu und zum

01.01.2012 wurde dem Amt die Untere Forstbehörde aus

dem Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung zugeordnet.

Dem Amtsleiter direkt zugeordnet ist der Kreisbrandmeister.

Im Ergebnis durchgeführter Aufgabenkritik und interner

Umstrukturierungen sowie der Abflachung von Leitungshierarchien

verringerte sich der Personalbestand von

2010 bis 30.04.2012 von 121 Mitarbeitern auf derzeit 109

Mitarbeiter.

Dem Ordnungsamt obliegen als unterer Behörde der

allgemeinen Landesverwaltung und der Auftragsverwaltung

wichtige staatliche Ordnungsfunktionen (Eingriffsverwaltung).

Als Organisationseinheit mit dem meisten

Besucherkontakt bietet es öffentliche Dienstleistungen

im klassischen Sinne.

Schwerpunkte des breiten Aufgabenspektrums zeigen

bereits die Bezeichnungen der einzelnen Sachgebiete:

1. Ordnungsrecht, zentraler Vollzugsdienst, Verkehrsüberwachung

und zentrale Bußgeldstelle

2. Ausländer, Staatsangehörigkeit und Personenstandswesen

3. Fahrerlaubnisbehörde, Verkehrslenkung und gewerblicher

Kraftverkehr

4. Waffen/Sprengstoff, Jagd/Fischerei und Forsthoheit/

Waldschutz

5. Brand- und Katastrophenschutz

6. Zulassung

3.1.1. Sachgebiet Ordnungsrecht, zentraler Vollzugsdienst, Verkehrsüberwachung und

zentrale Bußgeldstelle

Das Sachgebiet Ordnungsrecht nimmt Aufgaben des allgemeinen

und auch des speziellen Ordnungsrechts im

übertragenen Wirkungskreis wahr.

Das Sachgebiet Ordnungsrecht gliedert sich in die drei

Teams Gefahrenabwehr, zentrale Bußgeldstelle und Vollzug/fließender

Verkehr.

Team Gefahrenabwehr

Die Fachaufsicht über die Gemeinden zu Fragen des Bestattungsrechts,

Gewerberechts und des Gesetzes über

öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG) zählt zu den

Schwerpunktaufgaben dieses Bereiches. Das Team ist

aber nicht nur Ansprechpartner bei Geschäftsprüfungen

und der rechtlichen Prüfung schwieriger Sachverhalte für

die kreisangehörigen Kommunen, es nimmt in eigener

Zuständigkeit u. a. auch Aufgaben im Versammlungs-,

Schornsteinfeger- und Jugendschutzrecht wahr.

• Versammlungsrecht

Der Landkreis ist zuständig für die Entgegennahme der

Anzeigen nach dem Versammlungsrecht und daraus folgend

für den Erlass von Beschränkungsbescheiden. In

der nachfolgenden Tabelle ist die Entwicklung der Versammlungsanmeldungen

seit 2007 im Landkreis Harz

dargestellt.

Anzahl der Versammlungsanmeldungen/Jahr (Stand 31.03.2012)

160

140

120

100

80

60

40

20

0

2007 2008 2009 2010 2011 2012

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 40


Es ist eindeutig festzustellen, dass die Durchführung von

Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen zu einer

Erhöhung der Versammlungsanmeldungen im Landkreis

führte. Nicht nur die Parteien nehmen stärker als bisher

ihre Verantwortung, die Wähler über ihre parteipolitischen

Ziele zu informieren, wahr, sondern auch Gewerkschaften,

Arbeitnehmerverbände und Organisationen

reagieren auf das aktuell-politische Geschehen.

• Schornsteinfegerwesen

Im Berichtszeitraum gab es umfangreiche gesetzliche

Neuregelungen des Schornsteinfegerwesens. Das gegenwärtig

geltende Schornsteinfegergesetz wird zum 1.

Januar 2013 durch das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz

ersetzt, um einen Wettbewerb im Schornsteinfegerwesen

zu ermöglichen.

Im Landkreis Harz bestehen zurzeit 27 Kehrbezirke, die

jeweils von amtlich bestellten Bezirksschornsteinfegermeistern

verwaltet werden. Neben dem Landesverwaltungsamt

Halle übt das Ordnungsamt des Landkreises

die Aufsicht über die Schornsteinfegermeister aus und

ist u. a. verantwortlich für Duldungsverfügungen zur

Durchsetzung der Kehr- und Prüfpflicht. Daneben ist das

Ordnungsamt bis einschließlich 31. Dezember 2012 auf

Antrag der Schornsteinfegermeister für die Einziehung

rückständiger Gebühren und Auslagen zuständig.

Die Entwicklung der im Ordnungsamt eingereichten Einziehungsersuchen

kann dem nachfolgenden Diagramm

entnommen werden.

500

400

300

200

Anträge insg.

100

0

2007 2008 2009 2010 2011

• Fachaufsicht

Als Sicherheitsbehörde übt das Ordnungsamt die Fachaufsicht

über die kreisangehörigen Einheitsgemeinden

sowie die Verbandsgemeinde Vorharz aus. Die Fachaufsicht

erstreckt sich sowohl auf die Kontrolle der rechtmäßigen

und zweckmäßigen Wahrnehmung der Aufgaben

des übertragenen Wirkungskreises im Rahmen von

Geschäftsprüfungen als auch auf den Erlass von Wider-

spruchsbescheiden gemäß § 73 Verwaltungsgerichtsordnung.

Die Fachaufsicht wird bezüglich der örtlichen Zuständigkeiten

im allgemeinen Gefahrenabwehrrecht und Gewerberecht

geführt.

2007 2008 2009 2010 2011

Geschäftsprüfungen – 3 3 1 2

• Gewerberecht

Im Berichtszeitraum wurden per Gesetz diverse gewerberechtliche

Zuständigkeiten von den Landkreisen auf

die Gemeinden übertragen. Gewerberechtliche Zuständigkeiten

des Landkreises beziehen sich gegenwärtig

noch auf die Festsetzung von Messen, Ausstellungen

und Märkten gemäß § 69 Gewerbeordnung sowie auf die

Erteilung von Konzessionen für Privatkrankenanstalten

gemäß § 30 Gewerbeordnung.

2007 2008 2009 2010 2011

Festsetzungen § 69 GewO – – – 1 3

Konzessionen

§ 39 GewO

– 1 1 1 –

41

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


• Widerspruchsverfahren – allgemeines Gefahrenabwehrrecht, Gewerberecht

Die Gemeinden sind im Rahmen ihrer örtlichen und sachlichen

Zuständigkeiten befugt, zur Abwehr von Gefahren,

welche auch Verstöße gegen Rechtsverordnungen etc.

beinhalten, Maßnahmen gegen Personen (Verhaltensund

Zustandsstörer) zu verfügen. Soweit die Empfänger

das Rechtsmittel des Widerspruchs in Anspruch nehmen

und die Ausgangsbehörde diesem nicht abhelfen kann,

ist der Landkreis für den Erlass eines Widerspruchsbescheides

gemäß § 73 Verwaltungsgerichtsordnung zuständig.

Widerspruchsverfahren insgesamt

Widerspruchsverfahren insgesamtWiderspruchsverfahren insgesamt

20

20

15

15

10

10

5

5

0

0 2007 2008 2009 2010 2011 2012

2007 2008 2009 2010 2011 2012

SOG

SOG

GewO

GewO

SperrzeitVO

SperrzeitVO

GastG

GastG

(Stand 31.03.2012)

• Jugendschutz

Durch das Ordnungsamt werden die Aufgaben des ordnungsbehördlichen

Jugendschutzes wahrgenommen.

Inhaltlich bezieht sich dies auf anlassbezogene Kontrollen

sowie Belehrungen gegenüber Gewerbetreibenden

im Hinblick auf die Einhaltung der §§ 3, 9 und 10 des

Jugendschutzgesetzes. Verstöße werden im Ordnungs-

widrigkeitenverfahren geahndet. Auf Antrag von Veranstaltern

werden u. U. Ausnahmegenehmigungen zur

Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an Brauchtums-

und Tanzveranstaltungen gemäß § 5 Jugendschutzgesetz

erteilt.

Kontrollen Jugenschutz

Kontrollen Jugendschutz

Kontrollen Jugendschutz

10

10

8

8

6

6

4

4

2

2

0

0 2007 2008 2009 2010 2011 2012

2007 2008 2009 2010 2011 2012

(Stand 31.03.2012)

Kontrollen

Kontrollen

dav. Owi-Verf.

dav.

Ausnahmeg.

Owi-Verf.

Ausnahmeg.

Team Zentrale Bußgeldstelle

Die Aufgaben der Zentralen Bußgeldstelle umfassen die

Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten zur

Durchsetzung öffentlich-rechtlicher Vorschriften. Durch

die Festsetzung von Bußgeldern soll insbesondere eine

Mahnung an die Pflichten auf Grund verschiedenster Gesetze

für unterschiedlichste Lebensbereiche ausgesprochen

werden.

Bußgeldverfahren dienen nicht in erster Linie der „Überführung

des Betroffenen“. Ziel des Verfahrens ist vielmehr,

den Rechtsfrieden auf dem Weg eines gesetzlich geordneten

Verfahrens wiederherzustellen. Dies erfolgt durch

die Bebußung des Betroffenen, unter Umständen ergänzt

durch Nebenfolgen wie Einziehung oder Gewinnabschöpfung.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 42


Die Mehrzahl der zu bearbeitenden Ordnungswidrigkeitenverfahren

resultieren aus den Rechtsbereichen Lebensmittelrecht,

Abfallrecht, Gesetz zur Bekämpfung der

Schwarzarbeit, Umweltrecht, Baurecht, Jagdrecht, Waffenrecht,

Asyl- und Ausländerrecht, Schulgesetz. Hauptschwerpunkte

bilden dabei Verstöße gegen das Schulgesetz,

das Lebensmittel- bzw. Umweltrecht.

In den nachfolgenden Darstellungen ist das Verhältnis

der verfügten Bußgelder zu den Einnahmen dargestellt.

Die hier zu erkennende Diskrepanz ergibt sich aus der

Zahlungsunwilligkeit bzw. Zahlungsunfähigkeit der Betroffenen.

Anzahl der Bußgeldverfahren im Zeitraum 01.07.2007 bis 31.12.2011

Jahr Anzahl der Verfahren Gesamtsumme

der verfügten Bußgelder

Ist Einnahmen

2007 313 39.310,00 € 16.591,00 €

2008 711 47.126,00 € 17.199,00 €

2009 687 62.959,00 € 33.340,00 €

2010 754 79.738,00 € 39.053,00 €

2011 887 68.041,00 € 39.780,00 €

Team Vollzug/ fließender Verkehr

Das Team Vollzug/fließender Verkehr wurde auf Grund

von Organisationsveränderungen im Jahr 2011 neu

gebildet. Während die Arbeitsaufgaben im Vollzug als

Hauptschwerpunkt die Überprüfung der Versicherungspflicht

von Fahrzeugen umfassen, liegt im Bereich der

Überwachung des fließenden Verkehrs der Schwerpunkt

in der Verkehrsunfallprävention. Mit der Kombination der

Arbeitsaufgaben können die Mitarbeiter flexibler eingesetzt

werden und die Aufgabenerfüllung erreicht eine

höhere Effizienz.

Die Aufgaben des zentralen Vollzugs- und Ermittlungsdienstes

liegen schwerpunktmäßig im Außendienst.

Hierbei werden Arbeitsaufgaben wahrgenommen, die im

Innendienst nicht abschließend bearbeitet werden können.

Eine besondere Herausforderung stellen dabei die

Verfahren der Zwangsstilllegungen von Fahrzeugen dar,

d. h. Fahrzeuge, bei denen die gesetzlich vorgeschriebene

Versicherung nicht nachgewiesen wurde.

Aber auch andere Außendiensttätigkeiten werden durch

die Mitarbeiter wahrgenommen, hier insbesondere

Einziehung von Fahrerlaubnissen, Fahrerermittlungen,

Zustellungen, Botschaftsvorführungen u. a. Die nachfolgende

Tabelle zeigt die Entwicklung der Sachverhalte

seit 2007:

Verfahren des zentralen Vollzugs- Verfahren und Ermittlungsdienstes

des zentralen Vollzugs- und Ermittlungsdienstes

2000

1500

1000

500

0

2007 2008 2009 2010 2011 2012

Sonstige techn. Mängel Mitteilungspflichten Steuerrückstände fehlender Versicherungsschutz

Mit der Kreisfusion wurde die Überwachung des fließenden

Verkehrs auf den gesamten Landkreis ausgeweitet

(Ausnahme: die Städte Halberstadt, Quedlinburg, Blankenburg

und Wernigerode, da diese über mehr als 20 000

Einwohner verfügen und damit selbst diese Aufgabe

wahrnehmen können). Die Überwachung wird entsprechend

der gegebenen Zuständigkeit ausschließlich in

geschlossenen Ortschaften durchgeführt.

Die Messstellen wurden u. a. in Zusammenarbeit mit den

Kommunen festgelegt. Aber auch Bürger des Landkreises

wenden sich an den Landkreis, wenn Sie den Fußgängerverkehr

in ihrer Gemeinde als gefährdet ansehen.

Der Schwerpunkt der Geschwindigkeitsverstöße liegt im

Verwarngeldbereich. Die nachfolgende Tabelle zeigt das

Verhältnis der Verwarngeldverfahren zu den Bußgeldverfahren.

43

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Verfahren durch die Überwachung Verfahren des fließenden durch die Überwachung Verkehrs des fließenden Verkehrs

30000

25000

20000

15000

10000

5000

(Stand 31.03.2012)

0

2007 2008 2009 2010 2011 2012

Bußgelder

Verwarngelder

Auch in Zukunft wird die Überwachung des fließenden

Verkehrs eine Schwerpunktaufgabe bleiben, da regelmä-

ßige Kontrollen dazu beitragen, die Verkehrsicherheit auf

den Straßen zu erhöhen.

3.1.2. Sachgebiet Ausländer, Staatsangehörigkeit, Personenstandswesen

Das Sachgebiet untergliedert sich in drei Bereiche (Teams)

und ist Service- und Anlaufpunkt für ausländische Staatsangehörige

sowie Fachaufsicht über die Standesämter

und Meldebehörden. Darüber hinaus nimmt das Sachgebiet

zentrale Aufgaben des Landes bei der Unterstützung

der übrigen Ausländerbehörden im Rahmen der Identitätsklärung

und Rückführung ausreisepflichtiger Ausländer

wahr.

In den einzelnen Aufgabenbereichen Ausländerbehörde/Staatsangehörigkeitsbehörde

und Personenstandswesen

gab es im Berichtszeitraum viele gesetzliche Anpassungen

und Veränderungen.

So ist beispielsweise im Rahmen der Umsetzung von

EU-Recht (Richtlinienumsetzungsgesetz) ab 01.09.2011

bundesweit und damit auch im Landkreis Harz der elektronische

Aufenthaltstitel (eAT) für Drittstaatsangehörige

(Staatsangehörige von Nicht-EU-Staaten) eingeführt. Es

handelt sich dabei um ein eigenständiges Dokument im

Scheckkartenformat (ähnlich dem neuen Personalausweis).

Mit der Einführung des eAufenthaltstitels (eAT )werden

die europäischen Vorgaben zur einheitlichen Gestaltung

des Aufenthaltstitels für Drittstaatenangehörige umgesetzt.

Er ersetzt den Aufenthaltstitel als Klebeetikett im

Pass bzw. Reisedokument. Auf einem Chip im Karteninneren

sind die persönlichen Daten, ggf. aufenthalts- bzw.

erwerbstätigkeitsrechtliche Auflagen sowie die biometrischen

Merkmale (Lichtbild und zwei Fingerabdrücke)

gespeichert. Dies dient dem Schutz vor Fälschungen und

Missbrauch.

Darüber hinaus ist der eAT für die qualifizierte elektronische

Signatur (QES) vorbereitet. Damit können rechtsgültig

digitale Dokumente (z. B. Verträge) unterzeichnet

werden.

Ferner wurde gesetzlich bestimmt, dass zur Qualitätsverbesserung,

der Datensicherheit und der Beschleunigung

des Datenaustausches im Ausländerwesen künftig einheitliche

Standards für elektronische Datenaustauschformate

zu schaffen sind. Auch die Ausländerbehörde des

Landkreises Harz nutzt dieses neue Datenaustauschformat.

Team Ausländer

Die Ausländerbehörde ist zuständig für aufenthaltsrechtliche

und passrechtliche Maßnahmen und Entscheidungen

nach dem Aufenthaltsgesetz sowie anderen ausländerrechtlichen

Bestimmungen. Ihr Aufgabenbereich

umfasst die Erteilung oder Versagung von Aufenthaltserlaubnissen

nach den jeweiligen Aufenthaltszwecken

des Aufenthaltsgesetzes sowie Entscheidungen über die

Erteilung von Niederlassungserlaubnissen bzw. ggf. die

Durchführung von Ausweisungen oder Abschiebungen.

Daneben entscheidet sie über die Ausstellung von Aufenthaltsgestattungen

für Asylbewerber und Duldungen

bei abgelehnten Asylverfahren sowie über das Vorliegen

der gesetzlichen Voraussetzungen für einen Familiennachzug.

Darüber hinaus ist die Ausländerbehörde auch

am Visumsverfahren beteiligt.

Weiterhin ergeben sich eine Vielzahl von Aufgaben, wie

u. a. zeitliche Befristung von Aufenthaltstiteln, Ablehnung

von Aufenthaltserlaubnissen, Verfügung von Ausreiseaufforderungen

nach dem Aufenthaltsgesetz in den

Fällen des Eintritts der Ausreisepflicht, sowie Klärung der

Identität von Ausländern und ggf. auch Beschaffung von

Identitätspapieren.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 44


Neben entsprechenden Aufenthaltsgenehmigungsverfahren,

Visumsverfahren und der Entgegennahme von

Verpflichtungserklärungen sind Integrationsmaßnahmen

bei Aufenthaltsberechtigten von großer Bedeutung.

Im Landkreis Harz lebten mit Stand April 2012 insgesamt

2 234 ausländische Staatsangehörige aus 105 Ländern.

Die in der nachfolgenden Grafik unter „übrige Staaten“

zusammen gefassten 860 Personen kommen aus 95 unterschiedlichen

Staaten.

900

800

860

700

600

500

400

336

300

201

200

100

0

151 132

94 92

übrige Staaten

Vietnam

Russische Föderation

Türkei

Polen

Griechenland

Ausländerbehörde ( Stand April 2012) Gesamtverfahren

Ausländerbehörde ( Stand April 2012) Gesamtverfahren

85 84 69 63

Kasachstan

Ukraine

Bulgarien

Niederlande

Ungarn

Asylverfahren; 5

Asylverfahren beendet/ Duldung;

91

befristeter Aufenthalt; 908

EU Aufenthaltsrecht; 638

unbefristeter Aufenthalt; 592

45

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Team Staatsangehörigkeit und Personenstandswesen

Die Staatsangehörigkeitsbehörde befasst sich zum größten

Teil mit Anträgen auf Einbürgerungen, der Ausstel-

lung von Staatsangehörigkeitsausweisen und Feststellung

der deutschen Staatsangehörigkeit.

Einbürgerung

40

32

36

30

20

16

18

21

16

10

0

2007 2008 2009 2010 2011 30.04.2012

Die insgesamt 139 eingebürgerten neuen Kreisbürger

stammen aus 41 unterschiedlichen Staaten, drei von ihnen

waren bis zur Einbürgerung staatenlos.

Die folgende Übersicht weist die Staaten aus, aus denen jeweils mehr als 10 Personen in unserem Landkreis

eingebürgert wurden:

Jahr

Gesamt

2007 2008 2009 2010 2011 Einbürgerungen 30.04.2012

16 32 18 36 21 gesamt 16 139

darunter 1

4 3 3 Irak 10

4 1 2 2 Kasachstan 3 12

5 2 1 4 Rumänien 12

1 7 2 2 3 Russland 15

2 3 3 Vietnam 6 14

Im Personenstands-, Melde-, Pass- und Personalausweiswesen

werden überwiegend Aufgaben wahrgenommen,

ohne die eine moderne Verwaltung nicht denkbar wäre.

Als Fachaufsicht über die Standes- und Meldeämter des

Landkreises ist dieser Bereich insbesondere eingebunden

in die Prüfung und Bewertung von besonderen Personenstandsfällen

mit Ausländerbeteiligung bzw. von Personenstandsereignissen

deutscher Staatsangehöriger,

die sich im Ausland ereignet haben sowie bei Anträgen

zur gerichtlichen Berichtigung von Personenstandseinträgen.

Außerdem obliegt diesem Bereich die Aufbewahrung,

Prüfung und Fortführung der Zweitbücher bzw. der

papiergebundenen Sicherungsregister.

Dieser Bereich bearbeitet auch Anträge auf öffentlichrechtliche

Namensänderungen.

Zentrale Abschiebungsstelle des Landes Sachsen-Anhalt (ZAbSt)

Entsprechend der Allgemeinen Zuständigkeitsverordnung

für Gemeinden und Landkreise zur Ausführung von

Bundesrecht nimmt dieses Team zentrale Aufgaben des

Landes bei der Unterstützung der übrigen Ausländerbehörden

im Rahmen der Identitätsklärung und Rückführung

ausreisepflichtiger Ausländer war.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 46


3.1.3. Sachgebiet Fahrerlaubnisbehörde, Verkehrslenkung, gewerblicher Kraftverkehr

Das Sachgebiet umfasst drei große Aufgabenbereiche

und ist in entsprechende Teams aufgegliedert:

Team Fahrerlaubnisbehörde

In der Fahrerlaubnisbehörde werden neben den allgemeinen

Fahrerlaubnisangelegenheiten auch die Ersatzausstellung

oder der Umtausch der Fahrerlaubnis sowie

die Ausstellung internationaler Fahrerlaubnisse bearbeitet.

Ferner gehören Umschreibungen ausländischer

Führerscheine, Neuerteilung von Fahrerlaubnissen nach

Verzicht oder nach Entzug und Erlaubnisse zum begleiteten

Fahren ab dem vollendeten 17. Lebensjahr zu den

täglichen Aufgaben. In der Fahrerlaubnisbehörde werden

weiterhin alle Aufgaben im Zusammenhang mit Fahrerlaubnissen

zur Fahrgastbeförderung wahrgenommen.

Als Aufsichtsbehörde über die Fahrschulen werden Fahrschul-

und Zweigstellenerlaubnisse erteilt sowie Fahrlehrerlaubnisse

ausgestellt.

Vorgang 2007 * 2008 * 2009 2010 2011

Ersterteilungen 706 1366 1330 1033 924

Erweiterungen 246 574 597 453 453

Neuerteilung nach Entzug

101 212 259 249 231

oder Verzicht

Ersatzausstellung nach Verlust

360 710 809 783 807

oder Diebstahl

Umstellung aus altem Recht 435 904 857 672 791

begleitetes Fahren mit 17 470 732 701 644 601

Internationale Führerscheine 133 291 291 304 372

erteilte Prüfaufträge 1606 3455 2762 2541 2414

behördliche FE-Entzüge 210 879 849 845 981

gerichtliche FE-Entzüge 808 1643 1321 1369 1547

Fahrerlaubnisversagungen 115 655 658 621 676

Anordnungen zur Vorbereitung

einer Entscheidung

(Gutachten o. ä.)

115 655 658 621 676

*

für 2007 bis 31.07.2008 liegen nur die Zahlen der Altkreise WR und HBS vor. Erst ab 01.08.2008 wurde mit einheitlicher Software gearbeitet.

Team Verkehrsorganisation

Das Team Verkehrsorganisation ist im Wesentlichen für

Entscheidungen nach den Vorschriften der StVO auf den

klassifizierten Straßen des Landkreises verantwortlich.

Dabei geht es um Entscheidungen zur Verkehrsführung in

Baustellenbereichen und eventuell notwendige Vollsperrungen

mit den nötigen Umleitungen. Jede Aufstellung

oder auch Entfernung von stationären Verkehrszeichen

und Markierungen wird in diesem Team bearbeitet. Zum

täglichen Geschäft gehören aber auch Erlaubnisse für

Veranstaltungen im öffentlichen Verkehrsraum und Erlaubnisse

für übergroße landwirtschaftliche Fahrzeuge,

die auf öffentlichen Straßen fahren müssen. Des Weiteren

erfolgt die Ausstellung von Parkausweisen für Behinderte

sowie von anderen Befreiungen. Alle diese Vorgänge

werden in enger Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier

und den jeweiligen Straßenbaulastträgern erledigt.

Regelmäßig werden entsprechend der rechtlichen Vorgaben

so genannte Verkehrsschauen durchgeführt, bei

denen unter Beteiligung weiterer teils ortsfremder Experten

die Situation auf den Straßen des Landkreises im

Sinne der Verkehrssicherheit begutachtet wird.

In einer Vielzahl von Bauverfahren werden verkehrsrechtliche

Stellungnahmen angefertigt.

Im Team der Verkehrsorganisation sind schließlich noch

die Aufgaben der Fachaufsicht über die örtlichen Verkehrsbehörden

im Landkreis Harz angesiedelt.

47

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Vorgang 2007 2008 2009 2010 2011

Anordnungen zur Verkehrssicherung

707 739 564 601 640

bei Baustellen

davon Vollsperrungen 108 104 70 87 70

Stellungnahmen 127 150 119 129 93

Anordnungen für Verkehrszeichen 243 217 157 250 176

Erlaubnisse für Veranstaltungen 324 356 324 264 282

Ausnahmegenehmigungen gesamt 1356 930 955 1192 952

davon

AG Sonntagsfahrverbot

Parkausweise f. Behinderte

247

261

Erlaubnisse für landwirtschaftliche Fahrzeuge 26 47 45 65 25

251

312

265

239

211

366

204

246

Team Gewerblicher Kraftverkehr

Im Team Gewerblicher Kraftverkehr sind die Aufgaben

nach dem Güterkraftverkehrsgesetz und dem Personenbeförderungsgesetz

zusammengefasst. Dazu gehört die

Erteilung von nationalen Erlaubnissen oder EG-Lizenzen

im Güterkraftverkehr ebenso wie die Genehmigungsbzw.

Lizenzerteilung für den Gelegenheitsverkehr zur

Personenbeförderung, d. h. für Taxi, Mietwagen oder

auch Busse. Neben dem Gelegenheitsverkehr mit Reise-

bussen werden auch die Linienverkehrsgenehmigungen

im Bus- bzw. Straßenbahnverkehr bearbeitet und erteilt.

Neben der Überwachung der im gewerblichen Kraftverkehr

tätigen Unternehmen bilden die Genehmigungen

von ÖPNV-Fahrplänen und -Tarifen sowie die Erarbeitung

der Taxiordnung einschließlich der Taxitarife für den

Landkreis Harz weitere Aufgabenschwerpunkte.

Vorgang 2007 2008 2009 2010 2011

befristete Erlaubnis Güterkraftverkehr

zusätzliche Ausfertigungen

unbefristete Erlaubnis Güterkraftverkehr

zusätzliche Ausfertigungen

Gemeinschaftslizenz Güterkraftverkehr

zusätzliche Kopien

6

2

110

691

125

953

8

17

102

640

122

895

8

7

88

617

120

912

9

9

82

618

118

880

Fahrerbescheinigungen 1 1 0 0 0

Gemeinschaftslizenz Personenverkehr

zusätzliche Kopien

Urkunden KOM-Gelegenheitsverkehr

zusätzliche Auszüge

Taxiunternehmen

eingesetzte Fahrzeuge

Mietwagenunternehmen

eingesetzte Fahrzeuge

Ausflugsfahrten mit KOM

eingesetzte Fahrzeuge

Ausflugsfahrten mit Pkw

eingesetzte Fahrzeuge

Ferienzielreisen mit KOM

eingesetzte Fahrzeuge

Ferienzielreisen mit Pkw

eingesetzte Fahrzeuge

Mietomnibusverkehr

eingesetzte Fahrzeuge

ÖPNV-Liniengenehmigungen

Anzahl der Unternehmen

17

54

5

22

61

94

81

108

20

93

17

14

12

29

9

6

21

125

77

6

17

54

11

56

59

98

78

128

16

76

20

21

10

13

6

4

17

102

77

6

14

48

20

99

57

96

80

144

5

36

15

20

2

8

4

3

6

70

77

6

14

53

22

104

57

101

83

157

2

23

14

18

0

0

3

4

3

58

82

6

11

19

75

625

116

871

14

53

21

105

59

108

82

149

2

18

13

19

0

0

4

7

3

51

86

5

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 48


3.1.4. Sachgebiet Waffen/Sprengstoff, Jagd/Fischerei, Forsthoheit/Waldschutz

Das Sachgebiet gliedert sich in zwei Teams:

• Waffen/Sprengstoff und Jagd/Fischerei

• Forsthoheit/Waldschutz.

Team Waffen/Sprengstoff und Jagd/Fischerei

Die Waffenbehörde arbeitet auf der Grundlage des Waffengesetzes,

der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung

und der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz.

Im Landkreis Harz sind 3584 Inhaber waffenrechtlicher

Erlaubnisse registriert. 5451 Waffenbesitzkarten

wurden ausgestellt. 373 Personen wurde ein Kleiner

Waffenschein erteilt. Eine Person ist Inhaber von Waffenscheinen.

Die 113 Schützenvereinigungen betreiben im Landkreis

Harz 132 Schießstätten. Jährlich werden im Mittel 30

Schießstätten einer Regelüberprüfung unterzogen. Im

letzen Jahr wurden von der Waffenbehörde 121 Anregungen

zum Waffenbesitzverbot geprüft, 52 Waffenbesitzverbote

erlassen und 30 Waffenbesitzkarten widerrufen.

Es wurden 6 Ordnungswidrigkeitsanzeigen bearbeitet

und eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

Alle Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse werden

mindestens nach drei Jahren erneut auf Zuverlässigkeit

überprüft. Die Waffenbehörde erteilte im vergangenen

Jahr 38 Erlaubnisse zum Schießen und Führen von Waffen.

Waffenbesitzer im LK Harz

Waffenbesitzer im im LK LK Harz Harz

4000 4000

3500 3500

3000 3000

2500 2500

Anzahl

2000 2000

3375 3375

3090 3090

2526 2526

3323 3323

3135 3135 3173 3173

1500 1500

1000 1000

500 500

Stand 31.03.2012

0 0

2007 2007 2008 2008 2009 2009 2010 2010 2011 2011 2012 2012

Jahr Jahr

Anzahl Waffenverbotsanregungen im im Vergleich zu zu den den erfolgten Umsetzungen der der

Jahre 2007 2007 -2012

Anzahl Waffenverbotsanregungen im Vergleich zu den erfolgten Umsetzungen der Jahre 2007 – 2012

140 140

120 120

121 121

100 100

80 80

Anzahl Anzahl

60 60

52 52

Anregungen

Umsetzungen

Stand 31.03.2012

40 40

20 20

0 0

29 29

32 32 33 33

22 22

7 7

9 9

3

6

11

3

6

11

3 3

2007 2007 2008 2008 2009 2009 2010 2010 2011 2011 2012 2012 (03) (03)

Jahr Jahr

49

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Die Sprengstoffbehörde arbeitet auf der Grundlage des

Gesetzes über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz)

und den hierzu erlassenen Sprengstoffverordnungen.

274 Personen sind im Landkreis Harz Inhaber

einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis. In einem Jahr

werden durchschnittlich 50 sprengstoffrechtliche Erlaubnisse

verlängert oder neu ausgestellt.

Die Arbeit der Unteren Jagdbehörde erfolgt auf der

Grundlage des Bundesjagdgesetzes und des Landesjagdgesetzes

Sachsen-Anhalt. Im Bereich der Unteren

Jagdbehörde gibt es 106 Jagdgenossenschaften.

Schwerpunkte in der Arbeit mit den Jagdgenossenschaften

sind insbesondere die Durchführung der in den Satzungen

geforderten Versammlungen und Abrundungen

der Jagdbezirke. Die Jagdfläche im Landkreis ist in 202

Jagdbezirken gegliedert. Der Eigentumsform nach sind

es 134 gemeinschaftliche Jagdbezirke und 68 Eigenjagdbezirke.

179 Jagdbezirke sind verpachtet.

Die Untere Jagdbehörde wird fachlich beraten durch den

Kreisjägermeister und den Jagdbeirat. Im Jagdjahr wer-

den in der Regel fünf gemeinsame Beratungen durchgeführt.

Die Bestätigung der Abschusspläne für die einzelnen

Jagdbezirke und Hegegemeinschaften stellt die

Hauptarbeit des Jagdbeirates dar. Die Untere Jagdbehörde

hat zur sachgemäßen Bearbeitung von Wildschäden

vier Wildschadensschätzer berufen. Im Landkreis Harz

werden sieben anerkannte Hegegemeinschaften durch

die Untere Jagdbehörde betreut.

1381 Einwohner des Landkreises Harz sind Inhaber eines

Jagdscheines. Im Durchschnitt werden jährlich 589 Jagdscheine

und 72 Ausländertagesjagdscheine ausgestellt

bzw. verlängert.

Die Untere Jagdbehörde nimmt einmal im Jahr eine Jägerprüfung

ab. Die Abnahme der Jägerprüfung erfolgt

durch eine Prüfungskommission. Der Kreisjägermeister

ist Vorsitzender der Prüfungskommission. Im Mittel nehmen

an der Jägerprüfung jährlich 30 Personen teil. Die

Durchführung der Jägerprüfung ist ein wichtiger Beitrag,

um auch für die Zukunft die Bejagung der Jagdbezirke im

Landkreis Harz abzusichern.

Jagdscheinverlängerungen im LK Harz

700

700

600

Jagdscheinverlängerungen im LK Harz

Jagdscheinverlängerungen im LK Harz

658

630

658

630

600

519

500

519

500

400

Anzahl

400

Anzahl

300

589

589

516

516

300

200

Stand 31.03.2012

200

101

100

101

100 0

2007 (5 -12) 2008 2009 2010 2011 2012 (1 -4)

0

Jahr

2007 (5 -12) 2008 2009 2010 2011 2012 (1 -4)

Stand 31.03.2012

Jahr

Stand 31.03.2012

Schalenwildstrecke im LK Harz

Schalenwildstrecke im LK Harz

12000

10000 12000

8000 10000

Stückzahl

6000 8000

Stückzahl

4000

6000

2000

4000

7025

7025

Schalenwildstrecke im LK Harz

10494

10186

10186

8908

10494

8908

8250

8250

2007/2008

2008/2009

2009/2010

2007/2008

2010/2011

2008/2009

2011/2012

2009/2010

2010/2011

2011/2012

0

2000

Summe

Jagdjahr

0

Summe

Jagdjahr

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 50


Die Arbeit der Unteren Fischereibehörde erfolgt nach

dem Fischereigesetz Sachsen-Anhalt. Im Landkreis Harz

gibt es ca. 8000 Personen mit einer abgelegten Fischerprüfung

davon sind ca. 4000 Inhaber eines gültigen Fischereischeines.

Fischereischeine können nach Ablauf

der Gültigkeit verlängert werden. Im vergangenen Jahr

wurden 783 Fischereischeine verlängert oder neu ausgestellt.

Die Untere Fischereibehörde wird durch den Fischereiberater

fachlich beraten. Zweimal im Jahr führt der Landkreis

eine zentral vom Land Sachsen-Anhalt angesetzte

Fischerprüfung durch. Die Fischerprüfung wird vom Fi-

schereiberater geleitet und mit Hilfe ehrenamtlich tätiger

Prüfer durchgeführt. An jeder Fischerprüfung nehmen

ungefähr 120 Prüflinge teil. Im Mittel bestehen 94 % der

Prüflinge die Prüfung.

Die Gewässer werden durch fünf Fischereivereine und

185 örtlich tätige Vereine bewirtschaftet. Hierzu wurden

159 Fischereipachtverträge geschlossen. Zur Ausübung

des Fischereischutzes an den gepachteten Gewässern

bestätigte die Untere Fischereibehörde 59 Fischereiaufseher.

Es wurden acht Ordnungswidrigkeitenanzeigen

bearbeitet und 14 Straftaten an die zuständige Staatsanwaltschaft

abgegeben.

Team Forsthoheit/Waldschutz

Mit dem Zweiten Funktionalreformgesetz vom 05.11.2009

wechselten die Aufgaben der Unteren Forstbehörden

zum 01.01.2010 vom Land an die Landkreise. Durch den

Landkreis Harz wurden 4 Forstinspektoren übernommen.

Der Landkreis Harz gehört mit seinen ca. 79.000 ha

Wald zu den waldreichsten Gebieten Sachsen-Anhalts.

Die Untere Forstbehörde übt die Forstaufsicht über alle

Waldeigentumsarten aus. In diesem Rahmen werden z. B.

die Waldschutzsituation eingeschätzt, die Wiederaufforstungspflicht

für Waldflächen überwacht und Waldbesitzer

beraten.

Als beteiligte Behörde im Rahmen Träger öffentlicher

Belange wurden bisher 94 Stellungnahmen erstellt. Wei-

terhin sind 9 Genehmigungen zu Erstaufforstungen und

6 Waldumwandlungsgenehmigungen erteilt worden. Im

Zuge der Aufgabenwahrnehmung nach dem Forstvermehrungsgutgesetz

wurden 7.827 kg Forstsaatgut von

verschiedenen Baumarten zertifiziert. Wegen des Verstoßes

gegen das FFOG sind 109 Ordnungswidrigkeitenverfahren

eingeleitet worden.

Mit dem Abschluss einer Zweckvereinbarung zwischen

dem Salzlandkreis und dem Landkreis Harz zum

01.01.2012 wurde die Wahrnehmung und Erfüllung der

Aufgaben der Unteren Forstbehörde für das Gebiet des

Salzlandkreises auf unbestimmte Zeit an den Landkreis

Harz abgegeben. Der Salzlandkreis verfügt über ca. 9.050

ha Wald.

3.1.5. Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz, zivilmilitärische Zusammenarbeit

Das Territorium des Landkreises Harz setzt für die Sicherstellung

der Gefahrenabwehr und des Brand- und

Katastrophenschutzes in vielfacher Hinsicht (Fläche,

Einwohnerzahl, Geografie, Infrastruktur, Tourismus oder

Wirtschaft usw.) im Verhältnis zu anderen kreisfreien

Städten und Landkreisen des Landes Sachsen-Anhalt besondere

Maßstäbe.

Die Kreisverwaltung hat entsprechend der gesetzlichen

Aufgabenstellung und der speziellen Lage vorbeugende

und abwehrende Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung,

des Staates und der Wirtschaft im Verteidigungsund

Spannungsfall sowie bei Notständen, Krisen, Katastrophen,

Bränden oder anderen schweren Schadensfällen

bzw. Naturereignissen, Störungen der Infrastruktur bzw.

des gesellschaftlichen Lebens vorzubereiten und zu treffen.

Insbesondere werden der Brand- und Katastrophenschutz

einschließlich der Zivilschutz im Landkreis Harz

durch einen Komplex von Analytiken, speziellen Planungen

und Vorbereitungsmaßnahmen sowie der Vorhaltung

einer großen Anzahl von ehrenamtlichen Helfern

von Führungs- und Einsatzkräften sowie Einrichtungen

und Fachdiensten sichergestellt.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Wirkens ist auch die

Organisation des überörtlichen abwehrenden Brandschutzes

und der Hilfeleistung sowie der Gewährleistung

der feuerwehrtechnischen Sicherstellung einschließlich

der Vorhaltung von Einsatzreserven.

Mit der Bildung des Landkreises Harz entstand für den

Aufgabenkomplex des Brand- und Katastrophenschutzes

einschließlich der Aufgaben der feuerwehrtechnischen

Zentrale (FTZ) und der Einsatzleitstelle das Amt für

Brand- und Katastrophenschutz (Amt 38). Dieses wurde

als eigenständiges Amt im Jahr 2010 aufgelöst. Die Aufgaben

des Bereiches der Einsatzleitstelle wurden dem

Eigenbetrieb Rettungsdienst übertragen, die Aufgaben

51

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


des vorbeugenden Brandschutzes dem Bauordnungsamt

zugeordnet und der Bereich Brand- und Katastrophenschutz

wurde in das Ordnungsamt integriert.

Das Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz besteht

seit 2011 aus einem Team abwehrender Brandschutz/

FTZ einschließlich der Werkstattbereiche der FTZ an

zwei Standorten (Standorte Thale und Wernigerode), mit

insgesamt 11 Mitarbeitern und einem Team Zivil- und

Katastrophenschutz mit 4 Mitarbeitern. Verwaltungsorganisatorisch

ist diesem Sachgebiet ebenfalls das Kreisverbindungskommando

der Bundeswehr Harz mit 10

nebenamtlich tätigen Reservisten (Stabsoffizieren und

Unteroffizieren) zugeordnet.

Dem Sachgebiet obliegt auch die Rechtsaufsicht über die

Gemeinden im abwehrenden Brandschutz und die Fachaufsicht

über die Fachdienste im Zivil- und Katastrophenschutz.

In den vergangenen fünf Jahren waren durch das Sachgebiet

Brand- und Katastrophenschutz besonders tiefgreifende

und richtungweisende strukturelle Veränderungen

zur Sicherstellung der Gefahrenabwehr bei der Aufstellung

der Feuerwehren und der Katastrophenschutzeinheiten

im Landkreis Harz vorzunehmen.

Team abwehrender Brandschutz/FTZ

Der Landkreis Harz wurde gemäß § 13 Brandschutzgesetz

zum 01.07.2010 in 2 Brandschutzabschnitte unterteilt,

die jeweils durch Brandschutzabschnittsleiter beaufsichtigt

werden.

BA 1 (West):

64 Ortsfeuerwehren

2 Werkfeuerwehren

1 Berufsfeuerwehr (Bundeswehr)

ca. 1.100 km² Fläche

BA 2 (Ost):

55 Ortsfeuerwehren

ca. 1.000 km² Fläche

Stadt Blankenburg

Stadt Oberharz am Brocken

Stadt Wernigerode

Stadt Thale

Stadt Ilsenburg

Stadt Osterwieck

Gemeinde Nordharz

Gemeinde Huy

Stadt Halberstadt

Stadt Quedlinburg

Stadt Falkenstein/Harz

Stadt Harzgerode

Verbandsgemeinde Vorharz

Stadt Ballenstedt

8 Ortsfeuerwehren

11 Ortsfeuerwehren

6 Ortsfeuerwehren

10 Ortsfeuerwehren

3 Ortsfeuerwehren

18 Ortsfeuerwehren

8 Ortsfeuerwehren

12 Ortsfeuerwehren

8 Ortsfeuerwehren

4 Ortsfeuerwehren

7 Ortsfeuerwehren

8 Ortsfeuerwehren

12 Ortsfeuerwehren

4 Ortsfeuerwehren

Mit der Reduzierung der Brandschutzabschnitte von zunächst

6 ab 2007 auf nunmehr 2 hat der Landkreis den

Änderungen der Gemeindegebietsstruktur Rechnung

getragen.

Die Einsatzzahlen der Feuerwehren sind stetig ansteigend,

von 2007 zu 2011 immerhin mit einer Zunahme

um 26 Prozent. Während die Zahl der Brandeinsätze und

der sonstigen Einsätze nahezu gleich bleiben, nehmen

die Hilfeleistungen jährlich zu.

Einsätze der Feuerwehren 2007 – 2011

Einsätze der Feuerwehren 2007-2011

3500

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

2007 2008 2009 2010 2011

Einsätze der Feuerwehr 2263 2476 2649 3287 2859

Brände 517 548 472 585 549

Hilfeleistungen 1323 1588 1716 2256 1820

Sonstige Einsätze 423 340 461 446 490

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 52


53

Eine wichtige Hauptaufgabe besteht in der Durchführung

der Aus- und Fortbildung der Feuerwehren bzw. Katastrophenschutzeinheiten

auf Kreis- und Landesebene

53 sowie in der Organisation von übergemeindlichen bzw.

kreislichen Übungen.

Kreissausbildung 2008 – 2011

Kreisausbildung 2008 -2011

600

500

400

300

600

500

509

487

Kreisausbildung 2008 -2011

420

509 400

487

420

300

465

200

100

51

46

41

465

2011

Teilnehmer

Anzahl der Lehrgänge

Teilnehmer

Anzahl 43 der Lehrgänge

200

100

0

51

2008

46

2009 2010 2011

41

43

0

Gemäß § 3 Brandschutzgesetz 2008 ist 2009 der Landkreis 2010 für die 2011 Ausbildung ist dieser auf die Mitwirkung ehrenamtlicher

überörtliche Ausbildung der Kameraden der Teilnehmer Feuerwehren

auf Kreisebene zuständig. Bei der Durchführung

Landesausbildung Ausbilder angewiesen. am IBK 2008 -2011

der

500

450

Teilnehmer Landesausbildung am IBK 2008 – 2011

400

Teilnehmer Landesausbildung am IBK 2008 -2011

350

321

500

300

279

445

450

242

250

400

200

350

321

150

300

279

100

242

250

50

200

0

150

2008 2009 2010 2011

100

50

0

2008 2009 2010 2011

445

Das Land führt am Institut für Brand- und Katastrophenschutz

in Heyrothsberge die überörtliche Ausbildung auf

Landesebene durch. Die hier angebotenen Lehrgänge

sind in der Regel bezüglich der Teilnehmerzahlen für die

Landkreise quotiert, da das Land aus Kostengründen den

Landesbedarf nicht vollumfänglich abdecken kann.

Es zählt zu den Aufgaben des Sachgebietes, als Aufsichtsbehörde

Stellungnahmen zu den durch die Einheits- und

Verbandsgemeinden zu erarbeiteten Risikoanalysen, den

daraus für den Zeitraum der nächsten 10-20 Jahre abgeleiteten

Brandschutzbedarfsplanungen und deren Fortschreibungen

abzugeben.

53

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ)

Standort Aufgabenspektrum Fahrzeuge Mitarbeiter

Wernigerode • Fahrzeug- und

Geräteprüfung

• Atemschutzprüfung

• Schlauchprüfung

• Reparaturen an der

Einsatztechnik

Thale • Fahrzeug- und

Geräteprüfung

• Atemschutzprüfung

• Schlauchprüfung

• Reparaturen an der

Einsatztechnik

• Atemschutzübungsanlage

• Kommandowagen

• Gerätewagen-Logistik 1

• Kleineinsatzfahrzeug

• Gerätewagen-Gefahrgut

• Wechselladerfahrzeug

mit Abrollbehälter für

Massenunfall

• Einsatzleitwagen

• Gerätewagen-Logistik 1

• Kleineinsatzfahrzeug

1 Kreisschirrmeister

3 Gerätewarte

1 stellv. Kreisschirrmeister

3 Gerätewarte

Der Landkreis hält als Aufgabe des überörtlichen Brandschutzes

und der Kreisausbildung i. S. d. § 3 Brandschutzgesetz

eine Atemschutzübungsstrecke im FTZ-Standort

Thale vor, die bei der Nutzung durch die Feuerwehren

von 2 Mitarbeitern der FTZ betreut wird.

Der Gefahrguttechnik- und Schlauchverbund des Altkreises

Wernigerode konnte ab 2007 auch im Landkreis

Harz als eine Solidargemeinschaft der Kommunen und

des Landkreises zur Beschaffung von Einsatzgeräten zur

Bekämpfung von Gefahrgutunfällen sowie von Druckschlauchmaterial

fortgeführt werden. Die Finanzierung

erfolgte bis Ende 2009 durch 10 Prozent des Feuerschutzsteueraufkommens

der Kommunen und des Landkreises.

Problematisch stellte sich die Situation seit dem

01.01.2010 dar. Durch Änderung von § 23 Brandschutzgesetz

erhalten der Landkreis und die Kommunen keine

Anteile an der Feuerschutzsteuer mehr. Die Finanzierung

des Gefahrguttechnik- und Schlauchverbundes war somit

zumindest gefährdet. Seitens des Landkreises werden

daher ab 2010 jährlich 25.000 € aus dem kreislichen

Haushalt zur Verfügung gestellt, um diese wichtige Aufgabe

im Rahmen des überörtlichen Brandschutzes und

der Hilfeleistung weiterzuführen und den Fachdienst für

Gefahrguteinsätze zu unterhalten.

Gemäß Aufstellungserlass-KatS LSA vom 24.01.2011 hat

der Landkreis die ehemaligen 3 Feuerwehrbereitschaften

der Altkreise und die ABC-Bereitschaft auf das neue System

umgestellt. Durch den Landkreis wurden aus dem

Bestand der öffentlichen Feuerwehren und der FTZ folgende

Fachdienste aufgestellt:

• Fachdienste Brandschutz West und Ost

• Fachdienst ABC

• Fachdienst Logistik

• Fachdienst Führungsunterstützung.

Diese Fachdienste können bei Bedarf im Rahmen der

überörtlichen Hilfe im Katastrophenfall außerhalb des

Landkreises, aber auch bei Großschadenslagen bzw. Katastrophen

im Landkreis Harz eingesetzt werden. Die Einheiten

werden durch ehrenamtliche Führungskräfte des

Landkreises geführt und angeleitet.

Team Zivil- und Katastrophenschutz

Das Team ist für ein umfangreiches Aufgabenspektrum

zuständig. Zu den Hauptaufgaben zählt, die Einheiten

des Zivil- und Katastrophenschutzes aufzustellen, die

Ausbildung zu unterstützen und für eine ständige Einsatzbereitschaft

zu sorgen.

Als untere Katastrophenschutzbehörde obliegt dem

Landkreis die Fachaufsicht über die im KatS mitwirkenden

privaten und öffentlichen Hilfsorganisationen.

Neben den privaten Hilfsorganisationen:

• ASB Regionalverband Halberstadt/Wernigerode e. V.

• ASB Regionalverband Altkreis Quedlinburg e. V.

• DRK Kreisverband Quedlinburg/Halberstadt e. V.

• DRK Kreisverband Wernigerode e. V.

• DLRG Ortsgruppe Benneckenstein e. V.

• DLRG Ortsgruppe Halberstadt e. V.

• DLRG Ortsgruppe Wernigerode e. V.

• MHD Ostharz e. V.

nehmen die öffentlichen Hilfsorganisationen:

• 119 Freiwillige Feuerwehren der Städte und Gemeinden

• Werkfeuerwehren

die ihnen zugewiesenen Aufgaben im Katastrophenschutz

wahr.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 54


Das THW als Bundesanstalt unterstützt und leistet technische

Hilfe mit den Ortsverbänden Halberstadt und

Quedlinburg. Unterstützung erhält der Landkreis Harz

weiterhin im Rahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit

durch das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr.

Das Kommando setzt sich im Wesentlichen aus

10 aktiven Reservisten der Bundeswehr zusammen und

leitet als Bindeglied zwischen Bundeswehr und Landkreis

erforderliche Maßnahmen zur Katastrophenbekämpfung

ein.

Durch das Neukonzept des Bundes zur Ergänzung des

Katastrophenschutzes der Länder für Sonderlagen - ABC-

Gefahren und Massenanfall von Verletzten (MANV) kam

es im Jahr 2010 zu einem umfangreichen Abbau und zur

Umstrukturierung vorhandener Zivilschutztechnik. Die

Einheitsstrukturen wurden den neuen Bedingungen angepasst

(ABC-Task Forces und Medizinische Task Forces).

Im Rahmen des zwischen Bund und Ländern vereinbarten

Ausstattungskonzeptes wurde damit begonnen,

neue und moderne Technik zu beschaffen und den Hilfsorganisationen

zur Verfügung zu stellen.

Parallel dazu wurden der Aufstellungserlass Katastrophenschutz

im Land Sachsen-Anhalt erneuert und die

Einheiten neu strukturiert. Das vorhandene Defizit an

Fahrzeugen soll durch Landesbeschaffung bis zum Jahr

2020 beseitigt sein. Zeitgleich wird die weitere Auslieferung

von bundeseigener Technik zur Ausstattung der

ABC-Task Forces und der Medizinischen Task Forces vorangetrieben.

Der Landkreis Harz ist Hauptträger für eine

von drei Medizinischen Task Forces im Land Sachsen-Anhalt

und kann dann mit 21 Fahrzeugen bundesweit zum

Einsatz kommen.

Die Modernisierung der Technik hat auch einen erheblichen

Einfluss bei den Anforderungen an Helferinnen und

Helfer. Genügte z. B. bis 2010 im Sanitätszug noch der

Abschluss als Helfer im Sanitätsdienst, ist jetzt die Ausbildung

zum Rettungssanitäter erforderlich. Auch die Führerscheinklassen

müssen den Fahrzeugtypen angepasst

werden.

Entsprechend der Vorgaben des Aufstellungserlasses Katastrophenschutz

vom 24.01.2011 wurden im Landkreis

Harz

• 2 Fachdienste Brandschutz

• 3 Fachdienste Sanität

• 3 Fachdienste Betreuung

• 1 Fachdienst ABC

• 1 Fachdienst Führungsunterstützung

• 1 Fachdienst Logistik

• 1 Fachdienst Wasserrettung

aufgestellt.

Zusätzlich wurden eine SEG MANV (Schnelle Eingreifgruppe

für den Massenanfall an verletzten Personen) und

eine SEG BHP (Schnelle Eingreifgruppe für einen Behandlungsplatz

für 50 Verletzte) aufgebaut. Das Fahrzeug und

Teilausrüstung für den BHP-50 wurden mit Mitteln aus

dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung aus dem

Jahr 2009 finanziert.

Fahrzeuge des ergänzenden Katastrophenschutzes des

Bundes können und werden in den Fachdiensten eingesetzt

und erfüllen somit Aufgaben im Doppelnutzen.

Zur Unterstützung der Psychosozialen Notfallseelsorge

arbeiten im Landkreis 3 Teams mit ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Diese können insbesondere im Großschadensfall

eingesetzt werden und nehmen seelsorgerische Aufgaben

wahr.

Für die Region der Harzer Berge existieren Gruppen der

Bergrettung/Bergwacht innerhalb der privaten Hilfsorganisationen

sowie Gruppen der Höhenrettung aus den

öffentlichen Hilfsorganisationen.

Eine wichtige Aufgabe bei der Realisierung der umfangreichen

Aufgaben im Katastrophenschutz haben die ehrenamtlichen

Helferinnen und Helfer in den privaten und

öffentlichen Hilfsorganisationen.

Zurzeit sind in den Einheiten 393 Helferinnen und Helfer

als Besatzung auf den einzelnen Fahrzeugen und 51 Personen

der Psychosozialen Notfallseelsorge PSNV erfasst.

Die Helferinnen und Helfer werden umfangreich ausgebildet.

Dies geschieht für die Grundlagenausbildung auf

Ebene der Standorte in der Regel wöchentlich und für

spezielle und funktionell erforderliche Ausbildung an

den Bildungseinrichtungen der Organisationen und dem

Institut für Brand- und Katastrophenschutz (IBK) in Heyrothsberge.

Höhepunkte der Ausbildung sind gemeinsame Übungen

aller Fachdienste im Katastrophenschutz. Hierbei werden

Schwerpunkte aus der Gefährdungsanalyse des Landkreises

ausgewählt, welche ein Zusammenwirken aller

Kräfte garantieren.

Im Jahr 2011 wurde im Rahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit

(ZMZ) z.B. bei einer Übung mit Kräften des

Sanitätsregimentes Weißenfels am Standort der Bundeswehr

in Blankenburg und in der Ortschaft Thale, die Dekontamination

von verletzten Personen durchgeführt.

Aufgrund der zahlreichen militärischen Hinterlassenschaften

und Kriegswirkungen im Landkreis Harz wird im

Ordnungsamt ein Kampfmittelverdachtsflächenkataster

geführt. Im Rahmen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens

im Landkreis Harz ist das Amt für das Treffen

von Maßnahmen zur Kampfmittelbeseitigung und die

Ausstellung der Kampfmittelfreigabebescheinigungen

zuständig.

55

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Kampfmittelfreigabebescheinigungen im Rahmen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens

Zeitraum / Jahr Anzahl der Anträge Anzahl der Bearbeitungen Anzahl der abgeschlossenen

Überprüfungen/Freigaben

2007 246 258 172

2008 322 467 312

2009 398 524 415

2010 222 290 231

2011 209 260 220

Kampfmittelfunde im Landkreis Harz 2007 – 2011

Zeitraum /

Jahr

Anzahl in Stück –

Munition/Kriegswaffen

Anzahl in Stück –

Granaten

Panzerfaust

Anzahl in Stück –

Bomben

Übungsmunition

sonstige

Verdachtsfälle

2007 951 224 2 0

2008 400 8 0 0

2009 35 4 1 7

2010 727 10 0 0

2011 129 10 0 5

3.1.6. Sachgebiet Zulassung

Die Kfz-Zulassungsbehörde ist das größte Sachgebiet

des Ordnungsamtes und hat zwei Zulassungsstandorte

in Halberstadt (Foto) und Wernigerode. Beide Dienststellen

haben keinen kreisintern räumlich abgegrenzten Zuständigkeitsbereich,

so dass der Bürger die freie Auswahl

hat, wohin er sich jeweils wenden möchte.

Wesentliche Aufgaben bzw. Dienstleistungen der Kfz-

Zulassungsbehörde sind:

zwei Standorten erforderlich. Um längere Wartezeiten für

Besucher möglichst zu vermeiden, wurde das Online-Angebot

der Zulassungsbehörde erweitert. Das umfasst sowohl

die Reservierung von Wunschkennzeichen als auch

die verbindliche Terminvereinbarung in einer der Zulassungsstellen.

Darüber hinaus gibt es nunmehr sowohl

bei der Terminvergabe als auch räumlich eine Trennung

zwischen Privatkunden und Händlern, so dass auch hier

eine bessere Servicequalität angeboten werden kann.

• Außerbetriebsetzung von Fahrzeugen

• Änderungen in den Fahrzeugpapieren

• Ausfuhr von Fahrzeugen

• Ersatz der Fahrzeugpapiere nach Verlust

• Feinstaubplaketten

• Historisches Kennzeichen

• Kurzzeitkennzeichen

• rote Kennzeichen

• Umschreibung/Ummeldung von Fahrzeugen

• Zulassungen (Kfz).

Neben der Zulassung von Fahrzeugen gehört auch

die Überwachung des Fahrzeugbestandes von derzeit

160 089 Fahrzeugen zu den Aufgaben der Zulassungsbehörde.

Dieses Aufgabengebiet lässt sich in die vier Bereiche

Versicherungs-, Steuer- und Mängelanzeigen sowie

Halterpflichten aufteilen.

Mit der Schließung der Außenstelle in Quedlinburg war

auch eine Serviceerweiterung an den verbleibenden

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 56


Fallzahlenentwicklung bei der Fahrzeugzulassung

Fahrzeugbestand

Typ 2008 2009 2010 2011 2012

Anhänger (ANH) 5454 5302 5361 5362 5245

Kraftomnibus (BUS) 212 204 206 228 230

Kraftrad (KRD) 7368 7041 7433 7539 7698

Lastkraftwagen (LKW) 8792 8298 8747 8935 9296

Personenkraftwagen (PKW) 116676 108451 117547 118510 119217

Dauerkennzeichen PKW 278 262 263 253 293

Dauerkennzeichen KRD 24 22 22 20 21

Sattelanhänger (SAH) 902 722 900 927 937

Selbstfahrende und angehängte

198 195 211 208 209

Arbeitsmaschinen (SFA)

Sonderkraftfahrzeuge (SFZ) 794 762 769 768 782

Wohnwagenanhänger (WWA) 1282 1253 1347 1364 1423

Zentralachsanhänger (ZAH) 8491 8473 9155 9797 10431

Zugkraftwagen /

3042 2805 3108 3218 3354

Zugmaschine (ZKW)

Sonstige 911 826 842 875 953

Gesamt 154424 144616 155911 158004 160089

Online-Reservierungen von Wunschkennzeichen 2008 – 2011

Online-Reservierungen Wunschkennzeichen

2008 - 2011

16500

16000

16084

15500

15000

15219

A

n

z

a

h

l

14500

14000

14581

13500

13583

13000

12500

12000

2008 2009 2010 2011

Jahr

57

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


3.2. Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung

Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung

hat nach intensiver Vorbereitung zum 01.07.2007

die Arbeit übergangslos fortsetzen können. Stufenweise,

zum Jahresende 2007 beginnend, ist das Amt organisatorisch

in Halberstadt zusammengeführt worden. Die

räumlichen Voraussetzungen für den Verwaltungsbe-

reich, den Probengewinnungs-, -aufbereitungs- und -versandbereich

und alle anderen Anforderungen konnten

kurzfristig geschaffen werden.

Das Amt selbst gliedert sich in die Hauptbereiche Veterinärwesen

und Lebensmittelüberwachung.

3.2.1. Sachgebiet Veterinärwesen

Zu den Aufgaben des Sachgebietes Veterinärwesen gehört

die Verhütung und Bekämpfung von Tierkrankheiten

und Tierseuchen, die eine Gefahr für die Tierbestände

selbst oder auch für den Menschen darstellen können.

Dazu werden die Tierbestände kontrolliert und Blutproben,

Milchproben und Schlachttierproben auf Erreger

und unerwünschte Inhaltsstoffe untersucht.

Untersuchungen auf BHV1 und BVD für die Jahre 2008 – 2011

BHV1

BVD

Jahr

Gesamtanzahl

der Bestände

Anzahl der Tiere

insgesamt

Anzahl der

untersuchten Tiere

Anzahl der

untersuchten Tiere

2008 270 18.089 17.890 7.049

2009 230 17.435 12.759 4.685

2010 213 17.006 13.686 4.155

2011 214 17.070 11.864 8.775

Blauzungenimpfung von 2009 bis 2011 für die Tierarten Rind; Schaf; Ziege

Jahr

Gesamtanzahl der Bestände

Anzahl der Tiere insgesamt

Zahl der verabreichten

Impfdosen

Gesamtanzahl der Bestände

Anzahl der Tiere insgesamt

Zahl der verabreichten

Impfdosen

Gesamtanzahl der Bestände

Anzahl der Tiere insgesamt

Zahl der verabreichten

Impfdosen

Rind Schaf Ziege

2009 230 17.435 23.255 440 11.374 10.641 267 1.493 1.464

2010 213 17.006 12.939 441 9.544 4.122 276 1.385 246

2011 214 17.070 3.488 421 9.570 0 253 1.385 0

Ein Team von Futtermittelkontrolleuren und einer Tierärztin

überwacht nach vorgegebenen Richtlinien die in den

Tierbeständen angewandten Futtermittel, um die sachgerechte

Ernährung der Tiere und die Unbedenklichkeit

der Futtermittel zu gewährleisten.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 58


Für die immer mehr wachsenden Aufgaben zum Schutz

des Lebens und Wohlbefindens der Tiere sowie der Verhütung

von Tierleid hat sich eine Tierärztin insbesondere

auf den Tierschutz spezialisiert.

Wesentliche fachliche Aspekte und Entwicklungen der

Arbeit im Bereich Tiergesundheit waren die Beherrschung

neuer Schwerpunkte wie die Geflügelgrippe, die

Blauzungenkrankheit und jetzt die Infektion mit dem

Schmallenberg-Virus. Als Erfolg ist auch das Erreichen der

Tollwutfreiheit zu verzeichnen.

In der Futtermittelüberwachung bestand und besteht die

Aufgabe, diese so zu organisieren, dass grobe Verstöße,

wie z. B. die Kontamination mit Dioxin, die Verwendung

nicht zugelassener Ausgangsstoffe u. ä., nicht wieder auftreten.

Die Anerkennung und Registrierung von Betrieben nach

futtermittelrechtlichen Vorschriften wurde fortgeführt

sowie der ständig steigende Umfang an CC-Kontrollen

absolviert.

Eine große Rolle spielt gegenwärtig die Verbesserung des

Systems des Einsatzes von Antibiotika. Aus der Verstärkung

der Kontrolle des Antibiotikaeinsatzes sind Schlussfolgerungen

abzuleiten, wie mit einer Verbesserung der

Haltungsbedingungen eine höhere Tiergesundheit und

ein geringerer Arzneimitteleinsatz erreicht werden kann.

Die Aufnahme des Tierschutzes in das Verfassungsrecht

hat eine umfangreiche Änderung der Vorschriften für die

Nutztierhaltung gebracht, die gesellschaftlich akzeptierten

Normen für die Heimtierhaltung verändert und auch

für Zoos und Zirkusse eine Wende eingeleitet, die das

Amt zu begleiten hat. Eine große Hilfe ist dabei der ehrenamtliche

Tierschutz, besonders in den Tierschutzvereinen

und den Tierheimen.

Regelmäßige Kontrollen der Tierbestände und entsprechende

Vor-Ort-Auswertungen – hier Frau Dr. Piegert im Gespräch

mit dem Geschäftsführer der Agrargenossenschaft

Harsleben – zählen zu den Aufgabenbereichen des Sachgebietes

Veterinärwesen

Die Veterinäre des Amtes – hier Herr Dr. Miethig – vermitteln

ihr Wissen, zum Beispiel über Wildbrethygiene, auch im

Rahmen der Jägerausbildung.

3.2.2. Sachgebiet Lebensmittelüberwachung

Dem Schutz des Menschen vor Gesundheitsgefährdung

sowie Irreführung und Täuschung durch Lebensmittel

ist die Tätigkeit des Sachgebietes Lebensmittelüberwachung

gewidmet. Nach Risikoanalyse zielgerichtet

durchgeführte Kontrollen, ein vorgegebenes System von

Probenahmen und Untersuchungen an Fachinstituten

sowie Beratungen und Teamkontrollen mit anderen wissenschaftlichen

Einrichtungen dienen der Gewährleistung

dieses Zieles.

Die Lebensmittelkontrolleure des Amtes (auf unserem

Foto Ingo Warthmann) führen regelmäßig unangemeldete

Kontrollen in den Betrieben und Einrichtungen des

Lebensmittelverkehrs durch und entnehmen stichprobenweise

oder anlassbezogen Proben, die im Landesamt

für Verbraucherschutz untersucht werden.

Dazu wurden im Amt in diesem 5-Jahreszeitraum vier

neue Lebensmittelkontrolleure ausgebildet, um den

wachsenden Aufgaben in diesem Bereich gerecht zu werden.

Neu zugeordnet wurde diesem Aufgabenspektrum

das Gebiet der Kontrolle der Vermarktungsnormen von

Obst, Gemüse, Speisekartoffeln, Fleisch, Geflügelfleisch

und Eiern. Weitere Aufgabenzuwächse sind zu erwarten.

59

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Lebensmittelkontrollen 2007 – 2011

Lebensmittelkontrollen 2007 -2011

6.000

5.000

4.000

3.000

Lebensmittelbetriebe gesamt

Anzahl kontrollierte Betriebe

Anzahl Kontrollbesuche

2.000

1.000

0

2007 2008 2009 2010 2011

Proben je Probenart 2007 bis 2011

Jahr Planproben Verdachtsproben

Beschwerdeproben

Verfolgsproben

Mikrob.Proben

gesamt beanst. gesamt beanst. gesamt beanst. gesamt beanst. gesamt beanst.

2007 1.192 85 10 2 17 1 16 1 84 5

2008 1.001 100 164 118 8 2 8 2 24 1

2009 1.088 115 22 15 15 4 15 1 45 0

2010 1.120 105 34 8 12 6 17 6 47 6

2011 1.099 127 45 9 14 1 33 7 35 4

5.500 532 275 152 66 14 89 17 235 16

Ein Schwerpunkt der Arbeit in den letzten Jahren war

im Lebensmittelbereich die Heranführung aller schlachtenden

Einrichtungen, der Fleischereien mit Filialen und

vieler anderer Betriebe, die von Tieren stammende Lebensmittel

in den Verkehr bringen, an die EU-Zulassung.

Die Erfüllung dieser Zulassungskriterien erforderte große

Anstrengungen dieser Lebensmittelunternehmer.

EU-Zulassungen von

Betrieben

Anzahl der zugelassenen

Betriebe

dav. neue

Zulassungen seit 2007

Erweiterungen bestehender

Zulassungen

aktuelle

Zulassungsverfahren

Schlachtung

und

Verarbeitung

Küchen

gesamt

Fleischverarbeitung

Fischverarbeitung

Milchverarbeitung

Großhandel

Eierpackstellen

37 13 9 1 1 8 2 3

30 12 4 0 1 8 2 3

4 1 2 1 0 0 0 0

8 0 0 0 0 7 0 1

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 60


Dem Bereich Lebensmittelüberwachung ist ein Team

von Tierärzten und amtlichen Fachassistenten für die

Schlachttier- und Fleischuntersuchung auf dem Schlachthof

Halberstadt der Landwurst GmbH zugeordnet. In der

Fläche wird die Fleischuntersuchung von praktizierenden

Tierärzten und amtlichen Fachassistenten durchgeführt,

die für diesen Aufgabenteil angestellt sind.

Auf allen vom Amt 39 vertretenen Rechtsgebieten ist die

direkte Regelung durch Verordnungen und Entscheidungen

der Europäischen Union das Normativ des täglichen

Handelns und damit auch Anspruch an Produzenten und

Händler, aber auch für uns selbst. Deutlich sichtbar wurde

das im rückliegenden Zeitraum mit der Einführung des

Qualitätsmanagementsystems und der Veränderungen

im Bereich der Laboruntersuchungen auf das Vorhandengewerbliche

Schlachtungen

Jahr Rinder Schweine Schafe Ziegen Pferde

2007 655 134.015 433 226 61

2008 444 138.752 337 295 32

2009 451 124.243 447 777 18

2010 333 125.308 177 977 15

2011 269 120.994 1.939 1.141 7

Gesamt 2.152 643.312 3.333 3.416 133

Hausschlachtungen

Jahr Rinder Schweine Schafe Ziegen Pferde

2007 99 1.792 54 25 11

2008 194 1.907 102 40 24

2009 155 1.687 84 42 28

2010 135 1.569 75 18 22

2011 145 1.398 72 19 25

Gesamt 728 8.353 387 144 110

sein von Trichinen. Hier konnten die Voraussetzungen für

die erfolgreiche Akkreditierung geschaffen werden.

Eine in unserem Tourismuskreis nicht zu vernachlässigende

Aufgabe ist die Förderung der Arbeit der Pilzsachverständigen,

deren verantwortungsvolle ehrenamtliche

Tätigkeit aber wenig Nachwuchs findet.

61

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


3.3. Gesundheitsamt

Bereits ein Jahr vor der Kreisfusion trat zum 1. Juli 2006

eine Zweckvereinbarung zwischen den Landkreisen

Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode in Kraft, mit

der der Grundstein eines gemeinsamen Gesundheitsamtes

gelegt wurde. Dieses erste gemeinsame Amt diente

als Modell für die Fusion der drei Landkreise. In diesem

„Probejahr“ bis zur Fusion der Landkreise wurden viele

Gemeinsamkeiten – zum Beispiel die grundsätzlich gleiche

Struktur der drei Gesundheitsämter, aber auch viele

Unterschiede, wie beispielsweise die Nutzung verschiedener

Computertechnik und Software und auch Unterschiede

im Vorgehen bei der konkreten Aufgabenerledigung

oder auch nicht identische Sprechzeiten, festgestellt.

Trotz aller Erschwernisse in diesem Probejahr konnte in

der Folge festgestellt werden, dass der Vorlauf durchaus

nützlich gewesen ist, am Tag der Landkreisfusion war der

Anfang für ein gemeinsames Arbeiten getan.

Das dann dem Dezernat II zugeordnete Gesundheitsamt

nimmt in zahlreichen Bereichen Aufgaben der prophylaktischen

und präventiven Tätigkeit wahr. Dazu zählen

im übertragenen Wirkungskreis u. a. die Verhütung und

Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, der umweltbezogene

Gesundheitsschutz, Aufgaben des Kinder- und

Jugendgesundheitsdienstes, Gesundheitshilfe für Personen

mit seelischen oder geistigen Behinderungen oder

Erkrankungen, die Gesundheitsberichterstattung und

die Hygieneüberwachung. Aufgaben des eigenen Wirkungskreises

sind beispielsweise die Gesundheitsförderung,

die Beratung zu AIDS und HIV-Infektionen, zu Geschlechtskrankheiten

und Tuberkulose.

Zur Kreisfusion am 01.07.2007 hatte das Gesundheitsamt

für die Aufgabenerledigung einen Personalbestand von

65 Personen. Mit Stand vom 31.03.2012 sind 53 Personen

im Amt tätig.

Die vielfältigen Aufgaben werden durch sechs Sachgebiete

Verwaltung, Amtsärztlicher Dienst, Kinder- und

Jugendzahnärztlicher Dienst, Hygiene- und Infektionsschutz,

Kinder- und Jugendärztlicher Dienst sowie Sozialpsychiatrischer

Dienst wahrgenommen. Daneben

betreibt das Gesundheitsamt eine Nebenstelle in der

Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt.

Das Gesundheitsamt hat seinen Hauptsitz in Wernigerode.

Um für die Bürger erreichbar zu sein, unterhält es

auch Nebenstellen in Halberstadt, Quedlinburg und

Blankenburg.

3.3.1. Sachgebiet Verwaltung

Das Sachgebiet Verwaltung bearbeitet Vorgänge, die für

die interne Funktionsfähigkeit des Gesundheitsamtes

wichtig sind.

Für die Bürger ist das Sachgebiet Ansprechpartner zu Fragen

der Gebührenerhebung. Sofern Bürger mit den erlassenen

Verwaltungsakten nicht einverstanden sind, erfolgt

die Widerspruchsbearbeitung im Bereich Verwaltung.

Aber auch die Aufgaben der Medizinalaufsicht werden

wahrgenommen. Hier erfolgt z. B. die An- und Abmeldung

von selbstständig Tätigen auf dem Gebiet der

Heilkunde (z. B. Physiotherapeuten, Podologen, Heilpraktiker).

Auch die Überwachung der Fortbildung von Krankenpflegepersonal

und Hebammen im Landkreis zählt zu

den Aufgaben des Sachgebietes.

Darüber hinaus erfolgt die Terminvergabe für Belehrung

nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Diese benötigen Personen,

wenn sie gewerbsmäßig mit der Herstellung, Zubereitung

oder dem Vertrieb von Lebensmitteln zu tun

haben oder in Küchen von Gaststätten, Restaurants, Kantinen,

Cafès oder sonstigen Einrichtungen mit und zur

Gemeinschaftsverpflegung tätig sind.

Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken im Landkreis

haben für besondere Schadensereignisse oder Gefahrenlagen

für höchste Rechtsgüter Notfallpläne (Alarm- und

Einsatzpläne) im erforderlichen Umfang aufzustellen

und fortzuschreiben. Diese Notfallpläne sind mit dem

Gesundheitsamt, Sachgebiet Verwaltung, als untere Gesundheitsbehörde

abzustimmen.

Das betrifft folgende Einrichtungen:

• AMEOS Klinikum St. Salvator, Halberstadt

• Klinikum Dorothea Christiane Erxleben g GmbH,

Quedlinburg (*)

Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg GmbH,

Wernigerode (*)

• Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH, Stadt Oberharz

am Brocken/OT Elbingerode

• Ev. Fachkrankenhaus „Hildegard von Bingen“,

Thale/OT Neinstedt

• Fachklinik Teufelsbad, Blankenburg

• Lungenklinik Ballenstedt Harz GmbH, Ballenstedt

• Paracelsus Harz Klinik Bad Suderode;

Quedlinburg/OT Bad Suderode

( * ) seit 01.01.2012 fusioniert zum Harzklinikum Dorothea Christiane

Erxleben GmbH; Quedlinburg

3.3.2. Sachgebiet Amtsärztlicher Dienst

Schwerpunkt der Aufgaben dieses Sachgebietes ist die

gutachterliche Tätigkeit im Auftrag von Gerichten, Sozialhilfeträgern,

der Ausländerbehörde und nach dem

Beamtenrecht. Daneben werden Aufgaben der Medi-

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 62


zinalaufsicht, z. B. An- und Abmeldung von Arztpraxen,

wahrgenommen.

Die Mitarbeiterinnen des Sachgebietes führen in Wernigerode,

Halberstadt und Quedlinburg auch die nach Infektionsschutzgesetz

vorgeschriebenen Belehrungen für

Beschäftigte im Lebensmittelbereich durch. Von 2006 bis

einschließlich 30.03.2012 wurden insgesamt 11.000 Belehrungen

durchgeführt.

Weiterhin erfolgen nach telefonischer Terminvereinbarung

Beratungen zu HIV und AIDS. Es besteht die Möglichkeit,

sich auf HIV testen zu lassen.

Reisemedizinische Beratungen einschließlich der Durchführung

eventuell notwendiger Impfungen werden in

diesem Sachgebiet ebenfalls angeboten.

3.3.3. Sachgebiet Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst

Der Kinder- und jugendzahnärztliche Dienst führt vor

Ort, d. h. in den Kindereinrichtungen und Schulen, Untersuchungen

und Beratungen zur Zahngesundheit bei

Kindern und Jugendlichen vom 1. bis 12. Lebensjahr, in

Fördereinrichtungen bis zum 18. Lebensjahr durch. Nach

Einwilligung der Eltern oder Erziehungsberechtigten bieten

die Mitarbeiter in den Einrichtungen präventive Maßnahmen

wie z. B. die Zahnschmelzhärtung mit fluoridhaltigen

Präparaten (Gel, Lösung oder Lack) an.

Die Mitarbeiter üben mit den Kindern in den Einrichtungen

das Zähneputzen und gestalten dort in Abhängigkeit

vom Alter Rollenspiele oder Unterrichtsstunden zur

Thematik „Zahngesundheit“. Kinder mit hohem Kariesrisiko

werden besonders intensiv prophylaktisch betreut.

Darüber hinaus führen die Zahnärztinnen auch Begutachtungen

nach dem Beamtenrecht und für die Ausländerbehörde

durch.

Die bei den Untersuchungen erhobenen Daten zur Zahngesundheit

werden statistisch ausgewertet.

Einige Ergebnisse daraus werden im Folgenden dargestellt:

Der Vergleich der Untersuchungsergebnisse der Schuljahre

2007/08 bis 2010/11 (entspricht in etwa dem Zeitraum

des Verwaltungsberichts) zeigt eine Verbesserung

der dmf/t / DMF/T-Werte. Diese Werte gelten als Maßzahl

für das Kariesvorkommen und entsprechen der Summe

der kariösen(d), fehlenden(m) und gefüllten(f) Zähne (t =

tooth) pro Kind. Dabei bezeichnen die Kleinbuchstaben

die Milchzähne und die Großbuchstaben die bleibenden

Zähne.

So hat sich der dmf/t–Wert der 6/7-jährigen Grundschüler

von 2,9 im Schuljahr 2007/08 auf einen Wert von 2,4

im Schuljahr 2010/11 verbessert.

Dieser positive Trend ist auch bei den 6/7-jährigen Förderschülern,

welche aus verschiedenen Gründen mehr

kranke Zähne aufweisen als der Durchschnitt ihrer Altersgruppe,

zu erkennen. So ist der dmf/t–Wert der 6/7-jährigen

Förderschüler von 3,9 im Schuljahr 2007/08 auf 3,4

im Schuljahr 2010/11 gesunken.

dmf-t-Werte der Grund- und Förderschüler (6/7 Jahre)

63

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Auch ein Anstieg des Anteils der Kinder mit naturgesunden

Gebissen konnte im Zeitraum des Verwaltungsberichts

festgestellt werden. Dieser Anstieg beträgt bei den

6/7-jährigen Grundschülern 7,2 %. Trotzdem haben im

Landkreis noch immer 40 % der Kinder behandlungsbedürftige

Zähne.

Eine ebenfalls positive Tendenz ist bei den 12-jährigen

Sekundarschülern zu verzeichnen. Hier beträgt der Anstieg

des Anteils der Schüler mit naturgesunden Gebissen

sogar 9,7 % .

Im Vorschulbereich konnte mit einem Anstieg des Anteils

naturgesunder Gebisse um lediglich 4,4 % nicht im gleichen

Maß eine Verbesserung festgestellt werden. Durch-

schnittlich 26 % der Untersuchten weisen behandlungsbedürftige

Milchzähne auf.

Kindereinrichtungen oder Schulen, in denen im Vergleich

zum Durchschnittwert besonders viele Kinder mit kranken

Zähnen anzutreffen sind, werden von den Mitarbeiterinnen

des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes

intensivprophylaktisch, das heißt zusätzlich zweimal

jährlich mit Mundhygienemaßnahmen einschließlich des

Auftragens eines Fluoridpräparates betreut. Diese intensive

Betreuung zeigt in der Regel gute Erfolge, wie am

Beispiel der Grundschule Friedrichsbrunn. Hier verbesserte

sich der dmf/t-Wert von 3,4 im Schuljahr 2006/07

auf 2,5 im Schuljahr 2010/11.

3.3.4. Sachgebiet Hygiene und Infektionsschutz

Da vorbeugender Gesundheitsschutz vor vermeidbaren

Infektionen und deren Weiterverbreitung sowohl einer

kontinuierlichen Beobachtung vor Ort als auch der Vorgabe

von konkreten Hygienestandards und Beratung

zu deren Umsetzung bedarf, überwachen die Mitarbeiter

infektionsrelevante Einrichtungen. Im Landkreis

Harz zählen zu den 3 500 derartigen Einrichtungen u. a.

Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Arztpraxen, Schulen,

Kindertagesstätten, Badebecken und Naturbäder und

Trinkwasserversorgungsanlagen.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit ist die hoheitliche Kontrolle

der Anlagen zur Wassergewinnung, -speicherung

und -verteilung einschließlich der ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebiete.

In diesem Zusammenhang werden

jährlich ca. 1200 Trinkwasserproben entnommen und

entsprechend den Anforderungen der Trinkwasserverordnung

untersucht.

Die durchschnittlich 5 % Beanstandungen mikrobiologischer

Parameter werden vorwiegend bei so genannten

Einzelwasserversorgungsanlagen (kleine, in der Regel

von Laien betriebene Anlagen) mit unzureichender Aufbereitungstechnik

festgestellt.

Die in den zurückliegenden Jahren mit erheblichem finanziellem

Aufwand durch Wasserversorgungsunternehmen

modernisierten Anlagen der zentralen Trinkwasserversorgung

liefern für Bewohner und Gäste des Landkreises

eine gesundheitlich unbedenkliche Trinkwasserqualität.

Mit Verlegung einer Trinkwasserleitung durch die Stadtwerke

GmbH Wernigerode von Wernigerode nach Langeln

im Jahr 2008 begann für viele Gemeinden des Vorharzes

(u. a. Zilly, Wasserleben, Veckenstedt, Osterwieck,

Bühne, Rimbeck, Stötterlingen, Lüttgenrode) die Umstellung

der Trinkwasserversorgung auf weiches Fernwasser

aus der Rappbodetalsperre.

Der Landkreis Harz verfügt über eine überdurchschnittlich

hohe Anzahl (70) von öffentlichen Hallen- und Freibädern,

Hotelbädern und natürlichen Badegewässern, die

Entnahme von Wasserproben am Halberstädter See

sich durch ein gutes hygienisches Niveau auszeichnen.

Gemäß Infektionsschutzgesetz unterliegen Schwimmund

Badewasser in diesen Bädern neben Therapiebecken

und Becken in Fitness- bzw. Saunaeinrichtungen der

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 64


egelmäßigen Beprobung und Überwachung durch das

Gesundheitsamt. Nach aktueller Einstufung besitzen

sämtliche Badeseen im Landkreis eine ausgezeichnete

Badewasserqualität.

Die Mitarbeiter beraten Bürger und öffentliche Einrichtungen

zu Fragen des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes,

wobei sich in den letzten Jahren Beratungen zu

chemischen Schadstoffen und Schimmelpilzproblemen

als Schwerpunkte entwickelt haben.

Des Weiteren beurteilen die Mitarbeiter die Notwendigkeit

von Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung und

ordnen entsprechende Abhilfemaßnahmen an.

Im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren und Verfahren

der Bauleitplanung werden Stellungnahmen unter dem Aspekt

des vorbeugenden Gesundheitsschutzes erarbeitet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Sachgebietes

ist die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer

Krankheiten beim Menschen. Hierzu werden jährlich ca.

2000 meldepflichtige Infektionskrankheiten erfasst, die

betroffene Bürger und Einrichtungen über notwendige

bzw. mögliche Maßnahmen beraten. Bezüglich der

Häufigkeit der gemeldeten Erkrankungen hat es in den

letzten Jahren einige Verschiebungen gegeben. So kommen

Erkrankungen an Salmonellen deutlich seltener vor

als in früheren Jahren, dafür sind Noroviren zahlenmäßig

sehr stark vertreten. Hepatitis B-Erkrankungen sind seit

Einführung der Impfung deutlich zurückgegangen, dafür

treten öfter Erkrankungen an Hepatitis C auf. Tuberkulose

tritt weiter mit Regelmäßigkeit auf, ebenfalls regelmäßig

zu verzeichnen sind seit einigen Jahren Pertussiserkrankungen

(Keuchhusten), die es vor einigen Jahren nur in

seltenen Einzelfällen gegeben hat.

Prüfstein für die gemeinsame Arbeit aller Mitarbeiter

des Gesundheitsamtes war die Organisation und Durchführung

der Maßnahmen im Zusammenhang mit der

„Neuen Influenza H1N1“ „Schweinegrippe“ im Jahr 2009.

Aufgrund der Dauer dieses Infektionsgeschehens und

der Intensität der getroffenen Maßnahmen kann der

Zeitraum vom Bekanntwerden des neuen Influenzavirus

bis zur ersten pandemischen Welle und der zeitgleich

begonnenen Impfkampagne als eine der bisher größten

Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte für den

Öffentlichen Gesundheitsdienst bewertet werden.

Als im Frühjahr 2010 das HUS-Geschehen Deutschland

aufgeschreckt hat, konnte von den Erfahrungen, die im

Zusammenhang mit der Influenza gesammelt worden

waren, profitiert werden.

3.3.5. Sachgebiet Kinder- und Jugendärztlicher Dienst

Dieses Sachgebiet führt die so genannten Einschulungsuntersuchungen

sowie Untersuchungen aller Schüler

der 3. und 6. Klassen durch, ggf. erfolgen auch Untersuchungen

in Kindertagesstätten und in den 10. Klassen.

In den Förderschulen werden alle Kinder in einem zweijährlichen

Rhythmus untersucht. Mit diesen ärztlichen

Untersuchungen werden Empfehlungen zu eventuellen

Behandlungen und Beratungen zu gesundheitlichen Fragen

und insbesondere auch zum Impfen verbunden, teilweise

werden Impfungen vorgenommen. In Schulen und

Kindereinrichtungen werden zusätzlich Veranstaltungen

zur Gesundheitserziehung durchgeführt.

In allen Schuljahren wird immer wieder festgestellt, dass

der Anteil der normalgewichtigen Kinder im Laufe des

Heranwachsens abnimmt. Dagegen nehmen die Anteile

übergewichtiger und adipöser Kinder zu. „Normal“ wären

3 % extrem Untergewichtige (UG), 7 % Untergewichtige,

80 % Normalgewichtige (NG), 7 % Übergewichtige (ÜG)

und 3 % Adipöse.

Verteilung von BMI-Gewichtsklassen bei Kindern der Schuleingangsuntersuchung,

der 3. und 6. Klassen LK Harz, Schuljahr 2010/2011

65

Dezernat II – Ordnungsverwaltung


Weitere Feststellungen aus den Schuleingangsuntersuchungen

sind beispielsweise, dass beinahe ein Drittel der

Kinder Sprachstörungen, ca. 15 % feinmotorische und

10 % grobmotorische Entwicklungsstörungen aufweisen.

Um einen Überblick über die Impfsituation zu haben und

den Eltern gezielt Impfempfehlungen für ihr Kind geben

zu können, wird auch der Impfstatus der untersuchten

Kinder erfasst. Erfreulicherweise haben deutlich über 90 %

der Kinder im Landkreis Harz die meisten empfohlenen

Grundimpfungen erhalten. Damit wird das Gesundheitsziel

des Landes Sachsen-Anhalt nach einer altersgerechten

Immunisierung bei über 90 % der Kinder erreicht. Das

darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch

Kinder gibt, die gar keine oder nur einzelne der empfohlenen

Impfungen erhalten haben.

Nimmt dieser Anteil weiter zu, kann es durchaus wieder

zum Auftreten verschiedener Erkrankungen, beispielsweise

Masern, und deren Verbreitung, vor allem in Kindereinrichtungen

kommen.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Ärzte ist die Begutachtung

von Kindern und Jugendlichen, die behindert

oder von Behinderungen bedroht sind. Ihre Eltern werden

im Hinblick auf notwendige Förder- oder Eingliederungsmaßnahmen

beraten.

Darüber hinaus werden in der Nebenstelle in Halberstadt

reisemedizinische Beratungen und Reiseimpfungen für

alle Bürgerinnen und Bürger angeboten.

3.3.6. Sachgebiet Sozialpsychiatrischer Dienst

Wie schon zur Zeit der Fusion unterhält das Gesundheitsamt

in Halberstadt, Quedlinburg, Wernigerode und

Blankenburg Nebenstellen des Sozialpsychiatrischen

Dienstes, in denen Sozialarbeiter fest tätig sind. Damit

werden die Hilfen, welche auf der Grundlage des Gesundheitsdienstgesetzes

und des Gesetzes über Hilfen

für psychisch Kranke und Schutzmaßnahmen des Landes

Sachsen-Anhalt möglich sind, recht gemeindenah angeboten.

Alle vier Standorte werden von den Bürgern sehr

gut angenommen. Jährlich betreuen die Sozialarbeiterinnen

mehr als 1000 Klienten und ihre Angehörigen. Viele

davon kommen in die Räume des Gesundheitsamtes.

Jährlich 800 Besuche der Sozialarbeiterinnen bei Patienten

in Kliniken und mehr als 1500 Hausbesuche verdeutlichen

jedoch auch, dass viele Patienten auf die aufsuchende

Tätigkeit des Sozialpsychiatrischen Dienstes

angewiesen sind.

Die anteilsmäßig stärkste Gruppe unter den Klienten bilden

mit ca. 20 % Patienten mit Alkoholabhängigkeit bzw.

-missbrauch. Jeweils ca. 7 bis 8 % beträgt der Anteil der

Patienten, die von einer schizophrenen Psychose, einer

Persönlichkeitsstörung oder einer geistigen Behinderung

betroffen sind. Klienten mit Problemen hinsichtlich illegaler

Drogen (4%), aber auch Patienten mit dementiellen

Syndromen und gerontopsychiatrischen Erkrankungen

(etwas mehr als 3 %), neurotischen und Angststörungen,

affektiven Störungen, Verhaltensstörungen, aber auch

Depressionen (je ca. 5 %) sind weitere Klientengruppen.

Viele der Patienten und Angehörigen benötigen neben

dem reinen Beratungsbedarf hinsichtlich ihrer Erkrankung

und möglichen Hilfen zu deren Bewältigung zusätzliche

Unterstützung. Beispielsweise müssen behördliche

Angelegenheiten oder finanzielle Probleme geklärt

werden. Immer wieder gibt es Klienten, die Wohnungsprobleme

bis hin zur drohenden Obdachlosigkeit haben.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Schwere der Probleme

in den letzten Jahren zugenommen hat. Immer häufiger

gibt es Klienten, bei denen der Sozialpsychiatrische

Dienst gleich mehrere gravierende Probleme antrifft.

So kommen immer wieder neue Klienten zum Sozialpsychiatrischen

Dienst, die sich in einer akuten Krisensituation

befinden. Deshalb wird die Verknüpfung des

Gesundheitsamtes mit anderen Institutionen (Sozial- und

Jugendamt, KoBa, Agentur für Arbeit), Krankenhäusern

und Ärzten, Kommunen, Einrichtungen wie Wohneinrichtungen,

Werkstätten für behinderte Menschen, aber

auch mit Vermietern oder Selbsthilfegruppen von immer

größerer Bedeutung.

3.3.7. Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber

Hier werden alle im Land Sachsen-Anhalt ankommenden

Asylbewerber, das waren in den letzten Jahren zwischen

477 und 1 233 Menschen, auf möglicherweise vorhandene

ansteckende Erkrankungen hin untersucht und ggf.

beraten bzw. in eine entsprechende Behandlung vermittelt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat II – Ordnungsverwaltung 66


4. Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung

Jurist

Gottfried von Krosigk

Dezernat III

Ulrich Senge

40 Schulverwaltungsamt

Margrit Kaufmann

50 Sozialamt

Marianne Kreutzer

Betreuungsbehörde

Koordinierungsstelle

Integration

51 Jugendamt

Carmen Werner

SG Schulverwaltung

Marietta Kisser

SG Pflege/

Eingliederungshilfe

Irene May

Abt. Sozialhilfe a. v.E.

Gabriele Blumenthal

Abteilung

sozialpädagogischer

Fachdienste

Abt. Leistung

Iris Seehase

SG SEPL/Schülerbeförderung/

Sport

Detlef Brozio

SG Planung/

HH/Verwaltung

Josef Mikulas

SG Leistung

Sabine Jorgus

SG soz. päd.

Fachdienst HBS

Gerlinde Heyder

SG BEEG

Maren Radach

SG Medienzentrum

Gerd Amtmann

SG Wohngeld/ BaföG

Barbara Neumann

SG soz. päd.

Fachdienst WR

Matthias Germer

SG wirtschl. JH/ Kita

Jörg Wenzel

SG Asyl/Aussiedler

Jutta

Bergmann-Mattes

SG soz. päd.

Fachdienst QLB

Norbert Koehler

SG Planung/

Haushalt

Brigitte Brozio

SG Jugendarbeit/

-schutz

Sibylle Labesehr

SG Amtsvormundschaft,

Unterhalt,

Beistände

Anett Ecklebe

Dem von Ulrich Senge geleitete Sozial- und Bildungsdezernat

sind drei Fachämter zugeordnet, die sich in besonderer

Weise den Aufgaben der sozialen Daseinsfürsorge

widmen. Dazu zählen neben den Aufgaben als kommunaler

Schulträger die im Rahmen der sozialen Sicherung

auf den Landkreis übertragenen Aufgaben als überörtlicher

und örtlicher Träger der Sozialhilfe sowie das breite

Aufgabenspektrum im Bereich der öffentlichen Kinderund

Jugendhilfe, des Kinder- und Jugendschutzes sowie

der Kinder- und Jugendbetreuung.

Dem Dezernenten ist direkt ein Jurist zugeordnet, der

alle in den drei Fachämtern anfallenden Rechtsfragen

bearbeitet. Die Hauptschwerpunkte liegen dabei im Jugend-

und im Sozialrecht.

67

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


4.1. Schulverwaltungsamt

Das Schulverwaltungsamt trägt die Verantwortung für

die materiellen Grundbedingungen der 38 Schulen,

die sich derzeit in Trägerschaft des Landkreises Harz

befinden. Im Schulverwaltungsamt werden zahlreiche

Aufgaben mit engem Bezug zum Schulwesen im Land

Sachsen-Anhalt wahrgenommen. Dazu zählen neben der

Schulentwicklungsplanung und der Schülerbeförderung

Bereiche wie:

– die finanzielle und materielle Ausstattung der Schulen

– die Bearbeitung der Schülerunfall- und Schülersachversicherungen

– Bearbeitung der Gastschulbeiträge

– die Sportförderung

– das Medienzentrum

– die Kreisbibliothek

– das Internat „Brockenblick“

Das Amt gliedert sich in drei Sachgebiete. Als nachgeordnete

Einrichtungen sind dem Schulverwaltungsamt das

Lehrlingswohnheim „Brockenblick“ in Wernigerode, die

Kreisbibliothek in Quedlinburg und das Planetarium in

Halberstadt angegliedert.

4.1.1. Sachgebiet Schulverwaltung

Im Sachgebiet Schulverwaltung sind vier Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beschäftigt. Diese bearbeiten in der

Hauptsache die Haushaltsplanung und Haushaltsdurchführung

für alle Schulen in Trägerschaft des Landkreises

Harz. Das hierbei derzeit zu bewältigende Haushaltsvolumen

beläuft sich auf 14 Mio. EUR pro Jahr.

Die Schulleiter, Schulleiterinnen und Schulsekretärinnen

werden auf dem Gebiet des Haushaltsrechts und der

Verwaltung der finanziellen Mittel ihrer Schulen fachlich

angeleitet. Insbesondere wirkt das Sachgebiet federführend

bei der Umsetzung der Budgetierung aller Schulen

und nachgeordneten Einrichtungen. Vorrangiges Ziel

der Budgetierung ist es, dass die Schulen im Rahmen der

ihnen zugewiesenen finanziellen Mittel so flexibel wie

möglich arbeiten können. Die Arbeit mit den Kennziffern

der Budgetierung ermöglicht eine Vergleichbarkeit

der Schulen untereinander und dient der Einführung der

Kosten- und Leistungsrechnung im Rahmen der Doppik.

Der Einsatz, die Stellenbemessung und die Vertretung

der Schulsekretärinnen werden ebenfalls in diesem Sachgebiet

bearbeitet. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit

mit der Arbeitsorganisation und dem Personalamt.

In den Zuständigkeitsbereich des Sachgebietes fallen

außerdem sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit

Förderprogrammen, die sich auf schulinhaltliche Aspekte

der Schulen beziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beschaffung und

Inventarisierung der Schulausstattungen, sowohl bei

Neueinrichtungen als auch bei der Ersatzbeschaffung.

Durch das Sachgebiet werden weiterhin die Wahlen der

Kreisschüler- und Kreiselternräte koordiniert und deren

Arbeit betreut.

4.1.2. Sachgebiet Schulentwicklungsplanung/Schülerbeförderung/Sport

Durch die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses

Sachgebietes werden vielfältige Schulträgeraufgaben

wahrgenommen.

• Schulentwicklungsplanung

Der in diesem Bereich aufgestellte Schulentwicklungsplan

ist ständig den aktuellen Gegebenheiten im Landkreis

anzupassen und alle 5 Jahre durch den Kreistag zu

beschließen. Dabei ist die Entwicklung bzw. der Erhalt

eines regional ausgewogenen und leistungsfähigen Bildungsangebotes

Hauptziel. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit

mit den Trägern der Grundschulen, den freien

Bildungsträgern aller Schulformen, den Sozialpartnern

der beruflichen Bildung sowie dem Kreisschüler- und

Kreiselternrat erforderlich.

Der Landkreis verfügt über ein territorial ausgewogenes,

am Bedarf orientiertes und leistungsfähiges Bildungsangebot.

Dabei wurden die raumordnerischen Belange und

strukturpolitischen Entwicklungen berücksichtigt. Die

Entwicklung in den letzten 5 Jahren stellt sich wie folgt

dar:

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 68


1. Schulen in kommunaler Trägerschaft

2007/08 2009/10 2011/12

Schulform

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

Grundschulen

56 6.449 54 6.408 54 6.220

Sekundarschulen

4.712

4.278

4.594

17

17

16

534 433 252

Gymnasien 9 5.312 9 4.629 9 4.990

davon

Hauptschulbildungsgang

Förderschulen

Berufsbildende

Schulen

11 1.338 10 1.203 10 1.121

3 6.184 3 5.396 3 4.426

Insgesamt 96 23.995 93 21.914 92 21.351

insgesamt

ohne BbS

93 17.811 90 16.518 89 16.925

2. Schulen in privater oder Landesträgerschaft

2007/08 2009/10 2011/12

Schulform

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

Anzahl der

Schulen

Anzahl der

Schüler

5 247 5 364 6 408

2 197 3 270 4 326

Gymnasien 2 442 2 479 2 508

Grundschulen

Sekundarschulen

Förderschulen

2 262 2 248 2 254

Insgesamt 11 1.148 12 1.361 14 1.496

Der Anteil der Förderschüler ist in den letzten 5 Jahren

von 7,51 % auf 6,62 % gesunken. Ein wesentlicher Grund

dafür ist, dass die Beschulung von Schülerinnen und

Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf

immer stärker im gemeinsamen Unterricht an den Regelschulen

erfolgt.

Die Schülerzahlentwicklung spiegelt sich natürlich auch

in den Schulabgängerzahlen wider, welche die Grundlage

für die berufliche Bildung sind.

In diesem Bereich ist festzustellen, dass bereits in den Sekundarschulen,

den Förderschulen und auch den Gymnasien

eine intensive Berufsorientierung durchgeführt

wird. Dazu kommen eine intensive Zusammenarbeit der

Berufsbildenden Schulen mit den Ausbildungsbetrieben,

den Kammern und den Arbeitskreisen Metall/Elektro sowie

Gastronomie/Tourismus und die jährliche Durchführung

der „Tage der Berufsfindung“.

Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung wurde den

sinkenden Schülerzahlen Rechnung getragen und eine

schrittweise Konzentration der Ausbildungsberufe an

den vorhandenen Standorten der Berufsbildenden Schulen

vorgenommen. Somit verfügt der Landkreis Harz

auch im Bereich der beruflichen Bildung über ein ausgewogenes

und bedarfsgerechtes Angebot.

69

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


Übersicht Schulabgänger 2008 2010 2012

1. Sekundarschulen

Realschulabschluss 807 676 702

Hauptschulabschluss 299 180 108

Summe 1106 856 810

2. Gymnasien/Fachgymnasien

Gymnasien 604 432 482

Fachgymnasien (BbS) 118 114 60

Summe 722 546 542

3. Förderschulen (ohne Gb)

Klassenstufe 9 73 137 85

Klassenstufe 10 31 35 32

Summe 104 172 117

Gesamt 1.932 1.574 1.469

• Schülerbeförderung

Der Landkreis ist als Träger der Schülerbeförderung verpflichtet,

die Beförderung der Schülerinnen und Schüler

zu den jeweils nächstgelegenen Schulen unter zumutbaren

Bedingungen zu organisieren und durchzuführen.

In enger Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben ist

der Landkreis bemüht, die Schülerbeförderung im Rahmen

des ÖPNV abzusichern.

Fahrschüler 2007/08 2009/10 2011/12

Gesamt 7.668 100,00 % 7.146 100,00 % 7.521 100,00 %

Summe ÖPNV 6.521 85,04 % 6.048 84,63 % 6.526 86,77 %

davon

HVB Wernigerode 2.638 40,45 % 2.364 39,09 % 2.732 41,86 %

Q-Bus Ballenstedt 1.957 30,01 % 1.665 27,53 % 1.643 25,18 %

HBB-Halberstadt 1.762 27,02 % 1.652 27,31 % 1.755 26,89 %

HVG-Halberstadt 164 2,51 % 167 2,76 % 205 3,14 %

VGS Aschersleben 0,00 % 200 3,31 % 191 2,93 %

Summe Taxi 832 10,85 % 793 11,10 % 745 9,91 %

Summe Erstattung

an Eltern/Schüler

315 4,11 % 305 4,27 % 250 3,32 %

Mit der 12. Änderung des SchulG LSA wurde der Rechtsanspruch

auf Erstattung bzw. Entlastung von Schülerbeförderungskosten

auf Schülerinnen und Schüler der

Klassenstufen 11 und 12 der Gymnasien sowie der Vollzeitbildungsgänge

der Berufsbildenden Schulen erwei-

tert. Bis auf einen Eigenanteil von 100 € pro Jahr übernimmt

das Land die Kosten im Rahmen des ÖPNV.

Im Landkreis Harz stellt sich das wie folgt dar:

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 70


erweiterter Rechtsanspruch – SchulG LSA § 71 Abs. 4a

Schuljahr 2009–10

Haushaltsjahr

2009

Haushaltsjahr

2010

Schuljahr

2009/10

Ausgaben gesamt 13.584,85 € 143.385,53 € 156.970,38 €

davon:

Ausgaben BBS 8.783,70 € 79.386,97 € 88.170,67 €

Ausgaben Gymn. 4.801,15 € 63.998,56 € 68.799,71 €

Anzahl der Schüler 199 344 543

Schuljahr 2010–11

Haushaltsjahr

2010

Haushaltsjahr

2011

Schuljahr

2010/11

Ausgaben gesamt 11.027,45 € 191.984,09 € 203.011,54 €

davon:

Ausgaben BBS 7.861,40 € 121.655,24 € 129.516,64 €

Ausgaben Gymn. 3.166,05 € 70.328,85 € 73.494,90 €

Anzahl der Schüler 148 432 580

• Sportförderung

Der Landkreis sieht in der Förderung des Sports einen

wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung

der Arbeit in den Sportvereinen, insbesondere im

Kinder- und Jugendbereich. Dazu hat der Kreistag eine

„Richtlinie zur Sportförderung des Landkreises Harz“ be-

schlossen. Entsprechende finanzielle Mittel werden aus

dem Kreishaushalt bereit gestellt. Die Planung und Verwaltung

dieser Mittel zählt zu den wichtigen Arbeitsaufgaben

im Bereich Sportförderung.

Sportförderung aus dem Haushalt des Landkreises

Sportförderung aus dem Haushalt des Landkreises

140.000 €

120.000 €

100.000 €

80.000 €

60.000 €

VWH

VMH

40.000 €

20.000 €

0 €

2007 2009 2011

Der Landkreis hat mit Zuschüssen an Kommunen folgende

Projekte unterstützen können:

• die Sanierung der Sporthalle „Burgbreite“ in Wernigerode

• die Sanierung der Sporthalle „Hagental“ in Gernrode

• die Sanierung der Sporthalle in Ballenstedt

• die Sanierung des Sportplatzes „Am Eichholz“ in Ilsenburg

Darüber hinaus konnten auch viele kleinere Maßnahmen

an und in Sportstätten der Vereine durchgeführt

und zahlreiche Großgeräte und Maschinen angeschafft

werden. Auch für die Pflege und Fortführung von traditionellen

Sportveranstaltungen wurden entsprechende

Mittel bereit gestellt. Als kleine Auswahl sind hier zum

Beispiel das „Turnier der Tausend“ in Halberstadt, die Landeswinterspiele

für Behinderte in Friedrichsbrunn, das

Hüttenröder Volleyballturnier oder der Harzgebirgslauf

zu nennen.

Der KreisSportBund Harz e. V. erhält aus dem Kreishaushalt

Zuschüsse, u. a. für die Entschädigungen von

Übungsleitern, die Ausrichtung von Veranstaltungen und

Personalkosten.

Zu den Arbeitsaufgaben des Bereiches zählt auch die

enge Abstimmung mit den Kommunen, insbesondere

hinsichtlich der Koordninierung der Hallenbelegungen

für den Schulsport.

71

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


Seit Zusammenschluss der drei KreisSportBünde der Altkreise

haben sich die Vereins- und Mitgliederzahlen, der

im KSB Harz e.V. organisierten Sportvereine wie folgt entwickelt:

KreisSportBund Harz e. V.

2008 2009 2011

Vereine 421 419 412

Mitglieder 35.398 35.780 35.031

Übungsleiter 1.645 1.399 1.454

Kreis-Kinder- und Jugendolympiade

120

KreisKinder- und Jugendolympiade

Jugendolympiade

100

80

60

40

Sportarten

Schulen

Vereine

Sportarten

Schulen

Vereine

20

0

2008 2009 2011

9 2011

Auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels, der

sich in diesen Zahlen ebenfalls widerspiegelt, unterstützt

der Landkreis gemeinsam mit dem KreisSportBund zahlreiche

gezielte Aktionen und Aktivitäten im Breitensport.

So wurden zum Beispiel in den zurück liegenden Jahren

in die Wettkämpfe der Kreis-Kinder-und Jugendolympiade

immer mehr Sportarten eingebunden, um das Angebot

an heutige Trends anzupassen und für die Kinder und

Jugendlichen interessanter zu machen. Dadurch konnte

die Anzahl der teilnehmenden Schulen und Sportvereine

kontinuierlich gesteigert werden.

Erfreulich ist auch die Entwicklung im Seniorensport.

Hier führt der Landkreis seit 2008 gemeinsam mit dem

KSB Harz e.V. ein jährliches „Harzer Seniorensportfest“

im Blankenburger Sportforum durch. In den Sportarten

Kegeln, Tischtennis, Volleyball, Leichtathletik, Behindertensport

(Rollstuhl-LA), Crossgolfen werden Wettkämpfe

durchgeführt. Aber auch die „Harzer Seniorentänzerinnen“

stellen im Sportforum ihr Können unter Beweis.

TeilnehmerInnen am Seniorensportfest

2011

TeilnehmerInnen am Seniorensportfest

TeilnehmerInnen am Seniorensportfest

2011

2009

Teilnehme

2007

2009

Teilnehmer

0 50 100 150 200 250

2007

0 50 100 150 200 250

Entsprechend dem Grundgedanken des Seniorensportfestes

und mit einer konzeptionellen Überarbeitung

aufgewertet, wurden im Jahr 2012 erstmals die „Harzer

Sportspiele“ durchgeführt. Neben den Wettkämpfen in

den bisherigen Sportarten wurde nun ein abwechslungs-

reiches Rahmen- und Bühnenprogramm in die Veranstaltung

mit aufgenommen. Viele regionale Sportvereine haben

mit ihren Auftritten zum Gelingen der Veranstaltung

beigetragen und ihr Können auf einer Bühne zur Schau

gestellt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 72


• Internat Brockenblick

Mit dem Internat „Brockenblick“ hält der Landkreis Harz

eine kostengünstige Alternative zum freien Wohnungsmarkt

für Schüler und Auszubildende der Berufsbildenden

Schulen, freier Bildungsträger und Firmen bereit.

Verkehrsgünstig gelegen, zentrumsnah und doch im

„Grünen“ sind die Schulstandorte gut zu erreichen. Insgesamt

76 Internatsplätze werden vom Landkreis Harz

zur Verfügung gestellt, vorwiegend in zweckmäßig möblierten

Mehrbettzimmern mit WC und Dusche.

Auch für eine sinnvolle Freizeitgestaltung stehen ausreichend

Räumlichkeiten zur individuellen Nutzung bereit.

Zusätzlich werden auch externe Freizeitaktivitäten in

Wernigerode angeboten. Die Aufsichtspflicht und die er-

forderliche Betreuung der Auszubildenden, insbesondere

der minderjährigen Bewohner, werden durch fachlich

qualifiziertes, pädagogisches Personal gewährleistet.

Seit Bestehen des Landkreises Harz belegen die Anmeldezahlen

eine gute Auslastung. Viele Auszubildende

wohnen in den dreieinhalb Jahren ihrer Ausbildung ständig

in der Einrichtung, andere nutzen turnusmäßig je

nach Ausbildungsberuf das Internat.

Für die Unterbringung im Internat ist ein Entgelt entsprechend

der Satzung über die Nutzung und die Erhebung

von Gebühren des Internates „Brockenblick“ im Landkreis

Harz in der zur Zeit gültigen Fassung lt. Kreistagsbeschluss

vom 30.09.2010 zu entrichten.

4.1.3. Sachgebiet Medienzentrum

Die Dienstleistungen des Medienzentrums des Landkreises

Harz werden an den Standorten Quedlinburg (Weyhestraße

1) und Wernigerode (Kurtsstraße 13) durch derzeit

vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassend vorgehalten.

Beide Standorte bieten allen Bildungseinrichtungen

des Landkreises Harz hochwertige Bildungsmedien

in Form von DVD`s, Videokassetten, Folienmappen und

CD-ROM`s an. Die Ausleihe erfolgt auf der Basis der entsprechenden

Satzung größtenteils kostenlos. Darüber

hinaus steht auch modernste Medientechnik (Beamer,

Verstärkeranlage) zur Ausleihe bereit. Durch den Postpendelverkehr

werden die Schulen des Bereichs Halberstadt

ebenfalls pünktlich und gleichwertig mit Medien

versorgt.

Entwicklung des Medienbestandes:

2007 2008 2009 2010 2011

13 118 13 318 13 573 13 685 13 789

Das Medienzentrum erwirbt die auszuleihenden Medien

einschließlich der entsprechenden Lizenzen zur öffentlichen,

nicht gewerblichen Vorführung unter zielgerichteten

pädagogischen Aspekten, so dass die angebotenen

Lehrfilme, Dokumentationen sowie auch die erzieherisch

wertvollen Spielfilme und Märchenfilme in den Schulen

und Bildungseinrichtungen bedenkenlos vorgeführt

werden können. Weiterhin bietet das Medienzentrum

eine pädagogische Beratung zu den Bildungsmedien

an und unterstützt Fortbildungsveranstaltungen für die

Lehrkräfte der Schulen des Landkreises.

Am Standort Wernigerode besteht die Möglichkeit, einfache

Reparatur- und Wartungsleistungen an audio-visuellen

Geräten und Computern durchführen zu lassen.

Die Ausleihzahlen des Medienzentrums sind mit ca. 9 500

Vorgängen je Schuljahr in den vergangenen fünf Jahren

sehr stabil geblieben. Die Zugriffe auf die Festplattenplayer,

die das Medienzentrum den Schulen mit Kreislizenzen

zur Verfügung stellt, sind hierbei nicht erfasst.

• Kreisbibliothek Quedlinburg

Die Kreisbibliothek Quedlinburg ist eine nachgeordnete

Einrichtung des Schulverwaltungsamtes.

Sie ist Bildungs- und Kultureinrichtung für Bürger des

Landkreises Harz und der Stadt Quedlinburg und unterstützt

im Rahmen des Kreisleihverkehrs kleinere hauptund

nebenamtlich geleitete Bibliotheken im Landkreis

Harz, um ein gleichmäßiges Bildungsangebot für alle

Altersklassen und die fachlichen Anleitung dieser Bibliotheken

zu garantieren.

Die Kreisbibliothek arbeitet zur Förderung der Lese- und

Medienkompetenz mit drei Grundschulen auf der Basis

Kreisbibliothek

73

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


von Kooperationsvereinbarungen in der Stadt Quedlinburg

und in Harzgerode zusammen und gestaltet gemeinsame

Projekte.

Zu den Aufgaben der Kreisbibliothek gehört auch die

Durchführung des Fernleihverkehrs. Sie ermöglicht damit

für Nutzer der Bibliothek ein Medienangebot, das

über den eigenen Medienbestand weit hinaus geht.

Medienangebot und

Mediennutzung

2007 2008 2009 2010 2011

Medien insgesamt – Bestand 68.103 69.162 66.851 49.390 49.636

Medien insgesamt – Ausleihen 51.609 47.299 41.863 37.664 38.309

Printmedien insgesamt – Bestand 53.820 54.949 52.676 41.378 42.157

davon

• Printmedien Sachliteratur – Bestand 14.847 15.056 15.024 14.397 14.925

• Printmedien Belletristik – Bestand 18.849 18.947 17.928 13.742 13.795

• Printmedien Kinder- /Jugendliteratur –

Bestand 19.227 18.103 11.471 11.645

• Printmedien Zeitschriftenheft – Bestand 1.376 1.719 1.621 1.768 1.792

Printmedien insgesamt – Ausleihen 32.833 28.965 26.030 22.750 23.743

Non-Book-Medien insgesamt – Bestand 14.283 14.213 14.175 8.552 6.525

Non-Book-Medien insgesamt – Ausleihen 18.776 18.334 15.833 14.914 14.566

Zugang an Medieneinheiten 2.356 2.467 1.998 3.957 3.047

Abgang an Medieneinheiten 3.665 1.408 4.390 20.878 3.341

Die Kreisbibliothek arbeitet, insbesondere im Rahmen

des Harzverbundes (Verbund – OPAC), intensiv mit den

Stadtbibliotheken Halberstadt, Wernigerode und Ilsenburg

zusammen und erhielt im Jahr 2011 als Teil des

Qualitätsmanagement – Verbundes Sachsen – Anhalt das

Qualitätssiegel Stufe II.

Mit dem Umzug der Kreisbibliothek in das Bildungshaus

Carl Ritter in Quedlinburg wurde die Zusammenarbeit

dreier Bildungseinrichtungen, der VHS Harz GmbH, des

Eigenbetriebes Kreismusikschule und der Kreisbibliothek

weiter intensiviert. Synergieeffekte, u. a. hinsichtlich

Raumnutzung, Gestaltung und Organisation öffentlicher

Veranstaltungen sowie im Personaleinsatz, sind entstanden

und werden entsprechend genutzt.

Bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsbedingungen

der Mitarbeiterinnen konnte die Effektivität der Arbeit im

Verhältnis zu den Jahren vor 2011 um rund 30 Prozent

gesteigert werden.

Die Kreisbibliothek Quedlinburg ist Netzwerkpartner der

Koordinierungsstelle für Integration im LK Harz.

• Planetarium Halberstadt

Das Planetarium in Halberstadt hat sich in unserem Landkreis

zu einer etablierten Bildungseinrichtung entwickelt.

Die Schüler können hier ihre astronomischen Kenntnisse

praxisnah festigen und erweitern.

Es werden interessante Themen für den Grund- und Sekundarschulbereich

angeboten. Zu nennen wären hier

zum Beispiel „Der Tagebogen der Sonne“ oder „Die Erde

und ihre Stellung im Weltall“. Insgesamt verfolgten fast

2300 Schüler im Jahr 2011 die über 100 Vorträge. Nicht

nur Schülervorträge, sondern auch Fortbildungsveranstaltungen

für Astronomielehrer bzw. Lesungen werden

hier organisiert.

Mit viel Engagement wurde die Vorführtechnik schrittweise

mit LED- und Halogenkaltlicht modernisiert, so

dass das „Himmelsgewölbe“ des Planetariums noch eindrucksvoller

dargestellt werden kann. Auch europäische

Normvorgaben wurden damit realisiert. Am 31. August

2012 besteht das Planetarium Halberstadt 20 Jahre.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 74


4.2. Sozialamt

Soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit sind zwei

Hauptanliegen des Sozialstaates. Diese Aufgaben werden

erfüllt durch eine Vielzahl von Gesetzen, welche in der

Arbeit des Sozialamtes umzusetzen sind. Hierzu gehören

das Sozialgesetzbuch IX, XII genauso wie das Wohngeldgesetz,

das Bundesausbildungsgesetz, das Unterhaltssicherungsgesetz,

das Asylbewerberleistungsgesetz und

das Betreuungsgesetz.

Die Vielzahl der gesetzlichen Bestimmungen und sozialen

Leistungen machen es für Rat suchende Bürger nicht

leicht, zu erkennen, welche Hilfe angesichts der persönlichen

Notlage für sie in Frage kommt. Die Mitarbeiter

des Sozialamtes stehen den Bürgern und Bürgerinnen

zur Klärung der Fragen zur Überwindung von Notlagen

oder zu Möglichkeiten der Gestaltung von Hilfen zur Verfügung

und bieten Hilfe an.

Das Sozialamt ist in eine Abteilung und fünf Sachgebiete

untergliedert. Der Amtsleiterin direkt zugeordnet sind

die Betreuungsbehörde und die Koordinierungsstelle für

Integration.

4.2.1. Sachgebiet Planung/Haushalt/Verwaltung

Die demografische Entwicklung des Landkreises Harz fordert

eine ständige Analyse der Entwicklung im Landkreis

Harz als Grundlage für eine Gestaltung der Zukunft.

In den vergangenen Jahren wurde für den Bereich der Altenhilfe

eine Pflegestrukturplanung (2009) sowie deren

Fortschreibung (2012) erstellt. Folgende Entwicklungen

zeichneten sich ab:

Entwicklung stationäre Altenhilfe

Jahr Anzahl Plätze Steigerungrate

2008 3.200

2010 3.402 6,3%

2012 3.612 6,2%

Entwicklung betreutes Wohnen (Senioren)

Jahr Anzahl Wohnungen Steigerungrate

2008 781

2010 947 21,3%

Entwicklung des häuslichen Pflegepotenzials

Jahr

Verhältnis potenzieller Pflegepersonen

zu potenziell Pflegebedürftigen

2008 3,05

2010 2,94

2012 2,92

Dem Sachgebiet ist seit 2008 auch die Organisation des

Sozial- und Familienpasses übertragen. Dieser Pass soll

Personen mit geringem Einkommen (z.B. SGB II / SGB XII

-Empfänger, Asylbewerber) die Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben durch vergünstigte Tarife erleichtern. Seit

Einführung des Sozial- und Familienpasses im Landkreis

Harz im Mai 2008 ist die Inanspruchnahme gestiegen:

Entwicklung Sozial- und Familienpass

Jahr Anzahl Anteil SGB II

2008 2.637 86,5%

2009 3.894 89,1%

2010 3.689 84,6%

2011 4.351 82,7%

Auf Anregung des Sozialamtes wurde im Jahr 2011 eine

fachübergreifende kleinräumliche Sozialberichterstattung

unter Beteiligung des Jugendamtes, des Gesundheitsamtes

sowie des Schulverwaltungsamtes vorgelegt,

deren Ergebnisse auch für die kreisangehörigen Kommunen

Anregung zu eigener Sozialplanung sein können.

Zu den Aufgaben des Sachgebietes gehören nicht zuletzt

die Überwachung der Ausgaben des Amtes sowie die

Analyse von unerwarteten Kostenentwicklungen.

4.2.2. Abteilung Sozialhilfe außerhalb von Einrichtungen

Zu den Aufgaben der Sozialhilfe gehört in erster Linie die

Sicherstellung des notwendigen Lebensunterhalts. Menschen,

die nicht erwerbsfähig sind und ihren Lebensunterhalt

nicht über Mittel aus eigenem Einkommen und

Vermögen im Sinne der gesetzlichen Regelungen des

SGB XII sichern können, sind anspruchsberechtigt auf

Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt oder Leistungen

der Grundsicherung.

75

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


In der Zeit von Mitte 2007 bis 2012 ist die Zahl der Anspruchsberechtigten

auf Leistungen zum Lebensunterhalt

um 7,3 %, im Leistungsbereich Grundsicherung um

9,5 % gestiegen.

Leistungen der Sozialhilfe können ebenfalls als Krankenhilfe

für nicht oder über § 264 SGB V versicherte Personen,

Hilfen in besonderen sozialen Schwierigkeiten sowie zur

Übernahme von Bestattungskosten gewährt werden. In

allen Bereichen ist die Zahl der Antragsteller und Ausgaben

steigend.

Im Sachgebiet integriert sind die an den drei Standorten

Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode tätigen

Sozialarbeiter. Die Sozialarbeiter bieten die Möglichkeit

einer Erstberatung und unterstützen die nachfragenden

Bürger bei der Abklärung von Möglichkeiten der Unterstützung

in der jeweiligen Lebenssituation.

• Sachgebiet BAföG/Wohngeld/USG

Die Leistung des Bereichs richtet sich an Schüler von

Berufsvorbereitenden Schulen, Fachoberschulen, Fachschulen

im Rahmen des Berufsausbildungsförderungsgesetzes.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

(Meister-Bafög) können Personen beantragen, die eine

Ausbildung zum Meister / Techniker absolvieren.

Eine Vielzahl gesetzlicher Änderungen und Anpassungen

sind in den Gesetzen zu verzeichnen. Anpassungen der

Gesetze an die Einkommenssituation der Bevölkerung

führten dazu, dass trotz sinkender Schülerzahlen die Zahl

der Anspruchsberechtigten nicht gesunken ist.

Für den Bereich Meister-Bafög ist die Zahl der Antragsteller

steigend.

Die Mitarbeiter des Bereichs beteiligen sich regelmäßig

an Informationsveranstaltungen der Agentur für Arbeit,

in Berufsschulen und bei Bildungsträgern zum Thema

Ausbildung/Finanzierung.

Im Bereich Wohngeld werden Anträge auf Wohngeld/

Lastenzuschuss sowie Anträge auf Wohnberechtigungsscheine

und Freistellungsanträge bei Wohnraumbindung

bearbeitet.

Durch die Neugliederung von Gemeinden wurden mit

Änderung der Zuständigkeit für die Bearbeitung Wohngeldverfahren

(221 Akten) vom Landkreis in die Zuständigkeit

der Gemeinden übergeben. Änderungen im

Wohngeldgesetz haben jedoch dazu geführt, dass sich

die Zahl der Wohngeldempfänger um 30 % erhöht hat.

Das Leistungsangebot des Unterhaltssicherungsgesetzes

(USG) richtet sich an Wehrdienstleistende und Zivildienstleistende.

Im Jahr 2007 waren es noch 156 Anträge.

Durch Einführung des Bundesfreiwilligendienstgesetzes

ist die Zahl der Anspruchsberechtigten auf 16 Personen

gesunken.

• SG Asyl/Aussiedler

Die Leistungen des Sachgebietes richten sich an Personen,

welche dem Landkreis Harz entsprechend dem Aufnahmegesetz

des Landes Sachsen-Anhalt zugewiesen

wurden.

Dies sind zum einen Asylantragsteller, die sich in der Zentralen

Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt

(ZAST) aufhalten und entsprechend einer

Quotenregelung in die Landkreise des Landes verteilt

werden sowie Ausländer in einer Gemeinschaftsunterkunft,

die dem Landkreis Harz zugewiesen wurden. Diese

Personen erhalten Leistungen nach dem Asylbewerber-

leistungsgesetz (AsylblG). Diese umfassen Leistungen für

Unterkunft, Hausrat, Ernähung, Kleidung und Körperpflegebedarf,

vorrangig in Form von Sachleistungen. Außerdem

erhalten die Bewohner neben den Sachleistungen

einen Geldbetrag zur Deckung persönlicher Bedürfnisse

des täglichen Lebens.

Zum anderen erhalten Spätaussiedler, die dem Landkreis

Harz auch entsprechend einer Quotenregelung zugewiesen

wurden, im Einzelfall Leistungen nach dem SGB XII.

Diese Zahl ist in den letzten Jahren stark rückläufig.

4.2.3. Sachgebiet Eingliederungshilfe/Pflege

• Team Eingliederungshilfe für erwachsene behinderte Menschen

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine vorhandene

Behinderung oder deren Folge zu beseitigen oder zu mil-

dern. Ziel der Leistung ist es, behinderten Menschen die

Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 76


Leistungsübersicht:

Stand: 31.12.2011

Leistungen der Eingliederungshilfe

2.030 Personen

Vollstationäre Betreuung

1.041 Personen

• davon in Wohnheimen 553 Personen

Betreuung in Wohnheimen an der Werkstatt für Behinderte 328 Personen

Betreuung in Außenwohngruppen an der Werkstatt für Behinderte 67 Personen

Betreuung im intensiv betreuten Wohnen 60 Personen

Betreuung im betreuten Wohnen

31 Personen

Betreuung im Trainingswohnen 2 Personen

Teilstationäre Angebote, wie Werkstatt für behinderte

Menschen, Tagesförderstätten/Fördergruppen und Tagesstätten,

nehmen 1 351 Personen in Anspruch.

Hinzu kommen noch Leistungen der Eingliederungshilfe

im Rahmen eines persönlichen Budgets für 33 behinderte

Menschen.

Der Landkreis Harz verfügt über ein umfassendes Angebot

von Leistungstypen im Bereich Wohnen und im Bereich

Arbeit und Tagesstruktur für behinderte Menschen.

Dabei liegt der stationäre Versorgungsgrad der Menschen

mit Behinderung im Landkreis Harz bei 5,8/100

EW erheblich über dem Bundesdurchschnitt, welcher bei

2,68/100 EW liegt. 263 Personen mit Behinderung leben

in ambulant betreuten Wohnformen. Die Ambulantisierungsquote

liegt zurzeit bei 22,6 %.

Seit dem 1. Januar 2012 hat der Landkreis Harz im Rahmen

eines Modellversuchs eine Zielvereinbarung mit

der Sozialagentur Sachsen-Anhalt abgeschlossen. Ziel

ist es, Menschen mit Behinderungen soweit wie möglich

zu verselbständigen. Ein Instrument zur Umsetzung des

Zieles ist die Durchführung von Gesamtplanverfahren,

in welchen mit den behinderten Menschen Lebensziele

und Entwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten sind und

die notwendigen Hilfen bedarfsgerecht und in geeigneter

Form zur Verfügung gestellt werden können.

• Team Eingliederungshilfe für behinderte Kinder und Jugendliche / Integrationshelfer /

Heil- und Hilfsmittel / Wohnraumanpassung

Eingliederungsleistungen für Kinder umfassen die Leistung

der ambulanten Frühförderung, diese Leistung erhalten

zurzeit 220 Mädchen und Jungen. In integrativen

Kindertagesstätten und Horten werden zurzeit 263 Kinder

gefördert. Der Schulbesuch wird gegenwärtig für 5

Kinder mit Behinderung über die Bereitstellung von Integrationshelfern

gewährleistet.

Anträge auf Heil- und Hilfsmittel werden z. B. für Kfz-Umbauten,

Treppensteighilfen, Kraftknotenpunkt für Rollstühle,

Therapieräder usw. gestellt Dies sind im Jahr ca.

30 – 40 Anträge auf Heil- und Hilfsmittel. Auch für dieses

Hilfsangebot ist eine steigende Nachfrage zu verzeichnen.

In den letzten Jahren steigt die Inanspruchnahme von

Eingliederungsleistungen für Kinder ständig an und dies

bei sinkenden Kinderzahlen.

• Team Pflegeleistungen

Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII wird im Rahmen der

häuslichen Pflege, der Tages- und Kurzzeitpflege sowie

als Pflege in Heimen gewährt.

Im Rahmen der vernetzten Pflegeberatung ist es Ziel

und Aufgabe der Mitarbeiter, durch entsprechende Beratungen

den Betroffenen die Zugangsvoraussetzungen

zu den verschiedensten Leistungen der Pflege bei verschiedenen

Anbietern zu erläutern und aufzuzeigen. Ein

wichtiges Element der Beratung ist die Erläuterung der

möglichen Hilfsangebote, welche bei der Versorgung

pflegebedürftiger Menschen zur Verfügung gestellt werden

können.

Grundvoraussetzung einer gut funktionierenden vernetzten

Pflegeberatung ist eine regelmäßige Abstimmung

der Angebote durch die beteiligten Partner.

77

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


Mit steigender Zahl der älteren Bevölkerung (75 Jahre

und älter) ist auch ein Anstieg der stationär untergebrachten

Pflegebedürftigen zu verzeichnen. Waren es im

Jahre 2008 2 813, im Jahre 2010 3 097, sind es im Jahr

2012 unter der Annahme einer Auslastung von 91 % der

vorhandenen Kapazität 3 287 Personen. Diesem Verlauf

folgt auch die Zunahme des Personenkreises in der stationären

Altenhilfe, welcher Hilfe zur Pflege nach dem SGB

XII bezieht. Für 2008 wurden 750 Personen registriert, Anfang

des Jahres 2012 waren 869 Personen im Leistungsbezug.

Der Anteil ist seit Jahren steigend.

Es konnte allerdings auch eine Zunahme von Angeboten

des betreuten Wohnens im Alter von 781 Plätzen im Jahre

2009 auf 947 Plätze im Jahre 2010 verzeichnet werden.

4.2.4. Betreuungsbehörde

Durch das Betreuungsgesetz wird das Recht auf Selbstbestimmung

behinderter und kranker Menschen gestaltet

und in den Vordergrund gestellt.

Oftmals sind es plötzlich auftretende Veränderungen in

einer Lebenssituation – wie zum Beispiel ein Unfall oder

eine schwere Erkrankung – die den Betroffenen nicht

mehr ermöglichen, ihre persönlichen Angelegenheiten

selbst zu regeln. Durch die Bestellung eines Betreuers

erhalten die Betroffenen Schutz und Fürsorge, zugleich

werden ihre bürgerlichen Rechte gestärkt. Grundlage

der Betreuerbestellung bilden das Sozialgutachten der

Betreuungsbehörde und ein fachärztliches Gutachten.

Die Betreuerbestellung erfolgt durch richterlichen Beschluss.

Im Landkreis Harz arbeitet die Betreuungsbehörde an

den Standorten Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode.

Die Betreuungen werden durch ehrenamtliche Betreuer

und Familienbetreuer, Vereinsbetreuer der beiden Betreuungsvereine

im Landkreis Harz (Verein für Betreuung

und Selbstbestimmung e. V. Quedlinburg, Betreuungsverein

Halberstadt e. V.), Berufsbetreuer und Behördenbetreuer

geführt.

Betrachtet man die Altersentwicklung im Landkreis Harz,

ist die Zunahme des Anteils der über 65jährigen Bevölkerung

nicht zu übersehen. Eine weitere Entwicklung,

welche direkten Einfluss auf die Arbeit der Betreuungsbehörde

hat, ist die Zunahme von jüngeren Personen mit

psychischen Erkrankungen.

Die Arbeit der Betreuungsbehörde wird von beiden Faktoren

direkt beeinflusst. Betrug die Zahl der im Landkreis

Harz geführten Betreuungen im Jahr 2007 noch 4.324, so

ist sie im Jahr 2012 auf 4.782 gestiegen.

4.2.5. Koordinierungsstelle für Integration und Migration

Die seit 2008 bestehende Koordinierungsstelle für Integration

vernetzt und koordiniert die Integrationsarbeit.

Dabei werden die bereits vorhandenen Konzepte und

Projekte weiterentwickelt und angepasst. Zu den Aufgaben

gehört u. a. die Pflege des lokalen Netwerkes Integration

im Landkreis Harz. Seit seiner Gründung unter der

Schirmherrschaft des Landrates haben sich innerhalb des

Netzwerkes Arbeitsgruppen mit speziellen Themen – den

so genannten Handlungsfeldern – beschäftigt.

In Netzwerktagungen wurden und werden Ergebnisse

der Arbeitsgruppe Bildung, Kindertagesstätten, Schule;

der Arbeitsgruppe Arbeit, Ausbildung Wirtschaft; der Arbeitsgruppe

Gemeinwesen, Wohnumfeld, Beteiligung;

der Arbeitsgruppe Interkulturelle Öffnung sowie dem

Arbeitstisch Sport weiterentwickelt. Diese können nunmehr

zusammengefasst mit dem Integrationsskript präsentiert

werden.

In den nächsten ein bis zwei Jahren soll auf der Grundlage

des Integrationsskripts ein Maßnahmeplan in den

einzelnen Arbeitsgruppen entwickelt werden, der dann

in einen Integrationsplan für den Landkreis Harz münden

soll.

Die Koordinierungsstelle entwickelte gemeinsam mit der

Arbeitsgruppe Gemeinwesen einen Wegweiser für Migranten,

der auf der Internetseite des Landkreises angeboten

wird.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 78


4.3. Jugendamt

Das Jugendamt unterstützt Eltern und Erziehungsberechtigte

bei der Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern

und Jugendlichen. Dabei setzt es auf vorbeugende,

Familien unterstützende Angebote, die dazu beitragen,

positive Lebensbedingungen für Familien zu schaffen.

Das Aufgabenspektrum reicht von der Organisation einer

qualitätsvollen Kinderbetreuung über die Erziehungsberatung

und den Schutz des Kindeswohls bis hin zur Förderung

von Angeboten für Jugendliche und zur Schaffung

einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt.

Das Jugendamt besitzt eine zweigliedrige Organisationsstruktur.

Seine Aufgaben werden durch die Verwaltung

des Jugendamtes und durch den Jugendhilfeausschuss

wahrgenommen. Die Aufgabenverteilung wurde in der

Satzung für das Jugendamt des Landkreises Harz festlegt,

die der Kreistag am 11. Juli 2007 beschlossen hat.

Der Jugendhilfeausschuss ist ein beschließender Ausschuss.

Im Landkreis Harz besteht der Ausschuss aus

15 stimmberechtigten und 9 beratenden Mitgliedern.

Des Weiteren bestehen Unterausschüsse für Jugendhilfeplanung

und Förderung. Der Jugendhilfeausschuss

tagt mindestens sechsmal jährlich. Alle stimmberechtigten

Mitglieder werden durch den Kreistag gewählt und

werden quotenmäßig entweder von den Parteien des

Kreistages oder von den freien Trägern der Jugendhilfe

bzw. den Verbänden vorgeschlagen. In seinen Sitzungen

hat der Jugendhilfeausschuss bis März 2012 insgesamt

228 Beschlüsse gefasst. Verbindungsglied zwischen der

Verwaltung und dem Jugendhilfeausschuss ist die Geschäftsstelle

des JHA, die der Amtsleiterin direkt zugeordnet

ist.

Die Verwaltung des Jugendamtes bestand am 01.07.2012

aus 77 Mitarbeitern, 5 Stellen waren nicht besetzt. Seit

2007 haben sich die Struktur und die Anzahl der Mitarbeiter

aufgrund erheblicher Veränderung der Aufgaben

des Amtes verändert.

Von den heute 84 Mitarbeitern des Amtes haben 44 ihre

Aufgabe erst nach dem 1. Juli 2007 übertragen bekommen.

Das im Jugendhilferecht vorgeschriebene Fachkräftegebot

wird konsequent umgesetzt. Alle Mitarbeiter,

denen nach der Kreisfusion neue Aufgaben übertragen

wurden, verfügen über die geforderten fachlichen Ausbildungen

im sozialpädagogischen oder im Verwaltungsbereich.

Von allen Bereichen wurde konsequent die

Teilnahme an Fortbildungen sichergestellt. Für die sozialpädagogischen

Fachkräfte werden seit 2008 Inhouseveranstaltungen

für alle Mitarbeiter durchgeführt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes

engagieren sich sehr für die Ausbildung von eigenen

Fachkräften und sind bestrebt, im Amt eingesetzte Auszubildende

und Praktikanten für die künftige Arbeit im

Jugendamt zu begeistern. Vor allem in den ersten beiden

Jahren nach der Kreisfusion konnten einige Aufgaben

nur mit tatkräftiger Unterstützung von Auszubildenden

und Praktikanten erfüllt werden.

Mehrfache Umzüge innerhalb der drei Standorte des

Jugendamtes in Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg

wirkten sich in den zurück liegenden Jahren teilweise

erschwerend auf eine effektive Arbeitsorganisation

aus. Auch die Mitarbeiter der Projekte „Kompetenzagentur/2.

Chance“ sowie „Netzwerkstelle Schulerfolg“ waren

davon betroffen.

Nach wie vor ist das Jugendamt, das seinen Sitz in Wernigerode

hat, mit Standorten in Halberstadt, Quedlinburg

und Blankenburg für die Bürger erreichbar. Darüber hinaus

führen einige Fachbereiche Außensprechstunden

durch, die sich bewährt haben.

Außensprechstunden

Sozialpädagogischer

Fachdienst

Außensprechstunden

Abteilung Leistungen:

wöchentlich Osterwieck,

Elbingerode, Benneckenstein,

Ballenstedt, Harzgerode,

Hasselfelde, Thale.

Bereich Unterhaltsvorschuss:

jeden Donnerstag

an den Standorten

HBS/ Theaterstraße und

QLB/Mummental.

Mit Beginn des Jahres 2010 hat das Jugendamt damit

begonnen, ein einheitliches Programm des PROSOZ-

Institutes Herthen zu verwenden. Alle Leistungen der

Erziehungshilfe, Gebührenbefreiung für Elternbeiträge

bei Kindertagesstätten, des Unterhaltsvorschusses, die

Beistandschaften, Vormundschaften und Unterhaltsregelungen

werden mit Unterstützung des Programms

erfasst und bearbeitet. Die Elterngeldstelle arbeitet mit

einem überörtlichen Programm, ebenso die Fachaufsicht

der Kindertagesstätten.

Seit 2007 verfügt das Jugendamt über einen Bereitschaftsdienst

des Sozialpädagogischen Fachdienstes

außerhalb der Dienstzeiten in Zusammenarbeit mit der

Einsatzleitstelle des Landkreises Harz. Seit Anfang 2009

werden alle Kommunen, Kindertagesstättenträger, alle

Schulen und andere Behörden über die flächendeckende

Bezirksverteilung der Zuständigkeitsbereiche der

Bezirkssozialarbeiter einschließlich deren Erreichbarkeit

informiert.

Strukturell ist das Amt jetzt wie folgt gegliedert:

• Abteilung Sozialpädagogischer Fachdienst

• Abteilung Leistungen

• Sachgebiet Planung/Haushalt

• Sachgebiet Jugendarbeit/Jugendsschutz

• Sachgebiet AV, Unterhalt, Beistände

79

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


4.3.1. Abteilung Sozialpädagogischer Fachdienst (SpFd)

Der bedeutendste Aufgabenschwerpunkt dieser Abteilung

ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen, verbunden

mit der Ausübung des staatlichen Wächteramtes

nach Artikel 6 des Grundgesetzes, wenn Eltern ihrer

Verantwortung bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder

nicht gerecht werden.

Fast täglich erhält das Jugendamt des Landkreises Gefährdetenmeldungen

von Personen aus der familiären

Umgebung der Kinder, von Institutionen wie Kinderkliniken,

Schulen, Kindertagesstätten, Beratungsstellen oder

Fachärzten. Mitunter nehmen Kinder und Jugendliche

auch selbständig ohne Kenntnis der Eltern die Beratung

des SpFd in Anspruch.

Alle unbegleiteten jungen Flüchtlinge, welche der ZASt

des Landes Sachsen-Anhalt in Halberstadt zugewiesen

werden bzw. sich dort aufhalten, müssen sich einer Alterseinschätzung

durch das Jugendamt des Landkreises

Harz unterziehen. Bei Feststellung der Minderjährigkeit

des Flüchtlings erfolgt durch das Jugendamt eine Inobhutnahme

einschließlich der Veranlassung aller weiterhin

notwendigen Maßnahmen und die Einrichtung einer

Vormundschaft. Dies ist eine nicht planbare und zusätzlich

zu erfüllende Sonderaufgabe für das Jugendamt im

Landkreis Harz.

Wie in der gesamten Bundesrepublik ist die Anzahl der Gefährdetenmeldungen

in den letzten Jahren auch im Landkreis

Harz wesentlich angestiegen. Die Mitarbeiter des Sozialpädagogischen

Fachdienstes überprüfen alle Hinweise

und Meldungen. In der Regel erfolgt zur Einschätzung der

Gefährdungslage mindestens ein Hausbesuch durch eine

bzw. im Bedarfsfall auch durch zwei Fachkräfte. Um eine

Gefährdung abzuwenden, ist der SpFd verpflichtet, erforderliche

und geeignete Hilfen anzubieten. Dabei können

sich verschiedene Formen der Hilfe zur Erziehung in der

familiären Umgebung oder aber auch die Unterbringung

der Kinder oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses

als notwendig erweisen.

Sofern es nicht möglich ist, gemeinsam mit den Sorgeberechtigten

eine einvernehmliche Lösung herzustellen

und so eine Gefahr abzuwenden, sind die Mitarbeiter des

SpFd berechtigt und verpflichtet, durch geeignete und

ausreichende Maßnahmen den Schutz des Kindes oder

Jugendlichen einzuleiten.

Der Aufgabenbereich Hilfe zur Erziehung ist ein Schwerpunkt

in der Arbeit der Sonderpädagogischen Fachdienste.

Der SpFd entscheidet über die Gewährung der

Hilfe zur Erziehung und überwacht deren Umsetzung im

Sinne einer fachlichen Steuerung. Die Umsetzung der

Hilfen erfolgt durch freie oder private Leistungsanbieter

im oder außerhalb des Landkreises Harz.

Hilfeart

Ausgaben*

2008

Einnahmen

2008

Ausgaben*

2011

Einnahmen

2011

ambulante

Hilfen

teilstationäre

u. stationäre

Hilfen

Vollzeitpflegen

(Pflegekinder)

in Euro

Hilfen für

Mutter/ Vater

u. Kind

Inobhutnahmen

KOE an

andere

Landkreise

936.562,76 8.390.349,33 1.617.159,32 530.942,58 446.435,33 163.864,81

1.543.419,70

1.293.052,25 8.741.044,89 2.084.603,55 816.057,87 287.623,58 413.785,23

1.759.838,78

*

ohne §§ 16, 20 SGB VIII

In allen Verfahren vor dem Familiengericht, bei denen

Kinder betroffen sind, ist das Jugendamt durch das Gericht

zu beteiligen. Darüber hinaus hält das Jugendamt

als Angebot eine Trennungs- und Scheidungsberatung

vor.

Im Landkreis Harz gab es in den letzten Jahren einen

wesentlichen Anstieg von familiengerichtlichen Verfah-

ren, bei denen Kinder betroffen waren. So stieg die Zahl

der gerichtlich festgelegten Entzüge bzw. Einschränkung

der elterlichen Sorge von 37 im Jahr 2008 auf 56 im Jahr

2010. Im Rahmen eines interkommunalen Vergleichs

musste festgestellt werden, dass der Landkreis Harz in

den Jahren 2009 und 2010 eine überdurchschnittlich

hohe Anzahl von Ehescheidungen aufzuweisen hat, bei

denen Kinder betroffen waren.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 80


• Jugendgerichtshilfe, Pflegekinderdienst und Adoptionsvermittlung

Innerhalb des Sozialpädagogischen Fachdienstes bestehen

die Spezialdienste Jugendgerichtshilfe, Pflegekinderdienst

und Adoptionsvermittlung.

Die an den drei Hauptstandorten vorgehaltene Jugendgerichtshilfe

ist an allen Strafverfahren, die gegen Jugendliche

oder junge Erwachsene bis 21 Jahre erfolgen,

beteiligt. Die Mitarbeiter haben die Aufgaben, die Jugendlichen

während des gesamten Verfahrens bei den

Jugendgerichten oder der Staatsanwaltschaft zu betreuen,

eine Sozialprognose zu erstellen sowie gerichtliche

Auflagen und die Teilnahme an den Hauptverhandlungen

abzusichern.

Als sozialpädagogische Maßnahmen hat der Landkreis

mit freien Trägern Vereinbarungen zur Durchführung von

Maßnahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs, des Sozialtrainings

und Antiaggressivitätstraining abgeschlossen.

Der Pflegekinderdienst arbeitet ebenfalls an den drei

Hauptstandorten. Sofern Kinder bis 12 Jahre außerhalb

des Elternhauses untergebracht werden müssen, wird

vordergründig die Aufnahme bei Pflegeeltern geprüft.

2008 2009 2010 2011

Ausgaben für Vollzeitpflege 1.617.159,32 € 1.793.768,97 € 1.931.163,19 € 2.084.603,55 €

Anzahl Pflegekinder am 31.12. des Anzahl jeweiligen Pflegekinder Jahres am 31.12. des jeweiligen Jahres

300

250

200

150

Anzahl Pflegekinder

100

50

0

2008 2009 2010 2011

Eine Aufgabe des Pflegekinderdienstes ist die Entscheidung

darüber, wer als Pflegeltern arbeiten darf und die

Betreuung und Fortbildung der Pflegeltern. Letzteres er-

folgt in einer sehr engen Zusammenarbeit mit den drei

Pflegeelternvereinen im Landkreis Harz.

4.3.2. Abteilung Leistungen

• Bereich Unterhaltsvorschuss

Unterhaltsvorschuss ist eine Sozialleistung, die auf schriftlichen

Antrag des Elternteils, bei dem das anspruchsberechtigte

Kind lebt, gewährt wird.

Die Anzahl der Fälle entwickelte sich in den Jahren wie

folgt (hier handelt es sich um Stichtagszahlen jeweils

zum Ende des Jahres):

Zahl der Fälle, wo UVG gezahlt wird 2007 2011 Entw. absolut in %

Nichteheliche Kinder 1281 1810 529 141,3

Halbwaisen 8 10 2 125,0

Kinder aus geschiedenen Ehen 172 143 – 29 83,1

Kinder dauernd getrenntlebender Paare 477 463 – 14 97,1

Kinder, deren Eltern f. m. 6 Monate in Anstalt 2 6 4 300,0

insgesamt 1940 2432 492 125,4

81

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


Es ist somit ein erheblicher Anstieg der Fälle (Antragsteller)

zu verzeichnen, wobei insbesondere der Anteil der

Kinder, die bei einem der Elternteile leben, um 41,3 Prozent

zugenommen hat.

Auch wurde in den Jahren von 2007 bis zum 31.12.2011

kontinuierlich eine Erhöhung der Einnahmen nach § 7

UVG (Übergang von Ansprüchen des Berechtigten) erzielt.

Bis zum 31.12.2011 konnten von den Einnahmen

nach § 7 UVG zwei Drittel im Landkreis verbleiben.

• Bundeselterngeld

Seit dem 01.01.2010 sind die Landkreise und kreisfreien

Städte als untere Verwaltungsbehörde gemäß dem Ausführungsgesetz

des Landes Sachsen-Anhalt für den Vollzug

des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG)

im übertragenen Wirkungskreis zuständig.

Die Gegenüberstellung der erreichten Ergebnisse 2011

gegenüber 2010 ergibt für den Landkreis Harz folgende

Entwicklung:

Erhebungsmerkmal 2010 2011 Entw. Absolut Entw. in %

Erstanträge 1798 1723 – 75 95,8

darunter – für Mehrlinge 23 21 – 2 91,3

darunter – von Vätern 299 286 – 13 95,7

Immer mehr Elternpaare lassen sich heute im Vorfeld der

Inanspruchnahme des Elterngeldes umfassend beraten

und somit vorab im Rahmen der Beratung das etwaige

Elterngeld berechnen, um ihre individuelle Elternzeit zu

planen.

Der Aufwand zur Berechnung von Elterngeld hat sich, bedingt

durch Gesetzesänderungen und Urteile, drastisch

erhöht, da eine individuelle Einkommensberechnung

erfolgt. Dies ist zwar mit erheblichem zeitlichem Mehraufwand

für die Mitarbeiterinnen der Elterngeldstellen

verbunden, verbessert aber andererseits die Rechtssicherheit

für den Bürger.

• Wirtschaftliche Jugendhilfe

Das Sachgebiet „Wirtschaftliche Jugendhilfe“ beschäftigt

sich im Wesentlichen mit den wirtschaftlichen Folgen, die

sich aus den Entscheidungen des sozialpädagogischen

Fachdienstes ergeben. Es geht hier um die Übernahme

von Kosten für Kinder in der Tagesbetreuung, Pflegekosten

für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, die in

Heimen bzw. in teilstationären Einrichtungen untergebracht

sind, Pflegegeld für Kinder, Jugendliche und junge

Volljährige, die in einer Pflegefamilie untergebracht sind,

Kosten für die Durchführung ambulanter Maßnahmen,

wie z. B. sozialpädagogische Familienhilfe, Geltendmachung

von finanziellen Ansprüchen gegenüber Dritten

(z. B. Familienkasse, BAföG-Stelle usw.) sowie die Heranziehung

der Eltern zu den Kosten und die Regelung und

Durchsetzung von finanziellen Ansprüchen gegenüber

anderen Leistungsträgern.

Die Mitarbeiter der wirtschaftlichen Jugendhilfe arbeiten

deshalb sehr eng mit den Trägern von Heimen, Pflegeeltern,

Bundesagentur für Arbeit - Familienkasse, KoBa

„Jobcenter Harz“, BAföG-Stellen, Wohngeldstelle sowie

anderen Jugendämtern zusammen.

Gegenwärtig werden dafür im Harzkreis (ohne Träger von

Kindertageseinrichtungen) die Angebote von

• 55 stationären Trägern der Hilfe zur Erziehung und

Eingliederungshilfe,

• 211 Pflegestellen,

• 10 teilstationären und

• 31 Trägern von ambulanten Angeboten

im gesamten Bundesgebiet genutzt.

Mit 24 Trägern im stationären Bereich, die ihre Einrichtungen

im Harzkreis haben, wurden entsprechend der

vom Landesjugendamt herausgegebenen Betriebserlaubnis

Vereinbarungen zur Leistung, zur Qualitätsentwicklung

und zum Entgelt abgeschlossen. Hinzu kommt

der Abschluss der Vereinbarungen gemäß § 8a SGB VIII.

31 Vereinbarungen wurden im ambulanten Bereich abgeschlossen

zuzüglich diverser Einzelvereinbarungen.

Auch hier erfolgte der Abschluss der Vereinbarungen gemäß

§ 8a SGB VIII. Sämtliche Vereinbarungen wurden im

Zeitraum 2007 bis 2011 überarbeitet.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 82


Entwicklung der Hilfen zur Erziehung (ohne Fälle mit Kostenerstattung)

700

600

500

400

300

200

100

0

2007 2008 2009

2010 2011

Ambulante Hilfen zur Erziehung Teilstationäre Hilfen zur Erziehung Stationäre Hilfen zur Erziehung

Ein Teil des Bereiches der wirtschaftlichen Jugendhilfe ist

der Bereich Kita-Gebührenbefreiung.

Die gesetzliche Grundlage für die Kita-Gebührenbefreiung

bildet § 90 Abs. 3 und 4 SGB VIII. Danach soll der Teilnahmebeitrag

oder der Kostenbeitrag auf Antrag ganz

oder teilweise erlassen oder vom Träger der öffentlichen

Jugendhilfe übernommen werden, wenn die Belastung

den Eltern und dem Kind nicht zuzumuten ist.

Der Durchschnitt der monatlichen Gebühren für einen

Platz in einer Kindertageseinrichtung liegt im Harzkreis

für eine Halbtagsanspruch in

• einer Kinderkrippe zwischen 75 EUR bis 139 EUR

• einem Kindergarten zwischen 55 EUR 126 EUR,

und für einen Ganztagsanspruch in

• einer Kinderkrippe zwischen 145 EUR bis zu 270 EUR

• einem Kindergarten zwischen 90 EUR bis zu 150 EUR.

Für einen Hortplatz liegen die monatlichen Gebühren

zwischen 43 EUR bis 75 EUR.

Der Anstieg der Anträge, jeweils auf einen Stichtag bezogen,

verdeutlicht, dass immer mehr Eltern diese gesetzliche

Grundlage im Zeitraum 2007 bis 2011 nutzen mussten.

Bereiche 2007 2011 Entw. in %

Halberstadt 1642 1707 104

Quedlinburg 1193 1647 138

Wernigerode 1123 1325 118

Gesamt 3958 4679 118

4.3.3. Sachgebiet Planung/Haushalt

Im Rahmen der Erfassung und Analyse von Daten zur sozialen

Situation unserer Bevölkerung einschließlich spezifischer

Daten über unsere Kinder und Jugendlichen ist

die Jugendhilfeplanung ein wesentliches Instrument bei

der Erfüllung der Aufgaben des örtlichen Trägers der öffentlichen

Jugendhilfe.

Der Bereich Jugendhilfeplanung ist eng mit dem Jugendhilfeausschuss

verbunden. Eine der ersten wichtigen

Aufgaben der Jugendhilfeplanung bestand in der Erarbeitung

sozialpolitischer Leitbilder, mit deren Hilfe dem

Jugendamt klare Planungsaufträge erteilt, strategische

Ziele vorgegeben und Querverbindungen zu anderen

Politikfeldern hergestellt werden konnten. Die Leitbilder

wurden im Juni 2008 im Jugendhilfeausschuss beschlossen.

Mit Hilfe des Instrumentes der örtlichen Jugendhilfeplanung

werden regelmäßig Planungsberichte an den Ju-

gendhilfeausschuss, andere Gremien und an die Träger

von Einrichtungen und Diensten weitergegeben. Hierzu

zählen u. a. Berichte wie Hilfen zur Erziehung (2008), zur

Förderung der Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und des

erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes (2011), die

Erarbeitung eines Präventionskataloges (2011) und der

Bericht der Kleinräumlichen Betrachtung der sozialen Situation

im Landkreis Harz (2009-2010).

Im Zuge der Umsetzung des II. Funktionalreformgesetztes

wurden zum 01.01.2010 das Betriebserlaubnisverfahren

und die Fachaufsicht über die Kindertagesstätten auf

den Landkreis Harz übertragen. Somit obliegt die Aufsicht

dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe,

auf dessen Gebiet sich die Tageseinrichtung befindet. Er

ist sachlich zuständig für die Wahrnehmung der Aufgaben

zum Schutz von Kindern und Jugendlichen nach §§

45 – 48 SGB VIII sowie für die Einhaltung der Vorschriften

dieses Gesetzes (§ 20 KiFöG).

83

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


Entwicklung der Kapazitäten zu den Belegungen in den Altersbereichen der

Entwicklung der Kapazitäten Kindertagesstätten zu den Belegungen im Landkreisdurchschnitt

in den Altersbereichen der Kindertagesstätten im Landkreisdurchschnitt

7000

7000

6500

6500

6000

6000

5500

5500

5000

5000

4500

4500

4000

4000

3500

3500

3000

3000

2500

2500

2000

2007 2008 2009 2010 2011

Kapazität Krippe Kapazität Kindergarten Kapazität Hort Belegung Krippe Belegung Kindergarten Belegung Hort

2000

Quelle: eigene Erhebungen, Meldungen der Träger zum Stichtag 01.01. des jeweiligen Jahres

Quelle: eigene Erhebungen, Meldungen der Träger zum Stichtag 01.01. des jeweiligen Jahres

Jährlich werden für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen

fachspezifische Fortbildungen angeboten.

Einen Schwerpunkt in der fachlichen Qualitätsentwicklung

von Kindertageseinrichtungen nimmt die

Zertifizierung von Kinderschutzfachkräften in Kindertageseinrichtungen

ein. In den vergangenen 5 Jahren hat

sich der Landkreis Harz im Land Sachsen-Anhalt einen

Spitzenplatz im Rahmen der Wahrnehmung des Schutzauftrages

bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a Sozialgesetzbuch

(SGB VIII) erworben. Über 80 % aller Kindertageseinrichtungen

verfügen bereits über eine zertifizierte

Kinderschutzfachkraft.

Netzwerk „life ist my future/Kinderschutz“ verbunden ist.

Frühe Hilfen zielen darauf ab, Entwicklungsmöglichkeiten

von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft

frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Um diesem gesetzlichen

Anliegen gerecht zu werden, werden Schwerpunkte

des Kinderschutzes und Möglichkeiten früher

Hilfen in einer eigens dafür gegründeten Arbeitsgruppe

beraten.

Mit EU-Fördergeldern und Bundesmitteln (Förderperiode

2008-2013) konnten im Landkreis Harz insbesondere

aus den Programmteilen EFRE und ELER Kindertagesstätteninvestitionen

in Höhe von rund 12,9 Mio. Euro unterstützt

werden. 11 Kindertageseinrichtungen haben von

der Förderung profitiert. Mit Hilfe des Krippenausbauprogramms

2008 – 2013 konnten im Rahmen des Fördervolumens

in Höhe von rund 1,6 Mio Euro nochmals

6 Kindertageseinrichtungen gefördert werden. Aus dem

Konjunktur-II-Programm des Bundes (2009) haben 2 Kindertageseinrichtungen

Fördermittel erhalten.

Auch die Aufgaben der Haushaltsplanung und -durchführung

des Jugendamtes werden in diesem Sachgebiet

wahrgenommen.

Auftaktveranstaltung für das lokale Netzwerk „Frühe Hilfen”

Seit 2011 verfügt der Landkreis Harz/Jugendamt über

ein lokales Netzwerk „Frühe Hilfen“, welches eng mit dem

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung der

Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt

für den Bereich des Jugendamtes.

Einnahmeseitig fanden die besonderen Ergänzungszuweisungen

für die Wahrnehmung der Aufgaben nach

den §§ 11 bis 14 SGB VIII sowie die Wahrnehmung der

Aufgaben der Hilfe zur Erziehung Berücksichtigung.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 84


Entwicklung des Haushaltsvolumens 2007 - 2011

Entwicklung des Haushaltsvolumens 2007 – 2011

Millionen €

50

40

30

20

10

0

RE 2007 RE 2008 RE 2009 RE 2010 RE 2011

A 39.417.398,55 € 42.161.897,86 € 46.022.349,66 € 49.469.884,23 € 50.030.777,87 €

E 18.730.157,69 € 20.107.013,45 € 22.730.531,55 € 32.397.028,30 € 29.577.535,57 €

Die o. g. Ausgaben verteilten sich auf die Leistungsbereiche wie folgt:

RE 2007 RE 2008 RE 2009 RE 2010 RE 2011

Leistung

in TEuro

Förderung der Kindertagesbetreuung 20.424,22 21.036,74 23.645,67 26.167,44 26.515,34

Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für 11.372,88 11.918,83 12.757,59 13.142,75 13.228,23

seelisch behinderte Kinder und Jugendliche,

Hilfe für junge Volljährige, Inobhutnahme

Allgemeine Förderung der Erziehung

197,39 567,83 746,71 692,89 820,23

in der Familie

Adoptionsvermittlung, Beistandschaft, Amtspflegschaft-

77,12 122,32 69,68 67,32 40,39

und Vormundschaft, Gerichtshilfen

Erstattung Elternbeiträge 3.158,21 3.750,63 4.130,16 4.120,34 4.213,67

Leistungen nach dem

3.072,32 3.576,95 3.542,17 4.148,80 4.167,61

Unterhaltsvorschussgesetz

Jugendarbeit 972,88 1.067,36 1.047,96 1.066,23 964,60

Jugendsozialarbeit, erzieherischer Kinder-

95,17 105,29 64,20 46,47 57,38

und Jugendschutz

Sonstiges 47,20 15,94 18,21 17,64 23,34

Ausgaben gesamt: 39.417,40 42.161,90 46.022,35 49.469,88 50.030,78

4.3.4. Sachgebiet Jugendarbeit/Jugendschutz

Schwerpunkte im Bereich der Jugendarbeit sind außerschulische

Jugendbildung, Jugendarbeit in Sport, Spiel

und Geselligkeit, die internationale Jugendarbeit u a. Viele

Einrichtungen, Veranstaltungen, Ferienfreizeiten und

weitere Angebote für die Kinder und Jugendlichen unseres

Landkreises werden finanziell gefördert und fachlich

begleitet. Dabei können die Städte und Gemeinden, die

Vereine und Verbände, die Kinder und Jugendliche unseres

Landkreises betreuen, fördern und begleiten sowie

Zuschüsse beantragen. Der Jugendhilfeausschuss des

Landkreises Harz hat in seiner Sitzung vom 19.06.2008

die „Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit

und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes

im Landkreis Harz“ beschlossen, die für den gesamten

Harzkreis gilt.

Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz verfolgt das

Ziel, die jungen Menschen vor gefährdenden Einflüssen

zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit

und Eigenverantwortlichkeit sowie zur Verant-

85

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


wortung gegenüber ihren Mitmenschen zu führen. Es

sollen aber auch Eltern und andere Erziehungsberechtigte

befähigt werden, Kinder und Jugendliche vor schädlichen

Einflüssen zu schützen.

Um diese Ziele zu erreichen, bieten die Mitarbeiter des

Bereiches die verschiedensten Maßnahmen an wie z. B.

Workshops zum Thema Sexualität, Aufklärung und Missbrauch.

In Jugendfreizeitstätten und anderen Einrichtungen

werden Beratungsstunden durchgeführt. Die

Mitarbeiter arbeiten sehr eng mit den freien Trägern der

Jugendarbeit im Landkreis zusammen. Es finden viele gemeinsame

Veranstaltungen statt.

Zum Thema erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

wurde eine Broschüre erarbeitet, die die präventiven Angebote

für Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen zusammenfasst.

Sie ist im Jugendamt erhältlich.

Seit 2000 besteht der Präventionsverbund „life is my

future“. Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz leitet

und koordiniert dieses Fachgremium. Der Verbund

hatte sich zunächst im Raum Wernigerode etabliert und

wurde ab 2007 auf den gesamten Harzkreis erweitert.

Vier spezifische Fachgruppen bilden das Konstrukt der

Vernetzung. Besondere Schwerpunkte sind gemeinsame

Präventionstage und -veranstaltungen im Landkreis,

verschiedene Fachtagungen, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit

sowie ein regelmäßiger fachlicher Austausch

zwischen den über 60 Partnern. Die dazu geschaffene

Internetseite www.limf.de bietet verschiedene aktuelle

Informationen sowie das breite Spektrum von Präventions-

und Beratungsangeboten der Träger an.

Erlebnispädagogik als Methode in der sozialen Arbeit gewinnt

immer mehr an Bedeutung. Hier genau setzt die

Arbeitsgemeinschaft „Erlebnispädagogik im LK Harz

unter genauer Abgrenzung zu kommerziellen Angeboten

an. Das Ziel dabei ist, verbindliche fachliche Standards

zu definieren.

Seit Januar 2007 unterstützt die Kompetenzagentur

Landkreis Harz im Altlandkreis Wernigerode benachteiligte

Jugendliche, die sich im Übergang Schule – Beruf

befinden und von bestehenden Angeboten nicht profitieren

können. Die Mitarbeiter übernehmen in ihrer Arbeit

eine Art „Lotsenfunktion“ und entwickeln mit den

Jugendlichen Perspektiven und Möglichkeiten für eine

langfristige soziale/berufliche Integration. Mit der Angliederung

der Kompetenzagentur an das KoBa Jobcenter

Landkreis Harz, konnte die Kompetenzagentur zum

01.09.2011 ihr Unterstützungsangebot auf den gesamten

Harzlandkreis erweitern.

Im Rahmen des „Schulverweigerungsprojektes – Die

2. Chance” werden seit April 2009 SchülerInnen ab dem

12. Lebensjahr, die aus unterschiedlichen Gründen die

Schule aktiv aber auch passiv verweigern, von zwei Case

Managern betreut. Mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle

reagiert der Landkreis Harz auf die aktuellen

Zahlen von Schulverweigerern bzw. Jugendlichen, die

die Schule ohne einen Schulabschluss verlassen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung 86


Neben der intensiven Begleitung der jungen Schulverweigerer

erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den

Familien, um gemeinsam eine Reintegration ins Regelschulsystem

zu ermöglichen. Individuelle Unterstützungsangebote

sowie eine intensive Kooperation mit

den Schulen und ggf. Bezirkssozialarbeitern sollen die

Schulverweigerer befähigen, wieder regelmäßig und aktiv

am Unterricht teilzunehmen.

Das Jugendamt des Landkreises Harz ist Träger der Regionalen

Netzwerkstelle Schulerfolg im Landkreis Harz.

Die regionale Netzwerkstelle ist zentrale Koordinierungsplattform

in der Region für ein gemeinsames Handeln

zwischen Schulen, Jugendhilfe, Eltern, beratenden Institutionen

und der Wirtschaft. Gemeinsam mit Schulen

und Kooperationspartnern entwickelt und realisiert die

Netzwerkstelle Konzepte zum erfolgreichen Lernen. Die

Netzwerkstelle informiert Eltern über praktische Unterstützungsmöglichkeiten,

ist Ansprechpartner für alle

Beteiligten und Interessierten in der Region Harz. Die

Mitarbeiter pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den

Schulsozialarbeitern.

4.3.5. Sachgebiet Amtsvormundschaften, Unterhalt, Beistände

Die Aufgaben des Sachgebietes werden an den Standorten

Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode wahrgenommen.

Durch die Mitarbeiter der Beistandschaft wird ein wesentlicher

Beitrag zur Sicherstellung der existenziellen

Bedürfnisse von Kindern geleistet. Schwerpunkt bei der

Beratung und Unterstützung sowie bei der Führung der

Beistandschaft bildet die Klärung der Vaterschaft sowie

die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen für minderjährige

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten

18. Lebensjahr.

Amtsvormünder vertreten Kinder, die zur Adoption freigegeben

wurden und bei den künftigen Adoptiveltern

leben, während des Adoptionsverfahrens sowie Kinder

und Jugendliche, deren Eltern das Sorgerecht nicht mehr

ausüben können oder dürfen. Der Amtspfleger unterscheidet

sich von dem Vormund wesentlich dadurch,

dass er nur für einzelne, fest umgrenzte Aufgaben zuständig

ist.

Im Rahmen der Aufgabenerfüllung des Sachgebietes erfolgt

eine unmittelbare und enge Zusammenarbeit mit

dem Sozialpädagogischen Fachdienst des Jugendamtes.

Die Handlungsmaximen für Vormünder, Pfleger und Beistände

ergeben sich aus den Vorschriften des Bürgerlichen

Gesetzbuches. Die Mitarbeiter dieses Sachgebietes

sind allein dem Kindeswohl und in diesem Zusammenhang

dem Familiengericht verpflichtet. Darin liegt begründet,

dass sowohl die Mitarbeiter, die die Aufgaben

eines Beistandes wahrnehmen, als auch die Amtsvormünder

und Amtspfleger innerhalb des Jugendamtes

eine Sonderstellung dahingehend einnehmen, dass sie

weitestgehend weisungsunabhängig arbeiten.

Die Entwicklung der gesetzlichen und bestellten Amtsvormundschaften,

Amtspflegschaften und Beistandschaften,

beginnend ab 2007 bis heute, zeigt sich in der

nachstehenden Statistik.

2007 2008 2009 2010 2011 23.03.2012

gesetzlicher Amtsvormund 34 45 35 40 30 26

bestellter Amtsvormund 88 154 89 89 84 90

davon ausländische

2 3 0 0 0 0

Minderjährige

Amtspflegschaft 53 125 50 55 48 49

Beistandschaften 2.260 2.640 2.263 2.445 2.101 2.355

87

Dezernat III – Sozial- und Bildungsverwaltung


5. Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung

Dezernat IV

Martin Skiebe

Jurist

Frank Holler

80 GB Wirtschaftsförderung

Bernd Skudelny

63 Bauordnungsamt

Dietmar Köhler

66 Amt für

Kreisstraßen

Herbert Hübe

67 Umweltamt

Christine Werner

SG Städtebau /

Bauleitplanung

Claudia Nadler

Abt. Bauhof

Lothar Schmidt

Abt. Untere

Immissionsschutzbehörde

Klaus Frey

Abt. Untere Abfallbehörde/Untere

Bodenschutzbehörde

Torsten Sinnecker

Abt. Untere

Naturschutzbehörde

Egbert Günther

Abt. Untere

Wasserbehörde

Matthias Blessinger

SG vorbeugender

Brandschutz

Karl-Heinz Raabe

SG Untere Abfallbehörde

Bernd Germer

SG Schutzgebiete /

Artenschutz

Guido Harnau

SG Abwasser

Ulrich Kundler

SG Bauaufsicht

Holger Pache

SG Wasserbau

Ullrich Uhlmann

SG Denkmalschutz

Dr. Oliver Schlegel

SG Baurecht

Katharina Floßmann

SG Kreisentwicklung

Regina Joppke

Aufgaben der Wirtschaftsförderung, der Bau- und der

Umweltverwaltung stehen im Mittelpunkt des von Martin

Skiebe geleiteten Dezernates. Der Landkreis betätigt

sich in diesen Bereichen sowohl regulierend im eigenen

Wirkungskreis als auch im übertragenen Wirkungskreis

als Untere Verwaltungsbehörde. Dem Dezernenten sind

drei Fachämter und der Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung

direkt zugeordnet. Auch in diesem Dezernat führt

ein Jurist alle in den Ämtern des Dezernates anfallenden

Rechtsstreitigkeiten und berät die Ämter in allen Rechtsfragen.

Hauptschwerpunkte liegen dabei im Bau- sowie

im Umweltrecht.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 88


5.1. Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung

Mit Gründung des Landkreises Harz wurden die Aufgaben

Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarkt, Tourismus und

Kultur in einem eigenständigen Amt zusammen gefasst.

Im Zuge der Auflösung des Bauplanungsamtes wurden

auch die Sachgebiete Raumordnung/Kreisentwicklung

und ÖPNV dem neuen Amt für Wirtschaftsförderung und

Kreisentwicklung zugeordnet. Nach weiteren Strukturveränderungen

in den Folgejahren wurde zum 01.01.2012

der Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung mit den Aufgabenbereichen

Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarktpoli-

tik, Agenda 21, Tourismus, Kultur und ÖPNV gebildet und

dem Dezernenten direkt unterstellt.

Auch die Koordinierungsstelle der lokalen Agenda 21

ist im Geschäftsbereich angesiedelt. Schwerpunkt der

Arbeit ist die nachhaltige Entwicklung des Landkreises

Harz. Die Einführung von Energiesparmodellen an Schulen,

Umwelt- und Klimaschutzaktionen, die Organisation

von Veranstaltungen zum Tag der erneuerbaren Energien

und zum Tag der Regionen, der Bau eines Energieerlebnispfades

sind nur einige aktuelle Agenda-Projekte.

5.1.1. Aufgabenbereich Wirtschaftsförderung

Die Wirtschaftsförderung bietet als Kontakt- und Investorenleitstelle

im Sinne einer One Stop Agency investitionswilligen

Unternehmen sowohl eine Begleitung innerhalb

der Verwaltung als auch die notwendigen Kontakte nach

außen. So erfolgt bei Ansiedlungen und Erweiterungsvorhaben

sowie Existenzgründungen und damit verbun-

denen Investitionen die Erstberatung einschließlich Fördermittelberatung

bis hin zu Finanzierungsmodellen. Zu

den Aufgaben zählen auch die Erarbeitung und die Koordinierung

von Stellungnahmen sowie die Zuarbeiten für

die verschiedensten Wirtschafts- und Unternehmensorganisationen,

wie z. B. die IHK.

GA-Förderung (in Euro) insgesamt im Landkreis Harz für die Jahre 2007 – 2011

Infrastruktur und gewerbliche Wirtschaft

Zeitraum

neue

Arbeitsplätze

gesicherte

Arbeitspläze

Investitionsvolumen

gesamt

bewilligter Zuschuss

gesamt

2007 170 747 36.567.211 10.917.300

2008 401 2109 145.982.087 32.746.700

2009 386 1446 154.851.473 53.458.600

2010 251 1427 122.109.288 31.419.400

2011 374 2123 122.843.515 42.908.970

2007 – 2011 1.956 9975 582.353.574 171.450.970

Aktiv begleiten und unterstützen die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung

auch solche Themen wie die Regionalvermarktung,

die Existenzgründerqualifizierung oder traditionelle

Veranstaltungen wie das Landwirtschaftsfest in

Reinstedt - um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Seit 2008 beteiligt sich der Landkreis aktiv an der Erschließung

des gesamten Kreisgebietes für die Breitband-Versorgung.

Die Beseitigung der so genannten „weißen Flecken“

ist inzwischen ein wichtiger Standortfaktor. Hierzu

wurde über das Regionalmanagement Personal, gefördert

über das Land, eingestellt.

Bisher konnten 62 Stadt- bzw. Ortsteile erschlossen werden.

Ca. 2 900 Unternehmen bzw. Gewerbetreibende

und ca. 53 000 Einwohner profitierten bisher durch diesen

Ausbau.

Es wurden nachfolgende Fördermittel zur Verfügung

gestellt:

Zusammenfassung der „Fördertöpfe“

Wirtschaftlichkeitslücke

Zuwendung

ELER 796.575,00 € 724.387,00 €

GAK(G) 980.383,00 € 822.359,00 €

KII (K) 2.106.567,00 € 1.909.085,00 €

3.883.525,00 € 3.455.831,00 €

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt in diesem Bereich ist

die zentrale Koordinierung, Pflege und Weiterentwicklung

des Redaktionssystems der Internetpräsentation

des Landkreises.

Insgesamt sind im Landkreis Harz 94 % der Orte mit

Breitband grundversorgt.

89

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


5.1.2. Aufgabenbereich Arbeitsmarktpolitik

Im Bereich der Arbeitsmarktpolitik initiiert und unterstützt

der Landkreis u. a. vielfältige Projekte, um die

Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule

in das Berufsleben zu unterstützen. Dazu zählen solche

inzwischen zur Tradition gewordenen Veranstaltungsreihen

wie die Woche der Berufsfindung und das Schülerforum

„Technik zum Anfassen und Begreifen“, aber

auch Projekte wie Jobstarter-Connect und 2. Chance. In

diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist

die gute Zusammenarbeit in den Arbeitskreisen Metall/

Elektro und Gastronomie/ Tourismus.

Weitere Förderprogramme, die vorrangig darauf ausgerichtet

sind, Langzeitarbeitslosen oder schwer vermittelbaren

Arbeitssuchenden wieder einen Zugang zum Arbeitsmarkt

zu ermöglichen, werden ebenfalls im Bereich

der Arbeitsmarktpolitik bearbeitet bzw. von diesem Bereich

unterstützt.

In die Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen

ist die Wirtschaftsförderung mit vielfältigen Maßnahmen

eingebunden. Dazu zählen solche Projekte wie „Kommunal

Kombi“, „ Aktiv zur Rente“ oder „Lokales Kapital“.

Vergleich der Jahresdurchschnitt-Arbeitslosenquoten

(Arbeitslosenquote bezieht sich auf alle Erwerbstätigen)

2007 2008 2009 2010 2011

Agentur für Arbeit Halberstadt 18,0 15,2 15,1 13,8 13,1

GS Wernigerode 11,5 8,9 9,1 7,4 6,7

GS Quedlinburg 19,0 16,7 15,4 13,8 13,2

Landkreis Harz 15,8 13,3 13,0 11,4 10,7

Land Sachsen-Anhalt 17,2 14,0 13,6 12,5 11,6

GS = Geschäftsstelle

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen

5.1.3. Aufgabenbereich Tourismus

Im Bereich Tourismus werden touristische Themen, Planungen

und Vorhaben der Kommunen des Landkreises

Harz begleitet, um eine flächendeckende touristische

Entwicklung der Region zu unterstützen. Ziel der Arbeit

ist es, neue touristische Angebote zu entwickeln.

Zu den vielfältigen Aufgaben in diesem Bereich zählen

die Zusammenarbeit und Kontaktpflege mit überregionalen,

regionalen und kommunalen Verbänden und Vereinen,

Gemeinden und Organisationen, fachspezifischen

Institutionen sowie kommunalen, kommerziellen und

gemeinnützigen touristischen Leistungsanbietern. Städte

und Gemeinden werden sowohl bei der Beantragung

als auch beim Erhalt der Prädikatisierung der Kur- und

Erholungsorte unterstützt und touristische Veranstaltungen

und Einrichtungen werden gefördert. In diesem Zusammenhang

erfolgt auch die Betreuung des Tourismusbeirates

(beratendes Gremium) des Landkreises Harz.

Weitere Kernpunkte sind die Entwicklung und Fortschreibung

von Konzepten, Marketingstrategien und deren

Umsetzung, die Initiierung von neuen Projekten, die Betreuung

bestehender sowie fortlaufender Projekte und

Vorhaben im touristischen Bereich sowie die Erarbeitung

von Stellungnahmen zur Förderung der touristischen Infrastruktur.

Aufgaben sind auch die Teilnahme an Veranstaltungen,

Messen, Präsentationen und Leser-Service-Aktionen sowie

die Koordination, Unterstützung und aktive Teilnahme

an Veranstaltungen für den Landkreis Harz. Zu den

Schwerpunkten auf dem Gebiet des Marketing zählen

die Entwicklung und Gestaltung einer einheitlichen Werbelinie

für den Landkreis Harz, die Einbindung der Orte

und touristischen Betriebe in das gemeinsame Harz-Marketing

und ebenso die Generierung zusätzlicher Mittel

für das Marketing, um so eine höhere Marktwirksamkeit

zu erreichen.

Präsentation des Landkreises auf der „Grünen Woche” in Berlin

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 90


Beherbergungsstatistik 2007 - 2011 Ankünfte, Übernachtungen

(> 8 Betten)

Landkreis Harz Ankünfte Übernachtungen

durchschnittl.

Aufenthaltsdauer

2007 741.316 2.287.456 3,1

Veränderungen gegenüber Vorjahr – 1,80 % 2,40 %

2008 751.826 2.279.426 3,0

Veränderungen gegenüber Vorjahr 1,40 % – 0,40 %

2009 775.215 2.316.055 3,0

Veränderungen gegenüber Vorjahr 3,10 % 1,60 %

2010 789.507 2.319.627 2,9

Veränderungen gegenüber Vorjahr 1,80 % 0,10 %

2011 830.931 2.420.959 2,9

Veränderungen gegenüber Vorjahr 5,20 % 4,40 %

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

• Aufgabenbereich Kultur

Für die Förderung der Entwicklung von Kunst und Kultur,

die geschichtliche Aufarbeitung und Stärkung des Heimatgedankens

sowie die Pflege des Brauchtums ist der

Aufgabenbereich Kultur zuständig.

Zu den wichtigen Arbeitsbereichen zählt u. a. die Zusammenarbeit

mit dem Nordharzer Städtebundtheater und

dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode,

insbesondere im Zusammenhang mit den bestehenden

Förderverträgen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Vereinsund

Kulturarbeit. Die Vereine können sich beim Kulturbereich

beraten lassen und Anträge auf Förderung von Vorhaben

und Projekten stellen, die von kreislichem Interesse

sind. In den Beratungen übergreifender Arbeitsgruppen

wie dem Kulturrat des Landkreises Harz, dem Barheine-

Beirat, dem Kulturausschuss beim Regionalverband Harz

e. V. oder den Arbeitsgruppen des HTV sowie durch Organisation

überkreislicher Projekte werden durch diesen

Bereich die Interessen des Landkreises Harz vertreten.

Der Kulturbereich koordiniert für den gesamten Ostharz

den Kulturkalender im Internet, der seit dem 1.1.2010

harzweit auf der Internet-Plattform www.kreis-hz.de aufgestellt

ist. Weitere wichtige Aufgabenstellungen sind die

Realisierung des „Einheitlichen touristischen Leitsystems

im Harz“, die „Gartenträume“, die Erstellung eines Kultur-

Almanachs oder die Sanierung, Umgestaltung und Betreuung

der Mahn- und Gedenkstätte „Veckenstedter

Weg“ in Wernigerode.

• Aufgabenbereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Der Landkreis ist Aufgabenträger für den öffentlichen

Straßenpersonennahverkehr (Busse und Straßenbahnen)

sowie in wichtigen Teilbereichen für die Harzer Schmalspurbahnen.

Als Aufgabenträger legt er einen Planungsrahmen

- den Nahverkehrsplan - fest, den die Verkehrsunternehmen

mit ihren Liniennetzen, Fahrplänen und

Tarifangeboten ausgestalten. Diese Nahverkehrspläne

sind regelmäßig auf ihre Umsetzung und Wirkung hin

auszuwerten, denn sie bilden rechtlich die Grundlage für

alle Linienverkehre.

Zur Aufgabenträgerschaft gehört des Weiteren die Finanzierung

des ÖPNV nach landes-, bundes- und europarechtlichen

Rahmvorschriften. Der ÖPNV-Aufgabenträger

bewirtschaftet u. a. die vom Land zur Verfügung

gestellten Zuweisungen sowie ergänzend eigene Haushaltsmittel,

sorgt für deren rechtssichere Verwendung

und weist dies gegenüber Prüfungsinstanzen nach. Nach

einer 2011 erfolgten Gesetzesänderung liegt in diesem

Bereich auch die Verantwortung für die bis dahin vom

Land selbst wahrgenommene Teilfinanzierung des Schülerverkehrs.

Damit den Einwohnern und Gästen des Landkreises ein

umfangreiches Fahrplanangebot zur Verfügung gestellt

werden kann, werden jährlich insgesamt mehr als 8 Mio.

€ eingesetzt. Neben der Absicherung des täglichen Regionalverkehrs

zählen z. B. die Koordinierung des Schienenund

Straßen-ÖPNV, die Integration des Schülerverkehrs

in den Linienverkehr, Fragen der Tarifkooperation sowie

diverse Sonderprojekte zu den Aufgaben des Bereiches.

Nicht zuletzt gehören die gemeinsam mit den Städten

gewährleisteten Stadtverkehre zu den laufenden Planungs-

und Finanzierungsaufgaben.

91

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


5.2. Bauordnungsamt

Das Bauordnungsamt des Landkreises Harz ist 2007 mit

den Abteilungen Baurecht, Bauaufsicht und Denkmalschutz

mit insgesamt 48 Mitarbeitern gestartet.

Durch Umstrukturierung wurden dem Amt die Sachgebiete

Planungsrecht, vorbeugender Brandschutz und

Raumordnung/Kreisentwicklung zugeordnet, sodass die

Mitarbeiterzahl in den nun 6 Sachgebieten inzwischen

auf 62 angewachsen ist. Das Amt nimmt die Aufgaben

der unteren Bauaufsichtsbehörde, der unteren Denkmalschutzbehörde,

der Brandschutzbehörde und der unteren

Landesplanungsbehörde wahr.

5.2.1. Sachgebiet Städtebau/Bauleitplanung

In diesem Sachgebiet werden alle bauordnungsrechtlichen

Verfahren planungsrechtlich geprüft. Weiterhin ist

das Sachgebiet Bündelungsstelle für die Stellungnahmen

der Fachämter des Landkreises in den Bauleitplanverfahren

der Städte und Gemeinden.

Mit der Genehmigung von B-Plänen und F-Plan-Änderungen

wurde dem Sachgebiet seit Januar 2010 eine

weitere Aufgabe übertragen. Das schließt auch die umfassende

fachliche und rechtliche Beratung der Städte

und Gemeinden während der Bauleitplanverfahren und

den anschließenden Genehmigungsverfahren ein.

5.2.2. Sachgebiet vorbeugender Brandschutz

Das Sachgebiet wurde im Zuge von Strukturveränderungen

nach Auflösung des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz

dem Bauordnungsamt zugeordnet.

Der vorbeugende Brandschutz umfasst die technischen

und organisatorischen Maßnahmen zur Verhütung

von Bränden und schafft Voraussetzungen für effektive

Brandbekämpfung. Hauptaufgabe des vorbeugenden

Brandschutzes ist die Durchführung von Brandsicherheitsschauen.

Dabei werden Brandschutzzustände in

den 1600 im Landkreis erfassten Brandschauobjekten

geprüft, bewertet und beurteilt.

Gegebenenfalls werden ordnungsrechtliche Anordnungen

zur Behebung festgestellter Mängel verfügt. Derartige

Brandsicherheitsschauen können nur von landesspezifisch

ausgebildeten Brandschutzprüfern durchgeführt

werden.

Weitere Aufgaben des Sachgebietes sind die brandschutzrechtliche

Beurteilung im Baugenehmigungsverfahren

und anderen Genehmigungsverfahren sowie die

Unterstützung der örtlichen Feuerwehren bei der Erstellung

von Feuerwehr- und Einsatzplänen.

Übersicht über Verfahren im Sachgebiet vorbeugender Brandschutz:

Verfahren 2009 2010 2011

Brandsicherheitsschauen 345 297 317

Stellungnahmen 416 375 383

5.2.3. Sachgebiet Bauaufsicht

Das Sachgebiet nimmt die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörde

wahr. Durch die Prüfingenieure werden

vor allem Bauvoranfragen und Bauanträge geprüft, um

dann Vorbescheide und Baugenehmigungen zu erteilen

bzw. ggf. auch zu versagen. Die Baukontrolleure sind für

Abnahmen und Kontrollen vor Ort zuständig und ermitteln

baurechtswidrige Zustände.

Das Gebiet des Landkreises Harz ist in territoriale Zuständigkeitsbereiche

eingeteilt, in denen die zuständigen

Prüfingenieure die bauaufsichtlichen Aufgaben eigenverantwortlich

wahrnehmen.

Übersicht über Verfahren im Sachgebiet Bauaufsicht:

Verfahren 2008 2009 2010 2011

Bauaufsichtliche Verfahren 2057 2161 1953 2037

davon Baugenehmigungen,

Vorbescheide,

Abweichungen

1030 1158 1062 1059

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 92


5.2.4. Sachgebiet Denkmalschutz

Das Sachgebiet nimmt die Aufgaben der unteren Denkmalschutzbehörde

wahr.

Hier liegt die Zuständigkeit für alle denkmalrechtlichen

Genehmigungsverfahren und die ordnungsbehördlichen

Verfahren nach Denkmalrecht. Durch die Abteilung erfolgt

auch die Vergabe der Fördermittel des Landkreises

für den Erhalt und die Pflege von Baudenkmalen. Darüber

hinaus werden auch Fragen zu weiteren Möglichkeiten,

Fördermittel zu beantragen, beantwortet. Die Abteilung

ist zuständig für die Erteilung von Bescheinigungen

für die steuerliche Absetzung von Aufwendungen für

Baumaßnahmen an Baudenkmalen.

Die Grabungsgruppe führt archäologische Grabungen

im Landkreis Harz im Auftrag von Bauherren und Investoren

durch.

Auf Initiative der unteren Denkmalschutzbehörde wurden

2009 Frau Lieselotte und Herr Dr. Klaus Thiele für ihr

lang andauerndes und nicht nachlassendes großes Engagement

im Kirchbauverein „St. Stephani“ Osterwieck

durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz

mit der Silbernen Halbkugel ausgezeichnet.

Übersicht über Verfahren im Sachgebiet Denkmalschutz:

Verfahren 2008 2009 2010 2011

Denkmalrechtliche Verfahren 1769 1884 1760 1784

5.2.5. Sachgebiet Baurecht

Das Sachgebiet ist für die verwaltungsrechtlichen Aufgaben

der Bauaufsichtsbehörde zuständig. Im Bereich Registratur

werden alle baurechtlichen Verfahren geführt

und begleitet, von der Aufnahme der Anträge bis zur

Ausgabe der Baugenehmigung und schließlich der Archivierung

der Akten. Die Registratur ist dabei auch die

zentrale Anlaufstelle für Bürger, Bauherren und Planer,

um Auskunft über den Stand der bauaufsichtlichen Verfahren

zu erhalten.

Der Bereich Baulasten ist speziell zuständig für das

Rechtsgebiet Baulasten. Hier werden Baulasterklärungen

entgegengenommen, die Baulasten in das Baulastenverzeichnis

eingetragen und das Baulastenverzeichnis geführt

und verwaltet. Weiterhin werden auch Auskünfte

aus dem Baulastenverzeichnis erteilt. Im Bereich Baurecht

werden Widerspruchs- und Klageverfahren bearbeitet

und hier liegt die Federführung für die ordnungsbehördlichen

Verfahren. Seit dem Umzug des Amtes in das

sanierte Haus V in Halberstadt ist das Bauordnungsamt

auch für das Bauarchiv zuständig, das sich in den dafür

umgebauten Kellerräumen im Haus V befindet. Die Akten

der ehemaligen Bauarchive Wernigerode und Quedlinburg

wurden bereits in das neue Bauarchiv umgelagert.

Übersicht über Verfahren im Sachgebiet Baurecht:

Verfahren 2008 2009 2010 2011

Baulasten 1548 1557 1134 1138

Widersprüche 123 73 83 88

Ordnungsbehördliche Verfahren 383 365 341 380

5.2.6. Sachgebiet Kreisentwicklung

Im Sachgebiet werden die Aufgaben der unteren Landesplanungsbehörde

wahrgenommen. Hier werden vor

allem raumbedeutsame Vorhaben auf ihre Übereinstimmung

mit den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung

aus dem Landesentwicklungsplan und aus dem

Regionalentwicklungsplan „Harz“ geprüft.

Im Rahmen der Kreisentwicklung werden im Sachgebiet

insbesondere Fragen des demografischen Wandels,

der Entwicklung des ländlichen Raumes über ILEK- und

LEADER-Programme, des Dorfwettbewerbs und auch

Fragen der Rad- und Wanderwege in enger Abstimmung

mit dem Harzklub bearbeitet.

93

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


Entwicklung der Einwohnerzahlen 2007 - 30.06.2011 im Landkreis Harz

Jahr männl. weibl. ges. Geburten

Todesfälle

Geburten-

Überschuss-/

defizit (–)

Zuzüge Fortzüge Wanderungssaldo

31.12.2007 117 740 123 277 241 017 1 682 3 120 – 1 438 4 899 6 695 – 1 796

31.12.2008 116 220 121 433 237 653 1 628 3 212 – 1 584 4 995 6 776 – 1 781

31.12.2009 114 665 120 025 234 690 1 605 3 173 – 1 540 9 145 10 475 – 1 240

31.12.2010 113 586 118 757 232 343 1 518 3 150 – 1 632 5 710 6 431 – 721

30.06.2011 112 642 117 923 230 565 686 1 585 – 899 2 652 3 528 –876

Diese Zahlen belegen die demografische Entwicklung

und stellen das Sachgebiet Kreisentwicklung vor neue

Aufgaben. Mit der im Mai 2012 gebildeten Expertengruppe

Demografie will sich der Landkreis diesen Aufgaben

stellen.

Als Bindeglied zwischen der kommunalen Ebene und

dem Land Sachsen Anhalt bzw. dem Bund arbeitet der

Landkreis eng mit den Kommunen, Verbänden und Vereinen

zusammen und unterstützt diese konzeptionell,

beratend und koordinierend. Ein Schwerpunkt ist dabei

die Initiierung und Begleitung der interkommunalen Zusammenarbeit.

So wurden z.B. Mountainbikerouten im

Bereich der Städte Oberharz am Brocken, Blankenburg

und Wernigerode vorbereitet, abgestimmt und in das

Netz der Volksbankarena Harz integriert. Weiterhin wurden

entlang wichtiger Wander- und Radwege Fördermaßnahmen

z.B. aus EFRE- oder LEADER-Mitteln auf den

Weg gebracht oder Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes

zur gezielten Aufwertung der Erholungsinfrastruktur (z.B.

im Huy) vorbereitet und begleitet. Das Sachgebiet Kreisentwicklung

arbeitet bei der Erstellung und Fortschreibung

des Landesradverkehrsplans Sachsen-Anhalt und

bei Initiativen zum Fahrradtourismus mit. Im Zuge von

Fachplanungen und von Verfahren wirkt der Landkreis

auf eine angemessene Integration der Themen Rad- und

Wanderwege hin, so z.B. bei verschiedenen Flur- und Bodenordnungsverfahren.

Darüber hinaus ist der Landkreis

ein wichtiger Ansprechpartner und Informant für Verlage

bei der Veröffentlichung von Rad- und Wanderkarten.

Innerhalb der letzten fünf Jahre ist das Radwegenetz des

Landkreises Harz bei Baumaßnahmen am klassifizierten

Straßennetz sowie an multifunktionalen ländlichen und

forstlichen Wegen vervollständigt worden. So entstanden

im Zuge von Maßnahmen an Bundes-, Landes- und

Kreisstraßen Radwege z. B. an der L 85 zwischen Wernigerode

und Benzingerode, L 66 alt Ortsumgehung Quedlinburg,

B 27 Elbingerode-Rübeland, L 88 Osterwieck-

Schauen, B 244 Zilly, K 1328 Heudeber-Derenburg (1.

BA). Gut mit dem Fahrrad befahrbare multifunktionale

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 94


Wegeverbindungen wurden z.B. von der Konradsburg

nach Degenershausen oder zwischen Hessen und Rohrsheim

ausgebaut. Derzeit entstehen unter anderem multifunktionale

ländliche Wege rund um Derenburg im Zuge

des dortigen Bodenordnungsverfahrens.

Im Förderzeitraum von 2007 bis 2012 wurden 25 Millionen

Euro über Dorferneuerung und Dorfentwicklung im

Rahmen von ILEK- und LEADER-Programmen sowie Breitbandförderung

und landwirtschaftlichem Wegebau im

Landkreis Harz ausgereicht. Dadurch wurden Gesamtinvestitionen

von 50 Mio. Euro generiert.

Um dem demografischen Wandel im ländlichen Bereich

entgegenzuwirken, wurden vom Landkreis Harz selbst

bzw. über Planungsbüros für die drei Lokalen Aktionsgruppen

„Rund um den Huy“; „Nordharz“ und „Harz“aus

dem bereits 2006 erarbeiteten Integrierten ländlichen

Entwicklungskonzept (ILEK) drei LEADER-Konzepte und

daraus resultierende Projekte entwickelt, die u. a. der

Abwanderung junger Familien entgegenwirken und den

Strukturwandel in der Landwirtschaft abfedern sollen.

So wurden im Rahmen von Ortsgestaltungen u. a. Straßen

saniert, Plätze neu gestaltet und alte Gebäude abgerissen,

um das Ortsbild zu verschönern. In 35 Orten

bzw. Ortsteilen wurden Straßenbaumaßnahmen in einer

Größenordnung von ca. 12 Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten

ausgelöst. Hervorzuheben sind hier Straßensanierungen

in Rieder, Badersleben, Langeln, Friedrichsbrunn,

Darlingerode, Güntersberge, Neuplatendorf,

Börnecke, Meisdorf, Radisleben, Reinstedt und Zilly.

Plätze wurden z. B. in Allrode (Kurpark), Göddeckenrode,

Pansfelde, Dankerode und Meisdorf für eine knappe Million

Euro neu gestaltet.

In 33 Orten bzw. Ortsteilen des Landkreises wurden für

3 Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten an Kirchen

durchgeführt. Schwerpunkte der Sanierung bildeten die

„St. Johannis Kirche“ in Pansfelde, die „St. Laurentii Kirche“

in Reinstedt, die „St. Trinitatis Kirche“ in Hedersleben, die

„St. Nicolai Kirche“ in Silstedt, die „St. Stephani Kirche“ in

Westerhausen, die Bergmannskirche „St. Christopherus“

in Straßberg und die Patronatskirche in Meisdorf.

– Sanierung Heimatmuseum Abbenrode

– multifunktionaler Ausbau eines Vierseitenhofes in

Rohrsheim mit Veredlung und Vermarktung regionalen

Obstes (Casa Culina)

– Gestaltung des Parkes Degenershausen (Konzept)

und Ausbau der Gutsscheune

Mit dem Bau einer Begegnungsstätte für Senioren in

Wasserleben sowie dem Neubau bzw. Ausbau von

Alten- und Pflegeheimen in Neudorf und Röderhof wurden

dem Bedarf in diesem sozialen Sektor Rechnung

getragen sowie zahlreiche Arbeitsplätze besonders für

junge Frauen neu geschaffen.

In Mägdesprung wurde mit dem Ausbau einer alten unter

Denkmalschutz stehenden Scheune ein touristisches

Highlight geschaffen. Eine auf ökologischer Basis arbeitende

Gaststätte sowie Fremdenzimmer konnten hier

neu entstehen.

In den Jahren 2008 und 2011 wurden die ersten beiden

Dorfwettbewerbe im Landkreis Harz durchgeführt. 2008

wurden 6 erste Plätze vergeben – an Veckenstedt, Weddersleben,

Silstedt, Ditfurt, Dankerode und Rieder.

Veckenstedt und Weddersleben haben am Landeswettbewerb

teilgenommen, aus dem Weddersleben als

Landesieger hervor ging. Auch im anschließenden Bundeswettbewerb

„Unser Dorf hat Zukunft“ konnte Weddersleben

die Bewertungskommission überzeugen (Foto

unten) und errang eine Bronze-Medaille.

2011 wurden ebenfalls 6 erste Plätze vergeben – an Weddersleben,

Ditfurt, Dardesheim, Wülperode, Meisdorf und

Rieder. Für den Landeswettbewerb wurden Weddersleben,

Ditfurt und Dardesheim gemeldet.

Weitere Maßnahmen, die vor allem die Heimatverbundenheit

fördern und das kulturelle Leben in den Ortschaften

stärken, konnten begonnen bzw. abgeschlossen

werden. Dazu zählen:

– Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Veckenstedt,

Göddeckenrode und Heudeber

– Sanierungsmaßnahmen in und rund ums Schloss

Berßel

– Maßnahmen im Schloss und Schlosspark Hessen

(Konzepterstellung)

– Ausbau der Aktivitätenscheune in Aspenstedt

– Sanierungsmaßnahmen an der Waldbühne Altenbrak

– Sanierung der Wasserburg Zilly

– Ausbau Museumshof Meisdorf

95

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


5.3. Amt für Kreisstraßen

Das Amt für Kreisstraßen (A 66) mit der Abteilung Bauhof

ist für die Kreisstraßen im Harzkreis zuständig. So obliegen

dem Landkreis nach dem Straßengesetz des Landes

Sachsen-Anhalt (StrG LSA) in seinem eigenen Wirkungskreis

neben der technischen Verwaltung dieser Straßen u.

a. hoheitliche Aufgaben. Er ist Träger der Straßenbaulast

und für die Straßenaufsicht und bautechnische Sicherheit

zuständig.

Derzeit sind im Amt für Kreisstraßen 8 Angestellte tätig,

davon 5 Frauen. Die Abteilung Bauhof besteht aus 4 Angestellten,

davon 2 Frauen, und 19 Straßenwärtern mit 3

Auszubildenden für den Beruf zum Straßenwärter.

In Zahlen ausgedrückt ist das Amt verantwortlich für

387,5 km Kreisstraßen mit 22 km Straßen begleitenden

Radwegen inkl. 117 km Ortsdurchfahrten sowie 89

Brücken, ca. 360 Durchlässen und Stützwänden. Hierzu

gehören Planung, Entwurf, Genehmigungsverfahren,

Beauftragung und Durchführung von Baumaßnahmen,

deren Abrechnung, Gewährleistung und Dokumentation

einschließlich der Umsetzung von Ausgleichs- und

Ersatzmaßnahmen aus dem Planverzichtsverfahren bzw.

der Planfeststellung heraus.

Alle im Invest-Programm eingestellten Straßen- bzw. Brückenmaßnahmen

werden aus dem angemeldeten Mehrjahresprogramm

mit Bundes- und Landesmitteln anteilig

bis zu 90 Prozent finanziell gefördert. Die nicht förderfähigen

Kosten zwischen teilweise 10 bis 12 Prozent sind

durch Eigenmittel des Landkreises Harz abzusichern.

Nach Abschluss von Maßnahmen sind durch die Mitarbeiter

prüffähige Verwendungsnachweise an die Bewilligungsbehörde

des Landes Sachsen-Anhalt zum

Verbrauch von Fördermitteln darzulegen und zu begründen.

Weiter gehören die jährlichen Brückenschauen sowie

die im Turnus von sechs Jahre zu erfolgenden Brückenhauptprüfungen

insbesondere im Hinblick auf die Standsicherheit,

Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit zu

den Aufgaben. Bei Brückenbauwerken ist vor Abnahme

der Gesamtleistung die erste Hauptprüfung am Bauwerk

durchzuführen, um etwaige Mängel noch beseitigen zu

können. Eine zweite Prüfung sollte sechs Monate vor Gewährleistungsende

erfolgen und dann fortlaufend alle

sechs Jahre.

Zum Aufgabenbereich des Amtes gehören auch die

Haushaltsplanung im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt

mit Budgetierung und Vorbereiten von Vorlagen zu

Kreistags- und Kreisausschussbeschlüssen.

Außerdem sind die notwendigen Verwaltungsaufgaben,

wie z. B. Beauftragung von Ingenieurbüros, Ausschreibungsvorbereitung

mit inhaltlicher Prüfung, Grunderwerbsangelegenheiten

im Straßen- und Brückenbau,

Widmungen, Sondernutzungserteilungen, Planverzicht,

Plangenehmigung und Planfeststellung von Baumaßnahmen

im eigenen Wirkungskreis, Stellungnahmen zu

Einzelanträgen Dritter sowie Angelegenheiten der Unteren

Straßenaufsichtsbehörde wahrzunehmen.

Der Abteilung Bauhof mit Sitz in Halberstadt obliegt die

Organisation zur Unterhaltung der Kreisstraßen im Straßenbetriebsdienst.

Die hieraus abzuleitende betriebliche

Straßenunterhaltung gliedert sich in Leistungsbereiche

mit über 80 Leistungspositionen. Dazu zählen Sofortmaßnahmen

am Straßenkörper, Grünpflege, Wartung und

Pflege der Straßenausstattung, Reinigung, Winterdienst,

sonstige Leistungen des Betriebsdienstes, hoheitliche

sowie Verwaltungsaufgaben des Betriebsdienstes und

Maßnahmen der Erhaltung am Straßen- und Brückenkörper

(vergabewürdige Leistungen).

Als Voraussetzung einer effektiven und ressourcenorientierten

Bauhofverwaltung ist auch hier die Budgetierung

mit den Neuerungen Kosten-Leistungsrechnung einschließlich

Betriebskostenrechnung unumgänglich. Mit

dieser Betriebsoptimierung wird schon in den Bereichen

Personal, Organisation, Technik und Beschaffung auf das

doppische Rechnungswesen im Land Sachsen-Anhalt

hingearbeitet.

Spatenstich für die Sanierung der Brockenstraße

Im Tätigkeitsfeld Verwaltung von Kreisstraßengrundflächen

stehen 4 647 119 m² im Eigentum des Landkreises

Harz. Derzeit erfasst sind hier ca. 1 600 Flurstücke. Zurzeit

sind 17 Bodenordnungsverfahren sowie 8 Bodensonde-

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 96


ungsverfahren anhängig. Zur Vermögenszuordnung

stehen noch 20 Verfahren aus mit einer Gesamtfläche

von 91 500 m².

Die Ausgaben im Grunderwerb mit zeitweiligem Entzug

im Plangenehmigungsverfahren/Planverzicht für die

Durchführung von Straßen- und Brückenbaumaßnahmen

liegen seit 2007 einschließlich Vermessungsleistungen

und Grenzfeststellungen bei insgesamt ca. 367 282 Euro.

Grundvoraussetzung zur Durchführung von Baumaßnahmen

an Kreisstraßen ist die einvernehmliche Erlangung

von Bauerlaubnisverträgen mit Eigentümern sowie die Beurkundung

von Kaufverträgen an Kreisstraßen. In diesem

Zusammenhang konnten 42 Bauvorhaben mit einer Gesamtbausumme

in Höhe von ca. 21 Mio. Euro durchgeführt

werden. Die Planungskosten liegen hier bei 2 Mio. Euro.

In gegenwärtigen Plangenehmigungs-/Planverzichtsverfahren

befinden sich 3 Vorhaben mit Baubeginn 2012 in

der Genehmigungsphase. Für die Folgejahre 2013 – 2015

stehen derzeit 11 Vorhaben in der Vorplanungsphase.

straßen und den Winterdienst. Für diesen werden in den

Monaten Januar bis März allein ca. 2 000 Arbeitsstunden

aufgewendet.

Im Vergleich dazu nahmen Fahrbahnmarkierungsarbeiten

insgesamt 800 Stunden in Anspruch. Die mit Abstand

größten Positionen in der betrieblichen Straßenunterhaltung

waren Grasmahd mit 3 600 Arbeitsstunden und

Baumschnitt bzw. -pflege für 15 000 Großbäume mit

3 800 Arbeitsstunden.

Der Kreisstraßenbauhof in Halberstadt mit seinen 19

Straßenwärtern sorgt für die Unterhaltung der Kreis-

5.4. Umweltamt

Der Landkreis Harz verfügt auf seiner Fläche über eine

der deutschlandweit außergewöhnlichsten und bedeutendsten

Naturraumausstattung. Mehr als die Hälfte

der Fläche unterliegt einem besonderen Schutz in Form

von Schutzgebieten. So sind neben dem Nationalpark

und dem Naturpark Harz u. a. 36 Naturschutzgebiete, 10

Landschaftsschutzgebiete, 23 Trinkwasserschutzgebiete

und 1 Heilquellenschutzgebiet ausgewiesen.

Das Umweltamt nimmt mit seinen vier Abteilungen Untere

Abfallbehörde, Untere Immissionsschutzbehörde,

Untere Naturschutzbehörde und Untere Wasserbehörde

als Untere staatliche Behörden ausschließlich Aufgaben

im übertragenen Wirkungskreis wahr.

5.4.1. Abteilung Untere Abfallbehörde/Untere Bodenschutzbehörde

Arbeitsschwerpunkte der Abteilung „Untere Abfallbehörde“

sind:

• die Überwachung der Abfallentsorgungsanlagen, Deponien,

Kiesgruben, Abfallerzeuger, Abfalltransporteure

und Abfallmakler

• die Bearbeitung verbotswidriger Abfallablagerungen

• der Vollzug der Gartenabfallverbrennverordnung des

Landkreises

• die behördliche Überwachung der Altlastensanierung

• der flächenhafte und landwirtschaftliche Bodenschutz.

Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben sind 11 Mitarbeiter

in der Unteren Abfallbehörde tätig. Diese Mitarbeiter

haben sich auf einzelne Arbeitsbereiche spezialisiert.

97

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


Folgende Bereiche werden von der Unteren Abfallbehörde derzeit überwacht

7%

2%

2%

5%

3% Abfallentsorgungsanlagen

1%

Deponien

Verfüllte Kiesgruben

Abfalltransporteure

Abfallbeförderer

Abfallmakler

Registrierte Abfallerzeuger

80%

Abfallentsorgungsanlagen sind in erster Linie Kompost-,

Bauschuttrecycling-, Baustellenabfallsortier-, Altreifensortier-,

Altfahrzeug- und Schrottaufbereitungsanlagen.

Diese Anlagen sind mindestens zweimal pro Jahr hinsichtlich

Input, Output einschließlich Schadlosigkeit der

genehmigten Abfälle zu kontrollieren.

Zurzeit befindet sich nur noch eine ehemalige Betriebsdeponie

im Rekultivierungsverfahren. Somit hat sich die

Anzahl der zu rekultivierenden Deponien, die in der behördlichen

Zuständigkeit des Landkreises Harz liegen,

seit 2007 erheblich reduziert.

Jahr

Deponien

in Betrieb

Deponien

in Rekultivierung

2007 1 22

2012 0 1

Ziel der Rekultivierungen ist es, mögliche Gefährdungen

durch abgelagerte Abfälle auszuschließen und den Deponiekörper

anschließend in das Landschaftsbild einzugliedern.

Des Weiteren werden bezüglich der Einhaltung der genehmigten

Abfallarten insgesamt 22 Verfüllmaßnahmen

zu Kies- und Sandgruben überwacht. Diese Überwachungsmaßnahmen

werden stets aktuell im Internet als

Umweltinformation veröffentlicht.

Die Abfalltransporteure, -beförderer und -makler werden

einmal jährlich oder anlassbezogen überwacht. Gleiches

gilt für die zahlreichen gewerblichen und industriellen

Abfallerzeuger im Landkreis. Im Rahmen der Abfallerzeugerüberwachung

werden seit Beginn der Kreisfusion ca.

160 bis 200 Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen im

gewerblichen und industriellen Bereich durchgeführt.

Dabei wird vor allem der Entsorgungsweg vom Abfallerzeuger

über den Beförderer bis zum Abfallentsorger

überprüft. Des Weiteren wird der Sachbereich im Rahmen

Träger öffentlicher Belange an ca. 600 Verfahren pro

Jahr beteiligt.

Die Bearbeitung von verbotswidrig abgelagerten Abfällen

gehört zum arbeitsintensiven Bereich der Unteren

Abfallbehörde. Die Aufgabenwahrnehmung beinhaltet

vornehmlich die Durchführung abfallrechtlicher Verfahren

bei verbotswidrigen Abfallablagerungen in der so

genannten freien Landschaft und auf anderen genutzten

Grundstücken.

Eingeleitete abfallrechtliche Verfahren:

600

500

400

300

200

100

0

2008 2009 2010 2011

Anzahl der Verfahren insgesamt

davon freie Landwirtschaft

davon andere Grundstücke

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 98


0

2008 2009 2010 2011

Des Weiteren werden auf Antrag Ausnahmegenehmigungen

zum Verbrennen von Baum- und Strauchschnitt

außerhalb dafür zugelassener Abfallbeseitigungsanlagen

erteilt, wenn dadurch das Wohl der Allgemeinheit nicht

beeinträchtigt wird.

70

60

50

40

30

20

10

0

2008 2009 2010 2011

Erteilte

Ausnahmegenehmigungen für

das Verbrennen von Baum- und

Strauchschnitt

Mit der Kreisfusion war die Neufassung der Gartenabfallverbrennungsverordnung

notwendig, da in den Altkreisen

unterschiedliche Verfahrensweisen galten. Seit dieser

Zeit ist unabhängig von noch bestehenden Diskussionen

festzustellen, dass das Verhalten der Bürger hinsichtlich

des Verbrennens von Gartenabfällen mehr und mehr einem

Wandel unterliegt. Nachweisbar ist das Verbrennen

von Gartenabfällen deutlich zurückgegangen.

Im Sachgebiet Altlasten werden pro Jahr ca. 100 Altlasten

und Altlastverdachtsflächen oder schädliche Bodenveränderungen

bewertet bzw. recherchiert. Seit 2007

bis Ende 2011 wurden hierbei 220 Verdachtsflächen aus

Ein zweites Hauptbeschäftigungsfeld ist die Durchsetzung

chemikalienrechtlicher Vorschriften. Dazu gehödem

Altlastenverdacht entlassen bzw. nach erfolgreicher

Sicherung oder Sanierung archiviert.

Die Untere Abfallbehörde begleitet fachlich große Sanierungs-

bzw. Sicherungsmaßnahmen im Kreisgebiet. Seit

der Kreisfusion wurden 5 Großprojekte größtenteils vom

Land und Bund finanziell mit gefördert.

Darüber hinaus gehören zu den Aufgaben der Unteren

Bodenschutzbehörde der allgemeine Schutz des Bodens

(z. B. Erosionsschutz) und seit 2010 auch der komplette

landwirtschaftliche Bodenschutz in Bezug auf die Düngung

von Ackerflächen.

5.4.2. Abteilung Untere Immissionsschutzbehörde

Die Abteilung Immissionsschutz und Chemikaliensicherheit

mit ihren acht Mitarbeitern ist ausschließlich im so

genannten „übertragenen Wirkungskreis“ tätig. Ihr Aufgabenbereich

umfasst die Durchsetzung der Vorschriften

des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) und

der dazu erlassenen Verordnungen und Verwaltungsvorschriften,

z. B. im entsprechenden Genehmigungsverfahren.

Weitere Aufgaben sind die Überwachung von genehmigungsbedürftigen

Anlagen, für die der Landkreis zuständig

ist, immissionsschutzrechtliche Fachstellungnahmen

für Bauleitplanungen und andere Genehmigungsverfahren,

aber auch die Bearbeitung von Bürgerbeschwerden

und die Durchführung von orientierenden Lärmmessungen.

Zu den Schwerpunktaufgaben zählt die Durchsetzung

der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen

– der 1. BImSchV. Hiervon betroffen ist die überwiegende

Anzahl von Heizungsanlagen im privaten Bereich

und im Kleingewerbe.

ren in erster Linie aus dem Chemikaliengesetz (ChemG)

und seinen Durchführungsverordnungen sowie EU-Vorschriften

resultierende Verbote und Beschränkungen für

das Verwenden und Inverkehrbringen von bestimmten

Stoffen und Zubereitungen. Zuständig ist der Landkreis

Harz hier für die Bereiche Einzelhandel und private Endverbraucher.

Wesentlichen Aufgabenzuwachs verursachte die mit

dem 2. Funktionalreformgesetz von 2010 erfolgte Aufgabenübertragung

vom Land auf die Landkreise. Beispielhaft

sollen die Anzahl der Genehmigungsverfahren nach

BImSchG sowie das damit verbundene Investitionsvolumen

diesen Aufgabenzuwachs verdeutlichen:

Jahr

Anzahl eingereichter

Anträge

Investitionsvolumen

in €

2007 7 130.000,–

2008 8 2.408.000,–

2009 3 20.300,–

2010 9 8.240.000,–

2011 11 9.278.000,–

99

Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


12

10 12

10 8

68

46

24

02

0

8,24

9,278

8,24

9,278

2,408

0,13

20070,13

2,408

2008

0,023

20090,023

2010 2011

2007 2008 2009 2010 2011

Anzahl eingereichter Anträge

Anzahl eingereichter Anträge

Investitionssumme in

Millionen Investitionssumme € in

Millionen €

Damit wurde der Landkreis ab 2010 zuständige Genehmigungs-

und Überwachungsbehörde für z. B. 130 Windkraftanlagen

in 4 Windparken, 15 genehmigungsbedürf-

tigen Biogasanlagen und 20 genehmigungsbedürftigen

Tierhaltungsanlagen.

Bezeichnung der Tätigkeiten 2008 2011

Immissionsschutz- und chemikalienrechtliche Fachstellungnahmen

(z. B. in Baugenehmigungsverfahren, Verfahren der Bauleitplanung)

790 720

Kontrollen vor Ort ca. 300 ca. 400

Anhörungen/Anordnungen ca. 50 ca. 20

Änderungsanzeigen bei genehmigungsbedürftigen Anlagen 27 41

800

700 800

600 700

500 600

400 500

300 400

200 300

100 200

100 0

0

2008 2011

2008 2011

Immissionsschutz- und

chemikalienrechtliche

Immissionsschutz- und

Fachstellungnahmen

chemikalienrechtliche

Kontrollen Fachstellungnahmen

vor Ort

Kontrollen vor Ort

Anhörungen/ Anordnungen

Anhörungen/ Anordnungen

Änderungsanzeigen bei

genehmigungsbedürftigen

Änderungsanzeigen bei

Anlagen genehmigungsbedürftigen

Anlagen

Neben der reinen Verwaltungsarbeit haben die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sich auch den umfangreichen

Anforderungen an die Nutzung neuer Computerprogramme

und -verfahren gestellt und so die Qualität und

Effektivität im Arbeitsprozess erhöhen können. Beispiele

dafür sind die Vorgangsbearbeitung und Datenverwaltung

mit einem integralen Softwareprogramm im Ver-

bund mit den Fachämtern des Umweltamtes und dem

Bauordnungsamt, Planungen zur Anbindung dieses Programms

an Geoinformationssysteme, Vorbereitungen

zur Schaffung von Schnittstellen zu Datenbanken des

Landes sowie die schrittweise Bereitstellung dieser Daten

via Internet.

5.4.3. Abteilung Untere Naturschutzbehörde

Für die Wahrnehmung der umfangreichen Aufgaben sind

in dieser Abteilung 18 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

tätig.

Die verschiedensten Arten der täglichen Inanspruchnahme

von Natur führen dazu, dass Lebensräume von

Pflanzen und Tieren durch Eingriffe in Natur und Landschaft

verändert bzw. unwiederbringlich zerstört werden

können. Deshalb ist die nachhaltige Sicherung der Funk-

tionsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes

eine der wichtigsten Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde.

Um Beeinträchtigungen von Natur und

Landschaft, z. B. bei Bauvorhaben, so gering wie möglich

zu halten, sind Maßnahmen des Naturschutzes und der

Landschaftspflege durchzuführen. Die Mitarbeiter bewerten

den entstehenden Eingriff und sind bei der Suche

nach geeigneten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen beratend

tätig.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 100


• Sachgebiet Schutzgebiete/Artenschutz

Der Landkreis ist zuständig für verschiedene Schutzgebiete

und Schutzobjekte, wie Landschaftsschutzgebiete,

Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile.

Das Sachgebiet Schutzgebiete/Artenschutz befasst sich

mit allen Vorgängen, die diese Schutzgebiete betreffen,

d. h., es übernimmt die Ausweisung dieser Gebiete, die

Einhaltung und Umsetzung der in den jeweiligen Verordnungen

festgeschriebenen behördlichen Regelungen

sowie auch deren Löschung.

Anträge zum Entfernen von Bäumen und Großgrün außerhalb

der Ortslagen werden von den Mitarbeitern

ebenfalls bearbeitet. Für jeden Bürger besteht die Möglichkeit,

sich hier über den möglichen Schutzstatus seines

Grundstückes zu informieren.

Mit dem Harzmassiv, insbesondere mit dem Brockengebiet,

verfügt der Landkreis Harz über eines der wichtigsten

Gewässerbildungspotentiale des Landes. Dessen

Schutz und Sicherung der nachhaltigen Nutzbarkeit

konnte durch die Gründung des Harzkreises entschieden

optimiert werden. Die nunmehr für ein wesentlich größebeltiere

sind nach der Bundesartenschutzverordnung

meldepflichtig. Daher muss der aktuelle Tierbestand und

jede mögliche Veränderung (z. B. durch Kauf, Verkauf,

Tod) bei der unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden.

Der Landkreis Harz ist Träger von Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten.

Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds

für die Entwicklung des ländlichen

Raumes (ELER) werden Mittel bereitgestellt, mit denen

maßgeschneiderte Maßnahmen für besonders gefährdete,

europaweit geschützte Arten und Lebensräume zu

sehenswerten Ergebnissen führen, so z. B.

• die Harzer Berg- und Feuchtwiesen,

• die orchideenreichen (Halb-)Trockenrasen

• die Streuobstwiesen im Vorland

Auch Fließgewässer werden ökologisch verbessert, wobei

die Habitatqualität und die Durchgängigkeit für bestimmte

Fischarten optimiert werden. Seit dem Jahr 2009

wurden insgesamt 14 Projekte mit einem Finanzumfang

von rund 579 275 Euro umgesetzt.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist der Arten- und

Biotopschutz. Gesetzlich geschützte Biotope haben eine

bedeutende Rolle im Naturhaushalt. Sie sind insbesondere

für den Artenschutz unersetzbar, da sie Lebensraum

für zahlreiche gefährdete und vom Aussterben bedrohte

Tier- und Pflanzenarten sind. Besonders geschützte Wir-

Das Erfolgskonzept von praktischem Naturschutz mit

regionalen Partnern (Betrieben, Landwirtschaft und Gesellschaften)

hat außerdem positive Auswirkungen auf

den Arbeitsmarkt und den Tourismus. Gemeinsam mit

den Arbeitsförderungsgesellschaften konnten über 800

Arbeitslose in den vergangenen 5 Jahren in der Landschaftspflege

beschäftigt werden.

Der Landkreis Harz ist einer der 30 Hotspots der biologischen

Vielfalt Deutschlands, die das Bundesamt für

Naturschutz nach Begutachtung der Naturausstattung

kürzlich festlegte.

5.1.4. Abteilung Untere Wasserbehörde

Die Untere Wasserbehörde (UWB) erfüllt die vom Land

Sachsen-Anhalt übertragenen Aufgaben beim Vollzug

des Bundes- und des Landeswasserrechtes sowie der EU-

Wasserrahmenrichtlinie.

Zentrale Aufgaben sind entsprechend der jeweiligen Zuständigkeitsregelung

der Schutz der Oberflächengewässer

und des Grundwassers sowie die Überwachung der

schadlosen Sammlung, Ableitung und Behandlung von

Abwasser. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist die Untere Wasserbehörde

auch Gefahrenabwehrbehörde.

res Gebiet zuständige UWB konnte auch den zusätzlichen

vom Land übertragenden Aufgaben gerecht werden. Dabei

konnte die Abteilung auf einen erfahrenen, in Fachund

Rechtsfragen gut geschulten Mitarbeiterstamm aus

den Altkreisen zurückgreifen.

Im Landkreis Harz gibt es

• 19 Talsperren mit insgesamt ca. 765 ha Staufläche

• 19 Wasserkraftwerke, davon

12 Laufwasserkraftwerke mit ca. 0,7 MW installierter

Leistung

7 Speicherkraftwerke mit ca. 86,5 MW installierter

Leistung

• 23 Wasserschutzgebiete mit 30 700 ha

• 1 Heilquellenschutzgebiet mit ca. 21 ha Fläche

• 3 festgesetzte Überschwemmungsgebiete an Bode,

Zillierbach und Holtemme mit insgesamt ca. 230 ha

Fläche

101 Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


Der behördlichen Tätigkeit der UWB sind folgende Aufgaben

zugeordnet:

– Gewässerschutz

– Wasserbau

– Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

– Abwasser

Im Rahmen dieser Tätigkeiten arbeitet die Untere Wasserbehörde

eng mit den im gemeindlichen Auftrag tätigen

Trink- und Abwasserverbänden, den Unterhaltungsverbänden

für die Gewässer II. Ordnung und dem Landesbetrieb

für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zusammen.

In den zurückliegenden 5 Jahren konnten durch die Arbeit

der Trink- und Abwasserverbände etwa 5000 Einwohner

neu an zentrale Abwasserentsorgungsanlagen angeschlossen

werden. Aktuell sind über 90 % der Einwohner

des Harzkreises zentral angeschlossen. Entscheidende

Schritte dafür waren der Bau der zweiten Ausbaustufe

der Kläranlage Dedeleben, die Anpassung der Kläranlage

Göddeckenrode sowie die Ablösung weiterer Containerkläranlagen

als Übergangslösungen durch den Bau von

entsprechenden Überlandleitungen. Geplant sind die

Abwasserableitung von Neuplatendorf nach Hoym, von

Danstedt nach Halberstadt sowie der Bau des Schmutzwassernetzes

und der Kläranlage in Königerode.

Der aus Gewässerschutzgründen notwendige Ablösungsprozess

von alten Abwasserkanälen ist, wie in Rieder und

Dedeleben, weiter fortgeschritten. Gleichwohl erzwingt

der demografische Wandel auch bei der Weiterentwicklung

der Abwasserkonzeptionen im Landkreis Harz

zunehmend die Entwicklung neuer innovativer Handlungsrichtlinien.

Auch wenn in Zukunft nicht mehr jedes

Grundstück an die öffentlichen Abwasseranlagen angeschlossen

werden kann, sind die Vorgaben des Gewässerschutzes

einzuhalten. Deshalb ist es auch ein Erfolg der

Arbeit der UWB, dass inzwischen über 950 Kleinkläranlagen

an den Stand der Technik angepasst wurden.

Ein weiteres Betätigungsfeld der UWB ist – je nach Zuständigkeit

in Abstimmung mit den entsprechenden Landesbehörden

– die Begleitung von wichtigen technischen

Hochwasserschutzmaßnahmen, die von den jeweiligen

Unterhaltungsverbänden und vom Landesbetrieb für

Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) geplant

und gebaut wurden. Im Ergebnis ist festzustellen, dass

durch diese gelungene Zusammenarbeit die Einwohner

in Derenburg, Halberstadt, Osterwieck, Hoppenstedt und

Westerhausen bei Hochwassersituationen jetzt wesentlich

besser geschützt sind.

Kläranlage Halberstadt

Verteilung der

Verteilung

21 wasserwirtschaftlichen

der 21 wasserwirtschaftlichen

Maßnahmen 2007 bis 2012

Maßnahmen 2007 bis 2012

10

8

6

4

2

0

technischer

Hochwasserschutz

Gewässerausbau sonstiger

wasserrechtlicher

Vollzug

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung 102


technischer Hochwasserschutz

(Deich- und Dammbau)

Maßnahme

Fertigstellungsjahr

Holtemme Derenburg 2007 bis 2012

Holtemme Halberstadt ab 2011

Ilse Hoppenstedt 2010

Ilse Osterwieck 2011

Zapfenbach Westerhausen 2011

Gewässerausbau

Maßnahme

Fertigstellungsjahr

Oppelfeldgraben Vogelsdorf 2010

Krüppelteichgraben

Schwanebeck

2011

Grenzgraben Berßel 2012

Stilles Wasser Wernigerode 2012

Nonnenbach Drübeck 2010

Ziestergraben Börnecke 2011

Mühlengraben Rübeland 2010

Sandtal/Tänntalbach

Darlingerode

2012

Riederscher Graben

Ballenstedt

2010

Zapfenbach Westerhausen 2011

sonstiger wasserrechtlicher Vollzug

– Genehmigung von 183 Erdwärmeanlagen

– Ausstellung von 203 Leitungs- und Anlagenrechtsbescheinigungen

– Überarbeitung und Registrierung von ca. 4 700 Wasserrechten

im Wasserbuch

– Genehmigung von sechs Wasserwehrsatzungen

– Festsetzung von 2 Wasserschutzgebieten

– Aufhebung von 8 Wasserschutzgebieten

Für die beiden Unterhaltungsverbände Ilse-Holtemme

und Selke-Obere Bode ist die UWB Rechtsaufsichtsbehörde

und hat damit indirekt erheblichen Einfluss auf eine

auch wirtschaftlich nachhaltige Gewässerunterhaltung.

Die Überwachung des Umgangs mit wassergefährdenden

Stoffen ist ebenfalls ein wichtiges Betätigungsfeld

der Behörde. Wassergefährdende Stoffe sind in Industrie,

verarbeitendem Gewerbe und Landwirtschaft weit verbreitet

und stellen mitunter ein beachtliches Gefahrenpotential

dar. Dem trägt der Gesetzgeber durch sich ständig

weiterentwickelnde Vorschriften Rechnung, die von

der UWB umzusetzen sind. Im öffentlichen Bewusstsein

weniger wahrgenommen wird der Umstand, dass auch

Heizöllagerstätten zu diesen zu überwachenden wassergefährdenden

Stoffen gehören und anzeigepflichtig

sind. Im Landkreis Harz muss die UWB dazu mit Besitzern

von rund 15 000 Heizöllagerstätten Kontakt aufnehmen.

Vor dem Hintergrund der enormen Trinkwasservorkommen

im Landkreis Harz hat die Tätigkeit der UWB als zuständige

Behörde für die Einrichtung, den Schutz und

die Aufhebung von Wasserschutzgebieten besondere

Bedeutung. Insbesondere im Bereich des Oberharzes mit

seinem Talsperrensystem ist hier ständige behördliche

Präsenz zum Beispiel bei Interessensabgleichen verschiedener

Nutzer von Nöten.

Die UWB ist des Weiteren für die Genehmigung von Wasserentnahmen

aus Grund- und Oberflächengewässern

zuständig, hier ist insbesondere die fachliche Bewertung

der Ressourcen unter dem Prinzip der Nachhaltigkeit gefragt.

Das Umweltamt arbeitet fachlich interdisziplinär eng mit

anderen Ämtern der Kreisverwaltung, z. B. dem Gesundheitsamt,

dem Bauordnungsamt sowie dem Ordnungsamt

zusammen.

Überleitungssperre Königshütte

103 Dezernat IV – Bau- und Umweltverwaltung


6. Eigenbetriebe, kommunale Gesellschaften

und Zweckverbände

Bereich Gesundheitswesen

6.1. Harzklinikum

Dorothea Christiane Erxleben GmbH

2012 wurden die Strukturen der Krankenhäuser des

Landkreises Harz neu geordnet. Der Kreistag hat die Fusion

des Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg und

des Klinikums Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg

zum 1. Januar 2012 beschlossen. Mit der Unterzeichnung

und notariellen Beurkundung des Verschmelzungsvertrages

und dem Eintrag in das Handelsregister wurde die

Fusion wirksam und es entstand die Harzklinikum Dorothea

Christiane Erxleben GmbH. Ziel der Verschmelzung

ist es, die medizinische Versorgung an geänderte Rahmenbedingungen

anzupassen.

Die Fusion beider Kliniken zum Harzklinikum Dorothea

Christiane Erxleben war und ist eine anspruchsvolle Auf-

gabe. Es entstand ein Unternehmensverbund mit rund

2 000 Mitarbeiter, ca. 1 000 Betten an mehreren Standorten

und einem Umsatz von über 130 Mio. Euro im Jahr.

In den kommenden Jahren werden die medizinischen

Leistungen zwischen den Krankenhausstandorten abgestimmt,

gemeinsame Organisationsstrukturen geschaffen

und umfangreiche Investitionen in den Häusern gebündelt.

Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben ist das

größte kommunale Klinikum Sachsen-Anhalts und eines

der leistungsfähigsten Krankenhäuser im Land.

6.1.1. Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg GmbH

Das Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg war mit

über 1 000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber

im Landkreis Harz. Über 20 000 stationäre und mehr als

30 000 ambulante Patienten im Jahr 2011 wurden mit

viel Engagement und hoher Kompetenz von versierten

Ärzten und Schwestern behandelt. Neben der Basisversorgung

des internistischen und chirurgischen Spektrums

und in der Psychiatrie gibt es hoch spezialisierte

Behandlungsangebote in Schwerpunktabteilungen und

folgenden zertifizierten Zentren:

• Das interdisziplinäre Zentrum für Gefäßmedizin wurde

2006 durch die Deutsche Gesellschaft für Angiologie,

Radiologie, Gefäßchirurgie zertifiziert.

• Das Brustzentrum Harz wurde 2008 als zertifiziertes

Brustzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft

e.V. und der Deutschen Gesellschaft für

Senologie e.V. anerkannt.

• Das Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) wurde 2008

durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die

Deutsche Schlaganfallhilfe zertifiziert.

• Das Geriatrische Zentrum wurde 2006 durch den Medizinischen

Dienst der Krankenversicherung geprüft.

• Das Interdisziplinäre Bauchzentrum Wernigerode der

Visceralchirurgie und Gastroenterologie wurde 2009

aufgebaut.

und leistungsstarken, den Standort prägenden, Inneren

Medizin mit Gefäßzentrum, der Chirurgie mit ausgewiesener

Schwerpunktkompetenz, der Intensivmedizin, der

Akut-Neurologie mit Stroke Unit, der Kinderheilkunde

mit Neonatologie, der Frauenheilkunde mit Geburtshilfe

sowie der Strahlentherapie bestimmt. Im Tumorzentrum

stehen alle diagnostischen und therapeutischen Verfahren

für eine exzellente Patientenversorgung zur Verfügung.

In der Frauenheilkunde erfolgt seit Jahren eine

Zusammenarbeit im zertifizierten Brustzentrum mit dem

Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg, so

dass alle mammachirurgischen Fälle in Wernigerode operiert

werden. Sowohl in der Chirurgie als auch in der Frauenheilkunde

finden ambulante Operationen statt.

Der Krankenhausstandort in Wernigerode wird wesentlich

durch Fächer der Akutmedizin mit einer umfassenden

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 104


Im Jahr 2003 ermöglichte die Fusion der Harz-Klinikum

Wernigerode GmbH mit der Kreiskrankenhaus Blankenburg

gGmbH die Leistungsneuordnung über die Krankenhausstandorte.

Wesentliche Ergebnisse der Strukturmaßnahmen

sind die Konzentration aller schneidenden

Fächer in Wernigerode sowie die Verlagerung der akut

versorgenden Neurologie nach Wernigerode. Damit ist in

Blankenburg ein Krankenhausstandort entstanden, der

den Charakter einer Fachklinik mit geriatrisch/psychiatrischer

Ausrichtung besitzt.

2005 gründeten das Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg

und das Diakonie-Krankenhaus Harz Elbingerode

das erste Medizinische Versorgungszentrum im

Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Medizinischen Zentrum

arbeiten heute insgesamt 22 Ärzte in zwei Ärztehäusern.

Das Medizinische Zentrum hat einen ganz wesentlichen

Anteil daran, die hausärztliche Versorgung im strukturschwachen

Gebiet des Oberharzes abzusichern. Wichtiger

Effekt einer solchen sektorübergreifenden Versorgung ist

beispielsweise die effiziente Nutzung von Großgeräten.

Das Harz-Klinikum ist seit dem 1. Juli 2009 Akademisches

Lehrkrankenhaus der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg.

Der bauliche Zustand des Krankenhauses ist an seinen

Standorten Blankenburg und Wernigerode unterschiedlich

entwickelt. Während der Standort Blankenburg mit

den Kliniken für Geriatrie und Psychiatrie nach Investitionen

von ca. 15 Mio. Euro zum Jahresende 2009 baulich

abgeschlossen wurde, stehen am Hauptstandort

der Akutversorgung in Wernigerode noch umfangreiche

bauliche Entwicklungen an. Hier wurde im Juli 2012

das neue Technik- und Wirtschaftsgebäude übergeben.

Für etwa 5,7 Mio. Euro entstand ein dreigeschossiges

Gebäude, in dem eine Verteilerküche, das Apothekenlager,

die gesamte EDV- und Betriebstechnik sowie der

Zentraleinkauf ihren Platz finden. Dieses Projekt ist eine

vorbereitende Maßnahme für weitere Bauabschnitte zur

notwendigen Modernisierung und Zentralisierung des

Hauptstandortes an der Ilsenburger Straße.

6.1.2. Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg GmbH

Auch das Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg

gehörte als Akademisches Lehrkrankenhaus der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Krankenhaus

der Schwerpunktversorgung zu den größten

Arbeitgebern im Landkreis Harz und bietet seit Jahren

eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Zu

verdanken ist das vor allem den vielen engagierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des Klinikums. Dem Anspruch

moderner Diagnostik und Therapie in einem partnerschaftlichen

Miteinander fühlen sich der Landkreis als

Gesellschafter und insbesondere die Geschäftsführung

mit ihrer Verantwortung für die Weiterentwicklung des

Klinikums verpflichtet.

Einen wichtigen Baustein bildeten 2008 und 2009 die

Zertifizierungen der Krebsbehandlungszentren „Darmzentrum

Harz“ und „Hautkrebszentrum Harz“. Darüber hinaus

ist das medizinische Leistungsspektrum breit angelegt.

Das gesamte Feld der Chirurgie, Unfallchirurgie und

Orthopädie ist Teil des Quedlinburger Angebotes. Die

Innere Medizin ist im Rahmen des Herzzentrums Harz besonders

auf Herzerkrankungen spezialisiert und hat rund

um die Gastroentrologie ihren zweiten Schwerpunkt. Gynäkologie,

Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin bilden

eine starke Einheit am Quedlinburger Klinikum. Die

Dermatologie ist mit ihrer onkologischen Ausrichtung

eine von vier spezialisierten Hautkliniken im Land. Am

Standort in Ballenstedt verfügt das Quedlinburger Klinikum

mit der Psychiatrie über einen weiteren wichtigen

Fachbereich.

Im Berichtszeitraum wurde die konstruktive Kooperation

mit dem Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg

zielgerichtet weiter entwickelt. Bereits seit 2006 stehen

die Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe und die

Kliniken für Kinder- und Jugendheilkunde unter einer

gemeinsamen ärztlichen Leitung. Das Modell hat sich in

den vergangenen Jahren gut etabliert und war eine Art

Referenz als Vorbild für die Fusion der gesamten Krankenhäuser.

Die Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg

GmbH betreibt neben der stationären Versorgung zwei

Tochterunternehmen. Die PROKLIN Medical Care GmbH

teilt sich in das Medizinische VersorgungsZentrum (MVZ)

Quedlinburg und das Pflegezentrum. Mit elf Facharztpraxen

in zehn medizinischen Disziplinen reicht das MVZ

in der räumlichen Ausdehnung von Quedlinburg, über

Ballenstedt, Thale und Nachterstedt bis nach Halberstadt.

Das Pflegezentrum hat insgesamt zwei Standorte

in Quedlinburg und eine Niederlassung in Blankenburg.

Das Leistungsspektrum deckt alle Bereiche von der stationären

Altenpflege, über die Kurzzeitpflege, die Häusliche

Krankenpflege und Tagespflege, bis zum Betreuten

Wohnen, ab.

Die PROKLIN Service GmbH fasst die Bereiche Küche, Restaurant,

Caféteria, Catering, Tagungs- und Konferenzzentrum

und Reinigungsdienst zusammen und rundet damit

den nicht-medizinischen Teil der Krankenhausstruktur ab.

105

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.2. Eigenbetrieb Rettungsdienst

Zum Zeitpunkt der Kreisgebietsreform 2007 waren in den

Landkreisen Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode

unterschiedliche Leistungserbringer mit dem Rettungsdienst

und dem qualifizierten Krankentransport beauftragt.

So gab es im Landkreis Halberstadt eine Mischform zwischen

kommunalem Rettungsdienst und Leistungserbringern

vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Arbeiter-

Samariter-Bund (ASB). Im Landkreis Quedlinburg wurden

der Rettungsdienst und der qualifizierte Krankentransport

ausschließlich von Kräften des DRK und des ASB

durchgeführt. Im Landkreis Wernigerode hingegen war

der Eigenbetrieb Rettungsdienst als kommunaler Leistungsanbieter

unter Beteiligung des DRK für den qualifizierten

Krankentransport zuständig. In Bereich der Stadt

Falkenstein, die im Zuge der Gebietsreform vom Landkreis

Aschersleben-Staßfurt in den Harzkreis wechselte,

unterhielt der ASB Aschersleben eine Rettungswache.

Diese Bereiche galt es nunmehr im Landkreis Harz miteinander

zu vernetzen.

Eine Aufgabe bestand darin, die langjährig tätigen Leistungserbringer

des DRK und des ASB in den Bereichen

Halberstadt und Quedlinburg weiterhin in den Rettungsdienst

einzubinden. Der kommunale Rettungsdienst in

Form des Eigenbetriebes wurde um die kommunalen

Kräfte aus Halberstadt erweitert.

Zum 1.1.2008 wurde durch den Eigenbetrieb Rettungsdienst

auch die Rettungswache in Ermsleben vom ASB

Aschersleben übernommen.

Somit unterhält der kommunale Eigenbetrieb Rettungsdienst

des Landkreises Harz derzeit Rettungswachen in

Halberstadt, Wernigerode, Blankenburg, Ermsleben und

Hasselfelde.

Durch Strukturveränderungen innerhalb der Kreisverwaltung

wurde die zentrale Einsatzleitstelle des Landkreises

zum 1.1.2010 ebenfalls dem Eigenbetrieb Rettungsdienst

zugeordnet.

Der Betrieb verfügt derzeit über 105 Mitarbeiter in den

Bereichen Verwaltung, Fahrdienst und Einsatzleitstelle.

Zu seinen Aufgaben gehört die Absicherung des bodengebundenen

Rettungsdienstes, des qualifizierten Krankentransportes,

die Unterhaltung einer integrierten Einsatzleitstelle

für die Bereiche Rettungsdienst, Brand- und

Katastrophenschutz sowie die Gebührenabrechnung des

Rettungsdienstes und des Krankentransportes für alle

Leitungserbringer innerhalb des Landkreises Harz.

In den vergangenen 12 Monaten wurde die Einsatzleitstelle

durch den Eigenbetrieb umfangreich aus- und

umgebaut, um auf die neuen Herausforderungen des

großen Landkreises und auf die Einführung des Digitalfunkes

vorbereitet zu sein.

Derzeit wird in der Sternstraße in Halberstadt eine neue

moderne und leistungsfähige Rettungswache durch den

Eigenbetrieb errichtet. Diese soll künftig die derzeitige

Rettungswache in der Friedrich-Ebert-Straße ersetzen.

2012 wurde die neue integrierte Leiststelle in Halberstadt übergeben

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 106


Bereich Verkehr

6.3. Harzer Verkehrsbetriebe GmbH

Mit der Bildung des Landkreises Harz eröffneten sich für

die kommunalen Verkehrsbetriebe gute Möglichkeiten,

ihre Strukturen effektiver zu gestalten und durch eine

Vereinheitlichung und Verschlankung von verwaltungstechnischen

und betrieblichen Abläufen sowie durch gemeinsame

Beschaffungen Synergiepotenziale zu heben,

die zu einer Senkung der Betriebskosten beitragen.

In diesem Sinne wurden zum 1.1.2009 die „Wernigeröder

Verkehrsbetriebe GmbH“ (WVB) zur „Harzer Verkehrsbetriebe

GmbH“ (HVB) umfirmiert und zugleich die „Halberstädter

Bus-Betrieb GmbH“ (HBB) und die „Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft

mbH“ (Q-Bus) zu Tochterunternehmen

der HVB umgewandelt. Am 8.7.2011 erfolgte in einem

zweiten Schritt die Verschmelzung der HBB auf die HVB

mit dem Sitz der Verwaltung in Wernigerode. Voraussichtlich

2013 erfolgt der gleiche Schritt mit Q-Bus.

Sichtbar wird die neue Verbindung am einheitlichen

„Outfit“ des Fuhrparks. Neue Linienbusse sind künftig nur

noch an farblich unterschiedlichen Frontstreifen der Busse

den ehemals einzelnen Busbetrieben zuzuordnen.

Zum 1.1.2012 waren bei den HVB und dem Tochterunternehmen

Q-Bus insgesamt 279 Mitarbeiter beschäftigt,

davon 201 Busfahrer. Der Fuhrpark besteht aktuell aus

insgesamt 148 Omnibussen, davon sind 50 Erdgasbusse.

Im Auftrag von HVB und Q-Bus sind im Kreisgebiet 13

Unternehmen tätig. Davon bedienen 4 Unternehmen die

Anruf-Linien- und Anruf-Sammel-Taxi-Fahrten in den Bereichen

Halberstadt und Wernigerode.

Die sinkende Bevölkerungszahl und stark rückläufige

Schülerzahlen haben einen nicht zu übersehenden Einfluss

auf die betrieblichen Leistungen der kommunalen

Busbetriebe.

Betriebliche Leistungen (zusammengefasst für HVB, HBB und Q -Bus)

Betriebliche Leistungen (zusammengefasst für HVB, HBB und Q-Bus)

8600000

8400000

8200000

8000000

7800000

7600000

7400000

2007 2008 2009 2010 2011

Beförderte Fahrgäste

Gefahrene Fahrplankilometer

Umso wichtiger sind neue, kundenfreundliche Angebote

und abgestimmte Fahrpläne.

Im Kreisgebiet konnten die Fahrgäste in den zurück liegenden

Jahren von zahlreichen neuen Fahrplanangeboten

mit Anschlüssen an den Schienengebundenen Verkehr

sowie neuen Direktverbindungen profitieren. Dazu

zählen:

• die 2009 an Schultagen erfolgte Ausweitung des

Fahrtenangebots auf der Linie 207 von Osterwieck

nach Hornburg und auf der Linie 215 von Osterwieck

nach Schladen, wo es Anschlüsse an die Züge nach

und von Braunschweig gibt.

• das ebenfalls im Jahr 2009 mit Hilfe des Landes und

der NASA neu gestaltete Wochenend-Angebot zwischen

Harzgerode, Wippra und Sangerhausen, das

mit den Fahrplänen der Züge der „Wipperliese“ sowie

der HSB verknüpft ist.

• der 2010 eingerichtete, durchgehende Busverkehr

von Wernigerode über Blankenburg nach Quedlinburg

auf der Linie 21, die seither von den HVB und Q-

Bus gemeinsam bedient wird.

• die Einbindung der Linie 277 Benneckenstein – Hohegeiß

in die Linie 261 Wernigerode – Benneckenstein,

die seit August 2011 eine umsteigefreie Verbindung

von Wernigerode in den Westharz nach Hohegeiß

und von dort Anschlüsse nach und von Braunlage

und Walkenried ermöglicht. Zum gleichen Zeitpunkt

erfolgten die Zusammenlegung der Linien 263 und

264 und die Einrichtung ganzjähriger Fahrten zwischen

Thale und Treseburg über die Roßtrappe.

• Eine weitere Verbindung der Linienbusnetze des

Nord- und Südharzes in Benneckenstein, wo sich

seit Ende 2011 die neue Linie 23 der Verkehrsbetriebe

Nordhausen (VBN) und die Linien 261 und 262

der HVB treffen und so mehrmals täglich (auch am

Wochenende) Verbindungen zwischen Nordhausen,

Hasselfelde, Wernigerode und Blankenburg geschaffen

wurden.

107

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


Besonders hervorzuheben ist die Umsetzung des

„HATIX“-Konzepts seit 2010. Seither können Urlaubsgäste

von Kommunen im Kreisgebiet, die dieser Kooperation

beigetreten sind (und das sind bis heute die meisten),

die Linienbusse im Landkreis Harz gegen Vorzeigen ihrer

Gästekarte bzw. ihres Meldescheins kostenlos nutzen.

Das Angebot erstreckt sich auch auf die Straßenbahn in

Halberstadt und bezieht einige Linien der KVG Salzland

mit ein. Die Inanspruchnahme von „HATIX“ hat sich positiv

entwickelt und wird von den Gästen als echter Mehrwert

während ihrer Urlaubstage im Harz empfunden.

400000

300000

Fahrgäste

200000

100000

0

2007 mit Kurkarte 2008 mit Kurkarte 2009 mit Kurkarte 2010 mit HATIX 2011 mit HATIX

So wie der auf dem Foto abgebildete Linienbus werden alle neuen Busse künftig im Wernigeröder

Bereich mit einem dunkelblauen, im Halberstädter Bereich mit einem roten und im Quedlinburger

Bereich mit einem grünen Frontstreifen gekennzeichnet sein.

Auch die Kreisstadt ist seit 2010 am HATIX-Projekt beteiligt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 108


6.4. Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Der Harz wird in seinem östlichen Teil seit mehr als

125 Jahren von einem einzigartigen Schmalspurbahn-

Streckennetz durchquert. Das seit 1991 von der Harzer

Schmalspurbahnen GmbH (HSB) betriebene und im Eigentum

der Gesellschaft stehende Streckennetz umfasst

Flächen des Landkreises Harz sowie des Landkreises

Nordhausen auf der Harzquer-, Brocken- und Selketalbahn.

Insgesamt 260 Mitarbeiter, darunter 12 Auszubildende,

haben ihren Anteil daran, dass die jährlich ca. 1,1

Mio. Reisenden im klassischen aber auch im touristischen

Schienenverkehr bei der HSB ein ansprechendes Ambiente

vorfinden können.

Für den Reisezugverkehr stehen der HSB vorrangig 25

Dampflokomotiven zur Verfügung, wobei in der Regel 17

Dampfloks aus den 1950‘er Jahren den fahrplanmäßigen

Zugbetrieb zwischen allen 48 Bahnhöfen und Haltepunkten

durchführen. Von besonderer Kostbarkeit sind die

historischen Dampflokomotiven. So stehen noch heute

zwei Mallet-Lokomotiven aus den Jahren 1897 und 1898

vor Plan- und Sonderzügen im Einsatz. Darüber hinaus

werden 6 Diesellokomotiven (Bau-/Umbau 1964 – 1990)

und 10 Triebwagen (Bauj. 1933 – 1999) auf der 1 000 mm-

Spur eingesetzt. Insgesamt besteht der Wagenpark aus

88 Reisezugwagen, 19 Bahndienstwagen und 30 Güterwagen.

Die Harzer Schmalspurbahnen zeichnen sich im Vergleich

zu anderen „kleinen“ Bahnen durch einige Superlative

aus: So haben die seit 1972 unter Denkmalschutz

stehenden Schmalspurbahnen im Harz mit mehr als 140

km das längste zusammenhängende, schmalspurige

Streckennetz Deutschlands mit täglichem Dampfbetrieb

vorzuweisen. Im Jahr 2006 wurde auch die Stadt Quedlinburg

nach einer Erweiterung der Selketalbahn zwischen

Gernrode und Quedlinburg an das Schmalspurnetz

angeschlossen, sie hat nun mit 121 m über NN den

tiefstgelegenen Bahnhof der HSB. Der auf dem höchsten

Gipfel Norddeutschlands gelegene Brockenbahnhof ist

mit einer Höhe von 1 125 Metern die höchste Station

schmalspuriger Eisenbahnen in Deutschland überhaupt.

Im Verlauf der drei Strecken werden nahezu 400 Brücken,

Wasserdurchlässe und Überführungen sowie ein Tunnel

passiert.

Die Harzer Schmalspurbahnen gehören zu den mit Abstand

bedeutendsten touristischen Attraktionen im Harz.

Diese Aussage wurde 2009 im Rahmen einer von der HSB

und der Hochschule Harz in Auftrag gegebenen touristischen

Wertschöpfungsanalyse bestätigt. Demnach

erzeugt die HSB in den touristischen Unternehmen der

Landkreise Harz (Sachsen-Anhalt) und Nordhausen (Thüringen)

einen touristischen Wertschöpfungsbeitrag in

Höhe von rund 37 Mio. Euro. Dieser Betrag entspricht ca.

12% der gesamten touristischen Wertschöpfung beider

Landkreise. Darüber hinaus belegt die Studie auch sehr

wichtige Effekte der HSB für den regionalen Arbeitsmarkt.

So sichert das kommunale Unternehmen in der Tourismuswirtschaft

annähernd tausend Beschäftigungsverhältnisse

und somit ca. 9% aller Arbeitsplätze im Tourismussektor

beider Landkreise. Somit ist etwa jedes elfte

Arbeitsverhältnis der untersuchten Region auf die HSB

und ihre Gäste zurückzuführen.

Neben dem regulären Reisezugverkehr bietet die HSB als

eine der wichtigsten touristischen Attraktionen des Harzes

auch eine breite Produktpalette. Zahlreiche thematische

Sonderfahrten, Events wie die Rockoper „Faust“ auf

dem Brocken, Souvenirs, Pauschalurlaubs-Angebote oder

Erlebnisse rund um die Dampflok, wie z. B. Ausbildungen

zum „Ehrenlokführer“, runden das breit gefächerte touristische

Angebot der HSB ab. In verschiedenen Bahnhöfen

verfügt die HSB für ihre Kunden über moderne Informations-

und Verkaufsbüros. In den Städten Wernigerode

sowie Quedlinburg jeweils „Dampfläden“ in der Nähe der

Marktplätze.

Foto: HSB

109

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.5. Verkehrslandeplatz Ballenstedt/Quedlinburg

Die vier Gesellschafter Ballenstedt, der Landkreis Harz,

Thale und die Wärmeerzeugung Ballenstedt GmbH betreiben

den einzigen Verkehrslandeplatz im gesamten

Harzgebiet und bereichern damit die Verkehrsinfrastruktur

um eine für Tourismus und Wirtschaft nicht zu unterschätzende

Dimension.

Die Frequentierung des Verkehrslandeplatzes hat sich bei

ca. 20 000 Flugbewegungen pro Jahr stabilisiert.

Seit der Übernahme der Gesellschafteranteile der Flugplatzbetreibergesellschaft

des Altlandkreises Quedlinburg

durch den Landkreis Harz im Jahr 2007 hat sich

der Verkehrslandeplatz kontinuierlich entwickelt. Dafür

stehen folgende Beispiele:

• Bau eines neuen Rollweges

• Sanierung eines bestehenden Rollweges

• Bau einer privaten Flugzeughalle

• Sanierung Tankstelle

• Bau eines Flugplatzfunktionsgebäudes

• Erneuerung Hallendach

• Bau Kleinkläranlage

• Ansiedlung Ultraleichtflugschule

Drei aktive Flugsportvereine beleben den Verkehrslandeplatz

und führen Flugausbildungen im Segelflug, Motorsegelflug

und Motorflug bis hin zur Nachtflugausbildung

durch. Sie verchartern Flugzeuge an ihre Mitglieder und

bieten Selbstkostenflüge für Touristen und Einheimische

an. Die Ultraleichtflugschule bildet Luftsportgeräteführer

mit dreiachsgesteuerten Ultraleichtflugzeugen aus.

Neben der verstärkten fliegerischen Nutzung durch Flugschulen

hat sich in den letzten Jahren am Verkehrslandeplatz

eine ausgeprägte Veranstaltungskultur entwickelt:

Flugsportliche Veranstaltungen:

Fallschirmspringertreffen

Segelflug / Landsjugendvergleichsfliegen

Fliegerlager / Motorkunstflugtraining

Deutsche Meisterschaften Hubschrauber

Deutsche Meisterschaften Ultraleichtfliegen

Deutscher Motorschirmpokal /Motorschirmmesse

Europameisterschaften Modellflug

Weltmeisterschaften Modellflug

Motorsportliche Veranstaltungen:

Internationales Audi/VW-Treffen

Viertelmeilenrennen

Verkehrssicherheitstraining LKW/Transporter/Motorräder

Europäisches HARLEY-DAVIDSON-Treffen

Modellsporttage

Kulturelle Veranstaltungen:

ROCKHARZ-Festival

SPIRIT-Rockfestival

TECHNOFESTIVAL „ELECTRICVISION“

Mittelalter-Phantasie-Festival

Kindertagsfest

Das erhöhte Engagement der Gesellschafter, die gute

Frequentierung des Flugplatzes in Verbindung mit der

Durchführung von Veranstaltungen ermöglichte u. a. die

Weiterentwicklung der Infrastruktur der letzten Jahre. Für

die weitere Entwicklung und Absicherung des Betriebes

sind neue Impulse notwendig. Zurzeit wird am Projekt

der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Flugplatzgelände

gearbeitet. Da das Segelfluggelände an

den Ballenstedter Gegensteinen im Jahr 1932 begründet

wurde, wird der Flugplatz mit einer Veranstaltungsreihe

im Oktober 2012 seinen 80. Geburtstag begehen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 110


Bereich Kultur und Bildung

6.6. Kreisvolkshochschule Harz GmbH

Bereits 2005, also noch vor der Kreisgebietsreform 2007,

fusionierten entsprechend der Kreistagsbeschlüsse die

KVHS Quedlinburg und die KVHS Wernigerode zur Volkshochschule

Harz. Mit der damit einher gehenden Änderung

der Rechtsform in eine GmbH erhöhte sich die

Flexibilität, aber auch die Eigenverantwortung der Bildungseinrichtung.

Nach dem Zusammengehen der drei

Landkreise zum Landkreis Harz wurde die KVHS Halberstadt

2009 in die GmbH integriert. Bereits im Jahr 2007

wurde die Volkshochschule erstmals nach ISO und AZWV

zertifiziert.

Als gemeinnützige Einrichtung wird die KVHS Harz durch

den Landkreis Harz gefördert. Außerdem ist sie gemäß

dem Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung im

Land Sachsen-Anhalt als förderberechtigt anerkannt und

erhält auch hier leistungsabhängige Zuschüsse.

Die Kreisvolkshochschule Harz ist an ihren drei hauptamtlich

besetzten Standorten in Quedlinburg (Geschäftsstelle),

Halberstadt und Wernigerode mit eigenen Räumen

präsent und darüber hinaus im gesamten Landkreis tätig.

Die dezentrale Organisationsstruktur und die erhebliche

Vergrößerung des Versorgungsgebietes stellte die Mitarbeiter

der KVHS vor große Herausforderungen, die jedoch

mit viel Einsatzbereitschaft gemeistert werden.

Heute gehört die KVHS Harz mit ihren rund 17 600 Unterrichtseinheiten

(á 45 Min.) im Jahr zu den leistungsstärksten

Volkshochschulen in Sachsen-Anhalt.

Das vielseitige Angebot unterteilt sich in die 6 Fachbereiche

Gesellschaft, Beruf, Sprachen, Gesundheit, Kultur

und Spezial und wurde in den letzten 5 Jahren insgesamt

von rund 38 200 Teilnehmern gebucht. Viele von ihnen

nahmen an mehreren Kursen und Veranstaltungen teil.

Die Teilnehmer kommen aus allen Orten des Landkreises

und manchmal auch darüber hinaus.

Das umfangreiche Angebot wird ständig weiterentwickelt

und dient sowohl der Allgemeinbildung als auch

der Aneignung von spezifischen, auch berufsrelevanten,

Kenntnissen. Die Unterrichtseinheiten werden vom

Einzelvortrag bis hin zum Kompaktkurs und auch als Bildungsurlaub

angeboten.

Im traditionellen VHS-Betrieb hat der Bereich Sprachen

den größten Anteil. In der fachspezifischen Fort- und

Weiterbildung trägt die KVHS dazu bei, das Fachwissen

der Mitarbeiter von regionalen Unternehmen/Institutionen

auf dem aktuellsten Stand zu halten und den bestehenden

Kundenbedürfnissen anzupassen. Darüber hinaus

werden Integrationskurse und Einbürgerungstests

durchgeführt – beides sind Voraussetzungen für Einbürgerungen.

Zunächst hatte die Einrichtung die zuvor durch die drei

Volkshochschulen der Altkreise genutzten Räume übernommen.

Am Standort Wernigerode wurden im Jahr

2009 durch einen Umzug nicht nur die Erreichbarkeit,

sondern auch die Lernbedingungen entscheidend verbessert.

In Quedlinburg konnte der bereits genutzte und

sehr zentral liegende Standort durch komplette Sanierung

des Carl Ritter Bildungshauses aufgewertet werden.

Dafür wurde eine zeitweise „Auslagerung“ gern in Kauf

genommen. Nicht nur die Kreisvolkshochschule, sondern

auch die Kreismusikschule und die Kreisbibliothek

fanden in dem im April 2011 übergebenen Bildungshaus

(Foto oben) eine neue Heimat.

Nach wie vor liegt der KVHS auch der zweite Bildungsweg

sehr am Herzen. Es ist das Ziel, in Zukunft wieder Kurse

zur Vorbereitung auf den Haupt- und Realschulabschluss

durchzuführen.

Mit attraktiven Angeboten im von der KVHS Halberstadt

übernommenen Bereich „Junge Volkshochschule“ und

durch trendgerechte Angebote in allen Bereichen versucht

die KVHS, verstärkt jüngere Menschen zu erreichen.

Zur Planung und Durchführung der Kurse stehen der

KVHS heute 9 hauptamtliche Mitarbeiter (2007 waren es

11 in der VHS Harz und 5 in der KVHS Halberstadt) und ein

Pool von ca. 520 fachlich sehr gut qualifiziert und überwiegend

freiberuflich tätigen Dozenten zur Verfügung.

111

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.7. Eigenbetrieb Kreismusikschule Harz

Die Kreismusikschule Harz entstand am 1. August 2008

durch Fusion aus den drei Kreismusikschulen der Altlandkreise

Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt

und hat seitdem ihre Geschäftsstelle in Wernigerode. Die

Kreismusikschule Harz ist eine staatlich anerkannte Musikschule

und seit 2009 nach dem Qualitätssystem Musikschule

(QsM) zertifiziert. Zum 1.1.2010 wurde die Kreismusikschule

Harz in einen Eigenbetrieb des Landkreises

Harz überführt. Dies trug dazu bei, dass sich die Flexibiltät

innerhalb der Einrichtung erheblich steigerte.

Dank finanzieller Hilfe aus dem Konjunkturpaket II konnten

2011 in Quedlinburg und Wernigerode neue Gebäude

bezogen und zeitgemäße, den Lehr- und Ausbildungsinhalten

entsprechende Unterrichtsbedingungen

geschaffen werden.

Derzeit werden circa 1 511 Schüler in 1 105 Jahreswochenstunden

an den drei bewährten Standorten mit

ihren 16 regionalen und über den gesamten Landkreis

Harz verbreiteten Lehrstützpunkten unterrichtet. Damit

ist die Kreismusikschule Harz die größte kommunale

Musikschule in Sachsen-Anhalt, die sich in Trägerschaft

eines Landkreises befindet. Das Mitarbeiterteam der

Schule umfasst etwa 80 Personen und besteht aus fest

angestellten Lehrkräften, freien Mitarbeitern (ca. 44 %),

Verwaltungsmitarbeitern und technischem Personal.

Als öffentliche Bildungseinrichtung in Trägerschaft des

Landkreises verbindet die Kreismusikschule in besonderer

Weise außerschulische Bildung, musische Weiterbildung,

sinnvolle Freizeitbeschäftigung und regionale

Kunst- und Kulturpflege.

Die Kreismusikschule Harz ist eine Bildungseinrichtung,

deren wesentliche Aufgaben die Vermittlung einer musikalischen

Grundbildung, die Herausbildung des Nachwuchses

für das Laien- und Liebhabermusizieren, die

Begabtenfindung und Begabtenförderung sowie die

mögliche Vorbereitung auf ein

Berufsstudium sind.

Das Angebot reicht von Eltern-

Kind-Kursen über Musikalische Früherziehung und

Grundausbildung, den vokalen- und instrumentalen

Einzel- und Gruppenunterricht bis hin zur Studienvorbereitenden

Ausbildung. Musiktheorie als Ergänzungsunterricht

und viele Ensemble- bzw. Gemeinschaftsmusizierangebote

(Klassik bis Jazz-Rock-Pop) runden das

Ausbildungskonzept ab.

Neben der fundierten und kontinuierlichen Instrumentalund

Vokalausbildung ist das aktive gemeinsame Musizieren

in vielen Ensembles und Zusammenspielgruppen

eine der tragenden Säulen der musischen Bildung an der

Kreismusikschule.

Dies wird u. a. auch in der Vielzahl und Vielfalt der Veranstaltungen

deutlich, die von Musikschulschülern jedes

Jahr musikalisch gestaltet und umrahmt werden. Schüler

der Kreismusikschule Harz wirken pro Kalenderjahr an

ca. 330 Veranstaltungen mit – eine stattliche Anzahl, die

zeigt, wie wichtig eine fundierte musische Bildungsarbeit

in unserer Gesellschaft ist. Denn erst wenn Musikschulen

mit ihrem Fachpersonal eine kontinuierliche Bildungsarbeit

leisten können, kann daraus Kultur erwachsen und

sich so nachhaltig auf die nächsten Generationen auswirken.

Zu den alljährlichen Höhepunkten des Musikschuljahres

gehören Veranstaltungen wie das Gemeinschaftskonzert

(Konzert mit dem Jugendkammerorchester und

Blechbläserensemble der Kreismusikschule sowie dem

Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode), das

„Dreiklangskonzert“ mit verschiedensten Ensemblezusammensetzungen

der drei Standorte und die Musical-

Aufführungen in Halberstadt.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 112


6.8. Zweckverband Nordharzer Städtebundtheater

Das Nordharzer Städtebundtheater bereichert als klassisches

Dreispartenhaus (Musiktheater, Ballett, Schauspiel)

mit seinen Hauptspielstätten in Halberstadt und Quedlinburg

das attraktive kulturelle Angebot des Landkreises

Harz.

Die traditionsreichen Theater in Halberstadt und Quedlinburg

standen 1990 vor neuen kultur- und marktpolitischen

Herausforderungen. Daher wurden durch die beteiligten

Altlandkreise Halberstadt und Quedlinburg und

die Städte Halberstadt und Quedlinburg 1992 die zuvor

eigenständigen Theater Quedlinburg (Schauspiel) und

Halberstadt (Musiktheater und Ballett) zu einem gemeinsamen

Dreispartentheater unter einer gemeinsamen

künstlerischen und betriebswirtschaftlichen Leitung

vereint. Das Nordharzer Städtebundtheater verfügt über

feste Spielstätten in Halberstadt und Quedlinburg.

Die etwa 500 Aufführungen des Nordharzer Städtebundtheaters

werden jährlich von durchschnittlich 100 000

Zuschauern besucht. Die Besucherauslastung in den

Häusern beträgt etwa 75%.

Zu den besonderen Angeboten des Theaters zählen u.

a. die Halberstädter Domfestspiele, die vom Nordharzer

Städtebundtheater in Kooperation mit der Moses Mendelssohn

Akademie und dem Evangelischen Kirchspiel

Halberstadt alljährlich organisiert werden. Auch die

traditionsreichen Sommertheateraufführungen unter

freiem Himmel ziehen Jahr für Jahr eine beachtliche

Besucherzahl an und erhöhen zudem die touristische

Attraktivität der hiesigen Region.

Junge Komponisten finden durch die jährlich am Haus

stattfindende Orchesterwerkstatt eine Bühne für ihre

Werke. Diese spezifische Förderung junger Menschen ist

einzigartig in Deutschland. Durch die Zusammenarbeit

mit dem Landesmusikrat Sachsen-Anhalt wird jungen

talentierten Menschen ein fruchtbarer und praktischer

Austausch mit Musikern, Musikprofessoren und Zuschauern

ermöglicht.

Darüber hinaus bietet das

Nordharzer Städtebundtheater

ein umfangreiches theaterpädagogisches Angebot.

Vor allem theaterinteressierte Schüler, Lehrer und Eltern

werden angesprochen. Ein Garant für diese Arbeit stellen

die Kooperationsverträge mit derzeit sieben Schulen

dar. Der Theaterjugendclub bietet jungen Menschen eine

Bühne und nimmt unter kompetenter Anleitung jährlich

am Schülertheatertreffen teil. Das Programm der Theaterpädagogik

reicht von Theaterführungen über Schulbesuche

und Premierenklassen bis hin zu Theatergesprächen.

Hier gibt es Raum für Kinder- und Jugendtheatergruppen

der Region, um ihre Inszenierungen aufzuführen und zu

vergleichen.

Das Nordharzer Städtebundtheater hat sich für die Bürger

der Harzregion zu einem Aushängeschild mit überregionaler

Ausstrahlungskraft entwickelt und ist fester

Bestandteil des kulturellen Angebotes im Landkreis. Dennoch

steht das Theater mit seinen 179 Mitarbeitern angesichts

der mehr als angespannten finanziellen Lage vor

weiteren Veränderungen. So werden gegenwärtig verschiedene

Möglichkeiten der Kooperation, Fusion, aber

auch ein Rechtsformwechsel mit den vor Ort handelnden

Akteuren auf ihre Machbarkeit hin untersucht.

Dass das Theater auch weiterhin auf die Unterstützung

der Bürgerinnen und Bürger zählen kann, zeigen viele

Aktionen vor Ort. Dazu zählt u. a. die auch eine Initiative

aus der regionalen Wirtschaft, die „Kultur-Aktie“, durch

deren Erwerb interessierte Bürger und Bürgerinnen symbolisch

Anteil an ihrem Theater im Harz nehmen und es

finanziell unterstützen können.

Auch künftig wird das Nordharzer Städtebundtheater

seinen existentiellen kulturpolitischen Auftrag ernst nehmen

und damit bildungspolitische sowie identitätsstiftende

Funktionen und Verantwortung für die Harzregion

wahrnehmen.

113

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.9. Philharmonisches Kammerorchester

Wernigerode GmbH

Mit einem facettenreichen Programmrepertoire und

jährlich über 100 Konzert- und Opernaufführungen in

und außerhalb Wernigerodes prägt das Philharmonische

Kammerorchester Wernigerode (PKOW) das Musik- und

Kulturleben im Landkreis und darüber hinaus.

Gesellschafter der 1994 gegründeten GmbH sind neben

dem damaligen Landkreis Wernigerode und heutigen

Landkreis Harz die Stadt Wernigerode und der Förderverein

des Kammerorchesters. Die mit der Gründung begonnene

Neustrukturierung und konzeptionelle Modernisierung

des Orchesters konnte in den zurückliegenden

Jahren zielgerichtet weitergeführt werden. Das zeigt sich

sowohl in einer kontinuierlichen Erweiterung des Repertoires

als auch in der Öffnung des Orchesters für alternative

Konzertprogramme und Veranstaltungsformen.

Die 22 Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen

Kammerorchesters haben durch ausgeprägte Spiel- und

Innovationsfreude dazu beigetragen, dass das Orchester

zunehmend an überregionaler Resonanz gewinnen

konnte.

Die bewährten klassischen Konzertprogramme in Wernigerode

und Umgebung werden regelmäßig durch Auftritte

mit renommierten Chören, durch Konzerte mit Kantoreien,

Uraufführungen zeitgenössischer Werke sowie

Filmmusik-, Erlebnis- und Silvesterkonzerte ergänzt.

Ein besonderes „Aushängeschild“ für die Leistungskraft

und Spielfreude des Orchester sind die alljährlich stattfindenden

Wernigeröder Schlossfestspiele, die zu den

herausragenden kulturellen Höhepunkten zählen.

Innovative Akzente im klassischen Konzertprogramm

setzt das Philharmonische Kammerorchester darüber hinaus

mit seinen Crossover-Projekten (»callsic meets jazz«,

»music forever«), durch die etablierte Kunstgenres wie

Soul, Jazz, Funk und Klassik provokativ miteinander kombiniert

werden.

Mit besonderer Aufmerksamkeit widmet sich das PKOW

der Vermittlung von Musik für das junge Publikum. Zu

den Angeboten zählen speziell für Kinder und Jugendliche

ausgerichtete musikalische Themenreihen (Schulund

Kindergartenkonzerte im Rahmen des Projekts

»Hergehört!«, Familienkonzerte, das jährliche Gemeinschaftskonzert

mit der Kreismusikschule Harz). Sein musikpädagogisches

Anliegen ergänzt das PKOW durch die

Förderung des künstlerischen Nachwuchses im Rahmen

des Jugendmusikfestes Sachsen-Anhalt sowie durch die

Abschlusskonzerte der Probenwochen der Dirigierstudenten

der Berliner Universität der Künste.

Zu den vom Orchester initiierten erfolgreichen Projekten

gehört auch das aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der

deutschen Wiedervereinigung entstandene »Orchester

Deutsche Einheit«, das junge Musiker aus den Landesjugendorchestern

Deutschlands mit den Stamm-Musikern

des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode

zu einem Klangkörper zusammenführt.

Jenseits der regulären Konzertprogramme laden mehrere

kleine Formationen des Philharmonischen Kammerorchesters

Wernigerode mit ihren anlassbezogenen

Arrangements zu Entdeckungsreisen in die verschiedenartigsten

Klangwelten ein. Mit seinen Kammer-, Salon-,

Streich- und Swingensembles sorgt das PKOW somit

dafür, dass zwischen klassischer und zeitgenössischer

Musik, zwischen ernsten Klängen und unterhaltsamen

Rhythmen so gut wie keine musikalischen Wünsche bei

seinem Publikum unberücksichtigt bleiben.

Schlossfestspiele Wernigerode

Foto: Fokus/Fotostudio

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 114


6.10. Brockenhaus GmbH

Der Brocken zieht nicht nur als höchster Harzgipfel, mystischer

Berg, einmaliges Biotop und Herz des Nationalparks

Harz sondern auch als Symbol deutscher Teilung

und Wiedervereinigung jährlich über eine Million Besucher

in seinen Bann.

Um den Wissensdurst vieler Besucher zu den verschiedenen

Themen des Berges zu stillen, hatte das Harzmuseum

in Wernigerode - seinerzeit noch in Trägerschaft des

Landkreises Wernigerode - 1991 in einer Abhörkuppel

auf dem Gipfel eine Außenstelle eingerichtet.

Die „Gesellschaft zur Förderung des Nationalparkgedankens“

übernahm das Brockenmuseum, als der Kreis 1992

das Harzmuseum an die Stadt Wernigerode übergab. Im

folgenden Jahr zog die Ausstellung in die „Brockenmoschee“

um. Dieses ehemalige Abhörgebäude wurde seit

1991 unter anderem vom Nationalpark Hochharz genutzt

und sollte zu dessen Informationszentrum werden.

Ein Umbau verwandelte die Trutzburg mit Kuppel zum

modernen und offenen Aushängeschild des Nationalparks.

Außerdem gründeten das Land Sachsen-Anhalt, der

damalige Kreis und die Kreissparkasse Wernigerode die

Brockenhaus GmbH als Betreiber für das mit dem Umbau

entstehende Brockenhaus. Darüber hinaus soll sie weitere

Informationsstellen des Nationalparks ausgestalten

und betreiben.

Die Ausstellung im neuen Brockenhaus sollte so einzigartig

werden wie der Berg selbst – und sie wurde es: das

Anliegen des Nationalparks und die wichtigsten kulturhistorischen,

geographischen und politischen Besonderheiten

macht sie für den Besucher im wahrsten Sinne

des Worts „begreifbar“. Interessierte können Klappen und

Schubladen öffnen, um den Themen auf den Grund zu

gehen. Knopfdrücke oder Blicke ins Mikroskop machen

dem normalen Auge Verborgenes sichtbar.

In der Kuppel schließlich können die Besucher die Reste

der Stasi-Abhörtechnik am Originalstandplatz betrachten

und sich dann auf der Aussichtsplattform wieder den

Elementen des Berges stellen.

Neben der vielseitigen Ausstellung und den Funktionsräumen

für die Nationalparkranger sowie für die Bergwacht

befindet sich eine gemütliche Caféteria im Gebäude,

die es den Besuchern ermöglicht, sich nach dem

Besuch der Ausstellung zu entspannen und den Ausblick

zu genießen.

Darüber hinaus betreibt die Brockenhaus GmbH seit Juni

2011 in Kooperation mit dem Nationalpark Harz das neu

eröffnete Nationalparkerlebniszentrum HohneHof in

Drei-Annen-Hohne. Neben dem originären Naturerlebnis

werden hier Kindern, Eltern und Großeltern spielerisch

die verschiedenen Themenbereiche des Nationalparks

vermittelt. Bei Kaffee und Kuchen können die Familien

die Schönheiten der Natur rund um den HohneHof auf

sich wirken lassen.

115

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


Bereich Ver- und Entsorgung

6.11. Entsorgungswirtschaft des

Landkreises Harz AöR

Die enwi wurde mit der Auflösung des Abfallzweckverbandes

Nordharz im Jahr 2008 gegründet. Träger dieses

Unternehmens ist der Landkreis Harz, wobei die Bezeichnung

Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) die privatrechtliche

Betriebsführung mit einer öffentlichen Einrichtung

verbindet. Der Verwaltungsrat überwacht die Geschäftsführung

des Vorstandes, der die enwi leitet, und trifft Beschlüsse

in wichtigen Angelegenheiten (z.B. bei Satzungen

oder Wirt schaftsplänen).

Die enwi erfüllt folgende Aufgaben und Leistungen:

• Sammeln, Befördern, Verwerten und Entsorgen von

Hausmüll, hausmüllähnlichem Gewerbeabfall, Sperrmüll

(inklusive Altholz) sowie Altpapier,

• Sammlung von Weihnachtsbäumen,

• Sammlung von Baum- und Strauchschnitt,

• Abholen von elektrischen Haushaltsgeräten,

• Annahme von Schadstoffen am Schadstoffmobil,

• Annahme von Wertstoffen und Abfällen auf den acht

Wertstoffhöfen,

• Annahme von Asbest und Mineralwolle.

Um diese Entsorgungsleistungen zu realisieren, arbeitet

die enwi mit 12 Vertragspartnern zusammen.

Folgende Grundziele stehen im Mittelpunkt der gemeinsamen

Arbeit:

• die dauerhafte Gewährleistung der Entsorgungssicherheit

im gesamten Landkreis Harz,

• eine hohe Zuverlässigkeit bei der Entsorgung am

Grundstück,

• ein ausgewogenes Verhältnis von Bedarfsdeckung

und Gebührenhöhe,

• hohe Entscheidungstransparenz und

• eine unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimale

Nutzung des Verwertungspotentials von Abfällen.

Für die Finanzierung der Leistungen werden Gebühren

erhoben. Die Gebühren setzen sich aus einer Personengrundgebühr,

aus Entleerungsgebühren für Hausmüllbehälter

und aus Leistungsgebühren zusammen.

Insgesamt wurden durch die enwi im Jahr 2011 knapp

82 200 Tonnen Abfall, die ausschließlich aus dem Landkreis

Harz stammen, entsorgt. Davon konnten über 29 000

Tonnen (mehr als 1/3) verwertet werden. Altpapier, Metallschrott,

Baum- und Strauchschnitt, Grünschnitt wurden

stofflich und Altholz aus der Sperrmüllsammlung

energetisch verwertet.

Der eingesammelte Haus- und Sperrmüll wird, mit Ausnahme

von Altholz aus Sperrmüll, zur thermischen Behandlung

in die thermische Restabfallbehandlungsanlage

„Buschhaus“ bei Helmstedt transportiert. Mit der bei

der Abfallbeseitigung gewonnenen Energie könnte beispielsweise

das Stadtgebiet Quedlinburg ein Jahr lang

mit Strom versorgt werden.

Die Bilanz der letzten Jahre zeigt, dass die zuverlässigen

Leistungsangebote der enwi die Wünsche und Bedürfnisse

der Einwohner und Unternehmen des Landkreises

Harz voll und ganz decken.

Eingesammelte Abfallmengen von 2009 bis 2011

45.000

Menge in Mg/a

40.000

35.000

30.000

25.000

20.000

15.000

10.000

5.000

0

2009 2010 2011

Jahr

Haus- und Gewerbemüll Sperrmüll (inklusive Altholz) Grünschnitt Altpapier

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 116


6.12. Abfallwirtschaft Nordharz GmbH

Die Abfallwirtschaft Nordharz GmbH ist ein mittelständiges

Entsorgungsunternehmen, das bereits 1991 als

gemeinsames Unternehmen des damaligen Landkreises

Wernigerode und der Firma REMONDIS entstand. Nach

der Fusion mit der Abfallwirtschaft Quedlinburg im Jahr

1996 entstand der Firmenname Abfallwirtschaft Nordharz

GmbH.

Das Unternehmen gehört zu den ersten PPP-Gesellschaften

(Public Private Partnership) der Region. Durch die Beteiligung

der Firma REMONDIS, die im Bereich der Kreislaufwirtschaft

über große Erfahrungen verfügt, kann

jederzeit vom aktuellen technischen und logistischen

Know-how des international tätigen Unternehmens profitiert

werden. Der Betrieb ist zertifiziert als Entsorgungsfachbetrieb

und nach DIN EN ISO 9001:2008.

Gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft, der Nordharz

Entsorgung GmbH, ist das Unternehmen ein kompetenter

Dienstleister in den Bereichen Sammlung, Sortierung,

Umschlag, Aufbereitung sowie Verwertung von Abfällen

und Wertstoffen. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Wernigerode,

im Ortsteil Reddeber. Der Firmensitz ist zugleich

Arbeitsstelle für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Derzeit sind im Unternehmen 110 gewerbliche Mitarbeiter,

20 Angestellte und 4 Auszubildende beschäftigt.

Die Mitarbeiter sind täglich mit rund 80 Fahrzeugen im

Einsatz, um zuverlässig die Dienstleistungsaufträge für

Kommunen und Gewerbebetriebe sowie private Haushalte

zu erfüllen.

Im Auftrag der Entsorgungswirtschaft des Landkreises

Harz AöR (enwi) erfüllt die Nordharz Entsorgung

Dienstleistungsaufträge in den Bereichen Haus- und

Sperrmüllsammlung, Erfassung von Baum- und Strauchschnitt,

Weihnachtsbäumen sowie Altpapier bei den

rund 232 000 Einwohnern des Landkreises Harz. Darüber

hinaus ist das Unternehmen auch in den benachbarten

Landkreisen in unterschiedlichen Bereichen tätig, so dass

das Entsorgungsgebiet insgesamt etwa 640 000 Einwohner

umfasst.

Neben der Erfüllung von kommunalen Entsorgungsaufträgen

gehört die Sammlung von Pappe, Papier,

Glas sowie Leichtverpackungen für die Duale System

Deutschland GmbH zu den wesentlichen Aufgaben. Das

Unternehmen betreibt einen Containerdienst, eine Umschlagsanlage

für kommunale und gewerbliche Abfälle

und Wertstoffe sowie zur Aufbereitung von Altholz, eine

Sortieranlage für Leichtstoffverpackungen sowie einen

Recyclinghof für Kleinanlieferer.

Die Abfallwirtschaft Nordharz ist als Dienstleister nicht

nur für Kommunen, sondern auch für Auftraggeber aus

Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen

sowie Handwerks- und Gewerbebetrieben tätig. In Zusammenarbeit

mit diesen Kunden werden verschiedenste

Konzepte erarbeitet, deren optimale Erfüllung durch

das Unternehmen gewährleistet wird.

Als Bindeglied zwischen den Abfallerzeugern und dem

Recyclingprozess schließt das Unternehmen Stoffkreisläufe

im Interesse der Umwelt und erfüllt so auf diese

Weise im Interesse einer modernen Kreislaufwirtschaft

gleichzeitig eine wesentliche Forderung der aktuellen

Politik.

117

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


Bereich Arbeitsmarkt und Wirtschaftsförderung

6.13. Eigenbetrieb Kommunale Beschäftigungsagentur

Jobcenter Landkreis Harz

Seit Jahresbeginn 2011 ist der Eigenbetrieb Kommunale

Beschäftigungsagentur Jobcenter Landkreis Harz, kurz

KoBa, für das gesamte Gebiet des Harzkreises als SGB

II-Grundsicherungsträger tätig. Das im Altlandkreis Wernigerode

seit 2005 praktizierte Modell der kommunalen

Trägerschaft wurde auf die Altlandkreise Quedlinburg

und Halberstadt übertragen. Die Wernigeröder KoBa fusionierte

zum 1. Januar 2011 mit den Argen Quedlinburg

und Halberstadt zum gemeinsamen Jobcenter. Seitdem

betreut die KoBa mit insgesamt 420 Mitarbeitern an den

Standorten Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt

sowie einer Außenstelle in Blankenburg knapp 28 000

Bürgerinnen und Bürger.

Bereits im Jahr 2006 hatten sich die damaligen Landkreise

Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode sowie die

Stadt Falkenstein zur kommunalen Aufgabenträgerschaft

des SGB II bekannt.

Mit der Bildung des neuen Großkreises 2007 verblieben

die Aufgaben der Grundsicherung jedoch zunächst bei

den drei Trägern der alten Landkreise, bis eine Gesetzesänderung

im Jahr 2010 bundesweit die Anpassung der

kommunalen Trägerschaft nach Kreisgebietsreformen

für frühestens 2011 ermöglichte.

Eine Fusion solchen Ausmaßes in Kombination mit einer

kompletten technischen Umstellung und einer in den

Übergangszeitraum fallenden Gesetzesreform brachte

einige Schwierigkeiten mit sich. Fast 12 000 Datensätze

wurden, weil technisch nicht anders möglich, in wenigen

Monaten per Hand von den ehemaligen Argen Halberstadt

und Quedlinburg in das System der KoBa übernommen.

Über 300 Mitarbeiter wechselten von den beiden

Argen zur KoBa. Im März 2011 erfolgte erstmals die Auszahlung

der SGB II-Leistungen für alle Bedarfsgemeinschaften

des Landkreises durch das neue Jobcenter. Trotz

einiger Widrigkeiten und auch dank intensiver Mehr- und

Samstagsarbeit der KoBa-Mitarbeiter ist der landkreisweite

Zusammenschluss jedoch in weiten Teilen gut gelungen.

An der von Beginn der Geschäftstätigkeit verfolgten

Zielstellung, eine zufriedenstellende Dienstleistung der

Grundsicherung aus einer Hand zu erbringen, arbeitete

die KoBa auch in den vergangenen Jahren konsequent

weiter. Die grundlegenden Strukturen des Kommunalen

Eigenbetriebs wurden in dieser Zeit ausgebaut und den

jeweiligen Entwicklungen angepasst.

Der Arbeitgeberservice der KoBa ist seit 2011 landkreisweit

tätig und als Schnittstelle zwischen Arbeitsmarkt

und Vermittlung im ständigen Kontakt mit den Arbeitgebern

der Region. Die regelmäßige Zusammenstellung

aktueller Jobangebote und die aktive Suche nach passenden

Stellen für die bei der KoBa gelisteten Bewerber

gehören ebenso zu seinen Aufgaben, wie die Beratung

von Unternehmen bei der Personalplanung oder die Organisation

von Jobmessen.

Mit einer aktiven Stellenakquise und dem gezielten Einsatz

der jeweils von der Politik zur Verfügung gestellten

Förderinstrumente begegnet die KoBa Konjunktur- und

Arbeitsmarktschwankungen. Mit der Einführung des Beschäftigungszuschusses

in 2008, den Möglichkeiten der

Freien Förderung und des Vermittlungsbudgets ab 2009,

der Perspektive 50plus und der Bürgerarbeit ab 2010

sowie mit Zeitarbeitsmessen und Bildungspaket 2011

konnte man für zahlreiche Betroffene neue Chancen

schaffen.

Neben dem Kerngeschäft, der Vermittlung in den ersten

Arbeitsmarkt, nutzte die KoBa in den letzten Jahren immer

wieder auch geförderte Programme des 2. Arbeitsmarktes.

Einige Beispiele sollen hier aufgeführt werden:

• Im Rahmen des Bundesprogramms Kommunal-Kombi

konnten von 2008 bis 2009 153 langzeitarbeitslose

Menschen in wettbewerbsneutrale sozialversicherungspflichtige

Beschäftigungsmöglichkeiten vorrangig

bei Kommunen vermittelt werden.

• Nach dem Auslaufen dieses Programms beteiligte

sich die Wernigeröder KoBa 2010 erfolgreich am

Wettbewerbsverfahren zur Bürgerarbeit. Über 800

Arbeitslose in den strukturschwachen Gebieten des

Oberharzes und in Blankenburg wurden durch Coachings

und Trainingsmaßnahmen intensiv gefördert.

148 von ihnen konnten anschließend direkt in eine

reguläre Arbeit vermittelt werden. Insgesamt wurden

141 zusätzliche Stellen geschaffen, die Langzeitarbeitslosen

über drei Jahre die Chance geben, sich im

Arbeitsleben zu beweisen und wichtige Kontakte zu

knüpfen.

Neben der Unterstützung Langzeitarbeitsloser auf dem

Weg zurück in den Arbeitsmarkt war und ist ein weiterer

Schwerpunkt der KoBa die präventive Unterstützung

junger Menschen auf dem Weg in eine unabhängige und

selbstbestimmte Zukunft. Auch in diesem Bereich konnte

die KoBa in den letzten Jahren wichtige Strukturen in der

Region etablieren. Dazu zählen

• das Jugendförderprogramm „Integration durch

Austausch (IdA)“, das seit 2009 166 Jugendlichen

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 118


aus dem Harzkreis und Salzlandkreis die Teilnahme an

einem mehrmonatigen Praktikum in Österreich oder

England ermöglichte. 56% der Teilnehmer des bei der

Akademie Überlingen angesiedelten Projektes starteten

nach dem Praktikum mit einer Ausbildung oder

am neuen Arbeitsplatz in das Berufsleben,

• die Produktionsschule „STABIL“, die ebenfalls unter

Trägerschaft der Akademie Überlingen seit 2009 Jugendlichen

ohne Schulabschluss, Ausbildungsplatz

oder nach dem Abbruch der Ausbildung sozialpädagogische

Unterstützung beim Erreichen der Beschäftigungs-

und Ausbildungsfähigkeit bietet,

• die „Kompetenzagentur Harz“, die seit 2011 unter

Trägerschaft der KoBa im gesamten Landkreis tätig

ist. Sie bietet Jugendlichen im Alter bis 25 Jahren und

deren Familien Unterstützung und Lösungen bei Problemen

an, die zu Schulverweigerung oder Ausbildungsabbrüchen

führen und den Übergang von der

Schule in den Beruf erschweren.

Bei den Ausschreibungen für diese drei Jugendprojekte

und zahlreiche weitere Förderprogramme konnte

die KoBa auf die fachkundige Hilfe des Projektbüros

ZukunftHarz in Wernigerode setzen. Die Mitarbeiter

entwickelten von 2006 bis 2010 zahlreiche Projektideen,

holten Fördergelder in die Region und gewannen

Ausschreibungen für regionale Träger. Sie begleiteten

Leuchtturmprojekte wie die „Harzer Wandernadel“ oder

den Miniaturenpark Kleiner Harz im Auftrag der KoBa

auf dem Weg zum Erfolg und unterstützten den Wernigeröder

Grundsicherungsträger bei der Entwicklung

zahlreicher weiterer Konzepte.

Auf gebündelte Kompetenz und Kooperationen setzte

der Eigenbetrieb auch beim 2011 gestarteten Bildungspaket.

Ein eigens zusammengestelltes Team von

Mitarbeitern bearbeitet seit dem Start der Hilfen für einkommensschwache

Familien alle Anträge zentral und informiert

zahlreiche Netzwerkpartner und Multiplikatoren

im Landkreis über die verschiedenen Unterstützungsmodalitäten.

Um noch mehr Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle

Freizeitgestaltung zu ermöglichen, setzt die KoBa bei der

bisher nur zu 9% in Anspruch genommenen Unterstützung

bei Vereinsmitgliedschaften auf die enge Zusammenarbeit

mit regionalen Akteuren wie dem KreisSport-

Bund Harz oder der Initiative „Jedem Kind sein Verein“

des Kreis-Kinder- und Jugendrings. Mehr als 10 000 bewilligte

Anträge im ersten Jahr nach der Einführung des

Bildungspaketes sind ein guter Anfang, aber hier sieht

die KoBa bei der Förderung der Jüngsten durchaus noch

Potentiale, auch im Sinne der Prävention.

Das Motto „Chancen schaffen“ durch Fördern und Fordern

verfolgt die KoBa auch als landkreisweiter Grundsicherungsträger

in vielfältigen Bereichen nachdrücklich

weiter. Seine intensive Vernetzung in der Region

und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteuren der

Arbeitswelt werden dem Eigenbetrieb auch in Zukunft

helfen, Menschen bei der Schaffung einer eigenen Existenzgrundlage

zu unterstützen. Insgesamt sieht sich das

Jobcenter für den Landkreis Harz dabei auf einem guten

Weg, im Sinne der Arbeitssuchenden jedoch auch immer

mit dem Anspruch, noch besser zu werden.

119

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.14. Harz Aktiengesellschaft –

Initiative Wachstumsregion

Die Harz AG Initiative Wachstumsregion wurde 2003 als

Wernigerode AG auf gemeinschaftlicher Initiative von

Unternehmen aus dem ehemaligen Landkreis Wernigerode

sowie öffentlichen Eichrichtungen und Institutionen

gegründet.

Ziel der Gründung als Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital

von 305 000 Euro war und ist es, die wirtschaftliche

Entwicklung des Landkreises zu beschleunigen.

Mit der Kreisgebietsreform 2007 und der Fusion der Landkreise

Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode zum

Landkreis Harz wurde die Wernigerode AG zur Harz AG

umfirmiert. Im Zuge der Umfirmierung wurde das Aktienkapital

auf 375 000 Euro aufgestockt. Unter den derzeit

58 Aktionären befinden sich heute auch Unternehmen

und Einrichtungen aus den ehemaligen Altlandkreisen

Halberstadt und Quedlinburg. Die Harz AG praktiziert

eine professionelle Wirtschaftsförderung für den gesamten

Landkreis Harz.

Die AG arbeitet überwiegend projektorientiert, während

das Tagesgeschäft der Wirtschaftsförderung vereinbarungsgemäß

durch die übrigen Strukturen der Wirtschaftsförderung

des Landkreises und der Städte abgedeckt

wird.

In Übereinstimmung mit den wirtschaftlichen Schwerpunkten

des Landkreises Harz ist das Projektgeschäft auf

folgende Arbeitsbereiche fokussiert:

1. Standortentwicklung

Die Standortentwicklung ist der Fahrplan für die Zukunft.

Ziel der Harz AG in der modernen Standortentwicklung

sind die Sicherung und der Ausbau der Wirtschaftskraft

des Landkreises Harz durch optimales Flächenmanagement,

Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie

einer positiven Ansiedlungspolitik. Sie berücksichtigt die

Ansprüche aus Politik und Verwaltung und die Anforderungen

der Unternehmenswelt gleichermaßen.

Folgende Leistungen werden im Kompetenzfeld Standortentwicklung

angeboten:

• Ansiedlung von A-Z

• Standortmarketing

• Tourismus / Touristische Produktentwicklung

• Industrie- und Gewerbeflächenvermarktung

• Gesundheitswirtschaft

• Förderberatung und Finanzierungen

• Fachkräftesicherung

• Innovation- und Technologietransfer

2. Fachkräftesicherung

Niemals zuvor hatte die Region so große Schwierigkeiten,

offene Stellen zu besetzen. Damit wird der Fachkräfteengpass

für die hiesige Wirtschaft zu einem zunehmenden

Wachstumshemmnis. Fachkräftesicherung ist eine

Herausforderung mit vielen Facetten. Demografische

Aspekte spielen ebenso eine Rolle wie die Qualifikation

der zur Verfügung stehenden Fachkräfte oder die Anwerbung

von Mitarbeitern aus anderen Ländern oder Regionen.

Die Harz AG setzt für eine nachhaltige Fachkräftesicherung

an verschiedenen Stellen an:

• Evaluation

• Fördermittel/Finanzierung

• Personalmanagement / -entwicklung

3. Innovation- und Technologietransfer

Die Harz AG fördert insbesondere Vorhaben der Grundlagenforschung

und der anwendungsorientierten Forschung,

neue Technologien sowie den Transfer wissenschaftlicher

Erkenntnisse in Wirtschaft und Gesellschaft.

In diesem Rahmen unterstützt die AG den Erwerb von

Schlüsselqualifikationen, den Auf- und Ausbau von Informations-,

Kommunikations- und Kooperationsnetzwerken,

den Know-how-Transfer zwischen Theorie und

Praxis sowie zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

Sie begleitet ganzheitlich betriebliche Innovationsvorhaben

- von der strukturierten Erstberatung bis hin zur

Nachbetreuung.

Projekte wie z.B. die HarzCard, eine touristische All inklusiv

Card mit rund 140 Leistungsträgern, und das Harzer

Urlaubsticket HATIX zeugen von einer ausgeprägten und

erfolgreichen Netzwerkarbeit.

Das Projekt „Schritt für Schritt in die Zukunft – Ausbildungsbausteine

für den Harz“, finanziert aus Mitteln des

Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem

Europäischen Sozialfond der Europäischen Union, dient

der Erprobung bundeseinheitlicher Ausbildungsbausteine

in 12 Ausbildungsberufen.

Mit den aktuellen Projekten „Sanfte Mobilität“ und „Gesundheitswirtschaft“

greift die AG aktuell Themen auf,

die auch zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises

Harz und seiner Unternehmen sichern helfen werden.

Einen überaus beachtenswerten Beitrag leistet auch die

2005 gegründete 100%ige Tochter Pro Arbeit GmbH zur

Beschäftigungssicherung. Das Zeitarbeitsunternehmen

mit z. T. mehr als 250 Beschäftigten ist ein verlässlicher

Dienstleister überwiegend regionaler Unternehmen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 120


6.15. Arbeitsförderungsgesellschaft Harz mbH

Die 1991 gegründete Arbeitsförderungsgesellschaft bündelt

vielfältige Beschäftigungsprojekte im Rahmen von

geförderten Maßnahmen nach dem SGB III und dem SGB

II in den Bereichen

• Landschaftspflege und -gestaltung,

• Streuobstwiesenerhaltung,

• Gestaltung der touristischen Infrastruktur,

• Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer/ Teilnehmer

nach dem Landesprogramm „Aktiv zur Rente“,

• Maßnahmen nach dem Bundesprogramm „Bürgerarbeit“

sowohl in Eigenregie als auch in Geschäftsbesorgung

Dabei liegt seit 1992 der Schwerpunkt auf Maßnahmen

im Bereich der Landschaftspflege und -erhaltung, die der

Verbesserung der touristischen Infrastruktur dienen. Sie

umfassen vorwiegend die Sanierung von Wegen, Plätzen

und Raststätten im Umfeld der Kommunen und dienen

damit einer bewussten Besucherlenkung.

Daneben werden Maßnahmen zur Erhaltung von Streuobstwiesen

im Landkreis, insbesondere im Harzvorland,

durchgeführt, um das typische Landschaftsbild zu erhalten.

In diesem Zusammenhang wird seit August 2009 an

der Gestaltung eines Streuobstwiesenmuseums gearbeitet,

dessen Betreibung nach Fertigstellung ab August

2012 ebenfalls auf dem Plan steht.

Die AFG Harz kann auf Kompetenzen und Kenntnisse

der beschäftigungspolitischen Situation vor Ort zurückgreifen

und diese im Interesse der in ihren Projekten Beschäftigten

zielgerichtet umsetzen. Sie nutzt diese zur

Schaffung weiterer Möglichkeiten, um den von Arbeitslosigkeit

betroffenen Menschen neue nachhaltige Perspektiven

zu eröffnen.

Dadurch entwickelte sich die Gesellschaft zunehmend

und gewollt zu einem Dienstleister für die Kommunen

bei der Beschäftigung von konkreten Zielgruppen langzeitarbeitsloser

Menschen.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt der Jahre 2007 bis 2011:

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt der Jahre 2007 bis 2011:

350

300

250

200

150

100

50

0

2007 2008 2009 2010 2011

Arbeitnehmer/Teilnehmer in AGH

Seit September 2004 werden Teilnehmer in Arbeitsgelegenheiten

mit Mehraufwandsentschädigung in den genannten

Tätigkeitsbereichen erfolgreich beschäftigt. Im

Berichtszeitraum konnten insgesamt 1 214 Teilnehmer

von diesen Maßnahmen profitieren. Im Vordergrund stehen

dabei Beschäftigungsinhalte mit nachhaltiger Wirkung

für die Kommunen, den Harzklub e. V. mit seinen

Zweigvereinen und die Tourismuseinrichtungen.

In den vergangenen Jahren ist die AFG Harz mbH mehrfach

als Partner für fortzuführende Maßnahmen anderer

Träger eingetreten, nach dem diese ihre Geschäftstätigkeit

eingestellt haben. Hier hat sich die AFG Harz mbH als

verlässlichern Partner für die jeweiligen Förderer erwiesen.

Ein Beispiel dafür ist die Betreibung des Besucherbergwerkes

„Drei Kronen & Ehrt“ in Kooperation mit dem

Schaubergwerk Büchenberg.

Im August 2011 startete in der AFG Harz das erste Projekt

nach dem Bundesprogramm zur Bürgerarbeit. Bis

zum Mai 2012 begannen insgesamt 6 Projekte nach die-

sem Programm mit 12 Arbeitnehmern und ein weiteres

Projekt wird in Geschäftsbesorgung für den Kultur- und

Heimatverein Benneckenstein betreut und abgerechnet.

Diese Projekte haben folgende Inhalte:

• Helfer bei Ernährungs- und Gesundheitsprogrammen

sowie Unterstützung im Naturschutz

• Helfer bei der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen

im Bereich des Jugendklubs Wienrode

• Helfer bei der Förderung von Heimatforschung im Bereich

des Harzklubzweigvereins Rübeland

• Unterstützung der Harzklubzweigvereine bei der Erhaltung

der touristischen Wanderinfrastruktur im Kontext

mit dem Deutschen Wandertag 2014 im Harz

• Helfer bei der Erhaltung und Sicherung bergbaulicher

Traditionen und Relikte

• Helfer bei der Entwicklung von Angeboten der Umweltbildung,

insbesondere für Kinder, im Streuobstmuseum

zwischen Silstedt und Derenburg

• Helfer bei der Um- und Neugestaltung des Heimatmuseums

121

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


Im Rahmen einer von der KoBa und dem Land geförderten

„Aktiv zur Rente - Maßnahme“ wurde u. a. ein nur

noch teilweise erhaltener Erlebnisweg am Rohrteich in

Drübeck in den vergangenen 2 Jahren komplett saniert

und barrierefrei ausgebaut. Moderne Infotafeln zu Fauna

und Flora, robuste Sitzbänke und bunte Erlebnisspielgeräte

bieten Wissen, Spaß und Erholung für die ganze

Familie.

Zwei neue Brücken ermöglichen die Umrundung des Teiches

auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Ebenfalls im Rahmen des Landesprogramms „Aktiv zur

Rente“ wird seit dem 1.4.2011 das alte Sägewerk der Elbingeröder

Familie Ehrt zu einem Schausägewerk entwickelt.

Nach Fertigstellung des Projektes im März 2014

wird auch hier die Betreibung durch die AFG Harz mbH

angestrebt.

Auch bei der Vermarktung der Rübelandbahn bringt sich

die AFG Harz mbH ein. Angestrebt wird die Vernetzung

touristischer Attraktionen der gesamten Tourismusregion,

bei denen die AFG Harz mbH ein Partner sein kann

und will.

Bei der Übergabe eines Rundwanderweges am Rohrteich konnten Bürgermeister Denis Loeffke, Gudrun Mehnert von der

Arbeitsförderungsgesellschaft und Monika Reuschel von der KoBa auch die neu aufgebauten Erlebnisspielgeräte testen.

LANDKREIS HARZ | Verwaltungsbericht Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände 122


6.16. Innovations- und Gründerzentrum

im Landkreis Harz GmbH

Eine wesentliche Aufgabe der Gesellschaft liegt im Betreiben

des Innovations- und Gründerzentrums Wernigerode,

einschließlich der Außenstelle Blankenburg.

Das besondere Augenmerk in der Arbeit des Innovations-

und Gründerzentrums richtet sich unvermindert

auf das Existenzgründungsgeschehen in der Region. Aufgrund

des zunehmenden Erfahrungsschatzes spielt die

Gesellschaft im Harzkreis weiterhin eine zentrale Rolle im

Existenzgründungsgeschehen. In der Vorgründungsphase,

während der Gründung der Unternehmen und auch

in der Nachgründungsphase stehen die Mitarbeiter als

kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Die sehr gute Mietauslastung der Gebäude (im Bild der

Wernigeröder Standort) und die vielfältige Projektarbeit

haben dazu geführt, dass sich die wirtschaftliche Situation

der Gesellschaft in den letzten Jahren weitgehend

stabilisiert hat.

Aufgrund des hohen Beratungsbedarfs für Existenzgründer

im Harzkreis werden drei ego.-Piloten für die

Regionen Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode

eingesetzt. Das Innovations- und Gründerzentrum ist

Trägergesellschaft für diese ego.-Piloten. Die Eigenanteile

werden durch den Landkreis Harz getragen. Die Gesellschaft

fungiert hier aber nicht nur als Arbeitgeber, sondern

ist auch für die Koordinierung der Zusammenarbeit

zwischen den ego.-Piloten selbst und deren praktische

Qualifizierung zuständig.

Der durch die Gesellschaft entwickelte Qualitätsstandard

- sowohl hinsichtlich der Wissensvermittlung als auch bei

der Beurteilung der Eignung der Existenzgründer und

der Tragfähigkeit der Vorhaben - erfährt durch die Agentur

für Arbeit Anerkennung und Wertschätzung. Mit den

gründungsrelevanten Behörden, den gewerblichen Kammern,

der Bundesagentur für Arbeit und den berufsständischen

Vereinigungen hat die Gesellschaft in den letzten

Jahren eine sehr enge Zusammenarbeit aufgebaut.

Als Maßnahmeträger für den Harzkreis ist das Innovations-

und Gründerzentrum für die Umsetzung der

„Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen an

Personen zur Gründung einer selbständigen Existenz, zur

Qualifizierung und Begleitung während der Selbständigkeit“

verantwortlich. Mit Stand Dezember 2011 können

284 Teilnehmer in 18 Grundkursen und 4 Zusatzqualifizierungskursen

verzeichnet werden. Damit zählt das Innovations-

und Gründerzentrum weiterhin zu den erfolgreichsten

Projektträgern im landesweiten Vergleich.

Inte resse steht. Der wirtschaftsfördernde Charakter der

Arbeit der Gesellschaft im Hinblick auf den Betrieb des

Innovations- und Gründerzentrums wird somit uneingeschränkt

und zielstrebig fortgesetzt.

In der 2. Verlängerungsphase des Regionalmanagements

Harz werden derzeit die Themenbereiche „Breitbandmodellregion

Harz“, „touristische Projektentwicklung“ und

„regionale Konzeptentwicklung“ bis zum 31.08.2013 begleitet

und koordiniert. Als Regionalmanager gehört die

Koordinierung des Förderinstrumentes Regionalbudget

ebenfalls zu den Aufgaben der Gesellschaft.

Im innovativen Bereich arbeitet die Gesellschaft eng mit

der Hochschule Harz und deren Aninstituten zusammen.

Es gibt eine vielfältige Arbeit an gemeinsamen Projekten.

Für Unternehmen der Region setzt die Gesellschaft Projekte

im Bereich Wissens- und Technologietransfer um.

Die Gesellschaft ist ebenfalls Projektträgerin des NEMO-

Projektes „POF LAB“ (POF - Polymer Optical Fibre). Neben

der Entwicklung von Kooperationen, gemeinsamen Produkten

und der Vorbereitung von weiteren Forschungsund

Entwicklungsthemen für die Netzwerkpartner wurde

im Innovations- und Gründerzentrum das Versuchslabor

zur Nutzung für Demonstrations- und Schulungszwecke

weiterentwickelt.

Das wirtschaftliche Betreiben und die Weiterentwicklung

des touristischen Internetportals www.harztourist.de als

wesentliches Produkt des Servicebüros Harz ist ein weiterer

Schwerpunkt der unternehmerischen Aktivitäten der

Gesellschaft. Eine besondere Bedeutung hat diese touristische

Internetplattform für die Erprobung von internetbasierten

Produkten und Dienstleistungen und für die

Initiierung von innovativen Projektideen im touristischen

Bereich. Die Besucherzahl liegt im Durchschnitt zwischen

1,25 und 1,35 Mio. Besuchern im Jahr. Die Unternehmensdatenbank

www.unternehmen-harz.de dient ebenfalls

wirtschaftsfördernden Zwecken. Für Unternehmen und

insbesondere für Existenzgründer der Region ist sie eine

gute Möglichkeit, sich zu präsentieren. Eine Ausweitung

der Datenbank auf den niedersächsischen und thüringischen

Teil des Harzes wird weiter angestrebt.

Hinzu kommt eine breit gefächerte Projektarbeit bzw.

Projektträgerschaft, welche thematisch auf die oben genannten

Geschäftsfelder sowie auf innovative Entwicklungen

neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

ausgerichtet ist und überwiegend im öffentlichen

123

Eigenbetriebe, Gesellschaften, Verbände


6.17. Zweckverband „Regionale

Planungsgemeinschaft Harz

Die beiden Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz bilden

zusammen auf der Grundlage des Landesplanungsgesetzes

des Landes Sachsen-Anhalt für das Gebiet der

Planungsregion Harz den Zweckverband „Regionale Planungsgemeinschaft

Harz“.

Seit 2001 gibt es im Zuge der Kommunalisierung der Regionalplanung

in Sachsen-Anhalt insgesamt 5 solcher

Planungsregionen mit entsprechenden Zweckverbänden

(Regionen Altmark, Magdeburg, Harz, Anhalt-Bitterfeld-

Wittenberg und Halle). Deren wesentliche Aufgabe ist es,

so genannte Regionale Entwicklungspläne für die jeweilige

Region zu erarbeiten und an der Umsetzung der darin

festgelegten Entwicklungsziele mitzuwirken.

Wechsel von Wippra von der Planungsregion Halle zu unserer

Region gehört nun, mit Ausnahme von Teilen des

Mansfelder Berglandes bei Hettstedt, der gesamte sachsen-anhaltinische

Teil