Olympische Spiele - Deutscher Segler-Verband

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Olympische Spiele - Deutscher Segler-Verband

O LY M P I S C H E S P I E L E 2 0 0 8

Sie haben es drauf!

DSV-Sportdirektor Hans Sendes wird im August 2008 zum letzten Mal die olympische

Segelmannschaft bei ihrer Medaillenjagd begleiten. Der erfahrenste Mann des Teams

glaubt an seine Sportler: „Sie haben es drauf, segeln alle auf Weltklasse-Niveau“

Noch einmal Geschichte

studieren, Trompete

spielen und zaubern

– für die Zeit „danach“

hat Hans Sendes viele Pläne

und ein paar Träume. 33

Jahre lang war der Deutsche

Segler-Verband sein beruflicher

Heimathafen, 30 davon

stand sein Name als

Synonym für den Posten des

Sportdirektors. Sendes leitete

die Geschicke der Leistungssegler

sehr menschlich,

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mit viel Verständnis für die

Aktiven und exzellenten

Drähten zu Vereinen, Verbänden

und Behörden. Ab

Herbst 2008 wird er sich

langsam zurückziehen. Natürlich

nicht, ohne seinen

Nachfolger einzuarbeiten,

den der DSV zum Dezember

einstellen möchte.

In Sendes Amtszeit fielen

neun Olympische Spiele,

darunter die Silbermedaille

von Achim Griese 1984 im

Starboot, Gold und Silber

durch die Teams von Jochen

Schümann, die märchenhaft

anmutende Silbermedaille

der Surferin Amelie Lux

im Jahr 2000 vor Sydney

und im gleichen

Jahr auch die Bronzemedaille

von Roland

Gäbler im

Tornado. Hans

Sendes hat mit

den Seglern

H ö h e n u n d

Tiefen durchschritten.

Dazu zählt der

schmerzliche

Fall des Olympiafavoriten

Wolfgang Hunger

in Barcelona.

Ein zu spät

bemerkter

Früh-

start und ein zerissenes Segel

ließen dessen Träume bereits

zum Auftakt der olympischen

Wettfahrten 1992

platzen. „Das war ein harter

Schlag, denn Hunger war

ein Ausnahmesegler“, erinnert

sich Sendes heute.

Für seine letzten Olympischen

Spiele als Teamchef

der deutschen Segelequipe

wünscht sich der 60-Jährige,

dass seine sechs Mannschaften

zeigen, was sie können.

„Sie haben es drauf, segeln

alle auf Weltklasse-Ni-

veau. Ich wünsche mir von

Herzen, dass sie ihre Künste

zur rechten Zeit abrufen

können.“

Nach den glanzlosen olympischen

Wettfahrten in

Athen vor vier Jahren macht

sich Hans Sendes keine Illusionen,

bleibt aber optimistisch:

„Nach Athen hatte der

damalige DSB einigen

Sportlern nicht ganz zu Unrecht

Olympiatourismus

vorgeworfen. Entsprechend

wurden die Nominierungskriterien

für die Teilnahme

an den Olympischen Spielen

in China für alle Sportarten

deutlich verschärft. Ich kann

gut damit leben, dass wir mit

einem kleineren Team in

Qingdao antreten. Und ich

bin überzeugt, dass jede Seglerin

und jeder Segler das

Zeug dazu hat, in die Top 6

zu segeln. Für den Rest

braucht man dann auch das

notwendige Quäntchen

Glück, aber warum sollte

unsere Mannschaft das nicht

auch einmal haben?“

Die Vorbereitungen des

Teams laufen auf Hochtouren.

Viele trainieren in die-

»Ich bin überzeugt, dass jede Seglerin und jeder

Segler das Zeug dazu hat, in die Top 6 zu segeln.

Für den Rest benötigt man auch etwas Glück«

sem Sommer mehrfach im

Olympiarevier. Hans Sendes:

„Einige Aktive sind fleißig

dabei, ihr Gewicht zu reduzieren.

Das ist mit Blick

auf ein bekanntes Leichtwindrevier

sicher sinnvoll.

Aber ich muss auch oft an

die olympische Regatta in

Savannah 1996 denken, als

Panikmacher im Vorwege

von den ersten olympischen

Segelwettfahrten sprachen,

die mangels Wind nicht zustande

kommen würden. Das

Ende vom Lied: Wir haben

die Zeltstadt wegen Sturms

drei Mal ab- und wieder auf-

FOTOS: U. SCHREIBER; ILLUSTRATION: PICTURE-ALLIANCE

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