Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

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Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Ausgabe GPK

JAHRESBERICHT 2012

Jahresrechnung der Stadt Kreuzlingen

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

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Titelbild: Am 23. Juni 2012 wurde der neue Quartierplatz an der Weinstrasse eingeweiht.


Inhaltsverzeichnis

Organisation der Stadtverwaltung 4

Ein Meilenstein / Der Stadtammann blickt zurück 5

Das bewegte Kreuzlingen 2012 6–9

Stadtrat: Vorworte 10–19

Gemeinderat 20–21

1 Präsidium 23

1.1 Kommunikation und Stadtmarketing 23

1.2 Assistenz des Stadtammanns 24

1.3 Personaldienst 24–25

1.4 Projektkoordination 25–26

1.5 Ausländerbeirat 26–27

5 Hochbau und Umwelt 51

5.1 Ortsplanung 51–52

5.2 Bautätigkeit / Statistik 52

5.3 Natur- und Umweltschutz 52–54

5.4 Energie 54–56

5.5 Abfallwesen 56–57

2 Stadtkanzlei 29

2.1 Allgemeines 29

2.2 Gemeinderat 29–30

2.3 Wahlen und Abstimmungen 30

2.4 Stadtratskanzlei 30–33

2.5 Einwohneramt 33–34

2.6 Bestattungsamt 34–35

2.7 Schlichtungsbehörde in Mietsachen 35

3 Soziale Dienste 37

3.1 Sozialhilfe 37–40

3.2 Alimentenhilfe 40

3.3 Asylkoordination 40

3.4 Sozialversicherungen und Arbeit 40–41

3.5 Sozialprojekte 41–42

3.6 Sozialberatung 42–43

3.7 Vormundschaftsbehörde /

Gesetzlicher Betreuungsdienst 43

4 Freizeit 45

4.1 Gesellschaft 45

4.2 Kultur 45–46

4.3 Sport 46–47

4.4 Integration 47–48

4.5 Liegenschaften 48–49

6 Tiefbau und Verkehr 59

6.1 Gemeinde- und Staatsstrassen 59–60

6.2 Kanalisation 60–61

6.3 Werkhof 61–62

6.4 Stadtgärtnerei 62–63

7 Dienste 65

7.1 Feuerwehr 65–66

7.2 Zivilschutz 66–67

7.3 Stadtpolizei 67–69

7.4 Kursschifffahrt / Hafen 69–70

7.5 Öffentlicher Verkehr 70–71

8 Technische Betriebe 73

8.1 Sparten 73

9 Finanzen 75

9.1 Kommentar zur Rechnung 2012 75–79

9.2 Landkreditkonto 82

9.3 Steuern 83–84

9.4 Jahresrechnung 2012 87–98

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Inhaltsverzeichnis

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Organisation der Stadtverwaltung

Der Stadtrat Kreuzlingen am Auskunftsschalter im Stadthaus: Michael Dörflinger, Andreas Netzle (Stadtammann),

David Blatter (Vize-Stadtammann), Thomas Niederberger (Stadtschreiber), Barbara Kern,

Dorena Raggenbass.

Präsidium – Andreas Netzle

- Stadtkanzlei

- Finanzen und Steuern

- Stadtentwicklung

- Stadtmarketing

- Kommunikation

- Personaldienst

- Einwohnerdienst

- Wirtschaftsförderung

- Schlichtungsbehörde in Mietsachen

- Bestattungen

- Landgeschäfte

Soziales – Barbara Kern

- Sozialhilfe, Alimente, Asyl

- Vormundschaft und

Gesetzlicher Betreuungsdienst

- Sozialversicherungen

- Sozialprojekte

- Jugend-, Ehe- und Familienberatung

- Familienergänzende Betreuungsangebote

- Spitex

Freizeit – Dorena Raggenbass

- Gesellschaft, Jugend und Alter

- Integration

- Kultur

- Sport

- Sport- und Freizeitanlagen

- Städtische Liegenschaften

Bau – Michael Dörflinger

- Hochbau

- Tiefbau

- Raumordnung

- Energieberatung

- Verkehrsplanung

- Umwelt

- Entsorgung

Dienste – David Blatter

- Technische Betriebe

- Feuerwehr

- Öffentlicher Verkehr

- Hafen

- Stadtpolizei

- Flurwesen

- Zivilschutz und Militär

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Organisation der Stadtverwaltung


Ein Meilenstein

Mitte des Jahres wurde der 20'000. Einwohner der Stadt geboren. Damit ist Kreuzlingen statistisch

gesehen eine mittelgrosse Schweizer Stadt geworden. Auch im angrenzenden Bundesland Baden-

Württemberg bedeuten 20'000 Einwohner eine Zäsur: Da wird aus dem Bürgermeister ein Oberbürgermeister.

Kreuzlingen ist jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grossstadt Konstanz schon lange in

einer urbanen Agglomeration, ja sogar Teil einer Grossstadt. Bei diesen Dimensionen müssen wir uns

mit «städtischen» Themen befassen, also Themen, wie sie alle Siedlungen betreffen, in denen viele

Menschen auf engem Raum zusammen leben: Verkehr, Wohnraum, Versorgung, Wirtschaft, aber auch

das Zusammenleben der Menschen. Kreuzlingen ist nicht auf dem Reissbrett entstanden wie andere

Städte. Kreuzlingen wuchs lange Zeit mehr oder weniger ungeplant aus drei Dörfern im Vorland der

Konzilstadt zusammen. Davon zeugt die sehr heterogene Siedlungsstruktur, in der Einfamilienhäuser

unmittelbar neben Wohnblocks stehen oder Industriezonen in der Stadt verstreut sind und an Wohnzonen

grenzen.

Mit der Stadtentwicklungsplanung und dem in diesem Jahr abgeschlossenen kommunalen Richtplan

nimmt der Stadtrat auf die Entwicklung der Stadt Einfluss und versucht, eine sinnvolle, zweckmässige

Ordnung zu schaffen und das von aussen erzeugte Wachstum zu lenken. Hohe Priorität hat dabei die

Zentrumsentwicklung. Anstelle des fehlenden historischen Zentrums soll eine Stadtmitte mit Einkaufsstrassen,

öffentlichen Einrichtungen und Freiräumen geschaffen werden. Nach dem «Boulevard»

werden unter dem Label «Xentrum» das neue Stadthaus, die Tiefgarage, die Gestaltung der Festwiese,

die Erweiterung des Bushofs sowie der Bau einer Schwimmhalle geplant. Das erfordert eine umfangreiche

Vorplanung, Architekturwettbewerbe und eine sorgfältige Auswahl der Projekte, die realisiert

werden und das Gesicht der Stadt prägen sollen.

Gerade in einem urbanen Umfeld braucht es aber auch viele kleine Projekte, die der Bevölkerung unmittelbar

zugutekommen. So erhielt in diesem Jahr jedes Quartier eine sichtbare Neuerung: In Emmishofen

wurde ein Teil des Saubachs renaturiert und als Aufenthaltsort der Bevölkerung übergeben. Am Hafen,

also im Quartier Bodan, steht das neue Jugendhaus. Der Gemeindeplatz Egelshofen wurde mit einem

Kunstwerk neu gestaltet und ebenso eingeweiht wie ein neuer Quartierplatz an der Weinstrasse in

Kurzrickenbach. Und zu den traditionellen städtischen Anlässen – Neuzuzügerabend, Jungbürger- und

Volljährigkeitsfeier, Neujahrsempfang – kam 2012 der Anlass für die neu Pensionierten hinzu. Aufgrund

der Bevölkerungsstruktur dürfte sich dieser Anlass für alle 64- und 65-Jährigen zum grössten entwickeln.

Auf jeden Fall beschäftigt uns das Thema Älterwerden in Kreuzlingen in zunehmendem Masse.

Andreas Netzle

Stadtammann

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Der Stadtammann blickt zurück

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Das bewegte Kreuzlingen 2012

Januar | Der Neujahrsempfang, zu dem der Kreuzlinger Stadtrat jeweils ins Dreispitz Sport- und

Kulturzentrum einlädt, gehört zur schönen Tradition im noch jungen Jahr. Bei Suppe, Glühwein und

Punsch traf sich die Kreuzlinger Bevölkerung und hörte dem Rück- und Ausblick von Stadtammann

Andreas Netzle genauso interessiert zu wie dem Handharmonika Club Kreuzlingen, der für die musikalische

Umrahmung sorgte.

Januar | An einer öffentlichen Veranstaltung stellte der Stadtrat am 25. Januar erstmals die

Gesamtplanung «Xentrum Kreuzlingen» vor. Im Sinne einer ganzheitlichen Planung und als Impulsprogramm

zur Zentrumsgestaltung führte der Kreuzlinger Stadtrat vier wichtige Infrastrukturbauten

räumlich und zeitlich zusammen: zentrales Stadthaus, Erweiterung Bushof Bärenplatz, Tiefgarage und

Gestaltung Festwiese sowie der Neubau einer Schwimmhalle.

Februar | Für einen weiteren Meilenstein in Zusammenhang mit der Gesamtplanung «Xentrum

Kreuzlingen» sorgte der Gemeinderat am 23. Februar mit der Bewilligung des Planungskredits von CHF

450'000 zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs für eine Schwimmhalle am Standort Egelsee.

Februar | Das regionale Kompetenzzentrum Integration bot im Rahmen des Kursangebotes «Grüezi

Schweiz» erstmals den Kurs «Schweizerdeutsch verstehen – die Deutschschweizer verstehen» an. Der

Kurs startete am 10. Februar und richtete sich an Ausländerinnen und Ausländer, die ihre Schweizer

Arbeitskollegen und Nachbarn besser verstehen möchten. Kursleiterin Daniela Lüchinger vermittelte

unter anderem Tipps im Umgang mit Schweizern.

März | Am 22. März hiess der Kreuzlinger Gemeinderat mit 22 Ja- zu 15 Nein-Stimmen einen Kredit

von CHF 5.2 Mio. zur Beteiligung an der Swisspower Renewables AG zuhanden der Volksabstimmung

gut. Langfristig wollen die Technischen Betriebe Kreuzlingen (TBK) einen Teil der Strombeschaffung

durch den Aufbau von Eigenproduktion sicherstellen, um gleichzeitig den Ausstieg aus der Kernenergie

beschleunigen zu können.

März | Der Titel der Imagebroschüre «Neue Sicht auf Kreuzlingen» ist Programm: Inhaltlich widmet

sich die quadratische Broschüre den Bereichen Freizeit, Geschichte, Integration, Sport, Kultur,

Bildung, Wirtschaft, Politik und Lebensqualität. Kurze Texte, aktuelle Zahlen und Fakten sowie eine

starke Bildsprache spiegeln unsere moderne und dynamische Stadt. Konzipiert und gestaltet wurde

die Imagebroschüre von Sybille Wiens, Kreuzlingen. Den Druck führte mit der Bodan AG Druckerei und

Verlag ebenfalls eine Kreuzlinger Firma aus.

Januar Februar März

Neue

sicht auf kreuzliNgeN

6 Das bewegte Kreuzlingen 2012


April | Am Mittwoch, 11. April, 11 Uhr, fand der Spatenstich für den Wärmeverbund Campus Kreuzlingen

statt. Die neue Heizzentrale ist mit einem Holzschnitzelheizkessel als Wintergrundlast und

einem Erdgaskessel für die Lieferung der Sommerenergie und der Spitzenlast im Winter ausgerüstet.

April | In der Begegnungszone Boulevard gelten besondere Regeln. Verkehrskadetten verteilten

an drei Tagen im April Flyer, die über die Verkehrsregeln in der Begegnungszone Auskunft geben.

«Gemeinsam langsam!», lautet das Motto – der Boulevard ist ein Ort zum Verweilen, Einkaufen und

Geniessen und keine Durchgangsstrasse.

Mai | 1'200 Kinder aus Kreuzlingen und aus der Region sowie zahlreiche Erwachsene starteten am

4. Mai zur fünften Austragung des Bewegungsfestes «schweiz.bewegt». Unter dem Motto «Kräftemessen»

forderte die Region Kreuzlingen ihre Nachbarstadt Konstanz heraus. Den Startschuss feuerte

Schulpräsident Jürg Schenkel ab, im Beisein von Stadträtin Dorena Raggenbass und dem Konstanzer

Bürgermeister Claus Boldt. Gewonnen hat die Region Kreuzlingen.

Mai | Eine Oase für Mensch und Tier: Am Samstag, 14. Mai, übergab Stadtammann Netzle den

renaturierten Saubach der Öffentlichkeit. Trotz Regen wohnten rund 50 Personen der Einweihung bei.

Mit der Renaturierung des Saubachs konnte das Gebiet ökologisch aufgewertet werden. Gleichzeitig

ist für die Anwohner des Quartiers und der angrenzenden Überbauung «Räbstock» ein Erholungsraum

geschaffen worden.

Juni | Am Donnerstag, 14. Juni, bestellte das Kreuzlinger Parlament das Büro des Gemeinderates.

Im zweiten Wahlgang wurde der amtierende Vize-Präsident Christian Forster, Freie Liste / Rägeboge,

zum neuen Gemeinderatspräsidenten gewählt. Forster tritt die Nachfolge von Ruedi Herzog (SP/GEW/

Juso) an. Zum Vize-Präsidenten wurde Alfredo Sanfilippo (CVP) gewählt.

Juni | Die Stadt Kreuzlingen, der Quartierverein Kurzrickenbach und die Ausländervereine luden

am Samstag, 23. Juni, zur Einweihung des Quartierplatzes an der Weinstrasse ein. In den Jahren

2011/2012 wurde der Platz auf Grundlage des städtischen Freiraumkonzeptes projektiert und erstellt.

Die Kreuzung Rieslingstrasse/Weinstrasse ist seither verkehrsberuhigt und mit Bäumen bepflanzt. Zudem

ist der Quartierplatz mit Spielgeräten und Sitzmöglichkeiten bestückt und ein beliebter Treffpunkt

bei Jung und Alt.

April Mai Juni

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Das bewegte Kreuzlingen 2012

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Juli | Stadtammann Andreas Netzle hiess am 9. Juli den 20'000. Einwohner von Kreuzlingen willkommen.

Er richtete dem Neugeborenen Mario Aurelio Di Leo die besten Wünsche des Stadtrates

aus und überbrachte dem neuen Mitbürger eine Urkunde und drei Lätzchen mit dem Kreuzlinger Logo.

Juli | Anfang Juli schrieb das Stadtmarketing Kreuzlingen in Zusammenarbeit mit der Kreuzlinger

Firma Ifolor AG einen Fotowettbewerb aus. Bis Mitte August reichten über 30 Fotografinnen und

Fotografen ihre Sicht auf Kreuzlingen ein. Ziel des Wettbewerbs war, Gästen und Besuchern unserer

Stadt einen bleibenden Eindruck zu vermitteln. Die besten Fotos wurden als Ansichtskarten gedruckt.

August | Mit dem «Prix Kreuzlingen» ehrte die Stadt Hans-Ulrich Wepfer für die Aufbau- und Leitungsarbeit

des Seemuseums Kreuzlingen anlässlich der Bundesfeier in Emmishofen. Alt Stadtammann

Josef Bieri lobte in seiner Laudatio das grosse Engagement und die Beharrlichkeit des Preisträgers:

Das Seemuseum geniesse weit über die Bodenseeregion hinaus Bekanntheit und stelle für die Stadt

einen hohen kulturellen Wert dar.

August | Am Sonntag, 5. August, weihten Donato Baccaro, Sindaco von Cisternino, und Stadtammann

Andreas Netzle in Cisternino die «Villetta Kreuzlingen» ein. Damit haben nun beide Partnerstädte

einen Platz nach der anderen Stadt benannt. Die beiden Stadtoberhäupter betonten in ihren

Ansprachen die Bedeutung dieser sichtbaren Zeichen der Partnerschaft. Anlässlich der Eröffnung des

Boulevards 2011 wurde in Kreuzlingen die Piazza Cisternino eröffnet, ein Jahr später entstand das

Pendant in Cisternino.

September | Uli Burchardt wurde am 15. Juli zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Konstanz

gewählt. Zur Amtseinsetzung am 10. September überbrachte Stadtammann Andreas Netzle die Grussbotschaft

des Kreuzlinger Stadtrates. Uli Burchardt (CDU) trat die Nachfolge von Horst Frank (Grüne) an.

September | Mit insgesamt 320'000 Franken ist das Eidgenössische Förderprogramm «contaktcitoyenneté»

dotiert. Aus der ganzen Schweiz wurden 100 Projekte eingereicht, 30 prämiert. Das ausgezeichnete

Projekt Sprachcafé stammt aus Kreuzlingen. Seit Jahren engagiert sich die Soziologin

Marifet Kaya ehrenamtlich für das interkulturelle Zusammenleben in Kreuzlingen. Beispielsweise organisierte

sie in Zusammenarbeit mit der Integrationsfachstelle Kreuzlingen ein Kommunikationstraining

für Frauen in der türkischen Moschee. Begleitet von Zeljka Blank, Leiterin der Integrationsfachstelle,

holte Marifet Kaya den mit 15'000 Franken dotierten Preis in Solothurn ab.

Juli August September

8 Das bewegte Kreuzlingen 2012


Oktober | Neu wird die Süd- und Westfassade des Dreispitz Sport- und Kulturzentrums beleuchtet.

In Rot, Blau, Grün oder Gelb strahlen in der Nacht 75 LED-Leuchten und sorgen für ein einzigartiges

Ambiente. Eine Dämmerungsschaltung sorgt dafür, dass die 75 LED-Leuchten zum richtigen Zeitpunkt

ein-, beziehungsweise ausschalten. Das LED-Lichtband ist am oberen Dachrand des Sport- und Kulturzentrums

montiert, wodurch der Lichtverlust und die Blendung an die Umgebung vermieden wird.

Oktober | Einstimmig hiess der Gemeinderat das Budget 2013 der Stadt Kreuzlingen am 4. Oktober

zuhanden der Volksabstimmung gut. Auf der Basis des unveränderten Steuerfusses von 70 Prozent ist

für 2013 ein Überschuss von CHF 498'900 budgetiert. Das ausgeglichene Budget mit einem Überschuss

von ursprünglich CHF 443'900 verbesserte sich aufgrund von zwei Anträgen um CHF 55'000 auf CHF

498'900.

November | Grossmehrheitlich genehmigte der Gemeinderat am 15. November die Planung des

Stadthauses am Bärenplatz. Vor knapp einem Jahr bewilligte der Gemeinderat einen Planungskredit

von CHF 450'000 für den Bau eines neuen Stadthauses im mittleren Teil des Dreispitzparks. Aus denkmalschützerischen

und städtebaulichen Gründen empfahl die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege

(EKD) den Bau eines zentralen Stadthauses auf dem Bärenplatz.

November | Erstmals lud die Stadt Kreuzlingen zum Pensionierten-Anlass in das Dreispitz Sportund

Kulturzentrum ein, um sich bei den Pensionierten für ihre aktive Rolle im Erwerbsleben und den

damit verbundenen Steuerleistungen für die Gemeinschaft zu bedanken. Gleichzeitig wurden auf dem

«Markt der Möglichkeiten» sinnvolle Freizeitbeschäftigungen aufgezeigt. Nach dem musikalischen Auftakt

und der Begrüssung durch Stadtammann Andreas Netzle referierte Prof. Dr. phil. Helmut Bachmaier

zum Thema «Alter hat Zukunft». Der Anlass endete mit einem Apéro riche.

Dezember | Seit 2012 befinden sich nach zweijährigem Unterbruch wieder zehn Wollschweine auf

der «Wulesaueinsle» vor dem Kreuzlinger Schifffahrtshafen. Mit dem Absinken des Wasserstandes

war die Insel von Dezember bis Februar für die Öffentlichkeit begehbar.

Dezember | Mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember erhielt der Stadtbus Kreuzlingen zwei zusätzliche

Kurse, die aufgrund der Erfahrungen des neuen Fahrplankonzeptes, das 2012 eingeführt

wurde, vorgenommen worden sind. So verkehren auf der Linie 903 neu zwei zusätzliche Kurse um

06:09 Uhr und 06:39 Uhr ab Ribistrasse und ein zusätzlicher Kurs um 06:28 Uhr ab Konstanzerstrasse.

Neu eingeführt wurden auch die Abfahrtszeiten ab Stadt Bahnhof zur vollen Stunde jeweils um 02 und

32 Minuten.

Oktober November Dezember

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Das bewegte Kreuzlingen 2012

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Präsidium

Bericht von Stadtammann Andreas Netzle

Wirtschaftsstandort

Nicht nur die Schweizer, sondern auch die Kreuzlinger Wirtschaft zeigte sich im vergangenen Jahr

erstaunlich – und erfreulich – krisenresistent. Zwar löste die Ankündigung eines massiven Stellenabbaus

bei der GDELS Mowag sowie einiger Arbeitsplätze bei der Holy Fashion Group grosse Sorgen und

Betroffenheit aus, doch gelang es im Fall der Mowag, die Zahl der Entlassungen bedeutend tiefer zu

halten, als befürchtet. Beide Unternehmen bauten zudem Stellen ab, die erst in den letzten drei Jahren

oder für einen Auftrag geschaffen wurden. Gleichzeitig konnten international tätige Firmen auch vom

günstigen Einkauf von Rohstoffen oder Halbfabrikaten im Ausland profitieren. Eine nach wie vor sehr

gute Ertragslage weisen Firmen im Bau- und Baunebengewerbe auf.

Der Einkaufstourismus erreichte dieses Jahr ein enormes Ausmass. Man spricht von gegen 8 Mia.

Franken, die Schweizer Einwohner insgesamt im grenznahen Ausland ausgaben. Das spürten die Kreuzlinger

Fachgeschäfte und Einkaufszentren in besonderem Mass, ist doch die attraktive Einkaufsstadt

Konstanz bequem auch zu Fuss erreichbar, wenn die vielen Autos mit Schweizer Kennzeichen die

Innenstadt verstopfen. Leider konnten sich die Kreuzlinger Händler nicht dazu entschliessen, mit gemeinsamen

Aktionen und Auftritten auf ihr konkurrenzfähiges Angebot aufmerksam zu machen. Die

Interessensgemeinschaft «Poschte und gnüsse in Chrüzlinge» löste sich nach zwei Jahren wieder auf.

Abstimmungen und Gemeinderat

Der Stadtrat kann für das Jahr 2012 eine erfolgreiche Bilanz ziehen: Von einem zur Überarbeitung

zurückgewiesenen kleinen Geschäft abgesehen, stimmte der Gemeinderat sämtlichen 13 Botschaften

zu. Und auch das Stimmvolk folgte der Empfehlung des Stadtrates in allen Teilen. Der Stadtrat wertet

dies als Vertrauensbeweis in seine Planung und in die Arbeit der ganzen Stadtverwaltung.

Als Erfolg beurteilt der Stadtrat auch die kantonale Abstimmung über den Netzbeschluss zur BTS/OLS,

bei der Kreuzlingen mit der höchsten bisher erreichten Stimmenzahl (58.6 %) einer die Stadt entlastenden

Südumfahrung zustimmte. Weil diesmal auch der übrige Kanton Ja sagte, rückt jetzt dieses

rund 30 Jahre alte Projekt endlich in greifbare Nähe. Mit einem umfassenden Bericht zum «Verkehr in

Kreuzlingen» hatte der Stadtrat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, über kantonale Vorlagen mit

einem starken Bezug zu Kreuzlingen zu informieren und Stellung zu nehmen.

10 Präsidium


Bevölkerungsentwicklung

Nach einem vergleichsweise moderaten Anstieg im Jahr 2011 (2.0 %) wuchs die Kreuzlinger Wohnbevölkerung

in diesem Jahr um 2.7 % oder 541 Personen. Damit lebten am 31. Dezember 2012 2'264

Personen mehr in Kreuzlingen als vor fünf Jahren. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von

durchschnittlich 2.34 %, gegenüber 1.4 % im Thurgau. Im Juni – und nicht erst im Herbst, wie letztes

Jahr an dieser Stelle vorausgesagt – konnte denn auch der 20'000. Einwohner der Stadt geehrt werden,

es ist der Neugeborene Mario Aurelio Di Leo.

Finanzen

Der anhaltend starke Zuzug von Steuerzahlern und die erfreulich robuste Wirtschaft trugen dazu bei,

dass auch 2012 ein beträchtlicher Rechnungsüberschuss von CHF 5.140 Mio. Franken resultierte und

auch das Budget weit übertroffen wurde. In den letzten fünf Jahren konnte somit ein Gesamtüberschuss

von CHF 15.417 Mio. verzeichnet werden, was im Hinblick auf die ab 2014 anstehenden grossen

Investitionsvorhaben hoch willkommen ist und die ursprünglich geschätzte Verschuldung reduzieren

wird. Erstmals seit 2005 weist die Stadt wieder ein Nettovermögen aus. Mit der Abweisung der

Stimmrechtsbeschwerde zur vom Volk zweimal abgelehnten Umsetzung der Schloss-Initiative ist das

theoretisch noch vorhandene Risiko einer Entschädigung in Millionenhöhe für die Stadt Kreuzlingen

endgültig eliminiert.

«Regio Kreuzlingen»

2012 war in verschiedener Hinsicht das Jahr der verstärkten regionalen Zusammenarbeit. Besonders

im Sozialbereich bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und bei den Beratungsangeboten

erfolgte eine Zentralisierung der Aufgaben auf Stufe Bezirk. Gleichzeitig entschlossen sich die

14 Gemeinden des Bezirks Kreuzlingen, ihre Regionalplanungsgruppe zu reformieren und sie vermehrt

für gemeindeübergreifende Projekte einzusetzen. Sie heisst nun «Regio Kreuzlingen. Regionalplanungsgruppe».

Es wurden die Statuten überarbeitet und eine Geschäftsstelle eingerichtet. Zwei Projektgruppen

befassen sich mit den Themen «Regionales Sport- und Freizeitanlagenkonzept» sowie «Erneuerbare

Energien». Ebenfalls auf neue Grundlagen gestellt wurde die Marketingorganisation «Kreuzlingen

Tourismus» (bei der der Zusatz «am Bodensee» neu zum Namen gehört). Nach dem Ausscheiden von

drei der vier Gemeinden der «Sonnenecke am Bodensee» umfasst das Gebiet noch acht Gemeinden.

Kreuzlingen steuert rund drei Viertel der Gemeindebeiträge bei.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Präsidium

11


Soziales

Bericht von Stadträtin Barbara Kern

Das Berichtsjahr 2012 stand im Zeichen der Konsolidierungsmassnahmen der vor einem Jahr eingeleiteten

und umgesetzten Reorganisationen in den Bereichen Jugend-, Ehe-, Familien-, Mütter- und

Väterberatung. Aufgrund des vermehrten Platzbedarfes der Sozialen Dienste war die Mütter- und

Väterberatung gezwungen, einen neuen Standort zu suchen. Neu ist die Beratungsstelle ab 1. Januar

2013 an der Konstanzerstrasse 20/22 in Kreuzlingen zu finden.

Sozialhilfe

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Zusammenhang mit der Eurokrise zeichnet sich auch in

der Sozialhilfe ab. Ebenso unerfreulich ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Etliche Firmen in

Kreuzlingen und in der Region redimensionierten ihre Belegschaft. Aufgrund der zunehmenden Anzahl

der Dossiers vorwiegend junger Klienten zwischen 18 und 25 Jahren wurde der Schwerpunkt auf die

Integration in den ersten Arbeitsmarkt gelegt.

Mit Hilfe eines Jobcoaches werden Jugendliche mit einem erschwerten Zugang zur Arbeitswelt unterstützt

und begleitet. Die Unterstützung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen

Arbeitgebern mit dem Ziel, Jugendliche schnellstmöglich in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Ein erster Versuch in diese Richtung bildete das Pilotprojekt «Mittagstisch», das von Mitte Mai bis

Ende Juli 2012 im Gewächshaus beim Sallmannschen Haus durchgeführt wurde. Der Betrieb wurde

unter professioneller Leitung von Sozialhilfe-Empfängerinnen und -Empfängern geführt. Mit dem Mittagstisch

erhielten sie Gelegenheit für regelmässige Arbeitseinsätze. Gleichzeitig konnten Personen

mit bescheidenem Budget ein gesundes und preiswertes Mittagessen abgegeben werden. Es soll nun

geprüft werden, in welcher Form der Mittagstisch weitergeführt werden kann.

Spitex

Mit steigenden medizinischen Anforderungen sehen sich auch die verschiedenen Spitexorganisationen

konfrontiert. Die stetige Professionalisierung bringt vor allem kleinere Organisationen unter Druck.

Damit im Bezirk Kreuzlingen in allen Gemeinden die Spitex weiterhin professionell angeboten werden

kann, wurde die Spitex Kreuzlingen im Jahr 2011 von der Spitex am See und der Spitex Tägerwilen-

Gottlieben zur Prüfung einer eventuellen Fusion angefragt. Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungen

konnten die drei Partner im September 2012 an einer Sitzung den Verein «Spitex Region Kreuzlingen»

gründen. Im Dezember 2012 hiess die Spitex Kreuzlingen die Gründung des neuen Vereins

ebenfalls gut. Ab 1. Januar 2013 befindet sich unter dem Namen «Spitex Region Kreuzlingen» das

operative und administrative Zentrum der Spitex im «Bären» in Kreuzlingen. Klientinnen und Klienten

werden wie bis anhin von der Spitex vor Ort versorgt.

12 Soziales


Gesetzlicher Betreuungsdienst

Dem Gesetzlichen Betreuungsdienst stehen ab dem 1. Januar 2013 grosse Veränderungen bevor. Nach

100 Jahren wird die Vormundschaftsbehörde der Vergangenheit angehören. Eine neue, den heutigen

gesellschaftlichen Begebenheiten angepasste Gesetzgebung, ausgeführt durch die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde

(KESB), wird in enger Zusammenarbeit mit den Berufsbeistandschaften die

Verantwortung übernehmen.

René Oeggerli wird nach 30 Jahren nicht mehr als Vormundschaftssekretär für die Stadt Kreuzlingen

tätig sein. Mit René Oeggerli verlässt uns eine kompetente und motivierte Persönlichkeit. Sein Wirken

hat dazu beigetragen, dass die Vormundschaftsbehörde Kreuzlingen einen exzellenten Ruf geniesst. Die

Berufsbeistandschaften werden ab 1. Januar 2013 eng mit der zehnköpfigen KESB zusammenarbeiten.

Der wichtige persönliche Austausch zwischen den Berufsbeistandschaften, der Stadt und der KESB

wurde in gemeinsamen Gesprächen vertieft.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Soziales

13


Freizeit

Bericht von Stadträtin Dorena Raggenbass

Unser städtisches Kulturangebot ist vielfältig und qualitativ hochstehend. Es wird durch Kulturschaffende

verschiedener Sparten, von Vereinen und Institutionen sowie externen professionellen Anbietern

gestaltet. Kultur bietet Auseinandersetzungen, Unterhaltung, Bildung. Kultur soll anregen und neugierig

machen. Den aktiven Kulturschaffenden sei an dieser Stelle ein grosses Dankeschön ausgesprochen.

Denn ohne deren Engagement, Ideenreichtum, Durchhaltewillen und Originalität wäre unsere

Stadt grau und kulturell sprachlos. Wir haben also das Glück, aus einem reichen Veranstaltungskalender,

ganz nach persönlichem Geschmack, aussuchen zu können. Eine Stadtverwaltung kann nur einen

soliden, fruchtbaren Boden für Kulturarbeit schaffen, indem sie Projekte unterstützt und fördert. Einige

besondere Aktionen gaben dieses Jahr dem städtischen Kulturleben neue Impulse.

«Kultur im Shop», ein Pilotprojekt im Schiesser Areal

Eines davon war das Pilotprojekt «Kultur im Shop» im ehemaligen Schiesser Fabrikladen. Mit geringen

finanziellen Mitteln und grosser Tatkraft wurde ein kleiner Kulturort geschaffen. Die Idee dazu entwickelte

die Musikerin Christine Forster gemeinsam mit Kulturschaffenden sowie Schülerinnen und

Schülern der PMS. Von März bis Mai fanden jeden Dienstagabend Veranstaltungen im Shop statt («Fat

Tuesdays»). Musiker, Schauspieler, Tänzer, Laien und Profis fanden eine ideale Plattform. Spontane

Aktionen auf der Bühne und Themen-Filmabende bereicherten das vielfältige Programm. Parallel dazu

führte das See-Burgtheater «Frida – Viva la Vida» im Kunstraum auf. Die Nutzung und Vernetzung der

verschiedenen Räume im Schiesser-Areal zeigte die positive Ausstrahlung eines zentralen Kulturbetriebes.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich die Kreuzlinger Bevölkerung einen solchen Ort wünscht.

«Hereinspaziert», ein Theaterstück auf Kreuzlingen zugeschrieben

Das «Freie Theater Thurgau» hat sich Kreuzlingen für die neue Produktion ausgesucht. Regisseur Jean

Grädel und Autor Peter Höner haben sich mit dem Kreuzlinger Ausländeranteil von knapp über 50 Prozent

intensiv auseinandergesetzt. In Zusammenarbeit mit unserer Fachstelle für Integration befragten

sie Mitglieder des Ausländerbeirates (ABR) und der Arbeitsgemeinschaft für Migration (AGK) nach

deren Migrationshintergrund und Integrationserfahrungen. Diese Lebensgeschichten flossen in das

Stück mit ein, einige Befragte spielten sogar als Laiendarsteller mit. «Hereinspaziert» wurde eine

Groteske um Migration und Integration, die weder den Unmut der Bevölkerung gegenüber renitenten

Asylbewerbern, noch die Vorurteile gegenüber dem Fremden ausblendete. Aufgeführt wurde das Stück

im «Kultur im Shop», in Weinfelden und in Frauenfeld.

14 Freizeit


1. Kreuzlinger Kulturforum

Zum Abschluss der dreimonatigen «Kultur-im-Shop»-Aktion fand am 1. Juni das erste Kreuzlinger

Kulturforum statt. Rund 60 geladene Gäste aus Gesellschaft, Industrie, Bildungsstätten, Verwaltung,

Medien und Kultur waren dazu eingeladen. Nach dem Referat «Kreuzlinger Kultur Kocher» von Dr. Nils

Röller, Professor für Medien- und Kulturtheorie an der Hochschule für Künste in Zürich, wurden vier

Thesen vorgestellt, die das Verhältnis von Kunst, Kultur und städtischer Identität zum Gegenstand

hatten. Sie dienten als Vorlage für Diskussionen an sechs Tischen. Die Ergebnisse der Diskussionen

wurden vom Referenten wie folgt zusammengefasst:

«Die schnell wachsende Stadt kann sich dauerhaft durch gezielte und koordinierte Förderung zeitgenössischer

Kunst profilieren. Das ist die Voraussetzung, um städtisch, kantonal, wie auch in der

Bodenseeregion eine eigene zukunftsorientierte Identität zu entwickeln. Sie trägt mittelfristig und

langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei. Kunstförderung ist somit eine nachhaltige

Investition in die Qualität des Wohn- und Wirtschaftsraums der Stadt. Die unterschiedlichen Sparten

der Künste sind in der Lage, eine städtische Kultur zu prägen und zu reflektieren, insbesondere die

Identität des Gemeinwesens Kreuzlingen

Eine Arbeitsgruppe aus Teilnehmern des Forums legte aus den Ergebnissen vier Schwerpunkte fest.

Diese werden nun weiterentwickelt und fliessen in das Kulturkonzept der Stadt ein.

Ein Projekt, das etwas auf sich warten liess, konnten wir im September im Rahmen der Kunstnacht

Kreuzlingen-Konstanz einweihen. Das Projekt «1bis» (Kunst am Bau) von Reto Müller und Alex

Meszmer ist das Einweihungsgeschenk des Kantons Thurgau an die Stadt im Jahre 2010 anlässlich

der Fertigstellung der Neugestaltung des Stadt Bahnhofs Kreuzlingen.

Das Künstlerduo Meszmer Müller sammelte während anderthalb Jahren Geschichten von Passanten

und Reisenden am Stadt Bahnhof Kreuzlingen. Für jede Person, die ihre Geschichte erzählte, wurde ein

«Beetagg» erstellt, der in Form einer Emailletafel in der Unterführung des Bahnhofs aufgehängt wurde.

Mit Hilfe eines internetfähigen Mobiltelefons können die Geschichten abgerufen werden. Mit den

Porträts hebt das Künstlerduo einzelne Persönlichkeiten aus der anonymen Menschenmenge heraus.

Sie fragen: Wer sind die Menschen, die uns am Stadt Bahnhof begegnen? Wo kommen sie her und wo

gehen sie hin? Warum sind sie nach Kreuzlingen gekommen oder warum fahren sie weg? Was erwarten

sie hier oder anderswo zu finden? Der Bahnhof erweist sich als Durchgangsort, wo sich alltäglich

existentielle Fragen stellen. Voraussichtlich 2018 wird die Datenbank mit den Daten abgeschaltet.

Die Geschichten sind dann nicht mehr abrufbar. Die «Beetagg» bleiben als abstrakter Verweis auf

Menschen und ihre Geschichten im Bahnhofsbereich hängen.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Freizeit

15


Bau

Bericht von Stadtrat Michael Dörflinger

Auch das Jahr 2012 bedeutete noch nicht das Ende des Kreuzlinger Baubooms. Es musste sogar ein

neuer «Rekord» betreffend der Anzahl eingegangener Baugesuche vermeldet werden. Diese Flut von

Gesuchen belastet die Bauverwaltung logischerweise stark. Die Bauherren erwarten (und dürfen auch

davon ausgehen), dass ihre Anträge speditiv bearbeitet werden. Die dabei nötigen Abklärungen und

Untersuchungen absorbieren jedoch einen grossen Teil der Arbeitskraft. Weil davon auszugehen ist,

dass diese Belastung nicht jahrelang anhält, werden die personellen Ressourcen dafür nicht aufgestockt.

Das führt dazu, dass die Bauverwaltung einerseits «schlank» bleibt, ihr andererseits nebst der

Hauptaufgabe wenig Spielraum für weitere Geschäftsfelder bleibt.

Dasselbe gilt auch für die zugehörigen Betriebe: So sind Werkhof, Gärtnerei und RAZ (Regionales

Annahmezentrum) personell auf dem Mindestbestand. Dieser erlaubt – durch rationellen Einsatz – den

durch das rapide Wachstum unserer Stadt entstehenden Mehraufwand knapp zu bewältigen. Aber auch

hier müssen Abstriche im «Service public» in Kauf genommen, bzw. Arbeiten ausgelagert werden, um

mit dem Personalbestand auszukommen.

Durch zwei junge Sachbearbeiter im Bereich Stadtplanung konnten verschiedene Planungsarbeiten

zügig aufgenommen und zu einem guten Ende geführt werden. So sind verschiedene Gestaltungspläne

angepasst oder neu entworfen worden und auch diverse Reglementsanpassungen konnten dank deren

Mithilfe verwirklicht werden.

Verschiedene Themen haben zudem das Jahr geprägt, wovon hier zwei besonders angesprochen sind:

Erste Erfahrungen mit dem Boulevard

Die permanenten Verkehrserhebungen, viele Beobachtungen und diverse Rückmeldungen aus der Bevölkerung

haben zu einem ersten Fazit nach einem eineinhalbjährigen Betrieb des Boulevards geführt.

Dabei kann festgestellt werden, dass die Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch die gut gelungenen

baulichen Massnahmen geglückt ist. Ebenfalls den Erwartungen entspricht die Einhaltung der

Tempolimiten – zumindest tagsüber, wenn mehr Betrieb herrscht. Schwieriger ist die Durchsetzung

der Fussgängerrechte in der Begegnungszone. Es zeigt sich, dass viele Menschen Mühe haben, ihr

Vortrittsrecht einzufordern. Die jahrelangen Verkehrsgewohnheiten sind nicht leicht zu durchbrechen.

Schweizweit entstehen immer mehr Begegnungszonen – auch unsere grosse Schwesterstadt Konstanz

will dieses Prinzip beim Bahnhof übernehmen, sodass sich im Laufe der Zeit eine Gewöhnung ergeben

wird.

16 Bau


Ein negativer Punkt ist die Verkehrsmenge. So sind zwar rund ein Viertel aller Autofahrer, die vor dem

Bau des Boulevards diese Strecke benutzten, einsichtig geworden und haben sich einen anderen Weg

gesucht. Es musste aber festgestellt werden, dass nach wie vor etwa 70 Prozent des Verkehrs den

Boulevard ausschliesslich durchfährt. Dies sind rund 6'500 Fahrzeuge täglich, was nach Ansicht vieler

Bürger zu viele sind. Die gewünschte Aufenthaltsqualität wird infolge des enormen Durchfahrtsverkehrs

nicht erreicht. Der Stadtrat will als Konsequenz Massnahmen ergreifen, um einen grossen Teil

dieser unerwünschten Autos vom Boulevard fernzuhalten.

Diese Aufgabe ist anspruchsvoll. Einerseits lassen sich die Autofahrer nicht einfach auffordern, die

Durchfahrt zu unterlassen und andererseits hoffen die Detaillisten am Boulevard trotz negativer Erfahrungen

mit dem starken Verkehr, dass mit den vielen Fahrzeugen doch auch einige Kunden für sie dabei

sind. Diverse Planungen und Modellberechnungen haben nun dazu geführt, dass im neuen Jahr ein

Versuch gestartet werden soll, indem die Autofahrer zwar ungehindert in den Boulevard hineinfahren

könn(t)en, aber nicht mehr direkt hinaus. Damit erhofft man sich, die Gewohnheiten der durchfahrenden

Lenker zu durchbrechen und zu einem Umdenken, bzw. benutzen der für den Durchgangsverkehr

vorgesehenen Routen zu bewegen. Damit werden logischerweise andere Strassen stärker belastet, da

sich der Verkehr nicht einfach in Luft auflösen wird.

«Xentrum» Kreuzlingen

Die Planung des Kreuzlinger Zentrums Süd hat eine weitere Etappe erreicht. Zum einen wurde der

Projektwettbewerb für die neue Schwimmhalle durchgeführt. Nach der Präqualifikation im Frühjahr

wurden insgesamt 10 Teams ausgewählt, die bis Ende Jahr ein Projekt einreichen durften, das Anfang

2013 prämiert wird. Danach wissen wir, wie unsere Schwimmhalle aussehen wird, vorausgesetzt, sie

wird vom Souverän gutheissen. Weitere bedeutende Projekte des «Xentrums» sind zum anderen das

Stadthaus und die Gestaltung der Festwiese sowie der Bau einer Tiefgarage darunter. Bei diesem

Teil hat sich eine wichtige Änderung, um nicht zu sagen: Verbesserung, ergeben. Wie bei der Einholung

des Wettbewerbkredites angekündigt, ist nach dessen Gutheissung durch den Gemeinderat die

Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) um eine Stellungnahme angefragt worden. Die

EKD stellte dabei eine entscheidende Weiche, indem sie den Bau eines Stadthauses im Mittelteil

des Dreispitzparkes ablehnte und dafür die jahrelange unnachgiebige Haltung gegen eine mass- und

sinnvolle Gestaltung des Bärenplatzes überdachte. Heute kann sich die Kommission vorstellen, ein öffentliches

Verwaltungsgebäude bei der Bären-Kreuzung zu gestatten. Dabei müssen selbstverständlich

hohe Ansprüche an den Bau wegen der exklusiven Lage in der Nachbarschaft der geschützten Basilika

gestellt werden. Dies ist durchaus auch im Interesse der Kreuzlinger Bevölkerung, wie auch durch den

Gemeinderat bestätigt wurde. So haben wir nun die Chance, am idealen Ort ein Stadthaus zu planen,

das für die Stadt Kreuzlingen eine grosse Verbesserung der Infrastruktur der Verwaltung und gleichzeitig

auch noch eine städtebauliche Bereicherung darstellt.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Bau

17


Dienste

Bericht von Stadtrat David Blatter

«Das bewegte Kreuzlingen»: Unter dieser Rubrik wird im Jahresbericht jeweils eine kurze Gesamtschau

gehalten. Es handelt sich hierbei meist um wichtige Geschehnisse. Im Jahr 2012 habe ich festgestellt,

dass immer häufiger kleinere Dinge bewegen und Auseinandersetzungen finden; teils positiv, vielfach

aber auch negativ. Viele berichten über bestehende Probleme, die bei näherer Betrachtung eigentlich

gar keine sind. Wir sollten uns daher die Fragestellung erlauben, ob wir wirklich so viele Probleme

haben, oder ob es uns einfach zu gut geht, weshalb das Wesentliche nicht mehr erkannt wird.

Technische Betriebe

Die Energieversorgung ist zu einem wichtigen Bestandteil unseres Lebens geworden. Wir wollen und

können darauf nicht mehr verzichten. Entsprechend müssen neue Wege und Lösungen für eine vernünftige

Energieversorgung gefunden werden, weshalb auch in Zukunft ein stetiger Wandlungsprozess

besteht und wir immer mehr vor neue Herausforderungen gestellt sind. Darunter fallen die häufigen

Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich abzeichnende vollständige Marktöffnung,

die Gestaltung einer nachhaltigen Stromversorgung sowie die politischen Vorgaben. Trotz diesen enormen

Anforderungen haben sich die Technischen Betriebe gut in diesem Umfeld positioniert und die

Aufgaben bewältigt. Sehr erfreulich war die Zustimmung der Kreuzlinger Stimmberechtigten für eine

Beteiligung in der Höhe von CHF 5.2 Mio. an der Swisspower Renewables AG. Damit konnte für die

Technischen Betriebe ein wichtiger Meilenstein für die Stromversorgung mit neuen erneuerbaren Energien

gesetzt werden. Anfang Jahr wurde der Verkauf der Aktien von der Stadtantenne Kreuzlingen AG

abgeschlossen. Dieses Unternehmen befindet sich neu im Alleineigentum der Cablecom. Obwohl mit

dem Aktienverkauf und Bezug neuer Räumlichkeiten seitens der Stadtantenne im Bereich Kommunikation

getrennte Wege eingeschlagen wurden, erfolgt weiterhin eine gute Zusammenarbeit. Im Bereich

neue erneuerbare Energien wurden zusätzliche Schritte unternommen; u.a. die Erweiterung der grossen

Photovoltaikanlage auf der Kompostieranlage in Tägerwilen, die Auftragsvergabe und Begleitung für

die Erarbeitung einer Potenzialstudie zur Gewinnung von Strom aus neuen erneuerbaren Energien

sowie die Umsetzung der vom Gemeinderat überwiesenen Motion «Kreuzlingen ohne Atomstrom».

Zudem nahmen die TBK erstmals als Ausstellerin an der Immobilienmesse in Kreuzlingen teil. Sie

präsentierten ein kleines Heizkraftwerk, das heizen und gleichzeitig Strom erzeugen kann. Damit sich

die TBK weiterhin optimal den sich stetig neu ergebenden Herausforderungen stellen können, dürfen

Änderungen in den strukturellen Rahmenbedingungen nicht ausgeschlossen werden.

Sicherheit

«Kreuzlingen zeigt Stärke!»: Unter diesem Titel wurde im Bereich Sicherheit in Zusammenarbeit mit

dem Kanton Thurgau ein neues Projekt gestartet. Damit soll die Kreuzlinger Bevölkerung sensibilisiert

werden, um gemeinsam für eine Wertehaltung, wie das Verhalten im öffentlichen Raum erfolgen sollte,

einzustehen. Zusätzlich soll dabei das soziale Netz verstärkt werden. Im Bereich des Litteringproblems

sind die Hauptverursacher vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene. Durch ein engagiertes Handeln

und Zivilcourage, eine gute Vernetzung zwischen Bevölkerung, der öffentlichen Hand und privaten

Organisationen wollen wir gemeinsam negative Entwicklungen positiv beeinflussen. Der Auftakt zu

18 Dienste


diesem Projekt erfolgte im Oktober mit einer Medienkonferenz zum Thema Arbeitsgruppe Sicherheit

und Sicherheitskarte. Im März 2013 erfolgt ein öffentlicher Workshop, wodurch die Bevölkerung direkt

miteinbezogen wird. Im Bereich Sicherheit standen aber noch zahlreiche andere Aufgaben an. So wurden

die Verantwortlichen mit dem entstandenen Wirbel um die erteilten Kompetenzen für den privaten,

für die Stadt Kreuzlingen tätigen Sicherheitsdienst beschäftigt. Ebenfalls kamen die vermehrt auftretenden

Probleme im Bereich Rondo und der sich zahlenmässig auf einem hohen Niveau eingependelte

Zustrom von Asylsuchenden dazu.

Um von anderen Gemeinden und Städten zu lernen und sich austauschen zu können, ist Kreuzlingen

eine von 34 Projektteilnehmenden an einer Studie vom Schweizerischen Städteverband «Sichere

Schweizer Städte 2025». Im Juni 2013 soll die Studie veröffentlicht werden.

Feuerwehr / Jugendfeuerwehr / Zivilschutz

Wenn bei einem Grossbrand Hab und Gut verloren gehen oder Leib und Leben bedroht sind, ist dies

äusserst tragisch. Beim Wohnungsbrand an der Löwenstrasse im August mussten zahlreiche Personen

aufgrund einer extremen Rauchentwicklung evakuiert und an einem anderen Ort untergebracht werden.

Eine Person konnte erst nach Wochen in die eigene Wohnung zurückkehren. Im Juli und September

präsentierte sich die Feuerwehr mit diversen Demonstrationen und dem Tag der offenen Tore der Bevölkerung.

Dabei sollen jeweils Interessentinnen und Interessenten für den Feuerwehrdienst gewonnen

werden; zunehmend wird diese Aufgabe aufgrund der auswärtigen Berufstätigkeiten schwieriger. An

der im Dezember erfolgten Schlussübung konnte deutlich festgestellt werden, dass das Ausbildungsniveau

der Jugendfeuerwehr einen hohen Stand erreicht hat und von den Jugendlichen in der Praxis

umgesetzt werden kann. Sehr erfreulich ist, dass von drei altershalber erfolgten Austritten zwei Jugendliche

in Aktivfeuerwehren übergetreten sind. Dieser Erfolg ist vor allem dem Leiterteam und dem

per Ende Jahr zurücktretenden Hauptleiter, André Hofmann, zu verdanken.

Beim Zivilschutz ist das vorhandene Material in die Jahre gekommen. Es erfolgt deshalb ein von den

Kantonen koordinierter Materialbeschaffungsprozess. Die erste Tranche des neuen Materials konnte

im November von der Zivilschutzregion Kreuzlingen übernommen werden.

Stadtpolizei

Das neue Polizeigesetz bringt für die Aufgabenerfüllung der Stadtpolizei leider einschränkende Auswirkungen

mit sich. Die Stadtpolizei wird damit einer privaten Sicherheitsorganisation gleichgesetzt,

wodurch die Erfüllung der Sicherheitsaufgaben nicht leichter wird.

Häfen

Nach Abschluss der Ausbaggerungsarbeiten im Kursschifffahrtshafen wurde bereits mit den Vorbereitungsarbeiten

für eine Ausbaggerung im Hafen Seegarten begonnen. Deren Umsetzung erfolgt im

Herbst 2013. Der alte Bootskran konnte durch einen leistungsfähigeren ersetzt werden.

Öffentlicher Verkehr

Im Vordergrund standen die Vorbereitungsarbeiten für die Neuvergabe des Transportauftrages im

Dezember 2014 sowie eine weitere Optimierung des Fahrplanangebots. Optimieren ist jedoch nicht

grundsätzlich mit einer Erweiterung des Angebots gleichzusetzen. Das Abendangebot wurde weiterhin

nur schwach genützt. Bei anhaltendem Trend ist in diesem Bereich eine weitere Reduktion zu prüfen.

Erstmals seit Einführung des Stadtbusbetriebs ereignete sich durch einen Brand ein Totalschaden

an einem Fahrzeug. Dieses konnte im Dezember mit einem neuen, modernen Dieselfahrzeug ersetzt

werden. Im Mai durften wir in Kreuzlingen die erste ordentliche Generalversammlung des neu in eine

Genossenschaft umgewandelten Tarifverbundes Ostwind durchführen. Kreuzlingen präsentierte sich

von seiner besten Seite und wird dadurch den Teilnehmenden noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Dienste

19


Gemeinderat

Bericht von Gemeinderatspräsident Christian Forster

Es ist Usus, dass der amtierende Gemeinderatspräsident im Jahresbericht der Stadt «Chrüzlinge» eine

Seite bekommt, um seine Gedanken zum Amtsjahr niederzuschreiben. Ich habe mir überlegt, was für

die Einwohner und Bürger von Chrüzlinge interessant sein könnte, was ich in diesem Bericht gewichten

soll. Jeder bestimmt für sich, was wichtig ist. Einiges bleibt in Erinnerung, anderes wird schnell vergessen.

Ich lasse es also bleiben, einzelne Gemeinderatsgeschäfte oder -sitzungen zu erwähnen, die

ich habe leiten dürfen. Meistens handelte es sich um Geschäfte, die in laufende Prozesse eingegliedert

waren und sind. Viele Bälle werden weitergespielt, bis sie letztlich im Goal landen.

Mein Jahr hat mit Gewitterwolken begonnen, meine Kommentare dazu habe ich abgegeben. Weil ich

wie mein Grossvater für Chrüzlinge etwas tun und meine Ideen einbringen wollte, habe ich die Wahl

angenommen. Weil ich dankbar bin, seit 57 Jahren in dieser Stadt zu leben, weil sie mich geprägt hat,

immer im guten und schönen Sinn.

Als höchster Chrüzlinger kann man nicht alles umstossen. Es ist ein Ehrenamt. Man bekommt verschiedene

Einladungen und liebe, manchmal auch ärgerliche Briefe. Letztlich ist aber immer die Meinung

der Chrüzlingerinnen und Chrüzlinger gefragt und nur nebenbei die des Gemeinderatspräsidenten.

Dieser sollte sich neutral verhalten, was mir nicht immer leicht gefallen ist. Im Parlament sitzen zudem

39 Kolleginnen und Kollegen, die einem zu Recht auf die Finger schauen; so hat es seit Jahrzehnten

funktioniert. Es kann also nicht allzu schlecht sein.

Menschen zu integrieren, für Anliegen und Fragen offen zu sein und mich mitzuteilen, werden auch

nach meiner Amtsübergabe meine wichtigsten Anliegen sein. Wenn sie auch weiterhin wahrgenommen

werden, habe ich viel erreicht.

Vielleicht noch etwas für unsere Jugend: Man kann ganz alleine etwas erreichen, wenn man seine

Ziele konsequent verfolgt und dabei ehrlich bleibt. Bei mir hat das in Chrüzlinge bis heute funktioniert.

Ein Jahr als Gemeinderatspräsident ist spannend, ungewohnt, gewitterig, sonnig und letztlich eine

Lebensschule. Hilfe während meines Amtsjahres habe ich von überall her bekommen: von der Fraktion

Freie Liste/Rägebogä, von der Stadtkanzlei und vielen anderen, die ich hier aus Platzgründen nicht alle

aufzählen kann. Aber ich weiss es und werde es nie vergessen!

Allen, die in Chrüzlinge wohnen, leben und sind, wünsche ich alles Gute für die Zukunft und dass wir

gemeinsam weiterhin stolz auf Chrüzlinge sind.

Allne Gsundheit!

Christian Forster

Gemeinderatspräsident 2012/13 Chrüzlinge

20 Gemeinderat


Gemeinderat Kreuzlingen 2012

Der Gemeinderat am 24. Januar 2013 vor dem Rathaus.

Auf dem Bild fehlen: Peter König und Daniel Lauber.

Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)

Thomas Dufner, Christian Jordi, Elmar Raschle, Alfredo Sanfilippo,

Ernst Thoma, Ernst Zülle

FDP Die Liberalen / Evangelische Volkspartei (FDP/EVP)

Christian Brändli, Vincenza Freienmuth, Barbara Hummel, Yvonne Kramer, Thomas Leuch,

Beat Rüedi, Roger Schläpfer, Mirko Spada, André Troll, Andreas Zuber

Freie Liste / Rägebogä (FL/RB)

Christian Forster, Eva Häberlin, Daniel Moos, Anna Rink, Beat Schläpfer

Sozialdemokratische Partei / Gewerkschaft (SP/GEW/JUSO)

Walo Abegglen, Markus Brüllmann, Andreas Hebeisen, Ruedi Herzog,

Cyrill Huber, Charis Kuntzemüller-Dimitrakoudis, Dino-Gerardo Lioi,

Nina Schläfli, Christian Winterhalter

Schweizerische Volkspartei (SVP)

Günther Graner, Hansjörg Gremlich, Yvonne Hartmann, Irène Herzog,

Peter König, Daniel Lauber, Daniel Müller, Fabian Neuweiler, Bruno Rieser, Rolf Rindlisbacher

Rücktritte

Christian Lohr, CVP, auf 29. Februar, Ersatz: Thomas Dufner ab 1. März

Hans-Jürgen Michael, FL/RB, auf 11. Mai, Ersatz: Beat Schläpfer ab 12. Mai

Edith Wohlfender, SP/GEW/JUSO, auf 31. August, Ersatz: Christian Winterhalter ab 1. September

Christian Jordi, CVP, auf 31. Dezember, Ersatz: Walter Schmid ab 1. Januar 2013

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Gemeinderat Kreuzlingen 2012

21


1 Präsidium

1.1 Kommunikation und Stadtmarketing

1.2 Assistenz des Stadtammanns

1.3 Personaldienst

1.4 Projektkoordination

1.5 Ausländerbeirat

p Anfang Juni wurde der neu gestaltete Gemeindeplatz Egelshofen eingeweiht.

1.1 | Kommunikation und Stadtmarketing

2012 koordinierte die Abteilung Kommunikation

und Stadtmarketing rund 25 Medienkonferenzen

und verfasste in Zusammenarbeit mit den verschiedenen

Departements über 60 Medienmitteilungen.

Diese fanden in diversen regionalen und

überregionalen Medien Eingang, beispielsweise

Resultate bei Abstimmungen und Wahlen, diverse

Anlässe und Hinweise. Insbesondere in Zusammenhang

mit dem Einkaufstourismus und den folgenschweren

Konsequenzen für Detaillisten, Gewerbe

und Gastronomen wurde Kreuzlingen 2012

auf nationaler Ebene in verschiedenen Print- und

elektronischen Medien mehrmals erwähnt.

Task-Force Boulevard

In der Arbeitsgruppe Task-Force Boulevard fanden

sich auf Einladung von Stadtammann Netzle Vertreter

aus Detailhandel, Gewerbe und Gastronomie

zusammen, um geeignete Mittel gegen den

Kundenabfluss zu erarbeiten. Trotz des grossen

Leidensdrucks konnten die Mitglieder der Verbände

und Vereine nicht dafür gewonnen werden,

dem Einkaufstourismus mit entsprechenden Anlässen

und Aktionen aktiv zu begegnen. Allerdings

konnte die Bewerbung des Wochenmarktes in Zusammenarbeit

mit den Marktfahrern intensiviert

werden. Bis auf weiteres ist die Arbeitsgruppe

aufgehoben, kann bei Bedarf jedoch reaktiviert

werden.

Imagebroschüre

Um Neuzuzügern und Gästen ein umfassendes

und bleibendes Bild von Kreuzlingen zu vermitteln,

wird ihnen seit Frühjahr 2012 eine Imagebroschüre

abgegeben. Am 22. März präsentierten

Stadtammann Andreas Netzle und Caroline Leuch,

Leiterin Kommunikation und Stadtmarketing, die

Broschüre «Neue Sicht auf Kreuzlingen» den Me-

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

dien. Inhaltlich widmet sich das quadratische

Büchlein den Bereichen Freizeit, Geschichte, Integration,

Sport, Kultur, Bildung, Wirtschaft, Politik

und Lebensqualität. Kurze Texte, aktuelle Zahlen

und Fakten sowie eine starke Bildsprache spiegeln

unsere moderne und dynamische Stadt. Konzipiert

und gestaltet wurde die Imagebroschüre

von Sybille Wiens, Kreuzlingen. Den Druck führte

mit der Bodan AG Druckerei und Verlag ebenfalls

eine Kreuzlinger Firma aus.

Imagefilm

Kreuzlingen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet:

Der neue Imagefilm führt Interessierte

durch die Stadt. Knapp fünf Minuten dauert der

neue Imagefilm über Kreuzlingen, den das Stadtmarketing

bei RegioTV in Auftrag gegeben hat.

Vor vier Jahren drehte die Firma das erste Porträt

über die Stadt, die seither kontinuierlich gewachsen

ist. Kürzer, schneller, präziser – so könnte man

den neuen Film im Vergleich zum alten umschreiben.

Der Film lehnt sich inhaltlich an die Imagebroschüre

«Neue Sicht auf Kreuzlingen» an und

ist auf der Website www.kreuzlingen.ch/Porträt

zu finden.

Mobile Website

Im Frühjahr wurde die Website der Stadt Kreuzlingen

optimiert und den Wünschen nach einer übersichtlicheren

Struktur und einfacheren Navigation

Rechnung getragen. Gleichzeitig wurde eine mobile

Website eingerichtet: Aktuelle Meldungen,

Veranstaltungen sowie Fahrpläne von Bus und

Bahn stehen seither unter mobile.kreuzlingen.ch

auch auf dem Handy zur Verfügung. Die mobile

Website basiert auf der Web-App-Technologie

und funktioniert auf iPhones, Android und Windows-Phones.

Präsidium

23


1.2 | Assistenz des Stadtammanns

Auch dieses Jahr wurden verschiedene städtische

Veranstaltungen organisiert, wie der Neujahrsempfang,

die Neuzuzügerveranstaltung, die

Jungbürger-/Volljährigkeitsfeier und erstmals ein

Anlass für die neupensionierten Einwohnerinnen

und Einwohner der Stadt.

Mit seiner jährlichen Ansprache begrüsste Stadtammann

Andreas Netzle am Neujahrsempfang im

Dreispitz die zahlreichen Besucher. Bei heisser

Suppe und Glühwein konnten Neuigkeiten und

Glückwünsche ausgetauscht werden. Auch die

Neuzuzügerveranstaltung war dieses Jahr wieder

gut besucht. Rund 200 Personen nutzten die

Gelegenheit, sich an diversen Ständen von Stadt,

Schulen, Kirchen, Behörden und Vereinen über das

Leben in Kreuzlingen zu informieren. Für die Jungbürger-

und Volljährigkeitsfeier im Jugendhaus

meldeten sich 25 Schweizerinnen und Schweizer

und 12 ausländische Jugendliche an. Allerdings

gab es aussergewöhnlich viele «No-shows». Als

Highlight des Abends spielte die schweizweit bekannte

Formation «Drums2streets».

Die Stadt bedankte sich bei allen Pensionierten

der Jahrgänge 1946 bis 1948 mit dem hochkarätigen

Referat «Alter hat Zukunft» von Professor

Dr. Helmut Bachmaier. Im Anschluss wurden

Möglichkeiten aufgezeigt, um die Freizeit aktiv zu

gestalten und die Ressourcen zu nutzen.

Zum dritten Mal wurde der «Prix Kreuzlingen»

verliehen, ein Preis, der Kreuzlingerinnen und

Kreuzlinger jeweils an der 1.-August-Feier für ihr

herausragendes Engagement für das Gemeinwohl

ehrt. Dr. Hans-Ulrich Wepfer erhielt den Preis

2012 – ein Werk der Künstlerin Heidi Lenz – für

die Aufbau- und Leitungsarbeit im Seemuseum.

Auch die Stadtführungen wurden in diesem Jahr

weitergeführt mit den beliebten Entdeckungsreisen

durch die Stadt. Neu angeboten wurde ein

Spaziergang entlang dem Pilgerweg und Einblick

in die Manufaktur von Mode und Schmuck im

Bodan-Quartier. Im Sommer wurde ein Postkartenwettbewerb

durchgeführt mit den schönsten

Ansichten von Kreuzlingen. Entstanden sind vier

Postkarten mit insgesamt neun prämierten Fotografinnen

und Fotografen.

1.3 | Personaldienst

In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wurden bzw.

werden sehr viele langjährige Mitarbeitende

pensioniert. Deshalb ist die Gewinnung von qualifiziertem

Personal nach wie vor das zentrale

Thema im Personaldienst. Insgesamt haben 18

Mitarbeitende die Stadtverwaltung verlassen,

und es wurden 7 neue Stellen geschaffen (inkl. 6

Teilzeitstellen mit je 10 % für die Neuorganisation

des Zählerwesens).

Gesundheitsförderung

Auch im Jahr 2012 fand die Aktion «bike to work»

regen Anklang und 45 motivierte Mitarbeitende

schwangen sich für einen Monat aufs Velo, anstatt

das Auto oder den öffentlichen Verkehr für

den Arbeitsweg zu benützen. Die Aktion soll die

Gesundheit der Mitarbeitenden durch Bewegung

fördern und mithelfen, die Umwelt zu schonen.

Das Schwerpunktthema in der Gesundheitsförderung

war 2012 die Nothilfe. 30 Mitarbeitende

besuchten einen Nothilfe-Refresher-Kurs und eine

AED-Schulung (Umgang mit dem Defibrillator).

Alle Gebäude der Stadtverwaltung wurden mit

Defibrillatoren und Nothilfeapotheken ausgerüstet,

um in Notfällen schnell und richtig reagieren

zu können.

In den Bereichen Werkhof, Gärtnerei und Technische

Betriebe waren 2012 wieder erfreulich

wenige Berufsunfälle zu verzeichnen, was nicht

zuletzt auf die regelmässige Überprüfung der Arbeitsmittel

und Arbeitsbedingungen und auf die

strikte Einhaltung der Vorschriften zurückzuführen

ist.

ANZAHL MITARBEITENDE

Jahr Verwaltung TBK Total

2008 121 34 155

2009 122 40 162

2010 126 42 168

2011 138 47 185

2012 140 52 * 192

* Neuorganisation Zählerwesen mit geringen

Arbeitspensen

24 Präsidium


Jahr Eintritte Austritte Fluktuation

2008 16 12 7.95 %

2009 12 7 4.41 %

2010 23 17 10.11 %

2011 27 18 9.67 %

2012 25 18 ** 9.54 %

** davon 2 offene Stellen

Dienstjubiläen 2012

10 Jahre Thomas Niederhauser,

Hanspeter Kastner, Markus Engler,

Susanne Joray, Maria Ejem,

Alfred Saam, Markus Lüscher

15 Jahre Roberto Gardin, Urs Stadelmann,

Margrit Nyffenegger

20 Jahre Cosimo Cataldo, Martin Troll

25 Jahre Anita Thomas

30 Jahre Jürg Altherr, Peter Stirnemann

35 Jahre August Forster

Pensionierungen 2012

Karl Künzle, Margrit Nyffenegger, Jürg Dinkel,

Pia Alber, Heidi Oehler, Bruno Schilling

1.4 | Projektkoordination

Schwimmbad Hörnli

Seit 2009 wird die technische Infrastruktur des

Bades in jährlichen Etappen erneuert und den

betrieblichen und sicherheitstechnischen Anforderungen

angepasst. 2012 stand die Erneuerung

der grossen Umwälzpumpen im Filtergebäude im

Vordergrund. Zudem wurden Garantiearbeiten an

den Anlagen ausgeführt, welche 2008 im Rahmen

der Attraktivitätssteigerung und Sanierung des

Schwimmbades erstellt worden sind.

Regionalplanungsgruppe

Die administrativen und operativen Arbeiten der

Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen wurden bisher

durch Personal der Stadtverwaltung Kreuzlingen

erledigt. Eine Projektgruppe untersuchte 2012

die künftige Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden

und die Aufgaben, die in nächster Zeit

regional zu lösen sind. Sie befasste sich auch mit

der Neuorganisation der Regionalplanungsgruppe.

Seit August 2012 verfügt «Regio Kreuzlingen»

mit Roman Salzmann über einen professionellen

Geschäftsführer, der in Bischofszell eine eigene

PR-Agentur betreibt. Die Delegiertenversammlung

besteht künftig aus je einem Vertreter der

Exekutive jeder Gemeinde, ein fünfköpfiger Vorstand

– weiterhin mit Stadtammann Andreas

Netzle als Präsidenten – beschliesst über die

laufenden Geschäfte.

Freiwilligenarbeit

Das «Grobkonzept Fachstelle für Freiwilligenarbeit

Benevol Kreuzlingen» empfiehlt die Einrichtung

einer fest erreichbaren Fachstelle, welche

eine Drehscheibenfunktion für alle Belange der

Freiwilligenarbeit sicherstellt. In einer Zusammenkunft

mit Vertreterinnen und Vertretern diverser

Institutionen im August 2012 wurde der

Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeit in Zahlen

und Fakten dargestellt. Die Anwesenden sprachen

sich grossmehrheitlich für die Schaffung

einer Fachstelle aus, welche den Einsatz und die

Suche nach Freiwilligen unterstützt, Weiterbildungsangebote

entwickelt und einen jährlichen

Dankesanlass für alle Freiwilligen organisiert.

Als erster Schritt wurde die Vereinsdatenbank im

Internet um eine Funktion ergänzt, mit der Freiwillige

gezielt gesucht werden können.

Fussgängerleitsystem

Die Realisierung eines Fussgängerleitsystems

wurde in Angriff genommen. Konzept und Ausführung

entsprechen dem Leitsystem der Stadt

Konstanz. Eine Projektgruppe hat ein Achssystem,

die Stelenstandorte und die auszuweisenden

Ziele erarbeitet. Die Verknüpfungspunkte an

der Grenze wurden mit Konstanz abgesprochen.

Als Nächstes werden Offerten eingeholt, um eine

tragfähige Kostenschätzung erstellen zu können.

Der daraus resultierende Betrag wird in das Budget

2014 eingestellt.

Kunstgrenze

Die Dörflinger Stiftung erhielt zusammen mit den

Städten Kreuzlingen und Konstanz im März 2012

die Gelegenheit, die Kunstgrenze im Rahmen

eines Kongresses des Europarates zu grenzüberschreitenden

Projekten in Strassburg vorzustellen.

Das Interesse der Mitglieder aus 47 Staaten an

unserem Projekt war sehr erfreulich. Leider blieben

die Skulpturen im abgelaufenen Jahr nicht

von teilweise schwer entfernbaren Schmierereien

verschont. Um die touristisch beliebte Installation

jederzeit in einem guten Zustand zu präsentieren,

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Präsidium

25


werden die Skulpturensockel regelmässig von

Mitarbeitern des Sozialprojektes der Stadt Kreuzlingen

gereinigt. Alle Unterhaltskosten werden

hälftig von Kreuzlingen und Konstanz getragen.

Stadthaus

Als Vorbereitung für die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs

für das neue Stadthaus wurde

das Raumhandbuch 2008 nachgeführt. Darin werden

Flächen- und Raumbedarf, die optimale Anordnung

der Verwaltungseinheiten und auch die

vorzusehenden Reserven ausgewiesen. Die Stadt

wird von einem erfahrenen Organisationsfachmann

beraten, der schon diverse Gemeinde- und

Stadthäuser konzipierte. In einem zweistufigen

Wettbewerbsverfahren sollen anschliessend die

besten Lösungen für ein Stadthaus mit darunter

liegender Tiefgarage sowie die Gestaltung der

«Fäschtwise» ermittelt werden.

1.5 | Ausländerbeirat

Den Ausländerbeirat (ABR) gibt es seit 2008. Er

hat seither einiges zu einer positiven Integration

in Kreuzlingen beigetragen. Der Ausländerbereit

fördert den Dialog zwischen der ausländischen

und der Schweizer Bevölkerung. Der guten und

engen Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und

insbesondere mit der Fachstelle Integration sowie

all den übrigen Institutionen im Bereich Integration

ist es zu einem grossen Teil zu verdanken,

dass in unserer Gemeinde eine Integration gelebt

wird, die ein Vorzeigemodell für viele andere

Gemeinden im Thurgau sein kann. In einer Stadt

wie Kreuzlingen ist es eine Notwendigkeit, die

über 50 Prozent Ausländerinnen und Ausländer

mit einzubeziehen und ihnen eine Plattform zu

bieten, zumal sie ihre Meinung weder bei Wahlen,

noch Abstimmungen, beispielsweise zu den

Ausgaben ihrer Steuergelder, kundtun können.

Der Kreuzlinger Stadtrat hat mit der Ernennung

des Ausländerbeirates bereits 2008 gezeigt, dass

unsere Stadträtinnen und Stadträte innovativ und

zukunftsdenkend sind. Der Ausländerbereit (ABR)

kennt seine Ziele und Kompetenzen und unterstützt

den Stadtrat in seiner beratenden Funktion.

Themen 2012

29. Februar

1. Der Antrag des ABR an den Stadtrat zur «Interkulturellen

Kompetenz in der Verwaltung»

wurde angenommen.

2. Harald Gessner informierte über das Theaterprojekt

«Hereinspaziert».

3. Am 22. Juni fand das Jugendforum statt,

3 Mitglieder des ABR nahmen daran teil.

4. Zum Quartier Weinstrasse lief ein Projekt mit

Studenten aus Zürich, bei dem Mitglieder des

ABR mitgearbeitet haben.

5. In der Arbeitsgruppe Schule/Integration waren

2 Mitglieder des ABR vertreten.

6. Es fand ein Treffen mit Schulpräsident Jürg

Schenkel im Schulpräsidium statt.

7. Der ABR erstellte einen Flyer zum ABR.

30. Mai

1. «Räume für Jugendliche in Kreuzlingen»: An

diesem Generationenforum nahmen die jüngeren

Mitglieder des ABR teil.

2. Die Idee eines «Kulturenfestes» wurde mit

Stadtschreiber Thomas Niederberger weiter

verfolgt.

3. Informationen zur Budgetierungsphase 2013.

4. Das Thema «Sicherheit» wurde behandelt.

5. Präsidentin Ana Tomás informierte über das

Gespräch mit der Schule. Der ABR hatte der

Schulgemeinde mitgeteilt, dass er offen ist

für eine gute Zusammenarbeit, sofern dies gewünscht

wird.

6. Der ABR beschloss vermehrte Treffen für mehr

Kommunikation. Diese finden ohne Protokoll

und ohne Sitzungsgelder statt.

7. Es wurde ein Brief an die Kantonsräte erfasst

und versendet.

8. Der ABR lud den Stadtschreiber an die ABR-

Sitzung vom 5. September ein.

5. September

1. Die Präsidentin des ABR, Ana Tomás, wurde

von der gemeinderätlichen Kommission GPK

(Geschäftsprüfungskommission) zur Sitzung

vom 22. November eingeladen.

2. Im ABR wurden die folgenden Themen besprochen:

Erfahrungsaustausch zur Migrationspolitik

mit den Partnerstädten, Immobilienmarkt

für Familien und Personen mit tiefem

26 Präsidium


Einkommen, das Heks-Projekt «Neue Gärten

Ostschweiz».

3. Harald Gessner und Zeljka Blank besuchten

die Tagung der kantonalen Stelle für Kinderund

Jugendfragen mit dem Thema: Migration,

Schule und Elternbildung.

4. Stadtschreiber Thomas Niederberger stellte

sich vor und informierte über das Projekt Kulturenfest

2013.

5. Der ABR wird das Thema «Kontakt Handwerker

zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund ermöglichen»

bearbeiten.

28. November

1 Die Friedhofskommission änderte das Reglement

bezüglich Grabplatten.

2. Der ABR wird beim Workshop am 12. März

2013 «Kreuzlingen zeigt Stärke» teilnehmen.

3. Der ABR besprach das Thema Anlässe der

Stadt: Warum sind die ausländischen Einwohner

hierzu untervertreten? Wie kann man die

Teilnahme der Migranten erhöhen?

4. Elternarbeit und Berufswahl: Rudolf Tobler,

Berufs- und Laufbahnberater, stellte dem ABR

sein Projekt vor: «Wie gewinnen wir Eltern mit

Migrationshintergrund für die Berufswahl von

ihren Jugendlichen?»

5. Förderung des Kontaktes zwischen Schülerinnen

und Schülern zu örtlichen Handwerkern.

Dazu bilden die ABR-Mitglieder Rainer

Faehndrich und Harald Gessner eine Arbeitsgruppe.

6. Im OK des Kulturenfestes 2013 sind 9 Mitglieder

des ABR vertreten.

Die Arbeit des ABR ist mehr denn je beim Stadtrat

und den anderen Institutionen notwendig und

gewünscht. Auch durch die Mitarbeit des ABR in

der Begleitgruppe «Projekt für die Erarbeitung des

kantonalen Gesamtprogramms zur Integration von

Ausländerinnen und Ausländern», initiiert durch

das Migrationsamt Frauenfeld, Fachstelle Integration,

hat gezeigt, dass der ABR mit seiner Arbeit

bei integrationspolitischen Fragen auch über

unsere Stadtgrenze hinaus die Integration fördern

und unterstützen kann.

Die Ziele des ABR sind die Förderung des Dialoges,

die Unterstützung des Stadtrates bei integrationspolitischen

Fragen und die Vermittlung der

Anliegen und der Bedürfnisse der ausländischen

Wohnbevölkerung in der Stadt Kreuzlingen unter

dem Motto: «Wir sind 100 % Kreuzlingen

Ana Tomás

Der Ausländerbeirat von Kreuzlingen.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Präsidium

27


2 Stadtkanzlei

2.1 Allgemeines

2.2 Gemeinderat

2.3 Wahlen und Abstimmungen

2.4 Stadtratskanzlei

2.5 Einwohneramt

2.6 Bestattungsamt

2.7 Schlichtungsbehörde in Mietsachen

p Die Surfwiese und der Rudersteg im Winterkleid.

2.1 | Allgemeines

Vielfältiger Aufgabenbereich

Die Stadtkanzlei ist verantwortlich für einen reibungslosen

Ablauf in der Stadtrats- und Gemeinderatsarbeit.

Geschäfte und Projekte müssen mit

verschiedensten Abteilungen koordiniert werden,

damit eine fristgerechte Behandlung in den Behörden

gewährleistet ist. Nebst dieser Koordinations-

und Vorbereitungsaufgabe fallen aber auch

im Tagesgeschäft vielfältige Arbeiten an: Wahlen

und Abstimmungen, Gastgewerbe, Bewilligungen

Benützung öffentlicher Grund und Veranstaltungen,

Bewirtschaftung Reglemente und Richtlinien

sowie Verträge, Archivierung, Betreuung Lernende

usw. Als neue Aufgabe unterstützt die Stadtkanzlei

den Stadtammann und den Stadtschreiber

administrativ im Bereich Verkauf und Kauf von

Bauland sowie Erteilung von Baurechten.

Bevölkerungswachstum

Kreuzlingen verzeichnet nach wie vor ein starkes

Bevölkerungswachstum. Per 31. Dezember

2012 sind in Kreuzlingen 20'349 Personen angemeldet.

Dies entspricht einem Zuwachs von 541

(+ 2.7 %) Einwohnerinnen und Einwohnern. Auch

die Zu- und Wegzugszahlen sind eindrücklich.

1'920 Personen sind zugezogen, 1'413 Personen

weggezogen. Aufgrund der Bevölkerungszunahme

haben sich in den Bereichen Einwohneramt,

Bestattungsamt sowie Schlichtungsstelle für das

Mietwesen die bearbeiteten Fallzahlen erhöht.

Ausblick

Auch 2013 möchte sich die Stadtkanzlei als

Dienstleister für die Bevölkerung, den Gemeinderat,

den Stadtrat und die Verwaltung etablieren.

Dabei wird auch laufend daran gearbeitet, wie die

Abläufe noch effizienter gestaltet werden können.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Zudem stehen diverse Projekte und Aufgaben an:

Revision Gemeindeordnung, diverse Landgeschäfte,

Einführung Vorlagentool zur Vereinheitlichung

des Schriftverkehrs, Unterstützung «Xentrum»-

Projekte, Analyse preisgünstiger Wohnraum usw.

2.2 | Gemeinderat

Der Gemeinderat hat in acht Sitzungen folgende

Geschäfte behandelt:

26. Januar

1. Einbürgerungen.

2. Beantwortung der Motion der Fraktion Freie

Liste / Rägebogä betreffend Kreuzlingen ohne

Atomstrom; mit 19 Ja-Stimmen gegen 17

Nein-Stimmen, in den Punkten 1 und 2 erheblich

erklärt.

3. Beantwortung des Postulats der Fraktion FDP/

EVP betr. Erweiterung Parkplatzbewirtschaftung

Hafengebiet Klein Venedig «Seeufer

West»; mit 22 Ja-Stimmen gegen 13 Nein-

Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt.

23. Februar

1. Einbürgerungen.

2. Botschaft Planungskreditbegehren von CHF

450'000 zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs

und der Projektierung bis und mit

Volksabstimmung für eine Schwimmhalle am

Standort Egelsee; mit 24 Ja-Stimmen gegen

13 Nein-Stimmen genehmigt. Das Behördenreferendum

kommt mit 10 Ja-Stimmen gegen

26 Nein-Stimmen nicht zustande.

22. März

1. Wahl Stimmenzähler: Alfredo Sanfilippo.

2. Ersatzwahl in die Kommissionen.

3. Botschaft Kredit von CHF 5'200'000 zur Beteiligung

an Kraftwerken zur Produktion er-

Stadtkanzlei

29


neuerbarer Energien über die Swisspower

Renewables AG; mit 22 Ja-Stimmen gegen 15

Nein-Stimmen genehmigt.

4. Botschaft Teilrevision des Baureglements zur

Ergänzung der Bestimmungen für Industrieund

Gewerbezonen im Baureglement (Art. 13)

bezüglich maximal zulässiger Gebäudelängen;

einstimmig genehmigt.

5. Botschaft Zusatzkredit von CHF 144'000 für

vorgezogene Unterhaltsarbeiten beim Restaurant

Fischerhaus; mit 31 Ja-Stimmen gegen 5

Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung genehmigt.

10. Mai

1. Einbürgerungen.

2. Ersatzwahl ins Wahlbüro.

3. Geschäftsbericht der Technischen Betriebe

2011; einstimmig genehmigt.

4. Jahresrechung der Technischen Betriebe 2011;

einstimmig genehmigt.

5. Jahresbericht der Stadt Kreuzlingen 2011; einstimmig

genehmigt.

6. Jahresrechnung der Stadt Kreuzlingen 2011;

einstimmig genehmigt.

14. Juni

1. Wahl Präsident: Christian Forster.

2. Wahl Vize-Präsident: Alfredo Sanfilippo.

3. Wahl von drei Stimmenzählern: Charis Kuntzemüller,

Rolf Rindlisbacher und Mirko Spada.

4. Botschaft Kreditbegehren von CHF 300'000 für

die Verlegung der Berneggstrasse. Die Botschaft

wird mit 28 Ja-Stimmen gegen 10 Nein-

Stimmen bei 1 Enthaltung zurückgewiesen.

30. August

1. Einbürgerungen.

2. Ersatzwahl in die Kommissionen.

3. Botschaft Kaufvertrag mit der Firma Häberlin

Invest AG, Müllheim-Dorf, über den Verkauf

der Parzelle Nr. 539 an der Bachstrasse zum

Preis von CHF 392'000; mit 24 Ja-Stimmen

gegen 1 Nein-Stimme bei 12 Enthaltungen genehmigt.

4. Botschaft Zonenplanänderung Hafenbahnhof

Nordwest (Hafenstrasse 19) betreffend Zuweisung

der Parzelle Nr. 3007 zur Wohn- und

Gewerbezone WG 70; mit 36 Ja-Stimmen bei

1 Enthaltung genehmigt.

5. Botschaft Zonenzuweisung und -änderung im

Gebiet Bernrain; einstimmig genehmigt.

4. Oktober

1. Ersatzwahl in die Kommissionen.

2. Budget der Stadt Kreuzlingen 2013; einstimmig

genehmigt.

3. Mündlicher Bericht über die Erledigung der

Motion Fraktion Freie Liste / Rägebogä betreffend

Kreuzlingen ohne Atomstrom.

15. November

1. Einbürgerungen.

2. Budget der Technischen Betriebe 2013; einstimmig

genehmigt.

3. Botschaft Planung des Neubaus des Stadthauses

am Standort Bärenplatz infolge Neubeurteilung

der Eidgenössischen Kommission für

Denkmalpflege; mit 19 Ja-Stimmen gegen 6

Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen genehmigt.

4. Botschaft Weiterführung der Leistungsvereinbarung

mit dem Verein «Kreuzlingen Tourismus»

für weitere vier Jahre mit einem

Beitrag der Stadt Kreuzlingen von jährlich CHF

145'000; einstimmig genehmigt.

2.3 | Wahlen und Abstimmungen

Über die folgenden Geschäfte wurde in der Stadt

Kreuzlingen im 2012 abgestimmt:

17. Juni

Stadt:

Kreditbegehren von CHF 5.2 Mio. für die Beteiligung

der Technischen Betriebe Kreuzlingen

an der Swisspower Renewables AG zur Produktion

erneuerbaren Energien.

1'607 Ja | 1'200 Nein

25. November

Stadt:

Budget 2013 der Stadt Kreuzlingen.

1'676 Ja | 335 Nein

2.4 | Stadtratskanzlei

Der Stadtrat als Exekutivorgan tagte an 35 (Vorjahr:

47) Sitzungen und behandelte 288 (432)

Geschäfte. Nach der Sommerpause wechselte

der Stadtrat auf einen zweiwöchigen Sitzungsturnus.

Zusätzliche Sitzungen können bei Bedarf

eingeschoben werden, z. B. anlässlich der Bud-

30 Stadtkanzlei


getberatungen. Zudem werden die Geschäfte von

Baugesuchen für Bauten auf öffentlichem Grund

und die Verfügungen von Unterschutzstellungen

von Gebäuden und Bäumen ab 2012 nicht mehr

im Stadtrat behandelt, sondern durch die Vertreter

der Stadt unterzeichnet und dem Stadtrat

zur Kenntnis gebracht. Für Veranstaltungen (inkl.

Zirkusgastspiele), welche auf öffentlichem Grund

durchgeführt wurden, hat der Stadtrat 45 (38) Bewilligungen

erteilt.

ERTEILTE BEWILLIGUNGEN FÜR BENUTZUNG

VON ÖFFENTLICHEM GRUND

100

80

60

40

20

0

ANZAHL VERANSTALTUNGEN

ANZAHL STANDAKTIONEN

60

32

28

2008

68

36

32

2009

83

43

40

2010

85

47

2011

Die Stadtkanzlei bewilligte 3 (5) Sonntagsverkäufe.

Die zwei Adventssonntagsverkäufe wurden

vom Stadtrat für den 16. und 23. Dezember 2012

festgelegt.

GEMEINDE- UND STADTRÄTLICHE

KOMMISSIONSSITZUNGEN

300

250

ANZAHL STADTRÄTLICHE SITZUNGEN

ANZAHL GEMEINDERÄTLICHE SITZUNGEN

38

91

46

45

2012

d. h. CHF 21'500 (CHF 22'000), an die Staatskasse

abgeliefert werden. Die andere Hälfte verbleibt

bei der Gemeinde. Im Berichtsjahr wurden insgesamt

Abgaben von CHF 54'355 (CHF 54'467) auf

gebrannte Wasser erhoben. Davon mussten CHF

35'002 (CHF 35'602) der Staatskasse abgegeben

werden.

Einbürgerungen

Die Stadtkanzlei hat im Jahre 2012 total 61 (56)

Beratungsgespräche durchgeführt. In 52 (40) Fällen

konnte die Einreichung des Einbürgerungsgesuchs

empfohlen werden.

Die Einbürgerungskommission beurteilte im Jahr

2012 insgesamt 17 (Vorjahr: 21) Einbürgerungsgesuche

und hiess 13 (12) gut. Der Gemeinderat

bürgerte 28 (18) Personen ein.

Im März und Oktober 2012 wurden zwei Informationsveranstaltungen

über das Einbürgerungsverfahren

in Kreuzlingen durchgeführt. Interessierte

Personen konnten sich durch den Präsidenten der

Einbürgerungskommission, die Integrationsdelegierte

und die zuständige Stelle bei der Stadtkanzlei

über das Verfahren, die Voraussetzungen

und die Kosten bei einer Einbürgerung informieren.

Beide Anlässe waren gut besucht.

Von den im Jahr 2012 insgesamt 28 eingebürgerten

Personen stammen neun Personen aus Italien

und sechs aus Deutschland. Diese beiden Nationen

sind gleichzeitig die zwei bevölkerungsstärksten

in Kreuzlingen.

200

150

100

50

175

63

112

195

85

110

175

71

104

185

68

117

174

56

118

Der schriftliche Wissenstest, der von allen im

Einbürgerungsgesuch eingeschlossenen Personen

ab dem 15. Altersjahr absolviert wird, beinhaltet

0

ORDENTLICHE EINBÜRGERUNGEN IN KREUZLINGEN

2008

2009

2010

2011

2012

ANZAHL PERSONEN

Wirtschaftswesen

Per 31. Dezember 2012 haben 66 (67) Geschäfte

über ein Patent, 69 (73) über eine Bewilligung und

32 (34) über ein Alkoholpatent verfügt.

60

50

40

30

20

44

44

34

28

Es wurden Gebühren für die Erteilung eines Patentes

oder einer Bewilligung von CHF 43'000 (CHF

44'000) erhoben. Davon muss jeweils die Hälfte,

10

0

2008

2009

2010

18

2011

2012

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

31


AUSLÄNDISCHE WOHNBEVÖLKERUNG NACH STAATSANGEHÖRIGKEIT

2008 2009 2010 2011 2012

Deutschland 3'657 4'048 4'473 4'759 5'100

Italien 1'338 1'314 1'320 1'321 1'366

Mazedonien 989 992 995 1'003 1'008

Türkei 607 590 589 596 596

Kosovo* 0 118 200 248 321

Bosnien-Herzegowina 306 304 302 291 285

Portugal 212 222 240 253 263

Serbien* 0 158 224 208 199

Österreich 173 179 172 188 193

Kroatien 163 168 166 166 155

Spanien 146 146 142 140 145

Serbien und Montenegro** 574 379 209 184 134

Sri Lanka 45 46 53 54 54

Slowak.Republik 21 32 38 46 53

Irak 56 56 53 53 50

Ungarn 22 27 33 42 49

übriges Asien 34 30 32 36 43

übriges Amerika 23 24 31 35 43

Frankreich 21 22 24 30 40

übriges Afrika 36 30 33 35 37

Grossbritannien 30 30 30 36 36

Niederlande 38 37 38 36 33

Polen 12 18 17 18 28

Tschech. Republik 21 21 21 22 27

Slowenien 29 28 27 26 25

übriges Europa*** 89 6 18 22 22

Russland und ehemalige GUS-Staaten 17 17 22 19 21

Brasilien 21 20 21 20 20

Rumänien 9 9 10 13 17

Griechenland 9 10 14 15 17

Schweden 15 14 14 13 16

Thailand 14 16 17 15 15

USA 8 8 11 13 14

Philippinen 8 7 9 9 11

China 6 8 7 13 10

Finnland 16 12 11 10 10

Liechtenstein 10 11 14 9 9

Iran 17 17 10 10 9

Australien 8 7 8 7 9

Dänemark 5 8 9 8 8

Lettland 7 6 6 6 6

Bulgarien 1 3 4 6 6

Albanien*** 0 3 3 3 3

Belgien 3 1 1 1 3

Total 8'816 9'202 9'671 10'038 10'509

*Aufschlüsselung erstmals im Jahr 2009

**Ab 2009 nur noch Montenegro

***Ab 2009 ohne Albanien und Staaten Ex-Jugoslawien

32 Stadtkanzlei


Der 20'000. Einwohner der Stadt Kreuzlingen: Mario Di Leo mit seinen Eltern und Stadtammann Andreas Netzle.

Fragen über Geografie, Geschichte, Institutionen

der Demokratie und allgemeines Wissen über die

Schweiz. 31 Personen haben den Wissenstest

absolviert und rund 87 % der Absolventen haben

ihn bestanden. Nach erfolgreich bestandenem

Wissenstest folgt noch eine mündliche Befragung

über die Kenntnisse der Stadt Kreuzlingen,

um den Grad der Integration zu überprüfen.

2.5 | Einwohneramt

Seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens

im Jahr 2002 sowie der regen Bautätigkeit hat

die Zuwanderung von Angehörigen von EU-/

EFTA-Staaten kontinuierlich zugenommen. Die

Einwohnerzahl stieg gegenüber dem Vorjahr um

541 Personen auf 20'349 Personen. Die Wanderungsstatistik

zeigt, dass sich 584 (Vorjahr: 573)

Schweizer und 1'336 (1'251) Ausländer in Kreuzlingen

neu angemeldet haben. Anderseits sind

527 (554) Schweizer und 886 (913) Ausländer

weggezogen. Von den 8'840 (9'840) in Kreuzlingen

wohnhaften Schweizer Bürgern sind 1'550 (1'526)

Ortsbürger von Kreuzlingen, 2'243 (2'217) Kantonsbürger

und 6'047 (6'027) übrige Schweizer.

Das zahlenmässige Verhältnis Frauen – Männer

beträgt 10'258 (10'060) 50.4 % (50.8 %) Frauen

zu 10'091 (9'748) 49.6 % (49.2 %) Männer. 1 (1)

Asylbewerber zählt nicht als Einwohner.

Mario Di Leo wurde als 20'000. Einwohner registriert.

Er ist am 24. Juni 2012 als Schweizer Bürger

im Spital Münsterlingen auf die Welt gekommen.

Stadtammann Andreas Netzle überbrachte dem

Neugeborenen ein Präsent.

Einwohnerzahlen

Ende Jahr wohnten in der Stadt 10'509 (10'038)

Ausländer und 9'840 (9'770) Schweizer. Die

grössten Ausländergruppen stammen wie in den

letzten Jahren aus Deutschland, Italien und Mazedonien.

2012 lebten insgesamt 5'100 (4'759)

Deutsche, 1'366 (1'321) Italiener und 1'008 (1003)

Mazedonier in Kreuzlingen.

Ausweise / Gebühren

Seit der Einführung des biometrischen Passes

können in der Wohnsitzgemeinde nur noch Identitätskarten

beantragt werden. Im Berichtsjahr wurden

259 (234) Identitätskarten für Kinder und 529

(587) Identitätskarten für Erwachsene am Schalter

des Einwohneramtes bestellt. Die Gebühren

betrugen CHF 32'710.65, welche dem kantonalen

Passbüro abgeliefert wurden.

Containerbänder und Sackmarken

2012 verkaufte das Einwohneramt insgesamt

1'656 (1'533) Containerbänder und 163 (99) Bogen

Sackmarken.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

33


Zivilstandsnachrichten

Von hier wohnhaften Eltern sind 183 (184) Geburten

gemeldet worden, 93 (100) Knaben und 90 (84)

Mädchen. Es wurden 149 (139) Eheschliessungen

und 54 (75) Scheidungen von Einwohnern registriert.

Online-Schalter

Im Berichtsjahr wurde wiederum eine Statistik

über die Benützung des Online-Schalters geführt.

Ein leichter Rückgang konnte dabei festgestellt

werden.

2011 2012

Abmeldung/Adressänderungen 204 195

Best. Wohnsitzbescheinigung 190 182

Meldung Mieterwechsel 99 21

Best. Heimatausweis 54 63

Best. Handlungsfähigkeitszeugnis 10 11

Best. Leumundszeugnis 8 11

Ventilklausel EU-8

(Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien,

Tschechien und Ungarn)

Seit dem 1. Mai 2011 besteht die uneingeschränkte

Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz

und den Staaten der EU-8. Vom 1. Mai 2012 bis

30. April 2013 wird wieder eine zahlenmässige

Beschränkung eingeführt. Vierteljährlich können

545 B-Bewilligungen freigegeben werden. Es

erfolgt keine Aufteilung nach Kantonen. Davon

betroffen sind nur die, welche in der Schweiz

eine überjährige Erwerbstätigkeit ausüben wollen.

Für sämtliche Personen mit dem alten Status

«Saisonier», heute L-Bewilligung für die in der

Landwirtschaft und Baugewerbe tätigen Polen

und Ungaren, ändert sich nichts. Bis heute ist in

Kreuzlingen kein Andrang aus den EU-8-Staaten

für eine B-Bewilligung feststellbar.

2.6 | Bestattungsamt

Im Jahr 2012 betreute das Bestattungsteam der

Stadt Kreuzlingen 248 Verstorbene. 150 Todesfälle

ereigneten sich in Kreuzlingen, 98 in anderen

Gemeinden oder im Ausland, 56 Kreuzlinger Einwohner

starben im Kantonsspital Münsterlingen.

Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei

76 Jahren.

IM BESTATTUNGSAMT BEARBEITETE TODESFÄLLE

300

250

200

150

100

50

0

Die Mitarbeitenden im Bestattungswesen wurden

zu 135 Einsätzen während der normalen Arbeitszeit

gerufen, 107 Einsätze mussten nachts,

an Wochenenden oder an Feiertagen geleistet

werden.

In Kreuzlingen fanden 160 Beisetzungen statt, davon

27 Erdbestattungen. Es wurden 125 kirchliche

Abdankungen abgehalten, 16 Abschiedsfeiern

fanden in der Abdankungshalle auf dem Zentralfriedhof

statt.

VERGLEICH KREMATIONEN / ERDBESTATTUNGEN

ANZAHL ERDBESTATTUNGEN IN %

ANZAHL KREMATIONEN IN %

20%

0%

83 Personen wurden auswärts bestattet, 19 Urnen

wurden den Angehörigen übergeben.

ABDANKUNGEN IN KREUZLINGEN

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

ANZAHL BEARBEITETE TODESFÄLLE

100%

80%

60%

40%

ANZAHL IM ZENTRALFRIEDHOF

ANZAHL ÜBRIGE FRIEDHÖFE

15

247

2008

85.8

14.2

2008

110

2008

88.5

11.5

2009

28

225

2009

127

2009

85.2

14.8

2010

28

277

162

2010

85.5

14.5

2011

12

235

2010 2011 2012

137

2011

85.6

14.4

2012

16

248

125

2012

34 Stadtkanzlei


«Die rote Blume» von Urs Traber, Steckborn, auf dem neuen Grabfeld für früh verstorbene Kinder.

Auf dem Zentralfriedhof wurde ein neues Grabfeld

für früh verstorbene Kinder angelegt. Die Skulptur

«die rote blume» von Urs Traber ist der realisierte

Siegerentwurf eines Künstlerwettbewerbs.

2.7 | Schlichtungsbehörde in Mietsachen

Die Beratung im Sekretariat der Schlichtungsbehörde

wird häufig in Anspruch genommen, sodass

in vielen Fällen ein Schlichtungsgesuch zur Durchführung

einer Schlichtungsverhandlung abgewendet

werden kann.

SCHLICHTUNGSBEGEHREN IN MIETSACHEN

160

140

120

100

80

60

40

20

0

EINSPRACHEBEGEHREN MIETZINSE

147

2008

149

2009

102

2010

92

2011

116

2012

Die Schlichtungsbehörde führte im Berichtsjahr

69 (Vorjahr 52) Schlichtungsverhandlungen durch.

In 41 Fällen wurde eine Einigung zwischen den

Parteien herbeigeführt, bei 28 Fällen stellte sie

die Nichteinigung fest. 50 Schlichtungsgesuche

wurden ausserhalb eines Schlichtungsverfahrens

zurückgezogen.

Aufgrund eines Personalengpasses ersuchte die

Gemeinde Ermatingen um die Übernahme des Aktuariats

der Schlichtungsbehörde in Mietsachen.

Der Stadtrat hat am 19. April 2011 beschlossen,

dass das Sekretariat der Schlichtungsbehörde

Kreuzlingen das Aktuariat der Schlichtungsbehörde

Ermatingen bis auf Widerruf übernimmt.

Im Jahr 2012 wurden für die Schlichtungsbehörde

Ermatingen insgesamt 4 Schlichtungsverhandlungen

organisiert.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

35


3 Soziale Dienste

3.1 Sozialhilfe

3.2 Alimentenhilfe

3.3 Asylkoordination

3.4 Sozialversicherungen und Arbeit

3.5 Sozialprojekte

3.6 Sozialberatung

3.7 Vormundschaftsbehörde / Gesetzlicher Betreuungsdienst

3.1 | Sozialhilfe

Der Grundauftrag der Sozialhilfe umfasst zwei

Ziele: Existenzsicherung und Integration. Menschen,

die sich in einer Notlage befinden, aber

sich nicht selbst helfen können, haben Anrecht

auf ein soziales Existenzminimum und werden

bei ihren Bemühungen zur beruflichen und sozialen

Integration unterstützt. Im Kanton Thurgau

liegt die Zuständigkeit für die Sozialhilfe bei den

Gemeinden. Die Höhe und die Entwicklung der

Sozialhilfeausgaben wird jedoch massgebend

durch Faktoren bestimmt, die ausserhalb des Gestaltungs-

und Einflussbereichs der Gemeinden

liegen.

Entwicklung der Sozialhilfequote

Die Sozialhilfequote bezeichnet den Anteil der

Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger an der

gesamten Bevölkerung und ist der wichtigste Indikator

zur Messung der Belastung der einzelnen

Gemeinden in der Sozialhilfe. Eine urbane Besiedlung

schlägt sich auf die Sozialhilfequote nieder.

Je urbaner, desto höher die Quote. Die grossen

Städte Frauenfeld, Kreuzlingen und Arbon weisen

regelmässig die höchsten Sozialhilfequoten auf.

Diese liegen zwischen 1 und 2 Prozent höher als

der kantonale Durchschnitt von 1.6 Prozent.

Fallentwicklung

2012 wurden in Kreuzlingen 583 Personen in 402

Dossiers (Bestand 31. Dezember 2012) mit wirtschaftlicher

Sozialhilfe unterstützt. Gegenüber

dem Vorjahr stieg die Anzahl der Sozialhilfebeziehender

um 24 Personen beziehungsweise um

4.3 Prozent und die Anzahl der Fälle nahm um 6.6

Prozent (+ 25 Fälle) zu.

Zwei Faktoren beeinflussen die Entwicklung der

Fallzahlen. Einerseits ist es die Anzahl neu eröffneter

Dossiers und andererseits die Anzahl

abgeschlossener Dossiers. Gegenüber dem Vorjahr

stieg die Zahl der neu eröffneten Dossiers

auf 142 Fälle. 117 Dossiers konnten von der Sozialhilfe

abgelöst werden. Insgesamt wurden 168

Erstgespräche geführt. Im Verlaufe des Berichtsjahrs

wurden 518 (Vorjahr 493) Sozialhilfedossiers

bearbeitet. Hinter den 518 Dossiers stehen 743

Menschen, die aus verschiedenen Gründen in Armut

leben.

Unterstützungsgründe

In der Sozialhilfe ist eine grosse Klientengruppe

«ressourcenschwacher» Menschen vertreten.

Stichworte sind: langfristige Erwerbslosigkeit,

materielle Unselbstständigkeit, weniger soziale

p Blick von der Piazza Cisternino auf den Boulevard.

Die Anzahl der Sozialhilfebeziehender stieg gegenüber

dem Vorjahr um 24 Personen. Dies hatte

keinen Einfluss auf die Sozialhilfequote, weil

im selben Zeitraum die Bevölkerung ebenfalls

zugenommen hat. Mit 3.7 Prozent ist die Sozialhilfequote

verglichen mit anderen Thurgauer

Gemeinden sehr hoch. Auf 1’000 Einwohner und

Einwohnerinnen in Kreuzlingen kamen somit 37

Personen, die 2012 durch die öffentliche Sozialhilfe

ganz oder teilweise unterstützt werden

mussten.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

ENTWICKLUNG DER DOSSIERZAHLEN

400

380

360

340

320

300

2012

2011

2010

1. Quartal

2. Quartal

3. Quartal 4. Quartal

Soziale Dienste

37


Kontakte, gesundheitliche Beeinträchtigungen

und mangelhafte Gesundheitsvorsorge, schlechte

Lehrmöglichkeiten, Suchtgefährdung und fehlende

Zukunftsperspektive. Der grösste Teil dieser

Menschen wünscht für sich die Wiedereingliederung

in die Erwerbsarbeit. Sie möchten ein vollwertiges

Mitglied der Leistungsgesellschaft sein.

Warum schaffen sie es dennoch nicht, finanziell

selbstständig zu werden, obwohl sie sich dies

eben wünschen? Einerseits gibt es nicht genügend

Arbeitsplätze für tief und mittel qualifizierte

Arbeitskräfte, andererseits sind es auch Gründe,

die in der Person selber, aber auch in den Handlungsfeldern

der Sozialen Arbeit liegen. So führt

der ökonomische und politische Druck dazu, dass

nachhaltige Unterstützungsprozesse nur ungenügend

erbracht werden können und die Leistungen

der beteiligten Institutionen nach wie vor zu wenig

koordiniert werden.

ZUSAMMENSETZUNG NACH «SCHWEIZER – AUSLÄNDER»

SCHWEIZER

AUSLÄNDER MIT NIEDERLASSUNG UND

AUFENTHALTSBEWILLIGUNG

ANERKANNTE FLÜCHTLINGE/

VORLÄUFIG AUFGENOMMENE (AUS ASYL)

8.6 %

46.2 %

45.2 %

Die Statistik zeigt, dass Kinder und Jugendliche

die grösste Altersgruppe innerhalb der Sozialhilfe

sind. In diesem Bereich besteht ein hoher

Handlungsbedarf, denn Fälle mit Kindern bleiben

oft lange in der Sozialhilfe. Haben Kinder jedoch

eine gute Gegenwart, haben sie auch bessere Zukunftschancen.

Gegenüber den Vorjahren ist eine

massive Zunahme an unterstützenden Massnahmen

für belastete Familien und für gefährdete

Kinder und Jugendliche zu verzeichnen. Diese

Massnahmen (Familienhilfe, sozialpädagogische

Familienbegleitungen, Unterkunft und Begleitung

in Frauenhäusern bei häuslicher Gewalt, Platzierungen

bei Pflegefamilien, Kriseninterventionen

mit Unterbringung in Kinderschutzzentren,

Schlupfhäusern, dauernde Fremdplazierungen in

Kinder- und Jugendheimen) sind sehr kostenintensiv

und belasteten die Jahresrechnung überdurchschnittlich.

Insgesamt wurden dafür rund

CHF 300'000 ausgegeben.

Ausländer in der Sozialhilfe

Ausländerinnen und Ausländer haben ein höheres

Arbeitslosenrisiko als Einheimische. Als Folge davon

ist auch ihr Sozialhilferisiko höher. Daher hat

der Ausländeranteil ebenfalls einen Einfluss auf

die Sozialhilfequote.

Ausländer und Schweizer sind in Kreuzlingen beinahe

gleich stark in der Sozialhilfe vertreten wie

in der Gesamtbevölkerung (auf die ausländische

Bevölkerung von 51.6 % entfallen 53.8 % aller Sozialhilfebeziehenden).

Im Gegensatz zur Schweiz

(die Sozialhilfequote der ausländischen Bevölkerung

liegt bei 6.0 %, diejenige der Schweizer

Bevölkerung bei 3.0 %) und zum Kanton Thurgau

(die Sozialhilfequote der ausländischen Bevölkerung

beträgt 2.9 %, diejenige der Bevölkerung mit

Schweizer Pass 1.3 %) ist die Sozialhilfequote in

Kreuzlingen für ausländische Staatsangehörige

(3.8 %) und für die Einheimischen (3.6 %) annähernd

gleich. Allerdings gibt es unter den einzelnen

Nationalitäten sehr grosse Unterschiede

bezüglich der Sozialhilfequote.

Für hilfsbedürftige Bürger mit Heimatort Kreuzlingen

und Einwohner der Stadt Kreuzlingen

mit schweizerischer Nationalität sind netto CHF

2'389’000 (52.1 %) ausgegeben worden, für

die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt

Kreuzlingen mit einem ausländischen Pass CHF

2'194’000 (47.9 %).

Fördern und fordern

Der beruflichen und sozialen Integration von Sozialhilfeabhängigen

kam auch im Berichtsjahr eine

grosse Bedeutung zu. Als einzige Stadt im Kanton

führt Kreuzlingen seit Jahren ein eigenes Arbeitsund

Beschäftigungsprogramm mit einem Angebot

von niederschwelligen Arbeitsplätzen.

38

Soziale Dienste


Der im Frühsommer 2012 als Pilotprojekt durchgeführte

«Mittagstisch im Gewächshaus» war erfolgreich.

Acht erwerbslose Teilnehmerinnen und

Teilnehmer aus der Sozialhilfe waren unter professioneller

Leitung für die Zubereitung und den

Service von durchschnittlich 25 Mittagessen für

«bedürftige» Menschen zuständig und kamen so

zu einem sinnvollen temporären Arbeitseinsatz.

Durch die begrenzte Öffnung für andere Bevölkerungsgruppen

wurde versucht, einen sozialen

Raum für Begegnungen zu schaffen und soziale

Barrieren zu durchbrechen.

Unter Mithilfe des Personals des Dienstleistungszentrums

4You konnten einige der Klienten wieder

eine Arbeit aufnehmen oder einen temporären Arbeitseinsatz

auf dem ersten Arbeitsmarkt leisten.

Insgesamt erfolgten 46 Aufgebote zur Arbeitsaufnahme

in die Arbeits- und Beschäftigungsprogramme.

In gesamthaft ca. 3’300 Gesprächen

wurden die Hilfesuchenden beraten und betreut.

Mindestens 1-mal monatlich findet ein Beratungsgespräch

statt. Wer ohne Begründung zum vereinbarten

Termin nicht erscheint, wird sanktioniert,

und die Leistungen werden nach Verwarnung gekürzt

oder eingestellt.

Unterstützungsaufwand

Gegenüber dem Vorjahr ist der Bruttoaufwand

um CHF 972'000 auf CHF 11'523'000 gestiegen.

Gleichzeitig hat der Bruttoertrag (Rückvergütungen

und Rückerstattungen) um CHF 358’000

auf CHF 7'099’000 abgenommen, was zu einer

Zunahme des Nettoaufwandes gegenüber der

Vorjahresrechnung von CHF 1'330'000 führt. Der

Nettoaufwand 2012 liegt bei CHF 4’424’000 gegenüber

CHF 3'094’000 aus dem Vorjahr. Der Aufwand

kann nur dann nachhaltig gesenkt werden,

KOSTENENTWICKLUNG + UNTERSTÜTZUNGSAUFWAND

RÜCKVERGÜTUNGEN

14 Mio.

12 Mio.

10 Mio.

8 Mio.

6 Mio.

4 Mio.

2 Mio.

0

2008

NETTOAUFWAND

2009 2010 2011 2012

wenn der Arbeitsmarkt in der Lage ist, Personen

mit erhöhten sozialen Risiken angemessen zu integrieren.

Neben dem Arbeitsmarkt spielen auch

die Sozialversicherungen eine wichtige Rolle bei

der Ablösung von Sozialhilfebeziehenden.

Der Anteil der Rückerstattungen und Rückvergütungen

beträgt 61.6 Prozent (Vorjahr: 70.7 %). Das

heisst, von einem investierten Franken flossen

knapp 62 Rappen zurück. Der Gesamtbetrag der

persönlich geleisteten Rückzahlungen für bezogene

Sozialhilfe (nach Ablösung von der Sozialhilfe)

beträgt rund CHF 280'000 von total 139 Schuldnerinnen

und Schuldnern.

Kreuzlingen gab im Jahr 2012 im Durchschnitt

CHF 217 pro Kopf der Wohnbevölkerung für Sozialhilfe

aus. Dies entspricht CHF 61 mehr als im

Vorjahr mit CHF 156. Der grosse Kostenanstieg

kann nicht nur mit der Zunahme der Unterstützungsfälle

begründet werden, sondern insbesondere

mit der starken Zunahme der Fallkosten.

Der Fallkostenanstieg ist hauptsächlich auf die

Zunahme der sehr teuren (bis CHF 550 pro Tag)

Unterbringungen bei Kindern und Jugendlichen in

kritischen Situationen, professionelle Begleitungen

bei belasteten und überforderten Familien,

den kostenintensiven Aufenthalten in Frauenhäusern

und den ebenfalls hohen Kosten bei (Fremd-)

Platzierungen in Pflegefamilien, Heimen und anderen

sozialen Institutionen (z.B. sozialtherapeutische

Wohngemeinschaften, betreutes Wohnen,

Alters- und Pflegeheime) zurückzuführen.

Ausblick

Die Bedeutung der Sozialhilfe hat sich in den letzten

Jahren stark verändert. Sie federt zunehmend

neu entstandene Lebensrisiken ab, die von den

Sozialversicherungen nicht oder nur unzulänglich

gedeckt werden. Immer mehr dient die Sozialhilfe

der Bekämpfung «neuer» sozialer Risiken, wie

beispielsweise Working Poverty, Langzeitarbeitslosigkeit

oder Armut bei Alleinerziehenden und

kinderreichen Familien. Die Sozialhilfe ist somit

ein Pfeiler der sozialen Sicherung, ohne jedoch

in einem nationalen Gesetz geregelt zu sein. Die

Finanzierung der Sozialhilfe erfolgt, im Gegensatz

zu den «grossen» Sozialversicherungen, auch

nicht mit Bundesgeldern, sondern zum allergrössten

Teil über die Gemeindekasse.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

39


Der Anteil von Sozialhilfebeziehenden ist in den

letzten 20 Jahren in der Schweiz von etwa 1.3 auf

3 Prozent angestiegen. Dieser Anstieg hängt wesentlich

mit den konjunkturellen Entwicklungen

und strukturellen Veränderungen in der Arbeitswelt

zusammen. Insbesondere in Zeiten steigender

Arbeitslosigkeit haben viele Personen Mühe,

sich in ein verändertes Wirtschaftsumfeld zu

integrieren. Die wirtschaftlichen Indikatoren und

der im letzten Quartal 2012 in der Sozialhilfe festgestellte

Trend geben zu grosser Sorge Anlass.

Eine weitere Zunahme der Fallzahlen und des Unterstützungsaufwandes

ist zu erwarten. Ebenfalls

sind die Auswirkungen der neuen Behördenorganisation

im Kindes- und Erwachsenenschutzbereich

nicht absehbar. Werden die kantonalen Behörden

bei ihren Beschlüssen, beispielsweise bei

einem Obhutsentzug mit Fremdplatzierung, auch

die finanziellen Folgen für die Gemeinden berücksichtigen

und bemühen sie sich, eine geeignete

kostengünstige Lösung zu finden?

Die wesentlichen Rahmenbedingungen für die

künftige Entwicklung der Sozialhilfe können

durch diese selber nicht beeinflusst werden. Der

Integrationsauftrag der aktivierenden Sozialhilfe

steht und fällt primär mit den Möglichkeiten, in

der realen Wirtschaft Arbeitsplätze zu generieren.

Integration in Arbeit wird nach wie vor die grösste

Hebelwirkung für die soziale Integration armutsbetroffener

Menschen bilden.

3.2 | Alimentenhilfe

Die Alimentenbevorschussung betreute 89 Fälle.

Total sind die Unterhaltszahlungen von 124 Kindern

bevorschusst worden.

Jahr 2011 2012

Anzahl Kinder 150 124

Bevorschussungen CHF 735'000 714'400

Rückfluss Bevorschussungen

CHF 472'700 389'353

Inkassoertrag 64.3 % 54.5 %

Nettoaufwand CHF 262'300 325'047

Inkassohilfe

Für 25 Frauen und 27 Kinder wurde für den nicht

bevorschussten Teil der Kinderalimente, für Kinderzulagen

und Frauenalimente Inkassohilfe geleistet,

total CHF 322'450 (Vorjahr: CHF 328'800).

Es sind 220 Klientengespräche und Beratungen

geführt worden. Der Mehraufwand in der Inkassohilfe

für persönliche Beratungen, Erstellen von

Abzahlungsverträgen und Berechnungen der Indexierungen

hat 2012 moderat zugenommen.

3.3 | Asylkoordination

Asylgesuche in der Schweiz

2012 wurden 28'631 Asylgesuche in der

Schweiz eingereicht, was einer Zunahme um

27 % gegenüber 2011 entspricht.

Der Bestand an Personen im Asylprozess (Asylsuchende,

vorläufig aufgenommen) in der Schweiz

beträgt per 31.12.2012 insgesamt 44'863 Personen,

wovon 857 Personen im Kanton Thurgau

wohnhaft sind.

Situation in Kreuzlingen

Der kantonale Verteilschlüssel per 31. Dezember

2012 liegt bei 0.27 Prozent (in Bezug auf die

Gesamtbevölkerung im Kanton) und ist um 0.02

Prozent höher im Vergleich zum Vorjahr. Der Stadt

Kreuzlingen wurden 2012 keine Asylsuchenden

zugewiesen. Gemäss Verteilschlüssel beträgt der

Sollbestand 53 Personen. Mit der Gutschrift für

die Empfangsstelle des Bundes (45 Personen) und

mit den sieben in Kreuzlingen wohnhaften Personen

aus dem Asylbereich resultiert ein Minusbestand

von einer Person. Seit Jahren ist die Situation

im Zuständigkeitsbereich der Asylkoordination

stabil und dürfte auch 2013 keine wesentlichen

Änderungen erfahren.

Für die Stadt Kreuzlingen sind 2012 keine Kosten

im Asylbereich angefallen.

3.4 | Sozialversicherungen und Arbeit

AHV-Beiträge, Mitglieder

Per Ende 2012 sind insgesamt 1’606 Unternehmen

erfasst: 711 Einzelunternehmen, fünf weniger als

im Vorjahr (716). 592 (–1) der selbstständig Erwerbenden

arbeiten allein, 119 (– 4) der Einzelunternehmungen

beschäftigen Mitarbeitende. 855

(822) Unternehmungen sind als AG oder GmbH

registriert (juristische Personen). Die Mehrzahl

dieser Unternehmen, 751 (736), rechnen keine

Lohnbeiträge ab.

40

Soziale Dienste


Die Anzahl der Nichterwerbstätigen stieg im

Berichtsjahr um 20 auf 888 Personen an. Davon

haben drei Personen einen Arbeitgeber, wobei

ihr geringer Lohn den AHV-Minimalbeitrag nicht

abdeckt. Nichterwerbstätige sind verpflichtet,

die obligatorischen Minimal-Beiträge bis zum

Rentenalter selbst zu bezahlen. Dasselbe gilt für

Personen, die IV beziehen oder ihre Altersrente

vorbeziehen: Sie sind bis zum ordentlichen Rentenalter

AHV-beitragspflichtig.

Renten und Ergänzungsleistungen

Die Ausgleichkasse des Kantons Thurgau zahlte

im Berichtsjahr CHF 36.9 Mio. für die Alters- und

CHF 10.5 Mio. IV-Renten aus. Die AHV-Rente erhielten

1’801 (1’762) Personen, 617 (669) Personen

erhielten eine IV-Rente.

Ergänzungsleistungen beziehen 833 (856) Personen.

Dafür wurden CHF 11.5 Mio. ausgegeben.

Weitere CHF 0.9 Mio. gingen für die Rückerstattung

von Krankheitskosten an die Bezüger einer

Ergänzungsleistung. 126 (170) Personen stellten

das Gesuch um Ergänzungsleistungen und bei 371

(308) Personen wurde eine Revision durchgeführt.

Restkostenfinanzierung für Pflegeleistungen

Gemäss geändertem Bundesgesetz müssen Kanton

und Gemeinden einen Teil der stationären

und ambulanten Pflegekosten übernehmen. So

soll erreicht werden, dass die Krankheitskosten

allgemein reduziert werden und die Betroffenen

nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Die Hälfte

der Kosten für die Pflege in den Heimen (stationäre

Pflege) wird auf die Anzahl Einwohner pro

Gemeinde durch das Thurgauer Gesundheitsamt

verrechnet. Die andere Hälfte bezahlt der Kanton

Thurgau mit Steuereinnahmen. Die Rechnung der

Stadt belief sich auf CHF 916'000 (CHF 646'000).

Für die Restkosten der Pflege zu Hause (ambulante

Pflege) muss die Gemeinde selber aufkommen.

Da neu auch selbstständig Pflegende im psychiatrischen

Fachbereich zur Abrechnung zugelassen

sind, haben sich die Kosten im Berichtsjahr auf

CHF 31'000 verdoppelt.

Ausländische Arbeitskräfte

1'278 Personen (1'279) wurden Ende Jahr in

Kreuzlingen als Grenzgänger beschäftigt, davon

sind 481 Frauen (471) und 797 Männer (808). Täglich

reisen allein aus der Stadt Konstanz 665 Personen

zur Arbeit in Kreuzlinger Betriebe über die

Grenze. Es sind dies 298 Frauen und 367 Männer.

Auf und Ab bei der Arbeitslosigkeit

Das Jahr 2012 begann mit 530 Stellensuchenden

und endete mit 591. Im ersten Halbjahr nahm die

Anzahl der Stellensuchenden ab, in der zweiten

Hälfte wieder zu. Durchschnittlich suchten jeden

Monat 539 (516) Personen eine bezahlte Beschäftigung.

Die Jahresdurchschnittsquote der Stellensuchenden

betrug 5.54 Prozent, die der Arbeitslosen

4.13 Prozent. Die Quoten am Jahresende

lagen bei 5.30 Prozent bei den Stellensuchenden

und 4.00 Prozent bei den Arbeitslosen. Der tiefste

Wert war Ende Juni mit 501 Stellensuchenden

(5.39 Prozent) und einer Arbeitslosen-Quote von

3.90 Prozent.

Ausstände bei den Krankenversicherern

In der kantonalen Datenbank werden alle Personen

durch eine kantonale Stelle erfasst, die

Krankenkassenprämien, Franchisen oder Selbstbehalte

nicht oder nicht vollständig bezahlt haben

und deswegen betrieben wurden. Ärzte, Spitäler,

Kliniken sowie die Gemeindebehörden im Kanton

Thurgau haben Einsicht in diese «schwarze Liste».

Per Stichtag 31. Dezember 2012 ist bei 978 (660)

Personen von Kreuzlingen der Leistungsstopp

noch aktiv. Im Jahr 2012 konnte der Leistungsstopp

bei 191 Personen aufgehoben werden. Dieser

Eintrag wird erst nach zwei Jahren gelöscht.

Damit ein Leistungsstopp aufgehoben werden

konnte, hat die Stadt im Zuge eines Case-Managements

Ausstände bei Krankenversicherungen

in der Höhe von CHF 278'000 (CHF 293'400) und

bei Leistungserbringern CHF 17'000 (CHF 21'400)

übernommen. Mit 57 (43) Personen wurde eine

Rückzahlungsvereinbarung abgeschlossen.

3.5 | Sozialprojekte

In den Sozialprojekten der Stadt Kreuzlingen

werden permanent 30 bis 40 Arbeitsplätze für

Beschäftigungseinsätze angeboten. Auftraggeber

sind vor allem Private, Firmen und Institutionen,

für die zu marktüblichen Löhnen die

unterschiedlichsten Dienstleistungen erbracht

werden. 2012 wurde das erste Mal ein Mittagstisch

im Gewächshaus angeboten. Bedürftige

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

41


Arbeitseinsatz im Dienstleistungszentrum 4You.

Menschen konnten dort zu günstigen Preisen ein

vollwertiges Mittagessen einnehmen. Das Projekt

Mittagstisch wurde durch einen erfahrenen Koch

begleitet, täglich waren bis zu acht Männer und

Frauen aus dem Betreuungsbereich des Sozialamtes

beschäftigt.

2012 haben insgesamt 69 Personen vom Sozialamt

das Projekt durchlaufen. Dies waren einige

mehr als im letzten Jahr, da es zusätzliche Arbeiten

im Bereich Mittagstisch gab. Von diesen 69

sind 9 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorzeitig

ausgeschieden, da sie aus gesundheitlichen und

andern Gründen nicht in der Lage waren, der Tagesstruktur

des Projektes zu folgen.

14 Frauen und Männer haben das Projekt verlassen,

da sie eine Teilzeit- oder Vollstelle im ersten

Arbeitsmarkt gefunden haben, die restlichen

Personen verbleiben weiterhin bei der Sozialhilfe.

In einigen Fällen wirkte ein Arbeitsaufgebot

präventiv, sodass die Antragsstellenden auf

eine Unterstützung verzichteten, weil sie kurz vor

Arbeitsaufnahme im Projekt eine Stelle auf dem

ersten Arbeitsmarkt gefunden haben.

Umsätze und Umsatzentwicklung

Im Jahr 2012 wurde ein Umsatz von CHF 376’000

erwirtschaftet. Werden die für die Verwaltung

und die Öffentlichkeit erbrachten gemeinnützigen

Leistungen mit eingerechnet, ergibt sich ein Umsatztotal

von CHF 418’000. Dies entspricht einem

Umsatzplus von knapp 17 Prozent. Insgesamt wurden

CHF 42'000 Mehreinnahmen erzielt. Die Gründe

für die Umsatzsteigerung liegen in zusätzlichen

Aufträgen aus der Naturreservatspflege und der

Verrechnung an den Kanton. Zudem gab es mehr

Endreinigungen mit Abgabegarantie.

Schulung der TeilnehmerInnen

Während des Einsatzes werden die Teilnehmenden

von sozialpädagogischen und agogisch ausgebildeten

Fachpersonen begleitet und beraten.

Zusätzlich erfolgen Schulungen in den Bereichen

Arbeitssicherheit, Motivationstraining, Stressbewältigung

sowie emotionale Kompetenz im Berufsalltag.

Ziele der Sozialprojekte sind sowohl

die Integration bzw. Reintegration in den Arbeitsmarkt

als auch die soziale Integration.

Personalvermittlung als «Sprungbrett» in

den ersten Arbeitsmarkt

Auch im Jahr 2012 konnten diverse Teilnehmerinnen

und Teilnehmer aus dem Sozialprojekt

an diverse Arbeitgeber vermittelt werden: Der

Campingplatz Fischerhaus und das Schwimmbad

Hörnli haben zum Beispiel je eine Person während

der ganzen Saison beschäftigt.

Im Weiteren stellen auch einige in der Region

ansässige Firmen regelmässig Arbeitskräfte aus

dem Sozialprojekt ein. Oft resultieren daraus Festanstellungen.

Mit der Unterstützung eines ortsansässigen

Vermittlungsbüros konnten diverse

Arbeitssuchende eine Stelle finden oder temporär

vermittelt werden.

3.6 | Sozialberatung

In der Sozialberatung der Stadt Kreuzlingen wird

nach dem Ansatz «Hilfe zur Selbsthilfe» gearbeitet.

2012 haben 49 Einzelpersonen und Familien

die Beratungsstelle aufgesucht.

Es wurden total 84 Gespräche geführt sowie viele

Klienten am Telefon beraten und begleitet. Leicht

zugenommen hat die Begleitung von ehemaligen

Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern,

die nach Abschluss ihres Arbeitseinsatzes die

Beratungsstelle wegen unvorhergesehener Probleme

aufsuchten. Geholfen wurde auch Arbeitslosen,

die Mühe hatten, sich in die Strukturen

der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV)

einzugliedern. Oft war die Beratungsstelle auch

Anlaufstelle bei einer ausserordentlichen Kündigung

oder anderen plötzlich auftretenden Lebensproblemen.

Bei der Beratungstätigkeit standen folgende

Schwerpunkte im Vordergrund: Budgetberatun-

42 Soziale Dienste


gen bei finanziellen Engpässen infolge Steuer-

und anderer Schulden, Trennung, Scheidung,

Tod des Ehe- oder Lebenspartners, allgemeine

Lebensprobleme und Beratung während der Arbeitslosigkeit,

respektive oft kurz vor der Aussteuerung.

Beraten wurden auch ältere Personen

bei Fragen zur Pensionierung oder zu Anträgen

für Ergänzungsleistungen. Das Zusammentreffen

verschiedener Problemstellungen führt oft dazu,

dass die Hilfesuchenden den Überblick über ihre

finanzielle Lage vollständig verlieren und sich

dann an die Beratungsstelle wenden.

Verschiedene Firmen schicken ihre Arbeitnehmer

mit Budget- und anderen Problemen zur Sozialberatungsstelle.

Bei Alleinerziehenden führen oft

hohe Zahnarztrechnungen zu Anfragen. Mit Spenden

verschiedener Institutionen kann in solchen

Fällen oft geholfen werden. Ebenso wichtig ist

eine realistische Budgetberatung unter Berücksichtigung

der aktuellen Einkünfte, da vom monatlichen

Einkommen keine Beträge für ausserordentliche

Ausgaben gespart werden können. So

kann mit einer regelmässigen Begleitung, d.h. mit

etwa einer Beratung pro Monat, einem finanziellen

Fiasko vorgebeugt werden.

3.7 | Vormundschaftsbehörde /

Gesetzlicher Betreuungsdienst

Die Vormundschaftsbehörde hat im vergangenen

Jahr an 9 (10) Sitzungen 541 (481) Geschäfte

behandelt. Auf den 1. Januar 2013 ist das neue

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in Kraft

gesetzt worden, welches das 100-jährige Vormundschaftsrecht

abgelöst hat. In diesem Zusammenhang

wurde die bisherige kommunale (gemeindeweise)

Zuständigkeit durch eine regionale

(bezirksweise) abgelöst. Die neu zuständige Kindes-

und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks

Kreuzlingen besteht aus dem Entscheidungsgre-

mium (5 Personen) sowie einem angegliederten

Sekretariat (5 Personen), das vom Kanton Thurgau

angestellt ist. Die eigentliche Mandatsführung

obliegt den gesetzlichen Beiständen. Diese

Aufgabe wird für die Stadt Kreuzlingen weiterhin

durch die Mitarbeitenden des Gesetzlichen

Betreuungsdienstes wahrgenommen. Ende 2012

wurden 58 (57) Vormundschaften sowie 193 (227)

Beistand- und Beiratschaften geführt. Die Besetzung

dieses Ressorts umfasst die Betreuerinnen

und Betreuer (320 Stellenprozente) sowie drei Sekretariatsmitarbeiterinnen

(220 Stellenprozente).

Der Abklärungsaufwand belief sich auf insgesamt

223 Stunden, woraus in der Folge 7 Mandate resultierten.

Über die Anzahl der zu führenden vormundschaftlichen

Massnahmen vermittelt die

nachstehende Aufstellung folgendes Bild:

2010 2011 2012

Vormundschaften 55 55 58

Beistand-/Beiratschaften 235 235 193

Aufsichten 4 4 0

Die für den Gesetzlichen Betreuungsdienst im

Berichtsjahr entstandenen Gesamtkosten betragen

CHF 708'669.44 (CHF 682'128.25). Diese Aufwendungen

werden von den beim Gesetzlichen

Betreuungsdienst beteiligten Gemeinden Kreuzlingen,

Bottighofen und Lengwil anteilsmässig

übernommen. Die Aufwendungen sind unterteilt

in Infrastrukturkosten von CHF 236’223.15 (CHF

227'376.10) und Fallkosten von CHF 472'446.29

(CHF 454'752.15). Basierend auf der bestehenden

Vereinbarung werden die Gesamtkosten aufgeteilt

in Infrastrukturkosten ( 1 / 3 der Gesamtkosten)

und Fallkosten ( 2 / 3 der Gesamtkosten). Die Fallkosten

werden nach einem Punktesystem ermittelt.

Die gesamten Personal- und Verwaltungskosten

wurden wie folgt verrechnet:

KOSTEN GESETZLICHER BETREUUNGSDIENST

Anzahl Fälle Total Punkte Fallkosten in CHF Einwohner Infrastruktur in CHF Total in CHF

Kreuzlingen 219 349 438'520.59 20’349 179'885.70 618'406.29

Bottighofen 8 21 26’386.65 2’110 18’652.45 45’039.10

Lengwil 4 6 7’539.05 1’428 12’623.55 20’162.60

Leerkapazität* 2'835 25'061.45 25'061.45

Total 231 376 472'446.29 226’722 236'223.15 708'669.44

*ex. Ermatingen (Stand Einwohner Ende 2008)

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

43


44 Freizeit


4 Freizeit

4.1 Gesellschaft

4.2 Kultur

4.3 Sport

4.4 Integration

4.5 Liegenschaften

p Der Hafenplatz beim Grossschifffahrtshafen aus der Vogelperspektive, aufgenommen am Fantastical im August 2012.

4.1 | Gesellschaft

Generationenforum / Jugendforum

Das dritte Generationenforum befasste sich am

22. Juni 2012 mit dem Thema Räume für Jugendliche.

Das Organisationskomitee bestand aus Vertretern

der kirchlichen und offenen Jugendarbeit,

Vertretern der Schulberater, ausgewählten Einzelpersonen

und Vertreterinnen der Stadt. Insgesamt

nahmen 35 Fachpersonen am Forum teil und wurden

über die verschiedenen Angebote für Jugendliche

informiert. Eine Auflistung aller Angebote

befindet sich nun optimiert auf der Homepage der

Stadt. Wie sich die Lebensräume und Bedürfnisse

von Kindern und Jugendlichen heute gestalten

und welche Unterstützung sie benötigen, um ihr

Potential ausschöpfen zu können, wurde von Prof.

Dr. Franz Schultheis in einem Vortrag erläutert und

anschliessend diskutiert. Diese Veranstaltung

fand im neu eröffneten Jugendhaus statt.

Jugendarbeit

Der Verein Offene Jugendarbeit Kreuzlingen (OJA)

konnte mit den beiden Jugendarbeitern im Mai

Veranstaltung im neuen Jugendhaus.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

das Jugendhaus beziehen. Der neue Raum und die

erweiterten Aufgabenbereiche sind für alle Beteiligten

eine grosse Herausforderung. Die vielfältige

Belegung des Veranstaltungsraumes zeigte

schon nach kurzer Zeit, dass das Bedürfnis nach

einem Raum für Jugendveranstaltungen sehr

gross ist. Die Begleitung durch das Team vor Ort

wird von den jugendlichen Veranstaltern sehr geschätzt.

Dank dem Einsatz von geschulten Sicherheitskräften

bei grossen Partys sind keine negativen

Vorfälle bei den rund 30 Veranstaltungen im

Jugendhaus vorgefallen. Ein Nachwuchsbandprojekt

und ein Kickboxangebot für Jugendliche sind

in der Vorbereitung. Eine Leistungsvereinbarung

über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bottighofen

im Bereich Jugendarbeit wurde erstellt

und die Aktivitäten der OJA Kreuzlingen werden

ab Frühjahr 2013 in der Nachbargemeinde starten.

4.2 | Kultur

Einweihung Gemeindeplatz Egelshofen

Die Kunstkommission der Stadt Kreuzlingen

schrieb 2011 zum zweiten Mal den Wettbewerb

«Die Entdeckung des Stadtraumes» aus. Im Winter

2011/12 wurde das Siegerprojekt «Astrokartographie»

der Künstlerin Doris Naef (Weinfelden)

auf dem Gemeindeplatz realisiert. Anfang Juni

konnte es im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht

werden. Das Projekt stellt die Platzsituation

in einen historischen Kontext und nimmt die Einweihung

der Kirche Egelshofen am 19. November

1724 als Bezugsdatum für die Erstellung einer Astrokartographie

auf. «Das Projekt besticht durch

eine präzise und stimmige Gestaltung der Platzbeläge

rund um den grossen Lindenbaum und wertet

damit den Gemeindeplatz nachhaltig und diskret

auf», schreibt die Jury in ihrem Bericht.

Freizeit

45


Die vierte Ausstellung des Fotoforums

«Seid ihr überhaupt sicher, dass der Krieg vorbei

ist?», hiess die vierte Ausstellung, zu der das Fotoforum

der städtischen Kunstkommission Kreuzlingen

vom 7. bis 29. September ins Sport- und

Kulturzentrum Dreispitz einlud. Zu sehen war die

Spurensuche des Fotografen Meinrad Schade in

der ehemaligen Sowjetunion. Meinrad Schade

wurde 1968 in Kreuzlingen geboren. 2006, 2008

und 2011 war er für den Swiss Photo Award nominiert

(ewz.selection) und gewann 2011 den Hauptpreis

sowie den Kategorienpreis «Redaktionelle

Fotografie».

Blitzlichter Kulturangebote

Im Dreispitz, Sport- und Kulturzentrum fanden

rund 70 öffentliche kulturelle Veranstaltungen

statt. Davon einige mehrtägige Aufführungen und

Sonderausstellungen in den Galerieräumen. Dem

Stadttheater Konstanz konnte für die erste Inszenierung

der Saison 2012/13, «Die Stunde da wir

nichts voneinander wussten» von Peter Handke,

Asyl geboten werden. Proben- und Aufführungszeit

belegten im Herbst den Saal komplett.

Die Kreuzlinger Kulturveranstalter boten wieder

ein vielfältiges Programm unterschiedlichster

Themenbereiche. Von Kunst, Tanz, Literatur, Musik,

Theater, Kabarett, Film, Weiterbildung und

Unterhaltung pur war alles abgedeckt. Die Orte

der Vorführungen waren, wie immer, originell und

einzigartig: der Seeburgpark, die Kulisse mit Tradition

(See-Burgtheater, The Black Rider); die MS

Sonnenkönigin, Musik auf hoher See (Kammermusikfestival);

der Fabrikverkaufsladen (Kultur

im Shop); der Schlosshof für «Scarpins Streiche»

(Schlosstheater Girsberg); der Boulevard (Jazzmeile,

Tambouren, Musikvereine, Kunstnacht).

Das Jugendhaus ergänzt seit 2012 die Veranstaltungsräumlichkeiten

der Stadt und bietet jungen

Veranstaltern neue Entfaltungsmöglichkeiten.

Vielfältiges Kulturangebot

Stolz dürfen wir auf das umfangreiche Kulturangebot

des Museums Rosenegg sein. Die jeweils

gut besuchten hochklassigen Sonntagsmatineen,

die Dauer- und Sonderausstellungen, die Feierabendvorträge

und Stadtführungen bereichern

unser städtisches Kulturleben.

In der Leitung des Seemuseums ist der Gründer

dieser Erfolgsgeschichte, Dr. Hans-Ulrich Wepfer,

in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Im

Rahmen der Verleihung des Prix Kreuzlingen 2012

wurden seine Verdienste seitens der Stadt gewürdigt.

Ein Dankes- und Abschiedsfest des Museums

gaben den Rahmen für die Übergabe in neue

Hände. Walo Abegglen führt seit Sommer 2012

den Betrieb und wird mit dem Museumsteam bestimmt

auch zu neuen Ufern aufbrechen.

4.3 | Sport

Sportanlagenkonzept 2012

Das Sportanlagenkonzept aus dem Jahre 2001

wurde im Laufe des Berichtsjahres aktualisiert

und erweitert. Die Sportstadt Kreuzlingen erfüllt

in fast allen Bereichen den Bedarf an Sport- und

Bewegungsanlagen. Akuter Handlungsbedarf

besteht bei den gedeckten Wasserflächen in der

Region. Die geplante Schwimmhalle würde in

mehrerlei Hinsicht diese Bedarfslücke schliessen.

Der Architekturwettbewerb wurde im Herbst

durchgeführt. Das Siegerprojekt wird anschliessend

ausgearbeitet und in einer Botschaft dem

Volk zur Abstimmung vorgelegt.

Internationaler Sport in Kreuzlingen

Im Sommer fand ein grosses 8-Länder-Volleyballturnier

U19 im Sport- und Kulturzentrum Dreispitz

statt. 150 junge Sportler aus aller Welt spielten

hochklassigen Volleyball in Kreuzlingen. Die Wasserballer

des SC Kreuzlingen haben dieses Jahr

nicht nur das Double, Schweizer Meister und Cup

Sieger, geschafft, sondern auch die Qualifikation

für die Teilnahme in der Champions League.

100 Jahre Schiessanlage Fohrenhölzli

Der Schützenverein Kreuzlingen feierte mit einem

grossen Jubiläumsschiessen das 100-Jahr-Jubiläum

der Schiessanlage Fohrenhölzli. Der aktive

Verein konnte viele Schützen aus dem ganzen

Kanton an diesem gelungenen Anlass begrüssen.

46

Freizeit


8-Nationen-Volleyballturnier U19 im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum.

Grösste sportliche Erfolge

- Schwimmclub Kreuzlingen

Schweizer Meister und Cupsieger Wasserball

Schweizer Meister Nachwuchs Schwimmen,

Patrik Schwarzenbach

- Karate

Schweizer Meister U16, Kevin Kabashi

Schweizer Meister U18, Nurija Karalik

- Paddel-Club Kreuzlingen

Schweizer Meister Kajak,

Ramona Haslebacher

- Ruderclub Kreuzlingen

Olympia-Teilnahme Rudern Doppelvierer,

Nico Stahlberg

- Tennisclub Seeburg / NET

Schweizer Meister U16 / U18 Doppel,

Chiara Grimm

Schweizer Meister U16, Matej Kostadinov

Schweizer Meister U14 Doppel,

Jessica Brühwiler / Daniela Vukovic

- Gymnastikgruppe Kreuzlingen

Schweizer Meister Gymnastik,

Julia Jermann / Sara Uhlig

- FC Kreuzlingen

Aufstieg in die 1. Liga

- Volleyballclub Pallavolo

Aufstieg in die 1. Liga Damen

- Schachclub Bodan

Aufstieg Nationalliga A

4.4 | Integration

Regionales Kompetenzzentrum Integration

Das Regionale Kompetenzzentrum Integration

(KZI) ist die Anlaufstelle für Integrationsfragen

und steht Behörden, Institutionen, Vereinen und

Privatpersonen für Auskünfte und Projektbegleitungen

zur Verfügung. Auf der Grundlage einer

Leistungsvereinbarung mit dem Bundesamt für

Migration und Unterstützung durch den Kanton

und die Gemeinden der Regionalplanungsgruppe

fördert das KZI die Integrationsarbeit in allen

Bereichen der sozialen Integration und bietet

Angebote für verschiedene Zielgruppen an. Die

positiven Erfahrungen und erfolgreichen Projekte

aus Kreuzlingen flossen ins Kantonale Integrationsprogramm

(KIP) ein und werden ab 2014 auch

in anderen Regionen des Kantons zur Anwendung

kommen. Insbesondere werden die Partizipationsmöglichkeiten

für Einwohnerinnen und Einwohner

ohne Schweizer Pass im Ausländerbeirat der

Stadt und das Fortbildungsangebot für die städtischen

Lernenden im zweiten Ausbildungsjahr zum

Thema «Vielfalt in der Verwaltung» gewürdigt.

Interkulturelle Kompetenz –

eine Dienstleistungsqualität

Das Fortbildungsangebot für städtische Lernende

zur Verbesserung der interkulturellen Ver-

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Freizeit

47


ständigung wurde im Februar 2012 zweitägig

durchgeführt. Gemeinsam mit den Lernenden

der beteiligten Städte wurde ein kultursensibler

Umgang vermittelt. Um das langjährige Projekt zu

evaluieren, trafen sich die Integrations- und Personalverantwortlichen

der Städte Kreuzlingen,

Radolfzell, Schaffhausen, Dornbirn, Singen, der

Kantone Schaffhausen, Thurgau und des Fürstentums

Liechtenstein am 1. Oktober 2012 zu einer

eintägigen Fachtagung.

Förderung des interkulturellen Dialogs

Ein Eckpfeiler der Integrationsförderung ist die

Unterstützung des Dialogs zwischen zugewanderten

Ausländern und der einheimischen Bevölkerung.

Es fanden verschiedene Anlässe, unter

anderem auch im Rahmen der interkulturellen

Woche Konstanz / Kreuzlingen, statt:

- «Hereinspaziert!» Ein Stück Migration mit Laienschauspielern

aus der Migrationsbevölkerung

- «Wo ist Heimat?» Bilder von Kindern asylsuchender

Familien

- «cross cultur on stage», interkulturelles Konzert

im Jugendhaus

- Informationsanlass zum islamischen Religionsunterricht

- Tag der offenen Tür im Albanischen Kulturverein

- Woche der Religionen in Kreuzlingen

Grüezi Schweiz

Die Kurse für ausländische Mitbürgerinnen und

Mitbürger fanden im März und November 2012

statt. Die Referenten Irène Herzog, Paul Stähli,

Renè Imesch, Christian Jordi und Walo Abegglen

vermittelten eine Einführung in die Schweizer Kultur,

Geschichte, Bildung, Sprache, Politik, Sozialwesen

und die Ortsstruktur. Um die sprachlichen

Aspekte ging es an Kursen «Schweizerdeutsch

verstehen – die Deutschschweizer verstehen» mit

der Referentin Daniela Lüchinger.

Sprachförderung im Sprachcafe

Der Spracherwerb hat eine zentrale Bedeutung

für die Integration. Ein Antrag bei der Eidgenössischen

Kommission für Migrationsfragen war

erfolgreich und erhielt einen Preis als besonders

integrationsförderndes Projekt. Im Sprachcafe

treffen sich wöchentlich ca. 20 Frauen und werden

von ehrenamtlichen Kursleiterinnen angeleitet.

Auf dem Programm stehen auch Ausflüge,

Stadtführungen und Vorträge.

Ausflug zum Flumserberg mit Teilnehmerinnen des Sprachcafes.

4.5 | Liegenschaften

Jugendhaus

Die beiden im Jahr 2011 begonnenen Bauvorhaben,

das Jugendhaus an der Seestrasse und der

Pavillon für das Restaurant Fischerhaus, konnten

«Hereinspaziert!» Ein Stück Migration, Kultur im Shop Kreuzlingen.

Innenansicht Restaurant Fischerhaus.

48

Freizeit


Sport- und Kulturzentrum Dreispitz mit neuer Aussenbeleuchtung.

erfolgreich abgeschlossen werden. Das Jugendhaus

wurde am 12. Mai an den Verein Offene

Jugendarbeit Kreuzlingen (OJA) übergeben. Der

Pavillon des Restaurants Fischerhaus wurde am

1. Juni eröffnet.

Anfang des Jahres hat der neue Hauswart mit

seiner Tätigkeit begonnen. Das Reinigungskonzept

wurde für diese Verwaltungsbauten vereinheitlicht.

Ab 2013 wird auch das Haus Sallmann

miteinbezogen.

Seeburg

Die vorletzte Etappe der Sanierung vom Schloss

Seeburg konnte mit der Unterstützung des Denkmalamtes

fertiggestellt werden. Der letzte Teil

der zum Erhalt der Liegenschaft notwendigen Arbeiten

wird im Jahr 2013 ausgeführt.

Mietverträge

Bis Ende Jahr konnten fast alle Mietverträge der

städtischen Liegenschaften neu abgeschlossen

werden. Dies war notwendig, um die bestehenden

Verträge auf eine einheitliche juristische

Grundlage zu stellen und ortsübliche, objektbezogene

Mieten für alle Objekte einzuführen.

Ausserdem wurde eine Bestandsaufnahme aller

im Eigentum der Stadt Kreuzlingen befindlichen

Parzellen durchgeführt.

Hauswartung

Neu liegt die Reinigung der Verwaltungsgebäude

Stadthaus, Marktstrasse und Bauverwaltung in

der Verantwortung der Liegenschaftsverwaltung.

Campingplatz Fischerhaus

Das Team des Campingplatzes Fischerhaus kann

auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Im

2013 stehen umfangreiche Bodensanierungsarbeiten

im Bereich Touristenstellplätze an. Diese

Massnahmen werden die Attraktivität des Campingplatzes

bei schlechtem Wetter massiv verbessern.

Dreispitz

Das Sport- und Kulturzentrum Dreispitz ist weiterhin

auf Erfolgskurs. Die Investition in eine neue

Beschallungsanlage hat sich gelohnt und die

Attraktivität für Veranstalter massgeblich verbessert.

Die Aussenbeleuchtung Süd und West

konnte 2012 installiert werden und setzt mit

energiesparender LED-Technik farbliche Akzente.

Die Gesamtleistung der Beleuchtung beläuft sich

auf nur 850 Watt.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Freizeit

49


5 Hochbau und Umwelt

5.1 Ortsplanung

5.2 Bautätigkeit / Statistik

5.3 Natur- und Umweltschutz

5.4 Energie

5.5 Abfallwesen

p Der Sonnenplatz im Quartier Egelshofen.

5.1 | Ortsplanung

Zonenzuweisung Hafenbahnhof Nordwest

Mit seinem Entscheid vom 6. April 2011 hat das

Verwaltungsgericht die Stadt Kreuzlingen angewiesen,

der Parzelle Nr. 3007 im Eigentum der

Stromeyer AG anstelle der Freihaltezone eine bebaubare

Zone gemäss Zonenplan zuzuweisen. Die

Grundeigentümerin beantragte die Zuweisung zur

Wohn- und Gewerbezone 100 mit einer Ausnützungsziffer

von 1.0. Die Parzelle stösst östlich und

südlich an Bahnareal an. Westlich und nördlich

befinden sich Bauzonen mit einer Ausnützungsziffer

von 0.7. Aus diesem Grund wurde die Parzelle

Nr. 3007 der Wohn- und Gewerbezone 70

zugewiesen. Sowohl der Gemeinderat als auch

das kantonale Departement für Bau und Umwelt

stimmten diesem Entscheid zu, der auch von der

Grundeigentümerin akzeptiert wurde.

Zonenzuweisung Hafenbahnhof Südost

Bereits im Jahr 2007 beschloss der Stadtrat eine

Zonenänderung im Bereich der heutigen Parzelle

Nr. 3093. Damals wurde der für den Bau der

Holzschnitzelheizung benötigte Bereich der Zone

für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA) und der

restliche Teil der Parzelle zum Bahnübergang hin

der Industrie- und Gewerbezone 1 (IG 1) zugewiesen.

Nach der Zustimmung des Gemeinderats

zu diesen Zonenplanänderungen wurde im Jahr

2009 die neue öBA vom DBU genehmigt, die IG

1 jedoch nicht, mit der Begründung, dass zuerst

rechtsgenügliche Vorschriften (insbesondere Gebäudelängen

und -höhenbeschränkungen) zu den

Industrie- und Gewerbezonen in das Baureglement

aufgenommen werden müssten.

Nach Abschluss des entsprechenden Verfahrens

konnte der Stadtrat die noch fehlenden Vor-

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

schriften per 1. September 2012 in Kraft setzen.

Vom 21. September bis 10. Oktober 2012 lag die

Zuweisung zur IG 1 nochmals öffentlich auf mit

dem Ergebnis, dass keine Einsprache dagegen ergriffen

wurde. Die entsprechende Botschaft wird

dem Gemeinderat im März 2013 zur Behandlung

vorgelegt.

Zonenänderung und Gestaltungsplan

Abendfrieden

Damit das Alters- und Krankenheim weiterhin

eine Betriebsbewilligung erhält, sind umfangreiche

Erneuerungsarbeiten zu realisieren. Dies

bedingt auch den Ersatzneubau für bestehende

Bauten. In einem sorgfältigen Verfahren (Studienauftrag)

evaluierte die Stiftung ein geeignetes

Projekt. Dessen Realisierung bedingt die Anpassung

des bestehenden Gestaltungsplans.

Gleichzeitig erreicht das Projekt Gebäudedimensionen,

die eine Umzonung des für den Betrieb

des Alters- und Krankenheim benötigten Areals

von den Wohnzonen 33 und 50 in eine Zone

für öffentliche Bauten/Anlagen nötig machten.

Während der Planauflage vom 23. November bis

zum 12. Dezember 2012 wurde eine Einsprache

eingereicht, deren Abweisung der Stadtrat dem

Gemeinderat im März 2013 zusammen mit der

Botschaft für die Zonenänderung zur Beschlussfassung

vorlegen wird.

Zonenänderung und Gestaltungsplan

Bernrain

Bereits lange vor der letzten Ortsplanungsrevision

wurde versucht, dem Gebiet um den Betrieb

der Chocolat Bernrain AG sowie dem nicht mehr

gebrauchten Areal der EKT südlich der Bahnlinie

eine Bauzone zuzuweisen. Auch im Jahr 2000

konnte dies mit dem Abschluss der Revision nicht

Hochbau und Umwelt

51


ealisiert werden. So blieb das Gebiet weiss im

Zonenplan mit dem Hinweis «Zonierung sistiert».

Nach mehreren öffentlich aufgelegten Varianten

konnte eine letzte Auflage vom 18. April bis 7. Mai

2012 durchgeführt werden. Dagegen gingen sechs

Einsprachen ein, die vom Stadtrat vollumfänglich

abgewiesen wurden. Am 30. August 2012 stimmte

der Gemeinderat der neuen Zonenzuweisung

zu und bestätigte damit auch die Abweisung der

Einsprachen. Dagegen ergriff nur eine Partei Rekurs

beim DBU, worüber im Laufe des Jahres 2013

entschieden wird.

Parallel zur Zonenbestimmung wurden auch zwei

Gestaltungspläne (GP) erarbeitet, einen über den

östlichen Bereich mit der Parzelle der EKT (GP

Bernrain Ost) und ein zweiter um den Betrieb der

Chocolat Bernrain AG im Westen des Planungsgebiets

(GP Bernrain West). Nach Abweisung der

Einsprachen ist beim GP Bernrain West ein Rekurs

hängig; beim GP Bernrain Ost sind es deren drei,

die ebenfalls im Laufe des Jahres 2013 entschieden

werden.

5.2 | Bautätigkeit / Statistik

Bei der Bauverwaltung sind gesamthaft 328 (Vorjahr:

303) Bau- und Abbruchgesuche eingegangen,

wovon 279 (261) Gesuche erledigt werden konnten.

Die Erledigungsquote beträgt damit 85.06

Prozent (86.14 %). Bewilligt werden konnten 9

(6) Einfamilien- und 10 (17) Mehrfamilienhäuser

mit total 122 (124) Wohnungen. Gegen 23 (40)

Baugesuche sind insgesamt 29 (67) Einsprachen

eingegangen. Fertiggestellt wurden 8 (7) Einfamilien-

und 8 (10) Mehrfamilienhäuser mit total 79

(202) Wohnungen.

BAUGESUCHE

350

300

250

200

150

100

50

0

ANZAHL BAUGESUCHE

ANZAHL ERLEDIGTE GESUCHE

ANZAHL EINSPRACHEN

2008 2009 2010

2011 2012

Die Gesamtzahl der Baugesuche stieg in Kreuzlingen

im Jahr 2012 erneut an und erreichte mit

insgesamt 328 Baugesuchen einen neuen Rekordwert.

Die Bautätigkeit im Wohnungssektor war

im Vergleich zum Vorjahr etwas rückläufig. Gegen

rund 7 Prozent der eingegangenen Baugesuche

wurde Einsprache erhoben. Generell hält sich die

Anzahl der Rechtsverfahren, insbesondere auch

im Hinblick auf die Anzahl der laufenden Rekurse,

konstant auf hohem Niveau.

5.3 | Natur- und Umweltschutz

Einweihung des renaturierten Saubachs

Im Zeitraum zwischen Dezember 2010 und März

2011 wurde der Saubach im Areal Räbstock renaturiert.

Aus einem Hinterhofbach ist so ein zum

Verweilen und Spielen einladendes, naturnahes

Naherholungsgebiet entstanden. Am 12. Mai

2012 übergab Stadtammann Andreas Netzle den

Bachabschnitt in einem Festakt der Bevölkerung.

Das regnerische Wetter konnte die gute Laune

von Besuchern und Veranstalter nicht beeindrucken.

Sie zeigten reges Interesse an den angebotenen

Naturführungen von Manfred Hertzog. Der

Quartierverein Emmishofen betrieb eine kleine

Festwirtschaft. Bioterra und das Kompostforum

Schweiz informierten über Natur und Garten, das

Amt für Umwelt konnte die Gefahren durch invasive

Neophyten «hautnah» am Beispiel des im Areal

wuchernden Riesenbärenklaus aufzeigen. Das

Ressort Umwelt war mit einem Informationsstand

über das Gewässerentwicklungskonzept präsent.

Biber in Kreuzlingen

Bereits im Herbst 2011 wurde im Döbeli-Areal

der Damm eines Bibers entdeckt. Meister Bockert

hat sich genau die Schnittstelle der Gemeinden

Tägerwilen, Konstanz und Kreuzlingen als Revier

ausgesucht. Dies bewirkte, dass an den einberufenen

Begehungen und Medieninformationen zum

Thema jeweils eine grössere Personengruppe anwesend

war. Die eingeladenen Fachleute waren

sich einig, dass nun langfristig mit einem oder

mehreren Bibern am Saubach gerechnet werden

muss. Als notwendige Sofortmassnahme wurden

durch die Stadtgärtnerei die erhaltenswerten Bäume

mit einem Drahtgeflecht gegen ungewolltes

Fällen geschützt. Weiter schützt eine neu installierte

Überlaufpumpe die Fussballplätze vor dem

52 Hochbau und Umwelt


Stadtammann Andreas Netzle und Jürg Diggelmann vom Quartierverien Emmishofen übergeben den renaturierten Saubach‐

Abschnitt offiziell der Bevölkerung.

Versumpfen. Am Lengwiler Weiher lebt schon seit

2010 ein Biber. Im vergangenen Jahr musste ein

Sicherungsgitter in den Dammweg eingelassen

werden, damit er nicht durch den Biber unterhöhlt

werden kann. Es bestehen Anzeichen, dass

sich an den Lengwiler Weihern in nächster Zeit

eine Biberfamilie bildet. Die Rückkehr des Bibers

in unsere Gewässer wird uns in den kommenden

Jahren weiter beschäftigen, wohl nicht immer nur

positiv. Der Biber geniesst grosse Sympathien in

der Bevölkerung. Deshalb, wie auch aus ökologischer

Sicht, ist seine Anwesenheit ein Gewinn für

unsere Stadt.

Jahresprogramm «Natur entdecken» 2012

Die Bauverwaltung stellte auch 2012 ein Jahresprogramm

«Natur entdecken» zusammen. Die 18

Exkursionen, Kurse und Führungen waren zum

grossen Teil gut bis sehr gut besucht. Als Beispiel

sei hier die sehr gut besuchte Exkursion «Baumhöhlen-Bewohner»

vom 20. Oktober genannt, an

welcher der kantonale Fledermausschutzbeauftragte

Wolf-Dieter Burkhard über die Fledermäuse

und andere Baumbewohner im Seeburgareal

informierte. Höhepunkt für die Besucher, darunter

viele Kinder, war sicherlich, dass sie eine

Fledermaus von nahem betrachten und streicheln

durften. Auch 2013 erscheint ein umfangreiches

Jahresprogramm «Natur entdecken», aus Anlass

der Unterschutzstellung von NHG-Objekten mit

dem Schwerpunkt «Unsere Bäume».

Unterschutzstellungen NHG

Der Richtplan Natur- und Heimatschutz wurde am

6. Juli 2012 vom Departement für Bau und Umwelt

des Kantons Thurgau genehmigt. Das Baureglement

der Stadt Kreuzlingen sieht vor, dass die

im Richtplan bezeichneten Objekte anschliessend

durch den Stadtrat grundeigentümerverbindlich

verfügt werden. Das Ressort Umwelt hat im Jahr

2012 mit diesen Arbeiten begonnen. Bislang sind

etwas mehr als ein Viertel der Schutzverfügungen

abgeschlossen oder in Bearbeitung. Bis Ende

2013 werden auch die noch offenen Objekte bearbeitet

und verfügt.

Kantonales Sonderwaldreservat

Bernrainhau

Seit dem 1. Juli 2012 ist die Schutzanordnung für

das Waldgebiet Bernrainhau in Kraft. Schutzziel

ist die ungeschmälerte langfristige Erhaltung des

Eichenwaldes als Lebensraum seltener Pflanzen

und Tierarten sowie als naturnahe Kulturlandschaft.

Zu erhalten und zu fördern ist neben den

Eichenbeständen insbesondere die Mittelspechtpopulation.

Im Sonderwaldreservat bleibt eine

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt

53


auf das Schutzziel angepasste Bewirtschaftung

weiterhin möglich. Für Erholungssuchende hat

die Einrichtung des Waldreservats kaum Auswirkungen,

die Zugänglichkeit der Waldflächen bleibt

bewahrt. Das Sonderwaldreservat Bernrainhau

ist ein zusätzliches Element in der «Perlenkette»

gleichartiger Waldreservate entlang des Seerückens,

wie zum Beispiel das Sonderwaldreservat

Lengwiler Weiher / Mösli. Diese Waldgebiete

schaffen einen vernetzten Lebensraum für bedrohte

Tierarten wie den Mittelspecht oder den

Hirschkäfer.

Einweihung Quartierplatz Weinstrasse

Im Freiflächenkonzept der Stadt Kreuzlingen ist

vorgesehen, an der Ecke Riesling- und Weinstrasse

einen öffentlichen Park zu erstellen.

Unter Einbezug der Anwohner wurden über mehrere

Jahre deren Bedürfnisse für die Quartierentwicklung

aufgenommen, die Umsetzung geprüft

und schliesslich verwirklicht. Entstanden ist ein

zentraler Treffpunkt, Spiel- und Erholungsort für

verschiedene Altersgruppen. Am 23. Juni konnte

der Quartierplatz Weinstrasse mit einem Festakt

der Bevölkerung übergeben werden.

5.4 | Energie

Regionale Energieberatungsstelle

Im Jahr 2012 fanden im Stadtgebiet und in den

der regionalen Energieberatungsstelle Kreuzlingen

angeschlossenen Bezirksgemeinden insgesamt

über 350 Beratungen statt. Schwerpunkte

bildeten die Sanierung bestehender Altbauten,

der Ersatz von Heizanlagen und die Möglichkeiten

zum Einsatz erneuerbarer Energien. Ähnlich

wie im restlichen Kantonsgebiet konnte ein stark

zunehmendes Interesse an Beratungen zum Bau

von Solarstromanlagen festgestellt werden.

Projektorganisation Energie / Energiestadt

Die Projektorganisation Energie wird durch die

Projektsteuerungsgruppe vertreten, welche alle

energierelevanten Themenbereiche und die entsprechenden

Entscheidungsträger in sich vereint.

Die für den Energiestadtprozess wesentlichen

Projekte werden in diesem Gremium definiert und

den politischen Gremien als Massnahmen zur

Durchführung empfohlen.

Die energiepolitische Diskussion wurde massgeblich

durch das Atomunglück 2011 in Fukushima und

den 2012 resultierenden Entscheid der Schweiz

zum Atomausstieg bestimmt. Es fanden zwei

Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe Energie

statt. Schwerpunkte bildeten die Themen Sanierungspotential

der stadteigenen Liegenschaften

und die 2012 veröffentlichte «Energiestrategie

2050» des Bundes, insbesondere deren Auswirkungen

auf den Strommarkt und die Strategie zur

künftigen Strombeschaffung der Technischen Betriebe

Kreuzlingen (TBK) unter Berücksichtigung

der erneuerbaren Energien.

Motion «Kreuzlingen ohne Atomstrom»

Der Gemeinderat erklärte die im Jahr 2011 eingereichte

Motion «Kreuzlingen ohne Atomstrom»

im Januar 2012 als erheblich. Als Folge wird der

Beratungsgebiet der Regionalen Energieberatungsstelle Kreuzlingen (orange).

54 Hochbau und Umwelt


Minergie-Überbauung «Azur» an der Rheinstrasse / Weststrasse.

Standardmix des Vorlieferanten EKT, der sich

bisher aus 75 Prozent Atomstrom und 25 Prozent

Strom aus Schweizer Wasserkraft zusammensetzte,

ab 1. Januar 2013 neu allen Kunden der TBK

im Grundangebot als Strom aus 100 Prozent Wasserkraft

angeboten. Auf Wunsch kann per Bestellung

der ursprüngliche Atomstrommix weiterhin

bezogen werden.

Ökostromprodukte

2012 wurde der gesamte Strombedarf für die städtischen

Liegenschaften inklusiv der Technischen

Betriebe mit dem Ökostromprodukt «Clean Solution»

der Stadtwerke Schaffhausen abgedeckt.

Im August 2012 beschloss der Stadtrat, ab Januar

2013 auf das Thurgauer Naturstromprodukt

«Aqua pur» zu wechseln, das sich zu 100 Prozent

aus Strom von Thurgauer Kleinwasserkraftwerken

zusammensetzt. Mit dieser Massnahme sollen die

kantonalen Bemühungen für den Ausbau der neuen

erneuerbaren Energien unterstützt werden.

Erneuerbare Energie / Minergie

In Kreuzlingen sowie auch im gesamten Kanton

Thurgau wurde ein starker Zuwachs an stromproduzierenden

Solaranlagen verzeichnet, grösstenteils

bedingt durch stetig sinkende Kosten der

Solarmodule. Im Jahr 2012 wurde auf dem Stadtgebiet

Kreuzlingen die Gesamtleistung sämtlicher

bis Ende 2011 erstellten Solarstromanlagen von

200 kW auf insgesamt ca. 400 kW verdoppelt. Die

jährlich produzierte Solarstrommenge dieser Anlagen

deckt den durchschnittlichen Strombedarf

(ohne Heizzwecke) von etwa 80–100 Einfamilienhäusern

komplett ab. Der 2012 erfolgte Zubau von

insgesamt 120 m 2 thermischen Sonnenkollektoren

zur Warmwassererzeugung bedeutet im Vergleich

zu 2011 einen leichten Rückgang. Die dadurch

produzierte Wärmemenge ersetzt 2 /3 des Warmwasserbedarfs

von ca. 25 Haushalten.

Der vor einigen Jahren eingeführte Minergie-

Standard hat sich inzwischen gut etabliert, insbesondere

bei Mehrfamilienhaus-Neubauten und

grösseren, neu erschlossenen Wohngebieten,

u.a. im Gebiet Wolfacker. Mit der Wohn- und

Alterssiedlung «Azur» wurde auf dem Gelände

des ehemaligen Fehr-Areals an der Weststrasse

mit 22'700 m 2 Wohnfläche die bisher grösste

Minergie-Überbauung Kreuzlingens im Herbst

fertiggestellt.

Mit dem Neubau des Jugendhauses wurde im

Mai 2012 das erste stadteigene Minergie-Gebäude

eingeweiht, ausgerüstet mit einer Solarstromanlage

mit 17 kW Maximalleistung. Im Juni folgte

die Fertigstellung des Anbaus an das Restaurant

Fischerhaus, ebenso im Minergie-Standard.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt

55


Öffentlichkeitsarbeit

Im März fand in enger Zusammenarbeit mit der

kantonalen Energiefachstelle im Rathaus die

öffentliche Informationsveranstaltung «Sprechstunde

Energie» zum Thema «Heizanlagen-Ersatz»

statt. Mitte April referierte der Energiebeauftragte

Gunter Maurer auf der Jahresversammlung des

Ostschweizer Hauseigentümerverbands HEV zum

Thema «Energieeffiziente Sanierungen und Möglichkeiten

zum Einsatz erneuerbarer Energien».

Im August veranstaltete die Energieberatungsstelle

Kreuzlingen für die kommunalen und regionalen

Elektrounternehmen einen Informationsabend

zu «Solarstromanlagen im Netzverbund».

Ziel des Anlasses war es, die Schnittstellen aller

am Solarstrombau Beteiligten während der Bewilligungs-

und Bauphase zu optimieren und Klarheit

zur Schlussabnahme durch das Energieversorgungsunternehmen

zu schaffen. Begleitet wurde

dieser Anlass von einer öffentlichen Ausstellung

zu LED-Beleuchtungen durch die «Lichtbar» auf

dem Hafenplatz. Als Abschlussveranstaltung

fand im November im Rahmen der alljährlichen

Infoabende Energie in Münsterlingen der Anlass

«Gebäude erneuern, Energiekosten halbieren»

statt. Organisiert wurde dieser Anlass gemeinsam

durch die regionale Energieberatungsstelle

Kreuzlingen, die Energiefachleute Thurgau (EFT)

und die IG-Passivhaus AG. Sämtliche Veranstaltungen

stiessen auf reges Interesse und waren

sehr gut besucht.

5.5 | Abfallwesen

Teilsanierung Schiessanlagen Fohrenhölzli

Im Februar fand die Teilsanierung der vier Kurzdistanz-Schiessanlagen

am Fohrenhölzli statt.

Für den Standort bestand ein Sanierungsbedarf

gemäss Altlastenverordnung. Die übermässig

belasteten Bereiche der Erdwälle wurden fachgerecht

entsorgt. Insgesamt wurden ca. 470 Tonnen

Erdmaterial und 24 Tonnen Holz triagiert und

auf verschiedene Deponien geführt. Die Combat-

Anlage wurde als einzige vollständig saniert und

kann aus dem Kataster der belasteten Standorte

entlassen werden. Neu installierte künstliche Kugelfänge

fangen nun an den Kurzdistanzanlagen

die Geschossprojektile auf. Ein weiteres Belasten

des Bodens durch den Schiessbetrieb kann damit

verhindert werden. Dank der guten Zusammenarbeit

der beteiligten Akteure, namentlich dem

Schützenverein sowie der Eidgenössischen Zollverwaltung,

konnten die Arbeiten sauber, kostenund

termingerecht durchgeführt werden.

LED-Beleuchtungen, präsentiert in der Lichtbar auf dem Hafenplatz.

56 Hochbau und Umwelt


Solarstromanlage auf dem Jugendhaus mit einer 17-kW-Maximalleistung.

Abfall-Statistik 2012

Die Stadt Kreuzlingen verfügt über ein gut funktionierendes

Entsorgungssystem. Neben den Sammeltouren

und den Sammelstellen ist das Regionale

Annahmezentrum (RAZ) ein wichtiger Pfeiler

der Entsorgung in der Stadt Kreuzlingen. Generell

ist die gesammelte Abfallmenge mehr oder we-

niger konstant geblieben. Die nachfolgende Tabelle

gibt einen Überblick über die Mengen der

wichtigsten Abfall- und Wertstoffarten, die in der

Stadt Kreuzlingen im Jahr 2012 angefallen sind,

sowie über die Veränderungen seit 2009. Trotz

Bevölkerungswachstum nahm die Abfallmenge

pro Kopf ab.

SAMMELSTELLEN / SAMMELTOUREN

Abfall / Werkstoff 2009 2010 2011 2012 +/– 2011/2012

Altglas 804 t 778 t 812 t 825 t + 1.6 %

Papier / Karton 2'055 t 2'047 t 2'216 t 2'252 t + 1.6 %

Alu / Weissblech 53 t 46 t 46 t 47 t + 2.2 %

Grünabfälle 2'652 t 2'607 t 2'586 t 2'494 t – 3.6 %

Hauskehricht 2'877 t 3'122 t 3'367 t 3'120 t – 7.3 %

REGIONALES ANNAHMEZENTRUM (RAZ)

Abfall / Werkstoff 2009 2010 2011 2012 +/– 2011/2012

Altmetall 409 t 386 t 378 t 394 t + 4.2 %

Elektroschrott 162 t 185 t 201 t 199 t – 1.0 %

Brennbare Abfälle 4'176 t 4'330 t 4'531 t 4'437 t – 2.1 %

Einwohnerzahl Kreuzlingen 18'933 19'415 19’808 20'349 + 2.7 %

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt

57


6 Tiefbau und Verkehr

6.1 Gemeinde- und Staatsstrassen

6.2 Kanalisation

6.3 Werkhof

6.4 Stadtgärtnerei

p Ankommen, wegfahren: Platz vor dem Stadt Bahnhof aus der Vogelperspekive.

6.1 | Gemeinde- und Staatsstrassen

Neubau Kreisel Remisberg- / Rothausstrasse

Mit der neuen Linienführung der Gaissbergstrasse

entstand auch ein neuer Knotenpunkt Remisberg-,

Rothaus- und Gaissbergstrasse. Um die Geschwindigkeit

der bergabwärts fahrenden Autos

zu reduzieren, wurde ein Kreisel eingebaut. Des

Weiteren sollten die stark wachsenden Quartiere

Schrofen und Wolfacker einen komfortableren

Anschluss an das übergeordnete Strassennetz erhalten.

Durch den Bau des Kreisels entstand auch

eine markante Verbesserung für den Stadtbus und

das Postauto. Die neue Gestaltung macht das

Überqueren der Remisbergstrasse für Fussgänger

und Schulkinder übersichtlicher und sicherer.

Anfang Mai 2012 wurde mit den Bauarbeiten am

Kreisel «Roothuus» begonnen. Die Bauzeit betrug

7 Monate und Anfang Dezember 2012 konnte der

Kreisel für den Verkehr freigegeben werden. Der

Einbau des Deckbelags erfolgt voraussichtlich im

Sommer 2013.

Radwegoptimierung

Die stark befahrene Kreuzung Seetal- / Wasenstrasse,

die den Verkehr mit einer Lichtsignalanlage

regelte, musste aus Sicht des kantonalen

Bauarbeiten am Remisbergkreisel (Kreisel «Roothuus»).

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Tiefbauamtes dringend saniert werden. Um den

Verkehr in West-Ost-Richtung flüssiger zu gestalten,

wurde die bestehende Linksabbiegespur der

Hafenstrasse optimiert. Bei den Radfahrern kam

es im Kreuzungsbereich immer wieder zu gefährlichen

Situationen. Um das Gefahrenpotential

zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern

möglichst klein zu halten, befindet sich nun der

Velofahrer nur noch im unmittelbaren Knotenbereich

in der Fläche des motorisierten Verkehrs.

Durch die Verschiebung der Rampen wurde die

Sicherheit der Radfahrer ebenfalls wesentlich

erhöht.

Sanierung Bergstrasse

Ein Jahr nach den Sanierungsarbeiten wurde im

Mai 2012 der Deckbelag in der Bergstrasse (Brunnenstrasse

bis Ortsbeginn Bätershausen) eingebaut.

Der gesamte Verkehr wurde während drei

Tagen grossräumig umgeleitet.

Alte Bergstrasse

Die alte Bergstrasse glich einer unfertigen Baustelle,

an der immer wieder provisorische Sanierungsmassnahmen

vorgenommen wurden. Um

das Strassenbild aus dem Jahre 1915 nachzuempfinden,

wurden 2012 die seitlichen Randabschlüs-

Sanierung der alten Bergstrasse.

Tiefbau und Verkehr

59


se mit einer offenen Natursteinrinne ausgeführt.

Die Fahrbahn besteht aus einem konventionellen

Asphaltbelag. Mit der Sanierung wurde dem alten

Ortsbild so weit wie möglich entsprochen.

Korrektur Gaissbergstrasse

Die bestehende Einmündung der Gaissberstrasse

in die Remisbergstrasse gestaltete sich in Bezug

auf die Verkehrssicherheit problematisch. Die

Übersicht war aufgrund des starken Gefälles der

Remisbergstrasse sowie der unmittelbaren Kurve

nördlich der Gaissbergstrasse äusserst eingeschränkt.

Die bestehende Situation war nicht nur

für den Stadtbus, sondern auch für den Individualverkehr

und für Velofahrer gefährlich. In Zusammenhang

mit dem Gestaltungsplan «Remisberg»

wurde das Land für die Verlegung der Remisbergstrasse

ausgeschieden. Im Sommer 2012 konnte

die neue Linienführung der Gaissbergstrasse mit

Trottoir und Kreiselneubau in der Remisbergstrasse

realisiert werden. Der alte Einlenker in

die Remisbergstrasse wurde aufgehoben und

dient nur noch als Zufahrt zu den angrenzenden

Liegenschaften.

Anlieferung Bodensee-Arena

Mit dem Bau des Hafenplatzes, der Umgestaltung

des Hafenrestaurants zur «Alten Badi» sowie dem

neuen «Hotel am See» wurde ein Identifikationspunkt

mit hoher Ausstrahlung geschaffen. Bereits

in der damaligen Planungsphase waren weitere

Konzepte und Projekte in Bearbeitung, um den

Bereich Seestrasse–Schifffahrtshafen–Eishalle

neu zu organisieren. In Zusammenhang mit der

geplanten Fussgängerallee musste die nördliche

Anlieferung für die Bodensee-Arena und Tennishalle

neu gelöst werden. Die neue Zulieferung

wurde auf dem Trassee des bestehenden Kiesweges,

unmittelbar vor dem Grenzübergang «Klein

Venedig», erstellt. Diese Zufahrtsstrasse gewährt

auch der Feuerwehr ungehinderten Zugang zum

nördlichen Bereich der Bodensee-Arena. Für den

motorisierten Verkehr ist die Zufahrt mit einer

Schranke gesperrt.

Korrektur Einlenker Weiherstrasse

Die Einmündung der Weiherstrasse in die Konstanzerstrasse

war für die Querung der Fussgänger

immer gefährlich. Um diese Situation zu verbessern,

wurde das Trottoir an der Konstanzerstrasse

durchgezogen, sodass der Fussgänger im Einlenkerbereich

den Vortritt hat. Gleichzeitig wurde die

Fahrbahn der Weiherstrasse verschmälert, um

eine Verkehrsberuhigung zu erzielen.

Verbreiterung Fichtenstrasse

Im Zusammenhang mit der Überbauung

«Schrofen Nord» wurde die Fichtenstrasse zwischen

Lärchen- und Besmerstrasse verbreitert.

Zudem wurde auf der Südseite durchgehend ein

Fussgängerstreifen markiert. Für den Durchgangverkehr

ist dieses Teilstück der Fichtenstrasse mit

einem versenkbaren Poller gesperrt. Der Stadtbus

und die Feuerwehr können den Poller bei Bedarf

absenken.

Gemeindestrassen Unterhalt

Bei folgenden Strassen musste der Oberflächenbelag

infolge Abnützung erneuert werden:

- Weststrasse

- Fohrenhölzlistrasse

- Besmerstrasse

- Fichtenstrasse

6.2 | Kanalisation

Sanierungen

Gemäss den Vorgaben im Zustandsbericht des

Generellen Entwässerungsplanes (GEP) wurden

folgende Kanalisationsleitungen saniert (Innensanierung):

Der neue Zulieferungsweg zur Bodensee-Arena.

60 Tiefbau und Verkehr


Das neue Fahrzeug mit Mähdeck und Grasaufnahmebehälter.

- Hauptstrasse (Helvetiaplatz–Gartenstrasse)

- Sonnenstrasse (Müllerstrasse–FUST)

- Hofstattstrasse

(Remisbergstrasse–Brüelstrasse)

- Parkstrasse

(Löwenkreisel–Pestalozzistrasse)

6.3 | Werkhof

Nach einem kurzen Intermezzo im Dezember 2011

mit 6 Salzeinsätzen und 2 kombinierten Einsätzen

(pfaden und salzen) machte der Winter Pause

bis Ende Januar. Vom 31. Januar bis 27. Februar

mussten 8 weitere Salzeinsätze und 6 kombinierte

Einsätze gefahren werden. Dazu kam die arktische

Kälte ab Mitte Februar mit Temperaturen bis minus

17 Grad. Verschiedene Fuss- und Wanderwege

mussten wegen Vereisung gesperrt werden.

Während der Wintermonate wurde am Unterhalt

des WC beim Hafenbahnhof weitergearbeitet.

Zudem waren dringende Holzaufräumarbeiten im

Bachlauf des Saubaches zu erledigen.

Kanalfernsehuntersuchungen

1'500 m Kanalisationsleitungen wurden auf den

baulichen Zustand mit der Kanalfernsehkamera

untersucht.

Neuanschlüsse

65 Liegenschaften wurden im Jahr 2012 neu an

die Schwemmkanalisation angeschlossen.

1'250 m Kanalisationsleitungen wurden auf den

baulichen Zustand mit der Kanalfernsehkamera

untersucht.

Beim Restaurant Seegarten wurde die alte und

defekte Schaukel abgerissen und durch neue Geräte

ersetzt. Des Weiteren wurde auch ein Platz

zum Schachspielen erstellt. Vor Beginn der Saison

wurden verschiedene Wege im Seeburgareal

durch eine Spezialfirma neu bekiest, der Werkhof

splittete sämtliche Wege ab.

Anfang Mai fand eine neue Auflage von «schweiz

bewegt» im Bereich Klein Venedig statt. Für das

beliebte Drachenboot erstellten Mitarbeiter des

Werkhofs eine schwimmende Anlegestelle am

Ufer.

Im Juni erfolgte die Fertigstellung des neuen

Spielplatzes an der Weinstrasse. Der Werkhof

war für die Montage der Geräte und das Finish

sowie die Strassenmarkierungen zuständig. Am

Fussweg des Saubaches entlang der Böschung

wurde eine defekte Wasserrinne abgebrochen

und neu erstellt.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Tiefbau und Verkehr

61


Jährlich zwei Mal ist der Werkhof mit Mäharbeiten

auf städtischen Grundstücken für jeweils

sechs Wochen beschäftigt. Das neue Fahrzeug

der Firma Holder, das als Ersatz eines älteren

Fahrzeuges angeschafft wurde, konnte zusätzlich

mit einem Mähdeck inklusive Grasaufnahme ausgerüstet

werden.

Im Jahre 2001 wurden alle Strassen in Kreuzlingen

durch einen Spezialisten auf ihren Zustand

geprüft. Der so entstandene Strassenspiegel dient

seitdem als Instrument zum Festlegen der nötigen

Erneuerungen. 2012 wurden nun erneut durch die

gleiche Firma alle Strassen neu beurteilt. Dabei

konnte bereits eine deutliche Verbesserung des

Spiegels festgestellt werden.

Im PW Döbeli wurde die Elektroverteilung auf

den neuesten Stand gebracht. Beim PW Seeburg

mussten Steuerung und Elektroanlage ersetzt

werden.

Die Sauberwasserpumpe in der Nähe des Turmes

sowie die Brunnenanlage beim Tennisplatz

Seeburg sind von einem Verteilkasten mit Strom

versorgt worden. Dieser Kasten wurde durch den

eidg. Elektrokontrolleur abgeschätzt und musste

ersetzt werden.

Im personellen Bereich waren neben zwei krankheitsbedingten

längeren glücklicherweise nur

wenige Ausfälle zu verzeichnen. Reto Egloff hat

seine Anlehre im Juli mit Erfolg abgeschlossen

und wurde durch Pascal Hofmann ersetzt.

Bei der personellen Einsatzplanung kommt es

durch Abwesenheiten (Ferien und Kompensationen)

immer wieder zu Engpässen. Im RAZ müssen

jederzeit 3 Mitarbeiter anwesend sein, um einen

geordneten Betrieb zu gewährleisten. Alle Abwesenheiten

werden durch Mitarbeiter des Werkhofes

ausgeglichen. Das führt dazu, dass Arbeiten

im Strassenunterhalt oft zurückgestellt werden

müssen.

6.4 | Stadtgärtnerei

Die Stadtgärtnerei Kreuzlingen ist dem Departement

Bau unterstellt. Eine Truppe von 12 Personen

pflegt die städtischen Grünanlagen.

Die grössten Parkanlagen der Stadt befinden sich

am Seeufer und erstrecken sich vom Zoll Klein

Venedig bis zum Schwimmbad Hörnli. Das Juwel

Seeburg bildet mit dem alten Baumbestand das

eigentliche Zentrum der Seeuferanlage.

Weitere kleinere Grünflächen, städtische Liegenschaften,

Naturschutzgebiete, Alleebäume

und Spielplätze sind im Stadtgebiet ebenfalls zu

pflegen. Ein weiteres grösseres Aufgabengebiet

bildet das Bestattungswesen, was etwa zwei

Arbeitsstellen absorbiert. Die Gärtnerei erledigt

das Einsargen, die Bestattungen und ist auch für

die Pflege der Umgebung des Zentralfriedhofes

zuständig.

Allgemeiner Unterhalt

Im ganzen Stadtgebiet befinden sich viele Rasenflächen,

die von der Stadtgärtnerei gepflegt

werden. Etwa alle 10 Tage wird gemäht. Eine

Ausnahme bilden jedoch die Fussballplätze, die

2- bis 3-mal wöchentlich gemäht werden müssen.

Allgemein ist die Pflege der Sportplätze anspruchsvoller

und intensiver. Gedüngt wird 4-mal

pro Jahr, im Sommer müssen die Rasenplätze oft

bewässert werden. 2-mal im Jahr werden die

Plätze aerifiziert.

Nebst der zahlreichen Blumen- und Gehölzrabatten

pflegt die Stadtgärtnerei auch den Heilpflanzengarten

bei der Seeburg. Natürlich fallen

laufend Schnitt-, Jät- und Pflanzarbeiten an, die

erledigt werden müssen. Auch die vielen Rosenstandorte

wollen gepflegt werden; ein regelmässiger

Rückschnitt ist nötig, damit laufend neue

Triebe nachwachsen und neu blühen. Neben

vielen Formhecken im Verkehrsbereich befinden

sich im Park und um die städtischen Liegenschaften

viele Buchs- und Eibenkugeln. Diese Gehölze

werden mit der Heckenschere jährlich geschnitten.

Für Arbeiten an grösseren Gehölzen ist die

Winterzeit ideal. Erstens hat man einen besseren

Überblick, wenn die Blätter auf den Bäumen

fehlen und zweitens haben die Mitarbeitenden

der Stadtgärtnerei während der Vegetationsru-

62 Tiefbau und Verkehr


In dieser Halle überwintern viele Pflanzen der Stadtgärtnerei.

he mehr Kapazität, aufwändige Schnittarbeiten

auszuführen. Nötig wird dann jeweils der Erziehungsschnitt

von Jungbäumen. Es geht darum, im

Verkehrsbereich gewisse Höhen einzuhalten und

die jungen Bäume zu formieren. Bei älteren Bäumen

wird Dürrholz entfernt, um stark ausladende

Äste zu entlasten. An den Wochenenden gehört

auch die Reinigung der Parkanlagen zum Aufgabengebiet

der Stadtgärtnerei. Je nach Witterung

ist es nötig, an Samstagen und Sonntagen die Abfalleimer

zu leeren und diversen Unrat zusammenzunehmen.

Der Aufwand hat in den letzten Jahren

stark zugenommen. Ob es das Verhalten der Leute

ist oder mit dem erhöhten Nutzungsdruck der Anlagen

zusammenhängt, ist schwer zu sagen. Im

Sommer stehen bei gutem Wetter jeweils zwei

Stadtgärtner während drei Stunden im Einsatz,

um die Parkanlagen am See zu säubern.

Neuanlagen

Da die Stadtgärtnerei über die Vegetationszeit

voll mit Pflegearbeiten ausgelastet ist, werden die

meisten Neuanlagen von Gartenbauunternehmen

ausgeführt. Nur während der Winterzeit bleibt

nebst dem Schneeräumen Freiraum, um auf einer

Baustelle mitzuhelfen. 2012 war es der Tierpark,

wo diverse Steinarbeiten ausgeführt wurden. Verlegt

wurden Verbundsteine im Schweinegehege

und beim Ziegenstall, zudem wurden Wege und

die Entwässerung verbessert.

Die Stadtgärtnerei befindet sich auf dem Werkhofareal

an der Promenadenstrasse. Die Halle

wurde früher vom Entsorgungshof RAZ genutzt

und 2005 für die Bedürfnisse der Stadtgärtnerei

ausgebaut. In der Halle überwintern viele Kübelpflanzen

wie Palmen, Lorbeer und Bananen.

Der Aufwand im Bereich Abfallbeseitigung nahm in den letzten

Jahren massiv zu.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Tiefbau und Verkehr

63


64

Dienste


7 Dienste

7.1 Feuerwehr

7.2 Zivilschutz

7.3 Stadtpolizei

7.4 Kursschifffahrt / Hafen

7.5 Öffentlicher Verkehr

7.1 | Feuerwehr

Im Jahr 2012 musste die Feuerwehr Kreuzlingen

zu kleineren und grösseren Einsätzen in Kreuzlingen

und Bottighofen ausrücken.

Im Stützpunktgebiet wurde die Hilfe der Feuerwehr

Kreuzlingen bei insgesamt sieben Brandfällen

und einer Strassenrettung nach einem Verkehrsunfall

in Anspruch genommen.

Neu angeschafft wurde eine Motorspritze. Zudem

wurden mehrere Funkgeräte sowie Stiefel,

Hosen oder Jacken der Brandschutzbekleidung

ersetzt.

auf grosses Interesse. Im Gespräch mit der Bevölkerung

konnte auf die Tätigkeit und Bedürfnisse

der Feuerwehr hingewiesen werden.

Zu den normalen Übungen haben 98 (Vorjahr 64)

Feuerwehrangehörige kantonale, regionale und

eidgenössische Kurse besucht. An verschiedenen

kantonalen Kursen wurden Angehörige der Feuerwehr

als Klassenlehrer oder Kurskommandant-

Stellvertreter eingesetzt.

Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr der Stützpunktregion Kreuzlingen

konnte auch im vierten Jahr einen erneuten

Zugang von Jugendlichen verzeichnen. Während

12 stufengerechten Übungen wurde 28 Jugendlichen

das Feuerwehrhandwerk vermittelt. Erstmals

mussten drei Jugendliche altersbedingt aus

der Jugendfeuerwehr austreten. Zwei Jugendliche

haben sich entschlossen, einer Feuerwehr

beizutreten.

Brand vom 18. August an der Löwenstrasse 10.

p Blick auf das «Rosenboot» und den Ochsenplatz.

Am 16. Juni wurde mit den Seeölwehrstützpunkten

Thurgau eine grosse Übung in Romanshorn

durchgeführt. Sie diente der Überprüfung der Zusammenarbeit

von verschiedenen Einsatzkräften

auf dem Bodensee.

Beim «Tag der offenen Tore» am 8. September,

der gleichzeitig mit dem kantonalen Jugendfeuerwehr-Plauschwettkampf

durchgeführt wurde,

konnten vielen interessierten Besuchern unsere

modernen Einsatzmittel präsentiert werden. Auch

die verschiedenen Aktionen und Einsätze stiessen

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Thurgauer Jugendfeuerwehr-Plauschwettkampf in Kreuzlingen.

Übungen

Die Aus- und Weiterbildung stellt einen wichtigen

Teil der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrangehörigen

dar. 2012 wurden insgesamt 193

Übungsanlässe durchgeführt. Dies ergab eine

Dienste

65


PERSONALBESTAND DER FEUERWEHR

ANZAHL PERSONAL AM 31. DEZEMBER

140

120

100

123

117

119

116

120

80

60

40

20

0

Interessierte Besucher am «Tag der offenen Tore».

2008

2009

2010

2011

2012

Gesamtausbildungszeit von 4'430 Stunden an den

Gerätschaften, im Atemschutz und im Maschinistendienst.

Am 2. Juli wurde im Areal Dreispitz eine öffentliche

Übung für die Bevölkerung durchgeführt.

Die Bevölkerung belohnte mit einem grossen Aufmarsch

und Interesse die Feuerwehrangehörigen

für ihren Einsatz.

Einsätze 2012

AUFTEILUNG DER EINSÄTZE UND STUNDEN

Anzahl Stunden

Brandfälle / automat. Alarme 60 1'348

Wasserwehr 13 337

Öl- / Chemiewehr 6 125

Stützpunkteinsätze / Autounfälle 8 487

Saalwachen / Verkehrsdienst 64 801

Verschiedenes 73 1'293

Total 224 4'391

Anzahl Tage

Kurse / Versammlungen 24 146

FEUERWEHREINSÄTZE

ANZAHL GELEISTETE STUNDEN

Personalbestand

2012 mussten 9 Austritte infolge Arbeitsbelastung

/ Gesundheit und 3 Wegzüge verzeichnet

werden. Zudem haben zwei Feuerwehrangehörige

das Dienstalter erreicht und konnten entlassen

werden. Um den Bestand der Feuerwehr mit

Freiwilligen halten zu können, wurden intensive

Anstrengungen unternommen.

Beförderungen auf den 1. Januar 2012

Zum Wachtmeister Pascal Sonderegger

Zum Korporal Roger Behrendt

Andreas Rösch

Michael Zingg

Zum Gefreiten Andri Mästinger

Benjamin Manetsch

Walter Tanner

7.2 | Zivilschutz

Die Bautätigkeit ist nach wie vor sehr hoch. Verschiedene

Mehr-und Einfamilienhäuser mit zum

Teil eigenen Schutzräumen wurden bewilligt und

realisiert. Die benötigten Schutzplätze für neu

erstellte Einfamilienhäuser wurden mit Ersatzabgaben

abgegolten.

Die Stadt Kreuzlingen verfügt über genügend

Schutzplätze für die Bevölkerung.

7‘000

6‘000

5‘000

4‘000

3‘000

2‘000

1‘000

0

2008

2009

2010

2011 2012

Belegungen

Die Zivilschutzanlagen wurden wiederum an

Sportvereine, Schulen und andere Institutionen

zu günstigen Übernachtungstarifen vermietet.

2012 wurden 6 Belegungen mit insgesamt 443

Nächten verzeichnet. Zudem wurde die Anlage

«Fohrenhölzli» durch das Bundesamt für Migration

gemietet.

66 Dienste


WK-Betreuung ZS-Region Kreuzlingen.

WK-Pionier ZS-Region Kreuzlingen.

WKs in der Zivilschutzregion Kreuzlingen

Die Aktiven der Zivilschutzregion Kreuzlingen

wurden zu WKs mit allen Diensten, Planungs- und

Kaderrapporten aufgeboten. Insgesamt leisteten

236 Zivilschutzangehörige während 384 Tagen

Dienst.

Ausbildung

Die Zivilschutzregion Kreuzlingen konnte 15 neue

Zivilschutzangehörige willkommen heissen. Sie

wurden während einer 12-tägigen Grundausbildung

beim Amt für Bevölkerungsschutz und Armee

in Frauenfeld ausgebildet.

Die Angehörigen der Führungsunterstützung

bearbeiteten die offenen Pendenzen betreffend

Kommunikation und Lagekartenführung für eine

optimale Zusammenarbeit mit dem regionalen

Führungsstab.

Die Angehörigen des Dienstbetriebszugs wurden

in kleinen Teams zu insgesamt 4 WKs aufgeboten.

Sie unterstützten den Materialwart bei den

Vorbereitungen für die WKs, kontrollierten die Anlagen

auf die Funktionstüchtigkeit und erledigten

notwendige Reparaturen vor Ort. Die Werterhaltung

der öffentlichen Schutzräume ist ein wichtiger

Bestandteil der Aufgabe des Zivilschutzes.

Eine Gruppe des Betreuungsdienstes absolvierte

den WK in verschiedenen Betreuungsstätten der

Zivilschutzregion Kreuzlingen, womit der Umgang

mit behinderten und älteren Menschen praktisch

angewendet und vertieft werden konnte. Ein weiteres

Team leistete ebenfalls einen praktischen

Einsatz und betreute Kreuzlinger Schulkinder.

Die Angehörigen der beiden Pionierzüge wurden

an den Gerätschaften geschult und ausgebildet.

Das aufgefrischte Wissen konnte am zweiten

WK-Tag praktisch angewendet werden. In Bottighofen

legten die Teams neue Waldwege an,

in Münsterlingen wurden Waldwege saniert und

eine alte Brücke wurde abgebrochen.

7.3 | Stadtpolizei

Das Polizeigesetz des Kantons Thurgau vom

9. November 2011 wurde einer Revision unterzogen

und per 1. Juli 2012 mit der dazugehörenden

Verordnung des Regierungsrates in Kraft gesetzt.

Mit der Inkraftsetzung wurden die Gemeinden

verpflichtet, ihre Polizeiorgane umzubenennen.

Ebenfalls ist den Sicherheitsorganen der Gemeinden

nicht mehr gestattet, ihren Dienst bewaffnet

zu leisten. Die Kompetenzen in den Arbeitsaufgaben

wurden belassen, trotzdem können aufgrund

dieser Einschränkungen nicht mehr alle Aufgaben

erfüllt werden; der springende Punkt dabei ist,

dass die Sicherheitsorgane der Gemeinden nicht

mehr als Polizeiorgane gelten. Folglich haben die

Sicherheitsorgane neu den Status eines privaten

Sicherheitsdienstes. Aufgrund dieser Einstufung

dürfen die Sicherheitsorgane einer Gemeinde

nicht mehr als Polizei auftreten und verlieren dadurch

diverse Rechte für die Ausübung der Alltagsgeschäfte.

Konkretes Beispiel: Die Stadtpolizei Kreuzlingen

ist unter anderem auch für die Einhaltung des

Flurgesetzes verantwortlich. Wird nun eine Klage

gegen einen Nachbarn eingereicht, weil auf

dessen Grundstück die Bäume zu hoch sind, ist

die Stadtpolizei verpflichtet, die Grenzabstände

auszumessen und die Baumhöhe zu überprüfen.

Im § 25 des Polizeigesetzes steht wörtlich: «Wenn

es zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben notwendig

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Dienste

67


ist, darf die Kantonspolizei private und öffentliche

Grundstücke betreten, einschliesslich deren

Räumlichkeiten.» Was heisst das nun konkret für

die Sicherheitsorgane der Gemeinden im vorliegenden

Beispiel Flurgesetz? Zur Überprüfung

der Grenzabstände / Baumhöhe etc. dürfen die

Sicherheitsorgane der Gemeinden das Nachbargrundstück

vom Kläger nur betreten, wenn der

Grundstückeigentümer anwesend ist. Betreten

die Sicherheitsorgane das Grundstück trotz Abwesenheit

des Grundstückeigentümers, machen sie

sich strafbar nach Art. 186 des Schweizerischen

Strafgesetzbuches wegen Hausfriedensbruch. Ist

nun ein Grundstückeigentümer in diesem konkreten

Fall längere Zeit landesabwesend, kann der

Auftrag resp. das Anliegen des Klägers über eine

längere Zeitdauer nicht erledigt werden. Dieser

Umstand ist auch für den Kläger mehr als unbefriedigend.

Die Palette der Aufgaben der Stadtpolizei ist breit

gefächert, vom kantonalen Gesetz über Hunde,

Fahrende, bis hin zu amtlichen Wohnungsabnahmen.

Tatsache ist, dass die Aufgaben die gleichen

bleiben, die Kompetenzen wurden jedoch massiv

eingeschränkt. Dies macht die Durchsetzung sowie

die Arbeitserledigung der Sicherheitsorgane

in den Gemeinden (unnötig) zusätzlich schwerer.

Ausgestellte Parkbussen

Auch im Jahr 2012 mussten etliche Parkbussen

ausgesprochen und verteilt werden. Im Vergleich

zum Vorjahr hat sich die Anzahl der ausgestellten

Bussen jedoch markant reduziert, weil die beiden

Parkplatzkontrolleure während mehrerer Wochen

krankheitshalber ihren Dienst nicht ausüben konnten

und sich die Kontrollzeiten massiv reduzierten.

BERICHTE UND ABKLÄRUNGEN

1‘200

1‘000

800

600

400

200

0

ANZAHL BERICHTE UND ABKLÄRUNGEN

967

2008

837

2009

Berichte und Abklärungen

Die Zunahme im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr

betreffend Erstellung von Berichten und Tätigen

von Abklärungen für diverse Amtsstellen

beträgt 9.8 Prozent.

Flurangelegenheiten

Erfreulicherweise musste sich die Stadtpolizei im

Jahr 2012 mit weniger Fällen beschäftigen, die

unter die Bestimmungen des Flurgesetzes fallen.

Für diese positive Bilanz ist die Einhaltung der

flurgesetzlichen Bestimmungen massgebend. Mit

Gesprächen bereinigten und lösten die Betroffenen

die Probleme ohne Stadtpolizei respektive

ohne Flurkommission.

FLURANGELEGENHEITEN

40

35

30

25

20

15

10

5

0

759

2010

ANZAHL FLURANGELEGENHEITEN

22

2008

29

2009

9

2010

823

2011

13

2011

904

2012

10

2012

AUSGESTELLTE BUSSEN

ANZAHL BUSSEN

18‘000

16‘000

14‘000

12‘000

10‘000 9‘661

8‘000

6‘000

4‘000

2‘000

0

2008

8‘826

2009

10‘453

2010

15‘985

2011

12‘408

2012

Stadtbuskontrollen

Bei den Stadtbuskontrollen wurden im Jahr 2012

insgesamt 71 Personen als Schwarzfahrer ertappt.

Gegenüber dem Vorjahr – 77 registrierte

Schwarzfahrer – ist dies wiederum eine erfreuliche

Abnahme; zumal die Anzahl und Zeitdauer der

Kontrollen von 2011 und 2012 praktisch identisch

sind.

68 Dienste


Am Kreuzlinger Jahrmarkt, im Hintergrund die Kirche St.Ulrich.

Jahrmarkt

Der traditionelle Jahrmarkt findet immer am letzten

Oktober-Wochenende in Kreuzlingen statt,

an welchem sich Jung und Alt von nah und fern

erfreuen. Während drei Tagen herrschte inmitten

der Stadt ein reges und geschäftiges Treiben.

Wie in den vergangenen Jahren waren auch 2012

sämtliche 384 Plätze auf einer Länge von 1'536

Laufmetern belegt.

7.4 | Kursschifffahrt / Hafen

Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein

Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft

Untersee und Rhein beförderte 2012 insgesamt

377’976 Passagiere. Diese Zahl entspricht ungefähr

dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre

(377'188 Personen). Gegenüber dem schlechten

Vorjahr bedeutet das ein Plus von 33'760 Fahrgästen

oder + 9.8 Prozent.

Die Schiffe standen vom 1. April bis 14. Oktober

2012 während 184 Betriebstagen im Einsatz. Die

Saison startete verhalten. Im April herrschte vorwiegend

wechselhaftes und kühles Wetter. Der

Mai präsentierte sich besser als der Vormonat.

Der Juni war geprägt durch den hohen Wasserstand.

Vom 11. Juni bis 2. Juli 2012 konnten die

URh-Schiffe die Brücke bei Diessenhofen wegen

des Hochwassers nicht unterqueren. Die Passagiere

mussten auf das oberhalb bzw. unterhalb

der Brücke wartende Schiff umsteigen. Das Hochwasser

wirkte sich negativ auf die Frequenzen

aus. Im Juni 2012 wurden 8.8 Prozent weniger

Passagiere gezählt als im Juni 2011.

Ab Juli stimmten Wasserstand und Wetter. Am

Mittwoch, 18. Juli 2012, wurde mit 5'612 Personen

der diesjährige Saisonrekord erzielt. Auch

der August und der September brachten dank des

schönen Wetters gute Auslastungen. Die Oktoberfrequenzen

waren leicht tiefer als im Vorjahr.

Dieser Rückgang ist jedoch vor allem auf Verschiebungen

bei den Saisonperioden zurückzuführen.

Zu den guten Frequenzen beigetragen hat auch

die Jubiläumsaktion der Bank UBS. Die UBS gab

ihren Kunden Gutscheine für Schiffstageskarten

ab. Mit den Gutscheinen konnten ab Mitte Juni

bis Ende Saison bei den meisten Schifffahrtsgesellschaften

in der Schweiz Tageskarten zum

Aktionspreis von fünf Franken erworben werden.

In Kreuzlingen sind in der Saison 2012 insgesamt

48'374 Personen ein- und ausgestiegen (Vorjahr

37'816 Personen).

Schweizerische

Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG

Der Saisonstart war geprägt von wechselhaftem

und kühlem Wetter. Auch der Mai und der Juni

blieben kühl und liessen den Pegel auf 4.70 m

ansteigen; die Hochwassermarke liegt bei 4.90 m.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Dienste

69


MS Säntis auf grosser Fahrt.

Konstanzer Pegel 2012

Anfang April

Mitte Juni

Ende August

Ende September

306 cm

471 cm

390 cm

342 cm

Das Fantastical konnte bei schönem und warmem

Wetter abgehalten werden. Total haben 335 Gastboote

den Hafen besucht. Während der ganzen

Saison waren 2'800 Gastboote im Hafen zu verzeichnen.

Nach 25 Jahren wurde von der Firma Demag Cranes

ein neuer Kran mit einer Traglast von 16 Tonnen

montiert. Sehr erfreut über den neuen Kran

sind vor allem die Werften. Vorher mussten die

Schiffe über 12.5 Tonnen mit dem Autokran einund

ausgewassert werden.

Zwischen März und November stand Hafenmeister

Ernst Zollinger täglich im Einsatz, total wasserte

er 1'060 Boote ein und aus.

Veranstaltungen / Regatten

14.–15. April SVK Sport-Boot-Cup Int.

12.–13. Mai 420er- und Opti-Regatta

30. Juni Graf-Bénéteau-Cup

1.–2. Sept. YCK Lacustre-Regatta

2. Sept. Int. Polizeiregatta

7.5 | Öffentlicher Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Gemäss Aussage der Geschäftsstelle des Tarifverbundes

Ostwind konnte ein allgemeiner Umsatzzuwachs

von rund 5.3 % erzielt werden. Im «Bambusgebiet»

(Kreuzlingen und Umgebung) durfte

im Aboverkauf ein leichter Umsatzzuwachs von

0.6 % verzeichnet werden.

Fahrgastzahlen leicht rückläufig

Im Jahr 2012 sind die Fahrgastzahlen beim

Stadtbus von 1'058'102 auf 1'036'560 gesunken

(– 2.0%).

Der neue Kran begeistert nicht nur den Hafenmeister.

70 Dienste


BEFÖRDERTE FAHRGÄSTE

ANZAHL FAHRGÄSTE PRO JAHR

1‘400‘000

1‘200‘000

1‘230‘000 1‘173‘000

1‘088‘500

1‘000‘000

800‘000

600‘000

400‘000

200‘000

0

2008

2009

2010

1‘058‘000

2011

1‘036‘560

2012

Integraler Tarifverbund

Am 9. Mai 2012 fand in Kreuzlingen, in der neuen

Rechtsform als Genossenschaft, die erste ordentliche

Generalversammlung des Tarifverbundes

Ostwind statt. Neu führt ab 1. Januar 2013 die

Genossenschaft Tarifverbund Ostwind auch die

Geschäftsstelle Verbünde Schweiz.

Wie der gesamte ÖV der Schweiz erhöht auch der

Tarifverbund Ostwind seine Preise per 9. Dezember

2012. Die Erhöhung beträgt durchschnittlich

6 Prozent. Die schrittweise Aufhebung des Seniorenrabattes

bei Abonnementen wird abgeschlossen

und entspricht nun der schweizerischen

Norm. Trotzdem ist der öffentliche Verkehr nach

wie vor eine sehr günstige und zuverlässige Transportdienstleistung.

Busbrand

Am Donnerstag, 1'058'102 14. Juni 2012, um 13.00 Uhr,

brannte ein Stadtbus der Linie 901 beim Stadt

Bahnhof. Glücklicherweise konnten die Reisenden

und der Chauffeur das Fahrzeug rechtzeitig verlas-

sen, sodass keine Personen verletzt wurden. Das

Feuer war im Motorraum, im Heck des Fahrzeuges,

ausgebrochen. Die aufgebotene Feuerwehr

konnte den Brand nicht sofort löschen, wodurch

der Linienbus vollständig ausbrannte. Es entstand

ein Sachschaden von über 100'000 Franken.

Fahrplan 2013

Aufgrund der Erfahrungen mit dem Fahrplankonzept

2012 wurden für das Fahrplanjahr 2013 nur

geringfügige Änderungen und Anpassungen vorgenommen.

- Linie 903: Am Morgen zwei zusätzliche Kurse

06:09 und 06:39 ab Ribistrasse und ein Kurs

06:28 ab Konstanzerstrasse.

- Linie 906 : Die Linienführung in den Quartieren

Ribi und Besmer wurden gestrichen. Die Linie

906 fährt ab Seepark via Breite, Blaues Haus

zum Bärenplatz, sowie vom Bahnhof Bernrain

über die Bernrain- und Konstanzerstrasse direkt

zum Stadt Bahnhof.

- Die Abfahrtszeiten der Abendbuslinien 905

und 906 am Stadt Bahnhof sind neu jeweils

um .02 und .32.

Infrastruktur

Auf den Regionallinien von Postauto und «Roter

Arnold» konnte bei den Haltestellen Zihlstrasse

und Blaues Haus eine neue Buswartehalle aufgestellt

werden.

Die dichte Rauchwolke verhiess nichts Gutes.

Neues Buswartehäuschen an der Bushaltestelle «Blaues Haus».

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Dienste

71


8 Technische Betriebe

8.1 Sparten

p Der Innenhof zwischen der Kirche St.Ulrich und dem Konvikt der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (PMS).

8.1 | Sparten

Netzbetrieb

In der Strom-, Gas und Wasserversorgung ist nach

wie vor die rege Bautätigkeit der Haupttreiber für

einen stetigen Ausbau der Versorgungsnetze. Die

gesetzlichen Rahmenbedingungen und das kantonale

«Förderprogramm Energie» bringen es mit

sich, dass im Wärmemarkt für den Wohnungsbau

die elektrisch betriebenen Wärmepumpen weiterhin

eine dominierende Rolle übernehmen. Als

Folge wurden im Berichtsjahr erneut mehrere

Transformatorenstationen realisiert und weitere

neue Projekte aufgesetzt. Einhergehend mit der

baulichen Entwicklung und mit geplanten Strassensanierungen

werden auch die Strom-, Gasund

Wassernetze weiter ausgebaut oder erneuert.

Versorgungssicherheit

Die Ausrichtung der Netzausbauten trägt jedoch

nicht nur den Anforderungen der baulichen Entwicklung

Rechnung. Auch die Aspekte der Versorgungssicherheit

gilt es zu berücksichtigen.

So wurden in der Wasserversorgung erhebliche

Investitionen in das Projekt Wasserverbindung

Thurtal–Bodensee getätigt. Die Inbetriebnahme

ist im ersten Halbjahr 2013 geplant. Mit diesem

wegweisenden Projekt werden die zwei regionalen

Wasserversorgungen «Wasserversorgung der

Region Kreuzlingen» und «Wasserversorgung der

Region Thurtal» miteinander verbunden.

Für unsere Kunden nicht sichtbar, aber zur Erhaltung

einer heute schon sehr hohen Versorgungssicherheit

dennoch notwendig, wurden im

Berichtsjahr auch erhebliche Investitionen in die

Erneuerung des Leitsystems der Stromversorgung

getätigt. Auch dieses Projekt wird 2013 fertig gestellt.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

Energiewirtschaft

Im Bereich Energiewirtschaft wurden zwei Projekte

in die Umsetzungsphase überführt:

1. Umsetzung der Motion «Kreuzlingen ohne

Atomstrom». Im Rahmen der Umsetzung der

Motion wurde auch das Stromprodukteportfolio

gestrafft. Dies verbunden mit den Zielsetzungen,

das Angebot für die Kunden einfacher

verständlich auszugestalten und gleichzeitig

auch den administrativen Aufwand zu senken.

2. Beteiligung an der Swisspower Renewables

AG. Die dazu notwendige Botschaft wurde vom

Volk angenommen und seit Dezember 2012 ist

der Beitritt formell vollzogen. Damit haben die

TBK direkten Anteil am Produktionsportfolio

der Swisspower Renewables AG.

Dienstleistungen / Wärmemarkt

In der Sparte Dienstleistungen steht mit der

Realisation des Wärmeverbundes und der

Holzschnitzel-Heizzentrale «Campus» das erste

grosse Projekt kurz vor der Fertigstellung. Damit

wird das Ziel verfolgt, den Kunden nicht nur die

primäre Energie in Form von Strom oder Gas zur

Wärmeerzeugung bereitzustellen, sondern weitgehend

CO 2 -reduzierte Wärme aus Holzschnitzelverbrennung

bereitzustellen. Die Heizanlage als

Kernstück und das Haupt-Wärmenetz konnten im

Berichtsjahr weitgehend fertiggestellt werden.

Die Fertigstellung, Probephase inklusive definitiver

Inbetriebsetzung sind noch in der laufenden

Heizperiode im ersten Halbjahr 2013 vorgesehen.

Die Jahresrechnung sowie Details zum

Geschäftsjahr werden im separaten Bericht

der Technischen Betriebe erläutert.

Technische Betriebe

73


9 Finanzen

9.1 Kommentar zur Rechnung 2011

9.2 Landkreditkonto

9.3 Steuern

9.4 Jahresrechnung 2011

p Gemeindeplatz bei der ehemaligen Post im Quartier Kurzrickenbach.

9.1 | Kommentar zur Rechnung 2011

Vorbemerkung

Die Rechnung 2011 zeigt, dass der Haushalt der

Stadt geordnet ist, die Verwaltung die Kosten

im Griff hat und eine gute Ausgangslage für die

bevorstehenden grossen Investitionsvorhaben

besteht. Die Jahresrechnung schliesst mit einem

Ertragsüberschuss von CHF 2.819 Mio. ab. Zum

fünften Mal in Folge konnte damit ein deutlich positives

Jahresergebnis erzielt werden. Die Jahresrechnung

weist Aufwendungen von CHF 66.593

Mio. und Erträge von CHF 69.412 Mio. auf. Der

Ertragsüberschuss fällt um CHF 2.682 Mio. höher

aus, als das vom Volk am 28. November 2010 verabschiedete

Budget vorsah.

Für den Ertragsüberschuss sind vor allem drei Faktoren

ausschlaggebend:

- Die Jahresrechnung enthält Budgetunterschreitungen

von rund CHF 1.1 Mio. Diese

sind auf eine sparsame Haushaltsführung, Verzögerungen

und Verschiebungen von Projekten

sowie ausserordentliche Betreffnisse im

Aufwandsbereich zurückzuführen. So musste

2011 aufgrund der im Vorjahresvergleich zum

kantonalen Mittel gesunkenen Steuerkraft in

Kreuzlingen kein Beitrag an den kantonalen

Finanzausgleich geleistet werden, der jedoch

mit CHF 390'000 budgetiert worden war.

- Die Steuererträge fielen CHF 1.2 Mio. höher

aus, als budgetiert. Demnach hat sich die

Wirtschaft klar besser entwickelt, als zum

Zeitpunkt der Budgetierung angenommen. Die

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise

auf die Steuern waren – wie allgemein bei

den öffentlichen Gemeinwesen – überschätzt

worden.

Jahresbericht 2012 | Stadt Kreuzlingen

- Allerdings musste zu Lasten der Jahresrechnung

der Stadt eine bedeutende Steuerrückstellung

von CHF 1 Mio. gebildet werden. Dies

ist der Anteil, den die Stadt Kreuzlingen aufgrund

eines noch laufenden Verständigungsverfahrens

zwischen der Eidg. Steuerverwaltung

und einer ausländischen Steuerbehörde

höchstwahrscheinlich an ein Kreuzlinger Unternehmen

zurückzahlen muss. Bei den Steuern

fällt somit der Rechnungsabschluss gesamthaft

lediglich um CHF 0.2 Mio. (0.6 %) höher

aus, als budgetiert. Die Zunahme gegenüber

dem Vorjahr beträgt CHF 1.0 Mio. (3.5 %).

- Ausserordentliche Erträge von über CHF 0.7

Mio. haben zudem das Jahresergebnis positiv

beeinflusst. Diese sind auf folgende Betreffnisse

zurückzuführen:

- Mehrerträge Parkbussen CHF 250'000

- Rückzahlung abgeschriebenes

Darlehen Heilsarmee CHF 174'000

- Kursgewinne Euro CHF 150'000

- Rückerstattungen für

Einquartierungen Asylanten CHF 90'000

- Verzichtsentschädigung

upc cablecom GmbH CHF 50'000

Laufende Rechnung

Das Jahr 2011 weist mit einem Überschuss von

CHF 2.819 Mio. gegenüber dem budgetierten

Überschuss von CHF 0.137 Mio. eine positive Abweichung

von CHF 2.682 Mio. aus und liegt CHF

0.410 Mio. über dem Vorjahresergebnis. Die Gesamtrechnung

(Gegenüberstellung Mittelzufluss

infolge Betriebstätigkeit mit Mittelabfluss aus

Investitionstätigkeit) weist einen Finanzierungsüberschuss

von CHF 6.866 Mio. auf. Die Vermögenserträge

übersteigen nach wie vor die Schuldzinsen,

was zu einem Nettozinsüberschuss führt.

Finanzen

75


Stadt Kreuzlingen

Finanzkennzahlen

Rechnung Rechnungs- Bruttoertrags- Netto- Selbst- Finanz- Selbst- Netto- Zinsbe-

Budget ergebnis überschuss Investitionen finanzier'g- ertrag finanzier'g- Zinsen lastungs-

(Cash-Flow) ohne F'Verm. grad anteil *1) anteil

Jahr Tsd CHF Tsd CHF Tsd CHF Tsd CHF Tsd CHF

R 2001 1'776 8'258 4'113 200.8% 44'004 18.8% -275 -0.6%

R 2002 -1'048 3'158 9'774 32.3% 41'849 7.5% -262 -0.6%

R 2003 -2'120 4'152 7'594 54.7% 49'348 8.4% -728 -1.5%

R 2004 -1'885 3'483 7'451 46.7% 47'528 7.3% -889 -1.9%

R 2005 -2'305 1'614 10'975 14.7% 49'786 3.2% -903 -1.8%

R 2006 98 4'599 7'575 60.7% 55'073 8.4% -439 -0.8%

R 2007 3'568 7'585 6'479 117.1% 59'245 12.8% -798 -1.3%

R 2008 2'074 8'416 11'691 72.0% 54'507 15.4% -533 -1.0%

R 2009 2'975 8'319 7'745 107.4% 56'509 14.7% -864 -1.5%

R 2010 2'409 8'418 9'743 86.4% 56'964 14.8% -541 -1.0%

Ø (10 Jahre) 554 5'800 8'314 69.8% 51'481 11.3% -623 -1.2%

B 2010 -326 4'031 15'974 25.2% 54'413 7.4% -147 -0.3%

B 2011 137 3'774 10'102 37.4% 56'135 6.7% -817 -1.5%

Budget: adaptierte Nettoinvestitionen gemäss dem aktuellen Investitionsprogramm; nicht der ursprünglich budgetierte Mitteleinsatz

Rechnung Anzahl Fremd- Finanz- Netto-Schuld/-Vermögen Steuer- Steuerkraft 100%

Budget Einwohner kapital vermögen Total pro Einw. satz pro Einwohner

Stadt lt. kant. Steuerstatistik

Jahr Tsd CHF Tsd CHF Tsd CHF CHF Jahr % Kreuzl. Kanton

R 2001 16'804 31'850 56'648 -24'798 -1'476 2001 75% 1'909 1'575

R 2002 16'965 36'398 54'579 -18'181 -1'072 2002 70% 1'915 1'688

R 2003 17'346 45'295 60'008 -14'713 -848 2003 70% 2'264 1'623

R 2004 17'441 34'862 45'564 -10'702 -614 2004 70% 2'044 1'641

R 2005 17'583 48'985 50'173 -1'189 -68 2005 70% 1'953 1'598

R 2006 17'722 64'041 62'254 1'787 101 2006 70% 2'106 1'663

R 2007 18'133 70'295 69'614 681 38 2007 70% 2'349 1'779

R 2008 18'433 66'570 62'613 3'956 215 2008 70% 1'887 1'748

R 2009 18'933 62'624 59'242 3'382 179 2009 70% 1'938 1'767

R 2010 19'415 72'053 67'325 4'728 244 2010 70% 1'965 1'845

Ø (10 Jahre) 17'878 53'297 58'802 -5'505 -330 0.3% 1.8%

Ø jährliches Wachstum

(Geo-Mittel)

Definitionen / Bemerkungen

Selbstfinanzierungsgrad: Verhältnis Bruttoertragsüberschuss (Cash Flow) zu Netto-Investitionen (100%)

Finanzertrag: Gesamtertrag ohne durchlaufende Posten, Entnahmen, interne Verrechnungen (Arten 47-49)

Selbstfinanzierungsanteil: Verhältnis Bruttoertragsüberschuss zu Finanzertrag (100%)

Zinsbelastungsanteil: Verhältnis Nettozinsen zu Finanzertrag (100%)

Selbstfinanzierung = Bruttoertragsüberschuss = Cash Flow

*1) Netto-Zinsen (neu ab RG 2002): Artengl. 32 - (Artengl. 42 abz. Aufwand funktional 942). [vorher Saldo fkt. Grp. 940 abzgl. Verrechnungen]

*1) Netto-Zinsen ab Rechnung 2004 gemäss der neuen Vorgabe des Kantons Thurgau (Kennzahlenerhebung)


Impressum

Stadt Kreuzlingen

Hauptstrasse 62

8280 Kreuzlingen

stadt@kreuzlingen.ch

www.kreuzlingen.ch

Projektleitung, Redaktion

Caroline Leuch, Stadt Kreuzlingen

Gestaltung

René Senn, Stadt Kreuzlingen

Konzept

A-Sign GmbH, 8280 Kreuzlingen

www.a-sign.ch

Fotos

Foto Alternativ

Kathrin Brunner

Martina Eggenberger Lenz

Bernhard Fuchs

Mario Gaccioli

Stadt Kreuzlingen

Bildkonzept 2012

Auf den neun Themenbildern sind verschiedene Plätze in der

Stadt Kreuzlingen zu sehen.

Druck

Bodan AG

8280 Kreuzlingen

www.bodan-ag.ch

Mai 2013

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