herunterladen (~5.6 MB) - Kult.Kino

kultkino.ch

herunterladen (~5.6 MB) - Kult.Kino

atelier | camera | club

januar/februar 2013


ES WAR EINMAL ... EINMAL ANDERS

BLANCANIEVES

Von Pablo Berger

Pablo Berger überträgt das Schneewittchen, ein

Märchen der Gebrüder Grimm in ein archaisches

Spanien der 1920er-Jahre. Schneewittchen tritt in

die Fussstapfen ihres Vaters und wird erfolgreiche

Stierkämpferin. Die sieben Zwerge sind kleine

Toreros und sorgen für bizarren Spass an den

Volksfesten. Eine dichte Handlung mit kristallklaren

Bildern; grandiose Darstellerinnen prägen diesen

Stummfilm. Die beeindruckenden Schwarz-Weiss-

Bilder werden von Alfonso Vilallongas wunderbarem

Soundtrack begleitet: die Musik wird zur Stimme der

Hauptfiguren. So ist der Film eine neue Interpretation

der Filme jener Zeit für die Zuschauer von heute,

ein Märchen in Bildern für alle Alterstufen und nicht

zuletzt eine zauberhafte Geschichte voll Phantasie,

Dramatik und Schrecken aber auch von finsterem

Humor.

Spanien, 2011, 104 Minuten, mit: Maribel Verdú, Daniel Giménez

Cacho, Angela Molina, Xenix

januar / februar 2013

SPANISCH TRANSATLANTISCH

POST TENEBRAS LUX

Von Carlos Reygadas

Ein wohlhabendes Paar mit zwei kleinen Kindern

kauft sich ein kleines Anwesen auf dem Lande.

Doch es kommt zu immer mehr Differenzen in der

Beziehung: die Sehnsucht nach Idylle und einem

harmonischen Leben erweist sich als trügerisch,

denn das Haus wird von einem Dämon heimgesucht.

Ein anspruchsvoller Film für Arthouse-

Freunde: Post Tenebras Lux muss interpretiert

werden.

Mexiko, 2012, 120 Minuten, mit Adolpho Jimenez Castro, Nathalia

Acevedo, Willebaldo Torres, look now!

UNA NOCHE

Von Lucy Mulloy

Eine Nacht kann sehr lang sein: vor allem für die

drei Jugendlichen, die mit einem Floss von Kuba

den gefährlichen Weg übers Meer nach Florida

wagen wollen. Ihr Ziel: weg aus Kuba.

Regisseurin Mulloy zeigt in ihrem packenden Spielfilmdebüt

ein magisches Havanna, das fasziniert und

fesselt. Aber auch die Schattenseiten werden nicht

ausgespart, so entsteht eine Atmosphäre, in der die

Jugendlichen zwischen dem Bleiben in der Heimat

und dem Neuanfang in der Fremde zerrissen sind.

Kuba, 2012, 90 Minuten, mit Dariel Arrechaga, Anailin de la Rua

de la Torre, Javier Nunez Florian, trigon

ERFRISCHENDES AUS FRANKREICH

LES SAVEURS DU PALAIS

Von Christian Vincent

Als der Elysée Palast die Köchin Hortense Laboire

anfragt, staunt diese nicht schlecht: Sie soll als Leibköchen

für die persönliche Speisekarte des französischen

Präsidenten zuständig sein. Mit ihrer authentischen

Küche verzückt sie den Präsidenten und versetzt ihn

damit in längst vergessene Kindheitstage.

Der Film beruht auf der wahren Geschichte. Regisseur

Vincent erzählt einfühlsam und amüsant über diese

starke Frau, verwöhnt die Sinne aber auch mit kulinarischen

Einblicken in die französische Küche.

Am So, 3. Februar, 17.00, Film und anschliessend französisches

Diner Tavoletta, 3 Gänge, auf Anmeldung.

Frankreich, 2012, 95 Minuten, mit: Catherine Frot, Jean D›Ormesson,

Hippolyte Giardot, Frenetic

ADIEU BERTHE

Von Bruno Podalydès

Armand wohnt mit seiner Familie in der Kleinstadt

Chateau und führt mit seiner Frau zusammen eine

kleine Apotheke. In einem Arzneimittelschrank versteckt

er seine Zaubererutensilien. Er möchte seiner

unehelichen Tochter mit seiner aufbrausenden Geliebten

Alix eine Geburtstagsüberraschung bereiten.

Adieu Berthe: eine amüsante, verrückte Komödie mit

französischem Charme.

Frankreich, 2012, 100 Minuten, mit Denis Podalydès, Valerie

Lemercier, Isabelle Candelier, Xenix

RAFFINIERT INSZENIERTE POESIE

OH BOY

Von Jan Ole Gerste

Niko streift durch Berlin und träumt sich in den Tag

hinein. Er ist gegen Ende 20, aber noch immer auf der

Suche: sein Studium hat er schon vor zwei Jahren

geschmissen, seinen Platz im Leben nicht gefunden.

Mit stiller Neugierde beobachtet er die Menschen und

ihr Treiben. Doch Niko wird mit den Folgen seiner

Passivität konfrontiert: plötzlich muss er ohne die

finanzielle Unterstützung seines Vaters auskommen,

seine Freundin zieht einen Schlussstrich und eine

junge Frau konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit.

Ein Schwarz-Weiss-Film voll weicher Kontraste und

parodistisch gebrochener Klischees. Er erinnert mit

seinem Zeitlosen an die Klassiker, wirkt aber doch

zeitgemäss und ist stilistisch eigenwillig.

«Ein Glücksfall von einem Film. Die schwarzweissen

Bilder im Zusammenspiel mit dem jazzigen Soundtrack

wecken eher Assoziationen an Paris und New

York – oder Nouvelle Vague und Woody Allen – als an

den jungen Deutschen Film» (Der Spiegel)

Deutschland, 2012, 88 Minuten, mit: Tom Schilling, Marc Hosemann,

Friederike Kempter, Filmcoopi

UNSER HEISSER KINO.TIPP

BROKEN

Der offizielle Gewinner des Zürich Filmfestival

Von Rufus Norris

Skunk, eine aufgeweckte und wissensbegierige Elfjährige,

lebt mit ihrem Vater in einem Vorort Londons

und fühlt sich wohl in ihrem Leben. Eben freut sie sich

auf die Sommerferien. Doch durch gravierende Vorkommnisse

innerhalb der Familie und in der Nachbarschaft

drohen die Probleme der Erwachsenen

ihren heilen Kinderkosmos zu zerbrechen. Skunk

versucht verzweifelt ihre Kindheit festzuhalten: Mittelpunkt

bleibt ihre subjektive Wahrnehmung des

dramatischen Geschehens. Wie Norris das ruhelose

Klima der Erwachsenenwelt einfängt, ist von zarter

wie auch ruppiger Poesie. Diese Mischung ergibt

einen tief berührenden Film, der die Zuschauer auf

eine emotionale Reise mitnimmt.

«Der brilliante Tim Roth und die junge Eloise Laurence

sind eine grosse Bereicherung für diesen

ergreifenden Film.» (Télé 7 Jours)

Grossbritannien, 2012, 90 Minuten, mit Tim Roth, Cillian Murphy,

Eloise Laurence u.a., Frenetic

BRENNPUNKT DAS BÖSE

HANNAH ARENDT

Von Margarethe von Trotta

Ein berührendes Porträt der deutsch-jüdischen

Philosophin, Theoretikerin und Publizistin Hannah

Arendt, die eigenwillig und kompromisslos denkt und

ein engagiertes Leben führt.

Der von ihr geprägte Begriff «Banalität des Bösen»

beeinflusst das Denken der 1960er Jahre. Ihre Stellungnahme

beim Eichmann-Prozess führte zu

Unverständnis und grossen Protesten.

Deutschland, 2012, 113 Minuten, mit: Barbara Sukowa, Axel Milberg,

Filmcoopi

JAGTEN

Von Thomas Vinterberg

Lucas, ein unschuldiger Kindergärtner, soll sich an

einem Kind vergangen haben. Die Lüge eines Kindes

führt dazu, dass sich alle aufgestauten Aggressionen

auf ihm abladen. Lucas sieht sich gezwungen, für

sein Leben und seine Würde zu kämpfen.

Vinterberg wagt sich mit seinem neuen Werk an ein

emotional geladenes Thema, geht dieses mit viel

Gefühl an und zeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn

sie nicht mehr klar denken können.

Dänemark, 2012, 115 Minuten, mit: Mads Mikkelsen. Alexandra

Rapaport, Thomas Bo Larsen, Frenetic

IM ALTER

QUELQUES HEURES DE PRINTEMPS

Von Stéphane Brizé

Endlich wird Alain nach 18 Monaten im Gefängnis

wieder in die Freiheit entlassen. Im Gefängnis konnte

er dem Alltag entkommen und von der Welt vergessen

werden. Nun muss er – ohne Job – wieder bei

seiner Mutter einziehen, zu der er nie ein liebevolles

Verhältnis hatte. Er erfährt, dass sie an Krebs

erkrankt ist und schon Kontakt zu einer Sterbehilfeorganisation

in der Schweiz aufgenommen hat.

Ein leises Drama, das mit ausgezeichneten Schauspielern

von realen Problemen erzählt.

Frankreich, 2012, 108 Minuten, mit: Vincent Lindon, Hélène Vincent,

Emmanouelle Seigner, Xenix

QUARTET

Von Dustin Hoffman

Die turbulente Komödie spielt in einem Seniorenheim

für ehemalige Opernsänger. Jedes Jahr feiern die

Freunde Cissy, Reginald und Wilfred Giuseppe Verdis

Geburtstag mit einem Konzert, bei dem Spenden für

das Altersheim gesammelt werden. Doch dieses Jahr

ist alles anders. Eine berühmt-berüchtige Operndiva,

zieht in das Heim. Plötzlich ist das Konzert bedroht;

aber die Show muss weitergehen…

USA, 2012, 98 Minuten, mit: Maggie Smith, Sir Tom Courtney,

Bill Conolly, u.a., Ascot Elite

Sonderveranstaltungen im kult.kino

VERGISS MEIN NICHT

Von David Sieveking

Am Donnerstag, 24. Januar, 18.00 Film + Gespräch mit dem Regisseur und seinem Vater

Der Regisseur findet durch die Alzheimerdemenz seiner Mutter Zugang zu ihrer Vergangenheit.

Gleichzeitig dokumentiert er einfühlsam ihren geistigen und körperlichen Abbau. Obwohl die

Krankheit sich immer wieder deutlich zu erkennen gibt, erlebt David lichte Momente mit seiner

Mutter: «Aus der Tragödie meiner dementen Mutter ist kein Krankheits-, sondern ein Liebesfilm

entstanden, der mit melancholischer Heiterkeit gefüllt ist.»

Deutschland, 2012, 90 Minuten, look now

LES REINES PROCHAINES

Von Claudia Willke

Am Donnerstag, 31. Januar, 18.30, Film + Gespräch mit den Reines

Ein Dokumentarfilm, der die Frauengruppe über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg begleitet,

Ausschnitte aus ihrem künstlerischen Werk beleuchtet und ihre ungewöhnliche Geschichte nachzeichnet.

Auch nach 25 Jahren überschreiten die einstigen frechen Aktionskünstlerinnen traditionelle

Kunst- und Geschlechtergrenzen. Witzig, sinnlich, radikal.

Schweiz, 2012, 77 Minuten, freihändler

kult.kino atelier

Theaterstrasse 7, 4051 Basel

kult.kino club

Marktplatz 34, 4001 Basel

kult.kino camera

Rebgasse 1, 4057 Basel

Reservation: Sitzplatzgenau und ohne Registrierung: www.kultkino.ch

Persönlich und zum Lokaltarif: 061 272 87 81

Verwaltung kult.kino

Clarastrasse 48

Postfach

4005 Basel

+41 (0) 61 681 46 33

www.kultkino.ch

info@kultkino.ch

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine