kulturnews präsentiert besondere Filme im Kino und auf DVD 02|2013

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kulturnews präsentiert besondere Filme im Kino und auf DVD 02|2013

kulturnews präsentiert besondere Filme im Kino und auf DVD 02 | 2013

AB

28.02.2013

IM KINO

„Wenn du es lange

genug durchhältst,

kannst du eines Tages

dein Haupt erheben.“

„Ein wichtiger Glücksfall im Dokumentarfilm.“ (FBW)

WWW.DRACHENMAEDCHEN-DERFILM.DE / DRACHENMAEDCHENDERFILM

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News

Froh über Frot

In ihrer Heimat ist die französische Schauspielerin

Catherine Frot längst ein Star, lockt regelmäßig ein

Millionenpublikum in ihre Filme. Hierzulande

kennt die 55-Jährige Pariserin, deren Nachname auf

Deutsch unvermeidbar nach guter Laune und

Munterkeit klingt, noch kaum jemand. Das sollte

sich zügig ändern – und Frot steuert ihren Teil dazu

mit erhöhter Leinwandpräsenz bei: Nachdem sie vor

kurzem erst in der kulinarischen Komödie „Die

Köchin und der Präsident“ als Leibköchin von

François Mitterand herzhafte Speisen und knallharte

Politik miteinander verband, macht sie sich nun auf

in den provinziellen Westen Frankreichs. Dort soll

sie die Effizienz einer Entbindungsstation prüfen

und eventuell die Schließung in die Wege leiten.

Doch – „Willkommen bei den Sch’tis“ lässt grüßen –

die Dorfbewohner erobern bald das Herz der

Großstädterin …

„Willkommen in der Bretagne“ startet am 31. Januar.

Foto: Alamode Film

Texte: vs

Stirb endlich!

Bruce Willis hat einst gesagt, er werde seine besten Rollen spielen, wenn er älter sei.

Nun ist Willis älter, nämlich 57 – und statt den Oscar anzustreben gibt er lieber weiter

den Actionhelden. In „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ (Start: 7. 2.)

spielt Willis zum fünften Mal den New Yorker Cop John McClane, der wieder einmal

ganz zufällig mitten in einen Riesencoup von Oberterroristen gerät und hemdsärmelig

aufräumt. Und nachdem er im vierten Teil schon auf seine Tochter traf,

kämpft er nun Seite an Seite

mit seinem Sohn in Moskau

gegen russische Schurken. In

den nächsten Fortsetzungen dürfte McClane dann wohl seine Enkel oder

seinen Zivi im Veteranenheim in die Kunst des Zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort-Seins

einweihen …

Foto: Twentieth Century Fox

Sing, Star!

Musicalverfilmung? Klar: Die berühmten Schauspieler singen im Studio

unter Einsatz allerfeinster Technik die Lieder ein und bewegen bei den

Dreharbeiten die Lippen zum Playback. Oder sie singen nicht mal selber,

geben den sensationellen Sopran aber für ihren aus. Tom Hoopers („The

King’s Speech“) Filmversion des berühmten Musicals „Les Misérables“

nach Victor Hugo ist da anders: Hier sangen Hugh Jackman, Russell

Crowe und Anne Hathaway (Foto) live in die Kamera. Das sorgt zwar für

einige Untiefen in der Gesangsqualität, ist aber glaubhafter und mitreißender

als andere Sing-Spiele. Ab 21. 2 im Kino.

Foto: Universal Pictures


Kino

Drachenmädchen

Kung-Fu ist in China kein Volkssport, sondern quasi eine

Philosophie. Und für viele Kinder oftmals der einzige Weg,

um aus mittellosen Verhältnissen herauszukommen. Der Preis

dafür: Disziplin, Druck, Einsamkeit – und keine Kindheit.

Kameramann und Dokumentarfilmer Inigo Westmeier gelang

es, Einblicke in die Shaolin Tagou zu bekommen, die mit

30 000 Schülern größte Kung-Fu-Schule des Reichs der Mitte.

Sein Film begleitet die Schülerinnen Xin Chenxi (9) und Chen

Xi (15) in ihrem knüppelharten Alltag: 5:40 Uhr Aufstehen,

Training, 7:30 Uhr Frühstück, Training, Mittag, Training, halb

neun Schlafenszeit. Beide träumen weit weg von Zuhause von

einer Karriere als Soldatin oder Kung-Fu-Kämpferin. Sie wollen

und müssen genug verdienen, um ihre Eltern zu ernähren, die

hart für die Schulgebühr schuften oder sie aus Armut weggeben

mussten: Schließlich sind sie, wie ein Vater sagt, Drachen,

deren Schnur gerissen ist und die aufpassen müssen, nicht an

ein Flugzeug zu stoßen. (vs)

Dokumentation | D 2011 | Polyband | 90 Min. | R: Inigo Westmeier | Start: 28. 2.

Für Fans von Bruce Lee, Martial Arts, Doku-Filmen


Ab 15.02.2013 auf DVD,

Blu-ray und Video on Demand

Ein Mann, ein Schwein

und sauviele Probleme

»Löst dieses Schwein den

Nahostkonflikt? Ansehen!«

AZ MÜNCHEN

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Aktion

Kino

Django

Unchained

Fröhliches Familienglück

fürs Wohnzimmer

Jean Reno und Christian Clavier sind aus der französischen

Komödie nicht mehr wegzudenken. So oft standen sie

bereits zusammen vor der Kamera, dass sie inzwischen ein

fest eingespieltes Team sind. Für den Film „Zum Glück

bleibt es in der Familie“, bei dem Clavier auch Regie führte,

fanden sie erneut zusammen.

Das lesbische Paar Kim (Muriel Robin) und Alex (Héléna

Noguerra) will ein Kind aus Thailand adoptieren. Die

Regierung hat die Gesetze jedoch dahingehend verändert,

dass nur noch verheiratete Paare Kinder adoptieren dürfen.

So reist Kim mit Alex' Bruder César (Clavier) und gefälschten

Hochzeitspapieren nach Thailand, um die kleine Maily aus

dem Waisenhaus zu sich nach Frankreich zu holen. Doch

sie haben die Rechnung ohne Doctor Luix (Reno) gemacht,

der das angebliche Ehepaar auf eine harte Probe stellt.

Fettnäpfchen sind da natürlich vorprogrammiert …

kulturmovies verlost je 10 DVDs

und 10 Blu-rays von „Zum

Glück bleibt es in der Familie“.

Wenn ihr eine davon gewinnen

möchtet, schreibt bis zum 27. 2.

eine E-Mail mit dem Betreff „Zum

Glück bleibt es in der Familie“ an

info@bunkverlag.de. Fügt zudem

der Nachricht bei, ob ihr eine

DVD oder eine Blu-ray bevorzugt.

Viel Glück!

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Quentin Tarantino ist der Chefgeschichtsrevisionist des Gegenwartskinos,

der Rächer der Unterdrückten und Völkergemordeten.

In „Inglourious Basterds“ ließ er einen Trupp jüdischer Racheengel

Hitler und Co. niedermetzeln, und in seiner Version der

Spaghettiwestern um den schweigsamen Killer Django ballert ein

rachedurstiger Sklave (Jamie Foxx) weißen Abschaum nieder, dass

das Hämoglobin quellsprudelt. Ein dunkles Vergnügen bereitet

es, wenn Django und der deutsche Kopfgeldjäger King Schultz

(Christoph Waltz) sich aufmachen, Djangos Frau aus den Händen

des Plantangenbesitzers Candie (Leonardo DiCaprio) zu befreien

– Leichen pflastern ihren Weg. Das hat Charme von Trash bis

tumb, auch wenn Tarantino die Inspiration abgeht. Die

Dialogbrillanz und die bildkompositorische Raffinesse, die seine

frühen Werke ausmachten, sind kaum vorhanden, die Schauspieler

spielen sich bis auf Foxx bis zum Chargieren in den

Vordergrund, dass der ganze Film zur Spaghettiwesternhommagegroteske

gerät. So hat Tarantino doch noch etwas Innovatives

geschaffen: ein neues Sub-Subgenre. (vs)

Western | USA 2012 | Sony Pictures | 165 Min. | R: Quentin Tarantino

D: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio | Start: 17. 1.

Für Fans von Sergio Leone, Black Power, Rache ist Blutwurst


Play –

Nur ein Spiel

Kino

Zwischen 2006 bis 2008 raubte eine Gruppe jugendlicher afrikanischer

Migranten in Göteborg weiße Mittelschichtkids aus –

ohne Gewalt. Sie unterstellten den Kindern einfach, ein ihnen

geklautes Handy zu besitzen und drängten sie subtil, aber unmissverständlich

zwecks Klärung mitzukommen. Ruben Östlund

checkt mit seiner fiktionalen Aufbereitung unsere Vorurteile,

unseren latenten Rassismus und unser von der Politischen Korrektheit

verwässertes Wertesystem durch – und horcht unsere

Zweifel bei schnellen Urteilen über Straftäter ab. Muss man jungen

Migranten nicht mehr Verständnis entgegenbringen, wenn

sie sich nehmen, was sie wegen gesellschaftlicher Ausgrenzung

wohl nie bekommen werden? Auch wenn sie offen zugeben, mit

dem Part des bösen schwarzen Mannes nur die Rolle zu übernehmen,

die ihnen die Gesellschaft sowieso zuweist? Östlunds

visuelles Konzept, pro Szene nur eine lange Einstellung zu wählen,

die dem beobachtenden Blick eines Passanten gleicht, verstärkt

das Unbehagen beim Anblick dieser faszinierenden Versuchsanordnung.

Ein brillanter, provokanter Film. (vs)

Drama | SE 2011 | Fugu | 110 Min. | R: Ruben Östlund

D: Anas Abdirahman, Sebastian Blyckert, Yannick Diakité | Start: 24. 1.

Für Fans von Kino, das zum Nachdenken anregt und die eigene Weltsicht hinterfragt


Kino

Zero Dark Thirty

Kathryn Bigelows Protagonisten sind Besessene, Profis ohne

Privatleben, bei denen man nie weiß, ob ihre innere Leere aus

dem Job entsteht oder ob dieser das Vakuum füllt. CIA-Agentin

Maya (Chastain) ist so ein Profi, eine Analytikerin, die Terroristen

aufspürt und töten lässt. Vor allem Osama bin Laden,

um dessen Eliminierung sich diese mit nervöser Handkamera

überall auf der Welt gedrehte Chronik der Menschenjagd dreht.

Maya steht für die Entwicklung der westlichen Welt im Umgang

mit islamistischem Terror: anfängliche Unschuld wird

zu Entsetzen wird zu brutaler Entschlossenheit inklusive Folter.

Bigelow spitzt nur wenig hollywoodesk zu, sie bildet an den

Fakten orientiert halbdokumentarisch ab, fängt mit der Kamera

kleinste Regungen in dauerangespannten Gesichtern ein. Der

Militäreinsatz um zero dark thirty – Armeesprech für 0:30

Uhr, als Marines das Gelände betraten, auf dem sich bin

Laden aufhielt –, ist eine nüchtern-taktische Choreographie

in Nachtsichtgerätgrün. Dann ist bin Laden tot, Mayas Job

erledigt. Und der Horror Vacui setzt mit Tränen ein. (vs)

Kriegsdrama | USA 2012 | Universal Pictures | 156 Min.

D: Jessica Chastain, Scott Adkins, Joel Edgerton | Start: 31. 1.

Für Fans von: Politthrillern, Jessica Chastain, differenziertem Hollywoodkino

Celeste + Jesse

Als Celeste (Rashida Jones) und Jesse (Andy Samberg) nach ihrer

Trennung wieder mit anderen zu daten beginnen und der verplante

Jesse Vater wird, ändert sich ihr Status „Allerbeste Freunde“

grundlegend … Regisseur Krieger setzt auf schlagfertige Dialoge,

Witz und Skurrilität und vermittelt Gefühle in Nahaufnahmen:

einer zärtliche Abschiedsgeste, einem verzweifelten Lächeln, einem

ironischen Augenzwinkern. „Celeste & Jesse“ ist eine Liebeserklärung

an die Freundschaft und eine Anleitung zum Glücklichwerden.

Durch den Verzicht auf ein Happyend zeigt Toland

zudem, dass wahre Freundschaft weder an Eifersüchteleien scheitert

noch vor einem Teller Algenomelett kapituliert. (us)

Liebeskomödie | USA 2013 | 92 Min. | R: Lee Toland Krieger

D: Rashida Jones, Andy Samberg, Elijah Wood | Start: 14. 2.

Für Fans von dem Trennungsklassikersatz „Lass uns Freunde sein“, „Harry & Sally“


Warm Bodies

Kino

Dumme Sache, so ein Zombiedasein. Nicht mal an den eigenen

Namen erinnert sich R (Hoult), oder daran, warum er eigentlich

tot ist. Stattdessen latscht er den ganzen Tag im Schneckentempo

übers Flughafengelände. Bis er plötzlich menschliche Regungen

verspürt und sich in eine lebende Blondine (Palmer) verliebt. Klingt

abgefahren? Ist es auch. „Warm Bodies“ ist die welterste romantische

Zombiekomödie und verquirlt das Horrorgenre mit

„Romeo und Julia“. Regisseur Levine treibt subtile Scherze mit

den seriösen Genrekumpels – und gibt gleichzeitig den Untoten

ihre Menschlichkeit zurück. (ascho)

Horrorromanze | USA 2013 | Concorde | 97 Min. | R: Jonathan Levine

D: Nicholas Hoult, Teresa Palmer, John Malkovich | Start: 21. 2.

Für Fans von „Shawn of the Dead“, „The Walking Dead“, William Shakespeare

The Master

Freddie Quell (am Randes des Overacting: Joaquin Phoenix)

ist am Ende des Zweiten Weltkriegs ein zerstörtes Individuum.

Er trifft auf den spirituellen Guru Lancaster Dodd

(Philip Seymour Hoffman), der sich von seinen Anhängern

nur Meister nennen lässt. Dodd integriert Freddie in seine

Glaubensgemeinschaft. Paul Thomas Anderson („There will

be Blood“) orientiert sich eng an der Entstehungszeit von L.

Ron Hubbards Church of Scientology um 1950; einer Zeit,

in der Seelenfänger in der verunsicherten Postkriegsgesellschaft

leichte Beute machten. Und doch ist dies kein Sektenfilm. Er

handelt in der Figur des Freddie von der Zerrissenheit des

Menschen zwischen animalischen Trieben und dem Wunsch,

sich Regeln und Normen zu beugen. Andersons Kamera ahmt

dabei die kräftigen Farben und den Hochglanz des amerikanischen

Kinos der 1950er nach; das sorgt in Kombination

mit der postmodernen, fragmentarischen Erzählweise für eine

Stimmung, als spielte man Zwölftonmusik zu einem Edward-

Hopper-Gemälde. Keiner filmt so genau, den Grat ab, auf

dem der Mensch wandelt zwischen Vernunft und Wahn. (vs)

Drama | USA 2012 | Senator | 137 Min. | R: Paul Thomas Anderson

D: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams | Start: 21. 2.

Für Fans von „There will be Blood“, „Magnolia“, „Punch-Drunk Love“


Kino

Hyde Park am Hudson

Juni 1939: ein Sommerwochenende in Hyde Park, dem

Landsitz des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Bill

Murray). Der britische König George VI. (Samuel West)

und seine Frau Elizabeth haben sich für einen historischen

Besuch angekündigt: George will Roosevelt überzeugen,

ihn im bevorstehenden Krieg gegen Deutschland zu unterstützen

– doch der alte Fuchs macht es dem jungen Monarchen

nicht leicht. Die heimliche Hauptfigur der Geschichte

und deren Erzählerin ist jedoch Roosevelts

Geliebte Daisy (Laura Linney), mit der der querschnittsgelähmte

Präsident lange Autoausfahrten unternimmt.

Diese Fluchten in die Natur fängt Regisseur Roger Michell

in schwelgerischen Bildern blühender Kleefelder und sattgrüner

Hügel auf und kontrastiert sie mit extremen Nahaufnahmen

von steifen Kragen und verkrampften

Schultern. Die beinahe greifbare Anspannung löst der

Lebemann Roosevelt schließlich durch Drinks, trockenen

Humor und penetrantes Ignorieren der Etikette. Fazit:

Völkerverständigung braucht manchmal nur einen Biss in

einen Hot Dog. Und eine charmante Komödie nicht viele

Zutaten. (es)

Komödie |GB 2012 | Tobis | 95 Min. | R: Roger Michell

D: Bill Murray, Laura Linney, Samuel West | Start: 28. 2.

Für Fans von „The King’s Speech“, leichter, aber anspruchsvoller Unterhaltung

earMUSIC proudly presents

Mike Oldfield remixed by Mike Oldfield

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Torsten “York” Stenzel.

All tracks have been reworked from the

original multi-tracks recordings and include

newly recorded guitar parts by Mike Oldfield.

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“To France”, “Tubular Bells” and a

brand new song feat. Tarja Turunen.

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MARCH

1st,

2013!

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DVD

Cinema Jenin

D/IL/PS 2011 / Senator

106 Min. / R: Marcus Vetter

VÖ 4. 1.

DOKUMENTATION VON MARCUS VETTER

„Cinema Jenin“ von Marcus Vetter geht weit über das

Genre Dokumentarfilm hinaus. 2008 hatte der Regisseur

in „Das Herz von Jenin“ die Geschichte des Palästinensers

Ismail Khatib erzählt, der die Organe seines von israelischen

Soldaten erschossenen Sohnes auch Israelis spendete.

Nun greift Vetter auch selbst ins Geschehen ein: Er will

gemeinsam mit Khatib ein altes, verfallenes Kino in der

Westbank wieder aufbauen und gemeinsam mit den

Palästinensern vor Ort ein Kulturzentrum errichten. Vom

ersten Spatenstich bis zur Eröffnungsfeier, von zähesten

Verhandlungen bis zu schlimmsten Rückschlägen, vom

Besuch des Pink-Floyd-Sängers Roger Waters und seiner

90 000-Euro-Spende bis zur Ermordung des Kinounterstützers

Juliano Mer-Khamis: Alles ist in diesem Film

dokumentiert, der zu einem Work in Progress wurde und

auch künstlerisch überzeugt. (jw)

Extras Interviews, Trailer

auch als Blu-ray


DVD

Das rote Zimmer

Die Kunst zu lieben

D 2010 / Zweitausendeins

97 Min. / R: Rudolf Thome

D: Katharina Lorenz, Seyneb Saleh, Peter Knaack

VÖ 14.

F 2011 / Eurovideo

83 Min. / R: Emmanuel Mouret

D: Judith Godréche, François Cluzet, Gaspard Ulliel

VÖ 14. 2.

TRAGIKOMÖDIE VON RUDOLF THOME

Über Rudolf Thomes Figuren ließe sich leicht lästern: hilflose ältere

Männer und junge kluge Frauen, gerne nackt. „Das rote

Zimmer“ (2010) handelt von einem Berliner Kussforscher (!), der

von einem Lesbenpärchen in ein mecklenburgisches Elysium entführt

wird, um dort einen seltsam trunkenen Harem aufzubauen.

Klingt affig, ist aber bei Licht betrachtet ein lazy-lustvolles

Durcheinanderwirbeln von Machtstrukturen in Geschlechterbeziehungen.

Schade nur, dass Thome jenseits von seinem sehr

französischen Liebesbild ausschließlich Dekors aufbaut. „Kusswissenschaft“

ist eigentlich keine Forschung, sondern nur ein

Herrenwitz, ebenso wie das zu drehende Filmprojekt im zeitgleich

erscheinenden „Ins Blaue“ (2011) höchstens Fernsehfilmniveau

erreichen dürfte. Interessiert diesen Regisseur einfach nicht, ihn

interessiert nur: Schönheit. (fis)

Extras Trailer

LIEBESKOMÖDIE MIT FRANÇOIS CLUZET

Regisseurin Emmanuel Mouret gelingt es, dem Thema Liebe

noch neue Facetten abzugewinnen. Dazu siedelt sie ihre

Figuren in intellektuellen Kreisen an, in denen Beziehungen

nicht bloß geführt, sondern zerdacht werden. Wie bei William

und Vanessa, die bewusst eine offene Beziehung führen – und

sich selbst auf eine harte Probe stellen, als ihr Konzept durch

Vanessas geplantes Sexabenteuer mit einem anderen zerrüttet

wird. Oder Achille (François Cluzet, „Ziemlich beste

Freunde“), dessen Singlenachbarin wirklich jeden Moment zerdenkt.

Mal ist ihr ein Kuss zu spontan, dann zu geplant, mal will

sie Abenteuer, dann größtmögliche Innigkeit. Am Schluss bleibt

die Antwort auf alle Liebesfragen jedoch konventionell: Auf jeden

Topf passt (nur) ein Deckel. (mh)

auch als Blu-ray


Babycall

Wuthering Heights

DVD

NO 2011 / Eurovideo

92 Min. / R: Pål Sletaune

D: Noomi Rapace, Kristoffer Joner,

Vetle Qvenild Werring

VÖ 14. 2.

GB 2011 / Prokino

123 Min. / R: Andrea Arnold

D: Kaya Scodelario, James Howson, Solomon Glave

VÖ 14. 2.

PSYCHOTHRILLER MIT NOOMI RAPACE

Anna (Noomi Rapace) lebt in Angst. Auch in ihrer neuen

Wohnung fühlt sie sich nicht vor ihrem gewalttätigen Ehemann

sicher. Ist es Paranoia oder berechtigte Sorge, dass sie ihren achtjährigen

Sohn nicht allein in seinem Zimmer schlafen lässt? Dass

sie ein Babyfon für den Jungen kauft, um beruhigter schlafen zu

können? Dann hört sie damit unfreiwillig, wie in einer

Nachbarwohnung des anonymen Wohnblocks ein anderes Kind

misshandelt wird … Pål Sletaune spielt in diesem bodenständigen

Psychothriller versiert mit unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen

und liefert uns einer Hauptfigur aus, der wir

als Zuschauer bald nicht mehr trauen können. Für Noomi

Rapace („Millennium“-Trilogie“) ein darstellerischer Parforceritt,

den sie mit Bravour meistert. (ascho)

Extras Trailer

ROMANVERFILMUNG DES BRONTE-KLASSIKERS

Schmutz, schwarzer Hochmoormatsch, Sturm, der an Leibern

und Gemütern zehrt, Liebe, die durch Konventionen und

Rassismus zur lebensbedrohlichen Besessenheit mutiert:

Kurzfilm-Oscar-Preisträgerin Andrea Arnold („Fish Tank“) hat

den Klassiker von Emily Bronte kräftig aufgefrischt. Findelkind

Heathcliff, bei Arnold Afro-Amerikaner, Stiefschwester Cathy

und ihre unmögliche Beziehung filmt Arnold mit wildgewordener

Handkamera, die im Getümmel untergeht und an

Gesichter, Insekten und Rohrstockhiebwunden so nah rangeht

wie ein Kurzsichtiger. Man verliert in dieser völlig unpittoresken,

extrem kalten Inszenierung oft die Übersicht – genau wie

der eher unsympathische Liebesstalker Heathcliff. Der ist sehr

schweigsam angelegt, was irgendwann kontraproduktiv wird.

Aber die aggressive Verzweiflung einer zum Sterben verurteilten

Liebe wurde selten so nachfühlbar gemacht. (vs)

Extras Interviews, Trailer


DVD

God bless America

Parks and Recreation –

Season 1

USA 2011 / Kino Kontrovers

100 Min. / R: Bobcat Goldthwait

D: Joel Murray, Tara Lynne Barr,

Melinda Page Hamilton

VÖ 14. 2.

USA 2009 / Universal Pictures

124 Min. / R: Greg Daniels, Michael Schur

D: Amy Poehler, Rashida Jones, Aziz Ansari

VÖ 14. 2. (DVD exklusiv online erhältlich)

KOMÖDIE MIT JOEL MURRAY

Durchschnittsspießer muss mit Jobverlust, Scheidung und

Krebsdiagnose klarkommen, beschließt, sich umzubringen, entscheidet

dann aber, dass es sinnvoller wäre, andere Leute umzubringen:

It-Girls, evangelikale Christen, Reality-TV-Macher.

Bobcat Goldthwaits „God bless America“ will eine Art Comedy-

„Natural Born Killers“ sein, allerdings ohne das medienkritische

Niveau des Originals zu erreichen. Hübsch böse ist der Film dennoch,

weil er immer filmisch up to date ist, ohne im bloßen Trash

zu versinken. (fis)

Extras Interviews,Trailer, Making-of, Featurettes

auch als Blu-ray

TV-SERIE MIT AMY POEHLER

Leslie Knope („Saturday Night Life“-Komikerin Amy Poehler) ist

chronisch überambitioniert und nervt damit ihre Kollegen im

Grünflächenamt der Kleinstadt Pawnee. Lakonische, aber nur

leidlich lustige Behördenmockumentary von den Machern der

US-Version von „The Office“. (kab)

Extras Audiokommentare, deleted Scenes, ungeschnittenes Ende, Featurette

Lust ohne Grenzen

Die Kunst, sich die

Schuhe zu binden

MX 2010 / Pierrot Le Fou

88 Min. / R: Michael Rowe

D: Monika del Carmen, Gustavo Sanchez Parra,

Armando Hernández

VÖ 1. 2.

SCHWEDISCHE KOMÖDIE

SE 2011 / MFA

97 Min. / R: Lena Koppel

D: Sverrir Gudnason, Vanna Rosenberg, Mats Melin

VÖ 29. 1.

Schauspieler Alex nimmt einen Job als Betreuer einer

Behindertengruppe an – und mischt sie erstmal ordentlich auf.

Ergebnis: Die Verwandten laufen Sturm. Ein ans Herz gehender

Film der schwedischen Regisseurin Lena Koppel. (jes/es)

auch als Blu-ray

MEXIKANISCHES EROTIKDRAMA

Wer dem mexikanischen Film „ Año bisiesto“ („Schaltjahr“) den

deutschen Titel „Lust ohne Grenzen“ gegeben hat, gehört geschlagen.

Denn, nein, Michael Rowe hat keinen Softporno

gedreht, sondern ein stilles Kammerspiel über Anonymität in der

Großstadt. Angereichert mit den für das jüngere lateinamerikanische

Kino typischen expliziten Sexszenen, die hier einen Spin ins

Sadomasochistische zeigen. Eine kluge Variante von Oshimas

„Im Reich der Sinne“ – und als Softporno kann man den japanischen

Klassiker sicher nicht bezeichnen. (fis)

Extras Making-of, Musikvideo, Trailer

Impressum

kulturmovies

präsentiert von kulturnews

wird herausgegeben von der

bunkverlag GmbH

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22765 Hamburg

fon 040-39 92 95-0

fax 040-38 089 77-3

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v.i.S.d.P. Dr. Jutta Rossellit

Redaktion

Volker Sievert (vs)

Ellen Stickel (es)

Texte

Katharina Behrendsen (kab)

Mark Heywinkel (mh)

Axel Schock (ascho)

Falk Schreiber (fis)

Julia Schröder (jes)

Ulrike Seibold (us)

Jürgen Wittner (jw)

Grafik

Nils Heuner

Juliane Kruschke, Lennart Vitting

Anzeigen

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Disposition

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Anzeigenschluss für Ausgabe 03/13:

18. 2. 2013

Es gilt Anzeigenpreisliste 2013

Bei Gewinnspielen ist der Rechtsweg

ausgeschlossen.


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