CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

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CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

08│2008 B – WIRTSCHAFT 19

China kauft ein

Erfahrungen als Tochter

einer chinesischen

Muttergesellschaft

Ralf Liebrich, Rölfs RM

Restructuring Management GmbH

Ralf Liebrich

Der Einstieg

Gesucht!!

Deutsche High-Tech Perlen und Firmen mit

Markennamen, mit Marktanteil und Entwicklungspotential.

Der Wunsch nach eigenständiger Herstellung

hochwertiger Produkte sowie die stärker

zunehmende Konkurrenz auf dem Heimatmarkt

veranlassen chinesische Unternehmen

immer öfter im Ausland zu investieren

und funktionierende Produktionsstätten

zu übernehmen.

Die erworbenen Unternehmen sollen

• weiter produzieren,

• den Markt in Europa und den USA öffnen,

• einen besseren Zugang zu den westlichen

Beschaffungsmärkten verschaffen und

• die chinesischen Produkte fit machen für

die westlichen und asiatischen Märkte.

Dabei werden chinesische Unternehmen

durch die Expansionsstrategie der Regierung

unterstützt. Beflügelt durch die hohen

Devisenreserven gilt die politische Devise

der Expansion und des „Ausschwärmens“.

Damit ist auch verstärkt die Präsenz im Ausland

verbunden. Waren bisher meist Joint

Venture-Konstruktionen in China die Basis

der Zusammenarbeit, so gehen jetzt die

chinesischen Investoren verstärkt dazu über,

ausländische Unternehmen in voller Eigenregie

zu übernehmen. Dabei handelt es sich

überwiegend um schwächelnde Unternehmen

zu somit günstigen Konditionen. Das

Interesse der chinesischen Investoren liegt

unvermindert darin, Know-how zu erwerben

und gemeinsam mit dem ausländischen

Unternehmen für sich neue Technologien

und Märkte zu erschließen.

Nach wie vor benötigen die chinesischen

Kollegen noch fremdes Know-how und Unterstützung

in Sales und Marketing sowie bei

den Themen Organisation, Funding, Kostenmanagement

und Wachstumsstrategie.

Die Unternehmen, die sie übernehmen, sind

dann meist doppelt gefordert!

Zum einen müssen kurz- und mittelfristige

Entscheidungen getroffen werden, um das

übernommene Unternehmen aus der eigenen

Schieflage zu befreien und zu restrukturieren.

Zum anderen stellt es für die Muttergesellschaft

eine Herausforderung dar, im

europäischen Wirtschaftsumfeld ein Unternehmen

zu integrieren und zu steuern.

Aus Sicht des deutschen Unternehmens

klingt es zunächst einfach, die Herstellung

der verlustbringenden oder margenarmen

Produkte und Komponenten nach China zu

verlagern und sich dann auf die höherwertige

Veredelung, Forschung und Entwicklung

zu konzentrieren. Diese Neuorientierung

bedeutet den Aufbau von zusätzlicher Kapazität

bei Management, Vertrieb, Service und

Qualitätskontrolle sowie Verstärkung bei

Fertigungsplanung, Einkauf und F & E.

Parallel dazu sind Produktivität der eigenen

Fertigung und Absatzzahlen zu steigern.

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