CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

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CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

08│2008 E – PRAXIS CHINA 35

Dienstleistungen, aber auch grenzüberschreitende

Unternehmensinvestitionen und

Finanzierungen“. 2

Die ökonomische Globalisierung hat drei

wesentliche Merkmale:

1. Außenhandel (International Trade)

2. Ausländische Direktinvestitionen (FDI)

3. Kapitalmarktströmungen (Capital Market

Flows)

Die wohl bekannteste Institutionalisierung

der Globalisierung ist die WTO, der China

nach 15jähriger Verhandlungsphase im November

2001 beigetreten ist.

China selbst bezeichnet seinen Beitritt als

eine „strategische Entscheidung“ auf dem

Weg zur ökonomischen Globalisierung, die

letztlich zu einer Sozialistischen Marktwirtschaft

führen soll und sprach von einer „winwin“-Situation

für alle Beteiligten. 3

Vor dem Beitritt zur WTO musste China eine

Reihe von Reformschritten bewältigen, wie

z.B. Senkung der Zollsätze, Abbau nichttarifärer

Handelshemmnisse, Eliminierung

von Exportsubventionen und Reform des

Wechselkursregimes.

Welches waren die Gründe für Chinas

Beitrittswunsch?

1. WTO-Verpflichtungen als Reforminstrument

Chinas Reformkräfte sehen in der Verpflich-

2

Köhler (2002)

3

Tiwari, S. 7

tung zur Erfüllung der WTO-Auflagen ein

Instrument, um Reformwiderstand in Politik

und Bürokratie zu unterminieren und gleichzeitig

die eigene Industrie zu Anpassung und

Wettbewerbsfähigkeit zu zwingen 4

2. Zugang zu Zukunftstechnologien

China benötigt für seinen wirtschaftlichen

Aufstieg Zukunftstechnologien, die ihm vor

dem Beitritt zur WTO seitens der entwickelten

Länder oft verweigert wurden.

3. Sicherung des Zugangs zu Exportmärkten

Durch den WTO-Beitritt sichert man sich

seine Exportmärkte vor eventuellen Handelsbarrikaden

der Zielländer, die aus innenpolitischen

Gründen motiviert sein könnten,

gegen Importe aus China vorzugehen.

4. Minderung von politischem Druck

Mit dem Beitritt wird China weniger erpressbar

– der Erhalt des MFN-Status (Most Favoured

Nation-Status für alle WTO-

Mitglieder, d.h. Diskriminierungsverbot – ist

4

Wang Yong: “China in the WTO: A Chinese View“: When

PRC leaders decided to speed up WTO accession negotiations

in the late 1990s, they had a clear goal in mind: to

accelerate domestic reforms by introducing external pressures.

By committing to China's WTO accession agreement,

they attempted to overcome stumbling blocks that

hindered the government's reform efforts. These reforms

have been aimed at weakening the links between stateowned

enterprises (SOEs) and bureaucrats and at streamlining

and reinvigorating the declining state-owned sector,

inefficient but powerful government agencies, and the

poorly performing financial sector.

http://www.chinabusinessreview.com/public/0609/yong.htm

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