CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

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CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

08│2008 E – PRAXIS CHINA 39

2. Vergrößerung der Einkommensunterschiede

und als Folge davon die Verstärkung

sozialer Unterschiede und Konflikte

zwischen verschiedenen Schichten

3. Verstärkung des Wettbewerbsdrucks zwischen

einheimischen Firmen in den Bereichen

Landwirtschaft, Automobilbau und diversen

kapitalintensiven Branchen

Erwähnenswert ist, dass die pragmatische

Sichtweise im Großen und Ganzen von der

Zentralregierung geteilt wird. So hat beispielsweise

Jiang Zemin wiederholt den

Begriff des „zweischneidigen Schwertes“

verwendet. Auf der Grundlage dieser

Einstellung hat die politische Führung Chinas

drei Arten von Relationen identifiziert,

die es vorrangig zu beachten gilt:

1. Das Verhältnis zwischen Teilhabe am

Globalisierungsprozess und unabhängiger

Entwicklung

2. Das Verhältnis zwischen Einbindung in

die Globalisierung und die Wahrung nationaler

Interessen

3. Das Verhältnis zwischen Partizipation an

der Globalisierung und dem Schutz der chinesischen

Volkswirtschaft

Es wird also deutlich, dass Chinas Führung

erkannt hat, dass für China kein anderer

Weg besteht, als an der ökonomischen Globalisierung

teilzuhaben. Tatsächlich lässt

sich das Verhalten der Regierung als „aktiv

aber bedacht“ beschreiben mit dem Ziel, die

negativen Effekte der Globalisierung zu minimieren

und gleichzeitig die positiven Konsequenzen

zu maximieren.

Doch wie genau sehen Chinas politische

Maßnahmen am Anfang des 21. Jh. aus,

mittels derer auf die Herausforderungen der

Globalisierung reagiert wird?

2.4. Politische Maßnahmen der chinesischen

Regierung

Es wäre übertrieben zu sagen, dass es derzeit

eine bis ins Detail ausdifferenzierte politisches

Strategie gibt, mit der auf die Vorund

Nachteile der Globalisierung reagiert

wird.

Dennoch gibt es ein Bündel an Maßnahmen

und politischer Instrumente, die den Grundstein

einer chinesischen „Globalisierungs-

Politik“ bilden können.

Ganz allgemein kann man sagen, dass sich

Chinas Globalisierungs-Politik durch ein

energisches Anpassen (Regulieren und Korrigieren)

innerer Strukturen auszeichnet.

Insbesondere um die WTO-Auflagen zu erfüllen,

hat China einige Anstrengungen unternommen,

um sich „fit für die WTO“ zu

machen, d.h. staatliche Institutionen / Behörden

und gesellschaftliche Strukturen darauf

vorzubereiten auf vorhersehbare Veränderungen

adäquat zu reagieren:

1. Abbau administrativer Eingriffe in Unternehmen.

Im Laufe dieser Maßnahme wurden

tausende mittlerer und großer Produktionsbetriebe

in Aktiengesellschaften umgewandelt

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