CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

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CIHD Magazin 5 08/2008 - Chinesischer Industrie- und ...

08│2008 E – PRAXIS CHINA 40

2. Einführung/Etablierung eines Sozialversicherungssystems:

Kranken-, Arbeitslosenund

Rentenversicherungsmodelle wurden

als Modellprojekte in ausgewählten Ballungsgebieten

eingeführt

3. Förderung von Humankapital und Anwerben

von Personal: Es wurden verschiedene

Programme initiiert, um gut ausgebildetes

Personal, insbes. auch Auslandschinesen

nach China zurück zu holen

4. Sanierung staatlicher Institutionen auf

gesamtstaatlicher und auf Provinzebene:

„Verschlankung“ der Behörden für effektivere

Verwaltungsarbeit

5. Veränderungen des Wirtschaftsrechts:

Über 1300 chinesische Gesetze für den

Wirtschafts- und Verwaltungsbereich wurden

inzwischen abgeändert, damit sie mit den

Normen der WTO übereinstimmen; viele

neue Gesetze wurden erlassen

3. Schlussbetrachtung

Die pragmatische Haltung mit dem Abwägen

von Vor- und Nachteilen des Globalisierungsprozesses

wurde zum theoretischen

Fundament einer Regierungspolitik, die sich

mit den Herausforderungen der Globalisierung

auseinandersetzt.

Obwohl China an der Globalisierung Teil hat,

die - noch - vom Westen dominiert wird und

in der der Westen die Spielregeln ausgestaltet,

versucht die chinesische Führung an

Einfluss zu gewinnen und sich an der weiteren

Ausgestaltung der „Spielregeln“ aktiv zu

beteiligen.

Als Schlussbetrachtung möchte ich drei Thesen

zu Chinas Position im globalen wirtschaftlichen

und politischen Gefüge aufstellen

und erläutern:

These 1:

China ist auf dem Weg zu einer ökonomischen

Weltmacht, sie ist eine sich entwickelnde

Großmacht.

Dieser Prozess begann 1978 mit der Reform

und Öffnung und führte zu einer Art „Wirtschaftswunder“.

Eine umfassende Ökonomisierung

des Denkens und Handelns hat Einzug

gehalten. Auch die Art und Weise, wie in

China Politik gemacht wird hat sich gewandelt:

Fachleute, externe Politikberater, Dezentralisierung

und internationale Zusammenarbeit,

Einflüsse des privaten Unternehmenssektors

und der Finanzwirtschaft

prägen sie.

Die Reform- und Öffnungspolitik wird von

vielen „Globalisierungsvorgängen“ von außen

beeinflusst, z.B. Aufweichung national

staatlicher Abgrenzung oder internationale

Abstimmungs- und Anpassungszwänge im

Rahmen der WTO.

Dies erhöht den Druck auf institutionelle

Reformen im Bereich Verwaltung, Recht und

Justiz, was wiederum zu einer Reduzierung

der Planungsbürokratie führt. Darüber hinaus

werden innerhalb der KPCh die Kräfte

für Reformen und Modernisierung stärker.

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