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ku

Special

Nummer 29 – 6/2005

Planen

Bauen

Gestalten

www.klinikmarkt.de


Wirtschaftlich und ästhetisch

Neues Bauen für

den Gesundheitsmarkt

Beispiele für wettbewerbsfähige Krankenhausstrukturen

Investition + Betriebskosten

250.000.000

200.000.000

150.000.000

100.000.000

50.000.000

Vergleich Betriebskosten zu Investitionskosten

0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Haus 1:

minimierte Investition /

höhere Betriebskosten

Betriebsjahre 1–10

Haus 2:

effektive Investition /

reduzierte Betriebskosten

Abb. 1: Betrachtung der Gesamtkosten eines Gesundheitszentrums:

den ca. 5% höheren Investitionskosten für ein optimiertes Haus stehen

Betriebskosteneinsparungen innerhalb der ersten 10 Jahre in Höhe

von 60% der Investitionskosten gegenüber! Betriebskosten sind

nicht nur Ausstattung und Immobilie, sondern vor allem reduzierte

Personalkosten durch eine effektive Grundrissorganisation!

Bauen für den Gesundheitsbereich heißt heute zunehmend bauen

ohne öffentliche Förderung, zu den Erlösbedingungen der Fallpauschale.

Damit muss als Vorbedingung jeder Bauinvestition

der eindeutige wirtschaftliche Erfolg der Maßnahme gesichert sein,

um die eingesetzten Gelder plus Renditen absichern zu können. Zum

erfolgreichen Bestehen innerhalb des umkämpften Gesundheitsmarktes

in Deutschland ist die bauliche Erneuerung eine Grundvoraussetzung,

allerdings an den richtigen Positionen.

Um hier an den am meisten Erfolg versprechenden Positionen zu

investieren, sind nicht nur betriebliche und medizinische Qualitäten

gefragt, auch die baulichen Rahmenbedingungen müssen stimmen.

Unterschätzt wird dabei oft, dass die baulichen Investitionen im Vergleich

zu den Betriebskosten (Personal!) nur einen unverhältnismäßig

geringen Anteil ausmachen, während die Bedeutung des räumlichen

Ambientes für den wirtschaftlichen Erfolg überproportional hoch ist.

Die Neubaukosten eines Krankenhauses machen in der Regel die Betriebskosten

von gut zwei Jahren aus, während das Einsparvolumen

an Betriebskosten zwischen „guter“ und „schlechter“ Konzeption

rund das Anderthalbfache der Gesamtinvestition ausmacht (das entspricht

etwa 12% der Betriebskosten pro Jahr)! (Abb. 1)

Diese, zugegeben pauschal-überschlägige Betrachtung veranschaulicht

sehr deutlich das wirtschaftliche Potenzial, das in optimierten

baulichen Konzeptionen steckt. Die bauliche Struktur kann auf diesem

Wege einen entscheidenden Beitrag zur Rendite zukünftiger Einrichtungen

des Gesundheitswesens leisten. Sie steigert die Wettbewerbsfähigkeit

und liefert Möglichkeiten zur Kostensenkung auch dann

noch, wenn die klassischen Bereiche Personal, Serviceeinrichtungen

oder Versorgung bereits optimiert und ausgereizt sind.

R R P architekten + ingenieure, seit fast 50 Jahren im Krankenhausbau

tätig, national wie international, geben aus dieser Perspektive vier beispielhafte

Hinweise für Kostensenkungspotenziale aus verschiedenen

Phasen der Planung:

Abb. 3: Beispiel Rotkreuzkrankenhaus München: Erstes Krankenhaus

der Welt mit Nebellöschanlage, 2004 in Betrieb genommen – ohne

Mehrkosten gegenüber konventionellem Brandschutz, aber mit erheblichen

Vorteilen für die Betriebsabläufe („das Haus der offenen

Türen“); geringere Wartungskosten ohne High Tech Betreuung. Erste

Betriebserfahrungen mit Probeauslösungen bestätigten voll die erhofften

Erwartungen. Der Bauherr nutzt die Technologie auch für die

nächsten Bauabschnitte.

Abb. 2: Krankenhaus Forchheim, Fertigstellung 2005:

Krankenhaus als Niedrigenergiehaus im Sinne der Wärmeschutzverordnung,

Niedrigst-Temperatur-Heizsystem,

Nutzung von Grundwasserkälte, optimierte CO2/NOX-

Bilanz. Lösung für Neubaumaßnahmen: Die zukünftigen

Anforderungen müssen jetzt berücksichtigt werden, damit

sie in den nächsten zehn Jahren als Einsparung und

Wettbewerbsvorteil wirksam werden.

22 | ku-Special PlanenBauenGestalten 6/2005


1. Die Energiekosten –

ein wachsender Posten in der Kostenbilanz

In den Jahren 2005 bis 2012 werden sich die Energiekosten für Öl,

Gas und Strom voraussichtlich verdoppeln, gleichzeitig wird durch die

reale Klimaerwärmung der Bedarf an Kühlleistung steigen. Die bisherige

Kühltechnik über elektrische Systeme wird unbezahlbar, der

räumliche Komfort wird sinken. Dies wiederum zieht arbeitsrechtliche

Konsequenzen nach sich und führt zwangsläufig zu Wettbewerbsnachteilen

gegenüber Mitbewerbern.

Die Bauteilaktivierung – Heizen und Kühlen auf möglichst konstantem

Temperaturniveau über das gesamte Jahr – stellt hier einen lukrativen

Faktor sowohl zur Kostensenkung als auch zur Komfortsteigerung dar

und führt damit zu eindeutigen Wettbewerbsvorteilen.

Die Lösung für Kühl- und Heizkomfort bei gleichzeitiger Energieeinsparung

ist die Betonkernaktivierung: Das Speichervolumen der massiven

Betondecken oder Wände wird genutzt sowohl für Heizung als

auch für Kühlung zu niedrigen Betriebskosten mit geringem Regelungsaufwand.

In den Decken verlaufen Kühlleitungen wie bei einer

Fußbodenheizung. So kann der auf 21 bis 24 °C temperierte Deckenspeicher

mit seiner Masse an heißen Sommertagen tagsüber die

Räume kühlen und in der Nacht die aufgenommene Wärme wieder

abgeben. Im Winter gibt der Speicher Strahlungswärme zur Raumerwärmung

ab, in der Übergangszeit schaltet das System bei Raumtemperaturen

von über z.B. 22 ° C (= Kerntemperatur) in den Kühlfall,

während an der nicht besonnten Nordseite der gleiche Wasserkreislauf

zur Deckung des Wärmebedarfs des Raumes beiträgt und sich

damit im Heizfall befindet. Die Deckung des Gesamtwärmebedarfs

über die Betonkerne ist möglich. Um individuelle Regelungsmöglichkeiten

zu erhalten, können aber zusätzliche Heizflächen vorgesehen

werden. In mechanisch belüfteten Räumen kann dies über die Regelung

der Zulufttemperatur erfolgen, in anderen Bereichen über kleine

Zusatzheizflächen. Die üblichen Radiatoren sind im Regelfall nicht erforderlich.

Wärme- oder Kälteaustausch kann über Grundwassereinleitung

oder über Erdspeicher erreicht werden, so dass in Verbindung

mit Wärmepumpenanlagen fossile Energien minimiert werden können

und im Wesentlichen nur noch für Spitzenlasten notwendig sind.

Die Investitionskosten liegen dabei für üblicherweise klimatisierte

Flächen nicht höher als für konventionelle Technologien! Das heißt,

die Energieeinsparungen durch Grundwassernutzung sind vom ersten

Betriebstag an kostenwirksam. Gleichzeitig können mit diesem System

mit geringem Kostenaufwand bisher unbehandelte Bereiche gekühlt

und dadurch in ihrem Komfort gesteigert werden, wie z.B.

Wahlleistungsstationen, Ambulanzbereiche oder Veranstaltungsräume.

(Abb. 2)

Abb. 4: Beispiel Aufwertung dunkler Röntgenbereiche

über motivierende Lichtdecken.

2. Low Tec –

bessere Betriebsabläufe mit geringerem Aufwand

Nebellöschanlagen minimieren die Kosten für passiven Brandschutz

und ermöglichen großzügigere Grundrisse ohne teure Brandschutztechnik.

Restriktive Brandschutzvorschriften erfordern meist übertriebene

Raumunterteilungen mit einer Vielzahl teurer Türabschlüsse inklusive

Überwachungstechnik. Die Alternative Sprinkleranlage ist im Krankenhausbau

unüblich, da den Vorteilen zu viele Nachteile gegenüberstehen,

wie hohe Betriebs- und Investitionskosten, Gefahr von Wasserschäden

und Flächenverbrauch für die umfangreiche Technik.

Ein Nebellöscher, korrekt eine Hochdrucklöschanlage, vermeidet all

die genannten Nachteile. Durch Feinzerstäubung von Löschwasser

entstehen bei Auslösung keine Wasserschäden, selbst im Betrieb befindliche

Computer werden durch die Sprinklerung nicht beschädigt.

ku-Special PlanenBauenGestalten 6/2005 | 23


Gleichzeitig sorgt der feine Wassernebel für eine schnelle Beseitigung

von Flammen und Rauch und gewährleistet so eine hohe Sicherheit.

Durch die Hochdruckzerstäubung ist nur ein Bruchteil an Wasserbevorratung

im Vergleich zu einer konventionellen Anlage erforderlich,

so dass sich Technikaufwand und Raumbedarf wesentlich vermindern.

Der Investitionsaufwand entspricht dem des konventionellen Baulichen

Brandschutzes ohne die Nachteile der vielfachen Türabschlüsse

innerhalb einer Abteilung. Der erhebliche Wartungs- und Prüfaufwand

von Brandschutzabschlüssen und automatischen Antrieben

durch Sachverständige entfällt, der regelmäßige Kontrollaufwand der

Löschanlage ist gering. (Abb. 3)

3. Das neue Bild des Gesundheitszentrums

Abb. 5: Klinikum Landsberg: Cafeteria als offene

Einrichtung nicht nur für Klinikbesucher.

Der sich entwickelnde Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt erzwingt

Investitionen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nicht zuletzt erfordert

es Modernisierungen am Erscheinungsbild: Ein neues Gesundheitszentrum

strahlt eine andere Botschaft aus als das Krankenhaus

alter Prägung: Es ist der Hort der Gesundheit, den man aufsucht, um

wieder gesund zu werden, aber auch, um Gesundheit zu erhalten.

Wellness, die Einheit von Mensch und Natur, Vorstellungen homöopathischer

Biologie und naturbelassener Umweltbedingungen müssen

durch bauliches Ambiente vermittelt werden. Bisherige Krankenhäuser

strahlen diese Atmosphäre in der Regel nicht aus. Die dafür erforderlichen

architektonischen Ideen sind auch nicht von einem Bauträger

zu erhalten. Im Idealfall verdichtet sich die Originalität der

baulichen Gestaltung zur unverwechselbaren Identität, zum qualitätsstiftenden

Markenzeichen des Hauses.

Neue Ideen der Raumgestaltung verhindern die Klinikatmosphäre und

erfüllen den Begriff „Gesundheitszentrum“ mit Leben. (Abb. 4 und 5)

4. DRG ist ein Import – sind unsere Krankenhäuser

auch bald ein Auslandsprodukt?

Abb. 7: Beispiel Wellness Home, Dubai: Frühzeitig

einen Mix an Einrichtungen planen, um

langfristig durch ein lückenloses Angebotsspektrum

von der Fitnesseinrichtung mit Vorbeugung

zur Vorsorge zur ambulanten Behandlung

zur stationären Akutversorgung bis

zur Rehabilitation und Pflegeeinrichtung die

Kunden überzeugen zu können.

Die neuen Abrechnungsbedingungen im Vergütungsbereich

der Krankenversicherungen erfordern eine neue Herangehensweise

an das Planen und Bauen. Der weitgehende Wegfall öffentlicher

Fördergelder beschränkt das Bauen auf die Bereiche,

die investiertes Geld auch kalkulierbar wieder einspielen. Wir

nähern uns damit den Bedingungen anderer Länder mit nachfrageorientierter

Gesundheitsversorgung an, wodurch ausländische

Planungserfahrung Vorteile bringen wird gegenüber

der bisherigen förderbasierten Planungspraxis: Sei es in der

Optimierung neuer Raumprogramme ohne staatliche Reglementierung,

sei es für effektivere Betriebsabläufe nach internationaler

Erfahrung oder sei es für die Einsparung von Bauvolumen.

Insbesondere die finanziellen Risiken müssen

zukünftig minimiert werden durch die Konzentration der Planungs-,

Projektsteuerungs- und Überwachungsleistungen auf eine gesamt-

Abb. 6: Hospital Dr.Nagar, Delhi, India: Privatklinik ausgerichtet auf die aufstrebende indische neue Mittelschicht,

med. und org. Niveau auch für Medical tourists aus Europa, Middle East und Asia; janusartige

und sparsame Flächenauslegung der Grundrisse für Stationäre und Ambulante Fälle.

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schuldnerische Haftung, mit Kosten- und Terminfixierung. Dieses Leistungsspektrum

lag bisher nur in den Möglichkeiten von Generalübernehmern,

mit den bekannten Nachteilen für die grundrissliche

und gestalterische Qualität. Es gibt aber auch Generalplaner wie RRP

und DANDCA, qualifizierte Fachplaner aus dem Gesundheitsbereich,

die als Experten-Allianz dem Bauherrn ein hochwertiges Gesamtergebnis

aus einer Hand liefern. Diese Spezialisten aus dem Bereich der

Architektur, der Betriebstechnik, Tragwerksplanung und Medizintechnik

bieten die Erfahrung von vielen Jahrzehnten Krankenhausbau im

In- und Ausland, verbunden mit der Gewährleistung für Kosten, Mängelfreiheit

und Terminen aus einer Hand.

Nicht mehr die Sanierung des regionalen Kreiskrankenhauses in zahllosen

Bauabschnitten über Jahrzehnte kann die Perspektive sein, sondern

Planung und Bau von Gesundheitszentren innerhalb von drei

Jahren, deren Effektivität und Amortisation gesichert ist.

Erfahrungen mit Krankenhausstrukturen anderer Länder verhelfen zu

wettbewerbsfähigen Neubauten in Deutschland. (Abb. 6 bis 8)

Abb. 8: Medizinisches Versorgungszentrum

am Klinikum.

Parallelbeispiele in Deutschland:

• Robotic Surgery clinic, München, STARMED Privatklinik, München

• Med. Versorgungszentren, Projektierung an sechs bayerischen

Standorten

• PatientenServiceCentre, zentrale Einrichtungen innerhalb bestehender

Krankenhäuser

• Ambulante Operationszentren, Realisierung an vier bayerischen

Standorten

Alle Beispiele von Architekten RRP, www.rrp.de bzw. von DANDCA,

www.DANDCA.de

Zwei Leistungen –

ein Preis

Der große

Stellenmarkt

für das

Gesundheitswesen

Ihr Vorteil!

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