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Info I/12

Vereinigung der Straßenbauund

Verkehrsingenieure

in Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Schwarze Wolken am Himmel des Straßenbaus

Die Prognosen für künftig verfügbare Haushaltsmittel im

Straßenbau in M-V sind besorgniserregend! Danach wird

der Bund für Autobahnen und Bundesstraßen im Land eine deutlich

geringere Finanzausstattung bereitstellen. Auch bei den Investitionen

für Landesstraßen und der Förderung des kommunalen

Straßenbaus zeichnen sich spürbare Einschnitte ab. In den Baufirmen

der Region und bei den hochqualifizierten Dienstleistern, den

Ingenieurbüros im Land M-V, läuten die Alarmglocken.

Besonders schmerzlich werden sich die Sparmaßnahmen

im Bundeshaushalt auf das Straßenbaugeschehen auswirken.

Als sicher gilt, dass der Bundesverkehrsminister in seinem

Etat für den Bereich Straße/Häfen/Schiene künftig deutliche Kürzungen

wird hinnehmen müssen. Über die Höhe wird noch gestritten.

Fakt ist jedoch, dass wegen des bundesweit gestiegenen

Erhaltungsbedarfs an den Bundesfernstraßen Umschichtungen

aus den Bedarfsplaninvestitionen, also aus dem Straßenneubau,

unvermeidbar sein werden.

Für Neubaumaßnahmen, insbesondere den Bau von Umgehungsstraßen,

wird es dann finanziell in Mecklenburg-Vorpommern

sehr eng. Im Investitionsrahmenplan des Bundes sind

neben der A 14 mit zwei Bauabschnitten und der B 96 auf Rügen

von Samtens bis zur AS Bergen nur zwei Bundesstraßenmaßnahmen

enthalten: die B 96 OU Neubrandenburg, 1. BA und die OU

Levenhagen im Zuge der B 109, beide als prioritäre Maßnahmen

bis 2015. So sind zwar für die beiden BAB-Abschnitte 216

Mio. Euro, jedoch für sämtliche andere Straßenmaßnahmen nur

77 Mio. Euro bis 2015 avisiert. Folgende „weitere wichtige Vorhaben“

sind im Teil D des Investitionsrahmenplanes (IRP) als

Projekte „nach 2015“enthalten: B 105 OU Neubukow, B 111 OU

Wolgast, B 191 N-OU Plau, B 192 OU Waren, B 198 OU Mirow, B

321 OU Hagenow, B 321 BAB-Zubringer Schwerin.

Alarmierend sind auch die in Zukunft für den Radwegebau an

Bundesstraßen vorgesehenen Einsparungen. Konnten für

M-V z.B. in Vorjahren bis zu 10 Mio. € für Radwege ausgegeben

Marode Brücke über die Schilde in Waschow

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Info I/12

Der Sanierungsbedarf ist groß: hier ein Blick auf die Landesstraße 14

werden, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und

auch um touristischen Anforderungen zu genügen, sollen die Mittel

für den Radwegebau künftig um bis zu 70% zurückgefahren

werden.

Bis 2014 muss für M-V ein Rückgang der EFRE-Mittel (Europäischer

Fond für regionale Entwicklung) um ca. 50% verkraftet

werden. Zwar ist die Förderung des Neubaus der A 14 in

Aussicht gestellt worden und der Ausbau der B 96 auf Rügen ist

beschlossene Sache - wenn auch in verlängerter Zeitschiene - aber

dies wird sich bei der Finanzierung von anderen Projekten negativ

bemerkbar machen. Ebenfalls kann der Haushalt für den Landesstraßenbau

künftig nicht mehr aus Europäischen Fördergeldern

mit dem bisher üblichen Anteil kofinanziert werden. Aus heutiger

Sicht ist zu befürchten, dass der Etat für die Landesstraßen ohne

ausreichende Aufstockung durch Landesmittel um rd. 30% reduziert

wird.

Geradezu dramatisch spitzt sich die Lage im Bereich des

kommunalen Straßenbaus zu. Während der Mittelbedarf

stetig wächst, hat der Bund die Fördermittel - in M-V sind es z. Zt.

jährlich nur noch rd. 17,5 Mio. € - kontinuierlich heruntergefahren

und beabsichtigt sogar, diese ganz auslaufen zu lassen. Aktuelle

Verhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern zielen

darauf ab, dass dieses Szenario nicht Realität wird. Über die Höhe

der künftigen Förderung des kommunalen Straßenbaus durch den

Bund gibt es derzeit aber noch keine gesicherte Basis.

Insgesamt sind die in der Baubranche Tätigen gefordert, Druck

auf die Politik auszuüben, damit die vorgesehenen Kürzungen

für den Straßen- und Brückenbau möglichst zurückgenommen

oder zumindest gemildert werden. Schließlich sind die Erhaltung

und der Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur wichtige Stützen

zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Tourismusentwicklung

unseres Bundeslandes. Außerdem tragen die Bauindustrie und die

Straßenbauverwaltung Verantwortung für zahlreiche hochqualifizierte

Arbeitsplätze.

Durch Neubau ersetzte Brücke in Groß Krankow

Wir Straßen- und Brückenbauingenieure hoffen, den Einwohnern

von Mecklenburg-Vorpommern und den sich in

großer Zahl einfindenden Gästen eine kontinuierlich verbesserte

Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stellen zu können. Dieses

wird aber nur möglich sein, wenn die für die Instandhaltung und

den Neubau notwendigen Mittel sowohl für Autobahnen und Bundesstraßen,

als auch für die Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen

in erforderlichem Maße durch die politisch Verantwortlichen zur

Verfügung gestellt werden.


Ingenieurrat Mecklenburg-Vorpommern

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Info I/12

Auswertung der Seminarveranstaltungen 2012

in Linstow

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen der VSVI- MV- Seminartagungen insgesamt 6 Seminarveranstaltungen mit den

verschiedenen Fachthemen durchgeführt:

Tag d. Veranstaltung Thema Seminarleiter Teilnehmer (dav. Nichtmitglied)

19. Jan. 2012 Straßenbauplanung Herr Bender 90 (12)

02. Febr. 2012 Asphaltstraßenbau Herr Bellin 86 (07)

01. März 2012 Brückenbau Herr Dr. Uhlig 58 (02)

15. März 2012 Betonstraßenbau Herr Krause 41 (03)

29. März 2012 Baurecht; Baugrund Herr Greßmann 94 (06)

19. April 2012 Exkursion „Ertüchtigung Behelfsumfahrung Herr Freitag 46 (03)

der Meiningenbrücke“

- Die Veranstaltungen wurden sehr gut besucht im „Van der Valk Resort“ in Linstow, etwa 400 Teilnehmer verfolgten unsere Seminare,

die vorbereiteten Vortragsthemen wurden gut angenommen. Die Referenten boten in den Fachvorträgen viel Neues, was sich auch in

den anschließenden Diskussionen zeigte. Insgesamt waren die Veranstaltungen sehr interessant und gut organisiert.

- Die Auswahl und Organisation des Seminars in Regie des jeweiligen Seminarleiters hat sich sehr gut bewährt, zumal die Experten auf

ihren Fachgebieten selbst am besten Bescheid wissen. Der Asphaltstraßenbautag wurde von Herrn Bellin erstmalig geleitet (fast so

gute Resonanz wie bei Herrn Stridde). Die Favoriten sind der Baurecht- / Baugrundseminartag mit Herrn Greßmann als Seminarleiter

und der Planungstag mit Herrn Bender, bei denen die Themen mit den Referenten auch hier durch die Seminarleiter vorgeschlagen

und eingeworben wurden, so dass die Themen mit den Referenten sehr praxisorientiert waren.

- Die Erhebung der Teilnahmegebühr für Nichtmitglieder unserer VSVI hat sich bewährt, da meist auch die Fachinteressierten kamen

(bis zu 13% waren teilnehmende Nichtmitglieder) und entsprechende Einnahmen (insges. rd. 720,- Euro) erzielt werden konnten.

- Die Mitgliederzahl unserer Landesvereinigung hat sich auch durch die Seminarveranstaltungen erhöht und stieg von 613 (Ende 2011)

auf 625 Mitglieder (Ende März 2012). Somit ist der Erfolg unserer Arbeit auch in den ständig steigenden Mitgliederzahlen zu erkennen.

Ein Dankeschön gilt Herrn Bender und jedem Seminarleiter für die thematische Vorbereitung sowie Herrn Krause als Organisator

vor Ort.


Dipl-Ing. Matthias Nagel, Geschäftsführer VSVI-MV

Seminarberichte

VSVI-Seminar: Straßenbauplanung am 19. Januar 2012 in Linstow • Seminarleitung Dipl.-Ing. Bender

Zur ersten Veranstaltung der VSVI-Seminarreihe 2012 fanden

sich am 19. Januar 2012 nahezu einhundert Interessierte in

Linstow beim Straßenbauplanungstag ein.

Der Eingangsvortrag von Frau Anne Vetters vom Lehrstuhl

Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen der TU Dresden

führte in die „Werkstatt“, in der der der Entwurf der schon lange

diskutierten und in diversen Versionen in den Fachkreisen kursierenden

„Richtlinie für die Anlage von Landstraßen – RAL“

noch ihren endgültigen Feinschliff bekommt. Frau Vetters konnte

berichten, dass nach jahrelangem Hin und Her nunmehr eine

Verständigung mit den Verkehrsrechtlern von Bund und Ländern

stattgefunden habe und alle diesbezüglichen Fragen geklärt seien.

In einem sehr anschaulichen Vortrag referierte Frau Vetters über

die grundlegenden Gedanken der neuen Richtlinie, wie z.B. dem

der „selbsterklärenden Straße“ und führte in die einzelnen Kapitel

der neuen RAL ein. In dem sich anschließenden ausgiebigen Frageblock

wurde deutlich, dass es bei den Straßenplanern im Land

schon einen ansehnliches Grundwissen über den Entwurf der neu-

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Info I/12

en Richtlinie gibt. Nicht wenige Detailfragen konnten daher bereits

hier erörtert werden.

Im Anschluss an die erste Pause begann dann das eigentliche

Schwerpunktthema des Straßenbauplanungstages – die Bürgerbeteiligung.

Nicht zuletzt durch die Erfahrungen im Zusammenhang

mit dem Projekt „Stuttgart 21“ ist das Thema Bürgerbeteiligung

bei Infrastrukturplanungsprozessen aktuell ganz oben auf

der Agenda. Den Einstieg in die Thematik gab Herr Andreas Irngartinger

von der DEGES, der über die Erfahrungen mit den Ergebnissen

der Bürgerbeteiligung bei der Autobahneckverbindung

A 281 in Bremen berichtete, die bei nahezu allen Beteiligten ein

nicht unerhebliches Frustpotential erzeugt hat. Es wurde zwar in

einem aufwendigen Prozess eine Lösung für die meisten strittigen

Punkte der Autobahnplanung gefunden, allerdings verteuert sich

das Projekt dadurch derart, dass der Bund nicht bereit ist, diese

Mehrkosten aus den Umplanungsvorschlägen der Bürgerbeteiligung

zu zahlen.

Im Anschluss an dieses praktische Beispiel einer nicht optimal

gelaufenen Bürgerbeteiligung berichtete Herr Dr. Reinhardt

Wulfhorst aus dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und

Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern über die Vorstellungen

der Landesregierung zur Bürgerbeteiligung in MV. Daran

anschließend präsentierte dann Frau Petra Ußner von der DE-

GES noch einmal Ihren Vortrag, den sie bereits anlässlich der

Bürgerinformation vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens

zum ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung Neubrandenburg vor

mehreren Hundert interessierten Bürgern im Rathaus Neubrandenburg

gehalten hatte.

Den Abschluss des Straßenbauplanungstages bildete der sehr

anschauliche Vortrag des Amtsleiters des SBA Stralsund,

Herrn Ralf Sendrowski, der die innovativen Ideen zur Nutzung

der modernen Kommunikationsmittel für die Netzbeeinflussung

im Großraum der Insel Usedom behandelte.


Dipl.-Ing. Peter Bender

VSVI-Seminar vom 02. Februar 2012 mit dem Thema: „Asphaltstraßenbau“ • Seminarleitung Dipl.-Ing. Bellin

Trotz frostiger Temperaturen fanden sich 86 interessierte

Zuhörer bei der diesjährigen Veranstaltung des Asphaltstraßenbaus

in Linstow ein. Das Seminar wurde ein letztes Mal von

Herrn Dipl.-Ing. A. Stridde eingeleitet, der nach seinen engagierten

Jahren im Beruf und bei der VSVI – Mecklenburg-Vorpommern

in den wohlverdienten Ruhestand geht. Als Nachfolger

wird Herr Dipl.-Ing. Thomas Bellin in die großen Fußstapfen von

Herrn Stridde treten und zukünftig dieses Seminar leiten.

Herr Dipl.-Ing. S. Lorenz begann die Themenreihe mit seinem

Vortrag „PMA – Gussasphalt mit offenporiger Oberfläche“. Darin

beschrieb er einleitend die Problematik der Lärmentstehung auf

Straßen und die Prinzipien der Gegenwirkung.

Nach der theoretischen Betrachtung des Porous (Surface) Mastic

Asphalt wurden an Hand einer bilderreichen Darstellung von

Beispielen, wie dem der BAB A 24, die Vor- und Nachteile dieser

Bauweise beschrieben und die positiven Effekte, die Lärmminderung

und die Vermeidung von Sprühfahnen bei Regen, herausgearbeitet.

Anschließend berichtete Herr Dipl.-Ing. J. Meyer in seinem

Vortrag über die Erfahrungen bei Planung und Bau von

Lärmoptimierten Asphaltdeckschichten (LOA D) am Beispiel

des Pilotprojektes L22 in Rostock. Der sehr interessante und

detaillierte Vortrag ließ kaum Fragen über die Planung und die

Ausführung dieser Bauweise offen. Besondere Aufmerksamkeit

galt dem Kostenvergleich dieser Bauweise mit der konventionellen

Bauweise, der wider aller Erwartungen nicht den Unterschied

von geschätzten 1/3 Mehrkosten erbrachte.

Ohne Pause ging es zum Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. K.

Graf über, der mit seinem Vortrag über lärmtechnisch optimierten

Splittmastixasphalt – SMA LA eine attraktive Alternative

zur vorangegangenen Variante der Lärmminderung darstellte.

Auch diese Mischgutkonzeption verfolgt das Ziel, den Lärm

aktiv an der Quelle zu bekämpfen – was die effektivste Lärmschutzmaßnahmen

darstellt. Mit umfangreichen Hinweisen und

Bemerkungen für den Einbau, die nicht nur für diese Bauweise

nützlich sind, wurde ein guter Überblick über das Thema geschaffen.

Durch diesen Beitrag wurde das aktuelle Themengebiet

„Lärmminderung“ abgerundet, es bietet insgesamt einen großen

Informationspool für Planungsbüros, Bauämter und die Bauausführung.

Am Nachmittag referierte Herr Dr.-Ing. T. Hagner über das

Thema „Bindemittel – Einfluss auf die Langlebigkeit“, den

letzten Beitrag dieses Seminartages. Der Vortrag gab einen Einblick

in das breitgefächerte Thema Bitumen und veranschaulichte

die verschiedensten Einflüsse auf Qualität und Langlebigkeit.

An dieser Stelle sei nochmals allen engagierten Referenten

für diesen interessanten Seminartag gedankt!

Rostock 02.02.2012 Dipl.-Ing. Klaus Graf – Bubesheim 1


Dipl.-Ing. Thomas Bellin

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Info I/12

VSVI-Seminar „Brückenbau“am 1. März 2012 in Linstow • Seminarleiter Dr.-Ing. Uhlig

Neue Richtlinien sind wie neue Schuhe, beide müssen eingelaufen werden ...

Das VSVI Brückenbauseminar fand in diesem Jahr am Donnerstag,

dem 1. März im Van der Valk Resorts Linstow statt. seits die Achslasten von 15 t überschreiten und andererseits bei

ren der betroffenen Brückenbauwerke besteht, wenn einer-

Die 58 Teilnehmer, darunter 3 aus Schleswig-Holstein und je einer

Bauwerken mit Brückenklasse ≤ 45 die Achslasten über 13 t

aus Niedersachsen und Thüringen, zeigten großes Interesse liegen.

N

am Tagesprogramm, das an diesem Tag aus 5 Vorträgen bestand ach der Mittagspause wurde das Tagesprogramm mit dem

und ein breites Spektrum abdeckte.

Vortrag „Besonderheiten bei der Planung und Bauausführung

Herr Dr.-Ing. Mertzsch hielt für den kurz zuvor erkrankten Herrn

Anker den ersten Vortrag mit dem Thema „Die Umsetzung der

Nachrechnungsrichtlinie in M-V am Beispiel der Hochbrücke

Wismar“. Fotos aus der Materialuntersuchung machten die Spannungsrisskorrosion

bei Spannstahl für die Seminarteilnehmer

eindrucksvoll sichtbar. Als anschließende Wortmeldung aus dem

Teilnehmerkreis stellte Herr Rittemann die Problematik Hochbrücke

aus Sicht der Hansestadt Wismar umfassend dar.

In Fortführung der Thematik trug Herr Prof. Bolle sehr anschaulich

zu „Messtechnischen Untersuchungen an der Hochbrücke

der Klappbrücke über die Peene in Loitz“ fortgesetzt. Da-

bei trug Herr Dipl.-Ing. Engel zur Bauwerksgeschichte der alten

Drehbrücke und zur Planung des neuen Bauwerkes vor. Herr

Dipl.-Ing. Sabban beleuchtete die Bauausführung anschaulich.

Und Herr Dr.-Ing Roschig sprach zu den EG-Richtlinien im

Stahlwasserbau, die sich in der praktischen Arbeit noch einlaufen

müssen, wie die Teilnehmer erfuhren.

Frau Prof. Simon warb mit „Brücken in Holz-Beton-Verbundbauweise

– eine Renaissance einer genialen Idee“ für diese Bauweise

im Stützweitenbereich von 10 - 30 m. Eine lebhafte Diskussion

Wismar“ vor.

entspann sich auch nach dem letzten Vortrag des VSVI Brückenbautages,

in der die Problempunkte Bauwerksprüfung, Lastabtrag

Der Vormittag endete mit dem Vortrag „Optimierte Instandhaltung

von Ingenieurbauwerken durch den Einsatz

und Dauerhaftigkeit die entscheidende Rolle spielten.

von Messtechnik“. Dabei ging ein Raunen durch den Ta-

gungssaal, als Herr Dipl.-Ing. Kohlbrei davon berichtete, dass

in Nordrhein-Westfalen seit 2010 bei Schwerlasttransporten

Alle gehaltenen Vorträge waren durch die Praxisnähe der Themenkreise

sehr interessant. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals

bei allen Referenten herzlich für ihr Engagement bedanken.

die Verpflichtung zu Sonderprüfungen vor und nach Befah-


Dr.-Ing. Thorsten Uhlig

VSVI-Seminar „Betonstraßenbau“ am 15. März 2012 • Seminarleiter Dipl.-Ing. Burkhard Krause

Das diesjährige „Betonseminar“ wurde von 41 Fachkollegen Herr Dipl.-Ing. Bernd Jannicke vom Landesbetrieb Straßenbau

besucht. Die Veranstaltung fand im „Van der Valk Resort“ in NRW stellte das so genannte „Whitetopping“ vor. Whitetopping ist

Linstow statt. Umrahmt wurde die Veranstaltung wieder von einer

sehr interessanten Infothek der Betonmarketing Nord, die nicht nur

mit Bildern sondern auch mit Broschüren und Regelwerken aufschlussreiche

Anregungen zur Anwendung und Verarbeitung des

eine Form der Instandsetzung bzw. Ertüchtigung von geschädigten

bituminös gebundenen Fahrbahndecken im Hocheinbau unter Verwendung

eines hochwertigen, faser-modifizierten Betons. Bei der

Ertüchtigung der schadhaften Asphaltdecke mit einem relativ dünnen

„Betonüberbau“ wird der vorhandene Aufbau als Tragschicht

Baustoffs Beton lieferte.

Der erste Vortrag wurde von Herrn Dr.-Ing. Norbert Ehrlich genutzt - anders als bei einer Kompletterneuerung.

A

zum Thema: „Kreisverkehre in Betonbauweise“ gehalten. Er m Nachmittag referierte dann Herr Dr.-Ing. Klaus Böhme

erläuterte die vielen Vorteile, die diese Variante gegenüber der Asphaltbauweise

von der Firma F. Kirchhoff Straßenbau GmbH, Leinfeldendem

hat, an Hand von zahlreichen Praxisbeispielen. Nach-

in der Schweiz schon seit vielen Jahren erfolgreich Betonkreisverkehre

verwirklicht werden, ist diese Bauweise mittlerweile auch

vermehrt in Deutschland anzutreffen. Es hat sich gezeigt, dass Beton

den extremen Belastungen und der Schubbeanspruchung problemlos

standhält. Neben der langen Nutzungsdauer haben Betonkreisverkehre

auch einen optischen Vorteil: der helle Untergrund macht

Echterdingen, zu Problemen beim Bau von Betonfahrbahnen und

deren Lösungen. Betonfahrbahnen sind zweckmäßig und vor allem

dauerhaft; in der Schweiz wird z.B. von einer Nutzungsdauer von

40 bis 50 Jahren ausgegangen. Die gegenüber dem Asphalt um rund

20% höheren Baukosten amortisieren sich daher relativ schnell. Da

Beton auch bei hohen Temperaturen verformungsstabil bleibt, garantieren

Fahrbahnen mit Betonbelag gegenüber Asphaltfahrbahnen

Straßenbenutzer frühzeitig auf den Knotenbereich aufmerksam. eine drei- bis viermal längere Nutzungsdauer.

D

Der anschließende Vortrag zum Thema: „Rastanlagen in Beton“ en Abschlussvortrag hielt Herr Dipl.-Ing. Rene Oesterheld

wurde von Herrn Dipl. Ing. Martin Langer von der Firma Heilit von der BetonMarketing Nord GmbH, Hannover. Er machte

+ Wörner Bau GmbH, München, gehalten. Auch er schilderte die

Vor- und Nachteile dieser Bauweise in Bezug auf ausgeführte Maßnahmen

an Autobahnen, vor allem in Süddeutschland. Als gutes Beispiel

für die lange Haltbarkeit dient eine Rastanlage aus dem Jahre

Ausführungen zu „Alternativen Bauweisen“.

Gegen 15.00 Uhr endete ein interessanter Seminartag, bei dem vielfältige

Aspekte für den Betonstraßenbau aufgezeigt wurden.


1932, die eindrucksvoll vorgestellt wurde.


Dipl.-Ing. Burkhard Krause

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Info I/12

VSVI-Seminar „Baugrund und Baurecht“ am 29. März 2012 in Linstow • Seminarleiter Dipl.-Ing. Dietmar Greßmann

Das Seminar Baurecht und Baugrund war auch dieses Mal eine

sehr gut besuchte Veranstaltung. Insgesamt nahmen 94

Fachkolleginnen und Fachkollegen teil.

Mit dem ersten Vortrag des Tages „Rechte und Pflichten sowie

Haftungsrisiken des bauüberwachenden Ingenieurs“

hat Herr Rechtsanwalt Wienecke von der Rechtsanwaltssozietät

WIGU sich eines äußerst brisanten Themas angenommen.

Anhand von Beispielen aus der aktuellen Rechtsprechung zeigte

er die Fallstricke auf, die es vom bauüberwachenden Ingenieur

sowohl beim Vertragsabschluss als auch bei der Vertragserfüllung

zu umgehen gilt.

Besonders wichtig ist für den Bauüberwachenden daher eine ausreichende

Haftpflichtversicherung.

Der Vortrag „Das Verfahren zum Entfall von Planfeststellungen

und Plangenehmigungen“ befasste sich mit den Möglichkeiten

eines schnelleren Baubeginns unter Reduzierung langer

Verfahrensabläufe mit hohem Planungsaufwand.

Am Beispiel des Fachbegriffes „Neubau“ machte Herr MR Witting

vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

M-V deutlich, dass die bunt-schillernde Welt des Ingenieurs

eine andere ist, als das „stille Kämmerlein“ des Juristen.

Zur Erlangung des Baurechts als Vorraussetzung für einen Neubau

kann auf das Planfeststellungs- oder das Planungsgenehmigungsverfahren

jedoch nicht verzichtet werden.

Nach der Mittagspause brachten die zwei Referenten vom

Ingenieurbüro BIW, Wismar, den Anwesenden das Thema

„Beseitigung des Oberflächenwassers von Straßen ohne Vorflutanlagen“

nahe.

Im ersten Teil des Vortrages erläuterte Herr Prof. Dr.‐Ing. Busch

die qualitativen und quantitativen Planungsgrundlagen von Versickerungsanlagen,

die zum Rüstzeug des planenden und ausführenden

Straßenbauingenieurs gehören. Im Anschluß zeigte er die

Einsatzmöglichkeiten einzelner Entwässerungslösungen auf.

Herr Dr.-Ing. Wobschal stellte an Hand eines Berechnungsbeispiels

die Herangehensweise für die Bemessung einer Versickerungsmulde

zur Entwässerung einer klassifizierten Straße dar.

Der letzte Vortrag des Seminartages „Leichtbaustoffe im

Straßenbau“ wurde von Herrn Weist von der Fibo Exclay

Deutschland GmbH und von Herrn Dr.-Ing Lehners vom Ingenieurbüro

für Geotechnik gehalten.

Nach der Präsentation der Fibo Exclay Deutschland GmbH und einem

kurzen Exkurs in die Herstellung von Blähton und dessen bodenmechanischen

Eigenschaften wurde den Seminarteilnehmern

die breite Palette der Einsatzbereiche von Blähton bei Neubau- und

Sanierungsmaßnahmen auf wenig tragfähigem Baugrund erläutert.

Anschließend wurden den Anwesenden Anwendungsmöglichkeiten

anhand mehrerer Praxisbeispiele sehr anschaulich nahegebracht.

Dipl. – Ing. Uwe Backert

VSVI-Exkursion “Ertüchtigung Behelfsumfahrung der Meiningenbrücke“

am 19. April 2012 in Linstow • Seminarleiter Dipl.- Ing. Freitag

Das Straßenbauamt Stralsund führt seit geraumer Zeit Planungen

zum Ersatzneubau der im Jahre 1910 errichteten, ca.

485m langen Fachwerkbrücke über den Meiningenstrom durch

Diese Brücke verbindet das Festland mit der Halbinsel Fischland-

Darß-Zingst in der Nähe der Stadt Barth. Der Straßenverkehr der

Landesstraße 21 vom Festland her wurde bislang über die einspurige

Fachwerkbrücke geführt. Von der Halbinsel herunter wurde

hingegen eine danebenliegende Behelfsumfahrung genutzt. Allerdings

konnte diese Form der Verkehrsführung nicht ganzjährig

aufrechterhalten werden. Dies resultierte daraus, dass ungefähr

110m der aus 234m Brückenlänge und ca. 350m Dammstreckenlänge

bestehenden Behelfsumfahrung aus 3 miteinander gekoppelten

Schwimmpontons bestanden, die jedes Jahr in der Zeit

von November bis April zu Wartungszwecken ausgeschwommen

werden mussten. Außerdem durften sich diese Pontons in dem

durch Eisgang gefährdeten Zeitraum aus Sicherheitsgründen

nicht im Brückenverband befinden. Während dieser Zeit wurde

daher der gesamte Straßenverkehr unter wechselseitiger Ampelregelung

über die alte Fachwerkbrücke geleitet. Auf Grund des

sehr schlechten Zustands der über 100 Jahre alten Brücke und der

kurzfristig zu erwartenden weiteren Lasteinschränkung existierten

parallel zu den Ersatzneubauplanungen Überlegungen, die seit

1981 vorhandene Behelfsumfahrung so umzubauen, dass der gesamte

Straßenverkehr der Landesstraße 21 ganzjährig zweispurig

durch diese aufgenommen werden kann. Für die Realisierung des

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Info I/12

Dipl.-Ing. Klaus Lehmann BOL/BÜ im Fachgespräch mit

Brückenfachmann i.R. Dipl.-Ing Klaus Busch

Ersatzneubaues der Fachwerkbrücke wäre ohnehin eine funktionierende

Umfahrung Voraussetzung, da eine Verkehrsumleitung

ansonsten einen unzumutbaren Umweg von ca. 75 km nach sich

ziehen würde.

Am 19.04.2012 führte die VSVI-MV im Rahmen des Seminarprogramms

die Fachexkursion zur aktuellen Baustelle

„L21, Instandsetzung der Behelfsumfahrung Meiningenbrücke“

durch.

Als Treffpunkt war die Baustelle vereinbart. Alle individuell angereisten

Teilnehmer fanden einen extra für sie eingerichteten

Parkplatz im Bereich der Baustelleneinrichtungsfläche vor. Die 46

Exkursionsteilnehmer konnten somit pünktlich um 10:00 Uhr von

Herrn Freitag, Sachgebietsleiter Konstruktiver Ingenieurbau im

Straßenbauamt Stralsund, bei Bilderbuchwetter begrüßt werden.

Sehr erfreulich war, dass sich alle Gäste an die Vorinformation gehalten

haben und ihre Arbeitsschutzbekleidung mitbrachten, was

in Anbetracht der während der Veranstaltung laufenden Arbeiten

im Baustellenbereich aus Sicherheitsgründen notwendig war.

Nach den einleitenden Worten musste die Besuchergruppe geteilt

werden, da der Baustellencontainer, in dem Herr Freitag in

einem Vortrag die Geschichte der Planung und der Baudurchführung

vorstellte, mit 25 Personen mehr als reichlich gefüllt ist. Die

zweite Gruppe wurde daher zeitgleich durch die Herren Lehmann

(BOL/BÜ - Ingenieurbüro EHS) und Gramann (BÜ - Ingenieurbüro

Dr. Schippke) über die Baustelle geführt.

In dem ca. 1-stündigen Vortrag vermittelte Herr Freitag Einblicke

in die Geschichte des Baus der alten Fachwerkbrücke

sowie deren Nutzung vor und nach dem 2.Weltkrieg. Er informierte

auch über die erfolgten Instandsetzungsplanungen und

tatsächlich realisierten Maßnahmen bis zum heutigen Tag. Dabei

wurde in anschaulicher Weise ebenso über die Herstellung und

Nutzung der Behelfsumfahrung neben der alten Fachwerkbrücke

berichtet wie auch die Chronologie über verschiedene Varianten

der Ersatzneubauplanung einer neuen Brücke in Wort und

Bild dargestellt. Der erste Teil des Vortrages endete mit Informationen

zur Planung der aktuell laufenden Baumaßnahme, der

Instandsetzung der Behelfsumfahrung. Hier wurde insbesondere

auf die komplizierten Randbedingungen aus Umweltschutzsicht

und deren Auswirkungen bei der Umsetzung hingewiesen.

Im zweiten Teil wurden Fotos vom Baugeschehen vorgestellt und

kommentiert. Diese zeigten die wesentlichen Bauphasen, wie das

Herstellen der Strompfeiler, der Widerlager, die Herstellung der

Gründungselemente der Behelfsbrücken (SBG66) und natürlich

die Einhebe- bzw. Einschwimmvorgänge des Klappteils und der

D-Brücke. Nicht zu vergessen waren auch die Bilder von der hydraulischen

Antriebsanlage und der Steuerungstechnik.

Während Herr Freitag dies alles in der Theorie vorstellte,

war die andere Besuchergruppe mit Herrn Lehmann und

Herrn Gramann direkt auf der Baustelle um sich ein Bild von dem

Baugeschehen zu machen. Hierbei wurde den beiden Herren sehr

schnell klar, dass es sich bei den Gästen um sehr interessiertes

Fachpublikum handelte, die viele Fragen zu den unterschiedlichsten

Fachbereichen hatten. Während Herr Lehmann insbesondere

Fragen zum klassischen Brückenbau beantworten konnte, war

Herr Gramann als Spezialist für die hydraulische Anlage und die

Antriebstechnik ein gefragter Ansprechpartner. Im Team konnten

sie auf alle technischen Fragen eingehen.

Nach dem Rundgang wurden die Gruppen getauscht.

Gegen 12:30 Uhr, am Ende der Veranstaltung, hatte der Auftragnehmer

der Baumaßnahme, eine ARGE, bestehend aus

den Unternehmen Ed.Züblin AG, J.Möbius Bau AG, Donges

SteelTec GmbH, einen deftigen Imbiss organisiert, der der anstrengenden

Veranstaltung einen schönen Abschluss gab.

Hier wurden noch so einige Fachgespräche zwischen den Gästen

und den Veranstaltern geführt und es wurde festgestellt,

dass es sich hier um ein sehr interessantes Bauvorhaben handelte

und das vorliegende Ergebnis unter den existierenden schwierigen

Bedingungen in dem eng gesteckten Zeitrahmen nur durch motiviertes

und sehr fachkompetentes Personal auf Auftragnehmerund

Auftraggeberseite erreicht werden konnte.


Dipl.-Ing. Thomas Freitag

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Info I/12

Aus dem Leben der Bezirksgruppen

VSVI-Radtour der Bezirksgruppe Neubrandenburg am 08. Mai 2012 ins Neustrelitzer Umland

Am 08.05.2012 erkundeten wir mit 14 Teilnehmern größtenteils

neue Radwege nördlich von Neustrelitz. Neben klassischen

Fahrrädern waren auch zwei Pedelecs dabei. Warum soll

man nicht ein bisschen Unterstützung haben, wenn es in die mecklenburgischen

Hügel geht?

Unsere Route führte uns nördlich von Neustrelitz entlang der

B 96, über Weisdin, an Carlshof vorbei, zur B 193 südlich

von Brustorf und parallel zur B 193 zurück nach Neustrelitz.

Nach dem Start in Neustrelitz am Friedhof Dr.-Schwentner-Straße

querten wir die Ortsumgehung und waren bald auf dem straßenbegleitenden

Radweg von Neustrelitz nach Weisdin. Der fehlende

Abschnitt von 1,65 km vor Weisdin war zum Sommer 2011 fertiggestellt

worden und wird sowohl touristisch als auch von Anwohnern

genutzt. Unter großem öffentlichem Druck und strengen

Auflagen der Naturschutzbehörde wurde dieser Abschnitt in kurzer

Zeit geplant und gebaut, wie uns Frau Köhn und Herr Krage

(beide SBA) erläuterten. Der als provisorisch deklarierte Radweg

wird hoffentlich auch nach dem mittelfristig geplanten Ausbau der

B 96 lange Bestand haben.

Eine Besonderheit des Radweges sind zwei straßenparallele

Mehrfeldbrücken mit Gesamtlängen von 40 m und 67 m, an

denen Herr Thürkow (MIV) die Konstruktionsidee des Planungsbüros

und des teilnehmenden Prüfing., Herrn Thiele, erläuterte.

Unter Berücksichtigung bis an den Straßendamm heranreichender

Sölle und entsprechenden Baugrundes wurden feldweise Fertigteilüberbauten

(Einzellänge = 8 m) auf Jochen aus gerammten

Stahlpfählen und einem Stahlbetonjochbalken gegründet. Örtliche

Eingriffe und Schalarbeiten als auch die Größe der jeweiligen

Gründungen konnte so begrenzt werden. Bei der provisorischen

Bauart wurde auf den Korrosionsschutz von Stahlunterbauten und

auf die Abdichtung + Belag der Überbauten verzichtet. Unter geschützten

Straßenbäumen war ein Einheben der Fertigteile nicht

möglich, so dass die Überbauten aus Stahlträgern und Kanthölzern

aus Lärche realisiert wurden.

In Weisdin verließen wir die Bundesstraße und fuhren auf einem

zum Glück wenig sandigen Waldweg weiter. Nahe der Försterei

Carlshof bot sich bei einem reichhaltigen, von Frau Pätzold vorbereiteten

Picknick Gelegenheit zum Austausch über Berufliches

und zum Schwatz. Bei fast durchgehend sonnigem Maiwetter ließen

wir die Räder weiterrollen bis zur B 193. Auch hier wurde

letztes Jahr ein straßenparalleler Radweg fertiggestellt, der nun

Neustrelitz mit Brustorf verbindet. Auf dem Heimweg querten wir

dann die Bahnstrecke Neustrelitz-Waren das zweite Mal und radelten

entlang der Grenze des Müritz-Nationalparks zurück. Die

Tour mit einer Länge von rd. 20 km können wir nur zur Nachahmung

empfehlen. Um auch andere Mitglieder unserer Region für

eine gemeinsame Radtour zu gewinnen, ist für nächstes Jahr eine

Tour im Neubrandenburger Umland geplant.


Dipl.-Ing (FH) Konrad Thürkow

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Info I/12

Tagesexkursion der Bezirksgruppe Güstrow vom 09.06.2012 zum Schiffshebewerk Niederfinow

Am 09.06.2012 hatten die Mitglieder der Bezirksgruppe

Güstrow die Möglichkeit, das Schiffshebewerk Niederfinow

zu besuchen. Insgesamt 27 Mitglieder nutzten die Mög lichkeit,

sowohl das alte Schiffshebewerk als auch die Baustelle des

neuen Schiffshebe werkes kennenzulernen. Die Tour begann mit

Erläuterungen eines Mitarbeiters des Wasserstraßen-Neubauamtes

Berlin zur Baustelle des neuen Schiffshebewerkes. Im Jahr 2008

wurde aufgrund des prognostizierten Durchgangs von rund 4,4

Millionen Güter tonnen pro Jahr in Richtung Berlin mit dem

Neubau begonnen. Wie der Bau des alten Schiffshebewerkes

wird wohl auch das neue eine Bauzeit von 7 Jahren in Anspruch

nehmen.

Hier nun einige Daten zum Neubauvorhaben:

Länge

133 m

nutzbare Länge

115 m

Breite

36 m

nutzbare Breite

12,5 m

Breite im Bereich der Pylone 48 m

Höhe über Gelände

54 m

Tiefe der Trogwanne im Erdbereich 11 m

Hubhöhe

36 m

Im Vergleich zu dem im Bau befindlichen Schiffshebewerk

leistet das alte lediglich folgende Anforderungen:

1. Die maximale Länge von 84 m lässt Großmotorgüterschiffe

mit einer Länge von bis zu 110 m Länge nicht passieren.

Dreierschubverbände mit einer Länge von 114 m müssen für

die Passage geteilt werden.

2. Die Tiefe der Trogwanne lässt nur einen Tiefgang von 2 m

zu, wodurch die Ladekapa zität der heutigen Schiffe nicht

ausgenutzt werden kann.

Bemerkenswert ist, dass das alte Schiffshebewerk lediglich

71 außerplanmäßige Ausfall tage in 76 Betriebsjahren hatte.

Auch das Neue soll an diese Leistung anknüpfen.

Im Anschluss begab sich die Gruppe mit einem Schiff hinein in

den Trog. Es ertönten zwei Hornsignale und der Trog, der nun frei

in den Seilen hing, setzte sich sacht in Bewegung.

Wir glitten hinab am verstrebten, eng genieteten Stahlgerüst.

3,7 Millionen Nieten sind hier verarbeitet worden. Auf

halbem Wege schwebten 192 Gegengewichte aus Beton langsam

nach oben vorbei. Der Trog hängt an 256 starken Drahtseilen,

die in 8er‐Gruppen zusammengefasst sind, 6 tragen jeweils ein

Gegengewicht, die übrigen 2 einen Rahmen, der zur Führung

dient und beim eventuellen Reißen der Seile das Gegengewicht

aufnimmt. Nach fünfminütiger Fahrt waren wir unten

angekommen - 36 Meter tiefer. Nach einem gemeinsamen Essen

galt es, das alte Schiffshebewerk zu Fuß zu erkunden. Auch dabei

bekamen die Teilnehmer der Exkursion fachkundige Informationen

zu den Ingenieurleistungen aus den Jahren 1927 bis 1934. Für

alle eine beein druckende Fachexkursion.

Ein erneuter Besuch bis zur Fertigstellung ist auf jeden Fall

lohnenswert.

Dank gilt an dieser Stelle dem Organisator Dr. Jürgen Paries.


Dipl.-Ing. Gunter Brüß

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Info I/12

Frühlingsfest der Ortsgruppe Güstrow am 11. Mai 2012

Am 11. Mai 2012 fand aufgrund der großen Nachfrage der

Mitglieder bereits das 3. Frühlingsfest der Ortsgruppe Güstrow

statt. Zum zweiten Mal war das Bootshaus des Güstrower

Segelvereins am Inselsee der Austragungsort. Das Fest diente

dem ungezwungenen Fachsimpeln und dem gemütlichen Beisammensein

der Mitglieder. Nachdem im letzten Jahr ein Segeltörn

auf dem Inselsee als kleiner Höhepunkt auf dem Programm stand,

wurde dieses Jahr ein kleiner Kunstgenuss geboten.

Unser Mitglied Dr. Reiter hatte sich angeboten, mit seiner Band

„Nitebrain“ aufzutreten und eigene Stücke vorzustellen. Die Musikstücke,

eine Richtung des melodischen „Folk Rock“ aus der

Feder von Herrn Dr. Reiter kamen beim Publikum gut an, sodass

natürlich auch Zugaben notwendig waren.

Anschließend gab es zur Stärkung Wildschwein vom Spieß. Damit

das Essen nicht ansetzt, wurde danach reichlich das Tanzbein

geschwungen. Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem „DJ

Sören“, der es trotz technischer Probleme schaffte, all‘ die unterschiedlichen

Musikwünsche am Abend zu erfüllen.

Es war wieder ein rundum gelungener Abend, der nur dank der

vielen Helfer möglich war und auch 2013 wieder anvisiert wird.


Dipl.-Ing. Burkhard Kohn

Bericht über den Tagesausflug der Bezirksgruppe Rostock mit Pedelecs

Am Samstag, dem 09.06.2012, fanden sich 10 Mitglieder der

Bezirksgruppe Rostock zusammen, um die Trasse der geplanten

Ortsumgehung Elmenhorst in Augenschein zu nehmen.

Das Fortbewegungsmittel für diesen Tag war das Fahrrad, allerdings

in seiner modernen Form versehen mit der Möglichkeit, sich

mittels eines Elektromotors unterstützen zu lassen – das Pedelec.

Alle mit dem Fahrrad zugänglichen Punkte, an denen die sich

gerade in der Planfeststellung befindliche Ortsumgehung Elmenhorst

öffentliche Straßen und Wege kreuzt bzw. mit diesen verknüpft

wird, wurden angefahren. An den jeweiligen Haltepunkten

präsentierte dann Herr Frank Klinckmann vom projektierenden

Ingenieurbüro den entsprechenden Plan, so dass es möglich war,

sich ein exaktes Bild von der Planung zu machen.

Nach einem aufgrund der zurückgelegten Wegstrecke und des

Wetters erforderlichen Getränkestopp bei Börgerende ging es

dann sehr zügig – auch gegen den sehr kräftigen Gegenwind aufgrund

der zuzuschaltenden Unterstützung relativ bequem – nach

Bad Doberan und von dort über den Parkentiner Landweg ins Hütter

Wohld, wo dann das im Lehmbackofen zubereitete Spanferkel

als Stärkung wartete.

Ausgiebig gestärkt ging es danach über das Kreisstraßennetz zurück

zum Ausgangspunkt, wo sich alle Radler davon überzeugen

konnten, dass zukünftig Radwege mit großzügigeren Parametern

geplant werden müssen, damit diese mit konstant hohen Geschwindigkeit

weiterhin gefahrlos und bequem genutzt werden

können. Enge Krümmen mit nahezu rechtwinkliger Führung um

Hindernisse wie z.B. Sölle herum, sollten zukünftig vermieden

werden.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich alle Teilnehmer sehr gut

ein eigenes Bild über die Möglichkeiten machen konnten, die ein

elektrounterstütztes Fahrrad bietet – und auch über die sich ändernden

Anforderungen an die Planung von Radverkehrsanlagen.


Dipl.-Ing. Peter Bender

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Info I/12

Warum in die Ferne schweifen? Dieses Motto stand über den

Überlegungen, die Fachexkursion der Regionalgruppe

Schwerin in unserem Nachbarland Schleswig-Holstein durchzuführen.

Der Nordostseekanal zwischen Brunsbüttel und Kiel mit

seinen Brücken und wasserbaulichen Anlagen, der Hochwasserschutz

an der Nordsee sowie die Holländerstadt Friedrichstadt

waren Ziele, die sowohl dem fachlichen Anspruch als auch dem

Kennenlernen von Land und Leuten genügen sollten.

Nach dem Start in Schwerin und einem Frühstücksaufenthalt am

Plöner See erreichten wir Kiel, umfuhren das Stadtzentrum westlich

auf gut ausgebauter Verkehrsinfrastruktur und hatten auf der

Holtenauer Hochbrücke in ca. 50 m über dem Wasserspiegel bei

bestem Wetter erstmals einen hervorragenden Blick auf den Nordostseekanal,

die Schleusen in Holtenau und die dahinterliegende

Kieler Förde. In die Schleusenanlage in Holtenau ist ein Museum

integriert, das wir besichtigen wollten. Unter fachkundiger

Führung wurde uns die Baugeschichte des Kanals, die Funktion

der einzelnen Anlagen und der alten und neuen Doppelschleusen

erläutert. An der neuen Doppelschleuse konnten wir von einem

Aussichtspunkt unmittelbar das Ein- und Ausschleusen der großen

Seeschiffe verfolgen.

Der Sartori-Kai im Stadtzentrum war Startpunkt unserer Aktion

bei der Kieler Woche. Hier war die Brigg „Roald Amundsen“

vertäut, wir hatten das Schiff für uns allein gechartert, und Punkt

18.00 Uhr legten wir ab zu einem Törn durch die Kieler Förde in

Richtung Ostsee. Nach dem Setzten der Segel genossen wir die

schöne Stimmung in der abendlichen Beleuchtung, wurden mit

dem Schiff und seiner Ausrüstung vertraut gemacht und danach

von der Schiffsküche bestens verpflegt. Nach dem Anlegen am

Sartori-Kai verließen wir in bester Laune das Schiff und kamen in

unser Hotel nach Büdelsdorf bei Rendsburg, wo wir zwei Übernachtungen

gebucht hatten.

VSVI Fachexkursion der Bezirksgruppe Schwerin

Bericht über die Fachexkursion der Regionalgruppe Schwerin des VSVI M-V

22.06.-24.06.2012 Bericht über die Fachexkursion der Regionalgr

22.06.-24.06.2012

Bericht über die Fachexkursion der Regionalgruppe Schwerin des VSVI M-V

22.06.-24.06.2012

Am nächsten Tag fuhren wir an die Nordsee. Die Eidermündung

war unser Ziel. Auf der Fahrt dorthin konnte uns Herr

Puls einen umfassenden Überblick über die Geschichte, die politischen

Wirren über die Jahrhunderte sowie die Entwicklung der

Verkehrsinfrastruktur im nördlichsten Bundesland vermitteln. Am

Eidersperrwerk machten uns zwei Mitarbeiter des Wasserstraßenamtes

mit den Grundlagen des Baus des Sperrwerkes und der

Funktion der Sektorverschlüsse in der Abwehr von Hochwasser,

aber auch in der Regulierung des Abflusses der Eider am Bauwerk

und an Modellen vertraut.

Friedrichstadt sollte im 17. Jahrhundert eine Drehscheibe des

Handels mit Nordeuropa werden. Zum Bau der Stadt hatte Herzog

Friedrich III. Holländer geworben, die aus religiösen Gründen

aus ihrer Heimat auswandern mussten und die die Stadt nach heimischen

Vorbildern mit schiffbaren Grachten und Handelshäusern

anlegten. Die Geschlossenheit der Stadtanlage ist beeindruckend.

Bei einem Rundgang und bei einer Grachtenfahrt wurde uns das

Stadtbild und die Geschichte erläutert.

Am letzten Tag lernten wir in und um Rendsburg vieles über die

Stadt und ihre Geschichte sowie den Bau des Nord-Ostsee-Kanals

kennen. Den Abschluss dieses Ausflugs bildete eine Fahrt mit der

Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Dieses einzigartige

technische Denkmal besteht aus einer Plattform für die Aufnahme

von Fußgängern und PKW, die an vertikalen und aussteifenden

schrägen Seilen an angetriebenen Rollwagen am Untergurt der

Brücke aufgehängt ist.

Die Rendsburger Hochbrücke wurde 1911-1913 erbaut und war

damals das größte Brückenbauwerk Europas. Die große Länge

von 2486 m ergibt sich aus der aufgeständerten Schleife auf der

Nordseite, im Stadtgebiet von Rendsburg. Im Bereich des Nord-

Ostsee-Kanals ist die dreifeldrige Fachwerkbrücke aus genietetem

Stahl als Rahmen mit Fußgelenken gebaut worden.


Burkhard Sigeneger

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Info I/12

Kämpferisch und spielfreudig zeigten sich die Teams, die der

Einladung zum 2. VSVI-CUP M-V am 10.03.2012 nach Teterow

gefolgt waren.

Nach der Eröffnung des Hallenfußballturniers durch den Vorstandsvorsitzenden

der VSVI-OG Güstrow, Herrn Burkhard

Kohn, wurde pünktlich um 10:00 Uhr das erste Spiel angepfiffen.

Da die Spieler der EUROVIA Rostock nicht erschienen, stellte die

VSVI-Ortsgruppe aus Schwerin kurzer Hand eine zweite Mannschaft.

An dieser Stelle schon mal Dank für die starke Beteiligung

aus Schwerin.

„Jeder gegen Jeden“, so lautete der Spielmodus, so dass es zu 21

interessanten Spielen kam. Alle Mannschaften zeigten sich mit

viel Engagement und Einsatzbereitschaft, stellten ihren Siegeswillen

unter Beweis und unterstrichen somit ihren Ehrgeiz.

Besonders die Mannschaft von Groth & Co. wusste zu überzeugen

und konnte 4 von 6 Spielen für sich entscheiden. Der

Vorjahressieger, die VSVI OG Güstrow, startete gut ins Turnier,

musste aber in den letzten Spielen wegen mangelnder Chancenverwertung

Punkte liegen lassen. Die Mannschaft der Straßenmeisterei

Stavenhagen, welche zum ersten Mal an dem Turnier

teilnahm, konnte sich gut in Szene setzen.

Einen unglücklichen Tag erwischte der Turnierneuling aus Neubrandenburg.

Die NST-GmbH erzielte trotz einer guten Mannschaftsleistung

(auch neben dem Feld) leider keine Punkte in ihren

Spielen.

Am Ende gewann die Mannschaft von Groth & Co. Dank eines

2. VSVI-Cup Mecklenburg-Vorpommern 2012

Gruppenfoto mit allen Mannschaften

besseren Torverhältnisses mit 12 Punkten das Turnier. Die Plätze

zwei und drei belegten die Mannschaften der VSVI-Ortsgruppe-

Schwerin ІI (12 Punkte) und Güstrow (11 Punkte). Den vierten

Platz belegte das Team der HKC-GmbH Rostock (10 Punkte), gefolgt

von der VSVI-Ortsgruppe-Schwerin I (7 Punkte), der Straßenmeisterei

Stavenhagen (6 Punkte) und der Neubrandenburger

Straßen- und Tiefbau GmbH.

Die Siegerehrung und die Auszeichnung des von den Mannschaften

gewählten besten Spielers des Turniers, Sportsfreund

Knode (Groth & Co.), wurde von Herrn Kohn vorgenommen.

Abschließend bedankte sich Herr Kohn bei den Sponsoren, der

Firma Koch aus Malchin und der Fördergemeinschaft des VSVI,

die es ermöglichten, interessante Preise für das Turnier bereitzustellen.

Besonderer Dank gilt den Organisatoren, Herrn Polland

und Herrn Gnodtke, verbunden mit der Hoffnung auf eine Neuauflage

des Turniers im nächsten Jahr.


Frank Polland, Turnierorganisator

Am 04.01.2012 verstarb nach einer kurzen schweren Krankheit unser Ehrenmitglied

Dipl.-Ing.

Hartmut Franzke

Herr Hartmut Franzke wurde am 04.10.1937 in Munster geboren und war von 1965 – 1992 Mitglied

der VSVI Niedersachsen.

Nach seinem Wechsel zur mecklenburg – vorpommerschen Straßenbauverwaltung engagierte er sich

in der VSVI Mecklenburg – Vorpommern vor allem als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Landesvorstand.

Unter seiner Feder entstanden viele Informationshefte der VSVI und besondere Beachtung fand ein

offener Brief zum Erhalt der Straßenbauverwaltung an die Landtagsfraktionen in Mecklenburg – Vorpommern.

Sein offenes und freundliches Wesen im Rahmen der Vereinsarbeit wird uns in dauerhafter Erinnerung

bleiben.

Impressum

Herausgeber:

VSVI Mecklenburg-Vorpommern Redaktion: Dipl-Ing. Dietmar Greßmann

Geschäftsstelle c/o MIV Schwerin

Ludwigsluster Chaussee 72

19061 Schwerin Auflage: 900, 07/2012

E-mail: nagel@miv-schwerin.de Satz u. Druck: Henryk Walther, Papier- und Druck-Center, Neubrandenburg

Internet: www.vsvi-mv.de www.walther-druck.de, Tel. 03 95/560 04-0

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