DAS INVESTMENT: "Achtung, Zins-Falle" - Sauren

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DAS INVESTMENT: "Achtung, Zins-Falle" - Sauren

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Juli 2013 | 14. Jahrgang

Schweiz sfr 9,50 | Österreich € 5,90

Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien € 6,90

Deutschland € 5,90

Achtung,

Zins-Falle

Dachfonds-Profi Eckhard Sauren

schlägt Alarm


41

Eine jahrzehntelange Sause an

den Rentenmärkten ist vorbei.

Ein „Weiter so“ gibt es nicht

mehr, und es drohen Enttäuschungen.

Welche Maßnahmen

Berater jetzt ergreifen sollten

und welche Parallelen es zum

1. FC Köln gibt, erklärt Dachfonds-Pionier

Eckhard Sauren

FOTO: JO SCHWARTZ

Realer Kapitalerhalt ist nur noch schwer möglich: In der aktuellen Studie „Die Zinsfalle“

warnt Eckhard Sauren vor den Risiken des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes

➔| DAS INVESTMENT: In Ihrer aktuellen

Studie „Die Zinsfalle“ warnen Sie vor

den Risiken des derzeitigen Niedrigzinsumfelds.

Gleichwohl werden Rentenfonds

massiv vertrieben. Wird Ihre Botschaft

ankommen?

Eckhard Sauren: Das hoffe ich. Denn Berater

und Anleger stehen derzeit vor einem

Problem. Egal, wie erfahren sie sind, so

eine Zeit wie heute hat es die vergangenen

drei Jahrzehnte nicht gegeben. 30 Jahre

lang war ein realer Kapitalerhalt stets möglich,

und Rendite gab es noch dazu. Das

ist heute nicht mehr möglich, und trotzdem

werden diese Erfahrungen aus der

Vergangenheit recht unreflektiert einfach

auf die Zukunft fortgeschrieben.

„Berater sind

in der Pflicht“

Rentenmarkt: Da ist nicht viel zu holen

20%

15%

10%

5%

Rendite 10-jährige US-Staatsanleihen (1,87%)

0%

30. März 1962 16. Mai 2013

Quelle: Bloomberg

Die kontinuierlich

sinkenden Zinsen

haben für attraktive

Erträge gesorgt.

Über 30 Jahre lang

war stets ein realer

Kapitalerhalt möglich.

Diese Zeiten sind

vorbei. Derzeit werfen

US-Anleihen 1,87

Prozent ab. Bundesanleihen

bringen

1,38 Prozent.

Was lange währt, bleibt gut.

Sauren: Das könnte man meinen. Vieles

hat ja auch gut geklappt. Doch ein Gesetz

der Serie gibt es nicht. Immobilienfonds

galten auch jahrelang als sicher und liquide.

Der 1. FC Köln und der VfL Bochum

galten sogar als unabsteigbar. Diese Zeiten

sind vorbei. Die des risikolosen Zinses

auch.

Eine Prognose über die künftige Zinsentwicklung

liefern Sie nicht.

Sauren: Das vermeiden wir ganz bewusst.

Das können wir auch nicht. Andere sollen

sich darin versuchen. Wir liefern eine

prognosefreie Analyse und verstehen die

Studie als einen Aufruf, sich über das Verhältnis

von Risiko und Ertrag Gedanken

zu machen. Denn lediglich eins ist ganz

klar: Selbst wenn sich das Zinsniveau die

kommenden Jahre nicht ändert, lässt sich

mit soliden Staats- und Unternehmensanleihen

kaum etwas verdienen. Von einem

Anstieg der Zinsen ganz zu schwei-


Die Zinsfalle

WIR INVESTIEREN NICHT IN FONDS –

WIR INVESTIEREN IN FONDSMANAGER

DAS INVESTMENT 07/13 | INVESTMENTFONDS | Interview

gen. Dieses asymmetrischen Risikos

müssen sich Investoren bewusst werden.

Nun sind Investitionen am Rentenmarkt

die Basis jedes konservativen Portfolios.

Was sind derzeit Alternativen?

Sauren: Rentenfonds sind ja per se nicht

schlecht. Berater und Anleger sollten ihre

Portfolios überprüfen. Es war ja keine große

Kunst und Managerleistung, in der

Vergangenheit anständige Erträge zu erzielen.

Das geht heute nicht mehr, und

besonders statischen Produkten oder Indexfonds

fehlt es an Flexibilität. Anders

ist dies bei flexibel ausgerichteten Absolute-Return-Fonds.

Da mögen wir besonders

den Starcap Argos, den GAM Global

Rates oder Fonds von Jupiter und Bluebay.

Die steuern aktiv die Duration, investieren

in Währungen und gehen mitunter auch

Short-Geschäfte ein.

Sind Berater in der Lage, diese komplexen

Produkte zu vertreiben?

Sauren: Sicherlich nicht in der Breite. Die

Spitze des Beratermarkts kann das. Der

Starcap Argos ist ja nun auch schon fast

ein Klassiker. Berater müssen sich stärker

mit den Strategien dieser Fonds beschäftigen.

Daran wird kein Weg vorbeiführen.

einmal sehr abrupte Marktphasen ein und

nahezu alle Asset-Klassen verlieren parallel:

Renten, Aktien, Währungen und Rohstoffe.

Alles ist gefallen. Seit Anfang Mai

werden die Risiken klarer aufgezeigt. Doch

es gibt Lösungen: Wer höhere Schwankungen

und herbe Verluste nicht eingehen

möchte, der kommt künftig an Absolute-

Return-Fonds nicht vorbei.

Die sechs Wochen sind eine Bestätigung

für Absolute-Return-Fonds?

Sauren: Aber selbstverständlich. Ein realer

Kapitalerhalt ist ja sonst gar nicht

möglich.

Welchen Anteil sollten Absolute-Return-

Fonds in einem langfristig ausgerichteten

Portfolio haben?

Sauren: 20 Prozent sind eine sinnvoll

Richtgröße. Weitere 40 Prozent in offensive

Anlageklassen und weitere 40 Prozent

in defensivere. Nur eben nicht in statische

Produkte.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie als Dachfonds-Manager

aus solchen Ereignissen?

Sauren: Solche Marktphasen sind gut geeignet,

um die Qualität der von uns gewählten

Manager zu überprüfen. Wir erkennen

die potenziell eingegangenen

Risiken und natürlich darf es auch mal zu

einem Verlust kommen. Aber nur solange

dieser mit der Strategie vereinbar ist und

nur so hoch ausfällt wie gedacht. Insbesonders

Absolute-Return-Strategien sollten

die gewünschte Stabilität geleistet haben.

Beim Sauren Absolute Return ist das gelungen.

Geben Sie trotzdem eine Prognose zur

künftigen Zinsentwicklung ab?

Sauren: Nein. Wir arbeiten prognosefrei

und stellen die Portfolios entsprechend

auf.

Aber wo der 1. FC Köln in zwei Jahren

spielt, gilt als sicher?

Sauren: Natürlich. In der 1. Liga.

Risiken im Niedrigzinsumfeld

„Die Zinsfalle“:

Die aktuelle

Sauren-Studie

analysiert die

Risiken an den

Rentenmärkten.

Kostenfrei gibt es

die Studie unter

www.sauren.de

Absatzrenner sind vermögensverwaltende

Fonds. Die haben massiv von den

sinkenden Zinsen profitiert. Drohen auch

hier Enttäuschungen?

Sauren: Das ist nicht auszuschließen.

Gerade weil die Erwartungen wegen der

großartigen Ergebnisse der Vergangenheit

hoch sind. Berater sind auch hier in der

Pflicht, ihre Kunden aufzuklären. Für riskant

halte ich die Konzentration auf einzelne

vermögensverwaltende Fonds. Da

besteht schnell ein Portfolio aus drei dieser

Erfolgs-Fonds. Das ist heikel. Ich rate

dazu, maximal 10 Prozent des Vermögens

auf einen einzelnen vermögensverwaltenden

Fonds zu verteilen.

Den Kapriolen der vergangenen sechs

Wochen konnten sich diese Fonds nicht

entziehen.

Sauren: Das ist richtig. Die Verluste waren

teilweise dramatisch. Nun hatten Renten

in der Vergangenheit stets einen eher diversifizierenden

Charakter. Diese Zeiten

sind vorbei und wie wir sehen, treten auf

Beispielhafte Darstellung eines

ausgewogenen Modell-Portfolios

In einem gut diversifizierten Portfolio sind

Absolute-Return-Fonds ein bedeutender Bestandteil.

Absolute-Return-

Portfoliobausteine

Defensive

Portfoliobausteine

Offensive

Portfoliobausteine

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