Alzenau und der Frankenweinweg - Kunstwanderungen

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Alzenau und der Frankenweinweg - Kunstwanderungen

VS 05

Alzenau und der Frankenweinweg

Hörstein – Wasserlos – Alzenau

Kälberau – Michelbach – Hörstein

Rundwanderung

5 Stunden und 51 Minuten reine Wanderzeit

Wir beginnen die Rundwanderung mit dem Besuch der Kirche von

Hörstein.

In einer Evangelienhandschrift der Abtei Seligenstadt findet sich ein erster Beleg für die

Existenz von Hurstin, und zwar im Jahre 830. Hörstein ist auch Weinlage der Abtei.

1139 heißt der Ort Horste. 1417 ist ein eigener Pfarrer am Ort. Seit 1600 steht der Name

Hörstein fest. Hörstein gehört heute zur Stadt Alzenau.

*** Mariä Himmelfahrt und Bernhard. In den Neubau von

1954 wurde der Chor von 1511 aufgenommen.


Der Chorturm ist älter und besitzt einen Zinnenkranz von 1449.

Der Chor. Auf dem Hochaltar von 1774 steht die Figur der Maria,

flankiert von den Figuren des Petrus und des Papstes Urban;

darüber: Mantelteilung des Martin.

Rechte Wand: Sakristeitür mit Durchblick auf die Gruppe der

Anna Selbdritt, von Peter Dell d. Ä.,1522.


Das Langhaus. Am Chorpfeiler links: Barocke Mondsichelmuttergottes.

– Am Chorpfeiler rechts: Moderne Figur des Urban. –

Linke Frontwand: 1. Barocke Kanzel, 1770, mit Posaunenengel

auf dem Schalldeckel; 2. Barocker Altar mit neuem Bild.

Rechte Frontwand: Barockaltar mit dem Gemälde der Kreuzgruppe.

Wir gehen aus dem Hauptausgang der Kirche hinaus, rechts treppab,


auf der „Edelmannstraße“ rechts und auf der Querstraße abermals rechts

bergauf.

4 Minuten später wandern wir an der Kreuzung links auf die „Kreuzgasse“.

2 Minuten später wandern wir auf der „Weinbergstraße“ rechts.

1 Minute später wandern wir, links auf die „Glockengasse“.

3 Minuten später wandern wir in die Kirche von

Wasserlos.

Der Raum ist bereits zur Keltenzeit besiedelt. Der Ort wird 1268 erstmals, und zwar als

Wasserlois erwähnt, 1284 dann noch einmal als Wasserlaiß. 1305 nennt man sich

Wasserflois. 1405 zerstört König Ruprecht hier die Burg der Herren von Schelriß, die

als Räubersitz berüchtigt ist. Ab dem Mittelalter besitzt man Steuer- und Gerichtshoheit

und ist Weinbaugebiet des Klosters Seligenstadt. Die Herrlichkeit dauert bis 1803. Dann

gehört man zu Hessen-Darmstadt. Ab 1816 ist man bayerisch. 1972 schluckt die Stadt

Alzenau den Weinort.

*** St. Katharina. Die neubarocke Kirche ist aus dem Jahre

1920 und bezieht ihren Reiz aus der Ansicht von außen,


esonders von der Fassade mit Glockenturm und Treppenturm.

Das Innere. Die Ausstattung ist neu und neubarock; die Fensterverglasung

entstammt der Bauzeit und zeigt Heilige. Die

Skulpturen der Muttergottes, des Vaters Josef, der Katharina

und des Paulus sind neu geschnitzt. Die Pietà ist neugotisch.


Wir gehen aus der Kirche hinaus und auf der Glockengasse zurück.

3 Minuten später wandern wir linksversetzt über die „Hahnenkammstraße“

auf die „Gretelstraße“.

2 Minuten später wandern wir auf der „Kaiser-Ruprecht-Straße“ links.

2 Minuten später wandern wir in die Kirche von 90 Min.

Alzenau.

Das Gebiet um die Stadt ist seit der älteren Eisenzeit bis 1000 v. C. bereits besiedelt.

Alzenau wird ursprünglich Wilmlundsheim genannt, und zwar im Jahre 950. Es ist Sitz

des gleichnamigen Freigerichts. 1395 lässt der Erzbischof von Mainz die Burg errichten.

Stadtrecht erhält man 1401von König Ruprecht von der Pfalz. 1740 kommt der eine

Teil dieses Freigerichts an die Landgrafen von Hessen-Kassel. Der übrige Teil gehört

zum Amt Alzenau, das bei Mainz bleibt. 1803 gerät man an Hessen-Darmstadt, 1816 an

Bayern. 1862 wird Alzenau Kreisstadt. 1961 erhält man das Stadtrecht. 1975 werden

Albstadt, Kälberau und Hörstein, Wasserlos sowie Michelbach eingemeindet. Letztere

drei Gemeinden machen Alzenau zur Weinstadt.

*

*** St. Justinus von 1754. Die Kirche besitzt eine aufwändige

Rokokoeinrichtung.


Das Chorhaus. Den Baldachinaltar von 1776 voller Putten über

einem Tabernakel mit dem Lamm flankieren die Figuren des

Bonifatius (links) sowie Karls des Großen.

Das Langhaus. Linker Altar von Peter Wagner, um 1764, mit

Maria auf der Weltkugel. – Rechter Altar von Peter Wagner,

um 1764, mit der Figur des Johannes Nepomuk. – Linke Wand:

Kanzel mit Moses auf dem Schalldeckel.

Wir gehen aus dem rechten Ausgang der Kirche hinaus und linksversetzt über

den Platz. Gasthof.

1 Minute später wandern wir in die

*** Burg Alzenau. (Führungen Apr-Sept, jeden zweiten Sonntag,

um 14 Uhr). Um 1400 wird die Anlage von Mainz erbaut. Inmitten

der Hauptburg steht der dreigeschossige Palas mit seinen

Ecktürmen und seinem zierlichen Kapellenerker. Der Hof ist

umgeben von einer Ringmauer und Bauten, die im Laufe der

Jahrhunderte stark verändert wurden. Die Schildmauer ist fünf

Meter dick.

Wir gehen aus der Burg hinaus, halten uns auf der Straße links, queren den

Parkplatz, wandern vor der Kahl links und folgen dem offiziellen Radweg den

Fluss entlang. Rastplatz. Wir kommen vorbei an den

*** Sieben Schmerzen Mariens, das sind Wegstationen aus

rotem Bundsandstein, von 1710.

1 Minute später wandern wir durch die Pforte der * Kirchhofsmauer mit der

Außenkanzel in die Kirche von

Kälberau.

Im 12. Jahrhundert ist ein Adelsgeschlecht derer von Kelberau nachweisbar, das bis um

1400 lebt. Die Burg ihrer Nachfahren hier am Ort auf dem Kelberower wird 1266 vom

Grafen zu Chelverue zerstört. Nach Aussterben der Herrschaft stehen die Güter den

Herren von Buchenau zu. 1372 wird erstmals eine Kapelle am Ort erwähnt. Wie andere

Wallfahrtsorte entwickelt auch Kälberau eine rege wirtschaftliche Tätigkeit mit Straßenmärkten

und Handel. Davon zeugt noch die vor der Kirche aufgestellte Kälberauer

Elle von 1763 als verbindliche Maßeinheit. Nach dem Wiener Kongress fällt Kälberau

an Bayern. 1830 stirbt der Letzte von Buchenau, somit das Adelsgeschlecht hier erlischt.

Heute gehört Kälberau zur Stadt Alzenau.

*** Maria zum Rauen Winde. Die Wallfahrtskirche, spätgotisch,

ist durch einen Mauerbogen an der linken Wand mit einem

Neubau verbunden. Chor und Turm stammen aus dem 15.

Jh. Das Langhaus wurde um 1500 errichtet.


Der Chor der alten Kirche. Auf dem Altar steht eine spätgotische

Muttergottes, um 1380.

In die Wand sind Sakramentsnischen eingelassen. – Rechte

Wand: Anna und Joachim, barock. – Linke Wand: Wendelin

und Rochus, barock.


Das Langhaus. Die holzgeschnitzten Figuren sind neu, mit

Ausnahme der thronenden Muttergottes (an der linken Wand),

die einst stark beschädigt war und ergänzt wurde).

Wir gehen aus der Kirche hinaus, wenden uns nach rechts, umwandern sie

und biegen kurz vor der Straße links ab auf den Pfad bergab.

5 Minuten später wandern wir über die Landstraße in

Michelbach.

Im 16. Jahrhundert errichtet Rupertus de Willemin im Weinort ein Wasserschloss, das

später ein Freiherr Ferdinand Kaspar Joseph von Wrede bewohnt. 1588 wird eine

Kapelle errichtet, auf deren Mauern ab 1777 die heutige Pfarrkirche steht. Michelbach

wird 1975 nach Alzenau eingemeindet und trägt dazu bei, dass Alzenau sich Weinstadt

nennen darf.

*

Wir wandern Richtung haltend vorbei am rechts hinter dem Platz stehenden

*** Wasserschloss mit Walmdach und Ecktürmen, im Kern

aus dem 16. Jh., allerdings im 18. Jh. verändert.


5 Minuten später wandern wir beim Gasthof rechts in die Kirche

*** St. Gallus, Laurentius und Sebastian. Der Saalbau von

1777 wurde 1932 verändert.

Das Chorhaus. Rokoko-Säulenaltaraufbau mit dem Kruzifixus

auf dem Tabernakel, flankiert von Laurentius (links) und Sebastian.

Über den Altartüren stehen die Figuren des Antonius

(links) und des Johannes Nepomuk.

Das Querschiff. An der Rückwand links hinten: Wappenstein

für Maria Anna Henrica Walpurgis Freifrau von Wrede (+1773)

sowie Anverwandte.


Das Langhaus. Am Chorbogen, der neu mit Heiligen bemalt ist:

Rokokokanzel.

Wir gehen aus dem linken Ausgang der Kirche hinaus, auf der „Gallusstraße“

rechts, auf der Querstraße links, auf der „Krämerstraße“ rechts und biegen

sofort wieder links ab auf den Radweg.

5 Minuten später wandern wir vor dem Ortsausgangsschild an der Straße

rechts, mit Hilfe der Steine übers Rinnsal und halten Richtung.

2 Minuten später wandern wir auf dem Schrägquerweg rechts und folgen stets

dem „x“. Rastbank an der Bildeiche.

15 Minuten später wandern wir auf den Aussichtsturm auf dem Hahnenkamm

und haben eine

243 Min.

**** Ansicht vom Spessart.

Wir steigen vom Turm hinab, gehen nach rechts, gegenüber dem Gasthof

links durchs Geländer, an der Gabelung abermals links und kurz darauf auf

dem Querweg links.

12 Minuten später wandern wir über den breiten, zum „Parkplatz Schöne

Aussicht“ führenden Querweg.

4 Minuten später wandern wir an der Gabelung vorm Baum mit der Wildsau

rechts und kurz darauf mit dem Hauptweg in die Linkskurve.

3 Minuten später wandern wir linksversetzt über die Landstraße, bleiben auf

dem Hauptweg mit *** Ansichten von der Mainebene und gelangen in die

Weinberge von Hörstein.

6 Minuten später wandern wir bei links abknickendem Asphalthauptweg

geradeaus und mit dem Schotterweg in den Rechtsknick durch die Weinberge

mit *** Ansichten von der Mainebene.

10 Minuten später wandern wir links auf Asphalt bergab.

3 Minuten später wandern wir linksversetzt über die Querstraße auf die

„Edelmannstraße“ und bald vorbei an einer ** Doppeltoranlage, neuromanisch.


4 Minuten später wandern wir in die Kirche von Hörstein. 351 Min.

Hörstein – Wasserlos – Alzenau – Kälberau – Michelbach – Hörstein

VS 05

Ende

*


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