Labyrinth: Künstlerkatalog 2013

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DER ANDERE WEG ZUR KUNST

01


Vorwort

DER ANDERE WEG ZUR KUNST

Betrachtet man den Werdegang von Künstlern,

beruht er üblicherweise auf einer

Ausbildung an einer Akademie oder ähnlichen

Einrichtung. Es ist bewundernswert,

dass viele diesen „akademischen“ Weg

wählen. Das mag durchaus ein mutiger

Schritt sein, da die Aussicht, später einmal

von der Kunst leben zu können, eher vage

ist.

Andererseits finden sich auch genügend

Beispiele von erfolgreichen Künstlerkarrieren.

Nicht selten ist es der Fall, dass sich

das Interesse, selbst künstlerisch aktiv zu

werden, erst entwickelt, wenn man schon

mitten im Beruf steckt. Vielleicht aber wird

nur ein lange unterdrücktes Bedürfnis

geweckt. Man steht vor der Wahl, entweder

seinen bisherigen Beruf aufzugeben, oder

sich in eigener Initiative weiterzubilden.

Ersteres ist natürlich verbunden mit einem

großen finanziellen Risiko; vor allem, wenn

schon eine Familie zu ernähren ist.

Heute bieten sich zahlreiche Möglichkeiten

der Aus- und Fortbildung an. Für uns

war die Volkshochschule Neubiberg der

Ausgangspunkt für den „anderen Weg zur

Kunst“. Die meisten Mitglieder der Künstlergruppe

Labyrinth begannen neben ihrer

Berufstätigkeit im Jahr 1984 mit einem

Aquarellkurs bei Edith Schumacher.

Sie verstand es hervorragend, ihre Schüler

in das Medium Malerei einzuführen und zu

motivieren. Nicht ganz ohne anfängliche

Auswirkung auf uns waren ihre Vorliebe

für die Farben Violett und „Schweinfurter

Grün“. Mit ihr sind erste Ausstellungen und

unsere Arbeitsaufenthalte in der Toskana

verbunden, die bis heute ein wichtiger

Meilenstein für unsere kreative Entwicklung

geblieben sind.

Das erste Mal ein Bild verkaufen? Was

war das für ein Gefühl! Wollte man sich

überhaupt von seinem Bild trennen? Wie

viel sollte man dafür verlangen? All dies hat

sich in den mehr als 25 Jahren eingespielt,

auch wenn es einem manchmal dennoch

schwer fällt, sich von einer Arbeit zu trennen,

die einem besonders am Herzen liegt.

Die Unabhängigkeit, etwas nicht verkaufen

zu müssen, schafft uns den größten schöpfe

rischen Freiraum für unser Arbeiten.

1989 haben wir uns entschieden, künftig als

Künstlergruppe Labyrinth aufzutreten. Wir

organisierten gemeinsame Ausstellungen

und Ausstellungsbesuche. Auch ein Atelier

hatten wir zeitweise angemietet. Beim Bestreben,

unser Können zu verbessern, gab

es noch weitere Künstler, die uns gefördert

haben:

Das waren u.a. Sylvie de Muralt, Justus

Chrukin, Erhard Paskuda, Ninon Voglsamer,

Irma Leoben und Hajo Düchting.

Einige von uns besuchten regelmäßig Kurse

an verschiedenen Akademien oder bei

bestimmten Künstlern. Sehr früh hat sich

bei jedem von uns eine eigene, unverwechselbare

„Handschrift“ entwickelt, die trotz

zahlreicher Fortbildungen erhalten geblieben

ist bzw. sich noch stärker ausgeprägt

hat. Unverkennbar ist eine Orientierung hin

zur nicht gegenständlichen Kunst.

Auf die ersten Ausstellungen mit Edith

Schumacher folgten eine Reihe weiterer

Möglichkeiten, unsere Arbeiten der Öffentlichkeit

zu präsentieren.

Das Rathaus Ottobrunn war und ist für uns

bis heute der wichtigste Ort, an dem wir in

einer angenehmen Atmosphäre seit über

22 Jahren unsere Arbeiten ausstellen dürfen.

Die Anzahl der Besucher, das Interesse an

unseren Ausstellungen und die positiven

Presseberichte sprechen für sich. Einige

von uns können sogar einen Kunstpreis

verbuchen.

Heute, neunundzwanzig Jahre seit unserem

ersten Aquarellkurs, sind wir stolz auf diese

künstlerische Verbundenheit. Das Interesse

an Kunst und die Auseinandersetzung mit

ihr, die Kreativität und die vielen gemeinsamen

Erlebnisse haben zu dem starken

Zusammenhalt der Gruppe geführt – das ist

typisch Labyrinth!

Zwei unserer Mitglieder, Renate Beuker und

Karl Ruppert, sind inzwischen verstorben.

Wir erinnern uns gern an sie.

Was und welche Vielfalt der andere Weg zur

Kunst zu leisten vermag, zeigt Ihnen jeder

von uns mit einer ganz persönlichen „Wegbeschreibung“

und einer kleinen Auswahl

von neueren Arbeiten.

Den Freunden und Sponsoren, die uns zum

Erscheinen des Katalogs unterstützt haben,

gilt unser ausdrücklicher Dank.

05


Grußwort

Es ist eine gute Tradition, dass im

Ottobrunner Rathaus Künstler regelmäßig

ihre Arbeiten präsentieren.

Als Hausherr freue ich mich, dass die

Künstlergruppe Labyrinth diese Möglichkeit

bereits seit vielen Jahren nutzt, was für den

Erfolg und die Atmosphäre einer Ausstellung

im Rathaus spricht. Über 20 Mal hatten

Kunstinteressierte bereits Gelegenheit,

Arbeiten der Gruppe im Rathaus zu besichtigen.

Rathaus kommen, wird durch die Ausstellung

Kunst erleb- und erfahrbar. Somit

werden auch Teile der Bevölkerung erreicht,

die nicht zu den typischen Besuchern von

Kunstausstellungen gehören. Hierin steckt

meines Erachtens eine große Chance, Kunst

– im besten Sinne des Wortes – populär

zu machen. Dazu trägt die Künstlergruppe

Labyrinth mit ihren Arbeiten einen Teil bei.

Ich wünsche der Künstlergruppe auf ihrem

weiteren Weg viel Erfolg!

Thomas Loderer

Erster Bürgermeister der Gemeinde Ottobrunn

In einem Aquarellmalkurs der Volkshochschule

SüdOst haben sich die meisten

Mitglieder der Künstlergruppe vor fast

30 Jahren kennengelernt; seit 24 Jahren

trägt die Gruppe den Namen Labyrinth.

Trotz des langen Zusammenseins und des

gemeinsamen Malens pflegt jedes Mitglied

noch immer seinen eigenen Stil. Für die

Ausstellungen der Gruppe bedeutet dies,

dass eine interessante Vielfalt an Arbeiten

geboten wird.

Als Ausstellungsort ist unser Rathaus

eine Anlaufstelle für Kunstfreunde aus

der Region. Aber auch für Bürgerinnen

und Bürger, die aus anderen Gründen ins

07


Grußwort

Karl Heinz Eisfeld

Direktor der Volkshochschule SüdOst

im Landkreis München GmbH, gemeinnützige Gesellschaft

Mögen Sie es auch: das Wort Amateur?

Das Wort, das sich vom lateinischen

‚amator‘ ableitet, dem ‚Liebhaber‘ und in

der Form des Kunstliebhabers gerne für

jene verwendet wird, die ihrer Leidenschaft

als Künstler in aller Regel nicht

berufsmäßig nachgehen, sondern „rein aus

Liebhaberei“.

Völlig zu Unrecht wird der Begriff des

Amateurs gegen den des Fachmanns abgegrenzt,

dem ohne Weiteres Professionalität

attestiert wird, die dabei mit Berufsmäßigkeit

verwechselt wird. Nicht im Grade ihrer

Expertise unterscheiden sich Amateur und

Profi zuallererst, sondern in der Zweckbindung

ihres künstlerischen Schaffens,

das in mehr oder weniger hohem Grad

auf Broterwerb ausgerichtet sein kann.

Professionalität, verstanden als künstlerische

Fertigkeit und ästhetische Sinngebung,

kann bei beiden unterschiedlich entwickelt

und in hoher Form angetroffen werden.

Einen Beweis für diese Thesen geben die

Mitglieder der Künstlergruppe Labyrinth

ab, die zunächst nicht durch Akademien zur

Kunst gefunden haben, sondern denen –

wie sie es selbst formulieren – „ein lange

unterdrücktes Bedürfnis“ den Weg zur

Kunst gewiesen hat. Einen Weg eben, der

zunächst als schwer entwirrbares Rätsel

erlebt werden mag und bei dem man nur

nach zahlreichen Verzweigungen ans Ziel

kommt oder diesem zumindest nähertreten

kann.

So verstandene Kunstsuche braucht einen

Ort, an dem sie sich entwickeln kann und

Begleiter, die helfen, sich auf dem Weg nicht

zu verlaufen. So eine Begleiterin war für

die Labyrinth-Gruppe von Anfang an Edith

Schumacher, der ein ganz besonderer Dank

gebührt; gefolgt von zahlreichen anderen

Künstlern, die die Gruppe vorangebracht

haben. Der Ort, an dem die Suche beginnen

konnte, waren bereits im Jahre 1984

Kursräume bei der Volkshochschule Neubiberg;

für Ausstellungen, für den Künstler

der Schritt in die Öffentlichkeit und in die

Bewährungsprobe, bietet das Rathaus Ottobrunn

seit Jahrzehnten einen geeigneten

und würdigen Rahmen.

So gesehen – eine Petitesse am Rande –

nahm die Künstlergruppe Labyrinth vorweg,

was später auf andere Weise Wirklichkeit

wurde: das Zusammenwachsen der

Volkshochschulen Neubiberg und Ottobrunn

zur Volkshochschule SüdOst im Landkreis

München.

Als „einen anderen Weg zur Kunst“ haben

die Autoren des Vorworts zu diesem Katalog

ihre Entwicklung über die Volkshochschule

bezeichnet. Dafür bin ich ihnen dankbar

und darauf sind wir ein bisschen stolz. Wird

dadurch doch eine wesentliche Funktion der

Volkshochschule und damit der durch die

Gemeinden ermöglichten Erwachsenenbildung

offensichtlich, die sonst im Geheimen

schlummert: ihr Emergenzfaktor. Mit Emergenz

meinen wir in diesem Zusammenhang

die Tatsache, dass die Volkshochschule ein

Ort ist, an dem sich Neues spontan herausbilden,

Unerwartetes „auftauchen“ und sich

zu einer eigenen Wirklichkeit entwickeln

kann – womöglich sogar ohne weitere Bindung

an die ursprüngliche Veranlassung.

Wir bedanken uns bei den Künstlern

der Gruppe Labyrinth, dass sie sich von

der Volkshochschule aus auf ihren Weg

gemacht haben, bieten ihnen gerne auch

in Zukunft eine Heimstatt für ihr Schaffen

und ziehen respektvoll unseren Hut vor dem

bisher Erreichten.

09


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 04

Grußwort

06 – 09

Inhaltsverzeichnis

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Künstler

12 – 65

Ulrich Beringer

Christine Eberhard

Andrea Keinert

Gabriele Kellner

Helga Mayer-Böhm

Eva Sárosi

Erich Schmid

Birgitt Storch

Vlady Vorlicek

12

18

24

30

36

42

48

54

60

Freunde und Förderer

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Ulrich Beringer / Mein Weg zur Kunst

Es gibt verschiedene Anhaltspunkte, die

möglicherweise meine Neigung zur Kunst

beeinflusst haben.

Als Erstes vermute ich eine vererbte

Veranlagung seitens der Familie meiner

Großmutter. Sie malte mit Öl, was mich

schon als Kind faszinierte. Als sie starb,

erbte ich ihren Ölfarbkasten, den ich wie

ein Heiligtum betrachtete.

1960 wagte ich mich an Großmutters Ölfarben

und es entstand mein erstes Ölbild:

„die Rosette der Kathedrale von Reims“. Die

Neigung zur Kunst drückte sich auch durch

stets gute Noten im Fach Kunsterziehung

aus. Während Freunde zum Fußballspielen

gingen, blieb ich zu Hause und malte. Eine

Sammlung von Kunst-Postkarten war mein

ganzer Stolz. Auf diese Weise wurde ich auf

Künstler und Stilrichtungen aufmerksam.

Nach dem Schulabbruch schaffte ich mit

einer Lehre als Schreiner die Voraussetzungen

für meinen künftigen Beruf als Architekt.

Über den 2. Bildungsweg erreichte ich

schließlich mein Ziel mit dem Abschluss als

Dipl.-Ing an der TU Stuttgart. Während des

Studiums in München und Stuttgart hatte

ich Gelegenheit, mich im Freihandzeichnen,

Perspektive, aber auch Aktzeichnen fortzubilden.

Malen war zu diesem Zeitpunkt noch

nicht gefragt.

Es sollte noch Jahre dauern, bis sich das

Bedürfnis, künstlerisch zu arbeiten, wieder

regte. Auf einmal durfte ein Skizzenblock

im Urlaub nicht mehr fehlen, und so

entstanden eine Vielzahl von Zeichnungen

in Tusche und Bleistift.

Von meinen Arbeitskollegen erhielt ich

1986 zum 10-jährigen Dienstjubiläum einen

Aquarellkasten. Umgehend meldete ich

mich zu einem Kurs an der Volkshochschule

an. So entwickelte sich allmählich neben

dem Beruf eine immer stärkere Zuwendung

zur Malerei, die letztlich zur Gründung der

Künstlergruppe Labyrinth führte. Dazu

gehört bis heute der jährliche gemeinsame

vierzehntägige „Arbeitsurlaub“ in der

Toskana.

Die anfänglichen Aquarelle wandelten sich

in Acrylbilder und die Formate wurden immer

größer. Ein Kurs zur nicht gegenständlichen

Malerei war dann für mein weiteres

Arbeiten richtungsweisend.

Bei einem Kurs mit Ton begann um 2002

der Einstieg in die 3. Dimension.

Zunehmend bestimmend wird die Reduktion

mit dem Anspruch auf Ästhetik sowohl für

Bilder wie für Skulpturen.

Die erste Ausstellung war im Rathaus der

Gemeinde Neubiberg. Weitere folgten bei

Ärzten, Banken in Autohäusern und als

jährliche Dauereinrichtung mit Labyrinth

im Ottobrunner Rathaus.

1994 wurde ich erstmals mit einem abstrakten

Bild zur Kunstausstellung anlässlich der

Allgäuer Festwoche in Kempten zugelassen.

Weitere Teilnahmen sollten 2002, 2011 und

2012 folgen.

ulrichberinger@web.de

o. T.

Technik: Skulptur aus Bayerwald-Granit

Größe: 40 x 20 x 20 cm

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14

Flirt!

Technik: Acryl auf Multiplex

Größe: 100 x 100 cm

Vernetzung

Technik: Acryl auf Multiplex

Größe: 100 x 100 cm

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Ineinander

Technik: Acryl auf Multiplex

Größe: 100 x 100 cm

Weiß im Raum

Technik: Acryl auf Sperrholz

Größe: 100 x 100 cm

17


Christine Eberhard / Mein Weg zur Kunst

Das Bedürfnis, zu malen, war immer da.

Als ich für mich mehr Freiraum hatte, griff

ich zu Pinsel und Farbe.

Zaghaft waren die Anfänge, das Aquarellpapier

kostbar, jeder falsche Pinselstrich ein

Drama. Die Acrylfarbe war ein Gewinn und

brachte die Freiheit: ich konnte sie beliebig

übermalen. Und so entstanden Bilder mit

vielen Schichten.

Bei der Anlage eines Bildes habe ich in

der Regel ein Konzept. Doch während des

Malens geht der Weg immer wieder in neue

Richtungen – ein einziges Schaffen, Zerstören,

Zerlegen und wieder Zusammenfügen.

So entsteht ein Prozess aus mir selbst heraus.

Ich verliere mich dabei, der Verstand

schaltet ab und ich bin ganz bei mir.

Ein langer Weg, aber lohnend.

Meine Kunst dient keinem Betrachter,

keinem Bewunderer, nur mir selbst.

Kreativsein ist Freisein.

Kunst, die wahre aus der Seele geschaffene,

ist für mich wichtig im Leben. Sie tröstet

uns, erhebt uns, gibt uns Orientierung.

Wir sind nicht nur das, was wir essen und

die Luft, die wir atmen. Wir sind auch die

Märchen, über denen wir als kleine Kinder

eingeschlafen sind, die Bücher, die wir

gelesen, die Musik, die wir gehört, und die

Gefühle, die ein Gedicht oder ein Bild in uns

ausgelöst haben.

christineeberhard@gmx.de

Herzstück

Technik: Pigmente auf Leinwand

Größe: 90 x 70 cm

19


20

Tanzsommer I

Technik: Mischtechnik, Wachs, auf Holz

Größe: 40 x 30 cm

Tanzsommer II

Technik: Mischtechnik, Wachs, auf Holz

Größe: 40 x 30 cm

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werden–gedeihen–vergehen I

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 90 x 70 cm

werden–gedeihen–vergehen II

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 90 x 70 cm

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Andrea Keinert / Mein Weg zur Kunst

Aufgewachsen in einem Handwerkerhaushalt

im Allgäu, lernte ich sowohl die groben

Seiten (mein Vater war Schmied) als auch

die filigranen Seiten (meine Mutter war

begeisterte Handarbeiterin) des Gestaltens

kennen.

Während meiner Ausbildung zur Kartografin

war mir exakte Genauigkeit und Sauberkeit

als oberstes Gebot gelehrt worden – in der

Regel in schwarz-weiß und in zwei Dimensionen.

Ton und Schamott sind bis heute meine

bevorzugten Schaffensmaterialien.

Selten steht am Beginn eines Projekts eine

Idee. Meist planlos beginnen meine Hände

und schaffen ein Werk.

Ein Handwerk. Ein Kunstwerk.

andrea.keinert@mnet-online.de

An eigene Ideen war nicht zu denken,

und so begann das Verlangen zu wachsen,

in mein Schaffen die dritte Dimension

einzubauen: meine Leidenschaft zu Stein

und Ton war geweckt.

Fräulein A.H.

Technik: Ton, Acryl

Größe: 140 cm

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26

Homo Corvus

Technik: Ton, Acryl

Größe: 38 cm

Hoppa Pame

Technik: Ton, Acryl

Größe: 31 cm

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Wer bin ich?

Technik: Ton, Acryl

Größe: ca. 28 cm

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Gabriele Kellner / Mein Weg zur Kunst

Ich glaube, dass mein Weg zur Kunst schon

ganz früh begann.

Als ich noch nicht zur Schule ging, in den

50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, kam

in den Sommermonaten manchmal meine

um ein paar Jahre ältere Cousine Helga als

Feriengast zu uns. Sie zeichnete für mich

Modebilder, wie sie damals modern waren:

Frauen mit Wespentaille, großen Hüten und

weiten Röcken mit Petticoat darunter. Ich

war begeistert und wollte das auch können,

aber es reichte nur zu Blümchen unter

Bäumen mit blauem Himmel darüber.

Als ich dann in die Schule kam, bemalte ich

meine Hefte an den Rändern mit allem, was

ich sah; in meinen Schulheften waren oft

mehr Zeichnungen als Geschriebenes, doch

die Lehrer waren damals großzügig und ich

durfte in meine Hefte so viel hineinmalen,

wie ich nur wollte.

Viele Jahre später, als ich schon fast

erwachsen war, schenkte mir mein erster

Freund einen großen Aquarellkasten und

einen echten Marderhaarpinsel, der für

damalige Zeiten fast ein kleines Vermögen

kostete. Zum Malen kam ich jedoch eher

weniger bis gar nicht. Ganz aufgehört habe

ich zwar nie, doch erst Ende der 80er-Jahre,

kurz bevor wir die Künstlergruppe Labyrinth

gründeten, konnte ich mir wieder mehr Zeit

für die Malerei nehmen.

In all den Jahren habe ich etliche Kurse

besucht und von meinen Lehrerinnen und

Lehrern viel gelernt. Die Anregungen für

meine Motive finde ich auf meinen Reisen.

So sind in den letzten Jahren Bilder entstanden,

die auf Äthiopien, Ägypten, Marokko,

Nepal, Indien, Laos und den Südwesten

der USA Bezug nehmen.

Außerdem bin ich eine Sammlerin: Steine,

Fundstücke aus Glas, Eisen, Plastik, Holz...

Besondere Freude bereitete mir deshalb

ein Meisterkurs, in dessen Folge kleine

Skulpturen aus Schrottplatz-Fundstücken

entstanden sind. Gerade das, was weggeworfen

wird, besitzt für mich eine unwiderstehliche

Anziehungskraft.

Ich bin eine leidenschaftliche Fotografin,

nicht nur des Schönen, sondern auch des

Morbiden und des Verfalls.

Daneben ist es die Natur, die mich

inspiriert: Wüsten, Wälder, Flüsse, alle die

Naturräume, die in ihrer Einzigartigkeit

mehr gefährdet sind als jemals zuvor.

Ich möchte, dass meine Bilder eine Liebeserklärung

an die Vielfalt des Lebens

darstellen und dass der Betrachter eine

Welt hinter der sichtbaren Welt erahnen

und vielleicht – das wäre das Beste – auch

finden kann.

gabriele.kellner@heilpraxis-kellner.de

Differenzierte Konformität

Technik: Skulptur aus Fundstücken

Größe: k. A.

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Kairo: Im Bazar

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 100 x 80 cm

Der Palast der Feenkönigin

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 100 x 80 cm

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Artistenglück

Technik: Skulptur aus Fundstücken

Größe: k. A.

Blaue Stunde

Technik: Skulptur aus Fundstücken

Größe: k. A.

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Helga Mayer-Böhm / Mein Weg zur Kunst

Nach dem Tod meiner Mutter wurde

für mich 1953 ein Internat für Mädchen

in Ortenburg gefunden.

Dem damaligen Schuldirektor und der Erzieherin

fiel mein zeichnerisches Talent auf,

so ergab sich die Mitgestaltung bei unserer

jährlich erscheinenden Schülerzeitung. In

Erinnerung bleibt mir meine Physiklehrerin

mit ihrem langen dünnen Hals, den ich noch

heute gerne zeichne oder male.

Da ich mich auch für Porzellanmalerei begeisterte,

hat sich der Direktor des Internats

für mich eingesetzt und ein Vorstellungsgespräch

mit der Nymphenburger Porzellanmanufaktur

nach München organisiert.

Leider zerschlug sich mein Berufswunsch

aus familiären Gründen.

Meine Liebe zur Malerei habe ich auch

trotz Beruf, Heirat, Haus und Kind weiter

gepflegt.

Bei einem Aquarell-Kurs der VHS in

Neubiberg/Ottobrunn, 1981, hat uns

Kurs teilnehmern die Dozentin Edith

Schuh macher elementare Kenntnisse in

Farbenlehre bis hin zum Bespannen von

Leinwänden beigebracht.

Diese „Lehre“ war Basis für unterschied liche

Techniken, auch in Acryl, und sehr hilf reich

für Teilnahmen an der Kunstakademie in

Bad Reichenhall und bei anderen Dozenten.

Nach einer großen Interessensgleichheit

und Sympathie unter den Kursteilnehmern

bei Edith Schuhmacher war nach zwei gemeinsamen

Jahren dieser Gruppe die Idee

eines einwöchigen Malaufenthaltes in der

Toskana geboren, aus dem dann konstante

14 Tage im Jahr wurden.

Seit 23 Jahren gibt es nun als Künstlergruppe

Labyrinth gemeinsame Ausstellungen.

helga.mayerboehm@web.de

Was soll ich sagen

Technik: Acryl

Größe: 80 x 80 cm

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Lächelst du

Technik: Acryl

Größe: 80 x 80 cm

o. T.

Technik: Acryl

Größe: 50 x 50 cm

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40

o. T.

Technik: Acryl

Größe: 50 x 60 cm

o. T.

Technik: Acryl

Größe: 50 x 60 cm

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Eva Sárosi / Mein Weg zur Kunst

„Die Bäume sind doch nicht blau!“ – klingen

die Worte des Zeichenlehrers aus der

Grundschule noch heute in meinen Ohren.

Oder doch? Anfang der Achtziger-Jahre

habe ich beschlossen, die ersten Schritte

in Richtung Kunst zu wagen, in Aquarell-

Kursen bei Edith Schumacher. Viele weitere

akademische Künstler, unter anderen Sylvie

de Muralt(†), Erhard Paskuda(†), und zuletzt

Ingrid Floss, haben mich auf meinem Weg

der Farbfindung begleitet.

Seit 2004 nahm ich an der jährlich stattfindenden

Steinbildhauerei im Rahmen

der Internationalen Sommerakademie in

Beratzhausen teil, wo meine Skulpturen aus

Kalk- und Sandstein unter der Leitung von

Alexandru Pasat entstanden.

Meine Bilder, Plastiken und Skulpturen

wurden in zahlreichen Ausstellungen in

München und Umgebung gezeigt.

kontakt@kuenstlergruppe-labyrinth.de

Im Rahmen der offenen Ateliertage

Ottobrunn 2003 traf ich Sigrid M. Matthews

und konnte mich bei ihr zum Modellieren

anmelden. Seitdem schuf ich zahlreiche

Großplastiken, teils auch mit Acrylfarben

bunt bemalt.

Das verlorene Blau

Technik: Acryl

Größe: 90 x 35 cm

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44

Der Weg

Technik: Acryl

Größe: 90 x 70 cm

Dialog – Diptychon

Technik: Acryl

Größe: je 50 x 40 cm

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Die Wahrheit

Technik: Acryl

Größe: 125 x 75 cm

Rot gefangen

Technik: Acryl

Größe: je 50 x 20 cm

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Erich Schmid / Mein Weg zur Kunst

Mein Verhältnis zur Kunst wurde schon

in jungen Jahren von meinem damaligen

Lehrer für Kunsterziehung geprägt. Ich war

ca. 11 Jahre, als er mir deutlich bescheinigte,

dass meine Zeichnungen nicht seinen

Ansprüchen entsprachen.

Dies demotivierte mich sehr stark, und es

dauerte viele Jahre, letztendlich auch noch

verlängert durch den 2. Weltkrieg und die

Nachkriegszeit, bis ich mich wieder für

Kunst interessierte.

Eine Ausstellung, einige Zeit nach Kriegsende

mit moderner Kunst in München, war

für mich eine große Erfahrung und weckte

wieder mein Interesse.

Nach Lehre, Studium, Heirat und Kindern

begann ich wieder, zu zeichnen und zu malen.

Kurse bei der VHS in München machten

mir zusätzlich wieder Mut.

Nach meinem Umzug von München nach

Ottobrunn suchte ich deshalb wieder nach

geeigneten Kursen. Ein Aquarellkurs der

VHS Ottobrunn, geleitet von Edith Schumacher,

brachte dann die endgültige Wende.

Durch ihre lockere Art, jeden in seiner Art

malen zu lassen und nur einzugreifen, wenn

sie merkte, es geht nicht weiter, machte

es richtig Spaß. Im Kurs lernte ich außerdem

einige Gleichgesinnte kennen und wir

gründeten, nach einigen gemeinsamen

Kursjahren, die Gruppe „Labyrinth“.

Malreisen jedes Jahr in die Toscana festigten

unseren Zusammenhalt, der auch nach

über 20-jährigem Bestehen der Gruppe,

noch Bestand hat.

www.kuenstlergruppe-labyrinth.de

Flora X

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 100 x 80 cm

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50

Meditation 13

Technik: Acryl auf Malplatte

Größe: 40 x 40 cm

Nova 12

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 50 x 40 cm

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o. T.

Technik: Acryl auf Papier

Größe: 48 x 36 cm

o. T.

Technik: Acryl auf Malplatte

Größe: 40 x 40 cm

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Birgitt Storch / Mein Weg zur Kunst

„Malen ist nicht schwierig, solange man

nichts davon versteht. Wenn man diese

Kunst aber begriffen hat, dann wird man

gefordert“, hat der Maler Edgar Degas vor

über 100 Jahren angemerkt.

Dies kann ich nur bestätigen. Diese Erfahrung

machte ich, als ich vor 30 Jahren

zum ersten Mal einen Aquarellpinsel in der

Hand hielt. Von da an ließ mich die Malerei

nicht mehr los. Da das Malen mit großem

Zeitaufwand verbunden ist, war es nicht

immer einfach Beruf, Haushalt und Familie

zu vereinbaren.

Um mich weiterzubilden, besuche ich seit

einigen Jahren die Kunstakademie

Bad Reichenhall. Gerhard Almbauer,

Beate Bitterwolf, Alfred Darda, Barbara

Pflanz-Nagasawa und Peter Tomschiczek

waren meine Dozenten.

Ich experimentiere sehr gerne und freue

mich darauf, Neues auszuprobieren. Es ist

mir zunächst gleichgültig, wie weit ich dabei

komme. Auch lange Wege beginnen mit

dem ersten Schritt; wichtig sind die Erfahrungen,

die ich auf dieser Reise mache.

Umso schöner und abwechslungsreicher

ist es, wenn ich diesen Schritt nicht alleine

gehe, sondern mit Gleichgesinnten, wie zum

Beispiel mit der Gruppe Labyrinth.

Kunst zu lernen und sich ständig weiter zu

entwickeln, ist für mich eine ganz besondere

Bereicherung.

www.art-birgittstorch.de

info@art-birgittstorch.de

Bewegung im Blau

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 70 x 80 cm

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Das Spiel mit der Geometrie

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 70 x 70 cm

Eigene Wege

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 60 x 80 cm

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Lichtzentrum

Technik: Acryl auf Leinwand

Größe: 70 x 100 cm

Rot breitet sich aus

Technik: Mischtechnik auf Leinwand

Größe: 100 x 120 cm

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Vlady Vorlicek / Mein Weg zur Kunst

Meine Mutter war eine Deutsche, Vater

ein tschechischer Architekt. Diese in der

damaligen nationalistischen Zeit nicht

übliche Ehe hat dann mein ganzes Leben

beeinflusst.

Als 40-Jähriger habe ich im Jahre 1969

Freunde, meinen Beruf, Haus, Wohnung und

Auto in Prag verlassen und bin mit meiner

Familie und zwei Koffern in München

gelandet. Ebenfalls als Architekt zwanzig

Jahre tätig habe ich das Glück gehabt, mit

zwei weltberühmten Architekten (Prof.

Hollein aus Österreich und Prof. Bakema

aus Holland) zusammenarbeiten zu können,

aber 1989 kam der Tag wo ich als Rentner

frei wurde.

Was nun?

Gezeichnet habe ich mein ganzes Leben

lang.

Vielleicht sollte ich Malen anfangen?

Ja!

Mit gleichgesinnten Suchenden haben wir

eine Malergruppe gegründet und Labyrinth

benannt. Das Malen ist für mich der

Ausgleich zwischen der Hektik des Alltags

und der Vielfalt und Tiefe des wirklichen

Lebens.

Andere Werte, andere Sichtweise – durch

den anderen Weg.

Der klassische Weg über Schulen und

anschließenden Beruf wurde mir nicht vergönnt.

Dafür bin ich jetzt unabhängig vom

Business mit der Kunst und darf schaffen,

so wie ich fühle – nach Herzenslust.

Mein Weg ist, die Schönheit der Natur und

des Lebens in ihr zu verstehen und im Bild

zu erfassen. Natürlich ein unmöglicher

Weg. Macht aber Spaß.

kontakt@kuenstlergruppe-labyrinth.de

Horse Power

Technik: Tusche

Größe: 21 x 29 cm

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Nebelwald 1

Technik: Aquarell

Größe: 56 x 42 cm

Berglandschaft

Technik: Aquarell, Schwarze Tinte

Größe: 35 x 25 cm

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Elbfalltal

Technik: Aquarell

Größe: 56 x 42 cm

Isargebirge

Technik: Acryl

Größe: 35 x 80 cm

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Freunde und Förderer

HOCH ZWEI WERBUNG TEXT DESIGN

Telefon 08031 / 352 92 74 | Gießereistraße 6–8 | 83022 Rosenheim

info@werbung-text-design.de | www.werbung-text-design.de

boesner KÜNSTLERBEDARF UND BILDERRAHMEN

Telefon 08121 / 9304-0 | Römerstraße 5 | 85661 Forstinning

fostinning@boesner.com | www.boesner.com

SCHEUNGRABER EINRICHTUNGSHAUS & SCHREINERWERKSTÄTTE

Telefon 089 / 66 00 37-0 | Putzbrunner Straße 75 | 85521 Ottobrunn

einrichtungshaus.scheungraber@arcor.de | www.scheungraber.de

POMONA FATTORIA

Telefon 0039 / 05 77 74 09 59 | Pomona 39 | 53011 Castellina in Chianti

villapomona@virgilio.it | www.fattoriapomona.it

ZURICH VERSICHERUNGEN UND VORSORGE

Telefon 08041 / 4403830 | Prof.-Max-Lange-Platz 13 | 83646 Bad Tölz

tobias.patzlsperger@zuerich.de | www.zurich.de

Volkshochschule SüdOst Weiterbildungskurse

Telefon 089 / 442 389 0 | Haidgraben 1c | 85521 Ottobrunn

info@vhs-suedost.de | www.vhs-suedost.de

Bistro Luigi Enoteca, Ristorante, Caffetteria & Bar

Telefon 089 / 62 83 67 59 | Naupliaallee 14–16 | 85521 Ottobrunn

info@bistro-luigi.eu | www.bistro-luigi.eu

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Künstlergruppe Labyrinth

Kontakt: Andrea Keinert

kontakt@kuenstlergruppe-labyrinth.de

www.kuenstlergruppe-labyrinth.de

Telefon: +49 (0)176 96997137

Konzept und Design

WERBUNG-TEXT-DESIGN

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