Sighard Neckel [221 kB] - Dieter Schnaas

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Sighard Neckel [221 kB] - Dieter Schnaas

Herr Neckel, der moderne Mensch fügt

sichtäglich am Flughafen oder im

Straßenverkehr einer Fülle von Regeln.

Warumsetztersichausgerechnet an

den Finanzmärkten dem Risikoaus –und

scheut deren Regulierung?

Weil diemoderne Finanzwirtschaft auf

derBerechnung undBewirtschaftungdes

Risikosselbstberuht, dasheißt: Sie hat–

im Unterschied zum Auto-oderFlugverkehr,wodas

Risiko als Nebenfolge der

Mobilität gleichsammitläuft –mit dem

Risiko an sich zu tun.Esgehtihr darum,

Risikeneinzugehen, um bestimmteRenditen

zu erwirtschaften. In denvergangenen15Jahrenist

dieBerechnung des

Risikosauf dieSpitze getrieben worden.

Die Finanzwirtschaft hatstrukturierte

Produkte erfunden, mathematische Modelle

–und Zweckgesellschaften,indenendie

größten Risikenverschwanden.

Glaubt die Finanzwirtschaft, siekönne

Risikendurch Tricksund Rechenmodelle

beherrschen?

Sie hat sich jedenfalls derIllusion hingegeben,sie

verfüge über genügendwissenschaftliche

undinstitutionelle Instrumente,

hohe Risikenkalkulierbar zu machen.

Selbst dieWirtschaftswissenschaft istdieserSichtweisegefolgt

undhat mehrheitlich

dieAuffassung vertreten, dass die

modernen Finanzmärkte in derLage wären,

dieKomplexität aller eingehenden

Informationen so effektiv zu verarbeiten,

dass jedeKapitalanlage vonsich aus den

richtigen Preis erzielt. Im Oktober 2008

sind dahernicht nurdie Finanzmärkte

zusammengebrochen.Sondern auch die

Weltbilder vonder „Effizienzder Märkte“und

der„unsichtbaren Hand“.

Demnach war die Finanzwirtschaftnicht

verantwortungslos, sondern selbstblind?

Die Mathematisierungder Finanzökonomiehat

dazu geführt,dassbei den

Banken kaum jemandmehrdie eigenen

Produkte verstandenhat. Das Problem

war,dasssich dasniemand eingestehen

wollte –und dass in denBankenein Meinungsmoratorium

herrschte, eineArt

Schweigekartell. Eben weil mansein Unverständnisnicht

artikulieren wollte, hat

sich niemandgetraut,die Konstruktion

derFinanzprodukte in Zweifelzuziehen.

Es hateineAtmosphäre geherrscht,in

derman sich finanzmathematisch in

Sicherheit wähnte. Aufder anderenSeite

hatte manden Eindruck, manmüsse

beim Run auf hohe Renditen unbedingt

dabeisein undsich vonZweifeln nicht

Perspektiven&Debatte

Riesen nachderKrise

Der Soziologe SighardNeckel über den Blindflug der Banken,den fatalen Machtverzicht derPolitik

undden Unwillendes Finanz sektors, Regelnzuakzeptieren.

aufhalten lassen. An diesem Punktschlug

derGlaubeandie mathematische

Vernunft in pure Irrationalität um...

...undeine über jeden Selbstzweifelerhabene

Finanzwirtschaftsteuerte im Modus

„Autopilot“ aufdie Felswandzu?

Richtig,das istamEnde eineArt Blindflug

gewesen,eineSituation, in derman

sagte: Augen zu unddurch –eswird

schongut gehen. Wieauch anders? Die

Banken hattendas Steuer ja aus der

Hand gegeben undsichbei derBerechnung

derRisiken zum Beispielauf

Atomphysiker verlassen,weil manglaubte,dieseseien

besser als Mathematiker

in derLage, Berechnungen in Modelle

zu verwandeln.Das muss mansichmal

vorstellen:Man hatAtomphysiker in die

Bankengeholt,umsichmit einer naturwissenschaftlichen

Expertise auszustatten,die

keiner mehr in

dieBankweltzurückübersetzen

konnte. Das

heißt: Bankexperten

habensichauf Physikexperten

verlassen,die

ihrerseits denEindruck hatten, dass die

Bankexperten nichts vondem,was sie

machten, tatsächlichverstehen.

MEHR ZUM THEMA

WieBanken aufObamas

Vorschläge zur Regulierungreagieren.Seite92

Unddochhat die Finanzwirtschaftspätestens

seit2006 geahnt, wasauf siezukam.

Sie istnicht nurbetriebsblind gegenüber

dem Risikogewesen,wie es dieTheorie

des „SchwarzenSchwan“suggeriert. Sie

hatRisikenauchganz bewusstversteckt.

Eben deshalb istder „Schwarze Schwan“

zurzeit dasLieblingsbuch in derWeltder

Banker:Eslenkt vonder strukturierten

Verantwortungslosigkeit ab,die sich die

Banken habenzuschuldenkommenlassen.

Stattdessenverschafft mansich nun

aufvermeintlich seriöseArt eineArt Freibrief

fürdas eigene(Nicht-)Handeln.Man

suggeriertsich,dassman sich dernaturgesetzlichen

Gewalt der„Katastrophe“an

denFinanzmärkten nichthabeentziehen

können–undetwas erlebthabe, was

im Grunde ein allgemeines Gesetz ist, das

an einem selber nurvollzogen wurde.

Hier findetsozusagen noch posthumeine

Flucht ausder Verantwortungstatt.

Die Wirtschaftswissenschaften haben die

Deregulierungder Finanzmärktemehrheitlich

sehr wohlwollend begleitet. Warum

gab es nurvereinzelt kritischeStimmen?

Weil die kritischen Stimmen marginalisiert

wurden. Undweileseinen

dominierenden Zweigder Wirtschafts- »

ILLUSTRATION: PM HOFFMANN

112 Nr.5I1.2.2010 IWirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche I1.2.2010 INr. 5 113

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Perspektiven&Debatte | Regulierung

» wissenschaften gibt, derdem

Selbstverständnis dermodernenFinanzwelt

folgt. Diese

Schulrichtung glaubt,der Ausbauder

Ökonomieals Modellwissenschaft

sei die Gewährdafür,dass

manwirtschaftliche

Prozessevollkommen rationalisierenkönne

–und neigtdazu,

gesellschaftlich-institutionelle

Faktoren auszublenden. Erst

jetzt,nach demCrash erinnert

mansichwieder an die Verhaltensökonomie,

die dasrationale

Theorem der„unsichtbaren

Hand“ durch Einsichten in die

Irrationalitätenwirtschaftlichen

Handelns ergänzt. Wasdie

Ökonomie aber offenbar nicht

akzeptierenkann, istdie Tatsache,

dass menschlichesVerhaltenkontingentist,dass

es einen

Raummenschlichen Handelns

gibt,mit dem man rechnen

muss,ohne ihn berechnenzu

können.

Undauchdie Politik hat an

die Funktionsfähigkeit regellosrationalerMärkte

geglaubt?

Natürlich. Die Politik, diesich

seit demAusbruch derFinanzkriseals

Kritikerin derFinanzwirtschaft geriert,

hatinjeder Hinsicht –von derBankenaufsicht

biszur Gesetzgebung –dafür

gesorgt,dassimFinanzwesen getan und

gelassenwerdenkonnte, was dieBanken

wollten.Noch vordrei, vier Jahren hatsie

jede vernünftige Regel, derenNotwendigkeit

längstevident war,als Element

einer ideologischen Auseinandersetzung

betrachtet. Die Debatte nahm damals

richtig doktrinäreZüge an: JedesGegenargumentwurde

unter Sozialismusverdachtgestellt,als

Angriff auf dieFreiheit

derMärkte empfunden.

Wie konnte es dazu kommen? Die feine

Gründungsidee des Liberalismus war die

des möglichstgeringen Regierens. Wie

konnte sie umschlagenineine Politik des

organisierten Wegsehens?

Die Finanzwelt hatte mitdem Wachsen

ihrerökonomischenBedeutsamkeit eine

größereVerhandlungs-und Durchsetzungsmachtgegenüber

derPolitik denn

je. Die Umsetzung ihrer längstgehegten

Wünschebegannsicherlichmit der

Auseinandersetzung um dieneoliberale

Politik in denUSA undGroßbritannien

in denAchtzigerjahren–undsie ist

»Die Banker sind durch

die Krise in ihrerWeltsicht

bestätigt worden«

beschleunigt worden dadurch, dass es in

denJahrennach 1989 so schien,als habe

derKapitalismus „gesiegt“.Entsprechendsindalle

Versucheder politischen

Regulierungdiskreditiertwordenals

Rückfall in alte Zeiten undalte Modelle,

derenUnzuträglichkeit sich historisch erwiesen

habe.Eswar schlicht unmöglich,

denaggressivvorgetragenen Ansprüchen

nach derFreiheit derFinanzmärkte etwas

entgegenzuhalten.

Aber daserklärtnochnicht,warumdie

bürgerliche Selbstauffassung eines verantwortlich-unternehmerischen

Kapitalismus

an denFinanzmärkten verloren ging.

Na ja,man hatdas Leitbild desehrlichen

Kaufmannsund desDienstleistersder

Wirtschaft durchaus noch eineWeile vor

sich hergetragen –und sehr bewusst

eineArt Rollenkonflikt in Kauf genommen.

Dem Kunden gegenüber hatman

sich als uneigennützigen Berater empfohlen

–obwohlman mitder großen Bedeutungdes

Investmentbankings längst eine

Entwicklung eingeleitet hatte, in derman

ein Eigeninteresse daranbesaß,nur

mehr bestimmteAnlageprodukte zu verkaufen,

um dieeigenen Gewinne zu

maximieren. Im Extremfall hatdas dazu

geführt,dassdie Anleger keinerlei

Ahnung hatten, was mit

ihremGeldangestellt wurde.

Es isteine Dominanzdes

Bankinteresses über dasKundeninteresse

entstanden?

Ja,und das geht einher mitder

wachsenden Bedeutung des Investmentbankings

unddes bankeigenen

Handels –ein Bereich,

der vor25Jahren innerhalbder

Banken noch einen zweifelhaftenRuf

hatte.Damalshat man

dieInvestmentbanker noch

abfällig als„Plebs“bezeichnet.

Es waren die, die manzukaufte

–und nicht die, dieüber dieReputation

eines Bankiers verfügten.Erst

als sie dieFinanzwelt

dominierten, hat auch der Typus

des seriösen Bankiers angefangen,die

flegelhaftenAttitüden

des zockenden Investmentbankers

zu übernehmen.

Unddie jahrhundertealte

Traditiondes Kapitalismus

wurdeinein, zweiJahrzehnten

einfach so vomTischgefegt?

So siehtesaus.Die ethische

Geschäftsgrundlage desBürgertums,

dass wirtschaftliches Wachstum undwirtschaftlicher

Wohlstanddurch Erwerbsfleiß

zu gewährleisten seien, hatsich in

Luft aufgelöst. Wirerleben einen modernenKapitalismus

ohne Bürgerlichkeit.

Gibtesaber nichtnach der Finanzkrise

so etwaswie eineRückbesinnung auf eine

bürgerliche Form des Kapitalismus?

Nein, ich glaube, hier hatsich Grundlegenderes

gewandelt. Nehmen Sie zum

Beispiel dasLeistungsprinzip. Die Wirtschaftseliten

berufen sich zur Rechtfertigung

ihrerhohen Einkommenkaum

noch auf ihre „Leistung“,sondern auf

denWettbewerb. Höhere Anstrengungen

erwartet mangernvon denBeziehern

durchschnittlicher undunterer Einkommen,

während für dieeigenen Einkünfte

dieGesetze vonAngebot undNachfrage

gelten sollen. Das hatden Vorteil, dass

sich dieEinkommender Spitzenverdienernicht

mehr vergleichen lassenmüssen.

Undbei dieser Gelegenheit streift

mandas historisch-moralische Gepäck

desBürgertumsgleich mitab: Pflichtbewusstsein

undMäßigung.

Ist der Kapitalismus aufdieseklassischen

Tugenden überhaupt noch angewiesen?

ILLUSTRATION: PM HOFFMANN

Nicht unbedingt–das istjadas Problem.

Zumalsich derKapitalismus besonders

vital in solchen Weltregionen entwickelt,

die–wiedie ostasiatischen Staaten

zeigen –keineTradition ausgeprägter

Bürgerlichkeit kennen. Der Kapitalismus

nimmt Züge desAbenteurertumsan.

BürgerlicheTugenden stören da eher.

Aber hat die Finanzkrise nicht dochzu

einem Umdenken,womöglich zu einer RenaissancesolcherTugenden

beigetragen?

Nein. Überhauptnicht. Im Gegenteil:

Die Banken treten selbstbewusster auf

als vorder Krise. Die Politik hatfaktisch

darauf verzichtet,von derFinanzwirtschaft

eine Korrektur ihrerGeschäftsmodelle

zu verlangen –trotz deshohen

Einsatzes an öffentlichen Geldern, die

zur Rettungder Banken aufgeboten wurden.

DieseMutlosigkeit derPolitik hat

derBankenweltbestätigt,dass

sievermeintlich unverzichtbar

sei. Unverzichtbarer jedenfalls

als diePolitik. Die Bankchefs

habengelernt:Regierungen

kommenund gehen. Die Bankenaber,

diebleiben.

„Too bigtofail?“,zuwichtig,um

fallengelassen zu werden?

Ja,genau. Die Haftungssumme musste

nurgigantisch genug sein,umder Haftungspflicht

zu entgehen. Schließlich hat

nichtnur derGlaubeanihreModellrechnungen

dieFinanzakteurezuriskanten

Strategien verführt,sondern auch das

Vertrauen darauf, dass derStaat im Zweifelmit

Garantien einspringen würde. Sie

wussten,dasssie für dieFolgen nichtselberaufkommenmussten.Deshalb

hates

seit derFinanzkriseauch keinen Bruch in

derErwartungswelt derBankergegeben.

Die Finanzwirtschaft istdurch dieKrise

in ihrerWeltsicht bestätigt worden.

Wäre es alsobesser gewesen, man hätte

einigeInstitute bankrottgehen lassen?

Ja,der ökonomischeSchaden wäre

geringer gewesenals das, was wirjetzt an

öffentlicher Verschuldungzutragen haben.

Ganz zu schweigen vom

ideellen Schaden. Noch einmal:

Es gehört zu denurbürgerlich-liberalen

Prinzipien

unsererWirtschaftsordnung,

dass dieAkteurefür dieFolgen

ihres Handelnseinzustehenhaben.Darauf

gründet

gewissermaßendie Würde

desUnternehmerischen.Zu

einer Wirtschaftsordnung,die sich auf

dieEigenverantwortungdes Individuums

beruft,gehört, dass mandas Scheitern

akzeptiert undfür denSchaden haftet.

Die Politik hatzugelassen, dass dieses

Prinzip dauerhaft beschädigt wurde.

Warumhat die Politik sicherpressen lassen

–und auf Machtausübung verzichtet?

Weil sie Angst vordem eigenen Anspruch

gehabt hat, dieordnende Kraftin

derGesellschaftzusein.Das wird fatale

Folgenhaben.Zum einen habenwir uns

eine Schuldenlast aufgebürdet,die uns

aufabsehbare Zeit diepolitischeGestaltungsmachtraubt.

Undzum anderen hat

sich diePolitikein gewaltigesGerechtigkeitsproblem

eingebrockt:Dass dieselbenVertreter

derFinanzwelt, deren Bankenerst

Monate zuvormit Steuermilliardengerettetworden

sind, jetztwegen der

»Wir erleben

einen Kapitalismusohne

Bürgerlichkeit«

Haushaltskonsolidierungdie Kürzungen

derSozialleistungen fordern,halteich

für einen Skandal.

Wiekonnte die Bankwirtschaftsoerfolgreich

vonihrerVerantwortungablenken?

Erstwurde auf dieUnübersichtlichkeit

derglobalen Märkte verwiesen, dieman

zuvornoch mitden Methoden der

Finanzanalysemeinte kontrollieren zu

können. Dann wurdedas Allgemeinmenschlicheins

Spielgebracht: Die Bankerseien

nurein Beispiel für dieGier aller.Eshat

in derDebatte um dieFinanzkrisenichts

Unsinnigeres gegeben als das

Gerede über dieseGier.

HatesetwakeineGier gegeben?

Doch, aber dasmenschliche Handeln ist

mindestenssosehrvon derSorge um die

Sicherungder Zukunft getrieben wievon

Neckel, 53, lehrt Soziologieander UniversitätWien.

Nachseinem Buch „Flucht

nach vorn.Die Erfolgskulturder Marktgesellschaft“

(2008) erscheint EndeMai

das Buch „StrukturierteVerantwortungslosigkeit.

Berichte aus der Bankenwelt“, eine

Studie, dieauf Interviews mit Bankern

in Frankfurt,Zürich und London beruht.

derGier.Esist schlicht Unsinn, zu glauben,

dieMenschenseien aufgrundihrer

anthropologischen Ausstattungbereit,

für ihre Habgier alles zu opfern. Interessant

wird es erst,wennman nach den

sozialen Bedingungen undinstitutionellen

Regeln fragt,die Gier begünstigen.

DieseFragen sind niegestellt worden.

Hat, nach alledem, der SoziologeNiklas

Luhmannrecht,der die„Wirtschaftsethik“

mit der englischenKüche verglich–weil

es weder daseine noch dasanderegebe?

Na ja,das istschön gesagt,abernicht

ganz richtig.Wirtschaftliches Handeln ist

sicher nichtper se ethisch,abereben

auch nichtrein zweckrational. Geradein

derFinanzkrisehat sich gezeigt,wie

wichtig ein sozialer Faktor ist, dersich

rein ökonomisch nichtherbeiführen

lässt:der Faktor Vertrauen. Die Finanzwelt

brach zusammen, als sich

dieBankenimInterbankenaustausch

nichtmehrüberden

Weggetraut haben. Dieses Vertrauen

kann mannicht durch

Verträge sichern. Es muss sich

stützen auf dieRegelsicherheit

vonInstitutionen.

Wasglauben Sie?Bekommt es die

Politik am Endenoch hin, die Finanzwelt

mitdieser Regelsicherheit auszustatten?

Ich habe Zweifel. DieRegulierunghat –

zumindest bisher –nicht stattgefunden.

Dieteilweise aggressiven Botschaftenan

dieAdresse desFinanzsektorshaben eine

rein kompensatorischeFunktion und

sindfaktisch folgenlosgeblieben.Die

Bankensteuer, dieman im Windschatten

derjüngsten Reformpläne vonBarack

Obama jetztdiskutiert,wird vielleicht

auch nurdeshalb insSpiel gebracht, weil

eine solche Steuer allenfalls fünfProzent

vonden Gewinnenaus demFinanzsektor

abzieht unddie Geschäftsinteressen

derBankennicht wirklich berührt.

Also weiter wiebisher?

Dieaktuellen Initiativen desamerikanischen

Präsidenten etwa zur Trennung

desInvestmentbankingsvom

klassischen Bankgeschäft können

einen immerhin wieder zuversichtlicher

machen,dass der

fatale Machtverzichtder Regierungen

gegenüber denBanken

nichtdas letzte Wort derPolitik

gewesen ist.


dieter.schnaas@wiwo.de |Berlin,

christopher schwarz

114

Nr.5I1.2.2010 IWirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche I1.2.2010 INr. 5 115

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