09.04.2014 Aufrufe

Nachhaltige Lieferkette - UmweltDialog E-Paper Nr. 1 - April 2014

Deutschland ist nicht zuletzt deshalb eine weltweit führende Handelsnation, weil unsere Waren und Dienstleistungen aus aller Welt beziehen und in alle Welt liefern. Diese hohe Maß an Globalisierung ermöglicht erst den wirtschaftlichen Erfolg. Funktionierende Lieferketten spielen hierbei eine zentrale Rolle. Jeder aus der Praxis weiß allerdings auch, dass mit der Auslagerung von Produktion auch die Kontrolle über die Umsetzung ausgelagert wird. Die Verantwortung für das Produkt und die Marke bleiben aber beim Auftraggeber. Neben Qualitätsstandards müssen daher auch Umwelt- und Sozialstandards beachtet werden. In dieser ePaper Ausgabe von UmweltDialog widmen wir uns daher schwerpunktmäßig den Nachhaltigkeitsaspekten in der Lieferkette.

Deutschland ist nicht zuletzt deshalb eine weltweit führende Handelsnation, weil unsere Waren und Dienstleistungen aus aller Welt beziehen und in alle Welt liefern. Diese hohe Maß an Globalisierung ermöglicht erst den wirtschaftlichen Erfolg. Funktionierende Lieferketten spielen hierbei eine zentrale Rolle. Jeder aus der Praxis weiß allerdings auch, dass mit der Auslagerung von Produktion auch die Kontrolle über die Umsetzung ausgelagert wird. Die Verantwortung für das Produkt und die Marke bleiben aber beim Auftraggeber. Neben Qualitätsstandards müssen daher auch Umwelt- und Sozialstandards beachtet werden. In dieser ePaper Ausgabe von UmweltDialog widmen wir uns daher schwerpunktmäßig den Nachhaltigkeitsaspekten in der Lieferkette.

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Nachhaltiges

Lieferketten

Management

Das CSR-

ePaper

1

April

2014

1

April

2014

Einführung in

das nachhaltige

Lieferketten-

Management

Nachhaltigkeit im

Mittelstand: Geringe

Wahrnehmung -

großes Potenzial

Social Compliance –

ein unterschätzter

Wettbewerbsfaktor

Faire Textilien:

„Es bringt nichts,

nur eine Liste

abzuhaken“

„Audits dauern

länger als ein oder

zwei Tage!“

Globale Versorgungsketten

gegen

Wetterextreme

sichern

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 1


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Wir erklären Nachhaltigkeit.

UmweltDialog informiert seit 2003 umfassend rund die Themen Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR).

Als verlässliche und unabhängige Journalisten berichten wir klar, verständlich, kompakt und überparteilich über aktuelle

Themen und Trends rund um nachhaltiges Engagement. Mit heute über 500.000 Aufrufen pro Monat ist UmweltDialog

einer der führenden CSR-Nachrichtenanbieter.

www.umweltdialog.de


1

April

2014

1

April

2014

Liebe Leserinnen und Leser,

Deutschland ist nicht zuletzt deshalb eine

weltweit führende Handelsnation, weil wir

unsere Waren und Dienstleistungen aus aller

Welt beziehen und in alle Welt liefern. Diese

hohe Maß an Globalisierung ermöglicht erst

den wirtschaftlichen Erfolg. Funktionierende

Lieferketten spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Jeder aus der Praxis weiß allerdings auch, dass mit der

Auslagerung von Produktion auch die Kontrolle über die

Umsetzung ausgelagert wird. Die Verantwortung für das

Produkt und die Marke bleiben aber beim Auftraggeber.

Neben Qualitätsstandards müssen daher auch Umwelt- und

Sozialstandards beachtet werden.

In dieser ePaper Ausgabe von UmweltDialog widmen wir uns

daher schwerpunktmäßig den Nachhaltigkeitsaspekten in der

Lieferkette.

Wir wünschen Ihnen eine interessante

und informative Lektüre!

Dr. Elmer Lenzen

CEO macondo publishing GmbH


Inhalt

Das CSR-

ePaper

1

2014

Nachhaltiges

Lieferketten

Management

Einführung in das nachhaltige

Lieferketten-Management

Nachhaltigkeit im Mittelstand:

Geringe Wahrnehmung - großes Potenzial

Social Compliance – ein unterschätzter

Wettbewerbsfaktor

Faire Textilien: „Es bringt nichts,

nur eine Liste abzuhaken“

„Audits dauern länger als ein

oder zwei Tage!“

Globale Versorgungsketten gegen

Wetterextreme sichern

6

10

12

16

18

22

Aus der Praxis

DHL Resilience360 - neues Instrument für

Risikomanagement in der Logistik

VW erster deutscher Autohersteller

im Clean Shipping Network

BMW und Zulieferer: Gemeinsam

für mehr Nachhaltigkeit

10.000stes Unternehmen nutzt

iPoint Conflict Minerals Platform

24

26

28

31

Management &

Märkte

32

EU will Berichtspflicht für CSR

UN PRME Chapter für den

deutschsprachigen Raum

33

35

Der Beitrag von „Best-in-Class“-Ratings

37

ESG-Themen: Stillstand beim Management

39

Unternehmen profitieren vom EU Emissionshandel

42

Nur 4 % der Manager halten

ihr Unternehmen für innovativ

44

Löst der Ozean die Rohstoff-Probleme der Zukunft?

46

Faire Warenvielfalt

48

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


Aus den

Unternehmen

49

Bayer legt integrierten Nachhaltigkeitsbericht vor

HOCHTIEF veröffentlicht

Nachhaltigkeitsbericht 2013

150

April

2014

53

Tetra Pak: Umweltziele 2020

55

DHL erweitert Transparenz bei CO2-Emissionen

58

Volkswagen will ökologische Nr. 1 werden

60

BSH engagiert sich für den Klimaschutz

62

NGOs und Verbraucherschützer bewerten

Fortschritte der Nestlé Qualitätsinitiative positiv

65

Schmutziges Palmöl in

Procter & Gamble-Produkten?

68

Marrokanerinnen schuften

für deutsche Supermärkte

70

Politik CSR in Nordrhein-Westfalen

73

72

Erfolgreiche Klagen im Namen der Natur

80

EU könnte sich Klima-Vorreiterrolle leisten

Konfliktmineralien-Studie der EU

Bürgermeister sind vertrauenswürdigere Politiker

Transparency begrüßt Gesetzentwurf zur

Verschärfung der Abgeordnetenbestechung

82

85

86

88

Wilderei 90 Kampf gegen Elfenbeinhandel extrem gefährlich 91

Mit Microchips gegen Wilderer

93

Bundesregierung unterstützt weltweiten Kampf

gegen Wilderei auf bedrohte Arten

95

Menschenrechte

97

Studie: Umsetzung von Menschenrechten

mangelhaft

98

Globale Anzeigenkampagne ruft zum

Botswana-Boykott auf

101

Ein Jahr bis zum Ende der ‘Menschensafaris’

in Indien

103

Monitoringstelle zur Einhaltung der Kinderrechte

in Deutschland gefordert

105

Kita für Indigene Kinder

107

Impressum 109

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von

Von Ida

Ida Karlsson

Karlsson

Im Im Corporate Corporate Sustainability Sustainability Assessment Assessment (CSA) (CSA) 2012 2012 hat hat RobecoSAM RobecoSAM eine eine verbesserte verbesserte Rahmenbewertung Rahmenbewertung für für die

die

Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit des des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Im Lieferkettenmanagement liegt liegt der der Fokus Fokus traditionell traditionell auf

auf

vorgelagerten sozialen sozialen Risiken Risiken wie wie den den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit Seit einiger Zeit Zeit wird

wird

das das Konzept Konzept deutlich breiter breiter verstanden und und um um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die die alle alle Bereiche der der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Im Laufe der der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

6 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

hat das CSA im Supply-Chain-Bereich mit Standards zur Bewertung der Leitlinien für Lieferanten und der Art und Weise,

wie die Unternehmen die Einhaltung dieser Leitlinien überprüfen. Daraus entstanden ist ein umfassendes

Bewertungsgerüst, das ökonomische, ökologische und soziale Supply-Chain-Risiken genauso berücksichtigt.

Die Wichtigkeit des Lieferkettenmanagements

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Im Lieferkettenmanagement stehen Unternehmen vor dem Dilemma, einerseits die Kosten sowie die Produktionszeiten in

ihren Lieferketten zu reduzieren, und andererseits zugleich Verbesserungen in der Nachhaltigkeit und Qualität zu

erzielen. Wenn Unternehmen einen bedeutenden Anteil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und ihrer

Umweltauswirkungen an ihre Lieferanten ausgelagert haben, wird das Lieferkettenmanagement zu einem ihrer

wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen. Misswirtschaft kann auch zu Lieferkettenstörungen führen, die sich negativ auf den

gesamten Betrieb und die finanzwirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens auswirken.

Aus Anlegersicht sprechen mehrere Gründe dafür, das Lieferkettenmanagement der Unternehmen genau im Auge zu

behalten. Eine vor kurzem von der Harvard Business School veröffentlichte Studie zeigt, dass Unternehmen, die

frühzeitig nachhaltige Praktiken anwenden, langfristig besser abschneiden. Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt: Unter

den Vorreitern der Nachhaltigkeit ist auch der Anteil der Unternehmen grösser, die Nachhaltigkeitsleitlinien für ihre

Lieferanten eingeführt haben. Potenzielle Risiken einer schlecht gemanagten Lieferkette können zu Produktrückrufen und

erheblichen direkten Kosten führen. Daher liegt es im Anlegerinteresse, Unternehmen zu identifizieren, die ihre

Lieferketten effektiv steuern und entsprechend profitabel agieren.

Bewertungsrahmen für das Lieferkettenmanagement

RobecoSAM hat einen umfassenden Bewertungsrahmen für das Lieferkettenmanagement der Unternehmen im CSA

entwickelt. Der Ansatz betrachtet sieben zentrale Faktoren. Im Mittelpunkt stehen die Risikoidentifizierung und das

Risikomanagement sowie die Art und Weise, wie Nachhaltigkeitsaspekte in die übergreifende Supply-Chain-Strategie

integriert werden, wie diese die finanzielle Performance beeinflussen und sich damit auf die Unternehmensentwicklung

insgesamt auswirken.

Die Analyse der Daten, die seit Einführung des neuen CSA-Bewertungsrahmens für das Lieferkettenmanagement erfasst

worden sind, zeigt vor allem eines: Die Unternehmen schenken ihren Lieferketten und der Steuerung der damit

verbundenen Risiken und -chancen zunehmend Beachtung. Die CSA-Teilnehmer, die ein breites Spektrum an Branchen

vertreten, bezeichnen das Lieferkettenmanagement als eines der finanzwirtschaftlich bedeutendsten Themen. Doch

obwohl das Thema mehr Beachtung findet, wird deutlich, dass die Unternehmen bei ihren internen Praktiken erheblich

weiter sind als ihre externe Berichterstattung vermuten lässt. Dadurch sehen ihre Stakeholder nicht immer, inwieweit

Unternehmen die Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen in ihren Lieferketten aktiv adressieren.

Kritische Beobachtung der Öffentlichkeit fördert fortschrittliche Ansätze

Ein Blick auf die in Abb. 1 dargestellten Durchschnitts- und Spitzenwerte für fünf Branchen zeigt deutliche Unterschiede

bei der Umsetzung nachhaltiger Lieferkettenpraktiken auf Branchenebene auf. Dafür gibt es keine einfache Erklärung.

Einige der möglichen Einflussfaktoren sind im Folgenden skizziert:

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 7


1. Branchen wie die Lebensmittelindustrie und der Einzelhandel, die direkte Kundenbeziehungen unterhalten, werden von

der Öffentlichkeit kritisch beobachtet. Für die Lebensmittelhersteller ist die Nachverfolgbarkeit ihrer Produkte das

wichtigste Anliegen. Die Endverbraucher wollen wissen, was in den Nahrungsmitteln steckt und woher diese stammen. Im

Einzelhandel liegt das Hauptaugenmerk auf den Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern. Dadurch sahen sich die

Unternehmen in diesen Branchen gezwungen, ihre Lieferkettenrisiken früher als andere zu adressieren.

2. Branchen wie der Maschinenbau und die Elektroindustrie – deren Lieferketten mit hohen Umweltauswirkungen

verbunden sind und die sehr abhängig von Lieferanten und pünktlichen Lieferungen sind – mussten sich ebenfalls

frühzeitig mit einem nachhaltigen Lieferkettenmanagement beschäftigen. Der öffentliche Druck ist dabei nur ein Grund.

Ein weitaus wichtigerer ist die Notwendigkeit, eine verlässliche Versorgung durch Lieferanten sicherzustellen und

gemeinsam mit den eigenen Lieferanten Chancen für die Verringerung der Energiekosten von ausgelagerten,

ressourcenintensiven Produktionsprozessen zu nutzen.

3. Auch die Computer- und Büroelektronikhersteller stehen seit einiger Zeit unter kritischer Beobachtung durch die

Öffentlichkeit. Entsprechend setzen sie sich vermehrt mit dem Thema auseinander. Die zunehmende kritische

Beobachtung der Öffentlichkeit hat den Anstoss für branchenweite Gemeinschaftsinitiativen gegeben, die den hohen

Durchschnittswert in dieser Branche ebenfalls erklären können.

4. Serviceorientierte Branchen wie der Finanzdienstleistungssektor stehen im Hinblick auf ihre Lieferketten noch nicht

unter hohem Druck. Das ist ein Grund für die niedrigeren Werte und die weniger fortgeschrittene Umsetzung von

Nachhaltigkeitspraktiken im Lieferkettenmanagement dieser Branchen.

Unternehmen managen ihre Risiken, bevor sie sie messen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine effektive Steuerung der lieferkettenbezogenen Nachhaltigkeitsrisiken und -

chancen ist ein ausreichendes Wissen über die eigenen Lieferanten. Nur auf dieser Basis können die Unternehmen

bestimmen, welche ihrer Lieferanten von kritischer Bedeutung sind und welche ein hohes ökonomisches, ökologisches

oder soziales Risiko darstellen. Wie es so häufig heisst, können Unternehmen „nur das managen, was sie auch messen

können“. Paradoxerweise zeigen die im vergangenen Jahr erfassten Daten jedoch, dass viele Unternehmen damit

begonnen haben, ihre (wahrgenommenen) Risiken zu managen, bevor sie messen, inwieweit sie diesen Risiken wirklich

ausgesetzt sind. Rund 85 Prozent der teilnehmenden Unternehmen geben an, dass sie Lieferantenstandards haben –

aber nur 36 Prozent haben eine gut dokumentierte Analyse ihrer Ausgaben durchgeführt.

Für das nachhaltige Lieferkettenmanagement sind die Bewusstseinsbildung, die Nachverfolgbarkeit und die Transparenz

von grösster Bedeutung. Es wissen längst nicht alle Unternehmen, wer ihre kritischen und risikobehafteten Lieferanten

sind, obwohl die Daten von RobecoSAM zeigen, dass sich diese Zahlen von 2012 bis 2013 verbessert haben.

Standards für Lieferanten – ein erster Schritt, aber was bedeutet er?

Die Einführung eines Verhaltenskodex für Lieferanten steht dabei typischerweise an erster Stelle. Das ist ein sinnvoller

Schritt, weil er die Lieferanten zwingt, bestimmte Sozial- und Umweltstandards einzuhalten. Eine genauere Untersuchung

8 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


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April

2014

zeigt, dass die Qualität dieser Standards sehr stark variiert (siehe Abb. 2)(Figure 7, Seite 19 pdf). Die meisten

Unternehmen geben Leitlinien zu Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards, Menschenrechten,

Geschäftsethik und Arbeitsbedingungen vor.

Standards, welche die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen und die Offenlegung von Umwelt- und Sozialdaten

verlangen, sind hingegen noch selten. Darüber hinaus verlangen nur rund die Hälfte der CSA-Teilnehmer von ihren

Lieferanten, dass sie die gleichen Standards auch für ihre eigenen Zulieferer anwenden. Das bedeutet, dass diese

Unternehmen nur die Kontrolle über die Standards haben, die von der ersten Zulieferebene befolgt werden müssen. Die

fehlende Transparenz der nachgelagerten Segmente ihrer Lieferketten setzt diese Unternehmen potenziell grossen

Risiken aus.

Fazit und Ausblick

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Unternehmen verstärkt darum bemüht, die ökologischen, sozialen und

ökonomischen Auswirkungen ihrer eigenen Geschäftstätigkeit zu managen und darüber zu berichten. Die

Lieferkettenanalyse bringt sie hier einen wichtigen Schritt weiter. Sie hilft ihnen, die tatsächlichen Auswirkungen ihrer

betrieblichen Tätigkeiten, den Umfang ihrer finanzwirtschaftlich relevanten Risiken und die gesamte Bandbreite an

Chancen zu bestimmen, die sich durch nachhaltige Geschäftspraktiken eröffnen. Bei vielen Unternehmen konzentrieren

sich die grössten umweltspezifischen und sozialen Auswirkungen sowie Reputationsrisiken vor allem auf die Lieferkette

und weniger auf die eigenen betrieblichen Prozesse. Zugleich müssen sich die Unternehmen auf eine zuverlässige,

reibungslose Versorgung mit Produkten und Dienstleistungen verlassen können, um ihre langfristige Profitabilität zu

sichern. Diese Herausforderungen zu managen und ihre Auswirkungen zu messen, ohne immaterielle ökonomische,

ökologische und soziale Faktoren umfassend zu berücksichtigen, ist nicht nur unklug, sondern unmöglich.

Bewusstseinsbildung und Transparenz gewinnen an Dynamik

Die Ergebnisse der Anwendung des verbesserten analytischen Modells zur Untersuchung des Lieferkettenmanagements

zeigen, dass das Risikobewusstsein und die Transparenz zwar weiterhin begrenzt sind, viele Unternehmen aber grosse

Anstrengungen unternehmen dies zu ändern. In den letzten Jahren haben mehrere Faktoren neue Impulse zur

Verbesserung der Lieferkette gegeben. Einer sind die Forderungen der Stakeholder, die von den Unternehmen

verlangen, dass sie ihre Massnahmen zur Steuerung ihrer Lieferanten vollständig offenlegen. Ein weiterer neuer Standard

ist die Global Reporting Initiative. Diese beinhaltet mehrere Leistungsindikatoren zum Lieferkettenmanagement, die über

Menschenrechtsfragen hinausgehen. Daneben haben Investoren wie RobecoSAM begonnen, die Unternehmen zu

fragen, wie sie ihre Lieferketten managen. So wollen sie feststellen, ob Unternehmen ihre ausgelagerten

Reputationsrisiken und ihre ausgelagerte unternehmerische Verantwortung effektiv managen.

Mehr als Audits und Bewertungen

RobecoSAM wird die eigene Rahmenstruktur zur Bewertung des Lieferkettenmanagements kontinuierlich

weiterentwickeln und optimieren, um bei den Unternehmen ein besseres Verständnis und Management von

Lieferkettenrisiken und -chancen zu fördern. Der wachsende Konsens unter Unternehmen und Anlegern bezüglich der

finanzwirtschaftlichen Bedeutung des Lieferkettenmanagements ist ermutigend. Vor allem wird dies helfen, die Dynamik

in diesem Bereich aufrechtzuerhalten und die Umsetzung nachhaltiger Praktiken weiter zu fördern.

Quelle: Dieser Beitarg erschien im Original im Global CompactJahrbuch 2013

Quelle

Der Beitrag erschien im Original im Jahrbuch Global Compact Deutschland 2013

Quelle: UD

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 9


27.06.2011

Nachhaltigkeit im Mittelstand: Geringe Wahrnehmung -

großes Potenzial

Mittelständische Unternehmen kommunizieren ihr nachhaltiges Engagement zu bescheiden. Obwohl

Nachhaltigkeit im Unternehmen einen hohen Stellenwert hat und oft schon seit Jahren praktiziert wird, fällt das

Engagement in der Öffentlichkeit viel zu wenig auf, lautet das Fazit einer Umfrage von Hansen Kommunikation

bei mittelständischen Unternehmen. Demnach werden lediglich 40 Prozent der befragten Unternehmensvertreter

von Kunden und Lieferanten auf das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen angesprochen.

Dieser Befund deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie der

HypoVereinsbank, die dem Mittelstand bereits vor Jahren Bescheidenheit in

Sachen Nachhaltigkeitskommunikation bescheinigte. Dass nachhaltiges

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Engagement von den Medien noch zu wenig wahrgenommen wird, liegt

jedoch nicht nur an der Bescheidenheit mittelständischer Unternehmen. So

26.03.2014 kam das Adolf Grimme Institut in einer Umfrage im Auftrag des

Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung zu dem Schluss, dass das

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Thema Nachhaltigkeit für Medienmacher schwer greifbar und schwer zu

Foto: Marion Book

transportieren sei. Die Mehrzahl der befragten Journalistinnen und

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Journalisten gab an, dass für sie Nachhaltigkeit ein abstrakter Begriff und damit nur selten eine Nachricht wert ist. Das

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

war 2005.

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements

Heute besteht akuter Handlungsbedarf,

ist Unternehmen

den Nachrichtenwert

wie auch Anlegern

von Nachhaltigkeit

bewusst.

zu steigern. Bundesregierung, politische

Institutionen und Nichtregierungsorganisationen (NGO´s) eint aktuell gemeinsam das ausdrückliche Interesse, die

Von Ida Karlsson

Nachhaltigkeitsdebatte in den Medien zu forcieren. „Die mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ist

keinesfalls ausreichend, um den drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zu begegnen“, heißt es

Im dazu Corporate im aktuellen Sustainability Media Report Assessment des Centre (CSA) on Sustainable 2012 hat RobecoSAM Consumption eine and verbesserte Production Rahmenbewertung (CSCP) „Nachhaltigkeit für dieund

Nachhaltigkeit Medien“ im Auftrag des Supply-Chain-Managements und gefördert vom Ministerium eingeführt. für Umwelt Im und Lieferkettenmanagement Naturschutz, Landwirtschaft liegt der und Fokus Verbraucherschutz

traditionell auf

vorgelagerten (MUNLV) des sozialen Landes Nordrhein-Westfalen.

Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die

Denn

alle

der

Bereiche

Mainstream

der Wertschöpfungskette

interessiere sich in der

betreffen,

Regel nicht

inklusive

für Umweltfragen

der Innovationsstärke.

und verfüge über keine oder geringe

Kenntnisse auf diesem Gebiet. Laut Sociovision Institut setzt sich das Mainstream-Milieu aus folgenden Gruppen

Im

zusammen:

Laufe der

Konsum-Materialisten,

vergangenen zehn Jahre

Traditionsverwurzelte,

haben sich die Unternehmen

Bürgerliche

im

Mitte,

Licht

Hedonisten

von Nachhaltigkeitsaspekten

und Experimentalisten.

intensiver mit

ihrem

Angehörige

Lieferkettenmanagement

dieser Gruppen seien

beschäftigt.

nicht bereit,

Diese

für nachhaltige

Entwicklung

Produkte

lässt sich

mehr

im RobecoSAM

Geld auszugeben.

CSA beobachten.

Ein Großteil

Angefangen

vertrete die

10 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


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April

2014

Meinung, dass Umweltprobleme übertrieben dargestellt würden. „Für die nachhaltige Entwicklung ist es daher

entscheidend, diese Mainstream-Gruppen, die zusammen über 50% der Gesellschaft ausmachen mit entsprechenden

Medienformaten zu erreichen“, heißt es im Media Report.

Bisher aber sind Nachhaltigkeitsaspekte noch nicht in das typische Schema eines Medienprodukts integriert.

Konventionelle Printmedien verfügen über keine eigenen Nachhaltigkeitsrubriken. Die meisten Zeitungen haben ihr

Schema seit Jahren nicht geändert. Das ist aber nur die formale Seite. Inhaltlich ist Nachhaltigkeit kaum beschreibbar:

„Der Begriff umschreibt eine komplexe Thematik mit vielen Bedeutungsdimensionen. In der Praxis wird die Komplexität

des Themas in der medialen Berichterstattung meist auf wenige Daten und Fakten reduziert. Aufgrund des Aktualitätsund

Zeitdrucks wird jedoch oftmals auf Stereotype zurückgegriffen. Journalisten haben immer weniger Zeit, tief in

Sachverhalte einzudringen“, heißt es dazu im Media-Report.

Für mittelständische Unternehmen ist das auch eine Chance, weil sie eine Informationslücke füllen können. Vor allem

aber: Sie geben dem abstrakten Sujet „Nachhaltigkeit“ ein Gesicht, machen das Thema anschaulich. „Mittelständische

Unternehmen dürfen nur nicht darauf warten, dass die Medien auf sie zukommen, sondern müssen offensiv mit

Themenangeboten auf die Redaktionen zugehen und selbst die Initiative ergreifen“ sagt Gabriele Collier,

Geschäftsführerin bei Hansen Kommunikation Collier GmbH. „Der Mittelstand kann so bei den Medien mit Nachhaltigkeit

punkten und damit einen substantiellen Beitrag zur Nachhaltigkeitsdebatte liefern. Das kann niemand besser als

mittelständische Unternehmen.“

Denn laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn übernehmen fast 95 Prozent aller mittelständischen

Unternehmen in Deutschland freiwillig Verantwortung für soziale und ökologische Belange. „Viele Unternehmen haben

eine gesellschaftliche Vorbildfunktion, die in den Medien herausgestellt werden kann, um Nachhaltigkeit voran zu

bringen“, sagt Gabriele Collier. „Der gesellschaftliche Beitrag, den mittelständische Unternehmen dazu leisten können,

kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

45 Prozent der von Hansen Kommunikation befragten mittelständischen Unternehmen wünschen sich eine intensivere

Nachhaltigkeitskommunikation. „Mit Bescheidenheit lässt sich dieses Ziel kaum erreichen“, so Gabriele Collier. „Aber wer

Informationen zum nachhaltigen Engagement oder gar einen Nachhaltigkeitsbericht vorweisen kann, schafft die

Voraussetzung, um von den Medien und damit von der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden.“ Dazu lautet die

Empfehlung der Media-Studie: Wenn nachhaltige Themen in den Medien behandelt werden sollen, können sie

Mediennutzer nur dann erfolgreich mit Botschaften erreichen, wenn sie der Logik der Medien folgen. Den Printmedien

wird wiederum eine „Serie von Nachrichten über neue soziale Geschäftskonzepte“ empfohlen. Und zwar als Erfolgsfaktor.

Quelle: UD / pm

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/csr-nachrichten/archiv/2011-06-27_Nachhaltigkeit_im_Mittelstand_grosses_Potenzial.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 11


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

28.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Social Compliance – ein unterschätzter Wettbewerbsfaktor

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Deutschland stetig ist mit verstärkt. seinen Wirtschaftsstrukturen Unternehmen, die ihre stark Produktion in den globalen und Dienstleistungen Handel eingebunden: auslagern, Rund lagern 31 Mrd. auch ihre

Reputationsrisiken Arbeitsstunden werden und ihre jedes gesellschaftliche Jahr außerhalb Deutschlands Verantwortung geleistet, aus. Die um dementsprechende die Nachfrage des Bedeutung deutschen eines Marktes guten

Lieferkettenmanagements nach Produkten und Dienstleistungen ist Unternehmen zu decken. wie auch Auf Anlegern zwei in Deutschland bewusst. geleistete Arbeitsstunden kommt

somit eine im Ausland.

Von Ida Karlsson

Von Hubertus Drinkuth

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Zwei Drittel dieser des Supply-Chain-Managements ausländischen Arbeitsstunden eingeführt. unterliegen Im dabei Lieferkettenmanagement dem erhöhten Risiko, liegt unter der schlechten Fokus traditionell auf

vorgelagerten Arbeitsbedingungen sozialen abgeleistet Risiken wie zu werden. Arbeitsbedingungen, Die Textilindustrie der verzeichnet Kinderarbeit mit und 3,4 Mrd. Mindestlöhnen. Stunden bei Seit weitem einiger die Zeit meisten wird

das Risikostunden. Konzept deutlich Aber auch breiter andere verstanden Industrien, und um wie eine die Elektronikindustrie Vielzahl ökonomischer, mit 1,7 ökologischer Mrd. Stunden und oder sozialer der Fahrzeugbau Fragen ergänzt, mit

die 1,2 alle Mrd. Bereiche Stunden, der haben Wertschöpfungskette signifikante Risiken betreffen, in ihren inklusive Lieferketten der (vgl. Innovationsstärke.

Abbildung 4).

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Diese gewaltige Anzahl an Risikostunden kumuliert dabei über alle Stufen der Lieferkette. Wo genau in der

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

Lieferkette die Risiken anfallen ist brancheabhängig. So liegt z.B. für einen deutschen Textilhändler der größte

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Anteil an Risikostunden bereits in der 1. Stufe der Lieferanten (Tier 1). Grund dafür ist, dass Bekleidungsunternehmen

12 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

häufig in Regionen einkaufen, in denen risikoreichere Arbeitsbedingungen vorherrschen (z.B. Bangladesch).

Umgekehrt ist es im Fahrzeugbau: Die direkten Lieferanten („Tier 1“) sind häufig in Deutschland ansässig und verfügen

somit über risikoärmere Strukturen. Diese Tier 1 Lieferanten greifen allerdings auf Lieferanten mit Fertigungsstätten in

risikoreicheren Ländern zurück (z.B. China). Die Risikostunden akkumulieren sich damit für den Fahrzeugbau eher weiter

unten in der Lieferkette (Tier 2, 3, 4-n) (vgl. Abbildung 7). Wenig verwunderlich ist, dass mit jeder Tierstufe industrielle

Vorprodukte sowie Produkte der Landwirtschaft und Rohstoffgewinnung an Bedeutung gewinnen und das Gesamtrisiko

maßgeblich beeinflussen (vgl. Abbildung 8).

Damit fallen viele Menschenrechtsverletzungen in Tier-Stufen an, die – aus Sicht eines deutschen Fahrzeugbauers –

zunächst irrelevant erscheinen, weil es zu diesen Vor-Vorlieferanten keine direkten Vertragsbeziehungen gibt. Dies gilt

aber nur so lange, bis ein Nachweis erbracht wird, dass Produkte aus eben diesen Tier-Stufen in ein bekanntes

Markenprodukt einfließen. In der Öffentlichkeit wird dann wenig differenziert und die Verantwortung für

Menschenrechtsverletzungen wird klar dem Markenunternehmen zugeschrieben.

Dass diese Sichtweise bereits heute Realität ist, zeigt eine Veröffentlichung von Greenpeace aus dem Mai 2012, die einer

Reihe von namhaften Automobilherstellern vorwirft, dass in ihren Lieferketten bei der Herstellung von Roheisen in

Brasilien neben illegaler Abholzung des Regenwaldes auch Zwangsarbeit und massive Verstöße gegen Gesundheitsund

Sicherheitsstandards stattfinden. Mit diesem Bericht griff Greenpeace 2012 ein Thema wieder auf, das bereits im

November 2006 durch Bloomberg in die Öffentlichkeit getragen wurde.

Es ist unbestreitbar: Das Thema Arbeitsbedingungen in der Lieferkette hat Auswirkungen auf den Unternehmenswert.

Dabei sind vier wesentliche Werttreiber zu unterscheiden (vgl. Abbildung 10):

Reputation: Unternehmen sind auf eine gute Reputation angewiesen, sowohl intern, um die Ansprüche bestehender und

potenzieller neuer Mitarbeiter an das Unternehmen zu erfüllen, als auch extern, beispielsweise um relevante

Käufergruppen zu erhalten oder zu erschließen. Durch die international immer stärkere Vernetzung und Digitalisierung

der Medien steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bestehende Probleme in Lieferketten schnell aufgedeckt und bekannt

werden. Im Falle von „Social Non-Compliance“ in der Lieferkette sind negative Reputation für ein Unternehmen heute

sehr wahrscheinlich.

Liefersicherheit: Schlechte Arbeitsbedingungen bergen ein erhebliches operationelles Risiko. Kommt es zum Ausfall einer

Fertigungsstätte (z.B. durch Streik oder Brand), fehlen schlagartig Fertigungskapazitäten in der Lieferkette. D.h. meist

können Aufträge, die bei den betroffenen Fabriken platziert wurden, nicht schnell genug auf andere Fabriken umgeleitet

werden und in der Folge fehlen Vorprodukte und/oder die Waren zum Verkauf.

Qualität: Weiterhin fördern schlechte Arbeitsbedingungen die Mitarbeiterfluktuation. Eine erhöhte Wechselbereitschaft in

der Mitarbeiterschaft erschwert es Unternehmen erheblich, z.B. die gleichbleibende Qualität ihrer Produkte

sicherzustellen bzw. die Qualitätsanforderungen ihrer Kunden zu erfüllen. Es kommt zudem zu Ineffizienzen im

Produktionsablauf. Beides führt zu höheren Kosten und zu Frustrationen in der Kunde-Lieferant-Beziehung.

Regulierung: Politische Instanzen erwarten zunehmend, dass Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Unternehmen in

Kalifornien müssen seit dem 1. Januar 2012 darüber berichten, wie sie sicherstellen, dass ihre Lieferketten frei von

Sklaverei und Menschenhandel sind. Es gibt darüber hinaus bereits Fälle, in denen Markenunternehmen für die

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 13


Produktionsbedingungen in ihren Lieferketten haftbar gemacht werden. Bekanntestes Beispiel sind die „Saipan Lawsuits“,

bei der 26 US-amerikanische Einzelhändler und 23 Textilfabriken wegen schlechter Arbeitsbedingungen in den

Produktionsbetrieben verklagt wurden und einem Vergleich in Höhe von insgesamt rund 20 Mio. US-Dollar zustimmten.

Natürlich darf nicht nur die Risikoseite von Social Compliance betrachtet werden. Im Umkehrschluss ergeben sich

positive Umsatz- und Ergebniseffekte, wenn Arbeitsbedingungen in der Lieferkette professionell gemanagt werden: Die

Zuverlässigkeit der Lieferkette wird verbessert, die Akzeptanz von Kundengruppen für Produkte steigt, Markenwerte

werden erhöht, Effizienzsteigerungen in der Beschaffung werden möglich.

Trotz dieses Wissens ist es verwunderlich, dass Unternehmen die Potentiale von Social Compliance noch nicht

ausschöpfen. Doch dies wird sich ändern: Das Thema Arbeitsbedingungen in der Lieferkette wird einen ähnlichen Weg

nehmen wie ihn das Thema Qualität in den letzten 40 Jahren genommen hat. Ausgelöst durch eine Qualitäts- und

Produktivitätsrevolution in Japan hatten Unternehmen in anderen Industreistaaten zunächst ihre internen Fähigkeiten für

ein besseres Qualitätsmanagement erhöht, um dann zu realisieren, dass ohne eine Einbindung der Lieferkette

nachhaltige Erfolge nicht erreicht werden können. Heute ist ein integriertes, Supply-Chain übergreifendes

Qualitätsmanagement Standard (vgl. Abbildung 11).

Fast spiegelbildlich findet dieser Prozess heute zum Thema Sozialverantwortung statt. In den vergangenen Jahren haben

Unternehmen damit begonnen, die Arbeitsbedingungen im eigenen Hause zu hinterfragen. Sie haben z.B. Maßnahmen

zur Mitarbeiterzufriedenheit oder Mitarbeitergesundheit ergriffen. Jetzt setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine weitere

Lieferketten-Verbesserung u.a. davon abhängt, dass mindestens die grundlegenden Standards guter Arbeitsbedingungen

in der Supply Chain eingehalten werden. Das Management von Social Compliance in der Lieferkette wird zum

Wettbewerbsfaktor und bekommt Geschäftsführungsrelevanz.

Damit stellt sich die Frage, wie dieses Thema von Unternehmen anzugehen ist. Es gibt keinen „One size fits all“-Ansatz

für gute Arbeitsbedingungen. Unternehmen müssen sich jeweils in ihrem spezifischen Unternehmenskontext mit dem

Thema auseinanderzusetzen. Dies kann in vier Schritten erfolgen.

Im ersten Schritt müssen die eigenen Anforderungen eines Unternehmens an die Lieferkette erfasst und Transparenz

über die Lieferkette erreicht werden: Von welchen Lieferanten aus welchen Ländern werden welche Vorprodukte

bezogen; wo und wie beschaffen diese Lieferanten wiederum ihre Vorprodukte, usw. Dies ist nicht selten die größte

Herausforderung, da viele Unternehmen über ihre direkten Zulieferer hinaus nicht wissen, wo ihre Vorprodukte

herkommen.

Um diese Wissenslücken zu schließen, gibt es neue Analysemöglichkeiten. Lebenszyklusmodelle, multiregionale Input-

Output-Verfahren und Datenbanken zu globalen Sozialrisiken ermöglichen heute eine aussagekräftige Orientierung, in

welchen Ländern, Branchen und auf welcher Stufe in der Lieferkette Social Compliance Risiken existieren.

Sind die Lieferketten strukturell analysiert und weiß ein Unternehmen, wo und in welchem Umfang mit erhöhten Risiken

zu rechnen ist, werden in einem zweiten Schritt die jeweiligen Chancen und Risiken bewertet. Dafür sollten die vier

Dimensionen Reputation, Liefersicherheit, Qualität und Regulierung herangezogen (s.o.) werden. Die Bewertung erlaubt

eine Priorisierung der Handlungsfelder.

14 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Für die priorisierten Handlungsfelder müssen in einem dritten Schritt die tatsächliche Situation der Arbeitsbedingungen in

der Lieferkette identifiziert werden. Hierzu können Ergebnisse von Self-Assessments, Erkenntnisse von standardisierten

oder firmenspezifischen Assessments vor Ort (Audits) und externer Stakeholder herangezogen werden. Dabei gilt es,

eine qualitativ möglichst gute Evaluierung der Situation in der Vielzahl verschiedener Fertigungsstätten zu erhalten.

Sollte die Bestandsaufnahme im dritten Schritt ergeben, dass es Bereiche mit Handlungsbedarf gibt, werden

Qualifizierungsmaßnahmen der Produktionsstätten notwendig (Schritt 4). Dazu müssen die Ursachen für die Social

Compliance Probleme im Detail identifiziert und zusammengetragen werden, um darauf aufbauend eine angepasste

Qualifizierung einzuleiten. Hierbei müssen sich das beschaffende Unternehmen und die Lieferanten einbringen.

Es gilt, dem Lieferanten zu veranschaulichen, warum die gestellten Anforderungen eine Relevanz für sein eigenes

Unternehmen haben. Die Qualifizierung kann von individuellen Programmen in den Fertigungsstätten bis zu Workshops

mit einer Gruppe von Lieferanten reichen. Diese vier Schritte sind in einem kontinuierlichen Prozess zu durchlaufen, um

so sukzessive die Potentiale, die sich aus guten Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ergeben, auszuschöpfen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass ein zukünftiges Supply Chain Management nur dann erfolgreich sein wird, wenn

Arbeitsbedingungen als integraler Bestandteil des Lieferanten- oder Supply Chain Managements verstanden und von

Beginn an strategisch verankert werden. Dazu muss der Umgang mit Social Compliance zum einen in der Lieferkette als

Bestandteil der Unternehmensstrategie definiert werden und zum anderen sich die oben skizzierten Aktivitäten im

Einkaufsverhalten widerspiegeln.

Quelle

Über die Autoren

Der Beitrag erschien im Original im Jahrbuch Global Compact Deutschland 2013

Torben Kehne ist Director Social Compliance bei Systain Consulting,

Hubertus Drinkuth, Managing Director Systain Consulting.

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Der Wegweiser zum Klimawissen in Deutschland

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 15


22.01.2014

Faire Textilien: „Es bringt nichts, nur eine Liste abzuhaken“

Fairtrade will ein neues Label für Textilien entwickeln. Bisher gibt es zwar Kleidung aus fair produzierter

Baumwolle, bei der Weiterverarbeitung muss aber lediglich die ILO-Kernarbeitsnorm eingehalten werden, die

etwa Kinder- oder Zwangsarbeit verbietet. Künftig soll nun die gesamte Produktionskette inklusive der

Bedingungen für Arbeiter in den Fabriken dem fairen Standard entsprechen. In drei Jahren könnten die ersten

Fairtrade-zertifizierten Hemden und Hosen zu kaufen sein, sagt Maren Sartory von Fairtrade Deutschland im

Gespräch. Das Interview führte Ingo Arzt im Auftrag des Rates für nachhaltige Entwicklung.

Frau Sartory, beeinflusst Fairtrade den Textilmarkt positiv oder fristet

entsprechende Kleidung noch ein Nischendasein?

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Maren Sartory: Der Marktanteil ist leider noch sehr gering, ich kann nicht

einmal sagen, wie hoch. Aber von einem Nischendasein würde ich nicht

26.03.2014

sprechen. Das mediale Interesse an fair produzierter Kleidung ist sehr groß,

Nachhaltiges

auch Konsumenten wünschen

Lieferketten-Management

sich mehr davon. Aber wer faire Kleidung

Fairtrade will bei Textilien die gesamte

kaufen will, der muss momentan danach suchen.

Lieferkette zertifizieren. Foto: CROSS

DESIGN/Fotolia.com

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Warum eigentlich?

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Sartory: Die meisten Unternehmen kaufen irgendwo fertige Stoffe, T-Shirts oder Hosen und kennen ihre Lieferkette nicht.

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Die meisten Konsumenten wiederum wollen zwar keine Kleidung aus Kinderarbeit, aber ein Schnäppchen. Beim Kaffee

greifen sie häufiger zu Fairtrade, bei Textilien kaufen sie aber mit einer ganz anderen Intention ein: Sie wollen primär

Von Ida Karlsson

Kleidung, die ihnen steht. Das Einkaufsverhalten ist ein komplett anderes. Deshalb sind hier weniger die Konsumenten

und mehr die Firmen in der Verantwortung. Die müssen dafür sorgen, dass ihre Lieferketten fair sind.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Momentan ist bei des Fairtrade-Kleidung Supply-Chain-Managements nur die Baumwolle eingeführt. fair, Im nicht Lieferkettenmanagement die gesamte Lieferkette. liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Sartory: Konzept Richtig, deutlich bisher breiter gibt verstanden es tatsächlich und keinen um eine Standard, Vielzahl der ökonomischer, das von Anfang ökologischer bis Ende komplett und sozialer garantiert. Fragen Der ergänzt, GOTS,

die also alle der Bereiche Global Organic der Wertschöpfungskette Textile Standard, bezieht betreffen, sich inklusive nur auf den der Innovationsstärke.

Bio-Bereich, der macht aber am Markt nur einen

kleinen Anteil aus. Bei Fairtrade ist die Baumwolle fair, weil sich die Standards nur auf den Anbau beziehen. Jetzt wollen

Im wir Laufe aber die der gesamte vergangenen Lieferkette zehn Jahre zertifizieren. haben Fairtrade sich die Unternehmen ist übrigens nicht im Licht bio, von auch Nachhaltigkeitsaspekten wenn wir den entsprechenden intensiver Anbau mit

ihrem mit einem Lieferkettenmanagement Bonus fördern und auch beschäftigt. ökologische Diese Kriterien Entwicklung haben. lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

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1

April

2014

Warum ist es so schwer, die gesamte Lieferkette zu zertifizieren?

Sartory: Wir wollen nicht einfach einen neuen Standard schaffen. Vor kurzem waren wir in Indien unterwegs, da waren

wir in Fabriken, in denen hängen schön nebeneinander aufgereiht 20 Zettel mit diversen Zertifizierungen und

Verhaltensnormen. Die werden aber nicht gelebt. Nach der Zertifizierung herrscht Stillstand. Wir wollen, dass sich ein

Unternehmen auch in eine bestimmte Richtung entwickelt. Es bringt nichts, nur eine Liste abzuhaken.

Was heißt das konkret?

Sartory: Beispielsweise müssen die Fabriken nachweisen, dass sich die Einkommen nach oben entwickeln. Wir wollen

auch, dass die Mitarbeiter geschult und qualifiziert werden. Allgemein arbeiten wir im Fairtrade-System mit einem

Netzwerk an Beratern zusammen. Sie helfen dann den Gremien, die darüber entscheiden, wie die Fairtrade-Gelder

investiert werden, weil die Arbeiter, die darüber entscheiden, oft keinen höheren Schulabschluss haben. Das alles muss

sich erst etablieren.

Wie viele der großen Bekleidungsketten springen bisher auf ihre Idee an?

Sartory: Bisher gibt es den Standard noch nicht, aber das Interesse ist groß. Manche haben zumindest vereinzelt Bio-

Kleidung im Angebot. Aber bei Fairtrade müssen Sie auf langfristige Beziehungen zu ihren Lieferanten setzen. Momentan

existieren diese häufig nicht. Wir wollen die Entwicklung des Standards noch dieses Jahr beginnen und hoffen, dass wir

dann für die Implementierung möglichst schnell Unternehmen mit an Bord bekommen.

Wird die Kleidung dann teurer?

Sartory: Das muss nicht sein. Wir haben in Indien Fabriken gesehen, da kommen das billige T-Shirt und das Designer-T-

Shirt aus der gleichen Produktionslinie. Die Lohnkosten fallen bei Textilien ohnehin kaum ins Gewicht. Faire Rohstoffe

sind auf jeden Fall genug da: Wir haben Bauern, die verkaufen 80 Prozent ihrer Fairtrade-zertifizierten Baumwolle zum

normalen Preis, weil die Nachfrage nach fairer Produktion so gering ist.

Quelle: RNE

Quelle: UD / RNE

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/csr-nachrichten/archiv/2014-01-22_Es-bringt-nichts-nur-eine-Liste-abzuhaken.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 17


09.12.2013

„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

Um auf dem internationalen Markt zu bestehen, brauchen Unternehmen funktionierende Zulieferer. In der Praxis

sind gerade Betriebe am Ende der Lieferkette aus Entwicklungs- und Schwellenländern dem globalen Preisdruck

ausgesetzt. Schlimmstenfalls arbeiten dann die Angestellten für wenig Geld unter menschenunwürdigen

Bedingungen. Forderungen nach transparenten Lieferketten und kontrollierten Lieferanten hören sich

theoretisch gut an. Wie Audits sachgemäß die Arbeitssituation in einem Betrieb abbilden können, erklärt uns

Richard Karmel von der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars in unserem Interview.

Mazars führt weltweit Audits im Bereich der Menschenrechte durch. Für ihre Prüfungsmethoden im Bereich

Human Rights und Corporate Culture wurde die Gesellschaft in den letzten beiden Jahren mit dem Innovation

Award des International Accounting Bulletin ausgezeichnet.

Von Sonja Scheferling

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014 UmweltDialog:Gisela Burckhardt (Clean Clothes Campaign

Deutschland) hat gegenüber Spiegel Online gesagt, dass sich

Nachhaltiges Lieferketten-Management

inzwischen eine regelrechte Industrie von Sozialaudits entwickelt

habe. Diese deckten aber nicht wesentliche Probleme wie etwa das

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Fehlen von Organisationsfreiheit oder erzwungene Überstunden auf.

Jahrzehnten

Was halten Sie

stetig

von

verstärkt.

dieser These?

Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements Richard Karmel: Wenn man ist bedenkt, Unternehmen was bisher wie als auch „Sozialaudit“ Anlegern bewusst.

bezeichnet wurde, stimme ich der Aussage zu. Der Begriff wurde in der

Von

Vergangenheit

Ida Karlsson

oftmals unsachgemäß verwendet. Tatsächlich wurde er als

Grundlage für unterschiedliche Formen von Zertifikaten benutzt. Nur sehr

Richard Karmel von der internationalen

wenige dieser Sozialaudits entsprachen dabei Evaluationsrichtlinien oder

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Prüfungs- Rahmenbewertung und Beratungsgesellschaft für dieMazars

wurden von anerkannten professionellen Prüfern durchgeführt. So täuschte in UmweltDialog-Interview, Foto: Mazars

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

der Begriff „Audit“ eine falsche Sicherheit vor. Ein Beispiel dafür ist der

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

Brand in der Textilfabrik Tazreen Fashion in Bangladesch Ende 2012. Tazreen hatte einige Wochen zuvor ein auditiertes

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

Zertifikat erhalten. Dieses Audit hatte gerade einmal ein bis zwei Tage gedauert. Aus meiner Sicht kann man aber keine

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

qualifizierten Antworten aus einer ein bis zwei Tage andauernden Prüfung ziehen, egal welche Bereiche evaluiert werden.

Innerhalb der Audits, welche wir beispielsweise zur Überprüfung von „Organisationsfreiheit“ durchführen, befragen wir

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

eine statistisch signifikante Anzahl von Mitarbeitern. Darüber hinaus überprüfen wir die dementsprechenden Märkte und

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

beziehen die lokalen Gesetze ein. Dieser Vorgang, von der Planung bis zur Fertigstellung, dauert mehrere Wochen.

18 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

UD:Mit den „Indicators for Human Rights Compliance​ hat Mazars einen eigenen Standard zur Überprüfung von

Menschenrechten in Unternehmen entwickelt. Erläutern Sie kurz seinen Ansatz. Was machen Sie bei Mazars

besser?

Karmel: Unser Ansatz geht über die herkömmlichen Audits im Bereich der Menschenrechte hinaus. Momentan

versuchen die meisten Sozialaudits, die bisherigen Einflüsse auf die Arbeitsprozesse eines Unternehmens zu beurteilen.

Damit sind sie rückwärtsgewandt. Der Ansatz von Mazars überprüft, ob das Reporting eines Unternehmens an den

United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights ausgerichtet ist. Damit ist unser Audit inhärent

zukunftsgewandt und bietet unseren Kunden dadurch größeren Nutzen. Dementsprechend überprüfen wir in einem

Unternehmen die Strategien, die Prozesse und die Kontrollen hinsichtlich ihrer Existenz, ihrer Eignung und ihrer

Effektivität. Wenn all diese Punkte in einem Unternehmen funktionieren, ist es unwahrscheinlich, dass Arbeitsabläufe die

Menschenrechte negativ beeinflussen. Vielmehr herrscht dann eine Kultur vor, in welcher die Arbeitsbeziehungen durch

das gegenseitige Vertrauen zwischen Unternehmen und Stakelholdern bestimmt werden. Natürlich gibt es niemals eine

absolute Garantie, da man leider willkürliches Verhalten einzelner nicht vermeiden kann.

UD:Wie tief analysieren Sie dabei die Lieferkette (Tier 1, Tier 2, Tier 3)

Karmel: Ein Audit funktioniert nicht, wenn es als isolierter Arbeitsvorgang betrachtet wird, dessen Ergebnis die bloße

Zertifizierung des Zulieferers ist. Vielmehr müssen Evaluierungen als Teil der Unternehmensstrategie angesehen werden.

Das bezieht sich auch auf die gesamte Lieferkette eines Unternehmens. So evaluieren wir, ob in den Zulieferbetrieben

ebenfalls ähnliche Strategien, Prozesse und Kontrollen verankert sind und wie effektiv sie arbeiten. Dementsprechend

überprüft der Tier 1 Zulieferer, wiederum seine Zulieferer (Tier 2) und so weiter. Es ist wichtig, dass die Verträge mit den

Zulieferern diese Strategien widerspiegeln. Der Auftraggeber muss die Möglichkeit haben, die eigenen Zulieferer

unangekündigt besuchen und überprüfen zu können. Wir empfehlen den Unternehmen, eine Liste jener Betriebe

anzulegen, mit welchen keiner der Zulieferer zusammenarbeiten darf. Diese Liste sollte an alle Zulieferer auf allen Stufen

kommuniziert und stets aktualisiert werden.

Ein Audit sollte insgesamt als Teil einer übergeordneten Kommunikation zwischen einem Unternehmen und seinen

Zulieferern angesehen werden. Es muss das ganze Jahr über einen Dialog über die Probleme und Herausforderungen im

Bereich der Menschenrechte bestehen. Die jeweiligen Verantwortlichen müssen sich dabei immer fragen, welche

sozialen Auswirkungen bestimmte Entscheidungen haben und wie diese das Unternehmen beeinflussen.

UD:In asiatischen Ländern zum Beispiel ist die Hemmschwelle bei

Mitarbeitern höher, etwas Negatives zu berichten. Wie können Sie als

Prüfer sicher stellen, dass Sie die Realität abbilden?

Karmel: Manchmal ist das Zögern, negative Themen anzusprechen, ein

direktes Resultat kultureller Diversität oder kultureller und sozialer

Hierarchien. Mazars schützt sich dagegen, indem wir ein Team aus

einheimischen und auswärtigen Mitarbeitern einsetzen. Das erlaubt uns, Mazars prüft für mehr Transparenz in den

Lieferketten und kontrollierte Lieferanten,

Projekte in Übersee durchzuführen und dort Personal einzusetzen, das

Foto: Cross Design/Fotolia.com

nicht aus dem zu überprüfenden Land kommt. Dadurch stellen wir sicher,

dass die richtigen Personen die richtigen Fragen stellen. Denn auswärtige Mitarbeiter werden nicht durch tiefverwurzelte

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 19


kulturelle Befindlichkeiten beeinflusst. Wenn wir beispielsweise in Indien arbeiten, liegt die Projektleitung in den Händen

von Mitarbeitern aus Großbritannien. Diese führen dann die Befragungen durch, wenn ortanasässige Mitarbeiter bei ihrer

Tätigkeit durch die kulturellen Begebenheiten beeinträchtigt werden könnten. Dadurch eliminieren wir die Risiken, dass

Rücksichtnahme gegenüber Vorgesetzten oder die Abneigung, direkte Fragen zu stellen, die Ergebnisse vernebeln.

Obgleich die Themen bezüglich des Kastensystems in Indien bekannt sind, darf nicht vergessen werden, dass es auch

ohne Kastensystem soziale Stratifikationen gibt. Indem wir diesen Punkt aus der Gleichung nehmen, gewährleisten wir,

dass auch negative Aspekte in Gänze beleuchtet werden; unsere Mitarbeiter sind darin ausgebildet, so lange

nachzufragen, bis sie zufriedenstellende Antworten bekommen. Ein weiterer Vorteil eines gemischten Teams ist, dass die

ortsansässigen Mitarbeiter die jeweiligen kulturellen Befindlichkeiten und Überlegungen kennen. Solche Nuancen sind

von entscheidender Bedeutung.

UD:Was denken Sie über den Prozess der Auswahl der Zulieferer? Liegt das Problem nicht schon grundsätzlich

in der falschen Auswahl der Lieferanten? Wie erkennt ein Unternehmen die „schwarzen Schafe“ in seiner

Branche?

Karmel: Bisher haben nur wenige große Unternehmen Verhaltensregeln im Bereich der Beschaffung aufgestellt, die

speziell auf Themen wie Existenzminimum, Überstunden, Kinderarbeit, Organisationfreiheit, Nicht-Diskriminierung etc.

eingehen. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass viele Beschaffungs-Abteilungen nach dem Preis urteilen und den

billigsten Zulieferer auswählen; ohne über die die daraus folgenden Risiken für ihre eigene Reputation nachzudenken. Die

Überprüfungen der Zulieferer finden oftmals erst dann statt, wenn die Unternehmen bereits Schaden genommen haben.

Auch wenn man das als Fehler im System bezeichnen kann, handelt es sich eher um eine neue Phase für Wirtschaft und

Handel, in welcher sich das proaktive im Gegensatz zum reaktiven Handeln noch nicht durchgesetzt hat. Wie bereits

erwähnt, empfehlen wir Unternehmen, eine Liste problematischer Zulieferer zu führen. Diese bringt zum Ausdruck, mit

welchen Zulieferern das Unternehmen nicht zusammenarbeiten will und welche Unternehmen auch für die Zulieferer tabu

sind.

UD: Welche Anreize kann ein Unternehmen seinen Lieferanten und deren Zulieferern bieten, die Menschenrechte

am Arbeitsplatz einzuhalten?

Karmel: Soziale Medien nehmen heute einen großen Einfluss auf die Reputation der Unternehmen. Dadurch wird ihnen

bewusst, dass Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Lieferkette Auswirkungen auf ihren Ruf und ihre Umsatzzahlen

haben können. Unternehmen müssen ihre Erwartungen im Bereich der Menschenrechte deutlich gegenüber den

Zulieferern kommunizieren. Darüber hinaus müssen Betriebe Beschwerdemechanismen für ihre Zulieferer etablieren. So

können diese Probleme melden, welche wiederum von den Unternehmen beseitigt werden. Im Gegenzug akzeptieren die

Zulieferer unangekündigte Prüfungen. Es muss klar sein: Wenn Zulieferer zum wiederholten Male, trotz der Unterstützung

der Unternehmen, definierte Standards missachten, riskieren die Zulieferer, ihre Aufträge zu verlieren. Allgemein muss

jedes Unternehmen mit Zulieferern zusammenarbeiten wollen, welche Qualitätsprodukte rechtzeitig liefern, zu einem

Preis, der den Mitarbeitern wenigstens das Existenzminimum sichert. Darüber hinaus müssen die Arbeitsbedingungen

allgemein akzeptierte Gesundheits- und Sicherheitsstandards erfüllen und nicht das Leben der Mitarbeiter bedrohen.

UD:Wir bedanken uns für das Gespräch!

20 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Über Harald Nikutta:

Als für die Unternehmens- und Geschäftswicklung verantwortlicher Geschäftsführer setzt Harald Nikutta seit 2007

Schwerpunkte für das Erscheinungsbild von MAZARS im deutschen Markt. Operativ nutzt er dazu auch seine

Erfahrungen als ehemaliger COO von MAZARS und seine ausgewiesene Expertise als Trainer, Coach und Mediator. Er

spricht sich offen dafür aus, dass das Thema Menschrechte umfassend adressiert wird: „Denn wir haben nur dann

langfristig eine Existenzberechtigung, wenn wir uns als Wirtschaftsvertreter diesen zentralen Fragen und Themen

ernsthaft stellen. Scheitern wir damit, dann bewegen wir uns in einer Wirtschaftswelt, in die wir als Mazars mit unserem

ethischen Kompass nicht hineinpassen.“

Über Richard Karmel:

Richard Karmel ist geschäftsführender Partner von Mazars in London. Zusammen mit seinem Team hat er einen

innovativen Ansatz konzipiert, der Unternehmen und Banken hilft, das Reputationsrisiko unter Einhaltung ihrer sozialen

und ökologischen Verpflichtungen zu managen. Momentan arbeitet er in einer Arbeitsgruppe zur Entwicklung von

Standards: Diese garantieren Stakeholdern, dass Unternehmen in der Praxis ihrer Verantwortung zur Wahrung von

Menschenrechten nachkommen. Das Projekt wird von der United Nations Working Group on Business and Human

Rights unterstützt.

Lesen Sie mehr zum Engagement von MAZARS

Quelle: UD

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Nachhaltiges Lieferketten-Management

» Wir befreien

Kinderarbeiter.

Weltweit.

Helfen Sie mit.«

Fraunhofer-Bewertungsinstrument für biologische Vielfalt

HOCHTIEF veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013

VW erster deutscher Autohersteller im Clean Shipping Network

NABU unterzeichnet Initiative zum Zugvogelschutz

Weltweit werden Mädchen

und Jungen durch Not

und Willkür zum Arbeiten

gezwungen. Sie haben

keine Chance auf Schule

und Ausbildung.

http://www.umweltdialog.de/de/unternehmen/soziales/archiv/2013-12-09_Audits-dauern-laenger-als-ein-oder-zwei-Tage.php

terre des hommes befreit

ausgebeutete Kinder.

Das unterstütze ich.

Bitte helfen auch Sie –

mit Ihrer Spende!

Foto: Anatol Kotte

www.tdh.de

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 21


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Geological-Survey/flickr.com)

26.03.2014

11.02.2014

Nachhaltiges Globale Versorgungsketten Lieferketten-Management

gegen Wetterextreme sichern

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Extreme Wetterereignisse wie Taifun Haiyan oder Hurrikan Sandy können starke Auswirkungen auf die

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Weltwirtschaft haben. Bislang sind solche Folgen für globale Wirtschaftsströme aber in den Abschätzungen zu

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Folgen des Klimawandels kaum erfasst. Das sollte sich ändern, so Anders Levermann vom Potsdam-Institut für

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Klimafolgenforschung: „Wirtschaftssysteme sind eng miteinander verknüpft und von globalen

Versorgungsnetzen abhängig – deshalb muss die Anpassung an den Klimawandel global gedacht werden – eine

Von Ida Karlsson

lokale Perspektive reicht da nicht aus.“ In einem Kommentar im renommierten Fachblatt Nature schlägt er vor,

die nötigen Wirtschaftsdaten auf der neuen Internetseite zeean.net zu sammeln.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

Durch ein besseres Verständnis von ökonomischen Strömen können Versorgungsnetze stabilisiert und gleichsam

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

klimaintelligent ausgerichtet werden, um unsere Gesellschaft weniger anfällig für die Folgen der globalen Erwärmung zu

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

machen. „Stürme, Fluten oder Dürren an einem Ort können überall auf der Welt weitreichende Konsequenzen haben“,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

erklärt Levermann. „Die zerstörerische Flut in Thailand 2011 zum Beispiel hatte lokal verheerende Folgen. Sie hatte aber

auch globale Konsequenzen – über Monate waren Festplatten für Computer weltweit Mangelware.“ Die Ströme von

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

Material, Kommunikation und Energie, ihre Wechselwirkungen und Marktdynamiken können von Klimaextremen betroffen

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

sein – direkt oder indirekt über Versorgungsketten. „Damit Regierungen und Unternehmen die Risiken des Klimawandels

in ihre Planungen einbeziehen zu können, müssen wir zunächst die anfälligen Knotenpunkte der globalen

22 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Versorgungsnetze ermitteln“, sagt Levermann.

Netzgemeinschaft für den Aufbau einer Datenbank

Die neu gestartete Internetseite zeean.net soll der Beginn einer Netzgemeinschaft für den Aufbau einer Datenbank

werden, die ökonomische Netzwerke in bislang noch nie dagewesenem Umfang abbildet. Um die Folgen von

Klimaextremen zu untersuchen, sind sehr detaillierte Informationen notwendig. Ähnlich wie in Wikipedia kann auf

zeean.net jeder registrierte Nutzer Informationen etwa zu Güterströmen zwischen verschiedenen regionalen

Wirtschaftssektoren eingeben. Alle Informationen werden von anderen Nutzern geprüft und bewertet. Ziel ist es, ein

System der Selbstkontrolle durch eine Gemeinschaft von Fachkundigen zu schaffen, um einen hohen Grad an

Genauigkeit zu gewährleisten. Eine akademische Ausbildung ist nicht Voraussetzung, entscheidend ist die Güte der

Datenquellen. Verwendet werden sollen nur öffentlich zugängliche Datenquellen sowie öffentlich zugängliche Algorithmen

und Analysewerkzeuge, um eine maximale Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu ermöglichen.

Wissen der Universität Sydney

Bislang beschäftigen sich rund um die Welt nur wenige Forschergruppen mit dem Sammeln und Auswerten solcher

Daten. Zeean.net baut auf eine Sammlung von Informationen von australischen Wissenschaftlern der Universität Sydney

auf, die Daten zu ökonomischen Strömen zwischen 26 Sektoren in 186 Regionen der Welt über die letzten 23 Jahre

zusammengetragen haben. Mit jeder neuen Information soll zeean.net genauer und detaillierter werden, während sich für

den Benutzer ein Netzwerk entfaltet, das die Verkettung von Versorgungswegen aufzeigt. Und es damit erlaubt, anfällige

Verbindungen zu identifizieren. Langfristig sollen die ökonomischen Daten mit globalen und regionalen Klimamodellen

verknüpft werden, um Einschätzungen zu möglichen Auswirkungen künftiger Extremereignisse geben zu können. „Unser

wachsendes Wissen über Klimaextreme muss mit zunehmender Kenntnis der Ströme von Gütern, Energie und

Informationen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, kombiniert werden“, sagt Levermann. „Wenn wir diese

Informationen öffentlich zugänglich zu machen, könnte das eine Eigendynamik in unseren globalen Versorgungsnetzen

anstoßen, die am Ende unsere Gesellschaften im Hinblick auf künftige Klimafolgen widerstandsfähiger macht.“

Quelle: UD/fo

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Klimawandel: Virtuelle Bauern sollen Folgen zeigen

DHL erweitert Transparenz bei CO2-Emissionen

Europa nicht mehr alleiniger Vorreiter in der Klimapolitik

Telekom beschließt konzernweites Klimaschutzziel

Wie DPD die emissionsfreie Zustellung organisiert

http://www.umweltdialog.de/de/wissen/forschung/2014/Globale-Versorgungsketten-gegen-Wetterextreme-sichern.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 23


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Deutsche Post DHL)

26.03.2014

10.02.2014

Nachhaltiges DHL Resilience360 Lieferketten-Management

- neues Instrument für

Risikomanagement in der Logistik

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken DHL hat ein neues und Instrument ihre gesellschaftliche für Risikomanagement Verantwortung namens aus. DHL Die Resilience360 dementsprechende vorgestellt. Bedeutung Das einzigartige eines guten

Lieferkettenmanagements

Instrument verschafft Unternehmen

ist Unternehmen

einen ganzheitlichen

wie auch Anlegern

Blick

bewusst.

über ihre Lieferketten sowie potenzielle Risiken in

Echtzeit. Störungen in der Lieferkette sowie umwelt- und soziopolitische Volatilität können so in

Von Wettbewerbsvorteile Ida Karlsson verwandelt werden.

Im DHL Corporate hat heute Sustainability ein neues Instrument Assessment für (CSA) Risikomanagement 2012 hat RobecoSAM namens DHL eine Resilience360 verbesserte Rahmenbewertung vorgestellt. Das einzigartige für die

Nachhaltigkeit Instrument verschafft des Supply-Chain-Managements Unternehmen einen ganzheitlichen eingeführt. Blick Im Lieferkettenmanagement über ihre sowie liegt potenzielle der Fokus Risiken traditionell in Echtzeit. auf

vorgelagerten Störungen in der sozialen Lieferkette Risiken sowie den umwelt- Arbeitsbedingungen, und soziopolitische der Volatilität Kinderarbeit können und so Mindestlöhnen. Wettbewerbsvorteile Seit einiger verwandelt Zeit wird

das werden. Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Mithilfe des DHL Resilience360-Instruments vermeiden Kunden Produktionsstopps und Umsatzverluste, indem im Falle

Im einer Laufe Störung der vergangenen Ressourcen zehn umverteilt Jahre und haben alternative sich die Strategien Unternehmen angewandt im Licht werden. von Nachhaltigkeitsaspekten Dies erhöht die finanzielle intensiver Stabilität mit

ihrem der Unternehmen Lieferkettenmanagement und erlaubt potenziell beschäftigt. Umsatz- Diese und Entwicklung Marktanteile lässt von sich Wettbewerbern im RobecoSAM zu CSA erringen. beobachten. Angefangen

24 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

"Wir wissen, dass Lieferketten das Lebenselixier des Geschäfts unserer Kunden sind, und schaffen Lösungen wie DHL

Resilience360, um ihnen bei den heutigen Herausforderungen zu helfen", sagte DHL Chief Commercial Officer Bill Meahl.

"Risiken können nicht gänzlich ausgeschlossen werden, aber wir können die negativen Auswirkungen auf das Geschäft

minimieren. Mit den richtigen Instrumenten können Unternehmen von Störungen und Desastern profitieren, indem sie auf

die richtigen Maßnahmen zurückgreifen, um schnell und effektiv zu reagieren, wenn es Wettbewerber nicht können."

Kritische Gefahrenherde der Lieferkette erkennen

DHL Resilience360 ermöglicht es Kunden kritische Gefahrenherde

ihrer Lieferkette zu erkennen, zu visualisieren und ein Risikoprofil

aufzubauen, um mögliche Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Das

Instrument verbindet Informationen über Naturkatastrophen,

Diebstahl, geopolitische und andere Risiken mit dem globalen

Produktions- und Distributionsnetzwerk des Kunden. Nach der

Visualisierung der kompletten Wertschöpfungskette des Kunden

bietet das Instrument einen Überblick über Risiken in Echtzeit und

schlägt, in Zusammenarbeit mit Partnern, Optionen für sofortige

Gegenmaßnahmen vor.

Mit DHL Resilience360 haben Kunden ihre Supply

Chain durchgehend im Blick. Egal wo sich die Ware

gerade befindet. Foto: DHL

Zeitgleich mit der Einführung von DHL Resilience360 stellt DHL den

Bericht "The Resilient Supply Chain" vor, der zusammen mit Lisa

Harrington, Präsidentin der lharrington group LLC, entwickelt wurde. Der Bericht zeigt auf, dass Unternehmen enormen

Schaden für ihr Geschäft riskieren, wenn sie sich ausschließlich auf Risikomanagement konzentrieren und keine

belastbare Lieferkette aufbauen.

Schnelle, schlanke, robuste und hybride Lieferkette

Zunehmende Volatilität ist zu einem Kennzeichen der globalisierten Märkte geworden und nicht mehr ein einzelnes

Ereignis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Bericht zeigt auf, dass zuvor als "Best Practice" bekannte

Lieferkettenmodelle wie "just in time" oder "lean", nun zu fragil und riskant sind. Vorgeschlagen wird eine neue, "schnelle,

schlanke und robuste", hybride Lieferkette, die sich über die fortlaufende Identifikation und Steuerung von operationellen

Risiken hinaus weiterentwickelt und externe Risiken berücksichtigt.

Der Bericht enthält außerdem erstmalig den "Resilience Index", der die fünf Branchen Technologie, Automobil,

Konsumgüter und Einzelhandel, Life Sciences & Healthcare sowie Konstruktion und Maschinenbau nach dem Niveau

ihrer Belastbarkeit bewertet. Der Index stellt dar, dass die Technologie- und Automobil-Branchen die ausgereiftesten und

damit profitabelsten Lieferketten betreiben, gefolgt vom Konsumgüter- und Einzelhandels-Bereich. Den Branchen Life

Science and Healthcare sowie Konstruktion und Maschinenbau mangelt es derzeit an der Fähigkeit eine belastbare

Lieferkette aufzubauen, zu betreiben und aufrecht zu erhalten.

Erfahren Sie mehr über das Engagement von DHL

Quelle: UD/cp

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 25


25.02.2014

VW erster deutscher Autohersteller im Clean Shipping

Network

Der Volkswagen Konzern ist als erster deutscher Automobilhersteller dem Clean Shipping Network, einem

Zusammenschluss von Ladungseigentümern, beigetreten. Die Volkswagen Konzernlogistik nutzt künftig das

Bewertungstool Clean Shipping Index (CSI), um die Umweltauswirkungen von Seetransporten zu analysieren und

zu reduzieren. Der Schritt ist Teil der Strategie des Volkswagen Konzerns, das Ziel der ökologischen

Nachhaltigkeit in immer mehr Geschäftsbereichen entlang der Prozesskette zu verankern.

Die Daten im CSI machen die

ökologische Effizienz dieser Transporte

besser vergleichbar. Der Index

ermöglicht den Mitgliedern des Clean

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014 Shipping Network, Emissionen

einzelner Schiffe und einzelner

Nachhaltiges

Strecken nachzuvollziehen

Lieferketten-Management

und

dadurch valide Umweltkriterien bei der

Mit Auswahl der fortschreitenden von Schiffen zu Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten berücksichtigen. stetig Neben verstärkt. Chemikalien Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und Abfallentsorgung und gehören ihre gesellschaftliche dazu

Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements Kohlendioxid (CO2), Stickoxid ist (NOx) Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

und Schwefeloxid (SOx).

Von Ida Karlsson

Thomas Zernechel, Leiter der

Volkswagen ist dem Clean Shipping Network beigetreten, um die

Umweltauswirkungen von Seetransporten zu analysieren und zu reduzieren.

(Foto: VW)

Volkswagen Konzernlogistik: "Die

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Volkswagen Konzernlogistik wird sich

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

im Clean Shipping Netzwerk verstärkt dafür einsetzen, dass Schiffe weniger Emissionen verursachen und Abgase

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

nachbehandelt werden. Außerdem will Volkswagen dafür werben, dass weitere Kriterien wie die Verringerung von

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

Rußemissionen in den Index aufgenommen werden."

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Der Beitritt der Volkswagen Konzernlogistik zum Clean Shipping Network ist

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ein sinnvoller Schritt, den wir begrüßen. Insbesondere Krebs erregende Feinstpartikel müssen eingedämmt werden. Bei

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

der Festlegung konkreter Ziele und Maßnahmen unterstützen wir gern."

26 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


Merijn Hougee, Direktor des Clean Shipping Index: "Deutschland hat viele große Unternehmen, die eine nachhaltige

1

Schifffahrt wirkungsvoll fördern können. Wir hoffen, dass der Beitritt von Volkswagen anderen Unternehmen als Vorbild

dient."

April

2014

Volkswagen beteiligt sich auch aktiv an der Green-Logistics-Session im Rahmen des Forums Automobillogistik, dass der

Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Bundesvereinigung Logistik (BVL) Anfang Februar in Frankfurt am Main

Merijn ausrichten. Hougee, Direktor des Clean Shipping Index: "Deutschland hat viele große Unternehmen, die eine nachhaltige

Schifffahrt wirkungsvoll fördern können. Wir hoffen, dass der Beitritt von Volkswagen anderen Unternehmen als Vorbild

Erfahren Sie mehr zum Engagement von Volkswagen

dient."

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Volkswagen beteiligt sich auch aktiv an der Green-Logistics-Session im Rahmen des Forums Automobillogistik, dass der

Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Bundesvereinigung Logistik (BVL) Anfang Februar in Frankfurt am Main

ausrichten.

Quelle: cp

Erfahren Sie mehr zum Engagement von Volkswagen

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DHL Resilience360 - neues Instrument für Risikomanagement in der Logistik

Quelle: BMW cpund Zulieferer: Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

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10.000stes Unternehmen nutzt iPoint Conflict Minerals Platform

„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

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Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 27


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

BMW-Museum in München.

(Foto: BMW Group)

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

03.02.2014

BMW und Zulieferer: Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken

12.000 Lieferanten in

und

70

ihre

Ländern

gesellschaftliche

steuern Teile

Verantwortung

und Dienstleistungen

aus. Die

zur

dementsprechende

Produktion der Autos

Bedeutung

und Motorräder

eines guten

Lieferkettenmanagements

von BMW bei - für die Einkäufer

ist Unternehmen

der Münchener

wie

nicht

auch

nur

Anlegern

ein logistisches

bewusst.

Puzzle. Die Komponenten müssen

qualitativ hochwertig zur richtigen Zeit und zu wettbewerbsfähigen Preisen an den Produktionslinien sein.

Von Zugleich Ida Karlsson müssen die Waren und Dienstleistungen den Standards zur Nachhaltigkeit entsprechen. Die Lösung:

Das geht am besten gemeinsam mit den jeweiligen Gliedern der Supply-Chain.

Im Von Corporate Gerd Pfitzenmaier Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit: Unter dieser Prämisse organisiert die Münchener BMW Group ihren Einkauf von

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

Produkten und Dienstleistungen für den Bau ihrer Automobile und Motorräder rund um den Globus. Immerhin gilt es

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

dabei, etwa 12.000 Lieferanten in 70 Ländern der Erde auf ein gemeinsames Verständnis einzuschwören und zugleich

deren Arbeit kontinuierlich nicht nur zu kontrollieren. Vielmehr setzt das Unternehmen auf konkrete Hilfestellung und

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

Information für die einzelnen Glieder in der Lieferkette. Zusammen soll sich deren Performance so stetig verbessern:

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

„Unser langfristiges Ziel ist“, beschreibt BMW die selbst auferlegte Verantwortung für die eigene Supply-Chain, „dass

28 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

unsere Nachhaltigkeitsstandards nicht nur bei unseren Lieferanten erster Stufe, sondern auch bei allen Sublieferanten

umgesetzt werden.“

Teamwork und Netzwerke

Ein ehrgeiziges Vorhaben. Die Zusammenarbeit mit den Partnern müssen die Münchner auf ein gemeinsames

Verständnis von Produkt- und Produktionsqualität stellen. Die Lieferkette darf nicht stocken, der Nachschub muss

gewährleistet sein. Zu alldem müssen die Preise wettbewerbsfähig bleiben – und nicht zuletzt lösen die Zulieferer den

BMW-Anspruch an Nachhaltigkeit ein.

Die weltweite Verteilung dieser großen und kleinen Produktionsstätten und Händler erfordert eine individuelle Bewertung

der jeweiligen Partner. Zugleich muss der Maßstab vergleichbar bleiben. „Angesichts einer Vielzahl an Lieferanten und

Sublieferanten“, wissen die BMW-Einkäufer, stelle dieser Anspruch eine große Herausforderung dar. Diese nehmen sie

an, weil sie darin zugleich „auch eine große Chance“ für das Unternehmen erkennen. Wieder setzen sie dabei auf

Teamwork: Federführend ist zwar das Ressort „Einkauf und Lieferantennetzwerk“, die Fachbereiche „Nachhaltigkeit und

Umweltschutz“ sowie „Rohstoffmanagement“ steuern jedoch den nötigen Input bei, um die Aspekte der Nachhaltigkeit wie

Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards bei den Partnern zu verankern.

Dafür nutzen sie ein eigens entwickeltes Indikatoren-Set. Mit ihm können die Autobauer aus München seit 2009

Nachhaltigkeit messen und mit Kennzahlen unterfüttern. So steuern sie ihre Prozesse und kontrollieren, ob sie den selbst

gesetzten Zielen immer näher rücken: „Berichtsgrößen, wie beispielsweise den Anteil von Lieferanten für

Produktionsmaterial mit einem Umweltmanagementsystem gemäß ISO14001 oder die Anzahl der

Lieferantenfertigungsstandorte, von denen uns eine Selbstauskunft vorliegt“, beschreiben die Verantwortlichen dieses mit

Zahlen und Daten unterlegte Nachhaltigkeitsmanagement, „verwenden wir vor allem, um Fortschritte unser

Nachhaltigkeitsanstrengungen zu messen.“

Verbessertes Risikomanagement

Hohe Priorität hat für BMW das dadurch verbesserte

Risikomanagement. 2012 zu einem Dreistufen-System

weiterentwickelt, besteht es heute aus einem auf das

Unternehmen angepassten, spezifischen

Nachhaltigkeits-Risikofilter. Ein Nachhaltigkeits-

Fragebogen mit 27 konkreten Anfragen zu den

jeweiligen Produktionsstandorten vor Ort ergänzt die

Risikobewertung. Darunter etwa will die

Konzernzentrale wissen, ob der Zulieferer ein

Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001

Mehr als 12.000 Zulieferer tragen zum Erfolg der BMW-Familie bei.

implementiert hat, wie es um die Recyclingfähigkeit Für eine verantwortungsvolle Nachhaltigkeitsstrategie ist die

bei der Produktentwicklung steht oder ob er

Einbindung der Supply Chain daher unerlässlich. Foto: BMW

Verwertungskonzepte vorweisen kann. Wichtig ist

auch, wie der BMW-Partner die Einhaltung von Menschenrechten garantiert.

Nachhaltigkeits-Audits komplettieren das Maßnahmenbündel zur Sicherung der BMW-Nachhaltigkeitsstandards. Mit

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 29


diesem Risiko-Filtersystem identifizieren die Verantwortlichen für die BMW-Lieferkette die potenziellen schwarzen Schafe

unter den Partnern. Bei Sublieferanten ist die Entdeckung und Steuerung noch schwieriger. „Wir haben nur indirekte

Einflussmöglichkeiten“, beschreiben die Münchner die diffizile Aufgabe. Sie könnten nur über die unmittelbaren

Lieferanten auf eine Verwirklichung der Standards in der gesamten Lieferkette drängen. Die Lösung: „Wir unterstützen

unsere Lieferanten der ersten Stufe deshalb dabei, Managementsysteme einzuführen und fordern sie auf, die Einhaltung

unserer Nachhaltigkeitsanforderungen bei ihren eigenen Lieferanten sicherzustellen.“

Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferanten

„Wenn durch den Nachhaltigkeitsfragebogen ein mittleres oder niedriges Nachhaltigkeitsniveau beim Lieferanten ermittelt

wird“, beschreibt das Unternehmen selbst den weiteren Verlauf der Zusammenarbeit, „entwickeln Einkäufer und Lieferant

gemeinsam einen Maßnahmenplan, um die Nachhaltigkeitsleistung des Lieferanten zu verbessern.“ Generell gelte bei

BMW nämlich das Ziel, die Geschäftsbeziehung mit Lieferanten, bei denen Nachhaltigkeitsverstöße bei Sublieferanten

auftreten, nicht zu beenden. Vielmehr sollen diese gezielt zu nachhaltigerem Verhalten befähigt werden.

So geht BMW auch mit den Lieferanten der so genannten ersten Stufe um: Zeige ein Audit Verstöße oder

Verbesserungspotenziale auf, werde in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten ein konkreter Maßnahmenplan entwickelt,

um die Nachhaltigkeitsleistung des Lieferanten zu verbessern. „Wenn der Lieferant nicht kooperiert oder gegen eine

wesentliche Nachhaltigkeitsklausel der BMW Group verstößt, kann das Ergebnis die Beendigung der

Geschäftsbeziehung sein“, heißt es bei BMW weiter.

Das allerdings soll das letzte Mittel bleiben. 2012 verzeichnet das Berichtwesen der Autobauer nur fünf Fälle, bei denen

ein internes „Ad-hoc-Team Supply Chain“ aus je einem Vertreter des operativen und strategischen Einkaufs, der

Konzernstrategie, der Konzernkommunikation sowie des Betriebsrats einschreiten musste, um einen Partner auf die

BMW-Linie zurück zu führen. Die Abweichler mussten Stellung zum Vorwurf beziehen. „Kommt es zu keiner Klärung,

erfolgt ein Besuch am Lieferantenstandort. Bestätigt sich der Verstoß und der Lieferant zeigt sich unkooperativ bzw. zeigt

keine Verbesserung auf, kann ein Ausstieg aus der laufenden Geschäftsbeziehung erfolgen“, informieren die Richtlinien

des Unternehmens.

Das allerdings gab es etwa 2012 genau ein einziges Mal.

Lesen Sie mehr zum Engagement von BMW

Quelle: UmweltDialog

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VW erster deutscher Autohersteller im Clean Shipping Network

DHL Resilience360 - neues Instrument für Risikomanagement in der Logistik

10.000stes Unternehmen nutzt iPoint Conflict Minerals Platform

„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

30 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

20.01.2014

10.000stes Unternehmen nutzt iPoint Conflict Minerals

Platform

Einen Meilenstein hat der Software-Spezialist iPoint-systems erreicht: Mitte Januar hat sich das 10.000

Unternehmen als Nutzer der iPoint Conflict Minerals Platform (iPCMP) registriert. „Damit hat sich iPoint-systems

seine Position als Marktführer für Software im Bereich Konfliktmineralien-Berichterstattung endgültig gesichert“,

erklärt Jörg Walden, CEO von iPoint-systems. Die iPCMP kam im September 2012 auf den Markt und hat sich

seitdem als die branchenübergreifende Lösung etabliert, wenn es darum geht, Gesetzesvorgaben rund um

Konfliktrohstoffe einzuhalten.

Dass das Thema Konfliktmineralien weltweit Unternehmen aus

unterschiedlichsten (Foto: Kzenon / Fotolia.com) Branchen beschäftigt, zeigt ein Blick auf iPoints

Kundenliste: Hersteller und Zulieferer aus 68 Ländern, den

unterschiedlichsten 26.03.2014 Branchen und Unternehmensgrößen setzen auf die

iPCMP. Vertreten sind etwa die Automobil-, Elektronik-, Luft- und

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Raumfahrt-, Maschinenbau-, Schiffsbau-, Textil- und Bekleidungsindustrie,

Quelle: UD / cp

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Software hilft bei der Sicherung der Produktkonformität und Nachhaltigkeit

Konfliktmineralien-Studie der EU

Akteure der Nachhaltigkeit – UmweltDialog

DHL Resilience360 - neues Instrument für Risikomanagement in der Logistik

Nachhaltig informiert: Fachtagung „Conflict Minerals & Sustainable Supply Chain“

darunter sowohl Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern als auch mit

mehreren Mit der fortschreitenden Tausend Beschäftigten, Globalisierung denen iPoint und je Spezialisierung nach Größe undhat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Eine europäische Regelung zum Thema

Reporting-Anforderungen Jahrzehnten stetig verstärkt. passende Unternehmen, Lizenzen bietet die - ihre die Basis-Lizenz Produktion und für Dienstleistungen

Konfliktmineralien

auslagern,

wird vorbereitet.

lagern

Foto:

auch

UN

ihre

kleinere Reputationsrisiken Unternehmen und gibt ihre es seit gesellschaftliche einigen Wochen Verantwortung kostenlos. aus. Die dementsprechende Photo/P. Mugabane Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Gesetzesinitiative der EUin Vorbereitung

Von Ida Karlsson

Seit der Verabschiedung der finalen Konfliktmineralien-Regelung durch die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC Ende

August 2012 sind Unternehmen dazu verpflichtet, jährlich Offenlegungsberichte zur Verwendung von Konfliktmineralien in

ihren Im Corporate Produkten Sustainability vorzulegen. Dies Assessment betrifft auch (CSA) nicht-amerikanische 2012 hat RobecoSAM Firmen, eine die verbesserte innerhalb der Rahmenbewertung Lieferkette einesfür die

börsennotierten Nachhaltigkeit des US-Unternehmens Supply-Chain-Managements tätig sind. iPoint-systems eingeführt. veröffentlichte Im Lieferkettenmanagement mit der iPCMP liegt als erster der Fokus Anbieter traditionell bereits auf im

September vorgelagerten 2012 sozialen eine ausgereifte Risiken wie Lösung den Arbeitsbedingungen, für das Conflict Minerals der Kinderarbeit Reporting. Derzeit und Mindestlöhnen. wird auch eine Seit Conflict einiger Minerals- Zeit wird

Gesetzesinitiative das Konzept deutlich der EU breiter vorbereitet. verstanden Um und deren um Folgen eine Vielzahl besser abschätzen ökonomischer, zu können, ökologischer hat die und Generaldirektion sozialer Fragen für ergänzt,

Handel die alle der Bereiche Europäischen der Wertschöpfungskette Kommission iPoint-systems betreffen, beauftragt, inklusive der die Innovationsstärke.

Auswirkungen zu analysieren. Die Studie wird

voraussichtlich im ersten Halbjahr 2014 erscheinen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lesen Lieferkettenmanagement Sie mehr zum Engagement beschäftigt. von iPoint Diese Systems Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/csr-nachrichten/archiv/2014-01-20_10000stes-Unternehmen-nutzt-iPoint-Conflict-Minerals-

Platform.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 31


Management

& Märkte

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Ida Karlsson

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Quellen: Vladimir Popovic / Fotolia, Brian Jackson / Fotolia, Juri Arcurs / Fotolia, Sergey Nivens / Fotolia, SVLuma / Fotolia

32 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

11.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

EU will Berichtspflicht für CSR

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Was lange – stetig und vor verstärkt. allem in Unternehmen, Deutschland heftig die ihre – debattiert Produktion wurde, und Dienstleistungen gewinnt nun langsam auslagern, eine konkrete lagern auch Form. ihre

Reputationsrisiken Die EU-Ratspräsidentschaft und ihre gesellschaftliche und die Vertreter Verantwortung des Europäischen aus. Parlaments Die dementsprechende konkretisierten Bedeutung in der vergangenen eines guten

Lieferkettenmanagements Wochen die Vereinbarung ist zur Unternehmen verpflichtenden wie Berichterstattung auch Anlegern bewusst. in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte.

Von Ida Karlsson

Der ausgehandelte Vorschlag, dem der Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (COREPER) bereits am

26. Februar zustimmte, sieht vor, dass künftig EU-weit jene Unternehmen über Nachhaltigkeitsaspekte berichten müssen,

Im die Corporate mehr als 500 Sustainability MitarbeiterInnen Assessment haben (CSA) sowie 2012 im öffentlichen hat RobecoSAM Interesse eine stehen. verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten Gemeint sind sozialen damit vor Risiken allem börsennotierte wie den Arbeitsbedingungen, Unternehmen sowie der Kinderarbeit Banken, Finanzdienstleister und Mindestlöhnen. und Seit Versicherungen. einiger Zeit wird Die

das betroffenen Konzept Unternehmen deutlich breiter werden verstanden künftig und aufgefordert, um eine Vielzahl in ihrem ökonomischer, Geschäftsbericht ökologischer über ökologische, und sozialer soziale Fragen und ergänzt,

die Mitarbeiterbezogene alle Bereiche der Wertschöpfungskette Aspekte, über die Wahrung betreffen, der inklusive Menschenrechte, der Innovationsstärke.

über Anti-Korruption und Bestechungsvorfälle

sowie über die Vielfalt im Vorstand zu berichten. Dieser Abänderungsvorschlag richtet sich somit EU-weit an rund 6.000

Im große Laufe Unternehmen der vergangenen und nicht zehn an Jahre 15.500 haben wie bisher sich die erwartet. Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Der administrativen Aufwand soll für die betroffenen Unternehmen minimal gehalten werden und die Unternehmen

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 33


werden aufgefordert knappe und vor allem nur nützliche Information offenzulegen, um die Entwicklung, Leistung, Position

und Auswirkung von ihren Aktivitäten zu verstehen. Ein umfangreicher und detaillierter Bericht ist, nach derzeitiger

Planung nicht nötig. Weiterhin bezieht sich dieser Abänderungsvorschlag auf die ganze Unternehmensgruppe, einzelne

Standorte müssen ihre Daten nicht separat offenlegen.

Damit das Gesetz verabschiedet werden kann, muss der Abänderungsvorschlag durch das Europäische Parlament und

von den EU-Mitgliedsstaaten des Rats verabschiedet werden. Es wird angenommen, dass das Europäische Parlament im

April 2014 über diesen Abänderungsvorschlag abstimmen wird. Anschließend wird ihn der Europäische Rat

verabschieden. Die Zustimmung gilt als sicher.

Hintergrund: Am 16. April 2013 hat die Europäische Kommission einen Abänderungsvorschlag der Berichtspflichten von

Unternehmen (vgl. 4. und 7. EU-Modernisierungsrichtlinie) veröffentlicht.Ziel dieses Vorschlages ist es, die Transparenz

hinsichtlich der sozialen und ökologischen Auswirkungen von Unternehmen zu erhöhen.

Disclosure of non-financial information by certain large companies: European Parliament and Council reach

agreement on Commission proposal to improve transparency

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Quelle: csr-strategie.de & respACT.at

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Akku leer und keine Stromtankstelle in Sicht?

DHL erweitert Transparenz bei CO2-Emissionen

E.ON unterstützt die Energiewende mit neuen Speichermethoden

Forschung bestätigt: EEG innovativ

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/csr-nachrichten/2014/EU-macht-bei-CSR-Berichtspflicht-ernst.php

34 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Im Rahmen der United Nations Global Compact Konferenz für verantwortungsvolle Management Education (PRME) am MCI

26.03.2014 Management Center Innsbruck fand der Gründungsakt für ein eigenes Chapter für den deutschsprachigen Raum statt. Von links

Ulrich Jautz, Dekan an der Universität Pforzheim, Jürg Kessler, Rektor der HTW Chur, Bernhard Tilg, Tiroler

Wissenschaftslandesrat, MCI-Rektor Andreas Altmann.

Nachhaltiges Lieferketten-Management

(Foto: MCI Management Center Innsbruck)

Mit 03.03.2014 der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

UN PRME Chapter für den deutschsprachigen Raum

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Über eine erfolgreiche internationale UN-Konferenz kann man sich am MCI Management Center Innsbruck freuen.

Von Konkret Ida Karlsson war die Unternehmerische Hochschule(R) soeben Ausrichter der hochkarätigen internationalen United

Nations Global Compact Konferenz für verantwortungsvolle Management Education (PRME). Im Rahmen der

Konferenz fand der Gründungsakt für ein eigenes Chapter für den deutschsprachigen Raum statt.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten In Anwesenheit sozialen von zahlreichen Risiken wie Podiumsgästen den Arbeitsbedingungen, und Teilnehmern/-innen der Kinderarbeit aus aller und Mindestlöhnen. Welt unterzeichneten Seit einiger Jonas Zeit Haertle, wird

das Chef Konzept des PRME deutlich Sekretariats breiter verstanden im UN Global und Compact um eine Vielzahl Office in ökonomischer, New York, Jürg ökologischer Kessler, Rektor und der sozialer HTW Fragen Chur, Ulrich ergänzt,

die Jautz, alle Dekan Bereiche an der Wertschöpfungskette Universität Pforzheim, betreffen, und Andreas inklusive Altmann, der Innovationsstärke.

Rektor des MCI Management Center Innsbruck, die

Gründungsurkunde.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Im Zentrum Lieferkettenmanagement der Konferenz standen beschäftigt. die sechs Diese Prinzipien Entwicklung für verantwortungsvolle lässt sich im RobecoSAM Management-Ausbildung CSA beobachten. (Principles Angefangen for

Responsible Management Education, kurz PRME), die unter Patronanz des UN Global Compact Office der Vereinten

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 35


Nationen im Jahre 2007 von Rektoren/-innen und Präsidenten/-innen führender Business Schools und akademischer

Einrichtungen aus aller Welt entwickelt und gemeinsam verabschiedet wurden.

Ziel der PRME Initiative ist es, weltweit

verantwortungsbewusste Managementausbildung und

Managementforschung voranzutreiben, die Vorreiterrolle

zu übernehmen und die anspruchsvollen Prinzipien zum

internationalen Standard zu machen. Dem MCI wurde die

Ausrichtung der Gründungskonferenz für den DACH-Raum

aufgrund seiner beispielgebenden Aktivitäten der letzten

Jahre zugesprochen.

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Quelle: na

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Akteure der Nachhaltigkeit – UmweltDialog

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Deutsche Universitäten weltweit Spitze

Klimawandel bedroht Weltkulturerbe

Ausschreibung des Intercultural Innovation Awards 2014

Ich wollt’ ich wär’

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/csr-nachrichten/2014/United-Nations-PRME-Chapter-fuer-den-deutschsprachigen-Raumfeierlich-unterzeichnet.php

… dann hätt’

ein Oxfam-Huhn

ich viel zu tun.

Ich legte jeden Tag ein Ei

und Ostern auch mal drei !

Infos und Bestellungen unter www.OxfamUnverpackt.de oder 030 45 30 69 68 .

36 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

06.02.2014

Nachhaltiges Klassenziel erreicht? Lieferketten-Management

Der Beitrag von „Best-in-Class“-

Ratings

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken SÜDWIND hat in Bonn und eine ihre kritische gesellschaftliche Studie zu Verantwortung Nachhaltigkeitsratings aus. Die vorgestellt. dementsprechende Die Studie Bedeutung mit dem Titel eines guten

Lieferkettenmanagements

„Klassenziel erreicht? - Der

ist

Beitrag

Unternehmen

von „Best-in-Class“-

wie auch Anlegern

Ratings

bewusst.

zur Einhaltung von Menschenrechten im

Verantwortungsbereich von Unternehmen“ wird im Rahmen einer Fachtagung in der Deutschen Welle

Von veröffentlicht. Ida Karlsson

Im Seit Corporate über rund Sustainability 15 Jahren investieren Assessment nachhaltige (CSA) 2012 Investoren hat RobecoSAM ihr Geld in eine Unternehmen, verbesserte die Rahmenbewertung unter sozialen undfür die

Nachhaltigkeit ökologischen Aspekten des Supply-Chain-Managements besser abschneiden als eingeführt. die Konkurrenten Im Lieferkettenmanagement in ihrer Branche („Best-in-Class“-Ansatz). liegt der Fokus traditionell Für diesen auf

vorgelagerten Ansatz ermitteln sozialen Nachhaltigkeitsratingagenturen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, die ökologischen der Kinderarbeit und sozialen und Leistungen Mindestlöhnen. von Unternehmen Seit einiger und Zeit wird

das bewerten Konzept diese. deutlich Dies, breiter so erklären verstanden die Agenturen und um eine initiiere Vielzahl einen ökonomischer, Wettbewerb unter ökologischer den Unternehmen und sozialer und Fragen trüge dazu ergänzt, bei,

die dass alle die Bereiche Branche der insgesamt Wertschöpfungskette nachhaltiger wirtschaftet. betreffen, inklusive Nachhaltige der Innovationsstärke.

Investoren könnten deshalb auch ruhigen Gewissens

in Branchen wie den Bergbau- oder Textilsektor investieren, obwohl es hier regelmäßig zu nachgewiesenen und

Im dokumentierten Laufe der vergangenen Menschenrechtsverletzungen zehn Jahre haben sich kommt. die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Die SÜDWIND-Studie untersucht, ob es tatsächlich einen solchen Effekt gibt. Interviews mit 22 europäischen

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 37


Unternehmen aus den Branchen Textil, Bergbau, Einzelhandel und Nahrungsmittel ergaben ein ernüchterndes Bild der

Wirksamkeit dieser Ratings. Nur zwei Unternehmen nannten Veränderungen, die sie aufgrund der Ratings vorgenommen

hatten. Für viele Befragte waren andere Anspruchsgruppen wichtiger als die auf den Finanzmärkten immer noch kleine

Gruppe von nachhaltigen Investoren. Noch drastischer fällt die Kritik von Nichtregierungsorganisationen aus:

„Nichtregierungsorganisationen haben die Erfahrung gemacht, dass Nachhaltigkeitsratings nicht sonderlich

aussagekräftig sind und dass sich deren Ergebnisse nicht mit dem decken, was sie in der Realität an von Unternehmen

zu verantwortenden Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung vorfinden“ sagt Antje Schneeweiß von

SÜDWIND, die Autorin der Studie.

Wertvoll sei aber, so das Fazit der Studie, dass Nachhaltigkeitsratings soziale und ökologische Themen in den

Finanzmarkt hineintragen und auch Unternehmen ansprechen, die nicht im Fokus von Nichtregierungsorganisationen

stehen, außerdem wirken diese Ratings über Jahre kontinuierlich auf Unternehmen ein. Um die Wirkung von

Nachhaltigkeitsratings zu verstärken, empfiehlt die Studie eine bessere Zusammenarbeit der

Nachhaltigkeitsratingagenturen mit Anspruchsgruppen, die oft einen direkteren und stärkeren Einfluss auf Unternehmen

ausüben.

Quelle: UD/pm

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ESG-Themen: Stillstand beim Management

http://www.umweltdialog.de/de/wirtschaft/finanzen/2014/Klassenziel-erreicht-Der-Beitrag-von-Best-in-Class-Ratings.php

38 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

24.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

ESG-Themen: Stillstand beim Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Angesichts der stetig Probleme verstärkt. beim Unternehmen, Klimawandel, die bei ihre der Produktion weltweiten und Durchsetzung Dienstleistungen von guten auslagern, Arbeitsstandards lagern auch und ihre

Reputationsrisiken in vielen anderen sozialen und ihre und gesellschaftliche umweltbezogenen Verantwortung Bereichen sind aus. die Die Unternehmen dementsprechende gefordert, Bedeutung ihren Beitrag eines für guten

Lieferkettenmanagements eine nachhaltige Entwicklung ist Unternehmen zu leisten. Die wie aktuellen auch Anlegern Zahlen und bewusst. Fakten zum Engagement der Unternehmen für

eine nachhaltige Entwicklung, die die unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research in ihrem

Von Corporate Ida Karlsson Responsibility Review 2014 präsentiert, dokumentieren, dass diese ihrer Verantwortung nur teilweise

gerecht werden.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Bei der Bewertung des Supply-Chain-Managements international tätiger, börsennotierter eingeführt. Großunternehmen Im Lieferkettenmanagement mit Sitz in den liegt Industrieländern, der Fokus traditionell die oekom auf

vorgelagerten research regelmäßig sozialen im Risiken Auftrag wie zahlreicher den Arbeitsbedingungen, Investoren analysiert, der Kinderarbeit gab es im vergangenen und Mindestlöhnen. Jahr wenig Seit Bewegung. einiger Zeit Nur wird

das rund Konzept jedes sechste deutlich Unternehmen breiter verstanden (16,8 Prozent) und um eine erfüllt Vielzahl die von ökonomischer, oekom research ökologischer branchenspezifisch und sozialer definierten Fragen ergänzt,

die Mindestanforderungen alle Bereiche der Wertschöpfungskette an das Nachhaltigkeitsmanagement betreffen, inklusive und der erhält Innovationsstärke.

dafür den oekom Prime Status (Stand 31.12.2013).

Im Vergleich zu 2012 ist dieser Anteil nur leicht um 0,1 Prozent gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist jedoch auch der Anteil

Im der Laufe Unternehmen, der vergangenen die eine zehn schlechte Jahre Nachhaltigkeitsleistung haben sich die Unternehmen zeigen. im Er Licht liegt von aktuell Nachhaltigkeitsaspekten bei 53,1 Prozent nach intensiver 52,3 Prozent mit

ihrem im Jahr Lieferkettenmanagement 2012. Knapp ein Drittel beschäftigt. aller Unternehmen Diese Entwicklung (30,1 Prozent) lässt weist sich zumindest im RobecoSAM erste Ansätze CSA beobachten. im Angefangen

Nachhaltigkeitsmanagement auf, entsprechende Aspekte sind jedoch noch nicht systematisch und flächendeckend im

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 39


Management verankert.

Im Ländervergleich liegen Unternehmen aus Finnland und Deutschland vorne. So erreichen 64,3 Prozent der relevanten

finnischen Unternehmen den oekom Prime Status, von den deutschen Unternehmen sind es 58,3 Prozent. Auf den

weiteren Plätzen folgen Italien (50,0 Prozent), Niederlande (40,7 Prozent) und Frankreich (40,3 Prozent). In Österreich

zeigt jedes dritte Unternehmen eine hinreichende Leistung, in der Schweiz gut ein Viertel der Unternehmen. Von den USamerikanischen

und kanadischen Großunternehmen genügt nicht einmal jedes Zehnte den Anforderungen, Japan bildet

wie in den Vorjahren mit einem Anteil von 7,7 Prozent das Schlusslicht.

Im Branchenvergleich erreichen die Hersteller von Haushaltsprodukten für ihr Nachhaltigkeitsmanagement im

Durchschnitt 46,3 von 100 möglichen Punkten und damit die höchste Bewertung. Auf Rang 2 des

Branchenratings platziert sich die Automobilindustrie mit einer Durchschnittsbewertung von 42,7. Die Öl- und

Gasindustrie (22,4) sowie die Immobilienbranche (18,4) rangieren am unteren Ende der Rangliste.

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„Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, Verstöße gegen Umweltstandards und Korruption sind unter den global

tätigen Großunternehmen nach wie vor stark verbreitet“, stellt Matthias Bönning, COO und Head of Research von oekom

research, fest. Verletzungen international anerkannter Arbeitsrechte finden dabei häufig nicht durch die Großkonzerne

selbst statt, sondern bei deren Zulieferern in Entwicklungs- und Schwellenländern. In der Textilindustrie haben dies in

jüngerer Zeit die schweren Arbeitsunfälle in Fabriken in Bangladesch gezeigt. oekom research hat bei jedem fünften der

analysierten Textilunternehmen entsprechende Verstöße gegen Arbeitsrechtsstandards festgestellt. Noch höher ist der

Anteil bei den Herstellern von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten, von denen mehr als jedes vierte

Unternehmen (26,7 Prozent) durch entsprechende Verstöße aufgefallen ist.

In die Verletzung von Menschenrechten besonders häufig involviert sind die Unternehmen der Bergbaubranche. Knapp

jedes zehnte Unternehmen (8,9 Prozent) weist hier einen entsprechenden Verstoß auf. Häufig geht es dabei um die

unzureichende Entschädigung oder die gewaltsame Vertreibung von Anwohnern im Zuge der Erweiterung von Minen.

Auch in Verstöße gegen Umweltstandards sind Unternehmen der Bergbaubranche besonders häufig verwickelt, bedingt

unter anderem durch die massiven Umweltauswirkungen des Tagebaus sowie den Einsatz und die Freisetzung giftiger

Substanzen. Mehr als jedes dritte analysierte Unternehmen (35,6 Prozent) weist hier einen Verstoß auf. Gleiches gilt für

knapp jede sechste im globalen Warenaustausch tätige Handelsgesellschaft. Dabei sind insbesondere große asiatische

Handelshäuser, die auch im Abbau von Rohstoffen wie Kohle oder der Öl- und Gasförderung aktiv sind, an

Umweltzerstörungen beteiligt.

Fälle von Korruption hat oekom research insbesondere bei den Anbietern von Medizintechnik und -produkten registriert.

Rund jedes siebte analysierte Unternehmen (14,3 Prozent) ist hier in Korruptionsfälle verwickelt. Auch bei den Ausrüstern

und Dienstleistern in der Öl- und Gasbranche, in der Pharmaindustrie sowie in der Baubranche liegt der Anteil von in

Korruption involvierten Unternehmen bei über zehn Prozent.

„Wir sehen bei den weltweit größten Unternehmen zu wenige und zu kleine Schritte in Richtung einer nachhaltigen

Wirtschaftsweise“, fasst Matthias Bönning zusammen. Dies ist nach Einschätzung von oekom research in doppelter

Hinsicht problematisch: Zum einen drohen in vielen kritischen Bereichen wie beispielsweise dem Klimawandel die

Entwicklungen zu eskalieren. Je später hier gehandelt wird, desto höher wird der Aufwand sein, um Fehlentwicklungen zu

korrigieren, sofern dies dann überhaupt noch möglich ist. Zum anderen werden auch Unternehmen, die etwa ihren

40 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Energie-, Wasser- und Rohstoffverbrauch nicht systematisch managen oder Produkte anbieten, die dem steigenden

Umwelt- und Sozialbewusstsein der Verbraucher nicht genügen, langfristig nicht am Markt bestehen. Insofern wäre es im

Eigeninteresse der Unternehmen, das Kurzfristdenken aufzugeben und nachhaltig zu wirtschaften.

Die

Die

Studie

Studie

finden

steht

Sie

hier

auf UmweltDialog.de

zum Download zur Verfügung

Quelle: UD/pm

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Bürgermeister sind vertrauenswürdigere Politiker

Klassenziel erreicht? Der Beitrag von „Best-in-Class“-Ratings

MAN liegt beim TÜV-Report 2013 wieder klar vorn

Dow Jones Sustainability Index listet RWE als eines der nachhaltigsten Unternehmen

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26.03.2014

20.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Unternehmen profitieren vom EU Emissionshandel

Mit Mit der der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat hat sich der der Trend zum Outsourcing in in den letzten

Im Jahrzehnten Vorfeld des stetig aktuellen verstärkt. EU-Gipfels Unternehmen, warnen die energieintensive die ihre Produktion Industrieunternehmen und Dienstleistungen erneut auslagern, vor dem lagern Verlust auch ihrer

ihre

Wettbewerbsfähigkeit Reputationsrisiken und aufgrund ihre gesellschaftliche von Klimaschutzauflagen. Verantwortung Auf dem aus. Die Die Gipfel dementsprechende sollen die europäischen Bedeutung Klimaziele eines guten für

2030 Lieferkettenmanagements diskutiert werden. Besonders ist ist Unternehmen kritisch sieht wie wie die auch Industrie Anlegern die bewusst. Reformvorschläge des EU-

Emissionshandelssystems (ETS), in dem rund 40 Prozent der EU Treibhausgasemissionen erfasst sind. Eine

WWF-Studie Von Ida Ida Karlsson belegt nun am Beispiel ausgewählter Unternehmen: Gerade energieintensive Unternehmen erhielten

in der Vergangenheit so üppige Freizuteilungen, dass sie durch deren Verkauf satte Zusatzgewinne einstreichen

konnten.

Im Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für für die die

Nachhaltigkeit des des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Im Lieferkettenmanagement liegt der der Fokus traditionell auf auf

Die vorgelagerten in Berlin vorgestellte sozialen Risiken Studie wie des wie Öko-Instituts den Arbeitsbedingungen, im Auftrag des der der WWF Kinderarbeit hat insbesondere und Mindestlöhnen. untersucht, Seit ob eine einiger Zeit wird

das Verknappung das Konzept deutlich von Emissionszertifikaten breiter verstanden negative und um um Auswirkungen eine Vielzahl ökonomischer, auf die Wettbewerbsfähigkeit ökologischer und der sozialer deutschen Fragen Industrie ergänzt, hat.

die Dabei die alle alle zeigte Bereiche sich, der der dass Wertschöpfungskette die neun untersuchten betreffen, Unternehmen inklusive aus der der den Innovationsstärke.

Branchen Eisen und Stahl, Raffinerien, Chemische

Industrie sowie Zement seit 2005 Freizertifikate im Wert von 8 Milliarden EUR erhalten haben. Bis Ende 2012 besaßen

Im diese Im Laufe Unternehmen der der vergangenen ungenutzte zehn Zertifikate Jahre haben im Wert sich die von die über Unternehmen 1 Milliarde im im EUR Licht – von von mit denen Nachhaltigkeitsaspekten sie frei handeln können.

intensiver mit mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

„Der Handel mit Emissionszertifikaten hat sich als Goldesel für die Unternehmen erwiesen. Von einer Belastung kann

42 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

keine Rede sein“, sagt Juliette de Grandpré, Referentin für EU Energie- und Klimapolitik bei WWF Deutschland. Die

Studie zeigt zudem eindrücklich, dass die ab 2013 geltenden CO2-Obergrenzen für Industrieanlagen keinesfalls dazu

führen, dass viele CO2-Zertifikate zugekauft werden müssen. Nur drei der neun untersuchten Unternehmen müssten bis

2020 überhaupt Zertifikate erwerben. Bis 2020 ist weiterhin eine Überzuteilung für die betrachteten Sektoren zu erwarten.

Da vom Emissionshandel derzeit keinerlei Impulse für den Klimaschutz ausgehen, ruft der WWF angesichts der

Studienergebnisse die deutsche Bundesregierung auf, sich dringend für eine Stärkung des Emissionshandels auf

europäischer Ebene einzusetzen.

Hintergrund

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Das EU-Emissionshandelssystem (European Union Emission Trading System, EU ETS) ist ein

marktwirtschaftliches Instrument der europäischen Energie- und Klimapolitik. Ziel des EU ETS ist es, die

Treibhausgasemissionen zu möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken. Derzeit sind etwa 40% der

europäischen Treibhausgasemissionen vom EU-Emissionshandelssystem erfasst. Hierzu zählen die Emissionen aus

rund 12.000 Anlagen der industriellen Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken mit mehr als 20 MW Leistung sowie

die fünf Industriebranchen Eisen- und Stahlverhüttung, Kokereien, Raffinerien und Cracker, Papier- und

Zelluloseproduktion, Glas-, Keramik- und Ziegelindustrie, sowie Zement- und Kalkherstellung. Mit Beginn der 3.

Handelsperiode (2013-2020) wurde die Aluminiumindustrie hinzugefügt. Die Preise für Emissionshandelszertifikate

stagnieren derzeit bei einem Preis von 5 bis 7 EUR. Um Klimaschutzsteuerungswirkung zu entfalten müsste nach

Expertenmeinungen einen Preis von 30 EUR erreicht werden.

Quelle: UD/pm

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Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 43


(Foto: Marion Lenzen)

18.03.2014

Nur 4 % der Manager halten ihr Unternehmen für innovativ

Industrieunternehmen gelten als überdurchschnittlich innovativ - insbesondere deutsche Firmen. Doch befragt

nach ihrem eigenen Unternehmen, sieht die Führungsriege der hiesigen Industrie noch Handlungsbedarf, wie

eine aktuelle Studie des Spezialchemiekonzerns ALTANA zeigt. Ein Grund: Den Unternehmen mangelt es an

Innovationskultur. Das macht auch jungen Industrie-Talenten zu schaffen - sie arbeiten häufig nicht in einem

Umfeld, in dem sie ihr Innovationspotenzial voll entfalten können.

Dies sind Ergebnisse des neuen "Industrie-Innovationsindex", für den die ALTANA Gruppe durch das Forsa Institut

branchenübergreifend 250 Topentscheider sowie 250 Berufseinsteiger in deutschen Industrieunternehmen befragen ließ.

Die Innovationsfähigkeit eines Industrieunternehmens hat einen starken Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg - davon

sind 90 Prozent der deutschen Industriemanager überzeugt. Befragt nach dem eigenen Unternehmen, ergreifen die

(Foto: Kzenon / / Fotolia.com)

Manager jedoch Zweifel. Insgesamt schätzt der Industriesektor seine Innovationsfähigkeit zwar als gut ein. In der

ALTANA 26.03.2014 Studie ergibt sich ein Innovationsindex-Wert von 142 - ein Wert über 100 ist positiv. Aber nur zwei von fünf

Managern sehen ihr Unternehmen im oberen Drittel einer Bewertungsskala von 1 bis 10. Und nur vier Prozent geben

Nachhaltiges Lieferketten-Management

ihrer Firma die Bestnote.

"Die Mit der Ergebnisse fortschreitenden überraschen Globalisierung - beim Thema und Innovationsfähigkeit Spezialisierung hat hat die sich deutsche der Trend Industrie zum Outsourcing ganz klar noch in in Luft den nach

letzten

oben. Jahrzehnten Gerade stetig in Deutschland verstärkt. müssen Unternehmen, wir uns die die Frage ihre stellen, Produktion wie die und Möglichkeiten Dienstleistungen hier besser auslagern, ausgeschöpft lagern werden auch ihre

können", Reputationsrisiken sagt Dr. Matthias und ihre L. Wolfgruber, gesellschaftliche Vorstandsvorsitzender Verantwortung der aus. ALTANA Die dementsprechende Gruppe.

Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

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Unternehmenskultur nicht immer innovationsfördernd

Von Ida Karlsson

Für Unternehmen ist es sehr wichtig, dass eine Kultur herrscht, in der Innovationen reifen können. "Die

Innovationsfähigkeit eines Unternehmens hängt nicht allein vom Budget für Forschung und Entwicklung ab", so Dr. Georg

Im Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für für die die

F. L. Wießmeier, Chief Technology Officer bei ALTANA. "Vielmehr ist sie die Summe vieler wichtiger

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

innovationsfördernder Strukturen, Werte und Verhaltensweisen, die es im Unternehmen fest zu verankern gilt."

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

Wichtig für ein innovationsförderndes Arbeitsumfeld ist zum Beispiel, dass Vorgesetzte wertschätzend auf ungewöhnliche

die die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Vorschläge reagieren. Denn gerade neue Pfade und Blicke über den Tellerrand tragen zur Entwicklung von Innovationen

bei. Doch zeigt die Studie, dass in zwei Dritteln der Unternehmen Ideen abseits der Norm nicht immer positiv

Im Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die die Unternehmen im im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit mit

aufgenommen werden. Eine aktive Förderung von unkonventionellen Denk- und Vorgehensweisen findet nach Angaben

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

der Berufseinsteiger sogar nur in 15 Prozent der Unternehmen statt. Das bestätigen auch die Manager: Hier sehen nur

zwölf Prozent im eigenen Unternehmen eine breite Akzeptanz für Mitarbeiter, die Neuland wagen wollen. Selbst

vermeintliche Standards zur Innovationsförderung wie ein betriebliches Vorschlagswesen sind in weniger als einem

Viertel der Unternehmen voll etabliert.

Einsicht ist da - doch der Mut zu Veränderung fehlt

Wie die ALTANA Studie zeigt, sind die Manager sich durchaus im Klaren darüber, dass sie nicht mit bestem Beispiel

vorangehen: Nur 17 Prozent leisten nach eigenen Angaben persönlich einen optimalen Beitrag, um Innovationen zu

fördern. Dabei wissen die Entscheider um die positiven Auswirkungen einer starken Innovationsfähigkeit. So halten 41

Prozent einen sehr hohen Innovationsgrad für notwendig, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

Hintergrund zur Studie "Industrie-Innovationsindex"

Die 44 Studie "Industrie-Innovationsindex" Umweltdialog ePaper zeigt, wie - Ein es Verlagsprodukt um die Innovationsfähigkeit der macondo publishing und -kultur GmbH in deutschen


innovationsfördernder Strukturen, Werte und Verhaltensweisen, die es im Unternehmen fest zu verankern gilt."

Wichtig für ein innovationsförderndes Arbeitsumfeld ist zum Beispiel, dass Vorgesetzte wertschätzend auf ungewöhnliche

Vorschläge reagieren. Denn gerade neue Pfade und Blicke über den Tellerrand tragen zur Entwicklung von Innovationen

bei. Doch zeigt die Studie, dass in zwei Dritteln der Unternehmen Ideen abseits der Norm nicht immer positiv

aufgenommen werden. Eine aktive Förderung von unkonventionellen Denk- und Vorgehensweisen findet nach Angaben

1

der Berufseinsteiger sogar nur in 15 Prozent der Unternehmen statt. Das bestätigen auch die Manager: Hier sehen nur

zwölf Prozent im eigenen Unternehmen eine breite Akzeptanz für Mitarbeiter, die Neuland wagen wollen. Selbst

April

vermeintliche Standards zur Innovationsförderung wie ein betriebliches Vorschlagswesen sind in weniger als einem

Viertel der Unternehmen voll etabliert.

2014

Einsicht ist da - doch der Mut zu Veränderung fehlt

Wie die ALTANA Studie zeigt, sind die Manager sich durchaus im Klaren darüber, dass sie nicht mit bestem Beispiel

vorangehen: Nur 17 Prozent leisten nach eigenen Angaben persönlich einen optimalen Beitrag, um Innovationen zu

fördern. Dabei wissen die Entscheider um die positiven Auswirkungen einer starken Innovationsfähigkeit. So halten 41

Prozent einen sehr hohen Innovationsgrad für notwendig, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

Hintergrund zur Studie "Industrie-Innovationsindex"

Die Studie "Industrie-Innovationsindex" zeigt, wie es um die Innovationsfähigkeit und -kultur in deutschen

Industrieunternehmen steht. Im November und Dezember 2013 führte das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der

ALTANA Gruppe 500 Telefoninterviews mit Vertretern aus Industrieunternehmen ab 250 Mitarbeitern durch. Es wurden

250 Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Bereichsleiter interviewt. Parallel dazu befragte Forsa 250 Berufseinsteiger

aus Industrieunternehmen zwischen 18 und 35 Jahren mit einer Berufserfahrung zwischen zwei und fünf Jahren.

Der im Rahmen dieser Studie entwickelte Industrie-Innovationsindex stellt das Verhältnis zwischen innovativwahrgenommenen

Unternehmen und nicht innovativ-wahrgenommenen Unternehmen dar: Ein Indexwert größer 100

bedeutet eine positiv wahrgenommene Innovationsfähigkeit der Industriebranche.

Quelle: UD/na

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 45


(Foto: Kzenon / / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

28.02.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Löst der Ozean die Rohstoff-Probleme der Zukunft?

Mit Mit der der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat hat sich der der Trend zum Outsourcing in in den letzten

Der Jahrzehnten Hunger der stetig Menschheit verstärkt. nach Unternehmen, Rohstoffen die die hält ihre unvermindert Produktion an. und Der Dienstleistungen Ölverbrauch hat auslagern, sich seit Anfang lagern der auch ihre

1970er Reputationsrisiken Jahre verdoppelt, und ihre und gesellschaftliche auch die Nachfrage Verantwortung nach mineralischen aus. Die Die Rohstoffen dementsprechende steigt mit Bedeutung dem zunehmenden

eines guten

Einsatz Lieferkettenmanagements von Metallen wie Kupfer, ist ist Unternehmen Nickel oder wie wie Kobalt auch in Anlegern elektronischen bewusst. Produkten wie Smartphones, Solarzellen

oder Hybridautos. Die Rohstoff- Vorkommen in den Tiefen der Ozeane rücken dabei immer mehr in den Fokus

des Von Ida Interesses. Ida KarlssonDoch wann ist ein Abbau wirtschaftlich? Welche Umweltrisiken müssen bedacht werden? Und

wer darf die Lagerstätten in internationalen Gewässern für sich beanspruchen?

Im Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für für die die

Der Nachhaltigkeit »World Ocean des des Review Supply-Chain-Managements 3 - Rohstoffe aus dem eingeführt. Meer - Chancen Im Im Lieferkettenmanagement und Risiken« (WOR 3), liegt herausgegeben der der Fokus traditionell von der auf auf

gemeinnützigen vorgelagerten sozialen Organisation Risiken maribus wie wie den gGmbH Arbeitsbedingungen, und mit Unterstützung der der Kinderarbeit Zeitschrift und Mindestlöhnen. »mare«, International Seit einiger Ocean

Zeit wird

das Instituts das Konzept (IOI) und deutlich des Exzellenzclusters breiter verstanden »Ozean und um um der eine Zukunft«, Vielzahl beschreibt ökonomischer, ausführlich ökologischer die bekannten und sozialer metallischen Fragen ergänzt, und

die energetischen die alle alle Bereiche Rohstoffe der der Wertschöpfungskette in den Ozeanen und betreffen, beleuchtet inklusive - wissenschaftlich der der Innovationsstärke. fundiert und für Laien verständlich

geschrieben - die Chancen und Risiken des Abbaus und der Nutzung von Rohstoffen.

Im Im Laufe der der vergangenen zehn Jahre haben sich die die Unternehmen im im Licht von von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit mit

Der ihrem neue Lieferkettenmanagement Report liefert Fakten über beschäftigt. die Menge Diese an bekannten Entwicklung Öl- lässt und Gasvorkommen sich im im RobecoSAM und der CSA festen

beobachten. Angefangen

Gashydratvorkommen unterhalb des Meeresbodens. Ferner geht es um das Potenzial von mineralischen Rohstoffen wie

46 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfiden. Darüber hinaus thematisiert der WOR 3 die Verantwortung der

internationalen Staatengemeinschaft für einen umweltverträglichen Abbau und die völkerrechtliche Herausforderung, für

eine sozial gerechte Verteilung der Ressourcen in internationalen Gewässern zu sorgen.

»Die Nutzung des Ozeans wird in der Zukunft zunehmen. Für eine umweltverträgliche Ressourcengewinnung aus dem

Meer und aus dem Küstenraum gilt es, dass alle Akteure gemeinsam an möglichst nachhaltigen Lösungswegen

arbeiten«, sagt Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Sprecher des Kieler

Exzellenzclusters »Ozean der Zukunft«.

Im Gegensatz zu schnell nachwachsenden Ressourcen wie etwa Fischen oder Muscheln entstehen mineralische und

energetische Ressourcen aber nur im Laufe von vielen Millionen Jahren. Es gibt eine endliche Menge dieser Ressourcen,

die nur mit hohem technischen Aufwand gefördert werden können.

»Wenn abseits unserer Wahrnehmung riesige Geschäfte locken, dann gerät nicht nur die Umwelt in Gefahr, sondern

auch elementare Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Insbesondere Großkonzerne, die seit Jahren in Westafrika

Öl fördern, sahen in der Vergangenheit weder im Schutz der Natur noch in einer fairen Teilhabe der Bevölkerung an den

Erlösen aus dem Ölgeschäft eine Notwendigkeit«, sagt Nikolaus Gelpke, mare-Verleger und Gründer von maribus

gGmbH.

Hintergrund

Die maribus gGmbH wurde 2008 von mare-Verleger

Nikolaus Gelpke ins Leben gerufen. Sie dient als

gemeinnützige Organisation dem Zweck, die Öffentlichkeit

für meereswissenschaftliche Zusammenhänge zu

sensibilisieren und zu einem wirkungsvolleren

Meeresschutz beizutragen. Bereits mit der ersten maribus-

Veröffentlichung, dem »World Ocean Review 1« (WOR 1),

ist ein umfassender und einzigartiger Bericht gelungen, der

den Zustand der Weltmeere und die Zusammenhänge

zwischen dem Ozean und den ökologischen,

ökonomischen und gesellschaftspolitischen Beziehungen

aufzeigt. Bis heute wurden rund 70.000 Exemplare dieser

Gesamtübersicht in deutscher und englischer Sprache

weltweit nachgefragt.

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(Foto: Kzenon / / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

25.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Faire Warenvielfalt

Mit Mit der der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat hat sich der der Trend zum Outsourcing in in den letzten

Nicht Jahrzehnten nur Kaffee stetig und verstärkt. Kakao werden Unternehmen, fair gehandelt, die die ihre sondern Produktion auch und zahlreiche Dienstleistungen andere Produkte auslagern, in vielen lagern Bereichen.

auch ihre

Für Reputationsrisiken Verbraucher ist oft und schwer ihre gesellschaftliche zu erkennen, ob Verantwortung hinter dem Versprechen aus. Die Die dementsprechende „fair“ tatsächlich auch Bedeutung entsprechende

eines guten

Arbeits- Lieferkettenmanagements und Einkommensbedingungen ist ist Unternehmen für die wie wie Produzenten auch Anlegern stecken. bewusst. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. stellt

auf www.oeko-fair.de faire Label vor und beschreibt, nach welchen Kriterien sie vergeben werden.

Von Ida Ida Karlsson

Das Wort „fair“ ist kein geschützter Begriff. Verbraucher müssen daher bei „fair“ gelabelten Produkten genau hinterfragen,

Im welche Im Corporate Kriterien Sustainability jeweils zugrunde Assessment liegen. Und (CSA) die 2012 können hat hat durchaus RobecoSAM unterschiedlich eine verbesserte sein. So Rahmenbewertung müssen bei dem für für einen die die Label

die Nachhaltigkeit Arbeitsnormen des des der Supply-Chain-Managements Internationalen Arbeitsorganisation eingeführt. ILO Im Im erfüllt Lieferkettenmanagement werden, ein anderes fordert liegt der einen Fokus auskömmlichen

traditionell auf auf

Milchpreis vorgelagerten für Bauern sozialen in Risiken Deutschland. wie wie den Bei Arbeitsbedingungen, einigen fairen Labeln der der spielen Kinderarbeit ökologische und Mindestlöhnen. Kriterien eine Rolle, Seit bei einiger anderen Zeit wird sind

das sie das nur Konzept ein wünschenswerter deutlich breiter Zusatz. verstanden Auf www.oeko-fair.de und um um eine Vielzahl können ökonomischer, Verbraucher ökologischer sich über faire und Label sozialer aus Fragen den

ergänzt,

die verschiedensten die alle alle Bereiche der Konsumbereichen der Wertschöpfungskette informieren betreffen, und Näheres inklusive über der der Zertifizierer, Innovationsstärke. Labelkriterien und den

Zertifizierungsprozess erfahren.

Im bestehende Im Laufe der der Label vergangenen wie Fairtrade zehn und Jahre kennzeichnen haben sich die diese Unternehmen Produkte noch im im einmal Licht von von zusätzlich. Nachhaltigkeitsaspekten Für Verbraucher sind intensiver so mit mit

gekennzeichnete ihrem Lieferkettenmanagement Waren schneller beschäftigt. im Laden zu Diese finden. Entwicklung Die Eigenmarken lässt sich im übernehmen im RobecoSAM also CSA eine Art beobachten. Wegweiserfunktion Angefangen im

Anzeige

Berücksichtigt Geschäft. „Auch sind wenn auch es Eigenmarken sich eigentlich von um Handelsunternehmen eine Marketingmaßnahme wie ALDI handelt, oder so Lidl. gelangen Diese nutzen doch auf in der diese Regel Weise fair

bestehende Label wie Fairtrade und kennzeichnen diese Produkte noch einmal zusätzlich. Für Verbraucher sind so

gehandelte Produkte in den Massenmarkt und finden größeren Absatz. Und das wiederum hilft den Produzenten vor Ort“,

gekennzeichnete Waren schneller im Laden zu finden. Die Eigenmarken übernehmen also eine Art Wegweiserfunktion im

sagt Saphir Robert, Referentin für Nachhaltigkeit der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V.

Geschäft. „Auch wenn es sich eigentlich um eine Marketingmaßnahme handelt, so gelangen doch auf diese Weise fair

gehandelte Überblick Produkte über faire in Label den Massenmarkt und finden größeren Absatz. Und das wiederum hilft den Produzenten vor Ort“,

sagt Saphir Robert, Referentin für Nachhaltigkeit der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V.

Überblick über faire Label

Quelle: UD/pm

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Studie bestätigt der BSH korrekte Angaben zu Verbrauchswerten bei Hausgeräten

48Akteure der Nachhaltigkeit – UmweltDialog

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1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Aus den

Unternehmen

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Ida Karlsson

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Quellen: shock / Fotolia, luchshen / Fotolia, fotohansi / Fotolia,WavebreakmediaMicro/ Fotolia, Dietmar Meinert /pixelino

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 49


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Screenshot Bayer AG)

26.03.2014

20.03.2014

Nachhaltiges Bayer legt integrierten Lieferketten-Management

Nachhaltigkeitsbericht vor

Mit

Integrated

der fortschreitenden

Reporting ist

Globalisierung

das Gebot der Stunde.

und Spezialisierung

Künftig sollen

hat

CSR-Berichte

sich der Trend

nicht

zum

mehr

Outsourcing

separat und

in den

damit

letzten

Jahrzehnten

hauptsächlich

stetig

für das

verstärkt.

Fachpublikum

Unternehmen,

veröffentlicht

die ihre

werden,

Produktion

sondern

und Dienstleistungen

ein Bestandteil des

auslagern,

klassischen

lagern auch ihre

Reputationsrisiken

Geschäftsberichtes

und

sein.

ihre

Experten

gesellschaftliche

versprechen

Verantwortung

sich davon eine

aus.

Stärkung

Die dementsprechende

des Nachhaltigkeitsgedankens

Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements

innerhalb der gesamten Unternehmensstruktur.

ist Unternehmen wie auch

Das Leverkusener

Anlegern bewusst.

Pharmaunternehmen Bayer hat im 150sten

Jubiläumsjahr jetzt seinen ersten voll integrierten Bericht vorgelegt.

Von Ida Karlsson

Von Dennis Lohmann

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Bereits im dem des Supply-Chain-Managements Bericht vorangestellten „Brief eingeführt. an die Aktionäre“ Im Lieferkettenmanagement wird dabei die Grundintention liegt der hinter Fokus der traditionell neuen auf

vorgelagerten integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattung sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, deutlich. So liegt der das Kinderarbeit Hauptaugenmerk und Mindestlöhnen. auf den guten Seit Geschäftszahlen einiger Zeit wird und

das Wachstumsaussichten, Konzept deutlich breiter Dr. Marijn verstanden Dekkers, und Vorstandsvorsitzender um eine Vielzahl ökonomischer, der Bayer ökologischer AG, betont aber und unmissverständlich: sozialer Fragen ergänzt, „Es ist

die uns alle auch Bereiche wichtig, der wirtschaftliches Wertschöpfungskette Wachstum betreffen, in Einklang inklusive mit ökologischer der Innovationsstärke. und gesellschaftlicher Verantwortung zu

bringen. Wir stehen zu den Grundsätzen von Sustainable Development und den zehn Prinzipien des Global Compact der

Im Vereinten Laufe der Nationen.“ vergangenen Die hier zehn formulierte Jahre haben Verbindung sich die von Unternehmen wirtschaftlicher im Licht Vernunft von Nachhaltigkeitsaspekten und Gesellschaftlichem Engagment intensiver mit

ihrem wird im Lieferkettenmanagement Laufe des folgenden Berichtes beschäftigt. konsequent Diese Entwicklung aufgegriffen lässt und übersichtlich im RobecoSAM dargestellt. CSA beobachten. Angefangen

50 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Unternehmerische Leistung – gesellschaftlicher Nutzen

Die positiven Auswirkungen von Bayers wirtschaftlicher Aktivität auf die Gesellschaft werden im Geschäftsbericht bereits

auf den ersten Seiten im Magazinteil illustriert. Unter den Überschriften „Krebs bekämpfen", „Ernährung sichern" und

„Ressourcen sparen" verdeutlicht das Unternehmen so, wie sich Business Case und Nachhaltigkeit verbinden lassen.

Jede Geschäftssparte von Bayer wird dabei mit einem besonders innovativen Beispiel aus der Praxis vorgestellt.

Krebs bekämpfen

Für der Kampf gegen Krankheiten steht der Bereich Bayer HealthCare: Die Medikamentensparte ist mit einem

Gesamtumsatz von fast 19 Milliarden Euro Bayers wichtigstes ökonomisches Zugpferd. Gleichzeitig ist dieser Bereich

naturgemäß in zahlreichen Projekten und Initiativen involviert, die eine direkte Auswirkung auf die Lebensqualität von

Menschen haben.

Etwa beim Thema Krebsbekämpfung: Hier forscht Bayer unter anderem mit dem Universitätsklinikum Ulm an neuen

Behandlungsmethoden. Der Standort Ulm verfügt mit seinen sechs Tumorzentren über eine von Deutschlands

bedeutendsten Einrichtungen für die Bekämpfung von Krebs. „Unser gemeinsames Ziel ist es, wirksame Therapien zu

entwickeln, um Krebspatienten ein längeres Leben und eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen", erläutert Dr. Jörg

Möller, Leiter der Globalen Entwicklung bei Bayer HealthCare, im Geschäftsbericht. Obwohl an dieser Stelle in den

vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt wurden, ist der Bedarf an neuen Therapieformen weiterhin hoch. Der

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag dabei im vergangenen Jahr auf der Entwicklung von chemischen und

biologischen Wirkstoffen, die gezielt in für Krebszellen typische Prozesse eingreifen.

Ernährung sicherstellen

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Auch Bayer CropScience blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Unternehmenssparte konnte

ihren Umsatz im Geschäftsjahr um mehr als fünf Prozent auf fast neun Milliarden Euro steigern. Gerade in sich

entwickelnden und noch großflächig landwirtschaftlich geprägten Regionen setzt CropScience auf eine planmäßige

Entwicklung der Landwirtschaft. Mit neuen Produkten versucht Bayer dabei, die Erträge langfristig zu steigern und die

Ernährungssicherheit der einheimischen Bevölkerung zu sichern. Ein wichtiges Instrument, um sich auch in diesem

Sektor als verlässlicher Partner zu präsentieren, sind die „Food Chain Partnerschaften“. Diese Expertenteams beraten

lokale Farmer bei der kontinuierlichen Verbesserung der Anbaumethoden – sei es durch bessere

Bewässerungsmethoden oder dem Schutz vor Schädlingsbefall.

Ressourcen schonen

Die Sparte MaterialScience konnte ihren Umsatz innerhalb des Konzerns mit knapp 11 Milliarden Euro weitgehend stabil

halten. Mit innovativen Lösungen für Baustoffe und Anlagen konnte Bayer in den vergangenen Jahren immer wieder neue

Impulse setzen. Im Geschäftsbericht verweist das Unternehmen vor allem auf die gute Entwicklung im Bereich der

Erneuerbaren Energien. Gerade dieses Segment zeigte sich 2013 sehr dynamisch, was auch bei Bayer für eine gute

Auftragslage sorgt. So entwickelte das Unternehmen ein Polyurethan-Harz, das den Rotoren von Windrädern zusätzliche

Stabilität verleiht und der gesamten Branche noch einmal deutlich Auftrieb geben soll. Für Dr. Tony Van Osselaer,

Produktionsvorstand von Bayer MaterialScience, ist die Aufgabe des Unternehmens für die kommenden Jahre daher klar:

„Wir sehen uns als Vorreiter beim Schlüsselthema Energieeffizienz und entwickeln immer neue Verfahren, um Strom zu

sparen und Ressourcen zu schonen.“

Ökonomie, Ökologie und Soziales

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 51


Die guten Zahlen der einzelnen Sparten schlagen sich auch im Gesamtergebnis der Bayer AG wieder. Der Konzern, der

2013 sein 150jähriges Bestehen feierte, kann dabei auf eine erfolgreiche Bilanz verweisen: Insgesamt stieg der

Gesamtumsatz des Unternehmens von 39,7 Milliarden in 2012 auf 40,1 Milliarden Euro in 2013. Der weitaus

umfangreichere Teil des Geschäftsberichtes erläutert im Anschluss an die Best Practice Beispiele die ökonomischen

Dimension von Bayers Entwicklung.

Gut aufgeschlüsselt lassen sich auch in diesem überwiegend empirischen Teil klare Indikatoren für ein nachhaltiges

Engagement Bayers finden. Im Kapitel Umweltschutz listet das Unternehmen dabei die wichtigsten Kennzahlen auf.

So finden Nutzer hier wichtige Angaben zum Energieverbrauch, den ausgestoßenen Treibhausgasemissionen oder der

produzierten Menge an Abfallstoffen. Ebenso berichtet Bayer über seine Personalpolitik, wobei die Themen

Talentmanagement, Mitarbeiterstruktur und der Umgang mit dem demografischen Wandel viel Platz eingeräumt wird.

Die Global Reporting Initiative bewertete den Bericht abschließend mit der Bestnote A+.

Lesen Sie mehr zum Engagement von Bayer

Quelle: UmweltDialog

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HOCHTIEF veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013

Tchibo auf dem Weg zu 100 Prozent Nachhaltigkeit

Meilensteine und neue Ziele für 2020: Coca-Cola veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht

Tchibo Nachhaltigkeitsbericht 2012

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11743

52 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

06.03.2014

HOCHTIEF veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013

Ende Februar ist der neue HOCHTIEF Nachhaltigkeitsbericht 2013 erschienen: „Mein Leben – Unser Raum“. Der

Titel greift die Unternehmensvision auf: HOCHTIEF gestaltet Lebensräume. Mit seiner Geschäftstätigkeit nimmt

der internationale Infrastruktur-Baukonzern Einfluss auf Mensch und Umwelt – und stellt sich der damit

einhergehenden Verantwortung bewusst. Das Unternehmen verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und versucht,

Ökonomie, Ökologie und Soziales in einem ausgewogenen Verhältnis bei seinen weltweiten Aktivitäten zu

berücksichtigen. Wie das konkret aussieht, das zeigt der nun vorgelegte Konzernbericht.

HOCHTIEF hat sich bereits vor vielen Jahren zu nachhaltigem

Handeln und Corporate Responsibility (CR) bekannt und legt seit 2001

Umwelt-, seit 2005 Nachhaltigkeitsberichte vor. Inzwischen berichtet

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

das Unternehmen jährlich. Die aktuelle Publikation liefert einen

umfassenden Einblick in das nachhaltige Handeln im HOCHTIEF-

26.03.2014

Konzern. Wie im Vorjahr gliedert sie sich in drei Teile und ist nach den

Nachhaltiges Lieferketten-Management

definierten sechs Themenfeldern der Nachhaltigkeit strukturiert:

nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, Klima- und

Ressourcenschutz, Arbeitswelt, gesellschaftliches Engagement und

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Compliance.

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Im Reputationsrisiken Magazinteil findet der und Leser ihre interessante gesellschaftliche Reportagen Verantwortung zu je einemaus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

ausgewählten Lieferkettenmanagements Beispiel aus diesen ist Unternehmen Bereichen – etwa wie zum auch Anlegern bewusst.

umfangreichen Umweltschutz-Programm beim schottischen

Von Ida Karlsson

Brückenbauprojekt Queensferry Crossing und zu cleveren Energie-

Einsparmaßnahmen bei der amerikanischen Tochtergesellschaft

HOCHTIEF veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht

Turner

Im Corporate

– sowie

Sustainability

ein Interview mit

Assessment

Essimari Kairisto,

(CSA) 2012

Finanzvorstand

hat RobecoSAM

der

eine 2013verbesserte Rahmenbewertung für die

HOCHTIEF

Nachhaltigkeit

Solutions

des Supply-Chain-Managements

AG, zum Thema Compliance.

eingeführt. Im Lieferkettenmanagement

(Foto: istockphoto / shapecharge

liegt

/

der

Oli Keinath)

Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

Der zweite Teil stellt detailliert die Managementansätze und Instrumente vor, mit denen HOCHTIEF Themen der

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

Nachhaltigkeit steuert und entwickelt. Hier finden sich auch zahlreiche quantitative und qualitative Kennzahlen zu den

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

sechs Themenfeldern. Die Berichterstattung orientiert sich, wie in der Vergangenheit, eng an den Leitlinien der Global

Reporting Initiative (GRI). „In diesem Bericht haben wir die Vielfalt und Detailtiefe der veröffentlichten Daten noch einmal

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

erhöht. So schaffen wir zusätzliche Transparenz und informieren unsere Stakeholder noch umfassender“, erklärt Barbara

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Hansen, HOCHTIEF-CR-Koordinatorin. Die Bemühungen zeigen Wirkung: Die GRI hat die Übereinstimmung der

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 53


getroffenen Aussagen mit ihren Standards und Anforderungen geprüft und erstmals mit dem höchst möglichen Level A+

bestätigt.

Der abschließende Segmentbericht liefert einen

umfassenden Einblick in das

Nachhaltigkeitsengagement in den drei HOCHTIEF-

Divisions Americas, Asia-Pacific und Europe. Anhand

zahlreicher Beispiele wird hier deutlich, wie die

operativen Unternehmenseinheiten und

Konzerngesellschaften ihre gesellschaftliche

Verantwortung wahrnehmen und sie Nachhaltigkeit im

Arbeits- und Unternehmensalltag realisieren. Die

Highlight-Beispiele zeigen darüber hinaus, dass in

Themen der Nachhaltigkeit große Potenziale für das

Beitrag leisten: Mit der Entwicklung von Pumpspeicherwerken leistet

HOCHTIEF einen Beitrag für eine nachhaltige, zukunftsfähige Geschäft von HOCHTIEF liegen. So gehört die US-

Energieinfrastruktur.

Tochter Turner seit Jahren in ihrem Markt zu den

(Foto: plainpicture / Westend61 / Jörg-Tarrach)

führenden Anbietern für nachhaltiges Bauen und

realisiert weltweit ressourcenschonende und energieeffiziente Immobilien. Für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur

auf Basis regenerativer Energie ist HOCHTIEF in Deutschland beispielsweise an der Entwicklung moderner

Pumpspeicherwerke beteiligt. Dies sind nur zwei Beispiele wie das Unternehmen mit seinem Know-how direkt und

indirekt zu einem verbesserten Klimaschutz beiträgt – und erfolgreich wirtschaftet.

Der HOCHTIEF Nachhaltigkeitsbericht 2013 liegt in deutscher und englischer Sprache vor und umfasst den Zeitraum

Januar bis Dezember 2013. Er orientiert sich an den geltenden Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI G3.1)

sowie den zehn Prinzipien des UN Global Compacts, dem HOCHTIEF bereits im Jahr 2008 beigetreten ist. Teile des

Berichts wurden zudem einer unabhängigen betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen.

Zur Online-Version des HOCHTIEF Nachhaltigkeitsberichts 2013

Weitere Informationen zu Nachhaltigkeit bei HOCHTIEF

Anzeige

Quelle: UD / cp

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Im Blickpunkt: RWEs neue Konzernstrategie

„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

Tchibo auf dem Weg zu 100 Prozent Nachhaltigkeit

54 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Tetra Pak)

26.03.2014

17.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Tetra Pak: Umweltziele 2020

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Tetra Pak, weltweit stetig verstärkt. führender Unternehmen, Anbieter von Verarbeitungs- die ihre Produktion und Verpackungs-systemen und Dienstleistungen auslagern, für Lebensmittel, lagern hat auch ihre

Reputationsrisiken heute mitgeteilt, dass und das ihre Unternehmen gesellschaftliche 2013 gute Verantwortung Fortschritte aus. mit Blick Die dementsprechende auf die Erreichung Bedeutung der selbstgesteckten eines guten

Lieferkettenmanagements Umweltziele für das Jahr 2020 ist Unternehmen gemacht hat. Im wie Mittelpunkt auch Anlegern der Umweltagenda bewusst. von Tetra Pak stehen die

Entwicklung nachhaltiger Produkte, die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks entlang der gesamten

Von Wertschöpfungskette Ida Karlsson und mehr Recycling.

Im Tetra Corporate Pak ist ein Sustainability vom Forest Assessment Stewardship (CSA) Council 2012 (FSC) hat zertifiziertes RobecoSAM Unternehmen eine verbesserte und als Rahmenbewertung solches bemüht, für seindie

Nachhaltigkeit Rohmaterial aus des verantwortungsvoll Supply-Chain-Managements bewirtschafteten eingeführt. Wäldern Im und Lieferkettenmanagement anderen kontrollierten liegt Quellen der zu Fokus beziehen. traditionell auf

vorgelagerten Verpackungen sozialen von Tetra Risiken Pak bestehen wie den durchschnittlich Arbeitsbedingungen, zu 75 der Prozent Kinderarbeit aus Karton. und Ziel Mindestlöhnen. ist es, dass der Seit Rohkarton einiger Zeit fürwird

das Tetra Konzept Pak-Verpackungen deutlich breiter zu 100 verstanden Prozent und FSC-zertifiziert um eine Vielzahl ist. In ökonomischer, Deutschland wurden ökologischer im vergangenen und sozialer Jahr Fragen bereits ergänzt, 91

die Prozent alle Bereiche aller Tetra der Pak-Getränkekartons Wertschöpfungskette aus betreffen, FSC-zertifiziertem inklusive der Karton Innovationsstärke.

gefertigt; 69 Prozent trugen das FSC-Label.

Weltweit ist der Anteil von FSC-zertifiziertem Karton von 38 Prozent im Jahr 2012 auf 41 Prozent im Jahr 2013 gestiegen

Im und Laufe es wurden der vergangenen 32 Milliarden zehn Verpackungen Jahre haben mit sich dem die FSC-Siegel Unternehmen verkauft im Licht – das von sind Nachhaltigkeitsaspekten über 5 Milliarden mehr intensiver als 2012. mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Langfristig will Tetra Pak eine Verpackung entwickeln, die vollständig aus nachwachsenden Materialien besteht. Mit der

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 55


weltweiten Einführung des LightCap 30 erzielte Tetra Pak 2013 einen großen Fortschritt bei der Umsetzung dieser

Umweltstrategie. Der bio-basierte Verschluss besteht aus HDPE (hochdichtes Polyethylen), das aus Zuckerrohr

hergestellt wird. Über das gesamte Portfolio hinweg kamen im vergangenen Jahr weltweit 1,1 Milliarden Verpackungen

mit diesem Verschluss auf den Markt – fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Verringerung des ökologischen Fußabdrucks

Anzeige

Bis 2020 will Tetra Pak bei kontinuierlichem Wachstum die Klimaauswirkungen entlang der gesamten

Wertschöpfungskette auf die Werte von 2010 begrenzen. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Initiativen ins Leben

gerufen, unter anderem die Entwicklung und Auditierung eines Berichtssystems, das sich im Einklang mit der Green

House Gas Protocol Corporate Value Chain-Norm befindet. Zwischen 2010 und 2013 hat Tetra Pak die klimaschädlichen

Emissionen aus der eigenen Geschäftstätigkeit um 2.000 Tonnen CO2-Äquivalente gesenkt, trotz eines Anstiegs der

verkauften Verpackungen um 12 Prozent im gleichen Zeitraum.

Über die Organisation CDP (früher Carbon Disclosure Project) berichtet Tetra Pak regelmäßig über seine Fortschritte bei

der Umsetzung der Klimaagenda. 2013 erzielte Tetra Pak einen CDP-Score von 91 (2012: 77). Verglichen mit dem

Branchendurchschnitt von 49 ist das ein sehr hoher Wert. CDP ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die

Unternehmen dabei unterstützt, wichtige Umweltkennzahlen zu messen, zu verwalten und zu publizieren.

2013 hat Tetra Pak außerdem eine Reihe von Innovationen auf den Markt gebracht, die der Lebensmittel verarbeitenden

Industrie bei der Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks helfen. Mit Tetra Alcross RO Lite beispielsweise können

kleine und mittelgroße Käseproduzenten von der umfassenden Filtrationstechnologie von Tetra Pak profitieren und

zusätzliche Wertschöpfung aus ihrer Molke erzielen. Tetra Vertico, ein Wärmetauscher der neuen Generation, bietet mehr

Energieeffizienz bei der Erhitzung und Kühlung einer breiten Palette von viskosen Produkten. Und das Tetra Pak-

Wartungssystem TPMS (Tetra Pak Maintenance System) On-line ermöglicht die individuelle, gezielte Wartung von

Maschinen. Die bedarfsorientierte Wartung anstelle der Wartung nach starren Zeitplänen ist deutlich effizienter und die

Leistung der Maschinen wird optimiert.

Mehr Recycling

Tetra Pak setzt sich dafür ein, die Recyclingquote gebrauchter Getränkekartons zu steigern. Bis 2020 soll die weltweite

Recyclingquote auf 40 Prozent verdoppelt werden. Tetra Pak will das Bewusstsein der Verbraucher schärfen, Know-how

und Erfahrung teilen, den Ausbau der Sammel- und Sortiersysteme fördern und Entwicklungen im Bereich der

Recyclingtechnologie unterstützen.

Mit einer Recyclingquote von 71 Prozent in 2012 gehört Deutschland zu den Top-Performern. Für 2013 wird ein ähnlicher

Wert erwartet. Weltweit stieg die Recyclingquote für gebrauchte Getränkekartons 2013 auf 24,5 Prozent. Insgesamt

wurden ungefähr 43 Milliarden Verpackungen recycelt – das sind 4 Milliarden mehr als im Vorjahr. Große Fortschritte bei

der Infrastruktur von Sammel- und Sortiersystemen wurden vor allem in den USA erzielt. Der Zugang von Verbrauchern

zu Sammelsystemen lag 2013 bei 48 Prozent (2012: 41 Prozent). Das bedeutet, dass entsprechende Infrastrukturen

ungefähr 7,9 Millionen mehr Haushalten verfügbar gemacht wurden.

„Eine hervorragende Umweltbilanz und die Erreichung unserer Umweltziele ist fester Bestandteil unserer Strategie bis

56 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

2020 und von entscheidender Bedeu-tung für die Zukunft des Unternehmens und unserer Kunden. Wir setzen uns an

jeder Station der Wertschöpfungskette für eine bessere Umweltleistung ein – von der Beschaffung über die Entwicklung

von Verarbeitungs- und Ver-packungslösungen bis hin zu Leistungen und Support für unsere Kunden. Genau aus diesem

Grund sind wir stetig erfolgreich bei der Erfüllung unserer ehrgeizigen Ziele“, so Claes Du Rietz, Vice President

Environment bei Tetra Pak.

Lesen Sie mehr zum Engagement von Tetra Pak

Quelle: UD/cp

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Kunden in 53 Ländern nutzen das FSC-Label auf Tetra Pak-Verpackungen

„Auf dem Weg zu 100 Prozent Nachhaltigkeit“: Interview zum Thema FSC bei Tchibo

Foto: picture-alliance

Millionen stehen vor den

Trümmern ihres Lebens

http://www.umweltdialog.de/de/unternehmen/oekologie/2014/Tetra-Pak-Umweltziele-2020.php

Trümmern ihres Lebens

Millionen stehen vor den

Ihre Spende für die Philippinen!

www.misereor.de/nothilfe

Ihre Spende für die Philippinen!

www.misereor.de/nothilfe

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 57


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Deutsche Post DHL)

26.03.2014

17.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

DHL erweitert Transparenz bei CO2-Emissionen

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten DHL Global Forwarding, stetig verstärkt. Freight Unternehmen, baut sein Portfolio die ihre an Produktion CO2-Emissionsberichten und Dienstleistungen über Transporte auslagern, weiter lagern aus. auch Das ihre

Reputationsrisiken Unternehmen hat das und Greenhouse ihre gesellschaftliche Gas Protocol Verantwortung "Product Lifecycle aus. Die Accounting dementsprechende and Reporting Bedeutung Standard" eines guten seine

Lieferkettenmanagements Berichterstattung integriert ist und Unternehmen eine neue Onlineplattform wie auch Anlegern namens bewusst. DHL Carbon Dashboard 2.0 eingeführt.

Darüber hinaus stellt DHL ein Instrument namens Quick Scan vor, mit dem Unternehmen ihre CO2-Effizienz

Von messen Ida Karlsson und mit Branchenwerten vergleichen können. Neben den Standardvarianten des Carbon Reports und

des Dashboards gibt es nun auch für beide Services eine erweiterte Version, inklusive der neu gemessenen

Daten und einer besseren Visualisierung des CO2-Ausstoßes.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten "Wir erwarten, sozialen dass die Risiken Regularien wie den für Emissionsberichte Arbeitsbedingungen, in den der kommenden Kinderarbeit Jahren und Mindestlöhnen. umfassender Seit werden. einiger Unser Zeit neues wird

das GoGreen-Serviceportfolio Konzept deutlich breiter hilft verstanden Unternehmen, und um eine eine höhere Vielzahl Transparenz ökonomischer, zu erzielen, ökologischer Möglichkeiten und sozialer zur Effizienzsteigerung

Fragen ergänzt,

die zu alle finden, Bereiche Kosten der einzusparen Wertschöpfungskette und ihren CO2-Ausstoß betreffen, inklusive auszugleichen", der Innovationsstärke.

sagt Roger Crook, CEO DHL Global Forwarding,

Freight.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Um Daten Lieferkettenmanagement anderer Treibhausgase beschäftigt. in die Berechnungen Diese Entwicklung mit aufzunehmen, lässt sich im implementiert RobecoSAM DHL CSA das beobachten. Greenhouse Angefangen Gas

Protocol "Product Lifecycle Accounting und Reporting Standard". Der hierauf basierende, erweiterte Emissionsbericht

58 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

berücksichtigt Gase wie Methan, Stickstoffoxide und andere Schadstoffe. Zusätzlich berechnet das Protokoll vorgelagerte

Emissionen durch die Produktion und den Transport von Energie und Kraftstoff mit ein.

Onlineplattform: Carbon Dashboard 2.0

Anzeige

Im Mittelpunkt des Serviceportfolios von DHL Global Forwarding, Freight steht das Carbon Dashboard 2.0, eine

Onlineplattform, über die Kunden umfangreiche Informationen zu Emissionsquellen ihrer Lieferkette in übersichtlicher

grafischer Darstellung erhalten. Die neue Version 2.0 hilft Logistik-Entscheidern, Schwachpunkte zu identifizieren und

Kosten in Bezug auf Verkehrsträger und Frachtvolumen zu verbessern. Das Instrument ermöglicht außerdem Analysen

auf Länder-, Regional- und Routenebene.

Ein Teil der Analysemöglichkeiten von DHL ist ein neuer Service namens Quick Scan, der die Kohlenstoffeffizienz eines

Unternehmens misst, indem vordefinierte Kennzahlen einberechnet und mit Industriemaßstäben verglichen werden. Die

Ergebnisse enthalten eine Übersicht der wichtigsten Verbesserungsbereiche, so dass der Kunde entscheiden kann, ob

Änderungen an der Lieferkette nötig sind, um die CO2-Effizienz zu steigern. Quick Scan ist Teil des Segments Green

Optimization, das eingehende Analysen, Studien und Berichte mit Vergleichswerten umfasst.

Das grüne Portfolio umfasst nun eine breite Palette von Dienstleistungen, darunter zwei alternative CO2-

Emissionsberichte und drei Varianten des Carbon Dashboards (Standard, Advanced und 3rd-Party), die alle von

unabhängigen Auditoren verifiziert sind. Darüber hinaus bietet DHL im Bereich Green Optimization Studien und

Vergleichsberichte sowie die Möglichkeit für Kunden mit Climate Neutral ihren Kohlenstoff-Ausstoß über Emissionsrechte

zu neutralisieren.

Erfahren Sie mehr zum Engagement der Deutschen Post

Quelle: UD/cp

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Telekom beschließt konzernweites Klimaschutzziel

Berlin bis 2050 klimaneutral?

Volkswagen will ökologische Nr. 1 werden

Deutsche Post DHL veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht

El Gouna soll CO2-neutrale Stadt werden

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 59


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft

(Foto: Volkswagen)

26.03.2014

Nachhaltiges 24.03.2014 Lieferketten-Management

Volkswagen will ökologische Nr. 1 werden

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Der Volkswagen Konzern investiert mehr Geld als jemals zuvor in umweltfreundliche Fahrzeuge. Die Ausgaben

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

des Unternehmens für Forschung und Entwicklung sind im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf den Rekordwert

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

von 10,2 Milliarden Euro gestiegen. "Der Löwenanteil fließt weiter in 'grüne' Technologien", erklärte der

Von Vorstandsvorsitzende Ida Karlsson der Volkswagen Aktiengesellschaft, Prof. Dr. Martin Winterkorn. Der Konzern bekräftigt

damit sein Ziel, bis 2018 auch in ökologischer Hinsicht führender Automobilhersteller der Welt zu sein.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Winterkorn sagte des weiter: Supply-Chain-Managements "Volkswagen redet nicht eingeführt. nur – wir handeln. Im Lieferkettenmanagement Unsere EU-Neuwagenflotte liegt der hat Fokus im vergangenen traditionell auf Jahr

vorgelagerten im Durchschnitt sozialen rund 128 Risiken Gramm wie CO2 den pro Arbeitsbedingungen, Kilometer emittiert. der Damit Kinderarbeit liegen wir und heute Mindestlöhnen. schon klar unter Seit dem einiger gesetzlichen Zeit wird

das Grenzwert Konzept für deutlich 2015." breiter Auch in verstanden der Produktion und um gebe eine es Vielzahl gute Fortschritte: ökonomischer, "Wir kommen ökologischer deutlich und schneller sozialer dabei Fragen voran, ergänzt,

die

unsere

alle Bereiche

Fabriken

der

25 Prozent

Wertschöpfungskette

umweltfreundlicher

betreffen,

zu machen.

inklusive

Das

der

heißt

Innovationsstärke.

konkret: 25 Prozent weniger Energie- und

Wasserverbrauch und natürlich CO2-Emissionen bis 2018. Dank der Kreativität und des Einsatzes unserer Mitarbeiter

Im

weltweit

Laufe der

haben

vergangenen

wir diese Ziele

zehn

heute

Jahre

schon

haben

zur

sich

Hälfte

die

realisiert.

Unternehmen

Und dass

im Licht

Volkswagen

von Nachhaltigkeitsaspekten

heute schon die Standards

intensiver

in

mit

ihrem

Sachen

Lieferkettenmanagement

Nachhaltigkeit setzt, beweist

beschäftigt.

auch der

Diese

Dow

Entwicklung

Jones Sustainability

lässt sich

Index.

im RobecoSAM

2013 haben

CSA

wir

beobachten.

im weltweit wichtigsten

Angefangen

Nachhaltigkeitsranking die Spitzenposition übernommen."

60 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Größte real existierende CO2-Sparflotte der Welt

Derzeit können Kunden bei den Marken des Konzerns unter 54 Modellvarianten wählen, die unter 100 Gramm CO2/km

liegen. 324 Modellvarianten liegen unter 120 g. Winterkorn: "Der Volkswagen Konzern bietet die größte real existierende

CO2 -Sparflotte der Welt." Dazu gehörten 3-Liter-Autos wie der Golf TDI BlueMotion1 oder der Audi A3 TDI ultra2 und "3-

Euro-Autos" wie der eco up!3, die für rund drei Euro 100 Kilometer weit fahren. Das "breiteste Angebot an

Elektrofahrzeugen" – vom e-up!4 bis zum Porsche Panamera S E-Hybrid5 – werde jetzt um die Plug-In Hybride Golf

GTE6 und Audi A3 Sportback e-tron7 ergänzt. Winterkorn: "Schon in Kürze folgen zahlreiche weitere Effizienzmodelle

wie der Audi A8, A6 und Q7 oder der Volkswagen Passat als Plug-In Hybrid. Weil diese Technologie Zukunft hat."

Baukästen sichern Zukunftsfähigkeit

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Die Modularisierungs-Strategie des Konzerns in der Produktion macht es möglich, in den kommenden Jahren mehr als 40

Modelle zu elektrifizieren. Winterkorn: "Unsere Modularen Baukästen versetzen uns in die Lage, unsere Autos viel

schneller, flexibler und wirtschaftlicher zu entwickeln und zu bauen als bisher. Wir können mit ihnen noch mehr Vielfalt

bieten – und auch Nischenmodelle profitabel realisieren. Und sie ermöglichen uns, alle Innovationen und alle

Antriebsarten in kürzester Zeit in alle Segmente und Marken zu bringen."

Ökobilanzen für die gesamte Lebensdauer

Volkswagen werde seine Nachhaltigkeitsoffensive konsequent ausbauen, kündigte Winterkorn an: "Wir lassen es nicht

damit bewenden, umweltfreundliche Autos in umweltfreundlichen Werken zu bauen. Wir denken und gestalten Mobilität

ganzheitlich. Von der Energieerzeugung über Entwicklung, Produktion, Handel und Betrieb bis zur Wiederverwertung. Mit

einer Umweltstrategie, die verbindlich und messbar in allen Marken und Regionen des Volkswagen Konzerns verankert

ist." Zu einer ganzheitlichen Verantwortung gehöre auch, im Sinne eines "Life Cycle Engineering" für immer mehr

Fahrzeuge eine Bilanz der Umweltauswirkungen über die Gesamtlebensdauer vorzulegen.

Umsetzung der Umweltstrategie entlang der Wertschöpfungskette

Die Umweltstrategie des Konzerns wird deshalb verbindlich und messbar in allen relevanten Geschäftsbereichen entlang

der Wertschöpfungskette umgesetzt. Dazu gehört, dass die hohen Nachhaltigkeitsanforderungen des Konzerns

inzwischen fester Bestandteil von Verträgen mit Lieferanten sind. Volkswagen ist zudem als erster deutscher

Autohersteller dem Clean Shipping Network beigetreten, um die Umweltauswirkungen von Seetransporten zu analysieren

und zu reduzieren. Ein weiteres Beispiel ist eine Energie-Effizienz-Beratung für alle Autohäuser der Marke Volkswagen in

Deutschland, um den CO2-Ausstoß der Partnerbetriebe bis 2020 um 25 Prozent zu senken.

Erfahren Sie mehr über das Engagement von Volkswagen

Quelle: UD/cp

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 61


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: BSH)

26.03.2014

07.02.2014

Nachhaltiges BSH engagiert Lieferketten-Management

sich für den Klimaschutz

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Zum Markenkern der BSH gehören besonders energieeffiziente Geräte für Küche und Waschkeller. Diese senken

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

nicht nur die Betriebskosten für Verbraucher, sondern schützen durch ihre ressourcenschonende Arbeitsweise

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

auch das Klima. Doch die Einsparungen beim Verbrauch haben noch eine weitere Folge: Auf den gesamten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Lebenszyklus der Geräte hin betrachtet, gewinnt der Effizienzgedanke auch innerhalb der Produktion stetig an

Bedeutung. Bis 2015 will die BSH daher den spezifischen Ressourcenverbrauch in Produktion, Logistik und

Von Ida Karlsson

Verwaltung um 25 Prozent senken.

Von Dennis Lohmann

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten Grund für die sozialen Anstrengungen Risiken sind wie auch den Arbeitsbedingungen, die Erfolge beim Absatz der der Kinderarbeit effizienten und Geräte. Mindestlöhnen. So hat sich Seit der einiger Anteil des Zeit wird

das Supereffizienz-Portfolios Konzept deutlich breiter gegenüber verstanden 2009 und verdoppelt um eine Vielzahl und liegt ökonomischer, mittlerweile bei ökologischer 31 Prozent. Allerdings und sozialer verbrauchen Fragen ergänzt, die

die Geräte alle Bereiche mittlerweile der so Wertschöpfungskette wenig Energie, dass betreffen, die eingesetzten inklusive Ressourcen der Innovationsstärke.

im Produktionsprozess sich zunehmend auf die

Bilanz für den gesamten Lebenszyklus auswirken. War die Nutzungsphase früher für mehr als 95 Prozent des

Im Energiebedarfs Laufe der vergangenen verantwortlich, zehn stieg Jahre der haben Anteil sich der die Produktionsphase Unternehmen im bei Licht hocheffizienten von Nachhaltigkeitsaspekten Geräten auf bis zu intensiver 28 Prozent. mit

ihrem Bereits Lieferkettenmanagement 2010 hat die BSH auf diese beschäftigt. Entwicklung Diese mit Entwicklung der Einführung lässt eines sich im konzernweiten RobecoSAM Effizienzprogramms CSA beobachten. Angefangen reagiert.

62 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

25 Prozent in fünf Jahren

Bereits zum Start wurden durch die Betriebsführung fünf Säulen definiert, auf denen die Initiative aufgebaut ist:

Optimierung vorhandener Anlagen und Maschinen. Dabei stehen energieintensive Prozesse an erster Stelle.

Regeln für die Beschaffung von Ressourcen verbrauchenden Maschinen und Anlagen, die im

Beschaffungsprozess für die Lieferantenentscheidung relevant sind.

Auslegungskennzahlen, die bei Gebäuden und Gebäudesanierungen einen Einfluss auf den zukünftigen

Ressourcenverbrauch haben.

Erfassung und Aufbereitung von Energiekennzahlen sowie den Prozess zur Planung und Verfolgung der

Kennzahlen. Dabei werden auch die Inhalte des Ressourcenmonitorings und der Steuerung von Verbrauchern

definiert und ein einheitliches System für die BSH ausgewählt.

Übertragung der Ergebnisse und Methoden auf die Lieferanten.

Grundlage für alle Maßnahmen war dabei eine eingehende Analyse der Ausgangssituation. Mithilfe von Pilotprojekten

wurden anschließend Prozesse entwickelt, die den Ressourcenverbrauch konzernweit senken. Im Nachhaltigkeitsbericht

verweist die BSH etwa auf die Virtualisierung der Server im türkischen Standort Cerkezköy, mit welcher der

Energieverbrauch der IT-Infrastruktur um 68 Prozent gesenkt werden konnte. Insgesamt gelang es der BSH durch diese

und weitere Maßnahmen, den Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf

insgesamt 775 Gigawattstunden (GWh) zu reduzieren.

Unternehmen für Klimaschutz

Einhergehend mit den eigenen Anstrengungen zur

Reduktion des produktionsbezogenen

Ressourcenverbrauchs wurde die BSH die

branchenübergreifenden Initiative „Klimaschutz-

Unternehmen“ aufgenommen. Gerade das

produzierende Gewerbe hat einen großen Einfluss auf

den Ausstoß von Treibhausgasen und damit auf den

Klimawandel.

Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge war

BSH setzt auf energieeffiziente Produktionsprozesse. Foto: BSH

die Industrie 2011 für ca. 43 Prozent des

Primärenergieverbrauchs verantwortlich, wobei die

chemischen und Metall verarbeitenden Sektoren den Hauptanteil tragen. Die „Klimaschutz-Unternehmen“ positionieren

sich daher bewusst als Exzellenzinitiative für Energieeffizienz und den Kampf gegen den Klimawandel innerhalb der

Industrie. Ihre Mitglieder sind der Deutsche Industriebenchmark für Ressourceneffizienz und sollen durch die Weitergabe

von Erfahrungswerten und Best-Practice-Beispielen andere Unternehmen zum Nachahmen anregen. Die BSH präsentiert

sich hier aktuell mit einem Beispiel aus der Fabrik Traunreut in Bayern. Dort wurde die Vorbehandlung der Emaillierung

auf ein für die Industrie völlig neues Konzept umgestellt, das zu einer Einsparung von mehr als 600MWh geführt hat.

Umweltfreundliche Logistik

Und noch ein weiteres Thema gewinnt bei den Themen Klimaschutz und Ressourcenschonung zunehmend an

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 63


Bedeutung: die Logistik. Die BSH berichtet hierzu im aktuellen Jahrbuch der CSR-Initiative „UN Global Compact“. Dort

erläutert Hans-Gert Bauerfeind, Chef der BSH-Logistik: „Zwar arbeiten wir auch mit externen Transporteuren zusammen,

die technische und kreative Seite der Logistik steuert aber unser eigenes Team.“ Kreativität heißt dabei auch, immer

wieder neue Wege zu beschreiten. So verkehrt zweimal die Woche ein Containerzug zwischen den Fertigungsstandorten

Cerkezköy und Giengen, der Leerfahrten überflüssig macht. Der Zug ist auf der Fahrt nach Cerkezköy mit

Fertigungsteilen und auf dem Rückweg nach Giengen mit Hausgeräten beladen. Mit dieser und anderen Maßnahmen ist

es der BSH bisher gelungen, auf einigen Transportstrecken schon über 20 Prozent CO2-Emissionen einzusparen – bis

2020 will die BSH-Logistik insgesamt 20 Prozent CO2 gegenüber dem Basisjahr 2006 einsparen.

Lesen Sie mehr zum Engagement von B/S/H

Quelle: UD

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Recht.

http://www.umweltdialog.de/de/unternehmen/oekologie/2014/BSH-engagiert-sich-fuer-den-Klimaschutz.php

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64 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Nestlé)

26.03.2014

06.02.2014

NGOs Nachhaltiges und Verbraucherschützer Lieferketten-Management bewerten Fortschritte der

Nestlé Qualitätsinitiative positiv

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Ob Reputationsrisiken Fix-Produkte von und Maggi, ihre Dolce gesellschaftliche Gusto-Kapseln Verantwortung von Nescafé aus. oder Die Speiseeis dementsprechende von Schöller Bedeutung – schon bald eines werden guten

sich

Lieferkettenmanagements

Verbraucher im Supermarkt

ist Unternehmen

per QR-Code

wie

im

auch

Detail

Anlegern

über Nährwerte,

bewusst.

Verarbeitung und Herkunft vieler

Lebensmittel informieren können. Denn bereits bis Jahresende will der führende Lebensmittelhersteller Nestlé in

Deutschland Von Ida Karlsson rund 50 Prozent seiner über 5.000 Produkte und 50 Marken mit einem QR-Code auf der Verpackung

ausstatten. Übersichtlich, jederzeit und an jedem Ort abrufbar, können sich Verbraucher so Informationen zu

Ernährung, Sicherheit, Gesellschaft und Umwelt herunterladen. Ende 2015 sollen nahezu alle Produkte mit QR-

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Code ausgestattet sein.

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

Damit das Konzept zahlt Nestlé deutlich Deutschland breiter verstanden auf eines und seiner um Hauptziele eine Vielzahl ein, ökonomischer, mehr Orientierung ökologischer und Transparenz und sozialer bei Lebensmitteln Fragen ergänzt, zu

schaffen. die alle Bereiche Dieses ist der Teil Wertschöpfungskette der 2013 gestarteten betreffen, Initiative inklusive „Qualität bedeutet der Innovationsstärke.

mehr“. Bis Ende 2015 will das Unternehmen die

Qualität seiner Produkte sowie deren Herstellung mit einem umfassenden Qualitätsverständnis in den vier Dimensionen

Ernährung, Im Laufe der Sicherheit, vergangenen Umwelt zehn und Jahre Gesellschaft haben sich optimieren. die Unternehmen So sollen im beispielsweise Licht von Nachhaltigkeitsaspekten Kernrohstoffe zu 100 Prozent intensiver ausmit

nachhaltigem ihrem Lieferkettenmanagement Anbau stammen. Bereits beschäftigt. jetzt trifft Diese dies Entwicklung zu 70 Prozent lässt bei sich Kaffee, im RobecoSAM zu 50 Prozent CSA bei beobachten. Kakao und zu Angefangen 100

Prozent bei Vanille zu, die in Deutschland verarbeitet werden. „Wir sind stolz darauf, dass wir bereits ein Drittel unserer

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 65


Ziele umsetzen konnten. Mit der Initiative haben wir das gesamte

Unternehmen über alle Geschäftsbereiche hinweg noch fokussierter

auf die Wünsche unserer Verbraucher ausgerichtet, für die Qualität

weit mehr als nur Geschmack bedeutet“, sagt Gerhard

Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG,

bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse in Frankfurt.

Nestlé hat sich zudem vorgenommen, Rezepturen

nachvollziehbarer zu machen und den gesundheitlichen Wert der

Bald können sich Verbraucher durch einen Barcode

Produkte zu verbessern, etwa durch die Reduktion von Zucker oder

über Nährwerte, Verarbeitung und Herkunft der Nestlé

Salz über verschiedene Marken. Beispielsweise enthalten

Produkte informieren. Foto: LVDESIGN/Fotolia

mittlerweile alle Nestlé Kinder-Cerealien bis zu 30 Prozent weniger

Zucker. Maggi-Produkte werden bis 2015 rund 10 Prozent weniger Salz enthalten, Smarties sind bereits jetzt frei von

künstlichen Farbstoffen und Aromen. „Mit diesem ganzheitlichen und fundierten Ansatz setzt Nestlé Deutschland neue

Maßstäbe in der Branche. Dahinter steckt eine Menge Arbeit, die sich aber langfristig auszahlt. Wer nachhaltige

Ernährung dauerhaft zur Basis seines Handelns macht, wird sich im Wettbewerb behaupten können“, sagt Michael

Kuhndt, Geschäftsführer des Wuppertaler Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), das

als unabhängiger wissenschaftlicher Partner das Programm begleitet und die Kennzahlen für die Fortschrittsmessung

entwickelt hat.

Die Meinung der Verbraucher ist gefragt

Begleitet wird der Prozess zudem durch einen NGO-Beirat, zu dem renommierte Institutionen wie die Verbraucher

Initiative e.V., das Öko-Institut e.V. oder der Global Nature Fund gehören. Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der

Verbraucher Initiative e.V. und Sprecher des NGO-Beirats: „Kein Unternehmen kann heute mehr an der Gesellschaft

vorbei agieren. Der Nestlé-Ansatz unterstreicht dabei die kundenorientierte Ausrichtung sowie die gesellschaftliche

Verankerung des Programms, das nicht nur auf wenige Leuchtturmprojekte abzielt, sondern ganzheitlich orientiert ist.“

Besonders wichtig ist dem Unternehmen auch die Meinung der Verbraucher, um die Qualitätsinitiative

weiterzuentwickeln. In einem Verbraucherbeirat, der einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung repräsentiert,

engagieren sich seit 2013 32 ehrenamtliche Beiräte. Sie sind gefragte Rat- und Impulsgeber und vertreten im direkten

Austausch mit Nestlé-Mitarbeitern die Wünsche der Verbraucher. „Im Fokus unserer Geschäftstätigkeit steht immer auch

der Anspruch, gemeinsam zur Lösung globaler und lokaler Probleme beizutragen. Entsprechend unserer internationalen

Strategie der gemeinsamen Wertschöpfung – Creating Shared Value – soll unser Handeln gleichzeitig einen Mehrwert für

die Gesellschaft leisten. Dies gilt insbesondere auch für unsere Qualitätsinitiative“, sagt Berssenbrügge.

Ab Ende April wird das Unternehmen zudem erstmals mit einer übergreifenden Medienkampagne der Nestlé-

Markenfamilie sowohl im Fernsehen als auch im Internet an den Start gehen. Ein Unternehmens-Spot sowie

verschiedene Marken-Spots werden exemplarisch das Nestlé Qualitätsversprechen verdeutlichen. Den Auftakt der Multi-

Marken-Kampagne machen Maggi, Wagner und Beba. Außerdem werden die Spots im Internet über den Nestlé

Marktplatz, die einzelnen Marken-Webseiten, Facebook oder Youtube verbreitet. Online können sich Verbraucher so

jederzeit über Nestlé-Produkte und deren Herstellung informieren. Alle Spots knüpfen an die Leidenschaft des

Unternehmensgründers Heinrich Nestle für gute Lebensmittel an, der vor 200 Jahren am 10. August 1814 in Frankfurt am

Main geboren wurde. Mit seiner Erfindung des „Nestlé Kindermehls“ trug er maßgeblich dazu bei, die Kindersterblichkeit

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1

April

2014

weltweit zu senken. Seine Vision, Ernährung langfristig zu verbessern, wird in den Spots eine zentrale Rolle spielen.

„Qualität ist unsere DNA. In allen unseren Marken und Produkten spiegeln sich der Pioniergeist und die Werte Heinrich

Nestles wider, die noch heute unser Unternehmen prägen“, sagt Berssenbrügge.

Erfahren Sie mehr über das Engagement von Nestlé

Quelle: UD/cp

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Erstes Nestlé-Produkt mit Kakao aus nachhaltigem Anbau im Handel

Rundum erneuert: Nutrikid - Die Online-Abenteuerwelt für Kinder

Fairtrade feiert Erfolge auf dem deutschen Süßwarenmarkt

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(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

12.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Schmutziges Palmöl in Procter & Gamble-Produkten?

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Procter & Gamble stetig bezieht verstärkt. Palmöl Unternehmen, von Herstellern, die ihre die Produktion nach Greenpeace-Recherchen und Dienstleistungen Regenwald auslagern, in lagern Indonesien auch ihre

Reputationsrisiken zerstören und Rückzugsräume und ihre gesellschaftliche der bedrohten Verantwortung Sumatra-Tiger und aus. Orang-Utans Die dementsprechende vernichten. Bedeutung Darüber informierten eines guten

Lieferkettenmanagements Greenpeace-Aktivisten die ist Mitarbeiter Unternehmen am P&G-Standort wie auch Anlegern in Schwalbach bewusst. am Taunus.

Von Ida Karlsson

Palmöl steckt in zahlreichen Konzern-Produkten wie zum Beispiel Head & Shoulders Shampoo, Ariel Waschmittel oder

Gillette Rasierschaum. "Als einer der größten Palmölabnehmer weltweit hat Procter & Gamble eine Verantwortung beim

Im Regenwaldschutz. Corporate Sustainability Der Konzern Assessment muss schmutziges (CSA) 2012 Palmöl hat RobecoSAM aus seinen eine Produkten verbesserte verbannen", Rahmenbewertung sagt Gesche Jürgens, für die

Nachhaltigkeit Waldexpertin von des Greenpeace.

Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Über Konzept verzweigte deutlich Lieferwege breiter verstanden gelangt das und schmutzige um eine Palmöl Vielzahl zu ökonomischer, Procter & Gamble. ökologischer Eins der und zehn sozialer Fallbeispiele Fragen imergänzt,

die Greenpeace-Report: alle Bereiche der Wertschöpfungskette Die Firma BW Plantation betreffen, verkauft inklusive Palmöl der an zahlreiche Innovationsstärke. Händler, darunter auch Musim Mas, die

auch Procter & Gamble beliefern. Greenpeace-Recherchen belegen, dass BW Plantation in Kalimantan tausende Hektar

Im ausgewiesenen Laufe der vergangenen Orang-Utan-Lebensraum zehn Jahre haben zerstört sich hat. die Unternehmen "Procter & Gamble im Licht muss von schleunigst Nachhaltigkeitsaspekten Transparenz und intensiver mit

ihrem Rückverfolgbarkeit Lieferkettenmanagement in seine Lieferkette beschäftigt. bringen Diese und Entwicklung strengere Anforderungen lässt sich im RobecoSAM an seine Palmöllieferanten CSA beobachten. stellen", Angefangen sagt

Jürgens.

68 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Rund 460.000 Tonnen Palm- und Palmkernöl verarbeitet Procter & Gamble jährlich in seinen Produkten. Weniger als

zehn Prozent des verwendeten Palm- und Palmkernöls bezog Procter & Gamble im Berichtsjahr 2012/2013 zertifiziert

nach den Kriterien des Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser soll eigentlich für mehr Nachhaltigkeit in

der Palmölbranche sorgen. Greenpeace kritisiert die RSPO-Kriterien jedoch als zu schwach und wies in einem Report im

September 2013 nach, wie RSPO-Mitglieder schützenswerte Wälder zerstören und Torfmoore trockenlegen. In

Indonesien ist die Palmölproduktion der größte Treiber der Entwaldung. Allein für Palmöl werden jährlich um die 150.000

Hektar Regenwälder zerstört. Die Austrocknung von Torfmooren und Rodung von Wäldern setzt klimaschädliches CO2

frei. Die Tiere des Waldes wie zum Beispiel der bedrohte Sumatra-Tiger, der Orang-Utan und das Waldkänguru verlieren

ihren Lebensraum. Es kommt zu Landraub und Vertreibung der lokalen Gemeinden.

Verbraucher können mit Greenpeace gemeinsam Procter

& Gamble auffordern, auf Palmöl aus

Regenwaldzerstörung zu verzichten. Jetzt startete eine

internationale Greenpeace-Petition an die Vorsitzende der

Geschäftsführung, Pirjo Väliaho, sowie den internationalen

CEO A.G. Lafley.

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Quelle: na

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Nestlé: Bedarf an Palmöl soll bis 2015 zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau gedeckt werden

http://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/leben-und-wohnen/2014/Schmutziges-Palmoel-in-Procter-Gamble-Produkten.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 69


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

13.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Marrokanerinnen schuften für deutsche Supermärkte

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Ausbeutung stetig und Dumpinglöhne verstärkt. Unternehmen, sind im Bohnenanbau die ihre Produktion in Marokko und weit Dienstleistungen verbreitet. Frauen auslagern, leiden besonders lagern auch unter ihre

Reputationsrisiken den massiven Arbeitsrechtsverletzungen. und ihre gesellschaftliche Dies Verantwortung zeigt die Studie aus. "Nicht Die dementsprechende die Bohne wert" der Bedeutung Christlichen eines Initiative guten

Lieferkettenmanagements Romero (CIR), die jetzt veröffentlicht ist Unternehmen wird. Insgesamt wie auch Anlegern wurden 89 bewusst. FeldarbeiterInnen und PackerInnen der vier

führenden Bohnenproduzenten in der Region Souss Massa Draa (Quality Beans Maroc /QBM, Guernikako, Terre

Von Agronomique Ida Karlssonund Alamo) befragt, von wo unter anderem auch Edeka, Aldi Nord, Rewe und Kaiser's ihre Bohnen

beziehen. 2.300 der insgesamt 19.000 Tonnen Bohnen, die jedes Jahr von Deutschland importiert werden,

stammen aus Marokko.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten "Die meisten Arbeiterinnen sozialen Risiken geben wie an, den ausgebeutet Arbeitsbedingungen, zu werden", der sagt Kinderarbeit die (Co-)-Autorin und Mindestlöhnen. der Studie, Franziska Seit einiger Humbert. Zeit wird

das "Obwohl Konzept sie deutlich einen Rechtsanspruch breiter verstanden auf eine und dreimonatige um eine Vielzahl Mutterschutzfrist ökonomischer, haben, ökologischer werden und schwangere sozialer Frauen Fragen häufig ergänzt,

die entlassen alle Bereiche und erst der nach Wertschöpfungskette der Geburt wieder betreffen, angestellt. inklusive Kinderbetreuung Innovationsstärke.

ist ein Fremdwort und reguläre Arbeitsverträge die

Ausnahme."

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem "Am härtesten Lieferkettenmanagement haben die Arbeiterinnen beschäftigt. unter Diese den Dumpinglöhnen Entwicklung lässt zu sich leiden. im RobecoSAM Ihre Löhne reichen CSA beobachten. nicht aus, um Angefangen eine

Familie zu ernähren", weiß Sandra Dusch Silva von der entwicklungspolitischen Organisation CIR. Die Löhne der meisten

70 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

befragten Feldarbeiterinnen entsprechen nur knapp dem marokkanischen Mindestlohn von 150 Euro oder liegen sogar

darunter. Die 2004 festgelegte Armutsgrenze liegt jedoch bei 156 Euro. Gewerkschaften schätzen, dass heute ein

Mindestlohn von 500 Euro für eine durchschnittliche marokkanische Familie mit 6,4 Personen notwendig ist.

Prekär ist auch der Transport zu den Feldern. "Oft sind wir in einem Lastwagen übereinander gestapelt wie

Tiere", erzählt ein Feldarbeiter. In der untersuchten Anbauregion gab es 2011 und 2012 insgesamt acht Tote.

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Mitverantwortlich für diese katastrophalen Bedingungen sind deutsche Supermarktriesen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl

kontrollieren rund 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels und nutzen diese Macht gegenüber ihren Lieferanten aus,

um die Kosten zu drücken. Zwischen vorgeblicher sozialer Verantwortung und tatsächlicher Einkaufspraxis klafft eine

Lücke. "Edeka zahlt Unmengen für 'supergeile' Werbespots, aber Hungerlöhne für die Frauen, welche die Bohnen für ihre

Eigenmarken-Produkte anbauen", so Dusch Silva.

Die Christliche Initiative Romero fordert von den Supermarktkonzernen, ihren Lieferanten faire Preise zu zahlen, damit

diese den Kostendruck nicht an die Arbeiterinnen weitergeben. Gleichzeitig müssen sie die Arbeitsbedingungen entlang

ihrer Zuliefererkette offenlegen und einer glaubwürdigen Initiative zur Einhaltung von Sozialstandards beitreten.

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(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

Politik

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Ida Karlsson

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Quellen: Presse- und Informationsamt Berlin, Marion Lenzen, SVLuma / Fotolia

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1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Dietmar Meinert / pixelio.de)

26.03.2014

24.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

CSR in Nordrhein-Westfalen

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Noch vor wenigen stetig Jahren verstärkt. wäre Unternehmen, es ein Bild mit die Seltenheitswert ihre Produktion in und der Dienstleistungen CSR-Welt gewesen: auslagern, Die Düsseldorfer lagern auch ihre

Reputationsrisiken Rheinterrassen bis und an den ihre Rand gesellschaftliche gefüllt mit Besuchern, Verantwortung und mehr aus. als Die zehn dementsprechende Diskutanten drängten Bedeutung auf die eines Bühne, guten

Lieferkettenmanagements sodass ein zweites Podium ist zum Unternehmen Fuße der Hauptbühne wie auch Anlegern eröffnet werden bewusst. musste.

Von Ida Riccardo Karlsson Wagner

Im Der Corporate Anlass? Garrelt Sustainability Duin (SPD), Assessment Minister (CSA) für Wirtschaft, 2012 hat Energie, RobecoSAM Industrie, eine Mittelstand verbesserte und Rahmenbewertung Handwerk des Landes für dieNRW,

Nachhaltigkeit hatte im Oktober des 2013 Supply-Chain-Managements zum CSR Summit geladen. eingeführt. Das gewünschte Im Lieferkettenmanagement Signal war klar: In NRW liegt ist der CSR Fokus keine traditionell Mode, auf

vorgelagerten sondern traditionell sozialen fest Risiken in der Wirtschaft wie den Arbeitsbedingungen, verankert. Und so schwor der Kinderarbeit seiner und Eingangsrede Mindestlöhnen. die Anwesenden Seit einiger auf Zeit die wird

das Formel Konzept des Tages deutlich ein: breiter „Verantwortliches verstanden und Unternehmertum eine Vielzahl stärkt ökonomischer, den Standort ökologischer NRW und Deutschland“.

und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Duin: „Diese mit dem Begriff der ‚Corporate Social Responsibility’ umschriebenen Anforderungen an Unternehmen sind

kein Sahnehäubchen für konjunkturell gute Zeiten. Sie sind ein Grundpfeiler des Selbstverständnisses von Unternehmen

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.“

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 73


Verantwortung mit Tradition

Nordrheinwestfälische Industriemagnaten wie Alfred Krupp prägten bereits im 19. Jahrhundert das Ideal des Ehrbaren

Kaufmannes. So baute Krupp als einer der ersten Unternehmer eigene Wohnungen für seine Mitarbeiter und sorgte mit

einer Krankenversicherung für die rudimentäre Absicherung der betroffenen Familien. Gemäß dem Motto „Der Zweck der

Arbeit muss das Gemeinwohl sein“ führte auch sein Sohn, Friedrich Alfred Krupp, die Firmenphilosophie weiter und

prägte damit ganze Generationen von Unternehmern und auch die öffentliche Meinung.

Nicht umsonst verbindet sich heute mit dem Schlagwort „rheinischer Kapitalismus“, als Ausdruck einer sozial orientierten

Marktwirtschaft, der Gegenentwurf zum angelsächsischen, liberalen Marktmodell. Der französische

Wirtschaftswissenschaftler Michel Albert prägte in den 1990er Jahren diesen Begriff zur Beschreibung eines

wirtschaftlichen Zusammenlebens, das von engen Sozialpartnerschaften, Verflechtungen und Kooperationen gezeichnet

ist.

Neue Herausforderungen

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Längst gilt es aber nicht mehr, nur soziale Herausforderungen in Form existenzieller Absicherung zu meistern. NRW, als

26.03.2014

das mit über 17 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste und mit einem BIP von mehr als 580 Milliarden Euro

Nachhaltiges Lieferketten-Management

ebenfalls wirtschaftlich stärkste Bundesland, blickt auf eine bewegte Wirtschaftsgeschichte mit fundamentalen

Strukturänderungen zurück. Der Wandel von der montan- und schwerindustriell geprägten Wirtschaft zum modernen

Industrie-, Technologie-, Dienstleistungs- und Forschungsstandort ist längst noch nicht abgeschlossen. Ebenso machen

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Herausforderungen wie der demographische Wandel, der Klimawandel, der Verlust von Biodiversität,

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Ressourcenknappheit und Energiewende keinen Halt vor NRW.

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Die Inanspruchnahme der Unternehmen und der Appell an ihre gesellschaftliche Verantwortung kommen daher nicht von

ungefähr. Längst haben Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erkannt, dass allein die effektive, trisektorale Kooperation

Von Ida Karlsson

und die transparente und verbindliche Verantwortungsübernahme aller Beteiligten der einzig wirkungsvolle Weg sein wird,

um diese großen Themen zu sinnvollen Lösungen zu führen.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Politische Signale des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Mit Konzept der Verankerung deutlich breiter von CSR verstanden im Koalitionsvertrag und um eine der Vielzahl Rot-Grünen-Landesregierung ökonomischer, ökologischer wurde und 2012 sozialer ein wichtiges Fragen Signal ergänzt,

die gesetzt. alle Bereiche Sie möchte der Wertschöpfungskette damit – nach eigenem betreffen, Bekunden inklusive – der Innovationsstärke.

verantwortlich wirtschaftende Unternehmen in ihrer Vorbildrolle stärken, Anreize zur Übernahme gesellschaftlicher

Im Verantwortung Laufe der vergangenen und Unterstützung zehn Jahre bei der haben Umsetzung sich die Unternehmen von CSR in Branchen im Licht und von Regionen Nachhaltigkeitsaspekten leisten sowie CSR- intensiver mit

ihrem Kooperationen Lieferkettenmanagement zwischen Hochschulen beschäftigt. und Unternehmen Diese Entwicklung stärken. lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Einen praktischen Anreiz hat die Landesregierung mit der Verabschiedung des Tariftreue- und Vergabegesetztes TVgG-

NRW im Mai 2013 gesetzt. Es soll für fairen Wettbewerb und die Einhaltung von Tarifen und Sozialstandards bei der

Vergabe von öffentlichen Aufträgen sorgen. Festgelegt ist hier u.a. ein Mindestlohn von 8,62 Euro – der auch für

Leiharbeiter gilt. Zudem wurden weitere Anforderungen z.B. zur Frauen und Familienförderung integriert.

74 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Doch auch für die eigene Politik möchte sich die Landesregierung mit dem Beschluss der Entwicklung einer

Nachhaltigkeitsstrategie NRW klare Leitplanken für die Arbeit setzen. Die Strategie soll nach eigenen Aussagen

ökologische Verantwortung, ökonomische Vernunft und soziale Gerechtigkeit miteinander verknüpfen. Die bereits

verabschiedeten Eckpunkte der Strategie, die bis zum Jahr 2015 ausgearbeitet werden soll, sind:

• Grüne & faire Wirtschaft

• Soziales

• Klimaschutz und Klimaanpassung

• Mobilität

• Biodiversität

• Fläche

• Eine Welt

• Bildung für nachhaltige Entwicklung

So sollen Themen wie Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, regionale Wertschöpfung, Menschenrechte, Sozial- und

Öko-Standards, CO2-Reduktion (25 Prozent bis 2020, 80 Prozent bis 2050), Verkehrs- und Logistikkonzepte,

Renaturierung von Lebensräumen (45 Prozent der 43.000 Tier- und Pflanzenarten in NRW sind gefährdet, vom

Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben) Eingang in die Tagespolitik finden.

Dass es mit der Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips noch ein weiter Weg sein wird, macht LAG 21 Geschäftsführer

Dr. Klaus Reuter deutlich: „Obwohl wir viele ermutigende Ansätze beschreiben können, steht auch zwanzig Jahre nach

Rio ein Agenda 21-Mainstreaming noch aus.“

So zeigte sich im Rahmen einer Studie der LAG 21, dass 57 Prozent der befragten 182 Kommunen und Kreise über

einen entsprechenden Agenda-Beschluss verfügen und 34 Prozent über eine Energie- und Klimaschutzstrategie.

Zusätzliches Personal oder Sachmittel zur Umsetzung stellt dafür nicht einmal jede zweite Kommune oder Kreis zur

Verfügung.

Entwicklungspotenzial vorhanden

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Die 396 Kommunen des Landes NRW sind damit zwar auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, doch vor allem in Sachen

Transparenz und Kommunikation ist noch erhebliches Potenzial vorhanden. Auf Landesebene liegt hier zumindest ein

umfassender Umweltbericht vor, der auf gut 140 Seiten ausführlich alle relevanten Themen darlegt. Im Bereich der

Kommunalverwaltung sucht man eine Nachhaltigkeitsberichterstattung jedoch meist vergebens. So hat der Kreis Unna

gemeinsam mit seinen zehn Städten und Gemeinden als eine der ersten Kommunen in NRW 2013 seinen ersten

Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Auf 75 Seiten werden dort für die Handlungsfelder Bildung, Wirtschaft, Fläche, Klima

und Mobilität insgesamt 40 Ziele für die Entwicklung der nächsten Jahre formuliert und Auskunft über den Status quo

gegeben. Bleibt abzuwarten, wie schnell dieses Vorhaben Schule macht – angesichts der knappen Ressourcen darf man

hier vermutlich nicht allzu euphorisch sein.

CSR in der Unternehmensstrategie

Dass VerANTWORTung eng mit Antwort-geben, also Dialog, Kommunikation und Transparenz zu tun hat, ist auf der

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 75


Unternehmensseite inzwischen ein Allgemeinplatz – zumindest bei den Großunternehmen des Landes. Mit den

umsatzstärksten Unternehmen, wie den Versorgern E.ON, RWE und Deutsche BP, den Einzelhandelskonzernen Metro,

REWE, ALDI (Süd/Nord), dem Telekommunikationsdienstleister Deutsche Telekom, dem Logistikdienstleister Deutsche

Post, dem Maschinen- und Anlagenbauer ThyssenKrupp und dem Chemieriesen Bayer, verfügt NRW nicht nur über

wichtige Leuchttürme der deutschen Wirtschaft, sondern auch über eine ganze Reihe von Unternehmen, die zu den

Vorreitern des CSR-Managements in Deutschland zählen.

Nicht zu vergessen, die zahlreichen familiengeführten Traditionsunternehmen, die mitunter weltweit agierende Konzerne

sind und seit vielen Jahrzehnten für Nachhaltigkeit und faires Wirtschaften stehen, wie zum Beispiel der Oetker-Konzern

oder Hausgerätehersteller Miele, der seine Qualitätsstrategie vor allem auf der Motivation und Loyalität seiner Mitarbeiter

aufbaut und seit Jahren mit einer Fluktuationsrate von circa einem Prozent Maßstäbe setzt.

CSR im Mittelstand – ein zartes Pflänzchen

Von der Wirtschaft NRWs zu sprechen und dabei nur große Namen im Blick zu haben, wäre jedoch ein Fehler – denn von

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

den insgesamt gut 750.000 Unternehmen in NRW sind mehr als 99 Prozent sogenannte kleine und mittelständische

Unternehmen. Nach Definition der EU sind dies Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und weniger als 50 Mio.

26.03.2014

Euro Jahresumsatz. Von den 1, 3 Billionen Euro Umsatz aller Unternehmen in NRW im Jahr 2012 entfielen gut 34

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Prozent, beinahe 500 Milliarden, auf die KMU des Landes, dabei stellen sie mit über 3 Miollionen mehr als die Hälfte aller

sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze.

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Wer also von der Wirksamkeit der Unternehmensverantwortung für den Standort NRW spricht, muss vor allem auch diese

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Unternehmen erreichen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Jahr 2011 das Projekt

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Unternehmensverantwortung im Mittelstand ins Leben gerufen. Von insgesamt 72 aktiven Projekten sind mehr als

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

zwanzig Projekte in NRW beheimatet.

Von Ida Karlsson

CSR-Förderung im Mittelstand– der Grundstein ist gelegt

Im Die Corporate NRW Projekte Sustainability decken dabei Assessment ein großes (CSA) regionales 2012 hat und RobecoSAM inhaltliches eine Spektrum verbesserte ab. Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit So treibt beispielsweise des Supply-Chain-Managements die Bertelsmann Stiftung eingeführt. ihr bereits Im erfolgreich Lieferkettenmanagement pilotiertes Projekt liegt „Verantwortungspartner“ der Fokus traditionell mit auf

vorgelagerten moderativer Unterstützung sozialen Risiken aus wie Gütersloh den Arbeitsbedingungen, in bundesweit 15 Regionen der Kinderarbeit voran. In und NRW Mindestlöhnen. ist das Projekt, Seit auch einiger bereits Zeit vor wird der

das ESF-Förderung, Konzept deutlich in der breiter Region verstanden Lippe vertreten. und um Die eine Stiftung Vielzahl ist ökonomischer, zudem für die bundesweite ökologischer Vernetzung und sozialer der Fragen ESF- ergänzt,

die Projektträger alle Bereiche zuständig. der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Der Laufe UPJ der e.V. vergangenen ist ebenfalls mit zehn einem Jahre bundesweit haben sich ausgerichteten die Unternehmen Projekt im Licht auch von in NRW Nachhaltigkeitsaspekten aktiv. Das „CSR Regio.Net“ intensiver Projekt mit

ihrem schult Lieferkettenmanagement und begleitet in NRW insgesamt beschäftigt. zwölf Diese Unternehmen Entwicklung über lässt einen sich Zeitraum im RobecoSAM vom drei CSA Jahren. beobachten. „Wir bieten Angefangen den

Unternehmen in mehreren Beratungstagen und Workshops eine Einführung in alle CSR-Handlungsfelder, mit dem Ziel,

gemeinsam mit diesen Teilnehmern einen CSR Fahrplan zu entwickeln“, erklärt Moritz Blanke, Berater des UPJ

Netzwerkes. „Uns und die Unternehmen begeistert vor allem, welche Motivation rund um das Thema entsteht, was sich

auch darin zeigt, dass alle Unternehmen ihre Bemühungen selbstständig und dauerhaft fortsetzen wollen“, so Blanke

weiter. Doch für ihn ist klar: „CSR ist im Mittelstand noch ein Nischenthema, deshalb ist es wichtig, dass der Ansatz auch

in der öffentlichen Diskussion auf der Agenda gehalten wird“. Dem pflichtet auch Dr. Frank Osterhoff, Projektleiter der

76 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

„Verantwortungspartner“, bei: „CSR braucht im Mittelstand noch einige Starthilfe und Moderation, um die Bandbreite der

Chancen des Themas verständlich und auch nutzbar zu machen“.

So bietet beispielweise der Future e.V. in seinem Projekt DemographieFit konkrete Hilfe zur Bewältigung der

Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt. „Viele Unternehmer gehen mit den Themen aus dem

CSR-Spektrum eher intuitiv um. Das möchten wir für eine ganz konkrete Problemstellung beheben, indem wir ihnen, im

Rahmen unserer Beratung, analytisch aufzeigen, wo Risiken und Potenziale für das Unternehmen bei der

Mitarbeiterentwicklung liegen und ihnen helfen, die Erkenntnisse strategisch umzusetzen – was letztlich zu einer

umfassenderen CSR-Strategie führen kann“, erklärt Udo Westermann, Vorstand des future e.V.

Die Schwierigkeit, CSR als Gesamtpaket bei den KMU zu platzieren, haben auch andere Projekte erkannt und sich

deshalb gezielt auf Einzelaspekte in der Unternehmensansprache konzentriert. Wie das Projekt „Bocholter Unternehmer

engagieren sich für Bocholt“, das sich in erster Linie mit den Themenfeldern Mitarbeiter und Gesellschaft befasst.

„Darüber hinaus haben wir in unserer Steuerungsgruppe einen Maßnahmenkatalog für Bocholt entwickelt, denn aus

unserer Sicht spielt CSR auch bei der Regionalentwicklung eine wichtige Rolle“, sagt Klaus Merten, Projektleiter in

Bocholt.

Ein Ansatz, der auch bei der CSR Initiative Rheinland der IHK Bonn/Rhein-Sieg verfolgt wird. Das Projekt hat sich

insgesamt vier Handlungsfeldern verschrieben: CSR Information und Schulung über Workshops und Sprechstunden für

Unternehmen und NGOs, CSR-Erstberatung inkl. eines CSR-Checks nach ISO 26000, Etablierung eines CSR

Netzwerkes im Rheinland und der Förderung von CSR-Kooperationen, die ebenfalls auf einem, im Partnerkreis der

Initiative abgestimmten, Themenkatalog für die Region beruhen. „Wir wollen mit der CSR Initiative Rheinland, auch über

den Projektzeitraum hinaus, ein Kompetenz- und Vernetzungszentrum zum Thema CSR im Rheinland schaffen. Dafür

haben wir bereits ein Netzwerk gebildet, dem neben der Bundesstadt Bonn, dem Landschaftsverband Rheinland, dem

Bistum Aachen, der Handwerkskammer zu Köln oder auch dem Generali Zukunftsfonds noch weitere große

gemeinnützige Institutionen und Verbände als Partner angehören“, sagt Michael Pieck, Pressesprecher der IHK

Bonn/Rhein-Sieg.

In der Region KölnBonn sind mit den Projekten der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg („Förderung von weiblichen

Führungskräften“), dem 3 Win e.V.(„Personalentwicklung durch Engagement“) zwei weitere Projekte vertreten, die sich

vor allem über das Themenfeld Mitarbeiter dem Thema CSR nähern. „Personalentwicklungsziele mithilfe von Aktivitäten

bei und für gemeinnützige Zwecke zu verbinden, ist aus unserer Sicht, gerade für KMU, eine effiziente Alternative zu

üblichen Personalentwicklungsmaßnahmen“, erläutert Dieter Schöffmann, Vorstand von 3WIN.

Über die Platzierung von Absolventinnen als „CSR-Kümmerer“ positioniert sich die Hochschule Rhein-Sieg erfolgreich bei

KMUs der Region. „Das Thema Fachkräfte bewegt die Unternehmen, denn es betrifft sie schon heute ganz konkret – hier

haben wir angesetzt. In unserem Projekt haben wir bisher neun Unternehmen über einen längeren Zeitraum begleitet, in

sechs Unternehmen waren Studentinnen der Hochschule über einen längeren Zeitraum im Einsatz, wovon vier auch

direkt ein Beschäftigungsangebot erhalten haben“, sagt Simone Matthei, Leiterin des Projektes.

Autoren:

Riccardo Wagner und Marcus Eichhorn sind Inhaber der CSR-Agentur BetterRelations in Brühl bei Bonn.

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 77


Die Erfahrung, dass KMU bei CSR kompetente Hilfe über einen längeren Zeitraum benötigen, hat auch Martina

Meeuvissen, Projektleiterin des Projektes CSR Mehrwert der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreis Neuss gemacht. “Wir

haben im Projekt Unternehmen aus fünf wichtigen Kernbranchen in einem mehrstufigen Workshopprozess begleitet. Wir

sind froh, dass alle Unternehmen diesen Weg mit uns konsequent gegangen sind und sich in jedem der insgesamt 23

Unternehmen konkrete CSR-Projekte und Strategien entwickelt haben, die auch über den Projektzeitraum hinaus verfolgt

werden.“

Einen etwas anderen Ansatz hat das Projekt „MIT 3 – Mitverantwortung und Mitbestimmung im Mittelstand“ gewählt. Das

DGB Bildungswerk NRW hat es sich mit dem Projekt zur Aufgabe gemacht, Betriebsräte für das Thema CSR zu

gewinnen. „Wir sind im ersten Schritt bei sehr vielen Betriebsräten und Unternehmen auf offene Ohren gestoßen. So

konnten wir insgesamt bisher gut 70 Betriebe persönlich besuchen und werden zunächst circa 15 davon intensiver

beraten und begleiten“, erklärt Nikolaus Bley, Leiter des Projektes. „Wichtig ist es dabei, dass wir es schaffen, dass das

Thema CSR für die Agenda des Betriebsrates fruchtbar gemacht wird und dass sich eine gute Zusammenarbeit mit der

Geschäftsleitung entwickelt, die wir auch von Anfang an einbinden“. CSR, als fester Bestandteil der

Unternehmensstrategie, sieht Bley jedoch noch als Zukunftsmusik bei vielen Unternehmen. „Der Informationsbedarf ist

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

riesig und wir sollten mit der Marke „CSR in Germany“ den besonderen bundesdeutschen Weg aus CSR, Ehrbarer

Kaufmannstradition und Mitbestimmung weitergehen.“

26.03.2014

Nachhaltiges Die CSR Welt expandiertLieferketten-Management

Doch auch jenseits der geförderten CSR-Projekte entwickelt sich in NRW eine immer buntere CSR Welt. Ob „CSR-

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Frühstücke“, „Marktplatz Gute Geschäfte“, Verbandsaktivitäten wie die des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik, der

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

studentischen Nachhaltigkeitsorganisation sneep oder auch regionale Netzwerke wie das „CSR-Netzwerk Dortmund“, das

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

auf Betreiben der Stadt Dortmund, Unternehmensvertretern und der evangelischen Kirche im September 2013 ins Leben

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

gerufen wurde – CSR als Diskussionsthema und als Managementkonzept wird immer öfter sichtbar.

Von Ida Karlsson

Welchen Stellenwert CSR in den nächsten Jahren einnehmen wird, zeigt sich vor allem bei einem Blick auf die

Bildungslandschaft in NRW. So sprießen inzwischen nicht nur die Angebote zu praktischen Weiterbildungen, z.B. als

Im CSR Corporate Manager Sustainability (z.B. IHK Bonn/Rhein-Sieg), Assessment (CSA) aus 2012 dem hat Boden, RobecoSAM sondern auch eine verbesserte die Universitäten Rahmenbewertung und Fachhochschulen für die

Nachhaltigkeit nehmen sich in des großer Supply-Chain-Managements Breite des Themas an. Einen eingeführt. guten Überblick Im Lieferkettenmanagement bietet hier der 2012 liegt veröffentlichte der Fokus CSR-Atlas, traditionell auf der

vorgelagerten auf mehr als 200 sozialen Seiten Risiken einen Großteil wie den Arbeitsbedingungen, der Aktivitäten in NRW der vorstellt Kinderarbeit (www.csr-atlas.de).

und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die Immer alle Bereiche mehr Hochschulen der Wertschöpfungskette gehen darüber hinaus betreffen, den inklusive Weg, eigene der Innovationsstärke.

Institute mit dem Themenschwerpunkt CSR und

Nachhaltigkeit zu gründen. Beispielsweise das IZNE (Internationales Zentrum für nachhaltige Entwicklung) der

Im Hochschule Laufe der Bonn/Rhein-Sieg, vergangenen zehn das Jahre es sich haben zum sich Ziel die gesetzt Unternehmen hat, Studierende, im Licht von neben Nachhaltigkeitsaspekten der Vermittlung von intensiver mit

ihrem Fachkompetenzen, Lieferkettenmanagement für die gesellschaftlichen beschäftigt. Diese Herausforderungen Entwicklung lässt zu sich sensibilisieren im RobecoSAM und entsprechend CSA beobachten. auszubilden. Angefangen Dafür

arbeitet das IZNE hochschulübergreifend mit Professoren verschiedenster Fachrichtungen. Oder das EthNa

Kompetenzzentrum CSR der Hochschule Niederhein, das sich mit den Themen Wirtschafts- und Unternehmensethik,

CSR und Nachhaltigkeit befasst und hochschulinterne, aber auch hochschulexterne, Bildungsangebote, Forschungen und

Beratung anstrebt.

NRW – ein CSR-Land im Aufbruch

78 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


Unternehmen und NGOs, CSR-Erstberatung inkl. eines CSR-Checks nach ISO 26000, Etablierung eines CSR

Netzwerkes im Rheinland und der Förderung von CSR-Kooperationen, die ebenfalls auf einem, im Partnerkreis der

Initiative abgestimmten, Themenkatalog für die Region beruhen. „Wir wollen mit der CSR Initiative Rheinland, auch über

den Projektzeitraum hinaus, ein Kompetenz- und Vernetzungszentrum zum Thema CSR im Rheinland schaffen. Dafür

1

haben wir bereits ein Netzwerk gebildet, dem neben der Bundesstadt Bonn, dem Landschaftsverband Rheinland, dem

Bistum Aachen, der Handwerkskammer zu Köln oder auch dem Generali Zukunftsfonds noch weitere große

gemeinnützige Institutionen und Verbände als Partner angehören“, sagt Michael Pieck, Pressesprecher der IHK

Bonn/Rhein-Sieg.

April

2014

In der Region KölnBonn sind mit den Projekten der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg („Förderung von weiblichen

Führungskräften“), dem 3 Win e.V.(„Personalentwicklung durch Engagement“) zwei weitere Projekte vertreten, die sich

Die Vielzahl von Aktivitäten zu Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit, die hier nur in Auszügen skizziert werden

vor allem über das Themenfeld Mitarbeiter dem Thema CSR nähern. „Personalentwicklungsziele mithilfe von Aktivitäten

können, macht vor allem eines deutlich – CSR ist fester Bestandteil der Unternehmenszukunft und spielt bei der

bei und für gemeinnützige Zwecke zu verbinden, ist aus unserer Sicht, gerade für KMU, eine effiziente Alternative zu

Entwicklung des Wirtschaftsstandortes NRW eine Schlüsselrolle – dafür war nicht zuletzt die große Teilnahmebereitschaft

üblichen Personalentwicklungsmaßnahmen“, erläutert Dieter Schöffmann, Vorstand von 3WIN.

am CSR Summit eindrucksvoller Beleg. Nun gilt es, die junge Pflanze zu stützen und behutsam aufzuziehen.

Über die Platzierung von Absolventinnen als „CSR-Kümmerer“ positioniert sich die Hochschule Rhein-Sieg erfolgreich bei

Quelle

KMUs der Region. „Das Thema Fachkräfte bewegt die Unternehmen, denn es betrifft sie schon heute ganz konkret – hier

haben

Der

wir

Beitrag

angesetzt.

erschien

In unserem

im Original

Projekt

im Jahrbuch

haben wir bisher

Global

neun

Compact

Unternehmen

Deutschland

über

2013

einen längeren Zeitraum begleitet, in

sechs Unternehmen waren Studentinnen der Hochschule über einen längeren Zeitraum im Einsatz, wovon vier auch

direkt ein Beschäftigungsangebot erhalten haben“, sagt Simone Matthei, Leiterin des Projektes.

Autoren: Related Posts

Riccardo Wagner und Marcus Eichhorn sind Inhaber der CSR-Agentur BetterRelations in Brühl bei Bonn.

Duin: CSR definiert Verhältnis von Staat und Wirtschaft

CSR in Nordrhein-Westfalen

Bayer legt integrierten Nachhaltigkeitsbericht vor

EU will Berichtspflicht für CSR

HOCHTIEF veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013

http://www.umweltdialog.de/de/csr-management/Gastbeitrag/2014/CSR-in-NRW.php

Landgrabbing_E_Card_500x355.jpg (JPEG-Grafik, 500 × 355...

http://www.misereor.de/fileadmin/redaktion/Landgrabbing_E...

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Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 79


24.02.2014

Erfolgreiche Klagen im Namen der Natur

Etwa die Hälfte aller umweltrechtlichen Klagen der deutschen Umweltverbände ist erfolgreich. Damit wird das

Ziel des Verbandsklagerechts erreicht, für die Einhaltung umweltrechtlicher Vorgaben zu sorgen und negative

Auswirkungen von Industrie- und Infrastrukturvorhaben für die Umwelt zu verhindern oder weitgehend zu

verringern.

Das Öko-Institut wertete im Auftrag des Umweltbundesamts gemeinsam mit der Sonderforschungsgruppe

Institutionenanalyse (sofia, Hochschule Darmstadt) erstmals die nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz erhobenen

Verbandsklagen von 2006 bis 2012 aus. 48 Prozent aller Klagen vor den Verwaltungsgerichten waren dabei ganz oder

teilweise erfolgreich.

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Wichtige Erkenntnis der Studie: Verbände prüfen die erweiterten Klagemöglichkeiten, die der deutsche Gesetzgeber

einräumt, sorgfältig: So gab es zwischen 2006 und 2012 insgesamt 58 Klagen, also etwa 12 pro Jahr. Im Vergleich zu

26.03.2014

den mehr als 700 Umweltverträglichkeitsprüfungen, die jährlich durchgeführt werden, sind dies lediglich 1,7%.

Nachhaltiges Lieferketten-Management

„Wir sehen, dass die Verbände von ihrem Recht, als Anwalt der Umwelt aufzutreten, sehr verantwortungsvoll Gebrauch

machen“, fasst Falk Schulze, Projektleiter am Öko-Institut und Experte für Umweltrecht, zusammen. „Das beweist auch

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

der Erfolg der Klagen – vielfach kann dadurch erreicht werden, dass beispielsweise weniger Schadstoffe in die Umwelt

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

gelangen oder dass Belange des Natur- und Artenschutzes z.B. durch Auflagen stärker berücksichtigt werden müssen.“

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Mehr Verständigung im Vorfeld

Von Ida Karlsson

Die Befragung von mehr als 35 Akteuren ausgewählter Klageverfahren durch die Forschungsgruppe sofia ergab zudem,

Im dass Corporate die Einwände Sustainability der Umweltverbände Assessment (CSA) meist 2012 auch von hat RobecoSAM den Behörden eine und verbesserte Vorhabenträgern Rahmenbewertung positiv bewertet für werden. die So

Nachhaltigkeit konnten durch des die Supply-Chain-Managements verstärkte Kommunikation im eingeführt. Verfahrensverlauf Im Lieferkettenmanagement sowohl im Verwaltungsverfahren liegt der Fokus als auch traditionell bei der auf

vorgelagerten Konzeption der sozialen Projekte Risiken Verbesserungen wie den Arbeitsbedingungen, erzielt werden. der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die „Die alle Befürchtung, Bereiche der die Wertschöpfungskette Verbandsklage werde betreffen, zur Blockade inklusive von Investitionen der Innovationsstärke. missbraucht oder führe zu einer Überlastung

der Gerichte, ist damit widerlegt“, erläutert Prof. Dr. Martin Führ, Projektleiter und Professor für Umweltrecht an der

Im Hochschule Laufe der Darmstadt. vergangenen „Im zehn Gegenteil, Jahre haben wir sehen, sich dass die Unternehmen durch die Einwände im Licht der von Umweltverbände Nachhaltigkeitsaspekten Vieles berücksichtigt intensiver mit

ihrem werden Lieferkettenmanagement kann, was der Projektträger beschäftigt. im ersten Diese Schritt Entwicklung nicht bedacht lässt hat.“ sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

80 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

Verbesserungen empfohlen

April

Der Vergleich bestehender Klagerechte in Polen, Österreich und den Niederlanden, den das Öko-Institut angestellt hat,

2014

zeigt zudem weitere Verbesserungsmöglichkeiten auf. Zum einen sei es wünschenswert, dass die Umweltverbände noch

einfacher Kenntnis erlangen von anstehenden Zulassungsverfahren, zum anderen sollte die Übermittlung von

Antragsunterlagen erleichtert werden. Weiterhin sollte die Frist für Einwendungen, so der Jurist des Öko-Instituts, von

derzeit sechs Wochen auf mindestens zwei Monate verlängert werden.

Auch der „Umweltanwalt“ wie in Österreich, der als weiterer, unabhängiger Akteur im Verwaltungsverfahren auftreten

kann oder naturwissenschaftlich-technische Beratungsgremien für Richter wie in den Niederlanden, wären Möglichkeiten,

weitere Verbesserungen im Sinne umweltverträglicherer Planungsprozesse zu erzielen.

Völker- und europarechtlicher Hintergrund zur erweiterten Klagemöglichkeit nach dem Umwelt-

Rechtsbehelfsgesetz

Die erweiterten Klagemöglichkeiten für Umweltverbände im Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz gehen auf die EU-Richtlinie zur

Öffentlichkeitsbeteiligung zurück. Damit entsprechen die EU und ihre Mitgliedsstaaten der Aarhus-Konvention, die seit

2001 mehr Öffentlichkeitsbeteiligung bei Entscheidungsverfahren zu Gunsten der Umwelt festschreibt. Die

völkerrechtliche Vereinbarung haben sowohl die EU-Mitgliedsstaaten als auch die EU selbst ratifiziert. Derzeit berät die

EU-Kommission über den möglichen Erlass einer Richtlinie zum verbesserten Gerichtszugang in

Umweltangelegenheiten. Das Konsultationsverfahren, an dem sich das Öko-Institut mit einer Stellungnahme beteiligt hat,

wurde Ende September 2013 abgeschlossen.

Nach Abschluss der Studie hat der Europäische Gerichtshof in dem „Altrip-Urteil“ vom 7. November 2013 (Az.: C-72/12)

die Klagemöglichkeiten von Umweltverbänden weiter gestärkt. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner

Entscheidung zum „Luftreinhalteplan Darmstadt“ (7 C 21.12) die Klagemöglichkeiten ausgeweitet. „Der Gesetzgeber ist

jetzt aufgefordert, das deutsche Recht an die Vorgaben der EU und des Völkerrechts anzupassen“, sagt Projektleiter

Martin Führ.

Studie „Evaluation von Gebrauch und Wirkung der

Verbandsklagemöglichkeiten nach dem Umwelt-

Rechtsbehelfsgesetz“ von Öko-Institut und sofia

Darmstadt auf der Website des Umweltbundesamtes

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http://www.umweltdialog.de/de/politik/deutschland/2014/Erfolgreiche-Klagen-im-Namen-der-Natur.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 81


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Europaische Kommission / C. Lambiotte)

26.03.2014

24.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

EU könnte sich Klima-Vorreiterrolle leisten

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Aktuell diskutieren stetig verstärkt. die Regierungs-Chefs Unternehmen, der die EU ihre Mitgliedsländer Produktion und in Brüssel Dienstleistungen die Einführung auslagern, eines ehrgeizigen

lagern auch ihre

Reputationsrisiken Reduktionsziels für und Treibhausgase ihre gesellschaftliche bis 2030. Obwohl Verantwortung die weltweiten aus. Die Klimaverhandlungen dementsprechende nur Bedeutung langsam eines voranguten

Lieferkettenmanagements kommen, könnte Europa als ist Pionier Unternehmen des Klimaschutzes wie auch Anlegern die zukünftige bewusst. globale Erwärmung um mehr als ein Grad

verringern – wenn sein Handeln Signalwirkung für andere Länder hat, so dass diese sich ab 2030 gleichfalls

Von beteiligen. Ida Karlsson Dies zeigt eine jetzt veröffentliche Studie.

Im Zwar Corporate müssten Sustainability die großen Emittenten Assessment wohl (CSA) bereits 2012 deutlich hat RobecoSAM vor 2030 am eine globalen verbesserte Klimaschutz Rahmenbewertung mitwirken, um für eindie

Nachhaltigkeit zeitweises Überschreiten des Supply-Chain-Managements der Zwei-Grad-Grenze eingeführt. für die globale Im Lieferkettenmanagement Erwärmung noch zu verhindern. liegt der Doch Fokus selbst traditionell wenn sie auf

vorgelagerten erst ab 2030 die sozialen notwendigen Risiken Schritte wie den unternähmen, Arbeitsbedingungen, würde das der Überschreiten Kinderarbeit und auf etwa Mindestlöhnen. 0,2 bis 0,4 Seit Grad einiger CelsiusZeit wird

das beschränkt Konzept bleiben. deutlich Die breiter Kosten verstanden der Vorreiterrolle und um eine wären Vielzahl für die ökonomischer, EU gering. Nachzügler ökologischer hätten und zwar sozialer den Vorteil Fragen anfänglich ergänzt,

die geringerer alle Bereiche Kosten, der aber Wertschöpfungskette später höhere Kosten betreffen, beim Übergang inklusive zur der überwiegend Innovationsstärke. CO2-freien Wirtschaftsweise.

Im „Die Laufe krisengeschüttelte der vergangenen EU zehn ist unsicher, Jahre haben ob sie sich es sich die Unternehmen noch leisten kann, im Licht beim von Klimaschutz Nachhaltigkeitsaspekten eine Vorreiterrolle intensiver mit

ihrem einzunehmen“, Lieferkettenmanagement sagt Leit-Autor Elmar beschäftigt. Kriegler Diese vom Entwicklung Potsdam-Institut lässt für sich Klimafolgenforschung RobecoSAM CSA (PIK). beobachten. „Falls dieAngefangen

internationale Klimapolitik weiterhin wenig Fortschritte macht, und falls es eines Wegbereiters bedarf, um dem Ganzen

82 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

eine Richtung zu geben, könnte die EU-Initiative viel bewegen. Eine Reduzierung um mehr als ein Grad würde bedeuten,

dass eine ganze Menge Klimaschäden vermieden werden könnten.“ Diese Strategie funktioniert aber nur, wenn der Rest

der Welt sich letztendlich anschließt, da eine einzelne Region allein den Klimawandel nicht wirkungsvoll bekämpfen kann.

„Beispielhaftes Handeln muss andere Länder überzeugen“, sagt Kriegler. „Daher sichern Vorreiter den Erfolg ihrer

Anstrengungen am besten damit, dass sie die ökonomische Machbarkeit demonstrieren und es für andere attraktiv

machen, sich daran zu beteiligen.“

Die zusätzlichen Kosten für die EU werden als gering eingeschätzt, da sie bereits heute eine wirksame Klima- und

Energiepolitik betreibt, bei der eine Emissionsreduzierung von 30 Prozent bis 2030 erwartet wird. Die Studie untersucht

die mögliche Vorreiterrolle der EU in Übereinstimmung mit ihren Plänen für eine Reduzierung ihres Ausstoßes von

Treibhausgasen um 40 Prozent bis 2030, verglichen mit dem Emissionsniveau von 1990.

Verlagerung von Emissionen nur in geringem Umfang

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Ein weiterer Grund, warum die Kosten für Europa als gering eingeschätzt werden, ist der voraussichtlich geringe Umfang

des so genannten ‚Carbon Leakage’. Bei einer Beschränkung des Ausstoßes von Treibhausgasen besteht oft die

Befürchtung, dass energieintensive Industrien in Teile der Welt mit niedrigeren Umweltstandards abwandern. Oder dass

ein rückläufiger Verbrauch von fossilen Brennstoffen durch Klimaschutzmaßnahmen in einer Region die Weltmarktpreise

für Kohle, Öl und Gas reduziert und hierdurch den Verbrauch anderenorts steigen lässt. Beide Effekte könnten die

Bemühungen von Vorreitern zunichte machen. In der Studie wird dieser Effekt jedoch als gering eingeschätzt. Nur etwa

20 Prozent oder weniger der Emissionen würden verlagert statt vermieden werden, so das Ergebnis des ganz

überwiegenden Teils der Computersimulationen. Diese Leakage-Rate misst den Anteil von zusätzlichen Emissionen im

Rest der Welt verglichen mit der Emissionsreduzierung des Vorreiters.

Falls China zusammen mit der EU auf dem Weg zu einer weltweiten Emissionsreduktion voran ginge, könnte dies die

Emissionen bis 2030 um ein vielfaches dessen verringern, was die EU allein erreichen könnte. Damit würde sich die

Wahrscheinlichkeit, die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten, leicht erhöhen. Chinas kurzfristige

Vermeidungskosten wären allerdings deutlich höher als die der Europäischen Union. „Damit für China ein solches

Szenario interessant wird, müsste die Betrachtung auch auf zusätzlichen Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen wie

namentlich die verringerte Luftverschmutzung ausgeweitet werden“, sagt Kriegler. „Abgesehen hiervon müssen

Nachzügler abwägen zwischen niedrigeren kurzfristigen Kosten und später höheren Übergangskosten. Und dies würde

auch für China gelten.“

Investitionen in fossile Infrastruktur könnte Milliardenverschwendung sein

Wenn Nachzügler sich an einem globalen Regelwerk für den Klimaschutz beteiligen, bedeutet das für sie eine

Herausforderung: sie müssen in kurzer Zeit den Sprung von einer schwachen zu einer starken Emissionsreduktion

schaffen, so die Studie. „Das Risiko, auf eine auf fossilen Brennstoffen basierende Infrastruktur festgelegt zu sein, ist ein

Hauptargument gegen verzögerndes Handeln“, sagt Ko-Autor Keywan Riahi vom International Institute for Applied

Systems Analysis (IIASA). Dies trifft zum Beispiel auf den Neubau von Kohlekraftwerken zu. „Heutige Energieplaner

treffen Investitionsentscheidungen in Milliardenhöhe – die sich als falsch erweisen könnten, sobald eine Klimapolitik

eingeführt ist. Daher ist eine verzögerte Kllimapolitik kostenträchtig; ganz abgesehen von dem Risiko, dass strenge

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 83


Klimaziele außer Reichweite geraten könnten.“

Die neue Multimodell-Studie ist Teil des AMPERE-Projektes („Assessment of Climate Change Mitigation Pathways and

Evaluation of the Robustness of Mitigation Cost Estimates“) und wird in einer Sonderausgabe der Zeitschrift

Technological Forecasting & Social Change veröffentlicht. Mit AMPERE wurde eine europäische Plattform von

modernsten Energie-Ökonomie-Computermodellen geschaffen, mit welchen eine Reihe von Analysen zu den Folgen

kurzfristiger Klimapolitik für die Erreichung langfristiger Klimaziele durchgeführt worden sind. Das Projekt wird vom PIK

und IIASA koordiniert. Finanziert wird es von der Europäischen Union.

Quelle: UD/pm

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Klimawandel: Virtuelle Bauern sollen Folgen zeigen

Klimawandel fatal für Meere und Alle, die davon leben

Unternehmen profitieren vom EU Emissionshandel

DIE AUSBEUTUNG DER

MEERE STOPPEN?

WIR HABEN ES IN DER HAND!

E.ON-Vorstand Teyssen: Europa muss bei Klimafragen vorangehen

KfW unterstützt Entwicklungsländer mit neuen Lösungsansätzen

http://www.umweltdialog.de/de/politik/europa/2014/EU-koennte-sich-Klima-Vorreiterrolle-leisten.php

Heike Vesper

Leiterin Meeresschutz

UNTERSTÜTZE

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* Eine SMS kostet 5 Euro, davon gehen 4,83 Euro direkt an den WWF. Kein Abo; zzgl. Kosten für eine SMS.

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dafür, dass zukünftig nur noch so viel Fisch gefangen wird, wie nachwachsen kann. Wir müssen

unsere Ressourcen verantwortungsvoll nutzen. Und Sie können mithelfen.

MEHR ERFAHREN & MITREDEN: DIALOG.WWF.DE

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April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: sfmthd / Fotolia.com)

26.03.2014

18.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Konfliktmineralien-Studie der EU

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Mit der Veröffentlichung stetig verstärkt. des Unternehmen, Verordnungsentwurfs die ihre zu Produktion einer Europäischen und Dienstleistungen Konfliktmineraliengesetzgebung,

auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken wurde jetzt auch iPoints und ihre Konfliktmineralienstudie gesellschaftliche Verantwortung publiziert. aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Als Teil Ida Karlsson des Folgenabschätzungsprozesses hatte die Generaldirektion für Handel der Europäischen Kommission iPoint im

letzten Jahr beauftragt, die Auswirkungen einer möglichen europäischen Konfliktmineralien-Initiative zu analysieren.

iPoints Studie befasst sich hauptsächlich mit den Due Diligence Compliance-Kosten, dem Nutzen sowie den damit

Im verbundenen Corporate Sustainability Auswirkungen Assessment auf ausgewählte (CSA) Operatoren 2012 hat RobecoSAM in Bezug auf eine bestimmte verbesserte Mineralien. Rahmenbewertung Ein Teil der Studie für die

Nachhaltigkeit präsentiert die des Ergebnisse Supply-Chain-Managements einer Befragung von Nutzern eingeführt. der Im iPoint Lieferkettenmanagement Conflict Minerals Platform liegt (iPCMP). der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Die Konzept im September deutlich breiter 2013 fertiggestellte verstanden und Studie um eine finden Vielzahl Sie hier ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Mehr über iPoint Systems

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Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem

Quelle:

Lieferkettenmanagement

UD/cp

beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 85


28.02.2014

Bürgermeister sind vertrauenswürdigere Politiker

In 25 Ländern hat der GfK Verein Menschen gefragt, welchen Berufen sie vertrauen. Ganz oben stehen in 15

Ländern die Feuerwehrleute. Den geringsten Zuspruch erhalten in Deutschland und 22 weiteren Ländern die

Politiker. Nur ihren Bürgermeister sehen viele Befragte offenbar mit anderen Augen, denn die Kommunalpolitiker

schneiden deutlich besser ab. Helfende Berufe genießen das Vertrauen der Menschen: Auf allen Kontinenten

belegen laut der Studie "GfK Trust in Professions 2014" Feuerwehrleute, Sanitäter, Pflegekräfte und Ärzte die

vorderen Plätze.

In Deutschland zählen im Vertrauensranking auch Piloten und Apotheker zur Spitzengruppe (siehe Tabelle auf Seite 2).

Etliche Berufsgruppen, nach denen der GfK Verein gefragt hat, schneiden in den 25 Umfrageländern sehr unterschiedlich

ab. Die größte Bandbreite besteht international bei Bankern: In Indien erreichen sie mit 88 Prozent den höchsten

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Vertrauenswert, den niedrigsten in Spanien mit 14 Prozent. Auch die Polizei wird in den einzelnen Ländern ganz

unterschiedlich bewertet: Gut 81 Prozent der Deutschen vertrauen den Gesetzeshütern, in Russland sind es lediglich 50

26.03.2014

Prozent und in Kenia gerade einmal 25 Prozent. Pfarrern und Geistlichen sprechen 61 Prozent der Deutschen ihr

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Vertrauen aus, während sie in Spanien mit etwas mehr als 28 Prozent hinter den Versicherungsvertretern liegen.

Deutschland: Bürgermeister vertrauenswürdiger als Politiker

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

In Deutschland landen die Versicherungsvertreter mit 19 Prozent auf dem vorletzten Platz - und damit deutlich hinter den

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Bankern (39 Prozent), aber vier Prozentpunkte vor den Politikern. Die schlechte Platzierung der Volksvertreter verblüfft

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

insofern, als dass Bürgermeister deutlich besser abschneiden: Ihrem führenden Kommunalpolitiker vertrauen immerhin

knapp 55 Prozent der Deutschen. Jeder vierte der in dieser Studie abgefragten Berufe erreicht in Deutschland nicht

Von Ida Karlsson

einmal die 50-Prozent-Marke. Dazu zählen beispielsweise TV-Moderatoren und Schauspieler. Auch die Profisportler bzw.

-fußballer bekommen mit nur 39 Prozent eine eher schlechte Bewertung, ein ähnliches Vertrauensniveau erzielen die

Im Journalisten Corporate mit Sustainability 37 Prozent. Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit Im oberen Mittelfeld des Supply-Chain-Managements liegen u.a. die Markt- und Meinungsforscher eingeführt. Im Lieferkettenmanagement sowie Computer-/ Softwarespezialisten liegt der Fokus traditionell mit einem auf

vorgelagerten Vertrauenswert sozialen von 58 Risiken Prozent. wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die Zur alle Studie Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Diese Laufe Ergebnisse der vergangenen sind ein zehn Auszug Jahre aus haben der Studie sich die "GfK Unternehmen Trust in Professions im Licht 2014" von Nachhaltigkeitsaspekten und basieren auf rund 28.000 intensiver mit

ihrem Verbraucherinterviews, Lieferkettenmanagement die im Auftrag beschäftigt. des GfK Diese Vereins Entwicklung im Zeitraum lässt September sich im RobecoSAM bis November CSA 2013 beobachten. in insgesamt Angefangen 25

Ländern durchgeführt wurden. Grundlage der Untersuchung ist die Abfrage des Vertrauens in 32 Berufsgruppen mittels

86 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

folgender Skala: "vertraue ich voll und ganz", "vertraue ich überwiegend", "vertraue ich weniger", "vertraue ich überhaupt

nicht".

Klicken Sie auf die Infografik und erfahren Sie mehr!

In der Studie wurden folgende Berufe abgefragt: Apotheker, Architekten, Ärzte, Banker / Bankangestellte, Beamte

(Beschäftigte im öffentlichen Dienst), Bürgermeister, Computer-/ Softwarespezialisten, Feuerwehrleute, Händler/

Verkäufer, Handwerker (Installateur, Schreiner, Maler etc.), Ingenieure / Techniker, Journalisten, Krankenschwestern/-

pfleger, Landwirte / Bauern, Lehrer, Markt- / Meinungsforscher, Pfarrer / Geistliche, Piloten, Politiker, Polizisten,

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Moderatoren, Unternehmer, Versicherungsvertreter und Werbefachleute.

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Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 87


(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Presse- und Informationsamt Berlin)

26.03.2014

20.02.2014

Nachhaltiges Transparency Lieferketten-Management

begrüßt Gesetzentwurf gegen Abgeordneten-

Bestechung

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken Die Antikorruptionsorganisation und ihre gesellschaftliche Transparency Verantwortung International Deutschland aus. Die dementsprechende begrüßt den Gesetzentwurf Bedeutung der eines Großen guten

Lieferkettenmanagements

Koalition zur Verschärfung

ist

des

Unternehmen

Straftatbestandes

wie auch

der

Anlegern

Abgeordnetenbestechung

bewusst.

(Drs. 18/476). Diese

Verschärfung ist Voraussetzung für die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption, für die sich

Von Transparency Ida Karlsson Deutschland seit Jahren einsetzt. Von der Neuregelung wird nicht nur der Stimmenkauf und –

verkauf, sondern jede Handlung in Wahrnehmung des Mandats erfasst. Ebenso werden zukünftig immaterielle

Vorteile und Zuwendungen an Dritte vom Straftatbestand erfasst.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten Edda Müller, Vorsitzende sozialen Risiken von Transparency wie den Arbeitsbedingungen, Deutschland: „Wir der sind Kinderarbeit froh, dass und die Große Mindestlöhnen. Koalition diesen Seit einiger Entwurf Zeit wird

das vorgelegt Konzept hat. deutlich Dieser breiter wird jetzt verstanden im Deutschen und um Bundestag eine Vielzahl beraten. ökonomischer, Dabei sind einige ökologischer Nachbesserungen und sozialer notwendig. Fragen ergänzt, Im

die Entwurf alle Bereiche sind leider der nur Wertschöpfungskette die verpflichtenden Minimalstandards betreffen, inklusive der der UN-Konvention Innovationsstärke. umgesetzt.“

Transparency kritisiert, dass der Straftatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§ 299

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

StGB) nicht in den Vortatenkatalog des Geldwäschetatbestandes aufgenommen wird, so wie es Artikel 23 der UNihrem

Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Konvention gegen Korruption vorsieht.

88 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Problem: Spenden direkt an Abgeordnete sind weiterhin zulässig

Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Direktspenden an Abgeordnete sind ein großes Einfallstor

unzulässiger Einflussnahme. Ein Verbot solcher Spenden durch die entsprechende Änderung des Abgeordnetengesetzes

ist dringend geboten“.

Neben den Parteispenden sind nach dem Abgeordnetengesetz (§ 44a, Abs. 2) Spenden direkt an Abgeordnete möglich.

Zuwendungen von einem Spender müssen erst ab einer Höhe von 5.000 Euro dem Bundestagspräsidenten angezeigt

und ab 10.000 Euro veröffentlicht werden. Diese Spenden unterliegen nicht den gängigen Regeln der

Parteienfinanzierung.

Keine Ratifizierung des Strafrechtsübereinkommens des Europarates über Korruption

Weiterhin wurde versäumt, die Anforderungen des Strafrechtsübereinkommens des Europarates über Korruption im

Hinblick auf den Straftatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr voll zu erfüllen, so dass

diese Ratifizierung weiterhin nicht möglich ist.

Zu Transparency Deutschland

Transparency International Deutschland e. V. arbeitet deutschlandweit an einer effektiven und nachhaltigen Bekämpfung und Eindämmung der

Korruption. Dies ist nur möglich, wenn Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und Koalitionen gebildet werden. In Arbeits- und

Regionalgruppen werden die Ziele an entscheidende Stellen transportiert, Lösungen erarbeitet und gesellschaftliche wie politische Entwicklungen

kritisch begleitet.

Zur Webseite

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Neues Webportal zu KfW Entwicklungsprojekten weltweit

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Wilderei

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Ida Karlsson

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Quellen: Marion Lenzen, Fotolia

90 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Anne K. Taylor Fund/NABU)

26.03.2014

06.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Kampf gegen Elfenbeinhandel extrem gefährlich

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Täglich töten stetig Wilderer verstärkt. etwa 100 Unternehmen, Elefanten in die Afrika. ihre In Produktion den siebziger und Dienstleistungen Jahren gab es auf auslagern, dem Kontinent lagern noch auch 1,2ihre

Reputationsrisiken Millionen Elefanten; und heute ihre sind gesellschaftliche weniger als Verantwortung 440.000. Allein aus. im vergangenen Die dementsprechende Jahr wurden Bedeutung mehr als 45 eines Tonnen guten

Lieferkettenmanagements Elfenbein weltweit beschlagnahmt. ist Unternehmen Der Hauptanteil wie auch des Anlegern gewilderten bewusst. Elfenbeins geht nach China, wo er zu

Amuletten und Statuen verarbeitet wird. "Die Schmuggler sind keine armen Landbewohner, die ihren

Von Lebensunterhalt Ida Karlsson verdienen müssen, sondern skrupellose Geschäftemacher, die oft in Drogenschmuggel und

Terrorismus verstrickt sind", sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. "Im Kampf gegen diese Elfenbein-

Mafia verlieren immer mehr Wildhüter ihr Leben oder werden schwer verletzt. Zur Ausrüstung der Wilderer

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

zählen meist halb- oder vollautomatische Schusswaffen."

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Nach Konzept Angaben deutlich der "International breiter verstanden Ranger und Foundation" um eine Vielzahl wurden ökonomischer, im Jahr 2013 weltweit ökologischer mehr als und 85 sozialer Wildhüter Fragen während ergänzt, ihres

die Dienstes alle Bereiche ermordet, der etwa Wertschöpfungskette die Hälfte von ihnen betreffen, in Afrika. inklusive Wird ein der Ranger Innovationsstärke.

im Einsatz für den Natur- und Artenschutz getötet

oder verletzt, verlieren seine Angehörigen nicht nur einen geliebten Menschen, sondern meist auch das Haupteinkommen

Im für Laufe die ganze der vergangenen Familie. Aus zehn diesem Jahre Grund haben hat die sich NABU die Unternehmen International im Naturschutzstiftung Licht von Nachhaltigkeitsaspekten den Rangerfonds intensiver ins Leben mit

ihrem gerufen. Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 91


Mit dem Geld aus diesem Fonds können Ranger in der Ausübung ihres gefährlichen Berufs unterstützt werden,

beispielsweise durch eine verbesserte Ausbildung und Ausrüstung. Zudem greift NABU International mit dem

Rangerfonds den Familien verletzter oder getöteter Wildhüter in Äthiopien unter die Arme. Seit Anfang dieses Jahres

wurde dies auf Kenia ausgeweitet, wo die staatliche Wildschutzbehörde "Kenya Wildlife Service" mit Hilfe der

Spendengelder sicherstellt, dass die Kinder der getöteten Ranger zu einer weiterführenden Schule oder zur Universität

gehen können.

Wie viele andere Natur- und Tierschutzorganisationen weisen der NABU und die NABU International Naturschutzstiftung

darauf hin, dass die immer wieder diskutierte Lockerung des Marktes für Elfenbein aus vielen Nachhaltigkeitsgründen

unvertretbar ist. "Daher fordern wir ein absolutes Verbot des internationalen und nationalen Elfenbeinhandels", sagte Dr.

Barbara Maas, Leiterin Artenschutz der NABU International Naturschutzstiftung.

Zudem fordert der NABU gemeinsam mit vielen anderen Verbänden das in Deutschland lagernde beschlagnahmte

Elfenbein zu vernichten, um es unbrauchbar und für Diebe uninteressant zu machen. "Es muss zudem dringend eine

zentrale Erfassungsstelle für eingeführtes Elfenbein in Deutschland eingerichtet werden, damit Missbrauch öffentlich

gemacht werden kann", so Maas.

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Quelle: na

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Bundesregierung unterstützt Kampf gegen Wilderei

DIE TIGER SCHÜTZEN?

WIR HABEN ES IN DER HAND!

http://www.umweltdialog.de/de/umwelt/biodiversitaet/2014/Kampf-gegen-Elfenbeinhandel-extrem-gefaehrlich.php

Dr. Thuy Anh Le

Leiterin Projekt Zentralannamiten

UNTERSTÜTZE

UNSERE ARBEIT

SMS:* STICHWORT

TIGER

AN DIE NUMMER

81190

*

Eine SMS kostet 5 Euro, davon gehen 4,83 Euro direkt an den WWF. Kein Abo; zzgl. Kosten für eine SMS.

Die tropischen Bergwälder Südostasiens sind die Heimat der seltenen Indochinesischen Tiger.

Für ihren Schutz sind seit 20 Jahren WWF-Mitarbeiter in der Region im Einsatz. Unser Ziel: die

letzten wildlebenden Tiger der Welt nicht nur zu retten, sondern ihren Bestand zu verdoppeln.

MEHR ERFAHREN & MITREDEN: DIALOG.WWF.DE

92 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

Nachhaltiges 12.03.2014 Lieferketten-Management

Mit Microchips gegen Wilderer

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Um Kenias bedrohte Nashorn-Population zu retten, gehen Umweltschützer neue Wege. Möglichst jedes Tier soll

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

zum Schutz vor Wilderern mit Mikrochips gekennzeichnet werden. Diese werden in die Hörner der Dickhäuter

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

eingepflanzt. Insgesamt mehr als 1000 Tiere sollen so ausgestattet werden. Im Masai Mara Naturschutzgebiet

Von und Ida dem Karlsson Lake Nakuru Nationalpark wurden nun die ersten Tiere behandelt. Kenia gehört damit zu den Pionieren

im Einsatz von modernsten Technologien zum Schutz von durch Wilderei bedrohten charismatischen Tierarten

wie Nashorn und Elefant.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten

Kenias Naturschützer

sozialen

wollen

Risiken

damit

wie den

erreichen,

Arbeitsbedingungen,

dass die Tiere vor

der

allem

Kinderarbeit

besser

und

vor Wilderei

Mindestlöhnen.

geschützt

Seit

werden.

einiger

Sollte

Zeit wird

ein

das

Tier

Konzept

getötet werden,

deutlich

ließe

breiter

sich

verstanden

die Spur des

und

Horns

um eine

über

Vielzahl

den Mikrochip

ökonomischer,

verfolgen

ökologischer

und die Täter

und

könnten

sozialer

einfacher

Fragen ergänzt,

überführt werden. Auch könnten bei eindeutigen Schuldnachweisen höhere Strafen vor Gericht verhängt werden. „Die

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

stark gestiegenen Preise für Horn und Elfenbein haben eine Wildereikrise auf Elefanten und Nashörner in Afrikas

Savannen ausgelöst“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz vom WWF Deutschland. „Vor allem in Vietnam gilt das Horn

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

einerseits als vermeintliches Allheilmittel, wird aber zunehmend auch als Genusselixier konsumiert, das einem Kater nach

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

zu viel Alkoholkonsum vorbeugen soll. Aufgrund der hohen Preise wird es inzwischen auch als Statussymbol und

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 93


Wertanlage gesehen, “ so Homes.

Für das vom Kenya Wildlife Service mit Unterstützung des WWF und dem Narok Gemeindebezirk gestartete Projekt

wurden bislang unmarkierte Tiere ausgewählt, denen einerseits die üblichen Ohrmarken angebracht wurden, die nun aber

zugleich mit den Mikrochips ausgestattet wurden. Die Tiere werden dafür von einem Tierarzt narkotisiert, der danach

folgende Eingriff dauert ungefähr 10 Minuten. Dabei wird ein Loch in das Horn der Tiere gebohrt, der Chip eingesetzt und

zugeklebt. Im Laufe der Zeit wächst das Horn über das Loch und verschließt es so. Zugleich wird den Tieren eine DNA-

Probe entnommen, um die Nashorn-DNA-Datenbank von Kenia zu vervollständigen. Durch die Kombination der

Maßnahmen wird eine 100 prozentige Rückverfolgbarkeit der Tiere und ihrer Hörner in Kenia ermöglicht, die im Falle von

Wilderei wichtiges Beweismaterial liefert und so eine deutlich effektivere Strafverfolgung ermöglicht.

Die Nashorn-Wilderei steigt seit einigen Jahren dramatisch an. In Afrika leben derzeit noch circa 25.500 Nashörner aus

zwei Arten, über 80 % davon in der Republik Südafrika. Dort wurden im Jahr 2007 gerade mal 13 Tiere gewildert, in 2013

waren es über 1000 Tiere. Bis Ende Februar 2014 wurden abermals 146 Tiere gewildert. In Kenia leben derzeit noch

knapp 400 Breitmaulnashörner und rund 630 Spitzmaulnashörner. Auch hier steigt die Zahl der getöteten Nashörner an.

Während 2012 insgesamt 30 Tiere gewildert wurden, waren es 2013 schon 59. Und auch in diesem Jahr sind bereits

sieben Nashörner getötet worden.

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Hintergrund:

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 3. März als Tag des Artenschutzes ausgerufen, um

auf die Bedeutung von Wildtieren für den Menschen und ihren Wert für nachhaltige Entwicklung hinzuweisen. Das Datum

erinnert an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) am 3. März 1973. Ziel des

Abkommens ist es, den illegalen Handel mit Wildtieren zu unterbinden und sicherzustellen, dass der Fortbestand von

Wildarten nicht durch legalen Handel bedroht wird.

Quelle: UD/pm

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Tarzan ist zurück!

http://www.umweltdialog.de/de/umwelt/biodiversitaet/2014/Mit-Microchips-gegen-Wilderer.php

94 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

20.02.2014

Nachhaltiges Bundesregierung Lieferketten-Management

unterstützt Kampf gegen Wilderei

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat ein stärkeres Engagement Deutschlands im Kampf gegen

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

illegalen Wildtierhandel angekündigt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass kommende Generationen Elefanten, Tiger

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

und Nashörner nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen“, sagte sie auf einer von der britischen Regierung

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

ausgerichteten Artenschutz-Konferenz in London. An dem Gipfel, der auf eine Initiative von Prinz Charles und

Prinz William zurückgeht, nehmen Präsidenten, Minister und hochrangige Delegierte aus allen Teilen der Welt

Von Ida Karlsson

teil.

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

„Die Wilderei hat in vielen Regionen der Welt ein Ausmaß angenommen, das einem Ausverkauf der Natur gleichkommt“,

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

sagte Hendricks. Der illegale Wildtierhandel bedeute zugleich „eine Katastrophe für die Menschen in den betroffenen

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

Regionen“. International agierende kriminelle Kartelle und terroristische Organisationen konzentrieren sich zunehmend

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

auf diesen lukrativen Sektor. Dies führt zu gravierenden Sicherheitsproblemen und einem Anstieg von Korruption und

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Armut.

Im Die Laufe Londoner der vergangenen Konferenz bringt zehn von Jahre Wilderei haben betroffene sich die Unternehmen Staaten in Afrika im Licht und von Lateinamerika Nachhaltigkeitsaspekten zusammen mit intensiver Transit- und mit

ihrem Zielländern Lieferkettenmanagement in Asien, in denen es beschäftigt. eine wachsende Diese Entwicklung Nachfrage nach lässt Wildtierprodukten sich im RobecoSAM wie Elfenbein CSA beobachten. gibt. Neben Angefangen

Deutschland und Großbritannien sind auch andere westliche Partner wie die USA und Frankreich vertreten.

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 95


Grundlage der Verhandlungen in London ist eine Deklaration, in der das gemeinsame Vorgehen festgelegt wird. So sollen

unter anderem diese Delikte weltweit als schwere Kriminalität verstanden werden, um die Verfolgung von Wilderern in

den Heimatländern der Wildtiere und die Zerschlagung krimineller Strukturen weltweit effizient zu ermöglichen. Zugleich

soll die unter der Wildereikrise leidende lokale Bevölkerung gezielt unterstützt und als Partner für den Artenschutz

gewonnen werden. Die Zielländer sollen die Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten deutlich senken.

„Die Konferenz ist ein großer Fortschritt im internationalen Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel“, sagte Hendricks.

„Wir werden unser Engagement nicht nur fortführen, sondern auch verstärken.“

Die Bundesregierung hilft zum Beispiel bei der Ausbildung von Wildhütern und beim Schutzgebietsmanagement in Afrika.

Auch Maßnahmen zur Unterstützung von Zollbehörden und Kampagnen zur Nachfragereduzierung werden gefördert. Im

Dezember 2013 fand eine internationale Konferenz zum Schutz des Afrikanischen Elefanten in Gaborone/Botswana statt,

die vom Bundesumweltministerium initiiert und unterstützt wurde. Die Ergebnisse dieser Konferenz fließen nun auch in

den Londoner Gipfel mit ein. Deutliche Unterstützung erfährt auch eine Initiative im Rahmen der Vereinten Nationen in

New York: Eine Freundesgruppe unter Führung von Deutschland und Gabun soll dort auf Botschafterebene den Kampf

der internationalen Gemeinschaft gegen den illegalen Wildtierhandel vorantreiben.

Quelle: UD / pm

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1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Menschenrechte

26.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

Von Ida Karlsson

Im Corporate Sustainability Assessment (CSA) 2012 hat RobecoSAM eine verbesserte Rahmenbewertung für die

Nachhaltigkeit des Supply-Chain-Managements eingeführt. Im Lieferkettenmanagement liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Quellen: Marion Lenzen, UN Photo / Eskinder Debebe, UN Photo / Jean Pierre Laffont, UN Photo / Staton Winter,

UN Photo / Nayan Tara

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(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: UN Photo/P. Mugabane)

26.03.2014

10.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Studie: Umsetzung von Menschenrechten mangelhaft

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Deutsche Unternehmen stetig verstärkt. geraten Unternehmen, im Ausland die immer ihre wieder Produktion in Konflikt und Dienstleistungen mit den Menschenrechten. auslagern, Importe lagern auch von

ihre

Reputationsrisiken Kupfer aus Peru, Steinkohle und ihre gesellschaftliche aus Kolumbien und Verantwortung Textilien aus aus. Bangladesch Die dementsprechende sind nur einige Bedeutung von vielen eines Beispielen,

guten

Lieferkettenmanagements die ein jetzt vorgelegter Prüfbericht ist Unternehmen von Germanwatch wie auch Anlegern und MISEREOR bewusst. dokumentiert.

Von Ida Karlsson

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Mitverantwortlich ist nach Ansicht der Autoren auch die Politik: "Der deutsche Staat wird seiner völkerrechtlichen

Verpflichtung bislang nicht gerecht, die Menschenrechte vor Verstößen durch deutsche Unternehmen im

Im Ausland Corporate effektiv Sustainability zu schützen", Assessment resümiert (CSA) Armin 2012 Paasch, hat Referent RobecoSAM für Wirtschaft eine verbesserte und Menschenrechte Rahmenbewertung bei MISEREOR für die und

Nachhaltigkeit Mitautor der Studie. des Supply-Chain-Managements "Es ist unbegreiflich, dass Deutschland eingeführt. Im fast Lieferkettenmanagement drei Jahre nach Verabschiedung liegt der Fokus der UN-Leitprinzipien

traditionell auf

vorgelagerten für Wirtschaft sozialen und Menschenrechte Risiken wie den immer Arbeitsbedingungen, noch keinen Aktionsplan der Kinderarbeit zur Umsetzung und Mindestlöhnen. erarbeitet hat."

Seit einiger Zeit wird

das Konzept deutlich breiter verstanden und um eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen ergänzt,

die "Der alle Koalitionsvertrag Bereiche der Wertschöpfungskette bekennt sich zur Umsetzung betreffen, der inklusive Leitprinzipien der Innovationsstärke.

- aber bis heute hat die Bundesregierung nicht

geklärt, welches Ministerium für die Koordination eines Aktionsplans zuständig ist", ergänzt Cornelia Heydenreich,

Im Teamleiterin Laufe der vergangenen Unternehmensverantwortung zehn Jahre haben von sich Germanwatch die Unternehmen und Mitautorin im Licht der von Studie. Nachhaltigkeitsaspekten Ein grundlegender intensiver Politikwechsel

mit

ihrem sei im Lieferkettenmanagement Bereich Wirtschaft und Menschenrechte beschäftigt. Diese bisher Entwicklung nicht erkennbar. lässt sich "Aktuell im RobecoSAM versucht die CSA Bundesregierung beobachten. Angefangen die neue

Transparenzrichtlinie der EU zu verwässern, die Unternehmen verpflichten soll, in ihren Lageberichten auch über soziale,

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1

April

2014

ökologische und menschenrechtliche Probleme im Ausland zu berichten. Das Kanzleramt selbst steht hier auf der

Bremse", kritisiert Heydenreich.

Auf Grundlage einer Umfrage unter den DAX-30-Unternehmen kommen Germanwatch und MISEREOR zu einem

insgesamt ernüchternden Befund. "Bei einem Teil der Unternehmen sehen wir Fortschritte. Aber die meisten DAX-30-

Unternehmen erfüllen ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten bislang nur in Ansätzen", erklärt Heydenreich.

"Abgesehen von Fresenius und Fresenius Medical Care bekennen sich zwar alle DAX-Unternehmen öffentlich zu den

Menschenrechten", so Heydenreich. "Die menschenrechtlichen Folgen ihrer Aktivitäten und Geschäftsbeziehungen im

Ausland untersuchen sie bislang aber nur oberflächlich. Inwieweit sich ihre Einkaufspraktiken negativ auf

Arbeitsstandards bei ihren Zulieferern auswirken, scheint bislang kein Unternehmen systematisch zu überprüfen und erst

recht nicht zu verändern."

Diese Mängel unterstreichen laut Germanwatch und MISEREOR den politischen Handlungsbedarf auf bundesdeutscher

und EU-Ebene: "Die Bundesregierung darf die Achtung der Menschenrechte im Ausland nicht länger als eine freiwillige

Angelegenheit der Unternehmen behandeln, sondern muss menschenrechtliche Sorgfaltspflichten verbindlich

vorschreiben", fordert Armin Paasch. "Die deutsche Regierung setzt auch in der EU-Handelspolitik bisher einseitig auf die

Erschließung ausländischer Märkte und Rohstoffe, ohne Rücksicht auf die Folgen für die Menschenrechte zu nehmen.

Ein Kurswechsel ist dringend erforderlich", so Paasch.

Germanwatch und MISEREOR erwarten von der Bundesregierung, dass sie jetzt die Entwicklung eines Aktionsplans für

Wirtschaft und Menschenrechte rasch in Angriff nimmt. Die Bundeskanzlerin müsse dafür in den nächsten Wochen ein

federführendes Ministerium benennen. Im zweijährigen Rhythmus werden die beiden Organisationen künftig gemeinsam

die Entwicklung beim Menschenrechtsschutz in der Wirtschaft beleuchten. Der vorliegende Bericht bildet den Auftakt zu

dieser Publikationsreihe.

Der Bericht "Globales Wirtschaften und Menschenrechte - Deutschland auf dem Prüfstand" (2014) im Internet

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Globale Anzeigenkampagne ruft Touristen zum Botswana-Boykott auf

„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

Cotton made in Africa und Tchibo feiern mit 760 beninischen Kindern Schuleröffnung

ICT-Sektorleitfäden zu Menschenrechten

„Der Einsatz für Kinderrechte ist gelebte Unternehmensverantwortung“

http://www.umweltdialog.de/de/politik/deutschland/2014/Studie-Menschenrechtsumsetzung-hierzulande-mangelhaft.php

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 99


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1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Lottie Davies / Survival)

26.03.2014

11.02.2014

Nachhaltiges Globale Anzeigenkampagne Lieferketten-Management ruft Touristen zum Botswana-

Boykott auf

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken Survival International, und die ihre weltweite gesellschaftliche Bewegung Verantwortung für die Rechte aus. indigener Die dementsprechende Völker, hat eine globale Bedeutung eines guten

Lieferkettenmanagements

Anzeigenkampagne gestartet,

ist Unternehmen

die die Verfolgung

wie auch

der letzten

Anlegern

jagenden

bewusst.

Buschleute Afrikas durch Botswana

anprangert.

Von Ida Karlsson

Unter der Schlagzeile “Botswana … Entdecken Sie Afrikas bestgehütetes Geheimnis” entlarvt die Anzeige den

Im Widerspruch Corporate zwischen Sustainability den Assessment gestellten Hochglanzfotos (CSA) 2012 hat von RobecoSAM Buschleuten, eine mit verbesserte denen die Tourismusbehörde Rahmenbewertung um für Besucher die

Nachhaltigkeit wirbt, und der Vertreibung des Supply-Chain-Managements der Buschleute von ihrem eingeführt. angestammten Im Lieferkettenmanagement Land im Central Kalahari liegt der Game Fokus Reserve traditionell (CKGR) auf

vorgelagerten unter Einsatz von sozialen Gewalt Risiken und Folter. wie den Die Arbeitsbedingungen, Anzeige wird in fünf der Sprachen Kinderarbeit (Deutsch, und Englisch, Mindestlöhnen. Französisch, Seit einiger Italienisch Zeit wird und

das Spanisch) Konzept veröffentlicht deutlich breiter und verstanden in Magazinen und und um Zeitungen eine Vielzahl weltweit ökonomischer, angeboten. ökologischer Die erste Anzeige und sozialer erscheint Fragen im März ergänzt, im

die Wired alle Magazine. Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Im Botswanas Laufe der Regierung vergangenen verfolgt zehn die Jahre ersten haben Bewohner sich die des Unternehmen Landes seit Jahrzehnten, im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten um sie von ihrem angestammten intensiver Land mit

ihrem zu vertreiben. Lieferkettenmanagement Ein faktisches Jagdverbot beschäftigt. und Diese die Notwendigkeit Entwicklung lässt Genehmigungen sich im RobecoSAM zu beantragen, CSA beobachten. um ihr Gebiet Angefangen im CKGR

betreten zu können, drängen sie nun an den Rand der Ausrottung. Die Anzeige fordert nun Touristen auf, sich Survivals

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 101


Reiseboykott anzuschließen und nicht in Botswana Urlaub zu machen, bis die Buschleute in Frieden auf ihrem Land

leben dürfen. Mehr als 7.000 Reisende sowie Prominente wie Gillian Anderson, Quentin Blake, Joanna Lumley, Sophie

Okonedo und Mark Rylance haben sich bereits verpflichtet, Botswana nicht zu besuchen. Auch drei Reiseanbieter

unterstützen den Boykott.

In den letzten Wochen sprachen Survival-Unterstützer auf der Adventure Travel Show in London und bei der Reisemesse

Fitur in Madrid gezielt Touristen und Fachbesucher an. Es wurden Hunderte Flyer verteilt und es wurde um Unterstützung

für den Reiseboykott geworben. Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: “Wir werden diese

Anzeigenkampagne in den nächsten Monaten weltweit ins Rollen bringen, um ein Schlaglicht darauf zu werfen, wie die

Buschleute von der Regierung verfolgt werden. Die Regierung kann diesen Boykott sofort beenden und muss dafür nichts

weiter tun, als die Menschenrechte der Buschleute einzuhalten.”

Quelle: UD/pm

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„Audits dauern länger als ein oder zwei Tage!“

Cotton made in Africa und Tchibo feiern mit 760 beninischen Kindern Schuleröffnung

Internationaler Standard macht die Beachtung von Menschenrechten durch Unternehmen

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prüfbar

Mazars prüft weltweit Menschenrechtssituation in Firmen mit Augenmaß und gesunder Skepsis

Tchibo: Aktiv für Kinderbildung in Guatemala

Fluss.

http://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/tourismus/2014/Globale-Anzeigenkampagne-ruft-Touristen-zum-Botswana-Boykott-auf.php

Wir haben Was

gegen armut.

Afghanische Frauen ernähren ihre

Familien vom eigenen Land.

© Kieran doherty/Oxfam

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102 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Survival International)

26.03.2014

13.03.2014

Nachhaltiges Lieferketten-Management

Ein Jahr bis zum Ende der ‘Menschensafaris’ in Indien

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten Survival, die stetig Vereinten verstärkt. Nationen Unternehmen, und Indiens die Ministerium ihre Produktion für indigene und Dienstleistungen Angelegenheiten auslagern, haben dielagern auch ihre

Reputationsrisiken 'Menschensafaris' verurteilt, und ihre gesellschaftliche die bei dem bedrohten Verantwortung Jarawa-Volk aus. stattfinden. Die dementsprechende Die Aktivisten Bedeutung haben jetzt eines einenguten

Lieferkettenmanagements Countdown zur Beendigung ist der Unternehmen “Menschensafaris” wie auch bei Anlegern den Jarawa bewusst. auf Indiens Andamanen-Inseln in 360 Tagen

gestartet.

Von Ida Karlsson

Die Behörden der Andamanen hatten sich dazu verpflichtet, eine alternative Schiffsroute entlang der Küste bis März 2015

Im einzuführen, Corporate Sustainability um zu verhindern, Assessment dass Touristen (CSA) 2012 die Straße hat RobecoSAM nutzen, die mitten eine verbesserte durch das Schutzgebiet Rahmenbewertung der Jarawa für dieführt.

Nachhaltigkeit Zur Zeit reisen des täglich Supply-Chain-Managements Hunderte Touristen durch eingeführt. den Wald des Im Lieferkettenmanagement indigenen Volkes. liegt der Fokus traditionell auf

vorgelagerten sozialen Risiken wie den Arbeitsbedingungen, der Kinderarbeit und Mindestlöhnen. Seit einiger Zeit wird

das Doch Konzept die Umweltverträglichkeits-Genehmigung deutlich breiter verstanden und um für eine die Vielzahl Seeroute ökonomischer, wurde bisher ökologischer nicht erteilt. Es und wird sozialer damit Fragen immer ergänzt,

die unwahrscheinlicher, alle Bereiche der Wertschöpfungskette dass der Termin im März betreffen, 2015 tatsächlich inklusive der eingehalten Innovationsstärke. wird.

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Im Die Laufe “Menschensafaris” der vergangenen weiteten zehn Jahre sich schon haben vor sich zwei die Jahren Unternehmen zu einem im weltweiten Licht von Skandal Nachhaltigkeitsaspekten aus, nachdem Berichte intensiver mit

ihrem von Survival Lieferkettenmanagement und dem britischen beschäftigt. Observer die Diese Touren Entwicklung aufdeckten. lässt Doch sich die im Safaris RobecoSAM gehen CSA weiter. beobachten. Viele der Angefangen

Touristen, die entlang der illegalen Straße durch das Reservat der Jarawa reisen, versuchen Angehörige des Volkes zu

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 103


“erspähen” und behandeln sie dabei wie Tiere in einem Zoo.

Für die Jarawa, die wegen der Ausbeutung durch Außenstehende bedroht sind, läuft die Zeit. Erst vor wenigen Wochen

tauchten erschütternde Berichte von der Entführung und sexuellen Ausbeutung von Jarawa-Frauen durch Wilderer auf.

Das benachbarte Volk der Großen Andamanesen wurde durch die Zwangsansiedlung und durch Krankheiten, die die

damaligen britischen Kolonialherren brachten, fast ausgerottet. Den Jarawa könnte ein ähnliches Schicksal drohen, wenn

ihre Landrechte weiterhin verletzt werden.

Die Vereinten Nationen, Indiens Ministerium für indigene Angelegenheiten und Survival International haben die

“Menschensafaris” verurteilt und mehr als 7.000 Personen haben sich verpflichtet, die Andamanen-Inseln nicht zu

besuchen, solange Touristen die Straße durch das Reservat offen steht.

Survival International hat den Umweltminister Veerappa Moily aufgefordert, die alternative Wasserroute schnellstmöglich

zu genehmigen, und den Andamanen Lieutenant Governor A K Singh gebeten, die alternative Route tatsächlich bis März

2015 umzusetzen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Die Andamanen sind nun untrennbar mit dieser

schrecklichen Geschichte verbunden. Da so gut wie nichts unternommen wird, um eine alternative Strecke anzubieten,

gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass die Debatte bald ein Ende hat. Schon vor einem Jahr hat die Inselverwaltung

dem Obersten Gerichtshof zugesagt, bis März 2015 eine alternative Seeroute umzusetzen, doch dieses Versprechen

sieht zunehmend hohl aus. Die Behörden müssen bei ihrer selbstgewählten Frist bleiben. Die Zukunft für die Jarawa ist

finster, wenn sie es nicht tun.”

Quelle: UD/pm

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Für indische Landwirte bedeutet die Bayer-„Food Chain“-Partnerschaft Absicherung

Tourismus in Krisenstaaten - Im Gespräch mit Roger Willemsen

http://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/tourismus/2014/Ein-Jahr-bis-zum-Ende-der-Menschensafaris-in-Indien.php

104 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

(Foto: Marion Lenzen)

26.03.2014

10.02.2014

Nachhaltiges Monitoringstelle Lieferketten-Management

zur Einhaltung der Kinderrechte in

Deutschland gefordert

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Reputationsrisiken Der UN-Ausschuss und für die ihre Rechte gesellschaftliche des Kindes Verantwortung hat Anfang Februar aus. Die seine dementsprechende Empfehlungen an Bedeutung die deutsche eines guten

Lieferkettenmanagements

Bundesregierung veröffentlicht.

ist Unternehmen

Damit schließt

wie auch

der Ausschuss

Anlegern bewusst.

das Staatenberichtsverfahren 2013/2014 mit

klaren Forderungen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland ab.

Von Ida Karlsson

Das Gremium aus 18 unabhängigen Experten empfiehlt u. a. die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz und die

Im Schaffung Corporate einer Sustainability unabhängigen Assessment Monitoring-Instanz (CSA) 2012 zur hat Kinderrechtskonvention RobecoSAM eine verbesserte beim Deutschen Rahmenbewertung Institut für für die

Nachhaltigkeit Menschenrechte. des Diese Supply-Chain-Managements Instanz ist besonders wichtig, eingeführt. um das Im Lieferkettenmanagement von Deutschland ratifizierte liegt dritte der Zusatzprotokoll Fokus traditionell zurauf

vorgelagerten Kinderrechtskonvention sozialen Risiken und das wie darin den enthaltene Arbeitsbedingungen, Individualbeschwerdeverfahren der Kinderarbeit und umsetzen Mindestlöhnen. zu können. Seit einiger "Kinder Zeit können wird

das sich Konzept dank des deutlich neuen breiter Verfahrens verstanden künftig und in Genf um eine beschweren, Vielzahl wenn ökonomischer, ihre Rechte ökologischer verletzt werden. und sozialer Doch dafür Fragen müssen ergänzt, sie

die erst alle den Bereiche nationalen der Rechtsweg Wertschöpfungskette ausschöpfen betreffen, – hier kommt inklusive die der unabhängige Innovationsstärke. Monitoring-Instanz ins Spiel, die

Beschwerden bündeln und Hilfestellung geben soll", erläutert Antje Weber, Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe, den

Im Hintergrund Laufe der vergangenen dieser Empfehlung, zehn Jahre die bereits haben bei sich der die letzten Unternehmen Staatenüberprüfung im Licht von formuliert Nachhaltigkeitsaspekten wurde. intensiver mit

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

Weiterhin hat der UN-Ausschuss auch die Situation von Flüchtlingskindern in den Blick genommen. Er empfiehlt hier vor

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 105


allem eine kindgerechte Unterbringung, eine bundesweit einheitliche und dem Wohl des Kindes entsprechende Form der

Altersfestsetzung sowie Zugang zu Bildung und Therapie. "Unter fehlenden Therapieangeboten leiden ehemalige

Kindersoldaten und Kinder aus Krisengebieten besonders“, so Weber. „Ihre Traumatisierung wird im bisherigen

Asylverfahren oft nicht erkannt, die dringend notwendige Therapie bleibt somit aus." Bereits 2008 hatte der UN-

Ausschuss Deutschland darüber hinaus aufgefordert, das Rekrutierungsalter für die Bundeswehr auf 18 Jahre anzuheben

und Werbemaßnahmen bei Minderjährigen zu unterlassen. Auch diese Empfehlungen wurden erneuert. "Der UN-

Ausschuss hat viele Forderungen formuliert, die Kinderrechtsorganisationen in Deutschland seit langem äußern. Jetzt ist

Zeit zu handeln, und wir fordern die Bundesregierung auf, die Empfehlungen möglichst schnell umzusetzen", betont

Weber.

Quelle: UD/pm

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Zerstörung des Lebensraums.

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106 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

26.03.2014

Nachhaltiges 18.03.2014 Lieferketten-Management

Kita für Indigene Kinder

Mit der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung hat sich der Trend zum Outsourcing in den letzten

Jahrzehnten stetig verstärkt. Unternehmen, die ihre Produktion und Dienstleistungen auslagern, lagern auch ihre

Bereits seit April 2013 engagiert sich Tchibo gemeinsam mit der Kinderrechtsorganisation Save the Children für

Reputationsrisiken und ihre gesellschaftliche Verantwortung aus. Die dementsprechende Bedeutung eines guten

die Betreuung und pädagogische Ausbildung von Kindern in Chiquimula in Guatemala. Mittlerweile öffneten in

Lieferkettenmanagements ist Unternehmen wie auch Anlegern bewusst.

der Region sechs Kitas, in denen Kinder im Alter von 2-13 Jahren altersgerecht betreut werden können.

Von Ida Karlsson

Der Bedarf an Betreuungsangeboten ist hier besonders hoch, da sich die Ernte in Guatemala häufig mit den Schulferien

Im

überschneidet.

Corporate Sustainability

Viele Kaffeepflücker

Assessment

in Chiquimula

(CSA) 2012

nehmen

hat RobecoSAM

ihre Kinder

eine

mit auf

verbesserte

die Hochlandfarm:

Rahmenbewertung

Während die

für

Eltern

die

den

Nachhaltigkeit

Kaffee pflücken,

des

spielen

Supply-Chain-Managements

die jüngeren Kinder an den

eingeführt.

gefährlichen,

Im Lieferkettenmanagement

steilen Berghängen und

liegt

die

der

älteren

Fokus

Kinder

traditionell

helfen

auf

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sozialen

bei der

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Kaffeeernte

wie den

mit.

Arbeitsbedingungen,

Dabei wird nicht selten

der Kinderarbeit

die Grenze zur

und

unerlaubten

Mindestlöhnen.

Kinderarbeit

Seit einiger

überschritten.

Zeit wird

das

Um

Konzept

dies zu verhindern

deutlich breiter

und eine

verstanden

umfassende

und um

Betreuung

eine Vielzahl

der Kinder

ökonomischer,

während der

ökologischer

Erntezeit zu

und

gewährleisten,

sozialer Fragen

riefen

ergänzt,

Tchibo

und Save the Children das Kinder-Projekt ins Leben.

die alle Bereiche der Wertschöpfungskette betreffen, inklusive der Innovationsstärke.

Mit den Kindertagesstätten kann sich das Leben für die Familien in der Region nun entscheidend verbessern: Während

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben sich die Unternehmen im Licht von Nachhaltigkeitsaspekten intensiver mit

die jüngeren Kinder spielerisch in ihrer Entwicklung gefördert werden, erhalten die älteren Kinder Bildungsangebote von

ihrem Lieferkettenmanagement beschäftigt. Diese Entwicklung lässt sich im RobecoSAM CSA beobachten. Angefangen

speziell ausgebildeten Betreuern. Die Kitas bieten den Kindern zudem ausgewogene Mahlzeiten und eine

Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH 107


Gesundheitsversorgung. Neben den Angeboten für die Kinder bezieht das Projekt auch die Eltern mit ein: Das Angebot in

den Kitas soll die Eltern für die Bedeutung von Bildung und Hygiene und gesunde, vollwertige Ernährung sensibilisieren.

Großes Fest zur Eröffnung in Olopa

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Zur Eröffnungsfeier der Kita „CAI Laguna de Cayur“ in Olopa kamen rund 250 Gäste – darunter Regierungsvertreter, der

Bürgermeister, Farmer aus dem Umland sowie zahlreiche Eltern und Kinder. 94 Kinder sind allein in dieser Kita

angemeldet. Darüber freut sich auch Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland: „Die

Begeisterung der Kinder in den Kitas war einfach toll. Voller Neugier haben sich die Mädchen und Jungen sofort auf die

Unterrichtsmaterialien gestürzt und gleich angefangen diese auszumalen. Es ist immer wieder beeindruckend und

motivierend, wenn man vor Ort miterlebt, wie gut ein Projekt angenommen wird.“

Von dem Ansturm ist auch Achim Lohrie, Direktor Unternehmensverantwortung bei Tchibo, überwältigt: „Ich freue mich,

dass Eltern und Kinder die Kitas so gut annehmen. Das bedeutet eine große Verantwortung für uns, mit der wir sorgsam

umgehen werden.“ Die Eltern vertrauen dem Bildungsprogramm und spüren, dass sie dadurch entlastet werden. Auch die

Regierung Guatemalas steht dem Kinder-Projekt positiv gegenüber. Langfristig soll sich das Projekt, das die

Lebensbedingungen in Chiquimula deutlich verbessert, selbst tragen.

Tchibo Kunden unterstützen das Kinder-Projekt

Von April 2013 bis Ende Januar 2014 floss mit jedem gekauften Pfund Tchibo Privat Kaffee eine Spende von 10 Cent in

das Kinder-Projekt. Bisher sind über eine Million Euro zusammen gekommen und das Projekt ist für die nächsten zwei

Jahre gesichert (aktueller Spendenstand). Tchibo wird auch im Jahr 2014 weiter Spenden für die Zukunft der Kinder in

Guatemala sammeln.

Das Kinder-Projekt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer 100 Prozent nachhaltigen Geschäftstätigkeit. Das

erklärte Unternehmensziel ist, mittelfristig ausschließlich nachhaltigen Rohkaffee zu beziehen. Im Jahr 2013 waren gut 30

Prozent des jährlich verarbeiteten Rohkaffees ins Nachhaltigkeitskonzept von Tchibo eingebunden und stammten aus

nachhaltigem Anbau.

Mehr über Tchibo & das Guatemala-Projekt

Quelle: UD/cp

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„Der Einsatz für Kinderrechte ist gelebte Unternehmensverantwortung“

Tchibo: Aktiv für Kinderbildung in Guatemala

Kindern in Guatemala helfen: Save the Children und Tchibo starten Bildungsprojekt mit Privat Kaffee

108 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH


1

April

2014

Impressum

UmweltDialog ist ein unabhängiger Nachrichtendienst

rund um das Thema Nachhaltigkeit und

Corporate Social Responsibility. Die Redaktion

von UmweltDialog berichtet unabhängig, auch

von den Interessen der eigenen Gesellschafter,

über alle relevanten Themen und Ereignisse aus

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

VERLAG

macondo publishing GmbH

Dahlweg 87 - 48153 Münster

Tel.: 0049 (0)251 200782-0

E-Mail: info @ umweltdialog.de

(Foto: Kzenon / Fotolia.com)

Sitz der Gesellschaft: Münster

Registergericht: Amtsgericht Münster, HRB 14745

26.03.2014 USt.-ID: DE 292 662 536

Geschäftsführer: Dr. Elmer Lenzen

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Nachhaltiges Lieferketten-Management

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Klingenhäger, Sonja ist Scheferling, Unternehmen Arne wie Philip auch Anlegern bewusst.

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Klug, Thomas Wischniewski, Alexander Schulz, MEDIADATEN UND WERBUNG

Von Gerd Ida Pfitzenmaier, Karlsson Markus Schönherr.

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Nachhaltigkeit Autorenkürzel/Quellennachweise: des Supply-Chain-Managements el = Dr. eingeführt. Elmer Im Lieferkettenmanagement bieten wir Ihnen an, Media-Partner liegt der Fokus traditionell zu werden. auf

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109 Umweltdialog ePaper - Ein Verlagsprodukt der macondo publishing GmbH

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