Rauschbrand

uebelbach.gv.at

Rauschbrand

BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT GRAZ-UMGEBUNG

Veterinärreferat

Bearbeiter: Dr. Diethard Hönger

Tel.: 0316/7075/662

Fax: 0316/7075/669

E-Mail: bhgu@stmk.gv.at

Bei Antwortschreiben bitte

Geschäftszeichen (GZ) anführen

GZ: 18.2R1/5-2012 Graz, am 27.02.2012

__

Ggst.: Bekämpfung des Rauschbrandes,

Schutzimpfungen 2012.

K U N D M A C H U N G

Auf Grund der Bestimmungen der §§ 2, 12, 16, 17, 24, 33, 51, 53 und 60 des

Tierseuchengesetzes vom 6. August 1909, RGBl.Nr. 177, in der derzeit geltenden Fassung

und des Erlasses des Bundesministerium für Gesundheit – Veterinärverwaltung – vom

10.01.2012, GZ.: BMGFJ-74700/0005-II/B/11-2012, sind nachfolgende Richtlinien

einzuhalten:

I.

Als rauschbrandgefährlich sind jene Weideplätze (Almen, Weiden, Hausweiden) anzusehen,

auf denen in den letzten 30 Jahren Rauschbrandfälle aufgetreten sind. Dabei ist es nicht

möglich eine einzelne Hausweide eines Besitzers als rauschbrandgefährlich zu bezeichnen,

sondern es haben bei Verseuchung einer Hausweide sämtliche Hausweiden des betreffenden

Besitzers als rauschbrandgefährlich zu gelten. Dieselbe Vorgangsweise ist auch bei

rauschbrandgefährlichen Almen und sonstigen Weiden einzuhalten.

II.

Auf die als rauschbrandgefährlich öffentlich verlautbarten Weideplätze dürfen über 3 Monate

alte Rinder nur dann aufgetrieben werden, wenn sie vor dem Auftrieb der amtlichen

Rauschbrandschutzimpfung unterzogen wurden.

Auf Wunsch des Tierhalters können auch Rinder, welche auf nicht rauschbrandgefährliche

Weideplätze aufgetrieben werden, der Schutzimpfungen gegen Rauschbrand unterzogen

werden.

8021 Graz • Bahnhofgürtel 85

Parteienverkehr von Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:30 Uhr, Dienstag zusätzlich bis 15.00 Uhr

DVR 0094927 • UID ATU37001007 • IBAN AT432081502109208005 • BIC STSPAT2G

Steiermärkische Bank und Sparkassen AG: BLZ: 20815, Kto.Nr.: 02109-208005


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III.

Die Impfungen werden von amtlich beauftragten Tierärzten auf Grund der über die

Gemeinden erfolgten Anmeldungen durchgeführt. Ort und Zeit der Impfung wird den

Gemeinden rechtzeitig bekannt gegeben.

Auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Landeskammer für Land- u. Forstwirtschaft

Steiermark und der Landeskammer der Tierärzte Steiermark gelten folgende Entgelte:

a) Bei Schutzimpfung von 1 - 3 Rinder ist eine Mindestgebühr zu entrichten.

Die Mindestgebühr beträgt EUR 10,-- inkl. 20 % USt.

b) Bei Schutzimpfung von 4 oder mehr Rindern wird eine Stückgebühr verrechnet

Die Stückgebühr beträgt je Rind EUR 3,-- inkl. 20 % USt.

Die Impfgebühren hat der Tierbesitzer zu tragen.

IV.

Sämtliche Rinder die geimpft werden sollen, müssen mit einer amtlichen Ohrmarke

gekennzeichnet sein. Die Rinderkennzeichnungsverordnung 2008, BGBl. II 2008/201, ordnet

im § 3, Abs. 3 an, dass Rinder spätestens 7 Tage nach deren Geburt zu kennzeichnen sind. Da

das Mindestalter für die Durchführung der Schutzimpfung 3 Monate beträgt, müssen

sämtliche Rinder, die geimpft werden bereits mit einer Ohrmarke gekennzeichnet sein. Für

den Fall, dass bisher eine Kennzeichnung unterblieben ist, oder Tiere ihre Ohrmarke verloren

haben, sind die Rinder ausschließlich mit den neuen Ohrmarken nach der zitierten

Rinderkennzeichnungsverordnung 2008 zu kennzeichnen. Die Verwendung von

Restbeständen der Ohrmarken für die Tuberkulosebekämpfung für die Kennzeichnung im

Rahmen der Rauschbrandschutzimpfungen ist nicht zulässig und hat zu unterbleiben. Für den

Fall, dass die zu impfenden Rinder mit einer amtlichen Ohrmarke (Lebensmarke des

Landeskontrollverbandes, Ohrmarke nach der Tierkennzeichnungsverordnung, BGBl. Nr.

92/1990, Ohrmarke nach der Tierkennzeichnungsverordnung 1995, BGBl. Nr. 413/1995,

Ohrmarke der Tuberkulosebekämpfung) gekennzeichnet sind, ist das zusätzliche Anbringen

von Ohrmarken nach der Rinderkennzeichnungs-Verordnung 2008 als Bedingung für die

Durchführung der Impfung nicht erforderlich

V.

Gleichzeitig wird auf die Bestimmungen der Weideverordnungen des Amtes der

Steiermärkischen Landesregierung, LGBl.Nr. 57 und 58/1996 verwiesen, wonach auf Almen

und Weiden in der Steiermark nur Rinder aus anerkannt leukose-tuberkulose-bang-IBR/IBVfreien

Beständen aufgetrieben werden dürfen. Die Bestätigungen über die durchgeführten

Rauschbrandschutzimpfungen und amtliche Anerkennung sind beim Auftrieb der Tiere auf

die Weiden

den Weidebesitzern bzw. deren Beauftragten zu übergeben und von diesen zu verwahren.


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VI.

Alle aufzutreibenden Rinder müssen dasselfrei sein und ist der Tierbesitzer dafür

verantwortlich.

VII.

Das Verbringen eines Rindes auf eine Weide unterliegt den Bestimmungen der BVD-

Verordnung 2007 sofern nicht beim Weidegang der Kontakt mit Rindern anderer Bestände

mit Sicherheit ausgeschlossen werden können.

Für den Auftrieb auf eine Gemeinschaftsweide ist von den auftreibenden Betrieben folgende

Vorgangsweise einzuhalten:

• Von Betrieben mit unverdächtigem Tankmilchergebnis im Jänner 2012 (Ergebnis

der Tankmilchuntersuchung: OD kleiner als 0,24) sowie von Betrieben mit

unverdächtigem Jungtierfenster (Untersuchungszeitraum: Jänner bis April 2012)

sind für den Auftrieb keine weiteren Untersuchungen bei Tieren, die vor dem

01.12.2011 geboren wurden, beizubringen.

• Für Kälber, die ab dem 01.12.2011 geboren worden sind (Geburtsdatum

01.12.2011 und jünger) und aus amtlich anerkannt BVD-virusfreien Betrieben

stammen, deren letzte Kontrolluntersuchung zum Zeitpunkt des Almauftriebes

nicht länger als 3 Monate zurückliegt, sind keine Untersuchungen erforderlich !

• ACHTUNG: Kälber, die ab dem 01.12.2011 geboren worden sind (Geburtsdatum

01.12.2011 und jünger), sind jedenfalls auf BVD zu untersuchen, wenn das Kalb

aus einem nicht anerkannt BVD-virusfreien Bestand stammt oder die letzte

Kontrolluntersuchung zum Zeitpunkt des Almauftriebes länger als 3 Monate

zurückliegt

• Rinder aus verdächtigen Beständen und Rinder aus Betrieben mit nicht

beurteilbarem BVD-Status dürfen nur aufgetrieben werden, wenn für diese Rinder

ein BVD-unverdächtiges Einzeluntersuchungsergebnis vorliegt.

Rinder, die bereits einmal (z.B. im Rahmen einer anderen BVD-Untersuchung) auf BVD

untersucht worden sind, brauchen kein neues Untersuchungsergebnis (nicht mehr

vorhandene Befunde können vom Tierbesitzer im BVD-Labor angefordert werden)!

Nach Abschluss des Grund- und Kontrolluntersuchungsdurchganges im April 2012 wird den

Almverantwortlichen eine Liste des BVD-Status der auftreibenden Betriebe übermittelt

werden. Diese Liste dient der Überprüfung der für den Almauftrieb notwendigen

Untersuchungsergebnisse durch den Almverantwortlichen.

Für die Einhaltung der für das Verbringen von Rindern auf Gemeinschaftsweiden

geltenden Bestimmungen der BVD-Verordnung ist der Tierbesitzer verantwortlich !

Auftrieb von trächtigen Rindern, die auf der Gemeinschaftsweide abkalben sollen:

Trächtige Rinder aus amtlich anerkannt BVD-virusfreien Beständen, die auf der

Gemeinschaftsweide abkalben sollen, dürfen ohne Einzeltieruntersuchung aufgetrieben


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werden, sofern die letzte Untersuchung im Rahmen der Grund- und Kontrolluntersuchung

nicht vor dem 01.01.2012 erfolgt ist (Datum „amtlich anerkannt BVD-virusfrei“ 01.01.2012

oder später ist erforderlich).

Ein trächtiges Rind aus einem nicht amtlich anerkannt BVD-virusfreien Bestand, das

auf der Gemeinschaftsweide abkalben soll, darf nur mit einem BVD-Antikörper negativen

Untersuchungsergebnis aufgetrieben werden, wobei die Untersuchung nicht vor dem 150.

Trächtigkeitstag erfolgen darf. Dies gilt auch für trächtige Rinder aus amtlich anerkannt

BVD-virusfreien Beständen, die auf der Gemeinschaftsweide abkalben sollen, wenn die letzte

Untersuchung im Rahmen der Grund- und Kontrolluntersuchung vor dem 01.01.2012 erfolgt

ist (Datum „amtlich anerkannt BVD-virusfrei“ vor dem 01.01.2012).

Trächtige, BVD-Antikörper positive Rinder dürfen auf der Gemeinschaftsweide nur abkalben,

wenn der Nachweis der BVD-Antikörper vor der letzten Belegung erfolgt ist.

VIII.

Beim Auftreten einer anzeigepflichtigen Tierseuche oder beim Verdacht des Vorliegens einer

solchen ist der Tierbesitzer oder derjenige, dem die Aufsicht über die Tiere übertragen ist,

verpflichtet, dem Bürgermeister unverzüglich die Anzeige zu erstatten und die Tiere von

Orten, wo die Gefahr der Ansteckung für andere Tiere besteht, fernzuhalten.

IX.

Besitzer, die ihre Rinder ohne Schutzimpfung auf rauschbrandgefährliche Weideplätze

auftreiben, rauschbrandkranke oder verdächtige Rinder notschlachten und die unverzügliche

Anzeige des Seuchenausbruches oder des Verdachtes unterlassen, erhalten keine

Unterstützung aus Bundesmitteln. Dasselbe gilt auch für die Gewährung einer Beihilfe aus

Mitteln der Tierseuchenkasse. Unabhängig vom Verlust einer Unterstützung oder Beihilfe

wird von der Bezirksverwaltungsbehörde gegen den betreffenden Tierbesitzer ein

Verwaltungsstrafverfahren durchgeführt.

X.

Rauschbrandgefährliche Almen, Weiden und Gehöfte sind im angeschlossenen Verzeichnis

ausgewiesen.

Ergeht an:

1.) an alle Stadt-, Markt- und Gemeindeämter des Verwaltungsbezirkes Graz-Umgebung, mit

dem Ersuchen um ortsübliche Verlautbarung.

2.) dem Amt der Stmk. Landesregierung, Fachabteilung 8C – Veterinärwesen,

Friedrichgasse 9, 8010 Graz, zu GZ.: FA8C-32R1/70-2010 zur gefälligen

Kenntnisnahme,


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3.) dem Bezirkspolizeikommando Graz-Umgebung in Seiersberg zur gefälligen Kenntnis,

4.) alle Polizeiinspektionen des Verwaltungsbezirkes Graz-Umgebung,

5.) die Bezirkshauptmannschaften:

Bruck a.d.M., Deutschlandsberg, Feldbach, Knittelfeld, Leibnitz, Leoben, Voitsberg,

Weiz und dem Magistrat der Landeshauptstadt Graz, zur gefälligen Kenntnis,

6.) alle TierärzteInnen des Verwaltungsbezirkes Graz-Umgebung,

7.) dem Strafreferat im Hause, zur gefälligen Kenntnis,

8.) die Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft, 8010 Graz, Hamerlinggasse 3,

9.) die Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft, 8020 Graz, Kindermanngasse 8.

Beilage:

Liste rauschbrandgefährliche Weiden

Der Bezirkshauptmann:

i.V. Dr. Diethard Hönger eh.

F.d.R.d.A.

Windisch

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