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Christophorus 326

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Technik

Es werde Licht…

Wer nächtens mit dem Auto unterwegs ist und abbiegt, kann schnell

im Dunkeln stehen. Porsche schafft Abhilfe: Im neuen Cayenne

kommt ein sogenanntes dynamisches Kurvenlicht zum Einsatz – damit

kann der Fahrer praktisch um die Ecke sehen.

Text

Klaus-Eckhard Jost

Fotografie

Werk, Joel Micah Miller


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Christophorus 326

Vergleich konventionelles Abblendlicht und

dynamisches Kurvenlicht

Lichtverteilung mit einem

konventionellen, feststehenden

Abblendlicht:

50 m 100 m 150 m

Lichtverteilung mit einem

dynamischen plus

statischen Kurvenlicht:

50 m 100 m 150 m

Das statische Kurvenlicht

leuchtet die abzweigende

Spur aus. Das dynamische

Kurvenlicht leuchtet die

abzweigende Kurve aus.

Schematische Darstellungen:

Leuchtweiten und Fahrbahnbreiten

stehen nicht in

originalgetreuem Verhältnis

zum Fahrzeug

Mitunter kann weniger sogar entscheidend mehr sein. Das jüngste

Beispiel für diese These liefert der neue Cayenne. Dessen Bi-

Xenon-Scheinwerfer (beim Cayenne Turbo Serienausstattung,

optional für Cayenne und Cayenne S) sind kompakter als dieVorgängerversionen,

bieten aber einen erheblichen Mehr-Wert. Erstmals

wurde in die Leuchteneinheit neben Abblend- und Fernlicht

mit statischem Kurvenlicht zusätzlich ein dynamisches Kurvenlicht

integriert. Damit bietet der Cayenne Kurvenlicht in doppelter

Form – nämlich als dynamische Leuchter, die zusätzlich statisch

von einem weiteren Scheinwerfer unterstützt werden.

Hightech im Kompaktformat:

Das Bauteil des dynamischen Kurvenlichts

Sobald der Cayenne schneller als mit 3 km/h dahinrollt, und bis

zu einem maximalen Tempo von 130 km/h, schwenken Motoren

die Scheinwerfer in Richtung Kurveninnenseite. Dabei beträgt

der maximaleVerstellwinkel des kurveninneren Scheinwerfers 15

Grad, der des kurvenäußeren 7,5 Grad. „So leuchtet der dynamische

Scheinwerfer den gesamten Kurvenverlauf sauber aus und

damit den Bereich, in den der Fahrer beim Durchfahren schaut“,

sagt Jürgen Bortolazzi, der Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik

Karosserie im EntwicklungszentrumWeissach. Zudem wird

diese Funktion in allen Betriebszuständen beibehalten. Also auch

dann, wenn das Fernlicht eingeschaltet ist.

A


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Drehfreudig:

Das dynamische Kurvenlicht (links) schwenkt, von Motoren

angetrieben, in Richtung Kurveninnenseite

„Durch den geschwenkten Scheinwerfer

können wir den Bereich, in den man

hineinfährt, etwa doppelt so weit ausleuchten

wie mit dem statischen Licht.“

Jürgen Bortolazzi,

der Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik Karosserie

Dagegen wird das statische Kurvenlicht abgeschaltet, wenn der

Fernscheinwerfer aktiviert wird. Schließlich hat dieser zusätzliche

Scheinwerfer andere Aufgaben zu erfüllen. „Mit dem statischen

Licht, das aus Gründen des Komforts langsam hoch- und wieder

heruntergedimmt wird, erreichen wir eine saubere Ausleuchtung

beim Abbiegen“, sagt Lichttechniker Bortolazzi, „so erkennt man

zum Beispiel die Bordsteinkante besser.“ Damit erfasst der Fahrer

auch in engen Kurven wie beispielsweise in Serpentinen schon

frühzeitig, wo er hinfährt, und kann seine Fahrweise entsprechend

anpassen.

Warum der doppelte Aufwand? „Durch den geschwenkten Scheinwerfer

können wir den Bereich, in den man hineinfährt, etwa

doppelt so weit ausleuchten wie mit dem statischen Licht,“ sagt

Diplom-Ingenieur Bortolazzi. Beträgt der vom Abblendlicht ausgeleuchtete

Bereich bei der Einfahrt in eine Kurve mit 190 Metern

Radius normalerweise etwa 30 Meter, so vergrößert er sich dank

der neuen Scheinwerfertechnik um weitere 25 Meter. Ein Plus also

von rund 90 Prozent.

Genauso imposant steigt der Sicherheitsgewinn mit dem statischen

Kurvenlicht. Zusammen mit dem geschwenkten Abblendlicht

ergibt sich eine Verbesserung der seitlichen Sichtweite. Beträgt

sie beim feststehenden Abblendlicht etwa zehn Meter, sind

es mit der neuenTechnik etwa 40 Meter.

Die Scheinwerfer schwenken allerdings nicht einfach nur parallel

zu den Rädern. Neben Lenkwinkel und Lenkwinkeländerungsgeschwindigkeit

werden auch noch die Fahrzeuggeschwindigkeit

und die sogenannte Gierrate ausgewertet. Ein Steuergerät errechnet

aus diesen Werten den genauen Schwenkwinkel sowie die

Schwenkdynamik – und gibt die entsprechenden Befehle an die

Stellmotoren der beiden Scheinwerfer weiter, die dann unterschiedlich

weit drehen: Beim kurvenäußeren Licht maximal die

bereits erwähnten 7,5 Grad, beim kurveninneren 15 Grad. „Diese

Schwenkwinkel haben sich bei vielen Testfahrten als das Optimum

an Ausleuchtung und Minimum an Blendwirkung für den

Gegenverkehr herauskristallisiert“, erklärt Bortolazzi. Die Rechnung

geht auf. Mittlerweile wird dieserWert auch vom Gesetzgeber

als Maximum festgeschrieben.

Die optimale Lösung haben sich auch Ingenieur Jürgen Bortolazzi

und seinWeissacher Team als Marke gesetzt. „In der Lichttechnik

wollen wir bei Porsche immer wieder die Benchmark setzen.“ Im

neuen Cayenne wurde dieser Vorsatz in die Tat umgesetzt. Trotz

kompakterer Scheinwerfer erhalten die Kunden eine ganz neue

Sichtweise.

B

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