vorwärts für Sachsen-Anhalt - SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt

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Wir in Sachsen-Anhalt

12/2010 I

WISA

vorwärts für Sachsen-Anhalt

Zuhören statt reden

von Jens Bullerjahn

In etwas über 100 Tagen wird in Sachsen-Anhalt ein

neuer Landtag gewählt. Wir sind darauf gut vorbereitet.

Das Wahlprogramm ist beschlossen und die organisatorischen

Vorbereitungen laufen auf vollen Touren –

und das ist gut so.

Besucher ausgeklammert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen

standen stets die Bürgerinnen und Bürger. Die

Themen wurden von ihnen gesetzt. Ich bin der Friedrich-

Ebert-Stiftung für diese zeitgemäße und originelle Idee

und Durchführung sehr dankbar. Diese Veranstaltungen

haben Verständnis auf beiden Seiten geweckt und Politik

und Bürger wieder näher gebracht. Diese Sprachlosigkeit

zu überwinden und sich wieder gegenseitig zuzuhören,

ist für mich ein richtiger Gewinn.

Experten in eigener Sache einbinden

Bild: Kurt Neumann

Die entscheidende Frage für die nächsten 100 Tage wird

aber sein: Wie erreichen wir die Menschen, um sie von

uns zu überzeugen? Das ist nicht immer ganz einfach.

In den letzten 12 Monaten bin ich im Land sehr viel herum

gekommen. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen,

die normalerweise unsere klassischen SPD-Veranstaltungen

nicht besuchen würden.

Dialogveranstaltungen 2010 –

Von der Bewältigung der Krise bis zur Gesellschaftsfrage

Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise und die politischen

Programme, mit denen wir als Landesregierung

diese Krise zumindest beherrschbar gehalten haben, war

es wichtig, mit Unternehmern, Bankern und Betriebsräten

in Kontakt zu bleiben. Zum Beispiel haben die Sparkassen

in Sachsen-Anhalt zu zahlreichen Dialogveranstaltungen

eingeladen, die hilfreich war, die konkreten Sorgen

und Nöte aus der Wirtschaft zu hören und darauf konkrete

Antworten zu geben. Gerade in Zeiten der Krise war

es wichtig, nah an den Problemen zu sein. Das kommunale

Teilentschuldungsprogramm und die Umsetzung des

Konjunkturpaketes II wären nicht so erfolgreich gewesen,

wenn wir nicht seit langer Zeit in finanzpolitischen Dialogrunden

die Ziele der Landesregierung mit den Erwartungen

der Akteure vor Ort abgesprochen hätten. Es waren

Veranstaltungen, die das Regieren optimaler und erfolgreicher

gemacht haben, weil wir die Menschen, die davon

betroffen sind, direkt eingebunden haben.

Seit Anfang dieses Jahres habe ich zudem knapp ein Dutzend

Bürgerforen „Neue Soziale Gesellschaft“ der Friedrich-Ebert-Stiftung

besucht. Der Stiftung ist es gelungen,

Land auf, Land ab immer zwischen 80 und 130 Bürgerinnen

und Bürger zu einem interessanten Abend einzuladen.

Dabei wurde kein Problem und kein Anliegen der

Mein Politikverständnis ist es, Politik für die Menschen zu

machen. Und das geht nur mit den Menschen. Auch wenn

politische Prozesse und Themen manchmal zu komplex erscheinen,

ist es dennoch unsere Aufgabe, die Themen zu

vermitteln und die „Experten in eigener Sache“ einzubinden

und dabei ihre Kritiken und Anregungen auch ernst zu nehmen.

Natürlich dürfen wir nicht alles versprechen oder den

Eindruck vermitteln, wir könnten in Kürze alles ändern. Dazu

gibt es viel zu oft zu viele verschiedene Interessen und Argumente,

die miteinander im Einklang zu bringen sind.

Im Wahlkampf werden alle Kandidaten die Nähe zu den

Bürgerinnen und Bürger suchen müssen. Mir ist wichtig,

dass wir nicht nur Botschaften zu verkünden haben, sondern

auch aufnehmen, was die Menschen denken und sagen.

Das ist manchmal sehr mühsam, aber erfüllender

und in jedem Fall erfolgreicher.

Dialog auch im Wahlkampf wichtig!

Ich möchte gern im Wahlkampf – und übrigens auch darüber

hinaus – diesen Politikstil der Beteiligung fortsetzen. Ich

will unsere Ideen und Argumente mit den Menschen besprechen

und mir auch Zeit für Ihre Meinungen und Probleme

nehmen. Die Menschen, die mehrheitlich zu unseren

Veranstaltungen kommen, haben meistens individuelle Anliegen

und wollen mit uns darüber sprechen. (...)

Fortsetzung auf Seite 2

I

N

F

O

Weiterführende Informationen:

Eindrücke aus den FES-Bürgerforen:

www.youtube.com/jbullerjahn

Website von Jens Bullerjahn:

www.bullerjahn2011.de

Die nächsten FES Bürgerforen „Neue Soziale Gesellschaft“

finden statt:

07. Dezember 2010 in Bernburg

13. Dezember 2010 in Genthin mit Ministerpräsident

Matthias Platzeck

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

Ende gut alles gut, mag Mancher gedacht

haben, als Ulrich Stockmann in der letzten

Landtagssitzung am Ende doch zum Landesbeauftragten

für die Stasi-Unterlagen

gewählt worden war. Doch gut war das

mitnichten. Was Teile der CDU mit der

Verweigerung ihrer Stimmen im ersten

Wahlgang geboten haben, offenbart

nicht nur eine Abneigung gegen eine

Koalition mit der SPD, sondern auch den

zerrissenen inneren Zustand dieser CDU.

Wenn entgegen der Zusage des CDU-

Spitzenkandidaten, des Fraktionsvorstandes

und prominenter Minister ein großer

Teil der anderen Regierungsfraktion ihre

Stimme verweigert, ist sie nahe daran, das

Prädikat „regierungsfähig“ zu verlieren.

Professionelles Agieren sieht anders aus.

Fassungslos und empört war und bin ich

über die gefälligen Aussagen eines unserer

Bürgermeister über die NPD. Sie sind

inakzeptabel und nicht hinnehmbar, gerade

für uns Sozialdemokraten. Dennoch

haben wir uns auf einen besonnenen

Umgang verständigt: erst gibt es eine

Anhörung, dann wird der Kreisverband

entscheiden. Wir täten der Demokratie,

die wir vor den Nazis schützen wollen,

schließlich keinen Gefallen, würden wir

unsere demokratischen und rechtsstaatlichen

Verfahren außer Kraft setzen. Wenn

wir das tun, spielen wir den Nazis in die

Hände. Wenn wir die Sache nach die eigenen

Regeln klären, wird es die SPD aushalten,

dass das ein paar Tage länger dauert.

Ich wünsche Euch trotzdem ein frohes

und gesegnetes Weihnachtsfest. Erholt

Euch gut und kommt gut ins neue Jahr.

Eure

Katrin Budde


II

Das Wahlprogramm auf Tour

SPD konkret“ in Stendal, Wittenberg und Wernigerode

Auf dem Landesparteitag in Dessau wurde

nach intensiver Diskussion das Landtagswahlprogramm

beschlossen. Es trägt

den Titel „Klare Ziele. Sichere Wege.“ Da

es im Regal oder Ordner aber keine Menschen

überzeugt, müssen seine Schwerpunkte

mit den Bürgerinnen und Bürgern

vor Ort diskutiert werden.

Am 1. November startete dazu die Veranstaltungsreihe

SPD konkret“ mit dem

Thema „Schule im ländlichen Raum“ in

Stendal. Ca. 60 Bürgerinnen und Bürger

hatten sich dazu im Landratsamt eingefunden.

Sichern Gemeinschaftsschulen

das bestehende Schulnetz? Wie kann

Wir in Sachsen-Anhalt 12/2010

zukünftig der

Schulbusverkehr

in ländlichen Räumen

organisiert

werden? Moderiert

von Katrin

Budde, diskutierten

Jens Bullerjahn

sowie Thomas

Lippmann,

Vorsitzender der

Gewerkschaft für

Erziehung und

Wissenschaft, und Stefan Dorgerloh, Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft für

Bildung, diese und weitere Fragen der

Bildungspolitik vor dem Hintergrund des

demografischen Wandels. Jens Bullerjahn

warb für die vernünftige Umsetzung

eines längeren gemeinsamen Lernens.

„Das gegliederte Schulsystem verhindert

Chancengleichheit bei der Bildung und

nimmt in Kauf, dass jährlich 25 Prozent

der Jugendlichen die Schule ohne einen

Abschluss verlassen“, erklärte er dazu.

Zur zweiten Veranstaltung am 4. November

in Wittenberg wurde es zum Thema

„Sozialpolitik im ländlichen Raum“ konkret.

Zu Fragen der sozialen Infrastruktur

und Daseinsvorsorge in Zeiten des demografischen

Wandels diskutierten Jens

Bullerjahn, Corinna Reinecke und Dr. Birgit

Böhm, wissenschaftliche Leiterin des Nexus-Instituts

Berlin. Die Runde benannte

den sozialen Zusammenhalt als eines der

Hauptthemen der nächsten Jahre. „Das

Fundament muss stimmen“, wie Katrin

Budde im Ergebnis des Abends befand. Sie

verwies dabei u.a. auf die Diskussion um

die Kinderbetreuung. „Es muss endlich

aufhören, dass Kinder arbeitsloser Eltern

weniger Stunden in der Kita verbringen

dürfen,“ sagte sie. „Das hat nichts mit

gleichen Lebenschancen zu tun, sondern

ist ein Aussortieren von frühester Kindheit

an. Ich finde aber, man muss den Kinder

Türen öffnen, anstatt sie ihnen vor der

Nase zuzuschlagen.“

Am 17. November in Wernigerode stand

das Thema „Arbeit“ im Mittelpunkt. Mit

Andreas Steppuhn, Vorsitzender des SPD-

Gewerkschaftsrates diskutierten Tatjana

Stoll von der IG Metall Halberstadt und

Kirsten Fichtner, der Geschäftsführerin der

Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft

Wernigerode. In ihren Eingangsstatement

stellte Katrin Budde fest: „Sittenwidrig

niedrige Löhne sind auch ein volkswirtschaftliches

Problem!“ Bei einem drohenden

Fachkräftemangel dürfe Sachsen-

Anhalt nicht zu einem Niedriglohnland

werden, sondern muss Jugendliche gut

ausbilden und durch gute Bezahlung im

Land halten. Das fand Zustimmung bei

den Anwesenden. „Arbeit muss wieder

eine neue Wertigkeit im Land bekommen“,

ergänzte Andreas Steppuhn die

Forderung.

Kirsten Fichtner zeigte am Beispiel ihres

Unternehmens, dass es sich auch

lohnt, auszubilden und die Auszubildenden

mit guten Löhnen zu übernehmen.

Sie warnte vor Missbrauch beim

Thema Leiharbeit. Das Prinzip „Gleicher

Lohn für Gleiche Arbeit“ müsse

hier dringend umgesetzt werden, forderte

sie.

Zum Abschluss warb Andreas Steppuhn

die Soziale Bürgerarbeit. Danach sollen

die bisherigen Modelle der Bürgerarbeit

zu einem sozialen Arbeitsmarkt mit sozialversicherungspflichtiger

Arbeit weiterentwickelt

werden. „Die Bürgerarbeiter

müssen mit ordentlichen Arbeitsverträgen

ausgestattet sein und einen Lohn

erhalten, bei dem sie keine Aufstockung

mehr brauchen“, forderte Steppuhn. „Nur

so werden wir es schaffen, langzeitarbeitslosen

Menschen im Rahmen der Bürgerarbeit

eine langfristige Perspektive zu

geben.“ Ein konkreter Vorschlag, der sich

hören lassen kann.


Fortsetzung von Seite 1

(...)

Das ist sicher keine neue Erkenntnis,

sollte aber konsequent in unseren

Veranstaltungsangeboten im Wahlkampf

berücksichtigt werden.

Unsere Ursprünge sind in Sachsen-

Anhalt in der Bürgerbewegung

Die Ursprünge der Sozialdemokratie

1989 und 1990 waren in der Bürgerbewegung.

Wir haben vor zwanzig

Jahren die SDP gegründet, weil wir

mit den herrschenden Verhältnissen

nicht einverstanden waren und an

der Zukunft unseres Landes mitarbeiten

wollten. Wir waren ein Angebot

für all diejenigen, die nicht nur in Freiheit

und Demokratie leben wollten,

sondern auch in einer sozial gerechten

Gesellschaft mit Chancen für alle.

An diese Wurzeln sollten wir uns auch

erinnern, wenn wir im März 2011 die

Bürgerinnen und Bürger von unserer

Arbeit überzeugen wollen.

Von Information zur Orientierung

Mein Eindruck ist, dass wir in der SPD

verstärkt wieder miteinander politisch

arbeiten müssen. Politische Bildungsarbeit

– ein Kern von Parteiarbeit

– darf sich nicht auf das Versenden

von Broschüren und Newslettern

beschränken. An Geschriebenem haben

wir in der SPD keinen Mangel, es

fehlt aber manchmal an Gewichtung

und Orientierung. Daran müssen wir

gemeinsam arbeiten.


Auf Einladung des Landtagskandidaten

Siegfried Siegel und des SPD-Ortsvereins

war Marko Mühlstein, Vorsitzender des

Fachausschusses Energie, nach Wernigerode

zum gut besuchten, öffentlichen

Bürgerstammtisch der Sozialdemokraten

gekommen.

Mühlstein nannte die von der schwarzgelben

Bundesregierung beschlossene

Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke

„einen Kniefall vor der Energielobby.

Atomkraft ist keine Frage der

Ideologie sondern des wirtschaftlichen

Denkens“, erläuterte er den Kern des

sozialdemokratischen Energiekonzepts

und verwies auf die 340.000 Arbeitsplätze

im Bereich der erneuerbaren Energien,

die mit dem Beschluss der Bundesregierung

gefährdet werden.

Siegfried Siegel brachte das ungelöste

Endlagerproblem zur Sprache. „Jetzt

kommen weitere 5.000 Tonnen hochradioaktiver

Müll hinzu, der über zehntausende

Jahre gefährlich ist.“ Er warb für

regenerative Energien und für die stoffliche

Verwertung von Braunkohle, „weil

wir uns auch das pure Verbrennen dieses

Rohstoffs nicht leisten können.“

Der Landtagsabgeordnete Ronald Brachmann

verwies darauf, dass der Energiepark

in Dardesheim mittlerweile

bundesweite Vorbildwirkung für eine dezentrale

Energieerzeugung habe. Oberbürgermeister

Peter Gaffert ergänzte,

dass „die Wernigeröder Stadtwerke die

regionale Entwicklung von Energie-Netzwerken

eindringlich befördern“ und lobte

ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenzislaw Stoikow, ehemaliger Chef

der Wernigeröder Stadtwerke, fasste die

Diskussion zusammen: „Die Atompolitik

der Bundesregierung ist ein Rückschlag

für alle Stadtwerke, die in regenerative

Gesunde Stadtwerke statt Laufzeitverlängerung

Wernigeröder SPD startet Unterschriftenkampagne „Arbeit statt Kernkraft“

Energien investiert haben oder dies vorhatten.“

Die Sozialdemokraten in Wernigerode

starteten im Rahmen der von SPD und

BUND getragenen Kampagne „Arbeit

statt Kernkraft“ eine Unterschriftenaktion

gegen die Verlängerung der Laufzeiten

der Atomkraftwerke und für den

Erhalt der Arbeitsplätze im Bereich der

Forschung und Produktion der erneuerbaren

Energien. „Wir hoffen auf viele

Unterschriften“, beschloss der Ortsvereinsvorsitzende

Ludwig Hoffmann die

Veranstaltung.


Seit dem 17. November sind die Wahlkreisbüros

der SPD-Landesvorsitzenden Kathrin

Budde (MdL), Sozialminister Norbert Bischoff

(MdL), sowie das neue Bürgerbüro des

Magdeburger SPD-Bundestagsabgeordneten

Burkhard Lischka auch offiziell wieder

zurück am Standort Ernst-Reuter-Haus in

der Bürgelstraße 1. Ausschlaggebend ist vor

allem die gute Erreichbarkeit durch die Lage

in der Magdeburger Innenstadt, aber natürlich

auch die sozialdemokratische Historie

des Hauses. In ihren Reden unterstrichen

Budde, Bischoff und Lischka dann auch die

zentrale Bedeutung der Wahlkreisbüros als

wichtigstes Dialoginstrument zwischen

Bürger und Abgeordneten. „Die Bürger finden

hier Ansprechpartner, egal ob es um

kommunale, um Landes- oder bundespolitische

Themen geht“, so Lischka.

Das der neue Standort keine schlechte Wahl

sein dürfte, zeigte sich dann auch bereits auf

der Eröffnungsfeier: So folgten knapp vierzig

Gäste der gemeinsamen Einladung, um

die neuen Büros in gemütlicher Atmosphäre

persönlich in Augenschein zu nehmen.

Siegfried Siegel, Marko Mühlstein und Dr.

Ronald Brachmann (v.r.) präsentieren die

Unterschriftenaktion gegen die Verlängerung

der AKW-Laufzeiten

Zurück im Ernst-Reuter-Haus

SPD-Büro öffnet seine Pforten an altbekannter Wirkungsstätte

Unter den zahlreichen Gästen befanden

sich unter anderem: Justiz-Staatssekretär

Bernhard Sterz, der Barbyer Bürgermeister

Jens Strube, Zoodirektor Dr. Kai Perret, Magdeburgs

SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Falko Grube, Astrid Becker, Leiterin des Landesbüros

der Friedrich-Ebert-Stiftung, Jost

Riecke vom Verband der Wohnungsbaugesellschaften

Sachsen-Anhalt, aber auch

die Bundestagsabgeordnete Dr. Rosemarie

Hein.


Burkhard Lischka im Bürgergespräch. Im

Hintergrund die Landesvorsitzende Katrin

Budde (M.) und Sozialminister Norbert Bischoff

(l).


IV

Wir in Sachsen-Anhalt 12/2010

Langfristigkeit als Schlüssel der Bildungspolitik

Bildungspolitik war Thema der öffentlichen

Mitgliederversammlung der SPD-

Ortsvereine Aschersleben, Ballenstedt-

Falkenstein/Harz und Seeland. Stephan

Dorgerloh, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft

für Bildung des SPD-Landesverbandes

Sachsen-Anhalt diskutierte

mit den interessierten Anwesenden

und dem SPD-Landtagsabgeordneten

Bernward Rothe vor allem über die Ziele

und Ergebnisse des Bildungskonventes.

Dorgerloh war selbst er einer der beiden

Moderatoren des Konvents.

Der Bildungsexperte erläuterte, dass

sich die über 100 Einzelempfehlungen

des Konventes in drei große Themenkomplexe

zusammenfassen lassen:

Bildungsgerechtigkeit, Qualität schulischer

Arbeit und demografische Zwänge.

Im Bildungskonvent waren neben

politischen Vertretern der Parteien auch

v.l.n.r Bernward Rothe, Wiebke Neumann, Dirk Richter, Stephan Dorgerloh

gesellschaftliche Gruppen wie Gewerkschaft,

Kirchen oder Schüler vertreten.

Dieser Schulterschluss mit der Gesellschaft

war eine Idee der SPD. Sie hat in

dieser Legislaturperiode initiiert, um

jenseits ideologischer Grabenkämpfe

tragfähige bildungspolitische Konzepte

für Sachsen-Anhalt zu entwickeln.

Denn Bildungspolitik muss langfristig

gedacht werden, um Erfolg zu haben.

Das fand auch bei den Anwesenden vorbehaltlose

Zustimmung..

Eines der Ergebnisse im Bildungskonvent

war die Öffnung des Schulsystems

für längeres gemeinsames

Lernen. Dies ist neben dem Anspruch

auf Ganztagsbetreuung ein zentrales

Element von zukünftiger Bildungspolitik:

„Schule muss ein Ort sein, an

dem Leben und Lernen zusammengehört“,

so Stephan Dorgerloh. „Bildung

und Wissen sind die wichtigsten Ressourcen,

die Sachsen-Anhalt hat. Wir

müssen zu einer Chancengerechtigkeit

auch in unserem Bildungssystem

kommen, bei dem wir kein Kind zurücklassen!“,

fasste SPD-Ortsvereinsvorsitzende

Wiebke Neumann den

Abend zusammen.


Bildungschancen dürfen nicht am Geld scheitern

Jusos diskutieren in Magdeburg über Bildungsfinanzierung

Die Juso-Landesarbeitskreise Gleichstellung

und Zukunft, Ökonomie und Ökologie

sowie Bildung und Soziales haben

vom 29. bis zum 31. Oktober in einem

gemeinsamen Seminar in Magdeburg

mit Gästen aus Kommunal-, Landes- und

Bundespolitik das Thema Bildungsfinanzierung

diskutiert.

Zu Beginn beschrieb Lutz Trümper, Oberbürgermeister

der Stadt Magdeburg, das

Thema aus kommunaler Sicht: „Der Fachkräftemangel

in Sachsen-Anhalt resultiert

aus dem Wegzug vieler Menschen, die

hier wegen der geringen Löhne keine Perspektive

sehen“, erklärte er. Ernst Dieter

Rossmann, bildungspolitischer Sprecher

der Bundestagsfraktion, kritisierte, dass

Deutschland im internationalen Vergleich

nur unterdurchschnittlich in Bildung und

Forschung investiere. „Auch wenn sich

Impressum:

V.i.S.d.P.: Dr. Mario Kremling

Redaktion: Dr. Falko Grube

Gestaltung: Jörn Rößler

Beiträge an:

pressesprecher@spd-sachsen-anhalt.de

Anschrift:

SPD-Landesgeschäftsstelle, Redaktion WiSA,

Bürgelstraße 1, 39104 Magdeburg

die Bildungsfinanzierungsprobleme nicht

allein durch mehr Geld lösen lassen, sind

konkrete Investitionen für die sachgerechte

Erhöhung von Hochschulkapazitäten

unerlässlich“, unterstützte Christian Böhme,

Koordinator des Juso-LAK Ökologie

und Ökonomie diese Kritik.

Bernhard Börsel, Referent für

Studienfinanzierung beim Deutschen

Studentenwerk, stellte den Jusos die

Ergebnisse der 19. Sozialerhebung vor.

Danach leben 26 % aller Studierenden

unter dem bis vor kurzem gültigen

BAföG-Höchstsatz von 648 €. Dabei

erzielen „Studierende, die mit ihrem

Einkommen unter dem Bedarf liegen,

schlechtere Ergebnisse, brechen das

Studium sogar häufiger ab“, so Börsel.

Die Jusos fordern die Anpassung des

Bedarfssatzes und der Freibeträge an den

in der Sozialerhebung ermittelten Bedarf,

eine stärkere Berücksichtigung von

Mietniveau und Studiengebühren und

eine elternunabhängigere Förderung der

Studierenden.

In der Diskussion mit der sachsen-anhaltischen

Kultusministerin Birgitta Wolff

sprachen sich die Jusos zudem nachdrücklich

gegen die Schließung von Fachhochschulen

in Sachsen-Anhalt aus. „Diese

Bildungseinrichtungen sind ein wichtiger

Teil der Infrastruktur, vor allem in den bevölkerungsschwachen

Regionen im Land“,

pflichtete auch Wolff bei.

Ein weiteres Thema war das Schüler-BAföG.

„Wir müssen feststellen, dass dieses Programm

der Allgemeinheit weitgehend

unbekannt und für Laien viel zu unübersichtlich

ist“, berichtet Patrick Wanzek, LAK-

Koordinator für Bildung und Landtagskandidat

im Saalekreis. Die Jusos mahnten dabei

einen erheblichen Nachholbedarf im Hinblick

auf die Bildungsbeteiligung von Menschen

mit Migrationshintergrund an. „Nicht

nur vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels

müssten die Begabungsreserven

der in Deutschland lebenden Migrantinnen

und Migranten stärker mobilisiert werden“,

forderte Sarah Schulze, Koordinatorin des

LAK Gleichstellung und Zukunft. „Dazu

muss das BAföG als wichtiges Instrument

für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem

stärker geöffnet werden.“ •

Terminankündigungen

11. Dezember 2010

Im AMO Magdeburg findet ab 10

Uhr der außerordentliche Landesparteitag

zur Aufstellung der

Landesliste zur Landtagswahl 2011

statt.

14. Januar 2010

Im Haus des Waldes, Hundisburg,

findet der Neujahrsempfang des

KV Börde statt.

01. Februar 2011

In Magdeburg findet der Neujahrsempfang

und Wahlkampfauftakt

des SPD-Landesverbandes statt.

Wir begrüßen als neue Mitglieder der SPD

in Sachsen-Anhalt...

Berends Frank Halberstadt

Bohm Harald Halle-Nordost

Buchmayer- Barbara Sara Halle-Mitte

Gaveau

Capser Steffen Halle-Neustadt

Engelmann Jakob Halle-Nordwest

Gödecke Nicole Salzwedel

Hoffmann Anna-Lena Halle-Mitte

Rudolph Dietrich Wanzleben

Sachs Florian Elias Magdeburg-Sudenburg/Lemsdorf/Ottersleben

Senius Kay Halle-Nordwest

Thäns Andreas Magdeburg-Mitte/Altstadt

Tom Potutschek Osterwieck

Zenker Thomas Magdeburg-Sudenburg/Lemsdorf/Ottersleben

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