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BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN

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MAIN-KINZIG-KREIS BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN

Graslitzer Str. 2 - 8

63571 Gelnhausen

Schulbrief Nummer 5 November 2007

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben,

liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzlich grüße ich Sie alle mit dieser neuen Ausgabe unseres Schulbriefes. Obwohl das Schuljahr 2007/2008 schon einige

Wochen alt ist, darf ich Ihnen doch für den Verlauf dieses Jahres alles Gute wünschen; das gilt vor allem für die Schülerinnen

und Schüler, die in diesem Schuljahr Abschlussprüfungen zu bewältigen haben.

Kurz vor den Sommerferien wurde eine Baumaßnahme fertig gestellt, bei der – was eine Besonderheit darstellt – der Main-

Kinzig-Kreis als Eigentümer der Schule nicht der Bauherr war: eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Teils des Gebäudes

B, errichtet von einer eigens gegründeten Betreibergesellschaft in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, an der

auch 20 Kolleginnen und Kollegen beteiligt sind. Die Photovoltaikanlage kann nicht nur Gegenstand von Unterricht sein, sie soll

auch exemplarischen Charakter haben für die Gewinnung von Energie auf umweltschonenden Wegen.

Darüber hinaus kam es zu der einen oder anderen „Verschönerungsarbeit“ innerhalb der Gebäude, bei der auch der Fachbereich

„Farbtechnik und Gestaltung“ einen maßgeblichen Anteil hat; und es kam zu maßgeblichen Verbesserungen in der Ausstattung

der Schule in den Bereichen EDV und Automatisierungstechnik. In diesem Zusammenhang danke ich dem Schulträger und hier

insbesondere Landrat Erich Pipa, dem 1. Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Günter Frenz und dem Leiter des Amtes 65,

Joachim Peter, und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die gleiche vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht auch zum

Staatlichen Schulamt und hier zu dem für uns zuständigen Dezernenten Herrn LSAD Klaus Linke.

Veränderungen in der Schulstruktur gab es in drei Bereichen: nunmehr besuchen die Auszubildenden aller Ausbildungsjahre im

Ausbildungsberuf Tischler/in auch aus dem Altkreis Hanau unsere Schule; andererseits haben wir – verbunden mit Wehmut für

die dort unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer – nun auch die letzte verbliebene Klasse des Sonderlehrgangs für

Aussiedlerinnen und Aussiedler aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion an die Ludwig-Geisler-Schule Hanau abgegeben

sowie die letzte verbliebene Klasse der Maler/innen an die Kinzig-Schule Schlüchtern.

Die Schülerzahl hat trotz dieser hier beschriebenen Korrekturen weiter zugenommen; derzeit besuchen etwa 3.600 Schülerinnen

und Schüler unsere Schule. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir neben der Zentrale drei Außenstellen nutzen müssen. Die

damit verbundenen Einschränkungen und Belastungen sind beträchtlich. Hier hoffe ich auf positive Entscheidungen des

Schulträgers im kommenden Jahr 2008.

Die so genannte innere Schulentwicklung dürfte im laufenden Schuljahr von folgenden Vorhaben geprägt sein:

- Weiterführung der Umsetzung des Lernfeldkonzeptes in neu geordneten Ausbildungsberufen, in der

Fachoberschule und in der Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik

- Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems in Teilbereichen der Schule und

Weiterentwicklung einer Feedback-Kultur

- Verringerung der Zahl der Auszubildenden, die die Lehrabschlussprüfungen der Kammern nicht bestehen

(So genanntes Strategisches Ziel 4 des Hessischen Kultusministeriums)

- Vorbereitung und Umsetzung von neuen Prüfungsverfahren in Berufsfachschule, Berufsgrundbildungsjahr

und den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung

- Erarbeitung von Konzepten für den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern und

Schulverweigerern

- Entwicklungen von Förderplänen auch für die zweijährige Berufsfachschule

Darüber hinaus erwarten wir in diesem Jahr die erste Schulinspektion des Instituts für Qualitätsentwicklung des Hessischen

Kultusministeriums. Diesem Ereignis sollten wir mit Gelassenheit und einer verhaltenen Vorfreude entgegen sehen.

Bei all diesen von den Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule und von der Schulleitung zu tragenden Vorhaben soll und darf

unsere zentrale Aufgabe nicht vergessen werden: Erziehung und Bildung der Schülerinnen und Schüler, Beratung und Betreuung.

– Meine besten Wünsche gelten Ihnen für das laufende Schuljahr. Ich verbinde diese Wünsche mit dem Dank für die im

vergangenen Schuljahr geleistete Arbeit für Schule, Schülerinnen und Schüler und für die Unterstützung unserer Schule.

Gustav Honzen

Oberstudiendirektor

Schulleiter


Entwicklung der Schülerzahlen 2004 bis 2007

2004 2005 2006 2007

Berufsschule gesamt 1870 1853 1937 1962

Metalltechnik 826 821 918 717

Elektrotechnik 92 82 62 59

Holztechnik 68 51 72 92

Wirtschaft und Verwaltung 366 390 374 377

Ernährung und Hauswirtschaft 302 331 360 348

Körperpflege 67 66 64 62

Farbtechnik und Raumgestaltung 64 44 16 /

IT-Berufe 21 8 / /

Fahrzeugtechnik / / / 175

Werkstatt für Behinderte 22 20 14 20

Lehrgänge der Agentur für Arbeit 42 40 57 112

Vollzeitschule insgesamt 1481 1639 1606 1635

Berufsgrundbildungsjahr Holz + Farbtechnik und Raumgestaltung 15 24 33 32

Berufsvorbereitungsjahr, Eibe 72 96 70 48

Zweijährige Berufsfachschulen 354 375 339 337

Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz 98 124 114 95

Fachoberschule Wirtschaft u. Verwaltung, Wirtschaftsinformatik 213 263 302 310

Berufliches Gymnasium 555 563 557 638

EBA – Sonderlehrgang für Aussiedler 30 36 16 /

Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik 33 31 45 37

Fachschule für Sozialpädagogik 111 127 130 138

Gesamt 3351 3492 3543 3597

Ferientermine (jeweils erster und letzter Ferientag) Bewegliche Ferientage

Weihnachtsferien 23.12.2007 bis 11.01.2008 04.02.2008 (Rosenmontag)

Osterferien 25.03.2008 bis 05.04.2008 02.05.2008

Sommerferien 23.06.2008 bis 01.08.2008 23.05.2008

Herbstferien 06.10.2008 bis 18.10.2008

Weihnachtsferien 22.12.2008 bis 10.01.2009

Öffnungszeiten des Sekretariats allgemein (Fr. Böhmer, Fr. Kribben, Fr. Krieger, Fr. Reuther)

Montag bis Donnerstag 07:00 Uhr bis 15:30 Uhr Täglich geschlossen von

Freitag 07:00 Uhr bis 15:00 Uhr 09:30 Uhr bis 10:55 Uhr und 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Telefon: 06051/4813-0 E-Mail: poststelle@bs.gelnhausen.schulverwaltung.hessen.de

Fax: 06051/17031 Internet: www.bs-gelnhausen.de

Öffnungszeiten Buchhaltung/Personal (Fr. Hermann)

Montag bis Donnerstag 07:00 Uhr bis 15:30 Uhr Täglich geschlossen von

Freitag 07:00 Uhr bis 13:30 Uhr 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Telefon: 06051/4813-13 E-Mail: schulleitung@bs.gelnhausen.schulverwaltung.hessen.de

Hausmeister Herr Reitz Tel. 06051/4813-20 Herr Sachs Tel. 06051/4813-19

Wichtige Termine im 1. Halbjahr 2007 / 2008

Mittwoch, 21.11.2007 Pädagogischer Tag

Mittwoch, 12.12.2007 Schüler- und Elterninformationsabend über weiterführende Schulformen an unserer Schule

Freitag, 01.02.2008 Zeugnisausgabe zum Halbjahresende in den Vollzeitschulformen

Freitag, 08.02.2008 Elternsprechtag

Schulsprecherin: Carina Paff Stellv. Schulsprecher/in: Dominik Dzombic

Vanessa Stanzione

2


Schulleiter: OStD Gustav Honzen Stellv. Schulleiter: StD Hartmut Bieber

Abteilungsleiter/innen:

Abteilung I: OStR Wolfgang Lanz Gew. Berufsfachschule, Berufsschule Elektrotechnik, Berufsfachschule

med.-tech. u. soz.-päd. Berufsrichtung

Abteilung. II: StD Hans-Jürgen Hammerich Fachschule f. Kunststoff- u. Kautschuktechnik, Berufsschule Metalltechnik,

Verfahrensmechaniker. f. Kunststoff- u. Kautschuktechnik

Abteilung III: StD Michael Harth Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik und Farbtechnik, Teilzeitberufsschule

Ernährung, Holztechnik, Kältetechnik

Kaufm. Abt.: StD´in Elisabeth Battenberg Kaufmännische Berufsfachschule, Fachoberschule Wirtschaft u.

Verwaltung, Wirtschaftsinformatik

StD Alfred Grandl Berufliches Gymnasium

OStR´in Petra Hartung Kaufmännische Berufsschule

Sozialpädagog. Abt.: StD Norbert Zahn Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz, Fachschule für

Sozialpädagogik, Berufsschule Körperpflege

Bildungsgänge zur

Berufsvorbereitung: OStR´in Petra Hartung Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BVJ, EIBE)

Personelle Veränderungen im Schuljahr 2006/2007 und zum laufenden Schuljahr

Herr Oberstudienrat Hans Baumann wurde zum 31.01.2007 in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet. Hans Baumann

unterrichtete seit 1974 an unserer Schule – vor allem das Fach Mathematik in Klassen der zweijährigen Berufsfachschule und das Fach

Sport in nahezu sämtlichen Schulformen der Schule, aber auch Krankengymnastik in der krankenpflegerischen Berufsfachschule und

Bewegungserziehung in der Fachschule für Sozialpädagogik.

Herr Oberstudienrat Helmut Kaschenz wurde nach Vollendung des 65. Lebensjahres und nach 40 Jahren Dienstzeit als Lehrer zum

31.01.2007 in den Ruhestand verabschiedet. In den letzten Jahren bildeten die Fächer Mathematik und Physik in Berufsaufbauschule und

Berufsfachschule sowie berufsbezogene Inhalte in der Berufsfachschule Schwerpunkte seiner Unterrichtstätigkeit. – Er ist zum

01.10.2007 als „reaktivierter Pensionär“ wieder als Lehrer an unsere Schule zurück gekehrt.

Herr Oberstudienrat Wilhelm Scheich wurde zum 31.01.2007 in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet. Willi Scheich

unterrichtete seit 1978 an unserer Schule – neben dem Unterricht in Berufsschulklassen der Metallberufe und dem Fach Sport arbeitete er

sich immer mehr in Inhalte der Datenverarbeitung und der Datenverarbeitungstechnik ein und unterrichtete schließlich auch am

Beruflichen Gymnasium das Fach Datenverarbeitungstechnik.

Frau Oberstudienrätin Gerta Sendler wurde zum 31.07.2007 nach Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand verabschiedet.

Gerta Sendler unterrichtete die Fächer Englisch und Geschichte am Beruflichen Gymnasium und das Fach Englisch in der zweijährigen

gewerblich-technischen Berufsfachschule. – Gerta Sendler bleibt der Schule bis auf weiteres erhalten als Mitarbeiterin der Theatergruppe

der Schule und als „guter Geist“ bei verschiedenen Anlässen.

Herr Pfarrer Dr. Uwe Kühneweg hat unsere Schule zum 31.07.2007 verlassen, um eine Stelle als Gemeindepfarrer in Wien anzutreten.

Dr. Uwe Kühneweg unterrichtete an unserer Schule seit dem Jahre 2003 die Fächer evangelische Religion und Latein im Beruflichen

Gymnasium sowie Religion in Berufsfachschule und Berufsschule und ergänzend die Fächer Deutsch und Politik und Wirtschaft. Darüber

hinaus engagierte er sich als 2. Regisseur und Souffleur in der Arbeit der Theatergruppe der Schule.

Allen fünf Kolleginnen und Kollegen danken wir für ihre langjährige Arbeit für unsere Schülerinnen und Schüler sowie für

unsere Schule und die angenehme kollegiale Zusammenarbeit.

Zum Schuljahr 2007/2008 neu eingestellte bzw. zuversetzte Lehrerinnen und Lehrer:

Breunung, Claudia StR´in z. A. Geschichte, ev. Religion

Falk, Kerstin StR´in z. A. Wirtschaft und Verwaltung, Deutsch

Grendel, Patricia StR´in z. A. Wirtschaft und Verwaltung, Englisch

Klapp, Bernd Fachlehrer z. A. Metalltechnik Fachrichtung Kälte-Klima-Technik

Lapp, Michael Pfarrer ev. Religion

Ruppel, Hubert Fachlehrer Metalltechnik

Schmidt, Holger StR z. A. Metalltechnik, Politik und Wirtschaft

Schrader, Philipp Fachlehrer z. A. Ernährung und Hauswirtschaft

Zum Schuljahr 2007/2008 mit BAT-Verträgen neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen:

Betz, Bianca arbeitstechnische Fächer Wirtschaft und Verwaltung

Dr. Gerlach, Rainer Deutsch, Geschichte

Köhler, Sandra arbeitstechnische Fächer „Gastronomie“

Köhler, Tom Gestalten im Berufsfeld „Holztechnik“

Özkan, Petra Deutsch, Politik und Wirtschaft

Rienecker, Sven Wirtschaft und Verwaltung, Politik und Wirtschaft

Schmidberger, Claudia Deutsch, Politik und Wirtschaft, Ökotrophologie

Scholz, Christine Sozialpädagogik/Sozialwesen

Vonrhein, Andreas Holztechnik

Zum Schuljahr 2007/2008 haben an unserer Schule mit der Lehrerausbildung begonnen:

3


Herrlich, Frank Wirtschaft und Verwaltung, Mathematik (seit 01.02.2007)

Wiederspahn, Michael Elektrotechnik, Mathematik

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Abteilung I

Zweijährige Berufsfachschule medizinisch-technische und krankenpflegerische Berufe sowie sozialpädagogische und

sozialpflegerische Berufe

Die steigenden Schülerzahlen im Bereich der Zweijährige Berufsfachschule Berufsrichtung sozialpädagogische und

sozialpflegerische Berufe haben zur Bildung von eineinhalb neuen Klassen in der Jahrgangsstufe 10 geführt. Da die Zahlen

der neu aufgenommenen Schülerinnen und Schüler in der Berufsrichtung medizinisch-technische und krankenpflegerische

Berufe konstant bei ebenfalls eineinhalb Klassen liegen, wird eine Klasse dieser beiden Berufsrichtungen in Kooperation

geführt. In der Jahrgangsstufe 11 wird in jeder dieser Berufsrichtungen eine eigenständige Klasse geführt. Hinzu kommt eine

Klasse in Kooperation zwischen medizinisch-technischer Berufsrichtung und dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung.

Das Betriebspraktikum mit einer Dauer von vier Wochen wird in der Jahrgangsstufe 11 zwischen den Herbst- und den

Weihnachtsferien durchgeführt. Diese im letzten Schuljahr eingeführte Regelung hat sich bewährt.

Zweijährige Berufsfachschule Metalltechnik und Elektrotechnik

In der Berufsfachschule Metall- und Elektrotechnik sind die Schülerzahlen stabil geblieben, so dass auch in diesem Jahr vier

Klassen in diesen Berufsfeldern unterrichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 haben in diesem

Jahr erstmalig ein mehrwöchiges Blockpraktikum bei Firmen aus der Region besucht. Die Resonanz der Betriebe war

durchweg positiv. Hauptbestandteil der schulischen Konzeption zum Blockpraktikum war, dass sich die Schülerinnen und

Schüler einen Praktikumsplatz entsprechend dem unterrichtlichen Schwerpunkt des gerade anstehenden Lernfeldthemas

selbst suchen mussten. Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler von den Praktikumsbetrieben mit industriellen

Bewertungsmassstäben beurteilt. Durch die Einführung des Lernfeldunterrichtes ist die Vergleichbarkeit mit den

handwerklichen und industriellen Ausbildungsberufen im Metall- und Elektrobereich hergestellt. Die Unterrichtsteams der

Berufsfachschulklassen im Berufsfeld Metall- und Elektrotechnik setzen in den ersten vier Lernfeldern gleiche Projekte wie

in den Grundstufenklassen der Berufsschule um. Hierdurch ist eine Lehrzeitverkürzung gemäß der Anrechnungsverordnung

möglich.

Hartmut Bieber

Studiendirektor, Stellv. Schulleiter

Fachbereich Elektrotechnik

Die Auszubildenden werden im Laufe von 3 ½ Jahren zum/zur Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und

Gebäudetechnik (Handwerk) ausgebildet. Die Klassen der Fachstufe haben in diesem Bereich durchschnittlich 19

Schüler/innen.

Nach der Neuordnung der handwerklichen Elektroberufe hat der Teil 1 der Gesellenprüfung (ehemals Zwischenprüfung) jetzt

ein erhebliches Gewicht von 40% am Gesamtergebnis der Gesellenprüfung erhalten. Daher sind die Auszubildenden von

Anfang an gefordert, gezielt auf den Teil 1 der Gesellenprüfung hinzuarbeiten, der schon nach 1,5 Jahren stattfindet. Im Jahr

2007 haben alle Auszubildenden den Teil 1 der Gesellenprüfung erfolgreich absolviert.

Der berufsrelevante Stoff wird nach der Neuordnung in Form von Lernfeldern unterrichtet. Die Lernfelder „weichen“ die

„alte Trennung“ in Theorie und Praxis komplett auf. Ziel ist es jetzt, den Stoff durch an der Praxis bzw. Realität orientierten

komplexen Arbeitsaufträgen im Rahmen einer vollständigen Handlung (Auftragsannahme, -planung, -durchführung, -

Inbetriebnahme/Übergabe, Auftragsauswertung) zu vermitteln. Hierzu gehören nicht nur die Durchführung von

Kundengesprächen im Unterricht; auch in den beiden Teilen der Gesellenprüfung erwartet die Auszubildenden ein Fach-

/Kundengespräch, in dem es vor allem um fachspezifische Fragen geht.

In diesem Schuljahr wird zum ersten Mal gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Wiesbaden ein Lehrgang mit

Ausbildern und Lehrern unserer Schule zum Thema: „Moderne Gebäudesystemtechnik mit Hilfe von EIB“ durchgeführt.

Die Inhalte werden analog einem Lernfeld projektorientiert und in Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben aus unserer

Region erarbeitet.

Wolfgang Lanz

Oberstudienrat, Abteilungsleiter

5


Abteilung II

1. Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Der Fachbereich erarbeitete auf einer Tagung in Heigenbrücken die Umsetzung des neuen Lernfeldkonzeptes.

Im Rahmen einer Feierstunde in den Beruflichen Schulen Gelnhausen erhielt Hendrik Kirchner von der Veritas AG von

Schulleiter Gustav Honzen eine Urkunde über die die Auszeichnung „Auszubildender des Jahres“. Die Auszeichnung wurde

aufgrund seiner herausragenden Leistungen in diesem Jahr erstmals vergeben. Herr Kirchner beendete die Ausbildung zum

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik mit der Bestnote „sehr gut“. Während seiner Ausbildungszeit

hat er noch die Fachhochschulreife, das „Cambridge certificate in advanced English“ sowie das KMK-

Fremdsprachenzertifikat erworben, jedes Mal mit ebenfalls hervorragendem Ergebnis. Seine nächste Station ist die

Fachhochschule in Darmstadt. Dort wird er Kunststofftechnik studieren.

Zum ersten Mal wurde eine praktische Abschlussprüfung des neuen zweijährigen Berufes „Maschinen- und Anlagenführer“ -

Schwerpunkt Kunststoff- und Kautschuktechnik - im Technikum der Beruflichen Schulen Gelnhausen erfolgreich

durchgeführt. Die Aufgabenstellung und Abnahme der Prüfung erfolgte federführend durch den Fachlehrer für

arbeitstechnische Fächer, Herr Manfred Krack, im Auftrag der IHK Hanau- Gelnhausen- Schlüchtern. Mittlerweile gibt es

zwei Klassen mit insgesamt 28 Schülern aus den Betrieben Veritas AG und Dunlop. Im Schuljahr 2008/2009 will die

Reifenfirma Goodyear Fulda ebenfalls Maschinen- und Anlagenführer ausbilden.

2. Werkzeugmechaniker und Feinwerkmechaniker

Die Fachklasse des dritten Ausbildungsjahres der Werkzeug- und Feinwerkmechaniker und das unterrichtende Lehrerteam

unter der Federführung von OStR Wolfgang Lanz erhielten eine Anerkennungsurkunde für ihren Beitrag zum

lernfeldorientierten Unterricht im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Unterricht innovativ“. Das Lehrerteam

entwickelte mit den Betrieben ein Konzept, in dem betriebliche Abläufe sowie schulische Inhalte in gemeinsam erarbeitenden

Projekten realisiert wurden.

3. Metallbauer und Konstruktionsmechaniker

Die Abschlussprüfung wurde zum ersten Mal nach der neuen Ausbildungsordnung vorgenommen. Von Seiten der Lehrkräfte

und von Seiten der Betriebe wurde der zu hohe Schwierigkeitsgrad der Prüfungen, insbesondere im theoretischen Teil

beklagt, der verantwortlich sei, für das schlechte Abschneiden der Prüflinge. Dies war Anlass für zwei Gespräche mit dem

stellvertretenden Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, dem Innungsvorstand, dem Prüfungsausschuss sowie den

Lehrkräften und der Schulleitung. Hauptkritikpunkt waren die überzogenen Prüfungsaufgaben im Bereich Steuerungs- und

Regelungstechnik. Da fast alle Betriebe nicht die Möglichkeit haben, Inhalte der Steuerungs- und Regelungstechnik adäquat

zu vermitteln, wurde vereinbart, dass zunächst einmal die Beruflichen Schulen Gelnhausen auch den praktischen Teil diese

Fachgebietes vermitteln sollen. Der Prüfungsausschuss wurde gebeten, auf den Aufgabenerstellungsausschuss über die

Handwerkskammer einzuwirken, damit dieser Prüfungsteil einfacher gestaltet bzw. überhaupt nicht mehr geprüft wird.

4. KFZ- Mechatroniker

Wir können uns über folgende Spenden freuen:

- Autohaus Mercedes Kunzmann: Gebrauchter PKW Mercedes E- Klasse, Typ 211, Wert: ca. 30 000 €

- Autohaus Geiger & Liebsch: Gebrauchter VW- Motor, TDI/PD + Getriebe, Wert: ca. 1500 €

Der Fachlehrer für arbeitstechnische Fächer, Herr Andreas Straub, repariert mit seinen Schülern im Rahmen des

Lernfeldkonzepts die Karosserie eines Ford- Transit für die „Gelnhäuser Tafel“. Mit dem Fahrzeug sollen Lebensmittel an

bedürftige Bürger ausgeliefert werden.

5. Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Die Firma Cimatron (Ettlingen) stellte dem Fachbereich 16 CAD/CAM Software- Pakete im Wert von insgesamt 480 000 €

kostenlos zur Verfügung. Die Spende wurde von OStR Wolfgang Lanz initiiert. Mittels dieser Software werden im Fach

Konstruktionstechnik und Fertigungstechnik computergestützte Werkzeugkonstruktionen und deren Fertigung von den

Studierenden der Fachschule durchgeführt.

Hans- Jürgen Hammerich

Studiendirektor, Abteilungsleiter

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Abteilung III

Berufsgrundbildungsjahr Farbtechnik und Raumgestaltung sowie Holztechnik

Die neue Verordnung für das Berufsgrundbildungsjahr hat grundlegende Veränderungen gebracht. Zur Aufnahme ist der

Hauptschulabschluss erforderlich und am Ende steht eine Abschlussprüfung. Der eigentliche Sinn des

Berufsgrundbildungsjahres ist das Ersetzen des 1. betrieblichen Ausbildungsjahres im entsprechenden Fachgebiet. Deshalb

wird auch drei Tage pro Woche in der Praxis gearbeitet und nur an zwei Tagen die Theorie im Klassenraum vermittelt. Durch

die intensive Arbeit in praktischen Aufgabenstellungen wird elementares Können tatsächlich erworben. Das ist eine

Qualifizierung, die junge Menschen voranbringen kann. Die erforderlichen Praktika in den Betrieben zeigen den

Jugendlichen, dass die erworbenen Fähigkeiten tatsächlich gebraucht werden. Gut 50 Prozent der Berufsgrundbildungsjahr-

Schüler/innen finden über die Praktika auch einen Ausbildungsplatz.

Der BGJ-Rahmenlehrplan für Farbtechnik und Raumgestaltung beinhaltet vier Lernfelder, in denen metallische und

nichtmetallische Untergründe sachgerecht zu bearbeiten sind sowie die entsprechende Herstellung und Gestaltung von

verschiedenen Oberflächen geleistet werden muss.

Diese Basisqualifikation findet zum Beispiel in folgenden Ausbildungsberufen Anwendung: Maler und Lackierer, Bauten-

und Objektbeschichter, Fahrzeuglackierer, Raumausstatter, Schauwerbegestalter.

Mechatroniker für Kältetechnik

Die Landesfachklassen für Kälteanlagenbauer haben seit 1. August 2007 eine neue Ausbildungsordnung und einen

entsprechenden Rahmenlehrplan auf Lernfeldbasis. Die Berufsbezeichnung wurde in Mechatroniker für Kältetechnik

geändert.

Michael Harth,

Studiendirektor, Abteilungsleiter

Abteilung Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

In den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung werden im Schuljahr 2007/08 in 3 EIBE-Klassen 48 deutsche und

ausländische Jugendliche unterrichtet, die vorher Haupt- oder Förderschulen besucht, keine Berufsausbildungsstelle haben,

und einer weiteren Förderung bedürfen, um den Einstieg in das Berufsleben zu bewältigen. Die überwiegende Zahl der

Jugendlichen verfügt über keinen Schulabschluss und/oder ist aus anderen Gründen (z.B. auch Sprachprobleme,

Integrationsdefizite etc.) auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt.

Alle Klassen der berufsvorbereitenden Bildungsgänge werden innerhalb des EIBE-Programms (EIBE = Eingliederung in die

Berufs- und Arbeitswelt) der Europäischen Union durchgeführt und durch den Europäischen Sozialfonds gefördert; die

Schülerinnen und Schüler erhalten im Rahmen dieser Maßnahme besondere Betreuung durch eine Sozialpädagogin.

Entsprechend den Zielsetzungen der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung wird den Schülerinnen und Schüler ein

umfassendes schulisches Fachpraxisangebot unterbreitet, wobei die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten wie

„Uhrenbau“, „Bauen, Gestalten und Bespielen eines Musikinstruments/Cajon“, „Betrieb eines Schülerbistros“, Gelegenheit

haben, umfassende praktische und theoretische Kenntnisse zu erlangen. In den EIBE–Klassen können die Jugendlichen in den

Fachpraxisbereichen Holztechnik, Farbtechnik und Gestaltung, Metalltechnik, Elektrotechnik, Nahrung/Küche, Ernährung

und Hauswirtschaft Kompetenzen erwerben. Vor allem theoriemüde Schülerinnen und Schüler können sich hier auf neuen

Feldern erproben und beweisen und so ihre Persönlichkeit stärken. Der berufsorientierte Unterricht erfolgt in Form von

Basisqualifikationen und Qualifizierungsbausteinen, die Inhalte anerkannter Ausbildungsberufe vermitteln; im zweiten

Schulhalbjahr werden die Schülerinnen und Schüler wöchentlich an einem Tag ein Berufspraktikum absolvieren und ihre

Fähigkeiten und Kenntnisse im betrieblichen Alltag anwenden und erweitern. Über die erworbenen Kompetenzen werden

Zertifikate ausgestellt.

Das pädagogische Konzept der Bildungsgänge beinhaltet auch die Erstellung individueller Förderpläne.

Unterrichtsdifferenzierung und Förderunterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie Englisch fördert so die

Möglichkeit, einen dem Hauptschulabschluss oder qualifizierenden Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu

erwerben.

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Ein besonderes Augenmerk wird auf die Erarbeitung und Stärkung sozialer und personaler Kompetenzen gerichtet. Das soll

in diesem Schuljahr wieder durch Einheiten wie „Soziales Training“ inkl. Gewaltprävention oder „Selbstverteidigung“

unterstützt werden.

Werkstätten für behinderte Menschen

20 Jugendliche aus den Werkstätten für behinderte Menschen erhalten im laufenden Schuljahr in zwei Klassen an einem Tag

in der Woche Berufsschulunterricht. Der Unterricht erfolgt im fachpraktischen Bereich mit den Schwerpunkten

Hauswirtschaft und Textiltechnik sowie Farbtechnik und Gestaltung auf der Basis von Förderplänen, die durch enge

Zusammenarbeit der Fach- und Förderschullehrer/innen mit den Werkstätten, den abgebenden Schulen sowie der Fachschule

für Sozialpädagogik individuell für jeden Schüler und jede Schülerin erstellt und durch besondere Formen der

Zusammenarbeit ergänzt werden. Es wird Wert darauf gelegt, dass alle Planungen gemeinsam entwickelt und Entscheidungen

innerhalb der Klassen gemeinsam getroffen werden. Darüber hinaus werden vor allem übergeordnete Kompetenzen in

Hinblick z.B. auf Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Ausdauer und zielgerichtetes Handeln

angestrebt, wobei dem Unterstützungsbedarf und den Fähigkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler in besonderem

Maße Rechnung getragen wird.

Kaufmännische Abteilung

Kaufmännische Berufsschule (Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung)

Im laufenden Schuljahr werden in der kaufmännischen Berufsschule Auszubildende in 19 Klassen unterrichtet, davon sind 6

im Bereich Bürokaufleute, 3 Klassen Bankkaufleute sowie 10 Klassen im Bereich Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel bzw.

Verkäufer/in.

In allen Klassen wird durchgängig 10 – 12 Stunden Unterricht erteilt. Außerdem wird zusätzlich im Rahmen des

„Strategischen Ziels 4 des Hessischen Kultusministeriums“ für Verkäufer/innen Förderunterricht angeboten. Darüber hinaus

soll in diesem Schuljahr besonders im Einzelhandel und Bürobereich verstärkt Prüfungsvorbereitung durchgeführt werden,

damit die Auszubildenden die neuen Prüfungsanforderungen bewältigen können.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten neben Fachtheorie und Fachpraxis z. B. auch verstärkt Deutsch- und

Englischunterricht mit der Möglichkeit, u. a. das Fremdsprachenzertifikat zu erwerben und neben der beruflichen

Qualifikation auch ihre Allgemeinbildung zu erweitern. Seit letztem Schuljahr haben die Auszubildenden nun auch die

Möglichkeit, die Gesamtbewertung/Durchschnittsnote ihrer schulischen Leistungen in ihrem IHK-Prüfungszeugnis eintragen

zu lassen und so umfassend ihre Leistungen zu dokumentieren.

Petra Hartung

Oberstudienrätin, Abteilungsleiterin

Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung

Unser Hauptbestreben in der Berufsfachschule ist es, den Schülerinnen und Schülern beste Startchancen für ihr späteres

Berufsleben zu vermitteln. Alle besonderen Maßnahmen, die wir ergreifen, zielen in diese Richtung. Zu diesen Maßnahmen

gehören: Einführungswoche, Förderkonzept, Berufsfindungstage, Praktikum, Bewerbungsvideos.

Eine Einführungswoche ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres pädagogischen Konzeptes in der Berufsfachschule

geworden. In dieser Woche bereiten wir unsere neuen Schülerinnen und Schüler auf die Zusammenarbeit an unserer Schule

vor. In diesem Schuljahr hat ein besonderes Augenmerk unserer Einführungswoche in den neuen 10er Klassen auf Mediation

gelegen. Die Schülerinnen und Schüler konnten zum Beispiel lernen, was eine „nichtverletzende Ärgermitteilung“ ist und

können diese hoffentlich auch in ihrem Schulalltag anwenden. Weitere Schwerpunkte dieser Einführungswochen waren wie

gewohnt das „’Lernen’ zu lernen“ und ihre neue Umgebung besser kennen zu lernen

Da wir immer sehr viele Wiederholer den 10er Klassen haben, haben wir uns ein Förderkonzept überlegt. Schülerinnen und

Schüler der Klassen 10 werden am Anfang des Schuljahres mit Hilfe kleiner Tests eingestuft, damit die Kolleginnen und

Kollegen früh den Förderbedarf erkennen. In den Fächern Englisch und Deutsch können diese Schülerinnen und Schüler nun

in zusätzlichen Kursen gefördert werden. Diese Kurse sind für die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf verpflichtend.

Sie erhalten dort auch eine eigene Note.

8


Vor den sogenannten Berufsfindungstagen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren späteren Berufsplänen

auseinander. Zu den Berufsfindungstagen laden wir Vertreter/innen verschiedener Betriebe ein, um den Schülerinnen und

Schülern ein realistischeres Bild von ihren künftigen Bewerbungschancen zu vermitteln.

Neu ist, dass in der Jahrgangsstufe 11 ein Praktikum zu absolvieren ist. Es ist eng an die Lernfeldarbeit angebunden und

eröffnet unseren Schülerinnen und Schülern hoffentlich neue Wege zu späteren Ausbildungsplätzen.

Ganz neu ist in diesem Jahr das Pilotprojekt „Bewerbungsvideos“. In Zusammenarbeit mit „meinJournal“ durften die

Berufsfachschülerinnen und -schüler die ersten sein, von denen Bewerbungsvideos gedreht wurden – auf freiwilliger Basis

natürlich. Diese wurden dann ins Internet gestellt (www.meinjournal.de). Wir sind gespannt, ob dieses Projekt unseren

Schülerinnen und Schülern hilft, schneller und besser einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden.

Fachoberschule Wirtschaft

Die Schülerzahl in der Fachoberschule ist von der Lehrstellenknappheit nicht unberührt geblieben. So haben wir in diesem

Jahr ca.150 neue Schülerinnen und Schüler in die Jahrgangstufe 11 eingeschult. Hinzu kommen noch 25 neu eingeschulte

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Typs B. Das sind Schülerinnen und Schüler, die bereits eine

Berufsausbildung erworben haben und nun die Fachhochschulreife verkürzt (in einem Jahr) anstreben.

An der Fachoberschule hat eine Einführungswoche stattgefunden. In dieser wurden organisatorische (Klassenregeln),

kommunikative (sich gegenseitig kennen lernen) und methodische („Lernen lernen“) Schwerpunkte gesetzt.

Die Jahrgangsstufe 11 ist wesentlich von dem ganzjährigen Praktikum bestimmt. Wir legen als Schule wert auf eine gute

Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb bzw. Behörde. Die Klassenlehrer oder -lehrerinnen statten all ihren

Betrieben mindestens einen Besuch ab. Die Schülerinnen und Schüler schreiben zwei Praktikumsberichte. Der zweite

Praktikumsbericht stellt eine Präsentation des Praktikumsbetriebes dar. Die Erarbeitung dieses Berichtes wurde vorher im

Themen- und Aufgabenfeld ‚Methodenkompetenz’ eingeübt.

Der Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik hat sich an unserer Schule gefestigt. Auch in dem fünften Jahr seit Einführung

dieses Schwerpunktes gibt es wieder eine Klasse. Allerdings haben wir die Schülerinnen und Schüler der

Wirtschaftsinformatik in zwei Klassen aufgeteilt, um eine bessere Klassendynamik in gemischten Gruppen zu erzeugen.

Das im letzten Jahr neu eingeführte ergänzende Wahlpflichtfach ist von unseren Schülerinnen und Schülern sehr positiv

angenommen worden. Leider mussten wir unser Angebot dem neuen Lehrplan angleichen, und damit reduzieren. Im

sprachlichen Bereich können wir ein zusätzliches Angebot machen: Seit diesem Schuljahr bieten wir außer Englisch auch

Spanisch als ‚fremdsprachliche Fachkommunikation’ an.

Erfreulich und erfolgreich verlief das Projekt „FOS-Einkaufsservice“ im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes, das von den

Kollegen Bettina Klose-Asbach und Markus Erdmann betreut wurde. Hier gründeten die Schülerinnen und Schüler ein

Unternehmen und beteiligten sich ganz real am Wirtschaftsleben. Das Projekt war Teil des so genannten „Junior-Projekt-

Unternehmens“ und wurde u. a. vom Bundeswirtschaftsministerium und der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert. Beim

landesweiten hessischen Wettbewerb gewann die Schülergruppe den 1. Preis; auch beim bundesweiten Wettbewerb in

München landete die Gruppe im vorderen Mittelfeld.

Elisabeth Battenberg

Studiendirektorin, Abteilungsleiterin

30 Jahre Berufliches Gymnasium

Von 17 auf heute mehr als 600 Schülerinnen und Schüler

Seinen 30. Geburtstag kann in diesem Jahr das Berufliche Gymnasium an unserer Schule feiern. Das Gymnasium endet mit

der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfung – nunmehr in Form des hessischen zentralen Landesabiturs – und führt zur

allgemeinen Hochschulreife, also der Berechtigung zu einem Studium in allen Fächern und Fachrichtungen an allen

Hochschulen und Universitäten in Deutschland.

Das Berufliche Gymnasium an den Hanauer Kaufmännischen Schulen platzte seinerzeit aus allen Nähten. Da kam es den

politisch Verantwortlichen des Kreises gerade recht, dass an der Gelnhäuser beruflichen Schule die „Fühler ausgestreckt

wurden“ mit dem Ziel, ein Berufliches Gymnasium einzurichten. Schulleiter seinerzeit war Hans Schellhaase. Karlheinz

Kunkel – später Schulrat für die beruflichen Schulen im Schulamt in Hanau und 1. Stadtrat der Barbarossastadt Gelnhausen –

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war damals Abteilungsleiter in der kaufmännischen Abteilung der Schule. Sein Interesse an der Einrichtung eines Beruflichen

Gymnasiums in der Fachrichtung Wirtschaft gepaart mit seinem kommunalpolitischen Engagement war eine wesentliche

Grundlage für die Entscheidung des Kreistages des Main-Kinzig-Kreises, an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen ein

entsprechendes Gymnasium einzurichten. Und so wurde im August 1977 mit einer Klasse von 17 „versprengten“

Schülerinnen und Schülern mit dem Unterricht begonnen, wobei der Gründungsjahrgang eigentlich viel lieber das

Gymnasium in der vermeintlichen Großstadt Hanau besucht hätte. Erster Klassenlehrer, der damals schon als Tutor

bezeichnet wurde, war der vor Jahren verstorbene spätere Abteilungsleiter und Vorgänger des jetzigen Abteilungsleiters

Alfred Grandl, Hermann Becker.

Nach diesem Gründungsjahrgang ging es richtig los: Das Berufliche Gymnasium entwickelte sich und wuchs: im folgenden

Jahr waren es schon zwei Tutorengruppen, die in der Jahrgangsstufe 11 begannen – ehemalige Realschülerinnen und

Realschüler oder auch ehemalige Gymnasialschüler, die am Beruflichen Gymnasium ihre Schullaufbahn fortsetzen wollten.

Im Jahre 1993 kam die Fachrichtung Datenverarbeitungstechnik hinzu, 1995 Ernährung und Hauswirtschaft – eingefordert

vom damaligen Schulleiter Gerhard Benzing. 1988 waren es knapp 200 Schülerinnen und Schüler in drei Jahrgangsstufen, 10

Jahre später über 400. Mittlerweile ist das Berufliche Gymnasium an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen das größte

Berufliche Gymnasium Hessens an der größten hessischen beruflichen Schule, besuchen doch derzeit mehr als 600

Schülerinnen und Schüler in drei Jahrgangsstufen das Gymnasium; davon kommt jeweils die Hälfte von Realschulen bzw.

Gymnasien der Region. Im Mai diesen Jahres kam dann auch für die Schülerinnen und Schüler des „BG“ das erste hessische

zentrale Landesabitur hinzu.

„Fördern und fordern und ein altersgemäßer Umgang, der den Schülerinnen und Schülern das Gefühl gibt, ernst genommen

zu werden,“ nennt Schulleiter Gustav Honzen als „einfache pädagogische Leitlinien“ zur Erklärung dieser doch

außergewöhnlichen Akzeptanz dieser Schulform. Die alljährliche Einschulungswoche für die neue Jahrgangsstufe 11 im

Schullandheim Wegscheide, das Fach Latein in der Jahrgangsstufe 11 als Angebot zur Erlangung des Latinums, besondere

Projekte insbesondere des Beruflichen Gymnasiums „Ernährung“, die erfolgreiche Teilnahme an Schülerwettbewerben oder

die mittlerweile ihre 24. Aufführung vorbereitende Theatergruppe unter Oberstudienrat Volker König sind weitere

profilbildende Elemente dieser Schulform.

Alfred Grandl Gustav Honzen

Studiendirektor, Abteilungsleiter Oberstudiendirektor, Schulleiter

Sozialpädagogische Abteilung

In der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz wurde in diesem Schuljahr erstmals die neue Ausbildungsverordnung

angewandt. Die Anforderungen an eine Aufnahme haben sich dadurch erhöht. Neben dem mittleren Abschluss ist es nun

erforderlich, dass in zwei der drei Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik mindestens befriedigende Leistungen

nachgewiesen werden, in einem Fach dürfen die Leistungen ausreichend sein. Dennoch konnten auch in diesem Jahr wieder

zwei neue Klassen gebildet werden. Dabei wurden alle BewerberInnen aus unserem Zuständigkeitsbereich, die die genannten

Bedingungen erfüllt haben, aufgenommen.

Auch an der Fachschule für Sozialpädagogik konnten zwei Klassen eingerichtet werden. Es fand zwar zuvor ein

Auswahlverfahren statt, dennoch konnten durch Absagen am Ende alle Bewerbungen berücksichtigt werden. In den Klassen

der Berufsschule für Körperpflege haben sich die Schülerzahlen leicht erhöht.

An der Fachschule für Sozialpädagogik wird neben dem Theater-Projekt auch wieder Erlebnispädagogik angeboten.

Studierende, die an diesem Fach teilnahmen, leisteten zu unserem Schulbrief folgenden Beitrag unter dem Motto: „Es gibt

keine Leute, die nichts erleben, es gibt nur Leute, die nichts davon merken.“ (Curt Goetz)

„Das wichtigste Element der Erlebnispädagogik ist das Erlebnis. Der Begriff Erlebnis steht für Spannung, Aktivität,

Emotionen, Grenzerfahrungen, Abwechslung und Authentizität, etwas Besonderes, das einen berührt und zum Nachdenken

anregen kann, etwas nicht Alltägliches. Erlebnispädagogik findet aber nur dann statt, wenn man dieses Erlebnis reflektiert.

Das bedeutet, sein eigenes Handeln zu hinterfragen und die damit verbundenen Motive und Gefühle zu beschreiben. Dies ist

eine wichtige Voraussetzung, um aus dem Erlebten neue Kenntnisse über die Übungen und vor allem über sich selbst und die

Gruppe zu erlangen. Die vorher durchgeführten Übungen und die aus der Reflexion gewonnenen Erkenntnisse bzw.

Erfahrungen sind in den Alltag und das spätere berufliche Leben übertragbar.

Wir, die Klassen 14 FSB und 14 FSA des Jahrgangs 2006/07, hatten die Möglichkeit, uns in das Fach „Medien

pädagogischen Handelns“ mit Schwerpunkt Erlebnispädagogik bei den Lehrern Carl Fischer und Thomas Jung einzuwählen.

In diesem Jahr erlebten wir viele Höhen und Tiefen und wir standen oft am Rand der Verzweiflung, doch es hat sich mehr als

gelohnt. Die Erfahrungen und Eindrücke, die uns in diesem Jahr geprägt haben, kann man nicht erlernen, sondern muss sie

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erlebt haben. Im folgenden Abschnitt beschreiben wir kurz eine Kooperationsübung „Die Flussüberquerung“ aus unserem

Kurs, um einen Einblick in die Methodik der Erlebnispädagogik zu geben.

Die Gruppe bekam die Aufgabe gestellt, aus zwei leeren Getränkekisten, zwei Holzbalken und zwei Kletterseilen eine

Möglichkeit zu finden, den Fluss ohne nasse Füße zu überqueren. Hierbei kommt es darauf an, dass die Gruppe kooperativ

arbeitet, was oftmals gar nicht so einfach ist und worin dann die eigentliche Schwierigkeit liegt. Im Zentrum steht jedoch

nicht die Erfüllung der Aufgabe, sondern auf dem Weg dorthin, dem Prozess, etwas zu erkennen und dies in der

Reflexionsphase auch benennen zu können, um daraus für sich und über sich etwas zu lernen.“ (Von Kevin Fischer, Julia

Götz und Corinna Schäfer)

Dieses Beispiel zeigt, wie Persönlichkeitsbildung, die ein wichtiges Element in der Ausbildung der ErzieherInnen bildet, an

der Fachschule für Sozialpädagogik umgesetzt wird.

Norbert Zahn

Studiendirektor, Abteilungsleiter

Qualitätsmanagement an den Beruflichen Schulen Gelnhausen

Moderne Bildungsstätten kommen an den Themen Qualität der Ausbildung und Qualitätsmessungen sowie deren

kontinuierlicher, systematischer Weiterentwicklung nicht mehr vorbei.

Im Rahmen des Qualitätsmanagement-Systems Q2E („Qualität durch Evaluation und Entwicklung“) wächst die Feedback-

Kultur an unserer Schule weiter. Gezielt eingeholte Schülerrückmeldungen seitens der Lehrkräfte, auf deren Grundlage

Stärken des Unterrichts und Entwicklungspotenziale sichtbar werden können, bilden den momentanen Schwerpunkt. Diese

Feedbacks bieten zudem allen Beteiligten die Möglichkeit, sich über Ansichten zum unterrichtlichen Handeln auszutauschen

und über „unsere Schule“ und den erlebten Unterricht ins Gespräch zu kommen. Seit März 2007 wird als Unterstützung für

sämtliche Kollegen eine CD mit Feedbackinstrumenten und Hilfestellungen durch den Qualitätskreis der Schule angeboten.

Erstmalig fand zum Ende des Schuljahres 2006/2007 eine Absolventenvollbefragung in den Schulformen Berufliches

Gymnasium, Fachoberschule sowie im Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik statt.

In den kommenden Jahren rücken andere Schulformen in den Blickpunkt solcher Fokusevaluationen. Die erhobenen Daten

helfen bei der zukünftigen Schulentwicklung – in pädagogischer, fachlicher und organisatorischer Hinsicht.

Zurzeit wird an der Erstellung eines Schulleitbildes gearbeitet. Eine Arbeitsgruppe koordiniert die Vorschläge aller

Mitglieder der Schulgemeinde. Das angestrebte Leitbild soll Ziele und Werte darstellen, an denen sich unsere Schule als

Institution und Begegnungsstätte messen lassen möchte.

Bekannterweise ist Qualitätsentwicklung dynamisch, offen und zukunftsgerichtet. Ideen und Wünsche für Verbesserungen

unserer Schule sind gerne gesehen und Angebote zur aktiven Mitarbeit herzlich willkommen. Als Ansprechpartner an den

Beruflichen Schulen Gelnhausen fungieren die Mitglieder des Qualitätskreises Maike Bensing, Hans-Jürgen Hammerich,

Florian Koog und Manfred Krack.

Florian Koog, Studienrat, für den Arbeitskreis Qualitätsmanagement

Erneut erfolgreicher Schüleraustausch mit tschechischer Partnerschule

In diesem Jahr waren Leben und Ausbildung im Nachbarland die Schwerpunktthemen des gemeinsamen Projektes. Neugierig

und voller Erwartungen näherten sich die deutschen und tschechischen Partner einander erstmals im April und führten

Recherchen in verschiedenen Arbeitsgruppen durch. Sie besuchten im Frühjahr in Tschechien und im Herbst in Deutschland

Unterricht in verschiedenen Fächern und an verschiedenen Schulen sowie Hochschulen. Auch Betriebsbesuche und Kontakte

mit den regionalen Arbeitsämtern standen auf dem Plan. Verglichen wurden Schulsysteme und Ausbildungsmöglichkeiten,

Unterrichtsinhalte, -anforderungen und -organisation. Auch Freizeitinteressen und -angebote für Jugendliche wurden unter

die Lupe genommen. Während in diesem Bereich wenig Unterschiede zu Tage traten, deckten die Projektteilnehmer/innen

einige Unterschiede im Bereich Bildung und Ausbildung auf:

In Tschechien lernen alle Schülerinnen und Schüler 9 Jahre lang gemeinsam an einer Grundschule. Erst danach können sie

sich für eine Aufnahmeprüfung an einer weiterführenden Schule oder eine betriebliche Ausbildung entscheiden. Ein duales

System aus betrieblicher Ausbildung und Berufsschule existiert in Tschechien nicht. Auch Unterrichtsmethoden und vor

allem die Schüleraktivitäten im Unterricht wurden als unterschiedlich erlebt.

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Im Tagesablauf, bei Gewohnheiten und Bräuchen konnten die Teilnehmer/innen dagegen mit Ausnahme einiger regionaler

Besonderheiten (z.B. Osterbräuche) keine großen Abweichungen feststellen.

Ihre Rechercheergebnisse präsentierten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Plakaten und Computergrafiken in

Anwesenheit der Presse.

Abgerundet wurde das diesjährige Programm durch einen Besuch Prags im April und Besuchen von Fulda (Dom,

Michaelskirche, Benediktinerinnenkloster, Altstadt) und Frankfurt (Flughafen mit Führung durch eine Feuerwache,

Maintower, Römer) sowie eines historischen Festes auf der Ronneburg im September. Kommunikation und Stimmung in der

Gruppe waren hervorragend und es entstanden auch wieder fortdauernde Freundschaften.

Einige Schülerinnen und Schüler werden im kommenden Sommer ihre Austauschpartner besuchen und ein 3-wöchiges

Betriebspraktikum im Nachbarland absolvieren. Selbstverständlich können sich auch Schülerinnen und Schüler, die nicht am

Austausch teilgenommen haben, für ein Betriebspraktikum in Tschechien in den Sommerferien melden. Für unsere

tschechischen Partner suchen wir noch weitere Gastfamilien für 3 Wochen ab dem 17. August 2008.

Helga Wickenhöfer, Oberstudienrätin, Austauschkoordinatorin

April 2008 – nächste Schüleraustauschfahrt zur Partnerschule „Kossuth Lajos“ nach Tatabanya/Ungarn

Im April 2008 (09.04. – 15.04.08) wird der seit 1995 bestehende Schüleraustausch unserer Schule mit der „Fachmittelschule

für Ökonomie und Gesundheit, Kossuth Lajos in Tatabanya“ im Komitat Komarom-Esztergom fortgesetzt.

Im Allgemeinen gibt es gegenüber osteuropäischen Ländern nach wie vor bei vielen Jugendlichen Vorbehalte. Zum Teil

basieren diese auf Vorurteilen gegenüber einem fremden Land oder abschreckenden Informationen über die Medien. An

unserer Schule wird es aufgrund der langjährigen Partnerschaft andererseits zunehmend einfacher, Schülerinnen und Schüler

für die Teilnahme an dem Schüleraustausch mit Ungarn zu gewinnen. Schülerinnen und Schüler aller Schulformen können

sich beteiligen.

Die ungarischen Schüler(innen) werden in den Gastfamilien ihrer deutschen Austauschpartner(innen) wohnen und am

Unterricht (z. B. Deutsch, Englisch, Sport) teilnehmen. Der Erwerb der Sprache steht bei diesem Austausch nicht im

Vordergrund, so dass der Nutzen nicht sofort ersichtlich ist. Im Vordergrund dieses Austauschs steht das Kennenlernen der

jeweiligen Lebensverhältnisse sowie u. a. das Vergleichen der Ausbildungssituation, Schulsysteme, Qualifikationsabschlüsse

und der Arbeitsplatzsituation in den beiden Ländern.

Zurzeit wird das Programm für diesen 7-tägigen Austausch erarbeitet. Der Gegenbesuch in Ungarn wird Ende August 2008

stattfinden.

Gerlinde Höhn, Fachlehrerin, Austauschkoordinatorin

Die Arbeitsgruppe „Mediation und konstruktive Konfliktkultur“

Die Arbeitsgruppe wurde vor neun Jahren gegründet; zum aktiven Kern zählen gegenwärtig etwa ein Dutzend Kolleginnen

und Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen der Schule, die regelmäßig an einschlägigen Fortbildungen teilnehmen und

sich monatlich zum Erfahrungsaustausch treffen. Schwerpunkte der Arbeit sind:

• Mediation in Konfliktfällen – Das so genannte Mediationsverfahren ist eine spezielle Form der Konfliktanalyse und -

bearbeitung unter der Prämisse, den Konfliktparteien Wege zu einer selbstständigen Problemlösung zu ermöglichen. In

der Arbeitsgruppe stehen etwa zehn ausgebildete Mediatorinnen und Mediatoren bereit, um bei Bedarf in Konfliktfällen

zwischen einzelnen Schülern oder Schülergruppen, aber auch bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern nachhaltige

Lösungen zu erarbeiten. Perspektivisch sollen auch Schüler als Mediatoren eingebunden und fortgebildet werden.

• Klassenprogramm „Konstruktive Konfliktkultur“ – Konflikte sind ein notwendiger und unumgänglicher Ausdruck

von sozialen Spannungen und Interessengegensätzen; sie sind insofern nichts an sich Schlechtes, sie geben im

gesellschaftlichen Miteinander oft sogar wichtige produktive Impulse. Entscheidend ist die Frage, wie Konflikte

ausgetragen bzw. bearbeitet werden. Auf diesem Grundgedanken entwickelt und erprobt die Arbeitsgruppe

Klassenprogramme und Unterrichtsmodule zu einer konstruktiven Konfliktkultur, die in halbjährlichen

Unterrichtseinheiten oder in mehrtägigen Projekttagen umgesetzt werden können.

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• Gewaltprävention – Die Beruflichen Schulen Gelnhausen sind kein sozialer Brennpunkt, dennoch tritt auch an unserer

Schule im täglichen Miteinander Gewalt in verschiedensten Formen auf; nicht selten werden Pädagogen hier mit

Anforderungen konfrontiert, denen sie als einzelne nicht ohne Weiteres gewachsen sind. Die Arbeitsgruppe reflektiert

und analysiert derartige Fälle gemeinsam, entwickelt Strategien im Umgang mit körperlicher Gewalt und beteiligt sich an

der Erarbeitung eines schulischen Konzeptes zur umfassenden Gewaltprävention.

Markus Funke, Studienrat, für die Arbeitsgruppe Mediation

AG Schulklima

Die Mitglieder dieser Arbeitsgemeinschaft sind Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen, Lehrerinnen und

Lehrer, Eltern und Schulleitung. Sie treffen sich einmal monatlich und wollen durch ihre Arbeit die Voraussetzungen dafür

schaffen, dass wir uns in den verschiedenen Bereichen unserer Schule wohl fühlen können - eine wichtige Basis für

erfolgreiches Lernen und Lehren.

Die im Juni 2006 in einer kleinen Feierstunde in neuem Glanz präsentierte Cafeteria ist so gut von der Schülerschaft und vom

Kollegium angenommen worden, dass die AG Schulklima das Mobiliar ergänzen und das Ambiente weiter verschönern wird.

Das Gremium hat sich im vergangenen Schuljahr - wie angekündigt - intensiv mit dem Thema Gesunde Ernährung

beschäftigt. Die Arbeitsergebnisse werden nun in eine neu zu gründende Arbeitsgemeinschaft einfließen, die sich auf

gesamtschulischer Ebene speziell mit Gesunder Schule im weitesten Sinn auseinandersetzen wird.

Vom Zertifikat für besondere Leistungen ist weiterhin vielfach Gebrauch gemacht worden. Das über einen längeren Zeitraum

herausragende Engagement von Schülern bei Aktivitäten, die über den Unterricht hinausgehen, ist schon mehrfach auf diese

Weise gewürdigt worden. Ehemalige Schüler haben berichtet, dass diese Zertifikate bei Bewerbungen sehr positiv

aufgenommen und damit den jungen Menschen Chancen im Rahmen ihres weiteren Berufs- und Ausbildungsweges eröffnet

werden.

Im neuen Schuljahr wird sich die Arbeitsgruppe einer weiteren Verschönerung der einzelnen Schulhöfe - insbesondere im

Bereich des Haupteingangs - widmen, es geht hier insbesondere um die Sitzmöglichkeiten und die Fassadengestaltung. Nach

einer Probephase werden ab September Schließfächer zur Aufbewahrung von Materialien zur Verfügung stehen. Das

Gremium wird im September eine Erhebung durchführen, um den Bedarf an Kleinkind-Betreuung insbesondere für

Kolleginnen und Kollegen zu ermitteln.

Renate Glawe, Oberstudienrätin, Leiterin der Arbeitsgruppe

Das B-Team

Das B-Team besteht aus drei Beratungslehrer/innen. Zurzeit sind das Susanne Link, Barbara Stumpf-Pfeifer und Christian

Vogel. Wir haben regelmäßige Sprechzeiten, in denen die Schüler/innen zu uns kommen können. Meistens führen wir in

diesen Sprechstunden nur die Erstgespräche durch oder vereinbaren individuelle Termine, in denen wir uns mehr Zeit für die

einzelnen Schüler/innen nehmen können. Oft werden wir auch in Pausen angesprochen oder Kollegen/innen verweisen die

Schüler/innen auf unser Hilfsangebot. Wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen zur Suchtprävention, wie z.B. eine

Aufführung des Suchtpräventionstheaters RequiSit. Auch für das kommende Schuljahr ist wieder eine neue Aufführung

geplant.

Unser Angebot:

Vertrauliche Einzelfallberatung für Schüler/innen in akuten persönlichen Konflikten und Lebenskrisen (z.B. schulische und

familiäre Probleme, Beziehungsprobleme, Essstörungen, Suchtgefahren), Beratung in Überschuldungssituationen, Begleitung

bei Ämtergängen und juristischen Angelegenheiten, Vermittlung zu außerschulischen Beratungsstellen, Informationen über

Suchtgefahren, Konfliktschlichtung. Organisation von Hausrat, Verschwiegenheit. Durch die Zusammenarbeit mit dem

Verein VUS (Verein zur Unterstützung von Schüler/innen in Not an den Beruflichen Schulen Gelnhausen) können in

Notsituationen nach Ausschöpfung der staatlichen Hilfeleistungen begrenzt materielle Hilfen auf Darlehensbasis gewährt

werden.

Unsere Ziele:

Immer wieder gibt es für junge Erwachsene schwierige Lebenssituationen, die teilweise auch die Schullaufbahn bzw. die

Ausbildung in Frage stellen. Wir wollen unsere Schüler/innen mit ihren Problemen nicht allein lassen, sondern für sie

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jederzeit ansprechbar sein. In den vertraulichen Beratungsgesprächen werden gemeinsam konstruktive Lösungen zur

Bewältigung der alltäglichen Lebensprobleme gesucht. Unsere Beratungsarbeit:

- hilft dabei, eigene Bedürfnisse zu erkennen und Lebensziele zu entwickeln

- befähigt dazu, mit Krisen konstruktiv umzugehen und zum persönlichen Wachstum zu

nutzen

- hilft, die eigenen Kräfte und Potentiale zu erkennen und weiterzuentwickeln

- stärkt das Ich-Bewusstsein und das Selbstwertgefühl

- trägt dazu bei, im Schulalltag eine Atmosphäre des Vertrauens und Angenommenseins zu

schaffen.

Zu uns:

Die Beratungsarbeit ist seit 19 Jahren eine fest verankerte Einrichtung an unserer Schule und wurde und wird häufig in

Anspruch genommen. Um die Arbeit bewältigen zu können und die vielfältigen Probleme kompetent und professionell

bearbeiten zu können, besuchen wir regelmäßig die Fortbildungsveranstaltungen des Staatlichen Schulamts Hanau, der

Drogenberatungsstelle Gelnhausen, und anderer externer Anbieter. Zurzeit sind wir dabei, ein neues Konzept zu entwickeln,

um die Beratungsarbeit bekannter zu machen und eventuelle Ängste der Schüler/innen, uns aufzusuchen, zu vermindern. Wir

hoffen, auch in Zukunft möglichst vielen Schüler/innen helfen zu können.

Susanne Link, Studienrätin, für das B-Team

Die Umwelt-AG: Unser Weg zur Umweltschule in Europa

Die Schule nimmt den Bildungs- und Erziehungsauftrag auch in Bezug auf den Bereich Unwelt ernst. Sie soll zu einem

umweltfreundlichen Lernort gestaltet werden, an dem Umweltbildung glaubwürdig im Lernprozess mit Schülerinnen und

Schülern umgesetzt wird. Erziehung, Umweltbildung und praktischer Umweltschutz gehören zusammen. Die Beruflichen

Schulen sind schon mehrfach für ihr besonderes Engagement im Umweltschutz ausgezeichnet worden. Die AG Umwelt

befasst sich vorwiegend mit der Vermeidung von Abfall und der Reduzierung des Strom- und Heizgasverbrauchs. Aktuell

haben wir nach fast einjähriger Planung ein Bürger/innen-Solarkraftwerk von einem regionalen Anlagenmonteur errichten

lassen. Hierfür haben 20 Lehrkräfte und 5 Privatpersonen ihre finanzielle Beteiligung in eine Gesellschaft bürgerlichen

Rechts gegeben, die den erwirtschafteten Stromertrag auf die Investoren wieder aufteilt.

Auch wurde die Verbrauchermesse Öko-Trends der Stadt Gelnhausen und des BUND wieder mitgestaltet. Schülerinnen und

Schüler des Beruflichen Gymnasiums Ernährung beteiligten sich beim Kochen mit Kindern und in Vorträgen zum

Themenbereich „Gesunde Ernährung“ und „Schmetterlinge und Falter“. In mehreren praxisbezogenen Aktionen und

Maßnahmen soll weiterhin für eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung der Schulumwelt Sorge getragen werden.

Ausgehend von der Situation vor Ort werden Umweltziele langfristig entwickelt und verbessert.

Thomas Kramer, Oberstudienrat, für den Arbeitskreis Umwelt

Die Schulband der Beruflichen Schulen

Abgesehen von einer einjährigen Pause existiert die Schulband der Beruflichen Schulen nun schon seit sieben Jahren. Dabei

vollzieht sich aufgrund der kurzen Verweildauer der Schüler/innen auf unserer Schule ca. alle 2-3 Jahre eine komplette

Umbesetzung der Band.

Die Band probt einmal pro Woche in der Mittagspause, stehen Auftritte an, werden zusätzliche Sonderproben am Nachmittag

oder auch mal am Samstag- oder Sonntagvormittag eingelegt. Auftritte des vergangenen Schuljahrs 2006/2007 waren die

Umrahmung einer Diskussionsveranstaltung im Main-Kinzig-Forum, des Sponsorenlaufs unserer Schule, des Abiballs (3

Musikstücke zwischen den Reden) und Teilnahme am 2. Bandabend der Beruflichen Schulen als eine von drei auftretenden

Bands.

Die Band besteht zur Zeit aus drei Gitarristen/Gitarristinnen, einem Schlagzeuger, einem Bassisten, zwei

Keyboardern/Keyboarderinnen und drei Sängern/Sängerinnen. Grundsätzlich steht die Teilnahme an der Schulband jedem

Schüler/jeder Schülerin unserer Schule, der/die ein Instrument beherrscht oder intonationssicher singen kann, offen.

Projekte für das Schuljahr 2007/2008 sind ein weiterer Bandabend an unserer Schule mit einem mindestens halbstündigen

Beitrag der Schulband sowie die Umrahmung des Abiballs.

Christian Vogel, Studienrat

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24 Jahre Theatergruppe der Beruflichen Schulen Gelnhausen

1985 Georg Büchner: Leonce und Lena 1997 Bertolt Brecht: Turandot

1986 Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame 1998 Trude Pirker: Sehnsucht

1987 Moliere: Tartuffe 1998 Wolfgang Deichsel: Loch im Kopf

1988 Leonie Ossowski: Voll auf der Rolle 1999 William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum

1989 Gert Heidenreich: Strafmündig 2000 Arthur Miller: Hexenjagd

1990 Tennessee Williams: Die Katze auf dem heißen Blechdach 2001 Nikolaj Gogol: Der Revisor

1992 Moliere: Der eingebildete Kranke 2002 Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan

1993 Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker 2003 Curt Goetz: Das Haus in Montevideo

1994 Eugene Labiche: Der Florentinerhut 2004 William Shakespeare: Viel Lärm um nichts

1995 Max Frisch: Andorra 2005 Georg Bernard Shaw: Pygmalion

1996 Dario Fo: Der Papst und die Hexe 2006 Franz Arnold/Ernst Bach: Die Spanische Fliege

2007 Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Seit 1984 besteht mittlerweile die Theatergruppe der Beruflichen Schulen Gelnhausen. Sie ist damit die älteste kontinuierlich

arbeitende Arbeitsgruppe nicht nur an unserer Schule, sondern sogar die älteste Theatergruppe an einer beruflichen Schule in

Hessen. Jedes Jahr aufs Neue jeweils von September bis Mai/ Juni des Folgejahres bereiten wir ein abendfüllendes

Theaterstück vor. Realisiert wird alles, von Bühnenbild und Requisite über Kostüme, Maske, Frisuren, Musik, Ton und

Technik sowie der größte Teil des Marketings außerhalb des Unterrichts: An Samstagen, am späten Nachmittag und in den

Ferien. Bis auf die Probenwoche vor der Premiere fällt dafür keine einzige Unterrichtsstunde aus – und das seit 23 Jahren!

Auch das ist einmalig an unserer Schule und in Hessen.

Für jede der genannten Sparten haben , zum Teil schon seit mehr als zehn oder sogar zwanzig Jahren, mittlerweile zehn

Kolleginnen und Kollegen unentgeltlich und überwiegend ohne schulische Entlastung die Leitung der jeweiligen

Arbeitsgruppen übernommen. Das Ergebnis unserer Arbeit präsentieren wir im Frühsommer jeden Jahres in drei bis vier

öffentlichen Aufführungen in der Stadthalle Gelnhausen.

Ein mehrphasiger Prozess, über Körperwahrnehmung und Körperausdruck, Schulung von Mimik und Gestik, Stimmbildung,

Aussprache und intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten des jeweils ausgewählten Stückes, bereitet die

Darstellergruppe auf die öffentliche Präsentation ihres Projekts vor großer Öffentlichkeit vor. Genauso wichtig sind die

Vorbereitungen der Bühnenbild- und Requisitengruppe sowie der Teams für Kostüme, Maske und Frisuren. Hier geht es

neben der Einübung und Beherrschung handwerklicher Fähigkeiten (Holz-, Metall-, Kunststoff- und Malerarbeiten, Technik,

Schminke, Frisuren, Anfertigen von Requisiten, Schneiderarbeiten und vieles mehr) auch um die Einarbeitung in die

historische Stilkunde, Organisation von benötigten Möbelstücken, Kostümen und Requisiten. Zudem muss ein Licht- und

Tonplan mit den notwendigen Effekten, Ton- und Musikeinspielungen, passend zu dem jeweiligen Stück, zunächst entwickelt

und dann auch mit dem benötigten technischen Equipment beschafft, installiert und bedient werden. Ohne wirksames

Marketing und die nötigen Finanzmittel sind auch die größten Anstrengungen aller anderen Gruppen nicht von Erfolg

gekrönt. Deshalb engagiert sich unsere Marketinggruppe seit Jahren für entsprechende Presseartikel, Plakate und ein

umfangreiches Programmheft mit Schülerbeiträgen zum Stück und Werbeanzeigen aus der freien Wirtschaft. Seit zwei Jahren

führt sie auch eine Befragung des Premierenpublikums (Evaluation) zum jeweiligen Projekt durch. Die Ergebnisse werden im

folgenden Programmheft veröffentlicht, Kritik und Anregungen bei der Vorbereitung des nächsten Projekts berücksichtigt.

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler, aber genauso für die Lehrkräfte bedeutet eine Mitarbeit in unserem Projekt

zunächst einmal eine erhebliche Mehrarbeit, den Wegfall des freien Samstags, in den Wochen vor der Premiere

größtmöglichen Stress, Auseinandersetzungen mit verständnislosen Mitschülern und Lehrkräften, zum Teil auch Eltern und

Betrieben. Die positive Seite überwiegt jedoch, vor allem für die Schülerinnen und Schüler! Individuelle Kompetenzen

werden gefördert: Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Sprachkenntnisse, Artikulationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Disziplin,

Durchsetzungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein für sich und andere, Toleranz, Kreativität,

Durchhaltewillen, Lernwillen, Freude an Literatur und Kultur, Erprobung handwerklicher, organisatorischer und technischer

Fähigkeiten, Erweiterung historischer Kenntnisse, Experimentierfreude. In einem Wort: Ein derart fast alle Fähigkeiten eines

Menschen forderndes Projekt steht in der Tradition eines humanistischen Bildungsbegriffs von Schule, dem es um die

allseitige Förderung des Menschen geht. In unserer langen Theatergeschichte haben wir schon recht viel ausprobiert: Von

klassischen Komödien bis zu modernen Tragödien, von deutschen, englischen, französischen, italienischen, russischen und

amerikanischen Dramen bis zu Eigenproduktionen, von Shakespeare bis Dario Fo, von Aufführungen in der Stadthalle

Gelnhausen bis zur Schulhof-Premiere.

In diesen vielen Jahren hat sich gezeigt, dass unser Langzeit-Projekt nicht nur die Schulkultur bereichert hat, sondern auch

jedes Jahr wieder unsere Schule und ihre Leistungen einer großen Öffentlichkeit vorstellt.

Wir erreichen damit nicht nur allgemeine Aufmerksamkeit für die Arbeit der Beruflichen Schulen Gelnhausen, sondern auch

eine Bindung ehemaliger Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern an unsere Schule. Dies zeigt sich jedes Jahr wieder im

Zuschauerraum der Stadthalle Gelnhausen.

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Mit einer Openair-Aufführung von William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ in unserem Schulhof , umgeben

von einem wundervollen Shakespeare-Jahrmarkt, feierten wir so Anfang Juni 2004 öffentlich unser 20jähriges Bestehen. Die

Theatergruppe wurde dabei von über 40 weiteren Kolleginnen und Kollegen sowie ungefähr 200 Schülerinnen und Schülern

aus verschiedenen Klassen und Tutorengruppen unterstützt. Im historischen Kostüm, mit Marktständen, Spielleuten,

Tanzgruppen, historischen Speisen und Getränken gelang es ihnen, unseren Schulhof in die Shakespeare-Zeit zu versetzen.

Ende Mai 2005 konnten wir in drei Aufführungen in der Stadthalle Gelnhausen Georg Bernard Shaws Komödie „Pygmalion“

auf die Bühne bringen. Im Jahr 2006 öffnete sich der Vorhang für ein weiteres Experiment: Mit der Boulevard-Komödie „Die

spanische Fliege“ betraten wir wieder einmal völliges Neuland. Neben unseren üblichen Aufführungsterminen spielten wir

auch für die Seniorenclubs Gelnhausens. 2007 führten wir Max Frischs zeitkritische Parabel „Biedermann und die

Brandstifter“ auf, die sich mit den Folgen von Radikalismus, Extremismus, Intoleranz auf der einen Seite und einer falschen

Toleranz und Feigheit auf der anderen Seite auseinandersetzte. Die Kartennachfrage von Schulen der Umgebung war diesmal

so groß, dass zahlreiche Anmeldungen leider nicht berücksichtigt werden konnten. Im nächsten Jahr soll, unserer Tradition

folgend, wieder eine eher leichte Komödie auf dem Spielplan stehen: „Pension Schöller“ von Carl Laufs. Seit vielen Jahren

schon ein Renner auf deutschen Bühnen bietet das Stück den beteiligten Schülerinnen und Schülern jede Menge urkomischer

Typen, absurde Situationskomik und die Möglichkeit, einmal voll „aus der eigenen Haut zu schlüpfen“. Die Zuschauer

können sich auf einen äußerst vergnüglichen Theaterabend freuen. Nach wie vor und mittlerweile in verstärktem Maße gilt

aber: Mittlerweile zeigt sich, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler angesichts der deutlich gestiegenen schulischen

Anforderungen und der prekären Ausbildungschancen nach ihrem Schulabschluss einfach keine Zeit und Motivation mehr

haben können, neben einer vollgepackten Schulwoche ihren freien Samstag für Theaterproben zu opfern. Auch unserer

Schule fehlen zunehmend die Möglichkeiten, Projekte wie unseres zu unterstützen. Mittel- und Personalkürzungen zwingen

dazu, sogar äußerst sinnvolle Projekte zu streichen, um den politischen Vorgaben der derzeitigen hessischen Landesregierung

zu genügen.

Deshalb: Ob wir, als die mit Abstand älteste Theatergruppe an einer Beruflichen Schule in Hessen, auch noch weiterhin

bestehen können, hängt entscheidend von Ihrer Unterstützung als Eltern, Ausbildungsbetriebe und Vertreter der Wirtschaft

ab. Unterstützen können Sie uns zum Beispiel durch den Besuch einer unserer Aufführungen, durch Werbeaufträge in

unserem Programmheft zum Projekt 2008, Sachspenden oder persönliche Mithilfe. Gerade in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten bleibt Kultur meistens als erstes auf der Strecke: Ihre Gleichgültigkeit ist tödlich für uns. Im September 2007 hat unser

24. Theaterprojekt begonnen. Wie immer können Schülerinnen und Schüler aller unserer Schulformen daran teilnehmen. Das

Ergebnis unserer monatelangen Vorbereitungen präsentieren wir:

Premiere

Samstag, 31. Mai 2008, Stadthalle Gelnhausen, 20:00 Uhr

Schulaufführungen

Montag, 02. Juni 2008 und Dienstag, 03. Juni 2008, Stadthalle Gelnhausen, jeweils 09:30 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7 Euro, Schüler 3 Euro

Vorverkauf: Grimmelshausen Buchhandlung Gelnhausen (ab Mai 2008)

Wir würden uns sehr freuen, wenn die Elternschaft ebenso wie die ausbildenden Betriebe zunehmend erkennen, dass Schule

keine Einbahnstraße sein darf, wenn sie erfolgreich sein soll im Interesse einer guten Ausbildung unserer Jugend. Ihrem

Theaterbesuch oder einer anderweitigen Unterstützung sehen wir deshalb mit großem Interesse entgegen.(Ausführliche

Informationen über uns: www.bs-gelnhausen.de)

Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Betrieben und Firmen, die uns im ablaufenden Jahr in verschiedensten Formen

geholfen haben. Ganz besonders aber allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und vielen Eltern.

Volker König, Oberstudienrat

(Fachleiter Deutsch, Fachbereichsleiter Neue Sprachen, Personalratsvorsitzender, Gründer und Leiter der Theatergruppe der

Beruflichen Schulen Gelnhausen)

Förderverein der Beruflichen Schulen Gelnhausen e.V.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, durch finanzielle Unterstützung eine Ausbildung junger Menschen zu ermöglichen, die

sich an modernen pädagogischen Lehr- und Lernmethoden orientiert, Wissensvermittlung auf neuestem Stand betreibt und

Engagement, Eigenverantwortung und Teamarbeit fördert.

Insbesondere für eine Schule mit so vielen verschiedenen Schulformen im Vollzeit- und Teilzeitbereich ist die Kooperation

mit Externen von großer Bedeutung. Der Förderverein versteht sich hier als Mittler zwischen den Beruflichen Schulen

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Gelnhausen und Betrieben aus der heimischen Wirtschaft sowie anderen außerschulischen Institutionen. Im Laufe der Jahre

konnte eine Vielzahl von Projekten gefördert werden, wobei das Spektrum von der Grundausstattung für den

Schulsanitätsdienst, Diagnosegeräten zur Fehlersuche an modernen Fahrzeugen, dem Nachbau von Philipp-Reis-Telefonen

über Zuschüsse für Schüleraustausch-Fahrten, der Neugestaltung der Schulcafeteria bis zu einem Rhetorikseminar für

Schülerinnen und Schüler reicht, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Im September 2006 traten wir mit einer größeren

Veranstaltung im Forum Gelnhausen an die Öffentlichkeit: Wirtschaftsstandort in Gefahr? - Chancen und Risiken

demografischer Veränderungen in unserer Region. Wegen der positiven Resonanz ist eine ähnliche Veranstaltung mit

externen Fachleuten für das nächste Jahr geplant. Über neue Mitglieder in unserem Förderverein - sowohl Privatpersonen als

auch Unternehmen - würden wir uns sehr freuen. Nähere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.fv.bsgelnhausen.de.

Renate Glawe, 2. Vorsitzende

Schulelternbeirat (SEB)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern,

auf der Schulelternbeiratssitzung vom 4. Oktober 2007 wurde der Vorstand des Schulelternbeirates neu gewählt. Frau

Annette Ziegler, die das Amt der SEB-Vorsitzenden die letzten zwei Jahre engagiert ausfüllte, stand aufgrund der

Volljährigkeit ihres Sohnes nicht mehr zur Wahl. Der neu gewählte SEB-Vorstand besteht aus der Vorsitzenden Frau Nicole

Gründer-Simdorn und aus ihrem Stellvertreter Herr Dr. Rudolf Kämpf. Zur Kassiererin wurde Frau Anita Hartwig gewählt,

Schriftführer bleibt wie auch im letzten Jahr Herr Erich Wagner.

Als Vorsitzende des SEB möchte ich Sie an dieser Stelle recht herzlich begrüßen und mich, auch im Namen des SEB-

Vorstands, bei Frau Annette Ziegler für ihren Einsatz zu Gunsten unsere Schule in den letzten zwei Jahre bedanken. Dieser

Dank gilt selbstverständlich auch dem bisherigen SEB-Vorstand und allen Eltern, die sich durch Elternarbeit für unsere

Beruflichen Schulen in Gelnhausen engagiert haben.

Eine Schule ist Abbild der Menschen, die daran mitwirken. Das sind einerseits die Schüler/-innen und die Lehrer/-innen und

andererseits die Eltern. Wir fühlen uns für das gelingende Miteinander an unserer Schule verantwortlich und wollen Ihnen,

liebe Eltern, Schüler/-innen und Lehrer/-innen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Alle Eltern und Erziehungsberechtigten möchte ich ermutigen, sich in der Schule zu engagieren und die Schule im Rahmen

ihrer Möglichkeiten mitzugestalten. Dies erfolgt zum Wohle der Schüler/-innen, die diese Schule besuchen, und somit dient

es auch zum Wohle und der Sicherung unser aller Zukunft. Wir freuen uns über jede/n aus der Elternschaft, der seinen

Beitrag leisten will, sei es als Klassenelternsprecher/-in oder als Spender/-in der Elternspende. Ihre Mithilfe wird geschätzt

und gerne angenommen. Die zunehmende Geldknappheit der öffentlichen Hand lässt auch unserer Schule kaum einen

Spielraum bei notwendigen Neuanschaffungen. Trotz "Lernmittelfreiheit" ist finanzielles Engagement vor allem von uns

Eltern deshalb umso notwendiger, um Ausgaben für schulische Projekte und andere Maßnahmen bestreiten zu können, die

den Schulalltag unserer Kinder bereichern. Wir alle haben doch den Wunsch, dass die Schulbildung mehr beinhaltet als nur

das Vermitteln des vorgegebenen Lernstoffes. Bitte fühlen Sie sich angesprochen und hoffen nicht auf die

Spendenbereitschaft anderer; selbst der kleinste Betrag hilft unserer Schule und somit ihren Kindern weiter. Benutzen Sie

bitte den diesem Brief beiliegenden Überweisungsträger.

Die Namen der Beiratsmitglieder und wie Sie diese am besten erreichen, finden Sie in der folgenden Adressenliste.

Anregungen, Kritik und Ideen zur Arbeit des Schulelternbeirates sind ausdrücklich erwünscht.

Vorsitzende des Schulelternbeirates

Nicole Gründer-Simdorn, Sudetenstrasse 32, 63571 Gelnhausen, Tel.: 06051/61117, nicole@simdorn.de

Stellvertretender Vorsitzender des Schulelternbeirates

Dr. Rudolf Kämpf, Pfarrgasse 22, 63584 Gründau, Tel.: 06058/8340, kaempf.monika@t-online.de

Kassiererin der Elternspende

Frau Anita Hartwig, Josefstr. 5, 63599 Biebergemünd

Schriftführer

Herr Erich Wagner, Karlstr. 36, 63579 Freigericht-Somborn

Der neu gewählte SEB-Vorstand wünscht allen Eltern, Schüler/-innen und Lehrer/-innen ein erfolgreiches Schuljahr

2007/2008.

Nicole Gründer-Simdorn, Vorsitzende des Schulelternbeirates

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