Recommendations (ENG) - 25hours Hotels

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T HE PA RKER

25 HO URS

P ALM S PRIN G S , KALI FOR N IEN

Z Ü RICH, S CHWEIZ

Eine Nacht im Hotel »Parker Palm Springs« zu verbringen,

lässt sich in etwa mit der Vorstellung vergleichen, als Kind einen

Sonntag lang im Spielzeugladen eingesperrt zu sein. Mit einer

Mischung aus Vergnügungspark, 60er-Jahre-Filmset und »Betty

Ford Center« bedient das Hotel so ziemlich jedes Klischee, das

sich um Hollywood rankt – und nimmt dabei den ganzen Verein

aus Produzenten, Schauspielern und Co. äußerst liebenswürdig

auf die Schippe.

Das erste, was man bei seiner Ankunft sieht, ist eine riesige

Mauer aus weißer Gitterwand. Symbolisch stellt diese eine

Trennung zwischen zwei Welten dar, genauer gesagt zwischen

einer (mehr oder weniger) realen Welt und ihrem fantasievollen

Pendant. Praktisch ist die Mauer ein Ersatz für die Rezeption.

Nachdem man von einem Gentleman in Pink durch die orange

Tür geleitet wurde, findet man sich auf einem mehr als fünf

Hektar großen campusartigen Gelände wieder. Zum Glück geleitet

Mr. Pink einen bis zu seinem Zimmer, andernfalls würde

man sich zwischen Salzwasser-Pools, Tennisplätzen, Limonadenstand

oder der von Stühlen in Schmetterlingsform umrahmten

Feuerstelle mit ziemlicher Sicherheit verlaufen.

In den 131 Zimmern und 12 Villen herrscht eine verschwenderische

Dreifaltigkeit aus Farben, spielerischem Retrolook und

Luxus. Als bekennender Anti-Minimalist hat Adler alles gegeben

in seinem ersten Hotel-Projekt. Seine bekannten Keramiken

zieren Kommoden aus schwerem Walnussholz, opulente

Glastische stehen auf Teppichen mit Zebra-Print, von weichen

Ledersesseln blickt man auf alte Paparazzi-Bilder von Jackie

O. Vom Fenster weht der süßliche Duft bunter Blumenmeere

herein. Wer kurz Erholung von der Sinnesflut braucht, geht ins

Bad, hier ist so ziemlich alles weiß. Bis auf die Toilettenartikel,

die man unbedingt klauen sollte – darunter sind Seifen von

Hermès und Hautpflegemittel von Peter Thomas Roth.

Der Star am US-amerikanischen Designhimmel hat es geschafft,

einen der kitschigsten Orte in Palm Springs – das frühere

»Givenchy Resort« – noch kitschiger zu gestalten. Keine

geringe Leistung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er es auch

ungleich glamouröser gemacht hat.

Wichtig: Um einen Besuch des genialen Spa kommt man nicht

herum. Im PSYC gilt: »Wir glauben an innere Schönheit. Aber

bitte tu was du kannst, um äußerlich gut auszusehen!« Diesem

Grundsatz entsprechend sind die Anwendungen nichts für

Zimperliesen. Glücklicherweise ist es aber in den Behandlungszimmern

sehr dunkel. Im schummrigen Licht der diffusen

Lampen kann der Therapeut bei der »Wringer-Anwendung« –

einer ordentlichen Abreibung – Ihr vor Schmerzen verzerrtes

Gesicht nicht sehen.

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Farbe soweit das Auge reicht. Wie um einen Kontrast zum

ehemaligen Industrieviertel von Zürich zu schaffen, in dem

das »25hours« Hotel seit 2012 seine Türen geöffnet hat, ist alles

hier bunt, fröhlich und mondän. Alfredo Häberli, Züricher

Designer mit argentinischen Wurzeln, durfte sich nach Herzenslust

austoben. Drei Jahre lang hat Häberli, der als erfolgreichster

Produktgestalter der Schweiz gilt, mit seinem Team an der Realisierung

seines ersten Hotel-Projekts gearbeitet. Entstanden

ist etwas, das man als überdimensionalen Showroom Häberlis

bezeichnen könnte. Was er nicht explizit für das Hotel entworfen

hat – darunter ergonomisch gestaltete Türklinken, elegant

geschwungene Kleiderbügel und diverse Lampen – geht auf

ehemalige Entwürfe von ihm zurück.

Die Gäste der insgesamt 126 Zimmer schlafen in von ihm entworfenen

Betten von Alias, laufen über Teppiche, die er zusammen

mit Tai Ping realisiert hat und stecken ihre Zahnbürste in

die gestreiften Becher von Häberlis »Origo«-Serie für Iittala.

In Anlehnung an Zürich als Bankenstadt sind die Zimmer nach

Edelmetallen benannt, wobei jede Kategorie über ein eigenes

Farbspektrum verfügt. In den Silberzimmern fällt zuerst der

grüne Teppichboden mit dem abstrakten Tiermotiv ins Auge;

diese Zimmer sind vor allem für Alleinreisende geeignet. Oder

für Paare, die kein Problem damit haben, alles miteinander zu

teilen – Schlafzimmer und Bad sind nämlich durch ein Fenster

miteinander verbunden. Wände in Aubergine und warmer Par-

kettboden sorgen in den »goldenen« Zimmern für Gemütlichkeit.

In der Platin-Kategorie checken jene ein, die auf Petrol

und besonders viel Licht stehen und ein paar Euro mehr in der

Reisekasse haben.

Das absolute Highlight aber ist die »Häberli«-Suite. Sie ist zu

zwei Seiten verglast und beim Planschen in der freistehenden

Badewanne kann man weit über den Business Plaza schauen.

Und sich darüber freuen, dass andere geschäftig arbeiten, während

man selbst nichts weiter tut, als sich Schwimmhäute an

den Füßen wachsen zu lassen.

Häberlis Handschrift ist überall bis ins letzte Detail spürbar.

Selbst die Illustrationen, die die Leisten mancher Zimmer zieren,

gehen auf Original-Skizzen von Häberli zurück. Und auch

das noch: Für die Zimmernummern wurde gleich ein eigener

Font auf Grundlage von Häberlis Handschrift entwickelt.

Der Designer hat es tatsächlich ernst genommen mit der Gestaltung.

Der persönliche Touch, den er hier hinterlassen hat,

beschränkt sich nicht auf die Einrichtungsgegenstände. Auch

die Liebe zu seiner Heimatstadt hat er mit eingebracht. Wie bei

einer Schnitzeljagd findet man überall im Hotel – selbst hinter

Vorhängen oder auf den Glasfenstern im Parterre – kleine

Hinweise auf Züricher Sehenswürdigkeiten und Häberlis Lieblingsorte.

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