Gohlis Forum - Bürgerverein Gohlis eV

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Gohlis Forum - Bürgerverein Gohlis eV

Gohlis Forum

Informationen des

Bürgervereins Gohlis e. V.

14. Jahrgang März

01/2012

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

wir leben von Traditionen und Ritualen. Sie geben uns

Halt und Stabilität. Für die Gohliser Einwohner ist der

Bürgerverein Gohlis ein Stück Stabilität. Für Viele

unbemerkt: der Verein besteht seit nunmehr zwanzig

Jahren! In unserer nächsten Ausgabe werden wir uns

erinnern, werden schauen, wie war es damals, wie ist

es heute, und wie stellen wir uns die Zukunft vor?

Zwanzig Jahre, das heißt Kontinuität, Stabilität. Viele

unserer Einwohner bauen auf uns, finden aktive Hilfe,

Zuspruch und immer wieder Veranstaltungangebote.

In unserer aktuellen Ausgabe geht es - wie sollte es

anders sein - um das Lesen.

Ich bin mit Büchern aufgewachsen. Das Wohnzimmer

zu saugen zog sich damals in die Länge. Der Teppich

war zwar nicht groß. Jedoch, die Bücherregale meiner

Eltern hatten eine magische Anziehungskraft: mich in

fremde Welten träumen, andere Kulturen kennen lernen,

Wissen „aufsaugen“ - statt Schmutz.

Bis heute bin ich meinen Eltern dankbar dafür, dass sie

mir dieses Tor geöffnet haben. Diesen Kelch habe ich

an meine Tochter weiter gegeben. Obwohl wir uns gut

verstehen - bei Büchern hört die Freundschaft auf. Die

Feststellung der Eigentumsverhältnisse der vorhandenen

Literatur kann vereinzelt zu Kontroversen führen...

Bei meinem Sohn habe ich diese Angst vor plötzlich

verschwundenen Büchern nicht. Lange Zeit war da eher

das Unverständnis, wieso man etwas dagegen haben

kann, sich in einer Buchhandlung zu verabreden, um

eventuelle Verspätungen zu überbrücken. Seine

Informationsquelle ist das Internet. Er benötigt diesen

Geruch von Papier, das Gefühl des Seiten-Umblätterns

nicht. Er klickt gezielt das entsprechende Medium an

und erfährt so das, was sein Interesse weckt.

Das Wichtigste ist: Wir alle lesen. Niemand in unserer

Sippe, der dieser Sucht nicht erlegen wäre.

Aus dem Inhalt:

Ich lebe gern in Gohlis 2

Alte Mühle 2. Teil 4

Großer Fotowettbewerb 6

Sanierung der Gebäude Lützowstraße 21-23 7

„Leipzig liest“ bricht alle Rekorde 10

Neues aus der Bibliothek Gohlis 11

Auflösung des Weihnachtsrätsels 15

Wir sind ewig neugierig!!! Auch wenn ein bekannter

Liedermacher der DDR in einer seiner Textzeilen fragt:

„Warum denn ein Buch noch schreiben, viele ungelesen

bleiben...“

Jeder von Ihnen wird dazu seine persönliche Meinung

haben. Das Faszinierende ist ja, zu prüfen, was jeden

einzelnen von uns anspricht, und zum Lesen verleitet.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß auf der

kommenden Leipziger Buchmesse, bzw. dem Lesefest!

Sogar der Bürgerverein wird mit einem Buch auf der

Messe vertreten sein. Der bekannte SAX Verlag

unterstützt uns dabei tatkräftig.

Bis dahin vertreiben Sie sich doch die Zeit mit unserem

Gohlis Forum!

PC


„ICH LEBE GERN IN GOHLIS WEIL …“

Unter dieser Rubrik fragt das Gohlis Forum bei

Bürgern nach, was sie bewogen hat, sich für den

Ortsteil Gohlis als Wohnsitz zu entscheiden.

Wir möchten gern wissen, was ihnen an Gohlis gefällt,

was sie vermissen und was sie gern verändern

würden.

Heute: Norbert Möhler/ Pro Gohlis

Ich wohne unheimlich gerne hier!

Vorweg – ich bin kein Ur-Gohliser. Ich bin mehr oder

weniger durch Zufall in Gohlis gelandet. 1984, während

meines Studiums an der TH-Leipzig, fragte mich

ein Kommilitone, ob ich

nicht mit ihm eine WG beziehen

möchte. Die Gründe

dafür erschlossen sich mir

allerdings erst 1990 (das ist

aber ein anderes Kapitel).

Jedenfalls war ich begeistert

aus der “Ranch“ in der

Fritz-Austel-Straße (heute

Bornaische Straße), welche

den Charme eines Ledigenwohnheimes

versprühte,

nach Gohlis zu ziehen. Unter

heutigen Bedingungen

unvorstellbar, aber ich fand

es genial eine Wohnung zu

beziehen, welche ohne große

Segnungen der Sanitärtechnik

auskam. Sprich in

der Lüderstraße 8 gab es

ein Waschbecken in der Küche und eine Toilette für

mehrere Parteien auf der halben Treppe. Das erschien

aber sekundär – Hauptsache eine Wohnung in

der man ein Zimmer alleine bewohnen konnte, denn in

der „Ranch“ hockten vier Männer auf gefühlten vier

Quadratmetern.

Stufe 1 – die Wohnung mit mehr oder weniger gebrauchten

Möbeln einzurichten, war schnell getan.

Zeit also, die Umgebung zu erkunden. Verständlich,

dass ein Student nun der Befriedigung zumindest eines

der angeborenen Grundbedürfnisse nachging – trinken.

Die Auswahl an Kneipen war größer als heute,

aber auch gewöhnungsbedürftiger. Im „Zum fröhlichen

Zecher“ in der Georg-Schumann-Straße gab es

zwar preiswertes Essen, aber man konnte mitunter die

Bedienung im Extremrauch nicht erkennen. Also Besuch

im „Bräustüb’l” auf dem Gebiet der ehemaligen

Gohliser Aktien-Brauerei und der erste kulturhistorische

Aha-Effekt und der Ansatz, sich mit der Gohliser

Geschichte zu befassen. Der Kellner empfahl mir

2 Gohlis-Forum 01/2012

Eberts „Gohlis. Aus der Geschichte eines Leipziger

Vorortes.“ Im Antiquariat fand ich es sogar und nun

wurde es für mich interessant.

Ich wohnte in einem Viertel, in dem solche berühmten

Menschen wie Friedrich Schiller, Roderich Benedix,

Adolf Bleichert, Karl Wittgenstein, Kurt Wolff, Anton

Kippenberg und Mariane Kirchgeßner (um nur einige

zu nennen) lebten und wirkten. Ich wohnte in einem

Viertel, welches von Künstlern, Industriepionieren und

dem Militär geprägt wurde.

Was kann es schöneres geben, als sich Sonntagmorgen

im Garten des Schillerhauses mit dem Leiter

des Hauses, Herrn Schulze, zu einem kleinen Gedankenaustausch

zu treffen?

Hier wo Schiller 1785 den

schönsten Sommer seines

Lebens verbrachte, wo er

Freundschaften zur kulturellen

und geistigen Elite

Leipzigs pflegte und die

Ode „An die Freude“

schrieb. Das kleine Haus

und der Garten, so glaube

ich, atmen noch das 18.

Jahrhundert. Es ist eine

liebenswerte kleine

Gohliser Oase, wie man

sie in Leipzig innerstädtisch

nicht mehr findet.

Noch schöner ist es

natürlich, wenn die legendäre

Truppe „Kulturbeutel“

zum Sommertheater

im Garten ruft. Die Plätze reichen selten, man sitzt

zwischen Erdbeeren und Rosen mit dem tollsten und

unwetterresistenzten Zuschauern der Welt.

Das gibt es für mich nur in Gohlis!

Was kann es schöneres geben, als mit Frau und Hund

durchs Rosental zu spazieren.

Ein Park für Bürger, nicht für Aristokraten – es gab

also schon mal positive Beispiele von Kauf und Verkauf

(1663 kaufte der Rat Leipzigs das Rosenthal vom

Kurfürsten Johann Georg II. für 17.145 Gulden und 18

Groschen ab).

Von historischen Begebenheiten, wie dem Tod des

Geistersehers Schrepfer (übrigens auch von Schiller

als Romanvorlage verwandt) oder dem 1777 angelegten

Weg nach Gohlis abgesehen, ist das Rosental

immer wieder ein befreiender Anblick.

Das gibt es für mich nur in Gohlis!

Was kann es schöneres geben, als sich selbst sein

Kulturprogramm zusammenstellen, organisieren und

durchführen zu können?


Seit 2002 bin ich Vorstandsmitglied von ProGohlis

DER KULTURVEREIN. Bemühungen um die Verbesserung

kultureller und künstlerischer Angebote im

Gohliser Stadtgebiet sind die besondere Herausforderung

für unseren Verein. Natürlich ist das mit permanenter

fakultativer Arbeit verbunden, aber man hat

Mitstreiter. Das ist für mich als einzelkämpferischer

Grafiker enorm wichtig, da ich auf diese Art und Weise

auch mal unter Menschen komme ...

… und was für tolle Menschen diese Mitstreiter sind,

Theaterleute, Maler, kulturbesessene Geschäftsleute,

und, und, und. Die Gespräche mit ihnen sind meistens

wie ein Volkshochschulkurs!

Das absolute Salz in der Suppe sind aber die Veranstaltungen

in unserem kleinen Theaterchen bei „ZU

GAST BEI KALLENBACH – ProGohlis PRÄSEN-

TIERT“.

Das gibt es für mich nur in Gohlis!

Was kann es schöneres geben, als mit interessanten

Menschen (meistens o.g. Mitstreiter) bei einem Bier

zu sitzen und neue Projekte in´s Auge zu fassen?

Das geschieht meistens in der „Gohliser Wirtschaft“,

einer urigen Kneipe neben unserem kleinen

Theaterchen „ZU GAST BEI KALLENBACH“.

Das tollste an der „Gohliser Wirtschaft“ ist, dass sie

gar nicht auf Gohliser Boden steht.

Das gibt es nur in Gohlis!

Norbert Möhler

Nicht der Mensch hat am meisten gelebt,

welcher die meisten Jahre zählt, sondern der,

welcher sein Leben am meisten empfunden hat.

Plötzlich, für uns alle unfassbar, verstarb unsere liebe Kollegin

Kerstin Herold

Jean-Jacques Rousseau

Wir alle werden sie als sympathische, liebenswerte und kompetente Kollegin in

Erinnerung behalten.

Kerstin war leider nur wenige Monate in unserem Hause beschäftigt. Sie war in dieser Zeit

eine große Unterstützung und mit ihrer Offenherzigkeit die Seele des Infozentrums.

.

Wir haben mit ihr eine geschätzte Kollegin und Freundin verloren.

Sie wird uns sehr fehlen.

Die Mitarbeiter des Stadtteilservice und

des Magistralenmanagements der Georg-Schumann-Straße

Gohlis-Forum 01/2012 3


DIE BEDEUTUNG DER GOHLISER MÜHLE FÜR GOHLIS

Der nachfolgende Beitrag ist keine unmittelbare

chronologische Fortsetzung des Beitrages im

Gohlis-Forum Nr. 4/2010 (richtig 2011) – dieser

wird zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen - ,

sondern gibt einen Überblick über die Geschichte

der Mühle vom Anfang bis zu ihrem Ende zu Beginn

des 20. Jahrhunderts.

Das ehemalige Mühlengelände gehört zum ältesten

bebauten Teil von Gohlis. Das Dorf ist bekanntlich

erstmals in einer Urkunde von 1317 erwähnt. Sehr

früh muss es eine Mühle gegeben haben, vermutlich

Abb. Alte Gohliser Mühle

Zeichnung von Georg Drescher, 1884

(Original im Stadtgeschichtlichem Museum)

schon seit Bestehen der Ansiedlung. Denn aus dem

gleichen 14. Jahrhundert gibt es einen Nachweis für

eine Müllerin namens Katharina, die 1392 gestorben

ist. Diese ist damit sogar die erste namentlich nachgewiesene

Einwohnerin von Gohlis.

4 Gohlis-Forum 01/2012

Das Gebäude, das einstmals als Mühlengebäude diente,

ist in seiner heutigen Gestalt um 1880 gebaut.

Vorgängerbauten sind nicht mehr erhalten. Von den

anderen das heutige Gohlis prägenden Gebäude sind

einige früher entstanden wie das Gohliser Schlösschen

1755/56, das Schillerhaus nach 1700 als Bauernhaus

(heute Museum), die anderen etwa zur gleichen Zeit

wie das ehemalige Mühlengebäude: die Friedenskirche

1871/73, die Schokoladenfabrik Felsche nach 1870

(heute Wohnanlage), die Aromafabrik Oehme &

Beier nach 1870 (heute Seniorenheim), die Brauerei

Gohlis 1870 (2008 abgerissen, heute Einkaufszentrum,

die Firma Adolf Bleichert & Co. 1881 (heute leerstehend).

Die Bauten anderer Industriezweige wie der

Musikautomatenindustrie sind verschwunden. Bauten

des 20. Jahrhundert, die ebenfalls den Ortsteil prägen,

bleiben hier unberücksichtigt.

Der Mühlenbetrieb hat über 500 Jahre am gleichen

Ort existiert. Das Gelände zeichnet sich durch eine

exponierte Lage aus. Ursprünglich stellte es das

südwestliche Ende des Langgassendorfes Gohlis dar.

Zugleich war es früher wie heute der Ein- und Ausgang

zwischen Dorf und Rosental. Das ist deutlich zu

erkennen am Modell im Schillerhaus, das das Dorf

Gohlis um 1750 darstellt.

Durch die Ausdehnung der Bebauung nach 1870 um

das Gebiet um die Stallbaumstraße hat das Gelände

die genannte Funktion nicht verloren. Diese wurde

noch verstärkt durch den Bau der Waldstraße und die

Umwandlung des Poetenweges in eine breite Straße

nach 1900. Die Straßenkreuzung Platnerstraße/Stallbaumstraße/Poetenweg

erhielt damit die Funktion eines

Knotenpunktes für den modernen Straßenverkehr

(Auto und Straßenbahn).

Die Mühle gehörte zu den großen Gütern von Gohlis.

Sie umfasste das Mühlengebäude mit der Mühlanlage,

Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude. Zum Grundstück

gehörten auch Äcker und die Mühlwiese.

Die Mühle war ein starker Wirtschaftsfaktor für

das Dorf Gohlis. Sie soll zeitweilig eine Bann- oder

Zwangsmühle gewesen sein. Der Zeitraum dafür ist

unbekannt. Bann bedeutete, dass die Bauern der umliegenden

Dörfer (Eutritzsch, Möckern) ihr Getreide in

der Gohliser Mühle mahlen lassen mussten. Zu diesem

Zweck wurde extra ein Mühlweg als Zufahrt zur

Mühle angelegt, den die Mühlgäste benutzen mussten.

Allerdings hatten die eingesessenen Bauern, die sog.

Nachbarn, den Vortritt beim Mahlen lassen.

Der Besitz der Mühle wechselte öfter zwischen der

Stadt Leipzig und privat. Der Rat der Stadt verpachtete

die Mühle zur Nutzung an einen Müllermeister. Der


Eigentümer oder Pächter der Mühle gehörte zu den

größten Steuerzahlern des Dorfes. Er zahlte im

17. Jahrhundert z. B. mit 10 Talern den größten Zins

eines einzelnen Bauern an den Gerichtsherren.

Technisches

Die Mühle war eine Wassermühle und wurde vom

Wasser der Pleiße angetrieben. Diese verlief ursprünglich

nördlich des Rosentals in mehreren Windungen.

Da das Gefälle aber niedrig war, wurde zusätzlich

ein Mühlgraben angelegt, um den Wasserdruck

zu verstärken.

Die Mühle verfügte seit 1672 über vier Mahlgänge, einen

Ölgang und eine Wergkmühle. Später kam noch

ein Gang als Schneidemühle dazu.

1852 besaß die Mühle vier Mahlgänge (3 deutsche, 1

amerikanischen), 1 Schmiede, 1 Ölmühle mit Waschwerk.

1855 wurde das Ölwerk herausgenommen und

verkauft, weil die Wasserkraft nicht ausreichte.

Der Rat der Stadt Leipzig beschloss am 1. Oktober

1907 den Betrieb der Mühle wegen fehlender Rentabilität

einzustellen und die Einrichtung zu verkaufen

und die zur Mühle gehörigen Grundstücke als Bauland

zu verkaufen. Schließlich wurde am 30. Dezember

des gleichen Jahres beschlossen, die Mühleneinrichtung

abzubrechen, was im Jahre 1908 auch geschah.

Aus heutiger Sicht erscheint dieser Beschluss

nicht sehr denkmalfreundlich und bedauerlich. Am 29.

März 1908 erschien im „Leipziger Tageblatt“ eine

städtische Anzeige, dass das Mühlengebäude zum 1.

Oktober 1908 zu vermieten sei.

Der Mühlgraben und der nach Norden verlaufende

Bogen des Flussbettes wurden verfüllt. Gleichzeitig

erfolgte eine grundlegende Umgestaltung des

Leipziger Gewässersystems. Der begradigte Fluss in

der Nähe der Mühle am nördlichen Rand des Rosentals

ist seitdem die Parthe.

Interessantes rund um die Mühle

Die Mühlinsel

Der ursprüngliche Verlauf der Pleiße und der Mühlgraben

bildeten eine Mühlinsel, im 19. Jahrhundert

fälschlich auch Milchinsel genannt. Die Mühlinsel war

durch zwei kleine Brücken zugänglich und mit Bäumen

(Linden, Ulmen und Weiden) bestanden. Der Gerichtsherr

von Gohlis, Johann Gottlieb Böhme, ließ

um 1775 Bänke und einen Stein aufstellen und gestaltete

sie damit zu einem Ruhepunkt für Einheimische

und Gäste.

Richtplatz

Westlich der Mühle, etwa auf dem Gelände des heutigen

Schillerhains, befand sich ein Platz, dessen Charakter

im scharfen Gegensatz zur beschaulichen

Mühlinsel stand. Es handelt sich um einen Richtplatz,

eine Hinrichtungsstätte. Die Todesstrafe kam allerdings

im kleinen Dorf Gohlis sehr selten zur Anwendung,

letztmalig 1840. Siehe den Bericht von Matthias

Blazek über die Hinrichtung eines Mörders im Gohlis-

Forum Nr. 02/2011.

Schillerlinde und Seumelinde

Auf dem Hof der Mühle befanden sich im 19. Jahrhundert

eine sog. Schillerlinde (zur Erinnerung an den

Aufenthalt Schillers 1785 in Gohlis) und eine Seume-

Abb. Poetenplätzchen auf der Mühlinsel

Zeichnung von Georg Drescher, 1886

(Original im Stadtgeschichtlichem Museum)

Linde. Der Schriftsteller und Wanderer nach Syrakus

Johann Gottfried Seume war um 1800 Gast in der

Mühle. Er erlebte dort eine traurige Liebesgeschichte.

Seine Angebetete war die Tochter eines reichen

Leipziger Kaufmanns, der mit seiner Familie die Mühle

als Sommersitz nutzte. Er verbot seiner Tochter die

nicht standesgemäße Beziehung zu Seume.

Die Mühle als Gastwirtschaft und Ausflugsziel

Seit etwa 1870 gab es im Gebäude neben der Mühle

eine Gastwirtschaft, die sich mit dem Garten im Hof

zu einer beliebten Ausflugsgaststätte entwickelte.

Bis dahin hatte diese Rolle die sog. Wasserschenke

Gohlis-Forum 01/2012 5


gespielt, die sich in der Nähe der Mühle befand und

seit Mitte des 18. Jahrhunderts neben der heute auch

nicht mehr bestehenden Oberschenke in der Hauptstraße

(heute Menckestraße) das Ziel Leipziger Bürger

und Studenten gewesen war. Diese wanderten

auf einem speziell angelegten Weg durch das Rosental

oder fuhren im Kahn auf der Pleiße nach Gohlis. Der

Wanderweg endete an der Mühlinsel, an der auch

eine Anlegestelle für die Boote lag. Die Wasserschenke

wurde nach 1870 zu Fabrikationsräumen der

aufblühenden Schokoladenfabrik Felsche umgewandelt.

Die Gaststätte im Erdgeschoß des Wohnhauses erhielt

den Namen „Zur Mühle“. Die entsprechenden Steinbuchstaben

befanden sich an der Giebelseite des Gebäudes

zur heutigen Platnerstraße bis etwa 2005.

An der Hofseite des Mühlengebäudes wurde eine

Glasveranda angebaut (im 2. Weltkrieg zerstört) und

100 EURO FÜR IHR PERSÖNLICHES GOHLIS-FOTO

6 Gohlis-Forum 01/2012

der Hof zu einer großräumigen Gartenrestauration

umgestaltet. Hinter dem Wohnhaus befand sich eine

Kegelbahn.

Die Bedeutung dieser Gaststätte zeigt sich auch darin,

dass der Pächter um 1900 den bekannten Spruch

„Wem es zu wohl ist, der geht nach Gohlis ...“ zu

Werbezwecken für seine Gastwirtschaft variierte:

„Wem es zu wohl ist, der geht nach Gohlis, durch das

schöne Rosental, geht zur Mühle [ergänzender Text],

trinkt dort Gose, gibt dem Schätzchen auch einmal.“

Die Gastwirtschaft wurde bis in die 1960er Jahre betrieben.

Im eigentlichen Mühlengebäude wurden nach dem

Abbruch der Mühlanlage Speicher, Gewerberäume

und Wohnungen eingerichtet, die bis etwa 2000 genutzt

wurden.

Dr. Manfred Hötzel

Großer gemeinsamer Fotowettbewerb vom DSG Dt. Senioren Gesellschaft mbH

und dem Bürgerverein Gohlis e.V.

Die DSG Deutsche Senioren Gesellschaft mbH und der Bürgerverein Gohlis e.V. veranstalten in diesem Jahr

einen gemeinsamen Fotowettbewerb:

„Anlässlich der geplanten Eröffnung des Pflegewohnstiftes Gohlis im September 2012 (siehe GF 04/

2011) an der Kreuzung Georg-Schumann-Straße/ Lindenthaler Straße, suchen wir noch nach alten

Fotoaufnahmen von Gohlis aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts, also von 1900 bis 1950. Gefragt

sind also Aufnahmen aus der Zeit, in der unsere zukünftigen Bewohner ihre Jugend verbracht haben. Aus

den interessantesten Einsendungen werden wir große Abzüge, bzw. sogar Foto-Tapeten erstellen, welche

dann die Wohnbereiche unseres Pflegewohnstiftes zieren sollen.

Eine gemeinsame Jury von DSG und Bürgerverein, der u.a. Herr Dr.Manfred Hötzel angehört, wird die

fünf besten Fotos prämieren – hierfür sind jeweils 100 Euro ausgeschrieben. Darüber hinaus wird Ihr

Bild, wie erwähnt, im Pflegewohnstift Gohlis verewigt werden. Ihre Originalaufnahme erhalten Sie nach

der Bearbeitung selbstverständlich zurück.“

Bitte schicken Sie Ihre Aufnahme an den Bürgerverein Gohlis e.V., Lützowstraße 19, 04157 Leipzig, z.Hd. Frau

Cramer. Einsendeschluss ist der 30.April 2012. Die Gewinner werden natürlich schriftlich benachrichtigt und in

der Juni-Ausgabe des Gohlis Forum bekannt gegeben – sie werden dann zu einer Preisübergabe in den Räumen

des Bürgervereins Gohlis e.V. in der Lützowstraße eingeladen.


GRK-Holding AG, Prinz-Eugen-Str. 31, 04277 Leipzig

Presse-Information

17.02.2012

Sanierung der Gebäude Lützowstraße 21-23

Die Tage des tristen Daseins sind vorbei: Unter Berücksichtigung umfassender

denkmalschutzrelevanter Vorgaben hat die GRK-Holding AG die zwei Objekte

Lützowstraße 21 und 23 saniert. Beide Häuser, Architekturklassiker des Jugendstils

und damit von solider Bausubstanz, waren zuvor mehrere Jahre unbewohnt

und in einem derart maroden Zustand, dass eine vollumfängliche Sanierung zwingend

erforderlich war. Mit viel Liebe zum Detail wurden die historischen Elemente

der Vergangenheit wieder aufgearbeitet und können nun in neuem Glanz erstrahlen.

Unter Beachtung der besonderen historischen Gegebenheiten wurden neue

Grundrisslösungen erarbeitet und an die aktuellen Wohnwünsche im Stadtteil angepasst.

Insgesamt entstanden 28 Eigentumswohnungen unterschiedlichster Größen von ca.

41 m² bis 122 m² mit modernen, funktionalen Grundrissen, edlen Bädern und gehobener

Ausstattung wie Echtholzparkett, Video-Wechselsprechanlage sowie großen

Balkonen oder Loggien. Darüber hinaus wurde ein Personenaufzug eingebaut sowie

eine Saunaanlage als hauseigener Wellnessbereich im Keller eingerichtet. Sobald

es die Witterungsbedingungen ermöglichen, wird ein grüner Innenhof mit

Kinderspielfläche sowie Grillplatz entstehen und kann so als innerstädtische Ruheinsel

von den Hausbewohnern vielfältig genutzt werden. Bei der GRK-Hausverwaltung

können sich Mietinteressenten gern über

weitere Einzelheiten informieren und die Wohnungen

besichtigen.

Wegen seiner weitgehend geschlossenen früh- und

spätgründerzeitlichen Gebäudesubstanz ist Gohlis für

die GRK-Holding AG einer der attraktivsten

Investitionsstandorte Leipzigs, da die Kernkompetenz

in der Entwicklung und Sanierung denkmalgeschützter

Gebäude u. a. dieser Stil-Epoche liegt. Weitere

Gründe liegen auch in der Nähe einerseits zum

Stadtzentrum, das Dank der guten Infrastruktur innerhalb

kürzester Zeit bequem mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln, dem Auto oder per Fahrrad erreicht

werden kann.

Andererseits ist auch eine kurze Anbindung zu den

großen Arbeitgebern im Leipziger Norden wie

Porsche, BMW, Amazon, der Leipziger Messe oder

dem Flughafen gegeben. Noch dazu viel Grün und

alle Geschäfte des täglichen Bedarfs direkt vor der

Haustür machen Gohlis zu einer der bevorzugten

Wohnlagen im Raum Leipzig. Daher hat die GRK-

Holding AG in der Vergangenheit bereits zahlreiche

Objekte in dem Stadtteil mit viel Engagement saniert.

So zum Beispiel das Blochmann Carré, die

Coppistraße 95 oder die Landsberger Straße 10, 18,

30 und 38.

Gohlis-Forum 01/2012 7


Pressemitteilung

Verfügungsfonds Georg-Schumann-Straße

Stadtteilserviceladen – langer Name, kurze Wege

Stadtteilserviceladen öffnet in der Georg-Schumann-Straße 193 / Anlaufstelle für Projektanträge und

Informationen zur Revitalisierung der Magistrale

Die Revitalisierung der Georg-Schumann-Straße geht mit großen Schritten voran. Wichtiger Meilenstein ist die

Eröffnung des Stadtteilserviceladens in der Hausnummer 193. Ab sofort ist er Dreh- und Angelpunkt für alle

Aktivitäten der sogenannten „Quartiershausmeister“. So werden die Stadtteilservicemitarbeiter von Aktiven und

Anwohnern bezeichnet, die derzeit mit diversen Projekten zur Aufwertung der Straße beitragen. Die

„Hausmeister“ stehen dabei mit Rat und Tat zur Seite: von kleinen Haus- und Reparaturarbeiten über die

Grünflächengestaltung bis hin zur Organisation von Veranstaltungen und Hilfe bei EDV-Problemen.

Grüne Daumen, Mörtelmeister und IT-Gurus

Mit der Eröffnung wird der Stadtteilserviceladen zur zentralen Anlaufstelle für alle Akteure, die gemeinnützig,

als Privatperson, Firma, Verein oder Institution mit einer Projektidee die Georg-Schumann-Straße beleben

möchten. Im Laden treffen sie auf hilfsbereite Fachkräfte, von denen jeder sein spezielles „Einsatzgebiet“ hat.

Ines unterstützt als „Frau mit dem Grünen Daumen“ bei der Planung und Umsetzung von gärtnerischen

Arbeiten bei Frei- und Grünflächen, während Heinz als Maurermeister mit Mörtel, Kelle und guten Ideen bei

Sanierungsarbeiten hilft. Johannes ist der Mann, der Hardware, Software und Netzwerke zum Laufen bringt,

und Teamleiter Sven hilft bei der Planung und Organisation von Events und Aktionen. Auch wer Werbematerial

gestalten will oder eine Werkstatt zum Sägen oder Bohren benötigt, ist im Stadtteilserviceladen genau richtig.

„Der Name des Ladens ist zwar lang, die Wege zur Unterstützung dafür umso kürzer“, weiß Dirk Zinner.

„Einfach im Laden vorbeikommen, das Problem schildern, und wir finden eine Lösung – kostenfrei, versteht

sich.“

Pressekontakt und weitere Informationen:

Stadtteilserviceladen

Georg-Schumann-Straße 193

Öffnungszeiten: Di-Do 9.00 bis 15.30 Uhr

Email: stadtteilservice-leipzig@gmx.de

Magistralenmanagement

Dirk Zinner, Sebastian Bodach, Holger Scheibig

Georg-Schumann-Straße 126

04155 Leipzig

Telefon: 0341 2631-9060

E-Mail: info@schumann-magistrale.de

8 Gohlis-Forum 01/2012


Der Frühling kommt mit Sicherheit / Ist Ihr Auto sicher?

Wir laden Sie ein, am 17.03. 2012, in unseren ADAC Truck.

Lassen Sie Ihr Fahrzeug kostenlos durchchecken, Bremsen, Licht u.v.m.

Gohlis-Forum 01/2012 9


„LEIPZIG LIEST“ BRICHT ALLE REKORDE

Die 21. Auflage von „Leipzig liest“, Europas größtem

Lesefest, bietet ein „furioses Programm“, soweit Oliver

Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. Vom 15.

bis 18. März werden 2.780 Autoren in 2.600 Veranstaltungen

Literatur in allen Facetten präsentieren.

Etablierte deutsche Literaten

sind ebenso angesagt

wie Vertreter der jungen

deutschsprachigen Literatur.

120 Autoren aus Mittel-,

Ost- und Südosteuropa stellen

sich in Leipzig vor,

ebenso etwa 20 Vertreter

der Nordischen Literatur

und neun Schriftsteller aus

Neuseeland. Natürlich ist

auch die internationale Literatur-Prominenz

zahlreich

vertreten. An dieser Stelle

einzelne Namen zu nennen,

würde den Nichtgenannten

der 2780 Autoren und Mitwirkenden

nicht gerecht.

Dank des Zusammenwirkens

von Leipziger Messe,

der Stadt Leipzig, dem

Börsenverein des Deutschen

Buchhandels, dem Mitteldeutschen Rundfunk,

dem CLUB Bertelsmann, dem Kuratorium Haus des

Buches e.V. und der beteiligten Verlage, haben die

Leipziger und ihre zahlreichen Gäste die Möglichkeit,

Lesungen an 350 Orten, darunter etwa 50 Schulen, zu

besuchen. Unseren Gohliser Lesern, die aus unterschiedlichen

Gründen keine weiten Wege zu den

Leseorten unternehmen können, aber trotzdem am

Literaturfestival teilhaben möchten, wollen wir einige

gut erreichbare Veranstaltungsorte in der Nähe aufzeigen.

Natürlich erheben wir keinen Anspruch auf

Vollständigkeit.

Haus des Buches im Gerichtsweg 21; GRASSI Museum;

Gosenschenke „Ohne Bedenken“ in der

Menckestraße; Gohliser Schlösschen; Geyser Haus in

der Gräfestraße 25; Gewandhaus; Gondwanaland; Finanzamt

Leipzig II am Nordplatz 11; Evangelisch-Reformierte

Kirche am Tröndlinring; Dunkelrestaurant

Mondschein in der Pfaffendorfer Straße; Bibliothek

Gohlis in der Georg-Schumann-Straße (Kaufland);

Bach Archiv und Bachstüb`l am Thomaskirchhof;

Alte Handelsbörse; Alte Nikolaikirche; Altes Rathaus;

ANKER in der Renftstraße, Ariowitsch-Haus in der

Hinrichsenstr. 14; Alte Apotheke in der Hainstraße 9;

Alter israelitischer Friedhof in der Berliner Straße

123; 68.Mittelschule Möckern in der Diderotstr. 35;

10 Gohlis-Forum 01/2012

Victor`s Residenz Hotel am Hauptbahnhof; Schillerhaus

in der Menckestraße, Stadtwerke in der

Pfaffendorfer Str.; Reclam Haus Plöttner Verlag in

der Marbachstr.; Oper Leipzig; Naturkundemuseum;

Neues Rathaus; Moritzbastei; Museum der bildenden

Künste; Leipziger Stadtbad; Lessing Schule in der

Lessingstr. 25-27; Lehmanns Medien (Buchhandlung)

in der Grimmaischen Str.; Klärwerke im Rosental;

Klinikum St. Georg; Kroch-Hochhaus in der

Goethestr.; Kita Rosentalzwerge in der Tschaikowskistr.

28; Israelitische Religionsgemeinde zu

Leipzig in der Löhrstr. 10; Industrie- und Handelskammer

Goerdelerring 5.

Mehr als 300 weitere Leseorte gehören zu Europas

größter Literaturbühne, in diesem Jahr verstärkt im

Leipziger Westen angesiedelt. Im Regelfall wird die

Lesung thematisch dem Leseort angepasst, so werden

Krimis im Gericht gelesen, „Die Tage des Gärtners“

von Jakob Augstein im Botanischen Garten oder Lyrik

im Gohliser Schlösschen. „Das Engagement unzähliger

Leipziger Institutionen macht den Erfolg von

„Leipzig liest“ aus“, sagt Oliver Zille. Welchem Autoren

Sie an welchem Ort lauschen können, erfahren

Sie im Internet unter www.leipzig-liest.de

Diese pragmatisch getroffene Auswahl gut erreichbarer

Leseorte in Gohliser Nähe soll mit der Frage

schließen, inwieweit könnte sich nicht auch das Heinrich-Budde-Haus

für „Leipzig liest“ öffnen?

Hansgeorg Herold


NEUES AUS DER BIBLIOTHEK GOHLIS

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis-Forum,

langsam wird

es unruhig in

Bibliotheken,

Verlagen und

bei allen anderen,

die mit

Büchern zu

tun haben,

denn die LeipzigerBuchmesse

steht

vor der Tür.

Das Besondere

an dieser

Buchmesse ist,

dass die aktuellenNeuerscheinungen

auf dem Buchmarkt nicht einfach nur in den Messehallen

präsentiert und verkauft werden, denn im Rahmen

des Literaturfestivals „Leipzig liest“ stellen zahlreiche

Autoren ihre neuen Werke in Cafés, Kinos,

Buchhandlungen und Bibliotheken live vor.

In der Bibliothek Gohlis wird Ines Thorn aus ihrem

neuen historischen Roman „Teufelsmond“ lesen und

die Anwesenden mit Begeisterung in ihren Bann ziehen.

Die Handlung des Buches ist im 16. Jahrhundert

angesiedelt und schildert den Weg der jungen Karla

auf der Flucht vor einer Heirat wider Willen. Als sie

sich dem Exorzisten

Pater Fürchtegott anschließt,

der den Bewohnern

der

Michelsmühle den

Teufel austreiben soll,

kommt es zu einem

dramatischen Kampf

auf Leben und Tod.

Spannende Unterhaltung

ist garantiert.

Die Lesung findet am

16. März 2012 um 19

Uhr im Veranstaltungsraum

der Bibliothek

Gohlis statt. Der

Eintritt ist frei.

Zu den beliebtesten

Romanen zählt derzeit „Der Friedhof von Prag“, geschrieben

von Umberto Eco. Der Autor des verfilm-

ten Bestsellers „Der Name der Rose“ erzählt mitreißend

und spannend aus einer bewegten Zeit: Ein Abt

stirbt zweimal, ein paar unbekannte Tote treiben im

Pariser Abwasserkanal, und am Ende tauchen die gefälschten

Protokolle

der Weisen von Zion

auf, die eine Weltverschwörung

des Judentums

belegen sollen.

Mit einem Attentat

auf die Metro wollen

die Verschwörer

die Bevölkerung aufrütteln.

Lesetipp!

Im Bereich Musik-

DVD’s finden Sie mit

dem Konzertmitschnitt

der jungen

stimmgewaltigen Engländerin Adele ein einmaliges

Live-Erlebnis, dass in der altehrwürdigen Royal Albert

Hall in London aufgenommen wurde. Ebenfalls sehenswert

ist die Live-DVD „Schiffsverkehr“ von

Herbert Grönemeyer in der Leipziger Red Bull Arena,

ehemals Zentralstadion. Auf über 2 Stunden singt,

rockt und feiert sich der von seinen Fans liebevoll

„Herbie“ genannte Musiker durch seine größten Hits

und erzeugt Gänsehautstimmung.

Die außergewöhnlichste Neuerwerbung bei den Spielfilmen

ist „The Tree of Life“. Der für mehrere Oscars

nominierte Film (unter anderem mit Brad Pitt und

Sean Penn) ist nicht nur auf Grund der schauspielerischen

Leistung schlichtweg ein Meisterwerk. Unkonventionelle

Szeneneinstellungen, fantastische, farbgewaltige

Bilderwelten und grandiose Kinderdarsteller

bewirken beim Zuschauer bleibende Eindrücke. Neben

dieser DVD finden Sie auch viele andere aktuelle

Filme wie „Naokos Lächeln“, „Cowboys & Aliens“,

„Hangover 2“ und „Ohne Limit“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Bibliothek Gohlis

Georg-Schumann-Str. 105

04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 9 01 37 64

e.-mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10.00 – 18.00 Uhr, Mi

13.00 – 18.00 Uhr

Gohlis-Forum 01/2012 11


SCHILLERHAUS PROGRAMM MÄRZ/ APRIL 2012

04.03.2012/ 11.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

07.03.2012/ 15.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

Eintritt frei!

12 Gohlis-Forum 01/2012

März

11.03.2012/ 11.00 Uhr

„Ein Sonntagmorgen bei Oma Schneider“

Komödie in einem Akt mit Schülern der 7. bis 10. Klasse der Friedrich Schiller Schule Gymnasium und

anschließend Führung der historisch kostümierten Darsteller durch das Schillerhaus. Buch und Regie: Dietmar

Schulze

Eintritt: 6,00; ermäßigt 4,00 Euro

16.03.2012/ 18.00 Uhr

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse „Leipzig liest“

„Auf Lüge und Tod“ - Ein Kriminalroman zur Zeit des jungen Kronprinzen Friedrich II.

Szenische Lesung zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs mit dem Autor Achim Kuhlmann,

edition winterwork

20.00 Uhr

„Literarisches Leipzig- 80 Dichter, Gelehrte und Verleger- Wohnorte, Wirken und Werke“

Lesung mit dem Autor Dr. Ansgar Bach und der Verlegerin Ute Fritsch, Verlag Jena 1800, Berlin 2011

18.03.2012/ 11.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

04.04.2012/ 15.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

Eintritt frei!

08.04.2012/ 11.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

April

19.04.2012/ 20.04.2012/ 21.04.2012/ 19.00 Uhr

„Nachtheller Tag du bist mein Traumgesicht“- ein Shakespeare Abend mit Cora Chilcott

(Schauspiel & Gesang)

Sonette & Dramenauszüge von William Shakespeare

Songs von John Dowland

Eintritt: 6,00; ermäßigt 4,00 Euro

22.04.2012/ 11.00 Uhr

Öffentliche Führung durch das Schillerhaus

22.04.2012/ 19.00 Uhr

„Nachtheller Tag du bist mein Traumgesicht“- ein Shakespeare Abend mit Cora Chilcott

(Schauspiel & Gesang)

Sonette & Dramenauszüge von William Shakespeare

Songs von John Dowland

Eintritt: 6,00; ermäßigt 4,00 Euro


BV- SPLITTER , VERANSTALTUNGEN UND AKTUELLES AUS GOHLIS

�Videobustour zur Buchmesse

Zur Leipziger Buchmesse startet die Videobustour eine Stadtrundfahrt zu Literaten, Verlagen und

Druckereien Leipzigs. Dabei werden auf Bildschirmen historische Bilddokumente gezeigt, live

kommentiert von erfahrenen Guides. Vom Messegelände kommend, erläutern wir die Bedeutung des

Stadtteils Gohlis für die deutsche Literaturgeschichte anhand der ältesten Literaturgedenkstätten

Deutschlands- dem Schillerhäuschen. Wir zeigen den „Palazzo Chippi“, Wohnort des Insel-Verlegers

Kippenberg und die Wohnstätte des Dichters Georg Maurer.

Weitere Ziele unserer Tour sind z. B. die Heimat von Brockhaus, Reclam, C. F. Peters und Mommsen.

Start: jeweils 17.00 Uhr am 15.03., 16.03., 17.03.2012 Messe, Eingang West (Glashalle)

Ende: jeweils 18.30 Uhr Augustusplatz (Innenstadt)

Kosten: 15,00 Euro

Anmeldung möglich unter: kontakt@videobustour.de oder 0341/ 902 902 89

Für Gruppen individuell buchbar.

�Manga-Workshops (Frau Karin Nagao)

a.) Freitag, 16. März 2012, 15:00-19:00

b.) Samstag, 17. März 2012, 14:00-17:00

- Teilnahmegebühr: 8Euro / Mit Buchmesse-Eintrittskarte 4Euro,

12 Euro für 2 Tage / Mit Buchmesse-Eintrittskarte 6 Euro für 2 Tage

- Teilnehmerzahl: max. 20 Personen

- Alter: ab 12 Jahren (Selbstständige Arbeitsfähigkeit ist erforderlich)

- Anmeldung: japanischeshaus@googlemail.com

- Material: Zeichenmateriallien werden von der Leiterin bereitgestellt.

Dennoch ist das Mitbringen eigener Materialien durchaus möglich.

�����Zuarbeit BV-Splitter – Frühjahrsputz

Auch in diesem Jahr findet entlang der G.-Schumann Straße der sog. Frühjahrsputz in

Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und dem Ordnungsamt statt. Der Frühjahrsputz findet

vom 23.03.-21.04.2012 statt. Das diesjährige Motto lautet: „Baumscheiben und

Ausstellungselemente im öffentlichen Raum“. Der Stadtteilservice, G.-Schumann Straße, wird

sich an der Maßnahme beteiligen und fungiert u.a. als Ansprechpartner für Bürger und

Vereine, die sich am Frühjahrsputz beteiligen wollen. (0153 / 74 57 55 40)

Gohlis-Forum 01/2012 13


BV -SPLITTER AKTUELLES VOM BV GOHLIS

14 Gohlis-Forum 01/2012

�Der VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig (VTA) war in

der sozialistischen Staatengemeinschaft führend beim Bau von

Verladeanlagen, insbesondere von Kranen und Tagebauausrüstungen.

Diese Anlagen wurden weltweit exportiert, auch in Entwicklungsländer

und das „kapitalistische Ausland“. Die Geschichte und Bedeutung

dieses Anlagenexportes hat Manfred Findeisen aufgeschrieben. In der

Reihe Gohliser Historische Hefte erscheint anlässlich der Leipziger

Buchmesse als Neuauflage Heft Nr.11 „Die Außenmontage des Verlade

– und Transportanlagen Leipzig (VTA)“.

Das 2009 erstmals erschienene Buch ist in Kürze wieder im Bürgerverein

Gohlis e.V. erhältlich.

�Adolf Bleichert gilt als Erfinder des deutschen Drahtseilbahnsystems und als Begründer des

deutschen Drahtseilbahnbaus. Als Unternehmer spielt er für Gohlis eine herausragende Rolle. Dieser

Persönlichkeit und seinem Unternehmen widmet sich das Buch „Adolf Bleichert und sein

Werk“, verfasst von Manfred Hötzel und Stefan W. Krieg. Gemeinsam mit dem Bürgerverein

Gohlis e.V. bringt der SAX-Verlag zur Buchmesse im März eine Neuauflage heraus. In der Reihe

Gohliser Historische Hefte Nr. 8 beschäftigen sich die Autoren mit der Unternehmerbiografie,

der Industriearchitektur sowie der Firmengeschichte. Zum Preis von 10.-Euro ist das Buch bald

auch wieder im Bürgerverein Gohlis e.V., Lützowstraße 19, erhältlich.

� die Neuauflage des Buches „Gohliser Straßennamen“

von Dr.Dieter Kürschner und Dr.Manfred Hötzel können Sie

wie folgt käuflich erwerben (9,50 Euro): Innerhalb der Öffnungszeiten

des Bürgervereins Gohlis e.V., im Büro in der

Lützowstraße 19 – Mo 10-12 Uhr, Mi 12-17 Uhr, sowie

nach Vereinbarung; und in der Buchhandlung Bachmann

im Alten Rathaus, Markt 1, 04109 Leipzig, Öffnungszeiten:

Mo-Sa 10-20 Uhr, So 11-18 Uhr, Tel.:

0341.9601922

����� es gibt noch einige wenige VTA-Kalender für das laufende Jahr 2012. Sie sind zum

Preis von 6,-Euro im Bürgerverein Gohlis erhältlich.


ZUM GEBURTSTAG HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

März

Frau Liane Wenzel 02.03.

Herr Dr. Manfred Hötzel 03.03.

Frau Eva Noßke 08.03.

Frau Ilse Kunze 12.03.

Frau Inge Müller 26.03.

Frau Eva-Maria Holland 29.03.

April

Frau Gisela Herold 08.04.

Herr Peter Wangemann 11.04.

Herr Lothar Brückner 12.04.

Herr Eyke Hiersemann 13.04.

Herr Prof. Werner Schneider 13.04.

Frau Renate Münz 14.04.

Frau Iris Perlick 14.04.

übermittelt der Bürgerverein Gohlis e.V.

AUFLÖSUNG UNSERES WEIHNACHTSRÄTSELS AUSGABE 06/11

Fragen

1. Welcher Gohliser Straßenname hat sich seit der Benennung nicht verändert ? Auch der Verlauf der Straße ist

geblieben.

2. Wie heißt die längste Straße in Gohlis ?

3. Nenne einen von den vier neuesten Straßennamen !

Antworten

1. Möckernsche Straße

2. Virchowstraße 2.168 m, die oft genannte Georg-Schumann-Straße hat zwar eine Gesamtlänge von

5.460 m, ist im Stadtteil Gohlis aber nur 1.548 m lang.

3. Die neuesten Straßennamen: Fleißnerstraße, Hausdorffweg, Martin-Drucker-Straße, Popitzweg,

Reinmuthweg

Unter den richtigen Einsendern wurde Frau Birgit Fischer als Gewinnerin gezogen.

Impressum

Herausgeber: Bürgerverein Gohlis e. V..

Vereinsanschrift: Lützowstraße 19, 04157 Leipzig, Tel: (0341) 911 50 28,

Fax : (0341) 2466672

Internet: www.buergerverein-gohlis.de

mailto: buergerverein-gohlis@arcor.de

Bankverbindung: Sparkasse Leipzig, BLZ 860 555 92, Konto-Nr. 1111 501 668

Redaktion: Hansgeorg Herold, Petra Cramer

Satz u. Layout: Reinhard Wohlfahrt

Fotos: Autoren

Der Bürgerverein Gohlis e.V. gratuliert herzlich.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung des Bürgervereins Gohlis e. V. entsprechen.

Gohlis-Forum 01/2012 15


PRESSEMITTEILUNG

Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige

Köln, 8. Februar 2012. 2,25 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig, davon werden

zwei Drittel zu Hause betreut. „Mit der Entscheidung, die Pflege selbst durchzuführen, geraten viele

Angehörige in eine schwierige Lebenslage“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen

PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Dieter Best heute in Köln. „Das Bedürfnis, den An-

gehörigen zu versorgen und das eigene Leben gleichzeitig zu bewältigen, stellt Anforderungen an

den Einzelnen, denen nicht jeder gewachsen ist“. Wie kann mit der ungewohnten und oft körperlich

und seelisch kräftezehrenden Situation umgegangen werden, ohne sich selbst zu verlieren?

Der von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) und der DPtV gemeinsam

entwickelte Ratgeber „Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für Pflegende Angehörige“ gibt den pflegenden An-

gehörigen einen umfassenden Überblick über die Ursache von möglichen Beschwerden und zeigt Auswege auf.

„Eine psychotherapeutische Begleitung der Betroffenen, auch bei älteren Pflegenden, ist sinnvoll und entlastend

und kann verhindern, dass die Betroffenen sich selbst in der Pflegesituation verlieren“, verdeutlichte Best.

„Wir möchten pflegende Angehörige dazu ermutigen, offensiv mit den Schwierigkeiten umzugehen und auch Hilfe

von außen in Anspruch zu nehmen“, sagte die BAGSO-Vorsitzende Prof. Ursula Lehr, selbst Psychologin und

ehemalige Bundesgesundheitsministerin, anlässlich der Vorstellung des Ratgebers in Köln. Anders als professi-

onelle Pflegekräfte sei der emotionale Abstand zu Angehörigen nicht gegeben, sagte Lehr. Oft mit der Folge von

Erschöpfung, Überforderung und Depression. „Einen Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist in jedem Fall eine gro-

ße Herausforderung und ein Spagat zwischen dem Wunsch, helfen zu wollen, und der Sorge um den eigenen

Lebensalltag. Und so selbstverständlich und erfüllend wie es sein kann, füreinander da zu sein und helfen zu kön-

nen, so schnell kann sich der Pflegende dabei in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur

Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich oft unbemerkt.

Es ist notwendig und sinnvoll, sich rechtzeitig umfassend zu informieren und professionelle Hilfe in Anspruch zu

nehmen“, betonte die Psychologin.

Die Autorin des Ratgebers, Gudrun von Stösser, zeigte, dass auch die Belastbarkeit der Psyche Grenzen hat,

wie die des Körpers. „Im Alltag gelingt es uns fatalerweise meist erfolgreich, Symptome der Erschöpfung über

lange Zeit zu ignorieren, da unser Organismus enorm anpassungsfähig ist – je nach individueller Konstitution

können immer noch Reserven mobilisiert werden. Dabei wird allerdings auch ein Teufelskreis in Gang gesetzt,

denn wenn wir uns nicht zwischendurch erholen, werden wir immer erschöpfter, und je erschöpfter wir werden,

umso mehr Kräfte müssen wir mobilisieren, um weiter zu funktionieren. Am Ende ist oft nur noch ein kleines Er-

eignis nötig – der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – um den gesamten Organismus in sich

zusammenbrechen zu lassen“.

Um dies zu verhindern, werden in der Broschüre die Wege, die zur Überlastung führen und die Auswege daraus

ausführlich und sehr verständlich dargelegt und durch eine umfassende Sammlung von Hilfsmöglichkeiten,

Selbsthilfegruppen und Ansprechpartnern ergänzt.

Die Broschüre kann über die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (www.dptv.de) und die BAGSO

(www.bagso.de) bestellt werden oder heruntergeladen werden.

16 Gohlis-Forum 01/2012

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