KULTURGUT DIGITAL NUTZBAR MACHEN. - Wikimedia Deutschland

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KULTURGUT DIGITAL NUTZBAR MACHEN. - Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland

Kulturgut digital

nutzbar machen.

Die Erfolgsformel der Wikipedia für Kultureinrichtungen


„ We’re doing

the same thing,

for the same reason,

for the same people,

in the same medium.

Der Eintritt ist frei!

Was haben das British Museum, die Smithsonian in Washington DC, das Schloss

Versailles und das Deutsche Archäologische Institut gemeinsam? Sie arbeiten mit

Freiwilligen aus der Wikipedia zusammen.

Als Wikimedia-Kuratorin möchte ich Menschen zusammenbringen, die sich jeder

auf seine Weise für die Vermittlung von Wissen über unser kulturelles Erbe begeistert

engagieren: die Leiter und Mitarbeiter in den Kultur- und Gedächtniseinrichtungen

ebenso wie die vielen tausend Freiwilligen der Online-Enzyklopädie

Wikipedia.

Die Begeisterung entsteht mit dem Wissen. Es macht aus einer hübschen Gips- Bild von Kerstin Jasinszczak,

CC-BY-SA 3.0, http://bit.ly/11Pyd4g

skulptur die berühmte Nofretete. Mit ihr kann man leicht die Massen locken.

In unseren Museen, Bibliotheken und Archiven liegen jedoch Schätze verwahrt, von deren Existenz kaum jemand

weiß: barocke Schädelskulpturen aus Kristall zum Beispiel.

Let’s do it together.”

Als der Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ in die Kinos in England kam, stiegen die Zugriffszahlen

auf die Website des British Museum rasant. Denn Filminteressierte suchten im Netz nach „Kristallschädel“

und landeten bei Wikipedia. Von dort klickten sie weiter zum British Museum, dessen Kristallschädel den

Wikipedia-Artikel illustriert. Ein bemerkenswerter Effekt, stellte das Museum fest, und lud den ersten Wikipedian

in Residence zu sich ein.

Seitdem haben über 40 Wikipedianer weltweit ihre Vermittlungsarbeit in Gedächtnis- und Kultureinrichtungen

aufgenommen. Etliche weitere Formen der Zusammenarbeit sind entstanden. Viele Institutionen von nationaler

Bedeutung haben für sich erkannt, dass kulturelles Erbe nur lebendig bleibt, wenn es intensiv genutzt wird. Ein

möglicher Weg, es vielen Menschen zu erschließen, ist die Zusammenarbeit mit Wikimedia-Projekten.

Mit der vorliegenden Broschüre möchte ich Sie einladen, diesen Weg mit uns zu gehen.

Für Wikimedia Deutschland

Barbara Fischer

Kuratorin für Kulturpartnerschaften

Liam Wyatt

ehemaliger Wikipedian in Residence am British Museum

1


„Wissen ist das einzige

Gut, das sich vermehrt,

wenn man es teilt”

Marie von Ebner-Eschenbach

(1830-1916)

Die Gutenberg-Bibel, 1455

Bild von NYC Wanderer (Kevin Eng), CC-BY-SA 2.0 US, http://bit.ly/Gutenberg-Bibel

Als Johannes Gutenberg vor 560 Jahren die erste Bibel mit

medialer Epochenbruch wird von Skeptikern und Optimis-

wenigen Enthusiasten in Florida als eine Mitmach-Enzy-

Sie sammelt Wissen und bewahrt es in digitalisierter Form.

beweglichen Lettern druckte, fürchteten viele Gelehrte,

ten naturgemäß unterschiedlich beurteilt. Auch heute gibt

klopädie für Jedermann begonnen. Sie ist seitdem enorm

Selbst Forschung ist durch einige Wikimedia-Projekte

Gottes Wort könne Schaden nehmen, wenn der Laie sich

es Zauderer und Visionäre, Traditionalisten und Schöpfer

gewachsen und umfasst heute viele Millionen Artikel. Eine

möglich. Kultureinrichtungen und Wikimedia Deutschland

ihm unvermittelt näherte. Die Möglichkeiten des Internet,

neuer Geschäftsmodelle.

halbe Milliarde Menschen nutzt die Wikipedia – derzeit die

wollen also dasselbe, warum teilen wir nicht unser Wissen

und damit der potenziell unbegrenzte und hochbeschleu-

Die Aufgabe von Bibliotheken, Archiven und Museen ist

fünftgrößte Website der Welt – jeden Monat, um sich ei-

und freuen uns daran, wie es sich vermehrt!

nigte Zugang zu Informationen, digitalisierten Artefakten

es, unser gemeinsames kulturelles Erbe zu sammeln, zu

nen ersten Überblick zu einem Thema zu verschaffen. Die

und Daten, scheinen jener Schwelle vergleichbar, an der

bewahren, zu erforschen und zu vermitteln. Das hat eine

Wikipedia vermittelt Wissen und versteht sich als globales

Menschen zu Beginn der Neuzeit standen. Ein solcher

lange Tradition. Die Wikipedia wurde 2001 von einigen

Bildungsprojekt ohne eigene kommerzielle Interessen.


*

* Eines der Wikipedia-Prinzipien

Die Himmelsscheibe von Nebra, aus der Bronzezeit

Bild von Dbachmann, CC-BY-SA 3.0, http://bit.ly/Nebra_H

Die aufgehende Erde über dem Mondhorizont, aufgenommen mit einer Hasselblad

500 während der Apollo-8-Mission am 24. Dezember 1968: Eine Ikone

des 20. Jahrhunderts. Das Bild dokumentiert einen der mutigsten Schritte der

Menschheit. Und es gehört nicht etwa der NASA, sondern ist gemeinfrei. Es

kann also beliebig verbreitet und sogar verändert werden.

Eine der wichtigsten Regeln der Wikipedia lautet: Be bold – sei mutig. Sie ist die

Grundlage für den Erfolg der Enzyklopädie. Wenn es darum geht, Bilder aus den

Sammlungen online zugänglich zu machen, geht es auch darum, mutig zu sein.

Denn mit der Freigabe eines Bildes verliert man in mancher Hinsicht die Kontrolle

über den Kontext, in dem das Bild erscheint, und man verliert manchmal

Einnahmen aus der Verwertung der Bildrechte. Aber man gewinnt neue Besucher,

neue Interpretationen und neue Unterstützer.

Die Nutzungsbedingungen von urheberrechtlich geschützten Inhalten werden

über Lizenzverträge geregelt. In der Wikipedia wird dazu meist die Creative-

Commons-Lizenz CC-BY-SA verwandt. Das Urheberpersönlichkeitsrecht der

jeweiligen Autoren oder Fotografen wird dabei gewahrt. Sie müssen stets

genannt werden, dafür steht das BY. Die Reprivatisierung von Inhalten wird

hingegen durch das SA - share alike - verhindert. Mediendateien und sämtliche

Bearbeitungen müssen stets unter derselben Lizenz und ihrer vollständigen

Nennung verwandt werden. Der Nutzer hat durch diese Praxis einige Vorteile.

Weder muss er eigens eine Nutzungsgenehmigung einholen, noch für diese

zahlen. Er kann die Datei sogar für kommerzielle Zwecke verwenden. Manch

einer fragt sich, warum man eine Kommerzialisierung erlauben soll. Es ist oft

schwer, kommerzielle von nicht-kommerzieller Nutzung klar zu trennen, aber

entscheidender ist: die juristische Verfolgung etwaiger Verstöße ist oft teurer,

als es die Einnahmen aus den Lizenzrechten wären. Ausnahmen bestätigen die

Regel. Daher entschließen sich immer mehr Gedächtnisinstitutionen, Teile ihrer

digitalen Depots mittels Freier Lizenzen nachhaltig zugänglich zu machen.

Institutionen wie die Deutsche Fotothek, das schwedische Reichsarchiv oder

das Londoner British Museum haben gute Erfahrungen mit der Verwendung

Freier Lizenzen gemacht. Seit sie Bilder, eigene Forschungsergebnisse oder andere

Daten unter einer Freien Lizenz zugänglich machten, wurde dieses Wissen

stärker genutzt und davon profitiert die eigene Einrichtung.

Das berühmte Bild der Erde, aufgenommen von Bill Anders beim Mondflug der Apollo 8, ist frei zur Nachnutzung.

Foto von Wikimedia Commons: http://en.wikipedia.org/wiki/File:NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpg

Urheber: Apollo 8 crewmember Bill Anders

Bilder von gemeinfreien Objekten sind

für Illustrationen gut geeignet. Gemeinfrei

sind Werke in der Regel dann, wenn

der Schöpfer des Werkes seit mindestens

siebzig Jahren verstorben ist.

Archivierung im Stadtarchiv Lüneburg

Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (als Bearbeitung der Version

von Ziko, CC-BY-SA 3.0), http://bit.ly/StadtarchivLB

Wikipedianer erfassen bei ihrer

Arbeit Metadaten. Informationen zu

Originalgröße, Entstehungsdatum, spätere

Überarbeitungen usw. gehören dazu. Vor

allem ist der Name des Schöpfers für die

Freie Lizenz wichtig.

Die Mona Lisa wird mit einem iPhone fotografiert

Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (als Bearbeitung der Version

von ProtoplasmaKid, CC-BY-SA 3.0), http://bit.ly/FotoML

Die bloße 2D-Reproduktion eines

zweidimensionalen, gemeinfreien

Werkes bringt in der Regel keine neuen

Schutzrechte mit sich. Die Digitalisierung

eines Gemäldes etwa aus dem 19.

Jahrhundert ist dann unproblematisch.


WEITER

„Mercator Hondius Map of the Arctic“ (erste Karte des Nordpols) - Geographicus

Bild von BotMultichillT, gemeinfrei, http://bit.ly/MHarctic

NUTZEN

In den letzten Jahren haben die Digitalisierungs-

Ein weitgehender Konsens besteht darüber: Was der

Doch die freie Weiternutzung bietet weit größere

Das Berliner Münzkabinett verlinkte mittels der

projekte enorm Fahrt aufgenommen, ganze Samm-

Öffentlichkeit gehört, soll der Öffentlichkeit auch im

Perspektiven. Anwender im Netz können helfen, frei

Metadaten über 1.000 Münzherren mit den jewei-

lungen sind bereits digitalisiert oder stehen unmittel-

Internet zugänglich sein. Doch wirklich nachhaltig

zugängliche Daten zu ergänzen und zu ordnen. Die

ligen Wikipedia-Artikeln. Das Rijksmuseum Amster-

bar davor. Viele Institutionen fragen sich jetzt, wie sie

ist eine Lösung nur, wenn es für die Weiternutzer

Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek konnte auf diese

dam ermuntert die Besucher des Rijksstudios, online

die geleistete Arbeit im virtuellen Raum besser sicht-

klare Regeln gibt. Daher empfehlen wir die Formel,

Weise viele brandgeschädigte Manuskripte wieder

mit dem 125.000 Objekte umfassenden Archiv

bar machen können. Der naturgemäß beschränkte

mit der die Wikipedia groß geworden ist: eine Freie

identifizieren. Das neuseeländische Projekt Mobile

spielerisch umzugehen, und staunt über die Kreativi-

Platz des Museumsgebäudes kann online nahezu

Lizenz. Bilder und andere Medien, die in der Medi-

Museum macht indigenen Völkern ihre verlorenen

tät der Besucher.

beliebig erweitert werden. Enge Depots öffnen sich

endatenbank Wikimedia Commons abgelegt sind,

Artefakte in weit entfernten Museen erstmals wie-

neuen Besuchern, ohne dass die Sammlung durch

stehen unter einer solchen Freien Lizenz. Jeder kann

der zugänglich.

Atemluft und Licht Schaden nimmt. Digitalisierte

die dort verwalteten Daten weiter nutzen, sie modi-

Sammlungen können ganz anders erforscht werden,

fizieren und in eigene Plattformen einbinden. Jedoch

wenn sie maschinenlesbar und offen zugänglich sind.

sind alle Nachnutzer verpflichtet, die Quelle und

Menschen auch außerhalb der akademischen Welt

Lizenz des verwendeten Bildes detailliert anzugeben.

stellen Fragen aus ganz anderen Kontexten heraus

So erkennt jeder Leser bzw. Betrachter, aus welcher

und betrachten das Material aus neuen Perspektiven.

Quelle das Bild ursprünglich stammt. Bilder, Audio-

Allein die Gestaltung und Vermittlung des Zugangs

und Videodateien aus Wikimedia Commons können

stellt viele Häuser vor große Schwierigkeiten. Oft

leicht in Wikipedia-Artikel eingebunden werden. Sie

fehlen Geld und Personal, die Digitalisate zu erfas-

machen den Artikel lesenswerter und lenken die

sen und online zu stellen. Unsicherheit besteht auch

Aufmerksamkeit auf die Quelle zurück.

darüber, was ein offener Zugang eigentlich bedeutet.

QRpedia Codes im Museum für Hamburgische Geschichte verlinken

Exponate der Ausstellung mit ihren Wikipedia Artikeln, je nach

Spracheinstellung des verwendeten Smartphones.

Bild von User: Peter Weis, CC0 1.0, http://bit.ly/MusHam


potenziale

Neue

Interessenten

gewinnen

MIT

Wikipedia

ins

Museum

Globale

Sichtbarkeit

Kulturelles

Erbe lebendig

gestalten

mehr Klicks

auf der eigenen

Website

Neue

Anwendungen

ermöglichen

aufmerksamkeit

vertiefen

Besucher im Louvre, Paris, betrachten die Mona Lisa.

Bild von Paris 16, CC-BY-SA 2.0 US (als Bearbeitung der Version von tom.arthur, CC-BY-SA 2.0 US),

http://bit.ly/LouvreML


ZUSAMMEN

ARBEIT

Der Art der Zusammenarbeit zwischen einer Kultureinrichtung und Wikimedia-

Projekten sind kaum Grenzen gesetzt. Zur Illustration des weiten Spektrums

präsentieren wir hier vier herausragende Maßnahmen in Europa:

Das Bundesarchiv in Koblenz

Über 80.000 Fotos stellte das Bundesarchiv 2008 unter eine Freie Lizenz. Die

große Datenmenge wurde mittels eines von Wikipedianern erstellten Mikroprogramms

innerhalb kürzester Zeit auf Wikimedia Commons hochgeladen.

Ehrenamtliche verknüpften die Bilder im Gegenzug mit der Personennamendatei

der Deutschen Nationalbibliothek. Viele Bildinhalte konnten mit Hilfe von

Freiwilligen erkannt oder ergänzt werden. Die Einnahmen des Archivs aus dem

Verkauf von Qualitätsabzügen skalierten. Die Nachfrage wurde so groß, dass

man, bevor man künftig weitere Bilder unter eine Freie Lizenz stellen kann, zunächst

eine besser Struktur für die Befriedigung der Nachfrage schaffen muss.

Fotoexkursionen im Schloss Versailles

Unter dem Label „Wikimedia takes the Château de Versailles“ konnten Wikipedianer

an mehreren Tagen im Sommer 2011 das Schloss besuchen und

ungehindert fotografieren. An diesen Tagen war Versailles für andere Besucher

geschlossen. Den Wikipedianern standen Kustoden des Schlosses zur Seite,

um ihre Fragen zu beantworten. In wenigen Monaten entstanden so für das

Museum fast umsonst über 2.000 Fotos. Sie stehen jetzt frei unter Wikimedia

Commons zur Verfügung.

Das Bundesdenkmalamt in Wien

Anlässlich des europaweiten Fotografie-Wettbewerbs „Wiki Loves Monuments“

entschied das österreichische Bundesdenkmalamt 2011, alle seine

Denkmallisten unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen. Heute sind nahezu

100% der Baudenkmäler Österreichs fotografisch dokumentiert. Schöner Nebeneffekt

bei dieser Aktion: Viele Fehler auf den Listen konnten durch Freiwillige

korrigiert werden. Eine Kostenstelle brauchte es hierfür nicht. Die Zusammenarbeit

mit Wikimedia Österreich wurde auch 2012 fortgeführt. Insgesamt

wurden über 10.000 Fotos hochgeladen.

Wikimedia im Château de Versailles - Cabinet des dépêches, März 2011.

Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0

(als Bearbeitung der Version von Trizek, CC-BY-SA 3.0),

http://bit.ly/WM_Versailles

Das Deutsche Archäologische Institut in Berlin

In Rahmen der Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut entwickelten

Archäologen, Freiwillige der vielsprachigen Wikipedia-Community und

Software-Entwickler von Wikimedia Deutschland gemeinsam eine interaktive

und zeit-dynamische Limes-Karte. Die Karte ermöglicht es, die Entwicklung der

römischen Grenzführung durch die Jahrhunderte nachzuvollziehen und verknüpft

die Kastelle mit den dazugehörigen Wikipedia-Artikeln. Seit März 2013

ist sie öffentlich, bearbeitbar und frei verfügbar.


MEIN

WIKIPEDIA-ARTIKEL?

Kann ich „meinen“ Wikipedia-Artikel zu meiner

eigenen Einrichtung nicht am besten selber

schreiben?

Nein. Bedenken Sie bitte, wie schwer es

fällt, über die eigene Institution ausschließlich

neutral zu schreiben.

Kann ich „meinen“ Wikipedia-Artikel korrigieren

oder ein Foto austauschen?

Ja. Unterbreiten Sie Ihre Korrekturvorschläge

und Inhaltsergänzungen der Wikipedia-

Autorengemeinschaft auf der Diskussionsseite des

Artikels.

Kann ich Wikipedia-Artikel zu Themen, für die ich

ausgewiesener Spezialist, bin editieren?

Ja. Unbedingt möchten wir Sie motivieren,

Ihr Wissen mit uns zu teilen. Gemeinsam

mit anderen Editoren stellen Sie Ihr Wissen der

Welt zur freien Verfügung. Doch auch hier gilt es,

stets den neutralen Standpunkt und den enzyklopädischen

Charakter des Artikels zu wahren.

Kann ich neue Wikipedia-Artikel zu Themen meines

Fachgebietes anlegen?

Ja. Teilen Sie gern Ihr Wissen mit uns. Bitte

belegen Sie unbedingt Ihre Aussagen

mit bereits publizierten Quellen und prüfen Sie

Der Austausch steht seit jeher im Zentrum der Wissenskultur.

Die Schule von Athen in den Stanzen des Vatikan von Raffael, 1509–1510

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Raffael_058.jpg

selbstkritisch den enzyklopädischen Gehalt der

Aussagen.

Gut anderthalb Millionen Seitenaufrufe pro Stunde ver-

der ist es, dass Sie Ihren „eigenen“ Wikipedia-Artikel bear-

Artikel. Man wird Ihnen gerne zuhören. Diese Zurück-

daher regelmäßig von anderen Editoren wieder gelöscht.

zeichnet die deutschsprachige Wikipedia an einem nor-

beiten möchten. Doch davon möchten wir Ihnen dringend

haltung gerade bei Artikeln, die einen besonders engen

Doch man kann das richtige Editieren recht schnell

malen Werktag. Über 1,5 Millionen Artikel zählt allein die

abraten. Denn der Artikel, der Ihre Einrichtung beschreibt,

Bezug zu Ihrer eigenen Institution haben, ist begründet.

erlernen. Wenn man die einfachen Grundprinzipien der

deutschsprachige Wikipedia. Es verwundert daher nicht,

ist keine Verlängerung Ihrer eigenen Online-Präsenz. Die

Wikipedia ist von Beginn an werbefrei gewesen, und das

Wikipedia berücksichtigt, dann sind gerade Beiträge von

dass Wirtschaftsunternehmen und viele Kultureinrichtun-

Urheber dieses Artikels sind in der Regel Autoren im

soll auch so bleiben. Die Artikel sind wertneutral - eben

Museumsmitarbeitern, Archivaren und Bibliothekaren

gen ihre Haltung gegenüber der Wikipedia überdenken.

digitalen Ehrenamt. Unterstützen und wertschätzen Sie das

als Lemmata formuliert. Die Aussagen sind nachvollzieh-

herzlich willkommen. Wir brauchen Ihr Fachwissen, um

Wikipedia ist die Enzyklopädie, bei der jeder mitmachen

Engagement dieser Autoren, indem Sie zum Beispiel auf

bar durch bereits publizierte Quellen belegt. Primäre

die Qualität und die Vielfalt in der Wikipedia weiter zu

kann. Jeder kann jeden Artikel jederzeit auch anonym edi-

der Diskussionsseite, die zu jedem Artikel existiert, Aus-

Forschungsergebnisse können daher nicht Bestandteil der

fördern.

tieren. Auch Sie könnten jetzt gleich von Ihrem Rechner

kunft, Material und Quellen anbieten. Schlagen Sie dort vor,

Wikipedia sein. Auch Aussagen zu Öffnungszeiten und

aus zum Beispiel den Wikipedia-Artikel über das Gemälde

welche Ergänzungen oder Änderungen Sie sich wünschen

Hinweise zu Sonderausstellungen, haben mehr werbenden

„Die gelbe Kuh“ von Franz Marc bearbeiten. Naheliegen-

würden. Beteiligen Sie sich aktiv an der Diskussion zum

Charakter als einen enzyklopädischen Wert und werden


Wenn das alle

machen!

Wikipedianer Ralf Roletschek fotografiert in der Hechinger Stiftskirche die Chororgel.

Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (als Bearbeitung der Version von Taxiarchos228, CC-BY 3.0),

http://bit.ly/SKircheH

Ja, wenn das alle machen, dann wird es zur selbstverständlichen

Praxis, dass Archive eng mit Wikipedianern

zusammenarbeiten. Dann editieren Mitarbeiter in Museen

regelmäßig eigene thematische Beiträge in der Wikipedia

und in Bibliotheken sind Metadaten so mit den Inhalten

der Wikimedia-Projekte verzahnt, dass Wissen für alle einfacher

zugänglich wird. Die Inhalte der Wikimedia-Projekte

werden so noch attraktiver und verstärken so den lebendigen

Umgang mit unserem kulturellen Erbe.

Neben der erstaunlichen Popularität der Wikipedia ist ihr

entscheidender Vorteil, dass keiner die Inhalte besitzt. Sie

sind tatsächlich frei. Wikipedia gehört allen, auch denjenigen,

die heute noch nicht mitmachen. Eine Million Spender

weltweit garantieren diese Unabhängigkeit. Ihr Wissen ist

in guten Händen und es vermehrt sich, indem Sie es teilen.

Mehr über die Potenziale der QRpedia

erfahren Sie unter diesem QR-Code.

Warum mit Wikimedia

Deutschland kooperieren?

• Wir haben dieselben Ziele wie Sie.

• Wir haben Erfahrung darin, wie man Wissen online verfügbar macht.

• Wir helfen Ihnen dabei, Freie Lizenzen entsprechend Ihrer Bedürfnisse

richtig einzusetzen.

• Wir arbeiten weltweit bereits mit großen Gruppen Freiwilliger zusammen.

• Wir arbeiten spendenfinanziert und verfolgen keine kommerziellen

Interessen.

Ideen für eine

Zusammenarbeit

• Ein Wikimedia-Referent gibt für Mitarbeiter und Förderer Ihrer

Einrichtung einen Wikipedia-Kurs: Wie bearbeitet man Wikipedia-

Artikel, wie lädt man Bilder hoch, was bedeutet die Freie Lizenz, und wie

handhabt man sie?

• Wettbewerbe und Preisausschreiben, die Sie in der Wikipedia-

Community initiieren, spornen in größerem Maße zu neuen Artikeln an.

• Besucher können sich durch Wikipedia-Artikel in ihrer Sprache vertiefend

zu den von Ihnen ausgestellten Exponaten informieren, indem sie

sogenannte QR-Codes an den Exponaten einscannen, die wie eine

Webadresse funktionieren.

• Eine Gruppe von Wikipedianern macht eine Fotoexkursion zu Ihrer

Kultureinrichtung. Sie fotografieren Teile der Sammlung und laden

die Bilder unter Freier Lizenz in der Mediensammlung Wikimedia

Commons hoch. Dadurch können Wikipedia-Artikel zu Themen Ihrer

Sammlungsgebiete attraktiver und informativer gestaltet werden.

• In eigenen Schreibwerkstätten mit Wikipedianern und Mitarbeitern

der Kultureinrichtung entstehen vor Ort neue Artikel zu ausgewählten

Themen Ihrer Einrichtung.

Wikimedia Deutschland berät Sie bei der Entscheidungsfindung zur

Lizenzierung und bei der kollaborativen Pflege von strukturierten Daten.

• Ein Wikipedian in Residence arbeitet über einen längeren Zeitraum mit

Ihrer Einrichtung zusammen und kann so die oben genannten Tätigkeiten

initiieren.

Wikimedia Deutschland hilft gerne dabei, die für Sie geeignete Maßnahme

zu konzipieren und unterstützt Sie bei der Umsetzung.


Wie halten Sie es mit

der Wikipedia?

Wikimedia: einE globale BEWEGUNG

Testen Sie mit vier Fragen Ihre Haltung zur Wikipedia und ihren Schwesterprojekten. Kreuzen Sie die

Option an, die Ihrer Situation am ehesten entspricht. Zählen Sie am Ende die blauen und roten Kreise.

A) Sie nutzen die Wikipedia regelmäßig als ersten Einstieg für die thematische Recherche. Nutzen Sie auch die

anderen Arbeitsebenen der Wikipedia-Artikel für Ihre Institution und Ihre Themen?

Sie wissen zwar, dass jeder bei der Wikipedia mitmachen kann, aber Sie haben dafür einfach keine Zeit.

Neben der reinen Lektüre erforschen Sie kundig die Versionsgeschichte eines Artikels, um sich über aktuelle

Änderungen zu informieren. Sie schreiben regelmäßig auf den Diskussionsseiten der Artikel und editieren

mit eigenem Benutzerprofil in ausgewählten Interessensgebieten.

Sie haben schon einmal einen Artikel bearbeitet und vielleicht überrascht festgestellt, dass Ihre Änderungen

sofort kommentiert oder sogar gelöscht wurden.

B) Ihre Sammlung ist zu großen Teilen digitalisiert, doch wie wird sie der Öffentlichkeit jenseits Ihrer eigenen

Internetpräsenz zugänglich gemacht?

Sie halten alle Nutzungsrechte an den Digitalisaten bzw. die Werke sind gemeinfrei. Aber Sie verfügen

nicht über die Mittel, um die Sammlungen unter einer Freien Lizenz der Öffentlichkeit nachhaltig zugänglich

zu machen.



Sie nutzen bereits Wikimedia Commons als kostenlose Plattform zur Verbreitung und Anreicherung Ihrer

unter einer Freien Lizenz publizierten Mediendateien und stehen im fruchtbaren Dialog mit an Ihren Inhalten

interessieren, netzaffinen Nutzern.

Teile Ihre Sammlung sind digitalisiert, aber es bestehen große Unsicherheiten hinsichtlich rechtlicher

Fragen zur Nachnutzung.

C) Wie sind Ihre Institution und Ihre Themen in der Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten vertreten?

Artikel fehlen oder müssten dringend überarbeitet werden.

Die Artikel sind aussagekräftig, könnten aber ergänzt und ausgebaut werden.

Die Artikel sind überwiegend mit „exzellent“ ( ) oder mit „lesenswert“ ( ) gekennzeichnet.

D) Mehrere tausend Wikimedianer arbeiten allein in Deutschland für die Förderung des Freien Wissens in den

Wikimedia-Projekten mit. Wie beziehen Sie diese engagierten Freiwilligen für die Arbeit Ihres Hauses ein?

Sie überlegen, ob Sie eine interne Weiterbildung zum aktiven Umgang mit Wikimedia-Projekten anbieten

sollten.

Sie veranstalten regelmäßig Schreibwerkstätten und Fotoshootings mit Wikimedia-Community-Mitgliedern

in Ihrem Haus und fördern den Austausch zwischen den Editoren im digitalen Ehrenamt und mit Ihren

Mitarbeitern.

Sie wissen, dass unter Ihren Mitarbeitern einige sind, die regelmäßig in der Wikipedia editieren, wenn auch

nicht unbedingt zu den Themen, die Ihre Einrichtung betreffen.

Auswertung:

Sie haben 8 blaue Kreise. Sie sind ein versierter Wikipedianer!

Sie haben mindestens 4 blaue Kreise. Sie haben erste Schritte unternommen, gerne unterstützen wir Sie beim Ausbau

Ihrer Wikimedia-Aktivitäten.

Sie haben mehr rote als blaue Kreise. Der nächste Wikimedianer ist oft nur wenige Klicks entfernt, sprechen Sie mit uns.

Mit über 20 Millionen Artikeln in mehr als 280 Sprachen

ist Wikipedia das größte freie Enzyklopädieprojekt der

Welt, geschaffen durch den ehrenamtlichen Einsatz von

hunderttausenden freiwilligen Autoren weltweit. In wenigen

Jahren ist aus einer anfangs noch belächelten Idee laut

der ZEIT das „größte Werk der Menschen“ entstanden. *

Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstützt Wikimedia

Deutschland die verschiedenen Wikimedia-Projekte -

allen voran Wikipedia. Unser gemeinsames Ziel ist es, das

gesamte Wissen der Menschheit zu sammeln und

es Jedem überall frei zugänglich zu machen. Wir verstehen

den freien Zugang zu Wissen als ein grundlegendes Recht

auf Bildung. Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger

Verein und arbeitet wie die weltweit insgesamt 40 Länderorganisationen

der Bewegung eng mit der Wikimedia

Foundation in den USA zusammen.

Alle Wikimedia-Projekte sind unabhängig, werbefrei und

nur durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden möglich.

* „Es ist nicht zu hoch gegriffen, Wikipedia als das größte gemeinsam

geschaffene Werk der Menschheit zu bezeichnen. Millionen Freiwillige

haben ihr kostenlos zugearbeitet, haben Artikel verfasst, redigiert, korrigiert,

überarbeitet, in ihrer Freizeit wieder und wieder überprüft. Deshalb steht

Wikipedia wie kein anderes Projekt des vergangenen Jahrzehnts für die

guten Seiten des Internets und für den Drang des Menschen, etwas fürs

Gemeinwohl zu tun.“ (Christoph Drösser, DIE ZEIT 03/2011)

Wikimedia Deutschland

Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.

Postfach 30 32 43

10729 Berlin

Fon: +49 (0)30 219 158 26 - 0

Fax: +49 (0)30 219 158 26 -9

E-Mail: kultur@wikimedia.de

Website: http://wikimedia.de

Blog: http://blog.wikimedia.de

Twitter: @WikimediaDE

Facebook: http://www.facebook.com/WMDEeV

Layout und Design

10hoch16, www.10hoch16.de

Redaktion

Wikimedia Deutschland

Inhaltlich verantwortlich

Pavel Richter

Titelbild

Albrecht Dürer, Adam und Eva, 1504, Engraving

Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0

(als Bearbeitung der Version von Scewing, gemeinfrei)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albrecht_Dürer,_

Adam_and_Eve,_1504,_Engraving.jpg

Urheberrecht

Die Texte, das Layout und Design des Heftes werden unter

den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz „Attribution,

Share alike“ (CC-BY-SA) in der Version 3.0 veröffentlicht.

http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de


erkenntnis

kommt

durch

teilen.

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