THE GALLUP ORGANISATION - Stiftung Mercator

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THE GALLUP ORGANISATION - Stiftung Mercator

Der Blick auf die

Türkei

April 2013

Umfrage zum Türkeibild

in Deutschland


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ................................................................................................................................................................................. 3

Hintergrund ................................................................................................................................ 3

Kontext: Vielfältiges Beziehungsgeflecht ....................................................................... 3

2. Einschätzungen zur Türkei .................................................................................................................................. 4

Die Türkei: In erster Linie ein touristisches Ziel ......................................................... 4

Das Bild einer wenig entwickelten Türkei ...................................................................... 5

EU-Beitrittsperspektive: Gespaltene Einstellungen .................................................... 8

3. Kontakte in die Türkei und zu türkeistämmigen Menschen ...................................... 12

Besuche der Türkei ............................................................................................................... 12

Tägliche Kontakte und persönliche Beziehungen ...................................................... 13

4. Fazit: Verständnis durch Kontakte .......................................................................................................... 15

Positiveres und realistischeres Türkeibild..................................................................... 15

Stärkung von Akzeptanz ..................................................................................................... 17

2


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

1. Einleitung

Hintergrund

Die vorliegende Studie untersucht das Bild der Türkei in der deutschen

Öffentlichkeit. Dabei werden sowohl Ansichten über die Türkei beleuchtet als

auch die Frage nach der Intensität persönlicher Kontakte zur Türkei und zu

türkeistämmigen 1 Menschen thematisiert. Die Studie stellt die

Umfrageergebnisse in den Kontext der deutsch-türkischen Beziehungen und

der aktuellen politischen wie wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und

der Türkei.

Gallup wurde durch die Stiftung Mercator beauftragt, mittels einer Umfrage die

Einstellungen in Deutschland zur Türkei näher zu untersuchen. 2 Die Umfrage ist

repräsentativ; bezogen auf die Stichprobe beträgt die Fehlerabweichung der

Umfrageergebnisse +/-3,2%.

Kontext: Vielfältiges Beziehungsgeflecht

Insbesondere seit der Gründung der Türkischen Republik unter Mustafa Kemal

(später Atatürk) 1923 hat sich die Türkei an einem gesellschaftlichen und

politischen Modell orientiert, das stark von europäisch-westlichen Werten

geprägt ist. Starke Bindungen der modernen Türkei zum Westen wurden zur

Staatsräson und auch nach dem Zweiten Weltkrieg fortgeführt. Selbst nach

Ende des Ost-West-Konflikts wurde diese Grundausrichtung nicht in Frage

gestellt. Ganz im Gegenteil erhielt gerade das bereits zuvor formulierte

türkische Ansinnen auf Mitgliedschaft in der sich zur Europäischen Union

wandelnden Europäischen Gemeinschaft neuen Aufwind. Gerade durch die

politische Priorisierung dieses Ziels mit dem Übergang der Regierungsmacht an

die AKP unter Führung Recep Tayyip Erdoğans 2002 konnte die Türkei im

Oktober 2005 Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU)

eröffnen. Obgleich diese seit mehreren Jahren faktisch auf der Stelle treten und

sich die Türkei zunehmend auch als Regionalmacht im östlichen

Mittelmeerraum positioniert, ist mittlerweile ein enges Beziehungsgeflecht

zwischen der Türkei und der EU entstanden, zumal die Türkei bereits über eine

Zollunion mit der EU verbunden ist.

Die starken politischen Bindungen im europäischen Kontext werden im

deutsch-türkischen Rahmen nochmals durch eine intensive gesellschaftliche

Komponente unterstrichen. Neben traditionell engen Handelsbeziehungen

zwischen Deutschland und der Türkei stellen türkeistämmige Personen mit fast

2,5 Millionen immerhin die größte Gruppe unter Menschen mit

1 In dieser Studie wird allgemein von „türkeistämmigen“ Menschen oder Personen mit „türkeistämmigem“ Hintergrund in

Deutschland gesprochen und nicht von „Türken“, da letztere Definition nur Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit

inkludiert. Der Begriff „türkeistämmig“ umfasst demgegenüber alle Personen mit deutscher, türkischer oder beiden

Staatsangehörigkeiten, die in Deutschland wohnhaft sind und die selbst oder deren Vorfahren aus der Türkei stammen.

2 An der Umfrage zwischen März und April 2013 nahmen 1.020 Befragte in Deutschland teil, die 15 Jahre oder älter

waren. Die Interviews fanden per Telefon statt, wobei etwa die Hälfte der Gespräche über Mobiltelefone geführt wurde.

Die Probe wurde anhand von Geschlecht, Alter, regionalem Hintergrund und wirtschaftlicher Aktivität gewichtet, um sie

hinsichtlich der Tendenz zur Nichtbeantwortung („non-response bias“) zu korrigieren.

3


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Migrationshintergrund in der Bundesrepublik dar. 3 Schließlich erlebte die

Zuwanderung aus der Türkei gerade in Folge des 1961 geschlossenen

Anwerbeabkommens bis zum Anwerbestopp 1973 eine Hochzeit, in der sich

viele türkeistämmige Menschen dauerhaft in der Bundesrepublik niederließen.

Dennoch stellen sich die deutsch-türkischen Beziehungen keineswegs als

konfliktfrei oder gar harmonisch dar. Vielmehr entzünden sich am Thema der

Integration gerade türkeistämmiger Menschen immer wieder heftige

gesellschaftspolitische Debatten. Auch sind die offiziellen Beziehungen

einerseits durch die deutliche Zurückhaltung der Bundesregierung geprägt, den

türkischen Beitrittswunsch in die EU zu unterstützen, wie auch andererseits der

Umgang mit der Protestwelle gegen Politik und Regierungsstil Recep Tayyip

Erdoğans seit Mai 2013 deutliche Kritik aus Deutschland auf sich zieht.

2. Einschätzungen zur Türkei

Die Türkei: In erster Linie ein touristisches Ziel

Die Türkei ist ein Land mit vielen Facetten. Entsprechend formulierten die

1.020 für diese Studie befragten Personen 2.868 verschiedene Assoziationen

zur Türkei. Kategorisiert man diese Assoziationen, so wird allerdings deutlich,

dass die Befragten in Deutschland die Türkei vor allem als Urlaubsziel

begreifen. So ergibt sich mit Blick auf die am häufigsten genannten

Wortkategorien das Bild eines Landes mit blauem Meer, angenehmem Klima,

gutem Essen, freundlichen Menschen und beliebten Reisezielen.

Tabelle 1: Die zehn häufigsten Assoziationen zur Türkei.

Wortkategorien % der Antworten 4 Befragten 5

% der

Tourismus/Urlaub 13% 35%

Türkische Küche 6% 17%

Strand/Meer/Wasser 6% 16%

Istanbul 5% 13%

Tolles Wetter 4% 11%

Schönes Land/schöne Landschaft 4% 10%

Freundliche Menschen 4% 10%

Döner 4% 10%

Alte Kultur und Traditionen 4% 10%

Sonne/Sommer 3% 9%

Durch die Dominanz der touristischen Wahrnehmung der Türkei überwiegt bei

den Assoziationen ein positiver Grundtenor. Gleichwohl werden mit der Türkei

in 10% der Antworten auch negative Assoziationen genannt. Dabei ist der

3 Vgl. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse

des Mikrozensus 2010 (Fachserie 1, Reihe 2.2), Wiesbaden 2011, S. 64, abrufbar unter

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Migrationshintergrund2010220

117004.pdf?__blob=publicationFile (Stand: 24.07.2013).

4 Relatives Gewicht der Wortkategorie in Prozent aller Antworten (im Durchschnitt hatte jede befragte Person

2,6 Assoziationen mit Blick auf die Türkei).

5 Prozent aller befragten Personen, die eine der Wortkategorie entsprechende Assoziation hatten.

4


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Fokus zum einen auf die türkeistämmige Bevölkerung in der Bundesrepublik

gerichtet, zum anderen auf politisch-gesellschaftliche Problemlagen in der

Türkei.

Tabelle 2: Die zehn häufigsten Negativassoziationen zur Türkei.

Wortkategorie

% der Antworten

% der

Befragten

(Zu) viele Türkeistämmige in

Deutschland 1% 4%

Negative Eigenschaften von

türkeistämmigen Menschen 1% 3%

Integration/Integrationsprobleme 1% 3%

Konflikte mit anderen Ländern 1% 2%

Kurden/Kurdenproblem 1% 2%

Abneigung, Enttäuschung 1% 2%

Gastarbeiter 1% 1%

Probleme 0% 1%

Einwanderung 0% 1%

Unterdrückung von

Frauen/Minderheiten 0% 1%

Das Bild einer wenig entwickelten Türkei

Auch wenn bei der Frage nach spontanen Assoziationen zur Türkei die Mehrheit

der Befragten im Grunde ein positives Türkeibild zeichnet, reflektieren die

Zustimmungs- beziehungsweise Ablehnungswerte zu insgesamt 17 positiv

formulierten Einzelstatements, dass sich die wachsende wirtschaftliche

Bedeutung und die dynamische politisch-gesellschaftliche Entwicklung in der

Türkei nur sehr bedingt in der öffentlichen Meinung widerspiegeln.

5


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Das Bild der Türkei

Stimme voll und ganz zu Stimme eher zu Neutral Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu k.A.

Hat eine lange und abwechslungsreiche Kulturgeschichte

56

26

10

31

4

In der Türkei ist das gesellschaftlich-kulturelle Leben stark religiös geprägt

36

37

17

5 1 4

Bietet ein vielseitiges kulturelles Leben

30

33

24

7

1 6

Bietet eine vielseitige, natürliche Umwelt

28

34

22

7

2

8

Ist ein mächtiger Staat

14

30

34

16

3 4

Hat eine starke Wirtschaft

15

25

34

16

3

7

Ist ein friedliches Land im Umgang mit seinen Nachbarn

9

24

34

20

8

5

In der Türkei sind Staat und Kirche weitgehend getrennte Bereiche

10

16

25

24

17

8

Hat eine starke Forschung und Wissenschaft

6

16

38

18

5

16

Bietet einen hohen Lebensstandard

Hat ein Bildungssystem, welches die Menschen auf den Arbeitsmarkt

vorbereitet

4

5

16

15

42

37

20

25

5

6

18

6

Bietet ein hohes Maß an persönlicher Sicherheit

3

15

36

27

9

9

Garantiert jedem seine persönliche Freiheit

5

13

26

31

19

5

Hat ein gutes Gesundheitssystem

4

14

37

18

6

22

In der Türkei können Minderheiten ungestört leben

6

10

25

27

25

8

Bietet eine gute soziale Absicherung durch den Staat

2

8

29

30

13

18

In der Türkei haben Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männer

3

7

20

30

37

4

Q3. Stimmen Sie den folgenden Aussagen zur Türkei zu oder nicht? Nutzen Sie für Ihre Antwort bitte die Zahlen von 1

(„stimme gar nicht zu”) bis 5 („stimme voll und ganz zu”).

%, Basis: alle befragten Personen

Obgleich ähnliche Resultate auch in anderen Kontexten aufgrund der Persistenz

von Klischees sowie der zeitversetzten Rezeption positiver Entwicklungen

zutage treten, 6 ist im Falle der Türkei dennoch auffallend, dass die vor allem

vergangenheitsbezogene Aussage, die Türkei habe eine lange und

abwechslungsreiche Kulturgeschichte, die breiteste Zustimmung (82%) seitens

der Befragten erfährt. Auch auf die heutige Situation bezogen anerkennen die

meisten Befragten (63%), dass die Türkei ein vielseitiges kulturelles Leben

habe, drei von zehn stimmen dem sogar voll und ganz zu, wobei fast drei

Viertel der Befragten (73%) ebenfalls die Auffassung vertreten, das türkische

gesellschaftlich-kulturelle Leben sei stark religiös geprägt.

Hervorzuheben sind neben gesellschaftlich-kulturellen Aspekten vor allem die

Einschätzungen der Befragten in Bezug auf die türkische Wirtschaft. Immerhin

stellt die Türkei eine der größten Volkswirtschaften dar, die gemessen am

Bruttonationaleinkommen auf

Platz 18 der größten

Volkswirtschaften rangiert. 7

Zudem ist die Türkei eines

jener Länder, das den

Auswirkungen der globalen

Finanz- und Wirtschaftskrise

der vergangenen Jahre relativ

Einschätzung des Wirtschaftswachstums der

Türkei im Vergleich zu dem Deutschlands in den

vergangenen fünf Jahren

Wirtschaftswachstum

6 Vgl. z.B. Jacek Kucharczyk u.a.: Im Osten was Neues? 16 Das Bild Polens und

Wachstum

Russlands in Deutschland 2013,

Gütersloh 2013, S. 10f., abrufbar unter: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-874339B7-

Gleich hoch wie das deutsche

BB8DFA3F/bst/xcms_bst_dms_38167_38168_2.pdf (Stand: 25.07.2013). Wachstum

7 Vgl. Ranking der Weltbank, abrufbar unter http://databank.worldbank.org/data/download/GNI.pdf k.A.

(Stand:

24.07.2013).

12

42

30

Höher als das deutsche Wachstum

Niedriger als das deutsche

Q4a. Was ist Ihr persönlicher Eindruck: War das Wirtschaftswachstum der

Türkei in den letzten 5 Jahren höher oder niedriger als das

Wirtschaftswachstum Deutschlands oder gleich hoch?

%, Basis: alle befragten Personen

6


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

gut widerstanden hat und das zudem kontinuierlich ein relativ starkes

Wirtschaftswachstum vorweisen konnte. In Deutschland scheinen diese

Tatsachen jedoch nur wenig bekannt: Lediglich 40% der Befragten stimmen

generell zu, dass die Türkei eine starke Wirtschaft besitze (15% stimmen voll

und ganz zu), wohingegen 19% ausdrücklich nicht zustimmen. Dies mag dem

Umstand geschuldet sein, dass die Befragten in Deutschland selbst in einer der

größten Volkswirtschaften der Welt leben, die global sogar Platz 4 nach den

USA, China und Japan einnimmt. Dass viele Befragte gerade mit Blick auf die

Wirtschaftsentwicklung ein fehlerhaftes Bild der Türkei haben, wird im direkten

Vergleich der Einschätzung von Wachstumsraten in Deutschland und der Türkei

offensichtlich. 42% der befragten Personen schätzen – falsch – ein, dass das

deutsche Wachstum in den vergangenen fünf Jahren höher als das in der

Türkei gewesen sei und weitere 16% schätzen lediglich ein etwa gleich hohes

Wachstum. Dies bedeutet, dass rund 58% eine verzerrte Wahrnehmung der

jüngsten türkischen Wirtschaftsentwicklung haben. Nur eine Minderheit von

rund 30% schätzt korrekt, dass die türkischen Wachstumszahlen von 2008 bis

2012 höher als die deutschen waren.

Insgesamt fällt bei den Einschätzungen auf, dass die Türkei als wenig

entwickelt betrachtet wird, sofern überhaupt Aussagen hierzu getroffen

werden. Dies ist reflektiert in – bisweilen deutlich – höheren Ablehnungs- als

Zustimmungswerten beispielsweise mit Blick auf die Gewährleistung

persönlicher Freiheit (50% Ablehnung vs. 18% Zustimmung) oder persönlicher

Sicherheit (36% vs. 19%), die Ermöglichung eines hohen Lebensstandards

(31% vs. 20%) oder die Bereitstellung sozialer Absicherung (43% vs. 11%),

den Schutz von Minderheiten (52% vs. 15%) oder die Gleichstellung von

Frauen und Männern (67% vs. 10%). Deutlich wird die tendenzielle

Einschätzung einer auch rückständigen Türkei wieder besonders im Vergleich

zur Bewertung der Situation in Deutschland seitens der Befragten: 8 Mit

Ausnahme zur Kulturgeschichte wird Deutschland durchweg besser, in den

meisten Fällen sogar erheblich besser als die Türkei eingeschätzt.

8 Die Hälfte der Befragten erhielt die Bewertung zu Deutschland vor, die andere Hälfte nach derjenigen zur

Türkei, um jegliche kontextbedingte Verzerrung herauszufiltern.

7


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Das Bild… Deutschlands und der Türkei

Hat eine starke Wirtschaft

88

9 3

41

34

19

7

Ist ein friedliches Land im Umgang mit seinen Nachbarn

85

9 5

33

34

28

5

Hat eine starke Forschung und Wissenschaft

83

14 3

22

39

23

16

Bietet einen hohen Lebensstandard

82

14 4

20

43

31

6

Garantiert jedem seine persönliche Freiheit

79

14

6

18

27

50

5

Bietet ein hohes Maß an persönlicher Sicherheit

79

16

4

19

36

36

9

Hat ein gutes Gesundheitssystem

79

17

4

18

37

24

22

Ist ein mächtiger Staat

78

17

5

44

34

19

4

Bietet ein vielseitiges kulturelles Leben

75

17

7

63

24

8 6

Hat eine lange und abwechslungsreiche Kulturgeschichte

75

20

4

82

10 44

Bietet eine gute soziale Absicherung durch den Staat

75

19

6

11

29

43

18

Bietet eine vielseitige, natürliche Umwelt

Hat ein Bildungssystem, welches die Menschen auf den Arbeitsmarkt

vorbereitet

69

66

24

25

7

9

20

62

37

22

25

8 8

18

Im Land sind Staat und Kirche weitgehend getrennte Bereiche

64

23

12

26

25

41

8

Im Land haben Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männer

63

25

12

10

20

67

4

Im Land können Minderheiten ungestört leben

62

27

10

15

25

52

8

Im Land ist das gesellschaftlich-kulturelle Leben stark religiös geprägt

21

29

50

72

18

6 4

Stimme zu (voll und ganz + eher) Neutral Stimme nicht zu (gar nicht + eher) k.A.

Q2/Q3. Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu Deutschland/zur Türkei zu oder nicht? Nutzen Sie für Ihre Antwort bitte die

Zahlen von 1 („stimme gar nicht zu”) bis 5 („stimme voll und ganz zu”).

%, Basis: alle befragten Personen

EU-Beitrittsperspektive: Gespaltene Einstellungen

Die offizielle Haltung Deutschlands zur Frage einer Mitgliedschaft der Türkei in

der EU ist ambivalent. Während die Bundesregierung unter Bundeskanzler

Gerhard Schröder seinerzeit die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

unterstützte, zeigt sich die aktuelle Bundesregierung diesbezüglich deutlich

reservierter, zumal Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Funktion als

Vorsitzende der CDU Deutschlands

mehrfach eine „privilegierte Partnerschaft“

zwischen der EU und der Türkei als

Alternative zur EU-Mitgliedschaft des

Landes favorisiert hat.

Die gegenwärtige Studie zeigt in der

Mitgliedschaftsfrage auch eine gespaltene

deutsche Bevölkerung. 49% der befragten

Personen sprechen sich gegen einen

Beitritt der Türkei in den nächsten zehn

Jahren aus, denen allerdings fast gleichauf

die Beitrittsbefürworter mit 46% gegenüberstehen.

Dabei lässt sich feststellen,

dass die Unterstützung oder die Ablehnung

eines türkischen Beitritts kaum an ein

Für oder gegen eine Mitgliedschaft

der Türkei in der EU in den nächsten

10 Jahren

49

6

46

Dafür

Dagegen

k.A.

Q14. Sagen Sie mir bitte, ob Sie dafür oder dagegen

wären, dass die Türkei in den nächsten 10 Jahren

Mitglied der Europäischen Union wird.

%, Basis: alle befragten Personen

8


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

bestimmtes Bild der Befragten von der Türkei gebunden sind. Vielmehr ist zu

konstatieren, dass beide Gruppen ein grundsätzlich sehr ähnliches Bild von der

Türkei haben, das sich nur in Nuancen unterscheidet.

Das Bild der Türkei bei …

Befürwortern eines

Beitritts der Türkei zur EU

Gegnern eines Beitritts

der Türkei zur EU

Hat eine lange und abwechslungsreiche Kulturgeschichte

87

7

3

77

12 6 5

In der Türkei ist das gesellschaftlich-kulturelle Leben stark religiös geprägt

71

19

6 4

73

17

7 3

Bietet ein vielseitiges kulturelles Leben

69

22

5 4

56

26

12 6

Bietet eine vielseitige, natürliche Umwelt

68

19

7 6

56

26

9

9

Ist ein mächtiger Staat

49

34

13 4

40

34

23

3

Hat eine starke Wirtschaft

49

31

12

8

34

36

25

5

Ist ein friedliches Land im Umgang mit seinen Nachbarn

39

36

20

5

27

33

35

4

In der Türkei sind Staat und Kirche weitgehend getrennte Bereiche

29

28

34

9

23

21

49

7

Hat eine starke Forschung und Wissenschaft

26

42

17

15

20

35

29

15

Bietet ein hohes Maß an persönlicher Sicherheit

23

41

28

8

15

32

43

9

Hat ein Bildungssystem, welches die Menschen auf den Arbeitsmarkt…

22

39

21

18

18

36

29

17

Bietet einen hohen Lebensstandard

22

47

24

7

19

40

36

5

Garantiert jedem seine persönliche Freiheit

22

26

46

6

15

28

53

4

Hat ein gutes Gesundheitssystem

19

37

23

21

18

37

26

19

In der Türkei können Minderheiten ungestört leben

17

29

47

7

14

22

57

7

Bietet eine gute soziale Absicherung durch den Staat

13

33

37

17

9

26

48

17

In der Türkei haben Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männer

13

22

62

4

7

19

71

3

Stimme zu (voll und ganz + eher) Neutral Stimme nicht zu (gar nicht + eher) k.A.

Q3. Stimmen Sie den folgenden Aussagen zur Türkei zu oder nicht? Nutzen Sie für Ihre Antwort bitte die Zahlen von 1

(„stimme gar nicht zu”) bis 5 („stimme voll und ganz zu”).

%, Basis: alle befragten Personen

Der deutlichste Unterschied tritt mit Blick auf die – wie gezeigt weitgehend

unterschätzte – türkische Wirtschaft auf: Von den Gegnern eines EU-Beitritts

meinen nur rund ein Drittel (34%), dass die Türkei eine starke Wirtschaft habe,

bei den Befürwortern ist dies rund die Hälfte (49%), was einen Unterschied von

+15 Prozentpunkten zwischen Befürwortern und Gegnern ausmacht. Ähnlich

signifikant fällt der Unterschied zwischen beiden Gruppen im Vergleich zur

Einschätzung der türkischen mit der deutschen Wirtschaftsentwicklung aus.

Insgesamt denken zwei Drittel der Beitrittsgegner, dass entweder Deutschlands

Wirtschaft in den vergangenen fünf Jahren stärker gewachsen oder dass das

Wirtschaftswachstum

zumindest gleich

gewesen sei (66%).

Obwohl diese falsche

Vorstellung auch bei den

Beitrittsbefürwortern weit

verbreitet ist (50%), so

schätzt bei diesen doch

ein bedeutend höherer

Anteil von 38% richtig

ein, dass die türkische

Wirtschaft im Zeitraum

2008 bis 2012 stärker als

die deutsche gewachsen

sei.

Einschätzung des Wirtschaftswachstums der Türkei im

Vergleich zu dem Deutschlands in den vergangenen

fünf Jahren

Höher als das Wirtschaftswachstum Deutschlands

Niedriger als das Wirtschaftswachstum Deutschlands

Gleich hoch wie das Wirtschaftswachstum Deutschlands

k.A.

Unter denjenigen, die für einen

Beitritt der Türkei zu EU sind

Unter denjenigen, die gegen einen

Beitritt der Türkei zu EU sind

Q4a. Was ist Ihr persönlicher Eindruck: War das Wirtschaftswachstum der Türkei in

den letzten 5 Jahren höher oder niedriger als das Wirtschaftswachstum Deutschlands

oder gleich hoch?

%, Basis: alle befragten Personen

23

38

52

32

18

14

11

11

9


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

10


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Die Umfrage versuchte auch zu ermitteln,

ob die befragten Personen glauben, dass

die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland

lebenden türkeistämmigen Menschen zu

hoch sei. Immerhin würde ein Beitritt der

Türkei zur EU ab einem gewissen Zeitpunkt

den europäischen Arbeitsmarkt auch für

Menschen aus der Türkei liberalisieren.

Selbst wenn eine solche Öffnung analog zur

EU-Osterweiterung vermutlich erst einige

Jahre nach dem Beitritt erfolgte, so könnte

Deutschland mit seiner bedeutenden

türkeistämmigen Bevölkerung ein wichtiges

Zuwanderungsziel darstellen. Allerdings

denkt eine nicht unerhebliche Minderheit

der Befragten bereits heute, dass der Anteil

der Menschen mit türkeistämmigem

Hintergrund in Deutschland zu hoch sei. Etwa ein Drittel (34%) hat diese

Auffassung, wenngleich eine klare Mehrheit (59%) der Befragten diese Aussage

ablehnt.

Bei der Unterscheidung der Antworten nach Befürwortern und Gegnern eines

EU-Beitritts zeigt sich auch hier wiederum, dass die Einstellung zu dieser Frage

Gegner und Befürworter

Stimmen der Aussage zu:

“Die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland lebenden

klar trennt. Nur eine kleine

Minderheit von rund einem

türkeistämmigen Menschen ist zu hoch”

Befürworter eines Beitritts der

Türkei zur EU

Gegner eines Beitritts der Türkei

zur EU

Q5. Es gibt Menschen, die meinen, dass die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland

lebenden türkeistämmigen Menschen zu hoch sei. Andere stimmen dem nicht zu. Was

denken Sie, stimmen Sie zu oder nicht?

%, Basis: alle befragten Personen

20

Ja, stimme zu

Nein, stimme nicht zu

k.A.

49

76

Stimmen der Aussage zu:

“Die Anzahl der gegenwärtig in

Deutschland lebenden türkeistämmigen

Menschen ist zu hoch”

Fünftel

der

Beitrittsbefürworter teilt die

Auffassung, dass schon zu

viele türkeistämmige

Menschen in Deutschland

leben (20%). Bei den

Beitrittsgegnern

andererseits ist diese

Meinung mehrheitsfähig:

Rund 49% stimmen der

Aussage zu, weitere 8% machen zu dieser Frage keine Angabe; nur 43%

lehnen die Aussage ab, dass schon zu viele türkeistämmige Menschen in

Deutschland leben.

43

8

4

59

7

34

Ja, stimme

zu

Nein,

stimme nicht

zu

k.A.

Q5. Es gibt Menschen, die meinen, dass die Anzahl der

gegenwärtig in Deutschland lebenden

türkeistämmigen Menschen zu hoch sei. Andere

stimmen dem nicht zu. Was denken Sie, stimmen Sie

zu oder nicht?

%, Basis: alle befragten Personen

11


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

3. Kontakte in die Türkei und zu

türkeistämmigen Menschen

Besuche der Türkei

Rund fünf Millionen Deutsche besuchten 2012 die Türkei. Nach

Herkunftsländern stellten sie damit die größte Gruppe mit rund 16% aller

Besucher dar. Im Rahmen dieser Umfrage teilen rund 30% der Befragten mit,

dass sie die Türkei in den letzten fünf Jahren besucht hätten, die meisten

davon sogar mehrere Male. Von den Türkeibesuchern waren weniger als die

Hälfte (47%) nur einmal in den letzten fünf Jahren in der Türkei, fast ein

Fünftel (18%) sogar fast jedes Jahr (viermal oder häufiger).

Besuch der Türkei in den letzten 5 Jahren

Ja

Nein

Wie häufig?

Einmal

47

70

30

WENN JA

Zweimal

Dreimal

Vier- bis fünfmal

13

11

23

Sechsmal oder

häufiger

7

Q10. Waren Sie in den letzten 5

Jahren in der Türkei?

%, Basis: alle befragten Personen

Q11. Wie oft waren Sie in den letzten 5 Jahren

in der Türkei?

%, Basis: befragte Personen, die die Türkei in den

letzten 5 Jahren besucht haben

Wie sich schon auf Grundlage der Assoziationen der Befragten zur Türkei

vermuten lässt, war Tourismus der hauptsächliche Reisegrund der deutschen

Besucher. Annähernd 9 von 10 Befragten (88%), die die Türkei besuchten,

verbrachten dort ihren Urlaub. 8% deuten einen familiären Grund an, 6%

fuhren aus dienstlichen Gründen in die Türkei und 2% wegen eines

Studienaufenthaltes. Etwa ein Zehntel (9%) kam zudem aus einem anderen

Grund. 9 Der typische Aufenthalt in der Türkei betrug etwa zwei Wochen, wobei

immerhin noch 17% angeben, dass ihr längster Aufenthalt einen Monat oder

länger gedauert habe.

9 Die Befragten konnten mehr als einen Reisegrund angeben.

12


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Anlass der Reise in die Türkei in

den vergangenen 5 Jahren

Dauer der längsten Reise in die

Türkei in den vergangenen 5 Jahren

Urlaub

Dienstreise /

Arbeitsaufenthalt

Studienaufenthalt

Familiäre Gründe

Sonstige Gründe

2

6

8

9

Q13. Aus welchem Grund sind Sie in den letzten 5

Jahren in die Türkei gereist?

%, Basis: befragte Personen, die die Türkei in den letzten 5

Jahren besucht haben

88

Weniger als eine Woche

1 Woche

2 Wochen

3 Wochen

4 Wochen

5 Wochen oder länger

k.A.

1

4

8

9

18

17

Q12. Wie viele Wochen dauerte Ihre längste

Reise der letzten 5 Jahre in die Türkei?

%, Basis: befragte Personen, die die Türkei in den

letzten 5 Jahren besucht haben

44

Tägliche Kontakte und persönliche Beziehungen

Viele Deutsche müssen nicht reisen, um türkeistämmige Menschen zu treffen.

Etwa 60% der Befragten geben an, dass sie alltägliche nachbarschaftliche oder

berufliche Kontakte zu türkeistämmigen Personen unterhalten. Etwa die Hälfte

der Befragten hatte solche Kontakte auch in der Woche vor dem Interview. Die

große Mehrheit gibt zudem eine mindestens wöchentliche Frequenz derartiger

Kontakte an. 15% aller Befragten haben sogar annähernd täglich Kontakt mit

türkeistämmigen Personen, die sie an sechs bis sieben Tagen in der Woche

treffen (Kollegen, Ladenbesitzer, Kunden, usw.).

Solche alltäglichen

Kontakte sind in jeder

Alterskohorte sehr

häufig außer bei den

über 65-Jährigen (hier

Ja Nein

hatten nur 41%

Kontakt zu türkeistämmigen

Personen). 40

Auch haben diejenigen

60

mit höherem Bildungsniveau

(66% derjenigen

mit Studienabschluss)

und relativ

nachbarschaftlichen oder

Q6. Haben Sie im Alltag

beruflichen Kontakt zu

höherem Einkommen

türkeistämmigen Menschen?

(63% derjenigen mit

%, Basis: alle befragten Personen

monatlichem Haushaltseinkommen

über 2.500 Euro) eine höhere

Neigung, alltägliche Kontakte zu

türkeistämmigen Menschen zu nennen. In

größeren Städten gibt es mehr solche Kontakte

(72%) als in kleineren Städten und Gemeinden

(54% in Orten mit weniger als 25.000

Einwohnern).

Kontakt mit Menschen türkeistämmiger Herkunft

Ein Drittel (33%) der Befragten gibt zudem an,

mindestens eine türkeistämmige Person unter

WENN JA

Kontakt in der letzten Woche:

0 Tage

1-2 Tage

3-5 Tage

6-7 Tage

k.A.

1

12

25

Q7. Wenn Sie an die letzte Woche denken, an wie

vielen Tagen hatten Sie nachbarschaftlichen oder

beruflichen Kontakt zu türkeistämmigen Menschen?

%, Basis: befragte Personen, die Kontakt mit

türkeistämmigen Menschen hatten

31

31

Zählen die Befragten

türkeistämmige Menschen zu

ihren engen Freunden?

67

33

Ja

Nein

k.A.

Q8. Zählen Sie türkeistämmige Menschen

zu Ihren engen Freunden?

%, Basis: alle befragten Personen

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APRIL 2013

ihren engen Freunden zu haben. Solche Freundschaften sind wiederum weniger

bei älteren Menschen anzutreffen (nur 20% bei den über 65-Jährigen) als bei

der jüngeren Generation, in der fast die Hälfte entsprechende Freundschaften

hat (45% unter den 15-29-Jährigen). Wieder ist der Anteil bei den besser

gebildeten Personen (38%) höher. Beim Einkommen ist es die Gruppe mit

mittlerem Einkommen (38% bei einem Haushaltseinkommen zwischen 1.500

und 2.500 Euro) und weniger die einkommensstärkste Gruppe (nur 27%), die

türkeistämmige Personen zu ihren engen Freunden zählt.

Von den befragten Personen mit Kindern unter 15 Jahren im Haushalt (etwa

27% der Stichprobe) geben 41% an, dass ihr Kind – oder ihre Kinder –

türkeistämmige Personen unter den engen Freunden habe. Kombiniert man die

Ergebnisse der Fragen nach dem Freundeskreis (die befragte Person bzw. ein

Kind im Haushalt mit engen türkeistämmigen Freunden), so zeigt sich, dass

annähernd vier von zehn Befragten (37%) enge soziale Beziehungen zu

türkeistämmigen Menschen pflegen.

Zählen türkeistämmige Menschen zu den engen Freunden der

Kinder im Haushalt der befragten Personen?

Basis: alle befragten Personen

12

Ja

Basis: befragte Personen mit

Kindern im Haushalt

0

5

15

Nein

41

72

Keine Kinder unter 15

Jahren im Haushalt

k.A.

54

Q9. Haben die Kinder unter 15 Jahre in Ihrem Haushalt enge türkeistämmige Freunde?

%

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APRIL 2013

4. Fazit: Verständnis durch Kontakte

Positiveres und realistischeres Türkeibild

Wenngleich das Bild der Türkei unter allen Befragten relativ homogen ist,

lassen sich aus den Umfragedaten doch auch Tendenzen einer

unterschiedlichen Wahrnehmung in Abhängigkeit zur jeweiligen

Befragtengruppe ablesen. So zeichnen grundsätzlich Personen, die entweder

alltägliche oder gar enge freundschaftliche Beziehungen zu türkeistämmigen

Personen unterhalten oder aber die Türkei in den letzten fünf Jahren besucht

haben, insgesamt ein etwas positiveres Bild von der Türkei als die Befragten,

die keine derartigen persönlichen Anknüpfungspunkte haben. Die jeweiligen

prozentualen Unterschiede sind zwar relativ gering, doch fällt die Zustimmung

zu den 17 abgefragten Einzelstatements aufseiten derjenigen, die wie auch

immer geartete Kontakte benennen, im Vergleich zur Gesamtgruppe der

Befragten fast durchgängig höher aus.

Bild der Türkei

Prozentsatz von Befragten, die „stark“ oder „eher“ zustimmen

Hat eine lange und abwechslungsreiche

Kulturgeschichte

In der Türkei ist das gesellschaftlichkulturelle

Leben stark religiös geprägt

alle

Befragten

diejenigen,

die:

Kontakt mit

türkeistämmig

en Menschen

haben

türkeistämmig

e Menschen

unter den

engen

Freunden

haben

82 84 82 86

72 72 68 74

Bietet ein vielseitiges kulturelles Leben 63 67 71 72

Bietet eine vielseitige, natürliche Umwelt 62 64 65 72

Ist ein mächtiger Staat 44 48 52 50

Hat eine starke Wirtschaft 40 42 45 51

Ist ein friedliches Land im Umgang mit

seinen Nachbarn

In der Türkei sind Staat und Kirche

weitgehend getrennte Bereiche

Hat eine starke Forschung und

Wissenschaft

33 36 37 35

26 29 30 28

22 24 28 28

Bietet einen hohen Lebensstandard 20 21 25 26

Hat ein Bildungssystem, welches die

Menschen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet

Bietet ein hohes Maß an persönlicher

Sicherheit

20 23 26 25

19 21 24 26

Garantiert jedem seine persönliche Freiheit 18 21 27 27

Hat ein gutes Gesundheitssystem 18 19 24 24

In der Türkei können Minderheiten

ungestört leben

Bietet eine gute soziale Absicherung durch

den Staat

15 17 20 18

11 13 15 14

In der Türkei haben Frauen die gleichen 10 12 15 15

in den letzten

fünf Jahren die

Türkei besucht

haben

15


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APRIL 2013

Möglichkeiten wie Männer

alle

Befragten

diejenigen,

die:

Kontakt mit

türkeistämmig

en Menschen

haben

türkeistämmig

e Menschen

unter den

engen

Freunden

haben

in den letzten

fünf Jahren die

Türkei besucht

haben

Mit dem Vorhandensein persönlicher Beziehungen zu Land und Leuten geht

nicht nur eine positivere Einschätzung der Türkei, sondern zudem eine

realistischere Einschätzung der gegenwärtigen Situation in der Türkei einher.

Dies zeigt sich in obenstehender Grafik exemplarisch an der Zustimmung zum

Statement, dass die Türkei eine starke Wirtschaft habe: Während lediglich 40%

aller Befragten dem zustimmen, unterstützen 42% derjenigen, die Kontakte

mit türkeistämmigen Menschen haben, diese Aussage. Seitens derer, die

türkeistämmige Personen zu ihren engen Freunden zählen, sind es sogar 45%,

wobei dieses Ergebnis nochmals übertroffen wird von der Gruppe derer, die in

den letzten fünf Jahren die Türkei besucht haben (51%).

Dass persönliche Kontakte aber gerade auch der Besuch des Landes insgesamt

zu einem insgesamt realistischeren Bild beitragen, zeigt vertiefend auch der

Blick auf die Einschätzungen zum türkischen Wirtschaftswachstum im Vergleich

zum deutschen: Diejenigen mit alltäglichen oder auch freundschaftlichen

Kontakten

zu

türkeistämmigen

Menschen schätzen

häufiger als die

Gesamtgruppe (30%) das

türkische

Wirtschaftswachstum

höher ein (34% bzw.

37%), obgleich auch in

diesen

Gruppen

fälschlicherweise weiterhin

das

deutsche

Wirtschaftswachstum der

letzten fünf Jahre öfter als

bedeutender eingeschätzt

wird (41% bzw. 38%).

Erst Aufenthalte in der

Türkei scheinen diese

falsche Einschätzung

tatsächlich signifikant zu

revidieren, so dass unter

den Befragten, die in den

letzten fünf Jahren die

Einschätzung des Wirtschaftswachstums der Türkei im

Vergleich zu dem Deutschlands in den vergangenen

fünf Jahren

Höher als das deutsche Wachstum

Niedriger als das deutsche Wachstum

Gleich hoch wie das deutsche Wachstum

k.A.

DIEJENIGEN, DIE:

alle Befragten

in den letzten fünf Jahren die

Türkei besucht haben

> nur einmal besucht haben

> mehrmals besucht haben

Kontakt mit türkeistämmigen

Menschen haben

türkeistämmige Menschen unter

den engen Freunden haben

Q4a. Was ist Ihr persönlicher Eindruck: War das Wirtschaftswachstum der Türkei in

den letzten 5 Jahren höher oder niedriger als das Wirtschaftswachstum Deutschlands

oder gleich hoch?

%, Basis: alle befragten Personen

Türkei besuchten, 38% annehmen, dass das türkische Wachstum größer sei,

gegenüber 31%, die dies weiterhin für das deutsche Wachstum annehmen.

Wurde die Türkei in den vergangenen Jahren mehrmals besucht, nähern sich

die Einschätzungen sogar noch weiter der Realität an (45% gegenüber 26%).

30

31

38

37

34

45

42

37

31

26

38

41

16

18

21

16

14

15

12

12

11

14

11

10

16


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Stärkung von Akzeptanz

Die Bedeutung von Kontakten lässt

sich auch mit Blick auf die

Einstellungen zu den türkischen

Ambitionen auf Beitritt in die EU

erkennen. Diejenigen, die die

Türkei besucht haben, befürworten

eher eine zukünftige EU-

Mitgliedschaft des Landes als jene,

die dort in den letzten Jahren nicht

waren. Unter den Beitrittsbefürwortern

sind signifikant mehr

Personen (37%), die die Türkei in

den vergangenen fünf Jahren

besucht haben, als bei den -

gegnern (22%).

Persönliche Kontakte mit

türkeistämmigen Menschen sind

ebenfalls häufiger unter

Beitrittsbefürwortern zu finden:

Annähernd sieben von zehn

Personen in dieser Gruppe haben

alltägliche Erfahrungen mit

Menschen türkeistämmiger

Herkunft (68%). Bei den

Beitrittsgegnern ist es nur rund die

Hälfte (49%).

Besuch der Türkei in den letzten 5 Jahren

Befürworter eines Beitritts der

Türkei zur EU

Gegner eines Beitritts der

Türkei zur EU

Q10. Waren Sie in den letzten 5 Jahren in der Türkei? „Ja”

Kontakt mit Menschen türkeistämmiger Herkunft

Befürworter eines Beitritts der

Türkei zur EU

Gegner eines Beitritts der

Türkei zur EU

Zählen türkeistämmige Menschen zu den

engen Freunden?

Befürworter eines Beitritts der

Türkei zur EU

Gegner eines Beitritts der

Türkei zur EU

Q8. Zählen Sie türkeistämmige Menschen zu Ihren engen Freunden? &

Q9. Haben die Kinder unter 15 Jahre in Ihrem Haushalt enge

türkeistämmige Freunde? „Ja”

25

22

49

37

68

Q6. Haben Sie im Alltag nachbarschaftlichen oder

beruflichen Kontakt zu türkeistämmigen Menschen? „Ja”

49

Fast zweimal so viele Befürworter eines türkischen EU-Beitritts geben an,

türkeistämmige Menschen unter den engen Freunden oder Kinder mit

türkeistämmigen Freunden zu haben (49%) als in der Gruppe der

Beitrittsgegner (25%).

Ein ähnliches wenn auch weniger deutliches Bild ergibt sich hinsichtlich der

Einschätzung, ob die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland lebenden

türkeistämmigen Menschen

zu hoch sei. Immerhin 34% Stimmen der Aussage zu:

aller Befragten stimmen der “Die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland lebenden

Aussage zu. Auch in diesem türkeistämmigen Menschen ist zu hoch”

Fall bedingen wiederum

Ja, stimme zu

persönliche Kontakte zu

Nein, stimme nicht zu

türkeistämmigen Menschen

k.A.

oder Besuche der Türkei eine

geringere Zustimmung,

wobei festzuhalten ist, dass

selbst in diesen Befragtengruppen

grundsätzlich etwa

drei von zehn Personen der

Auffassung sind, dass zu

viele türkeistämmige

alle Befragten

diejenigen, die Kontakt mit

türkeistämmigen Menschen haben

diejenigen, die türkeistämmige

Menschen unter den engen

Freunden haben

diejenigen, die in den letzten fünf

Jahren die Türkei besucht haben

Q5. Es gibt Menschen, die meinen, dass die Anzahl der gegenwärtig in Deutschland

lebenden türkeistämmigen Menschen zu hoch sei. Andere stimmen dem nicht zu. Was

denken Sie, stimmen Sie zu oder nicht?

%, Basis: alle befragten Personen

34

32

30

29

59

61

62

64

7

7

8

7

17


DAS TÜRKEIBILD IN DEUTSCHLAND

APRIL 2013

Menschen in Deutschland leben. Insgesamt lässt sich aber hieraus wie auch

aus den gesamten Ergebnissen der Umfrage auf die zentrale Rolle von

Kontakten zu Land und Leuten für ein höheres Maß an Realismus und

Akzeptanz mit Blick auf die Türkei und türkeistämmige Menschen schließen.

Persönliche Kontakte und direkter Austausch sind demnach zur Förderung des

gegenseitigen Verständnisses von grundlegender Bedeutung.

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