Themenheft als PDF zum Download - Landentwicklung - Steiermark

landentwicklung.steiermark.at

Themenheft als PDF zum Download - Landentwicklung - Steiermark

wissenswert

1/2012

Kommunikation – Wissen – (Neue) Medien – Bewusstseinsbildung


IMPressum

Herausgeber:

Landentwicklung Steiermark

8010 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3. Stock

www.landentwicklung.com

Redaktion:

Johanna Reinbrecht (Projektleitung)

Landentwicklung Steiermark

8010 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3. Stock

johanna.r einbrecht@landentwicklung.com

Tel.: 0316 / 82 48 46 – 12

Johann Fink

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Büro Landesrat Johann Seitinger

8010 Graz, Herrengasse 16

johann.fink@stmk.gv.at

Tel.: 0316 / 877-2350

Dipl.-Ing iṇ Anita Mogg

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

FA 10A – Agrarrecht und Ländliche Entwicklung

8052 Graz, Krottendorfer Straße 94

anita.mogg@stmk.gv.at

Tel: 0316 / 877-6932

Dipl.-Ing iṇ Gudrun Walter

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 19D, Abfall- und Stoffflusswirtschaft

8010 Graz, Bürgergasse 5a

gudrun.walter@stmk.gv.at

Tel: 0316 / 877-4267

Gestaltung:

www.kerstein.at

Fotos:

Landentwicklung Steiermark

Harry Schiffer

Sissi Furgler

Big SHOT – Christian Jungwirth

Bergmann Kreiner

Sandra Höbel

Fachabteilung 19D – Abfall- und Stoffflusswirtschaft

Büro Landesrat Seitinger

Foto Melbinger

www.vulkanland.at

Ferdinand Lechner

Heinrich Schwienbacher

Ewald Bramauer

Gemeinde Lebring-St.Margarethen

Forstschule Bruck

Druck:

Medienfabrik Graz

8020 Graz, Dreihackengasse 20

Tel. 03 16/80 95-0

www.mfg.at

Thema : Steiermark beschäftigt sich in

dieser Ausgabe mit dem Schwerpunkten

„Kommunikation – Wissen – (Neue)

Medien – Bewusstseinsbildung“,

wobei sich viele Fragen hinsichtlich der

veränderten Sprachkultur, der Bildungsnachfrage

und -angebote und dem Überangebot

an Informationstechnologien

eröffnen.

Auf der anderen Seite begleiten uns gerade

die neuen Kommunikationstechniken

in ein neues Kulturverständnis und in

einen höheren Lebensstandard.

Wir haben Landesrat Johann Seitinger,

Landeshauptmann Franz Voves und

Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer

zu einem Wordrap gebeten.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

4 Mal im Jahr erscheint unser Magazin „Thema:Steiermark“ mit

Beiträgen aus den Gemeinden/Regionen von und für Aktiv-BürgerInnen

sowie aus den Bereichen Nachhaltigkeit und ländliche

Entwicklung. Da wir das Themenheft auch weiterhin interessant

sowie lesenswert gestalten möchten und wir bemüht sind, uns

ständig weiter zu entwickeln, dürfen wir Sie sehr herzlich zu einer

LeserInnenbefragung einladen. Ihre Meinung ist uns wichtig

und daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

In den kommenden Tagen werden wir einen Fragebogen per

E-Mail an Sie versenden – füllen Sie diesen aus und senden Sie

das ausgefüllte Formular wieder retour: office@landentwicklung.

com. Selbstverständlich behandeln wir Ihre Angaben anonym

und werden nicht an Dritte weiter gegeben. Außerdem finden

Sie den downloadbaren Fragebogen auf unserer Homepage:

www.landentwicklung.com.

Im Namen des Redaktionsteams sagen wir Danke

für Ihre aktive Unterstützung!

Ident-Nr. A-10233

www.druckmedien.at


| 1 |

Johann Seitinger Hermann Schützenhöfer Mag. Franz Voves

Landesrat für Land- und Forstwirtschaft,

Wasserwirtschaft und Abfallwirtschaft, Wohnbau

und Nachhaltigkeit

Landeshauptmann-Stv. der Steiermark

Landeshauptmann der Steiermark

Der Wert der Bildung beginnt …

… ab der ersten Stunde des Lebens.

Die Kommunikationskultur hat sich

verändert, weil …

… wir weniger Zeit haben und mit neuen

Medien konfrontiert sind.

Die Kommunikationskultur

muss sich verändern, weil …

… es wieder mehr Menschlichkeit,

persönlichen Kontakt und gegenseitigen

Respekt braucht.

(Neue) Medien machen Sinn, wenn …

… sie nicht missbraucht werden.

Eine gute Gesprächskultur

entsteht für mich …

… wenn man sich auf Augenhöhe und mit

Wertschätzung begegnet.

Mein SMS an die BürgerInnen des

Landes (max. 50 Zeichen):

Du bist ein unverzichtbarer Teil einer

lebenswerten Zukunft – gestalte sie

aktiv mit!

Immer „erreichbar“ sein? …

… muss nicht sein! Jeder muss einmal seinen

Akku laden.

Der Wert der Bildung beginnt …

… immer dann, wenn wir etwas dazulernen,

um es in Zukunft besser zu machen.

Die Kommunikationskultur

hat sich verändert, weil …

… sich Gesellschaft, Wirtschaft und die

technischen Möglichkeiten verändert

haben.

Die Kommunikationskultur

muss sich verändern, weil….

… wir uns geänderten Rahmenbedingungen

anpassen müssen, um miteinander

kommunizieren zu können.

(Neue) Medien machen Sinn, wenn …

… sie dazu beitragen, Inhalte und Botschaften

zu transportieren, die für die

Menschen wichtig sind und wenn sie die

Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches

erweitern.

Eine gute Gesprächskultur

entsteht für mich …

… wenn gegenseitiger Respekt und

Toleranz verschiedener Meinungen

bestehen.

Meine SMS an die BürgerInnen

des Landes …

Wir wollen verändern, um zu verbessern.

Wer stehen bleibt, lebt den Stillstand und

Stillstand können wir uns nicht leisten,

wenn wir Zukunft gestalten wollen.

Immer „erreichbar“ sein? …

… wird (leider) immer mehr zu einem

Muss. Dabei sollten wir aber nicht vergessen,

uns auch Zeit füreinander zu nehmen.

Der Wert der Bildung beginnt …

… und endet nicht, sondern ist immer

gegeben und manifestiert sich in jedem

Menschen.

Die Kommunikationskultur

hat sich verändert, weil …

… sie sich immer mehr in den technischen

Bereich hinein verlagert und die direkte

Kommunikation von Angesicht zu Angesicht

oft zu kurz kommt.

Die Kommunikationskultur

muss sich verändern, weil …

… die Kommunikation etwas ist, das

zwischen Menschen stattfindet und möglichst

nicht von Medien transportiert

werden sollte.

(Neue) Medien machen Sinn, wenn …

… sie für möglichst viele – im Idealfall für

alle – Menschen gleich zugänglich sind,

der Intensivierung der Kommunikation

und der Mehrung des Wissens dienen.

Eine gute Gesprächskultur

entsteht für mich …

… wenn man sich ohne Vorurteile und

mit gegenseitigem Respekt sozusagen auf

Augenhöhe begegnet.

Meine SMS an die BürgerInnen

des Landes …

Wir müssen das Gemeinsame vor das

Trennende stellen.

Immer „erreichbar“ sein?

Vor allem durch die neuen Formen der

Kommunikation kann man sich dem kaum

entziehen und als Landeshauptmann versucht

man jeden Tag für die Menschen da

und somit „erreichbar“ zu sein.

Dennoch muss man sich dabei aber auch

zeitweise von dieser „Erreichbarkeit“ zurückziehen,

um im familiären Umfeld oder

Freundeskreis Kraft zu tanken für kommende

Aufgaben.


InhaLT

| 2 |

Landentwicklung Steiermark

6 | 7. LA21-Gipfel in der Steiermark

Mehr BürgerInnen-MehrWert

7 | Regionaler Bildungsplan

Optimierung von Schulstandorten in

der Steiermark

8 | „Anders gesagt“

Die Verwendung von Beispielen in der

Sprache

9 | Steirische Wasserleitung führt einmal

um die Welt

Wasser ist Lebensmittel

Thema Steiermark

4 | Freie JournalistInnen freier Medien

– Gefangene im Prekariat der

Freiheit?

Professor Ernst Smole

19/29 | Blitzlichter

40| Wissen ist Macht.

Gewissen ist machtlos.

Mag. a Sandra Höbel

10 | Kommunikation – Lernen online

sozial netzwerken und online

kalkulieren

11 | Zukunftsgestaltung durch

Vernetzung

Vernünftig verknüpft

12 | „Raumsinn und Werkeslust“

Architekturvermittlung an Schulen

13 | Lebring-St.Margarethen hat viele

Facetten

Klimaschutz und erneuerbare Energie

14 | Bärnbach beseelt die Kunst

Kunst im Zentrum

15 | Mittelpunkt Mensch

Gute Tausch-Geschäfte

20 | Pro & Contra

social Networks

21 | Wikipedia, Linux & Co

Informationsquellen und Softwareprogramme

22 | Forstschule Bruck an der Mur

Bildung braucht Wurzeln

countdown aLpine Ski-WM 2013

16 | Kreativ sein können –

kreativ lassen

Miteinander und voneinander lernen

17 | Kunstschnee und Statements

18 | Umweltzeichen für nachhaltige

Unternehmensführung

Auszeichnung des Sporthotels Royer

in Schladming

LändLIche Entwicklung

23 | Keine Angst vor dem Elfmeter

Fußball eben …

24 | Neue Medien in der forstlichen

Wissensvermittlung

Weiterbildung: Erfolgsfaktor neue

Medien

26 | Produkte müssen alle Sprachen

sprechen

Leben braucht Kommunikation und

Emotion

27 | Zukunftskompetenz stärken

Land- und forstwirtschaftliche

Bildung

28 | Schule am Bauernhof

Interaktives vom Ländlichen

Fortbildungsinstitut

30 | Altes Handwerk modern

kommunizieren

Klassische Formen des

Wissenserwerbs

32 | Klimaschutzplan Steiermark

Breite Klimaschutz- und

Eenergiekampagne

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert


EdITorial

| 3 |

Weht der Wind der Veränderung, so

errichten die einen Wände, um dagegen

anzukämpfen, und andere denken an

den Bau von Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort

Christian Gummerer

Geschäftsführer der

Landentwicklung Steiermark

NacHHaLTIge Entwicklung

33 | Lebensmittel im Abfall

schockierende Fakten zum Thema

Lebensmittelvernichtung

34 | Zum Thema „Littering“ und der

große steirische Frühjahrsputz

35 | 30 Jahre Umweltbildung in der

Steiermark

ein Rückblick aus Sicht des Umwelt-

Bildungs-Zentrums

Fleiß, bemühtes, aber auch solidarisches

Handeln haben uns eine Gesellschaft mit

enormem Wohlstand gebracht. So liegt

die durchschnittliche Lebenserwartung eines

heute geborenen Mädchens bei über

83 Jahren und die eines Burschen bei 78

Jahren. Immer weniger Kinder führen jedoch

dazu, dass wir als Gesamtes immer

älter werden. Waren die Herausforderungen

in der Aufbauphase jene des Schaffens

von Wohlstand, der besseren Gesundheit

und des verbesserten Lebensstils, so

sind es heute die Fragen des Weiterführens

des Gewonnenen. Die Komplexität

der Fragestellungen nimmt zu und so

müssen wir gleichzeitig Antworten zu Betreuungseinrichtungen

für Kinder und ältere

Menschen finden. Eine Multioptionengesellschaft

als Triebfeder enormer

Wanderungsbewegungen nicht nur von

ärmeren Nationen zu uns, sondern auch

innerhalb Österreichs bringt zusätzliche

Fragestellungen. Die Steiermark ist besonders

betroffen, da ganze Teile des Bundeslandes

drohen zu entvölkerten Gebieten

zu werden. Es gilt wie eingangs erwähnt

nicht gegenzusteuern, sondern manches

anzunehmen, was Faktum ist. Gleichzeitig

gilt es im selbigen Umfang auch manches

zu verändern, was nicht mehr zeitgemäß

ist – Stichwort ökologische Steuerreform,

fehlende BürgerInnenbeteiligung etc. Gerade

in einer Zeit, wo wir 20 Jahre nach rio

wieder bewusst auf die damals von 180

Staaten beschlossenen Grundsatzübereinkommen

den Blick gelenkt bekommen,

sehen wir, wie notwendig es ist, wieder direkt

Kontakt zu den BürgerInnen zu bekommen.

Das Annehmen der Energien der

Menschen in einer derart flexibilisierten

und diversifizierten Gesellschaft ist das

Gebot der Stunde. Die Fragen des demografischen

Wandels bei gleichzeitig geringen

Kinderzahlen und knappen öffentliche

Haushalten, aber auch der Klimawandel

sind ohne das persönliche solidarische

Handeln eines jeden Einzelnen nicht lösbar.

Daher liegt es an der Politik, Abschied

von Altem zu nehmen, auf die Menschen

zuzugehen und Veränderungen inhaltlich

und letztendlich auch strukturell zu leben.

Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen

durchzuführen, als beständig nach vollkommenen

Entscheidungen zu suchen, die

es niemals geben wird.

Charles de Gaulle

Wissen und Bildung sind eine Grundvoraussetzung

und erleichtern den Umgang

mit großen Umwälzungen, denn Angst

aus Unwissenheit ist der schlechteste Ratgeber.

Ich darf Sie zum Schmökern in der

aktuellen Ausgabe des Themenheftes einladen

und würde mich sehr über ein Feedback

bzw. über Ihre Gedanken freuen.

christian.gummerer@landentwicklung.com

www.landentwicklung.com


LeITarTIkel

Ernst Smole

| 4 |

Freie JournalistInnen freier

Medien – Gefangene im Prekariat

der Freiheit?

oder: Soll der Staat über die Presseförderung

die außerparlamentarische Opposition alimentieren?

Ja – er soll nicht nur, er muss es!

Was macht eine wirkliche

Demokratie aus?

Das Parlament? Ein vom

Volk gewähltes Staatsoberhaupt?

Reisefreiheit? Nein

– die Existenz freier, unabhängiger

Medien. Sie sind

die Garanten, dass ein

Staatswesen sich selbst

hinterfragt, sich hinterfragen

lässt – sie sind unverzichtbare

Korrektive und

verhindern Fehlentwicklungen.

Groß war der Jubel der „unabhängigen

Medien“ über das unrühmliche Ende der

Parteipresse – Tagespost (Steir. vp), Neue

Zeit (Steir. sp) und Arbeiterzeitung (Bundes-sp).

Doch die Parteipresse kehrte zurück,

als es im „unabhängigen“ bundesweiten

Kleinformat eines schönen Morgens

eine „Regierungserklärung“ eines

amtierenden sp-Bundeskanzlers zum

Reizthema EU zu bestaunen gab – eine unabhängige

Zeitung als Partei- und Regierungsorgan

– ist eine gravierendere Unvereinbarkeit

denkbar?

So wie in vielen anderen Bereichen geraten

auch in der Medienwelt Begrifflichkeiten

durcheinander, werden traditionelle

Kategorisierungen obsolet.

Groß war das Staunen, als ich mich in den

1980ern anlässlich eines Studienaufenthaltes

in der ddr in der Klassikerstadt Weimar

am Inskriptionsschalter für Studierende

aus dem „sozialistischen Ausland“ anstellte

und an jenen für das „nichtsozialistische

Ausland“ verwiesen wurde, verfügte

Österreich damals doch über eine spdominierte

Regierung.

Staunend ging es weiter, als ich registrierte,

dass es in der ddr nicht nur die berüchtigte

Sozialistische Einheits(!)partei sed,

sondern auch die Ost-spd, die Ost-cdU

und die Ost-Fdp gab – und dass anlässlich

der Eröffnung des „Musikfestes Weimar“

der cdU-Oberbürgermeister bejubelt, der

sed-Kreisleiter dagegen ausgepfiffen wurde

– und dies Jahre vor der Wende.

Die Parteiorgane der DDR? Die ersten Seiten

glichen sich auf Haar – doch im hinteren

Teil herrschte ein erstaunliches Maß

an weltanschaulicher Pluralität. Im cdU-

Organ dominierten religiöse Themen, in

jenem der spd soziale und allgemeinweltanschauliche.

Man konnte Ost-cdUlerInnen

tödlich beleidigen, wenn man behauptete,

dass es keine Pluralität in den

Printmedien der ddr gäbe. Es gab sie –

um den Preis der „Kooperation“ mit der

Staatsmacht ddr. „Frei“ waren die ddr-

Medien nicht. Die kleinen Freiheitsportionen

mussten durch Gegenleistungen,

durch Spitzeldienste erkauft werden. Das

war ein Symptom eines Systems, das die

BürgerInnen im Land und in Gefängnisse

einsperrte und einander flächendeckend

observieren ließ. Dennoch – ohne dieses

kleine Maß an Freiheit hätte es die Wende

viel später oder gar nicht gegeben – vielleicht

müssten wir jetzt ein Nordkorea im

Herzen Europas erdulden. Ein Ost-cdU-

Intellektueller fasste damals zusammen:

„Das Leben hier ist hochspannend – doch

das Matterhorn würde ich doch gerne einmal

live sehen“. Kein Zufall: Der einzige

Präsident der wirklich „freien ddr“, der

1989 frei gewählte Lothar de Maiziere, war

ein Mann der Ost-CDU.

In Österreich – alles bestens mit

den freien Medien?

Ein Aufschrei der freien Ö1-MitarbeiterInnen

des ORF brachte eine Lawine ins Rollen.

Ein Stundenlohn von 3.50 € für die

Herstellung einer Qualitätssendung! Keine

Fixanstellungen für viele die Arbeit von

Redakteuren leistende MitarbeiterInnen!

Natürlich gilt auch hierzulande die Devise

„only bad news are good news“.

Die Halbierung des Zeilenhonorars. Keine

Bezahlung der für verantwortungsvollen

Qualitätsjournalismus unabdingbaren Recherchearbeit.

Ein steigender Textanteil

journalismusfremder Kommentar- und

Debattenschreiber.

Die Gründe? Ein angeblich zu luxuriöser

Kollektivvertrag für Fixangestellte und der

mehrfache wirtschaftliche Druck: Sinkende

Einnahmen aus Inseraten, steigende

Materialkosten, stagnierender Verkauf

und KundInnen, die – verdorben durch die

(Un-)Kultur der Gratisinfos im Internet –

wie selbstverständlich annehmen, Anspruch

auf eine Qualitätszeitung knapp

über dem Nulltarif zu haben und sich im

Recht wähnen, wenn sie die 1-e-Sonntagszeitung

stehlen. Peinlich ist die Selbstzerknirschung,

mit der Zeitungen eine

Preiserhöhung von wenigen Cent bekanntgeben.

Die Angst vor abspringenden

LeserInnen starrt förmlich aus den

Zeilen.

Natürlich gilt auch hierzulande die Devise

„only bad news are good news“. Doch diese

Haltung führt im Verein mit dem steigenden

wirtschaftlichen Druck zu einer

Boulevardisierung der Printmedien, zu einem

Verlust von Qualität, zu einem Platzverlust

für Text durch Bilder. Der Mitherausgeber

der Faz, Frank Schirrmacher,

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert


| 5 |

Erst wenn der demokratische

Staat die Medien wirtschaftlich

offen und großzügig stützt, sind

diese wirklich frei …

merkte jüngst an, dass heute die beste

Schlagzeile ohne Foto wertlos sei.

Dieser Qualitätsverlust dokumentiert sich

auch in medialer Aggressivität. Eine entscheidungsschwache

Politik – und daran

besteht fallweise kein Mangel – schafft ein

Vakuum, in das die Medien teils mit Brutalität

hineinstoßen und so das Vertrauen

in die Politik erschüttern.

Denn auch für dieses durch Nicht-Entscheidungen

geprägte Vakuum ist Verständnis

aufzubringen: noch nie waren

Problemstellungen derart komplex wie

heute – siehe internationale Finanzkrise,

weltweite Griechenlandratlosigkeit, Gemeindezusammenlegungen.

Noch nie waren

sich Experten derart uneins über zentrale

Themen wie Grundsicherung, Bildung,

Pflege- und Pensionsproblematik.

Entsprechend schwer fällt es, Entscheidungen

zu fällen. Die unterschiedlichen,

sich laufend ändernden Meinungen zu

den genannten Themen gehen und gingen

quer durch die Parteien. Ich entdecke

dies auch an mir: ich habe in letzter Zeit

aufgrund von Informationszuwachs meine

Haltung zu verschiedenen Fragen so oft

geändert wie noch niemals zuvor.

Diese verständliche und notwendige politische

Auseinandersetzung um komplexe

Themen provozierte einen medialen Sündenfall:

es wurde für den in einer Demokratie

völlig üblichen politischen Diskurs

der Negativbegriff „Streit“ geprägt und für

Konsens das nicht minder geringschätzige

„Kuscheln“ und „Packeln“ – Opfer davon

waren nicht nur die Duos Faymann/Pröll

und Voves/Schützenhöfer.

In der Folge der Boulevardisierung und

des Kampfes um die Quote kam es so zu

einer blamablen Verrohung der Begriffs-

wahl in den Medien, die postwendend von

der Politik aufgegriffen wurde. Diese Tendenz

macht auch vor der Staatsspitze

nicht halt. Unser Staatsoberhaupt kündigte

einst im Ö1-Mittagsjournal an, er werde

nicht dulden, dass bei der Regierungsbildung

„getrödelt“ werde. Diese Wortwahl

ist unwürdig und unverantwortlich, degradiert

sie doch die politischen Verantwortungsträger

zu Lausbuben und erschüttert

ein weiteres Mal das Vertrauen in die Politik.

Was kann der demokratische Staat

tun, um sein bedeutendstes Merkmal,

die freien Medien, zu sichern?

Die Presseförderung muss in einem Ausmaß

erhöht werden, sodass journalistisches

Prekariat und der Zwang zum immer

tieferen Hinuntertaumeln auf der Boulevardleiter

verhindert werden. Der positive

mediale Wettbewerb wird darunter sicher

nicht leiden.

Erst wenn der demokratische Staat die Medien

wirtschaftlich offen und großzügig

stützt, sind diese wirklich frei – und können

als qualitätsvolle und verantwortungsbewusste

Korrektive dem Staat und

seinen BürgerInnen dienen.

Der Chefredakteur einer Ost-cdU-Zeitung

sagte mir: „Nach Nahrung haben wir nicht

gehungert, doch nach Freiheit.“ Versetzen

wir durch eine deutlich angehobene Medienförderung

die unzähligen prekariatsgefangenen

freien JournalistInnen in die

Lage, ausreichend und gesichert über beides

zu verfügen! Sie garantieren die Freiheit

und Vielfalt der Medien in besonderem

Maße.

Autor

Prof. Ernst Smole

• Musikstudium in Graz, Weimar und

Lugano

• Mitglied des Musikbeirates des Unterrichts-

und Kulturministeriums

• Mitglied der Jury für Staatsstipendium f.

Komponisten am BMUK

• Direktor der J. Brahms Musikschule Mürzzuschlag

1976–2010

• Seit 2010 Lehrender für „Allgemeine Mathetik

(Anm.: die Lehre vom Lernen) und

Didaktik“ an der Konservatorium Wien

Privatuniversität

• Gründung der „arnold schönberg kunstschule

mürzzuschlag“ für Bildende Kunst;

1978–2006 Verantwortlicher des Musikbereiches

des Kunsthauses Mürzzuschlag

• Entwicklung zahlreicher, vom BMUK mit

Gesetzeskraft versehenen Innovativprojekte

im Bereich der Musikbildung

• Seit 2009 Leiter des „Int. Forums für Kunst,

Bildung & Wissenschaft“ in Wien;

Dirigiertätigkeit in Osteuropa und

Fernost

• Verantwortlicher der „Int. Musikkurse“ (ab

2012 in Aflenz bei Kapfenberg)

• Publikationen zu den Themen Bildung,

Kultur und Nahost

• 2008 Zuerkennung des „Nikolaus Harnoncourt

Preises des Kanton Zürich“ für musikpädagogische

Innovationsarbeit


LA21 gIpfel 2012

Orhan Kipcak

| 6 |

Lebensräume gemeinsam

gestalten

7. Österreichischer Agenda-21-Gipfel – „Mehr BürgerInnen – MehrWert!“

14. Juni 2012, Helmut-List-Halle, Graz, 15. Juni 2012, FH Joanneum, Graz

Als wir vor einiger Zeit eingeladen

worden sind, für das nationale Jahrestreffen

der Agenda 21 das Kommunikationsdesign

zu gestalten, ist es uns

ähnlich gegangen wie den meisten

ÖsterreicherInnen: wir mussten erst

einmal recherchieren, was mit Agenda

21 überhaupt gemeint ist.

Danach waren wir überrascht, dass so essenzielle

und tief greifende Aktivitäten so

verborgen stattfinden. Dieser Umstand

hat unsere Gestaltungsaufgabe formuliert:

wir wollen die Agenda 21 und ihre Aufgaben

so beschreiben, dass ihre Bedeutung

intuitiv und emotional erfahrbar wird. Folgende

Themen und Motive sollen dabei

behandelt werden:

• z die Region, hier besonders die

Schnittstellenarbeit zwischen Politik

und der Region.

• z die Dialektik von überregionaler

Strategie und Alltagsgestaltung im

Kleinen

• z das Leben, Erleben und Herstellen

von Gemeinschaft,

• z Lösung der Probleme mit den

Menschen

• z die Entwicklung neuer Zuständigkeiten

der Öffentlichen Hand und der

Privaten Initiative.

Der Begriff, unter dem diese Topoi zusammengefasst

werden, lautet „BürgerInnenbeteiligung“.

Vor diesem Hintergrund haben wir versucht,

einen Slogan zu finden, der das Spezifische

der Agenda 21 mit dem Thema

BürgerInnenbeteiligung verbindet und

dabei ihren politischen, transformativen

Charakter angemessen vorträgt.

Das Politische, Gemeinsame, die partizipative

Komponente wollen wir unmittelbarer,

spontan einsichtig darstellen. Dazu finden

wir folgende Aussage adäquat: Gemeinsam

gestalten.

Unser zentraler Satz ist eine Feststellung,

aber vor allem ein Imperativ. Er lautet:

Lebensräume gemeinsam gestalten.

Beide Aussage-Elemente, das Kollaborative

und das Motiv des (ländlichen) Lebensraums,

sollen sich auch im visuellen Konzept

abbilden.

Orhan Kipcak / FH-JOANNEUM,

Informationsdesign

Mehr BürgerInnen – MehrWert?

Welchen MehrWert erreicht man mit mehr BürgerInnenbeteiligung in den ländlichen

Gemeinden, Städten und Regionen und welchen MehrWert müssen künftig

die kommunalen Netzwerke einnehmen, um zukunftsfähig zu bleiben? Was heißt

Wertschätzung in einer fast „zeitlosen“ Gesellschaft?

Ein wesentlicher Inhalt des 7. agenda-21-Gipfels 2012 in der Steiermark bezieht

sich auf diese einzelnen Herausforderungen und welche Rolle der und die BürgerIn

in Zukunft einnimmt. Der Politikwissenschafter Peter Filzmaier (Karl-Franzens-Universität,

Graz) bietet dazu die fachlichen Hintergründe.

Der LA-21-Gipfel in Graz, in Kooperation zwischen dem Lebensministerium, dem

Land Steiermark und dem österreichischen Gemeindebund, bietet über 2 Tage Workshops

mit praktischen Beispielen aus der Lokalen agenda 21 in Österreich, interessante

Aspekte und Netzwerkplattformen sowie Exkursionen zu ausgewählten

agenda-21-Gemeinden in der Steiermark an.

Nähere Informationen und

Anmeldung unter:

Landentwicklung Steiermark

Tel.: 0316/82 48 46

office@landentwicklung.com

www.landentwicklung.com

Landent wicklung Steiermark


Steiermark

| 7 |

Regionaler Bildungsplan

Optimierung von Schulstandorten in der Steiermark

Im Jänner präsentierten Landeshauptmann Franz Voves,

LH-Vize Hermann Schützenhöfer und Bildungslandesrätin

Elisabeth Grossmann den ersten Zwischenbericht zum

„Regionalen Bildungsplan“ für die Steiermark.

Im Fokus steht dabei die Optimierung von Schulstandorten

im Rahmen der Bildungsreform.

Die Landesregierung hat sich im Regierungsübereinkommen

das Ziel gesetzt,

die Steiermark zu einem Bildungsvorzeigeland

zu machen, und hat dieses Vorhaben

mit ihrem Beschluss vom 14. April

2011 bekräftigt. In weiterer Folge wurde

die Erarbeitung des „Regionalen Bildungsplans“

in Auftrag gegeben.

Optimierung von Schulstandorten

Der nun vorliegende erste Zwischenbericht

widmet sich der Optimierung von

Schulstandorten im Entscheidungsbereich

des Landes, also allgemeinbildenden

Pflichtschulen, land-, forst- sowie ernährungswissenschaftlichen

Berufs- und

Fachschulen sowie anderen Berufsschulen.

Ziel der vorliegenden Maßnahmen ist

es, dass alle SchülerInnen in der Steiermark

– unabhängig von ihrem Wohnort

– Zugang zu einem umfassenden pädagogischen

Angebot haben.

In den letzten 30 Jahren hat sich die SchülerInnenzahl

im Pflichtschulbereich beinahe

halbiert, die Zahl der Schulstandorte

ist aber kaum zurückgegangen. Die konkreten

Maßnahmen zur Standortoptimierung

umfassen die Auflassung von 36 einklassigen

Volksschulen mit weniger als 20

SchülerInnen. Diese Maßnahme betrifft

zirka 7,2 Prozent der insgesamt 495

öffentlichen Volksschulen beziehungsweise

1,1 Prozent der VolksschülerInnen

in der Steiermark (462 von insgesamt

43.357). Weiters werden zwei Hauptschulen

mit weniger als 70 SchülerInnen sowie

drei an Hauptschulen angeschlossene

pts-Klassen (Polytechnische-Schule-Klassen)

mit insgesamt 31 SchülerInnen aufgelassen.

Diese Maßnahme betrifft rund

1,2 Prozent der 171 öffentlichen Hauptschulen

beziehungsweise rund 0,3 Prozent

der steirischen HauptschülerInnen.

Die Aauswahl der Standorte folgt den Empfehlungen

der Expertengruppe, die neben

der erforderlichen Mindestgröße auch die

Schulwegszumutbarkeit, die Geburtenentwicklung,

die baulichen Zustände der

jeweiligen Schulstandorte sowie die Aufnahmekapazität

der Schulen berücksichtigt.

Diese Kriterien sollen auch künftig

als Handlungsmaxime dienen.

Chancengerechtigkeit

Im Bereich der landwirtschaftlichen Schulen

verfügt die Steiermark über deutlich

mehr Standorte bei gleichzeitig etwas weniger

SchülerInnen als andere Bundesländer.

Bereits beschlossen wurde die Neuordnung

der landwirtschaftlichen Schulstruktur

im Bezirk Liezen sowie die Auflösung

der Standorte Stockschloss, Wagna

und Übersbach mit Juli 2012. Im Rahmen

der Optimierung werden zudem die drei

einjährigen Fachschulen für Land- und

Eernährungswirtschaft Piregg, Rein und St.

Johann im Saggautal aufgelassen, die

Fachschule für Obstbau Gleisdorf und die

Weinbaufachschule Silberberg werden am

Standort Silberberg zusammengeführt.

Die Fachschule Naas wird gemäß dem

Landtagsbeschluss vom Juli 2010 um- und

ausgebaut.

„Wichtig ist, dass die steirische

Schullandschaft

vorausschauend gestaltet

wird und Bildungsqualität

im Vordergrund steht!“

„Mir ist wichtig, dass die steirische Schullandschaft

vorausschauend gestaltet wird

und vor allem die Bildungsqualität im Vordergrund

steht. Bei der Bildung wird nicht

gespart – ganz im Gegenteil: Es werden

die Ressourcen zielgerichteter und bedarfsgerecht

eingesetzt, um für alle SchülerInnen

in der Steiermark Chancengerechtigkeit

zu verwirklichen. Die frei wer-

In den letzten 30 Jahren hat sich die

SchülerInnenzahl im Pflichtschulbereich

beinahe halbiert, die Zahl der Schulstandorte

ist aber kaum zurückgegangen.

denden Ressourcen von 1.000 Lehrerwochenstunden

werden für eine bessere Förderung

der Kinder investiert, damit sich

Potentiale noch besser entfalten können

und Schwächen bestmöglich aufgearbeitet

werden. Auch bei den Reformen im

Landwirtschafts- und Berufsschulwesen

geht es darum, die Mittel so einzusetzen,

dass höchstmögliche Qualitätsstandards

verwirklicht werden und unsere Jugend

bestmöglich auf die immer größer werdenden

Anforderungen des Arbeitslebens

vorbereitet wird“, erklärt Bildungslandesrätin

Elisabeth Grossmann.

Landesrat Johann Seitinger meint: „Der

entscheidende Punkt der steirischen Reformpolitik

im landwirtschaftlichen Schulbereich

ist der, dass das hohe Ausbildungsniveau

langfristig und nachhaltig

sichergestellt bleibt. Die hohe Bildungsqualität

ist Garant dafür, dass die junge

bäuerliche Bevölkerung für große Herausforderungen

entsprechend gerüstet ist

und ihre landwirtschaftlichen Betriebe

auch in Zukunft erfolgreich führen kann.“

Kontakt

www.menschen.steiermark.at


Einfach zum Nachdenken

Gudrun Gruber – Landentwicklung Steiermark

| 8 |

„Anders gesagt …“

Die Verwendung von

Beispielerzählungen in

unserer Sprache

„Missverständnisse“ in unserer

Kommunikation passieren

Tag für Tag. Sie sind

ein natürlicher Bestandteil

unseres täglichen Lebens

und so selbstverständlich,

dass sie uns häufig nicht

oder nur am Rande bewusst

werden. Das liegt zum Teil

daran, dass viele „kleine“

Missverständnisse keine

gravierenden Folgen haben.

Man ärgert sich vielleicht

kurz oder es wird mit einem

Schulterzucken abgetan,

ohne weiter darüber nachzudenken.

Aber wie entsteht

dieses „Missverstehen“

überhaupt?

Oft kommt es in der Kommunikation zu

Missverstehen, weil sich der Sprecher

mehrdeutig oder kompliziert ausdrückt

oder weil die Nachricht von verschiedenen

Menschen unterschiedlich aufgenommen

werden kann. Wo eine Person eine neutrale

Frage erblickt, sieht eine andere even-

Landent wicklung Steiermark

tuell schon einen Vorwurf. So wird das Gehörte

umgedeutet und verhindert oft,

dass auf wertfreier Ebene weiter kommuniziert

werden kann. Oft würde schon eine

Rückfrage „Wie hast du das gemeint?“ zu

einer Klärung und Korrektur kommen.

Das Gleiche ist nicht dasselbe

Wenn sich aber das Missverständnis manifestiert,

kann man sich entweder zusammenraufen

und das Missverständnis ausräumen

oder man zementiert die eigene

Position und muss erleben, dass unüberbrückbare

Differenzen sichtbar werden.

Unsere Sprache an sich ist oft schon die

Quelle der Missverständnisse. So würde

der Begriff „gleich gültig“ bedeuten, dass

zwei Dinge die „gleiche Gültigkeit“ haben,

in unserem Sprachgebrauch ist aber

„gleichgültig“ negativ besetzt und bedeutet

soviel wie „egal sein“. Auch wenn zwei

scheinbar vom Gleichen sprechen, meinen

sie nicht unbedingt dasselbe. Das lässt

sich gut erkennen, wenn man einen Begriff

von verschiedenen Personen erklären

lässt.

Um Missverständnisse in unserer Kommunikation

zu vermeiden, könnte man aber

auch manchmal eine andere Gesprächsform

wählen, die das Mitzuteilende in eine

„beispielhafte Kommunikation – eine Beispielerzählung

“ einbettet.

Der folgende Text ist so ein Beispiel dafür,

wie man Inhalte einfach „zum Nachdenken

und ohne Streitpotential“ vermitteln

könnte.

Die Geschichte von den

zwei Eisblöcken

Es waren einmal zwei Eisblöcke. Das

Verhältnis zwischen ihnen war sehr

kühl. Jeder machte dem anderen Vorwürfe.

Der eine dachte: Warum kommt

der andere nicht näher zu mir? Und der

andere dachte: Wenn der sich in Bewegung

setzt und auftaut, dann taue ich

auch auf!

Aber weil keiner den Anfang machen

wollte, taute keiner von beiden auf.

Und so vereisten sie immer mehr und

brachten auch alles zum Erstarren, was

in ihre Nähe kam.

Eines Tages entdeckte der eine Eisblock

mittags, als die Sonne strahlte, dass er

schmelzen konnte, wenn er nur wollte.

Und während er zuließ, sich ein bisschen

in Wasser aufzulösen, merkte er,

dass er doch noch er selbst war und

nichts von seinem eigenen Ich verlor.

Auch der andere Eisblock machte diese

wunderbare Entdeckung. Und siehe:

Über die ganz alltäglichen Wassergräben

flossen sie aufeinander zu und begegneten

sich.

Sie spürten zwar ihre Kälte noch, aber

sie sahen auch ihre innere Not und ihren

guten Willen. Sie fanden, dass sie einander

nötig hatten und zusammenbleiben

wollten. Sie merkten, dass das

Miteinander viel schöner ist.

Als das Licht der Sonne sich immer

mehr in den Wassertropfen brechen

konnte, stand ein leuchtender Regenbogen

wie eine Brücke zwischen ihnen.

Und sie verwandelten die eintönige Farbe

um sich herum in bunte Freude.


InternaTIonaler WeLTwaSSertag

| 9 |

Steirische Wasserleitung

führt einmal um die Welt

Wasser ist unser

wichtigstes Lebensmittel

Der Weltwassertag 2012

richtet den Fokus auf das

Thema „Water and Food

Security“. Ein Interview

mit dem steirischen Agrarund

Wasserlandesrat

Johann Seitinger.

LR Seitinger: „Wasser ist Lebensmittel,

Lebensfaktor und Lebensraum.“

Herr Landesrat Seitinger, wie sollte

man richtig mit der Ressource „Wasser“

umgehen?

Das Wasser zählt zu unseren kostbarsten

Ressourcen, wir sind aufgefordert, höchst

verantwortungsvoll mit dieser Ressource

umzugehen. Wie in allen Lebensbereichen

ist auch hier der Fokus auf Nachhaltigkeit

zu richten und an die uns nachfolgenden

Generationen zu denken. Auch im täglichen

Haushalt ergeben sich viele Möglichkeiten,

Wasser zu sparen: tropfende Hähne

reparieren, Garten mit gesammeltem Regenwasser

bewässern, wassersparende

Geräte einsetzen… Der Wasserverbrauch

pro Person und Tag beträgt ca. 140 Liter

(ohne Gewerbe, Großverbraucher und Industrie)

und nur maximal vier Liter davon

werden getrunken oder verkocht!

Wie vertragen sich die beiden

Ressortbereiche Landwirtschaft

und Wasser?

Die Ressortbereiche Wasser und Landwirtschaft

hängen eng und untrennbar miteinander

zusammen. So ist unser steirisches

Wasser die Grundlage für die Lebensmittelerzeugung.

Umgekehrt leistet die Landwirtschaft

einen wesentlichen Beitrag zum

Grundwasserschutzprogramm. Dennoch

gibt es hier auch Konfliktpunkte, die es gilt

zu lösen. Schätzungen zufolge hat mehr

als eine Milliarde Menschen weltweit keinen

Zugang zu sauberem Trinkwasser.

In den letzten 50 Jahren verdreifachte sich

nach Unesco-Angaben die Wasserentnahme

aus Flüssen, Seen und dem Grundwasser.

70 Prozent des Wassers weltweit

fließt in die Landwirtschaft, 20 Prozent in

die Industrie und zehn Prozent in die

Haushalte. In Österreich sieht die Situation

völlig anders aus: in die Landwirtschaft

entrinnen hier knapp sieben Prozent, in

Industrie und Gewerbe (ohne Kühlwasserbedarf)

ca. 67 Prozent und ca. 27 Prozent

in die Haushalte.

Welche Maßnahmen wurden bzw.

werden in Richtung Wasserversorgung

bzw. Grundwasserschutz getätigt?

2003 erfolgte der Startschuss zum Steirischen

Wassernetzwerk mit einem Investitionsvolumen

von 50 Millionen Euro. Wasserleitungen

von über 16.000 km transportieren

seither unser Trinkwasser in die

steirischen Haushalte. Das gesamte steirische

Leitungsnetz für die Wasserversorgung

und Abwasserentsorgung führt mit

40.000 km Länge gar „einmal um die Welt“.

Unsere 100-jährige Vorausschau in der

Wasserwirtschaft macht sich heute bereits

bezahlt. Dank zukunftsorientierter Planung

und durch die große steirische Kompetenz

im Wassermanagement kann unsere

Wasserversorgung auch in Krisenzeiten

garantiert werden. Auch betreffend

den Hochwasserschutz nimmt unser Bundesland

eine Vorreiterrolle ein: Hochwasserrückhaltebecken

sind in der Steiermark

bereits seit Jahrzehnten ein wesentlicher

Bestandteil der Strategien für den technischen

Hochwasserschutz. Diese Anlagen

haben sich inzwischen als wirkungsvolle

Schutzmaßnahmen bestens bewährt und

sind ein gutes Beispiel für die Strategie in

der Steiermark für den bestmöglichen

Schutz unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes.

Im Sinne der Europäischen Hochwasserrichtlinie

werden alle Möglichkeiten

ausgeschöpft, um das Hochwasserrisiko

zu minimieren. Deshalb setzen wir

trotz Sparmaßnahmen die Arbeiten für

den Hochwasserschutz konsequent fort.

Neben den technischen Schutzmaßnahmen

entwickeln wir Prognose- und Frühwarnsysteme,

gezielte Alarm- und Einsatzpläne

sowie Bewusstseinsbildungsmaßnahmen

für die Bevölkerung betreffend

Eigenvorsorge.

Was bedeutet für Sie Wasser und

Lebensmittelsicherheit, wenn Sie an die

Steiermark denken?

Unser steirisches Wasser ist von höchster

Qualität. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel

und gleichzeitig wertvolle

Grundlage für Lebensmittel höchster Qualität.

Auch hier setzen wir bei der Bewusstseinsbildung

und Eigenverantwortung

der SteirerInnen und Steirer an: „heimisch

kaufen“ bedeutet „sicher kaufen“. Die Situation

am internationalen Lebensmittelmarkt

ist zunehmend geprägt von Naturkatastrophen

und Lebensmittelskandalen.

In diesen Zeiten der Naturkatastrophen

gewinnen die Versorgungssicherheit und

der Klimaschutz auch im eigenen Land zunehmend

an Bedeutung. Unsere beste

Versicherung ist der Griff zum regionalen

Produkt! Wir müssen zunehmend auf den

heimischen Markt setzen. Nur so können

auch die Preise einigermaßen stabil gehalten

werden. Folgen dieser Naturkatastrophen

– insbesondere auf globaler Ebene

– sind nämlich einerseits Preiszusammenbrüche

sowie andererseits auch exorbitante

Preisanstiege, vorwiegend im Energieund

Lebensmittelbereich. Betroffen von

diesen signifikanten Preisschwankungen

sind fast immer die KonsumentInnen. Hier

gilt es, laufend das Vertrauen in die heimische

Qualität und die höchsten steirischen

Sicherheitsstandards zu stärken. Wir müssen

das steirische Know-how als internationales

Exportprodukt transportieren.

Kontakt

www.wasserland.steiermark.at


Wissensvermittlung – Kommunikation

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Kommunikation – Lernen online

Sozial netzwerken und

online kalkulieren

An der HAK Feldbach

beschäftigten sich zwei

IT-Projektgruppen intensiv

mit den Themen

Wissensvermittlung und

Kommunikation.

HRin DIR. Mag. Edith Kohlmeier, Apollonia Wallner, Melanie Timischl, Manuel Lang,

Jasmin Titz, Christoph Haiderer, Kerstin Wagner, Bernhard Stolz, Prof. Mag. Franz Hödl

„Vulcanication“ entstand als Maturaprojekt

des Projektteams Christoph Haiderer,

Carina Kriesch, Manuel Lang, Jasmin Titz

und Kerstin Wagner im Schuljahr 2011/12.

Der Name „Vulcanication“ ist eine Kombination

der Wörter „Vulkan“ für das Vulkanland,

für welches die Plattform ursprünglich

geschaffen wurde, und „Kommunikation“

für die Basisidee hinter „Vulcanication“.

„Vulcanication“ ist mehr als nur ein

einfaches Social-Network. Die üblichen

Funktionen einer Kommunikationsplattform

sind gedeckt mit:

• z Statusnachrichten und Kommentare

• z Privatnachrichten

• z Umfragen

• z Veranstaltungen

• z Eine Datei- und Linksammlung

• z Individuellen Benutzerprofilen

• z und einem Suchfeld, das gleichzeitig

nach Dateien, BenutzerInnen und

Veranstaltungen suchen kann.

Das Besondere an Vulcanication ist jedoch,

dass man

• z Die Dateien und Links nach Kategorien

sortieren kann,

• z Die neuesten und beliebtesten Dateien

auf den ersten Blick sehen kann,

• z Mehrere geschlossene Netzwerke erstellen

kann,

• z Diesen Netzwerken ein völlig individuelles

Design zuordnen kann,

• z Untergruppen für diese Netzwerke

erstellen kann

• z und innerhalb dieser Untergruppe

entscheiden kann, ob man innerhalb

der Untergruppe oder mit dem gesamten

Netzwerk kommunizieren

möchte.

Landent wicklung Steiermark

Im Administrationsbereich kann man außerdem

noch

• z Monatsstatistiken einsehen

• z Neue BenutzerInnen anlegen oder

bestehende bearbeiten

• z Neue Datei- und Linkkategorien anlegen

oder bestehende bearbeiten

• z Neue Netzwerke oder Untergruppen

anlegen oder bestehende bearbeiten

Da das Wort „Vulcanication“ zahlreiche

Eeinstellungsmöglichkeiten bietet, kann es

sehr vielseitig verwendet werden. Es kann

für die betriebsinterne Kommunikation

genutzt werden, Projektgruppen können

es zur Arbeitserleichterung verwenden

und es kann auch für die Kommunikation

in Gemeinden (auch gemeindeübergreifend

– Plattform für BürgermeisterInnen)

verwendet werden, und sogar als Social

Network ist es einsatzfähig.

„WIKA“ ist ein Online-Kalkulationsprogramm,

das von den SchülerInnen Apollonia

Wallner, Melanie Timischl, Wolfgang

Sandner, Anna Sorger und Bernhard Stolz

an der BhaK-Feldbach im Auftrag des WIFI

Steiermark entwickelt wurde.

WIKA ist ein innovatives Schulungs- sowie

Kostenrechnungsprogramm, das den UnternehmerInnen-

oder Lernalltag erleichtert

und dem/der Benutzer/in schnell und

einfach relevante Daten zu seinem/ihrem

Unternehmen (oder den Aufgabenstellungen)

liefert.

Es werden 2 Zielgruppen angesprochen:

• z Angehende UnternehmerInnen können

WIKA im Rahmen des Unternehmertrainings

im Gegenstand Kostenrechnung

als ONLINE-Lernhilfe verwenden

• z Aktive UnternehmerInnen können

ONLINE ihre Produkte kalkulieren

Als TestbenutzerIn (primär für Lernende

gedacht) kann man entweder im Dienstleistungs-

oder Handelsbereich Kalkulationen

durchführen.

Für DienstleisterInnen bzw. HandwerkerInnen

können

• z Die produktiven Stunden berechnet

werden

• z und eine Stunden- oder Produktkalkulation

erstellt werden

Für Handelsbetriebe können die Gemeinkostenzuschlagssätze

und die Rohaufschläge

berechnet werden und auf diesen

Berechnungen aufbauend beliebige Kalkulationen

erstellt werden. Wika ermöglicht

zu jeder Kalkulation eine pdF-Ausgabe,

die die Nachvollziehbarkeit der Berechnungen

ermöglicht.

Aktive UnternehmerInnen können on-

Line kalkulieren. Folgende Möglichkeiten

stehen zur Verfügung:

• z Speicherung der Kosten mit dem dazugehörigen

Jahr

• z Durchführung von Jahresvergleichen

• z KundInnenverwaltung

• z Angebotsausgabe mittels PDF

• z Ausgabe der Kalkulationsergebnisse

mit Details über Gewinn und Einzelpreise


Bernd Gerstl

| 11 |

R e g i o n a L B e t r e u u n g

Margreth Kortschak-Huber

Landentwicklung

Steiermark

(Zukunfts-)Gestaltung

durch Vernetzung

Die Sehnsucht nach

Sicherheit

Die großen globalen Sicherheiten, auf

die wir unseren Wohlstand aufgebaut haben,

beginnen weg zubrechen. Die Versprechungen

des unendlichen materiellen

Wachstums lösen sich auf. Wir haben

bei diesem „globalen Ausflug“ auf uns,

auf unsere Familie, auf unseren Lebensraum,

auf unsere Lebensmittel, auf unsere

eigene Energieversorgung, auf unsere

Regionalwirtschaft vergessen.

Im Vulkanland wurde versucht, den Menschen

ihren Lebensraum näher zu bringen

und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.

Mit der Inwertsetzung wurde

dem Lebensraum an der Grenze wieder

Würde und Wert gegeben.

Das Wertvolle der eigenen Region wieder

sehen und schätzen lernen ist die

Devise. Hilfe zur Selbsthilfe – aus der Not

eine Tugend machen, heißt es so schön.

Viele Kulinarikbetriebe im Vulkanland

sind aus dieser Sichtweise heraus entstanden.

Neue Sicherheiten und Unabhängigkeit

in einer immer unsicherer

werdenden globalen Welt sind die positiven

Folgen.

Persönliche und regionale Sicherheiten

entstehen nur durch die Würdigung und

Wertschätzung dessen, was wir sind, was

uns umgibt, was wir haben und was wir

können.

Es liegt in der Eigenverantwortung jedes/jeder

Einzelnen, ein Stück Unabhängigkeit

vom globalen Markt zurückzugewinnen.

Wir werden diese Unabhängigkeit

früher brauchen, als wir glauben,

meint Ihre Regionalbetreuerin

Margreth Kortschak-Huber

Kontakt

Margreth Kortschak-Huber

Prozess- und Projektmanagement

8330 Feldbach, Bismarckstraße 11-13

margreth.kortschak-huber@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 43 759

Vernünftig verknüpft

Die „Vernetzte Region“

Vulkanland zeigt einen

Weg, wie durch den gezielten

Aufbau von Kooperationen

und Netzwerken

Regionalentwicklungsprozesse

zukunftsorientiert

gestaltet werden

können. Digitale Medien

sind dabei ein wichtiges

Werkzeug zur Unterstützung

des Informationsund

Wissenstransfers.

Das Steirische Vulkanland war 2001 die

erste Region mit einem regionalen Wissensmanagementsystem

zur Unterstützung

der regionalen Zukunftsstrategie.

Daraus entwickelte sich in Folge das Modell

der „Vernetzten Region“.

Ziel ist der Aufbau einer hohen regionalen

Innovations- und Kooperationskultur. Um

das Potenzial von Netzwerken für die regionale

Entwicklung bestmöglich erschließen

zu können, bedient sich das Steirische

Vulkanland einer Doppelstrategie.

Effektive Vernetzung –

eine doppelstrategie

Aufbau von regionalen Netzwerken

In unterschiedlichen regionalen Stärkefeldern

wird mit regionalen AkteurInnen an

lebendigen Netzwerken gearbeitet. Durch

Wissensteilung und Wissenserweiterung

entsteht eine neue Dynamik im Stärkefeld.

Dadurch profitiert das Netzwerk mit sichtbar

werdender Kompetenz und Vielfalt, als

auch der Einzelne durch die Erweiterung

seiner Fähigkeiten. Netzwerkbeispiele: Lebensgärtner,

Museen und Sammlungen,

Theaterbühnen, Chöre und Singkreise, Forum

Lebenskraft und Gesundheit, Vulkanland-Markenbetriebe.

Vulkanland Augmented Reality mit Wikitude

am Smartphone: Digitale Anwendung der

regionalen Wissensbasis

Digitale Vernetzung und

Wissenstransfer

Das digitale Rückgrat der „Vernetzten Region“

bildet eine regionale Wissensbasis

mit ca. 45.000 Inhaltsseiten und ca. 10.000

verorteten regionalen Informationspunkten.

Damit werden zielgruppenorientiert

verschiedene digitale Anwendungen mit

regionalen Inhalten versorgt. Über ein Modulsystem

ist die Wissensbasis mit den 79

Regionsgemeinden verknüpft. Dadurch

wird die Aktualität gewährleistet.

Diese Doppelstrategie hat zu einer neuen

Form der Beteiligungs-, Austausch-, Reflexions-

und Innovationskultur geführt. In

Verbindung mit einer begleitenden Evaluierung

bildet sie ein wichtiges Fundament

in Richtung einer menschlich, ökologisch

und wirtschaftlich zukunftsfähigen

Region Steirisches Vulkanland.

Anwendungsbeispiele:

www.vulkanland.at

www.karte.vulkanland.at

www.vulkanland.mobi

Wikitude Vulkanland

Kontakt

Mag. (FH) Bernd Gerstl

Vernetzte Region Steirisches Vulkanland

www.vulkanland.at


BewuSSTSeinSBILdung

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„Raumsinn und Werkeslust“

Architekturvermittlung an Schulen

Architektur im Zentrum der Bewusstseinsbildung für die

Naturparkschulen im Naturpark Südsteirisches Weinland.

R e g i o n a L B e t r e u u n g

Ing in . Astrid Holler

Landentwicklung

Steiermark

Kommunikation braucht

Räume …

Kommunikation ist ein sehr komplexer

Prozess und bedient sich auch in

der BürgerInnenbeteiligung immer

neuer digitaler Hilfsmittel.

e-partizipation, web2.0, online-

Befragungen, …

Ein Schwerpunkt-Projekt zur Bewusstseinsbildung

im Naturpark Südsteirisches

Weinland sind die Naturparkschulen. Über

20 Schulen, darunter Volks-, Haupt-, Neue

Mittelschulen und zwei höher bildende

Schulen, arbeiten gemeinsam mit dem

Naturpark daran, nachhaltige und regionale

Natur-Themen mit wichtigen ökologischen,

sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen

Inhalten in den Unterricht

einzubauen. Dies geschieht durch neue

Lehr- und Lernformen nicht nur im Klassenzimmer,

sondern vor allem in der freien

Natur unter Einbezug diverser Fachleute.

Die Kinder erlangen so ein Verständnis für

die Wichtigkeit der Erhaltung und des

Schutzes unserer einmaligen Landschaft.

Denn nur was der Mensch kennt und liebt,

das schützt und bewahrt er auch.

Im Schuljahr 2011/12 beschäftigen sich

die Naturparkschulen mit dem Bauen und

Handwerken im Naturpark. Besonders im

Mittelpunkt stehen dabei die Baukultur

und traditionelle Handwerkskunst. „Plattform

Baukultur“ ist ein weiteres wichtiges

Naturpark-Projekt unter der Leitung von

DI Christian Hofmann, wobei neben landschaftsgerechter

Architektur auch großer

Wert auf energieschonende und ressourcensparende

Bauweisen gelegt wird. In

Kooperation mit di Astrid Holler von der

Landentwicklung Steiermark und dem

Verein „Raum macht Schule“ wurde eigens

zum Thema Baukultur für die Naturparkschulen

ein Architekturvermittlungskon-

zept ausgearbeitet. Zentrales Thema der

Projektarbeit ist der „Raum“, in dem Menschen

leben und sich wohlfühlen. SchülerInnen

sollen selbst erspüren, wann sie

sich wohlfühlen und wie ein Ort ausgestattet

sein muss, in dem man sich gerne

aufhält. Gemeinsam mit dem Architekturvermittlungsverein

„Raum macht Schule“

werden Inhalte wie Bionik, Raumqualitäten,

Platzgestaltung, Energieeffizienz, Klimaschutz

und das eigene Wohlgefühl in

(Lebens-)Räumen altersgerecht aufbereitet

und vermittelt. Ein starker Bezug liegt

dabei auf der Region und der Heimat. Mit

dem „Wohlfühlen im Raum“ soll die Wertschätzung

von selbst hergestellten Produkten

und Menschen, die diese Kunst beherrschen,

verknüpft werden. Traditionelle

Handwerke werden vorgestellt und laden

die Kinder ein, selbst handwerklich

tätig zu werden. Auch die Energie- und Klimaproblematik

wird durch die ArchitekturvermittlerInnen

in den Workshops bearbeitet.

Die SchülerInnen untersuchen

dabei ihr Schulhaus. Die SchülerInnen sollen

für nachhaltiges Konsumverhalten und

die Sparsamkeit im Umgang mit Energie

sensibilisiert werden.

Kontakt

Mag. Beatrice Schöller,

Naturpark Südsteirisches Weinland

Ing. Astrid Holler,

Landentwicklung Steiermark

Es ist notwendig, Räume zu schaffen, in

denen Kommunikation stattfinden

kann und in denen man sich Gedanken

und somit auch Verantwortung für die

Gestaltung unseres gemeinsamen

Le bens raumes macht. Doch trotz der

digitalen Möglichkeiten erleben wir im

Agenda-21-Prozess, dass die Einbeziehung

der Menschen und die Schaffung

von Face-to-Face-Settings das wesentliche

Kriterium für wirklichen, nachhaltigen

Erfolg ist.

Beteiligung von Menschen in kommunalen

und regionalen Entwicklungsprozessen

ist schon alleine daher notwendiger

denn je, da sich die Zukunftsaufgaben,

insbesondere die ökologischen,

sozialen und kulturellen Herausforderungen,

nur lösen lassen, wenn möglichst

viele Menschen sich daran beteiligen.

Das erfordert in vielen Fällen Verhaltensänderung

und die Auflösung

bisheriger Denkstrukturen. Politik und

BürgerInnen müssen in einen noch engeren

Diskurs gehen, um diese Herausforderungen

zu bewältigen.

Kontakt

Ing in . Astrid Holler

astrid.holler@landentwicklung.com

www.landentwicklung.com

Landent wicklung Steiermark


LA21 LebensquaLITät

| 13 |

Lebring-St. Margarethen hat

viele Facetten

Klimaschutz und

erneuerbare Energie

Die Marktgemeinde

Lebring-St. Margarethen

mit etwas mehr als 2000

EinwohnerInnen gilt als

interessanter Gewerbewie

auch Wohnstandort.

cherheit der Versorgung mit dem Lebensnotwendigen,

eingebunden zu sein, vertraut

zu sein und vertrauen zu können. Lebensqualität

hat mit Nähe zu tun, Nähe

zur Schule, zum Kaufmann/zur Kauffrau,

zum Arzt/zur Ärztin, zu den Kindern und

Enkelkindern. Lebensqualität hat aber vor

allem auch mit Klimaschutz und regionaler

Wertschöpfung zu tun. Orte mit besserer

Lebensqualität sind für Menschen und

Betriebe attraktiver. Aber wer ist verantwortlich

für Lebensqualität und Klima in

der Gemeinde? In Wirklichkeit muss jede/r

Das „e5“-Team mit Bgm. Hans Weinzerl und Teamleiterin Ing. Daniela List

In einem raschen Tempo ist es gelungen,

die Marktgemeinde Lebring-St. Margarethen

als Klimaschutz- und energieeffiziente

e5-Gemeinde zu positionieren. Die Zusammenarbeit

mit den Nachbargemeinden

in der Kleinregion Hengist ist so intensiv

wie nie zuvor. Die Abfallwirtschaft wird

über die Gemeindegrenzen hinweg organisiert.

Die Altstoffsammelzentren stehen

allen BürgerInnen der Kleinregion offen.

Immer öfter stellt sich die Frage, ob in Zeiten

immer knapper werdender Budgets

für die Gemeinden noch genügend Spielraum

vorhanden ist, über wirtschaftliche,

soziale oder ökologische Projekte nachzudenken.

Seit vielen Jahren wird in Lebring-

St. Margarethen diese Frage mit eindeutigem

„Ja“ beantwortet, weil gerade die

kontinuierliche Weiterentwicklung ein wesentlicher

Faktor für die Lebensqualität in

einer Gemeinde ist. Lebensqualität hat mit

Sicherheit und Geborgenheit zu tun, Si-

die Gestaltung seiner/ihrer Zukunft selbst

in die Hand nehmen. Aktive BürgerInnenbeteiligung

ist das Motto der Stunde.

BürgerInnenbeteiligung als wichtiger

Faktor

2007 wurde die Lokale Agenda 21 gestartet.

Aus einer Zukunftswerkstätte entstanden

4 Arbeitskreise zu den Themen Umwelt,

Kultur & Brauchtum, Gesellschaft sowie

Wirtschaft/Landwirtschaft/Tourismus,

in denen seither zahlreiche Projektideen

verfolgt wurden. In einer BürgerInnenbefragung

wurden alle BewohnerInnen der

Gemeinde eingeladen, ihre Meinung zu

wichtigen Gemeindethemen abzugeben.

Durch eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit

erhielt die Bevölkerung Informationen

zu den laufenden Arbeiten im Agenda-Prozess.

So wurde rasch klar, dass es in

den nächsten Jahren gilt, verstärkt Maßnahmen

in den Bereichen Erneuerbare

Energie zu setzen. Im Arbeitskreis Umwelt

und Energie mit ca. 30 aktiven BürgerInnen

wurde 2008 mit zahlreichen Aktivitäten

gestartet. Seit Anfang des Jahres 2010

sind wir dem e5-Programm für energieeffiziente

Gemeinden beigetreten. Hinter all

diesen Aktivitäten steht ein Team aus engagierten

Privatpersonen, VerwaltungsmitarbeiterInnen

und GemeindepolitikerInnen

– allen voran Bgm. Hans Weinzerl

und e5-Teamleiterin Ing. Daniela List.

Klimaschutz rechnet sich

Durch die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung

auf energieeffiziente Beleuchtung

im Jahr 2008 – Einsparung von

41.000 kWh Strom pro Jahr. Die energieeffiziente

und ökologische Sanierung der

Volksschule Lebring wurde 2009 als bestes

kommunales Sanierungskonzept ausgezeichnet.

Die Gebäudehülle wurde dabei

auf einen Standard angehoben, der jenem

von ambitionierten Neubauten entspricht.

Wärme und Warmwasser werden zu 100%

aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt

(Biomasse). Eine Photovoltaikanlage mit

10 kWp produziert jährlich ca. 10.000 kWh

Strom. Neben den Heizkosteneinsparungen

von über 70% können jährlich ca. 62

Tonnen co 2 eingespart werden. Die Gemeinde

nimmt ihre Verantwortung im umwelt-

und klimagerechten Bauen wahr

und bietet ein Vorzeigeprojekt zum Angreifen

und Erleben. Durch die Umstellung

auf Ökostrom für alle gemeindeeigenen

Gebäude und Anlagen sind wir unserem

ehrgeizigen Ziel, den co 2 -Ausstoß drastisch

zu reduzieren, ein wesentliches Stück

näher gekommen. Der jährliche Strombedarf

entspricht dem Strombedarf von ca.

190 Haushalten. Dazu gehören der Strom

für die öffentlichen Gebäude ebenso wie

der Strom für die Straßenbeleuchtung

oder der Strom für die Kläranlage. Der Umstieg

auf Ökostrom bedeutet eine co 2 -Reduktion

um ca. 200 Tonnen pro Jahr.

Kontakt

Marktgemeinde Lebring-St. Margarethen

www.lebring-st-margarethen.at


BürgerInnenbeteILIgung

| 14 |

Bärnbach beseelt die Kunst

Kunst im Zentrum

Der Verein „Kunstfabrik

Lipizzanerheimat“ wurde

im letzten Jahr (2011) aus

der Lokalen AGENDA 21

gegründet und bietet

KünstlerInnen und Kunstinteressierten

die Möglichkeit,

Malerei, Bildhauerei,

Grafik und weitere Kunstrichtungen

in einem

Zentrum auszuüben.

Dadurch wurde die Kunstfabrik

Lipizzanerheimat

zu einem „lebenden und

aktiven Kunstkörper“ in

der Steiermark. Angesprochen

werden Kunstschaffende

und Kunstinteressierte

aus allen Kunstrichtungen.

Die „Kunstfabrik

Lipizzanerheimat“

wird sowohl von der Stadtgemeinde

Bärnbach als

auch von der Firma Stölzle

GmbH unterstützt, dabei

werden die Räumlichkeiten

zur Verfügung gestellt.

Interessante Workshops locken ins Atelier

Losgelöst vom Alltag und Beruf, bietet die

Kunstfabrik Lipizzanerheimat beste Voraussetzungen

für Kurse, um in einem vergleichsweise

kurzen, aber zusammenhängenden

Zeitraum intensiv zu arbeiten.

Weiters werden Mehrtages-Seminare und

freies Malen für Interessierte angeboten.

Im Atelier der Kunstfabrik Lipizzanerheimat

besteht daher auch die Möglichkeit,

dass der/die einzelne Künstler/in bei von

der Kunstfabrik organisierten Kursen die

individuelle Förderung und Anleitung

durch die Dozentin/den Dozenten hat.

Ebenso wird auch die gesamte Kunstrichtung

der „Bildhauerei und der Plastik“

nicht zu kurz kommen. Inmitten der inspi-

Willkommen in der Kunstfabrik Bärnbach

rierenden Landschaft der Region mit den

weißen Pferden und mit den bereits vorhandenen

architektonischen Kunstwerken

von Prof. Friedensreich Hundertwasser,

Prof. Ernst Fuchs, Zeppel Sperl, Arik Brauer,

Prof. Franz Weiß, Gustav Troger usw. befindet

sich in Bärnbach das große Atelier für

Malerei mit einem ganz besonderen Ambiente:

die Kreativität wird belebt, der

künstlerische Prozess kann sich entfalten.

In der Kunstfabrik Lipizzanerheimat sind

auch Veranstaltungen, wie z. B. kleinere

Konzerte, Lesungen und Performancekunstaktivitäten

möglich.

Im Mai 2012 wird die Kunstfabrik Lipizzanerheimat

mit einer großen „Afrika-Kunstausstellung“

eröffnet werden. Zur Ausstellungseröffnung

erwartet die Kunstfabrik

den südafrikanischen Botschafter.

Bei dieser Eröffnung wird auch die neue

„Stölzle-Galerie“, welche ebenfalls von der

Kunstfabrik Lipizzanerheimat aufgebaut

und betreut wird, eröffnet werden.

Kontakt

Verein Kunstfabrik Lipizzanerheimat

Hans-Groß-Siedlung 3

A-8572 Bärnbach

Tel.: +43 (0) 676 846 155 530

office@kunstfabrik-lipizzanerheimat.at

www.kunstfabrik-lipizzanerheimat.at

Landent wicklung Steiermark


MITTelpunkt Mensch

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Zeit wird zum Zahlungsmittel

Talente und Fähigkeiten fördern

Gute Tausch-Geschäfte

In Österreich, aber auch in

vielen anderen Ländern

wie beispielsweise Japan,

Deutschland, Großbritannien

und der Schweiz,

werden Zeit- und Hilfsbanken

immer beliebter.

Zeit- und Hilfsbanken ermöglichen

es, die eigenen

Talente und Fähigkeiten in

Form von geleisteter Zeit

zu „tauschen“.

Austausch

Bei regelmäßig veranstalteten Treffen können

Vereinsmitglieder sich kennen lernen

und Informationen über Bedürfnisse und

Bereitgestelltes einholen. Angeboten werden

beispielsweise Hilfestellungen für

Garten- und Hausarbeit, Transportdienste,

kleine Reparaturen im Haushalt, aber auch

Sprach- und Tanzunterricht oder Unterstützung

beim Erlernen eines Instruments.

Die geleistete Arbeit wird in für alle gleichwertigen

Stunden verrechnet und auf einem

Zeitkonto verbucht. Eine Stunde juristische

Beratung kann somit mit einer

Stunde Haustierbetreuung abgegolten

werden. Es ist möglich, Stunden zu „sparen“

und erst später zu nutzen, wenn Unterstützung

benötigt wird.

Aktiv werden

Um bei einem dieser überparteilichen,

volksgruppenübergreifenden und überkonfessionellen

Vereine mitzumachen,

wird ein geringer Mitgliedsbeitrag, der die

Kosten des Vereins decken soll, eingehoben.

Grundsätzlich ist es angedacht, die

Zeit- und Hilfsbanken gänzlich ohne Geld

zu betreiben.

Auch in der Steiermark gibt es Zeit- und

Hilfsbanken. Falls es in Ihrer Umgebung

keine gibt, werden Sie selbst aktiv! Eine

Zeitbank, die Sie gerne beim Aufbau unterstützt,

ist die „Zeitbank für Jung und Alt

Gemeinde Lengau“.

Infos unter: www.zeitbank-altjung.at

Weitere Zeitbanken finden Sie beispielsweise

hier: www.zeitbank.at/

Zeit = Hilfe + Netz

Ziele

Zeitbanken unterstützen Nachbarschaftshilfe,

fördern einen geldlosen Ansatz und

den Austausch zwischen Generationen.

Die eigenen Fähigkeiten und Talente werden

gefördert, da jede/r die Freiheit hat,

das einzubringen, was gekonnt und gerne

gemacht wird. Zudem wird der Gemeinschaftssinn

gefördert und finanziell

schlechter Gestellten unter die Arme gegriffen.

Es gibt auch Zeitbanken, die den Fokus

eher auf ältere Personen legen, ihnen soll

möglichst lange eine gute Lebensqualität

im eigenen Heim geboten werden.

Kontakt

Landentwicklung Steiermark

www.landentwicklung.com


countdown aLpine Ski-WM 2013

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© TOM FOTO DESIGN, Schladming

„Miteinander Ideen

finden, gemeinsam

Projekte entwickeln und

voneinander lernen.“

Unter diesem Motto

finden in regelmäßigen

Abständen, initiiert von

der Landentwicklung

Steiermark, Netzwerktreffen

der regionalen

Schulen im Hinblick auf

die Alpine Ski-WM 2013

statt. Ziel ist es, die Schulen

miteinander zu vernetzen

und die SchülerInnen

einen Teil der WM-Familie

werden zu lassen. Einige

Projekte sind noch in Vorlaufphase

– ein Projekt

wurde bereits umgesetzt.

Landent wicklung Steiermark

Kreativ sein können –

kreativ sein lassen

Das Schulprojekt „Kunst-Schnee“ der

Volks- und Skihandelsschule Schladming

wurde mit den zwei heimischen Künstlern

Herbert Bauer und Josef Schnitzer durchgeführt,

unterstützt vom Land Steiermark

und der Stadtgemeinde Schladming.

Vier Schülerinnen der Skihandelsschule

Sschladming betreuten dieses Projekt im

Zuge ihrer Abschlussprojektarbeit betriebswirtschaftlich,

sie waren für die

Sponsorensuche der Trophäen und Vorbereitung

der Projektpräsentation verantwortlich.

Der Holzskulpturenschnitzer Josef Schnitzer

kreierte mit den SchülerInnen der vs

Schladming aus heimischem Holz verschiedene

Holztrophäen, passend zur Ski-

WM 2013. Die SchülerInnen sollten dabei

spielerisch die verschiedenen Arten von

Holz und den Umgang mit Holz erlernen.

Die 10 individuell gestalteten Holztrophäen

wurden gold eingefärbt und beim

Projekt „Kunst-Schnee“ der Volksschule

und Skihandelsschule Schladming

Nightrace Schladming 2012 von internationalen

Skirennläufern (u.a. Felix Neureuther)

sowie beim Weltcup in Garmisch-

Partenkirchen 2012 von den österreichischen

Speed-Damen (u.a. Elisabeth Görgl

– amtierende 2-fache Weltmeisterin in Super-G

und Abfahrt, Anna Fenninger – amtierende

Weltmeisterin in der Super-Kombination)

signiert, um zu verdeutlichen,

wie wichtig der frühe Zugang zu Sport in

Schulen ist.

Partner aus der regionalen Wirtschaft unterstützten

dieses Projekt und konnten einen

der zehn Trophäen individuell aussuchen

und erwerben. Die Trophäen wurden

entsprechend mit Plaketten (Sponsorenleiste

Land Steiermark und regionaler Partner

sowie Projektbeschreibung) versehen.

Die offizielle Übergabe an die regionalen

Partner erfolgte bei der Projektpräsentation

der Volks- und Skihandelsschule

Sschladming am 12. 03. 2012 bzw. beim offiziellen

Fototermin am 13. 03. 2012, einen

Tag vor dem Weltcup-Finale. Dieser Termin

wurde deshalb gewählt, da diese Holztrophäen

von den Sponsoren im Hinblick auf

die Alpine Ski-WM 2013 für Schaufensterwerbung

als Eyecatcher, WM-Aktionen,

Gewinnspiele etc. herangezogen werden

konnten.

Der Reinerlös dieser Holztrophäen kam

der Volksschule Schladming zur Förderung

des Schul(ski)sports zugute.

Der Maler Herbert Bauer fertigte mit den

SchülerInnen gemeinsam Bilder an. Diese

Bilder wurden aneinandergereiht und ergaben

zusammen einen „Kunst-Schneeball“,

welcher von Fotograf Tom Eitzinger

fotografiert wurde. Daraus entstand letztendlich

eine für die Alpine Ski-WM 2013

werbewirksame Postkarte. Diese Postkarte

wurde bei der Projektpräsentation der

Volks- und Skihandelsschule Schladming

offiziell vorgestellt und ist in einer limitierten

Auflage bei ausgewählten UnternehmerInnen

aus der Region erhältlich.

Der Reinerlös dieser Spendenaktion

kommt den AthletInnen von Special Olympics

Österreich, Sportverein für Menschen

mit besonderen Bedürfnissen, zugute.


countdown aLpine Ski-WM 2013

| 17 |

Statement

Herbert Bauer

Bildender Künstler

Statement

Josef Schnitzer

Bildhauer und Maler

Statement

Dipl.-Päd. Ursula Rantschl

Volksschule Schladming

Gerne bin ich der Einladung zu diesem

Projekt „KUNST-SCHNEE-BALL“ gefolgt.

Ein von mir vorgegebenes Muster wurde

eifrig von den SchülerInnen umgesetzt.

Als heimischer Künstler war es für mich

leichter, dass diese Idee angenommen

wurde.

Für meine Person möchte ich mich auf diese

Art bei den SchülerInnen, der Direktion,

den Lehrkörpern und Sponsoren recht

herzlich bedanken, dass ich zum Projekt

der vs Schladming als Mentor einen Beitrag

zur Ski-WM 2013 leisten durfte.

Ich konnte tolle Erfahrungen sammeln. Es

gelang uns eine optimale Zusammenarbeit

mit den Kindern der Volksschule

Sschladming und den SchülerInnen der

Skihandelsschule Schladming. Die Kinder

der vs Schladming konnten ihr handwerkliches

Geschick und Können trotz großer

Herausforderungen unter Beweis stellen.

Daraus entstanden 10 tolle Trophäen aus

heimischen Hölzern. Meiner Meinung

nach wurden durch dieses Projekt ungeahnte

Fähigkeiten der Kinder wachgerufen.

In diesem Sinne möchte ich mich

nochmals recht herzlich für die tolle Zusammenarbeit

mit der Volks- und Skihandelsschule

Schladming bedanken.

Kunst-Schnee

Durch das Projekt „Kunst-Schneeball“

wollten wir erreichen, dass sich unsere

SchülerInnen auf vielfältige Weise mit der

Ski-WM 2013 auseinandersetzen. So entstand

die Idee, ein Projekt mit Künstlern

unserer Region in Kooperation mit der Skihandelsschule

Schladming zu starten. Zur

Umsetzung des Projektes erstellten wir einen

genauen zeitlichen Rahmen, den wir

mit den Künstlern abstimmten. Alle Kinder

unserer Schule waren am Projekt beteiligt.

Um den Bezug zur Region zu wahren, war

es wichtig, heimisches Holz für die Trophäen

zu verwenden. Die Zusammenarbeit

mit den Künstlern entwickelte sich zu einem

Miteinander. Wir lernten und profitierten

voneinander und entwickelten gemeinsam

die Umsetzung. Besonders

schön war zu beobachten, mit welcher

Freude und mit welchem Eifer die SchülerInnen

bei der Sache waren. Die Kinder

sind sehr stolz auf ihre Arbeit und wir hoffen,

dass die Karte „Kunst“ Schneeball und

die Trophäen von der Öffentlichkeit gewürdigt

und angenommen werden.

Statement

Mag. Barbara Kohlhofer

Skihandelsschule HAK

Aufbaulehrgang Schladming

Wie war für dich die Erfahrung, mit den

Künstlern zusammenzuarbeiten?

Nachdem ich als Wirtschaftspädagogin bis

dato noch keine Gelegenheit hatte, mit

heimischen Künstlern zusammenzuarbeiten,

war es eine neue positive Erfahrung

für mich. Jede/r Beteiligte hatte einen anderen

Zugang bzw. andere Interessen im

Rahmen des Projektes, die irgendwie unter

einen Hut gebracht werden mussten.

Die Teamarbeit funktionierte sehr gut und

es war schön, ein kleiner Bestandteil in diesem

Projekt gewesen zu sein.

Wie erfolgte die Kommunikation und

Bewusstseinsbildung?

Es fanden regelmäßig Netzwerktreffen im

Hinblick auf die Alpine Ski-WM 2013 statt,

in welchen der Kontakt zu Frau Mag. Nina

Sulzenbacher bzw. den beiden Lehrerin-

nen der Volksschule Schladming, Frau

Dipl.-Päd. Ursula Rantschl und Frau Dipl.-

Päd. Margot Neumayer, hergestellt wurde.

Nachdem wir uns auf ein gemeinsames

Projekt geeinigt hatten, fanden regelmäßig

Projektbesprechungen in der Volksschule,

Skihandelsschule oder im Jugendsportheim

in Schladming statt, bei welchen

häufig alle Beteiligten anwesend waren.

Ein Großteil der Kommunikation erfolgte

auch über E-Mail bzw. Telefon.

Kurze Worte zum Projekt Kunst-Schnee

– welche Idee stand dahinter?

Als Nachhaltigkeitskoordinatorin der Alpinen

Ski-WM 2013 hat Frau Mag .a Nina Sulzenbacher

(tätig für die Landentwicklung

Steiermark) die Aufgabe, BürgerInnen-Beteiligungsprozesse

in der Region zu initiieren.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei auch

die Schulen.

In Folge dessen wurden 25 Schulen (Volksschulen,

Hauptschulen, weiterbildende

höhere Schulen sowie Musikschulen) zu

einem Netzwerktreffen eingeladen, mit

dem vorrangigen Ziel, miteinander Ideen

zu finden und gemeinsame Projekte im

Hinblick auf die Alpine Ski-WM 2013 zu

entwickeln.

Schnell war für die vs Schladming klar,

dass ein künstlerisches Projekt, unter Einbezug

von heimischen Künstlern, entstehen

soll. Die Skihandelsschule und haK-

Maturalehrgang Schladming beschloss

dieses Projekt im Zuge eines Abschlussprojektes

zu betreuen.

Welche Aufgabe hatten dabei die

SchülerInnen der Ski-Handelsschule

Schladming?

Die SchülerInnen der Skihandelsschule

Schladming müssen im Rahmen ihres Projektmanagementunterrichts

in der vierten

Klasse im Team ein ausbildungsadäquates

Projekt betriebswirtschaftlichen Inhalts initiieren,

durchführen, abschließen, dokumentieren

und präsentieren können.

Die vier Schülerinnen der Skihandelsschule

Schladming waren beim Projekt „Kunstschnee“

im Wesentlichen für den betriebswirtschaftlichen

Teil verantwortlich.


countdown aLpine Ski-WM 2013

Silvia Fink

| 18 |

Umweltzeichen für nachhaltige

Unternehmensführung

Pressekonferenz: Sporthotel Royer in Schladming

Ausgezeichnet

Nicht nur Sportlichkeit

wird in der Ski-WM-Stadt

Schladming großgeschrieben,

sondern auch Nachhaltigkeit:

Als erstes Hotel

in Schladming trägt seit

kurzem das Sporthotel

Royer direkt am Fuße der

Planai das „Österreichische

Umweltzeichen

für Tourismusbetriebe“.

Am 24.1.2012 wurde bei einer gemeinsamen

Pressekonferenz das sichtbare Zeichen

für nachhaltige Unternehmensführung

am Hotelportal angebracht. „Gütesiegel

und Auszeichnungen sind stets das

nach außen sichtbare Zeichen für nach innen

gelebte, höchste Qualität in verschiedenen

Bereichen. So ist auch die Auszeichnung

des Sporthotels Royer als Wertschätzung

und Anerkennung besonderer Leistung

zu sehen“, so Landesrat Johann Seitinger.

Die Bedeutung für die Wirtschaft

unterstreicht Wirtschaftslandesrat Christian

Buchmann: „Die Steiermark wird im

kommenden Jahr im Rahmen der Ski-WM

2013 in Schladming international in der

Auslage stehen. Die Eco World Styria ist

weltweit zum Umweltcluster Nummer

eins ausgezeichnet worden und hat

das Ziel, in der Steiermark bis 2015 die Beschäftigten

in den Umwelttechnikunternehmen

auf 20.000 zu steigern. Die Verleihung

des Umweltzeichens für das Sporthotel

Royer ist ein positives Beispiel für

nachhaltiges Wirtschaften.“

Das Superior Hotel hat die Jury nicht nur

mit einer Biowärmeanlage sowie Angeboten

für sanfte Mobilität, sondern auch mit

seiner konsequenten Umstellung sämtlicher

Beleuchtungsanlagen auf die Led-

Technik sowie mit seinem Weg, regionale

Bgm. Jürgen Winter, LR Christian Buchmann, Hoteleigentümer Ernst Royer, Direktor Andreas

Mayrhofer, LR Johann Seitinger, Stmk.-Tourismus-Chef Georg Bliem und der Nachhaltigkeitskoordinator

Wilhelm Himmel bei der Überreichung der Umweltzeichenplakette (v. l.)

© Land Steiermark/raffalt.com

Produkte und Dienstleistungen einzukaufen,

überzeugt. „Mit der Auszeichnung

können wir unsere Umweltleistungen nun

stärker nach außen tragen. Wir merken,

dass den Gästen ein ressourcenschonender

Umgang mit unserer Umwelt immer

wichtiger wird, sie honorieren unser Engagement

auf diesem Weg“, so Hoteldirektor

Andreas Mayrhofer beim Anbringen der

Plakette. Auf seinem Weg zur Auszeichnung

wurde das Sporthotel Royer vom Beratungsunternehmen

„ecetera“ aus Korneuburg

fachlich unterstützt.

Den Tourismusverantwortlichen und

dem Österreichischen Ski-Verband als Veranstalter

der Ski WM 2013 ist bewusst,

dass die Öffentlichkeit Großveranstaltungen

auch bezüglich ihrer Organisation mit

Blick auf die Umweltverträglichkeit bewertet.

„Das Umweltzeichen ist ein großer

Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

im Tourismus. Das Sporthotel Royer

setzt damit ein sichtbares Zeichen. Ich bin

davon überzeugt, dass weitere Betriebe

folgen werden“, so der Schladminger Bürgermeister

Jürgen Winter.

Das Österreichische Umweltzeichen für

Tourismusbetriebe wird seit 1996 vom Le-

bensministerium vergeben und ist eine

Auszeichnung für umweltgerecht wirtschaftende

Betriebe. Insgesamt gibt es bereits

230 ausgezeichnete Betriebe in Österreich

und davon 28 in der Steiermark.

„Es ist an der Zeit, dass die steirischen Urlaubsangebote

im wahrsten Sinn des Wortes

nachhaltiger beziehungsweise grüner

werden. Das Umweltzeichen ist ein sichtbares

Zeichen für den Gast, dass man sich

um Ressourcenschonung kümmert – vom

Energieverbrauch bis zum Einkauf“, erklärt

Steiermark-Tourismus-Chef Georg Bliem.

Kontakt

Silvia Fink

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 19D, Abfall- und

Sstoffflusswirtschaft

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

www.nachhaltigkeit.steiermark.at

www.win.steiermark.at

Landent wicklung Steiermark


BLITzLIcHTer

| 19 |

Bei verantwortungsvollem

Umgang überwiegen die

Vorteile …

Als ich vor nun schon über 20 Jahren im

„Welthaus“ zu arbeiten begann, gab es

noch kein Internet und nicht jeder Arbeitsplatz

verfügte über einen Computer. Mittels

Teletex kommunizierten wir mit unseren

Projektpartnern in Tanzania – dazu

musste ich extra in einer eigenen Telefonzelle

auf der Post den Text eintippen…

Heutzutage kaum mehr vorstellbar. Das

Internet gehört einfach zur Kommunikation

dazu und ist nicht mehr wegzudenken.

Auch für mich ist es sowohl privat als

auch beruflich eine wichtige Informationsund

Kommunikationsplattform geworden.

Vorausgesetzt ist der verantwortungsbewusste

Umgang, dann überwiegen

die Vorteile bei weitem. Gerade soziale

Netzwerke nutze ich gerne, sowohl in

Foren als auch auf Facebook, kann mich

mit anderen austauschen, andere Meinungen

kennenlernen und Kontakte schließen.

Sowohl beruflich als auch durch meine

Arbeit im Gemeinderat und durch meine

Hobbys bin ich viel im Internet unterwegs.

Karin Mauser

Gemeinderätin in Ligist

Im Welthaus für die Steirische Entwicklungspolitische

Mediathek sowie die FAIRTRADE-

Gemeinden verantwortlich

Anders kommunizieren,

schneller informieren – mit

neuen Medien!

Bildung und Ausbildung an unseren Handelsakademien

sind modern und immer

auf dem neuesten Stand, damit unsere Jugendlichen

wettbewerbsfähig bleiben im

Kampf um die besten Jobs. Auch um Wohlstand

und Lebensqualität zu erhalten. Damit

führt kein Weg an neuen Medien vorbei.

Internet und Handy ermöglichen immer

und überall schnelle Information und

Zugang zu Wissen. Die moderne Technik

macht es möglich, dass auch benachteiligte

Gruppen Zugang zu Wissen und Informationen

haben. Internet, E-Mail und

SMS sind dauernd im Einsatz, funktionieren

zu jeder Tages- und Nachtzeit, überall

auf der Welt. Wir leben damit – in der Schule,

bei der Arbeit und zu Hause.

Daher setzen wir neue Medien im Unterricht

ein, in Form von E-Learning, nutzen

Lernplattformen zur direkten Kommunikation

zwischen Lernenden und Lehrenden.

Was wir unseren Schülerinnen und

Schülern zum gewissenhaften Umgang

mit neuen Medien mitgeben, sind Werte.

Werte wie die Verantwortung für das eigene

Leben, für die eigene Gesundheit,

aber auch Verantwortung für den anderen,

für Partner, Familie und Freunde. Das

lernt man nicht ohne echte soziale Kontakte.

Facebook und Twitter sind zu wenig.

Das lernt man durch Vorbild und Beispiel.

Dabei sind die Eltern, die Familie und die

Schulfreunde und Lehrenden wichtige Bezugspersonen.

Wir sorgen für Kompetenzerwerb

bei unseren Schülerinnen und

Schülern. Dazu gehört eben auch Medienkompetenz.

„Medienkompetenz“ bezeichnet eine Fülle

an Möglichkeiten, die es uns erlauben,

Medien und ihre Inhalte zu nutzen, zu analysieren,

zu evaluieren und eigene Inhalte

zu kommunizieren. Wir machen junge

Menschen zu verantwortungsbewussten

Konsumenten und kreativen Produzenten.

Wir fördern das kritische Hinterfragen aller

Informationen. Darauf achten wir, denn

dadurch fördern wir die Entwicklung der

richtigen Kompetenzen, auch der it-Kompetenzen,

für ein erfülltes berufliches und

privates Leben.

Hofrätin Mag. Edith Kohlmeier

Direktorin HAK/HAS Feldbach

Direktorensprecherin HAK/HAS Steiermark

Die Menschen bei uns

müssen lernen, über die

Berge hinauszuschauen.

Gelebte Horizonterweiterung ist im ländlichen

Raum noch viel bedeutender als im

städtischen. Ansetzen muss man bei den

„future leaders of the world“, unserer Jugend.

Das Internet und das Fernsehen haben

die Welt in unsere Wohnräume gebracht.

Nichts geht aber über ganz persönliche

Kontakte zu Leuten aus anderen

Ländern bzw. Kulturkreisen. Wie viel Begeisterung

15- bis 18-jährige Gymnasiasten

bei internationalen Konferenzen (z.B.

Model United Nations) oder interkulturellen

Jugendtreffen zeigen können, weiß ich

aus eigener langjähriger Erfahrung. Da

sieht man sonst nie gekannten Arbeitseifer,

Wissens- und Spracherwerb erfolgen

irgendwie selbstverständlich. Diese Form

der Kommunikation, diese „Lebens-Art“,

verlangt nach verstärkter Förderung. Zum

Wohle von uns allen und zum Wohle zukünftiger

Generationen.

Prof. Mag. Otto Ernest Gutmann

ehem. UNESCO- und Europa-Schulkoordinator

am BG/BRG Knittelfeld

Agrarbezirksbehörde NEU

Mit Kundmachung des Stmk. Bezirksbehörden-Reorganisationsgesetzes

2012

wurde auch das Stmk. Agrarbezirksbehördengesetz

2003 geändert.

Mit Beschluss der Stmk. Landesregierung

wurde in der 46. Regierungssitzung im

Jänner die Novelle der Dienstanweisung

der Stmk. Landesregierung für die Agrarbezirksbehörde

für Steiermark erlassen:

Mit 1. Februar 2012 wurde in Leoben am

bisherigen Standort der Dienststelle Leoben

eine Servicestelle der Dienststelle

Stainach eingerichtet – Bezeichnung:

„Agrarbezirksbehörde für Steiermark,

Servicestelle in Leoben“. Diese hat vorrangig

Aufgaben im Bereich der Agrargemeinschaften

wahrzunehmen.

Zur näheren Erläuterung: Die örtliche Zuständigkeit

der Agrarbezirksbehörde für

Steiermark erstreckt sich auf das gesamte

Landesgebiet. Der örtliche Wirkungsbereich

der Dienststelle Stainach erstreckt

sich dabei auf die politischen Bezirke

Liezen, Murau, Murtal, Leoben,

Bruck an der Mur und Mürzzuschlag.


You:)gend

| 20 |

Social Networks

„Social Networks“

stark im Trend

Es gibt kaum noch

Menschen, die keiner

dieser Plattformen, wie

Facebook, Twitter,

Google+ oder XING,

beigetreten sind.

Gemeinsamkeiten, die diese internetbasierenden

Kommunikationsformen aufweisen,

sind unter anderem die Möglichkeit,

ein Profil zu erstellen, in dem Daten

über die eigene Person veröffentlicht werden,

Versand und Erhalt von Nachrichten

(öffentlich für alle anderen Mitglieder

sichtbar oder privat) und meist auch Erstellung

von Fotoalben. Doch was macht

den Reiz aus, Teil eines solchen „Netzwerkes“

zu sein? Und welche Gefahren verbergen

sich hinter der öffentlichen Präsentation

seiner selbst?

Pro

Socialnetworks sind insofern eine super

Entwicklung der heutigen Zeit, weil

du Dinge aus deinem Leben teilen

kannst, die dir wichtig sind, zum Beispiel

Fotos, Zeitungsartikel, Videos

oder Events.

Ein Klassentreffen zu organisieren ist

nur noch eine Frage von wenigen

Mausklicks, da du deine ehemaligen

SchulkollegInnen in deiner Freundesliste

gespeichert hast oder schnell hinzufügst.

Wenn du auf Urlaub oder einer Weltreise

bist, kannst du FreundInnen und Familie

mit Fotos daran teilhaben lassen,

noch bevor du wieder zu Hause bist.

Und mit den Leuten, die man kennengelernt

hat, bleibt man in Kontakt, weil

man durch kleine Einträge einfach weiter

am Leben des anderen teilnimmt.

Ein weiterer Bonus ist wohl auch, dass

man keinen Geburtstag mehr vergisst.

Ich nutze regelmäßig mehrere Socialnetworks,

auf privater wie beruflicher

Ebene, und finde es toll. Ich habe viele

Menschen, die ich nur flüchtig kannte,

in Socialnetworks besser kennengelernt

und wir sind im „echten“ Leben

richtig gute FreundInnen geworden.

Jennifer Pausch, 23, Angestellte

Contra

Heute schon den Computer eingeschaltet

und zum dreizehnten Mal auf

Facebook oder einer anderen Social

Network Site (sns) nachgesehen, was

deine FreundInnen, Fans oder Followers

im Cyberspace so treiben? Hat jemand

eine nette Message hinterlassen

oder gar etwas Beleidigendes? Soll ja

nicht so selten vorkommen, dass aus

der Anonymität des Internets heraus

die größten Boshaftigkeiten passieren.

Wäre ja eigentlich auch egal, aber wenn

der/die Empfänger/in ein nicht so großes

Selbstbewusstsein besitzt und sehr

ernst nimmt, was auf seiner oder irgendeiner

anderen Seite „geposted“

wird, dann kann es sich um wirklich

ernstzunehmendes Mobbing handeln.

Oder heute schon zum dreizehnten

Mal darüber geärgert, wie viele „Spam-

Mails“ mit Werbung von Produkten und

Aktivitäten, die dich interessieren, eingetrudelt

sind? Kann es sein, dass die

Nutzung von snss und der Erhalt der

auf dich abgestimmten Werbung irgendwie

zusammenhängen? Ich denke

schon, denn viele der snss speichern

alle Schritte der UserInnen und damit

deren Daten. Über die Weiternutzung

der Daten schweigt man sich aus…

Niklas Kaltenböck, 22, Philosophiestudent

Landent wicklung Steiermark


Wissenswertes/ InterVIew

Christine Rossegger

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Wikipedia, Linux & Co

Gemeinschaftlich entwickelte Informationsquellen und Softwareprogramme

Das Lexikon Wikipedia

ist momentan das meist

benutzte Online-Nachschlagewerk

weltweit

Inhaltlich umfasst es von

geografischen Auskünften

über Biografien verschiedenster

Persönlichkeiten

bis hin zu wissenschaftlichen

Formeln beinahe

alles. Das Besondere daran

ist, dass die Beiträge, die für

alle InternetbenutzerInnen

frei zur Verfügung stehen,

von individuellen AutorInnen

– jede/r hat die

Möglichkeit, einen Beitrag

zu leisten – konzipiert und

unentgeltlich veröffentlicht

werden. Dies ist gleichzeitig

auch einer der schwerwiegendsten

Kritikpunkte

an der Enzyklopädie, denn

dadurch werden inhaltliche

Beeinflussungen

ermög licht.

Doch gibt es nicht nur Wissensquellen, die

im Internet frei verfügbar sind, sondern

auch Softwareprogramme, wie beispielsweise

das beliebte Betriebssystem Linux,

das ähnlich entstanden ist und ständig

von Freiwilligen weiterentwickelt wird.

Diese Produktionsweise, die auf Kooperation

und Teilen beruht, hat sich in den letzten

Jahrzehnten entwickelt und wird als

„Peer-Production“ bezeichnet. Der Begriff

wurde von Yochai Benkler geprägt, der oft

auch die Formulierung „commons-based

Peer-Production“ verwendet.

Frau Mag. a Kratzwald, können S ie bitte

eine kurze Erklärung geben, was

Commons sind und in welchem Zusammenhang

sie mit dem Begriff

Peer-Production stehen?

Commons sind keine Dinge, sondern soziale

Vereinbarungen darüber, wie Menschen

mit bestimmten Dingen umgehen

wollen. Commons sind eine soziale Beziehung,

es gehören dazu immer drei Elemente:

eine Ressource, das kann eine Weide

ebenso sein wie eine Wasserversorgungsanlage

oder eben Wissen, Musik

oder Softwarecode, die Menschen, die sie

gemeinsam herstellen und nutzen, und

die Regeln, die sich diese Menschen dafür

geben.

Mag. a Brigitte Kratzwald

Commons-basierte Peer-Produktion heißt

deshalb so, weil sie Commons zum Ausgangspunkt

hat und auch wieder Commons

hervorbringt. Zumindest ist das so,

wenn wir von digitalen Commons sprechen.

Das bedeutet, dass nicht eine Person

Produktionsmittel besitzt und andere für

diese gegen Bezahlung und nach ihren

Anweisungen arbeiten müssen, sondern

alle nutzen gemeinsam die bestehenden

Ressourcen als Commons und produzieren

daraus wieder Commons. Bei Commons-based

Peer-Produktion gibt es keine

Chefs und keine Lohnarbeit, sondern alle

arbeiten gleichberechtigt an einem gemeinsamen

Projekt mit. Die Motivation

liegt in der Freude an der Arbeit und in der

sozialen Reputation, die man dafür bekommt.

Wie schätzen Sie den Wahrheitsgehalt

und die Objektivität von gemeinschaftsbasierenden

Wissensquellen,

wie Wikipedia, ein?

Es gab eine Untersuchung (2005 in der

Zeitschrift Nature), die ergab, dass Wikipedia

durchaus an die Qualität bekannter Enzyklopädien,

etwa der Encyclopaedia Britannica,

herankommt. Weil viele Men-

schen daran arbeiten, fällt es auch leichter

auf, wenn ein Fehler drin ist. Vor allem, er

kann immer sofort ausgebessert werden.

Schleicht sich in einem gedruckten Nachschlagewerk

ein Fehler ein, ist der für immer

und in allen Ausgaben verewigt.

Welchen zukünftigen Stellenwert

würden Sie persönlich der Peer-

Produktion zusprechen?

Ich denke, dass die Zukunft solidarischen

Wirtschaftsformen gehört und die Art, wie

wir heute die Dinge herstellen, die wir zum

Leben brauchen, überholt ist. Wieweit die

Arbeitsweise der Peer-Produktion auf die

Produktion stofflicher Güter oder auf die

Erbringung sozialer Dienstleistungen

übertragbar ist oder ob wir dafür noch andere

Modelle entwickeln müssen, wird

sich zeigen. Aber für viele Bereiche wie

kulturelle Produktion oder Forschung ist

sie ja geradezu prädestiniert, damit sich

kreative und wissenschaftliche Fähigkeiten

voll entfalten können.

Quelle:

C. Siefkes, 2007, Beitragen statt tauschen –

Materielle Produktion nach dem Modell Freier

Software, AG SPAK Bücher, Berlin

www.wikipedia.com, Stand: Feber 2012

Autorin

Mag. a Brigitte Kratzwald

ist Sozialwissenschaftlerin in Graz

und beschäftigt sich schon seit längerem mit

Commons und solidarischer Ökonomie.

Sie arbeitet an verschiedenen projekten,

hält Vorträge und veranstaltet Workshops

zu dieser Thematik.


BILdungswerte

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Forstschule Bruck an der Mur:

Bildung braucht Wurzeln

Runderneuert

Die Höhere Bundeslehr anstalt (HBLA) für Forstwirtschaft

in Bruck an der Mur wurde durch die Bundesimmobiliengesellschaft

(BIG) gemäß höchsten Umweltstandards

saniert und erweitert. Zusätzlich wurde sie

mit zwei Kunstprojekten bereichert, die sowohl die

Tradition als auch die Innovationskraft der Schule

unterstreichen.

SC Gerhard Mannsberger, GF Hans Peter

Weiss, LR Hans Seitinger, BM Niki Berlakovich,

Dir. Anton Aldrian, Bgm. Bernd Rosenberger,

Arch. Wilfried Kassarnig, AL

Martin Nöbauer bei der Eröffnung.

Blick auf den neuen Zubau und den künstlerisch gestalteten Innenhof.

Nach rund zwei Jahren wurde der Umund

Zubau der HBLA vor kurzem fertiggestellt.

Gemäß dem Credo der Schule „Bildung

braucht Wurzeln“ erfahren rund 400

Schülerinnen und Schüler diese symbiotische

Verbindung von Tradition und Innovation

nicht nur in Form der Lehrinhalte,

sondern auch durch ihr Schulgebäude.

Zwischen bestehendem Schulgebäude

und Internat wurde nämlich ein drei Geschoße

umfassender Zubau errichtet, der

die beiden „alten“ Teile miteinander verbindet.

„Die österreichische Forstwirtschaft ist

eine einzigartige Erfolgsgeschichte und

spielt im ländlichen Raum eine wichtige

Rolle. Bildung ist ein wichtiges Mittel, um

die Herausforderungen, die im ländlichen

Raum auf uns zukommen werden, bewältigen

zu können. Die Forstschule Bruck ist

nun mit dem neuen Zu- und Ausbau ein

doppeltes Vorbild. Neben der einzigartigen

Ausbildung, um die wir von vielen

Ländern beneidet werden, ist nun auch

das Gebäude selbst ein umweltfreundliches

Passivhaus und entspricht den

klima:aktiv-Anforderungen“, so Landwirtschafts-

und Umweltminister Niki Berlakovich.

Nachhaltigkeit im Fokus

Dabei wurde sowohl beim Neubau als

auch bei der Sanierung besonderes Augenmerk

auf die Verwendung nachhaltigen

Baumaterials, wie Holz und FCKWfreie

Baustoffe, und die Steigerung der

Energieeffizienz gelegt. „Die Photovoltaikelemente

auf Dach- und Fassadenflächen

decken einen Teil des Strombedarfs,

während Sonnenkollektoren auf dem

Dach der Internatsaufstockung für Warmwasser

sorgen“, erklärt Hans-Peter Weiss,

Geschäftsführer der Big. Eine rund 40.000

Liter fassende Zisterne sammelt Regenwasser

für Toilettenspülung und Außenbewässerung.

„Die Behaglichkeit des Holzes,

der Einsatz erneuerbarer Energie sowie

helle und mit neuester Technik ausgestattete

Veranstaltungsräume machen die

Forstschule zu einem modernen Bildungszentrum“,

sagt Direktor Anton Aldrian.

Die neuen Räumlichkeiten beherbergen

im Kellergeschoß eine Werkstätte zur Metallbearbeitung

sowie die zentrale Garderobe.

Im Erdgeschoß bildet die Aula den

zentralen „Verkehrsknoten“ und erfüllt als

Versammlungsstätte und Ausstellungsbereich

mehrere Funktionen. Sie dient zudem

als Foyer, wenn der dahinter gelegene

Turnsaal für Veranstaltungen genutzt

wird. In den Obergeschoßen wurden zusätzliche

Klassenräume, ein Konferenzzimmer

sowie Lehrerbüros errichtet. Das Internatsgebäude

wurde durch eine Aufstockung

erweitert und beherbergt nun rund

220 SchülerInnen. Insgesamt ist der neue

Um- und Zubau sehr gut gelungen und

bietet für die künftige Ausbildung der

kommenden Förstergenerationen bestmögliche

Rahmenbedingungen.

Kontakt

www.forstschule.at

www.big.at

Landent wicklung Steiermark


Leader

Harald Kraxner

| 23 |

Keine Angst vor dem Elfmeter

Fußball eben. Elf im Holzwelt-Janker bewegen sich elegant auf dem Feld, spielen überraschende

Kombinationen, dominieren das Match. Der ebenfalls gut eingespielte Trainerstab

tummelt sich rund um das fein gemähte, grüne Viereck im Stadion. Ein Bericht

aus der Holzwelt Murau, wo die Holzkugel nach intensiven Trainingseinheiten wieder

ziemlich rund rollt.

ter Sportdirektor Harald Kraxner, dem Geschäftsführer

des Leadermanagements.

„Holz weltbotschafter tragen die Schmuckstücke

der Region nach außen“, wählt sie

eine für „Goalgetter“ unübliche Sprache.

Was tun diese Botschafter?

Die Holzweltbotschafter als Sprachrohre der Region. © Holzwelt Murau

Mit einem teilweise neuen Trainerstab

nimmt man seit geraumer Zeit volle Fahrt

auf. Selbst nicht allzu treue Fans haben das

Empfinden, dass in der Holzwelt durchaus

wieder ein Muskelspiel wie in früheren Tagen

zu beobachten ist. Dabei hat man keine

revolutionär neuen Ansätze gesucht.

Lediglich die Methodik zur Findung der

Fitness hat sich geändert. Das auf einer Basis,

die für Erfolg unverzichtbar ist. Und

diese Basis nennt sich Selbstbewusstsein.

Apropos Fitness

Dicke Muskeln und große Lungenflügel alleine

sind es nicht, die einen erfolgreich

sein lassen. Erfolg beginnt und endet anderswo,

nämlich im Kopf. Das ist die wahre

Zentrale, hier laufen die wesentlichen

Ströme zusammen.

Für eine Leaderregion, in diesem Fall für

die Holzwelt Murau, bedeutet Fitness den

Aufbau von markanten Inhalten, von Bewusstseinsbildung,

Wissensvermittlung,

selbstverständlich auch von Kommunikation.

Ein Bündel, das zum Wesenszug einer

Region zu entwickeln ist, ein Bündel, das

zweifelsfrei bestehende Charakterzüge in

die Überlegungen mit einschließt, um auf

diese Weise einen erfrischend neuen Zugang

zu formulieren, worauf zu guter letzt

der Erfolg basiert.

Ein Schritt nach dem anderen

Um diese „Gesamtfitness“ nicht nur

schnell, sondern vor allem nachhaltig aufzubauen,

sind Trainer – besser: Ideengeber

mit klarem Zugang – engagiert worden,

deren Perspektive über das Jetzt hinausreicht.

Inhalte werden so gesetzt, dass die

Wirkung quasi in der Zukunft beginnt. Das

zu Kommunizierende wird erst verinnerlicht,

ehe auch nur irgendjemand irgendetwas

hinausposaunt.

Schöpfen aus dem Bestehenden

Alles neu macht nur der Mai. Baut man,

wie eben in der Holzwelt Murau, etwas

neu auf, so greift man sehr oft auf Teile des

Bestandes zurück. Hier in Murau sind ein

solcher „Bestandteil“ die Holzwelt-Botschafter

– jenes Team, das eine wichtige

Aufgabe übertragen bekommt: alle Elfmeter,

die einem das Einheimischenleben so

auflegt, zu verwerten. Manche bringen

das blumiger zum Ausdruck. Etwa Claudia

Glawischnig, die zuständige Trainerin un-

Verlassen wir kurz den grünen Rasen, um

die Holzweltbotschafter zu erklären. Sie

sind für Wissensvermittlung zuständig,

nach innen wie nach außen. „Wenn die Region

wüsste, was sie weiß, sie würde es

weitererzählen“ – wieder so ein Satz mit

leicht philosophischem Ansatz. Er kommt

aus dem Mund von Danja Galler, der

jüngsten Botschafterin im Team.

Ein Satz, der den Kern trifft: Es gilt nach

wie vor, Selbstvertrauen aufzubauen. Die

„Sprachrohre“ der hölzernen Welt haben

das 145 Stunden lang getan. In Trainingscamps

aus insgesamt sieben Modulen

wurde ihnen vieles beigebracht. Stürmen

und verteidigen, dribbeln und Torschuss.

Heißt: Die elf wissen alle Bescheid über die

Holzwelt Murau, kennen nahezu jeden

Baum, erzählen über Unternehmen, haben

Museen und jedes der darin ausgestellten

Details intus, machen Lust auf Bier,

organisieren Holzstadt-Spaziergänge und

Holzwelt-Umrundungen.

Keine Angst vor dem Elfmeter

Die Holzwelt Murau trainiert also hart, gewinnt

mit ihren HolzweltbotschafterInnen

Spiel um Spiel. Und knallt jeden Elfer in die

Maschen, wenn es um Wissensentwicklung,

Bewusstseinsbildung und Kommunikation

geht.

Kontakt

Harald Kraxner, Leader-Geschäftsführer

Holzwelt Murau

Bundesstraße 13a, 8850 Murau

T: +43 3532 20000-15, Fax: DW 4

M: +43 664 8575215

harald.kraxner@holzwelt.at

www.holzwelt.at

LändLIche Ent wicklung


ForST

Wolfgang Jirikowski | 24 |

Neue Medien in der

forst lichen Wissensvermittlung

Weiterbildung: Erfolgsfaktor neue Medien

Auch in der forstlichen Wissensvermittlung führt die zunehmende Verbreitung

moderner Kommunikationstechnik zu einer Erweiterung von Weiterbildungsangeboten.

© Wolfgang Jirikowski

Bereits vor Kursbeginn können sie – individuell

genützt – eine Einstimmung auf

die Veranstaltungen bieten, im Lehrgangsverlauf

zum Erfolg beitragen und nach

Lehrgangsende den Teilnehmer bei der

Umsetzung und Selbstlernphase unterstützen.

Die Forstlichen Ausbildungsstätten

nützen diese medialen Möglichkeiten

und sind dadurch oft Wegbereiter ihrer

Nutzbarmachung für forstspezifische Anwendungen.

Nutzung neuer Medien im

Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen

Einsatz von Simulationen im

Unterricht

Virtuelle Modelle schaffen gegenwärtig

die Grundlage zur Lösung von Aufgabenstellungen

in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen.

So trainieren Forstmaschinenführer

heute virtuell die optimale

Holzerntetechnik. Das Ziel der Unterweisung

mit Hilfe von Simulationen ist

es, Personen, die Forstmaschinen und Geräte

zum Einsatz bringen, weiterführend

zu unterweisen. Durch das Arbeiten an Simulatoren

können komplexe Abläufe un-

Zusätzlich zu diesen neuen Medien sind laufende Fortbildungsveranstaltungen mit

Exkursionen ein wertvoller Bestandteil in der forstlichen Wissensvermittlung. © FA 10C

ter standardisierten Bedingungen geübt

werden mit einer Dokumentation des

Lernfortschrittes. Die Arbeit am Simulator

kann die erlernten Fertigkeiten perfektionieren

und die Feinmotorik verbessern.

Beispiel Motorsägen-Fällsimulator

In Zusammenarbeit von FH Joanneum

und BFW – Forstliche Ausbildungsstätte

Ort konnte ein computergestützter Motorsägen-Fällsimulator

entwickelt werden.

Ein Prototyp ist in der BöhmerWaldArena

in Ulrichsberg im Einsatz.

Der Fälltechnik-Simulator stellt ein Mixed-

Reality-System dar. Trotz der Abbildung

des Schnittvorganges im virtuellen Raum

erfolgt die Eingabe durch bei dieser Tätigkeit

gewohnte, haptische Objekte (Motorsägen-Modell,

Baumstamm-Modell).

LändLIche Ent wicklung


| 25 |

Neben dem theoretischen Wissen sind nämlich praktische Erfahrungen anderer Waldbesitzer ein unbezahlbarer Erfahrungsschatz auf

den bei der Bewirtschaftung der Wälder nicht verzichtet werden sollte. © Wolfgang Jirikowski

Der als fix installiert ausgeführte Simulator

„F-Sim“ ist ein intuitiv bedienbares Werkzeug,

das sich besonders an Personen, die

in Aus- und Weiterbildung stehen, richtet.

In einem Setup, gefördert durch spielerisch

basierte Elemente, sowie eine Wettbewerbssituation

mit Gewinner-Listen

werden dem Benutzer mit Hilfe des Simulators

die Grundlagen und Gefahren der

Motorsägenarbeit vor Augen geführt.

Der Fäll-Lotse, Beispiel eines

zeitgemäßen Hilfmittels zur Überprüfung

der Fällrichtung

Der Fäll-Lotse ist ein Messgerät zur Vorbereitung

der Fallkerbanlage, gestützt durch

Messzahlen, Markierungslinien und Sicherheitshinweise.

Die Entwicklung

stammt von dem Arbeitslehrer Jakob

Feichtner der Forstlichen Ausbildungsstätte

Rotholz. Das neue Arbeitsmittel dient

zur Feststellung der Fällrichtung mit

größtmöglicher Genauigkeit durch eine

Laserstrahlmessung. Fehler können festgestellt

und durch Nachschneiden korrigiert

werden.

Whiteboards lassen den Unterricht im

Raum anschaulich werden

Digitale Whiteboards, meist als interaktive

Whiteboards oder Smartboards ausgeführt,

sind elektronische Wandtafeln, die

mit einem Computer verbunden sind. Die

Bildschirmanzeige wird von einem Bea-

mer auf der Wandfläche projiziert. Das interaktive

Whiteboard stellt im Betrieb über

Sensoren ein Koordinatensystem dar, das

es ermöglicht, einen Computer mit all seinen

Funktionen und für alle sichtbar einzusetzen.

Die Tafel entspricht somit einem

interaktiven Bildschirm. Das Steuern des

Computers erfolgt je nach Modell per Fingerdruck

oder mit einem kabellosen Stift.

Auf dem digitalen Whiteboard werden die

Menüs wie mit einer Computermaus bedient

und mit dem Stift oder mit dem Finger

geschrieben. Die angezeigten Bilder

können bearbeitet und ergänzt werden.

Die Ergebnisse sind speicherbar und für

die Teilnehmer verfügbar. Dieses moderne

Unterrichtsmittel steht an der Forstlichen

Ausbildungsstätte Ort mit einschlägigen

Anwendungen neuerdings im Einsatz.

Einsatz neuer Medien für

mobiles Lernen

Mobiles Lernen bietet den Vorteil, dass

Lerninhalte zu jeder Zeit und an jedem Ort

flexibel abgerufen werden können.

Der Einsatz von mobilen Kommunikationssystemen

wird individuell gestaltet

und zur Unterstützung von Team- oder

Gruppenarbeit verwendet. Bei Bedarf lassen

sich Lernteams leistungs- und themenorientiert

für mobiles Lernen zusammenstellen.

Durch mobiles Lernen werden die

aktive Zusammenarbeit sowie die Lernmotivation

gesteigert und die Entwick-

lung sozialer Kompetenzen gefördert.

Forstlich eingesetzt werden können derartige

Systeme im Selbststudium vor einem

Kursbesuch und in der Nachbereitung

von Lehrgängen.

Waldwissen.net – eine etablierte

forstliche Informationsplattform

Das Waldwissen.net ist eine qualitätsgesicherte,

aktuelle forstliche Online-Datenbank

zu Wald, Mensch und Forstwirtschaft,

die in verständlicher forstlicher

Fachsprache gestaltet ist. Diese Informationsplattform

wurde im Jahr 2005 in Zusammenarbeit

der forstlichen Forschungsinstitute

BFW (Österreich), Fva (Baden-

Württemberg), LWF (Bayern) und WSL

(Schweiz) ins Leben gerufen und präsentiert

verdichtetes und aufbereitetes forstliches

Wissen zu unterschiedlichen Fachthemen.

Kontakt

Dr. Wolfgang Jirikowski

Forstliche Ausbildungsstätte Ort des

Bundesforschungszentrums für Wald

Johann-Ort-Allee 16

4810 Gmunden

wolfgang.jirikowski@bfw.gv.at

www.waldwissen.net


Produkte

Helmut Eiselsberg | 26 |

Produkte müssen alle

Sprachen sprechen

© Helmut Eiselsberg

Leben braucht Kommunikation

und Emotion.

Was keine Emotionen

auslöst, ist für das Gehirn

wert- und bedeutungslos!

Das gilt auch für Produkte,

Dienstleistungen und

Erlebnisse.

Wie gestalte ich eine Produktlinie in

Breite und Tiefe? Welches Wording

wähle ich für die Presseunterlage?

Welche Tonalität setze ich bei Reden

ein? Wie gestalte ich einen Verkaufstand

lebendig? Wie inszeniere ich eine

erfolgreiche Verkostung? Wie dramatisiere

ich ein regionales Erlebnis?

Erfolgreiche Produkte und Events sprechen

mit ihren KundInnen in allen

Sprachen. Nur seine Sinne verbinden

den Menschen mit der Welt.

BILDER-SPRACHE – die wichtigste

Sprache in der modernen Welt

Wir können nur in Bildern denken und

träumen. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

– ein Film sagt mehr als 1000 Bilder. Bilder

bewegen Gefühle, sekundenschnell.

Die Farbensprache in allen Tönen, die Formensprache

(z. B. des Jugendstils), die

Sprache der Proportionen und Größen, die

Anmutung des Goldenen Schnittes: Alle

sprechen zu uns, laut oder leise. Optik

kann betören. Symbolik kann uns erregen:

Designmarketing.

LändLIche Ent wicklung

DÜFTE – die Sprache der Verführung

Riechen ist unser zweitältester Sinn. Wir

können weit besser riechen als schmecken.

Düfte lösen vor dem Denken Emotionen

aus: Positive oder negative Gefühle.

Düfte haben durch die Evolution starke

Wirkung auf uns und über uns bei den

wichtigsten Dingen des Lebens: beim Essen

und beim Lieben. Der ekelige Geruch

schützt uns vor dem Verzehr verdorbener

Lebensmittel. Wenn ich einen Partner riechen

kann, wird die genetische Vielfalt

und damit die Nachhaltigkeit des Lebens

unserer Spezies sichergestellt.

Düfte bringen uns in Stimmung, Aromen

können heilen, Räuchern kann desinfizieren:

Duftmarketing.

MUSIK – die Sprache der Gefühle

Geräusche, Töne, Klänge, Melodien erwecken

unsere Aufmerksamkeit, schüren

oder dämpfen Ängste. Singen fokussiert

uns im Hier und Jetzt, fördert Gemeinschaftsgefühle.

Das Knacken der Karotte,

das Schnalzen eines feucht-frischen Bisses

in den Apfel, das Zischen beim Öffnen einer

Cola- oder Bierflasche, das beruhigende

Plätschern des Dorfbrunnens, das erotische

Perlen eines Sektglases, das bullenstarke

Dröhnen des Motors, das satte qualitätsvolle

Klatschen, wenn die Autotüre

ins Schloss fällt: Soundmarketing.

GESCHMACK – die Sprache

des Genusses

Vom Schmecken zum Geschmack, vom

Geschmack zum Genuss: Genuss braucht

Abwechslung und damit Vielfalt, um nicht

zu Konsum oder Routine zu verkommen.

Genuss braucht Wissen – was ich nicht

weiß, kann ich nicht schmecken! Genuss

braucht eine Fachsprache, denn: „Die

Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen

deiner Welt“. Die Weinsprache ist blumig,

erdig, samtig und hervorragend im Abgang

– einfach bühnenreif. Begrifflichkeit

löst Fantasien aus. Geschmacksschulung

ist ein Gebot der Stunde – Kinder haben

die höchste sinnliche Kompetenz, ab 40

ist unsere sinnliche Potenz halbiert:

Tastemarketing.

TASTFEELING – die Sprache

des Wertes

Der Zauber der Berührung und Umarmung,

das Spüren des Charakters bei der

Begrüßung mit Handschlag, die Wohligkeit

beim Streicheln, Küssen und Kuscheln,

die Massage des ganzen Körpers über die

Fußsohle am Barfußweg. Optik kann täuschen,

das Tastgefühl nicht: Leder oder

Sky: Haptikmarketing.

TERMINOLOGIE und SEMIOTIK –

die Sprache des Denkens

Wir müssen viele Sprachen sprechen und

situativ jeweils die richtige finden:

• z um Aufmerksamkeit zu erregen

• z um alle dort abzuholen, wo sie stehen

• z um unsere Botschaften wirkungsvoll

zu vermitteln

• z gehört, verstanden und akzeptiert zu

werden

Es geht um die Strahlkraft und Treffsicherheit

der verwendeten Schlüsselbegriffe,

die Aufladung mit passenden Eigenschaftswörtern,

die spannende Inszenierung

mit Verben: Über die Begriffe zu Bildern,

über Bilder zu Geschichten – entscheidend

ist die „Narrative Kompetenz“.

Wenn die Produkte in allen Sprachen sprechen,

können die Sinne verschiedene Rollen

übernehmen und Geschichten erzählen,

die unter die Haut gehen, die unsere

Gefühle bewegen, die motivieren.

Die Körpersprache ist die älteste Sprache

der Menschen – daher versteht sie jeder

am besten. „Dein Körper ist deine größte

Plaudertasche, dein Körper spricht immer“

(Sammy Molcho). Mimik, Gestik, Stimme,

Körperhaltung sind daher weit wichtiger

als der Inhalt. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren

ist daher die Stimmung, mit

der du durchs Leben gehst.

Kontakt

Mag. Helmut Eiselsberg

Referent Innovationen und Marketing

LK OÖ

helmut.eiselsberg@lk-ooe.at

www.lk-ooe.at


BILdungSInITIaTIVe

Heidi Kienast | 27 |

Zukunftskompetenz stärken

Land- und forstwirtschaftliche Bildung

Die Zukunftschancen

durch Qualifizierung zu

stärken und bedarfsgerechte

Angebote für die

ArbeitnehmerInnen in der

Land- und Forstwirtschaft

zu entwickeln, ist das erklärte

Ziel der Bildungsarbeit

der Steiermärkischen

Landarbeiterkammer

durch die Bildungsinitiative

INA.

Teilnehmerinnen am Projekt Green Competence II. Foto: INA/R.Zarfl

Die Kommunikation mit BelegschaftsvertreterInnen,

Personalverantwortlichen

und ExpertInnen der land- und forstwirtschaftlichen

Bildung bildet die Grundlage

für die Planung, sodass dieses Netzwerk

in der Lage ist, Veränderungen und Problemstellungen

zu erkennen und daraus

neue „Lernprojekte“ entstehen zu lassen.

Eines dieser Erfolgsprojekte ist das Projekt

Green Competence II „Fresh up Mathe,

Deutsch und Lernen“, das in einer Kooperation

mit der Gartenbauschule Großwilfersdorf

und der Bildungsinitiative INA

entstanden ist. Mangelnde Ausbildungsund

Lernfähigkeit der Lehrlinge in den Bereichen

Mathematik, Deutsch und Lernstrategien

ist eine Problematik, die sich in

vielen Ausbildungsbereichen immer wieder

zeigt. Dem wird mit Unterstützung einer

Bildungsexpertin mittels individueller

Förderangebote in den Grundkompetenzen

der Lehrlinge entgegengewirkt und

somit wird ein positiver Berufsschulerfolg

erreicht. Es ist das einzige steirische Basisbildungsangebot

in einer Berufsschule

und wurde mit Begeisterung von 59 Lehrlingen

im Jahr 2011 genützt.

Finanziert wird dieses Projekt dankenswerterweise

durch das Landwirtschaftsressort,

das Sozialressort, das Wirtschaftsressort

und das Bildungsressort des Landes

Steiermark sowie durch die Steiermärkische

Landarbeiterkammer.

ExkursionsteilnehmerInnen Green Competence bei einer Fachführung 2012. Foto: INA

Die Innovationskraft der zukünftigen

Fachkräfte in der Land- und Forstwirtschaft

zu stärken, erfolgte in einem zweiten

Erfolgsprojekt: Die besten Lehrlinge

erhielten die Möglichkeit, an einer Studienreise

zur größten europäischen Gartenbaumesse

der ipM Essen teilzunehmen,

und besuchten vor Ort fortschrittliche

Gartenbaubetriebe: „Moderne Produktionstechnik,

professionelle Logistik,

neue Gestaltungsideen und riesige Sortenvielfalt“

waren die Highlights, die die

Lehrlinge als Eindrücke von dieser Exkursion

in ihren Statements hervorhoben.

Der Bildungsinitiative ina der Steiermärkischen

Landarbeiterkammer ist es ein

großes Anliegen, durch ihre Bildungsangebote

nicht nur die fachliche Kompetenz,

sondern auch die persönliche Kompetenz

zu stärken, um die ArbeitnehmerInnen in

der Land- und Forstwirtschaft fit für die

Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Kontakt

Mag. a Heidi Kienast

INA Bildungsinitiative der Steiermärkischen

Lanarbeiterkammer

office@ina.lak-stmk.at

www.lak-stmk.at/ina


BILdung

Michaela Taurer | 28 |

Das ländliche Fortbildungsinstitut

Steiermark

setzt bei der Kursgestaltung

schon einige Jahre

auf Web-2.0- Unterstützung.

Web 2.0 ist ein Schlagwort

für interaktive Elemente

des Internets. Der/die NutzerIn

konsumiert nicht nur

den Inhalt, er/sie stellt

selbst auch Inhalt zur Verfügung

– er/sie interagiert.

Ob es sich um Kurse handelt,

die mit E-Learning-

Inhalten vervollständigt

werden, oder um Seminare

mit Blended-Learning-Elementen

oder um die Einbettung

in Social-Media-

Networks – der Einsatz ist

vielschichtig und durchaus

ergänzend zur normalen

Kursgestaltung zu sehen.

Ein Projekt des LFI Steiermark, wo auf eine

vielschichtige Kommunikation nach innen

und außen gesetzt wird, ist das Projekt

„Schule am Bauernhof“. Als Bundesprojekt

konzipiert, sind die Profiteure dieses Projektes

breit gestreut: Kinder und Jugendliche,

die die Erzeugung von Lebensmitteln,

die Haltung von Nutztieren live am

Bauernhof erleben können; Pädagoginnen

und Pädagogen, die ihren Schützlingen

ein realistisches Bild der Landwirtschaft

vermitteln wollen; Eltern, die profitieren,

dass ihre Kinder das Wissen über

die Urproduktion erfahren und dadurch

sensibilisiert werden, und natürlich Bauern

und Bäuerinnen, die zukünftige Konsumentinnen

und Konsumenten durch

unmittelbaren Kontakt gewinnen können.

„Schule am Bauernhof“ wird seit 1998 in

Österreich mit großem Erfolg umgesetzt.

Jährlich besuchen ca. 90.000 Kinder und

Jugendliche im Rahmen dieses Projekts

landwirtschaftliche Betriebe. Es ermöglicht

Kindern und Jugendlichen einen Einblick

in die Landwirtschaft, vermittelt

Schule am Bauernhof

landwirtschaftliche Inhalte und stärkt ihre

Haltung als zukünftige unweltbewusste

Konsumentinnen und Konsumenten. In

der Steiermark gibt es um die 100 aktive

„Schule-am-Bauernhof“-Betriebe.

Unterstützt wird das Projekt vom Lebensministerium,

aber auch die Länder und die

Europäische Union sind sich der Wichtigkeit

dieses Projektes durchaus bewusst

und fördern es. Jedes Bundesland hat

auch die Möglichkeit, Subprojekte – je

nach Bedarf – abzuwickeln.

„Schule am Bauernhof“

in der Steiermark

Ausbildung der Bäuerinnen und

Bauern

Mit der 6-tägigen Ausbildung erwerben

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die

persönlichen Voraussetzungen, um „Schule-am-Bauernhof“-Programme

auf ihrem

Betrieb anbieten zu können. Die Ausbildung

beinhaltet Spiel- und Waldpädagogik,

Rhetorik und Präsentation, Rechtliches,

Sicherheit am Bauernhof und Marketing.

Neben einer Sicherheitsüberprüfung

am Hof und einer Qualitätssiche-

Vielschichtig

und bewusstseinsbildend

© Fotolia/Akiebler

„Erkläre mir, und ich werde vergessen. Zeige

mir, und ich erinnere mich. Lass es mich tun,

und ich werde verstehen!“

(Konfuzius 551–479 v. Chr.)

rungs-Befragung müssen die „Schule-am-

Bauernhof“-Betriebe einmal jährlich eine

8-stündige Weiterbildung absolvieren, um

als „Schule-am-Bauernhof“-Betrieb aktiv

bleiben zu dürfen. Im Zuge der Ausbildung

werden sie auch mit neuen Technologien

im Bereich Web 2.0 konfrontiert, indem

sie Inhalte über die Lernplattform

Moodle übermittelt bekommen. Weiters

gibt es die Möglichkeit, in einem Nachrichtenforum

in Kontakt zu bleiben, um eigene

Erfahrungen im Alltag auszutauschen

und voneinander zu lernen.

www.schuleambauernhof.at

Um als Schule am Bauernhof-Betrieb eine

Außenwirkung zu haben, wurde die

Homepage www.schuleambauernhof.at

eingerichtet. Neben allen österreichischen

Betrieben, die Schule am Bauernhof anbieten,

befinden sich zudem Unterrichtsmaterialien

für PädagogInnen auf der Seite,

um die richtigen Informationen über

landwirtschaftliche Themen gleich auf einen

Schlag zu bekommen. Eine Linkliste

und aktuelle Veranstaltungen vervollständigen

das Angebot.

Neu im Programm und als technisches

Hilfsmittel in der Schule sehr gerne heran-

LändLIche Ent wicklung


BLITzLIcHTer

| 29 |

gezogen sind Moodle-Kurse, die derzeit zu

den Themen Landwirtschaft, Forstwirtschaft,

Schule am Bauernhof, Ernährung

– die Klimachance angeboten werden. Unter

Moodle-Kursen versteht man eine

Lernplattform zur Unterstützung kooperativer

Lehr- und Lernmethoden. Die

durchgeführten Lernaktivitäten sind Foren,

Tests, Aufgaben, Lektion, Wiki etc. Die

Anordnung der Arbeitsmaterialien und

Lernaktivitäten erlauben unterschiedliche

didaktische Szenarien.

Facebookauftritt von „Schule am

Bauernhof Österreich“

„Werden Sie Fan…“ heißt es im Social Network

„Facebook“. Mit Erlebnisberichten,

Fotos und aktuellen Informationen wartet

das Projekt hier auf den Zuspruch vieler

FacebookerInnen.

Oink-mäh-muh-Kiste

Gemeinsam mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut

(LFI) Steiermark entwickelte

die arge der Meister die „Bauernhof-

Schatzkiste“, um Lehrerinnen und Lehrern

Unterrichtsmaterialien für das Einbinden

landwirtschaftlicher Themen in den Volksschulunterricht

zur Verfügung zu stellen.

Ab Herbst wird das Projekt nach einer Pilotphase

in alle Grazer Volksschulen eingeführt.

Bauernhof-Erlebnistage

Die Bauernhof-Erlebnistage sind zwei Projekttage,

an denen Schülerinnen und

Schüler der Grazer Volksschulen in fünf

Stationen die Vielfalt und die Hintergründe

der heimischen Landwirtschaft erleben.

So lernen die Kinder, wie aus Getreide

Brot gemacht wird, welche Tiere für die

köstliche Milch und für Milchprodukte sorgen,

welche Tiere es überhaupt am Bauernhof

gibt und welche Schätze – wie Obst

und Gemüse – aus dem Boden kommen.

Viele Kinder in der heutigen Zeit, speziell

Kinder aus den Städten, kommen kaum in

Kontakt mit dem Leben am Bauernhof.

Durch Schule am Bauernhof in seiner vielfältigen

Form werden sie für einen verantwortungsvollen

Umgang mit ihrem Lebensraum,

Verständnis für Tierschutz und

Wertschätzung von Nahrungsmittelqualität

sensibilisiert.

Kontakt

LFI Steiermark

Mag. a Michaela Taurer (Projektleiterin)

Tel. 0316/8050 1388

michaela.taurer@lfi-steiermark.at

www.schuleambauernhof.at

Wirklich wichtige Informationen

herausfiltern …

Welchen Wert hat Bildung heute?

Bildung ist Grundlage und Motor aller Entwicklung:

der eigenen Persönlichkeit, der

Gesellschaft, der Wirtschaft.

Wie gehen wir mit dem Spektrum Information/Medien

um?

Früher war es wichtig, möglichst viel an

Information zu erlangen und dabei alle

Wege auszuschöpfen. Heute besteht die

Kunst darin, an Informationen die wirklich

wichtigen herauszufiltern.

Können wir ohne E-Mail/Handy etc.

noch überleben und müssen wir immer

erreichbar sein?

Moderne Kommunikationstechnologie ist

in der heutigen schnelllebigen Zeit wohl

unverzichtbar. Es gilt aber für jede/n

Einzelne/n von uns: Manchmal bewusst

innehalten, stehenbleiben und die Konzentration

auf sich selbst lenken, um dann

den nächsten Schritt konzentriert vorwärts

zu tun!

Mag. Ulrike Buchacher, Bezirkshauptfrau

des Bezirks Murtal

Wo Menschen

zusammenkommen …

Kommunikation entsteht dort, wo Menschen

zusammenkommen. Immer schon

waren Gasthäuser, Cafés und Bars wichtige

Drehscheiben für das soziale Miteinander

in der Gemeinde. Leider ist diese wichtige

Infrastruktur in vielen Gemeinden bereits

sehr gefährdet, viele Wirte sperren zu,

viele Vereine ziehen sich immer mehr in

die eigenen Vereinslokale zurück. Wir sind

alle gefordert, die Gastronomie in den Orten

zu erhalten, damit wir weiterhin Plätze

haben, wo man sich treffen, miteinander

lachen, feiern und diskutieren kann.

Heinrich Radaelli

Gastronom

Stadt Rottenmann

Kommunikation

Wissensvermittlung

Neue Medien

Es versteht sich fast von selbst, dass die it-

Studiengänge „Internettechnik und Software-Design“

sowie „Advanced Security

Engineering und it-Recht & Management“

der FH JoanneUM am Standort Kapfenberg

die Herausforderung des nachhaltigen

und lebenslangen Lernens mit der

Unterstützung der Neuen Medien effizient

und humanorientiert zu realisieren versuchen.

Das Kommunikative und die Entwicklung

von Schlüsselqualifikationen, die

für diese neue Art der Wissensvermittlung

notwendig sind, werden durch innovative

didaktische Konzepte und durch intensive

Evaluationsprozesse auf Seiten der Studierenden,

der Lehrenden und der Entwickler

der hauseigenen eLearning- und Kommunikationsplattform

eNcephalon begleitet.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem

allgegenwärtigen Internet bleibt Aufgabe

jedes Individuums in seinem davon betroffenen

Umfeld und gehört zum akademischen

Aufgabengebiet und zum Alltagsdiskurs

der Studierenden und Lehrenden.

FH-Prof. Mag. Dr. Sonja Gögele MBA, MSc

Leiterin der Studiengänge und des Transferzentrums

Internettechnik (Vollzeit-Bachelor) und

Software-Design (berufsbegleitender Bachelor),

Advanced Security Engineering und IT-Recht &

Management (berufsbegleitende Master)

FH JOANNEUM GmbH

University of Applied Sciences In Kapfenberg


AlmwirTSchaFT

Susanne Rest | 30 |

Altes Handwerk modern

kommunizieren

Wissenserwerb war über

Jahrhunderte hinweg von

klassischen Formen des

Unterrichts bestimmt

Ob in der Schule oder bei

Weiterbildungen im Beruf

war Frontalunterricht, der

bestenfalls durch praktische

Übungen aufgelockert

wurde, das Mittel der

Wahl. Durch Weiterentwicklungen

im Bereich der

Informations- und Kommunikationstechnologien

haben sich die Rahmenbedingungen

allerdings

grundlegend verändert

und erfordern neue Wege –

auch in der Wissensvermittlung!

Das Ländliche Fortbildungsinstitut macht

sich gemeinsam mit der Almwirtschaft Österreich

diese neuen Möglichkeiten zunutze

und stellt der interessierten Öffentlichkeit

Kurzfilme via Youtube zur Verfügung,

um traditionelle Handwerkstechniken vor

dem Vergessen zu bewahren.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben

sich die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien

zu einem bestimmenden

Faktor unseres Lebens entwickelt.

Moderne Medien und Kommunikationsformen

prägen unseren privaten

und beruflichen Alltag nachhaltig. Sie erleichtern

den Zugang zu Information und

Bildung in vielfacher Weise, erfordern aber

auch neue Kompetenzen der Wissensvermittlung

und Informationsaufbereitung.

So hängt die Nutzung dieser technologischen

Errungenschaften in erster Linie von

den persönlichen Fähigkeiten der Akteurinnen

und Akteure im Umgang mit Computer

und Internet ab. Ein Großteil der ös-

www.youtube.com/almwirtschaft

Oder Sie fotografieren

mit Ihrem Smartphone den

QR-Code ab – und tauchen

dann ein in die moderne

Vermittlung von traditionellem

Almhandwerk.

LändLIche Ent wicklung

Bilder: © LFI Österreich

terreichischen Bevölkerung bedient sich

mittlerweile dieser Technologien. Laut Statistik

Austria verfügten 75% der österreichischen

Haushalte im Jahr 2011 über einen

Internetanschluss, der für viele Menschen

nicht mehr wegzudenken ist.

Neben den vielen Möglichkeiten des raschen,

weltweiten Informationsflusses

bieten die Entwicklungen in der Informations-

und Kommunikationstechnologie

vor allem für ländliche, periphere Räume

viele Vorteile und bergen ein großes Potential.

Große Distanzen lassen sich im virtuellen

Raum des Internets in Sekundenbruchteilen

überwinden. Ein erheblicher

Nachteil des Ländlichen Raumes kann so

kompensiert werden. Neue Formen des

Miteinander-Lebens, -Lernens, -Kommunizierens

und auch -Arbeitens werden

möglich. Bereits jetzt gibt es viele Möglichkeiten,

im privaten und beruflichen Alltag

von den Errungenschaften der modernen

Technik zu profitieren, etwa durch das

elektronische Erledigen von Amtswegen

oder die Möglichkeit, online einzukaufen.

Mittels moderner Kommunikationsplattformen

wie E-Mail, Facebook, Twitter und

Skype lässt sich mit KollegInnen, FreundInnen

und Bekannten weit über den Erdball

hinweg kommunizieren.


| 31 |

Erleichtert wird vor allem auch der breite

Zugang zu Information und Wissen. Der

große Bereich Bildung – egal ob formell

oder informell – nutzt zunehmend die

neuen technischen Möglichkeiten des Lernens

und Lehrens. Das Ländliche Fortbildungsinstitut

(LFI) als wichtiger Bildungspartner

für Erwachsene im ländlichen

Raum nimmt sich schon seit Langem den

neuen Entwicklungen in der Wissensvermittlung

an.

Daher setzt man auch im Zuge der bundesweiten

Bildungsoffensive für Almwirtschaft,

die das LFI in Kooperation mit den

Almwirtschaftsvereinen initiiert hat und

seit November 2008 umsetzt, verstärkt auf

Behandelt wird unter anderem die Herstellung

traditioneller, regional typischer

Zaunformen, die aufgrund ihrer langen

Haltbarkeit vor allem für die Almwirtschaft

von großer Bedeutung sind und ein prägendes

Element der Kulturlandschaft darstellen.

Ein Kurzfilm dokumentiert etwa

die Herstellung des Bänderzaunes, der vor

allem im Steirischen Almenland häufiger

zu finden ist. Auch der in Niederösterreich

übliche „Odrahhog“ und der Steck- oder

Kreuzzaun aus dem Salzburger Lungau

wurden festgehalten.

Lärchenschindeln waren über lange Zeit

hinweg die gängigste Eindeckung bei

Almhütten und erleben vielerorts – oft in

den. Die Herstellung von traditionellen

Brunnentrögen aus Holz ist trotz ihrer

nachhaltigen Bauweise und langen Haltbarkeit

selten geworden und wurde daher

in den Kurzfilmen dokumentiert.

Ist der Almsommer gut vorübergegangen

und kann das Vieh wieder gesund ins Tal

gebracht werden, wird in vielen Gegenden

Österreichs der Almabtrieb besonders feierlich

mit schön geschmückten Tieren begangen.

Daher wurde auch über das liebevolle

und mitunter aufwändige Binden

und Gestalten von Almkränzen und Kopfschmuck

für Rinder im Herbst zum Almabtrieb

ein Beitrag gestaltet.

Die Kurzfilme sind darauf ausgelegt, dass

neue Möglichkeiten der Information und

Kommunikation. Almwirtschaft stellt seit

jeher einen wichtigen Teilbereich der

Berglandwirtschaft dar, der stark von

Brauchtum und Tradition geprägt wird.

Dass Tradition nicht in Widerspruch steht

zu Innovation und Moderne, wird an folgendem

Beispiel veranschaulicht.

Gerade im almwirtschaftlichen Bereich

werden Brauchtum, Tradition und altes

Wissen von einer Generation an die nächste

weitergegeben. Doch nicht immer gelingt

diese Weitergabe ohne Wissensverluste.

Viele alltägliche Dinge unserer Vorfahren

sind mittlerweile in Vergessenheit

geraten und somit unwiederbringlich verloren

gegangen. Um diesem Wissensverlust

Einhalt zu gebieten, hat sich das LFI

im Rahmen der bundesweiten Bildungsoffensive

entschieden, traditionelle Handwerkstechniken

in der Almwirtschaft in

mehreren Kurzfilmen für die Nachwelt zu

dokumentieren und diese via Youtube einem

möglichst breiten Kreis an Interessentinnen

und Interessenten zugänglich zu

machen.

Neben einem kurzen, allgemeinen Einleitungsfilm

zum Thema Almwirtschaft werden

sieben verschiedene Handwerkstechniken

vorgestellt, die viele Lebens- und

Arbeitsbereiche im Laufe eines Almsommers

ansprechen. So konnte in einem ersten

Versuch ein weiter Bogen über die unterschiedlichen,

traditionellen Almhandwerkstechniken

gespannt werden.

Viele alltägliche Dinge unserer Vorfahren sind

mittlerweile in Vergessenheit geraten und

somit unwiederbringlich verloren gegangen.

Nationalparkregionen – eine Wiederbelebung.

In einem Kurzfilm kann man sich erklären

lassen, wie man Lärchenschindeln

herstellt und mit diesen richtig Dächer eindeckt.

Dabei lassen sich regional unterschiedliche

Formen der Dacheindeckung

beobachten.

Vor allem im Westen Österreichs hat die

Milchverarbeitung direkt auf den Almen

heute noch eine große Bedeutung. Die

Herstellung von Holzbuttermodeln und

das Handwerk des Butterns wurden daher

dokumentiert.

Verbliebene Almanger und Bergmähder

werden in den meisten Fällen von Hand

gemäht. Das Mähen mit der Sense ist daher

nach wie vor eine wichtige Arbeitstechnik

in der Alm- und Berglandwirtschaft,

deren Feinheiten von immer weniger

Personen beherrscht werden. Beginnend

von der richtigen Einstellung der

Sense, über das Dengeln bis zur richtigen

Mähtechnik wird alles rund um die Sense

in einem Beitrag gut abgedeckt.

Wasser ist kostbar und auch auf so mancher

österreichischen Alm ein knappes

Gut. Tränkestellen für das Weidevieh müssen

daher mit Bedacht eingerichtet wer-

mit etwas Hausverstand, praktischem Geschick

und unter Zuhilfenahme der ebenfalls

verfügbaren schriftlichen Anleitung

eine autodidaktische Aneignung der traditionellen

handwerklichen Fertigkeiten

möglich sein sollte. Darüber hinaus gibt

es passend zu vielen dieser Handwerkstechniken

auch Kursangebote bei den LFIs

in den Bundesländern. Die Kurzfilme sprechen

gezielt Schulen und andere Bildungseinrichtungen

an und können als

Unterrichtsmaterial für diverse Kurse verwendet

werden. Alle anderen Interessierten

können via Youtube die Filme ansehen

und die Techniken zu Hause ausprobieren.

Kontakt

Dipl.-Ing. in Susanne Rest

LFI Österreich

s.rest@lk-oe.at

www.lfi.at


xxxxxxxxxxxx

Klima

Andrea Gössinger-Wieser | 32 |

Klimaschutzplan Steiermark

Über 270 Einzelmaßnahmen

werden in den

kommenden Jahren die

Klimapolitik des Landes

begleiten.

Klimabündnis mit Workshops in den Schulen. © Klimabündnis Steiermark

Ob es im Bereich der Mobilität, der Gebäude

oder der Energiebereitstellung ist,

überall soll der Klimaschutzplan mit seinen

Maßnahmen Einzug halten. Damit die

Umsetzung aber gelingt, sind neben den

unzähligen technischen Maßnahmen und

Förderaktivitäten v. a. eine breite Bewusstseinsbildungs-

und Informationskampagne

notwendig.

Zahlreiche Umfragen belegen, dass Klimaschutz

und der Klimawandel den Menschen

bereits bekannt sind. Fragt man

aber im Detail, wächst die Unsicherheit bei

diesem breiten Themenfeld. Man hat zwar

schon in den Medien davon gehört, gelesen

oder im Fernsehen Berichte gesehen,

aber wie das wirklich so ist, warum sich da

was ändert, wer überhaupt verantwortlich

gemacht werden kann und was zu tun ist,

entzieht sich dem breiten Wissensstand.

Und auch wenn man bestens informiert

ist, ist es dennoch ein weiter Weg, vom

Wissen zum klimafreundlichen Tun zu gelangen.

Die Fachabteilung 17A hat daher diesen

Faden aufgenommen und hat eine breite

Klimaschutz- und Energiekampagne gestartet.

„Ich tu’s, für unsere Zukunft“, dieser

Slogan ziert ab sofort alle Maßnahmen des

Landes Steiermark, um Themen des Klimaschutzes

und des Energiesparens in der

Bevölkerung zu verankern. Mit kleinen

Dingen Großes bewirken ist dabei die Devise.

Es geht nicht darum, das technisch

Mögliche vorzustellen, sondern vielmehr

vom Wissen zum Tun zu aktivieren. Jede

Steirerin und jeder Steirer trifft pro Tag

mindestens 5 Entscheidungen, die klimarelevant

sind: Fahre ich mit dem Auto zur

Arbeit, schalte ich das Licht ab, kaufe ich

den Billigkühlschrank oder doch A++-

Qualität? Und viele mehr. Daraus ergeben

sich nur für die Steiermark täglich Millionen

Entscheidungen für oder gegen Klimaschutz.

All diese Entscheidungen nach

Klimakriterien auszuloten wird nicht möglich

sein. Aber wenn das eine oder andere

regelmäßig wiederkehrende Verhaltensmuster

geändert werden kann, dadurch

mehr Klimabewusstsein geschaffen wird

und für den Klimaschutz mehr Raum in unserem

Alltag gegeben wird, hat diese Initiative

ihr Ziel erreicht.

In diesem Sinne aktivieren seit Herbst

2011 57 Klima-und-Energie-Coaches (Kec)

die Landesbediensteten zum klimafreundlichen

Verhalten. Basierend auf den Erfahrungen

von steirischen Schulprojekten

und eines verwaltungsinternen Energiesparwettbewerbes

sowie ähnlichen nationalen/internationalen

Aktivitäten wird

das NutzerInnenverhalten in der Verwaltung

hinsichtlich Klimaschutz und Energiesparen

positiv unterstützt. Durch einfache

Maßnahmen, Änderungen im Verhalten

der GebäudebenutzerInnen oder

im technischen Bereich kann der Energieverbrauch

deutlich messbar reduziert werden.

Dies bedeutet eine Verringerung der

Energiekosten und eine Reduktion von negativen

Treibhausgasen. Die Klima- und

Energiecoaches rücken Themen des Klimaschutzes

und des Energiesparens in das

Bewusstsein der Kollegenschaft und geben

Handlungsanleitungen zum Energiesparen,

wie man damit Strom- und Heizungskosten

senken kann. Gestartet wurde

mit dem breiten Themenfeld Energie

und im Frühjahr wird dieser Bereich durch

Angebote im Mobilitätsbereich ergänzt

werden.

Viele Maßnahmen im Klimaschutz fußen

auf einer guten Basis. „Was Hänschen nicht

lernt – lernt Hans nimmermehr“, so oder

so ähnlich kann daher wohl der Leitspruch

für die vom Land Steiermark initiierte Bildungsinitiative

zum Klimaschutz gesehen

werden. Tausende steirische SchülerInnen

werden sich alleine in diesem Schuljahr

verstärkt mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen.

Denn das Schuljahr

2011/12 steht ganz im Zeichen des Klimaschutzes.

In enger Kooperation mit dem

Landesschulrat für Steiermark werden

Themen des globalen Klimawandels und

der Klima- und Energiepolitik in den Schulen

diskutiert und analysiert. Kinder und

Jugendliche sind die KonsumentInnen

von morgen und es ist daher ein besonderes

Anliegen, diese Zielgruppe mit der

Klimaschutz-Thematik vertraut zu machen.

Ähnlich wie es bereits im Bereich der

Abfalltrennung passiert ist, sollen die Kinder

und Jugendlichen Vorbild und Motivatoren

für die Erwachsenen werden.

Informieren, beraten, Interesse wecken

und Freude am Tun vermitteln, das sind

die großen Hebel zu mehr Klimaschutz.

Kontakt

Mag. a Andrea Gössinger-Wieser

Klimaschutzkoordinatorin

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 17A – Energiewirtschaft und

allgemeine technische Angelegenheiten

Burggasse 9/1. Stock, Tel. 0316/877-4861

andrea.goessinger-wieser@stmk.gv.at

LändLIche Ent wicklung


AbfaLLwirTSchaFT 2012

Günther Illitsch | 33 |

Lebensmittel im Abfall

Jeden Tag landen

ungeheure Mengen von

Lebensmitteln im Müll

Ein Vielfaches von dem,

was nötig wäre, um das

Hungerproblem auf der

Welt zu lösen. Durch die

Überproduktion werden

Regenwälder zerstört und

die Emission von Treibhausgasen

wesentlich erhöht.

Der Dokumentarfilm

„Taste the Waste“ von

Valentin Thurn zeigt die

schockierenden Fakten

rund um die weltweite

Vernichtung von Lebensmitteln.

Untersuchungen im Rahmen der Restmüllanalyse

2008 haben gezeigt, dass in

der Steiermark im Durchschnitt zusammen

etwa 3 bis 4 kg an original verpackten

und angebrochenen Lebensmitteln im

Rest abfall enthalten sind. Der Anteil an originalen

und angebrochenen Lebensmitteln

liegt in der Stadt im Mittel fast doppelt

so hoch wie in ländlichen Strukturen.

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

„Keiner will es – jeder tut es.“

(Lebensmittel wegwerfen)

Laut bundesweiten Analysen im Jahr 2010

landen in Österreich zumindest rund

96.000 Tonnen an verpackten und unverpackten

Lebensmitteln jährlich im Restmüll.

Hinsichtlich der Quelle der Lebensmittel

ist auffällig, dass insbesondere in

den sehr ländlichen Gebieten mit etwa 6 %

besonders wenige Lebensmittel im Systemmüll

vorzufinden sind. In allen anderen

Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen

ist der Anteil der Lebensmittel bei etwa

8 % konstant. Bewertet mit den Müllmengen

sind in den ländlichen Gebieten rund

5 kg Lebensmittel je EinwohnerIn und Jahr

im Müll, während dies in städtischen und

wirtschaftlich starken Regionen 17 bis

22 kg je EinwohnerIn und Jahr sind. Im österreichischen

Durchschnitt sind das rund

12 kg je EinwohnerIn und Jahr. Die Ausgaben

für weggeworfene Lebensmittel betragen

pro Haushalt durchschnittlich rund

300 Euro/Jahr. www.lebensministerium.at

Warum Menschen so sorglos mit Lebensmitteln

umgehen, kann verschiedene Ursachen

haben, aus Expertenkreisen sind

etwa solche Erklärungen bekannt:

• z Bei der Kaufentscheidung werden

durch Lockangebote (Nimm 3 – zahl

1) vor allem hungrige Konsumenten

dazu verleitet, zu viel einzukaufen.

• z Den Konsumenten sind die Unterschiede

zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum

und Verbrauchsdatum

nicht bekannt.

• z Das natürliche Empfinden für verdorbene/nicht

verdorbene Lebensmittel

ist abhanden gekommen.

• z Kinder in Großstädten (Stadt/Land-

Gefälle) wissen oft nicht mehr, wie Lebensmittel

entstehen.

• z Es fehlt das Wissen über die richtige

Lagerung von Lebensmitteln.

• z Kochkenntnisse fehlen, weil sie häufig

weder zu Hause noch in den Schulen

vermittelt werden.

• z Die Vernetzung der sozialen Einrichtungen

für eine effiziente Verteilung

von ausgeschiedenen Lebensmitteln

aus dem Handel ist mangelhaft oder

fehlt vollständig.

Die Grazer Abfallwirtschaftstagung 2012

(am 26. Jänner) hat sich genau diesen ökologischen,

wirtschaftlichen und nicht zuletzt

ethischen Fragestellungen gewidmet

und stellte das Thema „Rezepte gegen das

Verderben“ in den Vordergrund. Ziel war

und ist es, Möglichkeiten der Vermeidung

von Lebensmittelabfällen seitens Gemeinden,

Handel, Gastronomie und privater

Haushalte aufzuzeigen, die rechtlichen

Rahmenbedingungen zu definieren und

Bewusstseinsbildung zu betreiben.

Kontakt

DI DR. Günther Illitsch

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 19 D, Abfall- und

Sstoffflusswirtschaft

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

guenther.illitsch@stmk.gv.at


Saubere Steiermark

| 34 |

Zum Thema „Littering“

Das Liegenlassen von

Abfällen im öffentlichen

Raum wird als „Littering“

bezeichnet

Die Steiermark verfügt

zwar über ein gut funktionierendes

Abfallverwertungs-

und Entsorgungssystem,

aber leider werden

immer noch Gegenstände,

Abfälle achtlos weggeworfen

und in der Natur

zurückgelassen.

Diese Gedankenlosigkeit ist für viele ein

Ärgernis, verschmutzt nicht nur unsere

Umwelt und beeinträchtigt das Ortsbild,

sondern verursacht durch die immens aufwändige

Sammlung enorme Kosten, die

letztlich den Steuerzahler belasten.

Das mühsame händische Abfallsammeln

entlang von Autobahnen, Straßen, Wanderwegen,

Bach-, Flussläufen, Gewässern,

auf Plätzen, in Parkanlagen, Wald und Flur

kostet je 1.000 kg Abfall etwa 3.000 bis

6.000 Euro und ist durchschnittlich 36-mal

so teuer wie die Erfassung aus Abfallbehältern

mit Müllfahrzeugen, wobei für dieselbe

Menge Abfall nur etwa 118 Euro aufzuwenden

sind.

Der Asfinag kostet das Einsammeln von

rund 1.004 t Abfall entlang steirischer Autobahnen

und Schnellstraßen jährlich

etwa 1,5 Millionen Euro. Auch den KraftwerksbetreiberInnen

in der Steiermark erwachsen

Entsorgungskosten von rund

260.000 Euro pro Jahr für die Entsorgung

der in den Kraftwerken angeschwemmten

Abfälle wie beispielsweise Ölkanister, Flaschen,

Autoreifen, Tennisbälle usw.

Aktion „Frühjahrsputz 2012“

Die FA19D organisiert dieses Jahr bereits

zum 5. Mal den „Großen Steirischen Frühjahrsputz“,

der im Rahmen der weltweiten

Aufräumaktion „Let‘s do it! World Cleanup

2012“ stattfinden wird. „Let‘s do it! “ ist

eine zivile Umweltinitiative, die 2008 in

Estland gegründet wurde und die sich einen

sauberen und gesunden Planeten

zum Ziel gesetzt hat (www.letsdoitworld.

org, www.letsdoitaustria.org). 2012 soll in

jedem Land der Erde eine Aufräumaktion

stattfinden. In Österreich findet der Aktionstag

am 21. April 2012 statt (Internationaler

„clean up day 2012“).

NacHHaLTIge Ent wicklung


| 35 |

Die Zielsetzung der Aktion „Frühjahrsputz“

liegt vorwiegend im Bereich der „Bewusstseinsbildung“.

Durch positive Vorbildwirkung

soll insbesondere die Jugend

darauf aufmerksam gemacht werden, dass

das Zurücklassen von Abfällen in der Natur

nicht gesellschaftsfähig sein darf und

die in der Umwelt verstreuten Abfälle nur

mit einem sehr hohen Kostenaufwand

wieder eingesammelt und einer Entsorgung

zugeführt werden können. Die Verunreinigung

der Landschaft führt nicht

nur zur optischen Beeinträchtigung unserer

schönen Naturlandschaft – dem Juwel

für den steirischen Fremdenverkehr –,

auch ökologische Beeinträchtigungen

können die Folge sein. Die Aktion „Frühjahrsputz“

war von Beginn an sehr erfolgreich.

Die Anzahl der TeilnehmerInnen hat

sich von rd. 20.000 (2008) auf 44.000

(2011) erhöht. Im Jahr 2011 haben sich rd.

460 Gemeinden an dieser Aktion beteiligt,

rd. 100.000 Müllsäcke wurden verteilt und

181.000 kg Müll wurde eingesammelt.

Wir möchten uns bei den zahlreichen Gemeinden

und Organisationen wie beispielsweise

orF, Abfallwirtschaftsverbände,

Landesfeuerwehrverband, Berg- und

Naturwacht, McDonalds-Restaurants in

der Steiermark, Stützpunkte des ÖAMTC

Steiermark, viele Schulen und Vereine (Kameradschaftsbund,

Alpenverein, Landesfischereiverband

Steiermark, Naturfreunde,

Lions Clubs, Pfadfinder, Landesjagdamt,

Gemeinnützige Wohnbau

GesmbH, WK Steiermark – FG Abfall- & Abwasserwirtschaft,

Trafikanten Steiermark

usw.) bedanken, die diese Aktion auch

diesmal wieder unterstützen.

Der „Große Steirische Frühjahrsputz“ wird

vom 16. April bis 21. April 2012 landesweit

stattfinden. Aktionstag ist der 21. April

2012. Anmeldungen zum Frühjahrsputz

2012 sind online unter www.abfallwirtschaft.steiermark.at

möglich. Weitere Informationen

finden Sie unter www.saubere.steiermark.at

Hofrat DI

Dr. Wilhelm Himmel

Leiter der FA 19D,

Abfall- und Stoffflusswirtschaft –

Nachhaltigkeits koordinator

Steiermark

Auf die richtige Verbindung

kommt es an …

Während das neue, elektronische Zeitalter

Unmengen von Wissen und wertvolle

Informationen verspricht, dürfen wir

nicht vergessen, dass der persönliche

Kontakt noch immer der beste Weg in

der Entscheidungsfindung ist. Nach einer

Studie vom IT-Forschungsunternehmen

Gartner glauben 90 Prozent der

Unternehmen, dass sie den Informationsüberfluss

mehr schlecht als recht erdulden

müssen und sich die Wettbewerbsfähigkeit

dadurch verschlechtert.

Statt technisch „hochzurüsten“, wird die

Pflege von persönlichen Kontakten zwischen

KollegInnen/MitarbeiterInnen

empfohlen. Die Informationsflut verleitet

vielleicht auch zum Vergeuden von

wertvollen Ressourcen: der Verbrauch

ist in mancher Hinsicht manipulierbarer,

kurzlebiger und vermutlich inhaltsloser

geworden. Gerade jetzt ist es umso

wichtiger, dass noch mehr Bewusstseinsbildung

für den verantwortungsvollen

Umgang von Ressourcen betrieben

wird und dass gute Beiträge zum

globalen Klimaschutz geleistet werden.

Bereits zum fünften Mal wird heuer der

„Trigos Steiermark“ an jene Unternehmen,

die verantwortungsbewusst und

nachhaltig handeln, verliehen. Rund

160 Betriebe wurden bisher ausgezeichnet,

und das zeigt, dass das Thema

Nachhaltigkeit zukunftsweisend für Unternehmen

ist. Das Sporthotel Royer in

Schladming ist unlängst mit dem Umweltzeichen

gewürdigt worden, bei der

Abfallwirtschaftstagung stand einmal

mehr das Thema „Lebensmittelabfälle“

im Zentrum der Dialoge und im Rahmen

der Steirischen Baurestmassen-Initiative

wurde ein eigener Leitfaden erarbeitet.

Viele nachhaltige „Aktionen“ ergeben

ein Ganzes: Ich lade Sie sehr

herzlich ein, sich an unserem großen

steirischen Frühjahrsputz zwischen

dem 16. und 21. April 2012 zu beteiligen,

der heuer auch als österreichischer

Beitrag im Rahmen der internationalen

„clean up day 2012“-Initiative durchgeführt

wird.


Kompetenz durch BILdung

Uwe Kozina | 36 |

30 Jahre Umweltbildung in

der Steiermark

Ein kurzer Projektrückblick aus Sicht des

Umwelt- Bildungs-Zentrums Steiermark

anlässlich „10 Jahre UBZ“

„Die Menschheit steht vor großen

Heraus forderungen. Zum einen werden

die ressourcen knapper und

Verteilungskämpfe zeichnen sich ab.

Die Ungleichheit der Geschlechter und

Verletzungen der Menschenrechte sind

ungelöste Probleme. Außerdem klafft

ein großer Unterschied im sozialen,

gesundheitlichen und auch bildungspolitischen

Bereich zwischen reicheren

und ärmeren Staaten.“

Diese Sätze haben Aktualität, stammen

aber aus einem Artikel, der anlässlich der

Gründung des „Österreichischen Zentrums

für Umwelterziehung“ im Jahr 1982

geschrieben wurde. Hat sich nun in den

letzten 30 Jahren nichts verändert? Haben

Umweltpolitik und Umweltbildung versagt?

Denn wir Menschen haben augenscheinlich

viele Probleme nicht gelöst.

Wie alles begann

Im Herbst 1981 waren Waldsterben & Saurer

Regen, die schmutzige Mur, wilde Mülldeponien

und auch Lebensmittelskandale

jene Themen, die sowohl in den Medien

als auch in den Schulen behandelt wurden.

„Umweltbildung“ oder „Nachhaltigkeit“

als Wortgebilde gab es noch nicht,

Natur- und Umweltschutz standen für die

Sorge um die Mitwelt. Der Verein „Österreichische

Naturschutzjugend“ als unabhängige

Jugendorganisation gründete im

Mai 1982 mit Unterstützung der Steiermärkischen

Landesregierung in Graz das

„ÖZU – Österreichisches Zentrum für Umwelterziehung“

als erste Umweltbildungseinrichtung.

Grundgedanke war, Themen

der außerschulischen Natur- und Umweltschutz-Jugendarbeit

in die Schulen zu

transferieren. Über eine eigens gegründete

Zeitung wurden aktuelle Daten und

Fakten in die Schulen bzw. unter die LehrerInnen

gebracht (z.B. Artikelserie Chemie

in Lebensmitteln). Was aus ehrenamtlicher

Tätigkeit hervorging, wurde innerhalb

weniger Jahre professionalisiert: Jobs

wurden geschaffen, über die damalige

„Aktion 8000“ wurden gemeinsam mit

dem Arbeitsmarktservice Steiermark Dutzende

arbeitslose LehrerInnen sowie BiologInnen

an Umweltberufe herangeführt.

Bereits im Jahr 1983 wurde gemeinsam

mit der Landesforstdirektion ein erstes

Projekt „Waldsterben“ durchgeführt, gefolgt

1986 –1989 vom Projekt „Mülltrennung

– Müllvermeidung (SMÜLLS)“, welches

mit dem Österreichischen Umweltschutzpreis

1987 ausgezeichnet wurde.

Aber auch der Bund war nicht untätig, so

wurde im Jahr 1983 ein eigenes Unterrichtsprinzip

„Umwelterziehung“ geschaffen

und als gemeinsame Initiative zwischen

Umweltministerium und Unterrichtsministerium

die „arge Umwelterziehung“

gegründet. Die Betreuung für den

südösterreichischen Raum wurde dem

Grazer Umwelterziehungsteam mit der

Geschäftsstelle Graz überantwortet. Ab

diesem Zeitpunkt gab es eine starke Ausweitung

von Projekten zu verschiedensten

Themen des Natur- und Umweltschutzes:

„Erlebter Frühling“, „Natur macht Schule“,

„Multivision Umwelt“ oder die „Einrichtung

von Arboreten (Gehölzsammlungen)“,

um nur einige zu nennen.

Vom Reagieren zum Agieren

Die Schwerpunkte der Umweltbildungsarbeit

und die Projekte der späten 80erund

90er-Jahre des letzten Jahrhunderts

Generationen von SchülerInnen und

Lehrenden wurden informiert und betreut.

waren zunächst jenen Themen gewidmet,

die im Land die größten Probleme verursachten:

dem Abfall („Müllionärsspiel“),

der Luftverschmutzung („Unser Lebensmittel

Luft“), dem Wasserschutz („Unser

steirisches Wasser“) sowie dem Lärm

(„Laut ist out“). Informationen an die Bevölkerung

wurden durch das Projekt „Umweltdetektive

unterwegs“ sowie die Aktivitäten

anlässlich des „Europäischen Naturschutzjahres“

breit gestreut. Viele Landesabteilungen

sowie einige Ministerien

beteiligten sich an der Finanzierung, Mittel

und Ressourcen wurden aber auch

durch Kommunen (z.B. Projekt „Lebenswerte

Stadt“ mit der Stadt Graz) bzw.

durch Partner aus der Wirtschaft (z.B. Projekt

„Alp action – Hochlagenaufforstungen“)

zur Verfügung gestellt. Nicht nur die

Umsetzung von Projekten, auch Fortbildungsveranstaltungen

für MultiplikatorInnen,

die Herausgabe von Zeitschriften, die

Neuentwicklung von Unterrichtsmaterialien

und die persönliche Betreuung von

jungen Menschen in Schulen und außerschulisch

waren in dieser Zeit Schwerpunkte

der Umweltbildungsarbeit.

In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre kam

es zu einem Wechsel bei der Herangehensweise

an die Themen – weg vom Reagieren

hin zum Agieren, zur „vorsorgenden

Umweltbildung“. Projekte wie „Umwelterziehung

in Kindergärten und Volksschulen“,

„Ökologisierung von Schulen“, „Umweltorientierung

der Berufsaus- und -fortbildung“

oder „Waldgesichter – nachhaltige

Waldwirtschaft“ zeigen die Bandbreite

der Zielgruppen vom Kindergarten über

alle Schultypen bis zu Betrieben und Gemeinden.

Mit der Gründung der „Ökologischen

Landentwicklung“ zur Stärkung des

ländlichen Raumes und der parallelen Betreuung

von Schulen im Rahmen von Projekten

zur „Lokalen und Regionalen Agenda

21“ wurde ein neues Kapitel in der steirischen

Umweltbildung aufgeschlagen,

was letztlich im Herbst 2001 zur Gründung

des „Umwelt-Bildungs-Zentrums Steiermark

(UBZ)“ durch das Land Steiermark

führte.

Netzwerkknoten

Als Institution im Vorfeld zum Amt der

Steiermärkischen Landesregierung und in

enger Zusammenarbeit mit den Schulbehörden

wuchs das UBZ in den letzten 10

Jahren zu einem Kompetenzzentrum in

NacHHaLTIge Ent wicklung


| 37 |

der steirischen Umweltbildungslandschaft

heran. Durch vielfältige Kooperationen

mit ngos sowie PartnerInnen aus Bildung

und Wissenschaft/Forschung, Wirtschaft,

Politik und Verwaltung sowie Medien war

es möglich, zahlreiche Projektinitiativen

umzusetzen: „Wasserland Steiermark“,

mehrere „Feinstaubkampagnen“, „NaturScouts“,

„LUis in Schulen – Umweltinformation“,

„Klimafit – Klimaschutz im Bildungsbereich“,

„Lärm macht krank – Gesundes

Hören“ oder die „Schul-Initiative

Nachhaltigkeit“ sind nur einige Beispiele.

Auch österreichweite Programme diverser

Ministerien wie das „Umweltzeichen für

Bildungseinrichtungen“, „ÖKOLog – Netzwerk

für Schule und Umwelt“ oder der

„Who Kinder-Umwelt-Gesundheits-Aktionsplan

für Österreich“ werden in der Steiermark

mitbetreut. Die Entwicklung neuer

methodischer Zugänge für Bildungsaktivitäten

vor allem in Schulen (z.B. Umwelt-

Peers in Schulen), die Produktion und das

kostenlose Zurverfügungstellen von Lehrmitteln

(z.B. Praxiskoffer-Sets, Schulatlas

Steiermark) sowie die Mitarbeit an Forschungs/Bildungs-Kooperationen

sind Ergebnis

der jahrzehntelangen Erfahrungen

in der angewandten Projektarbeit.

Resümee

Rückblickend kann gesagt werden, dass

nicht nur Generationen von SchülerInnen

und Lehrenden informiert und betreut

wurden, sondern durch die Umweltbildung

im Bundesland Steiermark auch sehr

viel initiiert und geleistet wurde, um Umweltprobleme

besser und schneller in den

Griff zu bekommen und in Richtung Umweltvorsorge

und Naturbewahrung aktiv

zu werden. Globale Fragestellungen wie

etwa der Klimawandel oder der Schwund

an Ressourcen erfordern jedoch ein noch

intensiveres Miteinander, um die Menschen

in unserem Bundesland zu informieren

und aktiv zum Mitmachen zu motivieren.

Nur über das „lebenslange Lernen“

werden hier letztendlich Erfolge möglich

sein, wie sich bereits durch die „UN-Dekade

Bildung für Nachhaltigkeit 2005-2014“

zeigt. Für die Steiermark scheint es an der

Zeit, eine Umweltbildungsstrategie zu entwickeln,

die bis ins Jahr 2025 die Richtung

weist und letztendlich unsere Lebensqualität

sichert.

Info

Das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark

(UBZ) wurde auf Initiative des Landes Steiermark

gegründet und ist eine überparteiliche,

gemeinnützige, kulturelle und nicht

auf Gewinn gerichtete Bildungseinrichtung.

Ziel ist die langfristige Hebung des Umweltbewusstseins

der Bevölkerung

Kontakt

Dr. Uwe Kozina

Biologe und Umwelterzieher,

Geschäftsführer des Umwelt-Bildungs-

Zentrums Steiermark

Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark

A-8010 Graz, Brockmanngasse 53

Tel.: 0316-835404

Fax: 0316-817908

Mobil: office@ubz-stmk.at

www.ubz-stmk.at


SinnvoLLe Verwertung

Josef Mitterwallner | 38 |

Baurestmasseninitiative

Steiermark

Trotz guter Recyclingfähigkeit und steigender

Deponiepreise werden derzeit immer

noch große Mengen an mineralischen

Baurestmassen deponiert. Der Bauwirtschaft

gehen dadurch wertvolle Sekundärrohstoffe

verloren, die nur durch einen

verstärkten Einsatz von Primärrohstoffen,

d.h. neuem Steinbruchmaterial, kompensiert

werden können.

Aber auch bei der Verwertung von Baurestmassen

treten in der Praxis mitunter

Probleme auf. Durch Versäumnisse bei der

Abbruchplanung und einer mangelhaften

Aufbereitung leidet die Qualität der hergestellten

Recycling-Baustoffe und ein

Einbau dieser verunreinigten Materialien

kann in weiterer Folge Beitragspflichten

nach dem Altlastensanierungsgesetz sowie

entsprechende Verwaltungsstrafen

auslösen.

Der größte Ressourcenverbrauch und der höchste

Anteil am Abfallaufkommen in Österreich ist der Bauwirtschaft

zuzuschreiben. Jährlich fallen knapp 30

Millionen Tonnen an Baurestmassen an, die nach den

aktuellen Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie bis

zum Jahr 2020 in einem Ausmaß von mindestens 70

Masse% einer Verwertung zugeführt werden müssen.

Erfolgreiches Zusammenarbeiten

Präsentation des Steirischen Baurestmassen-Leitfadens in der Wirtschaftskammer

Vor diesem Hintergrund wurde in der Steiermark

im Jahr 2011 von Vertretern der

Fachabteilung 19D des Amtes der Steiermärkischen

Landesregierung, der Wirtschaftskammer

– Landesinnung Bau und

Fachgruppe Abfallwirtschaft, der Ziviltechnikerkammer

Steiermark und des

Zollamtes Graz die „Steirische Baurestmasseninitiative“

ins Leben gerufen. Diese Initiative

hat sich zum Ziel gesetzt, alle wesentlichen

Informationen über den richtigen

Umgang mit Bauabfällen zusammenzutragen

und den am Baugeschehen beteiligten

Zielgruppen, wie Bauherren, PlanerInnen,

Baubehörden, Bauwirtschaft

und Recyclingunternehmen auf einem Internetportal

zugänglich zu machen. Das

Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit

ist der Steirische Baurestmassen

Leitfaden (www.baurestmassen.steiermark.at),

der im Rahmen einer Fachtagung

am 29. Februar 2012 im Europasaal der

Wirtschaftskammer Steiermark in Graz rd.

450 Branchenvertretern vorgestellt und im

Internet zur Benützung freigeschaltet wurde.

Der neue Baurestmassen-Leitfaden spannt

einen Bogen an Informationen im Zusammenhang

mit der Umsetzung von Abbruch-

und Aushubprojekten, ausgehend

von der Planung, über das Genehmigungsverfahren

(Bescheiderstellung

durch die Baubehörde – Gemeinde) zu

den praxisrelevanten Fragen auf der Baustelle

(Abfalltrennung) bis hin zu den Verwertungs-

und Entsorgungsmaßnahmen

(Anforderungen zur Anlieferung an Baurestmassendeponien).

Abgerundet wird

das Informationsangebot mit Links zu aktuellen

baurelevanten Gesetzen und Verordnungen

sowie einem umfassenden

Downloadbereich.

Nutzen für die Umwelt

Der Leitfaden soll in aktueller und praxistauglicher

Form die Arbeit aller Beteiligten

wie Bauherren, PlanerInnen, Gemeinden,

bauausführende Unternehmen und Verwertungs-

und Entsorgungsunternehmen

unterstützen und damit Impulse für eine

Steigerung der Recyclingquote, sowohl in

qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht,

auslösen. Durch das Zusammenspiel

aller Beteiligten bei der Planung und Aus-

führung von Abbruch- und Aushubarbeiten

sollen weiters Kosten gespart und ein

direkter Nutzen für die Umwelt erreicht

werden. Die nachhaltige Nutzung von

Baurestmassen ist somit auch von politischem

und gesellschaftlichem Interesse,

da durch sie gleichermaßen Primärrohstoffe

und Deponievolumen geschont

werden.

Kontakt

Dipl.-Ing. Josef Mitterwallner

Amt der Steiermärkischen Landes regierung

Fachabteilung 19D – Abfall- und Stoffflusswirtschaft,

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

Tel.: 0316/877-2157

josef.mitterwallner@stmk.gv.at

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

Informationen zur Abfallwirtschaft in der

Steiermark erhalten sie unter

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

NacHHaLTIge Ent wicklung


WirkungSVoLL

Erich Gungl | 39 |

Einfach. Wertvoll. Nachhaltig.

Den steirischen Wein aus der Steiermarkflasche … kaufen – genießen – und zurückbringen

Regionale Identität –

die Steiermark-Weinflasche

Die Steiermarkflasche ist als Weinverpackung

weltweit einzigartig und unterstreicht

in ihrer Gestaltung die Identität

des steirischen Weines, die seiner qualitätsbewussten

Winzer und der steirischen

Regionen. Rund 300 steirische Weinbaubetriebe

verwenden die Steiermark-Weinflasche

und geben dem steirischen Wein

damit seine eigene Identität.

Genuss mit Verantwortung – der steirische

Wein setzt auf Wiederbefüllung

Die Fachabteilung 19D – Abfall- und Stoffflusswirtschaft

des Landes Steiermark und

die Weinbauabteilung der Landwirtschaftskammer

Steiermark führen 2012

gemeinsam mit steirischen Weinbaubetrieben,

dem Lebensmitteleinzelhandel

und mit den Genießern des steirischen

Qualitätsweines eine Aktion zur Steigerung

des Anteils der zur Wiederbefüllung

gelangenden Steiermarkflaschen durch.

Umweltpotenzial – aktuelle Zahlen

In der Steiermark werden jedes Jahr bis zu

5 Millionen Steiermarkflaschen mit hochwertigen

steirischen Qualitätsweinen gefüllt

und verkauft. Falls diese Flaschen

nach einmaligem Gebrauch weggeworfen

werden, entstehen dabei ca. 2.500 Tonnen

Altglas. Ca. 35% Prozent (ca. 1,75 Mio. Flaschen)

davon werden bereits jetzt gereinigt

und der Wiederbefüllung zugeführt.

Für die Reinigung in den modernsten

Spülanlagen werden pro Flasche nur rund

0,09 kWh benötigt, für die Produktion einer

neuen Flasche verbraucht man im Vergleich

dazu ca. 1,1 kWh an Energie.

Abfallvermeidung und Klimaschutz –

erreichbare Ziele!

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Wiederbefüllung

auf mindestens 50% zu steigern

und damit die jährlichen co 2 -Belastungen

um die Emissionen aus der Verbrennung

von 80.000 Liter Heizöl zu reduzieren.

Mit einer 5-fachen Befüllung jeder

Steiermarkflasche könnte man auch

10.000 Tonnen Abfall vermeiden. Aufgrund

der Hochwertigkeit ist die ALLWeg-

Steiermarkflasche für den Weinbaubetrieb

gegenüber einer neu produzierten Flasche

auch kostengünstiger!

Einfach nachhaltig – das pfandlose

ALLWEG-Sammelsystem

Zur Wiederbefüllung können die Steiermarkflaschen

bei den beteiligten Weinbaubetrieben,

bei ausgewählten Märkten

des Lebensmitteleinzelhandels (über die

Leergut-Rücknahmeautomaten) und beim

Genussregal Vinofaktur in Vogau (Südsteiermark)

abgegeben werden. Für die zurückgegebenen

Flaschen bekommen die

KonsumentenInnen bei den beteiligten

Weinbaubetrieben eine 10-Cent-Gutschrift

/ Flasche für ihren Einkauf, bei den

Märkten des Lebensmitteleinzelhandels

und beim Genussregal Vinofaktur in Vogau

5% Rabatt beim Kauf von steirischem Wein

in der Steiermarkflasche.

Tradition und Innovation

Da im Bereich des Qualitätsweines weltweit

ausschließlich Glasverpackungen Verwendung

finden, können die damit verbundenen

Umweltbelastungen (co 2 -Fuß-

abdruck) nur durch möglichst viele Umläufe

(Wiederbefüllung) wesentlich verringert

werden. Dabei haben sich Pfandsysteme

aufgrund des damit verbundenen

Verwaltungsaufwandes nur bedingt bewährt.

Das innovative pfandlose ALLWeg-

Sammelsystem beruht auf dem Prinzip,

die KonsumentInnen über den Wert der

Steiermarkflasche und die damit verbundene

Vergütung (z.B. Rabatt) zu motivieren,

eine der angebotenen Rückgabemöglichkeiten

in Anspruch zu nehmen. Dabei

sind auch keine Geldflüsse zwischen Produzenten,

dem Handel und den KonsumentInnen

notwendig. Produzenten und

Handel stellen den Gegenwert der Steiermarkflasche

zur Verfügung, wobei dieser

ihren eigenen Umsätzen zugute kommt.

Diese WIN-WIN-Situation für alle Beteiligten

zeigt beispielhaft, dass es auch im Abfallbereich

möglich ist, Wirtschaftskreisläufe

ohne Abfallgebühren oder Förderungen

zu schließen. Voraussetzung dafür ist

eine Produktgestaltung, die es erlaubt, die

Sammlung und Wiederverwendung über

die nach erfolgter Nutzung verbleibenden

Warenwerte zu finanzieren. Diese Möglichkeit

besteht zumindest im gesamten

Bereich der Lebensmittelglasverpackungen,

da dabei insbesondere im Bereich der

alkoholischen Getränke sehr teure und

nach einmaliger Nutzung

neuwertige

Glasflaschen eingesetzt

werden.

Einfach. Wertvoll.

Nachhaltig.

Es liegt in unserer

Verantwortung.

Kontakt

Dipl. Ing. Erich Gungl

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

FA19D – Abfall- und Stoffflusswirtschaft

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

Tel.: 0316 877-4328, Fax: DW 2416

Mobil.: 0676 8666 4328

erich.gungl@stmk.gv.at

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

www.gscheitfeiern.at

www.steiermarkflasche.at

Die aktuelle Liste der Rücknahmestellen

finden Sie unter www.steiermarkflasche.at


ScHLuSSpunkt

Sandra Höbel

| 40 |

Wissen ist Macht.

Gewissen ist machtlos.

Nach Zuhilfenahme des 50/50 und des Publikumsjokers

wählte Barbara Karlich der

Logik folgend die richtige Antwort A und

erspielte 50.000 Euro für „Licht ins Dunkel“.

Sehen Sie auch ab und zu die Millionenshow?

Zuletzt gab es eine Promi-Ausgabe.

Barbara Karlich, Andreas Gabalier und Co

setzten ihr Wissen für einen guten Zweck.

Und hatten auch noch jede Menge Spaß

dabei. Der sprichwörtliche „Schmäh is

g’rennt“ …

Ich mag die Sendung. Die Moderation von

Armin Assinger finde ich sehr erfrischend

und zeitweise echt witzig. Und irgendwie

hat man bei diesem Format doch immer

wieder das Gefühl, beinahe an Einsteins

Intelligenzquotienten heranzureichen,

aber eben doch gleichzeitig auch immer

wieder etwas zu lernen. Also, ich weiß ja

nicht, wie es Ihnen geht – ich für meinen

Teil finde manche Fragen, an denen sich

die Kandidaten oft die Zähne ausbeißen,

sowas von leicht. Bei anderen hingegen

bin ich völlig blank… Ein Phänomen, das

leicht erklärbar ist: Wir alle haben unterschiedliche

Blickwinkel auf die Welt. Und

da gibt es eben Wissensgebiete, für die

man sich mehr interessiert, und solche, die

unsere Bewusstseinsebene kaum bis gar

nicht erreichen.

Shoppingtour durch den Info-Tempel

Nie zuvor war das Angebot an Bildung und

Wissen so groß wie heute. Die vielschichtigen

Möglichkeiten der Informationsbeschaffung

und (Weiter-)Bildung gleichen

einem Bummel durch den Mega-Einkaufstempel.

Ein „Schnäppchen“ jagt das andere.

Top-Qualität zu Schleuderpeisen.

„Nimm fünf, zahl zwei.“ Wir nutzen immer

mehr und ständig neue Kommunikationskanäle.

Die Technik schlägt förmlich Kapriolen

und legt uns im wahrsten Sinne des

Wortes die Welt und mit ihr alles Wissen

dieser Welt zu Füßen. Alles ist möglich!

Dieses unendliche Angebot öffnet uns

also alle Türen, stellt uns aber gleichzeitig

auch vor ein Problem: Wir müssen uns entscheiden!

Tagtäglich sind wir mit einer unbewältigbaren

Menge an Informationen

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert

Seit Oktober 2009 gibt es

in Australien mit einer

Länge von 1.365 km den

weltlängsten … ?

A: Golfkurs, B: Straßentunnel,

C: Staudamm,

D: Slalomhang.

konfrontiert. Tagtäglich treffen wir hunderte

Male die Entscheidung, was wir an

uns heranlassen und was nicht. Ein Prozess,

der uns so gar nicht bewusst ist. Weil

zu einem großen Teil schon unser Unterbewusstsein

das Bombardement der unzähligen

Informationen abwehrt, filtert

und nur das für uns Wissens-Werte in unser

Bewusstsein vordringen lässt. Wissen

ist also immer und hauptsächlich eine Frage

der Wertigkeit. Und genau das führt

dazu, dass wir bei so mancher Millionenshow-Frage

keine Ahnung haben, worum

es denn eigentlich überhaupt geht …

Immer schneller, immer besser,

immer mehr

Wir haben uns mehr und mehr zu einer

Hochleistungsgesellschaft entwickelt. Das

Credo – in mittlerweile allen Lebensbereichen

– lautet Effizienz und Optimierung.

Die Grundausbildung auf Top-Niveau ist

längst geforderter Standard, die laufende

Fort- und Weiterbildung ein unentbehrliches

Selbstverständnis. „Lebenslanges

Lernen“ ist kein Schlagwort mehr, sondern

täglich gelebte Realität. Das Ziel lautet Gewinnmaximierung.

Nur der Erfolg zählt!

(Scheinbarer) Wohlstand einer Optimierungsgesellschaft!

Skandal, Skandal, Skandal …

Das klingt ja alles ganz großartig! Wirft

aber doch auch einige Fragen auf: Warum

sind wir trotz allen Wissens um Effizienz

und Maximierung derart hoch verschuldet,

dass wir nicht mehr wissen, wie wir

diese Krise möglichst unbeschadet überstehen

sollen? Warum jagt ein Skandal den

nächsten? Warum finden wir tagtäglich

Schlagzeilen über Korruption in den Medien?

Warum nehmen die Affären in Wirtschaft,

Politik und Öffentlichkeit kein

Ende?

Vielleicht, weil vor lauter Wissen zunehmend

das Gewissen verloren geht! Vielleicht

auch, weil im Bildungsplan der Eliteuniversitäten

die Herzensbildung keinen

Platz mehr findet. Vielleicht, weil in

Führungspositionen oft und öfter erfolgsgierige

Manager sitzen, die das Menschsein

längst verlernt haben und die auf ihrem

Weg zur Macht jede Moral verwerfen.

Vielleicht, weil uns charismatische Persönlichkeiten

als Vorbilder abhanden gekommen

sind? Wohl auch, weil wir Lebens-

Werte mehr und mehr über materiellen

Wohlstand definieren …

Telefonjoker

Wir wähnen uns in einer nie dagewesenen

Krise. Das Kartenhaus unseres Wohlstandes

scheint aus allen Richtungen einzustürzen.

Der Ausgleich unseres Schuldenpaketes

wird uns einiges abverlangen und

auch jeden kleinsten und noch so unschuldigen

Bürger treffen. Es sind sicherlich keine

–finanziell – rosigen Zeiten, auf die wir

da zusteuern … Aber vielleicht lässt uns

die Krise ein wenig zusammenrücken?

Vielleicht besinnen wir uns auf ideelle Lebens-Werte?

Vielleicht kann es gelingen,

unsere Ansprüche zu verändern, herunterzuschrauben

und Reichtum neu zu definieren?

Es gibt nämlich ein Szenario, das

noch viel schlimmer ist als jenes der totalen

Verschuldung: Wenn wir nicht bald die

Menschlichkeit reanimieren, wenn wir

nicht bald Gewissen mit Wissen gleichsetzen

und Moral und Verantwortung zu einer

„Top-Qualität“ erklären, wäre das der

totale Bankrott unserer Gesellschaft!

Was führte unser Land 2012 aus der Krise?

A: Menschlichkeit

C: Moral

Ich hoffe, wir brauchen keinen

Telefon joker!

B: Verantwortung

D: Gewissen


Gudrun Gruber

Mag a . Nina Sulzenbacher

Mag. Gerhard Vötsch

Maria Mikulik

Ing in . Kathrin Grillitsch

Ing. Hubert Langmann

Landesbüro Graz

8010 Graz

Hans-Sachs-Gasse 5

office@landentwicklung.com

Tel. 0316/82 48 46 – 11

Fax 0316/82 48 46 – 4

Ing in . Astrid Holler

Margreth Huber

VOR ORT FÜR SIE DA!

Landesrat Johann Seitinger

Obmann

johann.seitinger@stmk.gv.at

Christian Gummerer

Geschäftsführer

christian.gummerer@landentwicklung.com

Mobil: 0676 / 866 43 751

Johanna Reinbrecht

Öffentlichkeitsarbeit und Leitprojekte

johanna.reinbrecht@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 753

Mag a . Alexandra Kulmer

Fördermanagement

alexandra.kulmer@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 757

Gabriela Neuhauser

Buchhaltung u. Verrechnung

gabriela.neuhauser@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 752

Andrea Tackner

Office

andrea.tackner@landentwicklung.com

Tel.: 0316/82 48 46 – 11

Viktoria Deutsch

Office

viktoria.deutsch@landentwicklung.com

Tel.: 0316/82 48 46 – 21

Kontakt Büro Landesrat Seitinger:

Johann Fink

johann.fink@stmk.gv.at

Mobil: 0676/8666 2350

Ing in . Astrid Holler

Prozess- u. Projektmanagement

8435 Wagna, Maburgerstraße 75

astrid.holler@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 43 758

Margreth Kortschak-Huber

Prozess- und Projektmanagement

8330 Feldbach, Bismarckstr. 11-13

margreth.kortschak-huber@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 43 759

Ing. Hubert Langmann

Prozess- und Projektmanagement

8020 Graz, Bahnhofgürtel 77

hubert.langmann@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 65 155

Maria Mikulik

Prozess- u. Projektmanagement

8230 Hartberg, Rochusplatz 2

8010 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3

maria.mikulik@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 164

Mag. Gerhard Vötsch

Prozess- u. Projektmanagement

80 10 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3

gerhard.voetsch@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 756

Ing in . Kathrin Grillitsch

Prozess- und Projektmanagement

8750 Judenburg, Kapellenweg 11

kathrin.grillitsch@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 43 755

Gudrun Gruber

Prozess- u. Projektmanagement

8940 Liezen, Hauptstraße 43

gudrun.gruber@stmk.gv.at

Mobil: 0676/866 43 754

Mag a . Nina Sulzenbacher

Nachhaltigkeitskoordinatorin

der Schi WM in Schladming 2013

8970 Schladming, Coburgstraße 45

nina.sulzenbacher@landentwicklung.com

Mobil: 0676/866 43 640


GZ 02Z034178 M | P.b.b. Verlagspostamt 8010 Graz

Mit Unterstützung von Bund, Land und europäischer Union

Europäischer Landwirtschaftsfonds

für die Entwicklung des ländlichen

Raums: Hier investiert Europa in

die ländlichen Gebiete.

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