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ildungSPEZIAL

lernen • unterrichten • erziehen 1| 2013

4 TITELTHEMA

Was individuelles Fördern

bedeutet, warum es so

wichtig ist und wie es

gelingen kann

4 KINDERGARTEN &

GRUNDSCHULE

Übergang: So bleiben

Kinder motivierte Lerner

Das Lesen fördern mit

aktuellen Büchern

4 SEKUNDARSTUFE

Literatur- und Fremdsprachen-Unterricht

auf

dem Prüfstand

Neue Ideen für

anregendes NaWi-Lernen

Integration: Lehrer

brauchen interkulturelle

Kompetenz

4 SCHULE 2.0

Tablets im Unterricht:

Modellprojekte untersuchen

Chancen und

Grenzen

Long Distance Learning:

Neue Technologie

überwindet Entfernungen

4 DIDACTA

Highlights der Bildungsmesse

2013 in Köln

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Maren Wichmann

Programmleitung DKJS

Eckhard Klieme

Professor am DIPF

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Vorwort

Individuelle Förderung

Gleiche Chancen für alle Schülerinnen und Schüler!

Die OECD-Studie „Bildung auf einen

Blick 2012“ macht deutlich: Gute Bildung

ist der Schlüssel zu individuellem Erfolg,

zu gesellschaftlichem Zusammenhalt

und somit zur Zukunftsfähigkeit unseres

Landes, unserer Republik, unserer Demokratie.

Daher müssen wir sicherstellen,

dass jede und jeder die für sich bestmögliche

Bildung und Ausbildung erreichen

kann. Unabhängig von Herkunft, Einschränkungen

und unabhängig von Einkommen

und Bildungsstand der Eltern.

Unserem Bildungssystem muss beides gelingen:

für faire Chancen zu sorgen und

für herausragende Leistungen. Chancengerechtigkeit

und Leistungsfähigkeit

schließen sich dabei nicht aus, sondern

sind zwei Seiten einer Medaille: Nur ein

Bildungssystem, das leistungsfähig ist, ist

chancengerecht und nur ein chancengerechtes

Bildungssystem ist leistungsfähig.

Dafür ist "Fördern" zentral: Die individuelle

Förderung innerhalb von Schule

gewährleistet, dass Schülerinnen und

Schüler aufgrund ihrer sozialen und natürlichen

Merkmale keine zusätzlichen

Nachteile erfahren, und sie gewährleistet

gleichzeitig, dass jede und jeder ihr und

sein Potential entwickeln darf und kann.

Mit individueller Förderung ist damit ein

wichtiger Haltungswechsel und eins unserer

großen Ziele verbunden: „Weg von

der Defizitorientierung hin zur Potentialorientierung“.

Fördern umfasst immer mehrere Ebenen

und beschränkt sich nicht auf einzelne

Fördermaßnahmen oder einzelne Fächer.

Individuelle Förderung bedeutet grundsätzlich

von Lernenden aus zu denken

und ihr und sein Lernen und individuellen

Kompetenzzuwachs in den Vordergrund

zu rücken.

Dass Menschen unterschiedlich sind und

unterschiedlich lernen, ist eine ebenso triviale

wie altbekannte Lebensweisheit.

Menschen sind immer verschieden und

Lerngruppen immer heterogen. Aber es

ist eine besondere Herausforderung diesen

unterschiedlich lernenden Individuen

wirklich gerecht zu werden, sie individuell

zu fördern.

Es geht also um die individuelle Förderung

von Schülerinnen und Schülern, um

Chancengerechtigkeit bei unterschiedlichen

Bildungsvoraussetzungen und um

die Möglichkeit ihrer persönlichen Bildungsentwicklung

innerhalb des Lernund

Lebensraums „Schule“. Jede und

jeder Lernende muss in seiner Lernumgebung

die Chance erhalten, Freude am Lernen

zu entwickeln und die individuell für

sich bestmöglichen Leistungen erbringen

zu können.

„Fördern“ bedeutet also im gesamten

Schulsystem aller Schulformen zugleich

Lernen für Lernende so zu gestalten, dass

unterschiedliche Lern- und Verstehenswege

möglich sind, und ihre „Lernkompetenz“

weiter zu entwickeln.

Kompetente Lernerinnen und Lerner sind

sich ihrer eigenen Lernprozesse in einem

hohen Maß bewusst und das Nachdenken

über das eigene Lernen schafft Vergewisserung

in der Auseinandersetzung mit

sich selbst und anderen, mit eigenem und

anderem Denken, Emotionen und Einstellungen,

Erfahrungen und Bedenken.

Lernkompetenz schafft damit Selbstständigkeit

im Lernen und die für das Lernen

wichtigen sozialen Bezüge und damit ein

Unterrichtsklima, das vertrauensvoll und

wertschätzend ist.

Lernkompetenz ermöglicht aber auch

Handlungsfähigkeit, sorgt für Selbstständigkeit

im Sinne eines mündigen und

demokratischen Handelns, ist Voraussetzung

für „Lernen für eine Welt von

morgen“ und lebenslanges Lernen.

Mit dem laufenden Ausbau des Ganztags

in allen Schulformen in Nordrhein-

Westfalen bieten sich aktuell vielfältige

Möglichkeiten und neue Ansatzpunkte,

um die individuelle Förderung in diesem

Sinne von Anfang an als basalen Bestandteil

für eine neue Lehr- und Lernkultur zu

etablieren – im Sinne und zum Wohl aller

Lernenden.

Sylvia Löhrmann

Ministerin für Schule und Weiterbildung

des Landes Nordrhein-Westfalen

bildungSPEZIAL 1 | 2013 3


inhalt

Titelthema

„Schüler werden

nicht gleicher“

Eckhard Klieme über Chancen und

Grenzen individueller Förderung 6

Zwischen Standards

und Persönlichkeit

Wie Heterogenität der Schülerschaft

und Individualisierung des Lernens

zusammenhängen 10

„Wir sollten mehr selbst

entscheiden können“

Zwei Schüler und zwei Pädagogen

im Gespräch 12

Lernen ohne Gleichschritt

Eine ostwestfälische Grundschule

zeigt, wie individuelles Lernen

effizient ablaufen kann 16

Schule ist Lebenszeit

Eigeltinger Schüler erleben in ihrer

Schule, wie Freiheit und Begleitung

Hand in Hand gehen 18

Ferien mit Wirkung

Individuelle Förderung mit den

Camp-Programmen der

Deutschen Kinder- und

Jugendstiftung 22

Kindergarten & Grundschule

Von der KiTa in die Schule

Übergänge sind Phasen

beschleunigten Lernens 34

Bücher von heute für Kinder

von heute

Die Welt wandelt sich – und mit

ihr die literarischen Themen 38

Sekundarstufe

Gelesen – getestet – vergessen

Literatur im Unterricht vor dem

schleichenden Verfall? 40

Paris, je t‘aime!

Wie Französischlehrer ihre Schüler

für die unbeliebte Fremdsprache

begeistern 28

GEFÖRDERT VOM

Im Gespräch

Sieben Antworten auf die Frage:

Was müssen Schüler können?

Thomas F. Göing, Unternehmer 26

Patrick Helmes, Profifußballer 27

Barbara Brüning, Professorin

für Philosophiedidaktik 28

Brigitte Behrens, Greenpeace 28

Maren Wichmann, DKJS 30

Helgo Mayrberger, Schulrektor 32

Christoph Eichhorn, Psychologe 33


inhalt

Als Mittler zwischen

den Kulturen

Türkischstämmige Lehrer

fördern die Integration 46

„Von Ideen anderer

profitieren“

Differenzieren und Fördern im

NaWi-Unterricht: Lehrkräfte

schauen voraus 48

Schule 2.0

Konsequent digital

Wegweisende Tablet-Schulprojekte

in Hessen 52

Ganz nah dran

Videokonferenzsysteme im realen

zeitgleichen Unterrichtseinsatz 54

Impressum 56

Didacta

Informieren, fortbilden,

unterhalten

Highlights der didacta 2013 59

Bildungsinnovation

Ideen und Praxismodelle für

modernen Unterricht: Vorträge und

Workshops auf der didacta 2013 64

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titelthema

„Schüler werden

nicht gleicher“

Eckhard Klieme über Chancen

und Grenzen individueller Förderung

Unser noch weitgehend

auf Selektion ausgerichtetes

Bildungswesen drängt

allzu viele Schüler ins Abseits.

Darum ertönt immer

lauter der Ruf nach mehr

Bildungsgerechtigkeit –

und nach individueller Förderung,

denn die gleiche

ja Lerndefizite aus und eröffne

vor allem schwächeren

Schülern neue

Chancen. Prof. Dr. Eckhard

Klieme vom Deutschen Institut

für Internationale

Pädagogische Forschung

(DIPF) zeigt allerdings, dass

echte individuelle Förderung

sehr viel mehr bedeutet

– und die Leistungsunterschiede

zwischen den

Schülern nicht per se aufheben

kann

6

8 Herr Professor Klieme, wie definieren

Sie individuelle Förderung?

Es ist nicht ganz einfach, den Begriff zu

definieren, weil individuelle Förderung

aus der erziehungswissenschaftlichen

Perspektive etwas ganz Selbstverständliches

ist. Sie bedeutet nichts anderes, als

dass in Erziehung und Bildung jeder Einzelne,

jedes Kind, jeder Jugendliche, aber

auch jeder Erwachsene gemäß seiner eigenen

Bedürfnisse gefordert wird, unterstützt

wird in seiner persönlichen Entwicklung.

Nun ist dies eigentlich eine

Selbstverständlichkeit, denn verantwortliches

pädagogisches Handeln bedeutet

immer, dass man als Erzieher oder als

Lehrer sich um die Person in ihrer Besonderheit

kümmert und versucht, sie optimal

zu unterstützen in ihrer individuellen

Entwicklung.

Individuelle Förderung ist also der Wesensgehalt

der Erziehung. Das macht den

Begriff so schillernd: sehr umfassend und

komplex, aber irgendwie doch unspezifisch.

Und das große Problem ist natürlich,

im Alltag konkret zu sagen, was denn

nun die jeweiligen individuellen Bedürfnisse

ausmacht, worin der notwendige

nächste Schritt des individuellen Lernprozesses

besteht und wie hierzu eine passgenaue

Unterstützung aussehen kann.

Was bedeutet das für die Praxis

an Schulen?

Zunächst erlauben Sie mir die Bemerkung:

Man sollte nicht nur an das Schulsystem

denken, wenn man über individuelle

Förderung redet, weil individuelle

Förderung gewisslich nicht allein in der

Institution Schule stattfinden kann. Individualisierung

bedeutet auch, dass das

soziale Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche

aufwachsen, zusammenwirkt,

um bestmögliche Unterstützung zu geben.

Individuelle Förderung ist ohne eine

enge Zusammenarbeit von Elternhaus,

Schule, weiteren Betreuungspersonen,

außerschulischer Jugendarbeit usw. gar

nicht denkbar.

Wenn Sie aber jetzt speziell die Schule ansprechen:

Hier müssen innerhalb des Unterrichts

Arbeitsweisen und Lernformen

verwendet werden, die möglichst viel

Differenzierung erlauben. Zum zweiten

bedarf es im Verlauf des Lernprozesses

immer wieder einer differenzierten Lernstands-

und Förderdiagnostik, um systematisch

festzustellen, wo der jeweilige individuelle

Bedarf liegt. Die Schule sollte

mehr Wert darauf legen, dass Lehrkräfte

regelmäßig individuelle Stärken und

Schwächen bilanzieren, und dass darauf

aufbauend Bilanzgespräche zwischen

Lehrer und Schülern, gegebenenfalls mit

Eltern, stattfinden. Dabei kann es um die

Kompetenzentwicklung in einem Fach

gehen oder um die Persönlichkeitsentwicklung

allgemein.

Wichtig ist: Lehrer, Erzieher und Eltern

müssen genau beobachten und verstehen,

miteinander sprechen, und diagnostische

Instrumente wie z. B. Tests nutzen,

um festzustellen, wo das Kind steht, wo

die Stärken und Schwächen im Unterricht

liegen, wo sich vielleicht Verhaltensprobleme

andeuten, und was man als nächstes

für eine positive Entwicklung tun

kann. […] An die Institutionen des Schulsystems

kann der Anspruch gestellt werden,

dass sie dieses Vorgehen so gut wie

irgend möglich unterstützen, dass man

zum Beispiel die Personalsituation, die

räumliche Organisation und die zeitliche

Organisation von Schulen usw. so einrichtet

und die Lehrkräfte so fortbildet, dass

genau dieses möglich wird. […]

Was heißt das für die Lehrkräfte?

Individuelle Förderung hat ja immer ihren

Ansatz bei der Analyse des Lern- und

Entwicklungsstandes und beim Gespräch

über die nächsten Schritte. Lehrkräfte

brauchen demnach diagnostische Kompetenz

und Beratungskompetenz. Dies

bildungSPEZIAL 1 | 2013


titelthema

Sieht in der individuellen Förderung den Kern

der Erziehung: Eckhard Klieme, Professor am

Deutschen Institut für Internationale Pädagogische

Forschung (DIPF)

sind zwei Bereiche der Kompetenz von

Lehrkräften, die bisher nicht gerade im

Vordergrund der Lehrerbildung standen.

Und dann geht es natürlich darum,

mit einer Vielfalt von Lernangeboten, beispielsweise

Medien und Materialien, sowie

Lernarrangements wie Einzellernen,

Stationslernen, Gruppenarbeit, Klassengespräch,

so zu arbeiten, dass man den

Schülern jeweils passende Angebote machen

kann. Dazu brauchen Lehrkräfte eine

gewisse Routine, das heißt Wissen, Erfahrung

und Sicherheit in der Gestaltung

flexibler Arbeitssituationen im Unterricht.

Ich sage jetzt bewusst nicht, Lehrkräfte

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Titelthema

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Jeder Schüler bringt unterschiedliche

Begabungen mit in den Unterricht.

Sie individuell zu fördern,

ist der Auftrag an die Schulen –

was zwangsläufig bedeutet, Unterschiede

zuzulassen und als Chance

zu begreifen, statt zu versuchen,

sie einzuebnen

sollten aufhören, lehrergesteuerten Unterricht

zu machen, denn das wäre zu einfach.

Gerade engagierte Praktiker denken

oft, dass individuelle Förderung erreicht

wird, wenn sie einen bunten Strauß an

Unterrichtsmethoden einsetzen oder anbieten.

Wir wissen aber, dass dies allein

keineswegs eine den individuellen Bedürfnissen

angemessene Lernumgebung

garantiert. Vielmehr führt ein breites Methodeninventar

erst mal „nur“ dazu, dass

Schüler sich zufriedener fühlen, dass sie

aktiver sind und mehr Spaß am Unterricht

haben. Aber ob sie auch mehr lernen

und verstehen, hängt davon ab, ob

die Methoden passend zu den Bedürfnissen

der Schüler eingesetzt werden, ob sie

gut strukturiert, systematisch und mit anspruchsvollen

Inhalten gefüllt sind. […]

8

Was bringt individuelle Förderung

den Kindern und Jugendlichen?

Meine erste Antwort darauf ist: Individuelle

Förderung wird wahrscheinlich dazu

führen, dass Kinder und Jugendliche

sich in der Schule nicht mehr langweilen.

Denn eines der größten Probleme der

Schule besteht darin, dass viele sich langweilen,

weil es sie nicht betrifft, was dort

stattfindet. Weil es über ihre Köpfe hinweg

oder an ihren Interessen vorbeigeht,

weil es sie nicht wirklich herausfordert

oder überfordert.

Individuelle Förderung könnte zweitens

dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche

als Personen wahrgenommen

und akzeptiert fühlen mit dem, was sie

können und was sie brauchen. Drittens

wäre zu hoffen, dass dann unterm Strich,

sowohl was Leistung und kognitives Verständnis

von Lerninhalten anbelangt, als

auch was soziale und motivationale Entwicklung

anbelangt, Schule durch individuelles

Fördern erfolgreicher wird.

Geht mit individueller Förderung

ein Garantieversprechen einher?

Genau darin liegt ein Problem. Es wird

manchmal in der pädagogischen und politischen

Öffentlichkeit so getan, als sei

individuelle Förderung der Schlüssel zu

allem. Wie ich eingangs sagte, ist diese

Meinung in gewisser Weise berechtigt:

Individuelle Förderung ist in der Tat der

Kern von Erziehung, und wenn individuelle

Förderung gelingt, dann ist Erziehung

gelungen. Aber nur durch den Begriff individuelle

Förderung sind wir nicht weiter.

In dem Moment, wo wir eine konkrete

Situation haben, ein konkretes Kind, eine

konkrete Klasse, da stellen sich all die

Probleme konkret und müssen beantwortet

werden.

Wird die Schule tatsächlich gerechter,

wenn sie ihre Schüler individuell

fördert?

[…] Wir wissen sehr viel darüber, wie

man die Bedingungen für individuelle

Förderung schaffen kann. […] Wir können

viel erreichen, und ich denke, dann

wird Schule auch insofern gerechter, als

wirklich auf die Situation der Einzelnen

eingegangen wird.

Eines sollte beim Stichwort Bildungsgerechtigkeit

allerdings auch klar sein: Individuelle

Förderung führt nicht automatisch

dazu, dass Unterschiede

ausgeglichen oder kompensiert werden,

sondern man muss damit rechnen, dass

eine gute individuelle Förderung bestehende

Unterschiede noch vergrößert. Jede

Einzelne, jeden Einzelnen optimal zu

fördern, heißt eben auch, dass die Potenziale

begabter Schüler stärker genutzt werden,

sodass sie andere hinter sich lassen

können.

Individuelle Förderung wird wahrscheinlich

nicht dazu führen, dass die Schüler

gleicher werden, sondern sie wird sie

eher ungleicher machen in ihrem Lernen

und Leisten. Aber an einer guten Schule

ist das kein Problem, weil Schülerinnen

und Schüler mit unterschiedlichen Begabungen

und mit unterschiedlichen Interessen

akzeptiert und wertgeschätzt

werden und viele gemeinsame Berührungspunkte

haben.

Das vollständige Interview finden Sie im Internet

unter:

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Volltext_Klieme_0.pdf

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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titelthema

Individualisierender

Unterricht hat einen

schwierigen Spagat zu

vollführen: er soll eine

bestimmte Wissens- und

Kompetenzbasis in der

Klasse oder Lerngruppe

erreichen – und zugleich

die Verschiedenheit der

Schülerpersönlichkeiten

pflegen. Das richtige

Konzept kann diesen

vermeintlichen

Widerspruch aufheben

Zwischen Standards

und Persönlichkeit

Wie heterogenität der Schülerschaft und

Individualisierung des Lernens zusammenhängen

deutung geht es um Selbstständigkeit, um

Mündigkeit, um Eigen-Sinn, und Heterogenität

wird positiv besetzt im Sinne von

Förderung individueller Persönlichkeit.

Hier wird ein Spannungsfeld deutlich:

Geht es darum, schöpferischen Eigen-

Sinn des einzelnen Schülers zu fördern

oder geht es um die Hinführung zu bestimmten

Wissens- und Kompetenzanforderungen?

Es geht in der Schule natürlich

um beides, und das, obwohl sich beides

ausschließen kann. Individuelle Förderung

steht also in einem Spannungsfeld

zwischen Hinführung zu standardisierten

Zielen und der Förderung von Selbstbestimmung.

Genau aus dieser Spannung

entsteht die Schwierigkeit im konkreten

Handeln von Lehrern im Umgang mit

Heterogenität: Einerseits gilt es am Individuum

anzusetzen, seine Selbstständigkeit

zu fördern, das individuell Mögliche

herauszufordern, andererseits geht es um

eine gemeinsame Wissens- und Kompeeinen

ausführlichen Text

von Prof. Bräu zum Thema

individualisierter Unterricht

finden Sie unter:

www.ganztaegig-lernen.de

10

8 In den neueren Debatten um die Heterogenität

der Schülerschaft wird oft die

Forderung nach Individualisierung des

Lernens laut. Wenn im Folgenden das

Lehrerhandeln im individualisierenden

Unterricht reflektiert wird, dann müssen

zunächst zwei Anmerkungen zum Zusammenhang

von Heterogenität und Individualisierung

gemacht werden.

1 Individualisierung kann sich entweder

darauf beziehen, dass jeder Einzelne

auf der Grundlage eigener individueller

Voraussetzungen im Hinblick auf festgelegte

Ziele oder Standards gefördert wird.

Die Heterogenität der Ausgangslagen gilt

es zwar bei der Förderung des Einzelnen

zu beachten, aber mit dem Ziel, diese auf

Dauer abzubauen.

Oder Individualisierung meint die Förderung

von Persönlichkeitsentwicklung im

Sinne der Ausbildung individueller Charaktere,

Profile, Interessen. In dieser Be-

bildungSPEZIAL 1 | 2013


Unterricht gestalten

© tomazl - istockphoto.com

tenzbasis, um Interaktion mit Anderen,

um Toleranz unter Verschiedenen, um das

notwendige soziale Miteinander.

2 Der Zusammenhang zwischen heterogener

Schülerschaft und Individualisierung

des Lernens entsteht in Bezug

auf Unterricht nur dann, wenn man

die Grundgedanken konstruktivistischer

Lerntheorien akzeptiert: Jegliches Lernen

ist individuell. Wissen und Erkenntnis

sind nicht der Niederschlag eines passiven

Empfangs von Sinneseindrücken

oder von Instruktionen, sondern Ergebnisse

einer aktiven Auseinandersetzung

der Lernenden mit ihrer Umwelt in Abhängigkeit

von Vorwissen und von bislang

gewonnenen Einsichten und Überzeugungen.

Neues Wissen wird somit mit

dem Vorwissen verknüpft und muss auch

immer dort andocken können.

Also: Alle Schüler einer Klasse sind verschieden.

Sie sollen einerseits ihre Verschiedenheit

pflegen oder ausbauen im

Sinne der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit.

Sie sollen andererseits eine

bestimmte Wissens- und Kompetenzbasis

erreichen. Da Lernen immer individuell

und abhängig vom Vorwissen jedes einzelnen

Kindes und seinen individuellen

Ausgangslagen ist, muss Unterricht Anknüpfungspunkte

für alle Schüler anbieten,

und das selbst dann, wenn standardisierte

Lernziele erreicht werden sollen.

Aufgaben der Lehrenden

Wenn Lernen durch aktive Auseinandersetzung

mit der Umwelt in Anknüpfung

an Vorwissen, Vorerfahrungen und bestehende

Überzeugungen geschieht und

dieses Vorwissen bei den Lernenden einer

Klasse aber äußerst unterschiedlich

ist, dann muss der Unterricht differenzieren

bzw. individualisieren.

Jeder Schüler bringt ein individuelles Paket

an Voraussetzungen für das Lernen

mit, wie Einstellungen, Interessen und

Vorwissen. Diese individuellen Dispositionen

werden vom Lehrer erfasst (diagnostiziert),

um dann entsprechend

passende Aufgaben zu stellen und Lernberatung

anzubieten.

Individualisierender Unterricht ist demnach

oft ein aufgabenorientierter Unterricht.

Die Arbeit an Lernaufgaben steht

im Mittelpunkt. Differenzierung kann auf

unterschiedlichen Ebenen geschehen, z. B.

Differenzierung des Schwierigkeitsgrads

oder der Menge der zu bearbeitenden

Aufgaben, Differenzierung der Bearbeitungshilfen

bzw. der Unterstützung bei

der Arbeit oder Neigungsdifferenzierung,

wenn Lerninhalte bzw. -gegenstände von

den Kindern individuell ausgewählt werden

können. Die Schüler arbeiten an Aufgaben,

die entweder individuell auf sie

zugeschnitten sind, bei deren Bearbeitung

sie individuelle Unterstützung bekommen

und/oder die sie auf individuelle

Weise bearbeiten können.

Den Lehrern kommen im individualisierenden

Unterricht also unterschiedliche

Aufgaben zu:

• Um möglichst passende Lernaufgaben

auszuwählen oder angemessene

Unterstützung anzubieten, ist eine

Diagnose der je individuellen Lernvoraussetzungen

und Lernstände notwendig.

Diese kann z. B. durch Beobachtung,

Analyse von Arbeitsergebnissen

oder im Gespräch stattfinden.

• Im Unterricht werden differenzierende

Aufgaben gestellt, die etwa im

Schwierigkeitsgrad variieren oder im

je eigenen Tempo bearbeitet werden

können.

• Eine besondere Rolle kommt der

Lernberatung zu, der individuellen

Lernunterstützung während der Aufgabenbearbeitung.

Diese Aufgabe der

Lernberatung erwächst aus dem Anspruch,

dass es nicht beliebig ist, ob

und was die Schülerinnen und Schüler

lernen. Durch Lernberatung sollen

die Ansprüche der Lehrziele mit

den individuellen Voraussetzungen

zur Passung gebracht werden. Ausgangspunkt

für alle Beratungen sind

die individuellen Schüleraktivitäten

und der Stand der jeweiligen Arbeit.

Diese müssen also zunächst erfasst

und nachvollzogen werden. Dabei

muss eine fehlerfreundliche Atmosphäre

herrschen. Fehler, die ein

Schüler macht, sind keine zu sanktionierenden

Missstände, sondern geben

Hinweise auf die Gedankengänge des

Schülers, auf noch nicht Verstandenes

oder auf Missverständnisse. Erfolgserlebnisse,

nicht Scheitern, steigern

letztlich die Fähigkeit, immer selbstständiger

mit Aufgaben zu arbeiten.

Dies bedeutet, dass soviel Beratung

notwendig ist, dass Scheitern vermieden

wird.

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bildungSPEZIAL 1 | 2013 11


titelthema

„Wir sollten mehr

selbst entscheiden

können“

Woran liegt es, dass vielen

Schülern der Spaß am Lernen

im Lauf ihrer Schulzeit

vergeht? Wie viel Frontalunterricht

ist nötig und

möglich? Können Räume

ebenso motivieren wie

Freiräume? Eine Schülerin

und ein Schüler reden mit

einer Grundschullehrerin

und einem Schulleiter über

Leistungsnachweise, Lehrpläne

und die Möglichkeiten

der Ganztagsschule

12

Zwei Schüler und zwei Pädagogen im Gespräch

8 Lucy (Jahrgang 1997) besucht das

Humboldt-Gymnasium in Radeberg und

wünscht sich motivierte Lehrerinnen und

Lehrer.

Jason (Jahrgang 1997), Schüler am Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium

in Chemnitz, engagiert sich genau wie Lucy

im Landesschülerrat.

Sabine Czerny (Jahrgang 1972) ist Grundschullehrerin

in Bayern und Buchautorin.

Sie hält Noten für den falschen Weg der

Leistungsmessung und engagiert sich für

grundlegende Veränderungen im Schulsystem.

Carsten Haack (Jahrgang 1967) leitet die

Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule in

Kiel und denkt heute noch gern an seine

Grundschullehrerin, weil die von Schule

so begeistert war.

Lucy, Jason: Was gefällt euch an eurer

Schule besonders? Was macht sie vielleicht

besser als andere?

Lucy: Mir gefällt es sehr, dass Referendare

neue Methoden ausprobieren. Die gehen

ganz anders an die Sachen heran.

Unser neuer Kunstlehrer zum Beispiel ist

gleichzeitig DJ. Bei dem haben wir neulich

Zufallsbilder gemalt, indem wir unser

Papier über wummernde Boxen gehalten

haben. Der Bass hat dann die Farben

springen lassen. Es gibt zwar auch ältere

Lehrer, die mal etwas Neues ausprobieren.

Aber gerade die älteren Lehrer sagen

häufig: Ich mache das seit Jahren so und

das bleibt auch so.

Jason: Ich finde es gut, wenn Lehrer auf

die Schüler eingehen und uns fragen, was

für uns am besten wäre, wie wir am besten

lernen können, wie es uns damit

geht. An unserem Gymnasium sind es

aber eher die Lehrer als die Referendare,

die für so etwas offen sind und auch Fortbildungen

machen. Aber leider auch nicht

alle. Was ich an meiner Schule auch mag

ist, dass wir in den Gremien der Schülermitwirkung

relativ viel zu sagen haben.

Man hört unsere Stimme und unsere Anliegen

und wir dürfen relativ viel mitbestimmen.

Frau Czerny, Sie haben sich sehr

intensiv mit dem Lernen heutzutage

auseinandergesetzt und auch ein Buch

dazu veröffentlicht. Was erleichtert

Schülern das Lernen?

Sabine Czerny: Wichtig ist, dass Unterricht

bunt und lebendig ist, damit es nicht

langweilig wird und damit jedes Kind viel

aufnehmen und erfolgreich sein kann.

Dann hat auch jeder Inhalt seine Berechtigung,

genau wie jede Methode und jede

Form, sei das nun Stationen-Training,

Wochenplan-Arbeit oder eben auch lehrerzentrierter

Unterricht. Warum sollten

wir nicht auf Lehrer als Experten zurückgreifen,

die etwas durchdacht haben, es

didaktisch gut aufbereitet vermitteln können

und gleichzeitig beobachten und unterstützen,

wie der Lernprozess verläuft?

Das ist ein bunter Strauß, den jede Lehrerin

und jeder Lehrer unterschiedlich bindet.

Entscheidend ist die Abwechslung.

Carsten Haack: In meiner eigenen Schulzeit

habe ich immer dann gelernt, wenn mich

irgendetwas inhaltlich gepackt hatte, ich

betroffen war im positiven Sinne. Unterricht

so zu organisieren, ist das Ziel aller

guten Lehrerinnen und Lehrer. Als Schulleiter

ist es mir daher wichtig zu verdeutlichen,

dass die Kolleginnen und Kollegen

selbst die Verantwortung tragen für

dieses zentrale Thema: Wie bekomme ich

es hin, dass die Schülerinnen und Schüler

gerne lernen? Bei uns dürfen die Teams

entscheiden, wie die Kolleginnen und

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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titelthema

Mehr zum Thema

Dieses Gespräch ist ein Auszug aus dem Ende

Februar 2013 erscheinenden Buch „Bildungserfolge

an Ganztagsschulen. Was brauchen Jugendliche?“,

das Andreas Knoke und Maren

Wichmann von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

im Wochenschau-Verlag herausgeben.

Das Buch greift den Ansatz auf, Schule von Kindern

und Jugendlichen aus zu denken. Das postulieren

immer mehr Pädagogen – gerade im

Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um Bildungsbenachteiligung

und Schulerfolg. Das ist

leicht gesagt. Doch wie kann es in der Praxis

funktionieren? In wissenschaftlichen Editorials

und Gesprächen zwischen Jugendlichen und Pädagogen,

Kursleitern und einer Unternehmerin

geht es um Fragen wie: Was bewegt Jugendliche

in der Zeit ihrer Identitätsfindung? Wie lernt es

sich mit Wikipedia, Facebook & Co? Wie können

Schüler an der Ganztagsschule ernstgenommen

werden, ihren Drang nach Freiheit ausleben und

Grenzen austesten?

Andreas Knoke, Maren Wichmann (Hrsg.):

Bildungserfolge an Ganztagsschule.

Was brauchen Jugendliche?

Debus Pädagogik Verlag,

Schwalbach/Ts. 2013

ISBN 978-3-95414018-3, 160 S. ,

ca. 22,80 €

Von links: Sabine Czerny, Jason, Lucy und Carsten Haack beim 9. Ganztagsschulkongress 2012 in Berlin. Beate Köhne,

die die vier interviewte, bedauert um so mehr, dass sie selber nicht binnendifferenziert lernen durfte, je länger

sie sich mit Bildungsthemen beschäftigt

Kollegen das im Jahrgangsziel miteinander

umsetzen. Und dann entscheidet jeder

Einzelne, was er wie im Unterricht umsetzt.

Eine globale Antwort darauf zu finden,

ist meines Erachtens nicht möglich.

[…]

Lucy, du bist an einer offenen Ganztagsschule,

was bedeutet das für dein

Lernen?

Lucy: Ich denke, dass Ganztagsschule einen

Rahmen gibt, der einiges möglich

macht. Bei uns sieht es im Moment aber

so aus, dass wir von halb acht bis 14:45

Uhr Schule haben. Wer möchte, der kann

danach noch irgendetwas Anderes machen,

eine Foto-AG oder eine Sport-AG.

Das gibt dir im Unterricht aber nicht mehr

Zeit für den Stoff. Du musst bloß nachmittags

nicht mehr herumfahren oder in einen

Verein gehen.

Sabine Czerny: Wobei sich auch an der

Halbtagsschule jede Lehrerin und jeder

Lehrer Freiräume gestalten kann, selbst

© Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

mit den vorhandenen Ressourcen. Es ist

arbeitsaufwendig, gar keine Frage. Im

Frontalunterricht kann man nun mal am

schnellsten fachliche Informationen vermitteln.

Fachlich gesehen ist freie Arbeit

nicht wirklich effektiv. Will man aber

auch andere Werte berücksichtigen, gerade

auch die Persönlichkeitsentwicklung

der Kinder, muss man umstrukturieren

und braucht zunächst mehr Zeit. Das

Spannende dabei ist, und die Erfahrung

machen ja viele, dass dann das Fachliche

meist kein Problem mehr ist. Die Kinder

stehen viel klarer und bewusster da und

lernen leichter und mit Freude.

Carsten Haack: Zum Ganztag möchte ich

noch ergänzen, dass das regional natürlich

ganz unterschiedlich ist. Unsere Schule

liegt in einem Brennpunktviertel und

wäre ohne Ganztag undenkbar, weil die

Kinder dann auf der Straße sitzen würden.

[…]

Welche Rolle sollten Lehrer einnehmen,

um das Lernen zu erleichtern?

Wissensvermittler, Lernbegleiter,

Kumpel vielleicht sogar?

Lucy: Für mich ist die Motivation der Lehrerinnen

und Lehrer entscheidend. Wenn

ein Geschichtslehrer überzeugt ist von

dem, was er erzählt, und sich Mühe gibt,

es mir so nah zu bringen, wie es nur geht,

damit ich es auch verstehe, dann nehme

ich den Stoff ganz anders wahr, als wenn

er nur da sitzt und sagt: Gut, wir machen

jetzt Zweiter Weltkrieg, Buch Seite 32, lest

es euch durch, schreibt euch Stichpunkte

raus, fertig. …

Jason: Als Schüler merkt man ja, ob ein

Lehrer begeistert ist. Das ist einfach ansteckend.

Carsten Haack: Ich hatte eine Grundschullehrerin,

die mich sehr geprägt hat. Die hat

mit einer solchen Begeisterung Schule gemacht,

dass das letztlich wohl auch dazu

geführt hat, dass ich gesagt habe, ich mache

diesen tollen Job. Obwohl ich neun

Jahre Gymnasium dann ganz anders erlebt

habe. Da ging es mir ähnlich wie Jason.

Das Gespräch führte die freie Journalistin Beate Köhne.

Es fand während des 9. Ganztagsschulkongresses

2012 in Berlin statt.

14

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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titelthema

mit differenzierten

Lernformen wird die

Grundschule Landsberger

Straße in herford den

unterschiedlichen entwicklungen

der Kinder gerecht.

Die individuelle Arbeit der

Schüler wird in einem

Logbuch strukturiert, mit

dem die Kinder und Lehrkräfte

jeweils Woche für

Woche planen

Lernen ohne

Gleichschritt

eine ostwestfälische Grundschule zeigt,

wie individuelles Lernen effizient ablaufen kann

8 Herford. Ostwestfalen-Lippe. Aha.

Zugegeben, der Regierungsbezirk Detmold

hat mit einigen Klischees zu kämpfen.

Im Rest der Republik glauben viele,

die Menschen im Nordosten von Nordrhein-Westfalen

seien stur, wortkarg und

nicht gerade mit blühender Fantasie gesegnet.

Wer das meint, der sollte am besten

einmal in die Stadt zwischen dem Teutoburger

Wald und dem Wiehengebirge

reisen und sich eines Besseren belehren

lassen. Zum Beispiel durch den Besuch

der Grundschule Landsberger Straße.

Um eine solche pädagogische Glanzleistung

auf die Beine zu stellen, braucht es

großen Mut, enorme Innovation und Offenheit.

An dieser Grundschule ist fast alles irgendwie

anders. Dass sie als offene Ganztagsschule

fünf gebundene Ganztagsklassen

hat – die damit fast die Hälfte der

Kinder besuchen –, ist nur ein Beispiel.

Gleichzeitig funktioniert das Modell offener

Ganztag: Die meisten der Kinder,

die halbtags unterrichtet werden, bleiben

nach Schulschluss noch freiwillig,

zum Essen, Spielen und zum Lernen. Nur

achtzig der insgesamt 255 Schüler verlassen

schon nach dem Vormittag das Schulgebäude.

Doch Halt! Sie verlassen ihr Lernhaus.

Davon gibt es auf dem Gelände Landsberger

Straße 19 gleich drei: Die Kinder,

die im Halbtag unterrichtet werden, arbeiten

im Obergeschoss des Altbaus, dem

Lernhaus HT. In der Etage darunter liegt

das Lernhaus GU, kurz für Gemeinsamer

Unterricht. Gemeinsam bedeutet: Fünf bis

sieben der etwa 24 Kinder jeder der vier

GU-Klassen haben sonderpädagogischen

Förderbedarf. Der Neubau aus dem Jahre

2007 ist die Heimstatt für das Ganztagslernhaus

GT.

Konzept Lernhaus

„Mit dem Konzept Lernhäuser denken

wir unsere große Schule in kleineren Einheiten“,

erklärt die Schulleiterin Sabine

Zülka, „wir können so viel effizienter

arbeiten, unter anderem deshalb, weil

16

bildungSPEZIAL 1 | 2013


HUB_LLS 2012-2.indd 1 08.05.2012 18:11:21

titelthema

© Christian Schwier - Fotolia.com

die Teams so klein sind, dass die Initiative

aller gefragt ist und jeder ernst genommen

wird.“ Der ständige Austausch

macht aus den drei Schulen wieder die eine,

die sie doch eigentlich ist. Eine Schule,

die Kindern eigenverantwortliches Lernen

beibringen möchte und ihnen Inspirationsquelle,

Ruhepol und vor allem ein

Zuhause sein möchte.

Sich zuhause zu fühlen, das gelingt am

besten, wenn der Klassenraum zum Lebensraum

wird. „Wenn der Schultag um

7.40 Uhr beginnt und um 16 Uhr endet,

muss sich Schule ändern“, sagt Theresa

Nolte, Klassenlehrerin der 4b, die ebenso

wie eine erste, eine zweite und eine dritte

Klasse ihren Platz im Neubau findet.

Ein ungewöhnlicher Bau. Fraktale Bauweise,

wie die Fachfrau sagt. Die vier wabenförmigen

Klassenräume gruppieren

sich um das zentrale Forum, das alle gemeinsam

nutzen. In diesem lichtdurchfluteten

Haus gibt es unglaublich viele Fenster

und ganz viel zu entdecken, etwa den

Besprechungsraum der Pädagogen, das

Selbstlernzentrum mit Bücherecke, einen

Spielkeller oder den Ruheraum. Wie

in einem biologischen Gewebe passt alles

zueinander.

Architektur, die die Herzen höher

schlagen lässt

... die sich für die Thesen begeistern, die

sich unter der Idee des „Raums als dritter

Pädagoge“ sammeln. Alle Möbel sind

leicht umzustellen, die Trapeztische lassen

sich ohne Aufwand als Einzel- oder

Gruppentische nutzen. In der 4b gibt es

Deutschkästchen und ein Matheregal, das

mit Murmeln und Küchenwaage eher einer

Bastelwerkstatt gleicht. „Das Einladende

für die Kinder dabei ist“, sagt Sabine

Zülka, „dass wir das Vertrauen zu

ihnen haben, dass sie selbst entscheiden

können, was für sie dran ist. Und dass sie

dann das entsprechende Material finden,

mit dem sie das, was sie lernen wollen,

auch lernen können.“

„Bei uns sind selbst die Tafeln flexibel“,

erklärt Theresa Nolte, „wir können sie

einfach abnehmen und dort anbringen,

wo wir möchten.“ Wie alle Klassenlehrerinnen

im Ganztag bildet sie mit einer Erzieherin

ein festes Team, in ihrem Fall ist

es Agnes Kimmerle. Dass Lehrerin und

Erzieher fast alle Entscheidungen zusammen

fällen, fiel Theresa Nolte zuerst nicht

leicht: „Agnes hatte die Idee, den Kindern

keine festen Plätze zu geben, das fand ich

zweifelhaft. Aber nach drei Wochen habe

ich gemerkt: Das ist echt super! Die Kinder

fragen sich: Wo möchte ich sitzen,

welchen Partner brauche ich neben mir?

Sitze ich lieber alleine oder in der Gruppe?

Möchte ich lieber rausgehen? Warum?

Großartig, dass das Kind über sich und

seine Arbeitssituation nachdenkt“, meint

Theresa Nolte und fügt hinzu: „Ohne die

Erzieherin hätte ich das nie ausprobiert.“

Wochenstruktur mit Logbuch

Strukturiert wird die Woche durch die Arbeit

am Logbuch, in dem Kinder frei an ihren

Arbeitsplänen arbeiten. Die zehnjährige

Merve hat in ihr rotes Buch ein Bild

ihres Türkeiurlaubes gemalt. Sie plant ihre

Woche. Am Mittwoch hat sie sich Schreib-

schrift vorgenommen. Im Kasten Wochenziel

steht, sie wolle Mensch-ärgere-Dichnicht

kennen- und spielen lernen.

Für Sabine Zülka und ihre 25 Lehrer- und

17 Erzieherkollegen ist jedoch die Seite,

auf der die Kinder über ihr Arbeitsund

Sozialverhalten reflektieren, genauso

wichtig. „Das kommentieren wir Erwachsenen

nicht. Es geht nicht darum, ob sich

die Kinder richtig oder falsch einschätzen,

sie sollen lernen, sich nach und nach immer

besser selbst zu beurteilen“, meint die

Schulleiterin. Vom gleichschrittigen Lernen

hat sie sich schon lange verabschiedet.

Vor allem, weil ihre Schüler, von denen

viele aus einem sozial schwachen

Gebiet Herfords kommen, ganz unterschiedliche

Voraussetzungen mitbringen:

„Wir haben viele Kinder, die in extrem

schwierigen Lebenssituationen stecken,

manche davon haben Entwicklungsverzögerungen

von bis zu drei Jahren.“

Wie geht Schule auf die individuellen

Bedürfnisse der Kinder ein?

Diese Schule ist ständig auf der Suche

nach den besten Antworten. Dazu gehören

auch die Experimente im altersgemischten

Lernen, an denen die Schule

innerhalb des Netzwerks Lernkultur arbeitet.

Können Kinder unterschiedlichen

Alters beim gemeinsamen Lernen voneinander

profitieren? Um das herauszufinden,

gibt es regelmäßige jahrgangsübergreifende

Forscher-, Kunst- und Lesetage.

Es ist ziemlich laut in der Grundschule

Landsberger Straße. Es steckt eben eine

ganze Menge Leben drin.

Britta Kuntoff

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Gut zu wissen!

Die erste Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, die sich auf das Thema

«Lernen und Lernstörungen» spezialisiert und sich der Verknüpfung von

Grundlagenforschung und Praxis widmet.

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Silvia Pixner

Gerd Schulte-Körne

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Jahrgang 1 | Heft 2 | Juni 2012 | ISSN 2235-0977

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Lernen und

Lernstörungen

Elena Ise und Gerd Schulte-Körne

Implizites Lernen und LRS: Spielen Defizite im impliziten Lernen eine Rolle

bei der Entstehung von Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben?

Stephan E. Vogel und Daniel Ansari

Neurokognitive Grundlagen der typischen und atypischen Zahlenverarbeitung

und weitere Beiträge

www.lernen-zeitschrift.com


titelthema

In der Werkrealschule

des südbadischen

Städtchens eigeltingen

lernen Kinder von der

1. bis zur 10. Klasse,

einige wechseln nach der

4. Klasse aufs Gymnasium.

mit der 5. Klasse entsteht

eine Schulgemeinschaft,

die auf handlungsorientiertes

Lernen setzt

die einen empfinden steinzeitliches leben nach, die anderen entwerfen (wie auf unserem foto) moderne traumhäuser

– innerhalb eines Kurses. die werkrealschule eigeltingen setzt auf die individuelle annäherung an bereitgestellte

unterrichtsthemen

Schule ist Lebenszeit

eigeltinger Schüler erleben in ihrer Schule,

wie Freiheit und Begleitung hand in hand gehen

8 „Tote Fische sind das Problem. Zuviel

Futter.“ Besucht man die Grund- und

Werkrealschule Eigeltingen, streift man

zunächst die „Tintenkleckse“ und staunt

dann über ein wunderschönes 1.000-Liter-

Aquarium. Der Aquariumsmanager Lukas

möchte täglich dabei sein, wenn seine

Mitschüler das „Füttern lernen“. Er ist

„Jobleiter“ und versteht sich als Aquarianer.

„Schülerjobs“ sind Pflichteinheiten

für alle Schüler. So auch die „Tintenkleckse“,

die in jeder großen Pause Schreibgeräte

verkaufen oder die Lernhelfer, die

den Kleinen unter die Arme greifen. Jede

Jobverpflichtung beschert dem Einzelnen

eine bestimmte Punktzahl. Wird die über

die Jahre nicht erreicht, heißt es „Nacharbeiten“.

„Das ist Verantwortung lernen

oder besser nach Otto Herz: Im Leben lernen

– am Leben lernen“, meint Konrektorin

Susanne Meßmer. „Mit dem Jobsystem

wird nicht nur der Schulbetrieb entlastet,

sondern vielmehr Schule zu einem besonderen

Ort, den es mitzugestalten und mitzubestimmen

gilt.“

Alles zu seiner Zeit

„Das wird unser Wissens- und Informationszentrum!“

Marius aus der 10. Klasse

antwortet über die Schulter, denn er

zieht gerade Schrauben fest. Tische werden

von ihm und seinen Mitschülern so

gezimmert, dass man sich mit einem Buch

hinsetzen, recherchieren und gleich noch

© Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (2)

18

bildungSPEZIAL 1 | 2013


Die Basis für modernen,

inklusiven Unterricht

an Grundschulen.

Wie sieht die Schule von morgen aus? Noch nie

wurde so intensiv über individuelles Lernen und

neue Unterrichtsformen gesprochen wie aktuell. Fest

steht: Die Tatsache, dass jedes Kind sein ganz eigenes

Lerntempo hat, rückt immer stärker ins Blickfeld von

Pädagogen. Dabei geht es nicht nur um Kinder mit

Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen,

auch die vermeintlich guten Schüler können von neuen

Unterrichtsansätzen stark profitieren.

Nun sind Unterrichtsformen gefragt, die jedem Kind

gerecht werden. Das erfordert aber nicht nur eine

Neuausrichtung von Lehrplänen und ein Umdenken

über Unterrichtsgestaltung. Solche Pläne werden erst

dann Wirklichkeit, wenn Klassenzimmer auch durch ihre

Ausstattung zu echten Lernräumen werden.

Lernen auf einer Augenhöhe:

f_90 Dreieckstische

+ Primus Fußrastenstühle

+ vario Materialschränke

+ taff Tafelsystem

= Flexible Lernräume

Wer mit variablen Lernsituationen einen optimalen

Unterricht für alle Kinder ermöglichen möchte, braucht

dazu ein flexibles System. Wir von kvartet haben hierzu

ideale Voraussetzungen geschaffen: Mit dem genialen

Dreieckstisch lassen sich ganz einfach immer neue

Lernsituationen bilden, und das bewegungsfreundliche

Stuhlkonzept mit Fußraste ermöglicht ein Miteinander

im Lernalltag, das sich wirklich auf Augenhöhe befindet.

Das ist Unterricht, bei dem wirklich alle an einem

Tisch sitzen!

Umfassende Informationen unter: www.kvartet.de

Wir sind zu Gast am

Stand von bildung+:

Halle 6.1

Stand A036 C037

www.kvartet .de


titelthema

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Digitaler Wandel:

Wie Schule sinnvoll

modernisieren?

Drei Fragen an

Wolf-Rüdiger Feldmann,

Cornelsen Schulverlage

8 Herr Feldmann, was sind die

größten Herausforderungen?

Größte Herausforderung bleibt auch in

digitalen Zeiten die bestmögliche Bildungsqualität.

Schule muss Unterricht

effektiv und effizient gestalten. Dafür

brauchen wir verlässliche und rechtssichere

Medien in unterschiedlichen

Formaten und eine entschlossene finanzielle

und strukturelle Weichenstellung.

Bildungsmedien von Verlagen oder

aus dem Internet?

Onlinematerialien sind zwar schnell

verfügbar, der Absender ist aber nicht

immer erkennbar, sodass erst Qualität

und Neutralität geprüft werden müssen.

Verlagstitel haben einen eindeutigen

Mehrwert: Sie setzen curriculare

Vorgaben verlässlich um und ermöglichen

Bildungsgänge über mehrere Jahre,

analog wie digital.

Machen digitale Angebote Schulbücher

künftig überflüssig?

Schulbücher werden solide Basis des

Unterrichts bleiben. Auch hier gilt ja

inzwischen: analog wie digital, die

Kunden entscheiden. Wir wollen mit

verschiedenen Medienformaten Vorbereitung,

Durchführung und Nachbereitung

von Unterricht vereinfachen.

Entscheidend ist immer der hohe inhaltliche

Nutzwert. Digitale Angebote

müssen ebenso sinnvoll eingebunden

sein, um die Qualität der Schulbildung

zu sichern.

Weitere Informationen:

www.cornelsen.de/

digitale-schulbuecher

Die Werkrealschule Eigeltingen

… hat von 2010 bis 2012 im bundesweiten Netzwerk Ganztagsschule des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig

lernen“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gearbeitet.

Auf der Programm-Website unter www.ganztaegig-lernen.de ist auch ein Podcast über die Schule zu hören.

etwas aufschreiben kann. Ein Stockwerk

über Marius arbeiten seine Mitschüler am

Wochenplan. „Bei den Aufgaben finden

wir nicht immer alles im Internet. Nur

noch eine Woche und dann kann man in

den vielen Büchern suchen, die hier dann

bereit stehen!“ Er selbst müsste eigentlich

auch an seinem Plan arbeiten, aber das

Schrauben war ihm wichtiger. „Die Aufgaben

werden später erledigt. Wenn ich

das hier fertig habe, habe ich auch Lust

drauf,“ sagt er und verschwindet unter

der noch anzuschraubenden Tischplatte.

Selbstständiges Lernen

Gleich nebenan sägen, kleben und hämmern

Mädchen und Jungen an unterschiedlichsten

Objekten. Sie sind in der

8. Klasse und den ganzen Vormittag im

lichtdurchfluteten Werkraum. An der einen

Stelle entsteht eine Steinaxt, an der

anderen ein Schlitten, dann wieder ein

Haus aus zahllosen Fenstern. „Wir bauen

ein Fenster-Haus – aber mit viel Fantasie.

So würden wir gerne leben!“, fasst

Laura zusammen. Sie und die anderen arbeiten

gerade an einem Steinzeitprojekt,

und Lauras und Ninas Haus ist der Gegenwurf

zu einer steinzeitlichen Höhle.

„Wir wollen den Unterschied zeigen.

Steinzeit-Leben in Höhlen ohne Licht und

heute: Leben in Licht! Wir können uns

selbst Gedanken machen, was wir machen!

Die Lehrer kommen nur, wenn wir

Hilfe brauchen!“, meint Nina. Einer dieser

begleitenden Lehrer ist Harald Troll: „Ich

unterstütze die Schüler, ihre eigenen Vorstellungen

zu verwirklichen und das mit

ganz unterschiedlichen Mitteln!“

In diesem Kurs wandern die Schüler nach

eigenen Interessen von der Steinzeit in die

Neuzeit. Laura und Nina haben sich aus

der Perspektive des Wohnens auf den

Weg gemacht, um zu lernen, wie sich die

menschliche Kultur entwickelt hat. Die

Schule hat mit diesem Ansatz Neuland

betreten. Ein paar Theorieblätter und eine

Vorlage für eine Materialliste sind das

Einzige, was die Schüler seit der ersten

Stunde in die Hände bekamen, seitdem

galt es, einen eigenen Lernweg zu planen

und umzusetzen. Theorie und Praxis sind

mit diesem Angebot in eine Verzahnung

geraten. Die Kurse „Mensch – Natur –

Technik“ (MAG) und „Wirtschaft – Arbeit

– Gesellschaft“ (WAG) verschmelzen an

der Grund- und Werkrealschule zu einer

einzigartigen Gelegenheit für die Schüler,

nämlich: „Was selber machen!“ Konrektorin

Susanne Meßmer beschreibt mit knappen

Worten die Chancen ihrer Schüler: „In

größtmöglicher Freiheit und in größtmöglicher

Verantwortung arbeiten und dabei

lernen“. Schulleiter Werner Leber formuliert

ebenso knapp: „Offenheit, die begleitet

wird!“

Jedes Kind arbeitet

nach seinen Möglichkeiten

Dass Marius, Laura und Nina mit Freiheit

umgehen können, liegt daran, dass sie ihre

Schule seit der 1. Klasse besuchen. Neben

dem ABC lernen die Primaner zuerst

Selbstständigkeit. „Lernjob“ nennt sich

ein Zeitband, das sich durch jeden Vormittag

zieht. Das Prinzip sind kompetenzorientierte

Lernaufgaben. Jedes Kind erhält

sein eigenes Pensum, arbeitet mit Selbstkontrolle

und lässt sich von den Lehrern

lediglich begleiten. Kinder der herkömmlichen

1. und 2. und 3. und 4. Klassen

werden zusammen unterrichtet. Susanne

Meßmer begründet diese Struktur mit

„form follows function“ und meint, dass

die unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen

der Kinder nur über das jahrgangsübergreifende

Lernen abzufedern

sind.

Die Schule setzt ihre Schwerpunkte auf

zwei Ebenen. Zum einen wird die Fähigkeit

zum individuellen Lernen gefördert,

was bereits in der Grundschule fest in die

Strukturen der Schule eingebaut ist. Zum

zweiten werden die Kinder in ihren Talenten

und Interessen gefördert. Dafür

steht den Heranwachsenden eine breite

Palette von Wahlpflicht- und Wahlangeboten

zur Verfügung. Nicht nur im Ganztagsbetrieb,

auch im Regelunterricht eröffnen

sich bereits den Grundschulkindern

bildungSPEZIAL 1 | 2013


Diszipliniert

lernen

Fabian Grolimund

Mit Kindern lernen

Konkrete Strategien für Eltern

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Allein lernen? In der Gruppe arbeiten? Abschalten? In den flexibel nutzbaren Räumen der Schule ist alles möglich

Sinnvoll und effizient beim

Lernen unterstützen

vielfältigste Angebote, wie Buchbinderwerkstatt,

Puppenspiel, Wasserforscher

und anderes.

Lernaufgaben statt Hausaufgaben

Das Wort Hausaufgaben gehört an der

Schule nicht mehr zum Vokabular, stattdessen

spricht man von „Lernaufgaben“.

Um diese zu bewältigen, können sich die

Schüler auf Profis verlassen: Ihre Lehrer

stehen bereit, um Fragen zu beantworten,

zu loben oder das Pensum auch mal

zu erweitern, eben herauszufordern. Das

Zeitband schließt sich der Mittagspause

an und wird in der Stundentafel unter

„LU“ geführt, was soviel wie Lernunterstützung

heißt.

Das Lieblingswort des Schulleiters Leber

ist „Salutogen“, er ist begeistert von dem

Konzept nach Aaron Antonovsky und

hofft, dass die Eigeltinger Schule gesund

macht: „Schule ist Lebenszeit! Ist Schule

nicht gesundheitsförderlich, dann lässt

man es lieber bleiben!“ Dabei geht es ihm

nicht um Verbiegen und Zerbrechen, sondern

um Fordern. Mit dieser Einstellung

wird die Schule für alle Beteiligten so organisiert,

dass Entspannung und Anspannung

in einem ausgewogenen Verhältnis

stehen. Die Lehrer können sich durch ein

intelligentes Raumprinzip für „Arbeiten“

oder „Abschalten“ entscheiden. Genauso

können die Kinder und Jugendlichen ihre

Bedürfnisse entweder an frischer Luft

oder in geschützten und offenen Räumen

ausleben.

Treffen oder Zurückziehen, gemeinsam

oder individuell Lernen – für fast alle Bedürfnisse

gibt es an der Schule ein Strukturangebot.

Das Schulleitungsteam bringt

die Sache auf den Punkt: „Das Ganze im

Blick haben!“

Dr. Sabine Schweder

Gustav Keller

Disziplinmanagement

in der Schulklasse

Unterrichtsstörungen vorbeugen –

Unterrichtsstörungen bewältigen

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bildungSPEZIAL 1 | 2013


Titelthema

„Ehrlich gesagt, hab ich

jetzt mehr gelernt in den

zwei Wochen als in drei

Jahren Englisch in der

Schule“, berichtet der

15-jährige Christian, Teilnehmer

des o.camps 2012,

auf die Frage, was ihm das

Osterferienlerncamp der

Deutschen Kinder- und

Jugendstiftung (DKJS) gebracht

hat. Im o.camp können

jährlich 240 hessische

Schüler aktiv etwas für ihre

Versetzung tun – mit

Erfolg: Jährlich schaffen

über 80 Prozent der Teilnehmenden

den Sprung

in die nächste Klasse

Berufe erkunden und die eigenen Fähigkeiten entdecken im Sommercamp futOUR

Ferien mit Wirkung

Individuelle Förderung mit den Camp-Programmen

der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

8 Viele Jugendliche, deren Versetzung

bedroht ist, haben meist schon länger

kaum noch positive Lernerfahrungen gesammelt.

Oft bilden sich Lernfrustrationsketten,

die auch in Schulverweigerung

münden. In den Camps lernen die Schüler

wieder, zu entdecken, welche Stärken

sie haben und welches Repertoire ihnen

zur Verfügung steht, um erfolgreich an

Lücken zu arbeiten. Fokussiert wird auf

die erlernbaren Kompetenzen, sich Unterstützung

zu suchen und sich aktiv um

Feedback zu bemühen. So angesprochen,

entdecken die Schüler ganz neue Seiten

und Fähigkeiten, die sie fürs Lernen motivieren.

Eigene Ideen umsetzen – Projektlernen

Ob Sommercamp futOUR, o.camp,

Camp 4us oder Camp+ – erfolgreiche Bestandteile

aller Campformate der DKJS

sind unter anderen die Methode Projektlernen,

Lernwerkstätten, Einzelgespräche

und ein multiprofessionelles Team, das

die Kinder und Jugendlichen individuell

begleitet.

Die Schüler wählen selbst ihre Projekte,

die sie während des Camps umsetzen.

Wenn es ein Rapmusical sein soll, dann

wird dafür Englisch gelernt. Andere wollen

eine Seifenkiste bauen und müssen dafür

Flächen und Volumen, Materialpreise

und Arbeitsstunden berechnen. Kurz:

Die jungen Menschen lernen nicht für die

Schule, sondern für ihre eigenen Ideen.

Projekte machen Schüler zu Akteuren in

komplexen und realen Handlungssituationen.

Statt vorgetragene Zusammenhänge

gedanklich nachzuvollziehen, lösen sie

selbstgestellte Aufgaben. Projekte bedeu-

© Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (2)

22

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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titelthema

Die Camps der DKJS

Seit 2006 haben 4.100 Schülerinnen und Schüler

an insgesamt 85 Camps mit unterschiedlichen

Bildungsschwerpunkten teilgenommen.

Zehn Qualitätskriterien sichern, dass die Jugendlichen

aus den Camps motiviert ins Leben

gehen: Stärkeorientierung, individuelle Förderung,

Partizipation, Handlungsorientierung, Reflexion,

Teamarbeit, multiprofessionelle Teams,

Sicherheit, Nachhaltigkeit, Zertifizierung.

Im o.camp setzen die Jugendlichen ihre Ideen in eigenen Projekten um – von der Planung bis zur Präsentation

ten erfahrungs- und handlungsintensives

Lernen, sie fordern dazu heraus, sich mit

Fragen forschend auseinanderzusetzen.

Werden in den Projekten interessante,

weil reale und lebensnahe Probleme bearbeitet

und bekommen die jugendlichen

„Projektmitarbeiter“ durch die pädagogischen

Fachkräfte dabei die entsprechende

Hilfestellung, werden Selbstvertrauen

und Lernmotivation merkbar

gestärkt. Und die Schüler lernen, wie man

lernt – und dass gemeinsam vieles besser

gelingt.

In unserer Gruppe war manchmal die Kommunikation

schwierig. Dann haben sich aber

die Teamer mit uns hingesetzt und darüber

geredet und dann haben auch die, die eigentlich

nicht so viel Lust hatten, was zu machen,

kleine Aufgaben übernommen. Am Ende

hatten wir eine tolle Waldhütte fertig, die wir

ganz stolz auf Englisch präsentiert haben.

Lisa, Camp4us-Teilnehmende 2011

In Einzelgesprächen halten die Teamer

mit jedem Schüler fest, welche Ziele er für

das Camp und die Zeit danach hat. Davon

profitieren alle: die Schüler, die oft zum

ersten Mal in ihrem Leben danach gefragt

werden, was sie lernen wollen. Und

die Pädagogen im Camp, weil sie genau

einschätzen können, wie sie die Jugendlichen

unterstützen können. Nachbegleitungen

an der Schule sorgen für Kontinuität

und Nachhaltigkeit der im Camp

erworbenen Kenntnisse, ob Lernstoff oder

Lernmethoden.

Schließlich erlauben die Camps eine enge

Verzahnung von Lernen und Freizeit.

24

Schüler, die freiwillig in ihrer Ferienzeit

an den Camps teilnehmen, sollen erleben,

dass sich diese Zeit nutzen lässt. Nur

wer Wünsche für seine Zukunft hat und

Freude erfährt, sich mit diesen auseinanderzusetzen,

kann sich auch dafür stark

machen: für einen Praktikumsplatz, den

Schulabschluss oder einen Ausbildungsplatz.

Voneinander lernen in multiprofessionellen

Teams

Die individuelle und kompetenzorientierte

Förderung sichert ein Schlüssel von

fünf Jugendlichen je pädagogischer Fachkraft.

Durch das tägliche Beisammensein

von Teilnehmenden und Betreuenden entstehen

intensive persönliche Beziehungen,

die das Erlernen von Fähigkeiten – Selbst-,

Sach-, Sozial- und Methodenkompetenz –

in hohem Maß fördern.

Die Camps sind nicht nur eine ausgezeichnete

Lernumgebung für die jungen

Menschen. Auch die Lehrkräfte, Lehramtsstudierenden,

Sozialpädagogen und

Jugendleitungen erkennen in den Camps,

wie mit anderen Lernsettings und mit

einem stärkeorientierten Blick auf die

Schüler Lernen zum Erfolg wird. Zudem

profitieren sie in der engen Zusammenarbeit

von den unterschiedlichen professionellen

Perspektiven und Erfahrungen.

Die DKJS unterstützt die Lernprozesse

bei den Pädagogen durch vorbereitende

Workshops, mit denen sie die multiprofessionellen

Teams dabei anleitet, zusammen

ihre Lern- und Projektgruppen vorzubereiten.

In Hessen etwa werden jährlich auch rund

50 Camps an Schulen realisiert. Die DKJS

Weitere Informationen

• o.camp. Hessisches Lerncamp für versetzungs-

und abschlussgefährdete Schüler:

www.ostercamps.de

• Camp+. Lerncamp für Schüler und Schülerinnen

in Sachsen-Anhalt: www.schulerfolgsichern/camps

• futOUR. Berliner Berufsorientierungscamp

mit einer insgesamt 2-jährigen Begleitung:

www.sommercamp-futour.de

• Camp4us. Sommerprojektcamp für Schüler,

denen Lernen schwer fällt: www.camp4us.de

bietet für Lehrkräfte dieser Schulen eine

Fortbildungsreihe an, damit die Erfahrungen

aus den Camps der Stiftung diesen

Schulen zur Verfügung gestellt werden

können. Dabei kooperiert die DKJS

wie auch bei den o.camps mit dem Hessischen

Kultusministerium.

Vom Lehrer zum Begleiter:

Pädagogen in neuer Rolle

Für die pädagogische Arbeit bedeutet das

Camp-Setting eine Neudefinition der Rolle

der „Lehrenden“. Pädagogen geben weniger

den Lernstoff vor, vielmehr schaffen

sie den Rahmen, in dem erfolgreich gelernt

werden kann. Sie werden zu stärkeorientierten

Lernbegleitenden, die Impulse

geben und zur Unterstützung des

Lernprozesses durch die Lernenden hinzugezogen

werden. Kinder und Jugendliche

brauchen die Sicherheit, ihren Weg

selber gehen zu dürfen, Dinge ausprobieren

zu können und dabei aber nicht allein

gelassen zu sein, sondern in schwierigen

Situationen Hilfestellungen zu bekommen.

„futOUR war das Beste, was mir passieren

konnte im Hinblick auf mein Selbstbewusstsein

und meinen Lebenslauf. Habe

das Fachabi gemacht“, beurteilt heute

eine ehemalige Hauptschülerin ihre Teilnahme

am Berufsorientierungscamp

futOUR im Jahr 2006.

Frauke Langhorst

Matthias Krahe

bildungSPEZIAL 1 | 2013


Der pfiffige Assistent

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Willkommen in der Welt des Lernens


Titelthema

Was müssen

Schüler können?

Sieben Antworten aus Wissenschaft und Sport,

Wirtschaft und Verbänden

Schule und Unterricht entwickeln

sich. Aber auch in

die richtige Richtung? Ein

Gradmesser dafür sind die

Erfordernisse, die sich von

außen an Schüler und

Berufseinsteiger richten.

Darum haben wir Vertreter

verschiedener gesellschaftlicher

Gruppierungen dazu

befragt, was Schüler ihrer

Meinung nach können

müssen – und wo sie

Defizite sehen, die Schule

ausgleichen kann. Rede

und Antwort standen

Wissenschaftler und

Unternehmer, Sportler

und Verbandsfunktionäre

Thomas Friedrich Göing,

Juniorchef des mittelständischen Bäckerei-

Unternehmens Göing, Hannover

Eigene Perspektiven entwickeln

Ausbildung ist wichtig für unser Handwerksunternehmen.

Aber nicht nur, weil

wir Fachkraft-Nachwuchs brauchen. Wir

sehen uns in der Verantwortung, jungen

Leuten einen guten Start ins Berufsleben

zu geben, ihnen Kompetenzen zu vermitteln,

Aufstiegschancen zu eröffnen – und

sie auch in ihrer persönlichen Entwicklung

zu unterstützen. Aber wir können

nicht bei Null anfangen. Etwas Lebenserfahrung

und Selbstkenntnis sollten sie

schon mitbringen. Doch daran mangelt

es oft. Das stellen wir immer wieder fest,

wenn sich Heranwachsende auf unsere

Ausbildungsplätze bewerben. Viele fallen

schon wegen mangelnder Deutschund

Mathekompetenz durch. Aber vor

allem scheinen uns die Jugendlichen völlig

orientierungs- und antriebslos. Entweder

wissen sie nicht, welchen Beruf sie

mal ergreifen wollen, was sie können und

was nicht. Oder sie haben einen Wunschberuf

im Kopf, aber auch ein falsches Bild

von dessen Anforderungen – Erfahrungen

übrigens, die wir mit vielen anderen mittelständischen

Unternehmern teilen. Liegt

es am Überangebot von Chancen, Versuchungen

und Ablenkungen unserer Zeit,

das die Jugendlichen lähmt?

Geld verdienen und sich Wünsche erfüllen,

klar, das wollen alle. Aber was sie dafür

leisten müssen, können viele nicht

richtig einschätzen. Darum gehen wir in

die Schulen der Region Hannover, damit

die Schüler die unternehmerischen Anforderungen

verstehen lernen. Zudem laden

wir die Eltern mit zum Bewerbungsgespräch

ein, damit sie sehen, welche Aufgaben,

welche Verantwortung ihre Kinder

bei uns übernehmen. So können sie

sie optimal darin unterstützen, eine gute

Leistung abzuliefern. Dies scheint mir

der richtige Weg zu sein: Schulen, Unternehmen

und Elternhäuser müssen deutlich

intensiver kooperieren als bisher, damit

die jungen Leute eine persönliche

Orientierung entwickeln können. Denn

die erachte ich – neben fachlichen Kompetenzen

– als entscheidend für einen gelingenden

Start ins Berufsleben.

26

bildungSPEZIAL 1 | 2012


Titelthema

Patrick Helmes,

Profifußballer beim VfL Wolfsburg

Sich disziplinieren

Ich habe die Schule schon früher immer

als wichtig angesehen. Als Teenager war

sie ja quasi mein Job. Natürlich hatte ich

auch immer das Ziel, einen guten Abschluss

zu schaffen. Heute ist ein guter

Schulabschluss noch wichtiger geworden.

Obwohl ich schon früh viel trainiert

habe, habe ich sowohl meine Schule, als

auch meine Lehre im Elektrobereich abgeschlossen.

Ich wollte und musste als Fußballer

zweigleisig fahren; man weiß ja nie,

ob es mit dem Profifußball klappt.

Ich habe immer direkt nach der Schule

meine Hausaufgaben erledigt, um den

restlichen Tag frei zu haben zum Kicken.

Wenn abends noch etwas für die Schule

zu erledigen gewesen wäre, hätte ich mittags

auf dem Platz keinen Spaß gehabt.

So mache ich das heute auch noch, immer

das Wichtigste zuerst. Danach kann man

sich dann in der Freizeit vergnügen.

Durch die viele harte Arbeit im Training

denke ich, dass Disziplin das A und O ist

im Leben. Dazu gehört Respekt vor Vorgesetzten,

Trainern und natürlich auch

Lehrern. Ganz wichtig finde ich auch den

Teamgedanken und die Zusammenarbeit

unter Fußballern. Genauso sollte es unter

Schulkindern sein. Und auch für sie

zählt die innere Einstellung: Man darf

nicht ständig nach hinten schauen, sondern

muss die Dinge positiv sehen. Rückschläge

gehören im Leben natürlich dazu.

Aber irgendwann ist man dann auch zurück

auf dem Platz und zurück in seinem

Element.

Vor dem Spiel kann der Trainer das Team

selbstverständlich mit seiner Ansprache

motivieren. Im Spiel möchte dann jeder

sein Bestes geben. Alle wissen auf dem

Platz, worauf es ankommt und was wichtig

ist. Ich finde, dass man das mit der

Schule vergleichen kann. Die Lehrer motivieren

die Kinder auch, denn wer keine

guten Noten schreibt, bekommt auch keinen

guten Abschluss. Ich weiß aus eigener

Erfahrung, dass man auch im Fußball immer

alles geben muss. Wer schlecht trainiert,

spielt auch nicht. Das ist in beiden

Bereichen ähnlich, denke ich.

Den Schülern kann ich folgende Tipps mit

auf den Weg geben: Jeder muss sich immer

wieder fragen, wie er seine Zukunft

gestalten möchte. Was gefällt mir, was

möchte ich machen und was kann daraus

mal werden? Denn jeder lernt im Laufe

seines Lebens, dass nur mit guter Vorbereitung

auch Ziele erreicht werden können.

Ich habe schon oft merken müssen,

dass einem im Leben nicht alles einfach

zufliegt.

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titelthema

Barbara Brüning,

Professorin für Philosophiedidaktik

an der Universität Hamburg

Werte verstehen, Konflikte lösen

Die Schule sollte außer Kompetenz- und

Wissensvermittlung gezielt das Nachdenken

und Diskutieren über Werte fördern.

Denn Grundwerte wie Freiheit und

Gerechtigkeit sind zwar Bestandteile einer

Demokratie, müssen jedoch interpretiert

werden: Was meint jemand, wenn er

Freiheit sagt? Freiheit für etwas (Gestaltungsmöglichkeiten)

oder Freiheit von etwas

wie zum Bespiel Schutz vor Willkür.

Darüber hinaus müssen Jugendliche erkennen,

dass die Bedeutung von Werten

für Gesellschaften, Kulturen und Individuen

ein unterschiedliches Gewicht haben

kann. So hat der Wert „Ehre“ in islamisch

geprägten Ländern auch unter

Jugendlichen ein größeres Gewicht als in

Europa. Wer das weiß, kann darauf Rücksicht

nehmen und versuchen, Ursachen

für dieses unterschiedliche Werteverhalten

zu finden.

Für viele Jugendliche sind insbesondere

auch Wertkonflikte eine alltägliche Erfahrung.

„Meine Freunde fordern von mir

Mut zum Sprayen und meine Eltern erwarten

von mir Mut, so etwas nicht mitzumachen.

Wie komme ich aus diesem Dilemma

heraus? Welchem Wert möchte ich

aus welchem Grund in einer bestimmten

Situation den Vorrang geben?“

Im Ethik- und Philosophieunterricht spielen

unterschiedliche Wertvorstellungen

sowie Wertkonflikte eine zentrale Rolle.

Anhand lebensweltlicher Beispiele und

kontroverser philosophischer Sichtweisen

werden Jugendliche angeregt, über

Werte, Wertewandel und Wertkonflikte

miteinander nachzudenken und sich das

methodische Wissen anzueignen, im Alltagsleben

damit umzugehen. So enthält

die neue Schulbuchreihe „Respekt“, an

der ich als Herausgeberin und Autorin

mitgearbeitet habe, beispielsweise eine

Werkzeugkiste zum Philosophieren. Sie

stellt Jugendlichen vor, wie sie ein Dilemma

bearbeiten, gute Gründe von schlechten

unterscheiden und schwierige Begriffe

und Werte hinterfragen können.

Diese Kompetenzen, die im Ethik- und

Philosophieunterricht an Fallbeispielen

simuliert und erprobt werden, können

auf dem Schulhof oder im Jugendclub dazu

beitragen, Konflikte zu bearbeiten und

möglicherweise auch zu lösen. Denn wer

gelernt hat, ein Problem rational zu bearbeiten,

kann diese Fähigkeit auch in seinem

gesellschaftlichen Umfeld anwenden.

Lehrerinnen und Lehrer können

Jugendlichen diese Kompetenzen jedoch

nur vermitteln, wenn sie für den Ethikund

Philosophieunterricht entsprechend

aus- und weitergebildet werden.

Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace e.V.

28

Nachhaltigkeitswissen vertiefen

Klimawandel, Energiekrise, Bankenbankrott.

Die junge Generation weiß: Unsere

Gesellschaft muss sich ändern, damit

unser Planet lebenswert bleibt. Deshalb

erkennt sie Umweltwissen und Nachhaltigkeitsdenken

mehr und mehr als Schlüsselqualifikation,

denn die Gesellschaft

der Zukunft braucht junge Menschen, die

durch eindeutige Bildungserlebnisse zu

nachhaltigem Handeln motiviert werden

und den Mut haben, sich für den Umweltschutz

einzusetzen.

Nachhaltigkeitsunterricht ist inhaltlich

anspruchsvoll, wird aber von den Schülern

gewünscht und als nützlich für das

spätere Leben bewertet. Wer in der Schule

mit diesen Themen in Berührung gekommen

ist, also Umweltwissen erlangt

hat, ist deutlich engagierter als die Altersgenossen.

Schüler profitieren im Rahmen

der Lernangebote, die sich quer durch die

Schulstufen und Fächer ziehen, von den

auf Handlungsorientierung und Handlungskompetenz

ausgerichteten Unterrichtseinheiten.

Besonders in den Themenbereichen

Bekleidung, Ernährung

und Lebensstile erfahren sie eine Selbstwirksamkeit,

die in vielen anderen Förderbereichen

nicht so leicht erfahrbar ist.

Leider zeigt sich, dass nicht für alle Schüler

die gleichen Chancen bestehen, Nachhaltigkeitsaspekten

zu begegnen und

Umweltwissen zu erlangen. Dies bleibt

häufig eine Privatverantwortlichkeit oder

ein Steckenpferd engagierter Lehrkräfte.

Das führt dann auch dazu, dass eher

bildungsnahe und statushöhere Schichten

erreicht werden. Die Anstrengungen

zur Vermittlung von Umweltwissen müssen

also weiterhin vervielfacht werden.

Die großen Umweltaufgaben im Rahmen

einer besseren Klima- und Energiepolitik

werden nur dann erfolgreich zu lösen

sein, wenn Schüler bereits früh durch

eindeutige Bildungserlebnisse zu nachhaltigem

Handeln motiviert werden und

(auch in der Schule) die Möglichkeit erhalten,

ihr neu erworbenes Umweltwissen

anzuwenden.

Allerdings wissen wir aus Erfahrung,

dass die bloße Forderung nach einem eigenen

Unterrichtsfach Umweltbildung

keinen wirklichen Sinn ergibt. Wir müssen

stattdessen die Lehrer mit kompakten

Informationen unterstützen. Deshalb werden

wir bei Greenpeace auch in Zukunft

Bildungsmaterial zum Klimawandel, zu

Erneuerbaren Energien oder zu Wäldern

und Meeren entwickeln.

bildungSPEZIAL 1 | 2013


BZgA

Die Bundeszentrale für

Wir sind dabei.

Halle 6.1 - Stand C 069

Köln, 19. – 23.02.2013

gesundheitliche Aufklärung

(BZgA) präsentiert vom

19 . – 23 . Februar 2013 auf der

Bildungsmesse in Köln ihre

Unterrichtsmaterialien zur

Gesundheitserziehung und

Gesundheitsförderung in der

Schule. Die Materialien enthalten

Sachinformationen, Unterrichtsvorschläge

und Kopiervorlagen.

Lehrkräfte (auch

angehende) können Einzelexemplare

an unserem Stand C 069

in Halle 6.1 kostenlos mitnehmen.

Bitte besuchen Sie uns

und informieren Sie sich über

unser vielfältiges Angebot!

Danach ist die BZgA auch wieder

auf der

am Gemeinschaftsstand Bildung

in Halle 2 vertreten.

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titelthema

Maren Wichmann,

Programmleiterin bei der

deutschen Kinder- und

Jugendstiftung, Berlin

Bedürfnisse durchsetzen

Beim jährlichen Ganztagsschulkongress

der DKJS sind die Workshops, die Schüler

für Lehrkräfte und andere Pädagogen geben,

immer heiß begehrt. Inspiriert berichten

die Erwachsenen anschließend, welche

Lernprozesse sie durchgemacht haben

und wie sie dies nun im Alltag an ihren eigenen

Schulen umsetzen wollen. Warum

funktioniert das so gut auf dem Ganztagschulkongress,

aber nicht im Schulalltag?

Warum ist es für viele Schulen so schwierig,

Wege zu finden, die Kompetenz der

Schüler zu nutzen?

Aus der begleitenden Ganztagsschulforschung

wissen wir, dass die Qualität von

Angeboten davon abhängt, wie sehr diese

an die Vorerfahrungen und Interessen

von Kindern und Jugendlichen anknüpfen

und ihnen Möglichkeiten zu Gestaltung

geboten werden. Im Nachmittagsbereich

der offenen Ganztagsschule zeigen

die sehr unterschiedlichen Teilnahmequoten

zwischen 20 und 90 Prozent deutlich,

dass die Schüler wegbleiben, wenn die

Angebote sie nicht interessieren.

Ganztagsschulen haben die große Chance,

mit innovativen Unterrichtskonzepten

– wie fächerübergreifendem Lernen

oder Projekten außerhalb der Schule – auf

die vielfältigen Bedürfnisse von Kindern

und Jugendliche einzugehen. Sie können

sich in den Sozialraum öffnen und multiprofessionelle

Kooperationspartner in

die Schule holen, die ihrerseits bereits Erfahrung

in der aktiven Beteiligung junger

Menschen haben. Verantwortung für sich,

andere und die Entwicklung der eigenen

Schule zu übernehmen, kann auf ganz unterschiedliche

Weise geschehen, zum Beispiel

durch Mentoring-Projekte, Angebote

von älteren für jüngere Schüler und eine

lebendige Feedback-Kultur. Junge Menschen

brauchen Herausforderungen, die

sie ermutigen, sich zu engagieren, sich anzustrengen

und an Aufgaben zu wachsen.

Die Sichtweise, dass sich Schüler vorrangig

den von Erwachsenen vorgeschriebenen

Regeln und Strukturen unterordnen

müssen, ist immer noch verbreitet.

In dem von mir geleiteten Programm

„Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ haben

wir deshalb bewusst die Perspektive

von Kindern und Jugendlichen in den

Mittelpunkt gerückt. Es gibt mittlerweile

viele gute Beispiele dafür, wie Lehrkräfte

das Engagement und die Veranwortungsübernahme

von Heranwachsenden als

Entlastung und nicht als Einschränkung

ihres Einflussbereiches erleben. Und Erwachsene

können nicht nur im Bereich

der Neuen Medien viel von Schülern lernen.

Voraussetzung ist allerdings, dass die

Interessen und Vorerfahrungen, kurz: die

Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen,

ein wichtiger Bezugspunkt bei der Entwicklung

des pädagogischen Konzeptes,

der Angebote und des Schulklimas ist.

30

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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Titelthema

Helgo Mayrberger, Haupt- und Realschulrektor,

Mitherausgeber der Zeitschrift „Lernchancen“

im Friedrich Verlag

Von einer reichen

Lernumgebung profitieren

Lernen ist ein sehr individueller Prozess,

in dem der Lerner selbst konstruktiv tätig

ist. Ein Fähigkeits- und Wissenszuwachs

findet besonders immer dann statt,

wenn sich jemand an die Ränder seinen

eigenen „Lernlandkarte“ begibt und hier

Neues erforscht und mit Vorhandenem

(neu) verbindet. Dies zu ermöglichen, ist

die Aufgabe für Lehrkräfte gegenüber allen

Schülern, unabhängig davon, ob sie

„schwache Lerner“ sind oder starke.

Wichtig ist, dass wir als Lehrkräfte diese

Heterogenität, die aus den individuellen

Lernprozessen unserer Schüler erwächst,

anerkennen und bejahen. Dass ein im wesentlichen

auf frontaler Belehrung und

Lernen in gleichen Schritten ausgelegter

„herkömmlicher“ Unterricht dem nicht

gerecht werden kann, liegt auf der Hand.

Dass man sich – auch als einzelner Lehrer

– da auf dann Weg machen muss, seinen

Unterricht zu individualisieren, ist

der nächste logische Schritt. „Schule“ als

solche kann hier förderliche Rahmenbedingungen

schaffen, indem ein Kollegium

verabredet, solch schülerzentriertes

und individualisiertes Arbeiten zu wollen

und zu unterstützen.

Für „schwache Lerner“ bedeutet dies,

dass sie im Rahmen eines selbstgesteuerten

Lernprozesses eine „reiche Lernumgebung“

vorfinden müssen, die ihnen genügende

Anknüpfungspunkte bietet,

an ihr vorhandenes Wissen anzuknüpfen.

In der Praxis zeigt sich dabei, dass

„schwache Lerner“

• besonders von starker Ritualisierung

profitieren, da so die Abläufe klar

sind und sie sich aufs Inhaltliche

konzentrieren können.

• wenn nötig stark über die Beziehungsebene

angesprochen werden

müssen, um eine Lernbereitschaft

zu erzeugen.

• oft auch auf anderen Feldern besonders

gefordert sind, so dass hier Lehrkräfte

nur gemeinsam mit dem Elternhaus

und/oder anderen Stellen den

Schüler stützen können.

• dennoch oft sehr neugierige Lerner

sind/werden können, da auch kleine

Schritte für sie oft einen großen Fortschritt

darstellen.

Gänzlich neu sind diese Erkenntnisse

nicht und an vielen Schulen wird das so

schon „gelebt“. Und wo das noch nicht

der Fall ist: Machen Sie sich als Lehrkraft

auf den Weg – es lohnt sich.

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Titelthema

Christoph Eichhorn, Diplom-Psychologe und Sachbuchautor, Schweiz

Sich im Unterricht wohlfühlen

Individuelle Förderung braucht ein gezieltes

Classroom-Management. Zeigen

will ich das zunächst an einem Beispiel:

Lehrer XY möchte seine schwachen Schüler

fördern. Dazu richtet er einen extra

Gruppentisch ein, um sie dort während

der Still- oder Gruppenarbeit intensiv betreuen

zu können. Aber bevor er damit beginnt,

klärt er mit ihnen Fragen, zum Beispiel:

Wie wechsle ich von meinem Platz

an den Gruppentisch? Wie verhalte ich

mich dort?

Mit der ganzen Klasse bespricht der Lehrer,

wie ruhig muss es während der Einzel-

und Gruppenarbeit sein muss. Und

zu Beginn des Schuljahres achtet er sorgfältig

darauf, dass seine Schüler seine

Vorgaben auch wirklich exakt einhalten.

Seinen eigenen Platz an diesem Gruppentisch

hat er so eingerichtet, dass er jederzeit

das Geschehen in der Klasse sofort

überblicken kann. Damit er bereits

bei kleinen Störungen Präsenz signalisieren

und wenn nötig unauffällig und frühzeitig

eingreifen kann.

Ziel von Classroom-Management ist, dass

es in der Klasse von der ersten Lektion an

rund läuft. Warum? Weil wir erst dann

Schüler gut fördern können. Solange es

hingegen während des Unterrichts unruhig

und laut ist und die Schüler abgelenkt

sind, lernen sie wenig und fühlen sich

nicht wohl. Dann macht auch das Unterrichten

keine Freude mehr. Damit es dazu

nicht kommt, braucht es eine klar präventive

Ausrichtung, wie sie Classroom-Management

bietet. Das bedeutet, dass sich

der Lehrer weniger auf Störungen konzentriert,

sondern genau auf das Gegenteil;

er handelt präventiv. Dazu steht ein

enormes Repertoire ausgefeilter Optionen

bereit, wie etwa:

• eine gute Beziehung zu den Schüler

herstellen;

• ein gutes Klassenklima fördern;

• Routinen und Rituale einführen, die

den Schülern Sicherheit und Halt bieten;

• den Unterricht an den Bedürfnissen

der Schüler ankoppeln, wie z. B. aktiv

und sozial engebunden sein, Autonomie

erleben, Sinn im eigenen Handeln

finden, Kompetenzen erleben können;

• gute Vorbereitung;

• hohe Präsenz und Aufmerksamkeit.

Förderung findet immer mehr im Klassenrahmen

statt. Wenn der Unterricht so

organisiert ist, dass es dort rund läuft und

sich die Schüler wohl fühlen, profitieren

alle: Schüler, Lehrer und Förderung.

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Von der KiTa

in die Schule

Übergänge sind Phasen beschleunigten Lernens

Übergänge (auch „Transitionen“)

sind Lebensphasen,

in denen Kinder besonders

schnell und intensiv lernen.

Die Anpassung an eine neue

Situation oder Institution

muss in relativ kurzer Zeit

bewältigt werden. hierfür

nutzen Kinder bereits vorhandene

Basiskompetenzen

wie Kommunikations-,

Problemlöse- und Stressbewältigungsfähigkeiten

34

8 Was können Kinder in Übergangsphasen

(vertiefend) lernen und welche neuen

Kompetenzen können sie erwerben?

4 Lernen, mit Veränderungen und

Belastungssituationen umzugehen.

4 Neue Verhaltensweisen und

Strategien entwickeln.

4 Sich in eine andere Rolle einfinden:

Ich als Schulkind!

4 Ein neues Identitätsgefühl

entwickeln: Ich bin Schulkind!

4 Sich Hilfe und Unterstützung

holen.

4 Sich auf neue Erwachsene (Lehrer)

und Kinder einstellen.

4 Die eigene Meinung sowie

Bedürfnisse und Kritik äußern.

4 Stolz darauf sein, ein Schulkind zu

sein.

Akteure beim Übergang

Während des Übergangs von der Ki-

Ta in die Schule vollzieht das Kind einen

Rollen- und Statuswechsel: Vom Kindergartenkind

zum Schulkind! Eltern,

Erzieher/-innen und Lehrer/-innen sind

maßgeblich an der Gestaltung des Übergangs

betei ligt und haben Einfluss darauf,

wie erfolgreich ein Kind diesen bewältigt.

Vertrauen Eltern darauf, dass

ihr Kind diesen neuen (Entwicklungs-)

Schritt gut bewältigen wird, so wirkt sich

diese Haltung positiv auf das kindliche

Selbstvertrauen aus. Arbeiten KiTas und

Grundschulen – also abgebende und aufnehmende

Institutionen – konstruktiv

zusammen, wird eine tendenziell zunehmende

Anschlussfähigkeit zwischen den

unterschiedlichen Systemen hergestellt.

Haben sich die Institutionen auf gemeinsame

Werte, Bildungs-und Erziehungsziele

verständigt, können diese in der Ki-

Ta angestrebt und in der Schule konsistent

fortgeführt werden.

Positives Selbstkonzept

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt

nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung.

Wenn dies so wäre, würden vermutlich

die meisten Kinder in der Schule

scheitern! Im gesamten Entwicklungsverlauf

erlebt ein Kind immer wieder neue

Situationen und besondere Herausforderungen,

für die es Strategien und Verhaltensweisen

entwickeln muss, um sie

bewältigen zu können. Grundlegende

Voraussetzung, um mit Veränderungen

kompetent umzugehen, ist, ein positives

Bild von sich selbst zu haben. Das Selbstkonzept

entwickelt sich in sozialen Erfahrungen

und somit von Geburt an. Ein positives

Selbstkonzept hilft Kindern mit

bildungSPEZIAL 1 | 2013

© kids.4pictures – Fotolia.com


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Kinder sind Gemeinschaftswesen. Intuitiv bilden sie

schon in der KiTa Teams, in denen sie mit- und voneinander

lernen – und individuelle Lernprozesse selbstbestimmt

steuern. Eine gute Strategie, um sich auch am

neuen Lernort Schule zurechtzufinden

neuen, zunächst verunsichernden Situationen

klarzukommen, weil sie sich nicht

klein und hilflos, sondern groß und stark

und als Autoren ihres Lebens fühlen:

4 Selbstwertgefühl: „Ich bin eine Person

und wertvoll.“

4 Selbstvertrauen: „Ich bin Akteur und

habe Vertrauen in mich selbst.“

4 Selbstwirksamkeitsgefühl: „Ich bin

Subjekt und kann etwas bewirken!“

4 Selbstbild: „So wie ich bin, bin ich gut.“

Basiskompetenzen für die Einschulung

Wichtige Basiskompetenzen und Voraussetzungen

für lebenslanges Lernen (und

folglich für die Schule) finden wir in dem

neuseeländischen Konzept der „Learning

stories“ von Margret Carr, das Erwachsene

(Fachkräfte, Eltern) für kindliche Lernprozesse

und Lernmöglichkeiten sensibilisieren

möchte. Nach diesem Konzept

bilden fünf Lerndispositionen die Basis

von Lern- und Bildungsprozessen.

Nach Carr kommt in den Lerndispositionen

„die Motivation und die Fähigkeit

zum Ausdruck, sich mit neuen Anforderungen

und Situationen auseinanderzusetzen“

(Leu u.a. 2007, 49):

1. Interessiert sein

2. Engagiert sein

3. Standhalten bei Herausforderungen

4. Sich ausdrücken und mitteilen

5. An einer Lerngemeinschaft mitwirken

und Verantwortung übernehmen

36

Den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes

fördern und unterstützen

Kinder auf dem Entwicklungsweg „Einschulung“

zu begleiten, bedeutet ihnen

ein Entwicklungsumfeld zu bieten,

in dem sie ihre Lerndispositionen (auch

Kompetenzen) bestmöglich ausbilden

und ein stabiles Selbstkonzept entwickeln

können:

1. Die authentischen Interessen und

Themen aller Kinder – Mädchen, Jungen,

jüngere und ältere Kinder, Kinder

unterschiedlicher Kulturen – werden

wahrgenommen, aufgegriffen

und spiegeln sich in der Gestaltung

der Bildungsräume und des Bildungsalltags

wider.

2. Bitte nicht stören – spielende Kinder!

Spielen ist die „Arbeit des Kindes“

(Maria Montessori), die Königsdisziplin

kindlicher Selbstbildung

und „die elementare Form des Lernens“

(Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan

2007, 30):

Haben Kinder ausreichend Zeit für

selbstbestimmtes engagiertes Spielen

und können sie sich entwicklungsangemessen

an der Alltagsgestaltung beteiligen?

3. Herausforderungen fördern kindliche

Persönlichkeitsentwicklung und

Selbstständigkeit. Es gilt der Grundsatz

„nicht für, sondern mit den Kindern

tun!“ Eigensinnige kindliche Lösungsumwege

erhöhen die „Ortskenntnis“

und sind deshalb wertvolle

Erfahrungen.

4. Mit Kindern und Erwachsenen über

Gott und die Welt diskutieren, miteinander

im Gespräch sein, ein wichtiges

Mitglied in Kinderkonferenzen und

Gesprächskreisen sein, Singen, Reimen,

Rätseln, Geschichten erzählen,

Märchen hören, Bilderbücher betrachten,

sich kreativ gestalterisch auszudrücken

… – KiTas bieten vielfältige

Kommunikationsformen und davon

profitieren Kinder in hohem Maße.

5. Solidarität, Gemeinschaft, Teamwork

sind Alltagserfahrungen, die Kinder

im sozialen Lern- und Experimentierfeld

„Gruppe“ kontinuierlich und

über viele Jahr hinweg zuverlässig

sammeln können. Von sich aus bilden

Kinder immer wieder soziale Lerngemeinschaften,

in denen sie von- und

miteinander lernen.

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Vorschulprogramme!?

Sozial-emotionale Basis- und Lernkompetenzen,

wie die oben genannten, können

weder in Projekten noch Programmen

erlernt werden. Die komplexen

Reifungsprozesse von Persönlichkeit und

Ich-Stärke benötigen Spielräume für individuelle

Entwicklung und Zeiträume

für persönliche Erfahrungen. Wir können

kindliche Entwicklung nicht machen

und beschleunigen. Wir können uns jedoch

so verhalten, dass sich Kinder in sozialer

Interaktion mit uns (und anderen)

als selbstwirksam und kompetent erfahren

und erleben können. Diese Haltung ist

anspruchsvoll! Sie setzt voraus, das Kind

als Akteur seines Entwicklungsweges

und Konstrukteur seines Bildungsprozesses

zu respektieren und anzuerkennen.

(Persönlichkeits-)Bildung gestaltet

sich dann als sozialer Prozess, an dem

sich Kinder und Erwachsene aktiv beteiligen.

Im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan

wird dieser pädagogische

Ansatz als „Ko-Konstruktion“ bezeichnet

(vgl. 2007, 21): „Nur durch Kommunikation

und Einbezug des Kindes und aller

Personen, die an seiner Bildung und Erziehung

beteiligt sind, kann ein Kind dahin

gelangen, dass es sich in seiner neuen

Umgebung wohl fühlt und die Bildungsangebote

bestmöglich nutzen kann. Mit

anderen Worten: Die erfolgreiche Bewältigung

von Übergängen ist als Prozess zu

verstehen, der von allen am Übergang Beteiligten

gemeinsam und ko-konstruktiv

zu leisten ist“ (ebd., 2007, 95).

Margit Franz

Diplom-Pädagogin, Autorin,

Publizistin und Herausgeberin von

„Die Kindergartenzeitschrift“;

Multiplikatorin „Hessischer

Bildungs- und Erziehungsplan“

Literatur

Hessisches Sozial- und Kultusministerium: Bildung

von Anfang an. Bildungs- und Erziehungsplan

für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen. Wiesbaden,

Stand: Dezember 2007

Leu, Hans Rudolf u.a. (2007): Bildungs- und Lerngeschichten.

Bildungsprozesse in früher Kindheit

beobachten, dokumentieren und unterstützen.

Weimar, Berlin: verlag das netz.

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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Schmetterlinge im Bauch.

Alle Menschen sollen gleichberechtigt am Leben teilnehmen – mit oder ohne Behinderung.

Damit gemeinsames Lernen selbstverständlich wird.

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KIGA & Grundschule

Bücher von heute

für Kinder von heute

Die Welt wandelt sich –

und mit ihr die literarischen Themen

Kinder von heute sind die Leser

von morgen – wenn wir

ihnen den Zugang zur aktuellen

Kinderliteratur ermöglichen.

Susanne Helene Becker

beschreibt deren Relevanz

für die Leseförderung – und

warum neben den Kinderbuchklassikern

neue Titel ins

Regal gehören

38

8 Viele denken beim Thema literarische

Bildung an Klassiker, an Themen, Stoffe

und Motive, die zu unserer literarischen

und Kulturgeschichte zählen. Dieses Erbe

wollen wir den Nachgeborenen nahebringen.

Das ist gut und das ist sinnvoll. Doch

dies ist nur eine Säule der Leseförderung.

Bei einer ganzheitlichen Leseförderung

geht es neben der literarischen Bildung

auch um die Lesefertigkeit, um die Fähigkeit

des literarischen Verstehens und um

die Persönlichkeitsentwicklung der Leser,

der die aktuelle Kinderliteratur zahlreiche

Impulse gibt.

Verschiedene Bücher

für verschiedene Kinder

Seit das Thema Leseförderung vermehrt

Aufmerksamkeit findet, hat sich das Leseangebot

für Kinder und Jugendliche

noch einmal stark geändert. Vermittler,

Lektoren und Verleger sind sich dessen

bewusst, dass verschiedene Kinder verschiedene

Lektüren mit unterschiedlichen

Herausforderungen bedürfen. Und so

sind in den vergangenen Jahren neue Erstlesereihen

entstanden, wie beispielsweise

die des Tulipan-Verlages. Und es gibt niederschwellige

Leseangebote für schwächere

Leser, die aber anspruchsvolle und

altersgerechte Themen aufgreifen, wie

beispielsweise die neu entstandenen Comic-Romane.

Und umgekehrt bietet der

Markt heute umfängliche Schmöker für

jüngere, aber versierte Leser an, für die

früher Lesestoff fehlte, der ihre Lesefertigkeit

forderte und beim Erzählen dennoch

auf kindliche Themen rekurrierte.

Neue Themen

Das einzige von Dauer ist der Wandel –

und so wandeln sich auch unsere Gesellschaft,

unsere Lebenswelt, unsere

emotionalen und kognitiven Herausforderungen,

unser Weltwissen, die Hoffnungen

und Wünsche, die Ängste und

Probleme. Diese neuen Themen greift die

aktuelle Kinder- und Jugendliteratur auf

und findet Erzählweisen, die Kindern Zugangs-

und Umgangsweisen mit diesen

Herausforderungen anbieten. Und dabei

geht es nicht darum, mehr „Problembücher“

zu schreiben, zu denen Jugendliche

neigen können, aber jüngere Kinder eher

auf Abstand gehen. Diese neuen Themen

erreichen auch die Fantastische Literatur,

sie liefern Erzählstoffe für Detektivromane

und für spannende Science-Fiction,

die durchaus auch medienkritisch ausfallen

kann.

Der Sachbuchmarkt, lange bestimmt

durch Reihenwerke immergleicher Aufmachung,

bietet eine Fülle neuer Themen

aus Technik, Kultur, Geschichte und Naturwissenschaften

in neuen Gestaltungsformen.

Die didaktischen Konzepte sind

den Lese- und Sehgewohnheiten der Kinder

von heute angepasst und fordern Sie

dennoch heraus, wie beispielsweise „Alles

Familie!“ von Anke Kuhl und Alexandra

Maxeiner: ein eigenständiges, humorvolles

und sehr offenes Buch über alle

Formen des familiären Zusammenlebens.

Und schließlich geht es nicht nur um neue

Themen, sondern auch um neue Darstellungen

beispielsweise historischer Themen

– die Zeit verändert den Blick auf die

Dinge, das Wissen und Denken jener, die

lange nach Ereignissen wie dem des Holocaust

geboren sind. Für Leser von heute

bedarf es hier auch anderer Zugänge und

Erzählmuster, um ihnen das zeitlich entlegene

Geschehen schildern zu können.

Neue Erzähl- und Gestaltungsmuster

Die Kinderliteratur der letzten Jahre

ist literarischer geworden, macht auch

komplexere Erzählstrategien für Kinder

verständlich, differenziert bei den Figurenzeichnungen,

lässt Deutungsspielräume

für den Leser. Die Kinderliteratur

von heute traut den Lesern mehr zu als

die Literatur bis in das letzte Drittel des

20. Jahrhunderts. Mehr und mehr haben

bildungSPEZIAL 1 | 2013


KIGA & Grundschule

kindliche und jugendliche Ich-Erzähler

und personale Erzählweisen das Terrain

erobert, wie beispielsweise Andreas Steinhöfel

das Erzählen vertrauensvoll dem

„tiefbegabten“ Rico Doretti überlässt.

In diesen neuen Spielräumen der Literatur

sollen unsere Kinder sich bewegen

und den Reichtum und die Deutungsvielfalt

von Literatur erkennen und erleben.

Denn gute Kinderliteratur ist „Sozialisationsliteratur“,

die den Kindern das Tor

zum komplexen literarischen Verstehen

ermöglicht und sie dabei unterstützt, Literatur

als Literatur lesen und verstehen zu

lernen: Vielstimmig sind die Erzählungen

und Romane für Kinder geworden, komplexer

und dennoch zugänglich, und sie

bevorzugen offene Formen der Normenvermittlung,

In der Fülle die der keine Neuerscheinungen Regeln formulieren,

sondern den Leser ermutigen, eige-

für von die Kinderbüchern darstellen. fällt es

nicht leicht, geeignete Texte für Grundschulkinder zu fi nden.

ne Entscheidungen zu treffen.

Kinder von heute brauchen Bücher von

Dieser Wegweiser stellt 99 aktuelle heute Kinderbücher – denn schließlich der sind letzten sie die fünf Leser

Bilderbücher Jahre vor. konfrontieren Aufgeteilt Kinder nach mit Gattungen einer

Formen- und Gestaltungsvielfalt, die machen auf Neues, werden sie auch mor-

von morgen. wie Bilderbuch Wenn wir sie ­ heute Sachbuch neugierig

­ Kinderroman ­ Gedichtband und gegliedert nach vier (Vor-)

ihre ästhetische Wahrnehmung fordern gen nach neuen Lesestoffen suchen.

Leseniveaustufen empfehlen erfahrene Grundschuldidaktikerinnen

herausragende Neuerscheinungen. In wiederkehrenden Rubriken

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gehen sie auf motivische und stilistische Besonderheiten der

Bücher ein und geben praxisnahe Anregungen, welche text- und

Kinderleichte Kommunikation bildorientierten mit KigaRoo Projekte das Textverstehen und die Lesekommunikation

anregen. Mit Verweisen auf Internet adressen sowie

Neue Online-Software für Kitas entlastet Kita-Leitungen

weiterführenden Medientipps und Lektüreempfehlungen zu jedem

Remmidemmi: Ella, Noah und die anderen Kinder sind aus Kommunikationswegen entgegen. Per Eltern-App lassen

Buch motiviert dieser Leitfaden, den 100sten Lesetipp selbst zu

ihrem Mittagsschlaf erwacht. Kita-Leiter Torsten Janßen sich Mütter und Väter noch schneller und einfacher erreichen.

Besonders das beliebt Kindern ist die intensive Erinnerungsfunktion: Leseerlebnisse „Lie-

ist gerade dabei, die Kleinsten zu wickeln. entdecken. Zwischendurch Ein Handbuch,

klingelt das Telefon. Da muss jetzt eine Kollegin ermöglicht, rangehen, für Erzieherinnen, be Eltern, bitte morgen Grundschullehrerinnen, Gummistiefel für den Waldausflug Lesepaten,

die Kinder haben Vorrang.

mitbringen“. Darüber hinaus kann sich jede Einrichtung mit

Bibliothekarinnen und Eltern.

Zusätzlich zur Betreuung der Kinder haben pädagogische KigaRoo mit nur wenigen Klicks eine individuelle Webseite

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Susanne Helene Becker studierte Germanistik, Pädagogik

und Ethnologie in Bonn und Köln. Als Erzieherin, Lehrerin,

Literaturwissenschaftlerin, Deutschdidaktikerin sowie als

Herausgeberin und Autorin gilt ihr besonderes Engagement

der Deutschdidaktik und der Kinder- und Jugendliteratur.

Sie begründete die erste di ferenzierende Zeitschrift für den

Deutschunterricht und war von 2003 bis 2006 Mitglied der

Kritikerjury des Deutschen Jugendliteraturpreises, der sie

seit 2009 auch vorsitzt. Ihr Leitspruch: Jedes Kind hat ein

Recht auf Bücher!

In der Fü le der Neuerscheinungen von Kinderbüchern fä lt es

nicht leicht, geeignete Texte für Grundschulkinder zu fi nden.

Dieser Wegweiser ste lt 99 aktue le Kinderbücher der letzten fünf

Jahre vor. Aufgeteilt nach Ga tungen wie Bilderbuch ­ Sachbuch

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Susanne Helene Becker ist Vorsitzende der Kritikerjury

des Deutschen Jugendliteraturpreises, Mitglied

der Jury für den Gustav-Heinemann-Friedenspreis

und der Jury für die Kranichsteiner Jugendliteraturstipendien

sowie Herausgeberin und Autorin von

„99 neue Lesetipps. Bücher für Grundschulkinder“.

Susanne Helene Becker studierte Germanistik, Pädagogik

und Ethnologie in Bonn und Köln. Als Erzieherin, Lehrerin,

Literaturwissenschaftlerin, Deutschdidaktikerin sowie als

Herausgeberin und Autorin gilt ihr besonderes Engagement

der Deutschdidaktik und der Kinder- und Jugendliteratur.

Sie begründete die erste differenzierende Zeitschrift für den

Deutschunterricht und war von 2003 bis 2006 Mitglied der

Kritikerjury des Deutschen Jugendliteraturpreises, der sie

seit 2009 auch vorsitzt. Ihr Leitspruch: Jedes Kind hat ein

A les Familie

Trauriger Tiger toastet Tomaten

Susanne Helene Becker (Hrsg.) 99 neue Lesetipps

Die besten Beerdigungen der Welt

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und fördern. Es ist die Formen- und Bilderwelt

unserer Tage, die die Bilderbücher

verarbeiten und die eine Sehschule

Wo ist meine Schwester?

Prinzessin Karame la und Ri ter Suppengrün

Tim und das Geheimnis von Kno le Murphy

Leiter Torsten Janßen

sieht sich mit Mutter

Nanine Renninger

und ihren Kindern

Lucia und Noah Fotos

aus der Kita über die

KigaRoo-App an

bildungSPEZIAL 1 | 2013 39


sekundarstufe

Gelesen – getestet –

vergessen

Literatur im Unterricht vor dem

schleichenden Verfall?

Deutschland ist stolz

darauf, Land der Dichter

und Denker zu sein. Umso

größer die Schmach der

PISA-Studien: Deutschlands

Schüler scheiterten

selbst an den einfachsten

Texten. Als Antwort auf

PISA folgten sowohl die

Einführung von Bildungsstandards

wie auch des

Zentralabiturs. Nicht ohne

erneute Kritik: Die literarische

Bildung verkomme

darin vollends

40

8 Kann die Schule überhaupt adäquat

ins unermessliche Reich der Literatur einführen?

Die Frage ist bald so alt wie das

Anliegen selbst. Nur: Wozu ist die Schule

überhaupt noch in der Lage? In modernen

Zeiten werden ihre Aufgaben eher

mehr als weniger. Denn kaum ein Thema

oder Skandal in der öffentlichen Diskussion,

die nicht darin münden, der Schule

aufs Neue weitere Themen und Kompetenzen

aufzuhalsen. Die Lehrer beklagen

diese Überfrachtung. Dennoch: Ob

zwölf oder 13 Jahre bis zum Abi – an Zeit

mangelte es eigentlich nicht zur Lektüre

eines reichen Schatzes an Dramen, Novellen,

Romanen und Gedichten. Nur die

Gewichte sind längst anders verteilt. Die

meisten Fächer monieren den Mangel an

Stunden, um ihren Aufträgen zu genügen,

wovon sich die Literatur als ureigener

Part im Fach Deutsch nicht ausnimmt.

So gilt das Einverständnis, hierin nur ein

Grund- und Orientierungswissen zu vermitteln.

Einzelne Epochen sollen gekannt

werden und beispielhaft Texte und Autoren.

Ein exemplarisches Wissen – mehr

nicht. Liebhaber der Literatur würden es

eh bestenfalls als Stückwerk bezeichnen.

So die Ausgangslage.

Fundamentalkritik an PISA

und Zentralabitur

Trotzdem meldet sich Kritik, wie jüngst

mit der Literatur in der Schule umgegangen

wird. Sie äußerte sich an prominenter

Stelle in der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung, erstmals im Jahre 2007,

zuletzt im August 2011. Ihr Urheber ist

Michael Bengel, ein erfahrener Ausbilder

für das Fach Deutsch am Studienseminar

Leverkusen, 32 Jahre in diesem Dienst tätig.

An diversen Beispielen zeigt er, wie

die Deutschaufgaben fürs Zentralabitur

an den literarischen Vorlagen vorbeizielten

und zu Fehlinterpretationen anleiteten,

jedoch erfolgreich Punkte fürs Abi

einbrachten. Die Exempel sind ihm aber

nur Belege für eine fundamentalere Kritik:

Die literarischen Quellen würden behandelt

wie Sachtexte. Sie verkämen zum

Steinbruch, beliebig genutzt für andere

Aspekte und thematische Brücken, die

wenig noch mit den Ausgangstexten zu

tun hätten. Er macht dafür die neue Vorherrschaft

von PISA in der Bildung verantwortlich.

Diese Studien ständen unter

der Obhut der OECD, einer Organisation,

die bezeichnenderweise die wirtschaftliche

Entwicklung und Zusammenarbeit

fokussiere. Ökonomische Nutz- und Anwendungsgedanken

herrschten mithin

vor, was sich zugleich im Kompetenzbegriff

der Bildungsstandards spiegle. Texte

zu verstehen im deutenden, Horizonte

öffnenden Sinne – das philosophische Geschäft

der Hermeneutik – fände darin wenig

Platz.

Multiple-Choice-Tests und

Schulalltagsopfer Lesebücher

Wer mit Michael Bengel spricht, inzwischen

im Ruhestand, merkt, dass ihm diese

Kritik weiter unter den Nägeln brennt.

Der Schulalltag seiner beiden noch jüngeren

Kinder im Gymnasium liefert ihm

genug neue Anschauung. „Multiple-

Choice-Tests“ zur Abfrage, ob Texte verstanden

wurden und Gelerntes hängen

blieb, übernehmen auch im Fach Deutsch

das Sagen und damit das eigene Ausformulieren.

„Mir tun nicht nur die Schüler,

sondern die Lehrer genauso leid. Solche

Tests sind ja gar nicht leicht zu konstruieren“,

bringt er sogar Verständnis auf.

Dennoch verfehlen diese Tests für ihn das

Ansinnen und Vermögen von Literatur,

den „Möglichkeitssinn, wie Robert Musil

es nannte, zu schulen“, so Bengel. Im

Gespräch schlägt der frische Ruheständler

indes einen größeren Bogen aus sei-

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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ner langen Berufszeit. In seinem Fach

gab es seit den 70er-Jahren die Aufteilung

in Sprach- und Lesebücher. Im Schulalltag,

wo die Pflicht meist vor jeglicher

Kür kommt, seien die reinen Lesebücher

schon seit Längerem ins Hintertreffen geraten

– in der Summe eine unglückliche

Verkettung zu Ungunsten des Bildungsgutes

Literatur.

Keine zwingenden Qualitätsverluste,

aber „teaching for the test“-Effekte

Diese Kritik stößt in der Fachdidaktik

nicht zwingend auf Widerhall. Der angesehene

Literaturwissenschaftler Michael

Kämper-van den Boogaat von der

Berliner Humboldt-Universität, der das

Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

(IQB) im Fach Deutsch berät,

empfindet sie als zu oberflächlich. Seine

Replik: „Das ist empirisch nicht belegt.

Multiple-Choice-Tests müssen nicht zu

einem Qualitätsverlust im Umgang mit

Literatur führen.“ Die Tests sind für ihn

die richtige Antwort darauf, dass man

sich zu lange über die Lesekompetenz der

Schüler täuschte. Man nehme es nun genauer

mit dem grundlegenden Verständnis.

Zugleich erinnert er daran, dass das

Fach Deutsch oft im Verruf stand, nur ein

„Laberfach“ zu sein, bei dem literarische

Quellen als freier Stimulus für Beliebiges

genutzt wurden. Allerdings sieht er zugleich

die Gefahren eines zentralen Abiturs

und deren einheitlichen Vorgaben,

deren neue Ausformulierung in den Einheitlichen

Prüfungsanforderungen (EPA

II) sich immer noch hinzieht. Es drohe die

„Kanonisierung des Faches“ mit gleichen

Texten, die jeweils in den Bundesländern

von allen Absolventen gelesen würden

(Modell Baden-Württemberg). Oder man

lese nur kursorisch einzelne Textstellen,

ohne das Gesamtwerk zu kennen oder gar

zu verstehen (Modell Bayern). In beiden

Fällen sei der Effekt, die Schüler lediglich

für die Prüfung zu trimmen – nicht aber

zur Literatur hinzuführen.

Lesefreude und Literatur ohne

Vergleichsstress

So äußert auch der Berliner Fachdidaktiker

Verständnis für die Lehrer, die einerseits

torpediert werden mit ständig neuen

Konzepten in ihren Fächern, anderseits

oft den Schwebezustand langwieriger Einigungsprozesse

bei bildungspolitischen

Entscheidungen aushalten müssen. Lesefreude

zu vermitteln oder literarische Interessen

bei den Schülern zu fördern, führe

unter den Bedingungen schulischen

Lernens nicht selten zu erheblicher Frustration,

so Kämper-van den Boogaat,

wozu der stete Druck der Überprüfungen

und Tests seinen eigenen Beitrag leiste. Insofern:

In dem Ansinnen, Spaß an guter

und bildender Lektüre frei vom Nutzgedanken

zu vermitteln, sind sich beide Parteien

einig. Muse und Literatur sind eben

nicht voneinander zu trennen – wohl die

eigentliche Crux der Schule im Vergleichsund

Vereinheitlichungsstress.

Heinfried Tacke

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für Familien an heimischen

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durch – für die Fächer Englisch,

Mathe, Deutsch. Dank der Schulklassenlizenzen

ermöglicht das Portal intelligentes

Lernen mit interaktiven

Inhalten, motiviertes Üben in Selbstlernphasen

und individuelles Fördern

mit digitalen Lernhilfen. Inhalte

und Strukturen von LernCoachies.de

sind abgestimmt auf die Unterrichtskonzepte

der Lehrwerke „Super M“,

„JoJo Sprachbuch“, „English G21“ sowie

„Zahlen und Größen NRW“ und

„Fokus Mathematik Bayern“. Viertbis

Siebtklässler kennen sie aus dem

Schulunterricht. Die LernCoachies

unterstützen bei den Hausaufgaben

mit Erklärfilmen und Lösungstipps,

wenn zu Hause der Lernstoff aus der

Schule wiederholt wird. So bleibt immer

das Richtige haften. Eltern haben

die Gewissheit: Hier wird das Richtige

gelernt. Lehrkräfte können das

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bildungSPEZIAL 1 | 2013

41


sekundarstufe

„Französisch liebt oder

hasst man. Dazwischen

gibt es eigentlich nichts.“

Gesa-Stefanie Brincker,

Romanistin und Sozialwissenschaftlerin

in Berlin,

bringt es auf den Punkt:

Französisch ist nicht einfach

nur eine Sprache,

Französisch ist ein echtes

Lebensgefühl. Was bringt

die Französischlehrer

zu ihrem Beruf?

Paris, je t‘aime!

Wie Französischlehrer ihre Schüler für die unbeliebte

Fremdsprache begeistern

8 Im Wintersemester 2009/2010 entschieden

sich laut Statistischem Bundesamt

knapp 5.000 Abiturienten für das

Studienfach Französisch. Auch wenn

die Zahl der Schüler, die Französisch

als Fremdsprache wählen, immer weiter

sinkt, ist es nach wie vor ein Fach mit

sehr guten Berufsperspektiven, berichtet

Andreas Nieweler, Fachleiter Französisch

in Detmold: „In Nordrhein-Westfalen

lässt sich der Bedarf gar nicht decken.

Ich kenne niemanden, der in den letzten

Jahren keine Stelle bekommen hätte.“

Allein die Geschichte bringt eine ganz besondere

Bindung der Deutschen an Frankreich

mit sich. Einst Erbfeinde, waren

die beiden Nachbarn in den 1990er-Jahren

nach dem Fall der Mauer erneut der

Motor Europas. So spiegeln sich diese

Themen seit dem Zweiten Weltkrieg im

Französisch-Unterricht wider und beeinflussen

die Entwicklung des Faches und

das Interesse an der Sprache. „Die beiden

Länder haben viel schneller einen Draht

zueinander gefunden als andere“, führt

Nieweler die besondere Verbindung auf

die Historie zurück. Schüleraustausch,

Städtepartnerschaften, naheliegendes Urlaubsziel

– auf vielen Wegen kommen bereits

die jungen Menschen in Kontakt mit

der französischen Sprache. So wird das

Netz zwischen den Kulturen immer feinmaschiger.

Dieses Netz machen sich die

Frankreich-Liebhaber zum Beruf.

In Frankreich zu Hause

„Ich habe mich in Frankreich immer zu

Hause gefühlt“, so Nieweler. Jeder Französisch-Lehrer

sei auch Frankreich-Fan,

auch wenn dies nicht von Anfang an so

sein muss. Felicitas Schepel, Französisch-

© Marco Birn - Fotolia.com

42

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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sekundarstufe

Lehrerin in Friedrichshafen, berichtet,

dass sie als 11-Jährige, als sie die Sprache

und die Gepflogenheiten des Landes noch

nicht kannte, eher abschreckende Erfahrungen

in Frankreich gemacht habe. „Diese

unbequeme Art, das Laken als Bettdecke

zu nutzen, oder glitschige Austern zu

essen, damit konnte ich nichts anfangen.

Erst später habe ich Frankreich lieben gelernt.“

Im Unterricht lege sie daher Wert

darauf, dass die Schüler auf diese kleinen

Unterschiede vorbereitet werden.

Frankreich-Fan, Französisch-Liebhaber,

das sind meist die beiden Grundlagen für

die Motivation, dieses Fach unterrichten

zu wollen. So erzählt auch Steffen Obeling,

Lehrer aus Köln, wie er schon als

Dreijähriger eine innige Liebe zur Sprache

entwickelte: „Im Urlaub fing ich auf

einmal an, eine Art Kauderwelsch zu

sprechen, sodass meine Mutter sich arge

Sorgen um meine sprachliche Entwicklung

machte. Bis sie dahinter gekommen

ist, dass ich lediglich in die Imitation der

Fremdsprache verfallen war.“

Paris, nichts als Paris

Paris spielt für alle Frankreich-Fans eine

wichtige Rolle. Obelings Eltern hatten

stets den imperativen Auftrag, ihn

vor Paris aufzuwecken, wenn sie auf der

nächtlichen Durchreise in die Bretagne

waren. „Ich wollte die Tunnel am Périphérique

nicht verpassen. Übertroffen wurde

dieses Erlebnis nur durch den 3-sekündigen

Ausblick auf den illuminierten Eiffelturm.“

Paris hat ihn auch während seines

Studiums begleitet, so hat der junge Französisch-Lehrer

dort auch nach der Zwischenprüfung

studiert. „Paris verkörpert

44

Medientipp

Des envies de Découvertes?

Genauso wie sich die Hauptstadt

Paris immer wieder neu

erfindet und mit der Zeit geht,

verändert sich auch das Französischlehrwerk

Découvertes.

Informationen zum neuen Découvertes

2012:

www.klett.de/decouvertes

für mich persönlich eine besondere Lebensweise,

bei welcher das Zugehörigkeitsgefühl

zu der Spezies der ‚parisiens‘

mit recht hohem Aufwand (nicht nur finanziell)

aufrecht erhalten wird. Aber es

lohnt sich, alleine wegen des hohen kulturellen

Inputs, den diese Metropole in jeder

Sekunde bereitstellt. Wer nie in Paris

war, kennt Frankreich nicht! Aber wer nur

in Paris war, kennt doch schon ein gutes

Stück von Frankreich.“ Dieses Bild von

Frankreich und Paris versucht Obeling in

seinem Unterricht zu vermitteln, wie auch

Felicitas Schepel: „Viele Schüler sind erstaunt,

wie viel mehr Paris zu bieten hat

als Eiffelturm und Louvre! Die Paris-Studienfahrt,

die wir für die Oberstufe anbieten,

eröffnet den Schülern völlig neue Horizonte.“

Die Exotik der französischen Sprache

Doch die französische Sprache wird nicht

nur in Paris und Frankreich gesprochen.

In 41 Nationen ist es Amtssprache, und

so sind auch diese frankophonen Länder,

ihre Geschichte, Politik und sozialen

Probleme Themen des Französisch-

Unterrichtes. „Französisch-Lehrer sind

Kosmopoliten, nicht auf Frankreich fixiert“,

hält Nieweler fest. Der Fachleiter

ist zugleich Präsident der Vereinigung

der Französisch-Lehrerinnen und -Lehrer

(VdF). „Die VdF ist international vernetzt,

und wir stehen mit allen französischsprachigen

Ländern in Verbindung“, erläutert

er. Auch wenn die Frankreich-Liebe

im Vordergrund steht, wissen die Französisch-Lehrer

um die vielfältigen Möglichkeiten,

die Sprache kennenzulernen.

Felicitas Schepel unterrichtete sechs Monate

lang als Assistentin für Deutsch auf

La Réunion. „Es war sehr bereichernd, ich

liebe diesen exotischen Teil Frankreichs!“

Die Sprache, das créole, sei nicht leicht zu

verstehen, aber auch das gehöre eben dazu.

Die Geografie und die Bevölkerung

des Landes seien unglaublich spannend:

„In meinen Klassen saßen hellhäutige,

chinesische, afrikanische und indische

Kinder. Die verschiedenen Kulturen und

Religionen leben hier friedlich miteinander,

das hat mich fasziniert.“

Eigene Lehrer als Vorbilder

Nieweler hält es für ein Klischee, dass allein

die Liebe zu Frankreich die Lehrer zu

ihrer Fachwahl bringe. „Eine Rotweinflasche

in der einen, ein Baguette in der anderen

Hand, so stellen sich manche den

typischen Französisch-Lehrer vor.“ Es gehöre

viel mehr dazu, diesen Beruf zu ergreifen:

„Natürlich auch das sprachliche

Talent. Aber wenn ich junge Referendare

frage, was sie zu ihrem Fach brachte, so

sagen sie fast ausnahmslos, dass das Engagement

ihrer Französisch-Lehrer besonders

hoch war und der Unterricht sehr

motivierend.“ Das bestätigt auch Schepel:

„Ich wollte so toll reden können wie meine

Lehrerin. Sie war mein absolutes Vorbild.“

Ähnliche Erfahrungen hat Gesa

Brincker gemacht, heute Project-Managerin

an der Hertie School of Governance.

Und doch hat sie ihre Liebe zum Französischen

nicht zum Lehramt geführt. Der

permanent bestehende Grammatikerklärungsbedarf

habe sie abgeschreckt. „Immer

wieder die gleichen Erklärungen von

Basiswissen, das hat mich schon als Nachhilfelehrerin

im Fach Französisch genervt.

Jetzt bin ich viel zufriedener und kann

mich beruflich auf hohem Niveau in meiner

Liebe zum Fach austoben.“

Steffen Obelings und Felicitas Schepels

Erfahrungen mit dem Unterrichtsfach

Französisch hingegen sind sehr positiv.

„Gerade die Anfänger sind so begeisterungsfähig.“

Häufig als dritte Fremdsprache

gewählt, machen die Schüler hier

sehr rasche Fortschritte, die durch ihre

Vorkenntnisse der anderen Fremdsprachen

beschleunigt werden. Schepel habe

es nie bereut, das Fach gewählt zu haben.

Es bleibe am Ende des ersten Lernjahres

das stolze Gefühl: „Das alles habe ich ihnen

beigebracht!“

Janna von Greiffenstern

Klett Themendienst

bildungSPEZIAL 1 | 2013


Damit macht Französischlernen

richtig Spaß!

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bildungSPEZIAL 1 | 2013 45


Sekundarstufe

Als Mittler zwischen

den Kulturen

Türkischstämmige Lehrer fördern die Integration

Muhittin Arslan ist Lehrer

im bayerischen Nürnberg.

An der Johann-Daniel-

Preißler-Schule, die Kinder

und Jugendliche aus über

30 Nationen besuchen, unterrichtet

der Pädagoge

seit mehr als zehn Jahren.

Dabei kommen ihm seine

türkischen Wurzeln zugute

8 „Ich habe keine Katze. Ich habe keinen

Hund. Ich habe einen Frosch mit einem

breiten Mund.“ So schallt es mal laut, mal

leise, dann wieder fröhlich und schließlich

fast wütend aus der Aula der Johann-

Daniel-Preißler-Schule im bayerischen

Nürnberg. Beim Warm-up der Theater-

AG trainieren die Schüler die verschiedensten

Gefühlsebenen. Die Emotionen

gibt Lehrer Muhittin Arslan vor. Mit jeder

Menge Engagement und Spaß versteht

sich, was sich naturgemäß auch auf seine

Zöglinge überträgt: „Der ist voll korrekt“,

schwärmt die 15-jährige Zübeyde. Mitschülerin

Miray, 14, pflichtet ihr bei: „Er

ist nicht immer so ernst und redet viel mit

uns.“ „Herr Arslan macht keinen Unterschied

zwischen den einzelnen Schülern.

Er gibt uns Respekt“, sagt die 14-jährige

Dilara.

„Wir sind stolz auf Sie!“

Es ist offensichtlich. Muhittin Arslan

kommt bei den Schülern der Preißlerschule

gut an. Der 38-Jährige ist Lehrer

und Freund in einer Person. Die Kinder

und Jugendlichen, die größtenteils aus

Migrantenfamilien stammen, sehen Arslan,

der selbst türkische Wurzeln hat, als

Vorbild: „Ich merke das vor allem bei den

türkischen Eltern. Es kommt schon vor,

dass die mich ansprechen und mir sagen:

,Wir sind stolz auf Sie!‘ Ich werde

dann zwar immer rot. Aber letztendlich

ist es für die Menschen auch ein Zeichen,

dass man es auch mit Migrationshintergrund

in Deutschland schaffen kann und

dass die Integration vorangeht.“ Tatsächlich

liest sich der Lebenslauf des Lehrers

für viele seiner Landsleute nahezu traumhaft.

Arslan wurde als Sohn türkischer

Migranten in Deutschland geboren. Nach

der Grundschule besuchte er ein Jahr die

Hauptschule, bis eine Lehrerin seine Fähigkeiten

erkannte und seinen Eltern riet,

ihn auf das Gymnasium zu schicken. Für

die damalige Zeit eher eine Seltenheit.

Nach dem Abitur entschloss sich der junge

Türke dann, mit jungen Leuten zu arbeiten.

Er studierte Lehramt und kam

schließlich als einer der ersten türkischstämmigen

Lehrer nach Nürnberg.

© Lvnel - Fotolia.com

Von den verschiedenen Kulturen lernen

Das war vor über zehn Jahren. Seitdem

unterstützt Muhittin Arslan ausländische

Schüler und setzt auf interkulturelles Lernen:

„Ich gestalte meinen Unterricht schon

so, dass meine Muttersprache und meine

Kultur mit einfließen können. Wenn zum

Beispiel eine Schülerin über den Henna-Abend

erzählt, kann ich wahrschein-

46

bildungSPEZIAL 1 | 2013


sekundarstufe

Das LeMi-Netzwerk

Das Bayerische Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte,

kurz LeMi, wurde 2010 gegründet.

Ziel ist es, eine aktive Integration im

Bildungsbereich voranzutreiben. Das Netzwerk

wird unterstützt vom Bundesamt für Migration

und Flüchtlinge, vom Bayerischen Kultusministerium

und namhaften Stiftungen.

lich besser als ein deutscher Lehrer einschätzen,

welchen Stellenwert das in der

türkischen Sitte hat. Da habe ich natürlich

einen ganz anderen kulturellen Background.“

Von den verschiedenen Kulturen lernen –

das ist dem fränkischen Türken wichtig.

Neben seiner Tätigkeit als Mittelschullehrer

ist Muhittin Arslan deshalb für das Bayerische

Netzwerk für Lehrer mit Migrationsgeschichte

(LeMi) tätig. Primäres Ziel

des LeMi-Netzwerks ist die aktive Unterstützung

von Integration im Bildungsbereich.

Konkret bedeutet das, nichtdeutschen

Abiturienten etwa den Lehrerberuf

näherzubringen und sie für einen Beruf

im Bildungssektor zu interessieren. Zudem

hält der Päda goge Fortbildungen an

Schulen, um andere Lehrkräfte mit Verhaltensweisen

und Gebräuchen unterschiedlicher

Kulturen vertraut zu machen:

„Es gibt gerade in der Türkei Dinge,

die die Gestik und Mimik betreffen, die

sehr spezifisch sind. Wenn ein türkischer

Papa zum Beispiel nach hinten nickt,

dann muss das kein zustimmendes Nicken

sein, sondern es kann auch ‚nein‘

bedeuten“, erklärt Arslan mit leicht fränkischem

Akzent.

Neben unterschiedlichen Verhaltensmodi

sei die Sprache zudem eine der größten

Barrieren für eine gelungene Integration.

Um Missverständnisse zu vermeiden,

übernimmt Muhittin Arslan deshalb bei

Elterngesprächen auch hin und wieder

die Rolle des Dolmetschers. „Ich rede eigentlich

generell mit den türkischen Eltern

auch Türkisch. Einerseits weil viele

der Eltern die deutsche Sprache nur gebrochen

sprechen, andererseits weil Türkisch

eben unsere Muttersprache ist. Alles

andere wäre auch nicht natürlich.“

Bindeglied zwischen Elternhaus

und Schule

Der Lehrer Arslan Muhittin als Mittler

zwischen den Kulturkreisen? Auf jeden

Fall übernimmt er als Lehrer mit Migrationsgeschichte

die wichtige Funktion

als Bindeglied zwischen Elternhaus und

Schule. Dabei musste er auch schon im

persönlichen Umfeld kulturvermittelnd

tätig werden. Als er seine heutige Frau,

eine Deutsche, zum ersten Mal seinen Eltern

vorstellte, war sein Vater zunächst alles

andere als erfreut. „Mein Vater hat bei

mir die Ängste schüren wollen, dass ich

hier in Deutschland verloren gehe, dass

also unsere Identität verloren geht. Das

war mir immer zu abstrakt. Natürlich bin

ich türkischstämmig. Das werde ich auch

nie ablegen können. Ich selbst sehe mich

aber mehr als Weltbürger. Ich denke nicht

mehr in Nationen. Meiner Meinung nach

sind wir letzten Endes alle Menschen auf

der Erde mit verschiedenen Kulturen und

Sprachen.“ Und süffisant lächelnd fügt

Muhittin Arslan hinzu: „Wenn die Welt eine

Monokultur wäre, das wäre doch grausam,

oder?“

Nicole Schmitt

Klett Themendienst

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bildungSPEZIAL 1 | 2013 47


Sekundarstufe

„Von Ideen

anderer profitieren“

Klimawandel, AIDS, Drogen:

Heutige Schüler sind

in ihrer Lebenswelt mit

Themen konfrontiert, in

denen die klassische Biologie

zwar eine wichtige Rolle

spielt, aber eben nur einen

Teilaspekt abbilden

kann. Moderner Bio-Unterricht

muss daher Querverbindungen

zu anderen

Disziplinen schaffen

8 Biologielehrkräfte erfüllen mit ihrem

Unterricht viele Aufgaben: langfristig

nutzbare Kompetenzen bei den

Schülern aufbauen, fachliche und methodische

Grundlagen sichern, dabei der

Verschiedenheit der Schülerschaft gerade

an Gesamtschulen – aber nicht nur dort

– didaktisch und methodisch begegnen

sowie aktuelle Entwicklungen aus Forschung

und Wissenschaft in den Unterricht

einfließen lassen. Obendrein soll der

Unterricht auch allen Spaß machen und

motivieren. Eine echte Herausforderung.

Ein Team aus Unterrichtspraktikern hatte

sich im Friedrich Verlag zusammengefunden,

um ihre Erfahrungen aus jahrelanger

Unterrichtspraxis und aus Kooperationen

mit Kollegen in die neue Zeitschrift „Biologie

5 –10 im naturwissenschaftlichen

Unterricht“ einzubringen. Dabei berichteten

die Biologielehrerinnen Christina

Hinrichs, Petra Hoppe und Monika Kallfelz

aus ihrem Unterrichtsalltag über die

Veränderungen, die der NaWi-Unterricht

zur Zeit durchläuft – und ihre Motivation,

an der Zeitschrift mitzuarbeiten.

48

bildungSPEZIAL 1 | 2013


sekundarstufe

Differenzieren und Fördern im NaWi-Unterricht:

Lehrerinnen und Lehrer schauen voraus

1

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1. Quartal I 2013

UNTERRICHTEN

Sportverletzungen

kennen und vermeiden

lernen

Biologie

I M N AT U R W I S S E N S C H A F T L I C H E N U N T E R R I C H T 5 B I S 10

Planetenbewegung

erkunden

Ein Schweineherz

sezieren

Amöboide Bewegung

veranschaulichen

bildungSPEZIAL: Sie alle stehen

seit vielen Jahren in den Klassen und

unterrichten Biologie oder Naturwissenschaften.

Mal ehrlich, sind Sie

noch gerne Biologielehrerinnen?

Christina Hinrichs: Ja, sehr!

Petra Hoppe: Ich auch, vor allem, weil das

Fach so anschaulich und so vielseitig ist.

Außerdem umfasst es viele Themen, die

Jugendliche direkt betreffen.

Monika Kallfelz: Das sehe ich genauso. Biologie

handelt vom Menschen und anderen

Lebewesen. Dafür interessieren sich

junge Menschen gerade in der Sek I. Die

Bedeutung der Inhalte ist sehr naheliegend

und offenkundig. Außerdem lassen

sich immer aktuelle Bezüge für den Unterricht

finden.

Wie haben sich Ihrer Einschätzung

nach die Anforderungen an Biologielehrkräfte

in den letzten Jahren

verändert?

Kallfelz: Ganz allgemein haben sich unsere

Schüler verändert in ihrer Vorerfahrung,

ihrer Einstellung zur Schule, in ih-

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8 Seit Jahren gibt es in Mannheim eine außergewöhnliche

Ausstellung, die als Best Practice in der perfekten Symbiose

von Lehrmitteln und naturwissenschaftlichen Schuleinrichtungen

gilt. Dahinter steckt der weltweit größte Hersteller

von Laboreinrichtungen, die Firma WALDNER aus Wangen

im Allgäu. Die regionale Werksvertretung, Gebrüder Kassel

GmbH, bietet auf dieser Erlebnisplattform eine Beratung

mit ungewöhnlicher Tiefe und Nutzerkenntnis.

Im Interview bekennt sich Christian Eineder, Geschäftsführer

von WALDNER Labor- und Schuleinrichtungen GmbH,

zu den Vorteilen von SCALA: Das Einrichtungsprogramm

biete vor allem Praxisnähe und beste Möglichkeiten zum Experimentieren,

höchste Flexibilität und Arbeitsplatzattraktivität,

Raumeinsparungen durch die Multifunktionalität des

Programms sowie eine drastische Reduzierung der Gewerke

am Bau durch eine Medienversorgung von der Decke.

Spektakulär und vielfach praxiserprobt ist die seit 2012 bestehende

Möglichkeit einer mobilen Steuerung des Klassenraumes

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bildungSPEZIAL 1 | 2013 49


Sekundarstufe

Karl-Martin Ricker über Biologie im NaWi-Unterricht

rem Lernverhalten. Darauf müssen wir

Lehrkräfte reagieren. Biologieunterricht

muss zeitgemäß sein, mit aktuellen Inhalten

methodisch vielfältig arbeiten und mit

der Heterogenität der Lerngruppen umgehen.

Von Seiten der Gesellschaft werden

immer neue Erwartungen an den

Biologieunterricht formuliert. AIDS, Drogen,

Klimawandel sind nur einige Stichworte

dazu. Und das in einer Zeit, in der

die effektiv zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden

eher weniger werden

und die Kinder kaum mehr Primärerfahrungen

mit der realen, lebendigen Umwelt

mitbringen.

Hoppe: Ja, ich denke auch, dass es in einigen

Bereichen der Biologie eine so rasante

Entwicklung gab, dass es schwierig

ist, Schritt zu halten. Vor allem in den Bereichen

Gentechnik und Biotechnologie

gab es zahlreiche Neuerungen. Und zum

anderen sind die Lerngruppen zunehmend

heterogener und dementsprechend

anspruchsvoller wird die Unterrichtsvorbereitung.

Hinrichs: … und auch neue Projekte wie

Inklusion haben den Unterricht schon

sehr verändert. Wobei diese Veränderungen

nicht immer negativ sein müssen.

Spannend finde ich außerdem die Entwicklung

und Einbindung der neuen Medien

wie Apps oder Whiteboards in meinen

Unterricht.

50

Herr Ricker, als überzeugter Nawi-Lehrer

vertreten Sie die Ansätze zum integrierten

naturwissenschaftlichen Unterricht in der

Herausgeberrunde der Zeitschrift „Biologie

5 –10 im naturwissenschaftlichen Unterricht“.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Fach

Naturwissenschaften gemacht?

Ich unterrichte es seit fast 20 Jahren in den Jahrgängen

5 bis 10. Und es macht mir immer noch sehr viel

Freude, im Unterricht die Welt nicht nur mit der „Biologen-Brille“

zu betrachten, sondern Mensch, Natur und

Technik als Ganzes zu begreifen. In der Sekundarstufe

II unterrichte ich genauso gerne das Fach Biologie.

Aber auch dort sorge ich stets für einen Blick über den

Tellerrand des Faches hinaus.

Sind die Biologielehrkräfte Ihrer Meinung

nach ausreichend auf das Fach vorbereitet?

Nicht unbedingt, nein. Viele ausgebildete Biologie-

Lehrkräfte unterrichten jetzt in den unteren Jahrgängen

der Sekundarstufe I Naturwissenschaften. Das

ist für viele eine große Herausforderung, weil sie sich

thematisch umstellen und chemisch-physikalische

Fachinhalte in ihren Unterricht integrieren müssen. In

Schleswig-Holstein unterstütze ich sie als Fortbildner

bei diesem Umstellungsprozess.

Die zunehmende Heterogenität in Klassen ist

eine Herausforderung. Wie begegnen Sie ihr?

H. J. Pestalozzi schrieb im Jahre 1799: „Die Menge der

Wie begegnen Sie der zunehmenden

Heterogenität in Ihren Klassen? Und

welche Anforderungen stellt dies an

Ihre Vorbereitung?

Hinrichs: Ganz klar lauten die Stichwörter

hier Differenzierung, Fordern und

Fördern. Ich versuche, wo es geht, allen

meinen Schülern mit gestuften Hilfen, differenzierten

Arbeitsmaterialien und Modellen

wie Team-Teaching oder Unterricht

in Halbgruppen gerecht zu werden

Hoppe: Genau. Ich halte zudem die Aufgaben

entweder offen oder sie enthalten

Möglichkeiten zur Differenzierung …

Kallfelz: Ich differenziere auch über die

Auswahl von Kontext und Inhalt. Wichtig

ist für mich: Die Einstellung auf heterogene

Gruppen findet zunächst im Kopf

statt. Dann ergibt sich das Meiste von

selbst.

Was hat sie motiviert, an einer neuen

Zeitschrift für Biologielehrkräfte

„Biologie 5 –10“ mitzuarbeiten?

Hoppe: Die Überzeugung, dass nicht jeder

das Rad neu erfinden muss, sondern

man von den guten Ideen anderer profitieren

kann.

Hinrichs: Der Blick über den Tellerrand

und die Arbeit mit Gleichgesinnten!

Kallfelz: Durch meine Tätigkeiten auch außerhalb

der Schule befasse ich mich immer

wieder mit Themen, die im Unterricht

noch nicht etabliert sind. Das liegt

häufig daran, dass eine Einarbeitung Zeit

braucht und es zu manchen Dingen noch

wenig geeignetes Material für die Schule

gibt. Ich möchte einen Beitrag leisten,

Neues und Aktuelles für den Unterricht

zugänglich zu machen.

Ungleichheit erleichterte meinen Gang.“ Diese Erfahrung

mache ich auch, seitdem ich meinen Lerngruppen

konsequent unterschiedliche Lernangebote mache.

Wenn sich die Kinder mit ihren ausgewählten

Aufgaben identifizieren, lernen sie gerne und sind

stolz auf das Erreichte – jeder nach seinem Vermögen.

Die Vielfalt der Beobachtungen und Erklärungen bereichern

dann den Unterricht.

Das Zusammenlegen der Fächer zum integrierten Fach

Naturwissenschaften führt in den Schulen zu einer Reduktion

der Fächer und damit auch der Lerngruppen

für die Lehrkräfte. In vier NaWi-Wochenstunden kann

ich „meine“ Kinder viel besser individuell fördern als

in ein- oder zweistündigen Fächern.

Was hat sie motiviert, bei „Biologie 5 –10“ als

Mitherausgeber mitzuwirken?

Meine Hauptmotivation liegt darin, in dieser Zeitschrift

zeigen zu können, wie man sowohl im NaWi-,

als auch im Biologieunterricht schülernah, kontextund

kompetenzorientiert unterrichten kann, sodass

die Kinder und Jugendlichen sich gerne mit naturwissenschaftlichen

Fragen auseinandersetzen. Mir gefällt

die Zusammenarbeit mit dem Herausgeberteam außerordentlich

gut. Unsere Gespräche über die Artikel,

über Unterricht und die Konzeption der neuen Zeitschrift

sind sehr anregend und bereichernd. Und ich

wünsche mir, dass NaWi-Themen künftig noch stärker

zum Zuge kommen.

Und gefällt es Ihnen?

Hoppe: Die Arbeit ist äußerst spannend. In

der Runde diskutieren wir, welche Themen

für die Leser interessant sind. Die

eingegangenen Manuskripte von Autoren

besprechen wir dann sehr intensiv

auf Machbarkeit und Relevanz. Da treffen

dann auch schon einmal unterschiedliche

Meinungen aufeinander. Man bekommt

aber so auch viele Anregungen für den eigenen

Unterricht …

Hinrichs: Und die Gruppe ergänzt sich super!

Durch die unterschiedlichen Standpunkte,

die wir in den Besprechungen

der Manuskripte vertreten, können wir

gewährleisten, dass die gedruckten Ideen

auch wirklich funktionieren – das finde

ich ganz wichtig. Ich gehe aus jedem Treffen

mit neuen Erkenntnissen und Ideen

für meinen Unterricht!

Kallfelz: Wir haben eine sehr nette Gruppe

von Autoren und das Gespräch mit ihnen

ist immer wieder eine Bereicherung

für die eigene Arbeit und die Ergebnisse

für die Leser. Die Arbeit macht Spaß und

es gibt reichlich davon …

Herzlichen Dank für das Gespräch.

bildungSPEZIAL 1 | 2013


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schule 2.0

Konsequent digital

Wegweisende Tablet-Schulprojekte in Hessen

Tablet-Computer sind für

technikaffine Trendsetter

ein „Must-have“, keine

Frage. Aber holen sich

Schulen, die damit arbeiten

wollen, nur einen

Hype ins Haus oder tatsächlich

auch eine Technik,

die eine neue, kreative Art

der Wissensvermittlung ermöglicht?

Einige hessische

Schulen probieren es zur

Zeit aus – und haben schon

mal festgestellt, dass Tablets

allein noch keinen

guten Unterricht machen

Hessische Schüler probieren aus, welchen Lernfortschritt

ihnen die Tablets bringen. Die Lehrer

der Projektschulen können jetzt schon sagen:

Nicht alle Themen eignen sich gleichermaßen

für Unterricht mit den Taschen-PCs

52

8 In nur zwei Jahren haben Tablets den

Computerbereich revolutioniert. „Nicht

nur privat und in der Wirtschaft, sondern

auch auf dem Education Markt ist eine

enorme Nachfrage zu verzeichnen“, berichtet

Walter Steffens vom auf Bildungseinrichtungen

spezialisierten IT-Ausstatter

REDNET. „Die Pädagogen schätzen

vor allem iPads aufgrund des stabilen Betriebssystems.

Manipulationen oder Ausfälle

sind selten“, so Steffens. Das neue

Jahr verspricht jedoch spannend zu werden:

Die Konkurrenz hat Geräte auf den

Markt gebracht hat, die es erstmals mit

dem Apple-Produkt aufnehmen.

Die wachsende Produktzahl bietet neue

Chancen, wirft jedoch auch Fragen auf:

Welches System empfiehlt sich? Welche

sinnvollen Apps und Inhalte gibt es? Besonders

im Android-Bereich fehlt es an

Antworten. Licht ins Dunkel bringt ein

Projekt am Neuen Gymnasium (NG) im

hessischen Rüsselsheim. Die Klasse 7e

testet Galaxy Note 10.1-Tablets mit Android

– der aktuelle Stiftung Warentest-

Testsieger. Vorzüge: Das Samsung-Gerät

ermöglicht durch den integrierten S-Pen

handschriftliche Notizen – eine aufsteckbare

Tastatur bietet zusätzliche Annehmlichkeiten.

30 Schüler und acht Fachlehrer

testen die Tablets bis Juni auf ihre Schultauglichkeit.

Unter der wissenschaftlichen Lupe

„Das Projekt unterstützt uns dabei, unser

mediendidaktisches Konzept weiterzuentwickeln

und einen modernen Weg

der kreativen und motivierenden Vermittlung

von Unterrichtsinhalten zu testen“,

sagt Schulleiterin Maja Wechselberger.

„Das Lernen eines verantwortlichen Umgangs

mit technischen Geräten gehört für

uns zu einer guten schulischen Bildung,

in der die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen

wie Medienkompetenz unabdingbar

sind.“ Begleitet wird das Projekt

von den Medienpädagogen Prof. Dr. Stefan

Aufenanger und Luise Ludwig von

der Uni Mainz.

Neben den Tablets testet das NG auch

das interaktive Samsung-eBoard sowie

die Smart School Solution. Die Samsung-

Software bietet Pädagogen erstmals die

Möglichkeit die Schüler-Tablets zu kontrollieren.

Der Lehrer kann Dokumente

an die Schüler verteilen, einen Bildschirm

an die Tafel projizieren oder die Schüler-

Bildschirme sperren. Er kann sich auf einzelne

Tablets aufschalten und so individuell

fördern. Alle Tablets können bei Bedarf

auf einen Blick überwacht werden. Die

Lösung ist bisher in der Komplett-Version

einzigartig in Deutschland.

Die Infrastruktur muss stimmen

IT-Ausstatter REDNET organisiert auch

medienpädagogische Fortbildungen für

Lehrer, unterstützt die Vernetzung von

Schulen untereinander und bindet vom

Schulträger, über die Lehrer bis hin zu

den Eltern alle in die Projekt-Kommunikation

ein. Bei Tablet- und Notebook-

Klassen realisieren die Schul-Experten

dazu Finanzierungsmodelle gemeinsam

mit dem Partner Mobiles Lernen 21. Über

das gemeinnützige Unternehmen können

Tablets gegen einen monatlichen Obolus

von rund 20 Euro klassenweise von Eltern

geleast werden. Die Geräte sind dabei

voll versichert, werden im Schadensfall

sofort ausgetauscht und können nach

drei Jahren durch ein neues Modell ersetzt

werden.

Auch das Schulamt Wiesbaden setzt beim

Start seines Projekts auf den Mainzer IT-

bildungSPEZIAL 1 | 2013


schule 2.0

Ausstatter. Beim Besuch einer REDNET

Schul-Akademie kam Projektinitiator

Reinhard Debus vom Schulamt Wiesbaden

die Idee zu einem betriebssysteme-,

geräte- und anwendungsübergreifenden

Tablet-Test. Schon vor den Sommerferien

2012 startete das erste Projekt in der Elly-Heuss-Schule

(EHS), wo sechs Lehrer

verschiedene Klassen in Form einer iPad-

Ausleihe unterrichten.

In einem zweiten Projekt testet die Oranienschule

seit Dezember die Anwendung

der iPads im Klassenverbund. 2013 folgen

mit Unterstützung weiterer IT-Ausstatter

zwei Tests mit Android- und Windows-8-

Tablets.

Wissenschaftlich ausgewertet wird das

Gesamtprojekt ebenfalls von der Uni

Mainz.

Chancen und Grenzen

„Wir wollen testen, welche Geräte, Anwendungsformen

und Betriebssysteme

für den Unterrichtseinsatz geeignet sind,

um eine Empfehlung an unsere Schulen

geben zu können“, so Debus. Erste subjektive

Erkenntnisse konnten die bereits

erfolgreich praktizierenden EHS-Lehrer

schon gewinnen: „Wenn die technischen

Voraussetzungen stimmen, schafft der

Einsatz der Tablets umfangreiche Möglichkeiten

der Individualisierung und

regt Schüler zu selbsttätigem und kreativem

Arbeiten an. Allerdings bietet sich

bei manchen Themen die Verwendung

der Tablets aus didaktischer Sicht nicht

an“, sagt Projektkoordinatorin Christina

Dietz. Wirklich lohnenswert fände sie eine

Tablet-Klasse dann, wenn auch digitale

Schulbücher zur Verfügung stehen.

Daran arbeitet aktuell unter anderem der

Schulbuch-Verlag Cornelsen: „Uns geht

es in erster Linie um eine verlässliche Bereitstellung

qualitätsgeprüfter Inhalte –

unabhängig vom Medienformat. Daher

entwickeln wir hochwertige aufeinander

abgestimmte Bildungsmedien, die curriculare

Vorgaben umsetzen und ein rechtssicheres

Arbeiten auch im digitalen Bereich

ermöglichen“, so Verlagssprecherin

Irina Groh. Ab dem Schuljahr 2013/2014

will der Verlag alle Schulbücher als crossmediale

Lehrwerke herausbringen. In den

Genuss der ersten digitalen Werke kommt

seit Januar bereits das Neue Gymnasium

als Cornelsen-Projektpartner. Eingesetzt

wird das Material – natürlich – im Tablet-

Unterricht.

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Deutsch als Fremdsprache lehren

und lernen? Wenn, dann richtig.

Ab Mai erhältlich –

jetzt schon

vorbestellen unter

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„Deutsche Sprache, schwere Sprache“, sagen einige. Wahrscheinlich kennen sie das „Basiswörterbuch –

Deutsch als Fremdsprache“ nicht. Es wurde speziell für Deutschlernende konzipiert und enthält den

kompletten Wortschatz des Goethe-Zertifi kats B1. Und da alle Erklärungen aus Wörtern bestehen, die

selbst nachgeschlagen werden können, erklärt sich hier eigentlich alles wie von selbst. So leicht kann

Deutschlernen eben auch sein – mit Cornelsen und Duden!


Schule 2.0

Ganz nah dran

Videokonferenzsysteme im realen

zeitgleichen Unterrichtseinsatz

Chancengleichheit: für

Schüler, Lehrer und Eltern

auf Juist oder Norderney

bisher ein frommer

Wunsch. Zu groß war der

Aufwand, weiterführende

Bildungsangebote wahrzunehmen,

die auf dem

fernen Festland stattfinden.

Internetgestützte

Videokonferenzsysteme

lassen die Entfernung

schrumpfen – und die

Inselbewohner unmittelbar

teilhaben am edukativen

Fortschritt

8 Der Verein „n-21: Schulen in Niedersachsen

online“ wird auf der didacta

2013 in Köln in Zusammenarbeit mit

der Consultingfirma B24IT, der Polycom

sowie dem Niedersächsischen Internatsgymnasium

Esens (NIGE) am 20. und 21.

Februar das im Herbst 2012 offiziell eingeweihte

Videokonferenzsystem im realen

Unterricht vorführen.

Mit diesem bisher in Deutschland einmaligen

Angebot von zeitgleichem Unterricht

in räumlich weit getrennten Lerngruppen

soll zum einen das gymnasiale

Unterrichtsangebot an den Schulen der

ostfriesischen Inseln in Mangelfächern ergänzt

werden. Zum andern erhalten die

Inselschulen untereinander die Möglichkeit

zur unmittelbaren Kooperation im

Unterricht z. B. in den Abschlussklassen.

Der Besuch des NIGE an seiner amerikanischen

Partnerschule in den USA in

Geor gia, die bereits synchrones Lehren

und Lernen über lange Entfernungen mittels

Videokonferenzen praktizierte, war

der Auslöser für die Vorbereitung dieses

Projektes. Die ganz neuen Möglichkeiten

der Zusammenarbeit des Gymnasiums

auf dem Festland mit den Inselschulen

fielen sofort ins Auge.

Universeller Einsatz

Der Aufbau eines speziellen Servers sowie

die Ausstattung von Fachräumen mit

Videokonferenzsystemen am NIGE sowie

an jeder der sieben beteiligten Inselschulen

wurden in den Blick genommen, um

vernetztes synchrones (zeitgleiches) und

asynchrones Lehren und Lernen (durch

zeitlich beliebigen Abruf von gespeicherten

Unterrichtsinhalten) mit Bild- und

Tonübertragung zu ermöglichen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten wie die

Ausweitung eines gemeinsamen AG-

Angebots oder die Realisierung gemeinsamer

Fachkonferenzen und Dienstbesprechungen

der acht Schulen, aber auch

die Kooperation des NIGE mit seinen internationalen

Partnerschulen über das

Lesen Sie bitte weiter auf Seite 56

© n-21 / School of Distance Learning Niedersachsenn

54

bildungSPEZIAL 1 | 2013


schule 2.0

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Die neue Art der Unterrichtsvorbereitung mit meinUnterricht.de

Abwechslungsreiche Unterrichtsplanung ohne physische Grenzen

Viele Pädagogen kennen das Problem: Die Unterrichtsvorbereitung

nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass kaum noch

Zeit für die Familie oder das eigene Wohlbefinden bleibt.

Nicht nur die Zusammenstellung der verschiedenen Unterrichtsentwürfe,

sondern allein schon das Suchen nach den

richtigen Materialien, ob in der eigenen Sammlung oder im

Internet, nimmt wertvolle Zeit in Anspruch.

meinUnterricht.de: Zeit- und platzsparend

Abhilfe schafft seit kurzem die Online-Plattform meinUnterricht.de.

Als eine der ersten Plattformen ihrer Art auf dem

deutschen Markt können Lehrende nun ihren Unterricht

von jedem Computer aus unkompliziert und zeitsparend

vorbereiten. Dazu steht ihnen eine umfangreiche und ständig

aktualisierte Bibliothek mit bisher über 30.000 Seiten Unterrichtsmaterial

der renommierten Fachverlage AOL, Auer,

Friedrich, Persen/Bergedorfer und Raabe zur Verfügung.

Eine intelligente Suche ermöglicht es dabei, die Inhalte nicht

nur nach Fächern und Schulformen, sondern auch nach verschiedenen

Materialarten und Unterrichtskonzepten zu sortieren.

Arbeiten, wie Sie es gewohnt sind

Auf ihrem digitalen Schreibtisch können die Lehrenden sogar

ihre Unterrichtsstunden online, wann und wo immer

sie wollen, planen. Im Gegensatz zu dem Schreibtisch zu

Hause geht ihnen bei meinUnterricht.de jedoch kein Dokument

verloren, denn alle Materialien und Entwürfe werden

gespeichert und sind im Nu wieder aufrufbar. Das Besondere:

Ob zu Hause, im Lehrerzimmer oder auf dem Weg

zur Arbeit – von überall aus können die Pädagogen auf Ihre

Vorbereitungen zurückgreifen, denn alle Materialien sind

aufgrund der Cloud-Lösung von meinUnterricht.de nur wenige

Klicks entfernt. So sparen sie nicht nur Zeit, sondern

auch eine Menge Platz im Arbeitszimmer.

Weitere Funktionen in Planung

In Kürze wird zudem ein Editor implementiert, mit dem

Pädagogen selbst Lerninhalte gestalten und zusammenstellen

können. Um eine lückenlose Stundenplanung zu garantieren,

werden stetig Materialien für viele weitere Fächer in

das Angebot aufgenommen. Das Ziel von meinUnterricht.

de ist es, in Zukunft möglichst alle Fächer für alle Schul- und

Klassenformen im Programm zu haben und so die Unterrichtsvorbereitung

von Lehrenden nachhaltig zu erleichtern.

Alle bildungSPEZIAL-Leser können zur didacta „mein

Unterricht.de“ bei Abschluss einer Jahresmitgliedschaft

zwei Monate kostenlos nutzen. Geben Sie dafür einfach

unter meinUnterricht.de/didacta2013 den Code Friedrich201302

ein und sichern Sie sich Ihren Leservorteil!

Wir freuen uns außerdem, Sie während der didacta an unserem

Stand (Halle 6, C22 & D23) begrüßen zu dürfen!

Die Vorteile von meinUnterricht.de in der Übersicht

Materialfundus: Stöbern Sie in bisher über 30.000 Seiten Unterrichtsmaterial

für die Fächer Mathematik, Biologie, Physik, Erdkunde, Deutsch und Geschichte;

die Anzahl der Materialien sowie der angebotenen Fächer wachsen ständig.

Qualität: Vertrauen Sie auf hochwertige Materialien der renommierten

Verlage AOL, Auer, Friedrich, Persen/Bergedorfer und Raabe!

Suche: Filtern Sie mit der intelligenten Suche schnell und treffsicher die

Materialien heraus, die Sie wirklich benötigen!

Virtueller Schreibtisch: Planen Sie Ihre Unterrichtsstunden auf Ihrem

digitalen, mobilen Schreibtisch!

Mobilität: Haben Sie Ihr Material immer dabei – zu Hause, auf dem Weg

zur Arbeit und in der Schule!

bildungSPEZIAL 1 | 2013 55


schule 2.0

im handling zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, haben sich Videokonferenzen zwischen Bildungsanbietern

und weit entfernten schulen schon nach wenigen Projektwochen fest etabliert

weltweit vertriebene System waren offensichtlich.

Das jetzt installierte System zeichnet sich

durch sehr große Störungsfreiheit, leichte

Bedienbarkeit und exzellente Übertragungsqualität

in Bild und Ton sowie eine

hohe Flexibilität beim Einsatz in größeren

Gruppen aus. Als Vorteil erweist sich

auch die für die Übertragung benötigte

geringe Bandbreite, sodass ein Einsatz auf

allen Inseln möglich ist.

Alle an einen Tisch

Auf der didacta in Hannover im Februar

2012 entstand der Kontakt zwischen

Niedersächsischem Kultusministerium,

dem gemeinnützigen Verein n-21 und

dem NIGE. n-21, vom Kultusministerium

durch Vertrag mit der Realisierung

des Projekts beauftragt, konnte die Projektpartner

dank der guten Vorarbeiten

durch das NIGE, die beteiligten Inselschulen,

die Firmen B24IT und Polycom in der

Realisierung zusammenführen.

Der Beginn des videogestützten Unterrichts

wurde zum 01.10.2012 verabredet;

der offizielle Startschuss durch den Kultusminister

erfolgte am 22.11.2012. Das

Projekt ist zunächst bis zum 30. Juni 2015

ausgelegt.

Um den inhaltlichen Schwerpunkt deutlich

hervorzuheben, hatte das NIGE

schon vor dem offiziellen Beginn in Besprechungen

mit Schulleitungen und

Kollegien der Schulen aller sieben ostfriesischen

Inseln ein gemeinsames, den

videogestützten Unterricht einbindendes

Programm zur Verbesserung der Medienkompetenz

erstellt.

Ebenso ist ein eigenes Schulportal mittels

IServ ausschließlich für die am Projekt beteiligten

Lehrkräfte, Schüler/-innen und

© simplequiet - istockphoto.com

Schulleitungen entstanden. Das nur für

das Projekt vorgesehene Portal heißt auf

Vorschlag der Beteiligten „Die virtuelle

Schule Niedersachsen – Schule für Distanzlernen

Niedersachsen“. Sie verfügt

über die Homepage www.sdln.de, die

Informationen zu den Schulen, deren gemeinsamem

Programm sowie einen Medienspiegel

über die Eröffnungsveranstaltung

zum Download bereithält.

Die Finanzierung der Erstausstattung

steuerte das Kultusministerium bei, weitere

Kosten z. B. für den Support und

Fortbildungen der Kollegien werden von

Sponsoren getragen.

Die Investition rechnet sich

Inzwischen sind weitere Einsatzmöglichkeiten

dieses Videokonferenzsystems

deutlich geworden: So können kranke

Schüler/-innen aufgezeichneten Unterricht

von zu Hause aus nacharbeiten

oder sich am Unterricht (z. B. über SKY-

PE) unmittelbar beteiligen. Eltern auf den

Inseln haben nun die Möglichkeit, an Elternabenden

auf dem Festland am NIGE

per Videokonferenz zunehmen. Die Teilnahme

ist in der Vergangenheit wegen

der aufwendigen Fahrten von den Inseln

zum Festland und des Zeitaufwandes oft

unterblieben.

n-21 und die Projektpartner sind sich sicher,

dass das hier eingesetzte Videokonferenzsystem,

ähnlich wie in Irland, Australien

und Neuseeland, dabei helfen

kann, ein qualitativ hochwertiges Unterrichtsangebot

auch in dünn besiedelten

Gebieten aufrechtzuerhalten. So werden

lange Schulwege oder eine frühzeitige Internatsunterbringung

– wie bei den Schülern

der ostfriesischen Inseln sonst unumgänglich

– vermieden.

Gerhard Krohne

Geschäftsführer n-21

Impressum

bildungSPEZIAL – Das magazin für

lernen, unterrichten, erziehen

REDAKTION

markus hofmann (mho),

Adresse siehe Verlag

info@bildung-plus.de

PROGRAMMLEITUNG

martin huisman V. i. S. d. P. (hui),

Telefon (0511) 40004-140

huisman@friedrich-verlag.de

ANZEIGENMARKETING

Daniela Fischer (verantw. f.

Anzeigen), Adresse siehe Verlag

Telefon (0511) 40004-184,

Fax (0511) 40004-975

fischer@friedrich-verlag.de

TITEL UND REALISATION

marco Schreiner (Titelbild:

© mrPliskin – istockphoto.com)

VERLAG

Friedrich Verlag Gmbh,

Im Brande 17, 30926 Seelze

www.bildung-plus.de.de,

www.friedrich-verlag.de

bildung+ ist ein Geschäftsbereich der

Friedrich Verlag Gmbh

GESCHÄFTSFÜHRUNG

michael Conradt, Dr. Friedrich Seydel

PREIS

Schutzgebühr € 3,80

Best.-Nr. 9450727

DRUCK

L.N. Schaffrath

Druckmedien Gmbh & Co.KG

marktweg 42–50,

47608 Geldern

Bei Nichtlieferung infolge höherer Gewalt

oder Störungen des Arbeitsfriedens

bestehen keine Ansprüche gegen

den Verlag.

© Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

Alle rechte vorbehalten. Auch unverlangt

eingesandte manuskripte werden

sorgfältig geprüft. Unverlangt eingesandte

Bücher werden nicht zurückgeschickt.

www.bildung-plus.de

56

bildungSPEZIAL 1 | 2013


FUNDSTÜCKE

MIT GESCHICHTE

So lautet der Titel des HISTORY-AWARD 2013. HISTORY lädt Schüler dazu ein,

mit Video-Projekten zum Thema teilzunehmen.

Infos und Anmeldung unter history-award.de.

Der HISTORY-AWARD wird empfohlen vom Verband der Geschichtslehrer

Deutschland e.V.


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Neuerscheinung

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1. Quartal I 2013

UNTERRICHTEN

Sportverletzungen

kennen und vermeiden

lernen

Planetenbewegung

erkunden

Ein Schweineherz

sezieren

Amöboide Bewegung

veranschaulichen

Biologie

1 Biologie

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> Karteikarten > Folien > Filmsequenz > Materialheft

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kann ich das Materialpaket in meinem

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19. – 23. Februar 2013 in Köln

Messe-Rabatte und Neuerscheinungen!

Sekundarstufen und Grundschule | Halle 6.1 Stand A030/C031

Kindergarten | Halle 7.1 Stand D002

Unser Leserservice berät Sie gern:

Telefon: 05 11 / 4 00 04 - 150

Fax: 05 11 / 4 00 04 - 170

leserservice @ friedrich - verlag.de

Mehr unter:

www.biologie-5-10.de


didacta 2013

Informieren,

fortbilden,

unterhalten

Highlights der didacta 2013

Am 19. Februar 2013 beginnt

in Köln die didacta.

Bis zum 23. Februar 2013

wird die Messe einmal

mehr zum Zentrum der Bildungswelt.

Über 800 Aussteller

zeigen innovative

und bewährte Lösungen

für die Bildung in allen Lebensphasen

– von der Kita

bis zur beruflichen Ausund

Weiterbildung

8 In rund 1 500 Vorträgen, Seminaren

und Workshops können sich die Fachkräfte

aller Bildungsbereiche informieren und

fortbilden. Auf den zahlreichen Foren diskutieren

Bildungspolitiker, darunter zahlreiche

Kultusminister, renommierte Wissenschaftler,

Wirtschaftsvertreter und

Praktiker über die Zukunft der Bildung.

In unserer ersten didacta-Vorschau konzentrieren

wir uns auf die frühe Bildung.

Hohe Anforderungen und gewagte Versprechen

sind seitens der Politik gemacht

worden. Im Jahr der Bundestagswahl gilt

es zu prüfen, was davon realisiert werden

kann. Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs

auf einen Kita-Platz für Kinder ab

dem vollendeten ersten Lebensjahr und

des prognostizierten Fachkräftebedarfs

rücken Themen wie die Ausstattung und

Qualität von Kitas in den Fokus.

Kita-Seminare

19. Februar 2013:

Kindliche Entwicklungen verstehen

Das Kind steht im Mittelpunkt, wenn wir

uns mit Fragen zur frühkindlichen Bildung

befassen. Aber wie denken Kinder?

Was geht in ihren Köpfen vor und welche

Motivation steckt hinter ihrem Verhalten?

Bedeutsame Fragen, welche die Begleitung

und den Umgang mit ihnen prägen.

Oft kommt es zu Missverständnissen,

Machtkämpfen und Konflikten zwischen

Kindern und Erwachsenen. Um diese zu

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bildungSPEZIAL 1 | 2013


Didacta 2013

Alle Fotos © Medienservice Koelnmesse

vermeiden, gibt dieser Seminartag Einblicke

in die kindliche Entwicklung und

Anregungen für die Alltagspädagogik.

20. Februar 2013:

Was Kinder unter drei Jahren brauchen

Ab dem 1. August 2013 soll nach wie vor

der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz

für alle Kinder vom vollendeten

ersten bis zum vollendeten dritten

Lebensjahr eingeführt werden. Ob genügend

Plätze für den Bedarf vorhanden

sein werden, ist aus heutiger Sicht fraglich.

Aber nicht nur die Quantität ist für

die Kleinsten entscheidend, auf die Qualität

der Betreuung kommt es an. Ist diese

nicht gewährleistet, so bedeutet der Aufenthalt

für die Kinder Stress – so belegen

Studien.

Die Seminare werden zeigen, was eine gute

Begleitung der Kinder unter drei Jahren

ausmacht und wie sie realisiert werden

kann.

21. Februar 2013:

Kitas im Jahr 2013 – was macht eine

gute Kita aus

Wie sieht sie aus, die optimale Kita, in der

sich Kinder, Eltern und Mitarbeiter wohl-

60

fühlen und sich ihren Stärken entsprechend

entfalten dürfen? Welche Komponenten

müssen zusammengeführt und

vor allem gelebt werden, um Orte für

Kinder zu schaffen, die ihnen eine Chance

auf Bildung und Vorbereitung auf das

Leben bieten? Und wie können die Menschen

unterstützt werden, die sich diese

verantwortungsvolle Aufgabe auf die

Fahne geschrieben haben? Ausgesuchte

Aspekte sollen motivieren und Beispiel

geben.

22. Februar 2013:

Vielfalt als bereichernd erleben

Die Diskussionen um Inklusion sind ein

Beispiel dafür, dass Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit

noch immer nicht als bereichernd

erlebt werden. Andersartigkeit

ist oftmals immer noch ein Makel – gleich

welche Ausprägung, ob Hochbegabung

oder körperliche oder geistige Unversehrtheit.

Der Thementag „Vielfalt als bereichernd

erleben“ plädiert dafür, Unterschiede zu

akzeptieren, sie als bereichernd zu erleben

und wertzuschätzen, um voneinander

und miteinander zu lernen.

Fachtage

21. Februar 2013:

Wege zur Mehrsprachigkeit –

Immersion in Krippe, Kita und Schule

Welche Rolle spielt die Erzieherin in bilingualen

und mehrsprachigen Einrichtungen?

Wie wichtig ist die Erstsprache

für weitere Sprachen? Wie gelingt es, Eltern

verschiedener Kulturen auf den Wegen

zur Mehrsprachigkeit zu beteiligen?

Fragen, die auf diesem Fachtag zur Sprache

kommen.

Die Teilnehmenden lernen Bücher und

Spiele für Kitas mit zahlreichen Sprachen

kennen und können zwischen elf Workshops

wählen.

22. Februar 2013:

Aktionstag „Inklusion und Religion“

Die kirchlichen Trägerverbände KTK-

Bundesverband und BETA laden auch

in Köln wieder zum Aktionstag ein. Das

Thema Inklusion steht diesmal im Fokus:

Was ist Inklusion und welche Herausforderungen

bedeutet sie für die Kirche? Wie

wird diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe

von kirchlichen Trägern und ihren Kitas

verstanden und umgesetzt?

bildungSPEZIAL 1 | 2013


didacta 2013

Die didacta ist auch eine Messe für Schüler. In Foren

und Diskussionsrunden sowie an den Anbieterständen

sind ihre Stimmen gern gehört – schließlich dreht sich

bei Bildung, Schule und Unterricht alles um sie

23. Februar 2013:

Bildungstag „Interaktion als Schlüssel

zu Bildung und Demokratie – Bildungspartnerschaften

in Kitas aufbauen und

leben“

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsarbeit

ist eine Interaktion der unterschiedlichen

Beziehungspartner. Kinder,

Eltern, pädagogische Fachkräfte und Träger

sollten sich als Partner gegenüberstehen.

Wie das auf den verschiedenen Ebenen

rund um den Kita-Alltag aussehen

kann, beleuchten ein Auftaktvortrag und

anschließende konkretisierende Foren.

23. Februar 2013:

Fachtag „Bildung ist Zukunft“

Mit dem Rechtsanspruch für alle Kinder

vom vollendeten ersten bis zum vollendeten

dritten Lebensjahr profiliert sich auch

die Kindertagespflege. Der Bundesverband

für Kindertagespflege wird an diesem

Samstag filmisch und anhand von

Vorträgen und Foren die aktuellen Themen

der Kindertagespflege behandeln.

Das ausführliche Programm und die Anmeldemöglichkeit

finden Sie unter:

www.didacta.de

Bündnis frühkindliche Bildung: Diskussionen

auf dem Forum didacta aktuell

Bildungsgerechtigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche

Aufgabe, für die es sich

unermüdlich einzusetzen gilt. Eltern,

Fachkräfte, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

insgesamt müssen ihren Beitrag

leisten. Das „Bündnis frühkindliche

Bildung“ bietet die Plattform dafür. Die

didacta lädt ein, diese Verantwortung zu

leben und sich mit namhaften Gesprächspartnern

für hohe Bildungsqualität stark

zu machen:

• 20. Februar 2013: Kita-Ausbau und

Fachkräftemangel – Herausforderungen

der frühkindlichen Bildung

• 21. Februar 2013: Professionalisierung

der Erzieher/-innenausbildung – angemessene

Ausbildung für Alleskönner

• 22. Februar 2013: Bildungsdiversität

gerecht werden – Umgang mit Vielfalt

Sonja Ritter

Thorsten Timmerarens

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Leben durch

Freude am

Rechnen

Die Stiftung Rechnen ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Sie ist gemeinnützig, fördernd und operativ tätig.

Schirmherrin ist Bildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende! Engagierte Spender, Förderer und Partner helfen uns,

viele sinnvolle Initiativen ins Leben zu rufen und auszubauen.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung: Kto.-Nr. 2857142 | BLZ. 20041155


didacta 2013

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Programmtipps

Chaosfreies

Klassenzimmer

Das beste Konzept seit Thomas Gordons

„Lehrer-Schüler-Konferenz“

Christoph Eichhorn hat das Classroom-Management

in Deutschland bekannt gemacht. In seinem neuen

Buch vertieft er das weltweit bewährte Unterrichtskonzept

für alle Schulfächer und die ganze Schule.

Das Classroom-Management bietet konkrete Hilfen,

die sofort greifen. Zahlreiche Beispiele für den Schulalltag

zeigen Lehrern und Eltern, wie aus dem Chaos

im Klassenzimmer Schritt für Schritt gelungener Unterricht

wird. Classroom-Management für die ganze

Schule

• ist präventiv ausgerichtet: Probleme, die zu erwarten

sind, werden vorab geklärt. Lehrer konzentrieren

sich auf die zentralen Aspekte guten Unterrichts.

• stärkt die Kompetenzen und beeinflusst das Verhalten

der Schüler positiv.

• bietet Lehrern ein umfassendes Repertoire, damit

guter Unterricht noch besser wird.

• verbessert die Stimmung und die Kooperation

zwischen Lehrern, Schülern und Eltern spürbar.

• enthält eine Classroom-Management-Beobachtungs-Skala.

Veranstaltung auf der Didacta 2013

Christoph Eichhorn: „Chaos im Klassenzimmer.

Classroom-Management: Damit guter Unterricht

noch besser wird“

Freitag, 22. Februar 2013, 16:00 Uhr

Konferenzraum D, Congress Centrum Nord

Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln

Kontroverse Diskussionen, Anregungen für die tägliche

Arbeit, spannende Aktionen und Prominente erwarten

die Besucher auf den Messeforen, Tagungen und Vorträgen:

Forum didacta aktuell

Unter dem Motto „Wirtschaft – Bildung – Verantwortung“

präsentieren sich Persönlichkeiten und Bildungsinitiativen,

Stiftungen und Unternehmen, die sich für

Bildung stark machen. Am 22. Februar 2013 wird hier

der Bildungsbotschafter der didacta 2013 geehrt: Uwe

Hück, Betriebsratsvorsitzender der Porsche AG, der in

seiner Freizeit auffälligen Jugendlichen neue Perspektiven

eröffnet.

Forum Bildung

Auf dem bildungspolitischen Forum diskutieren zahlreiche

Experten und Bildungspolitiker beispielsweise

über die Schulstruktur, Inklusion und Heterogenität. Ein

weiterer Schwerpunkt des Programms ist der Einsatz digitaler

Bildungsmedien.

Forum Unterrichtspraxis

Wie können Schüler individuell gefördert werden? Wie

verbessere ich meine Rhetorik und Körpersprache? Wie

können Lehrer ihren anspruchsvollen Aufgaben gerecht

werden, ohne die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen?

Auf diese und viele weitere Fragen geben Wissenschaftler

und Praktiker Antworten.

Forum Ausbildung

Studium oder Ausbildung? Diese Frage beschäftigt Experten

an einem Thementag am 20. Februar 2013. Weitere

Thementage nehmen die Berufsorientierung, die

Fachkräfterekrutierung und die spannende Welt der

Naturwissenschaften und Technik ins Visier.

Forum Weiterbildung

Werteorientierung, Karrierestrategien, die Qualität von

Weiterbildungsangeboten und die Kooperation von

Schule und Weiterbildung stehen auf dem Programm.

Am Thementag Trainingspraxis erhalten Besucher beispielsweise

Tipps für wirkungsvolle Präsentationen.

Forum eLearning

Angeschlossen an den Marktplatz eLearning informiert

das Programm über neueste Entwicklungen des digitalen

Lehrens und Lernens.

Lernen zum Anfassen

Kinder erlangen Kompetenzen nicht allein in Kitas oder

Schulen, sondern vor allem in den Familien und an weiteren

Lernorten. Gerade an außerschulischen Lernorten

– in sorgfältig arrangierten Lernarrangements – erleben

sie Menschen, Tiere oder Situationen und erhalten

dabei Eindrücke, die im Schulunterricht so nur schwer

vermittelt werden können.

Lernen durch unmittelbare Begegnung, Lernen mit allen

Sinnen, praktisches Lernen, Zusammenarbeit mit

Fachleuten – all das kann Lernprozesse in Richtung Lebenswirklichkeit

öffnen und die Lernmotivation fördern.

Die außerschulischen Lernorte im didacta-Verband präsentieren

eine Auswahl dieser Möglichkeiten, die Schulen

als Ergänzung ihres Unterrichts nutzen können.

Unter dem Motto „Lernen zum Anfassen“ zeigen sie

an Experimentierstationen, in Workshops und Vorführungen,

wie durch die Vernetzung schulischer und außerschulischer

Lernangebote Wissen anwendungsorientiert

vermittelt und Lernprozesse interdisziplinär

angeregt werden können.

Auf einer Aktionsfläche finden Workshops, Vorträge

und spannende Aktionen statt. Exponate wie die

„Grönland Eisschmelze“, die „Bromelie“ oder der

„Sinnesparcours“ laden zum Mitmachen ein.

Fachtagung deutscher Auslandsschulen

Ein Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Workshops

rund um Dienstleistungen an deutschen Auslandsschulen

bietet der Weltverband Deutscher Auslandsschulen

(WDA) erstmals auf der didacta an. Vom

20. bis 22. Februar 2013 treffen sich auf Einladung des

WDA die Vertreter der Auslandsschulen, um sich auf der

didacta detailliert zu informieren und neueste Trends zu

erkennen. In Workshops werden Themen wie beispielsweise

Dienstleistungsmarketing erarbeitet. Informationen

unter: www.wda.de

Christoph Eichhorn:

Chaos im Klassenzimmer.

Classroom-Management:

Damit guter Unterricht

noch besser wird

1. Aufl. 2013, 208 S.,

broschiert; ISBN:

978-3-608-94497-6

Euro 16,95

62

bildungSPEZIAL 1 | 2013


didacta 2013

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Diskussion: Studieren für die Arbeitslosigkeit?

Während die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (OECD) Deutschlands

Wohlstand gefährdet sieht, weil es zu wenige Akademiker

gebe, verweist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) auf den Beitrag der deutschen

Berufsbildung an der Wirtschaftsentwicklung. Dieser

werde in den OECD-Studien nicht ausreichend berücksichtigt.

Dass die OECD-Gleichung „mehr Akademiker

= mehr Wachstum“s nicht stimmen könne, zeigten

Länder wie Spanien oder Griechenland, in denen der

Akademikeranteil rasch gesteigert wurde. Viele Absolventen

seien aber am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbeiqualifiziert

worden. Braucht Deutschlands Wirtschaft

wirklich mehr Akademiker? Darüber diskutieren

ein Vertreter der OECD und des DIHK.

Donnerstag, 21. Februar, 11:00 bis 12:00 Uhr

Forum Ausbildung, Halle 5

Bildungsketten: Abschluss schaffen –

Anschluss finden

Nach wie vor verlassen viel zu viele Jugendliche die

Schule ohne Abschluss und schaffen den Übergang

in die berufliche Ausbildung nicht. Hier setzt die Initiative

Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung an. Ziel ist es, Jugendliche bereits

in der Schulzeit effizient zu fördern, um Warteschleifen

im Übergangssystem zu vermeiden. Dafür stehen

Instrumente zur Verfügung, die eine präventive Förderung

sowie eine Berufsorientierung und Begleitung ermöglichen.

Mittwoch, 20. Februar, 11:00 bis 15:00 Uhr

Forum Ausbildung, Halle 5

Fotoausstellung „Diversität und Bildung –

Vielfalt und System“

18 großformatige Fotografien mit Kindern, Jugendlichen

und Erwachsenen aus verschiedenen Kulturkreisen

und Milieus und ihre persönlichen Erfahrungen mit

dem deutschen Bildungssystem, das zeigt die große didacta

Fotoausstellung „Diversität und Bildung – Vielfalt

und System“. Ganz verschiedene Menschen, zwischen

vier und 75 Jahren, aus allen Bildungs- und

Gesellschaftsschichten wurden von dem renommierten

Künstler Frank Roesner porträtiert. In Begleittexten erzählen

die Protagonisten von ihren Bildungswegen. Mit

der Fotoausstellung sollen das Diversitätsbewusstsein

in unserer Gesellschaft gestärkt und persönliche Einblicke

in die vielfältigen Bildungswelten und Unterschiedlichkeiten

gegeben werden.

Die 18 Porträtierten geben nicht nur der Vielfalt unserer

Gesellschaft, sondern auch den Chancen und Herausforderungen

im deutschen Bildungssystem ein Gesicht.

Ob der vierjährige Emre, der bisher kaum Deutsch

spricht und seit Kurzem in die Kita geht, oder Cem Özdemir,

erster Abgeordneter türkischer Abstammung im

Bundestag – die Bilder in Lebensgröße zeigen ganz unterschiedliche

Persönlichkeiten und ihre individuellen

Lernerfahrungen.

Dienstag, 19. Februar, bis Samstag, 23. Februar,

09:00 bis 18:00 Uhr, Messeboulevard

Sonderschau: Wege zur Inklusion

Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit

Behinderungen fordert Inklusion, also die gleichberechtigte

Teilhabe aller Menschen in ihrer Vielfalt am

gesellschaftlichen Leben. Wie lässt sich diese Forderung

realisieren, wie gewährleisten, dass die notwendigen

Ressourcen für die Menschen mit speziellem Förderbedarf

bereitstehen? Eine solche Entwicklung lässt

sich nicht durch Institutionen herbeiführen – die Gesellschaft

ist aufgefordert, die Barrieren in den Köpfen aufzulösen

und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit

jeder Mensch – unabhängig von seiner Herkunft, seinem

Geschlecht, seiner Entwicklung oder seinem Alter

– die Möglichkeit erhält, sich gleichberechtigt an allen

gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen.

Die Sonderschau „Wege zur Inklusion“ möchte aufmerksam

machen auf die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft

und auf gelungene Beispiele, damit umzugehen.

Aber auch Fragen und Gedanken möchte sie aufwerfen

und Anregungen zulassen, was uns noch fehlt, auf dem

Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.

Dienstag, 19. Februar, bis Samstag, 23. Februar, jeweils

9:00 bis 18 Uhr, Halle 7

Schülerfirmen als Instrument

ökonomischer Bildung

Medien und Merchandising – das ist das Dienstleistungsspektrum

der Schülerfirma SUHHM S-GmbH, die

ihre Arbeit am 20. Februar 2013 auf der Bühne und am

Stand des BMWi präsentiert. Das Schülerunternehmen

ist Mitglied im Fachnetzwerk Schülerfirmen der Deutschen

Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Die Produkte

und Dienstleistungen der SUHHM S-GmbH können sich

die didacta-Besucher am Stand des BMWi und BMBF

ansehen und dort mit den engagierten JungunternehmerInnen

ins Gespräch kommen.

Mittwoch, 20. Februar, 10:00 bis 10:50 Uhr und 13:40

bis 14:00 Uhr, Halle 05.2

Standnummer des BMWi: B068/C069

Islamischer Religionsunterricht

in der Grundschule:

„Mein Islambuch“

für die Klassen 1– 4

8 Nordrhein-Westfalen, das Land mit den meisten

muslimischen Schülerinnen und Schülern, hat die flächendeckende

Einführung eines bekenntnisorientierten

islamischen Religionsunterrichts in deutscher

Sprache beschlossen. Mit „Mein Islambuch“, herausgegeben

von Bülent Ucar, gibt es bereits ein Schulbuch

für alle Klassenstufen der Grundschule, das Wissensvermittlung

und bekenntnisorientierte Anteile

verbindet. Das Lehrwerk aus dem Oldenbourg Schulbuchverlag

vermittelt Grundschülern islamischen

Glaubens die Grundlagen ihrer Religion auf altersgemäße

Weise und in deutscher Sprache. Die Bände reflektieren

die unterschiedliche Lebenswirklichkeit der

Kinder und bieten Orientierungshilfen für Alltagsprobleme

und existentielle Fragen. „Mein Islambuch“

regt zur Auseinandersetzung mit anderen Weltreligionen

an, wobei die Gemeinsamkeiten im Zentrum stehen.

Berührungsängste werden auf diese Weise ab-,

Respekt und Selbstbewusstsein aufgebaut.

„Mein Islambuch“ berücksichtigt verschiedene Rahmenlehrpläne

und unterstützt bei der Umsetzung

eines modernen islamischen Religionsunterrichts.

Lehrkräfte mit unterschiedlicher Ausbildung finden

hier ein didaktisch-methodisches Gerüst und für den

Unterricht sonst schwer zugängliches Material. Alle

Bände sind bereits in Bayern, Rheinland-Pfalz und

Nordrhein-Westfalen von den Kultusministerien genehmigt

und empfohlen, die Bände 1–3 ebenfalls in

Niedersachsen.

Mehr zu „Mein Islambuch“ unter:

www.oldenbourg.de /osv

bildungSPEZIAL 1 | 2013 63


didacta 2013

Bildungsinnovationen

Ideen und Praxismodelle für modernen Unterricht:

Vorträge und Workshops auf der didacta 2013

Lehrer heute –

Prellbock, Sündenbock, Alleskönner?

Viel wird über Schulreformen gesprochen,

aber selten von den Personen, die

letztlich alles umsetzen sollen – den Lehrern.

Die Erwartungen an sie sind sehr

hoch, die Unterstützung aber gering. Was

ist wirklich Aufgabe der Lehrer und was

nicht? Was brauchen sie an Aus- und Fortbildung,

an Personalentwicklung, an Unterstützungsmaßnahmen

durch Schulleitung

und Bildungspolitik? Was kann die

Wirtschaft beitragen? Diese Fragen erörtern

Doris Ahnen, Kultusministerin in

Rheinland-Pfalz, Dr. Gerhard F. Braun,

BDA-Vizepräsident, der Preisträger „Lehrer

des Jahres 2012“ und eine Schülerin.

Dienstag, 19. Februar, 12:00 bis 12:45 Uhr

Forum didacta aktuell, Halle 4

Methodenfeuerwerk versus Lernwirksamkeit?

Viele Lehrer haben in den letzten Jahren

den Eindruck gewonnen, guter Unterricht

müsse eine Art Methodenfeuerwerk sein.

Doch welche Formen der Schüleraktivierung

sind auch nachhaltig lernwirksam?

Die aktuelle Bildungsforschung unterstreicht

die Bedeutung der Lehrperson für

den Lernerfolg: ihre Steuerungsaktivität,

ihre Erklärungskompetenz, ihre kognitive

wie emotionale Empathie. Prof. Dr.

Elsbeth Stern, ETH Zürich, und Gymnasiallehrer

Michael Felten diskutieren darüber

anhand typischer Situationen aus

dem Schulalltag.

Samstag, 23. Februar, 11:00 bis 12:00 Uhr

Forum Unterrichtspraxis, Halle 9

Praktische Erfahrungen in den Unterricht

integrieren

Lernprozesse, die an der Lebenswirklichkeit

orientiert sind, motivieren und begeistern

Kinder. Ralph Caspers beispielsweise

macht es in Sendungen wie „Wissen

macht ah“ oder „Sendung mit der Maus“

vor: Er hinterfragt Phänomene des Alltags

und dringt an praktischen Beispielen

tief in die Wissens- und Lernwelten der

Kinder ein. Auch an außerschulischen

Lernorten wird nach diesem Prinzip verfahren:

Durch Begegnungen mit Orten,

Menschen, Tieren und Situationen werden

Eindrücke vermittelt, die im Schulunterricht

nur schwer transportiert werden

können.

Ralph Caspers erörtert gemeinsam mit

anderen Experten die besondere Methodik

und Didaktik von Lernangeboten außerhalb

der Schule und geht der Frage

nach, wie Lehrer diese Erfahrungen in ihren

Unterricht integrieren können.

Donnerstag, 21. Februar,

12:00 bis 12:45 Uhr

Forum didacta aktuell, Halle 4

Rhetorik und Körpersprache vor

der Klasse

Lehrer stehen täglich auf dem „Präsentierteller“.

Sie sind rhetorisch gefordert,

denn Körpersprache und Stimme spielen

im Unterricht eine heimliche Hauptrolle.

Und für Schüler aller Jahrgangsstufen

und Schularten wird es immer wichtiger,

ihre Arbeiten optisch und rhetorisch gut

zu präsentieren. In vier kurzen Übungsblöcken

gibt Wolfgang Endres Tipps für

das eigene Rhetoriktraining.

Mittwoch, 20. Februar, 14:00 bis 15:00 Uhr

Forum Unterrichtspraxis, Halle 9

Lernen der Zukunft

Die digitalen Medien nehmen immer stärkeren

Einfluss auf den Unterricht. Wel-

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Lesen lernen mit der Silbe

Neue Lesetexte für Klasse 1 bis 6

„Mit den farbigen Silben hat mein Sohn in wenigen

Tagen lesen gelernt.“ Diese und ähnliche Rückmeldungen

finden sich im Internet zu den Lesetexten mit

farbigem Silbentrenner. Mit der Silbenmethode mit

Silbentrenner ® können alle Kinder flüssig und sinnverstehend

lesen lernen. Denn durch die Markierung

der Sprechsilben wird Leseanfängern das Lesenlernen

enorm erleichert, weil sie den Sinn der Wörter

sehr viel schneller verstehen.

Der Mildenberger Verlag bietet ein großes Sortiment

an Lesetexten mit farbigem Silbentrenner: von

„Geschichten aus aller Welt“ über aktuelle Kinderliteratur

– in Kooperation mit dem Ravensburger Buchverlag

– bis hin zu spannenden Sachtexten. Darüber

hinaus gibt es zur Silbenmethode spezielle Lernsoftware

und Apps für das iPad.

Die Texte mit farbigem Silbentrenner ermöglichen

Kindern frühe Leseerfolge und wecken den Spaß am

Lesen. Aus Leseanfängern werden so sichere und

flüssige Leseprofis.

Alle Materialien eignen sich hervorragend für den

Einsatz zu Hause und in der Schule. Was die Silbenmethode

noch interessanter macht: Auch die Rechtschreibung

kann damit einfach gelernt und sicher beherrscht

werden.

Weitere Informationen:

www.mildenberger-verlag.de

www.abc-der-tiere.de

4

Was sind

Raumstationen?

Raumstationen sind bewohnbare

Konstruktionen, die die Erde umkreisen oder sich

auf einer ringförmigen Bahn um sie herum

bewegen. Eine Raumstation kann mehrere

Monate im All bleiben. Sie ermöglicht es

Astronauten – oder Kosmonauten, wie sie in

Russland genannt werden – im Weltraum zu

leben. Astronauten führen wissenschaftliche

Experimente durch und stellen in speziellen

Laboratorien auf der Raumstation Forschungen an.

Seit den 1970ern wurden viele Raumstationen

in Betrieb genommen, wie die Mir, die ‚Skylab‘

und die Internationale Raumstation.

Wissenschaftler nutzen Raumstationen, um

herauszufinden, wie sich Pflanzen und Tiere

im All verhalten.

64

bildungSPEZIAL 1 | 2013


che Anforderungen stellt die Praxis an

die Technik und was kann davon umgesetzt

werden? Diese Fragen erörtern Vertreter

aus Schule, Lehrerfortbildung und

Forschung bei der Veranstaltung „Lernen

der Zukunft“. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme

soll ein möglicher Weg

für die digitale Zukunft des Lernens aus

den verschiedenen Perspektiven aufgezeigt

werden.

• Mittwoch, 20. Februar, 14:00 bis 14:45

Uhr, Forum eLearning, Halle 5

• Donnerstag, 21. Februar, 11:00 bis 11:45

Uhr, Forum didacta aktuell, Halle 4

Lehrerbildung in der digitalen Welt

Um die Potenziale der digitalen Medien

auszuschöpfen, müssen Lehrkräfte didaktische

und pädagogische Konzepte eines

mediengestützten Unterrichts selbst entwickeln

und umsetzen können. Dafür

müssen sie über Basiswissen in Informations-

und Kommunikationstechnologien

verfügen, das in Aus- und Fortbildung

vermittelt und auch überprüft werden

muss. Experten zeigen, wie das in der

Lehrerbildung erreicht werden kann.

Freitag, 22. Februar, 12:15 bis 13:00 Uhr

Forum didacta aktuell, Halle 4

Wie Sie nachhaltig in Schul-IT

investieren

Damit digitale Medien zu einer gelingenden

Bildung beitragen können, müssen

komplexe Voraussetzungen erfüllt

sein: die Verwaltung und Pflege des geeigneten

Schulnetzwerkes, die richtige

Beschaffung von Hard- und Software und

der pädagogisch sinnvolle Einsatz im Unterricht,

der eng mit der Qualifikation der

Lehrkräfte zusammenhängt. Nur wenn

alle Komponenten – Schüler, Lehrkräfte,

pädagogische Konzepte und Technologie

– optimal zusammenwirken, entsteht

hohe Unterrichtsqualität. In dieser Veranstaltung

erläutern Experten, wie sich

Investitionen in Schul-IT nachhaltig lohnen.

Mittwoch, 20. Februar, 14:00 bis 15:00 Uhr

CC Ost, Konferenzraum 5

Anzeige

Gut hinsehen und zuhören!

Ratgeber der BZgA zur Mediennutzung

Medien aller Art sind aus dem Alltagsleben von Familien nicht mehr

wegzudenken. Wie selbstverständlich scheinen Fernsehen, Video,

Computer und Internet, Radio, CD-Player, das Mobiltelefon oder Spielekonsolen

in das Leben von Eltern und Kindern hineinzuspielen.

Doch es gibt auch negative Seiten der Mediennutzung. Viele Eltern

sind deshalb verunsichert und möchten wissen, welche Medien für

Kinder überhaupt geeignet sind? Gibt es Regeln und Zeitvorgaben

für den täglichen Umgang mit Medien?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat einen Elternratgeber

mit dem Titel „Gut hinsehen und zuhören!“ entwickelt, der Eltern Wege

zum sinnvollen Mediengebrauch aufzeigt. Zahlreiche Tipps zum Umgang mit Medien

und Fallbeispiele aus dem Familienleben bieten interessierten Eltern Orientierungs-

und Handlungshilfen, wie sich Medien verantwortungsbewusst und „gekonnt“

in das Familienleben integrieren lassen. Für pädagogische Fachkräfte ist

unter dem gleichen Titel eine umfassende Broschüre erschienen, die eine Fülle von

praxisnahen Handlungsvorschlägen für die medienbezogene Arbeit mit Eltern und

Familien bieten. Darüber hinaus stellt die Broschüre ausführliche Informationen zur

Verfügung, die den altersgemäßen Umgang von Kindern mit Medien betreffen.

Dieses Angebot wird durch das neue Fachheft „Anregung statt Aufregung“ ergänzt.

Es bündelt Informationen zu drängenden Themen der Medienerziehung und Medienpädagogik,

greift die aktuelle Mediendiskussion auf und erläutert Wege, wie

pädagogische Fachkräfte in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern die

Medienkompetenz von Familien fördern können. Zusammen mit den beiden Broschüren

„Gut hinsehen und zuhören“ bildet das Fachheft „Anregung statt Aufregung“

für pädagogische Fachkräfte ein umfangreiches Informations- und Arbeitsangebot,

um sich gezielt mit Fragen der Medienerziehung in Familie, Kindergarten,

Hort und Grundschule auseinander zu setzen.

Weitere Informationen:

• Elternbroschüre „Gut hinsehen und zuhören

(Bestell-Nr. 20281000)

• Broschüre für pädagogische Fachkräfte „Gut hinsehen und zuhören“

(Bestell-Nr. 20282000)

• Fachheft „Anregung statt Aufregung“

(Bestell-Nr. 20283000)

Die Broschüren können kostenlos angefordert werden bei der BZgA in 51101 Köln,

per Fax: 02 21 / 8992-257, per E-Mail: order@bzga.de; Internet: www.bzga.de

Zum Thema „Medienerziehung in der Familie“ veranstaltet die BZgA in Zusammenarbeit

mit der „Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur“

(GMK) am 12. April 2013 in Berlin eine Fachtagung für Multiplikatoren/Fachkräfte

im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Informationen zu Programm und Anmeldung

unter:

www.gmk-net.de

bildungSPEZIAL 1 | 2013 65


didacta 2013

Information und Entspannung

Besuchen Sie bildung+ und seine Partner in Halle 6.1 am Stand A036/C037!

8 Wir laden Sie herzlich ein, uns auf der

didacta 2013 in Halle 6.1 (Stand A036/

C037) zu besuchen. Neben bildung+ präsentieren

sich hier namhafte Partner, mit

denen der Friedrich Verlag in verschiedenen

Bildungsbereichen kooperiert:

• Aktion Mensch

• HUK Coburg

• Robert Bosch Stiftung

• Deutscher Philologenverband (DPhV)

• Deutscher Lehrerpreis

• kvartet – Flexible Lernräume

• Texas Instruments

• VLW – Verband der Lehrerinnen und

Lehrer an Wirtschaftssschulen NW

e. V.

• VLBS – Verband der Lehrerinnen und

Lehrer an Berufskollegs in NW

Gemeinsam haben wir ein ebenso anregendes

wie entspannendes Standprogramm

für Sie zusammengestellt.

Vortrag mit Diskussion: Lehrer werden – Lehrer sein

Eine Starthilfe für Referendare, Studenten und Berufsanfänger

Plauschen, erfrischen, informieren

Eine Messe wie die didacta ist interessant,

aber auch anstrengend. Daher haben wir

für Sie in diesem Jahr wieder eine Insel

der Entspannung geschaffen: die Lehrer-

Lounge inmitten der Schulbuchhalle, mit

ergonomischen Schulmöbeln von kvartet.

Die Lounge ist seit letztem Jahr ein

fester Bestandteil der didacta, wo Lehrer

und Referendare miteinander ins Gespräch

kommen oder einfach nur relaxen

können.

Im Zentrum der Lounge befindet sich

der Infostand von bildung+, Ihre Anlaufstelle,

wenn Sie Gratis-Hefte mitnehmen

oder mit Verlagsmitarbeitern ins Gespräch

kommen möchten. Auch für den

bildung+Newsletter können Sie sich

hier anmelden. Als Dank erhalten Sie ein

Überraschungsgeschenk.

Referendare leben im Übergang zwischen Lehrer werden

und Lehrer sein. Sie wissen nicht wirklich, was

auf sie zukommt in den ersten „echten“ Berufsjahren.

Unser Referent Helgo Mayrberger ist Grund- und

Hauptschullehrer und seit 2008 Rektor. Er weiß aus

eigener Erfahrung, welche Tipps Referendare wirklich

brauchen, um später den Schulalltag gut durchstehen

zu können. Er wird in der Veranstaltung aufklären, Hilfestellungen

geben und direkt mit dem Publikum interagieren,

um Antworten zu finden auf etwa diese

Fragen:

• Wie finde ich die für mich geeignete Stelle?

• Wie stelle ich mich dem neuen Kollegium und den

Schülern vor?

• Welche Anfängerfehler sollte ich vermeiden?

• Wie finde ich meine Rolle an der Schule?

• Wie organisiere ich mich als Lehrer?

• Welche Hilfen können mir Kollegen und Schulleitung

geben?

• Wie gehe ich mit den klassischen pädagogischen

Problemen um?

Datum: 20.02. + 21.02.2012,

Uhrzeit: 12:00 –12:45

Ort: Halle 6.1, Stand A036/C37

Der Vortrag wird veranstaltet vom Friedrich Verlag in

Kooperation mit HUK Coburg.

Jede/r Teilnehmer/in erhält im Anschluss an

den Vortrag einen Gutschein von bildung+.

Ihn können Sie einlösen gegen ein wertvolles und

nützliches „Berufsstarterset“, bestehend aus:

• Handbuch „Berufsstart im öffentlichen Dienst“

• Ratgeber + Materialsammlung „Start in den Unterricht“

im Wert von 19,90 €

• 1 aktuelle Ausgabe des Magazins „referendare“

• Goodie-„Schultasche“ für Lehrer von der FAZ

Schauen, hören, mitreden

Gemeinsam mit unseren Partnern nutzen

wir die Lehrer-Lounge auch für Veranstaltungen

rund ums Thema Lernen und Lehren.

Am Messe-Donnerstag und -Freitag

um Punkt 12 legen wir unser Augenmerk

66

auf die Referenarinnen und Referendare.

Helgo Mayrberger gibt in seinem Vortrag

über das Thema „Lehrer werden – Lehrer

sein“ wertvolle Tipps für das „Überleben

in der Schule“ (siehe auch Kasten). Darüber

hinaus wird es täglich weitere interessante

Veranstaltungen in und außerhalb

der Lehrer-Lounge geben. Im Namen unserer

Partner heißen wir Sie herzlich willkommen!

7

hui

bildungSPEZIAL 1 | 2013


GTR-Verpflichtung in NRW.

Wir sind für Sie da.

Besuchen Sie uns

auf der didacta in Köln!

19. – 23. 02. 2013

Halle 6, Stand A36

+ Passende Software

+ Kostenlose Ausleihe

+ Fortbildungen

+ Materialien

und vieles mehr

education.ti.com/deutschland


Klett – mehr als nur

ein eBook

– Für Lehrer: der Digitale Unterrichtsassistent

– Für Schüler: das Digitale Schulbuch

– Blättern im Buch

– Testen und Fördern

– Interaktive Tafelbilder

u.v.m.

Wir beraten Sie gerne!

Besuchen Sie uns in Halle 6, A-010

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