und Land

oebb.at

und Land

Zeitschrift des Naturschutzbundes Österreich Heft 2 – 2010

Natur

und Land

Sonderausgabe

in Kooperation mit den ÖBB


Inhalt

stateMeNts

02 Prof. dr.dr. h.c. Eberhard Stüber

Präsident NAtUrSchUtzBUNd

hr dI Peter Klugar,

Vorstandssprecher ÖBB-holding AG

03 herbert Minarik, Konzernkoordinator für

Nachhaltigkeit, ÖBB-holding AG

06 Ing. Mag (Fh) Andreas Matthä,

Vorstandssprecher ÖBB-Infrastruktur AG

33 Mag. Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin

ÖBB-Personenverkehr AG

33 Kr Prof. Friedrich Macher,

Vorstands sprecher rail cargo Austria AG

vielfaltleBeN iM NaturschutzBuNd

04 Interview mit Mag. Birgit Mair-Markart

NAtUrSchUtzBUNd

41 www.naturbeobachtung.at –

das online-Portal für Naturbeobachtungen

ÖBB & Natur

06 Signal auf Grün für Natur- und Artenschutz

robert Mühlthaler, ÖBB-holding AG

vielfaltleBeN-schutzProjekte

08 ÖBB hilft Fröschen auf die Sprünge

09 vielfaltleben schützt Brachpieper

10 die hornotter im Gleisschotter

ÖBB & uMweltschutzProjekte

11 Ökologisches Flächenmanagement

12 Pilotprojekt zur Pflege der Natur entlang

von Bahnstrecken

14 Neophyten – Bahnstrecken als Ausbreitungskorridore

15 Vegetationskontrolle

16 Naturgefahren: Schutz der Eisenbahn infrastruktur

18 Biberschutz entlang der Bahn

19 Wildtierkollisionen mit zügen

20 Bahnanlagen: Wertvoller Lebensraum mit tücken

21 Neuer Lebensraum für Fledermaus & co

22 Lichtverschmutzung: Weißt du, wie viel

Sternlein stehen?

Projekte: Natur iN PlaNuNg uNd Bau

24 Fachberater Umwelt

24 Win-win-Situation in Windschnurn

26 Artenvielfalt profitiert vom Bau der Koralmbahn

28 Unterinntal: Neue Lebensräume an der Bahn

29 Inn: Streckenaufweitung zwischen

Schärding und Wernstein

30 Brenner Basistunnel: höchste Umwelt standards

30 Wienerwald: Bauen mit Verantwortung

31 Bahnstromerzeugung am Beispiel Spullersee:

Unterschiedliche Standpunkte von

NAtUrSchUtzBUNd und ÖBB

32 Fulpmes: Fischwanderhilfe an der ruetz

MoBilität

33 zum thema

34 Klimafreundlich mobil

35 Güterverkehr: Green Logistics

37 (Ent)führung in die Natur: Naturschauspiel.at

38 Wandern mit Bahn und Bus

39 Alpenparktage im Karwendel

eveNts

42 Woche der Artenvielfalt

44 GEO-tage der Artenvielfalt

46 – im Naturpark tiroler Lech

47 – im Biosphärenpark Wienerwald

46 Fest der Natur in Linz

48 Erfahrungsaustausch mit dem Nachbarn

49 Internationale Naturschutzkonferenz:

days of protected areas

sPiel uNd sPass – geht das?

50 timi taurus - Freunde am zug

50 Minopolis: die Sadt der Kinder

51 Strategiespiel transalpin

b 52 Kinderseite b 54 Impressum und Abo-Bestellschein b 55 Schrif ten reihe b 56 Shop

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Nationalpark-Besucherprogramme für Jung und Alt

Wernstein: Streckenaufweitung

Böschungspflege entlang einer Bahnstrecke

Nord-Süd-Korridor der tauernstrecke

Fotos: © Thomas Stephan (3); Martin Engelmann; ÖBB (3)

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

EdItorIal

Liebe Leserinnen und Leser,

es liegt in der Natur der Sache, dass schlechte Nachrichten

mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als gute. das ist in der

Angelegenheit der ÖBB nicht anders. Wer weiß schon über ihre

Leistungen im Natur- und Umweltschutz Bescheid?

die vorliegende Ausgabe ist nun das Ergebnis einer Kooperation

zwischen NAtUrSchUtzBUNd und ÖBB mit Fokus auf das

gemeinsame Engagement im Natur- und Umweltschutz, abseits

des eigentlichen Unternehmenszweckes der ÖBB. dazu zählen

auch Projekte im rahmen unserer Kampagne vielfaltleben, die

von den ÖBB konkret unterstützt und auch gemeinsam durchgeführt

werden. Als Allianzpartner der Kampagne von Lebensministerium,

NAtUrSchUtzBUNd, WWF und BirdLife bekennen

sich die ÖBB einerseits zur Nachhaltigkeit und zum Schutz der

Lebensvielfalt, andererseits sichern sie mit konkreten Projekten

in ganz Österreich Lebensraum für viele tiere und Pflanzen

entlang der Bahnstrecken. dazu haben die ÖBB eine Biodiversitätsstrategie

und gemeinsam mit der Universität Wien, dem

WWF und dem NAtUrSchUtzBUNd naturschutzfachliche Grundlagen

für ein ökologisches Flächenmanagement entwickelt.

Auch Optimierungsmaßnahmen zur Umsetzung an konkreten

Strecken sind bereits in Ausarbeitung.

Übrigens werden allein 32.000 Exemplare dieser Ausgabe im

ÖBB-EinzUGsbereich verteilt, um ein möglichst breites Publikum

über die Aktivitäten zu informieren und für die Natur zu gewinnen.

Ingrid hagenstein

chefredakteurin

1


ÖBB & Nachhaltigkeit

2

Statements

Viel Verständnis für den Artenschutz

beim ÖBB-Konzern

der NAtUrSchUtzBUNd Österreich hat bereits vor Jahrzehnten die Bedeutung der Bahn

im Klima- und Umweltschutz der zukunft erkannt und stets die zeitgemäße Weiterentwicklung

und die damit notwendige Förderung dieses so wichtigen Verkehrsmittels eingemahnt.

Leider hat die für die Weiterentwicklung der Bahn verantwortliche Politik ihre

ökologische Bedeutung viel zu spät erkannt und dem Verkehrsmittel Auto den Vorrang

eingeräumt. Inzwischen weiß man um die Vorteile der Bahn – der Nachholbedarf ist

aber auch heute noch beachtlich. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Konzernleitung

der „umweltfreundlichen Bahn“ in Österreich für alle Belange des Natur- und Umweltschutzes

sehr aufgeschlossen zeigt. Sie ist überdies bemüht, in zusammenarbeit mit

Fachleuten und Naturschutzorganisationen ratschläge im Umweltbereich, wenn

irgendwie möglich zu erfüllen. Beispiele hierfür können in dieser Schwerpunktausgabe

nachgelesen werden.

die ÖBB-Leitung hat sich daher spontan der großen vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums

im „Internationalen Jahr der Biodiversität“ angeschlossen, um auch

in diesem Jahr taten für die Erhaltung der Artenvielfalt zu setzen. dafür gebührt der

Konzernleitung der ÖBB dank und Anerkennung.

Prof. dr.dr.h.c. Eberhard Stüber

Präsident des NAtUrSchUtzBUNdes Österreich

der ÖBB-Konzern ist der klimafreundlichste Mobilitätsanbieter Österreichs, denn

wer Bahn und Bus fährt, spart cO2 und schützt die Umwelt. Wir setzen europäische

trends – beim Einsatz erneuerbarer Energie, beim energieeffizienten Fahren

mit Lokomotiven und Bussen und im Naturgefahrenmanagement. rund 92 %

des Bahnstroms kommen derzeit aus erneuerbarer Energie, etwa 87 % davon

aus hei mischer Wasserkraft. Neben aktivem Klimaschutz verdeutlichen die Leis -

tungen im Lärmschutz, in der Abfallwirtschaft und für den Schutz der Biodiversität

(ÖBB & Natur) unseren Einsatz für die Umwelt. Um unserer Verantwortung als

umweltfreundlicher Mobilitätsanbieter gerecht zu werden und unser Engagement

unternehmensintern weiter auszubauen, haben wir uns entschieden, unsere

Nachhaltigkeitsperformance gezielt zu steuern. denn gerade in zeiten wirtschaftlicher

Krisen stellt sich eine an Nachhaltigkeit orientierte Unternehmensführung

als gut gerüstet heraus.

Wir setzen mit unserer Biodiversitätsstrategie ein klares Bekenntnis für verantwortungsvolles

und nachhaltiges handeln und gestalten so umweltfreundliche

und leistbare Mobilitätslösungen mit zukunft.

hr dI Peter Klugar

Vorstandssprecher, ÖBB-holding AG

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Biodiversitätsstrategie des ÖBB-Konzerns

der ÖBB-Konzern…

>> ist sich seiner Verantwortung für die

Erhaltung der biologischen Vielfalt als Kapital

für die Menschen bewusst.

>> bekennt sich zu den Prinzipien und zielen

der Biodiversitäts-Konvention und wird an deren

Umsetzung mitwirken.

>> nimmt in seiner täglichen Arbeit auf die

Belange des Artenschutzes und die Erhaltung

natürlicher Lebensräume rücksicht.

>> kommuniziert und bewirbt in seinem Umfeld

aktiv die große Bedeutung der Artenvielfalt und

fordert zu deren Erhalt auf.

>> verpflichtet sich - im rahmen seiner

Möglichkeiten - zur Erhaltung und Förderung

der Lebensvielfalt durch Schutz, Verbesserung

und nachhaltige Nutzung der beanspruchten

Lebensräume.

>> setzt konkrete Aktivitäten, um den Verlust

der Artenvielfalt zu stoppen.

>> entwickelt 2010 ein Biodiversitätsprogramm

für seinen Wirkungsbereich und wird mit dessen

Umsetzung beginnen.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

ÖBB-Nachhaltigkeitsmanagement

stützt die Kampagne vielfaltleben

die ÖBB waren immer ein Garant für umwelt- bzw. klimafreundliche

Mobilität und das wird auch in zukunft so sein. Sich

mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen heißt mehr als nur Umweltschutz

zu betreiben. Nachhaltigkeit bedeutet eine ausbalancierte

Behandlung der Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales

und zwar sowohl im Einzelnen betrachtet als auch im zusammenspiel.

der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht

mehr nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden.

Es gilt vielmehr die Balance zu finden zwischen ökonomischen,

ökologischen und sozialen zielen. der ÖBB-Konzern hat diese

chancen erkannt und treibt diese Leistungen durch ein gezieltes

Nachhaltigkeitsmanagement weiter voran. dazu wurde im

Mai 2008 eine eigene Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit mit

Programmmanagern für wichtige Schwerpunktthemen in der

ÖBB-holding AG eingerichtet. In konzernweiten Netzwerk -

runden werden Projekte und Maßnahmen zur weiteren Optimierung

für jedes Schwerpunktthema festgelegt und umgesetzt

– so auch zum thema „ÖBB & Natur“.

Klimafreundliche bzw. nachhaltige Mobilitätsangebote bereitzustellen,

ist der Unternehmenszweck des ÖBB-Konzerns.

Ausbau und Betrieb können ohne rücksicht erfolgen – oder im

Miteinander von Mensch und Natur. der ÖBB-Konzern hat sich

für letztere Vorgehensweise entschieden. ziel ist es, die Potenziale

für Ausgleichsflächen, renaturierung, Lebensraumvernetzung,

Artenschutz und Neophytenbehandlung zu erheben und

die entsprechenden Leistungen weiter auszubauen. Bei der

Umsetzung von Bauvorhaben sind die ÖBB darauf bedacht, die

Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten. dadurch leis -

ten wir einen wesentlichen Beitrag für unsere Umwelt. Im Bereich

Artenschutz und Artenvielfalt liegt ein wesentlicher teil

unseres Engagements in der Bewusstseinsbildung.

Unsere Verantwortung zeigen wir auch als Partner überaus

wertvoller Initiativen und Aktionen, wie der vielfaltleben-Kampagne

2010. Artenvielfalt und Klimaschutz stehen dabei in unmittelbarem

zusammenhang – der ÖBB-Konzern ist sich dieser

Verantwortung auch bewusst und handelt dementsprechend.

herbert Minarik

Konzernkoordinator für Nachhaltigkeit, ÖBB-holding AG

Statement

3


IntervIew

auch nach 2010:

Biodiversität geht weiter

Interview mit Mag. Birgit Mair-Markart, Geschäftsführerin

des naturschutzbundes Österreich.

„Naturschützer sind keine Freaks, sondern Anwälte der Natur“

Bilder:

© Johann Schuster

N & L: das Jahr 2010 wurde von den Vereinten

Nationen zum „Internationalen Jahr der

Biodiversität“ erklärt. Was bedeutet das für die

Arbeit des NAtUrSchUtzBUNdes?

Mair-Markart: Beim Schutz der Biodiversität geht

es ja um unser direktes Ziel, den Schutz der Natur, ihrer

Artenvielfalt, unserer Umwelt, unserer Lebensräume.

Dieses Jahr gibt uns Rückenwind. Wir können

unsere Arbeit ins richtige Licht rücken und haben die

Möglichkeit, uns zu positionieren. Viele glauben, Naturschützer

seien nur „Freaks“. Die Natur braucht

aber einen Anwalt und der NAtURSchUtZBUND versteht

sich als solcher – seit fast 100 Jahren!

N & L: der NAtUrSchUtzBUNd leitet die vom

Umweltministerium beauftragte Kampagne

vielfaltleben – was kann diese Kampagne, was

nicht?

Mair-Markart: Ganz sicher werden wir den Verlust

der Artenvielfalt bis Ende des Jahres nicht gestoppt

haben. Das ist illusorisch. Wir können aber mit dieser

Kampagne wichtige Schritte setzen, Prozesse in

Gang bringen. Außerdem haben wir erstmals auch

„Werbemittel“ für den Naturschutz, damit wir die

Menschen erreichen und ihre herzen gewinnen können.

Das wichtigste ist aber wohl, dass wir für den

konkreten Artenschutz mit und in dieser Kampagne

neue Partner gewonnen haben, wie z.B. Raiffeisen,

die ÖBB, die Asfinag, „Ja!Natürlich“ u.v.m. Ein spezielles

Programm gibt es auch mit den Städten und

Gemeinden. Wenn all diese Partner sich auch über

2010 hinaus engagieren, haben wir viel erreicht.

N & L: Ein großer Partner sind die ÖBB. der

NAtUrSchUtzBUNd widmet dem thema „ÖBB und

Natur“ sogar eine eigene Ausgabe. Warum gibt

es diese Kooperation?

Mair-Markart: Wir sind grundsätzlich für alle offen,

die mit uns für den Schutz der Natur arbeiten wollen.

Es zeigt sich immer wieder, dass man mit einer guten

Gesprächsbasis viel für die Sache erreichen kann.

Manche Naturschutzmaßnahmen kosten ja auch

nichts oder nicht viel. Da gibt’s viele Beispiele, etwa

totholz im Wald zu belassen oder neu angelegte

Straßenböschungen nicht mit humus zu bedecken,

damit Wildpflanzen eine chance haben, aufzukommen.

Oft hörte ich in letzter Zeit die Aussage „Aha,

das will der NAtURSchUtZBUND, das ist eigentlich

nicht schwer umzusetzen.“ Aber immer ist es natürlich

nicht so einfach.

4 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


N & L: Warum also die ÖBB?

Mair-Markart: Die ÖBB sind aus mehreren Gründen

ein wichtiger Partner: Erstens bieten sie umweltfreundliche

Mobilität, zweitens sind sie einer der

größten Grundbesitzer in Österreich und haben mit

ihrem Management wesentlichen Einfluss auf Naturflächen

und drittens war es ihr Wunsch, mit uns zu

kooperieren.

N & L: Ihre konkretesten Wünsche an die ÖBB?

Mair-Markart: Eine langfristige Partnerschaft. Vor

allem in hinblick auf die Flächen entlang der Bahn,

die einen einzigartigen Biotopverbund darstellen.

Und auch die Möglichkeit zur konstruktiven Kritik

und die gemeinsame Suche nach Alternativen, vor allem

bei neuen Infrastrukturprojekten, die ja meistens

einen schwerwiegenden Engriff in die Natur bedeuten.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

„Wir haben schon viel auf Schiene gebracht –

Kooperationspartner unterstützen uns dabei wesentlich.“

N & L: Wie soll’s weitergehen nach 2010?

Mair-Markart: Ich hoffe nicht, dass das thema Biodiversität

2011 in der öffentlichen Meinung wieder in

den Dornröschenschlaf fällt. Viele unserer Partnerschaften

sind langfristig ausgelegt, wie z.B. jene mit

den Österreichischen Bundesforsten. Unser Ziel ist es

Informationen zur Kampagne

www.vielfaltleben.at

vIelfaltleben Im naturSchutzbund

jedenfalls, zu den neu gewonnenen Partnern eine Vertrauensbasis

aufzubauen. Langfristige Kooperationen

sind das, was unserer Arbeit und letztendlich der Natur

wirklich hilft. Unsere Aufgabe besteht also darin,

wirkungsvolle Naturschutzarbeit zu leisten.

N & L: Ist das auch für die Finanzierung der

Naturschutzarbeit wichtig?

Mair-Markart: Natürlich! Ideelle Unterstützung

durch unsere Partner und, wenn möglich, eigene Naturschutzaktivitäten,

zusammen mit der finanziellen

Unterstützung unserer Arbeit – das ist ideal. Als gemeinnütziger

Verein haben wir ja keine „Geschäftsfelder“

im herkömmlichen Sinn. Unsere Arbeit wird

finanziert aus Mitteln der öffentlichen hand, durch

Mitgliedsbeiträge und Spenden engagierter Menschen

und darüberhinaus durch die finanzielle Unterstützung

zukunftsorientierter Betriebe. Wir haben

bisher schon viel auf Schiene gebracht. Um das fortsetzen

zu können, brauchen wir gerade jetzt Unterstützung

von allen Seiten.

Interview: Ingrid hagenstein

chefredakteurin

5


Öbb & natur

Programmmanager

robert Mühlthaler

ÖBB-holding AG,

Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement

6

Bahninfrastruktur bildet auch ein Netzwerk für die Natur

die Schieneninfrastruktur der ÖBB bildet mit einer Netzlänge von 5.700 km nicht nur

essentielle Nervenstränge für eine ökosozial verträgliche und ökonomische Mobilität

von Personen und Gütern, sondern übernimmt zunehmend auch wichtige Funktionen

als Grünachse und rückzugsraum für bedrohte tier- und Pflanzenarten. Lebensraumverlust

und Strukturarmut in der freien Landschaft als hauptursache für das globale Artensterben

werden zum teil durch Bahninfrastrukturen kompensiert. die Abwicklung

von Bahninfrastrukturprojekten und Bahnbetrieb erfolgt heutzutage nach höchsten

Standards, auch in naturschutzfachlichen Belangen.

die ÖBB-Infrastruktur AG ist darüber hinaus ständig bemüht, ihre Leistungen auf diesem

Gebiet weiter zu verbessern. Als größte teilgesellschaft des ÖBB-Konzerns trägt

die Infrastruktur AG das Bekenntnis der ÖBB zur Kampagne vielfaltleben durch eine

Vielfalt von Projekten und Aktivitäten mit und versteht die hohe Naturverträglichkeit der

Bahn als wertvollen Wettbewerbsvorteil in einem Verkehrsmarkt, der sich zunehmend

ökologischen und sozialen Anforderungen stellen muss.

Ing. Mag (Fh) Andreas Matthä, Vorstandssprecher ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB & natur

Signal auf „Grün“ für natur- und artenschutz im Öbb-Konzern

als umweltfreundlichster Mobilitätsanbieter betreiben die ÖBB aktiv Naturund

artenschutzprojekte. das Programm „ÖBB & Natur“ steht für die konzernweite

strategische Planung und weiterentwicklung naturnaher themen –

und stellt wichtige weichen für die zukunft.

Eingebettet in das Nachhaltigkeitsmanagement

(corporate Responsibility

Management) der ÖBB unterstützt das

Programm „ÖBB & Natur“ je nach Möglichkeiten

auch Initiativen verschiedener Partnerorganisationen.

Eine dieser Initiativen ist die Biodiversitätskampagne

vielfaltleben des Lebensministeriums.

An ihrer erfolgreichen Umsetzung

arbeitet federführend der NAtURSchUtZ-

BUND Österreich gemeinsam mit seinen Partnern

WWF und BirdLife. Die ÖBB unterstützen

die Kampagne mit einer offiziellen Erklärung.

Gemeinsam mit den NGO sowie den

Netzwerkpartnern der ÖBB-teilkonzerne werden

verschiedenste Projekte ausgewählt, diskutiert

und entsprechende Maßnahmen gesetzt.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist einerseits die

Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zum

thema Natur- und Artenschutz, andererseits

will man gezielte Maßnahmen zum Erhalt von

Lebensräumen und der heimischen Artenvielfalt

setzen.

Das in dieser „Natur & Land“-Ausgabe mit

dem Schwerpunkt „ÖBB & Natur“ dargestellte

Portfolio gibt einen außergewöhnlichen Einblick

in die unglaublich vielfältigen Berührungspunkte

der Systeme „Bahn und Bus“ mit

dem thema Natur. 170 Jahre Eisenbahngeschichte

hat es benötigt, um ein solches Werk

entstehen zu lassen – die ÖBB wissen die

chance, die der NAtURSchUtZBUND mit der

herausgabe dieses Schwerpunktheftes gibt,

sehr zu schätzen.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


© ÖBB

nicht immer einer meinung

Neben vielen reibungslos verlaufenden Projektum -

setzungen gibt es aber auch Problemfelder und damit

verbundene Interessenskonflikte: Lebensraumzerschneidung,

Vegetationskontrolle oder Ausbau der

Wasserkraft und deren Spannungsbögen. Um all den

Ansprüchen gerecht werden zu können, die an ein modernes

Wirtschaftsunternehmen, wie die ÖBB, gestellt

werden, benötigt es neben klaren rechtlichen auch die

entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen,

um Natur- und Artenschutz wirkungsvoll umsetzen zu

können. Ein weiterer wichtiger und nicht zu unterschätzender

Aspekt ist auch das klare Bekenntnis

oberster Managements und der NGO, respektvoll miteinander

umzugehen. Auch wenn es wie z. B. bei Bauprojekten

unterschiedliche Gesichtspunkte und Meinungen

geben kann, so muss es im beiderseitigen

Interesse liegen, dass über den Weg des fachlich fundierten,

konstruktiven und fairen Dialoges die bestmöglichen

Lösungen gefunden werden.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

ProGramm Öbb & natur

„Jede/r Einzelne von uns kann etwas verändern. Jeden Tag und zu jeder Zeit können wir

aufs Neue entscheiden, welchen Einfluss wir auf diese Erde ausüben möchten.“ Prof. Jane Goodall

Biodiversität, die Vielfalt der Arten, Ökosysteme

und genetischen Ressourcen sind wesentliche Faktoren

für unsere Lebensgrundlage und Lebensqualität.

Angesichts dieser tatsache und dem Umstand, dass

Biodiversität u. a. durch Raubbau bis hin zum Klimawandel

akut bedroht ist, wird mit der ÖBB-Biodiversitätsstrategie

ein wichtiges Zeichen gesetzt. Diese

Strategie stellt die Bedeutung des Schutzes der Biodiversität

für den ÖBB-Konzern dar.

Als nachhaltiger und klimafreundlicher Mobilitätsanbieter

wird der ÖBB-Konzern das „Internationale

Jahr der Biodiversität 2010“ der Vereinten Nationen,

die EU-Initiative „countdown 2010“ (Stopp dem Artenverlust)

und die Kampagne vielfaltleben gezielt

nutzen, um auf das wichtige thema „Natur- und Artenschutz“

als Lebensgrundlage für unsere Gesellschaft

und die künftiger Generationen hinzuweisen.q

7


Öbb & natur

Im rahmen von

vielfaltleben vertieft

der Bagger

eine Sutte an

der Langen

Luss, damit

Laubfrosch & co

wieder genug

Wasser während

ihrer Entwick -

lung vorfinden.

© Mark Sztatecsny;

Rudo Jurecek

ÖBB & vielfaltleben–

Schutzprojekte

im internationalen jahr der Biodiversität 2010 setzen die ÖBB als Partner der kampagne

„vielfaltleben“ aktive impulse, um auf den verlust und die Notwendigkeit des erhalts der Biodiversität

aufmerksam zu machen. in diesem sinne sind sie wichtiger Partner einiger konkreter

vielfaltleben-Projekte, über die wir auf den nächsten seiten berichten.

ÖBB hilft Fröschen auf die Sprünge

lebensraum für amphibien in den march-thaya-auen

die March-thaya-Auen an

der Grenze zu tschechien

und der Slowakei zeichnen

sich durch eine außergewöhnliche

Amphibienvielfalt aus. Nahezu

70 % aller heimischen Amphibienarten,

wie etwa die EUweit

geschützten Arten Rotbauch -

unke und Donaukammmolch,

kommen hier vor. Doch die Regulierung

der Flüsse March und

thaya sowie die intensive landwirtschaftliche

Flächennutzung

hinterlassen ihre Spuren.

Auf einem Grundstück der

ÖBB, direkt neben der Bahnstre -

cke nach Bratislava, befindet sich

der so genannte „haustümpel“ –

das wichtigste Amphibienreproduktionsgewässer

im Norden der

Langen Luss. hier wurden

noch vor zehn

Jahren

Erdkröte, Rotbauch unke, Donaukammmolch

und Laubfrosch

nachgewiesen. Doch bei einer erneuten

Untersuchung im vergangenen

Jahr durch die Universität

Wien konnten nur noch

Braunfrosch larven entdeckt werden,

da das Gewässer zu früh austrocknet

und in weiten teilen zugewachsen

ist. Eine Entwicklung,

wie sie an vielen Gewässern der

March-thaya-Auen beobachtet

werden kann. So hat der begradigte

Fluss March heute nicht mehr

die Kraft, die ihn umgebende Auenlandschaft

zu formen und dadurch

neue Augewässer zu schaffen.

Bestehende Gewässer verlanden,

trocknen zu früh aus und so

gehen die Lebensräume für Amphibien

& co schleichend verloren.

An der Langen Luss – am

unteren österreichischen Abschnitt

der March – stehen

deshalb die Bestände von Moorfrosch

und Wechselkröte bereits

vor dem Aussterben.

Im Rahmen der vielfaltleben-

Kampagne schaffen die ÖBB nun

gemeinsam mit dem WWF wieder

Lebensraum für die Amphibien.

Um den „haustümpel“ wieder zu

dem artenreichen Gewässer zu

machen, welches er einmal war,

wird dieser auf einer Fläche von

1.000 m² um fast einen Meter vertieft.

Nur so ist wieder für längere

Zeit gewährleistet, dass das Gewässer

nicht austrocknet, bevor

nicht auch die letzte Froschlarve

ihre Entwicklung im Wasser vollendet

hat.

text: Mag. Bernadette Strohmaier

8 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


vielfaltleben schützt Brachpieper

obwohl der Brachpieper in

der Roten Liste der Brutvögel

Österreichs als

„vom Aussterben bedroht“ geführt

wird und seine Bestände europaweit

rückläufig sind, gab es bislang

kein speziell für diese Art

konzipiertes Schutzprojekt. Im

Rahmen der Kampagne vielfaltleben

ist es BirdLife in Österreich

erstmalig gelungen, ein für den

Brachpieper entwickeltes Schutzprojekt

zu verwirklichen. tatkräftige

Unterstützung kommt dabei

von den ÖBB. „Als umfassender

Mobilitätsdienstleister sorgt der

ÖBB-Konzern österreichweit für

eine umweltfreundliche Beförderung

von Personen und Gütern. Es

ist uns daher auch ein großes Anliegen,

die Artenvielfalt zu erhalten.

Die Entbuschung und Eindämmung

wuchernder Grasflächen

entlang der Bahn zwischen

Zurndorf und Parndorf ist nur einer

unserer Beiträge zum Internationalen

Jahr der Artenvielfalt“, so

Ing. christian Leeb, Leiter des

Programmmanagements Um -

welt der ÖBB-Infrastruktur AG.

Der Lebensraum des etwa 17

cm großen, langbeinigen Brachpiepers

besteht aus einem hohen

Anteil vegetationsfreier oder spärlich

bewachsener Flächen, wie

Sand- und Schotterflächen, lückiger

heiden und Brachen, Ruderalflächen,

Kahlschläge und Lichtungen.

Diese Spezialisierung wurde

ihm zum Verhängnis, weil diese

Flächen immer mehr nährstoffreichen

Wiesen und Feldern wichen.

Alarmiert sind vor allem die Ornithologen

der Vogelschutzorganisation

BirdLife, denn seit Jahren

sind die Bestandszahlen dieses bodenbrütenden

Singvogels sehr

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

klein – schätzungsweise soll es

derzeit in Österreich nur 40-60

Brutpaare geben. Diese kommen

in zwei größeren Brutgebieten vor

– im nördlichen Burgenland

(Parndorfer Platte und heideboden)

sowie im niederösterreichischen

Steinfeld.

Als einer der

wenigen Singvögel

ist der Brachpiepernamentlich

in der EU-

Vogelschutzrichtlinie

enthalten

und gilt damit als

besonders schutz -

bedürftig. Das Schutzprojekt bedeutet

für die Vogelexperten einen

Impuls der hoffnung für seine

letzten Brutreviere.

text: Mag. Bettina Klöpzig

BirdLife Österreich

vIelfaltleben-SchutzProjeKte

wenn der Brachpieper von seinem afrikanischen winterquartier ins nördliche Burgenland zurückkehrt,

findet er nur noch wenige flächen, die seinen Brutbedürfnissen – mildes klima in

kombination mit kargem und trockenem Boden – entsprechen. Mit Bahndammpflege erhalten

die ÖBB den lebensraum des seltenen zugvogels.

der gefährdete Brachpieper – im kleinen Bild ein

Jungvogel – im kargen, trockenen Gelände. Mit seinem

bräunlichen Gefieder ist er eher unscheinbar –

meist fällt er durch seinen im Singflug vorgetragenen

Gesang auf. Als Langstreckenzieher verbringt er den

Winter in der Sahelzone, in Nordostafrika, in Arabien,

im Süden des Irans sowie im westlichen Indien. das

Bild unten zeigt die Bahnstrecke zwischen Neudorf

und Parndorf, die regelmäßig entbuscht wird.

© Peter Buchner; Michael Dvorak

9


ÖBB & Natur

Die Natursteinmauer

an der

Bahnlinie bei

Pörtschach

West ist ein bevorzugter

Platz

von Reptilien

aller Art.

Bilder © v.o.n.u.

piclease-Wilhelm

Gailberger; Alexander

Mrkvicka;

Helga Happ

Die Hornotter im Gleisschotter

Die größte Giftschlange Europas ist eines der seltensten Reptilien in Österreich und daher

auch eine von 21 Leitarten der Kampagne vielfaltleben. Die ÖBB als offizieller Partner

der Initiative wollen daher für jene Arten aktiv werden, die eine spezielle Affinität zu

Bahnanlagen haben.

Nur noch an wenigen Plätzen

im Süden Österreichs

kann man diese kräftig

gebaute und bis zu 1 m lange Giftschlange

finden. Hauptgründe für

ihr Verschwinden sind der Lebensraumverlust

sowie die direkte

Verfolgung durch Sammler. Die

Bahnstrecken in der Steiermark

und Kärnten scheinen jedoch ein

beliebtes Rückzugsgebiet für

Horn ottern zu sein: Gleisschotter,

Natursteinmauern und Bahnböschungen

bieten Lebensraumstrukturen,

die in der intensiv genutzten

Landschaft selten

geworden sind. Dazu

kommt noch die sonnenexponierte

Lage, weil die

Bahnstrecken von allzu

dichter Vegetation freigehalten

werden. Sie bieten darüber

hinaus einen gewissen Schutz

vor direkter Verfolgung und im

Umfeld ausreichend Beutetiere.

ÖBB-Datenbank

hilft beim Schutz

Um die Schlangen im Zuge von

Instandhaltungs- oder Umbauarbeiten

entlang der Bahnstrecken

nicht unbeabsichtigt zu gefährden

bzw. deren Lebensräume zu erhal-

ten, wird das einzigartige Artenschutzprojekt

des NAtURScHUtZ-

BUNDes Kärnten von den ÖBB

unterstützt. Projektleiterin Helga

Happ, auch Sachverständige für

Reptilien und Gifttiere sowie Leiterin

des Reptilienzoos Happ in

Klagenfurt, meldet regelmäßig die

ihr bekannten Reptilienvorkommen

entlang der Bahnstrecken an

die ÖBB. Zusätzlich liefert sie eine

Beschreibung der Strukturen,

welche von den tieren genutzt

werden sowie mögliche Gefährdungsursachen.

Bei den ÖBB

werden diese Informationen in das

ÖBB interne Geographische Informationssystem

(GIS) eingearbeitet

und stehen damit allen MitarbeiterInnen

zur Verfügung. Damit

kann vor Beginn von Instandhaltungs-

oder Umbauarbeiten an

den Bahnstrecken im GIS nachgeschaut

werden, ob im entsprechen-

den Streckenabschnitt geschützte

Reptilien leben. Über die Datenbank

werden zusätzliche Informationen

bezüglich der vorkommenden

Arten und der zu berücksichtigenden

Maßnahmen verfügbar gemacht.

Das GIS soll auch für weitere

natur- und umweltschutzrelevante

Informationen mit Bezug zum

ÖBB Streckennetz genutzt werden.

Beispielsweise wurde bereits

eine Verknüpfung mit dem Geodatenportal

der österreichischen Bun -

desländer (http://www.geoland.at)

hergestellt, die es ermöglicht, die

österreichische Schutzgebietslandschaft

(Nationalparks, Naturschutzgebiete,

Landschaftsschutzgebiete

etc.) in Bezug zum Streckennetz

der ÖBB darzustellen. Somit lässt

sich mit wenigen Klicks feststellen,

ob bei einem Eisenbahninfrastrukturprojekt

rechtlich geschützte Gebiete

direkt oder indirekt berührt

werden.

Übrigens muss man keine große

Sorge wegen der Giftigkeit der

Schlangen haben. Sie sind nicht

aggressiv und das Gift wäre auch

nur für Kinder oder durch Krankheit

geschwächte Personen gefährlich.

Sollte es doch jemals zu

einem Biss kommen, kann man

das Gegengift rasch über den Reptilienzoo

Happ beziehen. q

10 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Umweltschutz projekte

der ÖBB-konzern engagiert sich auch abseits der kampagne vielfaltleben für die Biodiversität.

im frühjahr 2008 startete das konzernweite Programm „ÖBB & Natur" mit dem ziel, die

Potenziale für ausgleichsflächen, renaturierung, lebensraumvernetzung, artenschutz und

Biotoppflege zu erheben und entsprechende Maßnahmen zu setzen. vom Planungsbeginn

bis zur umsetzung der Bauvorhaben wird darauf geachtet, die eingriffe in die Natur möglichst

gering zu halten. auf den folgenden seiten bekommen sie einen Überblick über ÖBB-umweltschutzprojekte.

Ökologisches Flächenmanagement

vom Grünbuch über das bibermanagement und die Pflege der natur entlang

von bahnstrecken bis zur vegetationskontrolle

die ÖBB sind einer der größten grundbesitzer in Österreich. daraus resultiert eine besondere

verantwortung beim umwelt- und Naturschutz. um dieser gerecht zu werden, wurde ein

sog. grünbuch erarbeitet. es dient als wissenschaftliche grundlage dazu, die landschaftlichen

Besonderheiten von ÖBB-flächen gezielt zu erhalten oder sogar zu optimieren.

Ziel des Grünbuchs ist ein

Flächenmanagement auch

nach ökologischen Kriterien,

um den Eisenbahnverkehr für

die belebte Natur möglichst verträglich

zu machen. Die Studie,

die zusammen mit dem Institut für

Ökologie der Universität Wien,

dem WWF und dem NAtUR-

SchUtZBUND erstellt wurde, umfasst

im Wesentlichen zwei teile:

Modul 1 „Ökologisches Flächenmanagement“:

hier wird

die Sensitivität der Landschaften

und Lebensräume entlang der

Bahnlinien untersucht, mit deren

Verkehrsaufkommen verknüpft,

um daraus eine Konfliktpotenzialkarte

zu erstellen. In Modul 2

„Angewandtes ökologisches Flächenmanagement“

werden naturschutzfachlich

sinnvolle Optimierungsmaßnahmen

an ausgewählten

Streckenabschnitten erarbeitet,

aber auch Maßnahmen zum Pflegemanagement

von ÖBB-Flächen

vorgeschlagen.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Konkret werden Streckenbereiche

computergestützt nach ökologischen

Krite rien bewertet und anhand

von Karten dargestellt. Diese

Karten geben einen österreichweiten

Überblick, wo und wie konkrete

Maßnahmen entlang des

Bahn netzes gesetzt werden können.

Dadurch können die

Ressourcen des Umweltmanagements

gezielt und kosteneffizient

eingesetzt werden, gleichzeitig

wird ein Optimum an Umweltschutz

gewährleistet. Das Grünbuch

stellt eine naturschutzfachliche

Ergänzung zur Arbeit des

ÖBB Umweltmanagements dar

und soll als zusätzliches hilfsmittel

bei den Aktivitäten an den

Streckenabschnitten dienen. q

Angewandtes

ökologisches

Flächenmanagement

Kor -

almbahnstrecke

(Kainachbrü -

cke): Vorland -

absenkung

an der Kainach

im Bereich von

Weitendorf zur

Schaffung

von Überflutungsräumen

mit neu angelegtemFlachwasserbereich

Fotos © ÖBB/Communicationfactory

11


Öbb & natur

Auch das Widderchen(Agapeta

zoegana) findet

an den tro -

ckenheißen

hängen entlang

der Mittenwaldbahn

ideale Lebensbedingungen.

dafür sorgen

Mitarbeiter

der ÖBB, hier

am Seil von

Peter habeler.

© Tiroler Landesmuseen

(Peter Buchner,

Siegfried Erlebach)

artenvIelfalt & Karwendelbahn

Pilotprojekt zur

Pflege der natur

entlang von

Bahnstrecken

die karwendelbahn zwischen innsbruck

und scharnitz zählt zu den schönsten

und beeindruckendsten gebirgsstre -

cken europas. halbtrocken- und tro -

ckenrasen überziehen die hangbereiche

entlang des schienenstranges und

stellen besondere rückzugsgebiete für

tier- und Pflanzenarten dar. dies erfordert

fingerspitzengefühl bei der Pflege.

Mit einer spektakulären

Abseilaktion, bei der

sich unter der Führung

von Extremalpinist Peter habeler

verschiedene teams in die steilen

Bahnböschungen wagten, wurden

die Pflegemaßnahmen im Bereich

des Innsbrucker Speckweges gestartet.

Die tro ckenrasen oberhalb

der Bahntrasse sind sowohl im

Österreichischen trockenrasenkatalog

als schützenswert angeführt

(„trespen-trockenrasen“) als

auch im Biotopinventar von Innsbruck

als Biotop ausgewiesen

(„trockenrasen entlang des Bahndammes

der Mittenwaldbahn“).

hervorgehoben werden einerseits

der Artenreichtum der Fläche

sowie die Lage im unmittelbaren

urbanen Siedlungsraum.

Auch zoologische

Detailerhebungen

bestätigen diese Sondersituation.

Das Schöne

und das Naturreiche sind

aber nicht immer und überall

eine Augenweide und ein

Lebensraum, wenn Bewirtschaftung

oder Pflege ausbleiben.

Anlässlich des Besuches der

UN-Friedensbotschafterin und bekannten

Verhaltensforscherin

Prof. Jane Goodall 2004 in Innsbruck

wurden finanzielle Erlöse

aus einer charity-Veranstaltung

als Initialzündung für diese Projektidee

verwendet. In einem ersten

Schritt wurde seitens der Universität

Innsbruck ein Monitoringkonzept

entwickelt, um den Fortbestand

des Lebensraumes zu sichern

bzw. wieder zu verbessern.

funktionierende Seil -

schaften im Steilhang

Gemeinsam mit den Partnern

ÖBB, Universität Innsbruck, tiroler

Landesmuseen, Jane Goodall

Institut Austria und Stadt Innsbruck

konnte 2005 der Startschuss

gegeben werden. Unter Einbindung

der beiden österreichischen

Everestlegenden Peter habeler

und Wolfgang Nairz, sowie den

Kletterassen Reinhold Scherer

und David Lama wurden im Rahmen

einer Abseilaktion die steilen

Böschungen im Akkord gemäht

und vom dichten Rasenfilz befreit.

tatkräftigste Unterstützung kam

auch von der 1. Roots & Shoots

Jugendgruppe in tirol, die unter

der Leitung von thomas Medicus

in den Projektjahren 2005-07 mitwirkte.

2008 konnten mit dem tiroler

Maschinenring und der Firma

Mussmann zwei weitere Projektpartner

gewonnen und damit notwenige

Mäharbeiten als auch die

Kompostierung des anfallenden

Grünschnitts kostenlos abgedeckt

werden. Ohne die gezielte Umsetzung

von Maßnahmen würden im

Laufe der Zeit zunächst spezielle

Futterpflanzen verschwinden und

in Folge auch Falter wie beispielsweise

der „himmelblaue Bläuling“.

Mit 2009 endete diese erste

12 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Projektphase mit einer Fülle von

interessanten und überaus spannenden

Forschungsergebnissen.

flora & fauna

Die floristische Zusammensetzung

der Flächen ist charakteris -

tisch für anthropogen bedingte

magere und trockene Rasenflächen.

Der östliche teil ist weniger

stark geneigt, nährstoffreicher,

nicht zuletzt auch durch Nährstoffeintrag

vom Rand her (Eutrophierung),

und etwas stärker mit

Wasser versorgt. Das Resultat ist

vergleichsweise üppigerer Bewuchs.

Unter den dominanten Arten

sind vermehrt Stickstoff liebende

zu finden bzw. Arten, die einen

größeren Feuchtigkeitsbedarf

haben. Dieser teil wird von Fieder-Zwenke

(Brachypodium pinnatum)

dominiert. Der Rest der

Fläche zeigt wesentlich kargeren

Bewuchs und deutlich lückigere

Vegetationsstruktur. Dominierende

Gräser sind die Aufrechte tres pe

(Bromus erectus) und der Furchen-Schwingel

(Festuca rupicola).

Insgesamt wurden im Rahmen

der Begehungen 125 Arten an höheren

Pflanzen festgestellt. Zu den

bereits oben erwähnten Vertretern

weisen die Flächen einige floristische

Besonderheiten für den

Raum Innsbruck, teils aber für tirol

insgesamt auf. So sind das

Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides)

und das Europa-Bartgras

(Botriochloa ischaemum), beides

ebenfalls typische Süßgräser der

halbtrocken-trockenrasen, nicht

selten.

Die schmetterlingskundlichen

Erhebungen seitens des tiroler

Landesmuseums (Peter huemer,

Kurt Lechner und Alois Ortner)

ergaben trotz des stichprobenartigen

charakters immerhin 170 Arten.

Darunter befinden sich hoch

spezialisierte, zum teil selbst tirolweit

nur von wenigen Stellen

bekannte, gefährdete und für den

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Innsbrucker Raum schon seit Jahrzehnten

verschollene Arten. Sogar

ein Neufund für tirol konnte

verzeichnet werden.

Für einen großen teil

der registrierten Schmetterlingsarten

sind gute

Voraussetzungen (Na -

hrungs pflanzen, Mi -

kro klima) für eine erfolgreiche

Entwick -

lung an den trockenheißen

hängen entlang der

Mittenwaldbahn vorhanden.

Erhebungen zur Schneckenfauna

(Kiss Yvonne) ergaben 23

Schne ckenarten, darunter

sechs Arten, die in der

Roten Liste Österreichs

in einer Gefährdungskategorie

geführt werden.

nachfolge -

projekt

Die Flächen

am Speckweg in

Innsbruck haben

sich als sehr artenreiche

und unbedingt erhaltenswerte

Lebensräume erwiesen.

Die Maßnahmen, die seit

2005 gesetzt werden, zeigen Wirkung

in die erhoffte Richtung. Um

diesen ersten Ansatz nicht „totlaufen“

zu lassen, ist es sinnvoll, die

Maßnahmen fortzuführen, damit

der langfristige Erhalt des Standortes

gewährleistet wird. Ein

Nachfolgeprojekt ist auch

bereits angedacht und soll

zusätzlich zu der „Kernfläche“

am Speckweg

um weitere halbtrockenrasen

im Großraum

Inns bruck zu einem Biotopverbund

erweitert werden.

q

Öbb umweltSchutzProjeKte

Artenvielfalt auf den Karwendeltrockenrasen:

himmelblauer Bläuling, Blaukernauge

und Blassstirniges Flechtenbärchen

13


Öbb & natur

Alles verdrängendeNeophyten:

Japanisches

Springkraut an

der Inntaltrasse,

Kanadische

Gold rute an der

Karwendelbahn,

Ambrosien am

Bahnhof Salzburg,Staudenknöterich,riesenbärenklau

an

der haltestelle

Allerheiligen

Fotos

© ÖBB/Thomas Schuh;

ÖBB/Robert Mühlthaler

(2); UBA/Franz Essl;

Uni Ibk/Konrad Pagitz

neophyten – Bahnstrecken

als ausbreitungskorridore

Bahngleise sind wertvolle grünachsen und lebensräume für zahlreiche tier- und

Pflanzenarten. leider sind sie auch ein idealer ausbreitungskorridor für eingeschleppte,

gebietsfremde Pflanzen, sog. Neophyten. diesem im wahrsten sinne

des wortes wachsenden Problem wollen sich nun die ÖBB verstärkt widmen.

das Verfrachten von tierund

Pflanzenarten – ob

absichtlich oder unabsichtlich

– in Regionen, die nicht

zu ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet

gehören, trägt schon

seit den großen Völkerwanderungen

zur Artenschutzproblematik

bei. Durch die globalisierten handelsströme

der Weltwirtschaft in

den letzten Jahrzehnten hat sich

das Problem weiter verschärft.

Von den in Österreich vorkommenden,

nicht heimischen Arten,

auch „Aliens“ oder „Neobiota“

genannt, ist derzeit nur ein kleiner

teil naturschutzfachlich problematisch

(35 Pflanzen- und 47

tierarten sowie 6 Pilzarten*).

Die meisten dieser Organismen

gehen im neuen Lebensraum zugrunde,

weil sie keine geeigneten

Lebensbedingungen vorfinden.

Einige können sich aber langfris -

tig anpassen, wie eine zunehmende

Zahl von sog. „Globalisierungsgewinnern“

beweist: Sie zeigen

sogar stark invasive tendenzen,

breiten sich seuchenartig aus

und verdrängen die „Globalisierungsverlierer“.

Diese, meist ohnehin

auf eng begrenzte Lebensräume

zurückgedrängt, geraten

nun durch die konkurrenzstarken

Neulinge zusätzlich in Bedrängnis.

Dazu gehört etwa der Purpur-

Storchschnabel (Geranium purpureum),

der aus dem Mittelmeerge-

biet kommend sich jüngst auf

Bahnanlagen rasant ausgebreitet

hat. In entlegenen Bahnhofsarealen

können sich aber auch Gehölze,

wie häufig der Sommerflieder

(Buddleja davidii), ansiedeln. Das

aus Südafrika stammende Schmalblatt-Greiskraut

(Senecio inaequidens)

hat sich in Österreich seit

der Mitte der 1980er Jahre entlang

hochrangiger Straßen und der Eisenbahnlinien

ausgebreitet. Auch

Neophyten, die als Saatgutverunreinigungen

verschleppt werden

und beim Umladen von Gütern

auf den Gleiskörper gelangen und

dort später keimen, bereiten große

Schwierigkeiten.

Ein großes Problem sind vor

allem Drüsiges Springkraut (Impatiens

glandulifera), Staudenknöterich

(Fallopia japonica),

Beifußambrosie (Ambrosia artemisiifolia),

Riesenbärenklau (Heracleum

mantegazzianum), Kanadische

Goldrute (Solidago canadensis),

Robinie (Robinia pseudoacacia)

und Götterbaum (Ailanthus

altissima), da diese Arten

auch negative Auswirkungen auf

Bahnbetrieb und -erhaltung haben

können. Allen genannten Arten ist

gemein, dass sie mit unterschiedlichsten

Lebensraumbedingungen

gut zu Recht kommen, sehr konkurrenzstark

und starkwüchsig

sind. Einmal an einem Platz gelandet,

können sie in kürzester Zeit

alle anderen Pflanzenarten verdrängen

und bilden monotone

Reinbestände. Probleme für die

Bahn ergeben sich vor allem

durch rasches Überwuchern technischer

Anlagen und Signale, erhöhte

Kosten durch häufigere Vegetationskontrolle,

Gefährdung

von Mitarbeitern und Kunden

durch toxische Pflanzen, wie Beifuß-Ambrosie

oder Riesenbärenklau

und Beeinträchtigung ökologischer

Ausgleichsmaßnahmen.

Zunehmend finden sich auch

Auflagen in den Bau-Bescheiden,

die ein gezieltes Neophyten-Management

seitens der ÖBB verlangen,

um eine weitere Ausbreitung

einzuschränken. Nachträgliche

Bekämpfung erweist sich als äußerst

aufwändig und von wenig

Erfolg gekrönt. Daher sollte die

Prävention an erster Stelle stehen:

entsprechende Pflege der Bahnböschungen

und Bahngräben, um

das Aufkommen von Neophyten

zu erschweren, bei Neu- und Ausbauprojekten

auf Böden und

Pflanzenauswahl achten, standortgerechte,

„neophyten-robuste“ Vegetationsdecken

erhalten.

Die ÖBB wollen bei diesem

thema vor allem auf Bewusst -

seinsbildung, gezielte Information

und spezifische Maßnahmen an

Problemstellen setzen. Sie arbeiten

deshalb mit österreichischen

Neophyten-Experten wie Prof.

14 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Konrad Pagitz (Universität Innsbruck)

sowie Dr. Franz Essl und

Dr. Wolfgang Rabitsch (Umweltbundesamt)

zusammen.

Für die Zukunft sind EU-weit

rechtliche Regelungen zu erwarten,

die u.a. die haftungsfrage für

Schäden klären sollen. Denn eini-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

ge besonders problematische invasive

Arten (insgesamt 14 Neophyten)

verursachen bereits jetzt hohe

Kosten durch Bekämpfungsmaßnahmen,

Schäden in der Landund

Forstwirtschaft, der Wasserwirtschaft,

der Fischerei etc.. Eine

2009 für die EU erstellte Studie

Vegetationskontrolle

sicherheit und technische zuverlässigkeit stehen bei

den ÖBB an erster stelle. deshalb werden gleiskörper

und zugänge zu Bahnhöfen und haltepunkten regelmäßig

von Bewuchs freigehalten.

Vielleicht fragen Sie jetzt:

Können zarte Pflanzen

wirklich den Zugverkehr

beeinträchtigen? Was für Bahnreisende

als Kulisse schön anzusehen

ist, ist im Gleisbereich ein Sicherheitsrisiko:

Regenwasser kann

nicht mehr ungehindert abfließen

und beeinträchtigt damit die Funktion

des Gleisbettes und auch die

Fahrtgeschwindigkeit. Außerdem

muss zu jeder Zeit die freie Sicht

auf Signale gewährleistet sein. Bei

den Arbeiten im Gleisbereich soll

auch niemand über Pflanzen stolpern

und sein Leben gefährden.

Die gesetzlichen und betrieblichen

Vorgaben führten dazu, dass bei

den ÖBB fast ausschließlich

Blattherbizide zum Einsatz gelangen.

Spritzzug – ein

high-tech-fahrzeug

Seit 2006 kommt für die Bekämpfung

des Bewuchses ein eigens

konstruierter Spritzzug zum

Einsatz. Dieser teilt den Gleisbereich

in neun, mit einer Kamera

überwachte teilabschnitte. Aus

den gewonnenen Bildern ermittelt

ein computer das Mischungsverhältnis

des Blattherbizides und

wie viel davon bei welchen Spritzdüsen

versprüht wird. Dadurch

werden nur Bereiche mit störendem

Bewuchs besprüht, was den

Verbrauch um gut 40 % reduziert.

Gesprüht wird nur in der Wachstumsphase,

aber noch vor der Blüte

(Ende April, Anfang Mai) – außer

bei starkem Wind, bei Regenwetter

oder während langer tro -

ckenperioden. Ausgenommen sind

Quelleneinzugs- und Wasserschutzgebiete.

Außerhalb des Gleiskörpers

kommen Mähmaschinen zum Einsatz.

Eine besondere herausforderung

ist die Bewirtschaftung von

Extensivzonen. Je nach Gelände

und Bewuchs muss die Extensivzone

alle 5 – 15 Jahre zur Sicherstellung

der Streckenverfügbarkeit

bearbeitet werden. Oft können

schwer zugängliche Steilhänge

nur mit Spezialgeräten und hubschraubereinsätzen

von gefährlichem

Bewuchs befreit werden.

„Wir durchforsten strategisch

Öbb umweltSchutzProjeKte

des Instituts für Europäische Umweltpolitik

schätzt die jährlichen

Beträge zur Schadensbegrenzung

auf mindestens 12 Mrd EUR. Die

Problematik der Neobiota zeigt

auch, dass es völlig unmöglich ist,

die unkontrollierte Ausbreitung

von „andersartigen“ Organismen

zu verhindern, während die Vertreter

der Gentechnik-Landwirtschaft

immer noch davon überzeugt

sind, dass sie ihre Mutanten

zügeln können. q

*ESSL & RABItSch 2002

Mähaktion mit dem zweiwege bagger

rechts und links vom Bahnkörper

einen bestimmten Bereich, der je

nach Geländeart unterschiedlich

definiert ist. Mähen, Mulchen und

die Entfernung Umsturz gefährdeter

Bäume sichern freie trassen,

erzählt Nikolaus Wahl, ÖBB-Infrastruktur

AG. q

Spritzzug im

Einsatz: die kleinen

Bilder zeigen

die angebrachtenKameras

sowie die

elektronische

Über wachung

© ÖBB/Helmut

Haunlieb

15


Öbb & natur

Lawinenver -

bauungen

im alpinen

Gelände

© ÖBB (alle)

naturgefahren: Schutz der

Eisenbahninfrastruktur

Über 150 jahre Bahnbau in den gebirgsregionen Österreichs bedeuten

150 jahre erfahrung im sorgfältigen umgang mit der Natur.

die teilgesellschaft ÖBB-

Infrastruktur AG betreibt

ein rund 5.700 km langes

Schienennetz und sichert daher

die Eisenbahninfrastruktur gegen

Naturereignisse wie Lawinen,

Steinschlag, hochwasser, Muren

oder Stürme. Von Wildbächen, Lawinenstrichen

und Felswänden

ausgehende Gefahren sind typisch

für den alpinen Raum. Österreichweit

werden 165.000 Laufmeter

Steinschlag- und Lawinenverbauungen

betreut, 2.700 ha Felsflächen

überwacht und 2.800 ha

Schutzwälder bewirtschaftet. höheres

Verkehrsaufkommen, kürzere

Zugintervalle, steigende Sicherheitsanforderungen

und Qualitätsansprüche

der Kunden verlangen

eine permanente Anpassung an die

Sicherheitserfordernisse. hochspezialisierte

Mitarbeiter leisten

einen wertvollen Beitrag zur Gewährleistung

der Sicherheit. Sie

verfügen über kombiniertes tech-

nisches, forstliches, landschafts -

ökologisches und betriebliches

Wissen. Spezialkenntnisse über

Arbeiten am Seil im Steilgelände,

über spezielle forstliche tätigkeiten,

Lawinenkunde und Arbeitnehmerschutz

ergänzen die Kompetenzen

der Mitarbeiter.

Schutzverbauungen

Gegen Naturgefahren helfen

Lawinen- und Steinschlagver -

bauungen sowie Wildbach und

Uferschutzanlagen. Investitionen

in Lawinenanbruchverbauungen,

Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren

garantieren sichere

Verkehrswege. Modernste technische

Überwachungssysteme, Datenbanken

und geographische Informationssysteme

unterstützen

bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung

und Erneuerung von

Schutzbauten. Die Beteiligung an

und Initiierung von Forschungsprojekten

garantiert hohes techni-

Instandhaltung von Schutzverbau -

ungen und Aufarbeiten eines Waldbrandes:

ÖBB-Spezialisten im Einsatz.

sches und wissenschaftliches

Know-how.

Schutzwaldbewirtschaftung

und Ingenieurbiologie

Intakte Schutzwälder bieten

vorbeugenden Schutz gegen Naturgefahren.

Sie stabilisieren Böden

und verhindern Rutschungen,

Erosion und den Anbruch von Lawinen.

Um einen gesunden, stabilen

Wald zu erhalten, muss er auch

16 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


angepasst bewirtschaftet werden.

Nur so kann er seine Schutzwirkung

optimal entfalten. Diese Zuwendung

macht sich bezahlt, da

ein intakter Schutzwald in der Bewirtschaftung

etwa ein Zehntel einer

vergleichbaren technischen

Verbauungsmaßnahme kostet. Die

Ingenieurbiologie arbeitet mit lebenden

Werkstoffen. Die festigende

Wirkung des Wurzelsystems

von Pflanzen wird, wo es möglich

ist, anstelle von technischen Verbauungen

zur hangsicherung eingesetzt.

Diese Methode sowie

weitere landschaftsökologische

Maßnahmen sorgen für einen sensiblen

Umgang mit Natur und

Landschaft.

Informationsund

warnsys teme

Frühwarnsysteme und ein eigener

Wetterbericht unterstützen

Entscheidungen im Bereich des

Managements von Naturgefahren.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Die Vorhersage von Starkregen,

Sturm, Schneefällen sowie das

Abfragen der Pegelstände an Flüssen

dienen dem frühzeitigen Erkennen

von handlungsbedarf.

Überwachungssensoren registrieren

die Überschreitung von

Schwellenwerten. Der Gefährdungsgrad

durch Lawinen entlang

der alpinen Streckenabschnitte

wird durch die freiwilligen Mitglieder

der ÖBB-Lawinenkommissionen

beurteilt. Anhand von

Beurteilungen und Gutachten werden

Risiken- und Gefahrenanalysen

erstellt.

Schutzwaldbewirtschaftung

am beispiel

auernigwald

Die Schutzwirkung der Bannwälder

entlang der tauernstrecke

erfordert eine optimale Pflege der

Flora. Dazu gehört die selektive

holzentnahme, um einer Überalterung

des Bestandes vorzubeugen,

ebenso wie z. B. die Förderung

von Jungwuchs. Nur so kann

der Wald seine Schutzwirkung optimal

entfalten.

Der Auernigwald liegt östlich

von Mallnitz, oberhalb des Bahn-

Öbb umweltSchutzProjeKte

hofes und der tauernbahn (Kärnten)

nach Böckstein (Salzburg). Er

ist teil der Außenzone des Nationalparks

hohe tauern. Die durchschnittliche

hangneigung beträgt

70 %. Der Wald selbst ist von steilen

Riesen, die ihren Ursprung im

oberen teil des Gebietes haben,

durchzogen. Von dort und vom

Gipfel des Auernig geht die größte

Bedrohung der Bahnlinie und des

Ortes durch Lawinen und Steinschlag

aus. Um dem entgegenzuwirken

wurden in diesen Bereichen

teilweise großflächige technische

Verbauungen durchgeführt.

Zusätzlich treten auf Grund des

schiefrigen Grundgesteines und

der flachen humusauflage Beeinträchtigungen

des Wachstums der

stockenden Bestände und Steinschlagschäden

auf. „Allgemein ist

im Projektgebiet eine Überalterung

der Bestände zu beobachten,

und bei mangelnder Waldpflege

würde der Waldaufbau an Stufigkeit

einbüßen. Der Verlust der Stufigkeit

bedeutet unweigerlich eine

Abnahme der Schutzwirksamkeit“,

erklärt clemens Schekulin,

ÖBB-Infrastruktur AG. (siehe

auch Artikel „Days of protected

areas“ auf Seite 49). Aus diesem

Grund bedarf es intensiver Waldpflege.

q

Inspektion von

Schutzverbauungen.

die Aufforstung

mit standortgerechtenBaumundStraucharten

im Auernigwald,

einem

Bannwald oberhalb

des Bahnhofes

Mallnitz,

ist notwendig,

um die Schutz -

wirkung zu erhalten.

v.l.o.

17


Öbb & natur

Biber haben die

neuen Ausgleichsflächen

angenommen.

ziel ist ein möglichstkonfliktfreiesNebeneinander

von Bahn

und Biber zu ermöglichen:

die

Biberbeauftragte

für tirol beim Lokalaugenschein

in der Schaftenau.

© piclease-Klaus Jäkel;

Robert Mühlthaler;

Romed Norz

Biberschutz entlang der Bahn

die ÖBB sind sich der Berührungspunkte und der sich daraus ergebenden konfliktpotenziale

zwischen Bahninfrastruktur und den lebensräumen der Biber im unterinntal bewusst. es gilt

vertretbare lösungen für ein möglichst harmonisches Miteinander zu finden.

die zentrale Frage lautet:

„Was wünscht sich der

Biber und wo bzw. wie

können die ÖBB unter Einhaltung

aller Auflagen für den sicheren

Bahnverkehr seine „Wünsche“ erfüllen?

Biber sind gemäß Anhang

II und Anhang IV der EU-FFh-

Richtlinie innerhalb der EU als

besonders schützenswerte tiere,

an denen gemeinschaftliches

Interesse besteht, angeführt und

genießen daher auch im tiroler

Naturschutzrecht einen besonderen

Schutzstatus. Nachdem der Biber

in Österreich bereits ausgerottet

war, zeigen die Wiederansiedelungs-

und Schutzanstrengungen

der letzten Jahre nun Wirkung.

Derzeit gibt es 13 Biberreviere

mit ÖBB-Bezug in tirol.

Experten der ÖBB und die Biberbeauftragte

des Landes tirol,

Mag. Nadin haslwanter-Egger,

haben konkrete Schritte

vereinbart: Die ÖBB-

Infrastruktur AG entwickelt

gemeinsam

mit der AbteilungUmwelt-

ÖBB-Forsttechniker dI Peter dirninger, der im

rahmen seiner tätigkeiten mit Biberrevieren

in Kontakt kommt.

schutz der tiroler Landesregierung

Standards für Bewirtschaftungspläne,

die ein möglichst konfliktfreies

Nebeneinander von

Bahn und Biber ermöglichen. Dazu

zählen auch Strategien und entsprechende

Präventivmaßnahmen

für Liegenschaften, in denen ein

sicheres Nebeneinander von Bahn

und Biber nicht möglich ist. Die

gezielte Bepflanzung mit Baumund

Straucharten von niedrigem

Wuchs anstelle von hohen Bäumen

soll einen nachhaltigen Vorteil

bei der Umsetzung von Pflegemaßnahmen

in der Zukunft

bringen. Darüber hinaus schulen

und sensibilisieren die ÖBB jene

Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer

tätigkeiten entlang des Schienennetzes

mit Biberrevieren in Kontakt

kommen. Biber helfen ihrerseits

durch ihr Fressverhalten bei

der natürlichen Verjüngung des

Pflanzenbestandes und tragen damit

langfristig zur Senkung der

Bewirtschaftungskosten bei. Als

Landschaftsarchitekten“ schaffen

Biber Lebensraum für viele andere

tier- und Pflanzenarten und

wirken sich positiv auf die Wasserqualität

und die Biodiversität

aus. Diese als Ökosystemdienstleistung

bezeichnete Biberbautä-

tigkeit wurde in Deutschland sogar

monetär bewertet, d.h. an vergleichbaren

Renaturierungskosten

durch Menschenhand gemessen

und beträgt stolze 10.500 EUR pro

Biber im Jahr.

renaturierungsmaß -

nahmen zeigen erfolg

Auf einer ökologischen Ausgleichsfläche

im Nahbereich der

laufenden Bahnbauarbeiten im

Unterinntal hat sich eine Biberfamilie

niedergelassen. Die betreffende

Ökofläche ist das „Flaggschiff“

der Begleitmaßnahmen

zum Bau der neuen Unterinntalbahn.

Um tieren und Pflanzen

schon vor Beginn der hauptbaumaßnahmen

die Besiedlung der

Biotope zu ermöglichen, sind die

ÖBB bereits seit 2003 aktiv:

Flusslandschaften werden nachgebildet,

die mit ihren kargen Böden

vor allem widerstandsfähigen Pionierpflanzen

sowie seltenen Amphibien

und Insekten als Lebensraum

dienen. Dadurch soll die

durch den Bahnbau verursachte

Beeinträchtigung der Natur im

Unterinntal ausgeglichen werden.

Die Behörde hat nun die Einrichtung

von rund 30 standorttypischen

Flächen vorgeschrieben. q

18 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Öbb umweltSchutzProjeKte

Wildtierkollisionen

wildtierkollisionen, besonders mit sehr gefährdeten arten, sind im Bahnverkehr ein Problem,

wenn auch ein viel kleineres als im straßenverkehr. die ÖBB sind hier aktiv um Naturschutz

bemüht: in einer gemeinsamen initiative mit der jägerschaft werden entlang

ausgewählter streckenabschnitte wildschäden erhoben und protokolliert.

Besonders wichtig ist es, Informationen

zum Verhalten

z.B. der Greifvögel im

Nahbereich der Bahn durch die

„triebfahrzeugführerInnen“, wie

das im Fachjargon heißt, zu bekommen.

Bei ihrer Ausbildung

leisten die beiden teamleiter Werner

haubenwallner und Peter

Brunner von der ÖBB-Produktion

Gmbh wertvolle Arbeit in Sachen

Information: So erklärten sich einige

triebfahrzeugführer, die z. t.

selbst Jäger sind, bereit, Aufzeichnungen

über die Anzahl und Art

der verunfallten tiere zu führen.

Dies wurde über den gesamten Februar

diesen Jahres auf den Stre -

cken Wien bis Nickelsdorf (Parndorfer

Platte), Wien bis hohenau

(Marchauen), tulln bis Krems

(Donauauen), Wien bis Salzburg

und Wels bis Passau durchgeführt.

lebensraum zerschneidung

täglich werden in Österreich

ca. 20 ha Boden (das entspricht

fast 30 Fußballplätzen) durch diverse

Bauvorhaben versiegelt. Die

Lebensräume für Wildtiere werden

durch den ständig größer werdenden

Flächenbedarf verkleinert

und verinseln zunehmend. Wan-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

derrouten für Luchs, Rotwild,

Fischotter, Frosch & co. werden

unterbrochen und so auch der notwendige

genetische Austausch für

viele Arten erschwert oder gänzlich

unmöglich gemacht.

ergebnisse

Das Ergebnis der Aufzeichnungen

ist witterungsbedingt sehr

günstig ausgefallen, d.h. es wurden

keine seltenen tiere (Seeadler,

Fischadler) getötet oder auch

nur ein Kadaver eines solchen tieres

entdeckt. Allerdings wurden

Seeadler in der Nähe der Bahnanlagen

gesichtet. Den tod fanden

jedoch ein Schwan, einige Rehe,

hasen und Fasane sowie zwei

Wildschweine. Leider wurden

auch einige streunende oder verwilderte

Katzen und ein hund von

der Bahn erfasst. Die Kadaver

müssen rasch von den Gleisen entfernt

werden, damit keine anderen

tiere, wie Füchse oder Greifvögel

angelockt und durch den Bahnverkehr

gefährdet werden.

In Deutschland gelten Bahnkollisionen

bei Seeadlern als eine der

häufigsten todesursachen, weil

dort einige Bahntrassen sehr nahe

an Stellen mit hohen Populations-

dichten dieser tiere

vorbeiführen. In

Österreich besteht

das höchste Seeadlerkollisionsrisiko

an den Stre -

cken entlang

der

March

und auf der Parndorfer Platte, die

daher auch von den ÖBB genauer

beobachtet werden. Zur größten

Bedrohung dieser majestätischen

Vögel gehören übrigens Bleivergiftungen,

da sie angeschossene

Wildtiere und Wildaufbruch fressen

und dabei erhebliche Mengen

an Bleimunition aufnehmen.

Die LokführerInnen werden

auch weiterhin genaue Aufzeichnungen

führen. Die daraus gewonnenen

Erkenntnisse geben Aufschluss,

ob weitere Schutzmaßnahmen

nötig sind. q

Ein noch nicht

ganz erwachsener

Seeadler.

das höchste

Kollisionsrisiko

für diese Beutegreifer

besteht

an den Bahnstrecken

an der

March und auf

der Parndorfer

Platte.

© Wolfgang Alexander

Bajhor; ÖBB

19


Öbb & natur

Erdkröten legen

während der

Laichwanderung

mehrere Kilometer

zurück.

© Arge NATUR-

SCHUTZ/Karina Smole-

Wiener

20

Bahnanlagen: wertvoller

lebensraum mit tücken

Bahnanlagen bieten vielen gefährdeten tierarten wertvollen

lebensraum aus zweiter hand. andererseits können lärmschutzwände,

schächte, stromleitungen und entwässerungsanlagen

auch zu tückischen Barrieren und fallen werden. die

ÖBB unternehmen einiges, um diese fallen zu entschärfen.

das Netz der ÖBB bildet

mit über 5.700 km Stre -

ckenlänge nicht nur die

Basis für eine nachhaltige Mobilität

von Menschen und Gütern,

sondern ist an vielen Stellen auch

Rückzugsort für zahlreiche gefährdete

tier- und Pflanzenarten

geworden. Besonders Amphibien

und Reptilien (herpetofauna)

scheinen eine Vorliebe für Bahnanlagen

zu haben, da sie dort häufig

attraktive Strukturen vorfinden:

Feuchte Bahngräben, Ersatzgewässer

und Durchlässe sind bevorzugte

Plätze der Amphibien,

während sich die Reptilien besonders

an den offenen, trockenen

und sonnigen Bahnböschungen

und Natursteinmauern wohl fühlen.

Gleichzeitig können Lärmschutzwände,Entwässerungseinrichtungen

und Schächte den tieren

zum Verhängnis werden. In einem

für Österreich einzigartigen

Projekt soll nun gemeinsam mit

Kärntner herpetologen an neuralgischen

Stellen untersucht wer-

den, wie solche tierfallen und

Barrieren entschärft werden könnten

und wo sich besonders wertvolle

Strukturen für Frosch & co

befinden. Die ÖBB arbeiten dabei

mit der Arge NAtURSchUtZ

zusammen, einem Verein, der

auch für den Amphibienschutz an

den Kärntner Straßen zuständig ist

(www.amphibienschutz.at).

In einem ersten Schritt werden

Gleisstreckenabschnitte ausgewählt,

die entweder in der Nähe

von Schutzgebieten, bekannter

Amphibien- bzw. Reptilienvorkommen

oder Amphibienwanderstrecken

liegen. Die Arge NAtURSchUtZ

dokumentiert die

lokalen Verhältnisse vor Ort, zeigt

Problemstellen auf und erarbeitet

Lösungsvorschläge. Zur Sicherheit

der Naturschutzfachleute werden

bei Bedarf auch eigene Sicherheitsposten

bereitgestellt.

Ein weiteres Ziel ist es, die naturschutzfachlich

besonders wertvollen

Strukturen – sonnenexponierte

Bahnböschungen, Bahngrä-

ben und Natursteinmauern – als so

genannte „hot Spots“ in einem

geografischen Informationssystem

(GIS) zu verorten, um diese Informationen

für spätere Bau- oder Instandhaltungsmaßnahmenverfügbar

zu machen. Dadurch sollen

unbeabsichtigte Beeinträchtigungen

vermieden und Pflegemaßnahmen

soweit möglich auf die

Bedürfnisse der tiere abgestimmt

werden.

Für offene Betongräben (Grabenmauern,

Kabelkanäle im Zuge

von Bauarbeiten) und Schächte,

Über die offene Entwässerungs -

rinne in Magersdorf/Kärnten verläuft

eine Amphibienwanderstre -

cke. hier soll in Kürze Abhilfe geschaffen

werden. Auch Entwässerungsschächte

– wie im Bild oben

an der tauernachse – können

Kleintieren zum Verhängnis werden.

Über Ausstiegshilfen können

gefangene tiere den Schacht wieder

verlassen.

© Arge NATURSCHUTZ/Karina Smole-Wiener


ei denen nicht ausgeschlossen

werden kann, dass tiere hineinstürzen,

werden gemeinsam mit

den ÖBB-Lehrwerkstätten Aus-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

stiegshilfen für Kleintiere hergestellt.

Damit leisten auch die

ÖBB-Lehrlinge einen wichtigen

Beitrag für dieses Projekt und

werden für das thema Naturschutz

sensibilisiert.

vogelschutz an

Übertragungsleitungen

hochspannungsleitungen können

besonders für große Vogelarten

zu Flughindernissen werden.

Damit Vögel Leitungen auch bei

neuer lebensraum

für Fledermaus & Co

das Projekt „Natur findet stadt“ fördert die artenvielfalt auf

einem ÖBB-areal in innsbruck und schafft Nist-, Brut-, futter-

und lebensräume für wildtiere.

Gemeinsam mit der Stadt

Innsbruck, dem Land tirol

(Abteilung Umweltschutz)

sowie den Biologen Anton

Vorauer und christoph Walder

führen die ÖBB im Rahmen des

Projektes „Natur findet Stadt“

konkrete Artenschutzmaßnahmen

durch. Am Beispiel der ÖBB-Immobilie

in der Innsbrucker

claudia straße, die rund 10.000 m²

groß ist, wird das Engagement für

die Schaffung von Lebensräumen

im urbanen Bereich dargestellt.

Mit einfachen Mitteln bekommen

verschiedenste Wildtierarten mitten

in Innsbruck ideale Bedingungen

für ihre Entwicklung.

Gezielte Maßnahmen bieten

Vögeln und Fledermäusen geeignete

Nisthilfen, geben Igeln und

Eidechsen eine Wohnung oder den

Schmetterlingen eine bedarfsgerechte

Wiese. Insgesamt erhalten

zehn verschiedene tierarten ideale

Lebensräume, die von der Gebäudefassade

über die Baumkrone bis

zur Steinmauer oder Schmetterlingswiese

reichen. Fünf übersichtliche

Schautafeln geben Mitarbeitern

wie Besuchern hintergrundinformationen

zu den tierarten

und machen den Innenhof zu

einem Lehrpfad der Artenvielfalt

im urbanen Bereich. „Gerade als

Projektleiter von Großbaustellen

ist es enorm wichtig, die Interessen

von Natur und Mensch in Einklang

zu bringen. Dieser kleine

Lehrpfad soll uns und die Besucher

täglich daran erinnern“, so

ÖBB Projektleiter Günter Oberhauser.

Sensibilisierung für die

artenvielfalt vor der

eigenen haustüre

Bei der Neugestaltung des

Innenhofes bei einem ÖBB

Dienstgebäude in Innsbruck wur-

Öbb umweltSchutzProjeKte

Vogelschutz fahnen an der Bahnstromleitung

verhindern im Großtrappenschutzgebiet Kollisionen

mit den großen Vögeln. © ÖBB

ungünstigen Lichtverhältnissen

gut erkennen können, werden

hochspannungsleitungen in ornithologisch

bedeutenden Abschnitten

mit sog. Vogelschutzfahnen

bestückt. Von Angern an der

March bis nach Mistelbach z. B.

erfolgte dies auf rund 36 km, in

und nahe dem grenzüberschreitenden

Großtrappenschutzgebiet wird

die Bahnstromleitung im Großraum

Zellerndorf auf einer Länge

von rund 24 km mit den schwarzen

und weißen Vogelschutzfahnen

bestückt. q

den an der Außenfassade Nisthilfen

für Mauersegler angebracht,

im kleinen „Wald“ im Innenhof

sollen Singvögel und Fledermäuse

(wie Zwerg- und Rauhautfledermaus)

neue Quartiere bekommen.

Überwinterungshäuschen für Igel,

Bruchstücke von Verbundsteinen

als Verstecke für Eidechsen und

kleine Wiesen für Schmetterlinge

& co runden die Artenschutzinitiative

der ÖBB ab. Mit wenig Aufwand

eine große Wirkung zu erreichen,

war das erklärte Ziel. q

Projekt „Natur

findet Stadt“:

Nisthilfen und

Schautafeln zur

Neugestaltung

des Innenhofes

der ÖBB-Immobilie.

das Projekt

gründet auf

der vor einigen

Jahren vom Naturschutzbund

Österreich

durchgeführten

gleichnamigen

Kampagne.

© ÖBB

21


Öbb & natur

Bundesweit sollen in den nächsten Jahren alle

ineffizienten und die für nachtaktive tiere besonders

schädlichen Quecksilberdampflampen

gegen Natriumdampf-hochdrucklampen (Fullcut-off

Lampen) ausgetauscht werden – wie

hier am Bahnhof Guntramsdorf. © ÖBB

22

lIchtverSchmutzunG

Weißt du,

wie viel Sternlein

stehen?

das bekannte wiegenlied stellt eine

frage, die heute nicht mehr so leicht

zu beantworten ist. seit vor rund hundert

jahren die ersten außenbeleuchtungen

europas elektrisch wurden,

steigt der grad der nächtlichen Beleuchtung

stetig. Mit der folge, dass

rund um städte ein großteil der sterne

am nächtlichen himmel verhüllt wird,

zugvögel irritiert sind und lampen zur

lichtfalle für insekten und falter werden.

eine eigene initiative unter dem

titel „die helle Not“ richtet sich gegen

lichtverschmutzung, eine besondere

form der umweltverschmutzung.

Kunstlicht im Freien ist ein wichtiger

Bestandteil zeitgemäßer Eisenbahninfrastruktur.

Beleuchtete Bahnsteige,

Park & Ride-Anlagen oder Zufahrtswege erhöhen

den Komfort und die Sicherheit. Schlecht

konstruierte Straßen- und Wegebeleuchtungen

geben ihr Licht diffus an die Umgebung ab.

Nur ein kleiner teil des Lichts wird effektiv

zur Ausleuchtung des Bodens verwendet. Der

überwiegende teil geht damit verloren, trägt

zur Lichtverschmutzung bei und die eingesetzte

Energie ist verschwendet. Die ÖBB setzen

daher auf eine bedarfsorientierte Beleuchtung,

gezielten Lichteinsatz mit geringem Streulichtanteil

sowie moderne Beleuchtungstechnik.

Das reduziert Betriebskosten, schont das Klima

und reduziert die Lichtverschmutzung. Für

nachtaktive tiere ist die künstliche Beleuchtung

ein besonderes Problem.

modernste lichttechnik

Nicht nur Städte und Gemeinden engagieren

sich aktiv für eine energieeffiziente und umweltverträgliche

Beleuchtung, auch verschiedene

Unternehmen wie z.B. die ÖBB haben

diese thematik aufgegriffen: Bundesweit sollen

in den nächsten Jahren alle ineffizienten

und für nachtaktive tiere besonders schädlichen

Quecksilberdampflampen gegen Natri-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


umdampf-hochdrucklampen ausgetauscht

werden.

Lichtsparende Beispiele sind

hier der Innsbrucker haupt- und

Westbahnhof, der neue hightech-Stützpunkt

in Matzleinsdorf

bei Wien, die Bahnhöfe Baden,

Graz und Bischofshofen, aber

auch auf vielen kleineren Bahnhöfen

wie beispielsweise Guntramsdorf

wurde der Austausch bereits

durchgeführt. Die ÖBB erfüllen

damit auch die im Zuge der Erfüllung

von EU-Vorgaben strenger

werdenden gesetzlichen Anforderungen

an Außenbeleuchtungskörper

und Beleuchtungsmittel. Übrigens:

Natriumdampflampen verbessern

die Gleisfeldausleuchtung

und damit die Arbeitssicherheit erheblich.

Verschubmitarbeiter mit

Warnkleidung sind dadurch besser

erkennbar. Das ist ein wesentlicher

Sicherheitsgewinn für den

gesamten Arbeitsablauf.

technologie-Symposium

von japan rail und Öbb

Einen wortwörtlich „Guten

tag“ (japanisch: konnichi wa,

sprich: konnitschi ua) erlebten

150 Mitarbeiter der Japan Rail

West Gmbh, die im Rahmen der

Japan-Woche in Graz gemeinsam

mit ÖBB-Experten zum Gedankenaustausch

in Sachen Energiesparen

und Umwelt- sowie Klimaschutzstrategien

der jeweiligen

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Öbb umweltSchutzProjeKte

der Orionnebel ist im Lichtkreis von Wien kaum wahrzunehmen.

Moderne Leuchttechnik kann dies verbessern, die Umwelt schonen

und Betriebskosten reduzieren: ÖBB-Mitarbeiter Wolfgang

zangerl beim Leuchtmitteltausch © Helga Dirnwüber; ÖBB

Unternehmen zusammentrafen.

Die gesteckten Ziele liegen dabei

durchaus hoch – wobei die ÖBB

hinsichtlich cO 2 -Einsparung als

Musterschüler glänzten und das

von der Europäischen Union vorgegebene

Ziel (minus 16 %) mit

einer Reduktion von 30 % längst

übertrafen.

Dass die Erfahrungen und Ziele

der beiden Bahn-Unternehmen

sich nicht gravierend unterscheiden,

wurde anhand der Vorträge

der JR-Manager Nohiriko Yoshie

(technischer Direktor) und Masa-

to Yamaguchi (Leiter der Marketingabteilung)

deutlich. Seit einigen

Jahren laufen in Japan so wie

auch bei den ÖBB Schulungsprogramme

für „energiesparendes

Fahren“ sowie Anstrengungen,

durch neue technologien die

Bremsenergie wieder in den Elektrizitäts-Kreislauf

einzuspeisen,

wie es die ÖBB mit der „taurus-

Lok“ bereits erfolgreich praktizieren.

„Bis zu 40 % an Energie lässt

sich so einsparen“, betonte Yoshie.

Dem Schutz der Umwelt wird

auch bei den ÖBB breiter Raum

gewidmet, bestätigten

die ÖBB-Programmmanager

Leopold cecil

und Robert Mühlthaler.

Eigene Programme gibt

es etwa in den Bereichen

erneuerbare Energie,

Energieeffizienz

bei Gebäuden, Bewusstseinsbildung

beim

Kunden sowie „Lichtverschmutzung“,

die

sich nachteilig auf

Mensch, tier und Umwelt

auswirkt. q

Japan rail trifft

ÖBB: UmweltundProgrammmanager

robert

Mühlthaler präsentierte

der Japanischendelegation

die Broschüre

„die helle

Not“ zur Vermeidung

von

Lichtverschmutzung.

© ÖBB

23


Öbb & natur

natur in

Planung und Bau

P r o j e k t e

Fachberater Umwelt

Umwelt Know-how in der Projektabwicklung

die ÖBB-Infrastruktur AG wickelt eine Vielzahl von Bauprojekten

ab. das Spektrum reicht dabei von „Jahrhundertprojekten“,

wie Semmeringbasistunnel, Koralmtunnel

oder hauptbahnhof Wien, bis zu kleineren Verbesserungen

im Bestandsnetz. So genannte „Fachberater Umwelt“

sollen künftig den Umweltschutz in der Projektabwicklung

weiter optimieren.

Um den steigenden Anforderungen hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit

bei Projekten gerecht zu werden und intern umweltfachliches

Know-how kombiniert mit eisenbahnspezifischem

Wissen aufzubauen, wurde die Funktion des

„Fachberaters Umwelt“ geschaffen. dieser steht den Projektleitungen

für sämtliche umweltrelevanten themen zur Verfügung

und soll auch externen Planern und Behörden ein kompetenter

Ansprechpartner sein. Um eine Optimierung der Umweltleistungen

zu erreichen, muss der Fachberater Umwelt in einem möglichst

frühen Planungsstadium eingebunden werden. Gemeinsam

mit der Projektleitung wird eine „Umweltprüfung“ mittels

checkliste durchgeführt. Anschließend werden die relevanten

Umweltauswirkungen mit Maßnahmen versehen.

Je nach Projekttyp werden Natur- und Umweltschutzanliegen

mit unterschiedlichen Instrumenten sichergestellt: Für Großprojekte,

die bestimmte Schwellenwerte überschreiten, ist eine

Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach dem UVP-Gesetz

durchzuführen. zurzeit werden von der ÖBB-Infrastruktur AG 14

UVP-pflichtige Projekte abgewickelt. Mit der UVP-G Novelle

2009 werden zahlreiche weitere Infrastrukturprojekte einem vereinfachten

Verfahren zu unterziehen sein.

die Eisenbahnbauentwurfsverordnung 2008 als wichtiges Genehmigungsinstrument

des Eisenbahnrechts, brachte ebenfalls

steigende Anforderungen an das Umweltmanagement. Es ist

bei genehmigungspflichtigen Vorhaben anzuwenden, die nicht

dem UVP-Gesetz unterliegen und verlangt einen Bericht über

die Umweltauswirkungen des Vorhabens (Stichwort „Kleine

UVP“).

der „Fachberater Umwelt“ als interne Serviceleistung befindet

sich noch im Aufbau und soll am Ende österreichweit zur Verfügung

stehen. Als lernende Organisation in einem sehr dynamischen

Umfeld bietet sich der ÖBB-Infrastruktur AG damit eine

einmalige Gelegenheit, Umweltexpertise aufzubauen und die

Umweltverträglichkeit der Bahn weiter zu erhöhen.

Win-win-Situation

in Windschnurn

im zuge des lückenschlusses der tauernbahn

südrampe konnten eisenbahnkreuzungen aufgelassen,

grundstücke gekauft und ein Naturschutzgebiet

aufgewertet werden. damit gelang

eine bisher einmalige lösung eines vielfältigen

Problems mit gleich drei gewinnern: den ÖBB,

den Menschen und der Natur.

die Errichtung neuer Sicherungsanlagen im Raum

Spittal erforderte eine weitgehende Überprüfung

sämtlicher Bahnanlagen in diesem Bereich. Dabei

sollten zwei unbeschrankte Eisenbahnkreuzungen 1 in

Windschnurn/Gemeinde Lendorf umgebaut werden. Die

beiden Übergänge erschlossen landwirtschaftliche Flächen

zwischen Eisenbahntrasse und Drau. Die Lösung ist

zumindest für Österreich einmalig: Die ÖBB konnten sich

mit den Grundeigentümern und dem Land Kärnten, das in

der Region noch eine Ausgleichsfläche für das Straßenbauprojekt

B 100 suchte, über einen Verkauf der Flächen

einigen. Somit konnten die beiden Eisenbahnkreuzungen

ersatzlos aufgelassen werden.

Gewinn für alle

Beispiel einer technisch nicht

gesicherten Eisenbahnkreuzung

Insgesamt investierten die ÖBB in den Grunderwerb rund

470.000 Euro. Ein Neubau der Eisenbahnkreuzungen hät-

1 Unter Eisenbahnkreuzung versteht man einen niveaugleichen

Übergang einer Straße oder eines Weges über die Bahngleise.

24 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


te sich jedoch mit mehr als

900.000 Euro zu Buche geschlagen.

Da die Grundfläche direkt an

das Natura 2000-Gebiet „Obere

Drau“ anschließt, bedeutet dies eine

Erweiterung der auch als „Berger-Pusta“

bekannten Fläche um

ca. 16 ha. In den nächsten Jahren

wird die Fläche schrittweise nach

ökologischen Kriterien renaturiert

(LIFE-Projekt): Biotope und

Kleingewässer werden angelegt

sowie der Auwald revitalisiert. Zu

den Leitarten des Gebiets gehören

seltene tier- und Pflanzenarten,

wie huchen, Dohlenkrebs, Eisvogel,

Flussuferläufer, Zwergrohrkolben

und Deutsche

tamariske. Bereits

fertig gestellte Fluss -

aufweitungen zeigen,

dass nicht nur geschützte

tiere und

Pflanzen profitieren,

sondern auch die

Menschen in der Region:

Die hochwassersicherheit

hat sich

verbessert, neue Oasen

der Erholung sind

entstanden, ein Großteil

der Projektkosten

fließt in die regionale

Wirtschaft, die Obere

Drau wird als teil des

Lebens- und Wirtschaftsraumes

positiv

wahrgenommen.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Durch die isolierte Lage dieser

neuen Flächen kann sich hier ein

besonders ungestörter Rückzugsraum

für die Natur entwickeln.

Auch Bahnkunden profitieren davon,

bietet sich ihnen in diesem

Bereich doch ein ganz besonderes

Landschaftserlebnis.

In den Lückenschluss der

tauernsüdrampe investierten

die ÖBB rund 108 Mio. Euro. Die

Leis tungsfähigkeit der tauernachse

wurde damit wesentlich gesteigert.

q

(Siehe auch Beitrag „Days of protected

areas“, Seite 49)

bauProjeKte

Windschnurn/Gemeinde Lendorf: die erworbenen

Grundflächen, die sog. „Berger

Pusta“, liegen genau in einem zwickel zwischen

tauernbahn und drau. das Bild links

zeigt den Ist-zustand der Flächen zum zeitpunkt

des Grundstückskaufes. die Montage

oben zeigt die Einbindung ins Natura

2000-Gebiet Obere drau wie es nach dem

„Gestaltungskonzept Berger Pus ta“ aussehen

soll: Ersatzbiotop für Eisvogel & co.

© Umweltbüro Klagenfurt/Jürgen Petutschnig;

Michael Tiefenbach

25


Auch der huchen

profitiert

von den ökologischenMaßnahmen.

Im hintergrund

die im zuge

des Projektes

ebenfalls

neu entstandene

Brü cke über

die Laßnitz bei

Gussendorf

© ÖBB

auf einer Streckenlänge

von rund 130 km, davon

32,9 km Koralmtunnel,

entsteht eine zweigleisige hochgeschwindigkeitsstrecke,

die die

Fahrtzeit von Graz nach Klagenfurt

auf eine Stunde verkürzen

wird. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens

wurde eine Vielzahl

an ökologischen, ingenieurbiologischen

und landschaftspflegerischen

Maßnahmen erarbeitet.

Dazu gehören die ökologische

Ausgestaltung zahlreicher Gerinne

und Bachläufe an Durchlässen,

Straßenüberführungen und Brü -

ckenbauwerken sowie Bachauf-

artenvielfalt profitiert

vom Bau der Koralmbahn

die koralmbahn ist die verlängerung des transeuropäischen korridors in den oberitalienischen

raum und eines der größten Bauvorhaben in Österreich. Ökologische Maßnahmen

im steirischen abschnitt feldkirchen – deutschlandsberg wirken sich positiv auf die durch

monotonen Maisanbau dominierten talböden von kainach und laßnitz aus.

weitungen und großen Vorlandabsenkungen,

besonders im Bereich

der Kainach (Weitendorf) und

Laßnitz (Preding und Groß St.

Florian). Durch diese Vorlandabsenkungen

(120.000 m² bzw.

300.000 m²) entstehen nicht nur

großartige Naturlebensräume,

sondern auch hochwasserwirksame

Retentionsräume, die sowohl

für den Menschen als auch unsere

natürliche Umgebung einen wesentlichen

Beitrag zur Erhöhung

der Lebensqualität leisten.

Damit nicht genug, entschied

man sich für viele weitere ökologische

Maßnahmen: standortgerechte

und einheimische Pflanzenarten,

Anlage von Baumreihen

und Alleen, Errichtung von Wildschutz-

und Fischotterzäunen sowie

Wildleiteinrichtungen. Zu

Letzteren zählen auch Brückenbauwerke

als Querungshilfen, die

speziell bepflanzt wurden, um sie

für Wildtiere attraktiv zu machen.

Die Baumaßnahmen an der

Kor almbahn werden von ökologi-

Übersicht über die Koralmbahn (rot)

als teil des Baltisch-Adriatischen

Korridors (gelb). das Bild re. zeigt,

dass trotz der Baumaßnahmen die

Graureiherhorste zugenommen haben.

© ÖBB

26 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


schen Bauaufsichten begleitet –

ein wesentlicher Beitrag zur Umweltsicherung.

Graureiherschutz

In unmittelbarer Nähe der

hauptbaustelle auf steirischer Seite

des Koralmtunnels befindet sich

eine der größten Graureiherkolonien

südlich der Alpen. Um die

tiere nicht unnötig zu beunruhigen,

werden Rodungen nur außerhalb

der Brutzeit durchgeführt,

blendfreie Natriumdampflampen

für die Außenbeleuchtung eingesetzt

und die höhe der Kräne und

Anlagen beschränkt. Künstliche

Wasserversorgung soll den Wasserhaushalt

im Waldbereich der

Kolonie gewährleisten. Ein mehrjähriges

Monitoring bestätigt mittlerweile

die Wirksamkeit der

Maßnahmen: trotz Baumaßnahmen

nahm die Zahl der horste zu.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Im zuge der Laßnitzumlegung

wurden großzügige,

naturnah gestaltete retentionsräume

(Foto li.) geschaffen.

der neue Flusslauf ist -

im Gegensatz zum zuvor

hart verbauten Gewässer

(Foto Mitte) - bis zu 30 m

breit - ein Gewinn für die Biodiversität

im ehemals durch

monotone Maisfelder geprägten

talboden. Über

8.000 Fische und Krebse

wurden dabei in den neu gestalteten

Lebensraum umgesiedelt

(Foto. r.). © ÖBB

laßnitzverlegung:

harte verbauung wich

naturnaher Gestaltung

Im Gemeindegebiet von Groß

St. Florian musste die hart verbaute

Laßnitz auf rund 0,8 km verlegt

werden, weil sie im trassenbereich

der zukünftigen Koralmbahn

liegt. Da historisches Kartenmaterial

in diesem Bereich ein stark

mäandrierendes und verzweigtes

Gewässersystem zeigt, entschied

man sich für einen naturnahen

Rückbau mit Raum für ein naturnahes

Gewässersystem, das mit

bis zu 30 m Breite gleichzeitig als

hochwasserretentionsraum fungiert.

Auch Platz für tümpel,

Feuchtwiesen, Schilfflächen, Auwald-

und Sukzessionsflächen

wurde geschaffen. In Abstimmung

mit den Fischereiberechtigten

wurden tiefwasserstellen für

Großfische angelegt und die rund

8.000 abgefischten Fische und

Krebse, darunter auch Bachforelle,

Äsche, huchen und Nase,

schonend umgesiedelt. 11.000

Steckhölzer aus standortgerechten

Pflanzenarten fanden am neuen

Bahndamm und im Verlegungsbereich

eine neue heimat.

Schulprojekt

„neue laßnitz“

Schülerinnen und Schüler der 3.

Klasse des BRG Modellschule in

Graz erstellten unter Anleitung der

ÖBB-Projektleitung und der ökologischen

Bauaufsicht ein Untersuchungs-

und Monitoringprogramm

für den neu gestalteten

Flusslauf der Laßnitz. Damit wurde

dieser neu geschaffene Lebensraum

„begreifbar“ gemacht und

die Veränderungen der tier- und

Pflanzenwelt dokumentiert. Die

Kinder lernten durch Bestimmungsübungen

Wasserinsekten,

Flusskrebse und Libellen kennen,

führten Fließgeschwindigkeitsmessungen

durch und dokumentierten

die Zusammensetzung der

Flusssohle. 2010 führen Schülerinnen

und Schüler der Modellschule

als sog. „coaches“ Jugendliche

der ortsansässigen hauptschule

Groß St. Florian in das

Schulprojekt ein. q

bauProjeKte

„Lernen in der Natur“ wurde beim Schulprojekt

„Neue Laßnitz“ groß geschrieben.

© ÖBB

27


die neuen Lebensräumewurden

besonders

gerne von Amphibien,

wie der

Gelbbauchunke

angenommen.

© Robert Hofrichter

Unterinntal:

neue lebensräume an der Bahn

der Bau der neuen unterinntalbahn ist mit eingriffen in die Natur verbunden.

ausgleichsmaßnahmen sichern eine positive Ökobilanz.

Baugruben, tunnelausbruch

und Materiallager –

die intensive Bautätigkeit

für die neue Bahn im tiroler

Unterinntal ist zwischen Kundl

und Baumkirchen deutlich sichtbar.

Vorübergehend prägen die

Zeugen des Baugeschehens das

Landschaftsbild. Doch der höhepunkt

der Bauaktivität ist bereits

überschritten. In vielen Gemeinden

sind die Rohbauarbeiten erfolgreich

abgeschlossen. Wo vor

kurzem noch Baumaschinen aufgefahren

sind, ist heute die Renaturierung

voll im Gange.

Abgesehen von den Maßnahmen

zur Wiederherstellung des

Landschaftsbildes sind die ÖBB

im Unterinntal intensiv mit der

Schaffung von ökologischen Ausgleichsflächen

und Ausgleichs -

maßnahmen befasst. Ziel ist es,

selten gewordene Lebensräume

wieder anzubieten. So werden beispielsweise

wechselfeuchte Mulden,

strukturierte Fließgewässer

oder Standorte mit mageren Böden

neu geschaffen, damit Amphibien,

Vögel, Fische

und Insekten

neue Entwick -

lungsmöglichkeiten

finden.

Erste Ökoflächen wurden schon

vor Baubeginn eingerichtet, um

sie für eine rasche Besiedlung attraktiv

zu machen. Drei und fünf

Jahre nach Fertigstellung wird die

Wirkung aller Ökomaßnahmen

überprüft, Fische, Amphibien oder

Insekten gezählt, deren Vorkommen

in Plänen dargestellt und die

Ergebnisse von Experten interpretiert.

Die bisherigen Ergebnisse

übertreffen alle Erwartungen: Seltene

Arten wie Eisvogel, Kleinspecht,

unterschiedliche Libellenarten

und auch Gelbbauchunken

haben sich bereits auf den von den

ÖBB neu geschaffenen Flächen

angesiedelt.

feuchtbereiche Kundl

Auf ca. 7,5 ha ehemals landwirtschaftlich

genutzter Fläche

wurden 2004 zwischen bestehender

Westbahn und Kundler Gießen

ökologische Ausgleichsmaßnahmen

umgesetzt. Feuchtbereiche

unterschiedlicher Größe und tiefe

wurden angelegt, das Gelände mit

totholz und Steinhäufen strukturiert.

So entstanden Sonnenplätze

für Reptilien, Unterschlupfmöglichkeiten

für Amphibien und

Insekten. Eine Kontrolle 2009

zeigte, dass sich vor allem

Vögel wie der Kleinspecht und

das teichhuhn, Libellen, wie der

Große Blaupfeil und Amphibien

erfolgreich angesiedelt haben.

renaturierung

maukenbach

An dieser wird seit 2008 auf

800 m Länge gearbeitet. Die bisherige

Gerinneführung verlief in

einem betonierten, strukturlosen

Kastengerinne. Durch angekaufte

Flächen bekommt der Maukenbach

künftig Platz für eine „natürliche“

Ausdehnung. Eine Niedrigwasserrinne

und der an der Mündung

errichtete Fischaufstieg sorgen

auch in der kalten Jahreszeit

bei Niedrigwasser für geeignete

Wandermöglichkeiten. Bestehende

Bäume und Sträucher wurden

in den Verlauf des neuen Gerinnes

integriert und im Bedarfsfall

durch Geländemodellierung und

Bepflanzung ergänzt. Diese Maßnahmen

und eine Wildunterführung

unter der Bahn sorgen mittelfristig

dafür, dass auch das Wild

wieder an den Inn wandern kann.

Ab Sommer 2010 wird der

Maukenbach in seinem neuen

Bachbett verlaufen. q

28 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Inn:

Streckenaufweitung

zwischen Schärding

und Wernstein

umfassende ökologische Begleitmaßnahmen ließen

unterschiedliche uferformen und rück -

zugsgebiete für fisch & co. entstehen.

2005 erfolgte der Startschuss

für die Erneuerung

bzw. Streckenaufweitung

zwischen Schärding–Wernstein.

Die Errichtung der taxengrabenbrücke

war zweifellos der sensibelste

Abschnitt des Projektes,

denn die Streckenbegradigung berührte

teile des Auwaldes. Bereits

bei den Planungen spielte der

Schutz der Natur eine zentrale

Rolle. Von Anbeginn an wurden

von einem ökologischen Landschaftsplaner

alle Umsetzungsvorgaben

aus Sicht des optimalen Naturhaushaltes,

Landschaftsbildes

und Erholungswertes in einer

landschaftspflegerischen Detailplanung

verankert. Somit war von

Anfang an festgelegt, dass die

trasse mit einer entsprechenden

Bepflanzungsplanung in das

Landschaftsbild eingebunden

wird. „Auf den Dammschüttungen

im Inn schließen Bäume langfris -

tig die Landschaftsnarbe“, betont

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Landschaftsplanerin DI Brigitte

Sladek. „Dazu verwendeten wir

ausschließlich qualitativ hochwertiges,

heimisches Pflanzenmaterial!“

Auf bewusst von humus freigehaltenen,

also mageren Standorten

entstand Lebensraum für seltene

tiere und Pflanzen. Ausschließlich

Saatgut mit Pflanzen

der Inntalwiesen, z.B. Wiesensalbei,

kam hier zum Einsatz.

vielfältige uferformen

Um die neue Inn-Bucht soll

wieder eine Auwaldlandschaft

ent stehen. Deshalb wurden die

Ufer so niedrig gelegt, dass sie

jährlich überschwemmt werden

können – eine Voraussetzung

für die

Ausbildung einer

Weidenau. Steilund

Flachufer sowie

abgetrennte,

stehende Wasserflächen

schaffen

neuen Lebensraum für Amphibien

und den hier heimischen Biber.

Die Innaufweitung bietet auch

Rückzugsbereiche für Fische. Der

Inntalwanderweg führt rund um

die neue Innaufweitung. Bei den

Bächen wurde besonderer Wert

auf die Durchgängigkeit für tiere,

wie den Fischotter, gelegt.

Das Land Oberösterreich, die

Bh und die Stadt Schärding, die

Gemeinden Wernstein und Brunnenthal

arbeiteten bei der Planung

und Bauabwicklung eng zusammen.

Das hat im ökologischen Bereich

unter anderem zu einer Novität

im Eisenbahnbau, dem so genannten

„tabu-Flächenplan“ geführt.

Das sind

Flächen, wo absolut

keine Bauarbeiten,Zwischenlagerungen

oder sons -

tige Arbeiten gestattet

werden. q

bauProjeKte

Bild links außen und Mitte:

Fertig gestellte Feuchtbereiche

der ökologischen Ausgleichs -

maßnahmen in Kundl (Mai 2009),

die alle Erwartungen übertrafen:

Seltene Arten, wie Kleinspecht

und Eisvogel, haben sich hier

niedergelassen.

© ÖBB/Infrastruktur AG; Michael Tiefenbach;

A. Thaler/BirdLife

Bei den umfassendenökologischen

Aus -

gleichsmaßnahmen

im Bereich

der taxengrabenbrückewurde

besonderer

Wert auf die

durchgängigkeit

von Bächen –

u.a. für den

Fischotter –-

gelegt.

© ÖBB/Projektleitung

Schärding-Wernstein;

Hans Glader

29


Öbb & natur

Baustelle auf der

italienischen

Seite in Mauls:

Begrünte Erdwälle

und Felsflanken

beim

tunnelportal

© Tappeiner

Brenner Basistunnel:

höchste Umweltstandards

schon während der Bauzeit des Brenner Basistunnels, der

von innsbruck bis nach franzensfeste führen wird, sollen alle

technisch möglichen Maßnahmen gesetzt werden, um eingriffe

in die Natur und auswirkungen auf luft, wasser, landschaft,

Ökosystem und nicht zuletzt den Menschen gering zu

halten.

Besonderes Augenmerk

liegt auf der landschaftlichen

Einbindung der

Bauwerke. „Die engen täler des

Wipp- und Eisacktales sind sensible

Lebensräume. Der Brenner

Basistunnel ist nicht nur eine

außergewöhnliche Bauingenieurleistung,

sondern auch eine herausforderung

für den Schutz und

die nachhaltige Gestaltung unseres

Lebensraumes“, erklärt Prof.

Konrad Bergmeister, Vorstand der

Brenner Basistunnel Ges. Im Vorfeld

werden vor allem im Bereich

der Baustellen und der tunnelportale

ökologische Maßnahmen gesetzt.

Baustellenflächen werden

mit Erddämmen begrenzt, mit

Sträuchern, Steckhölzern und Grä-

ser-Kräuter-Mischungen begrünt,

die Felsflanken im Portalbereich

zum Schutz vor Naturgefahren

stabilisiert und renaturiert.

Beim größten tunnelbauprojekt

Europas fallen insgesamt rund 16

Mio. Kubikmeter Ausbruchmaterial

an. Ein optimiertes Materiallogistikkonzept

entscheidet über die

umweltgerechte Deponierung

oder Weiterverwendung. Unverwertbares

Material wird in Deponien

abgelagert, deren Standorte

in unmittelbarer Nähe der Fens -

terstollen bzw. der Ausbruchstellen

liegen. Das Material wird über

moderne Förderbandanlagen und

unterirdische Stollenverbindungen

direkt zu den Deponien transportiert,

was aufwändige transporte

und Staub-, Lärm- und Luftbelas -

tung reduziert.

Große Sorgfalt wird in die Ausgestaltung

der Deponien gelegt.

Die Einbindung in das Landschaftsbild

und eine nachhaltige

Nutzung waren Bestandteil der

Planung. Derzeit bestockte Waldund

Gehölzflächen werden nach

der Deponieschüttung wieder mit

standorttypischen und heimischen

Baum- und Strauchgehölzen bepflanzt.

Die Deponie Padastertal

wird an der Oberseite ebenflächig

ausgestaltet, um künftig eine landund

forstwirtschaftliche Nachnutzung

(offene Wald-Wiesengesellschaft)

zu ermöglichen und zusätzlich

eine nutzbare Fläche von

12 ha zu schaffen. q

Wienerwald:

Bauen mit

Verantwortung

der wienerwaldtunnel ist teil

der Neubaustrecke zwischen

wien und st. Pölten. das anfallende

ausbruchmaterial

wurde umweltschonend verwertet.

die Neubaustrecke Wien –

St. Pölten ist eine der ers -

ten Infrastrukturprojekte,

die nach den Richtlinien des UVP-

Gesetzes realisiert wird. Die

ÖBB-Infrastruktur AG war sich

von Anfang an der Verantwortung

für die bestehenden Lebensräume

von Menschen und tieren bewusst.

Umweltaspekte haben hier

den gleichen Stellenwert wie Verkehr,

technik und Wirtschaftlichkeit,

weshalb schon in der Planungsphase

ökologische Vorsorge-

und Ausgleichsmaßnahmen

festgelegt wurden, wie etwa Rück -

sichtnahme auf Blüh-, Laich- oder

Brutzeiten. Dazu waren umfangreiche

Erhebungen zum Vorkommen

von tieren und Pflanzen,

Oberflächenwasser sowie zur

Luftqualität und Bodenbeschaffenheiten

durchzuführen.

30 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


die deponie taglesberg im Betrieb.

Auf dem neu entstandenen höhenrücken

wurde der ursprüngliche Mutterboden

wieder aufgebracht. Für

die Bepflanzung kommen standort -

typische Gräser, Bäume und Sträucher

zum Einsatz. © ÖBB

Beim Vortrieb des rund 11 km

langen, zweiröhrigen Wienerwaldtunnels

fielen täglich rund 6.000

m³ Erdmaterial an. Eine besondere

herausforderung war deshalb die

Verwertung des Ausbruchmaterials.

Oberstes Ziel waren möglichst

geringe transportwege, Wiederverwertung

für den Bau der Bahntrasse

und der Lärmschutzwälle

oder Deponierung im Nahbereich,

wie z.B. in der Deponie „taglesberg“.

Um zusätzliche Lkw-Fahrten

zu vermeiden, wurde das Ausbruchmaterial

ähnlich wie beim

Brenner Basistunnel mit Förder -

bändern direkt in die Deponie befördert.

Bevor der neu entstandene

höhenrücken am taglesberg rekultiviert

wurde, erhielt er als

oberste Schicht wieder den ursprünglichen

Mutterboden. Die

Bepflanzung erfolgt mit regionstypischen

Gräsern, Bäumen und

Sträuchern. Das gesamte Bauvorhaben

wird von der Ökologischen

Bauaufsicht überwacht. q

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Bahnstromerzeugung

die erweiterung des kraftwerkes spullersee auf vorarlberger

gebiet führt zu unterschiedlichen standpunkten bei umweltschutzorganisationen

und ÖBB. vom kraftwerksausbau sind

zwei Bäche im einzugsgebiet des tiroler lechs betroffen.

Pro jahr sollen rund 24 Mio. kubikmeter wasser aus dem

zürser- und Pazuel-Bach in den spullersee geleitet werden.

ÖBB StandPUnKt: wasserkraft optimal nützen

Die ÖBB transportieren jährlich

über 200 Mio. Menschen umweltfreundlich

mit der Bahn durch

Österreich. Damit das auch in Zukunft

so bleibt, braucht die Bahn

mehr Energieversorgung. Die

ÖBB wollen den steigenden

Strombedarf für die Bahn möglichst

effizient und umweltschonend

aus eigener Produktion gewinnen

– durch den Ausbau und

die Verbesserung von bestehenden

Kraftwerksanlagen.

Ein Beispiel für diese Strategie

ist das Projekt Beileitung Ost zum

Ausbau des ÖBB-Kraftwerks

Spullersee in Vorarlberg. Dabei

wird die Wasserzufuhr zum Kraftwerk

Spullersee durch eine Beileitung

aus dem Lechgebiet erhöht.

Die Kraft des Wassers wird gleich

doppelt genutzt – in den ÖBB-

Kraftwerken Spullersee und Braz.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Mit der zusätzlichen Wassermenge

aus der Beileitung Ost kön-

nen 50 Mio. kWh mehr Bahnstrom

gewonnen werden. Oder anders

gesagt: Damit können 6.000

Züge zusätzlich zwischen Wien

und Innsbruck fahren! Das bringt

noch bessere Reiseangebote für

Bahnfahrer und erspart der Umwelt

enorme Mengen an cO 2.

Selbstverständlich kann dieser

große gesellschaftliche Nutzen

nicht auf Kosten der Natur gehen.

Die ÖBB sind sich der großen Bedeutung

des Lechs und seiner Zubringerbäche

für das Ökosystem

der Region sehr wohl bewusst.

Aus diesem Grund haben die ÖBB

gemeinsam mit anerkannten Experten

wie z.B. dem Gewässer -

ökologen Mag. christian Moritz

ein umfangreiches Paket für ökologische

Ausgleichsmaßnahmen

erarbeitet. Die Wasserentnahme

und die ökologische Situation des

Baches werden durch eine neue

Messstation laufend überwacht.

Ist der Wasserstand zu niedrig,

bauProjeKte

Speicher Spullersee

mit der

Nordsperre

© ÖBB

31


Öbb & natur

die neue Fischpassage

beim

Kraftwerk Fulpmes

wurde von

ÖBB-Lehrlingen

gebaut.

© ÖBB-Infrastruktur AG

wird die Wasserentnahme sofort

gestoppt. Die laufende Kontrolle

ermöglicht in Zukunft rasche Reaktion

bei ökologischen Problemen

– wie sie in der Vergangenheit

leider mehrfach vorgekommen

sind. Insgesamt investieren

die ÖBB über 2 Mio. Euro in die

Sicherung und Verbesserung der

ökologischen Gesamtsituation im

Lechgebiet.

Der NAtURSchUtZBUND Österreich

lehnt die Ausbaupläne der

ÖBB am Kraftwerk Spullersee

entschieden als falsche Entwick -

lung in einer sensiblen Region ab.

Die Gefährdung eines europaweit

einmaligen Wildflusssystems wie

des Lechs kann niemals ein Beitrag

zu Natur- und Umweltschutz

sein. Vielmehr würde der Verzicht

auf die umstrittenen Wasserableitungen

im Zuge des Spullersee-

Projekts das Image des nachhaltig

wirtschaftenden Unternehmens

ÖBB unterstreichen.

Der Lech ist europaweit ein Referenzgewässer

für ein alpines

Wildflusssystem mit natürlichen

und naturnahen Gewässerabschnitten,

Aulandschaften und

Schluchten. Er ist durch nationales

und internationales Naturschutzrecht

streng geschützt und sogar

natUrSChUtZBUnd-StandPUnKt: festhalten an der nutzung

des lechsystems ist falsches Signal im umweltschutz

Im Stubaital, am Fluss Ruetz, liegt das Bahnstrom-

Kraftwerk Fulpmes. Bereits beim Kraftwerksbau

1977 wurden Fischwanderhilfen hergestellt. Diese

zeigten sich jedoch in den letzten Jahren wenig funktionstüchtig.

Daher wurden die Einrichtungen an den

Stand der technik angepasst.

Ökologen und Sachverständige des Amtes der tiroler

Landesregierung haben im vorliegenden Fall als

sinnvollste Variante die Errichtung eines tümpelpasses

und einer für Fische passierbaren Blocksteinrampe

erachtet. Im Frühjahr 2005 erfolgreich errichtet,

konnte die ökologische Funktionstüchtigkeit bereits

im herbst 2006 durch eine Reusenbefischung nachgewiesen

werden. Seither können Fische die Wehre

überwinden, um Laichplätze zu erreichen, die sich

entgegen der Strömungsrichtung oberhalb dieser Anlagen

befinden.

Die Neuerrichtung der beiden Fischwanderhilfen –

von Lehrlingen der Lehrwerkstätte Innsbruck gebaut

– stellt einen wesentlichen Beitrag zum natürlichen

Gleichgewicht in der Ruetz dar. q

zum Naturpark erklärt worden. Im

Vorfeld wurde von 2001-2006 ein

Life-Projekt durchgeführt, in das

7,82 Mio. Euro investiert wurden.

Wesentliches Ziel des Projektes

war die Erhaltung und Verbesserung

der Dynamik des Lechs. Mit

der von den ÖBB geplanten Erweiterung

des Einzugsgebietes

des Spullersees würde der Lech

erheblich verändert und beeinflusst

werden, wie nicht nur die

Fulpmes:

Fischwanderhilfe an der ruetz

Amtsachverständigen der tiroler

Landesregierung klarstellen.

Dagegen sprechen sich auch

international anerkannte Wissenschaftler

aus: Prof. Dr. Georg

Grabherr, Prof. Dr. Bernd Lötsch,

Prof. Dr. Roland Psenner und

Prof. Dr. Peter Weish. Ebenso wie

über 10 Umweltorganisationen,

darunter NAtURSchUtZBUND,

Greenpeace und WWF sowie der

Vorarlberger Naturschutzlandesrat

Erich Schwärzler.

Aus ökologischen und demokratiepolitischen

Überlegungen

unterstützt der NAtURSchUtZBUND

das „Manifest für den Lech“ und

engagiert sich als Partner der „Arbeitsgemeinschaft

tiroler Lechtal“

gegen den weiteren energiewirtschaftlichen

Verbau des Lechs

und für die Erhaltung und dauerhafte

Sicherung des letzten Wildflusses.

q

Info: http://einefueralle.or.at

32 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Personenverkehr

am Wendepunkt

Grund dafür ist eine

äußerst dynamisierte

und höchst technologi-

sierte Welt, die sich,

wie es scheint, nahezu

im Zeitraffer dreht. Es bleibt der Mensch mit seinen realen

Bedürfnissen. Bedürfnisse nach Sicherheit und Zukunft.

Eine sichere und intakte Umwelt auch in der Zukunft ist uns

wichtig.

Wir sehen Natur- und Umweltschutz als integrierten Bestandteil

unseres Handelns. Das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement

wird unter den Aspekten Ökologie, Ökonomie

und Soziales, umweltgerechte Mobilität und Nachhaltigkeit

vorangetrieben. Stichwort vielfaltleben. Diese Vielfalt

zu bewahren, ist unser aller Auftrag. Das bedingt auch

ein Umdenken der Verkehrsträger im Sinne eines neuen Zusammenspiels

aller Mobilitätsanbieter. vielfaltleben bedingt

eine Vielfalt an neuen, gemeinsamen Konzepten.

Denn eines ist klar: Weder Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug

für sich werden das Mobilitätsbedürfnis der Menschen bewältigen

können. Und das nicht nur aus Kapazitätsgründen,

sondern aus Gründen der Attribute, die jeder Verkehrsträger

mit sich bringt. Kunden, die beispielsweise Individualität suchen,

werden in ihrer Mobilitätskette nicht ohne das Auto

auskommen. Und jene, die Komfort und Geschwindigkeit

suchen, werden bewusst den Zug als Verkehrsmittel wählen.

Unser Strategie lautet: Mit den jetzt laufenden Arbeiten

den Problemen der Gegenwart begegnen und damit für die

Fragen der Zukunft die richtigen Antworten parat zu haben.

Öffentliche Verkehrsmittel sind die Fortbewegungsmittel der

Zukunft. Um aber noch mehr Menschen dazu zu bringen,

auf Bahn oder Bus umzusteigen, müssen die Verkehrsunternehmen

mit Qualität punkten. Die ÖBB arbeiten laufend

daran, die Bahn noch besser zu machen: Die Zugsflotte

wird laufend durch hochmoderne, komfortable Garnituren

ergänzt, die Verbindungen werden optimiert, Infrastruktur

und Service massiv ausgebaut. Der Öffentliche Verkehr

muss leicht zugänglich sein, und zwar für alle! Die Angebote

müssen einfach, verständlich, überschaubar und barrierefrei

sein. Gut funktionierende öffentliche Verkehrsmittel

steigern nicht nur die Umwelt- und Lebensqualität, sondern

sie sind auch ein wichtiger Standortvorteil im internationalen

Wettbewerb“.

Mag. Gabriele Lutter

Vorstandssprecherin ÖBB-Personenverkehr AG

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Mobilität

Green Logistics –

Zukunft im

Güterverkehr

Mobilität

Der ÖBB-Konzern schafft nachhaltige Mobilität.

Etwa 450 Mio. Menschen fahren jährlich mit uns.

Die ÖBB befördern über 90 Mio. Tonnen Güter pro

Jahr. Diese Leistung – einerlei ob im Personenbzw.

Güterverkehr oder beim Infrastrukturausbau –

berührt unmittelbare Bedürfnisse der Menschen

und Wirtschaft. In der aktuellen Ausgabe von „Natur

und Land“ wird ein spezieller Auszug von Mobilitätsleistungen

präsentiert, die im Zusammenhang mit

dem Programm „ÖBB & Natur“ stehen.

Die letzten Jahre waren von einer

zunehmenden Internationalisierung

der Verkehrs- und

Logistikströme geprägt. Dies

gilt besonders für den europä -

ischen Raum, wo durch den

Fall der Grenzen neue Möglichkeiten

zur internationalen

Produktion geschaffen wurden. Die Klimadebatte trägt dazu

bei, dass Politik und Wirtschaft zunehmend alternative Lösungen

für umweltfreundliche Transporte und Logistik fordern. Da

die Schiene unter dem ökologischen Aspekt alle anderen Verkehrsmittel

hinter sich lässt, wird sie zum unverzichtbaren Bestandteil

der globalen „Supply Chain“ Gesamtdienstleistung.

International agierende Unternehmen, die sich ihrer ökologischen

Verantwortung zunehmend bewusst werden, fragen immer

öfter nach einem ökologisch optimierten Transportmix.

Da dieses Entscheidungskriterium bislang aber nur ein Differenzierungsfaktor

bei ansonsten gleich bleibenden Anforderungen

an Preis-Leistungs-Verhältnisse zu anderen Verkehrsträgern

ist, erfordert es eines massiven Umdenkens und alternativen

Handelns der europäischen Verkehrspolitik, um

diese Chancen zu nutzen.

„Grüne“ Logistik erfordert jedenfalls eine ganzheitliche Transformation

von Logistikstrategien, -strukturen, -prozessen und -

systemen in Unternehmen und deren Netzwerken. Ziel ist, die

Schaffung umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozesse

– zum Wohle des Klimas und unserer Umwelt.

KR Prof. Friedrich Macher

Vorstandssprecher Rail Cargo Austria AG

33


Öbb & natur

der triebwagen

talent kann die

beim Bremsen

entstehende

Energie wieder

in das Stromnetz

rück führen.

rechts einer

von 20 erdgasbetriebenen

Bussen in

St. Pölten. ÖBB-

Mitarbeiter leis -

ten gerne ihren

Beitrag. © ÖBB

Klimafreundlich mobil

Beim co 2 -ausstoß sind die ÖBB im vergleich mit Pkw und lkw nicht zu

unterbieten. Mit ihrer klimaschutzcharta wollen die ÖBB noch mehr in eine

positive klimabilanz investieren.

Seit Jahrzehnten zählt die

Bahn zu den umweltfreundlichstenVerkehrsmitteln.

Gerade jetzt, in Zeiten des

Klimawandels und der Klimadis -

kussionen, hat die Bahn eine große

Zukunft. Der ÖBB-Bahnverkehr

erspart Österreich jährlich bis

zu 3,4 Mio. tonnen cO 2. Eine

Fahrt mit dem PKW verursacht

fünfmal mehr cO 2-Emissionen als

eine Fahrt mit dem Bus. Das Ziel,

die Anzahl der Fahrgäste um 30 %

zu steigern, wird zusätzlich für

weitere cO 2-Einsparungen von etwa

einer Mio. tonnen cO 2 sorgen.

Zahlen & Fakten (Stand 2008)

>> 9mal bessere cO2-Werte im

Personenverkehr im Vergleich zum

PKW (in g/Personen-km)

>> 15mal bessere cO2-Werte im

Güterverkehr im Vergleich zum LKW

(in g/tonnen-km)

>> auch der Busverkehr hat geringere

cO2-Werte wie der Individualverkehr

>> ÖBB betreiben acht eigene

Wasserkraftwerke

>> 2008 kamen rund 92 % des

Bahnstroms aus erneuerbarer Energie

„Jede beförderte Person und tonne

mit der Bahn ist ein Gewinn für

die Umwelt“, betont Friedrich

Macher, Vorstandssprecher der

Güterverkehrstochter der ÖBB,

Rail cargo Austria. „Im cO 2-Vergleich

zum LKW ist der Gütertransport

mit der Bahn kaum zu

schlagen. Jede tonne mit der

Bahn transportiert verursacht rund

15mal weniger an klimaschädlichen

cO 2-Emissionen.“ In diesem

Zusammenhang wurde im Juni

2009 die ÖBB-Klimaschutzcharta

veröffentlicht. Sie zeigt auf,

welche hauptansatzpunkte der

ÖBB-Konzern in Angriff nehmen

wird, um die Klimathematik nachhaltig

zu verbessern: Bereitstellung

nachhaltiger Mobilität, noch

effizienteres Mobilitätsmanagement,

Optimierung der Energieef-

fizienz, noch mehr ökologische

Produkte beim Einkauf, Forcierung

alternativer Energien und Bewusstseinsbildung.

erdgasbetriebene umweltfreundliche

busse

Für den Klimaschutz werden alternative

Antriebe immer wichtiger.

hersteller und Betreiber sind

gleichermaßen gefordert, neue

Sys teme zu implementieren. In St.

Pölten setzen die ÖBB-Postbus

Gmbh und die Stadtgemeinde seit

2007 auf Erdgas als umweltfreundliche

Alternative zu Diesel.

Die ersten fünf Busse wurden im

Frühjahr 2007 in Betrieb genommen.

Seit Ende 2007 sind in St.

Pölten rund 20 Busse umweltschonend

unterwegs. Damit ist der

ÖBB-Konzern österreichweit der

erste Betreiber und somit Vorreiter

der umweltfreundlichen cNG

(compressed Natural Gas) technologie.

energiesparen beim zugfahren

Dazu wurden alle Lokführer auf

eine energiesparende Fahrweise

geschult. Ähnlich wie beim Auto

beeinflusst der Fahrstil den Energieverbrauch

sehr stark. Österreichweit

spart das in Zukunft

jährlich 62 GWh Strom, was dem

Verbrauch von 13.000 haushalten

entspricht.

Moderne Loks wie die taurus

oder der triebwagen talent können

beim Bremsen die Bewegungsenergie

wieder in das Stromnetz

zurückspeisen. Das spart

15 % der Energie, die für den Antrieb

der Züge gebraucht wird. q

34 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Güterverkehr: Green logistics

rail cargo austria (rca) ist eine der bedeutendsten güterverkehrsbahnen europas

und fördert innovative lösungen für umwelt- und klimaschutz. als größtes

logistikunternehmen des landes trägt es auch verantwortung für die umwelt.

nun ist das System Bahn

an sich schon umweltfreundlich

und Güter -

trans porte verursachen deutlich

weniger schädliche Emissionen

als der LKW-Verkehr. „Damit geben

wir uns aber nicht zufrieden

und unternehmen laufend Anstrengungen,

nachhaltige Beiträge

zu einer erfreulicheren Ökobilanz

zu liefern“, so RcA-Vorstandssprecher

Friedrich Macher. Beispiele

dafür gibt es viele und alle

laufen unter dem Motto „Green

Logistics“.

Ein Investitionsprogramm für

moderne Güterwaggons sorgt beispielsweise

für eine zunehmende

Verlagerung des Güterverkehrs

von der Straße auf die Schiene.

Aber auch die LKW-Flotte für den

hin- und Abtransport der Güter

wurde modernisiert: 25 neue

LKW der Klasse „EURO 5“ verbrauchen

deutlich weniger treibstoff

und sind deutlich emissionsärmer

unterwegs. Eingesetzt werden

auch taurus-Loks mit hochleistungsrückspeisebremsen.

Der

damit eingesparte Strom könnte

fast 30.000 haushalte ein Jahr

lang versorgen.

anschlussbahn und

rollende landstraße

Zwei Fliegen mit einer Klappe

schlägt RcA im Bereich der Anschlussbahnen.

Zum einen profitieren

die Kunden vom direkten

Zugang zum internationalen

Schienennetz, zum anderen wird

die Umwelt geschont, weil LKWtransporte

entfallen. Beim Wagenladungsverkehr

wickelt RcA

rund zwei Drittel über Anschlussbahnen

ab; in diesen zwei Dritteln

sind Quell- und Zielverkehr ent-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

halten. Von jährlich rund 100 potenziellenAnschlussbahnprojekten

kommen rund 20 bis zur Feinplanung.

Von diesen werden jedes

Jahr rund 10 Anschlussbahnen neu

errichtet und bewirken zusätzlich

1,5 Mio. t Güterumschlag jährlich

auf der Schiene. Ähnlich verhält

es sich beim Angebot der „Rollenden

Landstraße (ROLA)“. 20.000

ROLA-Ganzzüge pro Jahr ersparen

der Bevölkerung rund 70.000 t

cO 2-Ausstoß. Auch dieses Angebot

wird weiter ausgeweitet, vor

allem auf der Brennerstrecke.

co 2-rechner

Wie deutlich der ökologische

Vorteil der Schiene gegenüber der

Straße ausfällt wird seit einiger

Zeit den Kunden im wahrsten Sinne

des Wortes vor Augen geführt.

Auf jeder Rechnung von haushaus-transporten

weist RcA aus,

wie viel weniger cO 2 der Bahntransport

im Vergleich zum LKW

ausgestoßen hat. Möglich ist das

durch ein spezielles It-tool für

die Berechnung.

Kleine Projekte

mit großer wirkung

Energie effizient einsetzen, Abfall

vermeiden oder richtig entsorgen:

Auch im Arbeitsalltag der

RcA-MitarbeiterInnen laufen diverse

kleinere Projekte im Sinne

des Umweltgedankens. So gab es

vor einiger Zeit eine Aufklärungskampagne

rund um Abfalltrennung

bzw. -vermeidung. Seit

herbst 2009 hat die RcA als erste

ÖBB-Gesellschaft einen hybrid-

PKW im Einsatz, für PKW- und

LKW-Fahrer werden Spritspartrainings

angeboten. In einem

Leitprojekt zur Stromreduktion ist

man derzeit auf der Suche nach

sparsamer Industriebeleuchtung

für die Logistikstützpunkte. q

mobIlItät

Brennerstrecke: rollende Landstraße © RCA/L.Beck

35


Alles spricht fürs

Einfach-Raus-Ticket!

Fichtenkreuz schnabel

Bachstelze

Pirol

Elster

Reiher

Wiedehopf

Gimpel

Eisvogel

Ganz ehrlich: Wie viele dieser österreichischen Vögel er ken nen

Sie noch? Nicht einmal die Hälfte? Dann wird es Zeit für das

Einfach-Raus-Ticket der ÖBB: Damit können jetzt Gruppen von

zwei bis fünf Personen um ins gesamt € 28,– in allen Regionalverkehrszügen

der ÖBB * den ganzen Tag fahren – so oft Sie

* Regional zug R, RegionalExpress REX, S-Bahn, Regio S-Bahn RSB

Blaumeise

Storch

Seeschwalbe

Distelfink

Kuckuck

Fasan

Buntspecht

€28,-

für 2– 5 Personen

€ 35,- mit

Fahrrad

Rotkehlchen

wollen, wohin Sie wollen. Gültig von Montag bis Freitag von

9.00 bis 03.00 Uhr (Folgetag), Samstag, Sonn- und Feiertag von

0.00 bis 03.00 Uhr (Folgetag). Und mit dem Einfach-Raus-Radticket

um nur € 35,- können Sie auch noch Ihr Fahrrad mitnehmen.

Mehr Infos unter www.oebb.at

stand: april 2010

36 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Kleiber


natUrSChaUSPIEl.at

(Ent)Führung in die natur

in zeiten von fernreisen, eventtourismus und allround-angeboten muss die Natur lediglich

so sein, wie sie ist: stiller als die stadt, mit allen sinnen erlebbar. verschiedene freizeitangebote

in oberösterreich ermöglichen exklusive Naturerlebnisse, die auch mit der Bahn realisierbar

sind.

natur verstehen ist ohne

Natur erleben nicht denkbar.

Unter www.naturschauspiel.at

werden all jene

Freitzeitangebote Oberösterreichs

aufgelistet, bei denen die Natur ihren

Auftritt hat und nachhaltig

Eindruck hinterlassen wird. Geboten

werden in einem Ganzjahresprogramm

über 60 themenführungen

und Sonderveranstaltungen,

die im Dialog mit der Dauerausstellung

im Schlossmuseum

Linz stehen. Die Angebote erstrecken

sich über Schutzgebiete

in allen Regionen Oberösterreichs

und ermöglichen exklusive Naturerlebnisse.

Sie werden jeweils vor

Ort von NAtURSchAUSPIE-

Lern – geprüften Natur- und Landschaftsführern

wie fachkundigen

Vermittlern – durchgeführt und

begleitet. Der Naturschutz bleibt

zentrales Element in der Vermittlung.

NAtURSchAUSPIEL.at

spricht nicht nur die „klassischen“

Museumsbesucher an, sondern

auch bisher naturferne Gruppen.

Neben Individualbesuchern sind

auch Familien und Gruppen (touristengruppen,

Betriebsausflüge,

Schulklassen) herzlich willkommen.

Die NAtURSchAUSPIELer

räumen den unterschiedlichen

Interessen der Zielgruppen große

Aufmerksamkeit ein. Die jüngeren

Generationen forschen und erleben

Abenteuer bei erlebnispädagogischen

Programmen. Familienfreundliche

Angebote bieten

ein Spüren von Natur für die Kleinen

ohne Langeweile, bei der Entspannung

für die Eltern nicht zu

kurz kommt. Wissenshungrige lernen

vor Ort Pflanzen bestimmen

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

und so manche Wildkräuter werden

von kulinarisch Interessierten

zu Speisen und Getränken verarbeitet.

Wer die persönliche herausforderung

sucht, kann „Grenz -

wandern“. Menschen mit Behinderungen

erleben Natur barrierefrei.

Damit die Naturreise authentisch

ist, umfasst das Angebot

auch die An- und Abreise mit der

Bahn. Diese Möglichkeit steht für

die Schauplätze Gmunden, Steyr,

Zipf, Linz, Grünau und Obertraun-Dachstein

zur Verfügung.

naturschauspiel zipf

hopfenwanderung. Start der

themenwanderung ist bei der

Brauerei Zipf. Man fährt mit der

Bahn hin und erfährt Interessantes

über die Kräuter und Pflanzen entlang

des Weges. Der hopfen wird

als wichtige Pflanze im Land der

Bierbrauer vorgestellt. Das Besondere

an der Veranstaltung ist die

Verbindung von keltischer Musik

mit Besonderheiten des Vöcklatales

und der Bierbrautradition in

Oberösterreich. Entlang des Wanderweges

werden Informationen

über die Wiesen und Feuchtgebiete

des Alpenvorlandes als jüngs -

tem Europaschutzgebiet gegeben.

naturschauspiel Gmunden

Wie schmeckt der Grünberg?

Wandern – Sammeln – Kochen –

Genießen. Die Antwort auf diese

Frage wird bei einer gemeinsamen

Wanderung über den Grünberg gegeben.

Eine Entdeckungsreise

durch verschiedene Naturräume,

wie Laub-, Nadelwald und Weideflächen.

Welche Pflanzen finden

wir im Laubwald? Welche entlang

(ENT)FÜHRUNG IN DIE NATUR.

die Informationsdrehscheibe für

Interessierte ist die homepage:

www.NAtUrSchAUSPIEL.at

eines Baches? Welche sind essbar?

Können wir mit diesen naturbelassenen

Wildpflanzen unseren

Speiseplan bereichern? Diese

wunderbare Speisekammer vor

unserer haustüre plündern wir

freilich nicht, sondern entnehmen

sanft, was wir wirklich brauchen.

Beim Kochen am Lagerfeuer lassen

wir unserer kulinarischen Kreativität

freien Lauf. Regionale

Produkte ergänzen unsere „wilde

Küche“, sodass beim gemeinsamen

Speisen jeder satt wird. q

mobIlItät

37


Öbb & natur

Wandern mit Bahn und Bus

ob man den tiroler achensee umrunden will, in oberösterreich die welterberegion bereist

oder im Burgenland Pflanzen und tiere beobachtet – kilometerlange staus vor Naherholungsgebieten

und hektisches Parkplatzsuchen in der Nähe der seilbahn sind vergangenheit.

stressfreie aktivferien in Österreich – Bahn und Bus machen es möglich.

das Bedürfnis, einige tage

lang den Alltag hinter sich

zu lassen, kennt jeder.

Doch der vermehrte tourismus

geht leider auch oft mit stetig

wachsenden Problemen für Umwelt,

Klima und Natur hand in

hand. Reisen zu immer weiter

entfernten Zielen tragen in eklatantem

Maße zum cO 2- und Stick -

oxidausstoß bei und bedrohen

durch den wachsenden Ressourcenverbrauch

die örtliche Natur.

Gerade in Österreich verschreiben

sich daher immer mehr Regionen

bzw. Gemeinden dem naturnahen

tourismus. Erlebnisanbieter und

Gästeführer, hoteliers und Wirte,

Naturschützer und Biobauern in

vielen ländlichen Gebieten haben

sich zusammengeschlossen, um

gemeinsam Angebote für Menschen

zu schaffen, die Ruhe und

Erholung suchen und trotzdem

Freizeit erleben wollen.

Bahn fahren und Natur erleben

sind ein stimmiges Arrangement,

das von vielen geschätzt und genutzt

wird. Etwa mit Ausflugszügen

in Österreichs Alpenregionen

oder durch die Kombination Bus

und Wandern. Um die Reise für

die Kunden so angenehm wie

möglich zu machen, werden bei

Rail tours Austria Angebote, die

die Überbrückung der letzten Meile

zur Unterkunft und zurück zum

Bahnhof sowie ausgewählte hotelpartner

(vorzugsweise mit Umweltgütesiegel

und Mobilität vor

Ort) berücksichtigt.

Start mit dem Postbus

Ausgangs- und Endpunkt vieler

touren ist, öfter als man glaubt,

eine Postbus-haltestelle. Damit

die Planung eines Wanderausfluges

möglichst einfach wird, gibt es

während der Wandersaison unter

dem Motto „Wandern mit Post-

Mit dem Herz für die Umwelt

bus“ auf www.postbus.at zusätzlich

zu allen Fahrplänen viele

nützliche Informationen rund ums

Wandern. Neben allgemeinen

Kurzbeschreibungen einzelner

Regionen und Wandergebiete helfen

bei der Wahl des Ausflugsziels

konkrete tourenvorschläge mit

Angaben zu Kilometern, Schwierigkeit,

Gehzeit, Ausgangs- und

Endpunkten. Dazu gibt es auch

Einkehrtipps, Wanderguides inklusive

Karte und höhenprofil

zum Ausdrucken und Mitnehmen.

Da Urlaub natürlich nicht nur aus

Wandern besteht, bietet die Webseite

auch Vorschläge zu hotels

und Pensionen, sowie tipps zu

weiteren regionalen Freizeitmöglichkeiten,

wie Badeseen, Abendveranstaltungen,

Sportparks, Museen

uvm. Auch alle Unterkünfte

und Freizeittipps sind mit Postbussen

erreichbar. Praktische Direktverlinkungen

zu den Fahrplä-

Sie lieben Ihre Heimat – Österreichs glasklare Bergseen, die saubere Luft, die intakte Natur. Der Postbus leistet seinen Beitrag,

damitesauchsobleibt.ReisenSiemitBahnundPostbusundersparenunsererUmweltsobiszu80%CO2-Emissionen.

Legen wir gemeinsam die Grundsteine für eine Zukunft der nachhaltigen Mobilität.

0810 222 333

service@postbus.at

www.postbus.at Postbus. Kommt gut an.

38 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


nen runden das attraktive Informationsangebot

für Naturbegeisterte

ab. Dazu Mag. Ing. christian

Eder, Geschäftsführer ÖBB-Postbus

Gmbh: „Als Marktführer im

öffentlichen Regionalverkehr auf

der Straße sind wir uns unserer

Verantwortung der Umwelt und

Natur gegenüber bewusst. Daher

versuchen wir möglichst viele

Menschen zum Umsteigen vom

Seit Frühsommer 2009 gibt

es im Alpenpark Karwendel

die „Alpenparktage“

für tiroler Schulklassen von der 3.

bis zur 6. Schulstufe. Die hauptthemen

des eintägigen Angebots

sind Wald, Wild und Wasser im

Lebensraum Karwendel, die Artenvielfalt,

besondere Plätze und

einzigartige Landschaftsteile. Damit

sollen Schülerinnen und Schüler

auf die Natur rund um ihre heimatgemeinde

aufmerksam ge-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Auto auf öffentliche Verkehrsmittel

zu bewegen. Praktische, kundenfreundliche

Angebote tragen

dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.“

q

Mag. Ing. christian Eder,

Geschäftsführer ÖBB-

Postbus Gmbh

alpenparktage im Karwendel

der alpenpark karwendel arbeitet mit den ÖBB beim schulangebot

„waldreich – wildreich – wasserreich“ erfolgreich zusammen.

macht werden. Bei jedem Besuch

kann ein neues thema gewählt

werden. So ergibt sich bei mehreren

Besuchen ein umfassendes

Naturbild vom Alpenpark und die

Kinder erleben WALD-, WILDund

WASSERreiche tage. „Durch

verschiedene Spiele und Aktionen

lernen die Jugendlichen auf kreative

Art und Weise die Besonderheiten

im Alpenpark kennen. Sie lernen

aber auch, wie man sich in einem

Schutzgebiet verhält und dass

die Natur hautnah erleben

können ist eines der ziele des

Schulprojektes im Naturpark

Karwendel. da kann schon

einmal ein Steinadler vor den

Gu cker kommen. Als Erinnerung

gibt es für Schülerinnen

und Schüler auch eine Auszeichnung

fürs Mitmachen.

© ÖBB (2); Norbert Winding

mobIlItät

39


mobIlItät

Im Karwendel

mit Blick auf den

Issanger.

© Ingrid Hagenstein

man mit der Natur behutsam umgehen

muss“, erläutert Mag. hermann

Sonntag, GF des Alpenparks

Karwendel, die Ziele der Alpenparktage.

Die Anreise mit der

Bahn über die renovierte imposante

Bahnstrecke Innsbruck – Scharnitz

ist der ideale Start in einen

tag voll Abenteuer.

erfolgreicher

Programmstart 2009

Bereits im ersten Jahr besuchten

über 1.400 junge Menschen diese

zukunftsweisende Veranstaltungsreihe

im Rahmen des Umweltbildungsprogramms

für Schülerinnen

und Schüler. Eine Entwick -

lung, die alle Prognosen und Erwartungen

übertraf. Auch für 2010

haben sich bereits so viele Klassen

angemeldet, dass nur noch wenige

Restplätze verfügbar sind. Unter

den fix gebuchten teilnehmern

sind zwei Oberstufenklassen des

Akademischen Gymnasiums Innsbruck.

Sie haben im Rahmen der

Strategiespielpräsentation „transalpin“

am 11. März d. J. am Innsbrucker

hauptbahnhof zwei Erlebnistage

zum Schwerpunkt

„Wasser“ gewonnen.

alpenpark Karwendel

Der Alpenpark Karwendel umfasst

beinahe das gesamte Karwendelmassiv

und ist mit einer

Fläche von 727 km 2 das größte tiroler

Naturschutzgebiet und der

größte Naturpark Österreichs.

Aufgrund der klimatischen und topografischen

Gegebenheiten verfügt

das Karwendel über einen

überdurchschnittlich hohen Anteil

an natürlichen Lebensräumen wie

Urwälder und Wildflüssen und beherbergt

eine hohe Artenvielfalt.

Viele typische tier- und Pflanzenarten

der Alpen, wie Steinadler,

Flussuferläufer oder die Deutsche

tamariske (Auwaldpflanze) haben

hier bedeutende Vorkommen. Eines

der Kernziele ist es, tiroler

Schülerinnen und Schülern den

Alpenpark näher zu bringen. Und

nichts liegt näher, als sie mit den

ÖBB hinzubringen.

umweltfreundliche

anreise mit den Öbb

Für viele Schülerinnen und

Schüler ist beides, sowohl der Naturpark

als auch die Bahnreise, ein

neues und positiv prägendes Erlebnis.

Die sehenswerte Karwendelbahn

startet von Innsbruck und

führt über Brücken, Viadukte entlang

der Martinswand mit Blick

übers Inntal bis nach Scharnitz.

„Umweltfreundliche Anreise und

Naturschutzinhalte erleben – ein

glaubwürdiges Paket für die Jugendlichen,

freuen sich Regionalleiter

Alexander Jug von der

ÖBB-Personenverkehr AG und

Robert Mühlthaler vom Nachhal-

tigkeitsmanagement der ÖBB auf

die Zusammenarbeit mit tirols

größtem Schutzgebiet. Das Projekt

ist zudem ein konkretes Beispiel

für die Umsetzung einer

nachhaltigen Mobilitätsstrategie

bei den ÖBB. Zum Start wird es

ein tirolweites Gewinnspiel geben,

bei dem drei Schulklassen ein tolles

Paket gewinnen können. Sie

reisen von ihrem „Wunschbahnhof“

in tirol nach Scharnitz, verbringen

dort einen begleiteten Naturerlebnistag

im Alpenpark und

fahren am Abend bequem mit dem

Zug wieder nach hause – kostenlos

versteht sich. q

Präsentation des Kooperationsprojektes

WALdreich – WILdreich

– WASSErreich: v.l.n.r.

thomas Messner (Bezirks -

obmann des tiroler Jägerverbandes),

Mag. christine Oppitz-

Plörer (Bürgermeisterin der Stadt

Innsbruck), Mag. hermann

Sonntag (Geschäftsführer des

Alpenparks Karwendel), dr. Alexander

Jug (regionalleiter ÖBB-

Personenverkehr AG), robert

Mühlthaler (ÖBB Umwelt- und

Nachhaltigkeitsmanagement).

© ÖBB

40 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


naturbeobachtung.at möchte

die Welt der tiere und

Pflanzen spannend, lehrreich

und unterhaltsam zugänglich

machen: Die Web-Site des NAtUR-

SchUtZBUNDes ist eine offene

Plattform, in der alle aktiv mitmachen

können, die an der heimischen

Artenvielfalt interessiert

sind. Spaß und Austausch mit

Gleichgesinnten und Experten stehen

bei naturbeobachtung.at im

Vordergrund: Mit eigenen Beobachtungen

Verbreitungskarten zu

bestimmten Arten füllen, sich mit

Artsteckbriefen informieren, Neues

aus der Wissenschaft lesen oder

einfach neue und spannende Dinge

über tier- und Pflanzenarten

lernen.

Ein besonderes highlight der

Seite ist das rege frequentierte

Dis kussions-Forum. hier kann

man sich mit anderen Naturinteressierten

austauschen, seine

schönsten Naturfotografien zeigen

oder Experten um Bestimmungshilfe

bitten.

laien-wissenschaftsnetzwerk

naturbeobachtung.at ist aber

mehr als ein reines „Spaßerlebnis“

für Naturinteressierte. Denn mit

der Einbindung der breiten Bevölkerung

in eine systematische Datensammlung

können „Laien“ aktiv

und eigenverantwortlich an

Forschungsarbeit in der Natur mitwirken

und so einen Beitrag zur

Wissenschaft leisten („citizen

Science“).

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

vIelfaltleben Im naturSchutzbund

www.naturbeobachtung.at

das online-Portal für naturbeobachtungen

Österreich ist artenreich. die vielfalt unserer heimischen Pflanzen

und tiere zu kennen und zu erfassen ist die erste voraussetzung

für ihre dauerhafte erhaltung. daher sammelt der NaturschutzBuNd

unter dem Motto „sehen! erkennen! Melden!“

Naturbeobachtungen aus ganz Österreich.

Diesem thema widmet sich

auch der Fachkongress „Public

goes Science – Der Wert von Laienarbeit

für die Biodiversitätsforschung“,

den der NAtURSchUtZ-

BUND gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium

am 1. 7. in

Salzburg veranstaltet. Der NAtUR-

SchUtZBUND möchte damit den

Austausch von Meinungen, Erfahrungen

und Erwartungen zwischen

Wissenschaftlern, „Laien“

und Datennutzern fördern. Letztlich

soll eine optimale Einbindung

von Laien in wissenschaftliches

Arbeiten die Datenqualität und damit

den wissenschaftlichen Wert

von naturbeobachtung.at weiter

steigern.

>>Melden und kommentieren Sie

Freiland-Beobachtungen!

>>Erstellen Sie Karten von Ihren

Funden!

>>Bestimmen Sie über das

Internet Pflanzen und tiere!

>>zeigen Sie Ihre interessanten

Bilder!

>>Beteiligen Sie sich im diskus -

sionsforum!

Kontakt: Mag. Gernot Neuwirth

gernot.neuwirth@naturschutzbund.at

© Johannes Gepp

Bildschirmdarstellung eines Steckbriefes –

hier jener des Ameisenlöwen – er ist Insekt

des Jahres 2010! Im voll entwickelten Stadium

wird er zur Ameisenjungfer (Bild o.).

zu jeder Art gibt es auch Österreich-Übersichtskarten.

Jede gemeldete Beobachtung

erscheint dann als Punkt auf der Landkarte.

Eckdaten www.naturbeobachtung.at (gerundet)

>> 88 tier- und Pflanzenarten sind derzeit meldbar

>> hinzu kommen alle 215 tagfalterarten Österreichs

>> geplant für 2010: alle Vogelarten Österreichs

>> Aktuelle Meldedaten (gerundet):

> 244.870 Fundmeldungen (alle Projekte)

> 3.400.000 Individuen (tiere und Pflanzen)

> 8.600 Fotobelege

> 3.300 aktive Melder und Forumsbesucher

>> diskussions-Forum:

> 30.000 text-Beiträge, meist Bestimmungsanfragen

> 14.000 Fotobelege

naturbeobachtung.at ist ein gemeinsames Projekt des NAtUrSchUtzBUNdes

und der Firma science4you mit Unterstützung

des Wissenschaftsministeriums.

41


die ÖBB unterstützen gerne initiativen verschiedener Partner für noch mehr klimafreundliche

Mobilität. jeder kunde, der mit Bahn und Bus fährt bzw. jede tonne, die mit

der Bahn transportiert wird, spart co 2 -emissionen und trägt somit auch zum schutz

und erhalt der Biodiversität bei. auf den nächsten seiten können sie darüber lesen.

Unterstützt wird die Woche der

Artenvielfalt von coca cola.

Events

die „Woche der Artenvielfalt“

ist ein höhepunkt im

Internationalen Jahr der

Biodiversität. Das Ziel ist, die Lebensvielfalt

und Buntheit an Organismen

und Lebensräumen vertraut

zu machen.

jede(r) ist eingeladen,

mitzumachen

Ob Jung oder Alt, es wird für jede(n)

etwas dabei sein! Beginn ist

der 22. Mai, der „Internationale

Woche der

artenvielfalt

eine woche lang werden in ganz

Österreich viele interessante

veranstaltungen im rahmen der

kampagne vielfaltleben des

lebensministeriums gemeinsam mit

NaturschutzBuNd, wwf und Birdlife

angeboten: der Bogen reicht von

exkursionen über forschungsaktionen

bis hin zu Biotoppflegeaktionen,

an denen sich jede(r) beteiligen kann.

höhepunkt ist der geo-tag, an dem

alle österreichischen Nationalparks

aktionen mit „24-stunden

Naturbeobachtung“ veranstalten.

tag der Biodiversität“, das Ende

ist gleichzeitig der höhepunkt der

Woche mit dem GEO-tag am 29.

Mai: In allen österreichischen Nationalparks

wird es ein Fest der

Artenvielfalt mit 24 Stunden Naturbeobachtung

geben (siehe auch

Seite 41).

Gemeinsam für

mehr artenvielfalt

Das Veranstaltungsprogramm

ist ein „Gemeinschaftsprodukt“

42 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


aller, denen biologische Vielfalt

am herzen liegt. Der NAtUR-

SchUtZBUND Österreich hat eingeladen,

unter dem Dach der „Woche

der Artenvielfalt“ Veranstaltungen

und Aktionen zu planen

und durchzuführen. Viele sind

dem Aufruf gefolgt: Nationalparks,

Naturparks, Gemeinden,

Universitäten, lokale und regionale

NGO, Museen und tiergärten,

Bildungseinrichtungen u.v.m. Und

so bunt wie die Reihe der Partner,

so unterschiedlich sind auch die

angebotenen Veranstaltungen. q

Umweltminister dI Niki Berlakovich:

„Beginnend mit dem Internationalen tag

der Biodiversität wird Artenvielfalt eine

ganze Woche spürbar und erlebbar. Wir

bieten im rahmen der vielfaltleben-Kampagne

ein abwechslungsreiches Programm

an. Ich lade Sie herzlich ein, bei

den vielen Veranstaltungen dabei zu sein

und sich von unserer vielfältigen Natur in

den Bann ziehen zu lassen!“

Kontakt: Mag.christine Pühringer

christine.puehringer@naturschutzbund.at

VERANSTALTUNGSBEISPIELE

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

eventS

> FELdtAG: die Universität für Bodenkultur und die Bio Forschung Austria laden

gemeinsam ins Marchfeld ein, um den Beitrag der Biolandwirtschaft zur Artenvielfalt

zu zeigen.

> BEtrIEBSFÜhrUNG mit WEINVErKOStUNG auf einem biologisch-dynamisch

wirtschaftenden demeter-Betrieb in Gösing, organisiert vom NAtUrSchUtzBUNd NÖ.

> VOGELErLEBNIS im Wasserpark Wien, zWErGOhrEULENWANdErUNG in

Kärnten, StAdtEXKUrSION in Steyr: BirdLife zeigt mit vogelkundlichen Wanderungen

und Exkursionen die Vielfalt der heimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

> NAtUrKUNdLIchE WANdErUNGEN: der Alpenpark Karwendel öffnet einen

tag lang sein Naturparkhaus und bietet geführte Nature-Watch-touren an.

> MArKt dEr ArtENVIELFALt im Südsteirischen Weinland: Naturpark-Betriebe

präsentieren ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

> NAchtEXKUrSION, GrÜNES-BANd-WANdErUNG: Mit dem NAtUrSchUtz-

BUNd OÖ können in Linz Fledermäuse, Nachtfalter und Eulen beobachtet und die

Lebensraumvielfalt im Europaschutzgebiet Maltsch am GrÜNEN BANd erkundet

werden.

> FArBEN, FOrMEN UNd dÜFtE dEr NAtUr: die Marktgemeinde rankweil

und der NAtUrSchUtzBUNd Vorarlberg laden zur bewussten Wahrnehmung ein.

> ESSBArE NAtUr: das technische Büro für Gewässerökologie Blattfisch folgt

dem LAIchzUG dEr SEELAUBE an den Attersee. die tiroler Schutzgebiete laden

zum gemeinsamen StÖBErN NAch BLÄttErN, FrÜchtEN UNd SAMEN im

Moorgebiet Ehrwalder Becken ein.

> KINdErPrOGrAMME

FOrSchUNGStAG für Kinder in den Nationalparks thayatal und donauauen und

drei tiroler Gemeinden (durchgeführt von den tiroler Schutzgebietsverwaltungen).

OUtdOOrcAMP in der Steiermark, BIBErFESt in Oberösterreich und NAtUr-

ErLEBNIStAG für die ganze Familie in Salzburg, veranstaltet von der Naturschutzjugend

önj.

> Eine reihe von FAchVErANStALtUNGEN, SEMINArE UNd SyMPOSIEN

zum thema runden das Programm ab, darunter ein MArch-thAyA-AUEN SyM-

POSIUM des WWF, die UMWELttAG-GESPrÄchE der Umweltberatung, ein SE-

MINAr zU FLUSSKrEBSEN UNd zUr GEWÄSSErÖKOLOGIE an stehenden

Gewässern, ein ArtENSchUtzSyMPOSIUM der Freunde des hollabrunner Waldes

und VOrtrÄGE des NAtUrSchUtzBUNdes Wien.

G e s a m t p r o g r a m m a u f w w w. v i e l f a l t l e b e n . a t

das Programm für die gesamte Woche sowie tagesaktuelle daten, detailprogramme

und zusatzinformationen finden Sie auf:

www.vielfaltleben.at (Woche der Artenvielfalt).

43


Öbb & natur

NP Thayatal -Blick vom Rabenfelsen NP Donauauen

NP Neusiedler See-Seewinkel

Artenreichtum

der Nationalparks:

Smaragd -

eidechse, Ungar.Steppenrind,Sumpfschildkröte,

Silber- oder

Baldriansche -

ckenfalter, Bartgeier,

Luchs.

© Dieter Manhart;

NPNSee; Kurth; Alexander

Maringer;

NPHT/M. Knollseisen;

Franz Sieghartsleitner

GEo-tag(e) der artenvielfalt

In Österreichs nationalparks der Vielfalt auf der Spur

zeitgleich in allen sechs österreichischen Nationalparks – vom höchsten bis zum

tiefsten Punkt Österreichs – werden hunderte experten in 24 stunden die tier- und

Pflanzenwelt in diesen ökologisch wertvollen lebensräumen erheben. die ÖBB

unterstützen eine umweltfreundliche anreise.

am 29. Mai 2010 findet die

weltweit wohl größte

Einzelaktion im Rahmen

der „GEO-tage der Artenvielfalt“,

der größten Feldforschungsaktion

Europas, statt. Erwartet werden

Neu- und Wiederfunde aus der

Flora und Fauna Österreichs. Für

Besucher gibt es im Rahmen des

„Festes der Natur“ Erlebnisstationen

und Exkursionen. Der GEOtag

ist höhepunkt der „Woche der

Artenvielfalt“, die vom 22. – 29.

Mai 2010 ebenso in allen Nationalparks

Österreichs stattfindet.

Weil die nachhaltige Ausrichtung

von Veranstaltungen immer

wichtiger wird, bieten die ÖBB im

Rahmen ihrer Möglichkeiten ein

umfangreiches Leistungspaket zur

Anreise mit Bahn und Bus. Auch

für die Verpflegung der Experten

mit regionalen Produkten ist gesorgt.

So werden die Wegstrecken

kurz gehalten und die Wertschöpfung

in der Region gehalten.

worum es geht

In einer 24-Stunden-Aktion gilt

es, in begrenzten Räumen eine

Maximalzahl von tieren und

Pflanzen zu finden. Damit wird

bewusst gemacht, dass es eine erstaunliche

Vielfalt an Arten nicht

nur in tropischen Urwäldern, sondern

auch vor Ort zu entdecken

gibt. Die Idee des Magazins GEO

hat seit 1999 über 50.000 teilnehmer/innen

vom fünfjährigen Regenwurm-Fan

bis zur/m Universitäts-Professor/in

mobilisiert und

den „tag der Artenvielfalt“ zur

größten Feldforschungsaktion Europas

gemacht.

experten und artenfunde

Insgesamt werden zwischen 250

und 350 Experten aus den verschiedensten

Fachbereichen und

mehrere tausend Artenfunde in

den Nationalparks erwartet. Die

Daten werden in Form einer wissenschaftlichen

Publikation der

Zoologisch-Botanischen Gesellschaft

in Wien, unter der Federführung

des international renommierten

Flechtenexperten Univ.

Prof. Dr. Roman türk, veröffentlicht.

In der Natur & Land-herbst -

ausgabe 2010 werden die interessantesten

Ergebnisse aller GEOtag-Veranstalter

präsentiert.

die nationalparks laden ein!

Jeder Nationalpark bietet parallel

zu den Expertenerhebungen

auch Exkursionen und Erlebnis-

44 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


NP Kalkalpen - Weissenbach

stationen an. Dabei stehen die heimische

Artenvielfalt und die Besonderheit

ihrer Lebensräume an

oberster Stelle, um die Neugierde

am Reichtum von tieren und

Pflanzen „vor der eigenen haustüre“

zu wecken.

die Österreichischen

nationalparks

Als sog. „hot Spots“ der Biodiversität

nehmen die Nationalparks

eine besondere Stellung in der Naturschutzpolitik

Österreichs ein.

Nach der Gründung des ersten Nationalparks

mit dem Kärntner Anteil

der hohen tauern 1981 folgten

sechs der ökologisch wertvollsten

Regionen mit einer Größe

von 2.350 km². Das bedeutet, dass

ca. 3 % des Staatsgebietes als Nationalparkflächen

ausgewiesen

sind: Der NP hohe tauern im

Grenzgebiet zwischen Kärnten,

Salzburg und tirol, der NP Gesäuse

im Norden der Steiermark, der

NP Kalkalpen im südlichen Oberösterreich.

Dem Lebensraum Wasser

sind die drei im Norden und

Osten Österreichs gelegenen Na-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

tionalparks gewidmet: Der NP

thayatal an der Grenze zu tschechien,

der NP Donau-Auen entlang

der Donau von Wien bis zur

Marchmündung und der NP Neusiedler

See-Seewinkel.

das jahr der biodiversität

international und national

Um auf den weltweiten Verlust

an lebenswichtigen Ökosystemen

und dem damit verbundenen Artensterben

hinzuweisen und entgegenzuwirken,

riefen die Vereinten

Nationen das Jahr 2010 zum

Internationalen Jahr der Biodiversität

aus. Im Jahr 2002 verpflichteten

sich u.a. alle Umweltminister

Europas, bis 2010 den rasanten

Verlust an tier- und Pflanzenarten

deutlich zu bremsen. Die Initiative

countdown 2010 der Weltnaturschutzorganisation

IUcN soll das

ermöglichen. Der trend zeigt aber

leider eindeutig in die entgegen

gesetzte Richtung.

Für 2010 liegt der weltweite

Schwerpunkt auf dem „Wert der

Natur: Warum sich Vielfalt rechnet“.

Dabei sollen der Nutzen der

Geo-taG der artenvIelfalt

NP Gesäuse-Eingang NP Hohe Tauern - Wiegenwald

Biodiversität und die Dienstleis -

tungen der Natur für uns Menschen

finanziell bewertet werden.

Ein gutes Beispiel liefert der funktionierende

Naturtourismus im

Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel:

Er bringt rund 1 Mio.

Nächtigungen pro Jahr Nutzung.

jede veranstaltung

braucht eine organisation

Für die Planung und Steuerung

dieser Großveranstaltung wurde

die „Plattform Artenvielfalt“ betraut.

Als hauptansprechpartner in

Österreich für das Magazin GEO

koordiniert sie seit Jahren das Zusammenspiel

zwischen Lebensministerium,

Nationalparks, Naturschutzorganisationen,wissenschaftlichen

Einrichtungen und

ExpertInnen bis zum einheitlichen

Auftritt im entsprechenden grafischen

Design. q

detaillierte Informationen finden Sie

unter folgenden Links:

www.artenvielfalt.eu

www.vielfaltleben.at

www.biodiversity-day.info

www.oebb.at

www.postbus.at

Alle sechs Nationalparks

auf

einen Blick

© Fotos: v.li.

P. Lazarek; Franz Kovacs;

Josef Limberger;

NP Kalkalpen/Weigand;

NP

Gesäuse/Hollinger;

Ferdinand Rieder

NP-Besucherprogramme

für

Jung und Alt

© Thomas Stephan

(3); Ferdinand Rieder;

Martin Engelmann;

ÖBB

45


Frauenschuh im

Lechtal und Bileks

Azurjungfer

© Anton Vorauer (2);

Koch

ÖBB als Partner

beim Naturfest

© ÖBB

noch mehr GEo-tage…

…im naturpark „tiroler lech“

Vom 16. – 17. 7. 10 findet

der tag der Artenvielfalt

am tiroler Lech statt. Wie

jedes Jahr, stellt sich auch heuer

die spannende Frage, welche Neuund

Wiederfunde es am Lech geben

wird. 100 Experten begleiten

die teilnehmer im „Reich des letzten

wilden Flusses“ und helfen bei

der Bestimmung der Arten.

2004 wurde der Wildfluss Lech

mit seinen Auwäldern und Neben-

am 3. Juli 2010 ist es wieder

soweit: „Österreichs

größtes Fest der Natur“

lockt von 10 – 22 Uhr

naturbegeis terte Menschen in den

Linzer Volksgarten. Die Oö. Akademie

für Umwelt und Natur, die

Naturschutzabteilung des Landes

und Bio Austria OÖ stellen

unsere Umwelt, den natürlichen

flüssen als Naturschutzgebietausgewiesen

und mit

dem Prädikat Naturparkausgezeichnet.

24 Gemeinden

– von

Steeg flussabwärts

bis Vils – sind teil

der Naturparkregion.

Durch den

Schutz dieses Gebietes werden

Seltenheiten der tier- und Pflanzenwelt

tirols, wie Deutsche tamariske

(Myricaria germanica),

Frauenschuh (Cypripedium calceolus),

Flussregenpfeifer (Charadrius

dubius), Flussuferläufer (Actitis

hypoleucos), Kreuzkröte (Bufo

calamita), Kammmolch (Triturus

cristatus) und Bileks Azurjungfer

(Coenagrion hylas) bewahrt.

Lebensraum und seine Schönheit

in den Mittelpunkt. Verwöhnt werden

die Besucherinnen und Besucher

mit einer Fülle an Köstlichkeiten

der Biobauern und -bäcker.

Bei einem Gewinnspiel winken

tolle Preise, z. B. eine Woche Urlaub

am Biobauernhof im Wert

von 1.000 Euro oder Gutscheine.

Kinder lernen bei einer Jungforscher-Expedition

die Besonderheiten

in Oberösterreichs Natur

kennen. Fünf Stationen laden zum

Erforschen und Erleben ein. Wer

genau beobachtet, die richtigen

Fragen stellt und mutig an unentdeckte

Orte vordringt, sammelt

Bausteine für seinen Forscherpass

und kann sich am Ende eine Belohnung

abholen.

Auch heuer sind die ÖBB wieder

dabei, die bereits zahlreiche

Projekte für klimaschonende Mo-

Der Naturpark hat eine Fläche

von 41,38 km 2. Die Wildflusslandschaft

Lech ist das herzstück

des Naturparks. hier kann er noch

ungezähmt fließen und einen verzweigten

Flusslauf bilden. Die natürliche

Dynamik des Lechs, die

aus der Unberührtheit über weite

Bereiche resultiert, entsteht ein

breites Flussbett mit mächtigen

Schotterbänken, weiträumigen

Überflutungszonen und breiten

Auwaldbereichen. Die freie Gestaltungskraft

des Wassers verleiht

der Landschaft ständig ein neues

Aussehen. Es ist wichtig, der Natur

den Raum zu bieten, der ihrer

Schaffenskraft die volle Entfaltung

erlaubt. Leider gehören diese

einzigartigen Lebensräume zu den

am meisten bedrohten Landschaftstypen

Mitteleuropas. q

Fest der natur in linz

natur zum Erleben, Staunen und anfassen im linzer Volksgarten

bilität umsetzen: Spritspartrainings

für LokführerInnen und

BuslenkerInnen, Angebote für

umweltfreundliches Reisen oder

der Forschungswettbewerb „Umwelt

& Bahn“ zeigen erfolgreiche

Wege für eine kundenfreundliche

und energieeffiziente Bahn auf

und werden vom „klima:aktiv mobil“-Programm

des Lebensministeriums

unterstützt. Beim ÖBB-

Glücksrad gibt es tolle Preise zu

gewinnen und Kinder können sich

auf der „timi taurus“-hüpfburg

austoben.

Auf der Showbühne sorgen

Künstler für gute Stimmung. Als

höhepunkt geben Bluatschink ein

Open-Air-Konzert. Und das alles

bei freiem Eintritt! q

Infos: www.festdernatur.at, Oö.

Akademie für Umwelt und Natur:

t 0043/(0)732-7720-13300

46 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


© BPWW/Franz Kovacs (3)

und im Biosphärenpark Wienerwald

in Wien-Mauer

Mauer, im süden wiens gelegen, ist bekannt für die artenvielfalt:

gewässer, feuchtwiesen, trockenrasen, weingärten,

eichen-tannen-wälder und mehr sind grundlage für eine

außergewöhnliche vielfalt. einige tier- und Pflanzenarten

wiens kommen nur hier vor.

Zu den Raritäten zählen Orchideen-Ehrenpreis,Südliches

Lungenkraut, Silber-Rohrkolben,

Steinröserl, Mauereidechse,

Wachtelkönig, heidelerche,

Saumfleck-Perlmuttfalter

und Blauäugiger Waldportier. Erforscht

ist aber noch lange nicht

alles und so sind am 11. und 12.

Juni zahlreiche ExpertInnen unterwegs,

um möglichst viele Arten zu

entdecken und bisher Unentdeck -

tes aufzuspüren. Mitmachen können

aber alle an der Natur Interessierten.

Seit 2005 wird der tag der Artenvielfalt

schon im Biosphärenpark

Wienerwald veranstaltet. Zur

Entdeckungsreise in die Natur von

Mauer laden heuer Biosphärenpark

Wienerwald, Wiener Umweltschutzabteilung

(MA 22),

Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb

der Stadt Wien (MA 49) sowie

die Bezirksvorstehung Liesing

gemeinsam ein.

Am 11. Juni stellen BiologInnen

bei einer spannenden Naturfüh-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

rung Pflanzen und tiere von Mauer

vor. Nach Einbruch der Dunkelheit

kann man den Schmetterlings-

und Fledermaus-ExpertInnen

bei ihrer Arbeit über die

Schulter schauen und Interessantes

über diese tiere erfahren.

Am 12. Juni, beim Fest der Artenvielfalt,

gibt es viele tier- und

Pflanzenarten aus dem Gebiet zu

sehen. Die BesucherInnen können

mit ExpertInnen plaudern und versuchen,

Arten selbst zu bestimmen.

Das Mikrotheater des Naturhistorischen

Museums zeigt die

Wunderwelt der Insekten groß auf

Leinwand.

Bei den Infoständen erhält man

tipps, wie jeder die Artenvielfalt

im eigenen Garten, am Balkon

und in der Umgebung fördern und

erhalten kann. Der Pflanzenmarkt

bietet seltene Wildpflanzen und

Raritäten für den Obst- und Gemüsegarten.

Ein spannendes Kinderprogramm

sowie kulinarische

Köstlichkeiten aus der Region

runden das Angebot ab. q

Mikrotheater

„Kribbelndes“

Naturerlebnis

eventS

ExpertInnen am

tag der

Artenvielfalt 2009

Freitag, 11. 6. 2010 – 20 bis 23 Uhr

Führungen „Artenvielfalt in Wien-Mauer“

treffpunkt: Wien-Mauer, Pappelteichwiese.

teilnahme kostenlos

Samstag, 12. 6. 2010 – 13 bis 19 Uhr

„Fest der Artenvielfalt“

Ort: Wien-Mauer, Pappelteichwiese

Anreise: Buslinie 60 A von Liesing bzw. der U6-

Station Alterlaa, zu Fuß 10 min. zum Festplatz.

Mehr Infos: www.artenvielfalt-wienerwald.at

47


Bahnstrecken

sind für reptilien

und Amphibien –

hier Smaragdeidechse,

dahinter

ein Wasserfrosch

– ein attraktiverLebensraum,

während

dieser in der intensiv

genutzten

Landschaft immer

mehr

schwindet.

© Arge

Naturschutz/Karin

Smole-Wiener;

ÖBB (2)

Übereinandergelegt:

ÖBB-Streckennetz

und Naturschutzgebiete

in Ost -

österreich

48

Bereits zum vierten Mal

veranstaltete die Deutsche

Bahn eine Fachtagung

zum thema Naturschutz bei

Bahnprojekten und Bahnbetrieb.

Schwerpunkte der tagung vom

Dezember 09 waren einmal die

„Verbotstatbestände“ zu gesetzlich

geschützten tier- und Pflanzenarten

sowie Lebensräumen.

Sie stammen ursprünglich aus der

FFh-Richtlinie und sind nun in

den nationalen Naturschutzgesetzen

festgelegt. Zweitens die aus

dem tatbestand Biodiversitätsschaden

resultierende Umwelthaftung

von Unternehmen.

Diese nationale Ge-

Page 1/1 ES-GIS-Map 2010/02/22 14:24

Öbb & natur

Erfahrungsaustausch

mit dem nachbarn

eine fachtagung der deutschen Bundesbahn zu haftungsfragen

im Naturschutz nutzten erstmals auch die ÖBB. der

erfahrungsaustausch soll die zukünftigen kooperationsmöglichkeiten

auf diesem gebiet ausloten und verstärken.

setzgebung beruht ebenfalls auf

einer EU-Richtlinie (RL

2004/35/EG) und soll Anlagenbetreiber/Unternehmen

für Umweltschäden

haftbar machen. Bei der

tagung zeigte sich, dass in

Deutschland die Umsetzung dieser

EU-Richtlinie bereits Auswirkungen

auf verschiedenste Bahnprojekte

hat. Österreich wurde

hingegen aufgrund der verzögerten

Umsetzung vom EuGh verurteilt

und bekam Verfahrenskosten

und Strafzahlungen aufgebrummt.

Die DB präsentierte ihre Anstrengungen,

um eventuelle Biodiversitätsschäden

und daraus resultierende

Umwelthaftung zu vermeiden.

Mittlerweile ist die Umwelthaftungs-Richtlinie

auch in Österreich

umgesetzt, allerdings so

Scale 1:894'735

„großzügig“, dass konkrete Anwendungsfälle

laut Experten des

Umweltbundesamtes sehr unwahrscheinlich

sind. Da Naturschutz

ins jeweilige Landesrecht

fällt, findet sich der tatbestand des

Biodiversitätsschadens nicht im

Bundesumwelthaftungsgesetz,

sondern in neun verschiedenen

Landesgesetzen. Eine konkrete

Anwendungspraxis fehlt allerdings

bis heute.

Erstmals bot sich bei dieser tagung

auch für die ÖBB die Gelegenheit

teilzunehmen. Mag. MSc

thomas Schuh, Nachhaltigkeitskoordinator

der ÖBB-Infrastruktur

AG, präsentierte diverse Ideen,

Maßnahmen und Projekte, die

sich mit dem Naturschutz befassen.

Auf großes Interesse bei den

deutschen Kollegen stießen insbesondere

die geplante Erweiterung

um ökologische Fachthemen und

die Maßnahmen zur Stärkung des

internen Umwelt-Know-how beim

internen Geographischen Informationssystem

(GIS), das bei Bauvorhaben

rasch umweltrelevante

Daten liefert. „Die Fachtagung

Naturschutz ist die wichtigste

konzernübergreifende Informations-

und Diskussionsplattform

für spezielle Belange der Bahn im

Naturschutz. Sie dient der internen

Vernetzung der Mitarbeiter und

auch internen Gremien, um Problemfelder

zu erkennen und konzernübergreifendeLösungsansätze

zu entwickeln,“ so Dr. Michael

Below, Betrieblicher Umweltschutz

Deutsche Bahn AG. q

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


© ÖBB ( 3)

Internationale naturschutz-Konferenz:

days of Protected areas

teilnehmer aus 26 ländern und vier kontinenten diskutierten über neueste

trends und entwick lungen im Naturschutz. auch die ÖBB ergriffen erstmals

die chance, ihre Naturschutzleis tungen darzustellen.

Vom 25. – 26 Juni 2009

fand die Naturschutzkonferenz

„Days of Protected

Areas“ statt und machte Klagenfurt

zwei tage lang zur Metropole

des Naturschutzes. 16 ausgewählte,

innovative Projektarbeiten zum

Management von Schutzgebieten

wurden vorgestellt. thematisch

spannte sich der Bogen vom

Schutz des Natur- und Kulturerbes

über die wirtschaftliche Bewertung

von Naturschutz bis hin zu

verbessertem Management. Referenten

der ÖBB präsentierten die

Vielzahl an Berührungspunkten

zwischen ÖBB und Natur sowie

das breite Spektrum an Umweltmaßnahmen,

die in der ÖBB zur

Anwendung kommen.

Spannende exkursion

nach windschnurn

Der ÖBB-Beitrag zur Konferenz

startete mit einer Exkursion

nach Windschnurn an der tauernbahn,

zum Grundstück zwischen

Bahn und Drau, das von ÖBB und

Land Kärnten erworben wurde

(siehe auch Beitrag auf Seite 24).

Zwanzig teilnehmer aus acht Nationen

und drei Kontinenten nahmen

daran teil.

Danach ging es nach Mallnitz

zur Besichtigung des National-

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

parkcenters BIOS und des 100 ha

großen ÖBB eigenen Schutzwaldes

direkt oberhalb des tunnelportals

der tauernstrecke, der

noch innerhalb des Nationalparks

hohe tauern liegt. Der Leiter des

Naturgefahrenmanagements der

ÖBB, DI christian Rachoy, erklärte

anschaulich, mit welchen

naturnahen Maßnahmen dieser

Schutzwald gepflegt wird, um die

darunter liegende Bahnstrecke vor

Lawinen, Steinschlägen und Erdrutschen

zu schützen (siehe auch

Beitrag „Naturgefahren“ auf Seite

16).

biodiversitätskonvention

der uno unter dem

Schutzschirm der Öbb

Die Konferenz und das Rahmenprogramm

boten zahlreiche

Gelegenheiten zum unmittelbaren

Kontakt mit hochrangigen Experten.

Neben Vertretern des Lebensministeriums,

der Kärntner Landesregierung,

diverser Planungsbüros,

des WWF und anderer

NGO, Schutzgebietsmanagern

und der Universität Klagenfurt,

waren auch Marija Zupancic-Vicar

(IUcN) aus Slowenien und

Kalemani Jo Mulongoy (Biodiversitätskonvention/UNEP)

aus Montreal/Kanada

anwesend. Vorüber-

gehend gelang es sogar, die Biodiversitätskonvention

symbolisch

unter den Schutzschirm der ÖBB

zu stellen (Bild o.r.). q

eventS

thomas Schuh und robert Mühlthaler, beide

von den ÖBB, nehmen die Biodiversitätskonvention

(cBd) in der Person von Kalemani Jo

Mulongoy (cBd-Sekretariat in Montreal) symbolisch

unter den Schutzschirm der ÖBB.

christian rachoy, ÖBB Naturgefahrenmanagement

(Mitte), erklärt die Maßnahmen zur nachhaltigen

Bewirtschaftung des Schutzwaldes

und wie sich dies mit den Schutzzielen des

Nationalparks hohe tauern verträgt.

die nächsten „Klagenfurt days of Protected

Areas“ werden vom 1. – 2. Juni 2011 stattfinden.

Nähere Informationen zum Lehrgang

und den days of Protected Areas finden

Sie unter: www.mpa.uni-klu.ac.at

49


Umwelterziehung?

Kinderleicht!

Nachhaltiger Natur- und umweltschutz fängt bei kindern an. früh mit der thematik vertraut,

lernen sie den verantwortungsvollen umgang mit der Natur auf spielerische weise.

timi taurus, die eigene ÖBB-kindermarke, dient der verkehrserziehung und kundenbindung

gleichermaßen. für die größeren wurde zu diesen themen ein eigenes strategiespiel

namens transalpin entwickelt. und in Minopolis, der stadt der kinder, werden die

kleinen Besucher über umweltschutz bei den ÖBB informiert.

timi taurus – Freunde am Zug

die eigens kreierte Wort-

Bild-Marke wird konsequent

in der ganzen Kampagne

verwendet – vom Bilderbuch

über Malhefte bis hin zum

timi taurus-Quartett. Pädagogische

und nachhaltige Aspekte sind

dabei besonders wichtig. Im Kinderbuch

lernen die Kinder z. B.,

dass die meisten Züge elektrisch

fahren und dadurch die Umwelt

schonen, dass es gefährlich ist, auf

Schienen zu springen oder dass

man bei Bahnübergängen auf die

Ampel achten muss.

Mit timi und seinen Freunden

erleben Kinder die Welt der ÖBB

und wie spannend das Leben eines

Zuges sein kann. Die kleinen

Züge timi taurus, Desi Desiro,

Didi Dosto und tobi talent gehen

gemeinsam in die Zugschule. Dort

werden sie von Lehrer Dampf, einer

alten Dampflok, unterrichtet.

Als Zug muss man nämlich so einiges

wissen und können. Die

Zugschule befindet sich ganz in

der Nähe eines kleinen Bahnhofes

und einer richtigen Bahnstrecke.

Dort trifft man immer wieder Gus -

tav Güterzug, einen lieben kleinen

Kerl, der darauf Acht gibt, dass die

kleinen Züge keinen Unsinn machen.

Auch Jack Railjet ist dort

anzutreffen. Er ist der Star unter

den Zügen und Desi schwärmt für

ihn. Dann gibt es noch das Draisinchen,

das Zugbaby, das am

liebsten schon so groß wäre wie

die anderen Zugkinder und es

kaum erwarten kann, bis es in die

Zugschule kommt.

Ziel ist es, Familien und Kinder

zum Bahnfahren zu animieren und

den Kleinen von drei bis acht Jahren

spielerisch und pädagogisch

wertvoll die Bahn näher zu bringen.

„Durch die durchgängige Linie

ist es uns gelungen, jeder einzelnen

Figur Leben einzuhauchen“,

so Mag. (Fh) carina

Schönsleben, Projektleiterin „timi

taurus-Freunde am Zug“.

„Von timi taurus über Desi Desiro

bis zu Piti Postbus, sie alle haben

einen speziellen charakter,

der sie zu einer Persönlichkeit

werden lässt – mit Vorlieben und

Eigenheiten.“

Seit dem Start im September

2007 wurden und werden in den

Fernverkehrszügen in Österreich

timi taurus Give Aways verteilt

sowie eigene Kinderfahrkarten

„ausgestellt“.

Minopolis

die Stadt der Kinder stellt

das echte Leben in einer

kindgerechten Art und

Weise dar und bietet die ideale

Kombination aus Spiel und Wissensvermittlung.

Angesprochen

werden in erster Linie Kinder von

4 bis 12 Jahren. Unter pädagogischer

Betreuung erkunden die

Kinder „das Leben“ – der Spaß

steht dabei an erster Stelle. Am 7.

März 2010 drehte sich in Minopolis

alles um das thema Umwelt.

Die BürgerInnen von Minopolis

bekamen gleich beim Eintritt

einen Umweltpass, der sie

durch viele Stationen führte und

kniffelige Fragen rund um das

thema Umwelt beinhaltete. Was

50 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Umweltschutz für die ÖBB bedeutet,

erklärte herbert Minarik,

Leiter der Umwelt- und Nachhaltigkeitsabteilung

des ÖBB-Konzerns

persönlich. Er war Stargast

im Minopolis tV Studio und verriet

den Kindern so einiges, was

sich hinter dem titel Umweltschutz

verbirgt. Anschließend gab

es bei der ÖBB-Station die Möglichkeit,

mit dem Umweltexperten

am Umweltworkshop teilzunehmen.

Alle teilnehmer erhielten

eine Umwelturkunde und ein

Buch von „timi taurus – Freunde

am Zug“.

www.timitaurus.at mit lustigen Spielen

und tollen Geschichten

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

das Lehrmittel und Strategiespiel

„transalpin“

möchte bewusst machen,

wie die Verkehrsentwicklung mit

der Wirtschaft und dem tourismus

zusammenhängt und welche

Auswirkungen alle drei Faktoren

auf die Umwelt in den Alpen

haben. Außerdem lernt man Maßnahmen

kennen, um den Verkehr

zu regulieren. Die Spielteilnehmer

greifen durch verschiedene aktive

Maßnahmen in die Entwicklung

von Verkehr, Wirtschaft, tourismus

und Umwelt in acht alpinen

Regionen ein. Die Vertreter

der Alpenübergänge sitzen sich

auch am Spielplan gegenüber – so

sitzt ein Nordtiroler dem Südtiroler

gegenüber, ein Vertreter für

Kärnten einem Slowenen, der

umwelterzIehunG

Strategiespiel „transalpin“

herbert Minarik, Leiter der Umweltund

Nachhaltigkeitsabteilung des

ÖBB-Konzern, aktiv in Minopolis

Kanton Uri sitzt dem tessin

gegenüber und das Piemont der

Region Rhones Alpes. Gewonnen

hat diejenige Region, welche trotz

steigendem Verkehrsaufkommen

sowohl die Umwelt bewahren, als

auch ein positives Resultat bei der

Wirtschaft und dem tourismus erzielen

konnte.

Ein idealer Standort, um das

Strategiespiel „transalpin“ der

Alpenkonvention am 11. 3. 2010

öffentlich zu präsentieren, war der

Innsbrucker hauptbahnhof. Mit

fast 30.000 Kunden täglich und

mitten in den Alpen gelegen, ist er

Drehscheibe der Mobilität nach

allen himmelsrichtungen. q

51


52 Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010 53


Jahresbezug: Inlandsabo EUr 19,–/Jahr, Auslandsabo EUr 24,–/Jahr. Erscheint 4x

pro Jahr zum Ende jeden Quartals. Für Vollmitglieder der ÖNB-Landesgruppen ist das

Abo in der Mitgliedschaft enthalten (Ausnahme Steiermark: nur zwei Ausgaben). Abo-

Beginn jederzeit (mit Erhalt aller erschienenen Ausgaben des Jahres). Abbestellungen

bis 31.12., gelten ab dem Folgejahr. Anschriftänderungen, die die Mitgliedschaft in einer

Landesgruppe betreffen, richten Sie bitte dorthin.

name

anschrift

datum + Unterschrift

54

a b o n n e m e n t

Bestellschein

zu heft 2-2010

Einsenden an: NAtUr & Land, NAtUrSchUtzBUNd Österreich

Museumsplatz 2, 5020 Salzburg

t 0043/(0)662/64 29 09-13, F 0043/(0)662/64 37 344

natur-land@naturschutzbund.at

....in 9 landesverbänden für Sie erreichbar

w w w. n a t u r s c h u t z b u n d . a t

BUNdESVErBANd

Museumsplatz 2, A-5020 Salzburg

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t: 0662/64 29 09, F: 0662/64 37 34-4

bundesverband@naturschutzbund.at

BUrGENLANd

Esterhazystr. 15, A-7000 Eisenstadt

Mo-do 8-11.30 Uhr

t: 0664/845 30 48, F: 02682/702-190

burgenland@naturschutzbund.at

KÄrNtEN

Adalbert-Stifterstraße 21, A-9500 Villach

Mo–Fr 9–13 Uhr

t+F: 04242/21 41 42, h: 0676/3 36 82 62

kaernten@naturschutzbund.at

WIEN

Museumsplatz 1, Stiege 13, A-1070 Wien,

di 9–11, 17–18.30, Mi 9–11 Uhr

t+F: 01/5 22 35 97,

wien@naturschutzbund.at

NIEdErÖStErrEIch

Alserstr. 21/1/5, A-1080 Wien

Mo–Fr 9.00–13.00 Uhr

t: 01/4 02 93 94, F: 01/4 02 92 93

noe@naturschutzbund.at

OBErÖStErrEIch

Promenade 37, A-4021 Linz

Mo–Fr 7.30–12.30 Uhr, FerienJournaldienst

t: 0732/77 92 79, F: 0732/78 56 02

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StEIErMArK

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Mo–Fr 8–17 Uhr t: 0316/32 23 77, F: - 4

steiermark@naturschutzbund.at

VOrArLBErG

Schulgasse 7, A-6850 dornbirn

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tIrOL

Im Alpenzoo, Weiherburgg. 37 a

A-6020 Innsbruck, Bürozeiten variabel

t: 0664/4 43 09 59, F: (0)512/26 00 87

tirol@naturschutzbund.at

SALzBUrG

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t: 0662/64 29 09-11, F: 0662/64 37 34-4

salzburg@naturschutzbund.at

Offizielles Organ des

NATURSCHUTZBUNDES Österreichs

I m p r e s s u m

Sonderausgabe in Kooperation mit den ÖBB

BEzUGSBEdINGUNGEN: Abo-Jahresbezug (einschließlich

Postzustellung) EUr 19,– für Österreich,

EUr 24,- für das Ausland; Einzelhefte

EUr 4,25 + Versand (wenn nicht anders angegeben)

BEStELLUNGEN nehmen der Österreichische NAtUrSchUtzBUNd

sowie alle Buchhandlungen entgegen.

Abbestellungen werden bis 31. 12. eines

laufenden Jahres für das nachfolgende Jahr

berück sichtigt. danach automatische Verlängerung

um ein Jahr. Für unverlangte Manuskripte

oder Anfragen rückporto beilegen. Bei Nichtlieferung

der zeitschrift ohne Verschulden des herausgebers

besteht kein Anspruch auf Entschädigung.

Für nichtverlangte Manuskripte und Fotos

wird keine haftung übernommen!

Bankverbindung: Salzburger Sparkasse, 5020

Salzburg, Konto-Nr. 18069, BLz 20404

hErAUSGEBEr, EIGENtÜMEr, VErLEGEr:

NAtUrSchUtzBUNd Österreich, Museumsplatz 2,

5020 Salzburg, tel. 0043/(0)662/64 29 09

rEdAKtIONSLEItUNG: chefr Ingrid hagenstein

(hA) tel. 0043/(0)662/64 29 09-13

e-mail: natur-land@naturschutzbund.at

rEdAKtIONSMItArBEIt: Mag. Birgit Mair-Markart,

Mag. christine Pühringer; Mitarbeiter/innen der

teilgesellschaften der ÖBB.

PrÄSIdIUM: Prof. ddr. h.c. Eberhard Stüber (Präsident),

Prof. dr. Johannes Gepp, Univ. Prof. dr.

Walter Kofler, Univ. Prof. dr. roman türk (Vizepräsidenten)

SAtz, dtP-LAyOUt, drUcKVOrStUFE: Ingrid hagenstein.

druck: Ortmannteam d-83404 Ainring.

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

OFFENLEGUNG LAUt MEdIENGESEtz: Natur & Land

ist eine konfessions- und parteiungebundene

zeitschrift, die seitens des Österreichischen

Naturschutz bundes herausgegeben wird.

rEdAKtIONELLES zIEL: Kritische Information zu

Fragen des Natur- und Umweltschutzes. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge geben die

Meinung des Autors wieder und decken sich

nicht unbedingt mit der der redaktion und des

herausgebers. Im Sinne der Vereinfachung können

u. U. geschlechtsspezifische Endigungen

weggelassen werden. Selbstverständlich sind

immer beide Geschlechter angesprochen.

ISSN: 028-0607

Gefördert aus Mitteln des Lebensministeriums

über den Umweltdachverband

Der ÖNB ist mitglied im

Internationalen Naturschutzverband

International union

for Conservation of Nature

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


A u s wA h l

informationsfalter

q Wildkatze q vielfaltleben-Artenschutzprojekte

q Schmetterlinge q Moore q Haselmaus q Luchs

q Alte Bäume-Lebensräume q Grünes Band (neu)

q Störche q Fledermäuse q Amphibien

q Libellen q Ziesel q Grundstücke des ÖNB

q Natur findet Stadt q Rückkehr der Wildtiere

q Schwalben und Mauersegler q Fische à 0,70

q Plakatserie-WasSerleben: 12 Poster; A2; inkl.Vers. 10,00

Tonträger

q ...St. Der Garten erwacht, CD 9,95

q ...St. Froschlurche, CD 17,95

q ...St. Erlebnis Wald, CD 12,95

q ...St. Erlebnis Bauernhof, CD 12,95

q ...St. Wasser-Quelle des Lebens, CD 9,95

q ...St. Heuschrecken, CD 17,95

q ...St. Tierstimmen, CD 9,95

Vogelstimmen

q ...St. Stimmen der Greifvögel, 2 CD 17,95

q ...St. Unsere heimische Vogelwelt, 4 CDs (Audio) 29,95

einzeln q ...St. Folge 7,95

q ...St. Eulen, Nachtschwalben und Tauben, CD 9,95

q ...St. In Feld & Flur (1) q ...St. Wasser (2) q..St. Meer (5)

q ...St. Gebirge (3) q ...St. Im Park u. Garten (4)

q ...St. Im Wald (6) q ...St. In Heide & Moor (7) à 9,95

oder als q CD-Box (7 Vogelstimmen CDs) 59,95

(ohne Abbildung)

Vogelstimmen-Rätsel Nr. q1 q 2 q 3 à 9,95

q ...St. CD Vogelstimmen Europas (17 CD’s) 69,95

q ...St. CD Vogelstimmen-Trainer (Audio)

oder q ...St.PC-Version

24,95

q ...St. Vogelexkursion (Audio; ohne Abb.)

DVD filme

14,95

DVD Tierwelt Europas

q Nr.1 q Nr.2 q Nr.3 q Nr.4

q Nr.5 q Nr.6 q Nr.7 q Nr.8 q Nr.9

à 14,95

q alle 9 (nur als DVD) 69,95

q ...St. DVD Die Vogelwelt in Gärten und Parks 14,95

q ...St. DVD Die Vogelwelt des Waldes 14,95

q Ich bin Mitglied des Naturschutzbundes oder Natur&Land-AbonnentIn

q Ich werde ÖNB-Mitglied (Mitgliedsbeitrag je nach Landesgruppe zwischen Euro 22,– und 32,–

inkl. Abo Natur&Land, Tarife für Familien, Studenten, Lehrlinge, Pensionisten u. a. auf Anfrage)

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Bücher und Broschüren

q Broschüre überLEBEN (gesamtes Projekt), nur Versandk.

q Herby, der Biber; Kinderbuch, ab 2 J. (Abb. S. 56) 2,50

q Kinderwagenwanderungen (Abb. S. 56) 13,90

Band um und in München

q Kinderwagenwanderungen (Abb. S. 56) 14,90

Band Salzburg-Umgebung, Berchtesg. Land

q Kinderwagenwanderungen (Abb. S. 56) 14,90

Band OÖ / Großraum Linz

q Vogelnistkästen in Garten & Wald (Abb. S. 56) 19,90

q WasSerlebenbroschüre mit allen Projekten 2,00

q Naturerlebnis Sbg., Wanderführer 19,90

q Salzburg u. Umgebung, Exkursionsführer 19,90

q Glasenbachklamm, Naturkundl. Führer 5,00

q Inneres Fuscher Tal, Naturkundl. Führer 5,00

NATUr&Land – Schwerpunkthefte

q Moore und ihre Rolle im Klimaschutz 4,50

q vielfaltleben: 10 Arten-Schutzprojekte 4,50

q Ist Naturschutz Luxus? 4,50

q Das Grüne Band Europas, neue Ausgabe 4,50

q vielfaltleben: Die Biodiversitätskampagne 3,00

q Wasserkraft um jeden Preis? 4,00

q Konflikte mit Wildtieren q Biomasse im Brennpunkt 3,50

q Naturnah gärtnern q Tiere in der Stadt 3,00

q Moore und Grundstücke von ÖNB und önj 3,00

q Das Grüne Band Europas, 2006 2,50

q Ländliche Entwicklung 2007-13 2,50

q Natur findet Stadt q Fische q Fischotter 2,50

q Ökoenergie/Ökostrom q Erneuerb. Energieträger 2,00

q 90-Jahre ÖNB q Flusskrebse 1,50

q WasSerleben-zeigen wie’s geht! q Gifttiere 1,00

q Alte Bäume – Lebensräume q Schmetterlinge 1,00

q Alte Haustierrassen q Hecken für die Landschaft 1,00

Schwerpunkthefte: Größere Abnahmemengen zum stark

ermäßigten Preis auf Anfrage. Fast alle NL-Jahrgänge

sind lagernd und erhältlich.

Alle angeführten Preise verstehen sich in Euro zuzügl. Porto und

Verpackung und gelten nur für ÖNB-Mitglieder und

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Redaktion Natur&Land

Museumsplatz 2, 5020 Salzburg

F 0043/(0)662/64 37 34 4

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Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010 55

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Kinderwagen-Wanderungen

BAND: OÖ. GROSSRAUM LINZ: MüHLVIERtEL, DO-

NAUBECKEN, KREMStAL, StEyRtAL, ENNS tAL.

SONDERtEIL AttERSEE/tRAUNSEE.

Elisabeth Göllner-Kampel, Irmgard Leitner-Gadringer, Elisabeth

Hochhauser. Verlag: Natur & Land, Naturschutzbund

Österreich, 2006. 57 Wanderungen und Ausflugsziele.

Vom Säugling bis zum Vorschulkind. 192 Seiten,

handliches A 6-Format, ISBN-10: 3-901866-08-6, ISBN-13:

978-3-901866-08-1, EUR 14,90.

BAND: SALZBURG, FLACHGAU, tENNENGAU,

BERCHtESGADENER LAND

Elisabeth Göllner-Kampl. Verlag Natur & Land, 50 Wanderungen

und Ausflugsziele, geeignet vom Säug ling bis zum

Vorschulkind. Mit tipps und nützlichen Adressen. 3. geänderte

Auflage, 176 Seiten, ISBN-10: 3-901866 06-X, EUR

14,90.

BAND: UM UND IN MüNCHEN,

SONDERtEIL: ALMEN UND ISARVERLAUF

Elisabeth Göllner-Kampel, Monika Krahwinkler, Heike

Bein. Verlag Natur und Land 2008, 51 schöne Wanderungen

und Ausflugsziele, Wanderwert für Kinder von 2-3 bzw.

4-6 Jahren und Kinderradwege. Mit tipps und nützlichen

Adressen. 184 Seiten, A6-Format, ISBN.13 978-

3901866098, EUR 13,90.

Vogelnistkästen

in Garten und Wald

n Geeignete und ungeeignete Nistkästen,

richtige Anbringung der Kästen.

n Nisthilfen und Vogelschutz im Garten, Vogeltränke

und -fütterung

n Nistkästen für die biologische Schädlingsbekämpfung

in Obstanlagen und Forstwirtschaft

n Pflege und Kontrolle der Nistkästen

n Naturhöhlenerhaltung

Otto Henze / Johannes Gepp. 6. Auflage im

Leopold Stocker Verlag, 243 Seiten, über 400

Farbabb., Hardcover

ISBN 3-7020-0992-2, EUR 19,90/sfr 33,50

Herby, der Biber . . .

Ample Musikverlag

Die Vogelwelt

des Waldes

Vögel beobachten und erkennen

Unsere heimische Vogelwelt

Folgen 1-4

4 Audio-CDs. Gesänge und Rufe heimischer

Vogelarten kennenlernen. 100 wichtige

Vogelarten, mit umfangreichem Beiheft. Von

Karl-Heinz Dingler

Folge 1 - 77:13 Minuten

Folge 2 - 75:52 Minuten

Folge 3 - 75:30 Minuten

Folge 4 - 75:44 Minuten

Gesamtspiel dauer ca. 5 Stunden.

4 Audio-CDs: EUR 29,95

Einzeln: à EUR 7,95

Diese DVD zeigt alle wichtigen Vögel

des Waldes. Jede Vogelart ist einzeln

abrufbar und wird in einem eigenständigen

Kurzfilm mit ihrem arttypischen

Verhalten vorgestellt, zum

Beispiel singend, rufend, bei der

Nahrungssuche und in ihrem bevorzugten

Lebensraum. Zusätzlich

werden leicht zu verwechselnde

Vogelarten gegenübergestellt.

Die Vogelwelt in Gärten und Parks

DVD-Film. Amsel, Drossel, Fink und

Star leben überall in unserer Nachbarschaft.

Manchmal teilen sie sich mit

uns auch ein Dach. Jede Vogelart ist

einzeln abrufbar und wird in einem eigenen

Kurzfilm vorgestellt. Fachkundige

Begleittexte liefern hilfreiche Hintergrundinformationen

über Brutverhalten,

Nahrungssuche und anderen Verhaltensweisen.

Ein Schnelldurchlauf sämtlicher

Vögel ermöglicht ein leichtes und

sicheres Bestimmen. Gegenüber Kassetten

und CDs bietet der DVD-Film einen

großen Vorteil: Die Vögel sind sowohl

akustisch als auch optisch erfahrbar

und prägen sich dadurch besonders

gut ein. Auch für Einsteiger geeignet.

beschreibt anschaulich die Lebensweise des Bibers

für Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter. Die

Idee dazu entstand im Schuljahr 2000/01 im Rahmen

eines Projektes in Biologie am ORG der Englischen

Fräulein (Ökogymnasium) Krems. Die Zeichnungen

gestaltete die damalige Schülerin Corinna

Fichtinger, die mittlerweile maturiert hat. Die Zeich-

DVD-Video,

nungen wurden von der Grafikerin Marion Lanser Gesamtlänge 77 Min.,

digital bearbeitet.

Susanne Hoff mann,

Corinna Fichtinger. NAtURSCHUtZBUND Österreich

(Hrsg.), Verlag Natur und Land, 32 Seiten, 2 Seiten

zum Anmalen, 14 x 15 cm, ISBN 3-901866-06,

EUR 14,95

56

EUR 2,50 + Versand.

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010


VogelSTiMMeN TierSTiMMeN

Vogelstimmentrainer

Gesänge und rufe

heimischer Vögel

mit 68-seitigen

Begleitbuch: Farbfotos

und Ste ckbriefe aller auf

der cd zu hörenden

Vögel. EUr 24,95

T i e r w e lT

e u r o pa s

DVD-

gesamt

paket

nur 69,95

Als VIdEO Nr. 1-7:

à 43 Min., EUr à 14,95

Als dVd Nr. 1-9: à 43

Min., Gesamt-Spieldauer

400 Min., EUr à 14,95,

alle 9 dVds nur EUr

69,95 mit Lieferung

frei haus. 200 tierarten.

AUch ALS Pc-VErSION

Vogelstimmen rätsel cd 1, 2, 3

Inkl. Lösungsschlüssel. Je cd 24 rätselvögel. die

cds enthalten keine texte und eignen sich deshalb

auch zur Entspannung. Alle cds mit Begleitheften,

Spieldauer je 67 min., à EUr 9,95

cd 1: Wald cd 2: Auwald cd 3: am Wasser

Stimmen der Greifvögel

1 Im Land des Kaiser adlers – Greifvögel in Ungarn

2 Siebenbürgen – Naturbeobachtungen in rumänien

3 Vom Genfer See ins Gebirge – tiere in der französischen Schweiz

4 theißblüte – tiere der Ungarischen tiefebene

5 der Sumpf der tausend reiher – Naturbeobachtungen in Ungarn

6 Graureiher und Moorenzian – Naturbeobachtungen im Alpenvorland

7 Wildtiere in der Nachbarschaft – Natur am Stadtrand

8 Lagunen, dünen, Urwälder – Im griechischen Nestosdelta

9 die Natur kehrt zurück im griechischen thrakien

Sommerheft NATUR&Land 96. JG. – Heft 2-2010

Neu

58 Greifvögel und 45 Falken, Karl-heinz

dingler, christian Fackelmann, dr.

Andreas Schulze, inklusive 3sprachigem

Beiheft in deutsch,

Englisch und Französisch. Mit

einmaligen Aufnahmen seltener und

auch wenig erforschter Arten.

2 Audio-cds, 156 Minuten, EUr 17,95

NATuriMpreSSioNeN

Erlebnis Wald

Audio-cd inklusive 32seitigem

Beiheft mit vielen

Informa tionen, farbigen

zeichnungen und Fotos,

Pflanzenführer, Spurensuche

und rätselspiel

78:53 Min., EUr 12,95

Eulen, Nachtschwalben

und tauben

32 Vogelarten. Audio-cd,

A. Schulze, 156

tonaufnahmen, mit Begleitheft.

68:32 Min., EUr 9,95

tierstimmen

Säugetiere, Lurche,

Insekten

Mit gesprochenen Erläuter -

ungen. 61 Min., EUr 9,95

Froschlurche

die Stimmen aller

heimischen Arten. Audio-cd

inklusive Beiheft,

tonaufnahmen aller 14

heimischen Froschlurche von

Immo tetzlaff.

62:46 Min., EUr 17,95

der Garten erwacht

42 der häufigsten Garten -

vögel in der reihefolge ihres

ersten morgendlichen

Gesangs beginns. Karl-heinz

dingler. Audio-cd,

67:31 Min., EUr 9,95.

Erlebnis Bauernhof

tierstimmen und Ge räusche

des Landlebens

Fernand deroussen, Audiocd,

inklusive Beiheft mit

Informationen, Memory,

71:43 Min., EUr 12,95

heuschrecken

61 heimischen Arten

heiko Bellmann. Audio-cd

inklusive 28-seitigem Beiheft

Schnelles und sicheres

Bestimmen.

66:47 Min., EUr 17,95


Europa Asien Amerika

Provence Rundreise

11. - 20.7.2010 Bus ab Linz/Sbg., meist

***Hotels/HP, Eintritte, RL: Mag. B. Lenz

€ 1.190,--

12. - 20.7.2010 Flug ab Wien, Bus, meist

***Hotels/HP, Eintritte, RL: Mag. B. Lenz

€ 1.210,--

Höhepunkte der Schweiz

Zu Mönch, Eiger, Jungfrau

und zum Matterhorn

30.7. - 4.8., 17. - 22.8.2010 Bus ab Linz/

Sbg., ***Hotels/meist HP, Bahnfahrt Zermatt,

Zahnradbahnfahrt, RL: H. Brinkmann

€ 720,--

Azoren: Wandern

15. - 22.8.2010 Flug, Bus, *** u. ****Hotels/HP,

RL: Dr. H. Wimmer € 2.190,--

Indonesien: Java u. Bali

31.7. - 14.8.2010 Flug, Bus, Boot, gute

** und ***Hotels und 1x Lodge/NF,

Eintritte, RL: Anton Eder € 2.850,--

Höhepunkte Kamtschatkas

13. - 27.8.10 Flug, Helikopter, Geländefahrzeug,

Hotel, Hütten u. Zelt/meist VP,

Eintritte, RL: Dr. H.-P. Steyrer (Geologe)

€ 4.070,--

Naturwunder im

Südwesten Chinas

17.9. - 2.10.2010 Flug, Bus, Zug, meist

***Hotels/HP, Eintritte, RL: Anton Eder

€ 2.790,--

Indien und Nepal

24.10. - 7.11., 25.12.10 - 8.1.2011 Flug,

Bus, Bahn, ***, **** und *****Hotels/HP,

Elefantenritt, Rickshaw-Fahrt, Khandaria

Dance Show-Besuch, Bootsfahrt am

Ganges, Eintritte, RL: Dr. Harald Teubenbacher

(1. Termin) ab € 2.860,--

Faszination Südindien

27.11. - 11.12., 25.12.10 - 8.1.2011 Flug,

Bus, Bahn, ***, **** und *****Hotels/HP,

1 Nacht Hausboot/VP, Kathakali-Besuch,

Bootsfahrt, Eintritte, RL: Mag. Brigitte Lenz

ab € 2.990,--

Höhepunkte

Westkanadas

Mit Grizzly-Beobachtung in Hyder

24.7. - 12.8.2010 Flug, Bus/Kleinbus,

***Hotels/NF, Schifffahrt, Eintritte, RL:

Mag. Jürgen Flick € 5.220,--

Naturwunder USA West

1. - 15.8.2010 Flug, Bus/Kleinbus, ***Hotels/NF,

Geländewagenfahrten, Eintritte,

RL: Mag. Rudolf Zauner € 3.620,--

USA: Neuengland

und der Osten Kanadas

4. - 25.8.10 Flug, Bus/Kleinbus, ***Hotels/

NF, Walbeobachtungsfahrt, Schifffahrten,

Eintritte, RL: Mag. P. Brugger € 3.990,--

Schweiz, Riffelsee mit Matterhorn C Christian Kneissl

Grizzly in Hyder/Alaska C Christian Kneissl

Wien 1, Bäckerstraße 16, Tel. 01 5126866 Wien 9, Spitalgasse 17a, Tel. 01 4080440

St. Pölten, Linzer Str. 2, Tel. 02742 34384 Salzburg, Linzer Gasse 33, Tel. 0662 877070

Zentrale Lambach, Tel. 07245 20700, www.kneissltouristik.at - zentrale@kneissltouristik.at

Bei Unzustellbarkeit zurück an: Naturschutzbund Österreich, dVr 0457884

Museumspl. 2 5020 Salzburg. Natur & Land 96. Jg. Nr. 2-2010

P.b.b.

Verlagspostamt: 5020 Salzburg

Aufgabepostämter: 5322 hof, 1090 Wien,

4020 Linz

zulassungsnummer 02z031442M

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