Wenn das Maß voll ist....

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Wenn das Maß voll ist....

Wenn das Maß voll ist....

genügt meistens schon ein ’Blick hinter

die Kulissen’, um die Beteiligten wieder

ins Gespräch zu bringen.

mit Kathrin Stoltze; ; Klin. Psychologin; Psychologische

Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichen-

psychotherapeutin; ; Lehrtherapeutin für systemische Therapie

am Institut für systemische Forschung, Therapie und Beratung

(isft);

kastoltze@aol.com

Vortragsreihe Erziehung: Universität

Magdeburg - von Kathrin Stoltze


Was erwartet Sie heute?

Perspektivenwechsel-Techniken! Als

‘Blick hinter die Kulissen‘

• Wann das Maß voll ist, hängt vom Maß ab ...

• Anerkennung der Unterschiede der Lebenswelten

Schüler – Lehrer – Eltern

• Die Krisen im Großen und Kleinen

• Was macht die Beteiligten wieder stark und

zuversichtlich:

Wie gelingt der ´Blick hinter die Kulissen`?

Was erscheint hilfreich? / Wie erreicht man das Gefühl

des Gelingens?

• Ein Praktischer Anfang

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Magdeburg - von Kathrin Stoltze


Wann das Maß voll ist; hängt vom

Maß ab ...

• Wofür schenke ich Ihnen allen diese Zeichnung?

Perspektivenwechsel 1

Unterbrechen eingefahrener Bewertungs-Muster

Ausprobieren: Schüler/Erwachsene (Pädagogen/Eltern)

Wir verhalten uns häufig so:

als ob alle anderen ‘unsere‘ (natürlich bewährten) Werte und

Vorstellungen kennen und danach handeln (sollten),

als ob wir immer wissen, wie andere über was denken und warum

sie dann so handeln.

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Anerkennung der Unterschiede der

Lebenswelten Schüler – Lehrer –

Eltern

• Rafik Schami : das Schwein, das unter die Hühner ging-

aus: „Verrückt sein ist gar nicht so einfach“

• vom abenteuerlichen Miteinander verschiedener

Welten- was sie trennt und was sie vereinen kann:

gemeinsam gemeisterte Krisen / gemeinsame

Lebenserfahrungen

• Perspektivenwechsel 2: sich in den anderen

hineinversetzen ohne den eigenen Standpunkt aufgeben

zu müssen – Anerkennen von Unterschieden

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Wichtig:

• Erzählen Sie miteinander!

• Interessieren Sie sich füreinander!

• Profitieren sie voneinander!

• (Briefumschläge)

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Das Ziel ist : „Das Problem ist das

Problem, die Person ist nicht das

Problem“ - jedoch:

• Unter Schülern gibt es kaum Differenzierungen

zwischen Eigenanteil und damit Auslöser-

Signalen für Probleme.

• In der Schule werden Probleme häufig mit dem

Lehrer verbunden: “...der Lehrer XY ist das

Problem“.

• In Familien wird Problemen häufig mit

Vorwürfen, Rechtfertigungen und Scham

begegnet.

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Wenn junge Menschen sich

Problemen stellen wollen...

• Kinder sind

Entwicklungsfeuerwerke:

Denken, Sprache, Motorik,

Gefühle, soziales Verhalten,

Sexualität ..(EW-Herausforderung)

• Junge Menschen setzen

Zeichen, die Erwachsene oft

nur als negativ deuten.

• „Keiner spricht so, dass ich

mich verstanden fühle“.

-- Gefragt sind von Erwachsenen:

wachsames Hinschauen, Erkennen

von Entwicklungsschwierigkeiten

und Konflikten im sozialen Umfeld,

sinnvolles gemeinsames Handeln;

-- Dialog zutrauen und zumuten;

-- sich interessieren für die

innere Werte-Welt: Welt: „Erkläre mir,

wie du darauf kommst!; Erzähle es

mir so, dass ich es verstehe! ...“

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Wenn Schule sich den vielfältigen

Problemen ausgesetzt fühlt...

• Gefahr, dass Schule als

steril, innerlich abgelehnt, erduldet

oder auch bekämpft wird.

• Gefahr, dass Schule per se als Problem

personifiziert wird.

• Schulschließungen, ständige

Verordnungs-Veränderungen

Veränderungen, , Springer –

Status usw. erschweren das Selbstver-

ständnis von Pädagogen.

• Immer noch einseitige Blick-

Suchrichtung (linear-kausal) bei Problemen

nach Erklärung und Ursache.

-- Schule kann anregen, bereichern,

aufschließen, Selbständigkeit fördern

und eine interessante Lebenswelt

anbieten.

-- Gesellschaftliche Frage, wie Schule von

Verwaltung unterstützt wird und in der

Öffentlichkeit an Verständnis und

positiver Außenwirkung gewinnt.

-- Fachliche Zusatzbildungen und eigenes

inneres Engagement in Richtung

Kompetenzerwerb für

Auseinandersetzungen,

Gesprächsführungen,

... -- Achtung: burn out und

psychophysischer Gesundheit

vorbeugen

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wenn Eltern unter den Problemen

leiden....

• Eltern erleben häufig

eine externe Schuldzuweisung an

sie selbst und/oder eine interne

Selbstbeschuldigung von sich

selbst.

• Familien sind im Wandel.

• Familien zeigen sich häufig

unterritualisiert.

• Familienmitglieder sind

arbeitssuchend oder arbeiten viel.

-- Die meisten Eltern haben

durchaus die Interessen ihrer

Kinder im Kopf und im Herzen.

-- Gefragt sind auch hier

Perspektivenwechsel-techniken

techniken.

-- Vorteil der Erwachsenen-Welt.

-- Stärken und Nutzen der inneren

Souveränität.

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Problem-Varianten

• 1. Beste Variante: Ich / Wir haben ein Problem;

oder besser: es gibt ein Problem.

• 2. Schlechteste Variante: Du / Sie sind

mein/das! Problem. Ich habe kein! Problem.

• 3. Zusätzliche Komplikation: Autoritätsunter-

schiede werden zur Problemlösung eingesetzt..

(Schüler-Erwachsene; Eltern-Lehrer)

--- 2.-3. wirken Problem aufrechterhaltend

• Achtung: Gleiches gilt für andere Gruppen auch!

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Was ist nützlich für den ‚Blick hinter

die Kulissen‘: Perspektivenwechsel 3!

aus: Knorkator: „Des

Wurzels Zweig“

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Krisen im Großen und im Kleinen

(Maß!)

eine beliebige Auswahl

• Ein junger Mensch will Selbstmord begehen oder fügt

sich Verletzungen zu.

• Das aggressive, dissoziale, schulvermeidende

Verhalten eines Schülers belastet die gesamte Familie.

• Lehrer verzweifeln an der erlebten Demotivation von

Schülern und setzen auf Strenge.

• Eltern sagen: ich komme an meinen Sohn/Tochter

nicht mehr heran.

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Wie erreicht man das Gefühl des

Gelingens von Problemlösen?

• 1. = die Erfahrung in einer heiklen Situation etwas

richtig gemacht zu haben – gilt für alle!

(Ankoppeln an Erreichtes ist hilfreich, um sich neuen

Herausforderungen zu stellen)

Wie macht man das: Fragen dazu!

In welcher Situation habe ich mich schon einmal so

verhalten, dass ich das heikle Problem gelöst habe?

Wie waren die Umstände?

Was habe ich aus dem damaligen Erlebnis gelernt?

Wie habe ich mich dadurch verändert und was kann ich

davon heute nutzen?

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Wie erreicht man das Gefühl des

Gelingens von Problemlösen?

• 2. = die Frage an sich selbst: : was könnte den

anderen noch! beschäftigen -> > “was war noch los?“

( Perspektivenwechsel: Hineindenken in die andere

Person)

• 3. = Perspektivenwechsel als ‚Einladung‘ an den

anderen : „was würdest du an meiner Stelle jetzt

sinnvolles tun, um das Problem zu lösen?;

„was würdest du mir raten, was mit dir zu tun sei?“

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Schluss-endlich I

• Verzichten Sie und Ihr mehr auf negative Be- und

Entwertungen (auch in Druck-Situationen)!

• Stärken Sie (Ihr) die Fähigkeit sich in Andere hinein-

denken zu können, um Informationen zu gewinnen!

• Beginnen Sie (Ihr) damit bei sich selbst und warten Sie

nicht darauf, dass sich Andere ändern!

• Die Vorrausetzung und der Gewinn daraus scheint ein

Selbstwertgefühl der Stärke und der inneren

Souveränität zu sein.

• Diese Fähigkeiten benötigen „Pflege“ von allen Seiten

und dies in Krisen oder bei Herausforderungen

besonders!

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Schluss-endlich II

Aus Krisen Stärken entwickeln: wie das Korn den Sturm und

Wind benötigt um gerade zu wachsen und Früchte zu tragen.

Das was negativ erscheint, trägt am Ende dazu bei, dass

man reift.

Mit Mut, dem Talent zur Selbsteinsicht, der Fähigkeit zum

Perspektivenwechsel und zur Selbstveränderung, , mit

Mitgefühl und Sympathie für Andere.

Vielleicht so was wie diese praktische Übung:

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Konkret : – wir tun etwas

• Denken Sie an jemanden, der in

diesen Zeiten für eine besondere

Herausforderung, eine Krise oder

ein Problem Ihre/Eure

Unterstützung brauchen könnte:

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Nehmen Sie den roten Zettel

und vervollständigen Sie: Das,

was ich jetzt schon sehr an dir

schätze und du unbedingt

beibehalten solltest, was dir

sicher bei der Problemlösung

behilflich ist; ist ......

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Nehmen Sie nun den grünen

Zettel und vervollständigen

Sie: Das, was ich dir für das

Kommende noch zutraue,

damit du dein Ziel erreichst,

ist .....

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Sichern Sie Ihre guten Wünsche!

• Lassen Sie sich inspirieren und schaffen Sie für

ihre beiden Zettel eine Hülle aus Knete!

Sie können ein Symbol herstellen (Herzen, Kisten,

Rollen ... ) oder selbst eine Möglichkeit finden,

ihre guten Wünsche zu verstauen.

Übergeben Sie diese besondere Form der

Ermutigung und der Zuversicht !

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Schluss-endlich III

Bevor das Maß voll ist, ist es

bedeutsam:

- vom gemeinsamen Wollen zum gemeinsamen Handeln zu

kommen,

- Geben und nehmen erlebbar zu machen - im TUN,

- Lachen (auch mal über sich selbst) und Weinen zu können,

- über persönliches Stress-Erleben sprechen zu können, sich

auszutauschen,

- Feste zu feiern und zu Höhepunkten werden zu lassen,

- Geduld mit sich und den anderen zu haben,

- zu sich selbst stehen zu können (und bereit sein, an sich zu

arbeiten und Dinge zu verändern),

- die eigenen Stärken erkennen und zeigen zu können.

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