Migrationshintergrund - Institut für Pädagogische Psychologie ...

psychologie.uni.hannover.de

Migrationshintergrund - Institut für Pädagogische Psychologie ...

71. Tagung der AEPF in Kiel

Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung

25. – 27. August 2008

Kompetenz

Modellierung | Diagnostik | Entwicklung | Förderung

IPN | Leibniz-Institut für die Pädagogik

der Naturwissenschaften


71. Tagung der AEPF in Kiel

Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung

25. – 27. August 2008

Kompetenz

Modellierung | Diagnostik | Entwicklung | Förderung

Veranstalter

Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (AEPF)

Vorsitzende: Cornelia Gräsel, Bergische Universität Wuppertal

IPN | Leibniz-Institut für die Pädagogik

der Naturwissenschaften


14:00 -15:40 | Ra u m 165 | Sy m p o s i u m 18 | Na c h m i t ta g

Organisation: Karl-Heinz Arnold

Selbstkonzepte und soziale

Fähigkeiten von Schülern

Universität Hildesheim,

Institut für Erziehungswissenschaft

Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim

arnold@uni-hildesheim.de

Der Bildungsauftrag der Schule umfasst neben der schulfachlichen Bildung

die bedeutsamen Ziele der fachübergreifender Bildung und der persönlichen

Entwicklung. So richtet sich der Erziehungsauftrag der Schule insbesondere

auf die Förderung von sozialen Fähigkeiten und moralischer Urteilsfähigkeit,

wozu die institutionelle Struktur der Schule (Lernen in Gruppen, Anleitung

und Rückmeldung durch pädagogische professionelle Kräfte) eine zentrale

Lerngelegenheit bietet.

Soziale Interaktion in den Schulklassen und die dort erhaltenen Rückmeldungen

sowie die vornehmbaren sozialen Vergleiche fungieren sowohl als hoch

bedeutsame Informationsquellen für den Aufbau und die Veränderung des

Selbstkonzepts der eigenen Fähigkeiten als auch als hochgradig verbindlicher

Kontext für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Das Symposium untersucht

die gruppenbezogenen Entwicklungsbedingungen dieser beiden personalen

Merkmale.

Beiträge:

Dienstag, 26.08

1. Martin Hentschel, Carola Lindner-Müller, Jana Chudaske, Carsten John,

Karl-Heinz Arnold: Soziale Fähigkeiten und das Selbstkonzept sozialer Kompetenz

bei Grundschülern

2. Kristina Antonette Frey, Martin Bonsen, Wilfried Bos: Selbst- und Fremdeinschätzung

sozialer Kompetenzen der Viertklässler in Deutschland

3. Sebastian Poloczek (1), Karina Greb (2,3), Frank Lipowsky (3): Lassen sich

schon am Anfang der ersten Klasse verschiedene Facetten im schulischen

Selbstkonzept unterscheiden?

4. Günter Faber, Joachim Tiedemann, Elfriede Billmann-Mahecha: Probleme

der leistungsthematischen Selbsteinschätzungen bei Grundschülerinnen und

-schülern mit Migrationshintergrund – ausgewählte Befunde einer Längsschnittstudie

5. Daniela Lindner (1), Monika Buhl (1, 2): Soziales Lernen von Kindern und

Jugendlichen im Rahmen schulischer Projektarbeit

6. Silvia-Iris Beutel, Renate Hinz: Entwicklung von Selbstkonzepten und Lesefähigkeiten

bei Grundschulkindern

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10:15 -10:45 | Ra u m 165 | Sy m p o s i u m 18

Mittwoch, 27.08

Günter Faber, Joachim Tiedemann,

Elfriede Billmann-Mahecha

Probleme der leistungsthematischen

Selbsteinschätzungen bei Grundschülerinnen

und -schülern mit

Migrationshintergrund – ausgewählte

Befunde einer Längsschnittstudie

Leibniz Universität Hannover, Institut für

Pädagogische Psychologie

Schloßwender Str. 1, 30159 Hannover

Billmann@psychologie.uni-hannover.de

Die Entwicklung leistungsthematischer Selbsteinschätzungen unterliegt zahlreichen

individuellen und kontextuellen Einflussfaktoren, von denen unter

anderem dem Geschlecht wesentliche Bedeutung zukommt. Bereits im

Grundschulalter zeichnen sich nachhaltige geschlechtsspezifische Beziehungsmuster

zwischen fachbezogenen Schulleistungen und Selbsteinschätzungen

ab. Darüber hinaus verweist die empirische Befundlage zunehmend

auf den einschlägigen Stellenwert familialer Einflüsse – insbesondere auch im

Zusammenhang mit dem Migrationshintergrund von Grundschulkindern.

Dabei lassen einschlägige Forschungsergebnisse annehmen, dass Kinder mit

Migrationshintergrund verstärkt unrealistische Annahmen über ihre schulischen

Kompetenzen ausbilden. Allerdings mangelt es hierzu an hinlänglich

abgesicherten Befunden aus dem Primarbereich. Überdies steht eine Integration

beider Forschungsstränge noch aus: Denn konzeptuell sollte in dieser

Hinsicht davon auszugehen sein, dass die Entstehung leistungsthematischer

Einschätzungen durch wechselseitig aufeinander bezogene Geschlechts- und

Migrationseffekte beeinflusst wird. Anliegen der vorliegenden Studie ist

daher die längsschnittliche Analyse der geschlechtsspezifischen Beziehungen

zwischen den Leistungen und Selbsteinschätzungen in Mathematik und im

Rechtschreiben unter Berücksichtigung des Migrationshintergrunds von

Grundschulkindern. Vor allem interessiert dabei die Frage, inwieweit sich die

geschlechtsspezifisch manifestierten Leistungs-Selbst-Beziehungen zwischen

Kindern mit und ohne Migrationshintergrund in bedeutsamer Weise unterscheiden.

Dazu wurden die Daten von N = 414 Kindern zu den Leistungen,

zu den leistungsthematischen Selbsteinschätzungen sowie zur Familiensprache

(als Indikator für den Migrationshintergrund) jeweils gegen Mitte der

dritten und vierten Klasse erhoben. Die Ergebnisse jeweils schulfachbezogen

berechneter Pfadanalysen (Strukturgleichungsmodelle) geben übereinstimmend

ein systematisches Beziehungsmuster zu erkennen: Die Jungen zeigen

in Mathematik relativ günstigere Leistungen und Selbsteinschätzungen, im

Rechtschreiben dagegen die Mädchen. Durchgängig erscheint dabei die

Familiensprache negativ mit dem jeweiligen Leistungsstand, aber positiv mit

den Selbsteinschätzungen assoziiert – d.h. die Grundschulkinder mit Migrationshintergrund

berichten unabhängig von ihrem tatsächlich eingeschränkten

Leistungsstand ein ausnehmend positives Selbstkonzept. Für beide Messzeitpunkte

ergänzend vorgenommene Varianzanalysen können diesen Befund

präzisieren, insofern es in beiden Schulfächern die Jungen mit Migrationshintergrund

sind, die ihre Leistungen in erheblichem Maße überschätzen. Eine

fortschreitende Stabilisierung derart unrealistischer Selbsteinschätzungen

dürfte für die weitere Schullaufbahn dieser Schüler einen kognitiv-motivationalen

Risikofaktor darstellen, der mögliche individuelle Perspektiven zu einer

rechtzeitigen Aufarbeitung bestehender Leistungsschwierigkeiten verhindern

und langfristig zu deren Verfestigung beitragen kann.

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