Imagebroschüre Lange Nacht der Bilder - Kulturring in Berlin eV

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Imagebroschüre Lange Nacht der Bilder - Kulturring in Berlin eV

Nachlese 2012

Ausblicke 2013


Vorwort von Bürgermeister Andreas Geisel

Am 15. und 16. September 2012 fand bereits zum

fünften Mal die „Lange Nacht der Bilder“ statt, die

gemeinsam vom Kulturring in Berlin e. V. und dem

Bezirksamt seit 2008 organisiert wird. 110 Galerien,

Ateliers und Kunstwerkstätten sowie gewerbliche Einrichtungen

haben sich in Lichtenberg und Friedrichshain

daran beteiligt und fast 1.200 nationalen und

internationalen KünstlerInnen ein attrakti-ves Podium

für die Präsentation ihrer künstlerischen Arbeiten geboten. Mehr als 14.300 interessierte

BesucherInnen, BerlinerInnen wie Gäste der Stadt, waren auf nächtlichen

Kunsttouren unterwegs, um die bunte Mischung von Kunstorten mit ihren Protagonisten,

den KünstlerInnen kennenzulernen, mit Muße ihre Werke zu betrachten,

mit den Kunstschaffenden über deren Arbeit sich auszutauschen, Musik zu hören,

Lesungen zu lauschen u.v.a.m.

Im Laufe der fünf Jahre gab es einige Erfolge auch abseits der zählbaren Ergebnisse

zu verzeichnen. Nicht nur, dass mittlerweile die Akteure der Langen Nacht der

Bilder, d.h. Betreiber von Ausstellungs-orten wie Kunstschaffende gemeinsam mit

dem Organisationsteam vom Kulturring, gut vernetzt und kooperativ für das jährliche

Gelingen der Veranstaltung sorgen.

Hervorzuheben ist auch die Entwicklung des Zusammenwirkens von Kunst und Gewerbe.

Der Zuzug von KünstlerInnen in große Atelierhäuser in ehemalige Fabriken

oder auf brachliegende Betriebsge-lände hat gerade in Lichtenberg stark zugenommen.

Diese Kunstcentren prägen zunehmend die Lich-tenberger Kunstszene, die

wiederum mit ihrer Arbeit den Wirtschaftsstandort Lichtenberg mit vielfälti-gen

positiven Synergien befördern kann.

Als Bürgermeister und verantwortlicher Bezirksstadtrat für Wirtschaft verfolge ich

diese positive Ent-wicklung der Kunst- und Kreativwirtschaft mit großer Sympathie.

Dabei hoffe ich vor allem, dass sich dieser wichtige Prozess weiter verstetigt und

dass in dessen Sog auch die gewerbliche Wirtschaft profitiert. Ich wünsche mir,

dass die Kunst in den kommenden Jahren neue Initiativen hervorbringt, neue Akzente

setzt, und dass sich Lichtenberg, wie von Christian Awe in Kooperation mit

der HOWOGE initiiert, zu einem beispielgebenden „Kunstopenair – Standort in Berlin

entwickeln wird!

In diesem Sinne werde ich auch in den kommenden Jahren mein Möglichstes tun,

um wie bisher die „Lange Nacht der Bilder“ zu unterstützen. Es würde mich freuen,

wenn sich weitere Förderer meiner Überzeugung anschließen würden.

Vorwort von Bürgermeister Franz Schulz

Im September des vergangenen Jahres waren mehr

als 110 Galerien, Ateliers und Kunstwerkstätten an

der Langen Nacht der Bilder in Lichtenberg und Friedrichshain

beteiligt und öffneten somit ihre Pforten und

Türen auch in unserem Bezirk. Der Ortsteil Friedrichshain

beteiligte sich zum zweiten Mal an diesem großen

kulturellen Event und bot vielen nationalen, aber auch

internationalen Künstlern ein Podium, während der

zahlreichen Veranstaltungen mit kunstinteressierten Besuchern und Besucherinnen

ins Gespräch zu kommen. Es entstand ein großes Netzwerk zwischen allen

Beteiligten.

Kunst an ungewöhnlichen Orten zu erleben, ist für die vielen Besucher spannend, da

es die Neugier weckt. So kommen diese Menschen, die sonst kaum Grund hätten,

diese Unternehmen und Einrichtungen aufzusuchen, mit Vertretern der Wirtschaft,

des Handels und mit Dienstleistern auf diese Art in eine Diskussion und können

somit potentielle Kunden sein.

Es freut mich umso mehr, dass die Organisatoren vom Kulturing e.V. auch unseren

Ortsteil Kreuzberg in diesem Jahr mit in diesen Event einbeziehen wollen. Unter

dem Motto „Lebenswelten“ werden die Künstler und Künstlerinnen damit ein Feld

erobern, in dem seit Jahrzehnten kulturelle Vielfalt und Integration besonders stark

gelebt werden.

Ich unterstütze außerordentlich diese künstlerischen Aktionen, da dadurch mit allen

Schichten der Gesellschaft über den eigenen Tellerrand geschaut werden kann.

Die verschiedenen Aspekte und Blickwinkel reflektieren die Wahrnehmung jedes

Einzelnen und haben eine positive Ausstrahlung auf das multikulturelle Zusammenleben

auch in unserem Bezirk. In diesem Sinne wünsche ich allen für die kommende

Lange Nacht der Bilder gutes Gelingen.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Schulz

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Geisel


Einführung

In vielen Metropolen haben sich seit einigen Jahren „Lange Nächte“ etabliert. Inspiriert

von solch erfolgreichen berlinweiten Events wie der Langen Nacht der Museen

oder der Langen Nacht der Wissenschaften, versprach sich 2008 der Kulturring

in Berlin e. V. – in enger Kooperation mit dem Kulturamt Lichtenberg – ein großes

Interesse an einem solchen Format auch in der dezentralen Kiez-Kultur Lichtenbergs.

Was lag näher, als dabei auch eine Bereicherung der Lebenswelten der

Ortsansässigen zu erwarten. Die Lange Nacht der Bilder war geboren.

Ohne Zweifel, der Erfolg der bisherigen Veranstaltungen gab den Initiatoren Recht:

Letztes Jahr, am 15./16.09.2012, fand die Veranstaltung nunmehr zum fünften

Mal statt. Es beteiligten sich mehr als 110 Galerien, Ateliers und Kunstwerkstätten.

Etwa 1.200 Künstler präsentierten fast 5000 Kunstwerke und gewährten den ca.

14 500 Besuchern einen Blick über die Schulter. Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm,

wie Konzerte und Sommerfeste, ergänzten den Bildermarathon der

acht Kunst-Touren. Seit 2011 beteiligt sich auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

an diesem Kunst-Event.

So hatten bei der 1. Langen Nacht der Bilder am 2. Juli 2008 bereits 25 Ateliers

und Kunst-werkstätten, Galerien und auch einige gewerbliche Einrichtungen ihre

Pforten geöffnet und boten den interessierten BesucherInnen einen überaus spannenden

Einblick in das künstlerische Schaffen von rund 90 Lichtenberger KünstlerInnen.

derholung aus, sondern durch ihr innovatives Auftreten. Das große Engagement

der Akteure sorgt für ständige Veränderung und Weiterentwicklung. So standen

beispielsweise im vergangenen Jahr zehn deutschsprachige Literaturnobelpreisträger

im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens und des Ausstellungsgeschehens.

Professionelle und LaienkünstlerInnen haben sich unter dem Motto „Bild & Wort“

mit ausgewählten Werken von deutschsprachigen Literaturnobelpreisträgern beschäftigt

und im Ergebnis eigene Kunstwerke geschaffen. Die entstandenen Arbeiten

wurden in einer Gemeinschaftsschau im Museum Kesselhaus, in der Neuen

und Alten Kapelle des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge

ausgestellt. Die von einer Jury ausgewählten besten Arbeiten wurden im Rahmen

einer festlichen Veranstaltung am Vorabend der Langen Nacht im Theatersaal des

Museums gewürdigt und prämiert.

Viele BesucherInnen, die bei derLangen Nacht der Bilder“ Lichtenberg als Kunst-

Ort zum ersten Mal erlebten, waren erstaunt und überrascht, welches kreative

Potenzial der Bezirk hat und wie viel davon sich gerade auch neu hier ansiedelt. Die

rasant wachsende künstlerische Szene kann sich mit der aus Mitte, Prenzlauer

Berg oder Neukölln inzwischen durchaus messen.

Das zweite Jahr der Teilnahme von Friedrichshain-Kreuzberg an der Langen Nacht

der Bilder wurde von einigen Einrichtungen schon sehnsüchtig erwartet. War und

ist die Lange Nacht der Bilder doch eine Gelegenheit, zu ungewöhnlichen Zeiten,

teils auch an ungewöhnlichen Orten Kunst zu präsentieren und damit Publikum zu

erreichen, das gerne die Möglichkeit nutzt, verschiedene Orte und Kunstformen

in einer oder mehreren Touren zu genießen. So ist es kein Wunder, dass durch

Kontakt mit dem Organisationsteam des Kulturrings oder auch mit anderen Beteiligten

weitere Interessenten ermutigt wurden, sich im Jahr 2012 zu beteiligen.

So fanden lange geplante Ausstellungen statt, einige wurden extra für diesen Event

organisiert. Viele KünstlerInnen nutzten die Gelegenheit, in der Nacht vom 15. zum

16. September vor Ort Kontakt mit BesucherInnen aufzunehmen. Die Veranstaltungsorte

wetteiferten oft um die Gunst des Publikums, indem sie zu verschiedenen

Zeiten mit Lesungen, Konzerten, Performances oder künstlerischen Mitmachaktionen

zum Verweilen animierten. Verborgene Orte wurden entdeckt, am Wege

liegende, oftmals im Vorbeigehen unbeachtete, erstmals betreten. Besonders neugierig

machten Orte, die man nicht automatisch mit Kunst verbindet, Geschäftsräume,

tagsüber für Gewerbe genutzt, das sich durch Kunst auf wundersame Weise

verwandelte.

Dort hatte der Kulturringin Kooperation mit dem Bezirksamt – schon in den

1990er Jahren zahlreiche Kunstmeilen organisiert und seit 2007 ein jährliches

Kunstkreuz veranstaltet, das nunmehr mit der Langen Nacht verschmelzen sollte.

Ansinnen der Langen Nacht der Bilder war und ist es, die in beiden Bezirken ansässigen

KünstlerInnen mit ihrem Wirken stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu

rücken, ihnen eine Plattform zu bieten, um ihre Werke einer interessierten Bewohnerschaft

sowie Gästen und Touristen in den Bezirken zu präsentieren.

Die Vielfalt der ausgestellten Werke war in jedem Jahr immens. Große und kleine,

bunte und filigrane, witzige und poesievolle Kunstwerke, Gemälde, Aquarelle,

Grafiken und Drucke, Fotografien, zauberhafte und tiefsinnige Collagen, Textilkunst,

Skulpturen und Plastiken aus den Händen von Laien und professionellen Künstlern,

von Schülern, Studenten und Senioren, von Menschen mit und ohne Handicaps

in den unterschiedlichsten Ausstellungsorten waren immer wieder beeindruckend.

Spannend ist für die BesucherInnen sicher in jedem Jahr, den Kreativen unmittelbar

zu begegnen, sie bei der Arbeit zu beobachten und mit ihnen über ihr künstlerisches

Wirken ins Gespräch zu kommen. In angenehmer Atmosphäre, vielleicht bei einem

Glas Wein, beim Verzehr kleiner Köstlichkeiten, beim Hören von Livemusik oder

auch beim aktiven Mittun und Selbst-Ausprobieren wird Kunst fühlbar, erlebbar.

Die Lange Nacht der Bilder zeichnet sich natürlich nicht durch ihre jährliche Wie-


Die „Lange Nacht der Bilder“ kann in den fünf Jahren ihres Bestehens nicht nur

auf außerge-wöhnliche KünstlerInnen, sondern auch auf bedeutende Schirmherren

verweisen. Dabei ist vorrangig der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit,

zu nennen, weiterhin der Staatssekretär für Kultur in der Senatskanzlei für

kulturelle Angelegenheiten, André Schmitz, die frühere Bezirksbürgermeisterin von

Lichtenberg Christina Emmrich, der langjährige Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg

Franz Schulz und der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg

Andreas Geisel. Allen Persönlichkeiten sei an dieser Stelle der ausdrückliche Dank

für die bisherige Unterstützung ausgesprochen.

Natürlich wäre das Organisationsteam des Kulturring in Berlin e.V. ohne die vielen

fleißigen, engagierten HelferInnen, KünstlerInnen und Veranstalter vor Ort allein

nicht in der Lage, einmal im Jahr ein solch großes Unternehmen wie die „Lange

Nacht der Bilder“ auf die Beine zu stellen. Darum sei allen Beteiligten, die durch ihre

aktive und fleißige Mitarbeit die „Lange Nacht der Bilder“ zu einer Erfolgsgeschichte

gemacht haben, herzlich gedankt!


Die 5. Lange Nacht der Bilder in Zahlen

Die Kunst-Touren

An der 5. Langen Nacht der Bilder, die am 15./16.09.2012 in Lichtenberg und

Friedrichshain stattfand, beteiligten sich 111 Veranstaltungsorte, 73 Lichtenberger

und 38 Friedrichshainer. Etwa 1.200 professionelle und Laienkünstler präsentierten

rund 5.000 Kunstwerke, Gemälde, Drucke, Fotografien und Plastiken

sowie Skulpturen in 115 Ausstellungen, 75 davon in Lichtenberg und 40 in Friedrichshain.

Während der Langen Nacht gab es darüber hinaus etwa 360 kulturelle

Begleitprogramme, wie Konzerte, Kunst-Events und – trotz des unbeständigen

Wetters – kleine Sommerfeste, auf denen auch dem leiblichen Wohl umfängliche

Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Insgesamt 31 Galerien (27,0 Prozent), 24 Ateliers und Werkstätten (20,9 Prozent),

29 gewerbliche (25,2 Prozent) und 28 öffentliche Einrichtungen (24,3 Prozent)

sowie drei Kirchen (2,6 Prozent) öffneten ihre Türen, um so lokalen, aber auch

überregional arbeitenden Künstlern, darunter waren Künstler aus über 40 Nationen,

die Möglichkeit zu geben, sich einem interessierten Publikum zu präsentieren.

BesucherInnen

Zu den wichtigsten quantitativen Merkmalen bei einer solchen Veranstaltung gehören

natürlich die Besucherzahlen. Die Besucherresonanz derLangen Nacht der

Bilder“ seit 2008 kann sich sehen lassen. Nach den vorgenommenen Erhebungen

besuchten 2008 mehr als 11.000 und 2012 etwa 14.500 Kunstinteressierte die

zahlreichen Veranstaltungen. Das Diagramm 5 zeigt anschaulich die Entwicklung

der Besucherzahlen.

Wie in den Jahren zuvor war der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. Auf diese

Weise wurden auch Gäste mit eher geringem Einkommen angesprochen, für die

der Besuch von Kulturveranstaltungen aus finanziellen Gründen nicht selbstverständlich

ist.

Die Gesamtzahl der BesucherInnen, die zu den Veranstaltungen aus Anlass der

Langen Nacht in den Wochen vor und nach dem 15. September 2012 kamen, ist

schwerlich exakt zu erheben. Allein die Einkaufscenter schätzen die Besucherresonanz

explizit für die Zeit der dort stattgefundenen Ausstellungen auf etwa 32.000.

Für den Gesamtzeitraum liegen nicht von allen Veranstaltern Zahlen vor. Die erhobenen

Daten außerhalb der Einkaufcenter belaufen sich auf 44.000 Besucher. Die

Mehrheit der Veranstalter war mit dem Besucherzustrom zufrieden, sieht weiteres

Entwicklungspotenzial und möchte zu circa 80 Prozent auch bei der nächsten

Langen Nacht der Bilder dabei sein.

Die unterschiedlichen Veranstaltungsorte waren in den beiden Bezirken breit gestreut

und zu acht regionalen Touren zusammengefasst.

Tour 1 Neu-Hohenschönhausen 10 Orte ( 8,7 %)

Tour 2 Alt-Hohenschönhausen 10 Orte ( 8,7 %)

Tour 3 Weißenseer Weg / Möllendorffstraße 12 Orte ( 10,4 %)

Tour 4 Victoriastadt 15 Orte ( 13,9 %)

Tour 5 Weitlingkiez - Karlshorst 14 Orte ( 12,2 %)

Tour 6 Siegfriedstraße 12 Orte ( 11,3 %)

Tour 7 Friedrichshain - Nord 15 Orte ( 13,9 %)

Tour 8 Friedrichshain - Süd 23 Orte ( 20,9 %)

insgesamt 111 Orte (100,0 %)

Im vergangenen Jahr ist es gelungen, die Anzahl der Veranstaltungsorte gegenüber

2011 nahezu zu verdoppeln. Im Vergleich zu 2008, als 25 Einrichtungen teilnahmen,

waren es nahezu vier Mal so viel.

Zum einen resultiert diese Entwicklung daraus, dass mit der Einbindung von Friedrichshain

die gesamte Veranstaltung eine räumliche Erweiterung erfahren hat und

in der Folge allein 2012 28 neue Ausstellungsorte hinzu gekommen sind. Zum

anderen zeigt sich aber auch, dass die „Lange Nacht“ sowohl bei den Veranstaltern

als auch bei den ausstellenden Künstlern inzwischen zu einer festen Größe im

jährlichen Veranstaltungskalender geworden und ihre Teilnahme zu einer Selbstverständlichkeit

geworden ist.


Kunstwerke und KünstlerInnen

Im Jahr 2012 ist es den Veranstaltern gelungen, so viele KünstlerInnen und Veranstalter

wie noch nie für die Teilnahme an der Langen Nacht zu gewinnen.

So haben ca. 1.200 Künstler in 115 Ausstellungen knapp 5.000 Kunstwerke gezeigt.

Die Zahl der Ausstellungsorte hat sich seit 2008 vervierfacht, die Zahl der

teilnehmenden KünstlerInnen aber mehr als verzehnfacht und die Zahl der präsentierten

Kunstwerke annähernd verfünffacht. Das ist unbestritten eine beeindruckende

Entwicklung! Dabei war es von vornherein gewollt, die gesamte Palette

des künstlerischen Schaffens darzustellen. Zu sehen waren u. a. neben Gemälden,

Zeichnungen und Grafiken auch Graffiti, Collagen, Plastiken und Skulpturen sowie

Keramiken, Textilkunst, Fotografien, Filme und Videos.

Die blaue Stunde – Künstlerische

Installation mit Licht, Klang und

Wort von Wagener & Wagener

Die raumgreifende Installation erweckte

die fast vergessene Kapelle zu neuem Leben.

Blaue Strahlen durchdrangen einander

und tauchten den Raum in geheimnisvolles

Licht.

Höhepunkte der Langen Nacht 2012

Erstmalig war es dank der tatkräftigen und vor allem der finanziellen Unterstützung

durch die HOWOGE gelungen, in der Frankfurter Allee 192 ein farbenfrohes Wandbild

vom Lichtenberger Künstler, Christian Awe, in der Größe eines Basketball-Spielfeldes

an einer Giebelwand eines Wohngebäudes anzubringen.

Hervorzuheben ist des weiteren die „T 4 – Ausstellung“ zur Erinnerung an die Euthanasie-Opfer

der NS-Gewaltherrschaft in der ehemaligen Pathologie des Evangelischen

Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, die vom Pinel-Künstler Michael

Gollnow in mühevoller Arbeit angefertigt worden war und zu dessen prominenten

Eröffnungsbesuchern der Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse zählte.

Die zahlreichen Begleitprogramme, etwa 360, wie Klanginstallationen, Konzerte,

Führungen, Lesungen, Kunstaktionen und Workshops haben sowohl interessante

Wechselspiele zwischen den KünstlerInnen als auch eine große Vielfalt der lokal

verankerten Szene aufgezeigt. Diese zusätzlichen Angebote wurden nach Einschätzung

der Veranstalter gut bis sehr gut vom Publikum angenommen.

Die Zahlen sind nicht nur Ausdruck des gestiegenen Interesses der KünstlerInnen,

sich im Rahmen der Langen Nacht der Bilder zu präsentieren, sondern sie sind in

erster Linie ein Spiegel der Vielfalt und des Reichtums des künstlerischen Lebens in

den beiden Bezirken. Dabei ist herauszustellen, dass sich in letzter Zeit besonders

in Lichtenberg immer mehr nationale und internationale KünstlerInnen in speziellen

Kunst-Zentren neu angesiedelt haben. So arbeiten gegenwärtig in der „Kunstfabrik

HB 55“ in der Herzbergstraße 55 mehr als 120, in der „Alten Gießerei“ in der

Herzbergstraße mehr als 50, in den „Studios id“ in der Genslerstraße rund 95 und

in den „BLO Ateliers“ in der Kaskelstraße 55 ca. 65 KünstlerInnen. Darüber hinaus

entstehen in der ehemaligen Fahrbereitschaft des DDR-Ministerrates ebenfalls in

der Herzbergstraße weitere interessante und vielversprechende Künstler-Zentren.

Im Verbund mit dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth könnte sich damit

die Herzbergstraße zu einem attraktiven Kunstviertel Berlins entwickeln.


Abenteuer Kunst in

einer Berliner Oase

Das BLO Künstlergelände öffnete die Türen seiner

Ateliers: Die BLO-Künstler/innen aller Disziplinen

– Fotografie, Skulptur, Malerei, Grafik

und Zeichnungen, Mode und Design, Lichtinstallationen

u. a. stellten ihre Werke aus.

„Kuriosum im vieldimensionalen Raum“

Luftartistin Jana Korb interpretierte Margaret Atwoods großartigen Roman

„Katzenauge“ als Solostück. Jana Korb überwand mit ihrem Aerial

Theater nicht nur die Schwerkraft, sondern entführte das Publikum in

andere Ebenen der Vorstellungskraft – in jeglicher Hinsicht

vieldimensionales Physical Theater!


Das Mysterium der Imbissbude

Kupferstiche und faszinierend skurrile

Küchenskulpturen im Museum Lichtenberg

Ungewöhnliche Kunstprojekte

Die Galerie am Tuchollaplatz beschäftigt sich mit dem Design

vom Biedermeier bis zum Bauhaus. Ein besonderer Schwerpunkt

sind hier Berliner Biedermeiermöbel aus der Zeit um

1820, ergänzt mit den entsprechenden Wohnaccessoires, bestehend

aus Leuchtern, Gläsern, Bildern und Dosen.

Präsentiert wurden die Arbeiten der Künstler Johannes Helle

und Gabriel Bur.


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ein solches Großereignis wie die Lange

Nacht der Bilder ist für den Erfolg des Gesamtunternehmens von entscheidender

Bedeutung.

Berliner Wochen- und Tageszeitungen berichteten in zum Teil ausführlichen Artikeln

im Vorfeld des Ereignisses (vgl. Pressespiegel).

Das Organisationteam des Kulturrings rührte darüber hinaus die „Werbetrommel“.

Neben Plakaten und Flyeren wurde auch 2012 wieder ein begleitendes Programmheft

erarbeitet und den Ausstellungsorten für die Besucherinformation zur Verfügung

gestellt. Die Zufriedenheit mit den Werbemitteln wird von den Veranstaltern

unterschiedlich eingeschätzt, doch äußerten sich 75 Prozent der Befragten positiv

zu diesem Thema.

Besonders gelobt wurde das Programmheft, das auch 2012 kostenlos und in einer

Auflage von 15.000 Stück erschien. Es wurde nicht nur an den Veranstaltungsorten

ausgelegt, sondern auch bei Behörden und privaten Dienstleistern wie Cafés,

Apotheken, Bäckereien und Frisiersalons im gesamten Stadtgebiet. Auf diese Weise

konnte auch bezirksübergreifend ein kunst-interessiertes Publikum angesprochen

werden. BesucherInnen äußerten, dass sie das Heft nicht nur für diesen einen

Tag nutzen würden, da es in seiner Ausführlichkeit doch zeigt, an wie vielen Orten in

beiden Bezirken Kunst und Kultur zu Hause sind.

Das Datenmaterial der hier gezeigten Diagramme basiert auf Angaben der beteiligten

Veranstaltungsorte. Die Erhebung erfolgte schriftlich und mündlich auf der

Grundlage eines standardisierten Fragebogens, der an alle Veranstalter verschickt

wurde. Da auf dem schriftlichen Weg kein ausreichender Rücklauf erfolgte, wurden

persönliche und telefonische Interviews geführt, die mehr als 90 Prozent der Veranstalter

einbezogen. Bei den Befragungen ging es nicht nur um die Erhebung von

Besucherzahlen und andere quantitative Ergebnisse, sondern auch um individuelle

Eindrücke und Bewertungen. Die Auswertungen zeigen, dass die „Lange Nacht der

Bilder“ bei den mitwirkenden Veranstaltern ein breites und überwiegend positives

Interesse gefunden hat.

Alle diese Ausführungen lassen letztendlich nur ein Fazit zu, die 6. Lange Nacht der

Bilder am 14./15. September 2013 wird auf jeden Fall stattfinden.

„Literatur versus Malerei – Die 5. Lange Nacht der Bilder in Lichtenberg und Friedrichshain

– Sich treiben lassen und entdecken“

„Kunst entsteht auch jenseits der schicken Galerieszenen von Mitte – oder gerade dort! In Lichtenberg

und Friedrichshain zum Beispiel. Dort findet am kommenden Wochenende die 5. Lange Nacht

der Bilder statt. Für die Besucher eine Möglichkeit, bis in die Nacht Kunst und Künstler abseits des

Mainstreams zu besichtigen und nebenbei ganz besondere Örtlichkeiten zu entdecken. ... auch wer

sich treiben lässt, kann viel entdecken und außerdem vom breiten Rahmenprogramm mit Künstlergesprächen,

Workshops, Live-Musik, Lesungen und Theater profitieren.“

Neues Deutschland, 14.09.2012

„Nur die Pinsel kommen aus Japan

Rieko Hotta arbeitet in einem Atelier in Lichtenberg. Die Kunstszene dort zeigt eine Nacht lang ihre

Werke“

„Als Rieko Hotta noch in Tokio lebte, hatte sie kein Atelier. Sie arbeitete zu Hause in einem kleinen

Zimmer. Etwas anderes konnte sie sich nicht leisten. Rieko Hotta ist Künstlerin, sie hat an der renommierten

Nihon-Universität studiert und neben mehreren Gruppenausstellungen auch schon zwei

Einzelausstellungen in Japan gehabt. Vor einem Jahr kam sie nach Berlin. ... Für Rieko Hotta besteht

Lichtenberg aus ihrem Atelier mit den weißen Wänden und den großen Fenstern, die nach Norden

gehen und das ideale Licht für ihre Arbeit bieten. Sie wohnt in Friedrichshain. Sicher sind es die günstigen

Mieten, die die Künstler hierher locken. Auch bei Rieko Hotta war es so. Aber sie kann darüber

hinaus dem unfertigen Zustand der Gebäude etwas abgewinnen. In den Treppenhäusern kommen

Kabel aus den Wänden, die Böden sind abgetreten, der Putz bröckelt ... Hotta sagt, dass man einen

solchen Ort in Tokio vergeblich suchen würde... Nächsten Sommer wird sie für eine Ausstellung nach

Tokio fahren. Sie wird dann noch ein paar Pinsel kaufen, denn mit den deutschen Pinseln arbeitet sie

nicht gern. Aber danach kommt sie zurück nach Lichtenberg.“

Berliner Zeitung, 15./16.09.2012

„Christian Awe“

„Awe ist immer in Bewegung. Und bewegt etwas. In der Frankfurter Allee 192 erschafft er gerade

eines der größten Kunstwerke der Stadt und beteiligt in freitäglichen Workshops junge Lichtenberger

am Entstehungsprozess. ... Zur Langen Nacht der Bilder vom 15. zum 16. September können Sie

sich selbst ein Bild machen von diesem kreativen Kopf.“

Lichtenberg-Hohenschönhausener, DAS EXTRA, Ausgabe 9A/2012

„Mittendrin Fassadenfest – Awes ´Lebensträume` nehmen Gestalt an“

„…Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der HOWOGE, ist zuversichtlich: „Christian Awes Projekt ´Lebensträume`

ist hier im Kiez angekommen,…Kunst sucht sich ihr Zuhause, auch in Lichtenberg.“

Lichtenberg-Hohenschönhausener , Ausgabe 9A/2012

„Die Nacht wird zum Tag“

„… Unter dem Motto „Bild und Wort“ wird gezeigt, wie die Beschäftigung mit Literatur die künstlerische

Tätigkeit im Atelier, in der Werkstatt und in der Schule inspirieren kann. Die Besucher können

sich an 111 Veranstaltungsorten auf acht Kunsttouren und einer geführten Spazier-Tour von der

Kreativität der Kunstszene überzeugen. Was man in dieser Nacht nicht schafft, kann man am nächsten

Tag oder auch später nachgeholt werden.“

Berliner Abendblatt, 15.9.2012

Ausblick auf die 6. Lange Nacht der Bilder 2013

Die „6. Lange Nacht der Bilder“ unter dem Motto „Lebenswelten“ wird am Wochenende

14./15. September 2013, von 15.00 bis 01.00 Uhr, durchgeführt.

Das gewählte Motto soll zeigen, dass eine lebendige und vielfarbige Kiez-Kunst-Szene

die Lebenswelten der Bewohner und ihrer Gäste bereichern und dazu beitragen

kann, ein multi-kulturell geprägtes und von wechselseitiger Achtung und Respekt

getragenes Zusammenleben zu befördern.

Die dezentrale Vielfalt der Kiezkultur und eine lebendige Alternativszene zu den

Leuchttürmen der Hochkultur gehören zu den kulturellen Besonderheiten Berlins

und machen einen nicht unwichtigen Teil der wachsenden touristischen Attraktivität

der Stadt aus. Solche Aktionen wie „Die Lange Nacht der Bilderin Lichtenberg

und Friedrichshain-Kreuzberg verstehen sich als treibende Kraft dieses Phänomens.

Auch das ist Berlin.

Die Lange Nacht der Bilder 2013 wird erneut eine öffentliche Plattform für die in

den beiden Bezirken in Ateliers und Galerien, in kommunalen, gemeinnützigen und

privaten Einrichtungen arbeitenden KünstlerInnen und Künstlergruppen bieten, und

das mit einer Strahlkraft auf die gesamte Berliner Kulturszene.

Gleichzeitig dient das Projekt der nachhaltigen Förderung der in den Bezirken lebenden

und arbeitenden freiberuflichen KünstlerInnen sowie der hier ansässigen

Künstlerhäuser, wie der „Kunstfabrik HB 55“, der „Alten Gießerei“, der „Studios id“,

der „BLO Ateliers“, sowie weiterer Ateliers, Werkstätten und Galerien. Insbesondere

sollen mit diesem Kunstevent junge, talentierte bildende KünstlerInnen, darunter

auch SchülerInnen und StudentInnen, unterstützt werden.

Die teilnehmenden KünstlerInnen und Kunsteinrichtungen werden motiviert, sich

in bereits bestehende und gegebenenfalls erweiterbare künstlerische Netzwerke

einzubringen und produktive Kontakte untereinander zu entwickeln, diese zu pflegen

und somit persönlichen Gewinn für das eigene Schaffen zu ziehen.

In Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg wird 2013 auf eine enge Vernetzung

der KünstlerInnen besonders mit ansässigem Gewerbe und Unternehmen verschiedenster

Art und Größe gesetzt.

Zu den bewährten und bekannten Kunst-Touren werden sich Touren in Kreuzberg

hinzugesellen, die vor allem die dort ansässige Szene von der Oberbaumbrücke bis

zum Bergmannkiez einbeziehen.

Den Bezirksbürgermeistern von Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg wurde

wiederum die Schirmherrschaft angetragen. Beide, sowohl Andreas Geisel als auch

Franz Schulz, haben diese dankenswerterweise übernommen.

Geplante Kunstaktionen zur 6. Langen Nacht der Bilder

Auch in diesem Jahr ist geplant, das Programm mit verschiedenen Kunstaktionen

anzureichern:

Das ehemalige Stadtbad Lichtenberg soll zu einem zentralen Ausstellungs- und

Veranstaltungsort im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung der 6. Langen

Nacht werden. Hier sollen unterschiedliche Workshops zur Malerei, Bildenden

Kunst, Fotografie und Drucktechnik stattfinden sowie mehrere Ausstellungen und

Kunstevents organisiert werden.

Darüber hinaus werden Mal- und Zeichenwettbewerbe sowie ein Fotowettbewerb

unter dem Motto: „Lebenswelten“ initiiert, wobei insbesondere Gruppen von Malund

Zeichenzirkeln sowie Fotoclubs und -zirkeln in den Kunst- und Kultureinrichtungen

der beiden Bezirke einbezogen werden sollen. Die besten Arbeiten werden

durch eine Jury mit Preisen gewürdigt.

Wir erhoffen uns zum Beispiel auch, dass in Vorbereitung der Langen Nacht spezielle

Kunstprojekte, wie Kunstworkshops (z. B. Wandmalereien), zu vorgegebenen

Themen initiiert werden, um frühzeitig die Öffentlichkeit und die Medien auf die Lange

Nacht der Bilder aufmerksam zu machen.

In enger Kooperation mit der Pinel gGmbH, der Universität der Künste Berlin, der

Galerie ART CRU Berlin, der Galeria Miladowa und den Art Studios Miodowa in

Kraków, Polen, und der KIK, Kunst im Krankenhaus, in der Asklepios Klinik Hamburg

werden eine Reihe von Veranstaltungen und Gemeinschaftsausstellungen zu

verschiedenen Themen vorbereitet.

Des weiteren werden in Offenen Ateliers / Workshops für KünstlerInnen in Zusammenarbeit

mit der „atelier galeria pinella“ voraussichtlich im Hotel „Alte Feuerwache“

in Hohenschönhausen und in den Lankwitzer Werkstätten in Kooperation mit

der AOK Berlin Brandenburg und ausgewählten Künstlerhäusern (Alte Gießerei, HB

55, id Studios u.a.) thematische Kunstwerke erarbeitet und ausgestellt.

In einer speziell organisierten „Kirchentour“ wird das Augenmerk auf Kunstwerke

der protestantischen, katholischen und der russisch sowie koptisch orthodoxen

Kirche in Einheit mit der Architektur der entsprechenden Kirchenbauten gerichtet.

Das Konzept bietet auch für weitere Ideen ausreichend Raum und Möglichkeiten

und lädt alle Interessenten zur Beteiligung ein.

„100 Überraschungen für Kunstfreunde

In der 5. Langen Nacht der Bilder können Teilnehmer kulturelle Orte entdecken“

„…“Wir möchten uns mit der Beteiligung an der Langen Nacht der Bilder auf die Landkarte der Kunstszene

schreiben“, so der Bildhauer Greg.“

Berliner Woche, 12.09.2012


2012 2013

Organisation/Redaktion:

Dr. Werner Baumgart, Angelika David, Uwe Ehlert, Armin

Grimm, Phillip Hoffmann, Lothar Kosz, Dirk Schulze,

Antje Mann, (verantwortlich)

Layout:

Armin Grimm

Herausgeber:

Kulturring in Berlin e. V.

Giselastr. 12, 10317 Berlin

Tel. (030) 5 13 97 49

www.kulturring.org

Infos zur Langen Nacht der Bilder:

Tel. (030) 5 53 22 76,

Fax (030) 55 15 58 48

Die verwendeten Fotos und Texte wurden freundlicherweise von

den jeweiligen Einrichtungen bzw. Künstlern zur Verfügung gestellt.

Die Lange Nacht der Bilder 2013 ist eine Veranstaltung des

Kulturrings in Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit

den Bezirksämtern Lichtenberg von Berlin

und Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

freundliche Unterstüzung durch:

Museum Kesselhaus Herzberge e. V.

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