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Schutzgebühr 3 Euro

1312 Nr. 78

Kunstmagazin.de


Editorial

Translation: Brian Poole

In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick zurück, aber

natürlich auch nach vorn.

Matthias Planitzer ließ das vergangene Kunstjahr 2013

für uns Revue passieren. Er freut sich unter anderem

über die Würdigung des zwischenzeitlich etwas ins

Abseits geratenen Hans-Peter Feldmann, sieht die lang

gehegte Vorahnung bestätigt, dass 2013 „das Jahr der

Jungkünstler“ war und erinnert an eine denkwürdige

Kunstaktion am Rande der Santiago-Sierra-Ausstellung

in den Hamburger Deichtorhallen.

Einem Künstler, der wie kaum ein anderer für unvermitteltes

Realitätserleben stand, widmet das KW Insti tute

for Contemporary Art in Berlin im Dezember eine große

Schau. Wir sprachen mit Anna-Catharina Gebbers, einer

der drei KuratorInnen, über ihre erste Begegnung, ihre

aktuellen Gedanken und die gezeigten Werke der Ausstellung

CHRISTOPH SCHLINGENSIEF.

Seit bald acht Jahren bietet Ihnen das KUNST Magazin

engagiert und unabhängig einen Einblick in die

deutsch sprachige Kunstszene, hat regelmäßig aktuelle

Ausstellungen vorgestellt und die wichtigsten Diskurse

beleuchtet. Seitdem sind in insgesamt 78 Ausgaben

zahlreiche Gastartikel, Interviews, Galerieprofile und

natürlich die KUNST Magazin Sammlergespräche erschienen.

Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich nun die Printausgabe

des KUNST Magazins von Ihnen. Mein Dank

gilt allen großartigen Weggefährten, Autoren, festen

und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Koope rationspartnern

und Kunden und natürlich Ihnen – un seren

Lesern und Leserinnen für ihre jahrelange Treue und

ihr Vertrauen.

In this issue we take a look back, but of course also a

look forward.

Matthias Planitzer offers us his review of the 2013 art year.

Among other things, he was pleased about the re appraisal

of Hans-Peter Feldmann, whose works seemed to have

been temporarily forgotten; he found confirmation of

the long-harboured presentiment that 2013 would be

“the year of young artists”; and he recalls a memorable

art action during the retrospective exhibition of Santiago

Sierra’s works at Hamburg’s Deichtorhallen.

One artist who, perhaps more than any other, stood for

an immediate experience of reality will be the subject of

a large exhibition at the KW Institute for Contemporary

Art in Berlin in December. We spoke with Anna-Catharina

Gebbers, one of the exhibition’s three curators, about

her first encounter with that artist, about her recent

thoughts on him, and about the works to be shown at

the exhibition: CHRISTOPH SCHLINGENSIEF.

For almost eight years KUNST Magazin has been offering

engaged and independent insight into the German

art scene; it has regularly presented current exhibitions

and illuminated the most important issues. Since it

began, it has published, in its 78 issues, countless guest

articles, interviews, gallery profiles, and of course KUNST

Magazin’s own Conversations with Collectors.

With this issue we bid farewell to the print edition of

KUNST Magazin. My thanks to all the wonderful people

who have accompanied us on our journey – to the

authors, to our permanent and freelance staff, to our

partners and customers, and naturally also to you, our

readers, for your loyalty and your trust throughout these

years.

Ihre Jennifer Becker

Yours Jennifer Becker

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Inhalt

Content

Auf der Suche nach dem wunden Punkt

In Search of the Sore Point

Interview mit Anna-Catharina Gebbers: Julika Nehb ............................................................................................................ 6

Das Kunstjahr 2013: BEST OF

Matthias Planitzer ...........................................................................................................................................................................14

Büchervorstellungen

Book Reviews ......................................................................................................................................................................................18

Ausstellungshinweise

Gallery Announcements ................................................................................................................................................................ 22

Ankündigungen

Announcements ...............................................................................................................................................................................38

Impressum

Imprint ................................................................................................................................................................................................38

Bildnachweise

Titelbild: Jedes Ende ist ein Anfang. © Andrey Kuzmin - Fotolia.com

VG Bild-Kunst Bonn, 2013 für die Werke von: Ola Eibl, Federico Fellini, Carry Hauser, Anish Kapoor, Inge Krause, Daniela Kwee, Thomas Schütte

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Die Suche nach dem wunden Punkt

The Search for the Rub

Translation: Brian Poole

Ein Gespräch mit Anna-Catharina Gebbers anlässlich der

Ausstellung CHRISTOPH SCHLINGENSIEF vom 1.12.2013-

19.1.2014 im KW Institute for Contemporary Art in Berlin,

kuratiert von Klaus Biesenbach, Anna-Catharina Gebbers

und Susanne Pfeffermit künstlerischer Beratung durch

Aino Laberenz.

Das Interview führte Julika Nehb.

JN: Frau Gebbers, Sie beschäftigen sich seit Jahren intensiv

mit Schlingensief und seinem Werk. Wie haben

Sie den Künstler und seine Arbeiten kennengelernt?

ACG: 1982 habe ich überhaupt zum ersten Mal im

wahrsten Sinne des Wortes etwas von ihm gehört.

Christoph Schlingensief wollte ursprünglich an der

Münchner Filmhochschule studieren, wurde aber zweimal

abgelehnt. Während dieser Zeit hat er den Literaturkreis

des Autors und Musikers Thomas Meinecke

besucht, der im selben Haus in München wohnte. Bei

den Konzerten von dessen Band F.S.K. ist Schlingensief

schließlich erst alleine mit einem Synthesizer – den er

wohl „Orgel“ nannte – und dann mit seiner eigenen

Band Vier Kaiserlein als Vorgruppe aufgetreten. Ein Song

der Vier Kaiserlein landete auf einem Sampler des Hamburger

Zickzack-Labels. Und so hörte ich ihn. Als Schülerin

war ich auch begeisterte Programmkinogängerin und

habe später einige seiner Filme gesehen. 1997 machte

Schlingensief in Hamburg mit dem Schauspielhaus das

Bahnhofsmission-Projekt „Passion Impossible“. Dort

begegnete ich ihm dann zum ersten Mal persönlich;

der erste Abend bestand aus einer Gala im Hamburger

Schauspielhaus, für die Schlingensief Prominente dafür

hatte gewinnen können, persönliche Dinge zu versteigern.

Irgendwann lief er auf einem Steg im Zuschauerraum

herum und hielt mir eine seiner beliebtesten

Requisiten vor die Nase: ein lebendes Huhn. Er drohte

damit, es augenblicklich zu schlachten, wenn jetzt

nicht sofort jemand 3000 Mark für die Bahnhofsmission

spendet. Dabei erlebte ich zum ersten Mal diesen

mentalen Schockzustand, den viele seiner Aktionen

auslösten. Denn gleichzeitig sagte er auch: Wenn ihr

das jetzt macht, seid ihr einfach Duckmäuser und folgt

mir, weil ich euch eben sage, ihr müsst das machen. Ab

Anfang der 2000er-Jahre habe ich dann über Christoph

Schlingensiefs Arbeiten im Kunstkontext geschrieben,

wir haben mehrmals den Anlauf unternommen, eine

A Conversation with Anna-Catharina Gebbers on the

occasion of the exhibition CHRISTOPH SCHLINGENSIEF,

running from the 1 st of December 2013 to the 19 th of

January 2014 at the KW Institute for Contemporary Art

in Berlin, curated by Klaus Biesenbach, Anna-Catharina

Gebbers and Susanne Pfeffer together with Aino

Laberenz as artistic advisor.

The Interview was conducted by Julika Nehb.

JN: Anna-Catharina Gebbers, you have been studying

Schlingensief and his oeuvre for years. How did you first

encounter Christoph Schlingensief and his work?

ACG: I heard of him, in the very literal sense of the word,

for the first time in 1982. Initially Christoph Schlingensief

wanted to study at the University of Television and

Film in Munich, but he was twice rejected. During this

time he attended the literary circle of the author and

musician Thomas Meinecke, who lived in the same

house in Munich. Schlingensief later began to perform

at the concerts of Meinecke’s band “F.S.K.” – at first solo

with a synthesizer (he liked to call it an “organ”), and

later with his own band, the “Vier Kaiserlein” (“Four

Little Emperors”), as an opening act. One song by the

“Four Little Emperors” wound up on a sampler of the

Hamburg based Zickzack label. And that’s how I heard of

him. While still at school I’d also become an enthusiastic

fan of art-house cinemas, and thus I later saw some of

his movies. In 1997 Schlingensief and the Schauspielhaus

in Hamburg launched the project “Passion Impossible”

for the Bahnhofsmission (a charity operating out of the

Hamburg train station). That’s where I encountered him

personally for the first time. The first evening consisted

of a gala at the Hamburg Schauspielhaus during which

Schlingensief obtained the aid of prominent figures, who

donated personal things he could put up for auction. At

one point he ambled around on the catwalk set up in the

theatre and held one of his favourite props right in front

of my face: a live chicken. He threatened to slaughter it

immediately if nobody offered to donate 3000 marks to

the Bahnhofsmission. That was my first experience with

the mental state of shock that many of his auctions

occasioned. For, at the same time, he also said “you’re

all just moral cowards and you’re only following me

because I told you that you have to.” Beginning in

the 2000s I wrote about Christoph Schlingensief’s

Kunstpublikation zu seinem Werk zu machen, er hat an

Ausstellungen von mir teilgenommen. Aber zentral für

mich blieb genau der Effekt, den ich 1997 erlebt habe,

der Schlingensiefs ganzes Werk durchzieht, und bei dem

es im Kern nicht darum geht, dass er den Weg zu einer

Lösung weist, sondern dass man wachgerüttelt wird. Als

Rezipient steckt man plötzlich paralysiert zwischen Entscheidungen,

in einer Schockstarre, die einen durcheinanderbringt

und dazu führt, die Dinge zu hinterfragen.

Man gelangt in einen völlig außer sich geratenen liminalen

Zustand; weder ein ironisches Zurücklehnen noch

eine entschiedene Affirmation sind möglich.

JN: Meine erste Konfrontation mit Christoph Schlingensief

fand zu Hause statt, ich war noch ein Teenager.

Meine Mutter stellte seine Idee mit der Patronenhülse

im Sonntagsbraten nach. Ich erinnere mich noch gut

daran, dass ich richtig wütend geworden bin.

ACG: Es ist schon erstaunlich, oder? Und es bringt genau

das auf den Punkt, wonach er immer gesucht hat.

Durchgehend in seiner lebenslangen Auseinandersetzung

mit der Film- und Theatergeschichte, der Kunstgeschichte

und der Aktionskunst war er immer auf der

Suche nach dieser liminalen Phase, diesem Übergangsritual.

Ihre Schilderung von der Patronenhülse, die

Schlingensief bei Alfred Biolek in der Pute im Römertopf

Christoph Schlingensief: FREAKSTARS 3000, 2003

v. l. n. r. / f. l. t. r.: Christoph Schlingensief, Horst Gelonneck, Kerstin Graßmann, Mario Garzaner, Achim von Paczensky

© Filmgalerie 451, Foto / Photo: Thomas Aurin

works, discussing them in the context of art; we began

on several occasions to develop an art publication on

his works, and he took part in my exhibitions. But for

me the central question that remained was precisely

that effect from 1997, which can be traced throughout

Schlingensief’s entire oeuvre – an effect that is not

primarily about him finding a solution to something,

but rather about waking us up. As a spectator and

recipient you’re suddenly paralysed between two

decisions, frozen in a state of shock that confuses you

and leads you to call things into question. You fall

into a completely ecstatic liminal state, where neither

ironically reclining back into your chair, nor decisive

affirmation is possible.

JN: My first encounter with Christoph Schlingensief

took place at home. I was still a teenager. My mother

offered an imitation of his idea of cartridge cases in our

Sunday roast. I can still recall that I got very angry.

ACG: It’s astonishing, isn’t it? And that’s precisely what

he was always searching for. Throughout his lifelong

struggle with the history of film and theatre, with art

history, and with actionism, he was always in search

of that liminal phase, that transitional ritual. Your

story about the cartridge cases – on Alfred Biolek’s

gourmet TV show, Schlingensief hid cartridge cases in

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Christoph Schlingensief: DIE 120 TAGE VON BOTTROP, 1997

Abgebildet/Shown: Margit Carstensen, © Filmgalerie 451

Christoph Schlingensief: THE AFRICAN TWINTOWERS (Ausschnitt), 2005 – 2009

Abgebildet/Shown: Irm Hermann, © Filmgalerie 451, Foto/Photo: Aino Laberenz

verschwinden ließ und die darauf hinweisen sollte, dass

nicht nur das Auge, sondern auch der Verdacht mitisst,

erinnert an die „Aktion 18“ aus dem Jahr 2002 und die

Patronenhülsen als Teil eines Voodoorituals vor dem

Firmensitz von Jürgen W. Möllemann. Aber ich glaube,

formal ging es Christoph Schlingensief immer darum,

die Suche nach dem wunden Punkt nicht zu einer Strategie

verkommen zu lassen, die als Muster wiedererkennbar

wird. Das war nie vordergründig oder gar Selbstzweck.

Umso schwieriger ist es natürlich, so etwas in

einer Ausstellung abzubilden.

JN: Sie haben Ihr Studium mit einer sozialphilosophischen

Arbeit über Christoph Schlingensief abgeschlossen. Was

hat Sie dabei beschäftigt?

ACG: Dabei ging es um die Entwicklung des Begriffs des

performativen Aktes von Wittgenstein über Austin bis

zu Bourdieu und die Behauptung des Akteurs im Feld.

Beim performativen Akt geht es um den Punkt, der eine

soziale Realität und die wahrgenommene Wirklichkeit

verändert. Und das zieht sich bei Schlingensief selbst

und seinem Werk natürlich durch wie ein roter Faden.

In Bezug auf die Realität wandelt man ständig auf einem

schmalen Grat, der von einem fordert und einen

damit auch meistens überfordert: Wie entscheide ich

mich jetzt? Berücksichtigt man diesen Realitätsbegriff,

dann stellt man fest, dass Christoph Schlingensief kein

postmoderner Künstler war, dem es um die Trauer über

die nur noch aus Simulakren bestehende Realität ging.

Bei ihm ist alles Realität. Der Stress, die Überforderung,

die er beim Betrachter auslöste, rührte daher, dass der

Betrachter ganz schnell entscheiden musste: Was ist

the turkey that was cooked in a Roman pot, indicating

that not only one’s eye, but also one’s suspicion dines

with one – reminds me of the performance “Action 18”

in 2002 and the cartridge cases used as part of the

voodoo ritual in front Jügen W. Möllemann’s company

headquarters. But I believe that Christoph Schlingensief

was strictly concerned with not allowing the search

for the “rub” to deteriorate into a strategy that would

be easily recognisable as a pattern. That was not the

essential and, much less, the end in itself. And so it’s all

the more difficult to illustrate this type of material at an

exhibition.

JN: You completed your studies with a socio-philo sophical

study of Christoph Schlingensief. What aspects

did you deal with?

ACG: I dealt with the development of the concept of

the performative act from Wittgenstein to Austin and

Bourdieu, and with the claim of the actor in the field.

In the performative act everything revolves around the

point where a social reality and a perceived reality are

changed. This can be found in Schlingensief himself and

traced throughout his oeuvre as a central theme. One

walks a fine line, where reality is concerned; it places

large, often overwhelming demands on one. How should

I decide in this case? If you take into account this concept

of reality, you realise that Christoph Schlingensief

was not a postmodern artist who mourned the loss

of reality, which now only consisted of simulacra. For

him, everything is reality. The stress, the feeling of

being overwhelmed that he triggered in his audience,

stemmed from the fact that the spectator had to decide

für mich wirklich, was ist Schein, wie ist meine Haltung

dazu, wie verändert das jetzt meine Wirklichkeit, was

macht das jetzt mit mir, und was will das Gegenüber

von mir? Das beeindruckt mich noch immer zutiefst.

Und welcher Künstlerin oder welchem Künstler gelingt

es heute noch in ähnlicher Weise, die Öffentlichkeit und

die Medien in einem solchen Ausmaß mit einer Ambiguität

zwischen Spiel und Nicht-Spiel zu reizen, dass er

oder sie mit einer Aktion sogar in der Tagesschau landet?

Darin unterscheidet sich Schlingensiefs Werk doch wesentlich

von dem von Jonathan Meese oder von anderen

Aktionskünstlern wie Mike Kelley oder Paul McCarthy,

die sich intensiv an der Kunstgeschichte abarbeiten,

aber nicht den Sprung über die Grenze schaffen, ab

der es über Diskussionen zur Freiheit der Kunst hinausgehend

gesellschaftlich relevant wird.

JN: Schlingensief steht für permanente Auseinandersetzung,

produktive Konfrontationen, für das Aussprechen

des Unbequemen. Er bringt sich selbst ins Spiel

und setzt sich selbst aufs Spiel. Seine Kunst war davon

bestimmt, „sich auszusetzen“, sie stand im Zeichen des

Beuys’schen Mottos „Zeige deine Wunde“. Wie geht

man kuratorisch vor, wenn das Werk so untrennbar mit

der Person des Künstlers verbunden ist?

Christoph Schlingensief: EINE KIRCHE DER ANGST VOR DEM FREMDEN IN MIR, 2008

Abgebildet Karin Witt und Komparsen / Shown: Karin Witt and extras, © Aino Laberenz

quickly: what is real for me, what is mere appearance,

how am I to respond to it, how does that change my

reality, what does that do to me, and what do other

people want from me? This still impresses me deeply.

And what artist today manages to stimulate, in a

comparable fashion, both the public and the media with

an ambiguity between play and non-play, and to such an

extent that the performing artist involved even winds

up on the evening news? This is what essentially di s-

tinguishes Schlingensief’s work from that of Jonathan

Meese and from other action artists such as Mike Kelley

and Paul McCarthy, who both deal intensively with art

history but who don’t manage to leap across its borders

to where, beyond the discussions about the freedom of

art, things become socially relevant.

JN: Schlingensief stands for permanent conflict, for

productive confrontations, for expressing things that

are discomfiting. He himself enters into the fray and

places himself at risk. His art was defined by this

“yielding itself up to risk” and it appeared allied to

Beuys’s motto: “show your wounds”. How does a curator

deal with an oeuvre that is so inseparably bound to the

person of the artist?

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ACG: Ursprünglich war die Ausstellung mit ihm zusammen

geplant, und er hatte die Vorstellung, dass er in der

Ausstellung auch Aktionen macht. Das ist ja nun leider

nicht mehr möglich. Man muss auf der anderen Seite

aber auch beachten, dass er in seinen letzten Jahren bereits

große Museumsausstellungen gemacht hat. Etwa

2007 im Haus der Kunst in München und von 2007 bis

2008 im Migros Museum in Zürich. So wie er sich alle

anderen Gattungen erarbeitet hatte, hat er sich auch

dem Format der Museumsausstellung angenähert.

Gerade die Zürcher Ausstellung war sehr genau

durchkompo niert, auch ohne dass er da immer selbst

„herumturnen“ musste. Er sagte auch mal, dass der Bereich

Kunst für ihn in gewisser Weise etwas vom Theatralischen

Erlösendes sei, weil er nicht immer präsent

sein oder spielen müsse und er die Dinge hinstellen,

die Bilder für sich wirken lassen könne. Der Betrachter

könne selber anfangen, damit zu spielen. Zudem hat

Christoph Schlingensief sich zum Ende seines Lebens

wieder verstärkt dem Medium Film angenähert, und

darauf konzentrieren wir – das heißt Klaus Biesenbach,

Susanne Pfeffer und ich als Kuratorenteam zusammen

mit Aino Laberenz als künstlerischer Beraterin – uns

auch in der Ausstellung.

JN: Schlingensief hatte viele künstlerische Identitäten.

Sie bezeichnen ihn vor allem als „Bildermacher“. Wie

sehen die Bilder aus, die Schlingensief hinterlassen hat?

Und welche Bilder wollen Sie in der Ausstellung vermittelt

wissen?

ACG: Der Bildbegriff bei Schlingensief ist ja ein sehr

weit gefasster. Zum einen sind es die filmischen Bilder,

denen er sich schon sehr früh widmete: Als Kind produzierte

er bereits Super-8-Filme. Später kamen die

von Videoeinspielern überlagerten Bühnenbilder hinzu.

Aber auch die Bilder, die er in den Medien erzeugt

hat, waren von ihm gesteuert. Das gehört genauso

zur Schlingensief’schen Bildproduktion. Ebenso wie

die Bilder, die er in den Köpfen entstehen ließ. Und das

sind ihm im Grunde die wichtigsten gewesen. Wenn ich

Ihnen jetzt sage: „Baden im Wolfgangsee mit Arbeitslosen“,

haben Sie sofort ein Bild im Kopf.

JN: Ja.

ACG: Und auch das würde ich zur Bildproduktion

zählen. Denn dort gebadet haben ja nicht wirklich die

sechs Millionen Arbeitslosen, die es gebraucht hätte,

um den Wolfgangsee zum Überlaufen zu bringen und

Helmut Kohls Ferienhaus zu überfluten. Aber man hat

dieses Bild im Kopf. Im Werk von Christoph Schlingensief

handelt es sich zum einen um einen aktionistischen

Bildbegriff und zum anderen um einen filmischen – in

beiden Fällen ein mit Bewegung verbundener Bildbegriff.

Beim filmischen Bildbegriff spielt die Dunkelphase

eine wichtige Rolle, also die Phase, in der die jeweiligen

Einzelbilder des analogen Films weitertransportiert

ACG: Initially the exhibition was planned in cooperation

with him, and he had imagined that he would also

engage in actions at the exhibition. Unfortunately, that

is no longer possible. On the other hand, one has to

consider that in his final years he had already done some

large museum exhibitions. For example, in 2007 at the

House of Art in Munich, and in 2007-2008 at the Migros

Museum in Zurich. He approached the format of the

museum exhibition much as he had worked his way up

through all the other genres he’d dealt with. Particularly

the exhibition in Zurich was composed precisely and in

great detail as something where he himself wouldn’t

have to leap around performing “gymnastics”. He

even once said that the field of art was, for him, to a

certain extent something that liberates him from “the

theatrical” because he doesn’t always have to be present

or act – he can place the objects on display and allow

the images to achieve their own effects. The spectators

themselves can begin to play with them. Moreover,

Christoph Schlingensief had again grown closer to the

medium of film towards the end of his life. And that’s

something we – Klaus Biesenbach, Susanne Pfeffer and I

as curating team together with Aino Laberenz as artistic

advisor – are also focusing on at the exhibition.

JN: Throughout all his various artistic identities you

refer to him as a picture-maker. What do the pictures

Schlingensief left behind look like? And which pictures

do you want to see on display at the exhibition?

ACG: The concept of a picture or image is a very broad

category for Schlingensief. On the one hand, it refers to

the film pictures he worked on very early. As a child he

already produced Super-8 movies. Later he layered the

stage scenery with projected video images. But also

the images he created in the media were controlled

by him. That, too, belongs to Schlingensief’s pictorial

production, as do the images that he gave rise to in

one’s mind. And, basically, those were for him the most

important. If I say to you: “Swimming in Wolfgangsee

with the Unemployed,” you immediately have an image

in your mind.

JN: Yes!

ACG: And I would also count that as part of his pictorial

production. For, in reality, the six million unemployed

that would have been necessary to force “Lake

Wolfgang” to overflow its banks and flood Helmut

Kohl’s summer residence did not go swimming there.

But you have that image in your head. In Christoph

Schlingensief’s works we are dealing, on the one hand,

with an “actionist” concept of an image and, on the

other hand, with a cinematic concept – in both cases a

concept of a picture that is associated with movement.

In the cinematic concept of an image, the “blocked” or

dark phase plays an important role: the phase during

which the various individual images of analogue film

Christoph Schlingensief: DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER, 1990, v. l. n. r.: Eva Maria Kurz, ohne Angabe, Mike Wiedemann, Irm Hermann

F. l. t. r.: Eva Maria Kurz, not reported, Mike Wiedemann, Irm Hermann, © Filmgalerie 451

werden und eine kurze Schwarzphase zwischen den

Bildern entsteht. Die Beschäftigung damit reicht in seine

Assistenzzeit bei Werner Nekes zurück, der die These

vertrat, dass es im Grunde genommen reicht, wenn

16 Einzelbilder pro Sekunde gezeigt werden, um die

Trägheit des Auges so auszunutzen, dass immer noch

ein Bewegungsfluss wahrgenommen wird. Schlingensief

ging es sehr um diesen Rhythmus, der sich einerseits

aus der Bilderflut und andererseits aus dem Aussparen

von Bildern ergibt, um in der Dunkelphase den Freiraum

für die Entfaltung der Bilder in den Köpfen zu schaffen.

Das ist der Moment, in dem man seine eigene Haltung

entwickelt.

JN: Schlingensief war einer der wenigen Künstler der

Gegenwart, der so offen mit seinem Glauben und dem

Katholizismus haderte – und nicht erst seit seiner

Krebs diagnose. Die Vorstellung von Himmel und Gott in

all seinen Facetten öffentlich zu thematisieren, ist fast

eines seiner prägnantesten Alleinstellungsmerkmale.

Findet diese Auseinandersetzung Eingang in die Ausstellung?

ACG: Das Thema Tod und Glauben steckt, wenn man

genau hinschaut, in jeder Arbeit von ihm. Es ist eine

ständige Auseinandersetzung mit Endlichkeit, mit dem

are transported along, creating a short dark phase

between the pictures. His interest in this phenomenon

dates back to period when he was working as Werner

Nekes’s assistant. Nekes postulated that 16 separate

images per second were basically enough to take

advantage of the eye’s “persistence of view” so that

the images are still perceived as a flow of movement.

Schlingensief was very interested in the rhythm that

results from the flood of images, on the one hand,

and from the omission of images, on the other, in

order to create an open space in the dark phase for the

development of images in people’s minds. That’s the

moment when you develop your own stance.

JN: Schlingensief was one of very few contemporary

artists to wrangle with his faith and with Catholicism

so openly – even before he was diagnosed with cancer.

Dealing with the notion of heaven and God in all their

facets publicly is almost one of his most powerful

unique features. Does this “wrangling” play a part in

the exhibition?

ACG: At closer glance, the theme of death and faith

plays some part in each of his works. His oeuvre is a

continuous probing into our transient nature and into

what we believe – our spirituality. He was an unbelieving

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was man glaubt, mit Spiritualität. Er war ein ungläubig

Glaubender, einer der mit dem Glauben haderte und ihn

auch immer wieder hinterfragte. Ich vermute, dass sich

die Thematik der Inszenierung in seinem Werk auf seine

Zeit als Messdiener zurückverfolgen lässt, als er diese

unfassbaren Ornamente und Rituale und Aufgebote der

katholischen Kirche sah – dieses stark inszenatorische

Element, das einen zum Staunen und Glauben bringen

soll. Das hat er ein Leben lang hinterfragt und schien es

trotzdem zugleich wundervoll zu finden. Es ist für unseren

Zusammenhang daher nicht vonnöten, Glauben

und Katholizismus als spezifische Themen herauszustellen.

Zu den beiden Elementen, die er von Kindesbeinen

mitnahm, gehört neben „dem Glauben“ „der

Film“ und damit – und das würde ich jetzt mit gewissen

Einschränkungen sagen wollen – auch „der Tod“. Denn

das filmische Medium, genauso wie das Fotografische,

weist immer die Melancholie des Vergangenen auf: im

Festhalten dessen, was eigentlich schon passiert ist.

Die Vergangenheit ist vollendet. Umso wichtiger wurde

Christoph Schlingensief die Gründung des Operndorfs

als soziale Plastik und lebendiger, weiterwachsender

Organismus, der ja auch bis heute lebt.

JN: Welche Werke werden im Mittelpunkt der Ausstellung

stehen?

ACG: Wir werden einen Schwerpunkt auf Film legen,

denn je genauer man sein Werk anschaut, desto deutlicher

offenbaren sich die immer wieder auftauchenden

filmischen Metaphern – das hatte Schlingensief von

Nekes und Godard mitgenommen: filmische Metaphern,

die er auf gesellschaftliche Mechanismen übertrug

und umgekehrt. Formal war auch sein Theater

sehr filmisch. Schon Castorf setzte Videos als Teil der

Bühneninstallation ein, aber der exzessive Einsatz von

Bewegtbildern begann erst mit Christoph Schlingensief.

Und jeder, der heute Opern inszeniert, wird an

Schlingensiefs überbordender Bildmacht gemessen, an

seinen Projektionen und diesen unendlich vielen, sich

überlagernden Filmbildern. Deshalb ist das Filmische

neben einigen Installationen in der Ausstellung zentral.

Es werden so viele Arbeiten von Christoph Schlingensief

auf einmal gezeigt wie noch nie, was ich natürlich sehr

schön finde.

believer, someone who wrangled with his faith and

called it into question again and again. I suspect that the

theme of staging things can be traced back to the period

when he served as an altar boy – when he observed the

incomprehensible ornaments and rituals and banns of

the Catholic Church: that strongly theatrical element

that is supposed to astonish you and make a believer

of you. He called that into question throughout his

life and seemed nevertheless to find it simultaneously

wonderful. And thus for our purposes it is not necessary

to underscore faith and Catholicism as specific themes.

To both these elements, which he was instilled with from

birth, one can add – in addition to “belief” – also “film”

and thus (I say this with some certain reservations)

“death”. For film as a medium, much as the medium of

photography, always reveals traces of the melancholy

of things past: by capturing what has actually already

transpired. The past is finished. The founding of the

Opera Village Africa as a social sculpture and a living,

continually growing organism became more and more

important to him. And it’s still alive today.

JN: What works are you placing the central focus on at

the exhibition?

ACG: We will be focusing on film since, the more closely

one looks at his works, the more clearly they reveal

the recurrent cinematic metaphors – something that

Schlingensief had assimilated from Nekes and Godard:

cinematic metaphors that he applied to mecha nisms,

and vice-versa. In formal terms, his theatre was very

cinematic. Already Castorf used videos as part of his

stage installations. But the excessive use of moving

pictures really began with Christoph Schlingensief. And

everyone who stages operas today will be measured

by Schlingensief’s exuberant pictorial power, by his

projections, and by those endlessly manifold, overlapping

film images. That’s why film, in addition to a

number of installations, is central to the exhibition.

Broadly speaking, more works by Christoph Schlingensief

will be shown at this one exhibition than ever before,

and of course I find that wonderful.

JN: Thank you for the conversation!

JN: Vielen Dank für das Gespräch!

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Gerhard Richter: Atlas, Tafel 9 Newspaper & Album Photos 1962 – 68, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, © Gerhard Richter 2013

Anish Kapoor: Symphony for a Beloved Sun, 2013, Mixed media, dimensions variable, Installation view: Martin-Gropius-Bau, 2013

Photo: Jens Ziehe. Courtesy the artist. © Anish Kapoor

Das Kunstjahr 2013: BEST OF

Text: Matthias Planitzer

Der deutsche Kunstkalender tickt bekanntermaßen ein

wenig anders. Schließlich diktiert die Großwetterlage

das Programm, das sommers wie winters den Rückzug

antritt, um in den gemäßigten Monaten mit hochkarätigen

Ausstellungen und Festivals zu protzen. Dann

wechseln sich kaum zu bewältigende Mengen erstklassiger

Großveranstaltungen und prestigeträchtiger

Vernissagen mit Zeiten der Langeweile und gähnender

Leere im Ausstellungsprogramm ab. Auch das scheidende

Jahr stimmte auf diesen antizyklischen Rhythmus

ein, und so können wir die in diesen Tagen wieder

eingekehrte Ruhe nutzen, um in dieser Doppelausgabe

die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und

uns an diejenigen Schauen zu erinnern, die zu Recht im

Gedächtnis geblieben sind.

Bereits die flüchtige Durchsicht zeigt schnell, dass es

das Jahr der umfassenden Retrospektiven und Überblicksausstellungen

war. Während die deutschen Institutionen

in den Jahren zuvor ihre Räume vermehrt

aufwendig kuratierten Gruppen- und kleineren Einzelausstellungen

widmeten, traten diese immer noch

bewährten Formate 2013 zugunsten groß angelegter

Mammutprojekte in den Hintergrund. Manche Häuser

investierten hohe Summen und viel Anstrengung in das

Gelingen außerordentlicher Ausstellungen und wurden

mit großen Erfolgen belohnt: ansehnliche Besucherzahlen

bis hin zu -rekorden, mediales Tamtam sowie die

gelegentlichen Eklats und öffentlichen Zerwürfnisse.

Ganz ohne Skandale kam jedenfalls die Kippenberger-

Retrospektive „sehr gut | very good“ im Hamburger Bahnhof

aus. Es hatte wohl niemand ernsthaft erwartet,

daß in Berlin noch jemand gegen den mittlerweile zum

Märtyrer der hiesigen Kunstszene avancierten Radaukünstler

angehen würde; und so begnügten sich die

Feuilletons und Kulturressorts mit einem verspäteten

Nachruf auf den einst so gehassten und geschassten

Außenseiter der Nation. Dazu lud schließlich die unter

anderem von Udo Kittelmann kuratierte Großausstellung

ein, die auf 3000 Quadratmetern mehr als 300

Arbeiten aus dem Œuvre des immerzu produzierenden

Künstlers versammelte und somit die allzu späte Reverenz

erwies, die Kippenberger in der Heimat zeitlebens

nicht zuteil wurde, während das MoMA oder das Centre

Pompidou ihn bereits früh mit großen Einzelausstellungen

auszeichnete.

Ähnlich spät, aber noch rechtzeitig wurde das Werk

eines anderen deutschen Künstlers gewürdigt, der zwischenzeitlich

in Vergessenheit zu geraten drohte. Dem

mittlerweile gealterten Hans-Peter Feldmann widmeten

die Hamburger Deichtorhallen fast zeitgleich in einer

ebenfalls groß angelegten Retrospektive ihren gesamten

Ausstellungsraum, bevor ihn nur wenige Wochen

später zum alljährlichen Gallery Weekend drei Berliner

Galerien mit je einer Einzelausstellung würdigten. Nachdem

er im Januar sein kleines Gastspiel in der Neuen

Nationalgalerie beendete, führte nun erneut an Alster

und Spree kein Weg an Feldmanns Kunst vorbei. Mit

gewohnt charmantem Witz nahm er Kunstbetrieb und

-markt auf die Schippe, setzte bei Johnen angestaubten

Porträts die buchstäbliche Clownsnase auf oder ließ die

Wände bei Mehdi Chouakri zwar beleuchten, aber lieber

doch unbehangen. Wenn schon keine Aufregung um

Kippenberger, dann immerhin um den weitaus harmloseren,

aber doch putzig verschrobenen Feldmann.

Wer jedoch das Ideal des Künstlerrebellen angesichts

dieser Retrospektiven in der Gegenwart vermisste,

wurde zeitgleich eines Besseren belehrt. Der derzeit in

der Hauptstadt immer öfter in Erscheinung tretende

Julius von Bismarck inszenierte einen unmöglich

scheinenden Autounfall, bei dem, wie es hieß, die Königseiche

am Mittelpunkt Deutschlands in Mitleiden schaft

gezogen wurde – jedoch nur, um Anwohner, Polizei

und Lokalpresse den neusten Dorfklatsch zu servieren.

Die penible Dokumentation des Eliasson-Schülers

wurde daraufhin Ende April in der Berliner Galerie

Levy gezeigt, ehe sie im September noch einmal in der

Galerie Arndt in der größeren Gruppenausstellung

„Berlin Masters“ die Runde machte. Deren Verdienst war

es schließlich, die lang gehegte Ahnung in Gewissheit

zu wenden, dass 2013 das Jahr der Jungkünstler war.

Von Bismarck gehörte zwar in diesem Ensemble neben

seinem Freund und Kollegen Julian Charrière bereits

zu den Altvorderen. Doch gerade dieses Duo infernale

hatte sich im vergangenen Jahr in Berlin einen Namen

gemacht, als es nicht nur Tauben bemalte, sondern auch

Dächer mit „Dach“ oder Bäume mit „Wald“ beschriftete.

Charrière war es wiederum, der in gemeinschaftlicher

Arbeit mit seiner Künstlergruppe Das Numen im Frühjahr

den Berliner Schinkelpavillon in eine akustische

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Julian Charrière: We are all astronauts aboard a little spaceship called earth, 2013, 13 historic globes, table construction. Copyright: The Artist and ARNDT Berlin

Installationsansicht Hamburger Bahnhof, Berlin, 2013, Raum von Mariana Castillo Deball, Foto: David von Becker

Landkarte der Stadt verwandelte. Indem das Quartett

die Fenster des einzigartigen Raumes als Membranen

recht ungewöhnlicher Lautsprecher zweckentfremdete

und darüber seismographisch gewonnene Schwingungen

aus dem gesamten Stadtraum abspielte, öffnete der

Pavillon in zentraler Bestlage nicht nur örtlich, sondern

auch metaphorisch seine Fenster zur Stadt.

Solche und andere innerstädtische Dynamiken wussten

auch andere Künstler und Kuratoren für sich zu nutzen.

Die weitestreichende Aufmerksamkeit für ein lokalpolitisches

Kunstwerk erregte die Eigeninitiative eines

Künstlerpaares, das anlässlich der Retrospektive zu

Ehren Santiago Sierras kurzerhand eine seiner Performances

nachspielen ließ. Denn während im September

in den Hamburger Deichtorhallen ein Überblick über

die oftmals grenzgängerischen Aktionen des Spaniers

und der von ihm engagierten und zu Mindestlohn beschäftigten

Migranten gegeben wurde, besetzten einige

Flüchtlinge auf Geheiß des Pärchens die Sierra-Arbeit

„Acht Arbeiter, die dafür bezahlt werden, in Pappkartons

zu sitzen“, um sie zu neuem Leben zu erwecken. Vor dem

Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt in der St. Pauli-

Kirche ausharrenden Schar an Asylbewerbern und der

darüber entbrannten Stadtdebatte, war es schließlich

ein Verwaltungsakt, der aus Versicherungsgründen, so

hieß es, dem Spuk ein Ende setzte. Während sowohl

Sierra als auch Falckenberg, in dessen Sammlung sich

das Ereignis abspielte, die Aktion begrüßten, und auch

das Hamburger Publikum seine Sympathien bekundete,

war es wieder einmal die Stadt, die den fortlaufenden

Konflikt zu unterdrücken versuchte. Eine gelungenere

Retrospektive als diese, die ihm seine Studienstadt und

ihre Bürger schenkten, hätte sich Sierra wohl kaum

wünschen können.

Allerdings war sein Gastspiel in der Elbmetropole nur

eine von vielen hochkarätigen Überblicksausstellungen

sonst hierzulande nur spärlich gezeigter Künstler, die in

diesem Jahr bundesweit ausgetragen wurden. Gleich zu

Jahresbeginn lockte Yoko Ono nicht nur die Frankfurter,

sonder auch das zahlreich aus der Ferne angereiste

Publi kum in die Schirn. Pünktlich zum 80. Geburtstag

lud die Grande Dame der Performance Art noch einmal

alle Begeisterten zu einer Serie gemeinsamer Happenings

ein, die nach all den Jahrzehnten zwar eine gewisse

Ruhe und Zufriedenheit erkennen ließen, aber noch immer

von derselben Anziehungskraft beflügelt waren.

Frankfurt war gerade dem Zauber der Yoko Ono erlegen,

als in München eine erstaunlich wenig öffentlich rezipierte

Retrospektive zu Ehren Gillian Wearings eröffnet

wurde. Das Museum Brandthorst widmete sein gesamtes

Unter geschoss jener prägenden Figur der Young British

Artists, die seit mehr als 20 Jahren die oftmals übersehenen,

aber so vielsagenden Details des britischen

Alltags dokumentierte. Das inhaltlich überwältigende,

aber formal bescheidene Werk der Turner-Preisträgerin

wurde vielleicht erst so einem breiteren deutschen

Publikum bekannt, sodass zu hoffen bleibt, Wearing

auch im kommenden Jahr nicht nur in München, sondern

auch in weiteren Städten kennenzulernen.

Diese besondere Aufmerksamkeit musste Anish Kapoor

wiederum nicht erst zuteil werden, schließlich konnte

sich die große Werkschau des auch hierzulande längst

berühmten Landsmannes im Martin-Gropius-Bau wohl

kraft seiner Popularität zu dem Kassenschlager entwickeln,

an dem wohl niemand zu zweifeln gewagt hatte.

Doch noch während in Berlin blutrote Wachsschwarten

durch die Räume sausten, konnte das Lenbachhaus bereits

einen ganz eigenen Trumpf ausspielen: Der Kunstbau

der Münchener Traditionsinstitution gewährte

pünktlich zum Jahresende einen umfassenden Einblick

in Gerhard Richters sagenumwittertes Archiv, das

während seiner jahrzehntelangen Schaffensphasen

immer wieder als wertvolle Inspirationsquelle diente.

Nachdem Richter erst im vergangenen Jahr seine überfällige

Monumentalschau in der Neuen Nationalgalerie

erhielt, konnte das Publikum dem Volkskünstler der

Gegenwart nun ungewöhnlich nah kommen und die

Entstehung etlicher seiner bekanntesten Werke nachvollziehen.

Denn auch das war 2013: Ob Richter oder Sierra, Ono

oder Kippenberger – die Kunstwelt scheute sich nicht,

ordentlich auf Tuchfühlung zu gehen. Hoffen wir, dass

es im kommenden Jahr so bleiben wird, und freuen wir

uns auf einen spannenden Kunstkalender!

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Für kein Geld der Welt

Ein Buch, das einmal mehr beweist, dass man die besten Dinge im Leben

nicht kaufen kann. „Das Buch der hundert Vergnügungen“ mit wunderbaren

Illustrationen von Stephanie F. Scholz hilft dabei, dem Alltagstrott zu

entkommen und in die fabelhafte Welt der Freiheit und Freizeit einzutreten.

Diese reizende Kapitalismuskritik erzählt von entspannenden Badevergnügen,

der befriedigenden Wirkung eines kurzen Nickerchens, dem Genuss, gemächlich

durch die Stadt zu flanieren, von schönen Stunden an einsamen

Stränden, der Freude, in lauen Sommernächten draußen zu schlafen und vergnüglichen

Spaziergängen durch den Regen.

Dan Kieran & Tom Hodgkinson (Hg.): Das Buch der hundert Vergnügungen.

Rogner & Bernhard Verlag, Berlin 2013. Dt./engl., 220 S., 17,99 €

ISBN: 978-3-95403-020-0

Das Loch in der medial vermittelten Realität

Welche Realität ist wirklich? Wie weit sind mediale Bilder schon so

verinnerlicht, dass wir den Unterschied zwischen eigenem Erleben und den

Bildern nicht mehr erkennen? Diese Fragen stellt sich Susi Jirkuff und nimmt

uns mit auf eine Reise in eine intime Parallelwelt abseits des medialen Hypes.

Aus Zeitungen, Fernsehen und dem Internet filterte die Künstlerin über einen

Zeitraum von zwei Jahren hinweg die Flut an Informationen und Bildern,

um das Eigene, das Persönliche zurückzugewinnen. Diese Bilder wurden in

private, psychische und poetische Momente übersetzt und in den medialen

Kontext eingebunden. Dabei geht es wiederholt um die Überlegung, inwieweit

Fantasien von vorgefertigten Bildern bestimmt sind.

Susi Jirkuff: I walk this way in a certain kind of feeling. Verlag für Moderne Kunst, 2013.

Dt./engl., 96 S., 46 Abb., Hardcover, 25 €, ISBN: 978-3-86984-367-4

Adlerauge, findest du das?

In Seemanns „Kunst Wimmelbuch“ verstecken sich in 13 Kunstwerken

von Botticelli bis Seurat lustige Details zum Aufspüren, Entdecken und

Wiedererkennen. Dabei lernt man nicht nur über den Künstler und seine

Arbeit, auch Fragen zu den Gemälden führen zu Geschichten, dich sich

weiterspinnen lassen. So kann man sich zum Beispiel bei Boschs „Garten der

Lüste“ herausfinden, ob auch Einhörner Durst haben. Fantasie, Neugier und

Scharfblick werden hier geweckt. Ebenso geht es ans Gedächtnistraining,

wenn es heißt: „Weißt du noch, aus welchem Bild das ist?“ Jede Aufgabe

hat verschiedene Schwierigkeitsgrade und bietet sich daher als optimales

Geschenk für Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren an.

Andrea Schaller: Seemanns Kunst Wimmel-Buch. Seemann Henschel Verlag,

Leipzig 2013. Dt., 40 S., Hardcover, 16,95 €, ISBN: 978-3-86502-319-3

Freiheit als Programm

Meret Oppenheim bereicherte ihr Umfeld mit fantasievollen Werken aus

Alltagsmaterialien, die sie mittels künstlerischer Strategien wie Entfremdung,

Neukombination und Metamorphose in immer neue Sinnzusammenhänge

brachte. Zu ihrem 100. Geburtstag gewähren uns Baur und Fluri in der

Einführung einen Einblick in Oppenheims Leben und Werk. Gezeigt werden

bisher unveröffentlichte Fotodokumente aus Privatarchiven sowie neue

Erkenntnisse aus unbekannten Archiven. Den Leser erwartet eine spannende

Reise durch das bewegte Leben der Künstlerin, in dem die Grenzen zwischen

Realität und Fantasie verschwimmen.

Simon Baur, Christian Fluri (Hg.): Meret Oppenheim. Eine Einführung.

Christoph Merian Verlag, Basel 2013. Dt., 140 S., 70 Abb., Softcover, 24 €

ISBN 978-3-85616-632-8

Katharina Grosse jenseits von Gattungsgrenzen oder ästhetischen Kategorien

Auf Initiative der Künstlerin ist in enger Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin

Annika Reich und dem Theoretiker Ulrich Loock eine umfangreiche Monographie

entstanden, die die Unterschiede im Werk der Malerin fokussiert.

Die abgebildeten Arbeiten aus 20 Jahren sind in siebzehn Kapiteln zusammengefasst.

Mit Begriffen wie Differenz, Niederschlag, Übermalung,

Vandalismus, exzessive Sichtbarkeit, Zerrüttung der Begriffe, Verkörperung

des Blicks oder profane Transzendenz entfaltet Ulrich Loock in einem

ausführlichen Text den Gedanken, dass Grosses Malerei ein Handeln an

und in der Welt ist. Der Ablehnung von Hierarchie, Kausalität und Dialektik

entspricht das vorwärts und rückwärts verlaufende Design des Buches,

entwickelt vom Berliner Büro Heimann & Schwantes.

U. Loock, A. Reich, K. Grosse (Hg.): Katharina Grosse.

Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2013. 328 S., 182 farb. Abb., Hardcover, 48 €

ISBN 978-3-86335-434-3

Reihe FAKSIMILE! Künstlerbuch Federqualen

Das Künstlerbuch „Federqualen“ von Albrecht Genin (*1945 in Oldenburg)

ist die gedruckte Ausgabe eines Unikatbuches. Auf 168 Seiten tanzen Genins

Wesen über die weißen Seiten. In Original-Federzeichnungen sind diese

Faksimile reproduziert im Siebdruck auf feinstes Papier gedruckt, vom Original

nicht zu unterscheiden, in Leinen gebunden mit Prägedruck.

Dieses und weitere Künstlerbücher finden Sie auf der artbookberlin 2013 vom

22. bis 24. November 2013 und bis 31. Januar 2014 in der Galerie Horst Dietrich,

Giesebrechtstr. 19, 10629 Berlin. www.GalerieDietrich.de

Galerie Horst Dietrich (Hg.): Albrecht Genin, Federqualen 1982-1984.

Faksimile-Ausgabe des Unikat-Buches, 168 Seiten Federzeichnungen,

Siebdruck in schwarzes Leinen gebunden, 30 x 21,5 cm, nummeriert und signiert

Verlag Galerie Horst Dietrich, Berlin, 1991

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Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst

Diese bunt illustrierte Neuauflage enthält die 23 berühmtesten Märchen des

dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Von ihm erfundene Charaktere

wie die Schneekönigin, die Prinzessin auf der Erbse, das hässliche Entlein, die

kleine Meerjungfrau, der Kaiser mit den neuen Kleidern und Däumelinchen

sowie Gegenstände, die er zum Leben erweckt hat, inspirierten Generationen

von Künstlern wie Kay Nielsen, Arthur Rackham, Einar Nerman, Georgy Narbut,

Tom Seidmann-Freud, Lotte Reiniger und Josef Palecek. Ihre Illustrationen und

Scherenschnitte ergänzen den Band, der nicht nur Kinder glücklich macht.

Noel Daniel: Die Märchen von Hans Christian Andersen.

Taschen Verlag, Berlin 2013. Dt., 320 S., Hardcover, 29,99 €, ISBN: 978-3-8365-2676-0

Aus der Hüfte geschossen

Rainer Fetting, ein bedeutendes Mitglied der „Neuen Wilden“, ist international

für seine farbintensiven Bilder und expressiven Bronzeskulpturen bekannt.

Doch auch das Fotografieren war für ihn „grundsätzlich eine Notwendigkeit,

da man Orte, Landschaften und Menschen festhalten konnte mit einem

schnellen Auslöserknopfdruck“. Sein beeindruckendes fotografisches Werk

dokumentiert dieser Bildband. Die zum Teil unveröffentlichten Fotos von

den 1970er-Jahren bis heute zeigen Straßenszenen, Porträts, Akte und

Schnappschüsse aus dem privaten Umfeld des Künstlers und gewährt Einblicke

in die Kunstszenen Berlins und Manhattan.

Rainer Fetting: Photography.

Edition Braus, Berlin 2012. Dt./engl., 496 S., 500 Abb., Hardcover, 98 €

ISBN 9783862280391

Wahrgewordene Wunschträume

„Stil wird oft als Extravaganz missverstanden, mehr als alles andere geht

es doch um Persönlichkeit“, so die Architektin Annabelle Selldorf. Der Autor

Ralf Eibl und der Fotograf Wolfgang Stahr erzählen uns 20 Wohn- und

Lebensgeschichten besonderer Frauen, die sie aufgrund ihrer Stilsicherheit

ausgewählt haben. Die beiden Herausgeber nehmen den Leser mit auf

Rundgänge durch die Häuser und Wohnungen von Fürstin Gloria von Thurn

und Taxis, Dorothee Schumacher, Katrin Bellinger, Jessica Weiß, Karin Boros

oder Lisa Zeitz. Dabei gewähren sie den Lesern intime Einblicke in deren

Lebensphilosophien und Stilgeheimnisse.

Ralf Eibl, Wolfgang Stahr: Stilikonen unserer Zeit. Wohn- und Lebensgeschichten

besonderer Frauen. Callwey Verlag, München 2013. Dt., 192 S., 243 Abb., 39,95 €

ISBN: 978-3-7667-2000-9

Die Eroberung des Raums

„Aufgestellt“ ist der dritte Band, den die Sammlung Wemhöner vorstellt.

Der prägnante Titel verweist direkt auf das Medium Skulptur, ohne jedoch

eine vermeintliche Bedeutung zu konstruieren. Die Sammlung erzählt von

persönlichen Begegnungen und Seherfahrungen von Heiner Wemhöner.

Italienische Transavantgarde, abstrakte Steinzeugen, opulente Bronze:

Es ist das Zusammenspiel von Ort und Skulptur, das in dieser Publikation

herausgearbeitet wird. Die Kunsthistorikerin Ulrike Münter kommentiert

die Werke, und Heiner Wemhöner erzählt davon im Interview. Bedeutende

Gegenwartskünstler wie Horst Antes, Ernesto Neto, Sandro Chia, Mimmo

Paladino und Reinhard Buxel sind vertreten.

Philipp Bollmann: Aufgestellt.

Kerber Verlag, 2013. Dt., 200 S., 74 Abb., Hardcover, 48 €, ISBN 978-3-86678-858-9

Bedeutende Kunstschätze in Süddeutschland

Nicht nur den goldglänzenden „Großen Fisch“ von Constantin Brancusi,

der den Titel des neuen, wissenschaftlich bearbeiteten und opulent bebilderten

Sammlungskatalogs der Kunsthalle Mannheim ziert, auch Eduard

Manets „Erschiessung des Kaiser Maximilian“ oder die berühmte „Eva“

von Auguste Rodin gehören dem Museum. Als eine der ersten bürgerschaftlichen

Sammlungen der Moderne in Deutschland beherbergt die

1909 gegründete Kunsthalle eindrucksvolle Werke internationaler Kunst

vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: darunter rund 2150 Gemälden

aus der Romantik, dem französischen Impressionismus, dem deutschen

Expressionismus und der internationalen Moderne. Die exquisite Skulpturensammlung

umfasst darüber hinaus Spitzenwerke der Bildhauerkunst.

Inge Herold, Ulrike Lorenz, Stefanie Patruno (Hg.): Kunsthalle Mannheim. Meisterwerke.

488 S., 317 farb., 22 s/w Abb.,Hardcover. 49,80 €, ISBN: 978-3-86832-164-7

Meisterwerke aus dem Lenbachhaus

Nach fast vier Jahren Umbau und Sanierung erstrahlt die Städtische Galerie

im Lenbachhaus in München in neuem Glanz. Einst als kleineres Museum für

Werke mit direktem Bezug zu München gegründet, ist die ehemalige Villa des

Malers Franz von Lenbach (1836–1904) heute weltweit bekannt für eine reiche

Sammlung an Malerei. Zeitgleich erscheint die Publikation, die zum ersten

Mal alle Sammlungsbereiche des Museum vereint: „Der Blaue Reiter“, Kunst

nach 1945, Münchner Jugendstil und Neue Sachlichkeit. Auf 200 Abbildungen

präsentiert der neue Band dem Leser die Meisterwerke des Lenbachhauses.

Auch die vielbeachtete Umgestaltung von Stararchitekten Norman Foster wird

ausführlich vorgestellt.

Helmut Friedel & Matthias Mühling: Das Lenbachhaus Buch.

Geschichte, Architektur, Sammlungen.

Schirmer/Mosel Verlag, 2013. Dt., 240 S., 200 Abb., 49,80 €, ISBN: 978-3-8296-0645-5

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Fred Stein: Kinder in Halem

NY 1947 © Estate of Fred Stein

Im Augenblick – Fotografien von Fred Stein

Als Sohn eines Rabbiners 1909 in Dresden geboren und

zum Juristen ausgebildet, emigrierte Fred Stein 1933

nach Paris und 1941 nach New York. Auf der Suche nach

einer neuen beruflichen Perspektive entschied er sich

für die Fotografie, die er bis dahin als Hobby pflegte.

Neben unzähligen Straßenansichten beider Metropolen

nahm Fred Stein mehr als 1200 Porträts auf, darunter

bekannte Persönlichkeiten wie Hannah Arendt, Albert

Einstein, Marlene Dietrich und Willy Brandt. Die rund 150

Schwarz-Weiß-Fotografien umfassende Re trospektive

macht das vielschichtige Werk erstmalig in Deutschland

einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Jüdisches Museum Berlin, Eric F. Ross Galerie im Libeskind-Bau

EG. Lindenstr. 9–14, 10969 Berlin-Kreuzberg

bis 23.3.14, Mo 10–22h, Di–So 10-20h (geschlossen: 24.12.13)

www.jmberlin.de/fred-stein

K. Augenstein: Hans Albers u. Ferenc Molnár

während der Proben zu Molnárs

Theaterstück „Liliom“, Berliner Volksbühne 1931

© Stadtarchiv u. Stadthistorische Bibliothek Bonn

Käthe Augenstein 1899–1981, Fotojournalistin: Berlin–Bonn

Käthe Augenstein, gebürtige Bonnerin, zählt heute zu den wenigen erfolgreichen

Berliner Pressefotografinnen der Weimarer Republik. Sie porträtierte

u.a. Max Liebermann, Renée Sintenis und Otto Dix. Das Verborgene Museum

erinnert in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bonn mit circa 70 Vintage-

Prints an die in Vergessenheit geratene Fotografin.

Das Verborgene Museum

Schlüterstr. 70, 10625 Berlin-Charlottenburg

bis 9.2.14, Do/Fr 15–19h, Sa/So 12–16h (geschlossen: 19.12.13–5.1.14)

www.dasverborgenemuseum.de

Oxana Jad – Persönliche Mythen

Die Ausstellung „Persönliche Mythen“ präsentiert fotografische Kunst von

Oxana Jad (*1979 in Moskau). Der Künstlerin gelingt es, durch die Verbindung

aus realistischen und mythischen Motiven, den Blick in eine überreale Sphäre

der Bedeutung zu lenken. Ihre Werke zeigen eindrucksvolle Verbindungen aus bewusster

Konstruktion und Poesie. „Den Stil von Oxana Jad würde ich Magischer

Realismus nennen.“ (PD Dr. habil. Thomas Hardy Borgard)

Die schillernde Kunstwelt einer Filmlegende

Federico Fellini (1920–1993), der Regisseur weltbekannter

Filme wie „La Strada“ (1954), „La dolce vita“ (1960) und

„8 ½“ (1963) gilt als Filmlegende. In seinen Filmen treffen

verschiedene künstlerische Ausdrucksformen aufeinander:

Literatur, Musik, Tanz, Zeichnung und Malerei. Aus Anlass

des zwanzigsten Todestages Fellinis widmet das Ludwig

Museum in Kooperation mit der Fondation Fellini (Sion,

Schweiz) dem großen Filmemacher die Ausstellung

„Fellini und die Künste“, die diese Verbindungen im künstlerischen

Schaffen Fellinis aufzeigt.

Oxana Jad: Dream with Peacock, 2010

Fotografie Lambda – Abzug, 70 x 104 cm

O. Jordan: Unesco Weltkulturerbe Völklinger Hütte

2008, Öl auf Leinwand, 445 x 325 cm

Sammlung Meiser, © the artist

EURASIA GALLERY VON MASSOW, Contemporary Russian Art

Mohrenstr. 8-10, 50670 Köln

Opening: 6.12., 19h, 7.12.13–30.1.14, Di–Fr 12–18h, Sa 12–17h, www.evm-gallery.com

Oliver Jordan – Industrielandschaften

Präsentiert werden Oliver Jordans (*1958 in Essen) monumentale Land schaftsbilder

einer Industrieregion, in der der Künstler aufgewachsen ist. Im Medium

einer besonderen Maltechnik, die den grundsätzlichen realistischen Anspruch

mit einem wilden, abstrakt-gestischen Farbauftrag verknüpft, ent stehen bedrückende

Szenarien, die das spezifische Licht, das Wetter und die Luft des

Ruhrgebiets geradezu greifbar werden lassen.

Haus am Lützowplatz

Lützowplatz 9, 10785 Berlin-Tiergarten

Opening: 12.12., 19h, 13.12.13–9.2.14, Di–So 11–18h, Eintritt frei

www.hal-berlin.de

Giulietta Masina (Gelsomina) in La Strada (1954)

© Fondation Fellini Suisse, 2013

Ludwig Museum

Danziger Freiheit 1, 56068 Koblenz

bis 19.1.14, Di–Sa 10.30h–17h, So 11–18h

www.ludwigmuseum.org

Corinna von der Groeben – Ateliereinblicke 2013

Remember Everything – 40 Jahre Galerie Max Hetzler

Die zwischenzeitlich an drei Standorten in Berlin vertretene Galerie Max

Hetzler zeigt mit der großen Jubiläumsschau die letzte Ausstellung in der

Dependance in Berlin-Wedding. Max Hetzler und seine Ehefrau Samia Saouma

zeigen dort Werke aller Künstler der Galerie.

Corinna von der Groeben arbeitet mit dem Medium der

Fotografie. In Serien setzt sie sich mit (meist urbanen)

Räumen auseinander, die von Menschen bewusst oder

unbewusst gestaltet und verändert wurden. Darin sind

die Menschen selbst oftmals selbst gar nicht sichtbar;

dennoch entdeckt man in den Fotografien irgendwie deren

Anwesenheit und Spuren. In jüngster Zeit entstanden

Arbeiten, die sich ihnen direkt zuwenden wie beispielsweise

ihre Porträtserie, für die sie Personen aus New York

in Berufskleidung fotografierte.

Richard Phillips: First Point (film still), 2012

© Richard Phillips

Courtesy: The artist & Galerie Max Hetzler, Berlin

Galerie Max Hetzler

Joan Mitchell, bis 18.1.14, Bleibtreustraße 45, 10623 Berlin-Charlottenburg

REMEMBER EVERYTHING: 40 Years Galerie Max Hetzler

bis 21.12.13, Oudenarder Straße 16–20, 13347 Berlin-Wedding, Di–Sa 11–18h

www.maxhetzler.com

Henrik Spohler: The Third Day

Spohlers Projekt zeigt gigantische Monokulturen unter freiem Himmel in den

USA, Rumänien, Deutschland oder unter Glas und Plastik in den Niederlanden

und Spanien. Innenansichten von Forschungsinstitutionen geben Einblicke in

jene Orte, an denen immer neue Zuchtlinien entstehen. Orte, wo der Mensch

sich zum Schöpfer erhebt, wenn er Gentechnik einsetzt, um den Pflanzen noch

profitablere Eigenschaften zu geben.

Corinna von der Groeben: shifts, (3_of_22), Fotografie, 801 x 1200 cm, 2013

EnBW Showroom Berlin

Schiffbauerdamm 1, 10117 Berlin-Mitte

bis 31.1.14, Mo–Fr 11–19h, Sa 11–16h, Eintritt frei

www.enbw.com/kunst

Henrik Spohler: The Third Day - Kultivierung u.

Vermessung von Maispflanzen

Deutsches Forschungsinstitut, 2011

72,5 x 92,5 cm, Pigmentprint, © Henrik Spohler

Alfred Ehrhardt Stiftung

Auguststr. 75, 10117 Berlin-Mitte

bis 22.12.13, Di–So 11–18h, Do bis 21h

www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

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Schöne Grüße Thomas Schütte

Afritecture – Bauen mit der Gemeinschaft

Schöne Grüße Thomas Schütte

Installationsansicht, © Thomas Schütte

Foto: Bernd Borchardt

Thomas Schütte gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer

Deutschlands. Neben dem bildhauerischen Werk umfasst

sein Œuvre zahlreiche Druckgrafiken, die mit mehr als

200 Arbeiten den Schwerpunkt der Ausstellung bilden.

Daneben werden einige Skulpturen und Papierarbeiten

gezeigt. Der zeitliche Bogen der ausgestellten Werke, die

alle Teil der Olbricht Collection sind, reicht von den 80er-

Jahren bis ins Jahr 2013.

me Collectors Room

Auguststr. 68, 10117 Berlin-Mitte

bis 23.3.14, Di–So 12–18h

www.me-berlin.com

Schwimmende Schule von Makoko, Lagos, Nigeria NLÉ, © Iwan Baan

Die zeitgenössische Architektur in Afrika zeigt im

Bereich des sozialen Bauens derzeit vielerlei innovative

Ansätze: Kindergärten, Schulen, Kulturzentren und

Kliniken – gemeinschaftliche Einrichtungen also –

präsentieren sich in Form von neuen Nutzungs- und

Baukonzepten. Oftmals sind die Anwohner am Baugeschehen

aktiv beteiligt; helfen, Bauprojekte aus

lokalen Materialien mitzuentwickeln und traditionelle

Bauansätze zu verwirklichen. „Afritecture“ präsentiert

eben diese Bauprojekte. Konzeptionen globaler Zusammenhänge

werden mit der lokalen Kultur und

den Grundbedürfnisse der dort lebenden Menschen

verbunden. Dabei spielt Nachhaltigkeit eine wichtige

Rolle, die in der Ausstellung anhand von 28 Projekten

aus zehn Ländern Subsahara-Afrikas wie Kenia, Nigeria,

Burkina Faso oder Südafrika gezeigt werden.

2003.10.16 – Blick zurück nach vorn

Chris Nägele: Illusion, 2011 Neon, Plexiglas

Blick zurück – auf Arbeiten von Künstlern aus Einzelausstellungen

über die Spanne von zehn Jahren. Nach

vorn – mit aktuellen Arbeiten der Künstler: F.-M. Banier,

I. Baumgarten, A. Bittersohl, D. Blum, I. Dahl, R. Finke,

A. Futter, M. Götze, D. Graf, H.R. Gratz, A. Güdel,

P. Herrmann, O. Hörl, A. Jauss, J. Knubben, N. Koliusis,

K. Linder, A. Lörincz, B. Mattiebe, C. Nägele, B. Walz,

B. Petrovsky, H. Scheib, S. Taras, M. Tirler, P. Turturiello,

J. Kromke, S. Kross, M. Nixdorf, D. Salewski, H. Schenkel,

Smash137, W. Starkenburg, M.F. Strieder, V. Witte.

Im Studio 57A: A. Lörincz.

Galerie ABTART

Rembrandtstr. 18, 70567 Stuttgart

bis 20.12.13, Di–Fr 14–19h, Sa 10–13h

0711 - 63 34 30 20, www.abtart.com

Inge Krause – Within you Without you

Inge Krause, Preisträgerin 2013 des von der Stiftung

Kunstfonds vergebenen „HAP-Grieshaber-Preis der VG

Bild-Kunst“, spannt in ihren Werken einen Bogen von

gegenstandsloser, auf fein nuancierten Farbverläufen

beruhender Malerei über kosmische Motive bis hin zu

Zeichnungen, die tagesaktuelle Medienbilder aufgreifen.

Ihr zentrales Thema ist das Sehen und dessen Grenzen,

das im Spannungsfeld von Bildraum und spiegelnd

zurückweisender Oberfläche ihrer Arbeiten auftaucht

und sich in der Fenstergestaltung fortsetzt.

Pinakothek der Moderne

Barer Straße 40, 80333 München

bis 2.2.14., Di–So 10–18h, Do 10–20h

www.architekturmuseum.de

Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen

Geburt, Schule, Mündigkeit, Selbstständigkeit, Eheschließung,

Alter und Tod markieren freudvolle oder

schmerzhafte Phasen im Leben jedes Menschen.

Wie alle Kulturen hat auch das Judentum für diese

Lebensabschnitte Rituale entwickelt. Rund 60 Objekte

aus öffentlichen und privaten Sammlungen stehen

für den universellen Charakter dieser Übergangsfeste,

die zugleich für den Einzelnen von großer Bedeutung

sind. Zu den Ritualen, die im jüdischen Kalender

wiederkehren, gehören Feiertage wie Pessach, das

Lichterfest Chanukka, oder das Laubhüttenfest Sukkot.

Alle drei Feste symbolisieren wichtige Episoden in der

biblischen Überlieferung. Die kollektive Erinnerung

reflektiert auch die Zeit des Nationalsozialismus und die

Shoa. Die Arbeit der amerikanischen Künstlerin Quintan

Ana Wikswo weist auf das bisher Nicht-Dokumentierte

und Nicht-Erzählte. Die eindringliche Fotoserie zu den KZ-

Bordellen in Dachau, den „Sonderbauten“, thematisiert

das Schicksal der sexuell ausgebeuteten Frauen in den

Konzentrationslagern. Ein kostenloser Audioguide führt

Sie in deutscher und englischer Sprache durch die 16

Kapitel der Ausstellung.

Inge Krause: ohne Titel, 2013, Pastellpuder auf

d-c-fix Velours auf Alu-Dibond, 18,5 x 26 cm

Courtesy Galerie Mathias Güntner

© Inge Krause, Hamburg 2013

Deutscher Künstlerbund – Projektraum

Rosenthaler Str. 11, 10119 Berlin-Mitte

bis 13.12.13, Di–Fr 14–18h and by appt.

www.deutscher-kuenstlerbund.de

Laubhütte, Baisingen, erstes Viertel 20. Jh.

© Stadtverwaltung Rottenburg am Neckar

Jüdisches Museum Berlin, Altbau

Lindenstr. 9–14, 10969 Berlin-Kreuzberg

bis 9.2.14, Mo 10–22h, Di–So 10-20h (geschlossen: 24.12.13)

Öffentliche Führungen jeden So, 14h, 3 € zzgl. Eintritt.

www.jmberlin.de/zeit

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Christopher Baker: Murmur Study, 2009–2012

Installation, Live-Twitter-Visualisierung und Archiv © Rik Sferra

Generation i.2 – Ästhetik des Digitalen im 21. Jahrhundert

Die weltweite Vernetzung schafft neue globale

ästhe tische Tendenzen: Das ist die These dieser Ausstellung,

die zwölf internationale Kunstpositionen aus

fünf Kontinenten präsentiert, die mit Werken in den

Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, In stallation

und Videokunst zum Verständnis dieses Ansatzes

beitragen. So wird eine Zwischenbilanz der markantesten

Tendenzen zeitgenössischer Kunst ge zogen,

deren Werke in Form der neuen Sprachen der digitalen

Medien, den sozialen Netzkulturen und den

Vernetzungsprozessen beeinflusst sind.

Edith-Russ-Haus für Medienkunst

Katharinenstr. 23, 26121 Oldenburg (Old.)

bis 16.2.14, Di–Fr, 14–18h, Sa/So, 11–18h

www.edith-russ-haus.de

„Sehr kurzfristige Installation“ vor dem

Eingang der Art Basel am 16. Juni 2013

um 13.14 Uhr, Foto: Mariola Wisniowska

Mariola Wisniowska – Fotografie – „Schwerpunkt Art Basel 2013“

Mariola Wisniowska, die Galeristin der Hamburger Scorpion Galerie, hat die

internationale Kunstmesse Art Basel 2013 besucht und war von der ausgestellten

Kunst so begeistert, dass sie nun auch den Besuchern der Galerie zeigen möchte,

was sie dort bewundern konnte. Zu sehen sind Fotos der Galeristin, die sie während

der Art Basel geschossen hat.

Scorpion Galerie

Moorweidenstr. 24, 20146 Hamburg-Rotherbaum

Opening: 16.1., 19h, 17.1.–31.1.14, Di–Fr 13–18h, Sa 11–15h and by appt.: 0173 - 45 79 459

www.scorpion-galerie.de

Deborah Sengl – Via Dolorosa

Ausgangspunkt der Arbeit „Via Dolorosa“ sind die 14 Stationen des Kreuzwegs Jesu

Christi. In dieser Serie sehen wir jedoch nicht den Sohn Gottes, sondern ein Huhn als

Märtyrer. Was blasphemisch wirkt, ist jedoch keine Kritik am christlichen Glauben,

sondern thematisiert das Tierleid in der Nahrungsproduktion und deren zweifelhafte

Methoden. Je satter die Menschen, desto stärker scheinen ihre Seelen zu hungern.

Elisabeth Howey – Metaphysical Garden II

Elisabeth Howeys Skulpturen pendeln zwischen Leichtigkeit

und bezwingender Schwere. Durch die Materialien

Kunstharz, Beton oder Polystyrol wird das Sujet zusätzlich

surreal aufgeladen. Ihr „Metaphysical Garden“

verinnerlicht unsere Verwundbarkeit und gestattet eine

tiefe Selbstreflexion bis in die Seele des „intimen Körpers“.

Beim Betrachten der Körperrudimente stehen wir an

der Schwelle zum Imperfekten. Auch ihre Zeichnungen

erzählen Geschichten über Anfänge, Umformungen und

Schattenseiten des lebendigen Seins, uns unmerklich

begleitend. Ihre poetische Bild- und Formsprache verführt

dazu, Befremdliches in uns zu entdecken.

Deborah Sengl: Via Dolorosa, 2012

Präparat, Textil, Holz, lebensgroß

Marcel Frey: Ohne Titel (coffee table), 2012

100 x 120 x 75 cm, Holz, Glas

Galerie Deschler

Auguststr. 61, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 29.11., 19–21h, 29.11.13–25.1.14, Di–Sa 12–18h

www.deschler-berlin.de

Gruppenausstellung der Träger des EHF 2010 Stipendiums 2013/2014

Die Konrad-Adenauer-Stiftung präsentiert die aktuellen Träger des Künstlerstipendiums

aus ihrem Trustee-Programm EHF 2010 (Else-Heiliger-Fonds). Gezeigt

werden Arbeiten von Daniel Biesold, Viola Bittl, Frauke Eigen, Marcel Frey,

Sebastian Stumpf, Michael Wutz.

Ansprechpartner: Dr. Hans-Jörg Clement, Leiter Kultur, Kurator u. Geschäftsführer

Trusteeprogramm EHF 2010, 030 26996 -3221/-3220

hans-joerg.clement@kas.de, ursula.moss@kas.de

Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstr. 35, 10785 Berlin-Tiergarten

Opening: 27.11.13, 18–21 h, 28.11.13–10.1.14, Mo–Fr 9–17h, www.kas.de

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Elisabeth Howey: Metaphysical Garden II, 2013

Bronze 36 x 60 x 80 cm

Janina Schmid u. Frederik Kochbek: Der Freund und das Gehänge

2013, Installation

© Die Künstler, Courtesy Städtische Galerie Wolfsburg

FreshEggsGallery

Auguststr. 86, 10177 Berlin-Mitte

Opening: 6.12. 18–22h, Einführung Dr. Fritz Jacobi

7.12.13–18.1.14, Di–Sa 11–18h, www.fresheggs.de

Wundertüte – Bestandsaufnahme IV

Die Präsentation der Sammlung der Städtischen Galerie

Wolfsburg bezieht sich auf den Aspekt des Feierns,

der auch eine Metapher auf den zeitgenössischen

Kunstbetrieb als große, unendliche Party darstellt. Selten

gezeigte und besondere Arbeiten, die Wunderliches und

Wunderbares vereinen, eine vielfältige Mischung an

Gemälden, Grafiken, Installationen, Videoprojektionen

und Skulpturen zeichnen die „Wundertüte“ aus, deren

Inhalt überraschende Geheimnisse birgt. Gleich zu

Beginn des Rundgangs werden die Gäste von einer

Installation begrüßt: „Der Freund und das Gehänge“ ist

Bar, Empfang und Garderobe.

Städtische Galerie Wolfsburg

Schlossstr. 8, 38448 Wolfsburg

bis 30.3.14, Di 13–20h, Mi–Fr 10–17h, Sa 13–18h, So 11–18h

26.12.13 11–18h (geschlossen: 24.–25.12.13 und 31.12.13–1.1.14)

www.staedtische-galerie-wolfsburg.de

Lise Fløistad: Look, I am home, 2013

mixed media, 27 x 16 cm

Jeongmoon Choi: Drawing in space –

Transformation, 2013, Faden, Schwarzlicht

Lise Fløistad – Look, I am home

Sexualität, aber auch unterdrückte Sinnlichkeit sind die beiden Themen in

Lise Fløistads (*1958 in Kalkutta) künstlerischen Arbeiten. In der kommenden

Installation mit Objekten und Bildern verbindet sie unterschiedlichste Materialien

in symmetrischer oder in sich spiegelnder Ordnung und setzt sie so opulent

in Szene. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Spanien.

Galerie Margareta Friesen

Basteistr. 3, 01277 Dresden

Opening: 30.11., 16h, 30.11.13–28.2.14, Di–Do 4–19h and by appt.

www.galerie-friesen.de

Jeongmoon Choi – Puls

„Puls“ wird parallel zu „Mark Tobey: Between East and West“ präsentiert. Trotz der

unterschiedlichen Generationen und Medien lassen sich Gemein samkeiten in der

Auffassung vom Zeichnen zwischen Choi und Tobey ausmachen. Beide Künstler

betonen die Beschreibung und Neuordnung des Raums sowie die Bewegung in der

zeitlichen Dimension. Durch das Wechselspiel zwischen Oberfläche und Linie erzeugen

Chois Installation und ihre zweidimensionalen Arbeiten eine besondere Tiefenwirkung,

in der Choi den Erforschungsprozess der räumlichen Perspektive initiiert.

Moeller Fine Art

Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin-Kreuzberg

Opening: 23.11., 18–21h, 26.11.13–25.1.14, Di–Fr 11–18h, Sa 12–17h and by appt.

www.moellerfineart.com

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Batman Elektronik

Die Gruppenausstellung nimmt ihren Titel sehr wörtlich:

Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von

Mensch, Technologie und Superhelden. Batman steht

als Beispiel für einen fiktiven Helden, der seit mehr als

74 Jahren populär ist, sich jedoch immer wieder mit

den technischen Dystopien der Generationen weiterentwickelt

hat. Die aktuelle Ausstellung untersucht,

wie Künstler der 1980er-Jahre-Generation durch die

Leitbilder, die durch Popkultur wie die Batman-Comics

und -Filme beeinflusst sind. Ebenso geht es darum,

wie sich diese durch die extreme Technologisierung

des Alltags in den vergangenen 30 Jahren verändert

haben. Es werden 32 internationale Künstler gezeigt, die

sich dem Thema genreübergreifend nähern. Dabei sind

spannende Arbeiten entstanden, die als Interaktion

zwischen Held und Welt, Schein und Sein fungieren.

Eustáquio Neves, aus der Serie: Objetização

do Corpo, 1999/2000

© Eustáquio Neves

Afro-Brasil – Porträtfotografie in Brasilien 1869/2013

Das Einwanderungsland Brasilien wurde durch die europäische Kolonisation, die

gewaltvolle Migration von afrikanischen Sklaven und die indigene Bevölkerung

ge prägt. Die lange Geschichte des Bildes von Afro brasilianern wird durch Bildserien

dreier Künstler aus verschiedenen Epochen präsentiert: Alberto Henschel

(19. Jh.), Eustáquio Neves (20. Jh.) und Luciana Gama (21. Jh.).

ifa-Galerie Berlin

Linienstr. 139/140, 10115 Berlin-Mitte

17.1.13–30.3.14, Di–So 14–18h

Hyo-Ju Kim, Jochen Schlesinger, Tomasz Zielinski, Ewa Zygalska – Der Schnitt

Als Teil der II Scorpionnale Hamburg 2013 mit dem Thema „Der Schnitt“ sind

aus Metall geschnittene funktionale Skulpturen von Hyo-Ju Kim, lebendige

bewegliche Collagen aus Zeichnungen von Ewa Zygalska, „Risse in der Natur“,

fotografiert von Jochen Schlesinger und in Öl auf Leinwand geschredderte

„Panoramen“ von Tomasz Zielinski zu sehen.

Ewa Zygalska: aus der Werkgruppe

„formen-konkret“, 2002, Zeichnung/Collage

44 x 63 cm, Foto: Mariola Wisniowska

Scorpion Galerie

Moorweidenstr. 24, 20146 Hamburg-Rotherbaum

bis 31.12.13, Di–Fr 13–18h, Sa 11–15h and by appt. 0173 - 45 79 459

www.scorpion-galerie.de

Fritz Bornstück & Ernst Markus Stein, Batman Elektronik, 2013

linocut, inkjet on paper, 21 x 29,7 cm, edition 1/10

A. Tahkola: Rakastaja, 2013

Graphit auf Papier, 120 x 150 cm

Galerie Mikael Andersen

Pfefferberg, Haus 4, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg

bis 19.1.14, Di–Sa 12–18h

www.mikaelandersen.com

Anna Tahkola & Magdalena Åberg – Somnia Corporis

Magdalena Åberg (*1972) und Anna Tahkola (*1983) sind

bildende Künstlerinnen aus Helsinki. In den Gemälden

von Åberg wird das Verhältnis vom Menschen und seiner

Umgebung in blitzähnlichen Bildern thematisiert. In

den Bleistiftarbeiten von Tahkola geht es um die Form

der Natur und die Stellung des Menschen in Bezug auf

die Welt. In beiden Werke werden Widersprüche mittels

Formensprache untersucht. Durch diese Widersprüche

wird eine Energie freigesetzt, die sich von Innen öffnet,

um eine möglichst bloße Form zu erreichen. Somnia

Corporis – Körperliche Träume geben den Naturkräften,

Bedürfnissen und Ängsten des Menschen eine Gestalt.

Bei Träumen geht es nicht nur um Fantasie, sondern auch

um Vorstellungen und Erwartungen an die Welt und wie

wir sie wahrnehmen. Man kann von einem physischen

Gefühl sprechen, weil Träumen ein körperliches Phä nomen

ist.

N. Dittmar: o. T., 2012, Pappe, 41 x 29,5 x 2 cm

N.Körner: o.T., 2013, Lack auf Leinwand, 60 x 60 cm

Das unbewusste Naturgesetz

In unterschiedlichen Medien reflektieren Madoka Chiba, Anna Dabrowski,

Nadya Dittmar und Tomoyuki Ueno die Einflüsse der Natur auf die menschliche

Gesellschaft und umgekehrt. Vergänglichkeit und Zerstörung als grundlegender

Bestandteil der schöpferischen Kraft werden ebenso in den Blick genommen

wie die Wahrnehmung und Mystifizierung der Natur.

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin

Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin-Dahlem

Opening: 10.12., 19 h, 11.12.13–31.1.14, Mo–Do 10–17h, Fr 10–17.30h

www.dasunbewusstenaturgesetz.wkeya.com, www.jdzb.de

Nora Körner – SchwarzWeiß, Malerei

In ihren neuen Lackarbeiten beschränkt sich Nora Körner auf die Farben

Schwarz und Weiß. Sie fokussiert sich nicht nur auf den harten Kontrast der

Farben, sondern arbeitet auch in feinen Abstufungen. Etwas entfremdet wirken

ihre Doppelgängerfiguren, mit denen sie an die Romantik anknüpft, in der die

Angst vor dem Verlust der Identität beschrieben wird.

oca gallery berlin

Potsdamer Str. 53–55, 10785 Berlin-Tiergarten

bis 18.1.14, Mi–Fr 13–19h, Sa 12–18h

www.oca-gallery.com

Gruppe imPerfekt

Omar Moussa zeichnet mit schwarzer Kreide verdichtete Formen und Figuren.

Alexandra Rothausen gruppiert lächelnde Sonnenblumen und Osterhasen auf

kontrastreich arrangierten Farbfeldern. Die Arbeiten von Admira Vilic faszinieren

durch in mehreren Schichten aufgetragene Neonfarben. Von Michael

Genandt ist eine Regal-Installation zu sehen, in der die charakteristischen

Figuren von Christo L. Luanza ein Zuhause finden.

M. Åberg: Display (ursus polaris), 2013

Öl u. Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Galerie Toolbox

Novalisstr. 7, 10115 Berlin-Mitte

Opening: 29.11. 18h, 30.11.–21.12.13, Di–Sa 12–18h

www.galerietoolbox.com

Omar Moussa: o.T., 2012

Kohle-Ölkreide auf Vorsatzpapier, 91 x 94 cm

Galerie ART CRU Berlin (Outsider Art) im Kunsthof

Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin-Mitte

Opening: 5.12., 19h, 5-jähriges Jubiläum, 6.12.–15.12.13, Di–Sa 12–18h and by appt., 030-24 35 73 14

www.art-cru.de

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C.D.: Spinne, o.T., 1984

Mischtechnik auf Baumwolle, 70 x 100 cm

Zwischen Ausstieg und Aktion

Die Erfurter Subkultur der 1960er- bis 1980er-Jahre

Der Beitrag der KünstlerInnen zur politischen Veränder

ung sowie zur künstlerischen Entwicklung in Erfurt

und damit auch in Thüringen steht im Zentrum der

Ausstellung. Die Präsentation umfasst Kunstwerke aus

den verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst wie

Fotografie, Film, Video, Malerei, Zeichnung, Grafik,

Skul p tur, Installation, Objekt, Werke der Literatur mit

Ma nuskripten, Büchern, Tonbandaufzeichnungen, musika

lisches Material sowie zeitgeschichtliche Dokumente.

Kunsthalle Erfurt im Haus zum Roten Ochsen

Fischmarkt 7, 99084 Erfurt

Opening: 7.12. 18h, 8.12.13-2.2.14, Di–So, 11–18h, Do 11–22h

www.kunsthalle-erfurt.de

Jean-Bernard Toro: Köpfe und Masken, Paris, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

(Detail) © Foto: RBA Köln, Marion Mennicken

Herzkammer – Die Grafische Sammlung des MAKK

Mit der Ausstellung gewährt das Museum erstmals

einen Einblick in seine grafischen Bestände. Die kunstund

kulturgeschichtlich bedeutenden Exponate überraschen

durch ihre Vielfalt und Qualität. Zu den Höhepunkten

gehören unter anderem fantasievolle Entwürfe

des französischen Bildhauers Jean-Bernard Toro, von

dem das MAKK den umfangreichsten Bestand an

Grafiken im deutschsprachigen Raum besitzt. Die

Son derschau gliedert sich nach den vier großen

Sammlungsbereichen der Ornamentstichsammlung:

Or na ment, Architektur, Kunsthandwerk und dekorative

Grafik. Sie gewährt aber auch überraschende Seitenblicke

auf Außergewöhnliches.

MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln

An der Rechtschule, 50667 Köln

bis 16.2.14, Di–So 11–17h, 1. Do im Monat 11–22h

www.makk.de

José Manuel Ciria: Under / Over the Raw

Mit ihren dynamischen Farbkörpern, die scheinbar vor

flächig gestalteten Hintergründen schweben, bewegen

sich die aktuellen Gemälde und Collagen des spanischen

Künstlers José Manuel Ciria zwischen Repräsentation

und Abstraktion. In drei unterschiedlichen Werkgruppen

beschäftigt sich der Künstler mit dem „pictorial spot“

als der einfachsten malerischen Setzung. Als expressivgestisches

Element trifft dieser auf geometrische Ordnungsstrukturen,

untergräbt die Authentizität des Mediums

Fotografie und wird so zu dem Element, auf dem die

Bildkomposition aufbaut. Parallel werden die surrealen

Bildwelten von Roberto Yañez im Bureau präsentiert.

Jörn Grothkopp – Der stille Raum

Der Berliner Maler gibt einen Einblick in seine Werkgruppen.

Quallen und Koi-Karpfen bekommen einen

besonderen Raum und ziehen den Betrachter in eine

Welt der schwebenden Balance. Grothkopps Bilder fordern

eine besondere Art der Wahrnehmung. Bildlich

reduzierte Momentaufnahmen, die stillstehen, aber

einen gefangenen Bewegungsablauf in sich tragen. Die

Zeit erfährt eine Beruhigung.

José Manuel Ciria: Poema de Lluvia, 2012

Öl auf Leinwand, 150 x 150 cm

Galerie Kornfeld

Fasanenstr. 26+28 (Bureau), 10719 Berlin-Charlottenburg

bis 8.2.14, Di–Sa 11–18h

www.galeriekornfeld.com

Jörn Grothkopp: Koi-F.b. 2013

Öl auf Leinwand, 150 x 250 cm, Detail

museum FLUXUS+

Schiffbauergasse 4f, 14467 Potsdam

Opening: 31.1.14, 19h, 1.2.–4.5.14, Mi–So 13–18h

www.fluxus-plus.de

Karl Otto Götz – Werke von 1947–2012

Levke Leiss – Hinterm Spiegel

Zum 100. Geburtstag von K. O. Götz im Februar 2014 gibt

die Ausstellung, parallel zur Werkschau der Nationalgalerie

Berlin, einen Überblick seines Schaffens mit

Werken von 1947 bis 2012. Seit 1952 entwickelt Götz

seine Maltechnik der schnellen gestischen Abstraktion.

Mit breitem Pinsel wird die flüssige Farbe auf den hellen

Grund aufgetragen und mit einem Rakel zu abstrakten

Bewegungsspuren verschoben. In den 50er-Jahren gehörte

Götz zur internationalen Avantgarde wie den

„Action Painting“-Künstlern und stellte bereits 1947 in

Frankreich sowie 1954 in Amerika aus.

Leiss zeichnet oft ruhige anheimelnde Alltagskulissen.

Lassen wir uns in ihre Bilderwelt hineinlocken, verfangen

wir uns in der Spannung zwischen sich widerstrebenden

ästhetischen Impulsen und Reaktionsweisen. Leiss

überlässt uns gelegentlich nur einen halben Körper. Die

Suche nach dem Restlichen gebärdet sich unanständig

und führt dem Betrachter seine eigenen Erwartungen

vor. Der Hyperrealismus der Arbeiten erinnert an die

naturgetreue Ästhetik der Nachkriegswerbung, die

hier ironisch heraufbeschworen wird. Hinzu kommt ein

Anflug von Nostalgie, die in den scheinbar besinnlichen

Szenen zum Tragen kommt.

K. O. Götz: Giverny V/5, 1988

Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 260 cm

Kunsthandel Wolfgang Werner

Fasanenstr. 72, 10719 Berlin-Charlottenburg

Opening: 28.11., 18–21h, 29.11.13–22.2.14, Di–Fr 10–18h, Sa 11–15h

www.kunsthandel-werner.de

Levke Leiss: Fabel, 2013

Buntstift (Polychromos) auf Papier, 42 x 33 cm

© Levke Leiss, Berlin

MORGEN CONTEMPORARY

Ackerstr. 162, 10115 Berlin-Mitte

Opening: 21.11., 19–22h, 22.11.13–1.2.14, Di–Sa 12–18h

www.morgen-contemporary.com

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Christoph Beer: Sisyphos

Mischtechnik auf Leinwand, 2012–2013, 70 x 60 cm

Julius Weiland, Peter Lindenberg, Igor Häber,

Christoph Beer und Heinz Bert Dreckmann

Christoph Beers Gemälde weisen figurative Motive auf,

die sich aber, wie von einem Schleier farbiger Unschärfe

durchzogen, entwinden. Heinz Bert Dreckmann verwendet

für seine Skulpturen industriell hergestellte

Objekte. Er löst die Produkte aus dem utilitaristischen

Kontext und zelebriert ihre ästhetische Form. Igor Häber

ist in der Abstraktion angelangt, was nicht davon abhält,

in dem Labyrinth aus scheinbar chaotisch gesetzten

Farben Ansätze von Landschaften herauszufiltern.

Peter Lindenberg lässt sich als Maler von der Natur

inspirieren. Für seine binäre Auseinandersetzung mit

geometrischen Formen und der Natur hat er den Begriff

des „romantischen Konstruktivismus“ geprägt.

Julius Weiland nutzt mit heiß geformtem Glas dessen

Transparenz und erschafft eine räumliche komplexe

Struktur.

Ola Eibl: „Die Welle“, 2009

Ausschnitt, Öl auf Leinwand, 290 x 110 cm

Ola Eibl – Inventur

Das breite Spektrum der Künstlerin zeigt, wie sie sich

zwischen den Polen des Menschlichen bewegt, um es

auszuloten. Von Ölbildern bis hin zu Zeichnung und

Druckgrafik ist ihr kein Mittel fremd, um das Sein zu

erfassen. Die Annäherungen kommen dabei von unterschiedlichen

Seiten: vom Körperlich-Sinn lichen, vom abstrakt

Gedachten und wieder ein anderes Mal vom tief

Empfundenen. Eibl bietet ein außergewöhnliches Repertoire

und eröffnet dem Betrachter neue und überraschende

Perspektiven. „Ohne Fehler, ohne Schwächen, ohne Übertreibung“,

so die Kuratorin Natalia Cramer-Rodriguez zu

den 69 gezeigten Werken. Präsentiert im Rahmen der Ausstellungsförderung

2014 des G-BA.

Gemeinsamer Bundesausschuss

Wegelystr. 8, 10623 Berlin-Tiergarten

Opening: 9.1.14, 18h–21h, 9.1.14–30.6.14, Mo–Fr 9–18h

and by appt. 0176-8415 3522

www.g-ba.de/institution/service/veranstaltungen/ausstellungen

Juliane Ebner – Parallelverschiebung

Heinz Bert Dreckmann: 3 Kannen gesteckt

schwarz, 2013, 55 x 52 x 12,5 cm

Helga von Berg-Reese: Papierschnitt, 2011, Raster schwarz-weiß

Tonpapier, geschnitten, 25 x 25 cm

Deutsche Wohnen AG – GEHAG Forum

Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin-Wilmersdorf

Opening: 4.12., 19h, 5.12.13–12.2.14, Mo–Fr 9–19h

www.deutsche-wohnen.com

Karl-Heinrich Frauns

Digital Painting & Helga von Berg-Reese – Paper Cuts

Helga von Berg-Reese hat sich in ihren neuen Arbeiten

der reduzierten Form und den Farben Schwarz und Weiß

verschrieben. Durch Schneiden und Schichten von Papier

und Karton erarbeitet sie unterschiedliche Ebenen, die

eine in sich geschlossene Gestalt annehmen. Cut-Outs

wiederum führen den Blick über mehrere Stufen hinweg

in die Tiefe. Farben finden sich in den Arbeiten,

die traditionelles Weben auf das Material Papier übertragen,

sowie in den Faltungen. Ihre Objekte zeigen erstaunliche

Möglichkeiten, Papier zu gestalten.

Karl-Heinrich Frauns tariert die Vorzüge der Malerei

am Computer gegenüber traditioneller Malerei exemplarisch

und spannend aus und führt dabei vor, wie diese

bereichert werden kann. Hier werden unterschiedliche

Ebenen, rekrutiert aus früheren Ölbildern, Fotos oder

Fundstücken, übereinander gelegt, flächig aufgetragen

und auf Figürliches abgestimmt – jedoch nicht im tra ditionellen

Sinne. Wiedererkennbares ist verschmol zen in

Form und Farbe. Karl-Heinrich Frauns führt uns in poetische

Traumwelten von gewaltiger Brillanz und Farbigkeit.

© Juliane Ebner

Die Berliner Künstlerin Juliane Ebner versteht Zeichnung

als ein Medium der Montage. Ob in Stop-Motion-Filmen

oder Plexiglasbildern: In der Überlagerung vieler Zeichnungsschichten

entstehen Vexierbilder, in denen alltägliche

Situationen und historische Personen, kon krete

geschichtliche Verweise und allgemeine Tier- und Landschaftsdarstellungen

zu fiktiven Geschichten ver schmelzen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei

Berliner Themen, die nur auf den ersten Blick keine

Gemeinsamkeiten zu haben scheinen: der Fall der Mauer

und die Büste der Nofretete.

Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Zugang über die Spree-Uferpromenade

Schiffbauerdamm, 10117 Berlin-Mitte

bis 30.1.14, Di–So 11–17h, Eintritt frei

www.mauer-mahnmal.de

Nackte. Farbe

Christine Sophie Bloess‘ Malerei zielt ab auf einen

Duktus des Momentanen. Bewegung, Raum, Farbe, Zeit

zeigt sie in Zusammenhängen des Zufälligen. C. S. Bloess

entledigt sich hierbei vieler stilistischer Konventionen

und folgt einer inneren rhythmischen Gestik, die eine

intuitive aber auch heterogene Bildkomposition ermöglicht.

In ihren Bildern zeigt sie mit dem Medium

Farbe die Kraft des Unmittelbaren, die den Betrachter

durch eine rein abstrakte Komposition leitet.

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Karl-Heinrich Frauns: ohne Titel 5, 2013, Computer Painting, Pigment-

Digitaldruck auf Leinwand, 60 x 80 cm

IFS Institut für Sprachvermittlung

Potsdamer Str. 98A, 10785 Berlin-Tiergarten

Opening: 6.12, 18–22h, 7.12.–8.12.13, 11–18h, 9.12.–15.12.13 and by appt.

www.ifs-deutsch.de

Christine Sophie Bloess: o.T., 2013

Acryl auf Papier, 59 x 42 cm

© C. S. Bloess

Galerie ROOT am Savignyplatz

Carmerstr. 11, 10623 Berlin-Charlottenburg

Opening: 9.1.14, 19h, 10.1.14–2.2.14 Di–Sa 14–19h

Finissage: 2.2.14 12–17h

www.galerie-root.de, www.bloess-art.de

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Karl Völker: Himmelfahrt, 1921/1922, Kaseinfarben auf Leinwand

Foto: Reinhard Hentze, Halle

Karl Völker – Heilige Geschichten

Der expressionistische Bilderschatz aus Schmirma

Die Ausstellung der Kirchenbilder von Karl Völker ist

etwas Besonderes: Sie bezieht sich auf eine singuläre

Werkgeschichte und präsentiert Werke, die so nicht

wieder zu sehen sein werden. Völker wurde 1921

beauftragt, die Dorfkirche in Schmirma im Geist der

Moderne auszumalen. Es entstanden elf Deckenbilder

zur Passionsgeschichte sowie ein Farbprogramm

für den Kirchenraum. Die Gesamtgestaltung dürfte

in Deutschland eine der ganz wenigen erhaltenen

expressionistischen Bild-Ausstattungen im sakralen

Kontext sein. Der Kirchengemeinde gelang es, dieses

Werk über die Nazi-Zeit zu retten und auch vor den

Kahlschlägen der Formalismusdebatte in der DDR

der 1950er-Jahre zu bewahren. Die Bilder wurden zur

Restaurierung abgenommen. So ist es möglich, sie direkt

vor Augen zu haben. Gut nachvollziehbar ist auch die

Arbeit der Restauratorinnen: Es gibt sowohl restaurierte

als auch unrestaurierte Bilder zu sehen.

Stiftung Moritzburg

Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)

bis 5.1.14, Di–So 10–18h

www.kunstmuseum-moritzburg.de

Wien Berlin

Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz

Heinrich Tessmer: Drei Masken, 2000

Öl auf Leinwand, 74 x 69 cm

ULTRA BRAUN & FOREVER JUNG

Aus den expressiven Gemälden von Heinrich Tessmer

(1943–2012) strahlt eine tiefe Unergründlichkeit. Gesichter,

Figuren, Tiere schälen sich aus dem Dunkel

und geraten ins Licht. Alles ist prall von der Spannung

schwelender Konflikte. „Ich erschaffe mir eine Welt, die

ich in der Realität so nicht vorfinde, und ich arbeite mich

oft in eine vergangene Zeit hinein“, notierte Heinrich

Tessmer über seine Arbeit. Seine Bilder verbleiben in

einem Schwebezustand zwischen Greifbarem und Ungreifbarem

und lassen so der Fantasie des Betrachters

Raum.

Gräfe art.concept zu Gast bei The Brettinghams

Wielandstr. 33, 10629 Berlin-Charlottenburg

bis 28.2.14, Di u. Mi 16–18h and by appt. 0175-597 89 36

www.graefe-art.de

Radu Belcin – Frozen Silence

Das Werk des rumänischen Malers Radu Belcin (*1978)

kreist immer um die menschliche Figur. In neosurrealistischen

Szenen thematisiert er Unendlichkeit

oder Kontemplation, spielt mit dem Unbewussten und

bindet seine Figuren in eine befremdliche Atmosphäre

ein. Obwohl diese Figuren sehr reduziert und in einem

undefinierten Bildraum erscheinen, sind sie doch von

psychologischer Tiefe und Komplexität gekennzeichnet.

Carry Hauser: Jazzband, 1927, Privatsammlung, Wien

Belvedere Wien

Die Berlinische Galerie und die Österreichische Galerie

Belvedere präsentieren in einer Sonderausstellung erstmals

gemeinsam zentrale Werke der Wiener und Berliner

Moderne von den Sezessionen über den Ex pressionismus

bis hin zur Neuen Sachlichkeit. Meisterwerke beider

Sammlungen und bislang weniger beachtete Positionen

geben im Zusammenspiel einen umfassenden Einblick

in den intensiven Austausch beider Metropolen zu

Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung widmet

sich mit rund 200 Exponaten dem bislang nicht aufgearbeiteten

Dialog Wiener und Berliner Positionen

der Klassischen Moderne in der bildenden Kunst. Ausgangspunkt

sind die Gründungen der Sezessionen,

deren Protagonisten sich in Abkehr vom Akademismus

zwischen Jugendstilkunst und Spätimpressionismus be -

wegen.

Radu Belcin: Travellers, 2013, Öl auf Leinwand, 165 x 135 cm

Galerie Martin Mertens

Linienstr. 148, 10115 Berlin-Mitte

Opening: 25.1.14, 18–21h, 26.1.–8.3.14, Di–Sa 12–18h

www.martinmertens.com

Smoke & Mirrors

Juri Zurkan (*1956 Odessa) ist ein Maler der Stille. Die

Landschaften und Wesen erscheinen wie aus einer fern

zurückliegenden Zeit – biblisch, paradiesisch, märchenhaft.

Zurkans Formenwelt befindet sich in ständigem

Übergang und vermittelt etwas von der Kraft und der

Flüchtigkeit der Bewegung des Lebens. Die Bilder sind

von verhaltener Melancholie und tiefem Ernst geprägt.

Sie sind Ausdruck des Wissens um die Gefährdung des

Lebens, einer sich immer schneller drehenden Zeit mit

dem Verlust eines harmonischen sozialen Gefüges.

Berlinische Galerie

Alte Jakobstr. 124–128, 10969 Berlin-Kreuzberg

bis 27.1.14, Mi–Mo 10–18h, Eintritt: 10 €, erm. 7 €

Multimediaguide und App zur Ausstellung

www.berlinischegalerie.de

Juri Zurkan: Geschenke, 2009, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Gräfe art.concept

Kollwitzstr. 74, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg

Opening: 6.12., 19h, 7.12.13–11.1.14, Di–Fr 16–19h, Sa 11–18h

and by appt. 0172-866 08 33

www.graefe-art.de

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Ludwig Meidner: Porträt Lotte Lenya, 1925

© Ludwig Meidner – Archiv

Verlust – BlickWechsel im Märkischen Museum

Mit dem Format BlickWechsel werden Objekte der

Dauerausstellung regelmäßig neu hinterfragt. Neu eingebrachte

Exponate „stören“ aufgrund ihrer Ästhetik

und ihrer Bedeutung den Erzählstrang der Präsentation

und fördern so überraschende wie auch vergessene

Geschichte(n) ans Licht. Die Ausstellungsintervention

findet als Teil des Berliner Themenjahres 2013 „Zer störte

Vielfalt“ statt. Sie spürt der freigeistigen Stimmung

Berlins vor 1933 nach und zeigt, wie die Nazis systematisch

Berlins gesellschaftliche Vielfalt, Einzigartigkeit

und Kreativität zerstörten.

Märkisches Museum | Stadtmuseum Berlin

Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin-Mitte

bis 19.1.14, Di–So 10–18h, Kuratorenführung am 4.12.13

inkl. Museumseintritt 3 €, erm. 2 €, Anmeldung nicht erforderlich

www.stadtmuseum.de

Jörn Grothkopp: Mila 5, (Detail), Berlin 2013

Öl auf Leinwand, 140 x 110 cm

Jörn Grothkopp – Präsenz

Grothkopps Gemälde verdichten ihre Motive auf das Essenzielle. Der flächige

Malstil verstärkt die Metamorphose von Realismus zum Artifiziellen: In den

glatten Oberflächen erscheinen die dargestellten Szenen wie durch eine

Fensterscheibe. Das innere Wesen der Porträtierten bleibt geheimnisvoll und

undurchschaubar. Die Gesichter verwandeln sich von konkreten Personen zu

Chiffren und Gleichnissen.

Galerie Deschler

Auguststr. 61, 10117 Berlin-Mitte

bis 25.1.14, Di–Sa 12–18h

www.deschler-berlin.de

Alke Brinkmann – Memory

Für die 1967 am Bodensee geborene Künstlerin war anfangs Persönliches und

Politisches Ausgangspunkt ihrer Bilder. Darauf reduzierte sie in Stillleben und

Landschaften die Inhaltlichkeit und hat dadurch die Malerei selbst zum Thema

gemacht. Heute spielt sie mit den Möglichkeiten, die ihr diese beiden Herangehensweisen

bieten. Wenn ein Ansatz für sie ausgereizt ist, beginnt sie mit etwas Neuem.

Traum{a}

Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen

von sieben zeitgenössischen Künstlern aus Finnland:

Anu Haapanen, Jyri Ala-Ruona, Kari Vehosalo, Anne

Törmä, Ritva Larsson, Pauliina Jokela und Matti Vainio.

Die Ausstellung versteht Kunst als Kommunikationsmittel,

um dem Betrachter abstrakte soziale Erfahrungen

zu gänglich zu machen.

Alke Brinkmann: Mad men II, 2013

Öl auf Leinwand

Kunsthalle Brennabor

Geschwister-Scholl-Str. 10–13, 14776 Brandenburg a. d. Havel

Opening: 6.12.13, 18h, 7.12.13–17.1.14, Mi–So 13–19h, Finissage: 17.1.14, 18h, Eintritt frei

www.kunsthalle-brennabor.de

Hans-Georg Kohler – Malerei

In Kohlers neuen Arbeiten auf Leinwand und Papier steht der menschliche

Körper im Mittelpunkt. Mit einem Bildvokabular, das kunsthistorische Kompositionselemente

vom späten Mittelalter bis in die Moderne mit Ironie, Karikatur

und subkulturellen Bildstrategien verbindet, versucht Kohler, kurios autoritäre

Begleiterscheinungen der Gesellschaftsordnung zu entlarven. Die Ausstellung

wird von der Königlich Norwegischen Botschaft unterstützt.

Hans-Georg Kohler (Oslo): Mann ohne Kopf

2013, Lithographie, Motiv, 30 x 40 cm

Galerie Carlos Hulsch, Gebr. Hulsch GmbH Kudamm-Karree

Kurfürstendamm 206–208, Eingang Lietzenburger Str. 80, 10719 Berlin-Charlottenburg

bis 13.12.13, Di–Fr. 15–19h, Sa and by appt. 0176-251 266 77, www.carlos-hulsch.de

Matti Vainio: Der Blick, 2013

Bleistift auf Papier, 76 x 56 cm

Alphonse Mucha: „Die Künste – Tanz“

Wandpaneele, 1898

© Mucha Trust 2013

Galerie Toolbox

Novalisstr. 7, 10115 Berlin-Mitte

Opening: 3.1.14, 18h , 4.1.14–25.1.14, Di–Sa 12–18h

www.galerietoolbox.com

Mucha Manga Mystery –

Alphonse Muchas wegweisende Grafik

Die Plakatentwürfe des Tschechen Alphonse Mucha

(1860–1939) gelten als Inbegriff der Plakatgestaltung im

Jugendstil. Seine sinnlichen Frauengestalten mit langem,

wallendem Haar und in fließenden Gewändern, die mit

den Ornamenten und Blumen im Hintergrund zu verschmelzen

scheinen, versetzen zurück ins Paris der Belle

Époque. Sie wurden schon zu Muchas Lebzeiten zu

Ikonen und begeistern bis heute: Von Konzertplakaten

der 1960er-Jahre bis hin zu japanischen Mangas zeigt die

Ausstellung mit mehr als 100 Werken den wegweisenden

gestalterischen Einfluss des Künstlers.

Bröhan-Museum

Schloßstr. 1a, 14059 Berlin-Charlottenburg

5.12.13–2.3.14, Di–So 10–18h (geschlossen: 24.+31.12.13)

Eintritt: 8 €, erm. 4 €, www.broehan-museum.de

Kim Wein: Super cool Unpainted – RIDE

2013, auf Alu-Dibond, 100 x 150 cm

Daniela Kwee: Winterweg (Detail)

dreiteilig, 2013, Blattsilber, Muschelsilber

Mischtechnik auf Leinwand, je 20 x 20 cm

His story goes on – Dominik Wein

Der Berliner Künstler Dominik Wein (*1967) erzählt in einer Installation, die

alle Formate sowie klassische und moderne Techniken der Kunst vereint, seine

Familiengeschichte. Zu sehen sind u.a. seine noch jungen Weine aus dem

Jahrgang 2012, Gemälde von Alessandro und die dazugehörigen Geschichten

oder die neuen Arbeiten aus der Serie „Super cool unpainted“ seiner Halbschwester

Kim Wein, die die „Street Art to go“ erfunden hat.

mianki Gallery

Kalckreuthstr. 15, 10777 Berlin-Schöneberg

bis 18.1.14, Di–Fr 15–19h, Sa 11–16h, 030 - 36 43 27 08, www.mianki.com

WINTER

In dem interdisziplinären Projekt „Winter“ setzen sich die Künstlerinnen aus den

Bereichen der bildenden Kunst, Musik und Literatur mit der wiederkehrenden

Jahreszeit auseinander. In den Arbeiten und Texten wird die Veränderung des

Draußen wie die des Drinnen betrachtet. Kontrapunkte werden gesetzt: Das

Dunkle, die Kälte, die Melancholie stehen der Ruhe, der Nähe, der Wärme, die

die Jahreszeit mit sich bringt, in mehrfachem Sinn gegenüber.

GEDOK GALERIE Berlin

Motzstr. 59, 10777 Berlin-Schöneberg,

Opening: 12.12.13, 14h, Einführung: Rose Anja May, 13.12.13–19.1.14, Do–So 14–18h

www.GEDOK-berlin.de

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Versandkostenfrei: Art Now! Vol. 4

Das KUNST Magazin verkauft seinen Restbestand der

im Juni 2013 erschienen Ausgabe Art Now Vol. 4 – und

zwar versandkostenfrei!

Der Taschen Verlag formuliert mit dem neuesten

Band der Reihe „Art Now! Vol. 4“ wieder das Who is

Who der angesagtesten Künstler und Galerien der

Welt. In alphabetischer Reihenfolge werden 100 etablierte

Größen vorgestellt, darunter Chuck Close,

David Hockney oder Brice Marden, aber auch für

vielversprechende Nachwuchskünstler ist Platz. Sie

lernen die wichtigsten Werke kennen, werden durch

Essays, Ausstellungschroniken, bibliografische Angaben,

Galeriekontakte sowie Auktionsresultate zum

topaktuell informierten Kunstkenner. Darüber hinaus

gibt es einen Sonderteil und einen Kunstführer zum

Kunstboom in Ostasien.

Hans Werner Holzwarth: Art Now! Vol. 4. Hardcover,

21,5 x 27,4 cm, 576 S., mehrsprachige Ausgabe:

Deutsch, Englisch, Französisch. Erschienen bei TASCHEN

Deutschland, Köln 2013. www.taschen.com

Art Now! Vol. 4

39,99 Euro

Bestelladresse: info@kunstmagazin.de

Das Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht und nur für

Lieferadressen innerhalb Deutschlands.

Impressum | Imprint

KUNST Magazin / KUNST Verlag, Berlin

Wrangelstr. 21, 10997 Berlin

Tel.: 030 - 61 20 23 24 und 030 - 43 92 58 29

Fax: 030 - 61 20 23 17 und 030 - 43 91 70 59

info@kunstmagazin.de | ISSN 1862 - 7382

Herausgeberin: Jennifer Becker (v. i. S. d. P.)

Chefredaktion: Julika Nehb

Redaktion & Texte: Friederike Biebl, Anna Knüpfing,

Agathe Power, Steffi Weiss, Ralf Sommer

Übersetzung: Brian Poole

Lektorat: Sina Gesell

Gestaltung: Anna Reemts

Onlineredaktion: Julia Schmitz

Webdesign: Marius Bruns, www.robinson-cursor.de

Druck: Druckerei Conrad GmbH, www.druckereiconrad.de

Distribution: DHL GoGreen – wir versenden klimaneutral,

Deutsche Post Pressevertrieb

Erscheinungsweise: 40 000 Exemplare, 10-mal im Jahr,

Doppel ausgaben: Juli/August und Dezember/Januar

Es gelten die Mediadaten 2013.1

Alle Ausstellungshinweise im KUNST Magazin sind für

Galerien, Museen und Ausstellungshäuser kostenpflichtig.

Eine tagesaktuelle Übersicht zu allen Veranstaltungen im

KUNST Kontext in Deutschland finden Sie im Kalender auf

www.kunstmagazin.de

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