Die Kunst des Anfangs, 1300 - 1900 - Institut für Kunstgeschichte

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Die Kunst des Anfangs, 1300 - 1900 - Institut für Kunstgeschichte

Ulrich Pfisterer

Die Kunst des Anfangs, 1300 - 1900

12. Orte, Umstände, Momente des kreativen Anfangs


Ludwig-Maximilians-Universität München

Department Kunstwissenschaften Institut

für Kunstgeschichte

VORTRAGSEINLADUNG

Christine Tauber (Bonn)

Nach der tabula rasa: Bauprojekte im Paris

des Jahres 1791 und die Debatte um die

‚monuments publics’

am Mittwoch, den 27. Januar 2010,

um 18 Uhr c.t.

im Zentralinstitut für Kunstgeschichte,

Meiserstr. 10,

Vortragsraum 242, II. OG


- Péter Ujvári: Müßiggang, Nachlässigkeit, Inspiration.

Darstellungen der Ruhe im 18. und frühen 19.

Jahrhundert, in: Štefan Oriško (Hg.): Mitteleuropa: Kunst,

Regionen, Beziehungen, Bratislava 1993, S. 72-82

- Martina Kessel: Langeweile. Zum Umgang mit Zeit und

Gefühlen in Deutschland vom späten 18. Jahrhundert bis

zum frühen 20. Jahrhundert, Göttingen 2001


Wilhelm von Camphausen, Ein Maler auf dem Kriegsfelde, 1865


Robert Rauschenberg, Erased De Kooning

Drawing, 1953


Goethe wartete in Schillers

Arbeitszimmer und „bemerkte,

dass aus einer Schieblade

neben mir ein sehr fataler

Geruch strömte. Als ich sie

öffnete, fand ich zu meinem

Erstaunen, dass sie voller

fauler Äpfel war. Ich trat

sogleich an ein Fenster und

schöpfte frische Luft, worauf

ich mich denn augenblicklich

wieder hergestellt fühlte. Indes

war seine Frau wieder

eingetreten, die mir sagte, dass

die Schieblade immer mit

faulen Äpfeln gefüllt sein

müsse, indem dieser Geruch

Schiller wohl tue und er ohne

ihn nicht leben und arbeiten

könne.“


Josef Lingelbach, Selbstbildnis mit Geige,

um 1650


Joseph Ducreux, Selbstporträt

als Gähnender,

LA, Getty Museum


Du Bos, Kritische Betrachtungen über die

Poesie und Mahlerey, 3 Bde., Kopenhagen

1760-1761, hier Bd. 1, S. 5-12:

„Erster Abschnitt. Von der Nothwendigkeit,

beschaefftigt zu seyn, wenn man der

verdrueßlichen langen Weile ausweichen

will, [...]. Unsre Seele hat ihre Bedürfnisse

so gut, als unser Körper, und die

Nothwendigkeit, die Seele zu

beschaeftigen, ist eine der groeßten bei den

Menschen. Die lange Weile, die der

Untaetigkeit unsrer Seele sogleich

nachfolgt, ist fuer den Menschen ein so

schmerzhaftes Uebel, daß derselbe oefters

die muehsamsten und beschwerlichsten

Arbeiten unternimmt, sich nur der Foltern

dieses Uebels zu ueberheben. [...] und es

wird sich niemand finden, der nicht die

Martern des Zustandes gefuehlt haben

sollte, wo man wider seinen Willen an

allzuviele Dinge denkt, und gleichwol an

keinem nach seinem Belieben haften kann.“

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