Das Neandertal - Kunstwanderungen

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Das Neandertal - Kunstwanderungen

BL 09

Das Neandertal

Schöller – Mettmann – Gruiten – Schöller

Rundwanderung

5 Stunden und 10 Minuten reine Wanderzeit

Wir parken den Wagen oberhalb der Kirche und nahe dem Bergfried von

Schöller.

Der Ortsname geht auf schön lar zurück und bedeutet schöne Rodung. Im 8./9. Jh: steht

ein Fränkisches Königsgut am Platze. im 12. Jh. gehört Schöller mit Gruiten, Düssel

und Sonnborn zu den so genannten vier Kapellen, darüber das Kölner Gereonsstift das

Patronat besitzt. Im Jahre 1430 ist ein Engelbert von Schöller hier Gutsverwalter. Im 16.

und 17. Jh. üben die Ritter von Schöller Ämter für das Herzogtum Berg aus. Schöller

wird 1975 nach Wuppertal eingemeindet.

Wir beachten den

*** Bergfried des 13. Jhs. – des ehemaligen Rittersitzes derer

von Schöller – aus Sandstein mit halbrundem Treppenturm und

einem Pyramidendach,


und gehen, uns links haltend, in den Innenort.

2 Minuten später wandern wir in die Kirche

*** St. Johannes Evangelist. Die ev. Kirche ist im Kern romanisch

mit einem Turm des 12. Jhs. Die Fenster wurden später

einmal vergrößert in die Wände gebrochen. Im 18. Jh. hat man

das Langhaus in den heutigen Zustand versetzt, die achtseitige

Schieferpyramide auf den Turm gesetzt und das Dach erneuert.

Das Innere ist holztonnengewölbt, birgt keine Kunstgegenstände,

wenn man von der geschnitzten Kanzel absieht.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, vorbei an alten * Grabsteinen auf dem

Kirchhof, gehen auf der Querstraße hinter rechts stehendem

*** Schul- und Küsterhaus, ein Fachwerkbau aus dem 18. Jh.,

sowie vor der Nr. 8,

*** Pfarrhaus des 18. Jhs., ein Fachwerkhaus, in dem der Astronom

und Schriftsteller Joh. Friedr. Benzenberg (1777-1846)

geboren wurde,

links und bleiben auf der Durchfahrtsstraße.

3 Minuten später wandern wir auf Landstraße links und vor Haus Nr. 2 rechts.

15 Minuten später wandern wir in Feldern mit dem Hauptweg in die Rechtskurve,

die Linksabzweigung ignorierend, und unter der Starkstromleitung her.

13 Minuten später wandern wir vor eisernem Leitungsmast beim Bachübergang

hinterm Weiler Gau rechts nach „Ratingen“ und vorbei an Haus Nr. 48.

7 Minuten später wandern wir auf dem Asphaltquerweg hinterm Bach rechts.

6 Minuten später wandern wir am Straßenstern auf die erste links, die „Toni-

Turek-Allee“. – Nach dem Schwimmbad gehen wir nächst dem Mettmanner

Bach und stets auf diesem Ufer.

7 Minuten später wandern wir an der Kreuzung mit der Treppe links und auf

der Brücke über den Bach, mit einer *** Ansicht von der Goldberger Mühle“,

und halten uns rechts, nächst dem Wasser.

4 Minuten später wandern wir, auf der Landstraße bleibend, vorbei an der

ersten Sehenswürdigkeit von

78 Min.

Mettmann.

Mettmann wird 904 erstmals als Königshof Medamana erwähnt. 1248 gehört es den

Grafen von Berg. 1424 erhält der Ort Marktrecht und Zollfreiheit. Die Baumwollmanufaktur

bringt im 18. Jh. erheblichen Aufschwung, die Metall verarbeitende Industrie im

19. Jh. Die Stadt ist heute Mittelpunkt des Kreises Mettmann.


*** Goldberger Mühle. 1217 ist hier bereits eine Mühle in

Betrieb. Der Bau ist im Kern mittelalterlich. 1771 nahm man

Veränderungen vor. Der Turm jedoch ist erst aus der Zeit von

1880.

1 Minute später wandern wir vor der Bushaltestelle links in die Parkanlage,

gehen stets nächst dem Bach, queren ihn wiederholt auf den Brückchen, verlassen

die Parkanlage rechts vom Bach.


darauf rechts übern „Jubiläumsplatz“, dann links unterm Haus her und treppauf.

Gasthof.

4 Minuten später wandern wir in die Kirche

*** St. Lambertus. Die dreischiffige neugotische Hallenkirche

von 1881 besitzt einen Turm des 12. Jhs. – Das Innere ist neugotisch

ausgestattet.


Das Chorhaus. In den Spitzbogen des Gewändes befinden sich

gemalte Szenen aus dem Heilsgeschehen. – Am Chorbogen:

Figur des Sebastian (links), Kruzifixus, Lambertus.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Figuren der Evangelisten Lukas

und Matthäus. – Davor: Romanischer Taufstein, mit erneuerten

Füßen. – Vor der Wand: 1. Beichtstuhl; 2. Pietà.

Rechtes Seitenschiff. Frontapsis: Neugotische Glasgemälde in

Wir gehen aus der Kirche hinaus, umkreisen sie rechtshaltend vorbei an alter

*** Häuserfront, die nahezu geschlossen besteht.

2 Minuten später wandern wir links auf der „Orthsgasse“ treppab und nach

rechts, vorbei an

*** Ev. Kirche von 1775 mit Emporenumgang, Frontkanzel,

und halten uns stets links.

3 Minuten später wandern wir auf der Querstraße links.

1 Minute später wandern wir an der Kreuzung hinter der * Straßenbahn

rechts auf die „Breite Straße“ und halten Richtung Unterführung.

rechts, auf dem Querweg hinterm Bach abermals rechts und nun nächst dem

Hellenbrucher Bach, dann, nach Unterquerung der Landstraße, – stets der

„A1“ folgend, Rastplatz, durchs

119 Min.

**** Mettmanner Bach-Tal.

3 Minuten später wandern wir ins 157 Min.

*** Neandertalmuseum (Feb-Nov Di-So 10-17 Uhr) mit Zeugnissen

aus der Frühgeschichte des Menschen.

Der Neandertaler

Das Neandertal ist kein eigentlicher Raum. Die schluchtartige

Enge der Düssel an dieser Stelle wird nach dem Theologen und

Kirchenlieddichter Joachim Neander so genannt, der dieses

Gebiet häufig besucht hat.

Den Grundstein für das Museum wird mit dem Fund gelegt, der

im Jahre 1856 hier im Tal der Düssel gemacht und vom Gymnasiallehrer

und Naturforscher J. C. Fuhlrott als fossiler Mensch

gedeutet wird – entgegen der Ansicht von Fachleuten –, somit

der Vernichtung entgangen ist. Der Fund sind Knochenreste


eines Vorzeitmenschen, eines frühen homo sapiens, der nach

dem Tal nun Neandertaler genannt wird. Es sind die Überreste

eines Altsteinzeitmenschen. Das hier gefundene Exemplar existierte

im Mittelpaläolithikum, also zwischen 300 000 und 40

000. Der Neandertaler hat gegenüber dem homo sapiens eine

gedrungene Körpergestalt eine mäßige Körpergröße, einen flach

gewölbten Hirnschädel, starke Augenwülste und einen Unterkiefer

ohne vorspringendes Kinn. Dieser Altmensch ist dem

heutigen Menschen auf Dauer unterlegen. – Neueste Erkenntnisse

beweisen, dass die bisherige Einstellung der Wissenschaft

in weiten Bereichen dem wirklichen Können und Sein des Neandertalers

nicht gerecht wird.

*

Wir gehen aus dem Museum hinaus, Gasthof, rechtsversetzt über die Straße

auf den Radweg nach „Hilden“ und folgen bei Auftreten dem Hinweis „Steinzeitwerkstatt“.

Auf dem Weg kommen wir vorbei an ** Skulpturen sowie an

der ** Steinzeitwerkstatt (Anmeldung erforderlich).

Mettmanner Bach gemündet ist, rechts und folgen stets dem „x“ durch das

**** Düsseltal mit romantischen Passagen.

10 Minuten später wandern wir auf der Brücke über die Düssel, her zwischen

den Häusern der ** Winkelsmühle von 1531,

201 Min.

Hütte, gehen auf der Brücke über das Altwasser, an der Gabelung links nach

„Gruiten“ und folgen der Rhombe durchs

***** Düsseltal mit vielen romantischen Flecken, u. a. der

Huppertsbracken, ein Kalkofen, 1672 erstmals erwähnt, aus

dem 19. Jh.


2 Minuten später wandern wir links zu „Ehlenbeck 10-16“ und folgen der

„A2“ durchs

***** Düsseltal mit artenreicher Vegetation.

30 Minuten später wandern wir auf der Brücke über die Düssel, auf dem

gepflasterten Querweg rechts und halten Richtung.

6 Minuten später wandern wir zur Ortsbesichtigung von 258 Min.

Gruiten.

Eine erste Besiedlung geht wohl auf die Zeit um 1000 zurück. 1155 bestätigt Kaiser

Friedrich I. (Barbarossa) der Abtei Knechtsteden einen Hof curtem in Grucena. –

Curtem ist ein Klosterhof. – Später ist Gruthene und Grucene schriftlich festgehalten.

Der Ort war sowohl Klöstern als auch Herrschaften gegenüber abgabepflichtig. Gruiten,

Schöller, Düssel und Sonnborn haben bereits im 12. Jh. Gotteshäuser, die als die vier

Kapellen bekannt sind, darüber das Kölner Gereonsstift das Patronat besitzt. Nach der

Franzosenzeit (106-1815) kommt der Ort an Preußen. 1975 wird Gruiten zu Haan

geschlagen.

*

***** Historisches Ortsbild macht den Ort zu einem einzigen

Bergischen Museum voller Fachwerkhäuser, an denen ihre Bedeutung

und ihr Alter angeschlagen sind.


Der Ort ist vielleicht das schönste, sauberste und am meisten

herausgeputzte Dorf des Bergischen Landes. Eine Häuseransammlung

wie aus dem Baukasten.

Wir wandern zuerst vorbei am links, etwas abseits hinter der Wiese stehendem

Haus am Quall (Quall=aufhalten, in diesem Falle, bei einem

Wehr Wasser aufhalten, um es in die Wiesen zu verteilen). Die

16. Jh. erweitert und durch Fachwerk verändert. Dem Bau, dem

im Laufe der Jahrhunderte mehrere Bauten, darunter Backhaus

und Brauhaus angefügt wurden, zerfiel und ist heute teilweise

Rekonstruktion.

Wir wandern kurz darauf auf der Querstraße vor Haus Nr. 24 rechts, Richtung

haltend in die „Prälat-Marschall-Straße“, hier vorbei an rechts an der Ecke

erbauter Nr. 95, Stübben-Haus, Fachwerkhaus des 17. Jhs., vorbei an

rechts von schmaler Gasse getrennter Nr. 91, Haus Rosenbaum (=das

Haus war einst gänzlich von Rosen bewachsen), Fachwerkbau

des 17. Jhs. und zu Nr. 89, An der Eick (Eick=Eiche), ein Fachwerkhaus

des 18. Jhs.

Wir kehren um und wandern auf der Querstraße hinter rechts stehendem

Eckhaus, Nr. 37, Am Doren (Doren=Tor, Eingang zum Dorf),

Fachwerkhaus des 17. Jhs., links und in die Kirche

*** St. Nikolaus. Der neuromanische Bau von 1877 mit dem

aus dem 17. Jh.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Straße rechts, Gasthof, und bei Nr.

47, dem Predigthaus, ein Fachwerkbau von 1682, mit Hausinschrift,

zur

*** Ev. Kirche, ein mit Walmdach gedecktes und von einem

Dachreiter überhöhtes Gotteshaus von 1721 der Reformierten,

mit zwei schönen Eichentüren.

Das Innere birgt eine fein geschnitzte Kanzel.


Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, bei Nr. 51, Pfarrhaus von

1764,

auf der Straße weiter, vorbei an rechts erbauter Nr. 36, Bürgermeisterhaus

der Zeit um 1675 mit verputzter Ziegelsteinfront von 1818,

der Welschenmauer, Rest der Kirchhofsbefestigung des 11. Jhs.

(welsch=fremd; Deutung hier unklar) und gelangen zum

*** St.-Nikolaus-Kirchturm des 12. Jhs. der ehemaligen romanischen

Kirche, mit einem Spitzhelm der Zeit um 1500.


Wir kehren um, steigen treppab, gehen am Fünferstern Richtung haltend auf

den „Hainhauser Weg“, vorbei an links stehenden Fachwerkhäusern des

18. Jhs. zu links erbauter Nr. 18, Offers, Haus des Offermanns

(=Küster, der Totengräber- und Kirchendienst versah), von

1731.

Wir kehren um bei gegenüber erbauter Nr. 27, Doktorhaus, ein Barockbau

mit Walmdach, um 1750, dessen Name verrät, wer hier

wohnte, und gehen am Fünferstern „Am Weinberg“ vor frontal stehendem

Eckhaus auf die erste Straße rechts. Es ist das Weinberghaus, ein altes

Fachwerkgebäude, das 1805 erneuert wurde. Der Name verrät,

dass das Haus einst von Weinstöcken umstanden war. Es war

den Bürgern nicht möglich, den nötigen Messwein zu erhalten,

also half man sich selbst.

Wir gehen sofort links auf „Am Weinberg“, vorbei an links stehender Kircher

Schmiede der Zeit vor 1720, vorbei am verschieferten Kircherhof

(Kirch=nahe der Kirche gelegen), ein alter Bau, dessen

Substanz oft verändert wurde, und gelangen auf „An der Düssel“.

rechts und folgen nun – Hütte – immer der Rhombe durchs

***** Düsseltal.


ergab und folgen wieder der Rhombe.

2 Minuten später wandern wir zum Parkplatz in Schöller. 310 Min.

Schöller – Gruiten – Mettmann – Schöller

Das Neandertal

BL 09

Ende

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