Neviges - Kunstwanderungen

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Neviges - Kunstwanderungen

BL 04

Neviges und das Niederbergische

Wülfrath – Düssel – Neviges – Wülfrath

Rundwanderung

4 Stunden und 33 Minuten reine Wanderzeit

Wir beginnen die Wanderung an der „Bergstraße“ mit dem Museumsbesuch in

Wülfrath.

Die Ortsteile Flandersbach und Rützhausen werden bereits 875 erwähnt, Wülfrath selbst

erstmals im 11. Jh. genannt. Bis ins 19. Jahrhundert bleibt der Ort eine ländliche Gemeinde.

1827 wird Wülfrath Stadt. 1887 werden hier die Rheinischen Kalkwerke gegründet

und 1903 die Rheinischen Kalksteinwerke, womit der Grundstock zum aufstrebenden

Industriestandort gelegt wird.

*

*** Niederbergisches Museum (Mi, Sa, So 14.30-17 Uhr). Man

erlebt bergische Wohnkultur, bekommt Einblick in eine Webkammer

und bestaunt eine Apotheke. Zudem sind die Bergischen

Kaffeetafeln hier weit und breit gerühmt.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und auf der Straße links.

1 Minute später wandern wir an der Gabelung links auf die Fußgängerbrücke

und halten uns links.

die „Wilhelmstraße“, her zwischen

*** Historischen Häusern des 18. und 19. Jhs., aus Fachwerk,

jedoch vielfach verschiefert.

3 Minuten später wandern wir gegenüber Haus Nr. 138 rechts und in die

*** Ev. Kirche. Der Turm, die linke Mittelschiffswand und das

linke flach gedeckte Seitenschiff mit seiner halbrunden Apsis

sind aus dem 11. Jh. Das übrige Mittelschiff und der Chor entstanden

um 1400. Das rechte Seitenschiff mit seiner Apsis wurde

im 15. Jh. hinzugefügt.

Der Chor. Christus der Weltenrichter, Fresko aus dem 15. Jh.

Das Mittelschiff. Die Kanzel und der Orgelprospekt entstammen

dem 18. Jh. – Der Taufstein ist romanisch.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, einmal um sie herum und betrachten den

*** Kirchplatz mit historischen Fachwerkhäusern.


1 Minute später verlassen wir den Kirchplatz auf gekommener Gasse und

gehen vor Haus Nr. 138 rechts und her zwischen

*** Historischen Häusern des 18. und 19. Jhs., aus Fachwerk,

jedoch vielfach verschiefert.

2 Minuten später wandern wir über die Querstraße auf „Im Spring“.

1 Minute später wandern wir an der Kreuzung „Goethestraße“ links.

20 Minuten später wandern wir an der Kreuzung hinterm Waldrand rechts und

halten uns rechts. – Später haben wir dann *** Ansichten von Düssel,

kommen dann vorbei an einem ** Wegkreuz von 1732, das idyllisch unter

Linden steht, und haben wieder *** Ansichten von Düssel.


17 Minuten später wandern wir an der Kreuzung „Dorfstraße“ links in

Düssel.

Das Flüsschen Düssel wird in einer Urkunde Kaiser Heinrichs VI. im Jahre 1065 als

Tussala bezeichnet, was dem Ort den Namen gibt. Dussele wird 1182 in einer Urkunde

des Kölner Gereonsstifts erwähnt. Ein Ritter Gerhard von Düssel taucht 1298 hier auf.

Bis 1689 gehört Düssel mit den Orten Gruiten, Sonnborn und Schöller zu den so genannten

Vier Capellen im Gerichtsbezirk des Amtes Solingen. Heute ist Düssel Stadtteil

von Wülfrath.

Hier stehen beachtenswerte

*** Fachwerkhäuser, meistens aus dem 18. Jahrhundert.


1 Minute später wandern wir in die Kirche von 59 Min.

*** St. Maximin. Die zwei Langhausjoche stammen aus dem

12. Jh. Der übrige Bau wurde 1889 romanisierend hinzugefügt.

Das Innere wirkt äußerst harmonisch, hat man doch was Architektur

und Ausmalung betrifft, eine gelungene Verbindung zwischen

Romanik und Neoromanik hergestellt. – Ausstattung und

Ausmalung, so hier nicht anders erwähnt, sind neugotisch.

Das Chorhaus und die Vierung. Schöne dekorative Ausmalung.

– Der Hauptaltar ist ein Aufbau aus zusammengefügten Teilen

des 18. Jhs. Unter der Statue des Maximin, 15. Jh. stehen die

Glasgemälde der Zimmermannswerkstatt. – Über rechter

Sakristeitür: Fresko der Kreuzigung, von Augustinus (links)

und Franziskus flankiert.

Linker Querschiffarm. Frontwandaltar mit Josef, 1895. – Glasgemälde:

Anna und Agnes, beide 1897.

Rechter Querschiffarm. Frontwandaltar mit einer Pietà, 1895. –

Glasgemälde: Aloysius und Sebastian, beide 1897.

Rechtes Seitenschiff. Hinten: Muttergottesfigur des 19. Jhs.

Das Mittelschiff hat man, was die Malereien angeht, entsprechend

den vorgefundenen Originalfunden farblich restauriert.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, auf „Dorfstraße“ links und in

*** Historischer Bereich mit links stehendem Haus Eyser, ein

ehemaliges Kirch- und Schulhaus des 16. Jhs., und rechts erbautem

Haus Düssel, eine Wasserburg, bestehend aus einem Herrenhaus

des 18. Jhs. sowie einem Wirtschaftsgebäude von 1786.

Wir wandern nun, Gasthof und Friedhof mit Trinkwasser, nächst der Düssel.

15 Minuten später wandern wir an der Kreuzung rechts, auf der Brücke über

die Düssel und vor dem ** Aprather Weiher sofort links.

3 Minuten später wandern wir zum 81 Min.

*** Schloss Aprath. Die Anlage, mit Turm und Mauerresten

wurde dem Geschmack der Neugotik entsprechend hergerichtet.

Wir kehren um und wandern sofort hinter der Bushaltestelle rechts bergauf.

4 Minuten später wandern wir vorbei am von Rastbänken umlagerten

*** Kaiser-Wilhelm-Denkmal neugotischen Gepräges.


2 Minuten später wandern wir direkt vor quer verlaufendem Asphaltquerweg

6 Minuten später wandern wir, bevor der Weg geradeaus nahe am Gleis entlang

weiter läuft, links auf eine Art Damm, einen Wiesenweg, und vor der

umzäunten Baumschule fast weglos rechts auf der Wiese bergab.

7 Minuten später wandern wir auf der Landstraße links.

2 Minuten später wandern wir auf der nächsten Landstraße rechts.

3 Minuten später wandern wir hinter Haus „13“ rechts nach „Oberdüssel 1“.

3 Minuten später wandern wir links bergauf, folgen der Rhombe, später durch

**** Ilexvorkommen.

20 Minuten später wandern wir auf der Landstraße links, folgen der Rhombe.

6 Minuten später wandern wir auf der Querstraße rechts.

2 Minuten später wandern wir vor erstem Haus links und folgen dem „N“.

9 Minuten später wandern wir über die Landstraße.

5 Minuten später wandern wir an der Gabelung rechts und folgen der „A2“.

13 Minuten später wandern wir in die evangelische Kirche von 177 Min.

Neviges.

Die Geschichte der einst selbstständigen Stadt ist eng mit der Wallfahrt verbunden,

wiewohl die erste Besiedlung bereits im 8. Jh. angesetzt werden muss. 1145 werden die

von Hardenberg an der Navigisia erstmals erwähnt. 1681 kommt ein Kupferstich – mit

der Mariendarstellung – der Franziskaner aus Dorsten hierher nach Hardenberg-Neviges

und wird in der Annakapelle aufbewahrt. Aus der Verehrung des Bildes erwächst die

Wallfahrt, zu der sich 1681 auch der von Krankheit genesene Fürstbischof Ferdinand

von Paderborn bequemt. Dank sagt hier auch Kurfürst Jan Wellem aus Düsseldorf.

Beide Herrschaften sorgen für die Vollendung des Klosterbaus.

Bis 1935 heißt die Stadt, entsprechend der Burg und der Herrschaft, Hardenberg. Die

Errichtung der neuen Wallfahrtskirche hat Wallfahrt und Pilgerreise nach Neviges stark

belebt. Neviges gehört heute zur Stadt Velbert.


*** Ev. Kirche (ursprünglich Joh. Baptist). Das Gotteshaus

von 1746 besitzt noch einen Westturm von 1697, mit Schweifhaube,

und einen Chor des 15. Jhs.

Das Innere wird geprägt von umlaufenden Emporen und einer

Kanzel des 18.Jhs, mit großem, frei hängendem Schalldeckel.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, umkreisen sie einmal. Es zeigt sich uns ein

*** Historischer Kirchplatz mit Fachwerkbauten des 18. und

19. Jhs., teilweise verschiefert.

1 Minute später verlassen den Kirchplatz, indem wir weiter der „A2“ folgen.

2 Minuten später wandern wir links in die Kirche 180 Min.

*** St. Mariä Empfängnis. Der einschiffige kreuzgratgewölbte

Bau mit seinem Dachreiter wurde 1728 errichtet.

Der Chor. Der Hauptaltar des 18. Jhs. zeigt im Gemälde die

Himmelfahrt Mariens; darüber: der Schöpfer, flankiert von Josef

(links) und Johannes Nepomuk. – Chorgestühl des 18.Jhs.

Das Langhaus. Kommunionbank, 18. Jh. – Linker Altar, 17. Jh.,

mit kleiner Madonna, anstelle des Gnadenbildes; darüber: Ma-


donna auf der Mondsichel zwischen Engeln. – Rechter Altar,

Korb sowie Michael und den vier Kirchenvätern auf dem

Schalldeckel. – Rückwand: Orgelprospekt des 18. Jhs.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, halten uns links, später treppauf zur Kirche

**** St. Maria Königin des Friedens. Der Betonbau, dem

Gebirge des Bergischen Landes angepasst, wurde 1966 nach

Plänen des Architekten Gottfried Böhm errichtet, der auch die

Gemälde in den Fenstern entwarf.

Die Kirche, deren Bau stets zu Diskussionen Stoff gab, wird

heute allgemein angenommen und geschätzt. Die Wahl des

Betons – typisch für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg –

bleibt, aufgrund ständig vor Augen geführter Probleme von

Betonansicht immer noch kritisch anzusehen. – Die Idee teilweiser

schwarzer Verschieferung, teilweise weißen Anstrichs,

teilweiser grüner Bepflanzung, den drei maßgeblichen Farbkomponenten

des Bergischen Landes, ist nicht neu.

Wie keine andere Kirche ist diese hier weder Pfarrkirche noch

Klosterkirche, sondern Pilgerkirche, also ein Versammlungsplatz

für jeden, ein Marktplatz der Gottesverehrung und des

die Häuser mit Balkonen am Marktplatz dar. Inmitten des Platzes

steht der Altar als Symbol für – wie es in alten deutschen

Städten noch zu sehen ist – die Kirche/der Tempel.


Die Unterkirche mit ihren vielen Nischen dient dem Einzelnen,

der abseits der Gemeinschaft Hingabe sucht.

Das Innere beeindruckt aufgrund seiner außergewöhnlichen

Formgebung und farbigen Verglasung der Fenster.

Die Marienkapelle (links vom Eingang). Vier Meter hohe Mariensäule,

von Elmar Hillebrand, 20. Jh.; in der Blüte des Kreuzesstammes

unter Maria mit dem Kind das Gnadenbild, ein

Kupferstich des 17. Jhs. eingelassen ist.


Im rechten Fenster dieser Kapelle: Es ist ein Ros’ entsprungen,

ein Fisch in einer aufblühenden Rose. Fisch heißt auf Griechisch:

Ichthys. Ichthys wurde von den ersten verfolgten Christen

als geheimes Erkennungssymbol gewählt, denn:

ICHTHYS=Iesous CHristos THeou Hyos Soter, übersetzt: Jesus

Christus, Gottes Sohn, Erlöser. Die Rose als Sinnbild der

Liebe und Symbol für die Frau, aus der „das Heil uns kommen

das Licht der Welt; lasst euer Licht leuchten vor den Menschen.“

Die Sakramentskapelle. Sakramentssäule von E. Hillebrand, 20.

Jh. – Die Glasgemälde: Die Rose im linken Fenster (Liebe und

Leben) durchbricht das Dunkel, streift unterm All


und fällt im Fenster rechts als Traube (Christus) auf die Stadt

der Menschen, die ihn aufnehmen, als er „in sein Heiligtum“

kommt.


Der Altarraum. Das Glasgemälde: Die Liebe in Form der Rose

am Baum des Kreuzesstammes, dem Baum des Heils.


Rechte Kirchenwand: Anna Selbdritt, barock.

Der Treppenabgang. Im Fenster: Die Adam und Eva verführende

Paradiesschlange (Teufel) des Alten Testaments, deren Leib

Schlange den Kopf zertreten.“

Die Unterkirche. Tod Josefs, lebensgroß und neugotisch. – Barocke

Pietà. – Barocker Schmerzensmann.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, kurz darauf hinter der Treppe auf der Querstraße

links, abermals kurz darauf auf der Querstraße rechts, auf der wir bleiben,

parallel zum Kreuzwegpark. – Kurz darauf kommen wir vorbei am

*** Kalvarienberg, von 1888.

2 Minuten später wandern wir zum 188 Min.

*** Schloss Hardenberg (Di-So 10-12, 14-18 Uhr). Das Herrenhaus

aus dem 17. Jh. ist von vier Batterietürmen des 16. Jhs.

umstanden.


Ein Museum für Stadtgeschichte sowie die Steinsche Gemäldesammlung

sind hier untergebracht.

Wir gehen aus dem Schloss hinaus, auf der Brücke über die Gleise zurück und

folgen der Rhombe.

8 Minuten später wandern wir auf der Querstraße in Tönisheide rechts und

knicken mit ihr nach links ab.

2 Minuten später wandern wir an der Kreuzung „Auf der Drenk“ rechts, auf

der „Nevigeser Straße“ links und auf der „Reuterstraße“ rechts.

5 Minuten später wandern wir auf der „Wülfrather Straße“ links. Gasthof.

5 Minuten später wandern wir hinter Nr. 176 rechts und halten uns links.

7 Minuten später wandern wir an der Gabelung hinterm Bach links und durchs

*** Angerbachtal mit großartigem Ilexvorkommen.

Linksbogen, an der Abzweigung rechts und halten uns rechts auf Asphalt.

8 Minuten später wandern an der Kreuzung links auf den „Silberberger Weg“,

mit – später – *** Ansichten vom Bergischen Land.

15 Minuten später wandern wir über Gleise und auf der Querstraße rechts.

3 Minuten später wandern wir rechts auf die „Museumsstraße“. 271 Min.

2 Minuten später wandern wir auf der Bergstraße rechts zum Museum.

Wülfrath – Düssel – Neviges – Wülfrath

BL 04

Ende

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